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HG-Zeitung 28/2025

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HGZ No 28

Die Branchenzeitung der Hotel & Gastro Union seit 1886 CXL. Jahrgang

Luzern, den 22. Oktober 2025

Schwerpunkt

Mehr Zeit für die Gästebetreuung dank der Digitalisierung.

Der richtige Umgang mit der Trauer

Seite 14

Seite 6

Nächste Ausgabe am 29. Oktober

Ausgabe für Deutsche Schweiz und Tessin

Bildung

Neue Titel Der Bund will die Berufsbildung mit den Zusätzen «Professional Bachelor» und «Professional Master» international ­aufwerten. SHL-Direktorin Christa Augsburger erklärt, was das bedeutet.

Länderküchen

Das Aroma der Pfefferküste

Die Schweizer Kochnationalmannschaft hat zwei neue Mitglieder.

Seite 11

Seite 5

Seite 9

Brot für Anspruchslose

In vielen Kommentarspalten ist zu lesen, dass qualitativ hochstehendes Brot seinen Preis haben soll. Billigbrot der Discounter sei reines Marketing, um Kunden anzulocken.

K E YS TO N E-S DA

BILLIGBROT SCHÜRT EMOTIONEN Seit Tagen dominiert das 99-RappenBrot der Discounter die Schlagzeilen. Offenbar lässt das Billigbrot niemanden kalt. In den Kommentarspalten auf den Nachrichtenportalen diskutieren die Lesenden darüber, ob solches Brot geniessbar ist und ob sie es kaufen würden. Viele versichern, dass sie ihr Brot nicht beim Discounter einkaufen, sondern beim Bäcker in der Nähe. Gründe dafür sind, dass es länger haltbar und für die Verdauung bekömmlicher ist. Stefan Kogler, Geschäftsführer

Response zentral

­ es Berufsverbands Bäckerei & Confi- Schweizer Brotlieferant, der an dieser nicht mehr.» Das sei nicht sein Ziel. d serie, steht der Aktion der Discounter Stelle nicht namentlich genannt wer- Schliesslich bilde er zwölf Lernende kritisch gegenüber. «Wenn alle ihr Brot den will, bestätigt: «Wir bieten unsere aus und beschäftige 50 Mitarbeitende, so billig verkaufen würden, könnten Produkte zu marktgerechten Konditi- die einen gerechten Lohn erhalten. Der keine Lernenden mehr ausgebildet onen an und legen dabei Wert auf Fachmann sagt, dass solche niedrigen werden. Und die Branche, in der das Schweiz, Qualität und langjährige Preise nur mit der Menge und mit weHandwerk dominiert, würde ausster- Partnerschaft.» Einer, den das billige niger und ungelernten Mitarbeitenden ben.» Ausserdem seien die Mitarbei- Brot im schlimmsten Fall die Existenz möglich seien. Für ihn ist die Aktion tenden auf faire Löhne und gute kosten würde, ist Peter Lyner. Er führt der Discounter reines Marketing: Arbeitsbedingungen angewiesen. Aldi die gleichnamige Bäckerei in Winter- «Niemand fährt nur wegen eines Brosagt nach eigenen Angaben, dass sie thur/ZH in der vierten Generation. tes für 99 Rappen zum Discounter, ihre Lieferanten fair bezahlen und ­ «Wenn wir das Brot heute so billig ver- man kauft bei dieser Gelegenheit auch das Defizit selbst übernehmen. Ein kaufen würden, gäbe es uns morgen noch andere Dinge ein.» DA N I EL A O EG ER LI

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Schmeckt das 99-Rappen-Ruchbrot? Im Tessin habe ich dieser Tage die Probe aufs Exempel gemacht. Im Lidl-Markt von Sant’Antonino ist das Pane bigio noch mit 1.15 Franken angeschrieben. Auf die Frage, ob die Discount-Aktion für Ruchbrot nicht für das Tessin gelte, zuckt ein freundlicher Lidl-Mitarbeiter mit den Schultern. Er durchforstet seine Unterlagen, findet aber keinen Hinweis auf Preissenkungen. Egal, denke ich, 1.15 Franken sind ja nur 16 Rappen mehr, und marschiere zur Kasse. Dort erhalte ich den Kassenbon. Und tatsächlich: Auch bei Lidl Ticino kostet das Ruchbrot neu nur noch ­99 Rappen. Einen Tag nach ­ dem Kauf schneide ich das Brot auf. Die Kruste ist okay, die Krume noch schön feucht, aber doch ziemlich teigig. Der ­G eruch – also ich bin weiss Gott kein Brot-Sommelier – neutral. Geschmack: null. Für all jene, die keine hohen Ansprüche an ihr täglich Brot stellen, ist es ganz in Ordnung. Bäckerinnen und ­Bäcker in Handwerksbetrieben sollten sich keine grossen Gedanken machen. Mit der Discountoffensive der Grossverteiler geht keinem Dorfbeck das Business flöten. Vorausgesetzt, er setzt konsequent auf Frische, Qualität und bestenfalls Spezialitäten, ­ die ihren Preis haben dürfen. Aus ­Mitleid beim Dorfbeck einkaufen, ist sowieso der falsche Weg. Es muss aus Überzeugung sein! J Ö RG R U P P ELT

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