Rätselbuch der Redewendungen für Senioren

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SingLiesel kompakt

Rätselbuch der Redewendungen

Vorwort

„Du bist aber heute mit dem falschen Fuß aufgestanden!“, sagt Bettina zu Klaus. „Nichts kann ich dir recht machen. Weißt du was? Du kannst mir mal den Buckel runterrutschen.“

„Mit dem falschen Fuß aufgestanden“, „den Buckel runterrutschen“ – Redewendungen wie diese gehören fest zu unserem Sprachgebrauch. Oft sind wir uns nicht einmal bewusst darüber, dass wir sie benutzen. Wörtlich genommen, ergeben die meisten keinen Sinn. Oder konnten Sie schon einmal wirklich etwas „aus dem Ärmel schütteln“?

Redewendungen machen die Sprache interessanter und helfen uns, Gefühle oder Situationen besser zu beschreiben. Sie sind oft sehr alt und kommen aus verschiedenen Kulturen. Von Generation zu Generation werden sie weitergegeben und bleiben so lebendig. Die ursprüngliche Bedeutung kennen wir heute meist nicht mehr. Deshalb ist es spannend, den Ursprung der Redensarten zu erforschen, denn der ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich.

Wer errät die fehlende Redewendung? Mithilfe dieses Buches kann in fröhlicher Runde gerätselt werden. Lesen Sie einleitend die kurze Szene vor, mit der jedes Rätsel beginnt. Den letzten Satz lassen Sie von Ihrem Zuhörerkreis ergänzen. Das ist nicht immer einfach, aber es geht auch nicht zwingend darum, das Rätsel auf Anhieb eindeutig zu lösen. Auch ein lebhaftes Gespräch darüber ist durchaus erwünscht. Dabei kann die gedankliche Hinführung zur Redewendung ohne Mühe gelingen.

Darauf folgt das Ratespiel: Woher stammt die Redewendung? Es gibt jeweils zwei Antwortmöglichkeiten in zwei ver-

schiedenen Schwierigkeitsgraden. Je nachdem, wie fit Ihre Teilnehmenden sind, wählen Sie die schwere oder die einfache Variante für sie aus. Bei der etwas schwierigeren Variante ist genaues Zuhören und konzentriertes Mitdenken gefragt, bei der einfacheren Variante ist die falsche Antwort etwas offensichtlicher. Lesen Sie Antwortmöglichkeiten 1 und 2 vor. Bitten Sie die Teilnehmenden zuvor, bis zum Ende zuzuhören. Danach können alle ihren Tipp abgeben. Wer trifft den Nagel auf den Kopf?

Das Buch kann dazu genutzt werden, eine komplette Ratestunde zu gestalten, bei der es am Ende auch eine Gewinnerin oder einen Gewinner gibt. Bei großen Gruppen können Sie die Teilnehmenden in zwei Teams aufteilen. Nach dem Vorlesen der Antwortmöglichkeiten besprechen sich die Team-Mitglieder untereinander und geben danach ihren Tipp ab. Schreiben Sie die erreichten „Treffer“ der beiden Teams für alle sichtbar auf. Zum Schluss wird das Siegerteam ermittelt: Wer hatte die meisten richtigen Antworten?

Es ist aber auch denkbar, dass nur eine Redewendung im Fokus der Aktivität steht und diese als Gesprächsanlass genommen wird. Woher kennen die Teilnehmenden die Redewendung? Was bedeutet sie? Gibt es im Zusammenhang damit eine bestimmte Situation, an die sich die Teilnehmenden erinnern? Oder hat eine spezielle Person diese Redewendung oft benutzt?

So kann das hier vorliegende Buch heiter „durchgearbeitet“ werden oder Impulse für viele Gelegenheiten zu geselligem Austausch bieten.

Jemanden übers Ohr hauen

Ottokar geht zum Markt und bittet die Verkäuferin, ihm vier schöne große Äpfel in seine Einkaufstasche zu legen. Sie legt die Äpfel hinein, Ottokar bezahlt und geht fröhlich nach Hause. In der Küche packt seine Frau die Äpfel aus und ruft entsetzt: „Ottokar, was sind das für kleine verschrumpelte Äpfel? Dafür hast du den vollen Preis bezahlt?

Die Verkäuferin hat dich … [übers Ohr gehauen]!“

Woher stammt diese Redewendung?

Schwere Variante

1. Die Redewendung „jemanden übers Ohr hauen“ stammt aus der Kindererziehung des 18. Jahrhunderts. Wenn ein Kind etwas Unrechtes getan hatte, gab es dafür häufig eine Ohrfeige. Mütter, die dies nicht übers Herz brachten, deuteten eine Ohrfeige nur an und gaben ihrem unartigen Kind einen leichten Schlag über das Ohr. Dieser war weniger schmerzhaft.

2. Die Redewendung „jemanden übers Ohr hauen“ kommt aus dem Fechtsport. Wenn ein Fechter einen anderen oberhalb des Ohrs trifft, muss er sehr geschickt und in dieser Technik sehr geübt sein. Offiziell gilt dieser Schlag als unfair, ist aber nicht verboten.

(Lösung: 2)

Einfache Variante

1. Die Redewendung „jemanden übers Ohr hauen“ stammt aus Island. Zur Begrüßung hat man sich dort früher gegenseitig über das Ohr gehauen.

2. Die Redewendung „jemanden übers Ohr hauen“ kommt aus dem Fechtsport. Wenn ein Fechter einen anderen oberhalb des Ohrs trifft, muss er sehr geschickt und in dieser Technik sehr geübt sein. Offiziell gilt dieser Schlag als unfair, ist aber nicht verboten.

(Lösung: 2)

Über den eigenen Schatten

springen

Liselotte steht auf dem Sprungturm im Schwimmbad.

Ganz vorsichtig geht sie zum Rand des Sprungbretts und schaut aufs Wasser, das tief unter ihr liegt. Plötzlich zittern ihr die Knie. „Ich trau mich nicht!“, ruft sie ihrer Freundin zu, die am Beckenrand steht. „Von unten wirkt es leicht, aber von hier oben sieht es zum Fürchten aus. Ich kann nicht springen!“ Ihre Freundin weiß genau, dass Liselotte das schaffen wird. „Natürlich kannst du das!“, ruft sie zu ihrer Freundin hoch. „Du musst dir nur einen Ruck geben und über … [deinen eigenen Schatten springen]!“

Woher stammt diese Redewendung?

Schwere Variante

1. Die Redewendung „über den eigenen Schatten springen“ geht auf die Vorstellung zurück, dass der Schatten Teil der eigenen Identität ist. Ursprung ist die Beobachtung, dass es körperlich unmöglich ist, über den eigenen Schatten zu springen – egal, wie hoch oder weit man springt. Wer trotzdem „über den eigenen Schatten springt“, schafft etwas, das ihm eigentlich unmöglich erschien.

2. Die Redewendung „über den eigenen Schatten springen“ stammt ursprünglich aus dem Bereich der Esoterik. Lange

Zeit glaubten Esoteriker, dass der Schatten mit der Aura eines Menschen verbunden ist. Angeblich gab es Menschen, die sich so gut fokussieren konnten, dass sie sich tatsächlich von ihrem Schatten lösen und über den eigenen Schatten springen konnten.

(Lösung: 1)

Einfache Variante

1. Die Redewendung „über den eigenen Schatten springen“ geht auf die Vorstellung zurück, dass der Schatten Teil der eigenen Identität ist. Ursprung ist die Beobachtung, dass es körperlich unmöglich ist, über den eigenen Schatten zu springen – egal, wie hoch oder weit man springt. Wer trotzdem „über den eigenen Schatten springt“, schafft etwas, das ihm eigentlich unmöglich erschien.

2. Die Redewendung „über den eigenen Schatten springen“ kommt aus dem Sport. Neben Stabhochsprung und Weitsprung gab es in den 1950er-Jahren auch die Disziplin Schattensprung, in der die Athletinnen und Athleten über ihren eigenen Schatten sprangen.

(Lösung: 1)

Jemandem einen Strich

durch die Rechnung machen

Endlich ist es so weit, und der lang ersehnte Tagesausflug zum Badesee steht vor der Tür. Herr und Frau Kleinert haben schon alles in ihrem Auto verstaut, was sie für einen unbeschwerten Tag am See brauchen. Von der Sonnencreme bis zum selbstgemachten Nudelsalat haben sie an alles gedacht. Als sie gerade ins Auto steigen, beginnt plötzlich ein heftiger Sturm und es regnet wie aus Eimern. Herr und Frau Kleinert schauen sich erst verdutzt und dann enttäuscht an. Frau Kleinert seufzt und sagt zu ihrem Mann: „Ach, Karl, da hat uns das Wetter … [einen Strich durch die Rechnung gemacht].“

Woher stammt diese Redewendung?

Schwere Variante

1. Die Redewendung „jemandem einen Strich durch die Rechnung machen“ stammt aus der Buchhaltung: Wenn früher jemand eine Rechnung aufstellte und ein anderer einen Strich durch diese Rechnung machte, erklärte er sie damit für ungültig.

2. Die Redewendung „jemandem einen Strich durch die Rechnung machen“ kommt aus der Zirkusbranche: Wenn bei der Generalprobe eine Nummer nicht gelang, war es dem Direktor vorbehalten, den Programmpunkt zu streichen.

Das bedeutete, dass die Artisten dafür kein Geld bekamen. Diese Regel wurde jedoch abgeschafft, als ein bekanntes Artistenpaar aus diesem Grund bei der Premiere fehlte. Viele Menschen waren extra gekommen, um sie zu sehen, und verlangten nun ihr Geld zurück.

(Lösung: 1)

Einfache Variante

1. Die Redewendung „jemandem einen Strich durch die Rechnung machen“ stammt aus der Buchhaltung: Wenn früher jemand eine Rechnung aufstellte und ein anderer einen Strich durch diese Rechnung machte, erklärte er sie damit für ungültig.

2. Die Redewendung „jemandem einen Strich durch die Rechnung machen“ stammt von einer ostfriesischen Insel: Wenn einem Gast in einem Lokal das Essen nicht schmeckte, malte er mit Kreide einen Strich an den Türrahmen. So waren die nächsten Gäste gewarnt, dass es in diesem Haus nicht Leckeres zu essen gab.

(Lösung: 1)

Rätselbuch der Redewendungen

Redewendungen sind wie Pfeffer in der Sprache – ohne sie wäre alles ganz schön fade! Doch wissen Sie eigentlich, warum man „mit dem falschen Fuß aufsteht“ oder jemandem „den Buckel runterrutschen“ kann?

Dieses Buch sorgt für gute Laune und Gesprächsstoff: In

kurzen Geschichten fehlt jeweils eine Redewendung – und Ihre Seniorinnen und Senioren dürfen raten, welche gemeint ist. Danach wird’s knifflig: Woher stammt die Redensart?

Zwei Antwortmöglichkeiten, zwei Schwierigkeitsgrade –und jede Menge Spaß beim Miträtseln.

Die Reihe „SingLiesel kompakt“ versammelt die schönsten Beschäftigungsideen für Seniorinnen und Senioren. Neben der beliebten „Mal-alt-werden-Edition“ erscheinen hier Quiz-Bücher für das Gedächtnistraining zwischendurch und „Umschreibungen“ zu verschiedenen Themen.

Weitere beliebte Titel der Reihe:

• Reimrätsel

• Das Quiz: Die lustigsten Scherzfragen

• Umschreibungen Berufe

• Sprichwortgeschichten

• Spiele zum Tasten und Fühlen

• Bewegungsquickies

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