Was Schiffe mit warmen Stuben zu tun haben
Viele Schweizer Häuser bleiben im Winter dank Erdgas warm. Gas ist ein Paradox: Einerseits ist es ein Übergangsbrennstoff, gleichzeitig aber auch Teil einer langfristigen Lösung für die CO2-Reduktion. Axpo gestaltet diesen Übergang aktiv mit.
Dass unsere Winter wärmer werden, schlägt sich in der Heizrechnung nieder: Schweizer Haushalte brauchen weniger Energie, um über den Winter warm zu bleiben, als noch vor Jahrzehnten. Woher aber diese Energie kommt und aus welchen Quellen sie stammt, das hat sich stark verändert. Im Idealfall würde jeder Haushalt seine Wärme vollständig aus erneuerbaren Quellen beziehen, um den globalen CO2-Ausstoss zu senken. Die Realität sieht vorerst aber anders aus, die Mehrzahl der Gebäude sind fürs Heizen auf Erdgas oder auf Strom angewiesen. Wobei auch bei der Stromproduktion Erdgas weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Zwar wächst glücklicherweise der Anteil neuer erneuerbarer Energien stetig an – aktuell liegt er in Europa bei geschätzt 30 Prozent. Neue erneuerbare Energie stammt aber vor allem aus Solar- und Windanlagen, die besonders tagsüber Strom liefern. Der Nachteil: Speichertechnologien wie etwa Batterien sind noch nicht so weit ausgereift, dass eine kontinuierliche Versorgung möglich wäre. Insbesondere gilt dies über längere Zeiträume, in denen zu wenig Sonne scheint oder Wind weht.
Um Versorgungslücken zu vermeiden, braucht es also eine Überbrückung– und hier kommt Erdgas ins Spiel. Erdgas ist in der Verbrennung der emissionsärmste konventionelle Energieträger und ermöglicht in den Zeitfenstern geringer erneuerbarer Produktion – zum Beispiel bei Dunkelflauten oder bei unerwarteten Verbrauchsspitzen – ein stabiles Stromangebot. Nicht nur für die Stromproduktion ist deshalb zurzeit Erdgas noch unverzichtbar, auch in Industriezweigen, die hohe Temperaturen benötigen oder auf kontinuierliche Energiezufuhr angewiesen sind, bleibt Gas vorerst unersetzlich. Parallel dazu entsteht neuer Bedarf, um die Emissionen zu reduzieren. Der Schwerlastverkehr, Teile der chemischen Industrie und speziell die Schifffahrt erkunden Gas und insbesondere verflüssigtes Erdgas (LNG, Liquefied Natural Gas) als pragmatische Alternative zu Diesel oder Schweröl. Die Nutzung von Biogas oder Biomethan (gereinigtes Biogas) kann Emissionen dabei weiter deutlich senken oder nahezu vollständig vermeiden.
Energieproduktion, Energiehandel und Innovationstreiberin: Axpo ist nicht nur die grösste Schweizer Stromproduzentin, sondern auch internationale Vorreiterin im Energiehandel und in der Vermarktung von Solarund Windkraft. Rund 7500 Mitarbeitende verbinden Erfahrung und Know-how mit der Leidenschaft für Innovation und der gemeinsamen Suche nach immer besseren Lösungen. Sie setzt auf innovative Technologien, um die sich stets wandelnden Bedürfnisse ihrer Kunden in über 30 Ländern in Europa, Nordamerika und Asien zu erfüllen.
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Spezielle LNG-Betankungsschiffe tragen dazu bei, die internationale Schifffahrt zu dekarbonisieren.
LNG, also flüssiges Erdgas, ist auch global interessant: Unabhängig von bestehenden Pipelines kann es weltweit verschifft werden. So können Handelspartner Abhängigkeiten von bestehenden Infrastrukturen – Stichwort: russisches Gas – umgehen. Die vergangenen Jahre haben generell die Verwundbarkeit europäischer Energiesysteme offenbart. Aufgrund der Pandemie unterbrochene Lieferketten, geopolitische Spannungen und daraus resultierende Preissprünge haben aufgezeigt, wie wichtig Diversifikation und Flexibilität für die europäische Versorgungssicherheit sind. Besonders LNG-Importe haben dabei geholfen, Engpässe zu überbrücken und die Märkte zu stabilisieren.
Ein Konzern, der viele Hüte trägt
Ein Schweizer Konzern agiert in diesem Feld auf gleich mehreren Ebenen: Axpo, das grösste hiesige Energieunternehmen, ist breit aufgestellt. Neben der emissionsarmen Stromproduktion in der Schweiz und dem europaweiten Ausbau der erneuerbaren Energie ist Axpo auch im internationalen Gas- und LNG-Markt präsent. Das Unternehmen ist in nahezu allen europäischen Ländern im Gashandel und -vertrieb aktiv und gehört zu den wenigen europäischen Experten, die Gas von Süd- nach Nordeuropa oder von West- nach Osteuropa transportieren können. Dies, gekoppelt mit langjährig verfeinerter Expertise zu Logistik und Speicherung, hat es ermöglicht, Schweizer Kunden und Märkte auch in Zeiten grösster
Unsicherheit konstant zu versorgen. Gleichzeitig berät die Stromproduzentin aber auch nationale und globale Unternehmen, die zurzeit noch auf Erdgas angewiesen sind, ihren CO2-Ausstoss aber reduzieren wollen.
Ob Industrieprozesse, Transport, Wärme oder Schifffahrt: Viele Kunden benötigen Lösungen, die sofort einsetzbar und zugleich klimaverträglicher sind als reine fossile Energieträger. BioLNG, Biomethan und andere Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen bieten solche Optionen. Sie ermöglichen es, schwer elektrifizierbare Sektoren in der Industrie sowie den Schiffs- und Flugtransport zu dekarbonisieren.
Um diese Optionen anbieten zu können, greift Axpo auch auf Know-how aus der Schweiz zurück: Dort gehört das Unternehmen zu den führenden Betreibern von Anlagen zur Trockenvergärung organischer Abfälle. Fünfzehn Biogasanlagen erzeugen bereits erneuerbare Energie und liefern zugleich nährstoffreichen Dünger, weitere Anlagen sind geplant. Das Biogas lässt sich in das bereits bestehende Gasnetz einspeisen oder dient als Basis für die Entwicklung von Biomethan und BioLNG.
Vorreiter sind hierbei Dänemark und Schweden. Dort lag 2024 der Verbrauchanteil erneuerbarer Gase bereits bei 35, respektive 25 Prozent. In der Schweiz stammten im Jahr 2022 rund 7 Prozent des hierzulande verbrauchten Gases aus solchen erneuerbaren Quellen. In Europa steigt der Verbrauch erneuerbarer Gase generell, 2024 lag er bei 6,6 Prozent. Global gesehen ist es aber erst rund 1 Prozent.
Axpo investiert auch deshalb im europäischen Ausland in die Produktion erneuerbarer Gase, etwa in Spanien. Dort erzeugt die Anlage Noguera Renovables Biomethan aus Gülle, die aus lokaler Rinderzucht anfällt, aktuell jährlich 26 Gigawattstunden, die in das lokale Gasnetz eingespeist werden. Mittelfristig sollen es mehr als hundert Gigawattstunden werden. Auch in Italien, Polen und Portugal entstehen auf Initiative des Schweizer Konzerns Biogasanlagen, die ab 2026 und 2027 in Betrieb gehen sollen. Das erwähnte Biogas wird unter anderem auch zur Dekarbonisierung der Schifffahrt genutzt. Axpo investiert derzeit in sogenannte Bunkerschiffe –speziell angefertigte Modelle, die konventionelle Schiffe, welche LNG als Kraftstoff benutzen, betanken können.
Im Jahr 2025 führte Axpo erstmals eine eigene BioLNG-Betankung durch und arbeitet aktuell an der Entwicklung weiterer eigener Bunkerschiffe, um diese Geschäftstätigkeit auszubauen.
Steter Wandel mit steter Kontinuität
Der Energiekonzern ist weiterhin auch im LNG-Geschäft tätig, um Erdgas von Produktionsländern wie den USA oder Katar nach Europa zu bringen. Diese Tätigkeit wurde ab 2022 besonders wichtig, um die Gasversorgung Europas zu sichern – in diesem Jahr hatte Russland seine Lieferungen stark reduziert.
Ob Industrie, Transport, Wärme oder Schifffahrt: Viele Kunden benötigen sofort möglichst klimaverträgliche Lösungen.
Für Schweizer Haushalte bedeutet all dies vor allem eines: Damit unsere Stuben im Winter warm bleiben und der Kühlschrank auch im Sommer kühlt, bleiben wir für die mittelfristige Zukunft auf Gas – und auf eine geschickte Navigation im volatilen Gasmarkt – angewiesen. Und da wir in der Schweiz weder über grosse Speicher noch über eigene Erdgasvorräte verfügen, bleiben flexible internationale Lieferketten und solide Verträge mit europäischen und globalen Vertragspartnern essenziell, auch wenn die Produktion erneuerbarer Gase im Inund Ausland steigt.
Dieser Inhalt wurde von NZZ Content Creation im Auftrag von Axpo erstellt.