inkl. An-/Rückreise ab/bis Schweiz im Königsklasse-Luxusbus
Fachbegleitung Elsbeth Gugger
Themenpaketmit 9Touren
Crash Kurs Niederländisch mitElsbeth Gugger
TAGPROGRAMM
Schweiz Nijmegen
Zijpe (Middelburg)
Im Themenpark Neeltje Jans am gigantischen Sperrwerk an der Osterschelde sehen Sie erstaunlicheIngenieurskunstimKampf gegen das Wasser
Nachmittags Spaziergang durch Middelburg
Rotterdam Amsterdam
Tour zum Stadtteil Kopvan Zuid,dem ehemaligen Hafenviertel. Am Südufer Rotterdams undamWilhelminapierist ein lebendiges Quartier mit spektakulärerHochbau-Architektur entstanden.
Goedemiddag! Am Nachmittag Crashkursin Niederländisch vonElsbeth Gugger
Ein Nachmittag in Friesland,ins einstigeSeefahrerstädtchenHoorn
Hoorn Medemblik Harlingen
Tour zum Afsluitdijk (Abschlussdeich). DasWerk riegelt das Ijsselmeer gegen die Nordsee ab Im Wadden Center zeigteine Ausstellung das (Über-)Leben der NiederländerimDelta.
Harlingen Lelystad Segeltörn im Wattenmeer.HeuernSie beim Skipper aufeinemPlattenboden-Segleran. Wer mag, kann aktivmitmachenund beim SegelsetzenoderSteuernhelfen.
Lelystad (Urk) Nijmegen Rundgang im urigen FischerdorfUrk,der ehemaligenInselinder Zuiderzee. Im Rahmen des grossen Trockenlegungsprojekts 1940 wurde dasFischerdörfchenmit dem Festland verbunden.
Nijmegen Schweiz
Elsbeth Gugger erklärt das Lebensgefühl am Wasser 15%
NIEDERLANDE, LAND DES WASSERS
Weit der Horizont, flach die Landschaft, immer eine leichte salzigeBrise auf der Haut. Wasser istdas Element der niederländischen Nation, die das Wasser liebt, gegen es ankämpft, es zähmt. UnsereKulturreise-Fachfrau
ELSBETH GUGGER
Dielangjährige Niederlande-Korrespondentin von Schweizer Radio SRF lebt seit 1992inAmsterdam. Diegebürtige Emmentalerin kennt das Land wie ihre Westentasche undbegleitet Sie an die interessantesten Orte
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Ein wahrer Logenplatz auf dem Fluss, ein Ort der Gastfreundschaft mit viel Platz für Begegnung und Rückzug.
REISEDATEN 2026 23.08.–30.08. 14.09.–21.09.
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Zuschlag Einzelbelegung HD 0 Zuschlag Einzelbelegung MD/OD,2-Bett1095
Einsteigeorte excellence.ch/einsteigeorte
DASPREMIUM-INKLUSIVPAKET VONEXCELLENCE
Excellence-Reise in eleganter Flussblick-Kabine
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Reisen im Königsklasse-Luxusbus ab/bis Schweiz
Fachbegleitung Elsbeth Gugger
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Crash Kurs Niederländisch mit Elsbeth Gugger
CO2-Klimaschutzbeitrag Stiftung Myclimate
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EDITORIAL
Himmlische Reisen
Man hält mich gemeinhin für ordnungsliebend, perfektionistisch, analytisch und zuverlässig mit einem scharfen Blick für Details. Eigenschaften, die man den im Sternzeichen Jungfrau Geborenen eben so zuschreibt. Zugleich sollen wir ein wenig penibel und grüblerisch sein Auf mich trifft dies alles nur bedingt zu. Ist Astrologie also bloss Spekulation? Das lassen wir an dieser Stelle einmal unerörtert. Sicher ist jedoch: Alt wie der Mensch ist die Faszination für die Sterne – und der Astrotourismus erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Immer mehr Hotels bieten ihren Gästen sogenannte Stargazing-Erlebnisse an, nicht selten auf höchstem professionellem Niveau. Manche Häuser beschäftigen sogar eigene Astronomen und verfügen über hoch entwickelte Teleskope. Ich hatte bereits mehrfach das Vergnügen, an malerischen Orten mithilfe solcher Geräte in den nächtlichen Himmel zu blicken und mir Planeten sowie astrophysikalische Zusammenhänge erklären zu lassen. Viel Fachwissen ist zwar nicht hängen geblieben, doch die Erinnerung an diese magischen Momente hallt bis heute nach. Unsere Autorin liess sich auf der griechischen Insel Tinos von der Faszination des Sternenhimmels verzaubern (siehe Text nebenan) und weiss nun, was die perfekten Bedingungen für ein gelungenes Stargazing sind –Sternenstaub inklusive.
In dieser Beilage widmen wir uns jedoch nicht nur den Sternen, sondern auch der Dunkelheit auf Erden: In Kenia suchten wir nach dem schwarzen Leoparden, einem äusserst scheuen Tier das vor allem nachts aktiv ist. Zwar blieb uns eine Sichtung verwehrt, doch die Reise hinterliess tiefe Eindrücke (Seite 8).
Im zweiten Teil der Beilage reisten wir unter anderem durch verschiedene Länder Ostasiens: Auf Bali erkundeten wir Surfer-Hotspots, entdeckten reizvolle Boutiquen und Traumstrände (Seite 17). In Thailand besuchten wir das neue Medical-Wellness-Zentrum von Anantara und liessen uns in die Traditionelle Thailändische Medizin einführen (Seite 20). Auf Java wiederum wagten wir uns zum berühmten Sonnenaufgang über dem Mount Bromo und harrten gespannt auf der Rückbank eines Jeeps, um dieses Naturschauspiel zu erleben (Seite 24).
Die Welt über Wasserwege zu erkunden, gilt für viele Reisende als besonders reizvoll. Wir stellen neue Kreuzfahrtrouten abseits der bekannten Häfen vor und eröffnen Perspektiven für Entdeckungen jenseits der gängigen Fahrwasser (Seite 27). Viel Lesevergnügen und gute Inspiration wünscht:
Christina Hubbeling, verantwortlich für diese
Es steht in den Sternen
Wohin geht die Reise 2026? Laut dem Trend Astrotourismus dorthin, wohin die Sterne besonders hell leuchten Wie etwa auf der griechischen Insel Tinos. Von Tina Bremer
ie Lautsprecheransage ist eindeutig: «Kommen Sie morgen wieder!» Der Wind ist aufgefrischt und bringt die Wellen so sehr in Wallung dass die Fähren heute keine Chance mehr haben, von Mykonos hinüberzusetzen. Wir ahnen schon, wer da seine Finger im Spiel hat. Der Sage nach soll Aiolos, der Gott des Windes, auf der Insel Tinos geboren worden sein. Seitdem haust er auf dem höchsten Berg Tsiknias mit einem Beutel Wind in der Hand Immer wenn er diesen öffnet, zischen Böen über Hügel und Täler Und Aiolos scheint kein Faulpelz zu sein, er nimmt seine Arbeit ernst: Eigentlich steht sein Beutel fast ständig offen. Vor allem im Sommer wenn der trockene Meltemi vom Norden in den Süden stürmt. Die Gäste im Hotel Odera stört das wenig. Schliesslich bedeutet der Name «Ode an den Wind», man wusste also schon bei der Buchung, woher dieser weht. Zudem sorgt er nicht nur für Abkühlung, sondern auch für schönste Anblicke: Die Böen zeichnen Schlangenlinien aufs Wasser des Infinity-Pools
und blähen die Segel der kleinen Boote auf, die weiter unten an der sichelförmigen Bucht vorbeiziehen. Dort wo die Gäste die letzten Sonnenstrahlen des Tages einfangen, noch einmal ins glasklare Wasser hüpfen, bevor es zum Abendessen ins Restaurant Eos geht. Auch uns ist der Wind ein willkommener Komplize – pustet er doch die Wolken davon. Denn die können wir heute Abend wahrlich nicht gebrauchen. Um 22 Uhr, wenn der Mond schon hoch am Himmel steht, beginnt unser Astronomieseminar «Tinos by Starlight» mit Valerie Stimac – inklusive Sternekunde, Sonnenaufgangsyoga, Dinner unterm Himmelszelt und einer Fotosession unter den Sternen. Die US-Amerikanerin ist Gründerin des Blogs «Space Tourism Guide» und weltweit gefragte Expertin für Astrotourismus. Im Februar 2024 ist die zweite Auflage ihres Buches «Stargazing around the World: A Tour of the Night Sky» erschienen. Das Thema trifft einen Nerv: «Der Begriff <Astrotourism> ist erstmals um das Jahr 2015 aufgekommen. Die Menschen sind damals an Orte gereist, an denen Mond- oder Sonnenfinsternisse stattgefunden
haben oder wo eine Rakete ins All geschossen wurde. Aber dass sie jetzt explizit Destinationen aufsuchen, um Sterne zu beobachten, ist neu und aufregend», sagt Stimac, die als Kind Astronautin werden wollte. «Ich finde, jeder Mensch sollte die Erde einmal vom Weltall aus betrachten können – um zu erkennen, dass es auf ihr keine Grenzen gibt. Wir sind alle nur Bürger dieses Planeten, den wir schützen sollten.»
Abgeschiedene Orte
Laut einer Studie der Buchungsplattform Booking.com planten vergangenes Jahr 62 Prozent der Reisenden, eine «Dark Sky»-Region zu besuchen. Tendenz steigend. Bei den Reservaten handelt es sich um offiziell geschützte Gebiete, in denen der Sternenhimmel besonders gut zu sehen ist. Der Grund: Sie liegen an abgeschiedenen Orten –etwa in Wüsten oder in den Bergen, wo die Lichtverschmutzung gering ist. Die International Dark-Sky Association (IDA) hat weltweit bereits 21 Gebiete ausgewiesen. Bei den «Dark Sky Parks» handelt es sich um kleinere Areale wie
den Naturpark Gantrisch in den Berner Voralpen. Der südliche Teil des Parks erhielt 2024 als erstes und bislang einziges Gebiet der Schweiz die Auszeichnung als «Dark Sky Park». Die Faszination für den Sternenhimmel ist fast genauso alt wie die Menschheit. So verwundert es nicht, dass auch die Hotellerie das Phänomen aufgreift und ihren Gästen entsprechende Erlebnisse offeriert. Beispielsweise in der «andBeyond Sossusvlei Desert Lodge» in Namibia oder im «Soneva Fushi» auf den Malediven erklärt ein hauseigener Astronom den Gästen die Sternenkonstellationen. Die «Explora Atacama Lodge» in Chile oder die «Leobo Lodge» in den Waterberg Mountains in Südafrika warten gleich mit einem ganzen Observatorium auf Und das «Cal-a-Vie Health Spa» in Kalifornien bietet im Rahmen seiner «Galaxy Wellness» regelmässig «Mindful Solar Hikes» an. «In verschiedenen Teilen der Welt, in der nördlichen und in der südlichen Hemisphäre, kann man unterschiedliche Erfahrungen machen. Man
Fortsetzung auf Seite 4
SCHWERPUNKT REISEN
ein bisschen schroff
sieht nicht überall immer denselben Nachthimmel», so Stimac «Einige der besten Reiseziele der Welt befinden sich tatsächlich auf der Südhalbkugel: Chile, Neuseeland und alle geschützten Nationalparks oder Wüsten, weil es dort nicht viel Bebauung gibt.»
Zum Glück muss man sich nicht immer zwölf Stunden in den Flieger setzen, um einen besonders guten Blick auf die Galaxie zu erhaschen: Auch auf Tinos funkeln die Sterne nachts wie eine Lichterkette. «Inseln sind im Allgemeinen eine gute Option, da sie durch Wasser getrennt sind. Das bietet einen gewissen Puffer gegen Lichtverschmutzung.»
Im Gegensatz zur Nachbarinsel Mykonos, wo Beachclubs die Nacht zum Tag machen, hat sich Tinos seine Ursprünglichkeit bewahrt. Hierher kommt nur ein Bruchteil der Besucher – obwohl Tinos nur eine knappe halbe Stunde Fährfahrt von der berühmten Schwesterinsel entfernt liegt. «Tinos ist ein guter Ort fürs Stargazing. Es ist dunkler als einige der anderen Inseln in der Umgebung», sagt Stimac «Neben der Qualität des Nachthimmels sind auch die Erreichbarkeit und die Qualität der Unterkunft wichtige Kriterien beim Astrotourismus.»
Die Landschaft auf Tinos ist karg, beinahe schroff Wie ein rohes Stück Marmor
liegt die Insel zwischen Mykonos und Andros. In Steinbrüchen wird dunkelgrüner Serpentinit abgebaut, der Marmor kleidet unter anderem den Louvre in Paris oder die Westminster Abbey in London. Dabei hat Tinos seine ganz eigenen architektonischen Sehenswürdigkeiten: Bereits um 1700 errichteten die Venezianer Taubenhäuser auf der Insel, sie zählen zu den schönsten weltweit. Das Fleisch der Tiere galt als Delikatesse, zudem wurden die Vögel als Boten für Nachrichten eingesetzt. Mehr als 1000 der mit Zickzacken, Kreisen und Vierecken verzierten Türme sind über die Insel verstreut, als hätte Windgott Aiolos einmal tief Luft geholt und sie über die Landschaft gepustet.
Die schmalen Strassen führen zu Dörfern wie Loutra, wo Jesuiten, die auf der ganzen Welt Sternwarten und Observatorien gegründet haben, im 19 Jahrhundert ein Kloster errichteten. Oder nach Volax, wo die Gedichte von griechischen Poeten in Wände und Haustüren geritzt wurden Der Ort ist berühmt für seine kugelförmigen Felsen, die aussehen, als hätten die Götter Boules mit ihnen gespielt Und fürs Korbflechten: Im 19 und 20 Jahrhundert war Volax das Korbflechtzentrum von Tinos. Genau wie in Volax müssen die Autos in Triantaros vor den Toren des Dorfes bleiben. Mit seinen Gassen und Bögengängen gilt es
als eines der hübschesten der Insel. Allerdings sollte man gut zu Fuss sein: Triantaros schmiegt sich an einen Berghang, die vielen Treppen halten die Besucher ordentlich auf Trab
Freie Sicht aufs Meer
Wie die meisten Dörfer, Felder und Weinberge auf Tinos ist auch das Hotel Odera in Terrassen angelegt. Die weissgetünchten Zimmer und Suiten stapeln sich wie Zuckerwürfel übereinander, sodass die Sicht aufs Meer von jedem Balkon und von jeder Terrasse unverstellt ist und man morgens, wenn man noch schlaftrunken im Bett liegt, einfach nur auf den Knopf der Fernbedienung drücken muss, damit sich die Vorhänge wie im Theater öffnen und den Blick auf die Bucht freigeben. Das erste Fünfsternehotel der Insel, welches zur Autograph Collection von Marriott gehört, liegt rund zehn Minuten Autofahrt von Tinos-Stadt entfernt. Wobei der Begriff «Stadt» zu hochgegriffen scheint, vielmehr handelt es sich um einen pittoresken Ort, in dem sich die grösste Sehenswürdigkeit, die Pilgerkirche Panagia Evangelistria, befindet. Tinos gilt als das «griechische Lourdes» – mehr als 750 Kirchen und Kapellen laden auf der Kykladeninsel zum Zwiegespräch mit höheren Mächten.
die Schönheit der Natur positive Emotionen hervorrufen.
Der Klimawandel spielt beim Astrotourismus ebenfalls eine Rolle. Die steigenden Temperaturen führen dazu, dass die Menschen kühlere Orte aufsuchen, Betonwüsten, sprich Metropolen, in denen sich die Hitze staut, sowie schädliche UV-Strahlung meiden. «Seit der Pandemie sind die Menschen sensibler dafür geworden, wie gut uns die Natur tut und wie sie uns auf verschiedene Weise heilt. Eine dieser Möglichkeiten besteht darin, nachts hinauszugehen, um zu sehen, wie der Himmel wirklich aussieht. So gewinnen wir eine Perspektive dafür, wo wir in diesem ganzen System stehen.» Oder in unserem Fall liegen – in unseren Liegestühlen auf einer der Terrassen des «Odera», eingewickelt in flauschige Decken. Stimac zeigt mit einem Laserstab die unterschiedlichen Sternenkonstellationen auf lenkt unseren Blick auf den grossen Wagen, auf Satelliten und auf die Milchstrasse, die sich über unseren Köpfen spannt. Und da, eine Sternschnuppe, schnell, etwas wünschen! Glaubt Stimac an den Brauch? Sie schmunzelt und holt uns sanft von der Galaxie auf den Boden der Tatsachen zurück: «Es gibt bestimmte Zeiten im Jahr, in denen es zu Meteoritenschauern kommt. Bei Sternschnuppen handelt es sich um Schmutz, Staub und Trümmer von Kometen, die das Sonnensystem durchquert haben.»
Diese glühenden Funken, nichts weiter als ein Trümmerfeld? Wir fühlen uns ein wenig verraten. Und wie hält Stimac es mit der Astrologie, glaubt sie zumindest an Sternzeichen? Die Expertin lacht und antwortet diplomatisch: «Seit Jahrtausenden blicken die Menschen zu den Sternen auf Auf der Grundlage der Sonne, des Mondes und der Sterne, die sie sehen konnten, entschieden unsere Vorfahren, wann sie säen, wann sie ernten und wann sie heiraten würden. Wenn man also den Einfluss der Bewegungen am Nachthimmel auf uns ausser Acht lässt, dann wird ein Teil unserer Kultur als menschliche Spezies ausser Acht gelassen», so Stimac «Für Astrologie gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Aber wenn sich jemand für Astronomie interessiert, weil er sich für Astrologie interessiert, dann rede ich genauso gerne mit ihm oder mit ihr über Sternzeichen.»
• Anreise
Edelweiss fliegt von Zürich direkt nach Mykonos. Von dort geht es mit der Fähre in einer knappen halben Stunde nach Tinos-Stadt. Alternativ Flug mit Swiss nach Athen und von dort eine zweistündige Fährenfahrt nach Tinos.
Eine von ihnen befindet sich auch im «Odera». Ansonsten: rundherum nichts als schroffes Land und das Tintenblau der Ägäis. Die Nähe zur Natur ist es auch, die den Trend «Astrotourismus» befeuert hat. Studien gehen davon aus, dass 70Prozent der weltweiten Bevölkerung bis zum Jahr 2050 in Städten leben wird. Das Einzige, was man sieht, wenn man nachts aus dem Wohnungsfenster schaut: Häuser und Strassenbeleuchtungen. Allein in der vergangenen Dekade hat die Lichtverschmutzung jedes Jahr um rund zehn Prozent zugenommen. Die Industrialisierung und LED-Lampen, deren Anteil an blauwelligem Licht besonders hoch ist, haben die Entwicklung beschleunigt. «Lichtverschmutzung ist im Grunde genommen Licht, das in die falsche Richtung strahlt. Wir möchten, dass Licht den Boden beleuchtet, dass es Dinge auf der Erde erhellt, aber ein Teil dieses Lichts wird entweder reflektiert oder strahlt einfach nur in den Himmel, und das verursacht Verschmutzung, die auch Tieren und Pflanzen schadet», erklärt Stimac Dunkelheit hingegen tut unserem Geist und unserer Seele gut. Laut des Night Sky Connectedness Index, den das «Journal of Environmental Psychology» 2024 veröffentlicht hat, fördert die Verbindung des Menschen mit dem Nachthimmel die mentale Gesundheit, kann
• Übernachten
Das «Odera» ist das erste Fünfsternehotel der Insel und gehört zur Autograph Collection von Marriott. Die 77 Gästezimmer und Pool-Suiten sind terrassenförmig angelegt, sodass jedes Zimmer Meerblick hat. Das Hotel liegt hoch über einer privaten Bucht samt Strand und bietet zwei Restaurants und Bars. Es werden Ausflüge zu Dörfern, Wanderttouren Bootsfahrten oder Workshops für Marmor-Carving organisiert.
• Sonnenfinsternisse
Am 12 August 2026 findet eine totale Sonnenfinsternis statt, die sich grösstenteils über Grönland, Island, Spanien sowie dem Nordpolarmeer und dem nördlichen Atlantik abspielen wird. Hartgesottene Astrotouristen sollten sich allerdings den 2. August 2027 rot im Kalender anstreichen: Dann findet die längste Sonnenfinsternis des Jahrhunderts statt: Die Sonne wird etwa sieben Minuten lang vollständig vom Mond verdeckt sein. Die Finsternis wird von Spanien über Tunesien bis nach Ägypten zu sehen sein.
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«Stargazing» liegt im Trend. Immer mehr Hotels bieten ihren Gästen professionelle Sternenkunde an
Von jedem Balkon und jeder Terrasse des «Odera» hat man freie Sicht aufs Mittelmeer
Im südfranzösischen Luberon vereinen sich Natur, Luxus und Aktivität. Wer ein paar Tage in der «Coquillade» bleibt, erlebt die Provence in all ihren Facetten. Von Christina Hubbeling
Es gibt Orte auf dieser Welt, die gehen immer. Ferien in Italien zum Beispiel. Oder in Südfrankreich. Das mag gleichermassen apodiktisch wie subjektiv klingen, doch vielleicht lässt sich festhalten, dass diese Aussage eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzt. Zwei, drei Tage in der «Coquillade» in der Provence, und der Blick auf die Welt ist gleich ein anderer. Man wird hier milde Abschalten fällt so leicht wie die Brise, die einem am Pool um die Nase weht, während man darauf wartet, bis der Monsieur hinter der Poolbar den weissen Hauswein «Coquillade Blanc» (eine Cuvée aus Roussanne und Clairette, teils in Amphoren und Barriques ausgebaut) ins Glas geschenkt und auf dem Tablett bis zum Liegestuhl gebracht hat.
Weite Lavendelfelder
Jedes Klischee einer romantisierenden Südfrankreich-Vorstellung wird hier erfüllt, denn es gibt alles, wirklich alles, was man sich von der Provence erhofft und erwünscht: weite Lavendelfelder und goldene Sonnenuntergänge, endlose Weinberge leuchtende Sonnenblumen, romantische Dörfer mit engen Gassen und uralten Häusern aus Stein, von Platanen gesäumte Landstrassen, historische Kirchen und kleine Plätze mit Brunnen, Märkte voller frischer Produkte wie Oliven, Honig und anderen Schätzen aus der Natur, Brocantes und Antiquitätengeschäfte das Aroma von Lavendel, Thymian und Rosmarin in der Luft. Und guten Wein! Sowohl die Roten als auch die Weissen der Domaine de la Coquillade (früher unter dem Namen Aureto bekannt) sind «sublime», wie die Franzosen sagen würden.
Das Hotel Coquillade in Gargas ist ein Fünfsternehotel, das im Stil eines provenzalischen Dorfes errichtet wurde Auch die Hotelzimmer sind in kleinen gemütlichen Häuschen untergebracht. Highlight ist die neue Spa-Suite mit Blick in die Reben. Mit Pool, Jacuzzi, grosser Terrasse, Sauna, Wohnzimmer, Esszimmer, Bädern und Schlafzimmern ausgestattet, bietet sie ein Höchstmass an Luxus und Privatsphäre und verbindet französische Opulenz mit moderner Eleganz. Die Lüster stammen übrigens von der lokalen Manufaktur Mathieu Lustrerie, die unter anderem auch die Kronleuchter im Schloss Versailles, in der Pariser Oper Palais Garnier sowie im Louvre geschmiedet hat.
In der «Coquillade» gibt es zwei zentrale Elemente: das Cycling Center – ein Velo-Center mit hochwertigen Bikes darunter Räder der Marke BMC – und die eigenen Reben beziehungsweise das
THOMAS-EUGSTER
Weingut Domaine de la Coquillade das zum Resort gehört. Die Begeisterung für den Velosport geht auf den Gründer Andy Rihs zurück, der leidenschaftlicher Radsport-Fan und früherer Besitzer des BMC Racing Teams war Seit seinem Tod im Jahr 2018 führen seine Söhne Tobias und Oliver Rihs das Hotel und das Weingut weiter und setzen dabei die Vision ihres Vaters fort: mit Fokus auf Wein, Natur und sportlichen Aktivitäten.
Der Luberon ist denn auch ein wahres Paradies für Velofahrerinnen und Velofahrer: Sanfte Hügel wechseln sich ab mit anspruchsvollen Anstiegen. Man radelt auf Velowegen oder über ruhige Landstrassen, vorbei an Olivenhainen, Weinbergen und leuchtend roten Ockerfelsen, die im warmen Licht der Provence wie ein impressionistisches Gemälde wirken.
Wer die «Mont-Ventoux-Route» wagt, spürt die gleiche Mischung aus Erhabenheit und körperlicher Herausforderung die Profis in der Tour de France erleben. Wer sich lieber einer kürzeren Strecke widmet, geniesst stille Dörfer und vielleicht einen «Petite Noisette» auf der Terrasse eines Cafés. Und hat dabei stets den unvergleichlichen Duft von Lavendel und Pinien in der Nase. Es gibt viele Möglichkeiten, um von der «Coquillade» aus die Provence auf dem Velosattel oder mit dem Auto zu erkunden. Ein schöner Halbtagesausflug mit dem Velo führt beispielsweise nach Roussillon, entlang wenig befahrener Strassen, die sich zwischen Ockerfelsen und Weinbergen schlängeln. Wer die Wochenmärkte von Apt oder Gordes besucht, kann zwischen frisch
Geerntetem (im Frühling Erdbeeren aus Carpentras!), Lavendelprodukten, Olivenöl und handgefertigten Keramiken durch die Stände schlendern, Brocante-Schätze entdecken und dabei das geschäftige Treiben auf sich wirken lassen. Wer sich für Geschichte und Architektur interessiert, findet in den Luberon-Dörfern alte Steinhäuser, verwinkelte Gassen und kleine Museen, die Einblicke in die lokale Kultur gewähren.
Pittoreske Orte
Zu den besonders hübschen Ortschaften gehören Ansouis, Gordes, Ménerbes und Roussillon. Sie alle tragen das offizielle Gütesiegel «Plus beaux Villages de France». Gordes, mit seinen engen, gewundenen Gassen und steinernen Häusern auf einem Plateau am südlichen Rand der Monts de Vaucluse thronend, sticht besonders heraus. Weil man aber gefühlt in jedem Provence-ReiseblogEintrag lesen kann, wie wunderschön dieses Dorf ist, tummeln sich hier entsprechend viele Touristen, die das Schloss und die Kirche besichtigen oder einfach nur den Blick über das CalavonTal und die Hügel des Luberon schweifen lassen. Doch bevor man sich über die vielen Touristen ärgert, sollte man sich vielleicht vergegenwärtigen, dass man ja selbst auch eine oder einer davon ist Und dann gibt es noch Aix-enProvence, die lebhafte Stadt, die in gut einer Autostunde von Gargas aus zu erreichen ist. Hier treffen historische Plätze auf moderne Lebensart: Boulevards, gesäumt von Cafés, Antiquitätenläden, Kunstgalerien und im Guide Michelin gelisteten Restaurants. Besonders an Markttagen entfaltet die Stadt einen eigenen Zauber, wenn sich die
Plätze in ein Farbenmeer aus Obst, Gemüse, Lavendel und handgefertigten Produkten verwandeln. Aix bietet die perfekte Mischung aus urbanem Treiben (inklusive Shopping bei Sephora und Co.)und südlichem Lebensgefühl. Die Stadt ist ein lohnender Kontrapunkt zur Ruhe und Gelassenheit des Luberon. Zurück in der «Coquillade», kann man wählen, ob man es sich auf dem Liegestuhl an einem der beiden Aussenpools gemütlich machen möchte oder ob man sich im Spa eine Massage gönnen soll. Das Spa ist durchaus eine verlockende Option. Es gehört zu den grösseren und besser ausgestatteten Wellnessbereichen der Region. Auf rund 2000 m² stehen unter anderem ein beheizter Innenpool Aussen-Jacuzzis, Sauna, Hammam, Dampfbad und Kneipp-Becken sowie Erlebnis- und Sinnesduschen zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch Ruhezonen, einen Fitness- und einen Yoga-Raum. Die Behandlungen reichen von klassischen Massagen über Körperanwendungen bis zu Programmen, die lokale Naturstoffe wie Lavendel oder Trauben einbeziehen. Zudem gibt es die Möglichkeit, personalisierte Wellnesspakete oder kombinierte Anwendungen über mehrere Stunden zu buchen.
Am Ende bleibt die «Coquillade» vor allem eines: ein Ort, an dem sich alles ganz selbstverständlich fügt – Landschaft und Kunst, Essen und Trinken, Bewegung und Ruhe. Wer hier einige Tage verbringt, merkt, dass die Provence nicht nur Kulisse ist, sondern Erfahrung und Stimmung zugleich. Hier lässt sich die Region auf persönliche Weise erleben. Sei es aktiv im Velosattel oder eher kontemplativ auf der Massageliege. Auch das geht immer So wie Ferien in Südfrankreich eben.
Die berühmte Abbeye de Sénanque liegt knapp 30 Minuten von Gargas entfernt.
Das Fünfsternehotel Coquillade ist im Stil eines provenzalischen Dorfes erbaut
Privater Pool in der neuen Spa-Suite
Mediterranes Flair in Südfrankreich
Frühling in derProvence
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Busreise
•Cassis&Naturparadies Calanques
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Im Königsklasse-Luxusbus erleben wir das farbenfrohe Frühlingserwachen derProvence– Sonne, Düfte und das besondereLicht, das schon berühmteMaler inspirierte.
Beeindruckende Küsten, charmante Fischerdörfer &malerische Städte: Den Auftaktunserer Reise bildet das malerische Dorf Cassis sowie daseindrucksvolle Naturparadies der Calanques mit seinen steilen Buchten und türkisblauem Wasser.In Aix-enProvence* entdecken wirelegante Boulevards, charmante Plätze und das besonderesüdfranzösische Lebensgefühl.Das mondäne SaintTropez* verführtuns mit seiner Eleganz undeinem luxuriösenAmbiente, bevor die Palmenstadt Hyères und die paradiesische Insel Porquerolles karibisches Flair bieten. Den Abschluss bildet die lebendige Hafenstadt Marseille, deren jahrhundertealte Geschichte undpulsierendes Leben wir hautnah erleben.
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Salzgärten, Römerstädte &mediterraner Genuss: Unsere Reise beginnt im Badeort La Grande-Motte,wo modernes Design auf mediterranes Lebensgefühl trifft. In Aigues-Mortes erkunden wir die mittelalterliche Altstadt mit ihren imposanten Stadtmauern und den berühmten Salzgärten. Die Römerstadt Nîmes* beeindruckt mit ihrem Amphitheater und der Maison Carrée; ein weiterer Höhepunkt ist der Besuch des eindrucksvollen Aquädukts Pont du Gard* Montpellier verzaubert uns mit seinem lebhaften Charme, bevor wir in einem Weingebiet die edlen Tropfen der Region kosten. Ein Ausflug nach Béziers sowie eine Schifffahrt auf dem idyllischen Canal du Midi runden das Programm ab und bilden den stimmungsvollen Abschluss dieser Reise. Sechs Nächte im guten Mittelklasshotel etwas ausserhalb von La Grande-Motte gelegen.
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*wahlweise fak. Ausflug oder Hotel geniessen. Abfahrtsorte:Wil, Burgdorf, Winterthur, Zürich-Flughafen, Aarau, Baden-Rütihof, Basel, Arlesheim,Buchrain Nicht inbegriffen: Annullationsschutz &Assistance-Versicherung, Sitzplatzzuschläge (nur 1.-3. Reihe), Auftragspauschale von CHF25(entfällt beiOnlinebuchung) Katalogpreis: Gültig bei starkerNachfrage(ab 50% Belegung) und 1Monat vor Abreise.Esgelten die Allg.Reise- &Vertragsbedingungen von TwerenboldReisen AG
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Hotel MercureLaSeyne-sur-Mer (off. Kat. ****)
Novotel La Grande-Motte Golf (off. Kat. ****)
Es müssen nicht immer die
Im Suyian Conservancy im nördlichen Teil Kenias kommt das Spektakuläre leise daher. Die Schönheit dieses Wildschutzgebietes offenbart sich in den kleinen Dingen und in der schier unendlichen Weite der Landschaft
Von Christina Hubbeling
Die Nacht über der Savanne ist vollkommen dunkel. Kein Mond, keine Konturen, keine Orientierungspunkte Nur der Lichtkegel eines Scheinwerfers huscht über den staubigen Boden, über das Gras, die Büsche und Baumkronen. Denzol, unser Fahrer und Safari-Guide, steuert den Jeep mit der linken Hand, während er in der rechten den Scheinwerfer hält, über dessen Glas eine rote Folie gespannt ist. Das rote Licht störe die Tiere nicht, sagt er Sie würden es kaum wahrnehmen und fühlten sich nicht bedroht.
Plötzlich bremst Denzol, beugt sich nach vorn und deutet ins Gebüsch. «Schaut, dort rechts», flüstert er Wir halten den Atem an, suchen in der Dunkelheit nach Augen, nach Hörnern nach der Silhouette einer grossen Raubkatze. Vielleicht ist es der sagenumwobene schwarze Leopard? Dieses Tier zu erblicken, würde die Krönung unserer Safari bedeuten. Das Suyian Conservancy gehört nämlich zu den wenigen Orten auf der Welt, an denen sich diese seltene, vorwiegend nachtaktive Grosskatze blicken lässt. Ihr fast schwarzes Fell verdankt sie einer genetischen Besonderheit, dem Melanismus. Dabei lagert sich überschüssiges dunkles Pigment in Haut und Fell ein, weswegen der schwarze Leopard in der Nacht fast unsichtbar ist. Da löst sich plötzlich ein kleiner Körper aus der Dunkelheit. Kein Leopardenbaby sondern – ein Igel! Einen Moment herrscht Stille, dann brechen wir in Gelächter aus. Denzol schaut uns verwundert an. Für ihn ist dieser Igel eine Sensation. Noch nie habe er einen gesehen, sagt er Als wir ihm erklären, dass in unseren Gärten ganze Igelfamilien leben, schaut er uns ungläubig an. Denzol arbeitet seit rund einem halben Jahr als Guide in der Suyian Lodge von andBeyond, die im Juli 2025 eröffnet wurde. Wie praktisch alle Mitarbeitenden von andBeyond stammt auch er aus einem der umliegenden Dörfer Das Safariunternehmen bildet seine Guides im eigenen Ausbildungszentrum im Serengeti-Nationalpark in Tansania aus. Die übrigen Mitarbeitenden werden vor Ort geschult: zwei Wochen Training, dann Learning by Doing. «Wir investieren gezielt in lokale Projekte. Dazu gehören der Bau und Unterhalt von Schulen, die Unterstützung von Gesundheitsstationen sowie Ausbildungsprogramme, die Menschen vor Ort dazu qualifizieren, als Guides, Handwerkerinnen oder im Management der Lodges zu arbeiten», sagt Nicole Robinson, Marketingverantwortliche bei andBeyond. «Das Einkommen der Mitarbeitenden bleibt im lokalen Wirtschaftskreislauf Wissen wird weitergegeben, Abwanderung reduziert.»
Das Suyian Conservancy liegt in Laikipia im nördlichen Teil Kenias, erstreckt sich über 178 Quadratkilometer und beherbergt eine Vielfalt an Grosssäugetieren wie Elefanten, Giraffen, Zebras oder Löwen. Geprägt ist es von unterschiedlichen Ökosystemen: von Flusswäldern und felsigen Steilhängen über Buschland bis hin zu offenen Graslandschaften. Sie alle zeugen von einer reichen Tierwelt, von der manche Arten nur hier vorkommen.
So etwa die Netzgiraffe mit ihrem charakteristischen Fellmuster aus weissen Linien, die eine Collage aus Polygonen bilden. Oder das Grevy-Zebra, die grösste der drei Zebraspezies, erkennbar an schmalen, dicht stehenden Streifen, dem weissen Bauch und den grossen, runden Ohren. Auf seine Kosten kommt in Suyian auch, wer sich für Vogelbeobachtungen interessiert: Die Vielfalt an seltenen und teils endemischen Vogelarten macht das Gebiet zu einem spannenden Ziel für Ornithologen.
Denkt man an Safari in Kenia, so kommt einem unweigerlich das bekannte Wildschutzgebiet Maasai Mara in den Sinn. Es liegt im Südwesten des Landes und grenzt an die tansanische Serengeti.
Das Suyian Conservancy ist anders: kaum bekannt und weniger vorhersehbar, gilt es fast schon als Geheimtipp Wer Action sucht und möglichst viele Tiere in kurzer Zeit sehen will, ist hier vielleicht falsch. Wer sich jedoch einlässt, wird reich belohnt: Suyian lehrt, einen Gang runterzuschalten, genau hinzusehen und das Kostbare im Kleinen zu erkennen. Das mag etwas esoterisch klingen, manifestiert sich aber ganz konkret. Eine gelungene Safari bedeutet nicht zwangsläufig dass man die «Big Five» gesehen haben muss. Schon mal etwas von den «Small Five» oder den «Ugly Five» gehört?
Zur ersten Kategorie gehören die Elefantenspitzmaus, der Rüsselkäfer, der Löwenkäfer der Leopardenfrosch und der Büffelskorpion. Zur zweiten Katego-
rie zählen Tiere, deren Äusseres als besonders bizarr oder unattraktiv gilt –Attribute, die zum Beispiel auf das Warzenschwein zutreffen, dem wir auf unserer Safari mehrfach begegnet sind.
Organische Formen und natürliche Farben
Auf Schönheit und Ästhetik, wohin das Auge blickt, trifft man hingegen in der Suyian Lodge. Erhöht thront sie über einer kleinen Ebene. Von hier fällt der Blick auf eine Reihe rötlich-brauner Felsblöcke, «Rock Sanctuary» genannt, hinter denen sich die weite Savanne erstreckt. Die Landschaft spiegelt sich in der Architektur wider: Die Gebäude sind organisch geformt, die Suiten bestehen aus mehreren runden Räumen, deren Aussenwände aus geschichteten Steinen im gleichen Farbton wie die Felsen erbaut sind Mit ihren bepflanzten Dächern fügt sich die Lodge optisch und formal so diskret in die Umgebung ein und
verschmilzt mit der Natur, dass man die Gebäude aus der Distanz kaum von der Landschaft unterscheiden kann.
Die Suiten betritt man durch ein grosses Holztor Ein kleiner, abtrennbarer Vorraum dient als Garderobe. Auch bei der Innengestaltung wurde nichts dem Zufall überlassen. Alles ist bis ins kleinste Detail durchdacht und der Ästhetik verpflichtet. Sogar dem unattraktiven Feuerlöscher beim Eingang wurde ein schickes Stoffmäntelchen übergezogen.
Die Fenster stehen weit offen, ein lauer Wind zieht durch die Räume. Mücken gibt es zurzeit zum Glück keine, trotzdem sprayen wir uns fleissig mit Insektenschutzmittel ein. Sicher ist sicher. Das Schlafzimmer mit seiner meterhohen Kuppel bildet das Zentrum der 180 m² grossen Suite. Trotz der stattlichen Dimensionen fühlt man sich wohlig geborgen wie in einem Kokon, umgeben von sanften, stimmigen Farben, sinnlichen Naturmaterialien und Textilien. Selbst das Moskitonetz aus anthrazitfarbenem Leinen, das ums Bett ge-
zogen werden kann, wirkt nicht wie ein Schutz gegen Insekten, sondern lässt die Schlafstatt aussehen wie ein Himmelbett, das zum Nachdenken über die afrikanische Wabi-Sabi-Philosophie einlädt. Die Suiten öffnen sich mit raumhohen Rundbogenfenstern zur Ebene hin. Vom Bett aus blickt man auf den privaten Pool und in der Ferne auf die weite Savanne. Bei klarer Sicht kann man am Horizont sogar den Mount Kenya erkennen. Ab und zu ziehen Giraffen oder Elefanten durch die Ebene, einmal erblicken wir dort einen einsamen Büffel. Vögel zwitschern, der Wind raschelt leise durch die Blätter der Büsche und Bäume. Das Dach aus Ästen über der Terrasse wirft bewegte Schatten auf den Boden. Mittags brennt die Sonne gnadenlos, morgens und abends ist es kühl. Das Badezimmer ist ein weiterer runder Raum, in dessen Mitte eine grosse Dusche steht, darüber ein Dachfenster Duschen unter dem Sternenhimmel oder mit Blick in die Wolken – ein seltener Luxus. Die Messingarmaturen sind
Im Suyian Conservancy gibt es viele Elefanten. Mit etwas Glück sieht
Die neue Lodge von andBeyond greift farblich und formal die Umgebung auf und verschmilzt somit optisch mit der Natur
«Big Five» sein
mit farbigen Perlenbändern verziert: Rot für warmes Wasser Blau für kaltes. Zwischen Wohn- und Schlafbereich verbirgt sich eine Küchennische mit zwei Kühlschränken, einer mit Wein und Spirituosen bestückt, der andere mit alkoholfreien Getränken wie Kombucha. Wer möchte, mixt sich einen Sundowner, etwa einen Gin Tonic mit «Painted Dog Gin» aus Tansania.
AmnächstenMorgenbeginntderGame Drive ohne Igel-Erlebnis, dafür mit Giraffen, Elefanten, Dikdiks, Impalas, Wasserböcken,KlippspringernundHasen.Grosskatzen sehen wir keine. Der innige Wunsch, dem schwarzen Leoparden zu begegnen, bleibt weiterhin unerfüllt.
Zwei Welten
Begrüsst werden wir von einer fröhlichen Kinderschar. Die Mutigen berühren unsere Haare.
treffen aufeinander
Am Nachmittag steht ein Besuch bei einer Dorfgemeinschaft der Samburu auf dem Programm. Wir wissen nicht, was uns erwartet, ob dieser Besuch nachhallt, ob er Spuren hinterlässt. Sicher ist nur: Was folgt, ist ein Aufeinandertreffen zweier Welten.
Da stehen wir also – eine kleine Gruppe von Safarigästen in sorgfältig ausgewählten Kleidern in Erdtönen, ausgestattet mit (Gucci-)Sonnenbrillen, sitzend in einem stylischen Geländewagen. Und dort, wenige Schritte entfernt, ein einfaches Samburu-Dorf: ein gutes Dutzend Hütten, aus Lehm, Stroh und Ästen erbaut, mit Dächern aus Plastikplanen, fixiert mit dicken Schnüren. Fenster gibt es keine, ebenso wenig Strom oder fliessendes Wasser Sanitäre Anlagen fehlen; die Notdurft wird im Busch verrichtet. Begrüsst werden wir von einer fröhlichen Kinderschar Sie mustert uns aufmerksam, die Mutigeren berühren unsere Haare und fassen uns an den Händen Dann werden wir von Andrew empfangen, einem jungen Mann, der als Einziger im Dorf fliessend Englisch spricht. Er trägt einen grün-schwarz
karierten, knielangen Wickelrock, ein hellblaues T-Shirt und darüber ein grosses Schultertuch. In der Hand hält er einen langen Stab seine Füsse stecken in Ledersandalen.
Andrew erklärt uns die Kultur der Samburu. Sie leben, ähnlich wie die Massai, als halbnomadische Viehhirten. Er berichtet von den Aufgaben junger Männer, von traditionellen Rollen und Ritualen, die den Übergang ins Erwachsenenalter markieren. Dazu gehört auch das Töten eines Tieres, aus dessen Halsschlagader frisches Blut getrunken wird. Die Ernährung bestehe hauptsächlich aus Fleisch, Milch und Tierblut. Auf dem Dach einer der Hütten liegen noch Überreste eines geschlachteten Tieres – ein Hinweis, dass kürzlich ein Fest stattgefunden haben dürfte.
Anschliessend lädt Andrew uns in die Hütte seiner Mutter ein. Er erzählt, dass die Frauen für den Bau der Behausungen zuständig seien und sich um die Kinder, das Kochen und das Wasserholen kümmerten. Um die Hütte zu betreten, müs-
sen wir uns bücken. Der schmale Eingang führt in einem rechten Winkel ins Innere. Dort sitzt Andrews Mutter auf dem Boden vor einem kleinen Feuer. In ihren Händen hält sie eine Kalabasse, in der frische Milch durch Rauch haltbar gemacht und aromatisiert wird. Der Raum ist dunkel, der Geruch von Rauch und gesäuerter Milch liegt in der Luft, die Hitze ist drückend. Eine kleine Solarlampe dient neben der Feuersglut als Lichtquelle. Wir setzen uns auf die Holzbretter, die Schlaf- und Wohnbereich voneinander trennen. Sieben Personen leben in dieser Behausung auf engem Raum. Männer haben mehrere Ehefrauen und wechseln zwischen den Hütten. Die Anzahl der Frauen hängt vom Wohlstand eines Mannes ab da die Mitgift (in Form von Vieh) teuer ist. Wieder im Freien, saugen wir tief die kühle Luft ein. Draussen haben sich inzwischen die jungen Männer des Dorfes, die «Krieger», versammelt. Sie werden für uns tanzen und haben sich für diesen Anlass herausgeputzt. Bunte Wickelröcke,
Sandalen, reich verzierte Perlenketten um Hals, Schultern und Ohren, jeder hält einen farbigen Stab in der Hand.
Begegnung auf Augenhöhe
Der Tanz beginnt mit rhythmischem Klatschen und Singen. Reihum springen jeweils zwei oder drei der jungen Männer gleichzeitig in die Höhe. Die übrigen geben klatschend den Takt vor und begleiten die Bewegung mit monotonem Gesang. Der Rhythmus bleibt gleichmässig getragen von Stimmen, Klatschen und dem dumpfen Aufkommen der Füsse auf der Erde.
Nach dem Tanz der «Krieger» sind die Frauen an der Reihe. Sie bilden einen Kreis, beginnen zu singen und zu klatschen. Wir sind uns nicht sicher, ob erwartet wird, dass wir mitmachen. «Die Älteste ist 83 Jahre alt», erzählt Andrew. Ob eine Frau verheiratet oder ledig sei, erkenne man an ihrem Ohrschmuck Die Frauen tragen lange Kleider aus bunten, gemusterten Stoffen und um den Hals grosse, kreisrunde Perlenkragen. Auf dem Rückweg herrscht Schweigen im Jeep Jede und jeder ist mit den eigenen Gedanken beschäftigt. Solche Begegnungen mit den Einheimischen sind Teil der Philosophie von andBeyond: Das Unternehmen versteht Naturschutz nicht isoliert, sondern als Zusammenspiel von Landschaft, Fauna und den Menschen, die seit Generationen in diesen Regionen leben. «Schutzgebiete können langfristig nur bestehen, wenn auch die umliegenden Dorfgemeinschaften davon profitieren und eine Perspektive haben», sagt Nicole Robinson. «Die Besuche schaffen zusätzliche Einnahmen für die Dorfbewohner und bieten Raum für einen Austausch.» Entscheidend sei die Haltung: Die Begegnungen sollen auf Augenhöhe stattfinden, ohne Inszenierung und ohne Erwartungshaltung. «Wer ein Dorf besucht, ist Gast, nicht Beobachter.» Für viele Gemeinschaften bedeuten diese Kontakte mehr als eine Einnahmequelle: Sie schaffen Sichtbarkeit Anerkennung und bieten die Möglichkeit, die eigene Lebensweise zu erklären. Für Reisende öffnen sie wiederum den Zugang zu einer Realität jenseits von Luxus-Lodges und Safarifahrzeugen. So entsteht ein Tourismus, der verbindet. Und im besten Fall auch ein bisschen demütig macht.
Obschon wir dem schwarzen Leoparden nicht begegnet sind, hat diese Reise tiefe Eindrücke hinterlassen. Vielleicht liegt gerade darin die wahre Essenz von Suyian: in den Begegnungen mit Menschen, die ohne viel materiellen Besitz glücklich wirken. Und in der Erkenntnis, dass echter Reichtum oft dort zu finden ist, wo man ihn am wenigsten erwartet
In Ostafrika, wo sich das kenianische Suyian Conservancy befindet, trifft man auch «Black-backed»-Schakale («Schabrackenschakale») an.
Meran: Frühlingsenergie tanken inder Stadtund aufdem Land
Wenn in Meranund Umgebung derFrühlingerwacht,zeigt dasSüdtirol sein vielfältiges Gesicht: Apfelblüten, Bergpanoramen, Kulturorteund mediterraneLeichtigkeit verbindensichzueinem Erlebnis,das gerade jetztbesonders reizvoll ist.
Besondersjetzt, wenn das milde Frühlingswetter die ersten Knospen weckt und die Wieseninfrischem Grün leuchten, entfaltetdie Region rund um Meran ihre besondereAnziehungskraft. Schon ab März kann man die Ärmel hochkrempeln, durch ein allmählich spriessendes Krokusmeer oder durch die ersten Apfelblüten spazieren und den Aperitif drausseninder Sonne geniessen –stets mit Blick auf die noch schneebedeckten Gipfel. Es istdie Zeit, in der das Schmelzwasser aus den Höhen rauschend ins Tal fliesst und die Natur sichtbar aus dem Winterschlaf erwacht. Die Ferienregion präsentiertsich als Mosaik aus 14 Orten: Die Kurstadt Meran verbindet urbane Eleganz mit alpinem Flair,während Schenna und Dorf Tirol alsLogenplätzeüberdem Talthronen. Das Ultental und das Passeiertal zeigen das Südtirol vonseiner ursprünglichen Seite, während Hafling,Vöran und Meran 2000 mit weiten Ausblicken begeistern. In Lana, Marling,Algund und Nals verschmelzen Gartenlandschaft und Genuss; Partschins, Tisens-Prissian, Naturns und der Deutschnonsberg locken schliesslich mit Historie,Wellness und tiefer Erholung.
DieMagie der Apfelblüte
Zwischen Ende März und Maitaucht ein rosa-weisserSchleier das Etschtal in ein Blütenmeer.Besondersintensivist dies in Lana, Schenna und Algund erlebbar wo 18 000 Hektar Obstwiesenihren zartenDuft verströmen. Werdie Pracht hautnah entdecken möchte, folgt den historischen Waalwegen. Diese schmalen Pfade entlang alter Wasserkanäle sind ideal für entspannteWanderungen. Besondersder Marlinger Waalwegbeeindruckt mit Panoramablicken auf den Meraner Talkessel und lädt in urigen Buschenschänken zur Einkehr beieinem Glas Wein ein.
Unterdem Leitthema«Merano Vitae» rückt die Region dasThema Regeneration im Frühling in ein neuesLicht. Einer der eindrucksvollstenOrtefür alpine Gesundheit istder Partschinser Wasserfall. Seine enorme Fallhöhe erzeugt feinste Ionen, welche dieLuftqualitätauf ein Niveau heben, das wissenschaftlichen Studien zufolgeder Reinheit der Arktis entspricht. Mansagt, es liege «Gold in derLuft»– einnatürlicher Frischekick, der die Atemwege belebtund das Immunsystemnachhaltig stärkt. Für tiefe Entspannung sorgen die Therme Meran und die Erlebnistherme
Nachhaltigmobil in denFerien
Südtirol setztauf sanften Tourismus.Ortewie das Passeiertal, Hafling-Vöran, Partschins oder Merantragen das Nachhaltigkeitslabel Mitdem «Südtirol GuestPass» nutzen Gäste fast alle öffentlichenVerkehrsmittel kostenlos Neusorgen FrecciarossaHochgeschwindigkeitszüge für eine direkteAnbindung; der «Meraner LandExpress» ab München sowieDB/ÖBBbleiben komfortableAlternativen.
Naturns, deren warmesWasserhilft, den Ballast desWintershinter sich zu lassen. Ein besonderes Highlight findet sichin Tisens-Prissian,wodie Gesundheitswochen Tesana (28. März bis 13.Juni 2026)zueiner bewussten Auszeit einladen. Yoga, Waldbaden und KneippAnwendungenverbinden sich hier zu einem wohltuendenProgramm, das Körper und Geistsanft auf die warme Jahreszeit einstimmt. Auch das kaiserliche ErbeMerans entfaltet im Frühling seinen besonderen Reiz.Dassdie Stadt einst zumberühmten Luftkurortwurde,ist nicht zuletztKaiserin Elisabeth zu verdanken,die 1870mit grossemHofstaat anreiste.Auf dem SissiWeglässt sich diese Geschichteinelf Etappen nacherleben– vomStadtzentrum durch das eleganteObermais mit seinenhistorischen Villenbis hinauf zu den Gärten vonSchloss Trauttmansdorff Diese wurden mehrfach als schönste Gärtender Welt ausgezeichnetund verwandeln sich im Frühling mitHunderttausenden Tulpen in ein farbenprächtigesBlütenmeer.ImSchloss selbst erzählt das Touriseum mit viel Charme undWitz 200 JahreTourismusgeschichte. Das Gartendorf am TorzuMeran verbindet mediterraneLeichtigkeit mit alpinerFrische.Zwischen Apfelwiesen, Weinbergen und Höhen bis zu 3000 Metern entfaltet sichein einzigartiges Mikroklima, in dem Palmen und Alpen-
blumen nebeneinander gedeihen. Ob beim Wandern, Radfahren oder beim stillen Innehalten –inAlgund findet man Energie,Ruhe undneue Perspektiven. Ein Ort, an dem Natur, Bewegungund Entspannung zu einem wohltuenden Erlebnis verschmelzen und der Frühling wie ein echtes «VitaminNatur»wirkt.
RomanischeSchätze rund um Meran
Einerder eindrucksvollsten Orte für alpine Gesundheitist der Partschinser Wasserfall.
WerinSüdtirols Kirchen eintaucht, begegnet der schaurig-schönen Welt der Romanik.Die «Alpine Strasse der Romanik –Stiegenzum Himmel» verbindet 31 Kulturstätten zu einer Reisedurch die frühe Kunstgeschichtedes Alpenraums. In Fresken und Kapitellen finden sich mythischeFabelwesenwie Meerjungfrauen oder die berühmten «Säulenfresser»,die den Gegensatz vonOrdnung und Chaosverkörpern. DieRouteführt zu versteckten Kleinoden wie St.Prokulus in Naturns,St. Kathrein in Hafling oder St.Jakob in Grissian ebensowie zu bedeutenden Zentren wiedem Kloster Marienberg im oberen Vinschgau. Hoch über Meran erhebtsich Schloss Tirol, die Stammburg der Grafen und Namensgeberin desLandes. Heutebeherbergt sie das Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte, in dem romanischeMarmorportale auf zeitgenössische Ausstellungen treffen. Im Juni
und Juli verwandelt sich der historische Rittersaal zudem in eine Bühne für internationale Musikensembles–ein kultureller Höhepunkt im Meraner Sommer
Genuss zwischen Alpen und Mittelmeer
Auch kulinarisch zeigt sich die Region vonihrer vielfältigen Seite. In Südtirols Küche verschmelzen alpine Tradition und mediterraneLeichtigkeit zu einer unverwechselbaren Genusskultur: Knödelund Speckstehenselbstverständlich neben Pizza, Pasta und Risotto. Im Passeiertal feiertman unter dem Motto «Psairer Langis»das Erwachen der Natur mit Kräuterwanderungen und Kochkursen, während am Deutschnonsberg die Löwenzahnwochendas gelbeKraut in denMittelpunktrücken.ImUltental locken Kräuterführungen unddie berühmten Mohnkrapfen, rund um Meran vielfach ausgezeichneteWeine –jedes Talpflegt seine eigenen Spezialitäten und Geschichten.
merano-suedtirol.it
Dieser Inhaltwurde vonNZZ Content Creation im Auftrag vonSüdtirol erstellt.
Im Frühling präsentiertsich die Landschaft in Meranund Umgebung besonders malerisch.
Dolce Vita àlaSüdtirol.
Das geschichtsträchtige «Le Beauvallon» in St Tropez gehört neu zur COMO-Hotelgruppe und wird Ende April 2026 wiedereröffnet
«Wir versuchen immer, kreative
Lösungen
zu finden»
Vom Bergrefugium bis zu neuen Hotelideen: Olivier Jolivet, CEO der COMO-Hotelgruppe, teilt Gedanken über unerfüllbare Wünsche und über mögliche Orte für ein COMO-Hotel in der Schweiz. Interview: Christina Hubbeling
Herr Jolivet wo befinden Sie sich gerade?
OLIVIER JOLIVET: Ich bin seit fast drei Wochen in Europa unterwegs und halte mich zurzeit in Paris auf Letzte Woche war ich in der Schweiz. Dort haben wir nach Skidestinationen für COMO gesucht.
Und welche Orte standen auf Ihrer Liste?
Wir haben uns unter anderem Zermatt angeschaut, aber das ist keine einfache Destination für ein Hotel. Die Erreichbarkeit ist schwierig, das Bauen entsprechend auch. St.Moritz wäre ebenfalls interessant und leichter erreichbar aber die Preise sind dort bekanntlich enorm hoch. Deshalb prüfen wir auch andere Alpenregionen
In Österreich oder in Italien?
Momentan faszinieren uns die italienischen Alpen besonders. Wir betreiben mit dem «COMO Alpina Dolomites» bereits ein Hotel auf der Seiser Alm. Südtirol vereint dank seiner Geschichte und seiner Lage das Beste aus zwei Welten: Organisation, Sauberkeit und Professionalität treffen hier auf Dolce Vita und italienischen Lifestyle Die Dolomiten sind ein Unesco-Weltkulturerbe. Das Gebiet boomt, nicht zuletzt wegen der Olympischen Spiele.
Warum nicht Andermatt?
Andermatt könnte tatsächlich ein vielversprechendes Ziel für uns sein Die Pisten in Andermatt sind ausgezeichnet, die Lage nahe bei Zürich. Ich kennen den Ort gut: Vor meinem Eintritt bei COMO war ich für die Aman-Gruppe ver-
antwortlich unsere Schwesterfirma war das «Chedi», und ich habe eng mit Samih Sawiris zusammengearbeitet.
Sie sind beruflich viel auf Reisen Wo entspannen Sie privat?
Ich komme aus den französischen Alpen, in der Nähe von Genf Dort fahre ich immer in die Ferien – mitten im Nirgendwo, wo wir erst kürzlich warmes Wasser bekommen haben. Ein Ort zum Abschalten, egal ob Winter oder Sommer Selbst wenn ich nur zwei Tage Zeit habe, fahre ich hoch in die Berge.
Gibt es so etwas wie ein «Guilty Pleasure», ein Reiseziel, das so ganz anders ist als die Welt der COMO-Hotels und das es Ihnen besonders angetan hat? Ja, München! Ich habe dort studiert und gehe jedes Jahr zum Oktoberfest. Rustikal, grosse Zelte, Musik, deutsches Essen – ein Lebensgefühl, das einfach Spass macht.
Wie würden Sie die Philosophie von COMO jemandem erklären, der die Marke nicht kennt?
COMO ist einzigartig. Die Hotelkette gehört noch immer den Gründern, wurde nie verkauft. Wir besitzen den Grossteil unserer Immobilien selbst. Bei COMO bedeutet Luxus in erster Linie, Zeit für die Gäste zu haben. Wir denken nicht nur kommerziell, sondern konzentrieren uns darauf den besten Service zum richtigen Zeitpunkt für den richtigen Kunden am richtigen Standort zu liefern. Unsere Gäste sind oft «Second Summit Seekers» – Menschen, die schon alles gesehen haben, von «Aman» über «Four Seasons» bis «Mandarin Oriental»,
Zur Person
Olivier Jolivet verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der internationalen Luxushotellerie: Seit 2017 ist er CEO der COMO Group, die von der Unternehmerin Christina Ong gegründet wurde und ihren Sitz in Singapur hat Jolivet verantwortet sowohl die strategische Weiterentwicklung als auch das operative Geschäft der Gruppe Ein zentraler Bestandteil der Marke ist die von ihm mitgetragene COMO-Shambhala-Philosophie, die Gesundheit, Achtsamkeit und ganzheitliches Wohlbefinden als festen Bestandteil des Hotelkonzepts versteht
und auf der Suche nach etwas Neuem sind, aber höchste Qualität erwarten.
Gäste, die hohe Anspräche haben, haben oft auch ausgefallene Wünsche. Können Sie immer jeden Wunsch erfüllen?
Einmal wollte ein Gast in der Toskana an seinem Hochzeitstag Schnee vor seinem Haus. Natürlich konnten wir das nicht erfüllen aber wir versuchen immer, kreative Lösungen zu finden.
Die Golfstaaten boomem Wird es bald auch ein COMO-Hotel in Dubai oder Doha geben?
Der Nahe Osten ist in der Tat interessant, auch weil immer mehr Gäste von dort kommen. Wir wollen aber keine zu kommerziellen Destinationen Daher wäre Oman wohl am passendsten.
Ende April eröffnen Sie mit dem «Le Beauvallon» ein Hotel in St Tropez. Das ist durchaus eine kommerzielle
Destination.
Es geht nicht um St.Tropez selbst, sondern zum einen um den Lifestyle Südfrankreichs: das Licht, die Entspanntheit, die Esskultur, die Nähe zur Provence, zu den Bergen und zum Meer Ein Ziel für alle Jahreszeiten. Zum anderen hat das Gebäude eine schillernde Geschichte
Welches COMO-Hotel ist Ihr persönlicher Favorit?
Das ist immer das Hotel, das gerade neueröffnet wurde oder am Entstehen ist. Momentan also «Le Beauvallon». Letztes Jahr wäre es das «COMO Le Montrachet» im Burgund gewesen.
COMO scheint auf starkem Expansionskurs zu sein
Ja wir wachsen. Aber wir streben nicht nach Grösse, sondern nach Exzellenz: Ein neues Hotel pro Jahr ist genug. Wir möchten keinesfalls unsere Wurzeln verlieren, sondern unsere spezielle DNA beibehalten.
Wie definiert sich die «spezielle DNA»?
Das ist die Mischung aus aussergewöhnlichen Orten, loyalen Teams und einem klaren Fokus auf Service. Wir bauen nicht nur Hotels, wir schaffen Erlebnisse, die langfristig wirken. Egal ob in den Alpen, in Südfrankreich oder bald vielleicht im Oman. Es geht darum, Gästen Zeit, Ruhe und höchsten Komfort zu bieten.
Erzählen Sie bitte etwas über diese «schillernde Geschichte» und die Besonderheit von «Le Beauvallon». Seit mehr als hundert Jahren verkörpert das Anwesen die Essenz der französischen Riviera. Das Hotel ist geprägt von Eleganz, mondänem Charme und dem unverwechselbaren Lebensgefühl der Côte d’Azur. Zu seinen Gästen zählten einst berühmte Persönlichkeiten wie Audrey Hepburn, F.Scott Fitzgerald oder Winston Churchill. Die Hotelanlage erstreckt sich auf vier Hektaren, wobei das Hotel nur über 42 Zimmer verfügt Diese grosszügigen Platzverhältnisse vermitteln ein echtes Gefühl von Luxus. Es ist ein Ort, an dem man sofort zur Ruhe kommt. Und trotzdem ist man schnell mitten im Geschehen: Der Hafen von St. Tropez ist in nur acht Minuten mit dem Boot erreichbar
Cityporträt Tunis
Zwischen Strand und Stadt
Marseille oder Marrakesch? Wer sich nicht entscheiden kann, fährt nach Tunis, wo sich französische Eleganz und orientalische Lebensart zu einem stimmungsvollen Potpourri vereinen Von Patricia Engelhorn
Wenn die Sonne untergeht und die kopfsteingepflasterten Gassen von schwachen Laternen erleuchtet werden, entwickelt die Medina von Tunis eine ganz besondere Magie. Aus den geöffneten Türen der Cafés klingen arabische Lieder an den kleinen Tischen davor sitzen junge Leute bei einem Glas Pfefferminztee mit gerösteten Pinienkernen Mal liegt der süssliche Duft einer Shisha in der Luft, mal der Rauch einer Strassenküche in der die Fladen für die landestypischen Malfouf-Wraps in offenen Tonpfannen gebacken werden. Die Tagestouristen sind weg, die Händler haben ihre Läden geschlossen, von dem Trubel, der noch vor Kurzem die Medina beherrschte, ist nichts mehr zu spüren Die Altstadt gehört jetzt den Einheimischen. Man trifft sich auf der mit bunt gemusterten Fliesen bedeckten Dachterrasse des Cafés Panorama, unter den pinkfarbenen Bougainvilleen vor dem Café Belkadhi oder auf der idyllischen Place Ramadhan Bey, wo das stets gut gelaunte Team des Kultlokals Dkik & Zitt die wohl besten Chapati-MahDia-Sandwiches der Stadt verkauft, gefüllt mit Omelett, Thunfisch und Pommes frites. Von der Zitouna-Moschee schallt der Abendruf des Muezzins über die flachen Dächer durch die engen Strassen und die azurblauen Fensterläden der Wohn-
häuser bis in den idyllischen Hof der Familie Belhaouane, die ihren über 200Jahre alten Familienpalast in das charmante Neun-Zimmer-Hotel Dar El Medina verwandelt hat und sich jetzt sehr persönlich um das Wohl jener Tunis-Besucher kümmert, die lieber in einem verwinkelten Dar (Haus) wohnen als in einem modernen Businesshotel.
Von Couscous bis Filzhut
Monsieur Belhaouane weiss, wo der nächste Hammam ist und in welchem der umliegenden Restaurants es das beste Couscous gibt. Wer sich für die handgefertigten Metalllampen im Frühstückssalon interessiert, den schickt er zu Mohamed in die Rue Jamaa, wo traditionelles Kunsthandwerk angeboten wird, und wer sehen möchte, wie die klassischen Chéchias (Filzhüte) hergestellt werden, bekommt die Visitenkarte von Fathi Blaich, einem sympathischen Tunesier, der im Grand Souk de la Chéchia die 1924 eröffnete Werkstatt seines Grossvaters fortführt. «Unsere Medina stammt aus dem neunten Jahrhundert und gilt als eines der eindrucksvollsten Beispiele ihrer Art», erklärt er, «vor allem aber war und ist sie das pulsierende Herz unserer Stadt.»
Die ersten Gebäude der einst ummauerten Altstadt entstanden im neunten Jahrhundert rund um die mächtige
Vor den Toren der Altstadt beginnt die französisch geprägte Nouvelle Ville.
Moschee Ez-Zitouna mit ihrem hohen maurischen Minarett und einem weitläufigen Innenhof, dessen 184 Säulen und Kapitelle vermutlich aus den Ruinen Karthagos stammen. Ihre Ausbreitung begann jedoch erst einige 100Jahre später, als Tunis Hauptstadt des mittelalterlichen Ifriqiya wurde, das die Gebiete des heutigen Tunesiens, Libyens und Ostalgeriens umfasste – die ehemalige römische Provinz Africa. Nach und nach entstanden zahlreiche Moscheen, Mausoleen und Koranschulen, antike Paläste und Wohnhäuser sowie die gut 20 Souks mit ihren oft winzigen, dicht gedrängten Geschäften Heute leben rund 16000 Menschen in der Medina, die als die schönste der arabischen Welt gilt und seit 1979 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört
Tunis als Geheimtipp
Trotzdem steht die Zwei-MillionenStadt Tunis nur bei wenigen Menschen auf dem Reiseplan. Feriengäste besuchen Tunesien wegen der Strände, der Wüste, der Insel Djerba oder der Ruinen von Karthago – die Hauptstadt des Landes bleibt dabei oft auf der Strecke. Für all jene, die dennoch einen Städtetrip dorthin buchen, sind das gute Nachrichten. Es bedeutet, dass sie nicht wie in Marrakesch von Touristenhorden umgeben sind. Dass sie nicht vor jeder
Moschee und jedem Museum Schlange stehen müssen. Dass sie mittags im schlichten Restaurant Mahdaoui unter den Gewölben der Rue Jemaa Ez-Zitouna problemlos einen freien Tisch finden und für ihr «poulet rôti» nicht mehr bezahlen als einheimische Stammgäste. Dazu kommt: Tunis hat nicht nur die Medina zu bieten. Gleich vor den Toren der Altstadt, genauer gesagt hinter dem mächtigen Steinbogen des Bab al-Bhar beginnt die französisch geprägte Nouvelle Ville, die Neustadt von Tunis. Ihre Hauptschlagader ist die Avenue Habib Bourguiba, benannt nach dem ersten Präsidenten der Tunesischen Republik der das Land von 1957 bis 1987 regierte und in die Unabhängigkeit führte. Der breite Boulevard wird von hohen Jacarandabäumen flankiert. Sie spenden Schatten und spannen im Frühjahr und Sommer ein duftendes, lilafarbenes Blütendach über die Terrassen der Cafés, die Schaufenster und den breiten Mittelstreifen der Strasse, der für Spaziergänger angelegt wurde und an den gut erhaltenen Prachtbauten der französischen Kolonialherren vorbeiführt: am Théâtre municipal de Tunis mit seiner verspielten Jugendstilfassade, an der von allen Seiten geschützten französischen Botschaft im Kolonialstil, am eklektizistischen Cinéma Le Palace und an diversen eleganten Wohnhäusern, die auch in Paris stehen könnten. Dazwischen unterbrechen markante
Sidi Bou Said liegt etwas ausserhalb von Tunis an der Küste und ist wegen seiner malerischen Gassen und den blau-weissen Häusern berühmt
An der Küste sind die elegantesten Restaurants, die angesagtesten Clubs und die luxuriösesten Hotels zu finden.
Neubauten das gediegene Ensemble, etwa das 1971 eröffnete 22-stöckige Hotel Africa mit seiner blau verspiegelten Glasfassade oder der monumentale Kasten des Hotel El Hana International mit fast 200 Zimmern und einer fantastischen Dachterrasse mit Meerblick
Die Avenue Habib Bourguiba führt zum Platz des 14 Januar 2011 der an den Tag erinnert, an dem die sogenannte Jasminrevolution den autokratischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali zur Flucht zwang, und weiter zum kleinen Bahnhof Tunis Gare Marine, der fast direkt am Lac de Tunis liegt – einer nur einen Meter tiefen, aber 37 Quadratkilometer grossen Salzwasserlagune zwischen dem Zentrum und den zum Stadtgebiet gehörenden Vororten am Meer Die Fahrt mit der altmodischen TGM-Bahn bis zum Hafenstädtchen La Goulette dauert nur 15 Minuten, die schnurgeraden Gleise führen über eine aufgeschüttete Trasse mitten durch den See und weiter zu den noblen Wohnorten Gammarth, Carthage, Sidi Bou Said und La Marsa.
An der Küste stehen die Villen der wohlhabenden Einheimischen, und spätestens ab Carthage wird klar warum. Die Ruinen, die punischen Häfen, die antiken römischen Thermen – geschenkt, viel ist davon ohnehin nicht übrig geblieben. Was Maler wie Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet schon vor über 100 Jahren an der Region
begeisterte, waren das Licht, das Meer, die strahlend weissen Dörfer und die orientalisch-gemächliche Lebensart, die sich bis heute erhalten hat und auch dem tunesischen Staatspräsidenten, dem französischen Botschafter und den Reichen und Schönen aus der Hauptstadt gefällt.
Côte d’Azur Tunesiens
Sidi Bou Said gilt als das St.Tropez Tunesiens, was vielleicht etwas übertrieben ist. Dennoch ist das Bilderbuchdorf, das hoch auf einem Felsen über einem kleinen Jachthafen liegt einen Tagesausflug wert. Im Ortskern werden in handtuchgrossen Läden bunte Keramikschalen, fein geknüpfte Teppiche und expressionistische Bilder verkauft. Im pittoresken Café des Nattes liess sich schon André Gide inspirieren, und auf der malerischen Terrasse des schicken Restaurants Au Bon Vieux Temps wird zum Blick über den Golf von Tunis gegrillter Seebarsch, Salade tunisienne und ein kühles Celtia-Bier serviert. Wer über Nacht bleiben möchte, findet im 23-ZimmerHotel Dar Said ein stilvolles Domizil.
Eine steile Gasse führt von der verkehrsberuhigten Flaniermeile Rue Hedi Zarrouk zur Villa des exzentrischen Baron d’Erlanger, einem deutschstämmigen Maler Musikwissenschafter und Orientalisten, der um 1909 mit seiner
Frau nach Tunis kam und sich in Sidi Bou Said verliebte. Hoch über dem Meer liess er einen weitläufigen, reich verzierten Märchenpalast im arabischen Stil errichten – heute beherbergt er das Centre des Musiques Arabes et Méditerranéennes, in dessen Salons und Innenhöfen Konzerte und Seminare stattfinden.
An der Küste sind auch die elegantesten Restaurants, die angesagtesten Clubs, die teuersten Boutiquen und die luxuriösesten Hotels der Stadt zu finden. «Gut informierte Tunis-Feriengäste kennen und schätzen die Kombination von Stadt und Strand», sagt Medhi Belkhodja, General Manager des im schönsten maurischandalusischen Stil erbauten Fünfsternehotels The Residence Tunis in Gammarth. «Sie fahren tagsüber ins Zentrum und kehren am späten Nachmittag an die Küste zurück Sie geniessen die Ruhe und Weite unseres Resorts, baden im Meer, lassen sich im Hammam unseres Spas massieren und essen in einem unserer Hotelrestaurants Auch Einheimische kommen gerne auf einen Drink an die Poolbar, um sich von der Hektik der Innenstadt zu erholen.» Trotzdem baut die singapurisch-tunesische Investmentgruppe, der «The Residence» gehört, einen Ableger in der Medina. Inschallah wird das 40-Suiten-Hotel noch in diesem Jahr fertig – den Zauber der nächtlichen Altstadt will man sich dann doch nicht ganz entgehen lassen.
• Anreise
Ab April gibt es direkte Tunis-Air-Flüge von Zürich nach Tunis, ab Genf werden fast täglich Direktverbindungen geboten. Alternativen: mit Air France via Paris oder mit Lufthansa via Frankfurt •
Übernachten
The Residence Tunis Luxuriöses Strandhotel mit 170 eleganten Zimmern und Suiten mit Balkon und Marmorbädern, stimmungsvoller Lobbybar mit abendlicher Live-Musik Pool, verschiedenen Restaurants und Golfplatz. Als Highlight gilt das grosszügige Spa mit Salzwasserpool, Hammam und Thalasso-Therapie.
Dar El Medina
Das älteste Boutique-Hotel in der Altstadt punktet mit neun völlig unterschiedlichen Zimmern in einem alten Stadtpalast. Dazu: wunderschöne Innenhöfe und Terrassen, stilvolle Einrichtung gutes Frühstück und sympathische, ortskundige Besitzer
Dar Ben Gacem Kahia
Vor gut fünf Jahren eröffnetes Gästehaus in einem renovierten Altstadthaus aus dem 17 Jahrhundert. Gästen stehen acht charmant eingerichtete Zimmer zur Verfügung, und es besteht die Möglichkeit, sich mit bester einheimischer Hausmannskost verwöhnen zu lassen.
• Essen
Dar El Jeld
Hinter einem reich verzierten Tor verbirgt sich ein elegantes Restaurant mit mehreren Salons und überdachtem Innenhof Aus der Küche kommen feinste tunesische Spezialitäten wie Lamm-Tajine oder Fisch im Teigmantel.
Dar Slah
Die Geschwister Samara und Slah Smoali führen dieses unscheinbare, aber sehr gute tunesische Restaurant in der Medina. Ihr Fisch-Couscous gilt als Bestseller aber auch die gefüllten Artischocken und die Okras in Tomatensauce sind köstlich.
Au Bon Vieux Temps Charmantes Terrassenrestaurant im ehemaligen Wohnhaus des Schriftstel-
lers André Gide in Sidi Bou Said. Geboten werden authentische tunesische Spezialitäten, eine gute Weinauswahl und ein schöner Blick aufs Meer
• Einkaufen
Eddar
Der 600 Jahre alte Medina-Palast ist eine Fundgrube für Antiquitätenfans. In zahlreichen Räumen und auf mehreren Etagen wird ein Sammelsurium an ausgesuchten Teppichen Möbeln Glas Silberwaren, Keramik und Schmuck angeboten.
Supersouk
Der zweistöckige Concept Store im Norden von Tunis gehört dem Schweizer Marlo Guerry und seiner Frau Isaure, gezeigt und verkauft werden Wohnaccessoires und Mode der besten tunesischen Designer In La Marsa gibt es einen Zweitladen mit coolem Café.
Sadika
Sadika Keskes hat das Glasblasen auf Murano gelernt und in Gammarth eine sehenswerte Wohn- und Arbeitsoase mit Werkstatt und Laden eröffnet. Neben sehr schönen Glasobjekten gibt es auch ein schickes Restaurant mit Mittelmeerküche.
•
Anschauen
Bardo-Museum
Nach dem Ägyptischen Museum in Kairo ist dies das bedeutendste archäologische Museum Nordafrikas. In einem ehemaligen Herrscherpalast sind karthagische, byzantinische und arabische Schätze sowie prächtige römische Mosaike zu sehen.
Dar Lasram Im ehemaligen Stadtpalast einer wohlhabenden Familie residiert heute das Büro für die Restaurierung der Medina mit vielen Vorher-Nachher-Dokumentationen von Häusern, Strassen und Denkmälern.
Phosphor Creative District
Versteckt hinter Autowerkstätten im Viertel Bhar Lazreg liegt das Kreativ— viertel Phosphor in dem Künstler und Designer ihre Ateliers und Geschäfte haben – darunter Noa Atelier (Keramik, Teppiche) und Marlo & Isaure (Möbel, Wohnaccessoires).
Das Luxushotel The Residence Tunis verströmt orientalisches Flair.
Tunesien ist berühmt für seine Keramik.
«The Residence Tunis» ist im schönsten maurisch-andalusischen Stil erbaut.
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Tempel der Gelassenheit
Wer die Schwelle zum Spa im «Hubertus Mountain Refugio» überschreitet, kennt kein Zurück Die Zeit im neu errichteten Wohlfühlkomplex führt sanft und kreativ in die Tiefenentspannung. Von Anna Kaminsky
Über einen breiten Treppenaufgang aus unbehandeltem Holz betritt man den Spa-Bereich des «Hubertus Mountain Refugio». Eine übermenschengrosse Buddhafigur am Fuss des zweiten Stufenabschnitts begrüsst zur Reise ins Innere. Schritte werden langsamer Bewegungen besonnener, die Stimme senkt sich Da richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine in den Boden eingelassene goldene Kapsel. Wie sich später herausstellt, symbolisiert die «Zeitkapsel» den «energetischen Mittelpunkt» im Mountain Spring Spa. Und wir fragen uns: «Wie kann der Mittelpunkt im Eingangsbereich liegen?» Aus der Vogelperspektive würde man erkennen, dass sich die Zeitkapsel tatsächlich im Zentrum von acht spiralförmig im Aussenbereich des Spas angelegten Stationen befindet, die Elemente aus dem Feng Shui und dem keltischen Jahreskreis repräsentieren
Das geht aus einer Broschüre mit dem Titel «Secret Places – Unser Feng Shui Guide» hervor, die unaufdringlich an einer Teestation aufliegt. Diese «geheimen Orte» laden dazu ein, sich mit ihren «jeweiligen Qualitäten» zu verbinden. Möglicherweise motiviert es, während des Spa-Besuchs nicht nur in den angelegten Naturbadesee, sondern auch in ein bestimmtes Thema einzutauchen. Wen es nicht weiter anspricht, darf die Figuren schlicht als gestalterische Elemente wahrnehmen – Adler, Engel und Co fügen sich durchaus harmonisch in den Spa-Garten ein.
Die Natur hereinholen
Dass die Anlage mit Bedacht und Feinsinn geschaffen wurde, ist auch so spürbar Elemente fernöstlicher Tempelkultur verschmelzen mit zeitgenössischer voralpiner Holzbaukunst, grosszügige Fensterflächen schaffen eine Verbindung zur Landschaft des Allgäus. Von
den Saunen, Bädern und Ruheorten schweift der Blick in die Natur: weiche, hügelige Weiden und Wiesen, gesäumt von Wäldern und Bergketten. Nur im Dampfbad ist es naturgemäss ewig neblig. Kuhglocken bimmeln vom Hang herüber ins Onsen-Becken auf der Dachterrasse. Die eine oder andere Biene summt im hier oben angelegten Kräuterund Wildblumengarten herum. So abgelegen, wie es der Name «Mountain Refugio» erträumen lässt, liegt das «Hubertus» nicht: Die Talstrasse führt unterhalb des Hauses entlang. Aus Sicht der Natur der eindeutig bessere Standort– schliesslich besetzt das Hotel so weniger von der Allgäuer Alpenlandschaft. Nachhaltigkeit liegt dem Haus am Herzen. Wer hier bucht, nächtigt grösstenteils in upgecycelten Zimmern und Suiten, in denen sich Bauteile des früheren Interieurs in neuer Form wiederfinden. Dass das Mountain Spring Spa vor ein paar Jahren komplett neu errichtet wurde, liegt auch daran, dass
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der ehemalige Wellnessbereich von einer Schneelawine überrollt worden ist. Durch die Entspannungswelt wandeln Gäste im Namen der Nachhaltigkeit in eigenen Slippern – ausgenommen Mittwochabend, wenn der Spa-Bereich exklusiv für die Belegschaft reserviert ist. In den neutral gehaltenen Räumen kommt man leicht zur Ruhe. Hängende Cocoons aus Korbgeflecht laden zur Tagträumerei ein. Im Salzinhalationsraum wird reinigender Mikrosalznebel eingeatmet. In einem durch Vorhänge definierten sphärischen Raum empfängt ein goldener Buddha zur Meditation auf dem Sitzkissen Hier kann auch ein Wunsch aufgeschrieben werden, der von Christa Traubel, der Senior-Gastgeberin, bei passender Gelegenheit in einer Zeremonie dem Feuer übergeben wird. Ein besonderes Schmankerl (bayrisch: Leckerbissen) ist eine im Aufenthalt inkludierte Massage. In seiner Schlichtheit wohnt dem Behandlungsraum ein Gefühl von Geborgenheit inne. Unter den behutsamen wie erfahrenen Händen der Therapeutin schmilzt man in den Massagetisch. Für ein vollkommenes Erlebnis gilt es, den Termin so zu buchen, dass er sich nicht mit dem Zeitplan der Küche kreuzt. Die Haferwaffel mit Aprikosenkompott vom Frühstücksbuffet möchte nicht mehr im Magen liegen, wenn der Bauch durchgeknetet wird
Die regionale Küche nach ayurvedischem Prinzip orientiert sich vor allem an Genuss. Um nachhaltig etwas davon mit nach Hause zu nehmen, finden regelmässig Koch- und Ernährungsworkshops statt. Auch die Umgebung bietet viel –
von Velofahren im Sommer bis Skifahren im Winter Eine besondere Energie soll dem Tal innewohnen, eine Kraft, die nach Christa Traubel stärkend und schützend auch über dem «Hubertus» schwebt
Biene Maja in der Sauna
Die Morgenpraxis des Hauses bietet die Möglichkeit verschiedene Bewegungsphilosophien kennenzulernen. Abwechselnd stehen Yoga, Qi Gong oder auch die Fünf Tibeter auf dem Programm. Mit diesen fünf Übungen aus einem tibetischen Kloster soll der Körper optimal in Schwung kommen und fit bleiben. Statt noch durch die Berge zu springen, geht es also gleich ins Spa. Dort schwitzt man nun Saunagang für Saunagang, immer tiefer kontemplierend über die verschiedenen Aspekte der «Secret Places». Ein Honigaufguss soll den Tag abrunden Der perfekte Moment, um sich mit der Energie der «verborgenen Schätze» zu verbinden. In tiefen Atemzügen strömt trockene, heisse Luft in den Körper Die Vorfreude auf den Duft von Honig in der Sauna und den rituellen Moment, das kostbare Geschenk der Bienen auf den eigenen Körper auftragen zu dürfen, steigt. Und dann kommt Max. Aus der Box, die der jugendliche Saunameister für den vorabendlichen Aufguss in die Panoramasauna rollt, tönt es: «Und die Biene, die ich meine, die heisst Maja …» Scheint diese Geste erst unerhört, liegt darin die eigentliche Erkenntnis des Tages: sich selbst und das Leben nicht zu ernst zu nehmen.
So abgelegen, wie der Name erträumen lässt, liegt das «Mountain Refugio» nicht.
2Übernachtungeninkl. unserer Verwöhn-Halbpension Eine Alpenkräuter-Stempelmassage Cocktail desTages an derAbendbar Uneingeschränkter Zugang zu unserenbeidenSPA-Welten. UNSERFRÜHLINGS-SPECIAL ab €279,- p.P.*
Das «Hubertus Mountain Refugio» bettet sich in die Allgäuer Landschaft ein.
Alte Liebe rostet nicht
Balis Anziehungskraft ist ungebrochen. Die Sanftmut der Menschen, die Schönheit der Landschaft und der entspannte Lebensstil der Insel sind unschlagbar. Von Patricia Engelhorn
BNur ein paar Meter weiter sitzen Gäste an den Tischen vor dem gänzlich unspektakulären «Warung Varuna». Unbehelligt von lästigen Kameras lassen sie sich köstliches Mie Goreng (gebratene Nudeln) mit Gemüse und Spiegelei schmecken, das sie für wenig Geld am buffetähnlichen Counter des Familienbetriebs geholt haben.
Wlan,Wellen,Vulkane
«Canggu ist ein Ort für Menschen, die ihre Jobs am Laptop erledigen können und ihre Freizeit gerne am Strand verbringen Hier leben Designer, Produktentwickler Schriftsteller Börsengurus und Unternehmer Es ist eine kunterbunte, spannende und äusserst lebenslustige Community», erklärt der aus Australien stammende Pablo Fourcard, der selbst perfekt in diese Gruppe passt Zusammen mit seinem Geschäftspartner
atu Bolong Beach bei Sonnenuntergang. Die letzten Surfer schaukeln auf ihren Brettern in der Brandung, der breite Strand ist voller Menschen, die Sonne versinkt in einem purpurfarbenen Spektakel im Meer Irgendwo spielt eine Band den alten Alphaville-Hit «Forever Young», an schwach beleuchteten Wägelchen werden geröstete Maiskolben und frittierte, gefüllte Teigtaschen verkauft. Vor den Strandbars stehen Tische und bequeme Sitzkissen im Sand, es gibt Margaritas, Trinkkokosnüsse und Bintang-Bier Die Stimmung ist friedlich und erstaunlich ruhig, manchmal wird am Strand getanzt. Das früher verschlafene Küstendorf Canggu an Balis Westküste ist in den letzten Jahren zum angesagten Hotspot für Surfer Yogis und digitale Nomaden geworden. Reisfeld um Reisfeld wurde bebaut, es entstanden Strassenzüge voller hübscher Geschäfte und cooler Cafés, in schmalen Nebengassen stehen schicke Villen mit Pool durchgestylte Boutiquehotels und günstige Gästehäuser Wer tagsüber die Hauptstrasse Jalan Pantai Batu Bolong entlangschlendert, kommt an Boutiquen wie Indigo Luna mit «ecoconscious» Yoga-Outfits vorbei oder an Concept Stores wie dem «Lokal Konsept» mit Keramiken und geflochtenen Bastkörben, Batikà und luftigen Kleidchen im lässigen Bali-Look Neben dem Coffeeshop Gigi Susu steht eine lange Schlange wartender Menschen. Der Cappuccino ist hier offenbar gut, aber darum geht es nicht. Das winzige Café mit den köstlich aussehenden Croissants im Schaufenster ist hochgradig Instagram-tauglich und ein Hit in den sozialen Medien. Das extra eingesetzte Security-Personal übernimmt geduldig die Fotografiererei und achtet gleichzeitig darauf, dass es zu keinem Verkehrsstau kommt und niemand im Tumult angefahren wird.
Jordie Strybos hat er mehrere Restaurants und Cafés auf Bali eröffnet, darunter die höchsterfolgreiche «Milk & Madu»-Gruppe, deren Canggu-Ableger ebenfalls an der Hauptstrasse zu finden ist: ein luftiger hallenartiger Raum mit langen Holztischen, bestem Wlan und vielen Steckdosen, damit die Gäste bei Breakfast Burrito Madu Cheeseburger oder vegetarischer Lasagne in Ruhe ihre E-Mails bearbeiten können. In Canggu zeigt sich die momentan wohl trendigste Facette Balis. Die sogenannte Insel der Götter hat aber völlig unterschiedliche Realitäten zu bieten: Verwöhnte Badegäste schätzen die Ruhe, die Fünfsternehotels und den weissen Sand von Nusa Dua. Wer friedliche Strandbuchten, bunte Fischerboote, kleine Dörfer mit Häusern aus Bambus und Betonsteinen und einfaches balinesisches Küstenleben sucht, fährt nach Manggis oder Amed an die sehr malerische, aber wenig besuchte Ostküste. Naturfreunde, Hiker und Biker zieht es ins Landesinnere, wo es dichte Wälder und hohe Wasserfälle mit Badepools gibt, aber auch die zauberhaften Reisterrassen von Sidemen mit ihrem traditionellen, von der Unesco geschützten Bewässerungssystem und den über 1700 Meter hohen Vulkan Mount Batur, bekannt für unvergessliche Sonnenaufgangswanderungen, eine beeindruckende Landschaft und den Batur-See in der riesigen Caldera.
Canggu ist ein Ort für Menschen, die ihre Jobs am Laptop erledigen können und ihre Freizeit gerne am Strand verbringen.
Unterwegs sieht man Frauen in bunten Sarongs, die im Damensitz auf klapprigen Yamahas überfüllte geflochtene Körbe mit Früchten und Ringelblumen auf ihren Köpfen transportieren. Man sieht ganze Familien, die sich splitterfasernackt in seichten, kristallklaren Flüssen waschen, und kurkumafarbene Tempel, in denen die Geister der Vorfahren in einem Meer aus Rauch und Blüten verabschiedet werden. In kleinen Dörfern säumen die Arbeiten von Steinmetzen den Strassenrand, anderswo sind es Holzmöbel im indonesischen Kolonialstil oder kunstvolle Holzschnitzereien. Wer hungrig ist, muss nie lange suchen. Irgendwo steht bestimmt ein kleiner Warung, aus dem es verführerisch duftet. Mit etwas Glück gibt es Pepes Ikan (würzig eingelegte und im Bananenblatt gedämpfte Makrelen) oder Sate Lilit – eine mit Gewürzen und geriebener Kokosnuss vermischte Hackfleischpaste von Fisch, Huhn, Schwein oder Rind, die um Zitronengrasstängel gedrückt und gegrillt wird. Abseits der bekannten Touristenhochburgen ist Bali eben tatsächlich noch das, was es immer schon war: langsam und ursprünglich, geduldig grosszügig und von einer tiefen, natürlichen und wohltuenden Gelassenheit geprägt. Früher oder später kommen alle nach Ubud, das spirituelle, kulturelle und
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Die Uluwatu-Klippen auf Balis Bukit-Halbinsel sind berühmt für ihre dramatischen Kalksteinklippen, die steil über dem Indischen Ozean abfallen.
Überall liegen kleine, liebevoll arrangierte Opfergaben, mit denen die Balinesen zweimal täglich ihre Götter ehren.
kreative Zentrum der Insel. Doch man wundere sich nicht: Auf den ersten Blick wirkt das Städtchen wie eine Open-AirMall für Touristen. An der dicht befahrenen Hauptstrasse stehen Läden für Heilsteine und Räucherstäbchen neben Batik-Boutiquen und Geschäften mit Kokosholzschalen, Teakholzsesseln mit Rattangeflecht und antik wirkendem Tafelsilber Auf dem Sukawati Art Market und dem Ubud Street Market werden balinesisches Kunsthandwerk, gehäkelte Bali-Umhängebeutel und bunte Sarongs verkauft. Interessanter ist das Angebot in den Nebenstrassen Monkey Forest Road, Jalan Hanoman und Jalan Dewisita, wo man auch Kunstgalerien wie die Komaneka Fine Art Gallery, nette, minimalistisch gestaltete Cafés wie das Tucky und die Ubud Coffee Roastery sowie schicke Restaurants wie das Nusantara, das für seine feinen indonesischen Spezialitäten bekannt ist. Dazwischen gibt es dies und jenes für esoterisch angehauchte Hedonisten: Divine Love Workshops Intuitive Flow Yoga Studios, Eat Pray Self-Love Retreats sowie Wellness-, Massage- und Beauty-Center in allen nur erdenklichen Formen.
Doch Ubud hat auch eine andere Seite. Ganz gleich wo man steht und geht: Überall liegen die kleinen, liebevoll arrangierten Opfergaben, mit denen die Balinesen zweimal täglich ihre Götter ehren – vor Schaufenstern und auf den Kühlhauben parkierender Autos, in Hauseingängen und auf den steinernen Altären, die hier gefühlt an jeder Strassenecke stehen. Die kleinen Körbchen aus geflochtenen Palmblättern werden mit Blüten, Reiskörnern Betelblättern und Süssigkeiten gefüllt und zusammen mit duftenden Räucherstäbchen und heiligem Wasser den Göttern geschenkt. Es ist ein stilles, völlig alltägliches Ritual, das man etwa in Ubuds kleinem hinduistischen Tempel Pura Melanting direkt an der Hauptstrasse beobachten kann.
Ubuds vielgerühmte Kreativszene ist dagegen vor allem ausserhalb des Stadtzentrums zu finden. Zum Beispiel in Sayan, wo die Italiener Michela Foppiani und Marcello Massoni seit über 20 Jahren zauberhafte Keramikgegenstände produzieren und im sehenswerten
Showroom ihrer «Gaya Ceramics and Design»-Manufaktur ausstellen und verkaufen. Ganz in der Nähe befindet sich das Green Village, ein weitläufiges Areal, auf dem die spektakulären Bambusvil-
len von Elora Hardy und ihrem Unternehmen Ibuku mitten im üppigen Dschungelgrün stehen. Man kann sie sich bauen lassen, mieten oder auch nur bewundern. «Bali ist zu einem wichtigen Schaufenster für die architektonischen Möglichkeiten von Bambus geworden», glaubt die auf der Insel aufgewachsene Designerin, «das Material ist per Definition umweltfreundlich, man muss es nicht einmal nachpflanzen.» Bambus war schon für ihren Vater John Hardy weltweit bekannt für seinen einzigartigen Silberschmuck, das bevorzugte Baumaterial. Kapal Bamboo der grandiose mehrfach ausgezeichnete Showroom seiner Schmuckmanufaktur steht wie ein Bambusschiff in der Landschaft und ist vom Green Village aus in wenigen Minuten zu erreichen.
Schmuck und Elixiere
Ebenso spannend ist der John-HardyLaden in Seminyak an der Küste: ein luftiger, hoher Raum, in dem die wertvollen handgefertigten Schmuckstücke für jedermann offen zum Anschauen und Anprobieren unter einer überdimensionalen gewebten Kokosnussblattskulptur ausliegen. In der Jamu-Bar auf der Ter-
Seminyak gilt vielen Bali-Fans als die perfekte Kombination aus Stranddestination und urbanem Chic.
rasse im ersten Stock gibt es erfrischende Getränke, die von den traditionellen Gesundheitselixieren Indonesiens inspiriert sind. Im Erdgeschoss steht der Insidern längst bekannte Long Table, an dem zahlenden Gästen ein traditionelles indonesisches Mittagessen im Familienstil serviert wird.
Seminyak gilt vielen Bali-Fans als die perfekte Kombination aus Stranddestination und urbanem Chic, zu dem schöne Shoppingmöglichkeiten ebenso wie eine interessante Restaurantszene und elegante Luxushotels gehören. Der Schweizer Hans Jörg Meier Geschäftsführer und Partner von LHM (Legian Hotel Management), zu dem das All-Suites-Hotel The Legian zählt, lebt – mit Unterbrechungen – seit einem Vierteljahrhundert auf Bali und hat die Verdichtung der Insel miterlebt: «Als ich zum ersten Mal nach Seminyak kam, gab es dort noch Reisfelder Die sind verschwunden. Stattdessen wurden Villen und Hotels gebaut, das Viertel ist sehr viel lebhafter geworden. Das hat aber nicht nur Nachteile: Die meisten unserer Gäste kommen gerade weil sie hier ein so hochwertiges und vielfältiges Angebot vorfinden.» Andere kommen, um zu bleiben. Weil es inzwischen eine fantastische Bäckerei mit täglich frischem
Das Hotel Jumeirah Bali in Uluwatu liegt in der Nähe des Dreamland-Strands und bietet Meerblick.
Überall auf Bali begegnet man farbenprächtigen Götterfiguren.
Der Tegenungan-Wasserfall ist einer der bekanntesten und grössten Wasserfälle auf der Insel Bali.
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Sauerteigbrot gibt. Weil eine gute medizinische Versorgung gewährleistet ist. Weil man kaum noch Plastiksäcke sieht, dafür Bio-Gemüse, Bio-Eier und lokal produziertes Mineralwasser bekommt Weil die Community-basierte Organisation Trash Hero für die Sauberkeit und die natürliche Schönheit der Strände sorgt.
In Seminyak kann man fast alles zu Fuss erreichen: Direkt hinter dem «Legian» stehen der schicke Concept Store Kim Soo mit Café und die Boutiquen Satunama und Mekong mit einer stilvollen Mischung aus Mode, Accessoires und schönen Dingen für zu Hause. Auf der Strandseite halten sich seit vielen Jahren der durchgestylte Beach-Club KuDeTa und das romantische italienische Restaurant La Lucciola. Neueren Datums sind das elegante «Bambu Bali» mit bester indonesischer Küche und die durchgestylte Bar Motel Mexicola, in der es gute Tacos, von Hand gepresste Tortillas und Margaritas gibt Das kommt sowohl bei der jungen Szene als auch bei den gut betuchten Gästen der Oberoi-, Samaya- oder Legian-Hotels gut an Luxus,Leben,Lifestyle
Und wenn nicht, gibt es ganz im Süden der Insel eine überraschende Alternative: Uluwatu, früher ein reiner Surfer-Spot, heute auch für Luxusurlauber auf der Suche nach Abgeschiedenheit, Ruhe und Exklusivität geeignet. Bis vor knapp zehn Jahren endete Balis zivilisierte Welt mit ausgebauten Strassen, Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten gleich hinter der schmalen Landzunge, die die Bukit-Halbinsel mit dem Rest der Insel verbindet. Dahinter lag eine wilde, weitgehend naturbelassene Landschaft mit dramatischen Kalksteinfelsen, grossarti-
Tempel und Garten des Ubud-Palasts
gen Stränden und einem verschlafenen Surferdorf All das war kaum bekannt höchstens der spektakulär auf einer hohen Steilküste schwebende Pura-Luhur-Uluwatu-Tempel hatte es auf die Liste der «Must-sees» geschafft. «Als ich 2008 nach Bali kam, war Uluwatu für Touristen keine Option», erzählt Ram Hiralal, die charismatische General Managerin des Luxushotels Jumeirah Bali, «doch ein paar smarte Visionäre haben das gigantische Potenzial der Region erkannt. Hier sind die besten Strände und die schönsten Sonnenuntergänge zu finden.» «Jumeirah»Gäste bekommen beides wie auf dem Silbertablett serviert, dazu die entspannte Bali-Atmosphäre und das wohltuende Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Gamelan-Musiker begleiten das Frühstück, vom Pool geht der Blick direkt auf Strand und Meer die weitläufigen Villen wurden von Starinteriordesigner Jean-Michel Gathy gestaltet.
Das Jumeirah Bali ist das neueste der in Splendid Isolation über dem Meer schwe-
benden High-End-Resorts, die im letzten Jahrzehnt in Uluwatu eröffnet wurden und die Region fast über Nacht auf die Radarschirme anspruchsvoller Reisender katapultiert haben. Bulgari, Six Senses, Anantara und Alila haben ihre Standorte sicher nicht zufällig gewählt, sondern auf die Einzigartigkeit der Lage und der Landschaft gesetzt. Sollte es den Gästen dort oben doch einmal langweilig werden, lockt Downtown Uluwatu mit coolem Surfer-Lifestyle, netten Lokalen und Läden sowie dem postkartenhübschen PadangPadang-Strand, der im Film «Eat Pray Love» zu sehen war und seitdem auch von Instagrammern besucht wird. Ohne Warteschlange – bis jetzt.
• Hotels
Jumeirah Bali, Uluwatu
Die 123 Villen mit Patio und Pool sind im tropischen Modernismus gestaltet und setzen auf eine Verbindung zwischen Innen- und Aussenbereich. Wege und Treppen schlängeln sich durch die begrünte Anlage bis zum Restaurant und Poolbereich. Von dort führen Stufen zum Dreamland-Strand, alternativ lockt ein Wellnesstempel mit balinesischen Massagen.
The Legian, Seminyak Der schicke, indonesisch inspirierte Stil des legendären Designers Jaya Ibrahim prägt das ikonische Strandhotel mit Garten. Jede der mindestens 100 Quadratmeter grossen Suiten verfügt über einen Balkon und Meerblick, Lobby und
Restaurant wurden gerade neu gestaltet, für Drinks steht die Beach-Bar bereit und für Massagen ein schönes Spa.
Tugu Hotel, Canggu Vor 30 Jahren stand dieses Hotel einsam zwischen Reisfeldern am Strand. Heute tobt vor der Tür das Leben, doch im Inneren hat sich nichts verändert. In der beeindruckenden Lobby stehen antike Steinstatuen, die 22 mit Antiquitäten möblierten Suiten befinden sich in verschiedenen Gartenpavillons, zur Entspannung gibt es einen Pool unter Fangipani-Bäumen.
Bisma Eight, Ubud Ein Dschungelrefugium mitten im Stadtzentrum. Manche der 38 minimalistisch gestalteten Suiten haben private Gärten, andere Balkone oder Terrassen mit Blick in den begrünten Innenhof und (teilweise) auf den Infinity-Pool. Als Highlight gilt das hauseigene Restaurant Copper Kitchen & Bar mit ausladendem Frühstück und moderner asiatischer Küche.
• Restaurants
Begawan Biji Ubud Feine Farm-to-Table-Küche in elegantem, balinesisch inspiriertem Ambiente auf einem regenerativen Bauernhof am Stadtrand von Ubud. Den Gästen bietet sich die Möglichkeit, authentische indonesische Aromen zu geniessen und gleichzeitig die lokale Gemeinschaft zu unterstützen.
Hujan Locale Ubud Zweistöckiges Lokal in einer stillen Nebengasse. Im Erdgeschoss befindet
sich eine Bar in leicht kolonialem RetroLook, im ersten Stock wartet ein zwangloses, aber stilvolles Restaurant, in dem eine gelungene Kombination aus lokaler Warung-Küche und gehobener Gastronomie serviert wird.
Bambu Bali Seminyak
Der elegante offene Pavillon mit Wasserläufen, einem Koiteich und Kerzenschein ist für gehobene indonesische Küche bekannt. Ein einfaches Nasi Goreng wird hier genauso präzise zubereitet wie die langsam gebratene BetutuEnte, die gegrillten Tigergarnelen und das würzige Tofu-Sambal.
Ulekan Berawa Canggu Beste, unverfälschte indonesische Küche in einem wunderschön gestalteten, halb-offenen Restaurant abseits des Canggu-Trubels. Zu den Bestsellern der Menükarte zählen das Beef Rendang (mit Gewürzen in Kokosmilch geschmortes Rindfleisch) und die frittierte Ente Bebek Goreng.
Crate Café Canggu
Das grosse, luftige Lokal ist eine echte Institution und sehr beliebt für Frühstück, Brunch und Lunch. Es gibt köstliche Protein-Smoothies, kunstvoll komponierte Toasties und gesund klingende Super Bowls. Dazu gibt es gute Musik und wechselnde Kunstausstellungen.
The Cashew Tree, Uluwatu Mehrere offene Pavillons gruppieren sich um einen Hof, die Küche konzentriert sich auf gesunde, leckere Gerichte und bietet viele vegane und vegetarische Optionen. Zu den Spezialitäten zählen die luftig-leichten Summer Rolls und das gelbe Curry mit frischem Gemüse
Dernordische Sommer istmehrals eine Reise–erist eine Einladung, dieSehnsucht nach Weiteund Abenteuer stillenund einneues KapitelIhrer Reisegeschichtezu schreiben.
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Als der erste Trailer offenbarte, dass die nächste Staffel von «The White Lotus» in Thailand spielen würde, gingen die Suchanfragen bei den Buchungsplattformen durch die Decke. Die dritte Staffel der Kultserie, die in die Abgründe der Superreichen blickt wurde in Bangkok, auf Koh Samui und auf Phuket gedreht. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Online-Reisebüro Opodo einen Anstieg der Suchanfragen für Phuket um 66 Prozent Airlines nahmen spontan zusätzliche Flüge in ihren Flugplan auf Dabei gehört die Insel vor der Westküste Thailands ohnehin schon zu einer der beliebtesten Feriendestinationen des Landes: Türkisfarbenes Wasser, palmengesäumte Strände, grüne Berge und eine historische Hauptstadt mit Marshmallowfarbenen Fassaden locken jedes Jahr so viele Touristen an, dass es einigen schon zu eng wird im Paradies.
Abseits des Trubels gibt es aber auch Hoteloasen wie das Anantara Mai Khao im Norden der Insel. Die Location Scouts von «The White Lotus» waren so angetan von den Spa-Pavillons inmitten von Lotusblüten, dass einige Szenen hier gedreht wurden. Nun hat die Anlage Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommen. Ein paar Kilometer weiter südlich, in einer sichelförmigen Privatbucht, hat das Fünfsternehotel Anantara Layan Phuket ein Gesundheits- und Wellnesszentrum mit einem neuen Konzept eröffnet. Das Layan Life by Anantara fokussiert auf die Traditionelle Thailändische Medizin (TTM), auf jahrhundertealtes Wissen, das bislang von der auch im Westen immer beliebter werdenden chinesischen Medizin überschattet wurde. Wobei es durchaus Parallelen gibt: Die thailändische Heilkunst greift Aspekte dieser und auch von Ayurveda auf Sie wird jedoch von buddhistischen Einflüssen geprägt, verwebt Kräuterkunde, ThaiMassagen und Ernährungsheilkunde mit spirituellen Ritualen.
Alte Heilkunst
«Die Wurzeln reichen bis ins 13 Jahrhundert zurück», erzählt Deirdre McGuinness, Group Director für Spa und Wellness «Wir holen die alte Heilkunst ins Hier und Jetzt und kombinieren sie mit modernster Technik.» Das verdeutlicht allein die Architektur des zweistöckigen Gebäudes: Der argentinische Architekt Martin Palleros von Tierra Design hat ein auf Stelzen stehendes Gebäude entworfen, das wie ein «Healing Pavilion» über dem Wasser zu schweben scheint. Von allen Räumen geht der Blick ins Grüne, die Holztöne unterstreichen die Nähe zur Natur, die sich auch in den Anwendungen widerspiegelt.
Zunächst wird ermittelt, ob der Gast dem Element Feuer, Erde, Wind oder Wasser zugeordnet wird. Aufgrund dieser Information stellen die Ärzte, Physiotherapeuten und Heiler ein massgeschneidertes Programm zusammen. «Mit der ‹Life Method› versuchen wir, die Elemente auszubalancieren. Zu viel Feuer verbrennt zum Beispiel Erde und Wasser und man altert schneller Dies spielt eine wichtige Rolle bei unseren Longevity-Treatments. Wenn der Wind im Körper nicht zirkulieren kann, entstehen Schmerzen, Probleme bei der Verdauung oder ein hormonelles Ungleichgewicht», erklärt Therapeutin Tai, während sie die anstehende Ya-Pao Heated Herbal Therapy vorbereitet. Die jahrhundertealte Praxis soll den Körper mit Kräutern und Hitze entgiften und den Kreislauf anregen. Dabei wird eine in ein kühles Handtuch gewickelte Kräuterpaste in Öl getränkt und entzündet Mehrere Minuten lang züngeln Flammen auf dem Bauch. Der Ingwer, das Kurkuma und das Zitronengras kommen auch in die Kompressen, mit denen die Anwendung «Sweet Herbal Dreams» durchgeführt wird. Mit den gefüllten Baumwollsäckchen bearbeitet Tai die zehn Sen-Energielinien, die laut der TTM durch den Körper laufen. Mit sanftem Druck stimuliert sie die Akupressurpunkte, um Ener-
Feuer auf dem Bauch
Das «Layan Life by Anantara» spielt neu in der ersten Liga der Gesundheitsresorts mit. Dank traditioneller thailändischer Medizin – gepaart mit modernster Technik. Von Tina Bremer
grad Feuerschlucken, aber: Bei der Behandlung
Heilmittel aus Pflanzen, Wurzeln und Blüten werden eingesetzt, um Entzündungen gezielt zu lindern.
gieblockaden aufzulösen «Mit Kräutern können wir den Körper sowohl von innen wie auch von aussen heilen», sagt Tai und bittet zum Tee-Workshop Knapp 60 verschiedene getrocknete Kräuter und Blüten warten in hölzernen
Schubladen darauf, zu heilendem Gebräu gemischt zu werden. Mit einer Pinzette mischt sie Lotuspollen (um den Herzschlag zu beruhigen), Rosella (um die Leber zu entgiften) und Iron Wood (für einen ruhigen Schlaf) und füllt sie in eine gläserne Teekanne.
und neue Technologie
Viele der Kräuter stammen aus dem eigenen Hotelgarten. In den Beeten wachsen Chilis, Auberginen, Passionsfrüchte, Pak Choi und Zitronen, und in einer kleinen Hütte werden selbst Pilze gezüchtet. Und zwischendrin flattert der blaugelbe AraPapagei Panwak umher, das Maskottchen des Fünfsternehotels. Stolze 350 Gärtner halten im Anantara Layan Phuket den
Von der Terrasse den Blick über das Meer schweifen lassen und dabei die Stille geniessen – auch das trägt dazu bei, dass sich Körper und Geist regenerieren
Garten und die rund 150 Hektar grosse Hotelanlage in Schuss, sorgen dafür, dass die Pflanzen und Bäume, von welchen die Suiten und Villen umgeben sind, das ganze Jahr über grün leuchten, dass das Gemüse, das im Steakrestaurant Age oder im Gourmetrestaurant Dara aufgetischt wird, stets schön knackig ist. Und ganz egal, ob man sich für die Schlemmermenus oder die leichte Wellness Cuisine von Filippo Tawil – er kreierte schon für die Klinik La Prairie in Montreux Detox- und Weight-Loss-Konzepte – entscheidet: «Thai-Essen ist besonders reich an Flavonoiden, die freie Radikale einfangen und das Immunsystem stärken», sagt Gesundheitsexpertin McGuinness.
Die Gäste können zwischen drei- bis zehntägigen Retreats oder einzelnen Anwendungen wählen. «In einem gewöhnlichen Retreat ist alles strukturiert. Im Layan Life kann man wählen, wie man seinen Aufenthalt gestalten möchte. Wir sind die Schnittstelle zwischen wissenschaftsbasierter Wellness und Hospita-
Gesundheit ist ein Statussymbol geworden –sie ist der neue Reichtum.
lity», so McGuinness. Dazu gehören neben Heilsitzungen wie Meditieren oder Klangschalentherapie auch High-TechAnwendungen wie ein 3-D-Bodyscan, epigenetische Tests, auf den Gast abgestimmte Vitamin- und Nährstoffinfusionen, eine Kälte- oder Überdruckkammer sowie Hydrokolontherapie. «Vor allem die Generation Z achtet extrem auf ihre Gesundheit, trägt Fitnesstracker, überwacht ihren Schlaf Sie ist fasziniert von der heutigen Technologie», sagt McGuinness. Was dem neuen Wellnesstempel auf Phuket ebenso in die Karten spielt: «Gesundheit ist ein Statussymbol geworden – sie ist der neue Reichtum.» •
Anreise
Edelweiss fliegt bis Mai und ab Oktober mehrmals wöchentlich direkt von Zürich nach Phuket
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Nicht
Ya Pao wird eine Kräuterpaste mit Alkohol entzündet und auf den Bauch gelegt.
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Max. 20 Gäste
01.04.27 bis15.04.27 SÜDAFRIKA–ROVOSRAIL
16 TageRundreise
COSTA VERDE EXPRESS
10 Tage Rundreise
-PanoramaRoute
-Safari im Krüger NP
-Die Weiteder Karoo-Wüste
-Weindegustation mit Kellertour
-Kaphalbinsel mit Kap der Guten Hoffnung
-Vielfältiges Kapstadt
HIGHLIGHTS
-5Nächte im Costa Verde Express
-PintxosVerkostung
-GuggenheimMuseum in Bilbao
-Höhlen von Altamira
-Pilgerstadt Santiago de Compostela
-Stadtrundgang Porto
-Bootsfahrt aufdem Douro
REISEDATEN
Max. 14 Gäste
30.08.26 bis14.09.26 08.11.26 bis23.11.26*
*15TageRundreise, anderer Rückflug
REISEDATUM
Max. 20 Gäste 10.09.26 bis19.09.26
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Utopie auf Sand
Mehr als Burj Khalifa und Palm Island:
Einblicke in ein Dubai, das Kunst und Kultur von heute und morgen verbindet. Von Cécile Hana-Maurer
Denkt man an Dubai, denkt man an Superlative, an Hochhäuser, die wie Speere aus dem Wüstenboden herausragen und jeglicher Statik zu trotzen scheinen. Man denkt an teure Sportwagen und Influencer die sich dabei filmen, wie sie in Luxusläden einkaufen und an Pistazienschokolade knabbern. Aber es gibt auch ein anderes Dubai – ein Dubai, das nicht nur aus 24-Karat-Gold-veredelten Wasserhähnen und Konsum auf Steroiden besteht. Ein kulturell spannendes Dubai mit Tiefgang und Geschichte. Dubai war nicht immer die pulsierende Wüstenmetropole, die man heute kennt. Noch bis ins 20 Jahrhundert war das Emirat am Persischen Golf zwar ein wichtiger Umschlagshafen, aber vor allem ein Fischerdorf dessen grösster Wirtschaftszweig das Perlenfischen war Erst als sie Anfang der 1970er Jahre mit der Erdölförderung und dem Export begannen, kam grosser Reichtum in die Region. Mit dem Zusammenschluss der sechs Emirate am 2. Dezember 1971 und dem Rückzug Grossbritanniens aus der Region wurde der Startschuss gegeben für ein glitzerndes Eldorado, eine Version unserer Zukunft, eine Utopie, gebaut auf Sand.
Man könnte sagen, dass Dubai sich das olympische Motto «höher schneller weiter» auf die Flagge geschrieben hat. Es wird gebaut und importiert – Mensch wie Ware. Überall entstehen neue Gebäude und Quartiere, und wenn das Land knapp wird, wird einfach welches aufgeschüttet. Ein Rekord folgt dem nächsten. Und die Stadt wächst unaufhörlich. Während 1970 noch kaum 300000 Einwohner und Einwohnerinnen die Stadt bevölkerten, sind es heute fast vier Millionen. Mehr als 80 Prozent davon sind Einwanderer, wo-
bei die einheimische Bevölkerung eine Minderheit von rund 15 Prozent ausmacht. Nicht nur die Bevölkerung wuchs in dieser Zeit massiv an, auch die Wirtschaft erlebte einen rekordverdächtigen Boom. Heute wird Dubais Wirtschaft vor allem vom Dienstleistungssektor getragen, wobei der Anteil an Erdöl weniger als fünf Prozent des BIP ausmachen.
Eintritt in die Kunstwelt
Seit den Zehnerjahren richtet auch die Kunstwelt ihren Blick auf die Golfstaaten. Spürbar nicht zuletzt mit der weltweit grössten Kunstmesse Art Basel die im Februar 2026 zum ersten Mal als Art Basel Qatar in Doha ausgerichtet wird, und der britischen Kunstmesse Frieze, die im November desselben Jahres in Abu Dhabi stattfinden wird Und auch Dubai hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einer wichtigen Destination für die Kunstwelt entwickelt, nicht zuletzt wegen der zahlreichen namhaften Galerien, die sich im ehemaligen Industriegebiet Al Quoz niedergelassen haben. Heute bekannt als «Alserkal Avenue» reiht sich in diesem Areal eine Galerie an die nächste, hier gibt es charmante Konzeptstores, Cafés mit Specialty Coffee und einen kleinen Markt, auf dem man frisches Gemüse, handgefertigte Waren und stylische Accessoires kaufen kann. Der Vibe ist urban, etwas hipster, die Architektur ist eine Mischung aus alten Lagerhallen und moderner Architektur Im Gegensatz zu anderen Vierteln in Dubai, wo zuerst ein Konzept entworfen und dann nach Schema gebaut wird, entstand die Alserkal Avenue auf eine –für dortige Verhältnisse – noch organische Art. Zu den ersten zwei Galerien, die 2008 in Al Quoz ihre Zelte aufschlugen, gehört Carbon12, geführt von Kou-
rosh Nouri und Nadine Knutzer. Die zwei Galeristen aus Wien mit iranischen Wurzeln eröffneten 2008 in Dubai die erste Galerie, die sowohl Künstler aus Europa wie auch aus dem Nahen Osten vertritt.
«Damals gab es im ganzen Emirat vielleicht drei Galerien, diese konzentrierten sich aber vor allem auf lokale Kunst», erzählt Kourosh Nouri, «wir sahen, dass wir hier eine Nische nutzen und einen Raum schaffen können, der die Brücke zwischen Ost und West schlägt.» Der Anfang sei nicht einfach gewesen, erzählt Nouri weiter Weil sie aber beide Welten in sich trügen, das persische Erbe und den europäischen Kunsthintergrund, sahen sie, dass sie hier eine einmalige Chance haben, diese beiden Welten zusammenzubringen.
«Als wir 2008 in Alserkal unsere Galerie eröffneten, gab es neben uns nur die Ayyam Gallery, eine syrische Galerie, die sich ausschliesslich auf syrische Kunst
konzentriert.» Das frühere Industriequartier sei in dieser Zeit so wenig erschlossen gewesen, dass man sich nicht einmal eine Pizza habe hierhin liefern lassen können, erinnert sich Nouri. Dies ändert sich, als Abdelmonem Bin Eisa Alserkal das Potenzial des Ortes erkannte und seine Expertise und sein Engagement für die Kultur nutzte, um die ehemaligen Lagerhallen in Galerien, Studios und kulturelle Treffpunkte umzuwandeln Somit entstand in Dubai eine dauerhafte Bühne für lokale und internationale Künstler «Worauf wir besonders stolz sind, ist, dass wir in den letzten 17 Jahren eine Plattform geschaffen haben, die zeigt dass der Nahe Osten nicht nur Öl und Konsum ist, sondern auch kulturell extrem spannend – ein Ort, der viele Künstler hervorbringt und westliche Künstler repräsentiert Dank unserem europäischen Hintergrund haben wir die einmalige Möglichkeit, der Welt die
Tür zur nahöstlichen zeitgenössischen Kunst zu öffnen» sagt Kourosh Nouri. Weiter sei es für die beiden Galeristen sehr erfüllend zu sehen, dass die tausendjährige Kulturgeschichte der Region ins 21. Jahrhundert und in die zeitgenössische Kunst übersetzt wird und «wir ein Ort geworden sind, der das zeigen kann. Dass die Frieze nach Abu Dhabi kommt und die Art Basel nach Doha zeigt, dass die Golfstaaten eine ernstzunehmende Destination für die Kunstwelt geworden sind und wir 2008 die richtige Entscheidung gefällt haben, hier unsere Galerie zu eröffnen», schliesst der Galerist ab Auch in «Jaddaf Waterfront», einem historischen Viertel am Wasser, wird zeitgenössische Kunst grossgeschrieben. Mit dem Jameel Arts Centre wurde ein Raum geschaffen, der Kunst aus Nahost und Nordafrika fördert und schafft. Das Kulturzentrum kuratiert eigene Ausstellungen, aber auch spannende Einzelund Gruppenausstellungen. Die zahlreichen Innen- und Aussenbereiche, die Gärten oder der Skulpturenpark laden zum Austausch und Entdecken ein.
Ausflug an die Ursprünge
Eine Idee von der Handelsstadt, die sie einmal war, erhält man am Dubai Creek, wo man die glitzernden Hochhäuser und Supersportwagen hinter sich lässt In den engen Gassen von Deira entdeckt man den «Matratzen-Souk», den «Utensilien-Souk», den «Gold-Souk» und natürlich den «Gewürze-Souk». Die Gewürzberge kreieren ein Kaleidoskop aus verschiedensten Farben, es duftet nach Safran und Kardamom. Hier wird verhandelt und viel Tee getrunken. Am Ende des «Gewürze-Souks» befindet sich das Museum des in Saudi-Arabiens geborenen Poeten Al Oqaili.
Das elegante Four Seasons Hotel DIFC ist von Wolkenkratzern umringt und wirkt trotz seinen acht Stockwerken fast wie ein Zwerg.
Die Galerie Carbon12 in Dubai vertritt auch den Schweizer Künstler Olaf Breuning.
NO OR In diesem Kulturdenkmal entdeckt man nicht nur die Schriften des Poeten, sondern auch Einrichtungsgegenstände, Teppiche und Alltagsgegenstände aus seiner Zeit. Hier taucht man ein in das kulturelle Dubai des späten 19 und frühen 20 Jahrhunderts. Eine wunderbare Zeitreise, die einen Einblick in die Geschichte des Emirats bietet
Schlafen wie im Märchen
Aber irgendwo muss man ja auch schlafen. Wieso nicht mit ein bisschen Pomp und Glamour? Schliesslich ist man in Dubai. In der Innenstadt liegt das Hotel Four Seasons DIFC Umringt von Wolkenkratzern wirkt das achtstöckige Gebäude wie ein Zwerg, dies macht aber auch den Charme des Hauses aus – ein bisschen Boutique-Gefühl, ein bisschen verstecktes Juwel. Die Zimmer sind grosszügig geschnitten mit grossen Fensterfronten, die den Blick auf das Burj Khalifa freigeben. Die Sheikh Zayed Road zieht vor dem Hotel wie eine Hauptschlagader durch die Stadt. Man ist mitten im Finanzzentrum, hier befinden sich zahlreiche Bars und Restaurants. Zu Fuss zieht man durch das Nachtleben, überall hört man Musik die Menschen sind kontaktfreudig und das kulinarische Angebot ist so vielfältig und international wie die Bewohner der Stadt.
Auf dem Dach des Hotels befindet sich ein gläserner Pool – wieso also nicht ein kleiner Schwumm über den Dächern und hinterher ein Glas Rosé, bevor man ins vibrierende Nachtleben eintaucht? Oder eher gediegen bei einem Glas Champagner in der Churchill Bar mit der vibrierenden Stadt zu Füssen? Eine charmante Entdeckung ist das neu eröffnete japanische Restaurant Kigo im Erdgeschoss des Hotels. Wenn man das «Kigo» betritt, fühlt man sich direkt nach Kyoto versetzt. Hier herrscht respektvolle Stille und zurückhaltender Service. Alle Sinne konzentrieren sich auf die vom Chef kreierten Gerichte. Auf dem Programm steht Kaiseki – ursprünglich eine leichte Küche, die in der alten Kaiserstadt Kyoto zur japanischen Teezeremonie serviert wurde und heute ein im Bereich des Fine Dining vom Chef zusammengestelltes mehrgängiges Menu ist. Der Fokus liegt dabei ausschliesslich auf saisonalen Zutaten, wobei sich auch die Präsentation von der Natur und den Jahreszeiten inspiriert Dazu gibt es eine kuratierte Auswahl an Sake oder Tee. FüreinenAbstecherandenPersischen Golf und eine Idee von Strandferien bietet sich das Schwesterhotel Four Seasons Jumeirah Beach an. Im Hufeisen angelegt, hat man von den Zimmern und Suiten entweder eine atemberaubende Sicht auf die Skyline von Dubai oder man blickt auf den Garten und das Meer Überall im Hotel finden sich Elemente, die an den ursprünglichen Handel des Landes – die Perlenfischerei – erinnern. So bildet auch das Dach der Rooftop-Bar eine riesige Muschel. Es lohnt sich, den Tag bei einem Drink oder Mocktail auf dem Dach abzuschliessen und die beeindruckende Sicht zu geniessen. Es lohnt sich aber auch, ein Zimmer zu nehmen, das weit von der Bar entfernt ist. Denn gefeiert wird hier bis spät in die Nacht hinein. Zum Entspannen legt man sich am natürlichen Sandstrand auf eine der Liegen, planscht im Pool oder bucht sich eine Massage oder eine andere wohltuende Behandlung im Pearl-Spa. Dubai ist eine Stadt der Gegensätze, der Widersprüche und Superlative Reizüberflutung gehört genauso zum Programm wie unerwartete Entdeckungen. Die Herausforderung eine Kohärenz zu finden, kreiert eine Spannung, bei der man sich ständig wie unter Strom fühlt Man will verstehen, man sucht, entdeckt und wird getragen von einem Gefühl, in einer Version unserer Zukunft angekommen zu sein.
Das «Four Seasons Jumeirah Beach» liegt direkt am Persischen Golf.
Die Ishara Art Foundation zeigte im Rahmen des Prix Pictet Werke zum Klimawandel.
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Komische Gestalten treiben sichherum.SiehabenSchlangen auf dem Kopf, stecken hüftabwärts in Vogelkörpern oder stolzieren mit mächtigem Schnabel im Menschengesicht umher Und es geht brutal zu und her: Der nach höchster Erkenntnis strebende» Bodhisattva steht neben einem Kessel, in dem Menschen zu Tode gekocht werden. EinigeSchritteweiterblickteinMannmit Wanderstab und neckischem Sonnenschirm in der Hand scheinbar ratlos auf Löwen und Rehe, die im Wald vor ihm kauern. Alles Szenen auf Reliefs, die innerhalb weniger Meter auf der ersten Terrasse des Borobudur zu sehen sind Experten raten zur Besichtigung im Uhrzeigersinn – die Reliefs sind für diesen Blickwinkelperspektivischoptimiert,der der rituellen Tempel-umrundung Pradakshina entspricht.
Borobudur sei die dreidimensionale Darstellung der buddhistischen Kosmologie, und die steilen Treppen symbolisierten den Pfad zur Erleuchtung, heisst es. Das mag sein. Sicher ist: Der Weg zur Erkenntnis ist in diesem Klima schweisstreibend.
Hightech-Drehkreuze wie am Flughafen
Blick auf die Uhr: Noch zehn Minuten bis zum Check-out. Das strikte Besuchermanagement lässt nicht mehr als 200 Besucher gleichzeitig auf den Tempelberg. Da bleibt kaum Zeit, sich an allen Szenen der steinernen Graphic Novels vorbeitreiben zu lassen und über deren Bedeutung zu grübeln. Für jedes der 2672 Reliefs von Borobudur bleiben rechnerisch anderthalb Sekunden Ums Eck, an der Südseite der ersten Terrasse, tanzt ein Segelschiff auf rauer See. Ein Matrose kämpft auf dem Mast mit den Segeln. Passagiere klammern sich an ihr Hab und Gut. Im Meer wartet ein Ungeheuer mit aufgerissenem Maul auf den Ersten, der über Bord geht. Segelschiffe sind auf einigen Reliefs zu sehen. Sie dienten als Vorlage für den 18 Meter langen Nachbau «Samudra Raksa», der im gleichnamigen Museum von Borobudur zu besichtigen ist Mit dieser «Wächterin der Ozeane» ist der britische Abenteurer Philip Beale Anfang der 2000er Jahre sechs Monate lang von Jakarta nach Madagaskar und um das Kap der Guten Hoffnung bis Accra gesegelt. Er wollte so die Hochseetüchtigkeit dieser Auslegerboote beweisen Der grösste buddhistische Tempel der Welt entstand vor 1200 Jahren. Fast 1000 Jahre lang war er überwuchert und unter meterdicken Schichten von Asche des Vulkans Merapi verborgen, bis ihn Thomas Stamford Raffles, ein britischer Kolonialoffizier, wiederentdeckte.
Borobudur liegt zwischen knorrigen Urwaldriesen, Lianen und wild umherfingernden Luftwurzeln von Banyanbäumen und Würgefeigen. Statt IndianaJones-Kulisse trifft man auf schnurrende XXL-Golf-Carts, frisch gekehrte Wege, akkurat gestutzten Rasen und Aircooler die im Visitors Center mit Riesenventilatoren Touristen vor Überhitzung beschützen sollen.
Das Gelände betritt man durch Hightech-Drehkreuze wie am Flughafen. Diese scannen die QR-Codes auf den Einlassbändern. Jeder Besucher erhält ein Paar neue Sandalen aus Pandan- und Kokosfasern, die im Ticketpreis (zirka 23Franken) inbegriffen sind. «Die weichen Sohlen schützen die Treppen», erklärt die Dame an der Ausgabe und zaubert bei Bedarf auch ein Exemplar der Grösse 46 unter dem Tresen hervor. Dann geht es zum Tempelberg. Dort wird nochmals der QR-Code gescannt, dann bleiben den Besuchern exakt 60 Minuten für die Besichtigung.
Mit dem Zug vorbei an endlosen Reisfeldern
Der von den Chinesen gebaute, todschicke Bullet Train Whoosh bringt uns zwei Tage zuvor mit 350 Stundenkilometern nach Bandung. Von dort geht es anderntags im Panoramawagen des Argos Wili
Einmal Java, m
Indonesien hat 17508 Inseln. Eine davon ist Java, eine Rekordinsel: Grösster bud grössten Hindu-Tempeln, drei der aktivsten Vulkane und eine Hauptstadt
Den legendären Sonnenaufgang über dem Mount Bromo zu erleben, steht bei praktisch allen Java-Touristen zu oberst auf der To-do-Liste
vorbei an Reisterrassen, Reisfeldern und Fischteichen weiter nach Osten. Sechs Stunden läuft diese Szenerie in der Endlosschleife. Der hinduistische Tempelkomplex Prambanan erstreckt sich 50 Kilometer südöstlich von Borobudur, überragt vom Feuerberg Merapi, Javas gefährlichstem Vulkan. Prambanan mit seinen acht Haupttempeln wurde Mitte des neunten Jahrhunderts fertiggestellt und gilt als eine der schönsten und grössten hinduistischen Tempelanlagen der Welt. Der mit fast 48 Metern höchste Bau ist der Shiva-Tempel, dessen Statue in der Hauptkammer thront. In den Nebenkammern sind Shivas Frau Durga, sein Lehrer Agastya und Ganesha, der glückbringende Sohn mit Elefantenkopf, zu sehen. Kunstvolle Reliefs an den Fassaden zeigen Szenen aus dem RamayanaEpos und Kinnaras, Wesen, die halb Mensch und halb Vogel sind
Auf schmalen Deichen zwischen Fischteichen und Reisfeldern geht es weiter nach Nyamplung, ins Heimatdorf unseres Guides Bintoro Vögel sieht man kaum, was sicher auch daran liegt, dass es keine Mücken gibt, obwohl überall Wasser Tümpel und Teiche zu sehen sind. Der Grund dürfte sein: Es wird gern gründlich gespritzt, vorzugsweise ohne Mundschutz, wie auf den Feldern zu beobachten ist.
Der
Wahnsinn am Mount Bromo ist der vermutlich bestorganisierte Stau des Landes.
mit allem
ddhistischer Tempel der Welt, einer von Südostasiens t, die im Erdboden versinkt. Von Peter Pfänder
denen Buddha-Statuen zu sehen sind.
sehen: Rama, der Prinz und Thronfolger und seine Frau Dewi Sita. Die grossen, fächerförmigen Gunungan symbolisieren die kosmische Ordnung und markieren Anfang, Ende und wichtige Szenen des Spiels. Der Zug Sancaka Pagi bringt uns 280Kilometer weiter nach Osten, von Yogyakarta Richtung Bromo Tengger Semeru National Park Eine Tafel im Innenraum zeigt Namen und Telefonnummer des Kondukteurs: Heute steuert uns im Führerstand Andi an Tausenden von Reisfeldern vorbei. Kein Quadratmeter Land bleibt ungenutzt, und wenn es nur zur Verbrennung von Abfall ist Indonesiens 280Millionen Einwohner verputzen ungefähr 110Kilo Reis pro Kopf und Jahr, erfahren wir von unserem Guide Bintoro Viel müsse importiert werden, wegen Arbeitskräftemangel seien oft nur zwei statt der jährlich drei möglichen Ernten machbar «Die Bauern können Gen-Saatgut nicht mehr selbst ziehen, sondern müssen es Jahr für Jahr neu kaufen.» Auch die einst gängigen Wasserbüffel kommen nur noch selten zum Einsatz. Dabei seien die Tiere besser für die Umwelt, so Bintoro: «Vom Büffel tropft Dünger vom Traktor Öl.» Die Bewohner Javas pflegen einen ehrsamen Umgang mit Reis und sind überzeugt, dass Reis eine Seele hat. So wird auf Java von vielen noch immer der hinduistisch-buddhistisch geprägte Kult um die Reis- und Fruchtbarkeitsgöttin Dewi Sri gepflegt.
Schon nach zwei
Minuten steht alles still
Die Bergstrasse durch den Bromo Forest zum Eco-Resort Plataran Bromo auf 2700Metern Höhe schlängelt sich mit 50Spitzkehren und Kurven an Pinien, Zypressen, Mahagoni-, Sumach- und Maulbeerbäumen vorbei. Für alle die das sehen und erleben wollen, was alle Besucher von Java erleben und sehen wollen, endet die Nacht um zwei Uhr Dann geht es in Jeeps zum Gipfel des 2780Meter hohen Gunung Pananjakan, um den Sonnenaufgang über dem MountBromo zu sehen. Das steht wohl bei allen Java-Touristen ganz oben auf der Wunschliste.
Das Lautan Pasir genannte Sandmeer der Caldera und die Treppe zum Krater des Bromo stehen ebenfalls auf jeder Java-Wunschliste. Für den Vulkan gilt seit sechs Jahren Warnstufe Gelb Es wird dringend davon abgeraten, zum Kraterrand aufzusteigen. Doch das schert niemanden, ausser meine Gruppe, zu der ein vulkankundiger Wissenschaftsjournalist gehört, der die Gefahren eines Ausbruchs schildert. So sehen wir schweren Herzens der Prozession Leichtsinniger zum Kraterrand hinterher
Jakarta ist ein Moloch, der versinkt
Unsere West-Ost-Querung startete in Jakarta. Mit über 35 Millionen Einwohnern ist der Ballungsraum Jabodetabek nach Tokio und Delhi der drittgrösste der Welt. Reiseleiter Bintoro schätzt die Bevölkerung in der Stadt auf 18Millionen Einwohner, offiziell ist von 11Millionen die Rede. Dazu kommen 18Millionen Zweiräder, über fünf Millionen Autos und an Werktagen nochmals zwei bis drei Millionen Pendler die jeden Tag bis zu vier Stunden im Stau verbringen. Jakarta verliert den Boden unter den Füssen. Die niederländischen Kolonialherren liessen ihr Batavia auf sumpfigem Grund in einem Flussdelta errichten. Seit langem sackt der Grund unter der Megacity bis zu 25 Zentimeter pro Jahr nach unten, macht bis 2035 unvorstellbare zweieinhalb Meter Über 50Prozent der Fläche Jakartas liegen unter dem Meeresspiegel. Schutz vor den Fluten sollen die sich auf einer Länge von 40Kilometern im Bau befindlichen 24Meter hohen Schutzdämme bieten. Die Zweitakter von Honda, Yamaha, Suzuki und Co werden in Jakarta, in Yogyakarta oder Surabaya noch länger geruchsprägend und tonangebend bleiben. Selbst auf dem Petak Sembilan Market im Chinatown-Viertel drängen sich Schwärme von ihnen durch zwei Meter breite Gassen. Fussgängern bleibt trotz artistischer Ausweichmanöver der Fahrer oft nur der rettende Sprung zur Seite. Und so bleibt Java eine Insel der Extreme: zwischen uralter Spiritualität und hypermoderner Hektik zwischen majestätischer Natur und überfüllten Städten, zwischen Ruhe und Chaos.
Ausgelassen und zwanglos geht es auf dem Markt des Nachbardorfs Ngino zu. Beim Aerobic-Training zu lauter Musik schwingt ein gutes Dutzend bewegungsfreudiger Damen vor aller Augen munter die Hüften, das Haupt mit einem Kopftuch verhüllt – Glaube und Religion werden in Indonesien in weiten Teilen pragmatisch gelebt und praktiziert. Zum buddhistischen Tempelfest sind auch Muslime unterwegs, zum Fest des islamischen Fastenbrechens haben auch Christen, Hindus und Buddhisten frei. Der Islam verbreitete sich ab dem 13 Jahrhundert vorwiegend durchs Schattenfigurentheater und durch die Musik Auch in Zeiten von TikTok ist das traditionelle Schattenspiel Wayang Kulit auf Java populär. Während der bis zu fünfstündigen Aufführung hantiert der Spieler mit Dutzenden Figuren Die besseren Plätze seien die hinter der Leinwand, rät man uns. Vor der Leinwand hingegen sieht man die kunstvoll bemalten Büffellederfiguren und die Kunstfertigkeit der Spieler Der Plot beim Wayang Kulit? Gut gegen Böse Gut gewinnt selbstverständlich. Die Guten haben schmale Augen, spitze Nasen, schmale Taillen und schwarze Gesichter Die Bösen haben rote Gesichter, offene Augen und dicke Knollennasen. Ihr Anführer ist der Dämonenkönig Rawana. Ausserdem zu
Das Problem sind nicht die acht Kilometer zur Aussichtsplattform. Die wären bis zum Sonnenaufgang sogar zu Fuss zu schaffen Das Problem sind die fast 1000Toyota Land Cruiser, die sich gleichzeitig auf den Weg machen. Nach zwei Minuten steht alles still. Nichts geht mehr Die Luft ist voller Abgase, die Land Cruiser sind Dreckschleudern aus den 1980er Jahren. Die Laune sinkt mit steigendem Stickoxidgehalt der Luft. Kurz vor vier erreichen wir den Gipfel des Pananjakan. Lohnt es sich, zusammengekauert auf den Rückbänken der Jeeps fast zwei Stunden in einer Abgaswolke zu verbringen? Ehrlich gesagt: Nein! Denn der Sonnenaufgang ist unspektakulär Ausserdem geht die Sonne nicht über dem Vulkan auf, sondern gegenüber Die Kulisse aber ist einzigartig. Der Mount Bromo versteckt sich unter dicken Wolkenkissen und ist nur zu riechen. Der 3676 Meter hohe Semeru dagegen, einer der schönsten und gefährlichsten Vulkane der Erde, schält sich aus der Wolkendecke und pupst brav schwarze Rauchund Aschefahnen in den Himmel. Man kann sich getrost das frühmorgendliche Stauerlebnis ersparen und stattdessen in Ruhe ausschlafen und am späten Nachmittag ein Taxi zum Gunung Pananjakan nehmen, ganz ohne Stau und Gestank Dann nämlich geht die Sonne spektakulär hinter Javas höchstem Berg dem Semeru, unter Bei der Abfahrt vom Gunung Pananjakan steht die Jeep-Karawane wieder über eine Stunde still. Da beweisen die Javaner ihre Geschäftstüchtigkeit. Motorisierte Händler verkaufen Snacks, Tee und Kaffee. Mopedfahrer chauffieren als «Toilet Taxi» von Blasendruck geplagte Touristen zum WC am Gipfel und zurück zum Jeep Der Wahnsinn am Mount Bromo ist der vermutlich bestorganisierte Stau des Landes.
•
Anreise
Mit Singapore Airlines täglich nonstop von Zürich nach Singapur Von dort gibt es 63Flüge pro Woche wöchentlich nach Jakarta und 19 nach Surabaya
• Übernachten
The Hermitage Das zur Marriott-Gruppe gehörende Hotel ist in einem kolonialen Art-DécoGebäude in Jakartas Stadtteil Menenteng untergebracht. 90 hübsch-nostalgische Zimmer, Rooftop-Bar mit Blick auf die Wolkenkratzer von Downtown Jakarta. Gute Küche.
Plataran Borobudur Resort & Spa Drei Kilometer vom Borobudur-Tempel entfernt, umgeben von Reisfeldern und kleinen Dörfern. Schöne, grosse Zimmer, alle mit Balkon. Swimmingpool, sehr gute Küche, nettes Personal und gutes Frühstücksbuffet
Plataran Resort & Spa Bromo Schönes Berghotel mit guten nachhaltigen Ansätzen. Über 55 geräumige Zimmer und kreatives Design. Grosses Hauptrestaurant sowie Spätaufsteher-Frühstück für alle Mount-Bromo-Rückkehrer
Majapahit Surabaya MGallery Sehr schönes Haus mit über 140 Zimmern. Sehenswerte Lobby-Bar in astreinem Jugendstil. Nachbarschaft mit entspanntem Nachtleben und Shopping Malls wie etwa das Tunjungan Plaza. Schöner grosser Sportpool.
Auf den oberen Terrassen von Borobudur stehen Stupas in
RE IS EN ,D IE GE SC HI CH TE N SC HR EI BE N
Zwischen nordischen Inselwelten, Dschungelund Sanddünen
CO STAR IC A
UN BE GL EI TE TE RU ND RE IS E Abenteuerzwischen Dschungelund Karibikküste
UN BE GL EI TE TE RU ND RE IS E DieInselwelt des hohenNordens
Eine Fahrtdurch Fjorde,Inselwelten und arktischeLandschaften: Zwischen denLofoten undFischerdörfernentdecken Sieweisse Strändeund dieWeite deshohen Nordens.
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OM AN
Abseits der gewohnten Fahrwasser
Worauf kommt es bei einer Kreuzfahrt wirklich an? Auf das Schiff? Natürlich. Auf den Preis? Klar. Doch ist es die Route, die den Unterschied macht. Vier Reisen für alle, die mehr als die üblichen Hochseestrecken erleben wollen Von Claus Schweitzer
Azoren
Am Rand Europas
Die meisten kennen Portugals westlichsten Aussenposten vor allem aus dem Wetterbericht: in Form des berühmten «Azorenhochs». Dieses garantiert zwar nicht unbedingt schönes Wetter auf den Inseln selbst, sorgt jedoch, sobald es sich nach West- und Mitteleuropa ausdehnt, häufig für langanhaltende Wärmeperioden in unseren Breitengraden
Die neun bewohnten Inseln der Azoren umfassen rund 2300 Quadratkilometer – etwas weniger als der Kanton Tessin – und ziehen jährlich 1,2 Millionen Besucher an, ungefähr die Hälfte der Übernachtungsgäste im Tessin. Bisher vollständig vom Massentourismus verschont, bietet der mitten im Atlantik gelegene Archipel eindrucksvolle Vulkanlandschaften ganz ohne transatlantischen Jetlag.
1360 Kilometer westlich des portugiesischen Festlands dienten die Azoren einst als wichtige Zwischenstation auf den historischen Seewegen zwischen den Kontinenten. Bis zur US-Ostküste sind es weitere 4000 Kilometer
Jede der neun Inseln darunter Faial, São Jorge und Graciosa, zeigt ein eigenes Gesicht. Auf Terceira beeindruckt die Hafenstadt Angra do Heroísmo mit pastellfarbenen Renaissance- und Barockbauten und ist als Unesco-Welterbe geschützt. Santa Maria lockt mit herrlichen Badebuchten und Tauchgängen mit Mantarochen, während Flores und Corvo fast unberührt wirken – ein Paradies für Freunde der gepflegten Einsamkeit. Auf Pico erhebt sich der gleichnamige Vulkan 2351 Meter über den Atlantik, der höchste Gipfel Portugals und ein grandioses Wanderterrain; die Weinbaukultur an seinen Hängen zählt ebenfalls zum Unesco-Welterbe. Zudem gilt der gesamte Archipel als Hotspot für Wal- und Delfinbeobachtungen
Am vielseitigsten präsentiert sich São Miguel, die grösste Insel mit der Hauptstadt Ponta Delgada und dem internatio-
nalen Flughafen. Sie bietet eine lebendige kulinarische Szene, heisse Quellen entlang dschungeldichter Wanderwege, Kraterseen und aktive Fumarolen, die einzigen Teeplantagen Europas und hortensiengesäumte Strassen. Ein Highlight ist der botanische Garten Terra Nostra, ursprünglich 1776 als Sommerresidenz eines amerikanischen Orangenhändlers angelegt. Später übernahm eine portugiesische Familie das Anwesen und ergänzte es um Pflanzen aus aller Welt. Palmen treffen hier auf Eukalyptusbäume und riesige Sequoias, und zwischen Kamelien und Ananasgewächsen kann man sich wunderbar verlieren, bevor man im natürlich warmen, eisenhaltigen Thermalbecken badet – beliebt auch bei Einheimischen.
Das milde, subtropische Klima sorgt für üppige, immergrüne Vegetation, der Golfstrom für ausgeglichene Temperaturen. Doch selbst im Sommer kann man an einem einzigen Tag alle vier Jahreszeiten erleben: Sturm, Regen und Sonnenschein folgen einander rasch Man wechselt vom Badeanzug in die Fleecejacke, von der Picknickdecke zu wetterfesten Wanderschuhen. Kaum hat man sich an eine Laune des Himmels gewöhnt, zeigt sich schon die nächste. Genau diese Unberechenbarkeit macht den Reiz der Inselkette aus, die 2023 bei den World Travel Awards zum weltbesten Abenteuerziel gekürt wurde
Der attraktivste Weg, die Azoren zu entdecken, ist die dreizehntägige Reise der «Hanseatic Nature», die am 13 Mai 2026 auf São Miguel startet und in Leixões bei Porto endet. Das Expeditionsschiff von Hapag-Lloyd Cruises mit maximal 230 Passagieren besucht alle neun Inseln. Die Tour erfordert Seefestigkeit und die Bereitschaft, sich den Launen der Natur anzupassen. Auch der Kapitän ist gefordert: Route und Landgänge werden je nach Wellengang und möglichem Azorentief angepasst.
Hebriden
Schottlands Inselwelten
Die mehreren hundert Inseln vor der schottischen Westküste bilden einen grossartigen Gegenpol zu den geschäftigen Küstenorten im Südwesten Grossbritanniens. Die bizarr-schöne, dramatisch-zerklüftete Inselwelt – geprägt von langen Stränden, wildblumenbedeckten Machair-Wiesen und charaktervollen Fischerdörfern – unterteilt sich in die Inneren und die Äusseren Hebriden.
Die Äusseren Hebriden liegen rund 60Kilometer westlich des Festlands und ziehen sich in einem langen Bogen von Lewis und Harris im Norden bis zur Insel Barra im Süden. Sie sind stärker vom Atlantik geprägt und deutlich dünner besiedelt als die Inneren Hebriden. Am bekanntesten ist die Isle of Lewis, wo der neolithische Steinkreis von Callanish seit 5000 Jahren sein Geheimnis hütet und Generationen von Forschern fasziniert. Eindrucksvoll sind auch die Inseln Eriksay, Grimsay, North Uist und Benbecula. Die Inneren Hebriden sind näher am Festland und entsprechend leichter zugänglich. Sie haben ein milderes Klima, torfigen Whisky (den man in zahlreichen Brennereien verkosten kann) sowie eine Vielzahl historischer Stätten und Schlösser Zwischen der Isle of Skye und Islay –beide bei Wandernden sehr beliebt – lohnen sich Abstecher zu den Mini-Inseln
Coll, Tiree, Muck, Iona, Lunga, Canna, Eigg und Staffa. Entlang der Küsten von Islay befinden sich einige der schönsten Sandstrände Schottlands. Hier ist das Meer etwas wärmer als anderswo auf den Hebriden, dennoch erreicht die Wassertemperatur selbst im Sommer kaum mehr als 15 Grad. Eines haben alle Inseln gemeinsam: die mannigfaltigen Vogelkolonien, mit dem Papageitaucher als typischem Vertreter, und die überall spürbare Präsenz der gälischen Kultur Zudem kann das Klima rau und unbeständig sein, und die schottische See ist kein Ententeich: Nicht nur auf Fähren und Ausflugsschiffen kann es ordentlich schaukeln, sondern auch auf den schwimmenden Hotels. Die französische Reederei Ponant bietet über das Sommerhalbjahr verschiedene Hebriden-Reisen auf unterschiedlichen Schiffen an. Die interessanteste führt mit der «Le Lyrial» (244 Passagiere) respektive der «Le Lapérouse» (184) in zehn Tagen von Dublin nach Glasgow und bezieht neben einigen Hebrideninseln auch Stopps auf der Isle of Man, der nordirischen Insel Rathlin, in den schottischen Highlands sowie im viktorianischen Badeort Rothesay auf der Insel Bute ein. Abfahrten sind am 13 Mai und am 18.August2026
Heimelige Sauna mit Panoramablick auf den Ozean an Bord des Luxusschiffs «Le Lapérouse» von Ponant
Vulkanische Felsformationen, üppiges Grün, steile Küste: Die Azoren sind ein Naturphänomen.
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18.11. Flug nach St.Martin viaAmsterdam,TransferinIhr 5* Beach Resort
Rostroter Sandstein, flaschengrünes Buschland, aquamarinblaues Meer – in den Kimberleys im Nordwesten Australiens scheint die Natur besonders tief in ihre Farbpalette gegriffen zu haben. Die Region zählt zu den entlegensten der Welt: Während der schwülheissen Monate von November bis März stehen weite Landstriche unter Wasser die Flüsse schwellen mächtig an und machen das Gebiet nahezu unpassierbar Von Juni bis September herrscht hingegen gleissende Trockenheit – doch selbst dann bleibt diese menschenleere Wildnis mit ihren tief eingeschnittenen Canyons, schroffen Gebirgszügen und tropischen Wäldern schwer zugänglich Am besten erschliesst man sich die Kimberleys daher vom Wasser aus Wer im kommenden Sommer ein behütetes Abenteuer sucht, ist auf der «Seabourn Pursuit» gut aufgehoben: Das luxuriöse Expeditionsschiff mit 132 Kabinen, alle mit privater Veranda, macht die ungezähmte Region auf insgesamt sieben zehntägigen Reisen zwischen Darwin und Broome optimal erlebbar Los geht es am 19 Mai, die letzte Abfahrt findet am 2.September 2026 statt. Fast täglich stehen Schlauchboottouren entlang von Flussläufen und rund um unbewohnte Inseln auf dem Programm. Dazu kommen der Besuch einer Perlenfarm in Kuri Bay sowie eine Tour zu indigener Felskunst, die seit Zehntausenden von Jahren Geschichten aus einer
anderen Zeit erzählt. Auf Wanderungen, ob individuell oder geführt von Experten eröffnet sich die unberührte Natur. Die Tierwelt gehört zu den artenreichsten Australiens – sowohl an Land als auch unter Wasser. Seeadler kreisen über Klippen, Mantarochen gleiten durch die Buchten, und mit etwas Glück ziehen Delfine oder sogar Walhaie vorbei, während am Ufer Wallabys über die roten Felsen hoppeln. Spätestens beim Anblick eines fünf Meter langen Salzwasserkrokodils, das auf einer Sandbank döst, versteht man, warum Schwimmen hier keine gute Idee ist. Für Wasserratten gibt es aber eine sichere Alternative: ein Schnorchelausflug zum weit draussen im Indischen Ozean gelegenen Ashmore Reef einem Meeresschutzgebiet.
Ein Hinweis für alle, die sich auf die Wasserfälle freuen: Die berühmten King George Falls und die vierstufigen Mitchell Falls sind beeindruckend, doch ihre Pracht hängt stark vom Zeitpunkt der Reise ab Nach dem Ende der Regenzeit im April oder Anfang Mai lässt die Wassermenge rasch nach. Im Juni stürzen die Fälle noch kraftvoll in die Tiefe, doch im August bleibt oft nur ein zarter Wasserfaden zurück
Wer gerne Preise vergleicht: Die konkurrierende Silversea ist in derselben Zeitperiode mit der «Silver Cloud» auf einigen 11- bis 18-tägigen Reisen zwischen Darwin und Broome respektive Perth unterwegs.
Great Lakes
Nordamerikas verborgenes Schiffsrevier
Auch wenn aktuell weniger Schweizerinnen und Schweizer in die USA reisen, hat die Natur Nordamerikas nichts von ihrer Faszination verloren. Attraktive Flugpreise und ein günstiger Dollarkurs machen den Sprung über den Atlantik zusätzlich verlockend. Ein Reiseziel, das nurvonwenigenkleinenKreuzfahrtschiffen angesteuert wird, sind die Great Lakes: das grösste zusammenhängende Süsswassersystem der Welt. Während Reedereien wie Ponant oder Hapag-Lloyd Cruises lediglich einzelne Kreuzfahrten auf den Grossen Seen anbieten, ist Viking mit dem Expeditionsschiff «Viking Polaris» von Anfang Mai bis Ende September durchgehend auf den nordamerikanischen Gewässern unterwegs. Die «Polaris» bietet Platz für 378 Passagiere, verfügt über 17 Schlauchboote(Zodiacs)undeinForschungslabor Klassiker im Programm ist die 15-tägige Reise «Great Lakes Collection», die durch alle fünf Seen führt. Neu hinzugekommen ist die zehntägige Route «Great Lakes Treasures». Auf der kürzeren Reise geht es ab Milwaukee (Wisconsin) zunächst über den Lake Michigan zur autofreien Insel Mackinac, die geografisch den Übergang zum Lake Huron markiert. Anschliessend nimmt die «Polaris» Kurs auf die kanadische Seite: in die Georgian Bay mit den hellen La-Cloche-Felsen bei Killarney (Ontario) sowie zum Fathom Five National Marine Park, bekannt für mehr als 20 gut erhaltene Schiffswracks. Ein landschaftlicher Höhepunkt sind die
Benjamin Islands, deren rosafarbener Granit überraschende Fotomotive bietet. Zurück auf US-Gebiet erreicht die «Polaris» – die nur Reisende ab 18 Jahren an Bord hat – Sault Sainte Marie (Michigan). Hier können die Soo Locks besichtigt werden, jene Schleusen, die den Lake Superior mit den östlichen Seen verbinden. Sie gleichen den Höhenunterschied der Stromschnellen des St. Marys River um sechs bis neun Meter aus und nehmen Schiffe bis 350 Meter Länge und 32Meter Breite auf – auch die «Polaris». Auf der zehntägigen Route beginnt hier die Rückreise über die weitgehend unter Naturschutz stehende Door Peninsula und zum urbanen Kontrast Chicago ehe sie in Milwaukee endet – reich an Eindrücken, die einen vielfältigen Querschnitt durch Nordamerika vermitteln. Wer mehr Zeit mitbringt, wählt die 15-tägige Variante von Toronto nach Duluth (Minnesota). Dabei passiert die «Polaris» nicht nur die Soo Locks hinauf zum Lake Superior, sondern auch den 43 Kilometer langen Wellandkanal, der den Lake Erie mit dem Lake Ontario verbindet. In acht Schleusen werden knapp 100 Höhenmeter überwunden – eine technische Meisterleistung, die den Schiffsverkehr an den Niagarafällen vorbeileitet.
Eine Option für alle, die an Bord europäisches Flair bevorzugen, bietet Ponant auf zwei neuntägigen Reisen mit der «Le Bellot» im August: von Toronto nach Milwaukee ab dem 18. und in umgekehrter Richtung ab dem 19 August 2026
Die entlegene Wildnis der Kimberleys im Nordwesten Australiens lässt sich am besten vom Wasser aus erkunden.
Der Wellandkanal verbindet den Lake Erie mit dem Lake Ontario Er umgeht die Niagarafälle mithilfe von Schleusen.
Frühlingserwachenan der Südtiroler Weinstrasse
Mediterrane Leichtigkeit undmalerischeWinzerdörfermacheneineReise entlang der Südtiroler Weinstrassezujeder Jahreszeit lohnend– doch im Frühling entfaltetdie Region ihren besonderen Zauber.Woliessesichder kalten Jahreszeit schönerentkommen?
Werdie Südtiroler Weinstrasse bereist, durchquertein 150 Kilometer langes Panorama aus Rebhügeln, Burgen und sonnenverwöhnten Orten, das seit über 2500 Jahren vomWeinbau geprägtwird. Zwischen Nals und Salurn reihensich 15 Weindörfer und dielebendige Weinstadt Bozenaneinander,flankiert vom Kalterer See, dem wärmstenBadeseeder Alpen. Hier,woReben bisauf 1200 Meter Höhe gedeihen unddie Alpenschützend wirken, treffen mediterrane Wärmeund ein einzigartiges Zusammenspiel aus Höhenlageund Klimaaufeinander –idealeVoraussetzungen für Weinemit internationalem Renommee.
4400 Hektar Rebanbaufläche, drei Viertelder gesamten Südtiroler Weinberge, bilden die Grundlagefür eine bemerkenswerte Vielfalt: vonGewürztraminer,WeissburgunderundSauvignon Blanc bis zu Blauburgunder sowie den autochthonen Sorten Lagrein undVernatsch, der unter der Herkunftsbezeichnung Kaltererseeebensoberühmt wurde wiealsSt.Magdalener.JederWeinerzählt vonlangerTradition,erfahrenenWinzern und einem mediterranen Klima, dasder RebeseitJahrtausendenentgegenkommt.
DerFrühling hält an der Südtiroler Weinstrasse deutlich früher Einzug als nördlich desAlpenhauptkamms –meist schonabMitte März.Dannerwacht die Landschaft beimilden Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. Weinreben, Palmen, Oliven, Zypresse und blühende Apfelbäume tauchen dieRegioninein südlichesStimmungsbild.
Dolce Vita àla Südtirol Wenn im Frühling die Rebenaustreiben und die Spargelfelder rund um Terlan leuchten,zeigt sich dieengeVerbindung vonWein und Kulinarik besonders eindrucksvoll. Ein Gewürztraminer zum Auftakt, ein Kaltererseezur Marende oder ein gereifter Blauburgunderam Abend– an derSüdtirolerWeinstrasse wird Genuss zurLebensart undmacht die Region zu einem der attraktivsten Reiseziele für alle,die Kultur,Landschaft und gutes Essenschätzen. Die 15 Weindörfer entlang derSüdtiroler Weinstrasse locken mit eigenem Charakter und einerbemerkenswerten Dichte an Kellereien, Brennereienund gastronomischen Adressen. Zwischen traditionellenGasthäusern,modernenLokalen und Sternerestaurantsentfaltetsicheinevielfältige Genusskultur,die in engenGassen, Lauben und auf historischen Plätzen besonderslebendig wirkt. Das Angebot reicht vonDorfführungen überWeinverkostungen und Museumsbesuchebis zu bekannten Festen. SaisonaleSpezialitäten wie der Terlaner Spargel setzen kulinarischeAkzente.InTraminerinnerndasViertelBetlehemund der Ortskernmit seinen verwinkelten Strukturen sowie die Kirche mit dem höchstengemauertenKirchturm Südtirols an die mittelalterliche Vergangenheit desOrtes.Ein besonderer Höhepunkt istNeumarkt, eines der «Borghi più bellid’Italia» unddamit einer derschönsten historischen Ortskerne Italiens Zum Frühlingsgefühl trägt nicht nur die Vielfalt der Weine bei, die auf Böden vonPorphyr bis Dolomitgestein gedeihen. An der Südtiroler Weinstrasse treffen urbanesFlair und ländliche Weinkultur aufeinander.Während nördlich desAlpenhauptkamms oft noch der Pullover Saison hat, sitztman hier bereitsim
Rund um den Kalterer Seelädtder Frühling zu vielfältigen Tourenmöglichkeitenein.
16 Gemeinden bildendie Südtiroler Weinstrasse. DieBurgHocheppan in Eppan.
Neumarkt hat einen der schönsten historischen Ortskerne Italiens.
T-ShirtimFreien–bei Kaffee,Apéro oder einem Glas Wein. Die historischen Ortskerne bieten dafür die passende Kulisse:Cafés, Weinbarsund Restaurants füllen diePlätze,Weingüter und Genossenschaften laden zu Verkostungen ein. Südtiroler Tradition und mediterrane Leichtigkeit verbinden sich zu einerkulturellen und kulinarischen Vielfalt, die durch zahlreiche Veranstaltungen schon früh im Jahr bereichertwird, zum Beispiel durch den «WeinFrühling»vom 26 März bis 23.Juni2026(siehe Box).
Einmalige Baukultur
Entlangder Weinstrasse trifftman auf eineaussergewöhnliche Dichte an
Burgen, Schlössern und Ansitzen –allen voran in Eppan, der burgenreichstenGemeinde Europas. ZwischenWeinbergen und historischen Ortskernen öffnen sich immer wieder Ausblicke auf mittelalterliche Wehranlagen und RenaissanceResidenzen.Prägend fürdie Region ist zudemder ÜberetscherBaustil,der im 16.und 17.Jahrhundert seine Blüteerlebte.Damals wichen einfache Bauernhöferepräsentativen RenaissanceHäusern. Zinnenbewehrte Mauern stein-und marmorgerahmteBögen,verzierte Portale,Erker,Arkaden und geschlossene Innenhöfe verleihen den Dörfern einen unverwechselbaren Charakter.Auchmoderne Architektursetzt markanteAkzente: Viele Weingüter ver-
binden zeitgenössischesDesign mit funktionaler Eleganz und zeigen, dass Innovation im Südtirol ebensoimBauhandwerk zu Hauseist wie im Wein. MehrereSeenprägen die Südtiroler Weinstrasse und verleihen ihr im Frühjahr ihr mediterranesFlair.Der Kalterer See– grösster natürlicher SeeSüdtirols und wärmsterBadeseeder Alpen– erwärmtsichbereits im Mai. Auch die Montiggler Seen, der Fennberger Seeund der Göller Seeladen zu Badevergnügen, Wassersportund Spaziergängen ein. Einweitverzweigtes Wegnetzeignet sich ideal zum Wandern, Radfahren und E-Biken. Die sanftenSteigungen führen durchWeinberge,Apfelhaine und vorbei an Seen, verbinden dieWeindörfer und leiten direkt zu zahlreichenKellereien. Etwas höher liegendas DolomitenUNESCO-WelterbeGEOPARCBletterbach und derNaturpark TrudnerHorn, der artenreichste Naturpark Südtirols. Ergänztwirddas Naturerlebnis durch Kraftorte wie die Rastenbachklamm in Kaltern und mehrereBiotope.Wer Landschaft und Weinwissenverbinden möchte, kann Touren mitzertifizierten «Bike Wine Ambassadors» buchen –Guides, die sowohl dieschönstenStreckenals auch die regionalenWeine bestens kennen.
Nachhaltig unterwegs DerSüdtirol Guest Passermöglicht die kostenloseNutzungalleröffentlichenVerkehrsmittel, inklusive der Mendel-StandseilbahninKaltern,undistinteilnehmenden Unterkünften im Nächtigungspreis enthalten. Er gilt bereitsamAnreisetag underleichterteinenachhaltige,autofreie Reise.
suedtirol.info/weinstrasse
Dieser Inhaltwurde vonNZZ Content Creation im Auftrag vonSüdtirol erstellt.
Zwischen Wellen und Wolken
Vier Tage auf der «Explora II» genügen, um den Horizont zu spüren, Ruhe zu finden und Luxus in seiner entspanntesten Form zu erleben. Von Myriam Zumbühl
Als jemandem, der im 360°-Bergpanorama aufgewachsen ist, reifte in mir seit jeher die Sehnsucht nach der Unendlichkeit des Meeres Nach Sonnenuntergängen, die sich in einem Farbfächer aus Ombré-Gelb und hellem Rosa am Himmel abzeichnen und sich nicht hinter Bergspitzen verstecken. Mein Stresslevel dürstete nach Tagen ohne Termine und To-do-Listen An denen der Morgen mangels Plänen nahtlos in den Mittagsschlaf übergeht. Perfekte Voraussetzungen, um vier Tage auf einem Kreuzfahrtschiff dem Horizont entgegenzutuckern. Und doch sind die Gedanken an Buffetschlachten und Touristen in Hawaiihemden, an diese Idee einer Kreuzfahrtschiffsreise, unvermeidlich, als ich in Casablanca etwas zögerlich über die Passerelle schreite, die mich vom Land auf das Kreuzfahrtschiff Explora II führt.
Einmal im Innern, fühlt es sich wie in der Lobby eines Luxushotels an. Die Luft riecht nach Jasmin und Moschus die cremefarbigen Teppiche sind flauschig, und von der Bar ertönt die lebensfrohe Melodie von klirrenden Champagnergläsern.
Auf Deck 8 kommt mir Rupesh entgegen. «Endlich sind Sie hier!», frohlockt er und führt mich in mein Zimmer, das sich mit Wohnzimmer Sofaecke und BalkonvielmehrwieeinekleinePräsidentensuite anfühlt. Rupesh ist nur einer von fast 500 Hosts (so heissen hier die Crew-Mitglieder),diesichumdie461Suitenunddie Passagiere kümmern. Die jederzeit bereitstehen, um frische Handtücher ins geheizte Marmorbadezimmer zu hängen sich Lieblingsgetränke zu merken und Spezialkissen für guten Schlaf zu bringen.
Auf jeden Host kommen 1,25 Passagiere, Rupesh kümmert sich also fast nur um mich. Er merkt, dass ich müde bin, und schlägt das Bett für mich auf «Aber Sie müssen unbedingt noch den Vollmond anschauen» sagt er und stellt den gekühlten Champagner zum Liegebett an der
Reling. Während sich die Dunkelheit über Casablanca legt, schickt Kapitänin Serena Melani das Schiffshorn in die Nacht und zieht ins offene Meer gen Santa Cruz de Tenerife. Ich schlafe unterdessen bereits tief Kaum angekommen, bin ich schon runtergekommen.
Schwimmendes Hotel
Die «Explora II» ist das zweite Schiff der jungen Luxuslinie, die MSC Cruises, der grössten privaten Reederei mit 23 Kreuzfahrtschiffen und Sitz in Genf angehört. Ab Sommer 2026 wird ein weiteres Schiff, die «Explora III», in See stechen. «Mit Explora Journeys wollen wir das Erlebnis neu definieren», erklärt Anna Nash, die mit einem Vierteljahrhundert Erfahrung in der Luxushotellerie vor anderthalb Jahren von Aman als Präsidentin zu Explora Journeys kam. Das Kreuzfahrtschiff soll hier viel mehr als ein hochwertiges Luxushotel verstanden werden, das die Kreuzfahrtgäste in geräumigen Suiten um die ganze Welt fährt. «30 Prozent unserer Gäste sind
First-Time-Cruisers, ein eher jüngeres Publikum, das neugierig darauf ist wie sich eine Kreuzfahrt anfühlt», erklärt die besonnene Engländerin.
Geschätzte 3,5 Milliarden investiert man bei MSC in sechs Luxus-Kreuzfahrtschiffe, von denen zwei bereits auf See sind. Es ist eine Art geräumige Superjacht. Auf 14 Decks gibt es 18 Restaurants Bars und Lounges mit Gelateria, fünf Pools und ein Spa mit Eiswasserfall und Salzgrotte. Man wollte auf alles verzichten, was die Kreuzfahrtreise nervig macht: keine Schlangen beim Buffet oder überfüllte Pools. Ein entspannter, freundlicher Luxus – quasi ein All-inclusiveFünfsternehotel, bei dem vom Whiskey Sour an der Poolbar über das Wagyu-BeefTataki im Fine-Dining-Restaurant alles bereits mit eingerechnet ist. Was man hier fühlt, sei der «Ocean State of Mind»: «Es ist dieses Gefühl, das sich einstellt, wenn man eins wird mit dem Rhythmus des Meeres», versucht Nash das Gefühl an Bord zu beschreiben. Daran denke ich, als ich am nächsten Morgen vom rauschenden Wasser-
plätschern am Kiel geweckt werde. «Auf dem Schiff ist die Zeit auf Ihrer Seite. Es gibt kein Hetzen. Es gibt nur den Horizont als ständigen Begleiter», gab sie mir als Rat mit auf die Reise. Und so erkenne ich schnell, dass die beste Zeit auf dem Schiff dann ist, wenn der Tag noch hinter dem Horizont steckt und alle in ihren Suiten schlafen. Wenn sich das Wasser weiss ins tiefblaue Meer kräuselt und weit und breit aber wirklich gar nichts passiert, dann wird das Meer in unserer schnelllebigen Zeit zum Zufluchtsort und das Kreuzfahrtschiff zu einem Ruhe-Cocoon, in dem es nichts zu verpassen gibt. Das Licht ist anders, wenn sich der Himmel wie ein menschgewordenes William-Turner-Bild in allen Schattierungen vom Morgengrau bis Himmelblau präsentiert. Das Tempo ist langsamer und die Tiefenentspannunggelingtbereitsfrühmorgens im Bademantel mit einer Tasse Kaffee in der Hand.
Ich werfe einen Blick in die schiffseigene App, die mir die «Activities, Events & Rituals» anzeigt. Ich spare mir das «Awakening Yoga» für den nächsten Tag und gehe für «Walk a Mile» auf Deck14 wo ich alsbald mit dem Tennistrainer Alex aus Wimbledon auf der Laufbahn meine Runden ziehe. Beim zügigen Marschieren in der Meeresbrise überredet er mich zum Pickleball-Match am Nachmittag und weist mich darauf hin, dass heute ein sogenannter Destination Day sei. Sprich, die meisten Passagiere gehen von Bord und lassen sich ausgewählte Sehenswürdigkeiten zeigen. Aber ich kam ja, um das Meer zu sehen, und entscheide mich, die Welt aussen zu lassen.
Am Destination Day wird das Versprechen vom Privatjacht-Feeling eingelöst
Der Infinity-Pool wird zum Privatpool, die Spinning-Bikes im Gym kann ich mir aussuchen und beim Frühstück habe ich das Fil Rouge, eines der Fine-DiningRestaurants on Board, fast für mich alleine. Zenovel Petrea, Director of Food and Beverage, setzt sich zu mir, nach-
dem ich Interesse gezeigt habe, mehr über das hausgemachte Croissant zu erfahren. Er führt mich durch die acht Küchen, in denen 119 Köche unter der Leitung des französischen Spitzenkochs Franck Garanger auf Haute-CuisineNiveau kochen. In der Patisserie wird der Schatz von 600kg feinster französischer Butter gehortet, aus der täglich 300 Croissants gebacken werden. Heimlicher Star ist der 20-jährige Sauerteig, der hier mitreist und aus dem mit viel Verve eine Brotauslage gebacken wird, als wär’s eine Boulangerie in Paris
Den Alltag vergessen
«Man soll sich hier auf jeden Fall immer eine Extraportion bestellen», ist Zenovel Petrea überzeugt und steckt mir ein warmes Zitronenmadeleine zu Und so vergesse ich beim Lunch die Zeit und esse mich im Buffet-Restaurant Emporium Marketplace durch Austern und acht Sorten hausgemachter Pasta, löffle am Infinity-Pool frisches Sorbet und bestelle mir zum Dinner feinstes Sushi im panasiatischen Restaurant Sakura. Der Tag wird mit einer KlangschalenMeditation beendet, bei der ich zwischen einem Manager aus New York und einer Lebefrau aus Spanien sanft vom Meer gewiegt werde und zu feinem Glockenklang versuche, meine innere Mitte zu finden. So reiht sich ein Tag nach dem anderen auf dem Meer an, Tage, an denen ich vergesse, wie spät es ist oder welcher Wochentag gerade ist. An denen ich mir täglich ein neues Deck aussuche, um Bücher zu lesen oder mir in der Explora Lounge mit neuen Bekannten ein, zwei Clubsandwiches teile. Als das Schiff schliesslich den Endhafen meiner Reise in Lanzarote ansteuert, drehe ich vor Sonnenaufgang meine letzten Runden auf der Laufbahn. Mit jedem Schritt merke ich: Die Muskeln sind gelöst, das Herz ist ruhig, die Gedanken sind klar und sortiert. Das ist er wohl, der «Ocean State of Mind».
der «Explora II» dem Horizont entgegengleiten.
Die «Explora II» ist das zweite Schiff der jungen Luxuslinie die MSC Cruises, der grössten privaten Reederei mit Sitz in Genf, gehört.
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