www.kirchenzeitung.at | 7. November 2024 | Spezial 03-2024
Die Pfarren
Die 14 Pfarren des Dekanats Windischgarsten stellen sich vor: ihre Geschichte, ihre Kirchen und ihre Schwerpunkte in der Seelsorge. Seite 12 bis 16
Berge und Glaube
Gerhard Hackl, Pfarrer in Hinterstoder und Vorderstoder, macht tagtäglich eine Bergtour. Die Kirchenzeitung hat ihn bei einer begleitet. Seite 20
Wege der Begegnung_
Bischof Manfred Scheuer besucht mit seinem Team vom 17. bis 23. November das Dekanat Windischgarsten, um einen Einblick in Land und Leute der Region zu bekommen. Das Motto der Visitation ist „Wege der Begegnung“. Seite 24
Ein herzliches Grüß Gott!
Die Kirche lebt – und sie ist vielfältig! Das nehme ich ganz stark bei meinen Besuchen in den Pfarren und Dekanaten unserer Diözese wahr. Die Kirche ist auch im Kremstal und in der Pyhrnregion ein wesentlicher Teil der Gesellschaft und hat Bedeutung für viele Menschen.
Unser Besuch im Rahmen der Visitation ist eine gute Gelegenheit, dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben im Dekanat Windischgarsten tiefer nachzuspüren. Nur durch unmittelbaren Kontakt in den Pfarren und den kirchlichen Knotenpunkten ist es möglich zu sehen und zu hören, wie sich die Situation der Menschen tatsächlich darstellt. Was funktioniert gut, wo sind die Kraftquellen, wie wird der Glaube gelebt? Wo hapert es, welche Sorgen sind da? Welche Erwartungen gibt es an die Diözese bzw. an die kirchlichen Strukturen vor Ort? Wie können wir als Kirche in Oberösterreich gemeinsam gut unterwegs sein?
Die Kirche steht angesichts der sich rasch ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor vielen Herausforderungen. Sie hat in der Spur Jesu immer wieder passende Wege gefunden, indem sie Bewährtes weitergeführt und Neues aufgegriffen hat. Ich möchte auch im Dekanat Windischgarsten dafür werben, das Gemeinsame in den Pfarrgemeinden zu sehen, die Zusammenarbeit im Sinne des diözesanen Zukunftsweges zu stärken und dabei in allem zuversichtlich auf den Geist Gottes zu vertrauen.
Ich und mein Visitationsteam freuen uns schon sehr auf viele Begegnungen!
„Sie halten die Kirche in Bewegung“
Im Interview sprechen Dechant Pater Severin
Kranabitl und Dekanatsassistentin Susanne Lammer über Seelsorge, die Zukunft der Kirche und das große ehrenamtliche Engagement in den Pfarren.
Das Dekanat Windischgarsten ist geografisch lang gezogen und reicht auf einer Strecke von knapp 60 Kilometern von Wartberg an der Krems im Norden bis Spital am Pyhrn im Süden. Die beeindruckende Naturlandschaft mit den schroffen Bergen, sanften Tälern und wilden Flüssen macht die Region zu einer beliebten Tourismusdestination. Bereits in der Römerzeit war die Gegend von Fremden und Gästen von außerhalb frequentiert, vor allem weil schon hier bald wichtige Übergänge von Nord nach Süd als Handelsrouten genutzt wurden (siehe auch Seite 8 und 9). „Wege der Begegnung“ ist deshalb das treffende Motto der Visitationswoche, wenn es um den Austausch zwischen der Kirche vor Ort und der Diözesanleitung geht. Schon im Vorfeld erzählten Dechant Pater Severin Kranabitl und Dekanatsassistentin Susanne Lammer im Gespräch mit der Kirchenzeitung, was die Kirche in der Region ausmacht. „Typisch sind auf jeden Fall die vielen kleinen Pfarren. Man kennt sich oft persönlich, was zu einem Gefühl der Zugehörigkeit beiträgt“, sagt P. Severin Kranabitl. Charakte-
ristisch sei zudem die große Diversität im Dekanat, betont Susanne Lammer. Denn neben den landschaftlichen Schönheiten prägen auch die Landwirtschaft, die Industriebetriebe im Kremstal, das Krankenhaus und der große Schulstandort in Kirchdorf die Region in vielfältiger Weise.
HALTEN KIRCHE IN BEWEGUNG
Jedenfalls nutzen noch immer viele Menschen die Möglichkeit, aktiv am kirchlichen Gemeindeleben teilzunehmen. „In den 14 Pfarren des Dekanats engagieren sich unheimlich viele Ehrenamtliche“, sagt Pater Severin. Sie fördern den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinden, organisieren Veranstaltungen und Aktivitäten und bringen so die Menschen zusammen. Viele ehrenamtliche Mitarbeiter:innen engagieren sich zudem in sozialen Projekten, die über die kirchlichen Grenzen hinausgehen. Kurzum: „Die Ehrenamtlichen halten die Kirche in Bewegung“, sagt Pater Severin. Er ist davon überzeugt, dass es für eine gute Seelsorge wichtig sei, nahe bei den Menschen zu sein. Wie das gelingen kann, konkretisiert
Wakolbinger
Susanne Lammer. „In der Pfarre Kirchdorf setzen wir zum Beispiel auf leicht zugängliche Angebote wie die ,Heilsame Woche‘ in der Fastenzeit. Bei Stationen im Kirchenraum und bei verschiedenen Veranstaltungen wurden ganz unterschiedliche Personen von Schulkindern bis Pensionist:innen angesprochen“, sagt die Theologin.
FREIES, FREUDVOLLES LEBEN
Ein besonderes Anliegen ist Pater Severin Kranabitl außerdem eine würdige Liturgie, die ohne Frömmelei und religiöse Floskeln auskommt und dafür „geerdet“ ist. Der Dechant setzt auf eine verständliche Sprache, die die Botschaft der Kirche klar und einladend vermittelt. Klar ist für ihn auch, dass Kirche immer mit dem Leben zu tun hat. „Die Kirche lebt in der Welt, es gibt nicht dort die Welt und da die Kirche.“ Ähnlich formuliert es Dekanatsassistentin Susanne Lammer: „Kirche hat Zukunft, wenn wir vermitteln, dass Menschen hier für ihr Leben Unterstützung finden. Ich will von einem großen Gott erzählen, der eine freies und freudvolles Leben ermöglicht.“
NEUE PFARRE
Um die Voraussetzungen für eine gute Seelsorge geht es letztlich auch bei der neuen Pfarrstruktur der Diözese Linz, bei der die einzelnen Pfarrgemeinden näher zusammenrücken werden. So wird das Dekanat Windischgarsten sich ab Herbst 2025 auf die Umstellung zur neuen Pfarre vorbereiten (siehe Seite 19). „Wir stehen hier noch am Anfang und wollen die Visitation nutzen, damit zu beginnen, neue Wege zu gehen“, erklärt Susanne Lammer.
PAUL STÜTZ
Die Kirchenzeitung in jedem Haus
Als Vorbereitung auf den Besuch von Bischof Manfred Scheuer im Dekanat Windischgarsten erhält jeder Haushalt in der Region kostenlos diese Sonderausgabe der Kirchenzeitung der Diözese Linz. Der Bischof und sein Team sind vom 17. bis 23. November 2024 in den Pfarren des Dekanats unterwegs.
Wie
zukunftsfähig ist die Kirche?
Die Kirchen stehen vor der Herausforderung, ihren Platz in der modernen Gesellschaft zu behaupten. Wie das gelingen kann, ist Gegenstand eines Podiumsgesprächs anlässlich der Visitation.
Einerseits gibt es viele Menschen, die nach spiritueller Orientierung und Gemeinschaft suchen. Die Kirche spielt hier nach wie vor eine wichtige Rolle, indem sie Räume für Begegnung, Austausch und Unterstützung bietet.
Andererseits sehen sich viele Kirchen mit sinkenden Mitgliederzahlen und einer zunehmenden Säkularisierung konfrontiert. Traditionelle Strukturen und Rituale werden oft hinterfragt, und es besteht die Gefahr, dass die Kirche als Institution an Bedeutung verliert. Wo und wie können Menschen heute erreicht werden? Welche Themen und Angebote sind hier wichtig? Also: Was muss die Kirche tun, um zukunftsfähig zu bleiben?
Zu diesem Thema findet am Donnerstag, 21. November um 19 Uhr ein Podiumsgespräch im Gasthaus Rettenbacher in Kirchdorf an der Krems statt.
Pater Severin Kranabtil und Susanne Lammer, Dechant und Dekanatsassistentin des Dekanats Kirchdorf. Haijes
Im Einsatz für Nächstenliebe im Dekanat Windischgarsten
Seit Jänner 2023 sind die Angebote der Caritas in der Region im Caritas-Zentrum am Samhaberweg 4 in Kirchdorf vereint. Dazu gehört die Caritas-Sozialberatung, bei der Menschen in existenziellen Notlagen nach telefonischer Terminvereinbarung unter Tel. 0676 8776 2386 Beratung und Unterstützung erhalten.
Die Mobilen Familiendienste der Caritas kommen ins Haus und stärken die Familie, wenn nach einer Geburt, der Erkrankung eines Elternteils, oder anderen Gründen einfach alles zu viel wird.
Die Caritas-Familienhelfer:innen verfügen über eine qualifizierte Ausbildung, um Kinderbetreuung und Haushaltsführung übernehmen zu können.
In einzelnen Gemeinden stehen die Mobilen Pflegedienste älteren Menschen zur Seite, damit sie möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können. Infos zu den Mobilen Familien- und Pflegediensten: www.mobiledienste.or.at
FLÜCHTLINGSHILFE
Die Flüchtlingshilfe bietet Asylwerber:innen, die Anspruch auf Grundversorgung haben, Orientierung und Hilfe in sozialen und rechtlichen Fragen. Flüchtlingen wird
nach Erhalt eines positiven Asylbescheids vom ICE (Integrations-Caritas-Express) beim Start in ein eigenständiges Leben geholfen. Das ReKI (Regionales Kompetenzzentrum für Integration und Diversität) der Caritas unterstützt Gemeinden bei der aktiven Gestaltung des Zusammenlebens von Einheimischen und Menschen mit Migrationshintergrund.
Caritas-Mitarbeiter Herbert Altmann hat als Regionalkoordinator der Caritas in Kirchdorf ebenfalls sein Büro im Haus und ist erste Anlaufstelle zu allen Fragen zu Caritas-Einrichtungen, Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements und regio-
nalen Kooperationen. Er unterstützt auch die Pfarren im Dekanat in ihrem sozialen Engagement.
PFARRCARITAS
In fünf Pfarren (Wartberg, Nußbach, Kirchdorf, Windischgarsten, Spital/P.) gibt es aktive Pfarrcaritas-Fachteams. Diese organisieren Spendensammelaktionen und kümmern sich um soziale Notfälle. Die Pfarrcaritas Kirchdorf betreibt einen Caritas-Laden in dem Kleidung, Haushaltswaren, Spielsachen, etc. abgegeben bzw. günstig erworben werden können. Zu den Öffnungszeiten (Mo. 15 bis 17 Uhr und Do. 9 bis 11 Uhr) herrscht dort reges Treiben. Die Leiterin, Notburga Gartenlehner, wurde dafür 2022 mit der Elisabethrose der Caritas ausgezeichnet.
In vier Kindergärten, drei Krabbelstuben und einem Hort der Pfarrcaritas im Dekanat (Wartberg, Steinbach/Zbg., Windischgarsten, Spital/P.) sind 74 Mitarbeiter:innen beschäftigt, diese begleiten und betreuen rund 380 Kinder in 22 Gruppen.
Kontakt RegionalCaritas, Herbert Altmann: Tel.: 0676/87762015, E-Mail: herbert.altmann@caritas-ooe.at
Die Chance kirchlicher Jugendarbeit
In einer Pfarre findet man Beteiligungsmöglichkeiten vom Kleinkindalter bis zum Lebensabend. In besonderer Weise kann davon die Kinderund Jugendarbeit profitieren. Es gibt meist eine gute Infrastruktur, generationenübergreifende Zusammenarbeit und die absolute Stärke: einen großen Spielraum. Bei all den Angeboten für die Jugend und auch den vielen Jugendgruppen, die es heute gibt, kommt der Jugend in der Kirche ein besonderes Potenzial zu. „Zuallererst haben wir eine unerschöpfliche Ressource für unsere Gemeinschaft: den Glauben an Gott. Dieser Glau-
be stiftet Orientierung, Stabilität und Sinn“, erklärt Christoph Gössweiner, Beauftragter für Jugendpastoral im Dekanat Windischgarsten. Werde dieses „Zuallererst“ bedacht und gelebt, eröffne sich ein Raum, in dem sehr viele gemeinschaftliche Aktivitäten Platz haben. Ein paar Beispiele: Der katholische Glaube ist weltumfassend, das heißt, man kann sehr leicht mit der Jugend eine Reise unternehmen und findet in der Ferne beinahe überall Anknüpfungspunkte. Ein weiteres Beispiel: „Wir sind nicht an bestimmte Aktivitäten gebunden wie z. B. ein Sportverein“, sagt Göss-
für
weiner. Dies bedeute zum einen, dass die Teilnahme am pfarrlichen Leben nicht von Fähigkeiten oder Eigenschaften abhängt, zum anderen, dass es möglich ist, einmal gemeinsam zu wandern,
ein andermal gemeinsam zu kochen, zu spielen, zu lernen oder einfach zu plaudern. Die Rückbindung an Gott ermöglicht es, dass alle diese Aktivitäten für die Gemeinschaft fruchtbar sein können.
Christoph Gössweiner und Ida Brandstätter sind beide
die Jugendpastoral im Dekanat Windischgarsten beauftragt. Privat
Der Pfarrcaritas-Laden Kirchdorf. Caritas
Reha-Zentrum für Kinder in Kakonko wird erweitert
In den vergangenen Monaten stand in der Pfarre Kirchdorf und darüber hinaus Biko, ein beeinträchtigter junger Mann aus Tansania, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Er wurde im Phyrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf behandelt. Hinter dieser Einzelfall-Hilfe steht aber ein Programm. Die Pfarre Kirchdorf unterstützt in Tansania eine Schule und ein Zentrum für behinderte Menschen.
Im Gebiet von Kakonko im Nordwesten Tansanias, in dem an die 100.000 Menschen leben, sind 4.000 behinderte Kinder und Erwachsene registriert. „Das ist eine unvorstellbar hohe Zahl“, erklärt Günther Humer, der zur Projektgruppe Kakonko gehört und mit dem Arzt Thomas Pauzenberger, Maria Spernbauer und Stella Baradyana im Frühjahr 2023 das Rehabilitationszentrum in Kakonko besucht hat. Die Einrichtung nimmt sich behinderter Menschen an und wird im Rahmen einer Pfarrpartnerschaft von Kirchdorf regelmäßig unterstützt.
NOTWENDIGE EIGENINITIATIVE
In diesem Rehabilitationszentrum sind neben einer Schneiderei eine Schule und ein Internat untergebracht. 15 Kinder können dort wohnen, Jahr für Jahr wird die Einrichtung von Kirchdorf mit rund 6.000 Euro finanziert. „Bei diesem Betrag ist natürlich die Eigeninitiative von Betreuerin und Köchinnen selbst sehr gefordert. Alle engagieren sich sehr, dass das Zentrum läuft“, be-
tont Humer. Dank des Zentrums geschehen kleine Wunder. Joachim Fransisco Bikolimana – von allen Biko gennant – ist eines davon. Die Kakonko-Projektgruppe hatte ihn Anfang 2024 nach Kirchdorf geholt. Nach einem halben Jahr im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf konnte der 24-Jährige hoffnungsfroh Abschied nehmen. Biko erhielt dort eine Beinprothese und danach viele Therapien, um die Muskeln zu trainieren und die richtige Belastung der Beine beim Gehen zu erlernen. Inzwischen hat er – das ist sein Lebenstraum – mit dem Journalismus-Studium begonnen.
GEMEINSAM MIT DEM STAAT
Das Kirchdorfer Kakonko-Team wird als nächsten Schritt den Ausbau des Zentrums ermöglichen. Das Internat soll künftig 80 Kinder im Alter von sieben bis vierzehn Jahren beherbergen, weiters sollen ein Sportplatz und drei neue Klassen entstehen. An der Finanzierung des 120.000-Euro-Projekts wird mit grosser Unterstützung der Gruppe in Kirchdorf kräftig gearbeitet. Voraussetzung für das Engagement aus Österreich war, dass der Staat Tansania auch Verantwortung übernimmt. Die öffentliche Hand hat sich vertraglich verpflichtet, die Verpflegung sowie das Lehrund Betreuungspersonal zu bezahlen, für die medizinische Betreuung, die Schulbücher und -uniformen sowie Energie wird das Kirchdorfer Team sorgen. JW/PS
Die Erntekrone wurde kürzlich von über 200 Schüler:innen in die Stiftskirche getragen, wo Abt Nikolaus mit der Schulgemeinschaft den Erntedankgottesdienst feierte. Braunsberger
Zukunft und Umwelt
Am Mittwoch, 20. November 2024 wird Bischof Manfred Scheuer in der Landwirtschaftsschule Schlierbach zu Gast sein (13:30 Uhr). Die Veranstaltung im Mehrzwecksaal steht unter dem Thema „Hier wächst die Zukunft“, das gleichzeitig auch das Motto der Schule ist. Schüler werden präsentieren, wofür man im Blick auf die Schöpfung dankbar sein kann. In einem zweiten Teil verweisen sie dann auf drängende Umweltprobleme und stellen Lösungen zur Diskussion. Die Begegnung und das Gespräch, in das die Jugendlichen mit dem Bischof zum Thema Umwelt eintreten, steht allen Interessierten offen.
Die Schule in Schlierbach bietet eine 3-jährige landwirtschaftliche Ausbildung, die eine Schwerpunktsetzung in Ackerbau, Grünland oder Forstwirtschaft ermöglicht und die mit der Qualifizierung Landwirtschaftlicher Facharbeiter abschließt. Zusätzlich ist die Landwirtschaftsschule auch eine Stätte der Aus- und Weiterbildung für Erwachsene wie z. B. die Abendschule „Landwirtschaft“ oder „Biomasse – Bioenergie“. Seit über 100 Jahren besteht in Schlierbach eine Landwirtschaftsschule, bis zur Eröffnung des Neubaus 1982 war sie räumlich eng mit dem Stift verbunden.
Thomas Pauzenberger (Mitte) im Hof des Rehabilitationszentrums: Im Rahmen
„Armut wird nach wie vor vererbt“
Franz Kehrer, Direktor der Caritas in Oberösterreich, gibt Einblick in das weite und fordernde Aufgabenfeld der Caritas.
Was bedeutet Armut in Österreich und was tut die Caritas OÖ dagegen?
Franz Kehrer: In unseren Sozialberatungsstellen bieten wir Menschen in Not Beratung und Überbrückungshilfe an. Sie haben mit vielen Problemen zu kämpfen. Zentral sind aber bei den meisten die hohen Ausgaben für Miete und Energie – dafür müssen unsere Klient:innen im Schnitt 40 Prozent ihres ohnehin geringen Einkommens aufwenden. Dank Spenden können wir jährlich Tausenden Menschen in Oberösterreich aus der akuten Notlage helfen. Wir erleben täglich auch, dass Armut psychisch enorm belastet und krank macht.
Auf dem Land ist Armut oft sehr versteckt, da die Betroffenen versuchen, die Fassade lange aufrechtzuerhalten. Scham und die Angst vor Stigmatisierung halten viele davon ab, rechtzeitig Hilfe zu suchen. Mit Einrichtungen wie unserem Tageszentrum Wärmestube, dem Help-Mobil, dem Haus für Mutter und Kind und vielen anderen Angeboten stehen wir zusätzlich Menschen in Wohnungsnot und Krisen zur Seite. Und wir fordern auf Grundlage unserer Erfahrungen Maßnahmen vonseiten der Politik ein, um die strukturellen Ursachen von Armut zu bekämpfen.
Wie kann Bildung als Schlüssel gegen Armut genutzt werden und was müsste getan wer-
den, um Kindern gleiche Chancen zu eröffnen?
Franz Kehrer: Dass Armut in unserer Gesellschaft nach wie vor „vererbt“ wird, liegt daran, dass Kinder aus sozial benachteiligten Haushalten geringere Chancen haben, um im Bildungssystem zu bestehen. Auch weil es in diesen Haushalten an Unterstützungsmöglichkeiten fehlt. Aus diesem Grund haben wir die Lerncafés ins Leben gerufen, wo Freiwillige Kinder aus sozial benachteiligten Familien dabei unterstützen, die Schule erfolgreich abzuschließen. Wie wir aus verschiedenen Studien wissen, ist aber schon die frühkindliche Bildung in Krabbelstuben und Kindergärten ein wichtiger Hebel in Sachen Armutsbekämpfung. Daher sind die verstärkten Investitionen in die Bildung und Förderung von benachteiligten Kindern von Beginn an so wichtig und also dringend geboten.
Warum ist ehrenamtliches Engagement wichtig für die Caritas? Welche Möglichkeiten gibt es für Freiwillige, sich einzubringen? Franz Kehrer: Ehrenamtliches Engagement ist für unsere Gesellschaft ganz wichtig und auch für die Caritas unverzichtbar. Projekte wie die Lerncafés für benachteiligte Kinder oder die Hospizarbeit wären ohne Freiwillige nicht möglich. Junge Menschen können sich bei uns über den actionPool
der youngCaritas bei zeitlich befristeten Aktionen engagieren. Unsere OnlineCommunity „füreinand’“ fördert Mitmenschlichkeit und ermöglicht spontanes Helfen in ganz Österreich. Ehrenamtliche profitieren auch selbst davon, denn das Engagement für andere bereichert auch das eigene Leben.
„Auf dem Land ist die Armut oft sehr versteckt. Scham und die Angst vor der Stigmatisierung halten viele davon ab, rechtzeitig Hilfe zu suchen.“
FRANZ KEHRER
Welche Unterstützung leistet die Caritas OÖ für pflegende Angehörige und was sollte die Politik für sie tun?
Franz Kehrer: Pflegende Angehörige sind nicht nur der größte Pflegedienst in Österreich, sondern auch eine tragende Säule unseres Pflegesystems. Zur Entlastung bieten wir pflegenden Angehörigen Beratung, Kurse und Treffpunkte über unsere Servicestellen an. Und wir ermutigen Angehörige, Entlastungsangebote wie unsere
Franz Kehrer ist seit 2013 Direktor der Caritas Oberösterreich. Caritas
Erholungstage zu nutzen. Sozialpolitisch notwendig wären unter anderem mehr Kurzzeitpflegeplätze, Tagesbetreuungsangebote und finanzielle Absicherung, insbesondere für jene, die aufgrund der Pflege ihren Beruf aufgeben müssen. Ein jährlicher Bonus von 1.500 Euro ist hilfreich, aber nicht ausreichend. Die Verbesserung ihrer Lebenssituation sowie die Wertschätzung ihrer Leistungen sind daher im gesamtgesellschaftlichen Interesse.
Wie steht es um die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigungen in unserer Gesellschaft und was tut die Caritas dafür?
Franz Kehrer: Menschen mit Beeinträchtigungen haben in Österreich leider in vielen Bereichen nicht die gleichen Rechte und Chancen. Die Caritas setzt sich dafür ein, eine inklusive Gesellschaft zu fördern, und fordert die ernsthafte Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Wir haben eine Reihe von innovativen Angeboten und Projekten, um selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und die Inklusion in der Gesellschaft zu fördern. Ein noch junges Projekt ist die „Inklusive Redaktion“, die Menschen mit Beeinträchtigungen eine Plattform bietet, kreativ mitzuwirken und ihre Stimmen „hörbar“ zu machen.
Wie kann Integration von Menschen mit Migrationshintergrund gut gelingen?
Franz Kehrer: Es geht darum, so rasch als möglich Teilhabemöglichkeiten für alle zu eröffnen. Sei es im Bildungs-, Gesundheits-, Wohn- oder Arbeitsmarktbereich. Durch die Einbeziehung aller gelingt auch das Voneinander-Lernen. Wenn Menschen Zugehörigkeit und Teilhabe erleben, Chancen und Perspektiven im Leben erhalten, verbessert dies die Beteiligung der Personen und reduziert die Gefahr von Isolierung, Bildung geschlossener Communitys oder gar Radikalisierungstendenzen. Und natürlich braucht es leistbare und bedarfsorientierte Bildungsangebote zum Spracherwerb und zur Weiterqualifizierung.
Wofür braucht die Caritas Spenden – und kommen diese auch wirklich an?
Franz Kehrer: Die Caritas ist auf Spenden angewiesen, um Hilfsangebote zu finanzieren, die nicht oder nur teilweise von der öffentlichen Hand unterstützt werden. Das betrifft zum Beispiel unsere Sozialberatungsstellen für Menschen in Not, Lerncafés für benachteiligte Kinder, Hilfe für Obdachlose, Krisenwohnungen und Projekte in Afrika und Osteuropa. Wobei circa 90 Prozent unserer Hilfsleistungen für Menschen in Oberösterreich erbracht wer-
den. Die Spenden kommen selbstverständlich an – jährlich können wir damit sehr vieles für Tausende Menschen bewirken. Dazu kann man sich auf unserer Homepage www.caritas-ooe.at im Jahresbericht und in den vielen aktuellen Berichten überzeugen. Nur rund 10 Cent jedes SpendenEuros werden bei uns für die notwendige sorgfältige Buchhaltung und Werbung verwendet.
Welche Rolle spielt ökologische Nachhaltigkeit in der Arbeit der Caritas, um den Klimawandel zu bekämpfen?
Franz Kehrer: Aktuell sparen wir in Oberösterreich jährlich 90 Tonnen CO2 ein, weil wir seit 2017 kontinuierlich den Ausbau von Fotovoltaikanlagen vorantreiben. Ebenso haben wir bereits in 65 von unseren 82 eigenen Objekten keine Gas- oder Ölheizung mehr. Das Bekenntnis zum nachhaltigen Handeln haben wir bereits vor 16 Jahren in unser Leitbild aufgenommen und achten in allen Bereichen darauf, mit gezielten Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels beizutragen. Das nicht zuletzt auch deshalb, weil wir in unserer internationalen Arbeit bereits mit den sozialen Folgen des Klimawandels konfrontiert sind. So ist zum Beispiel die Demokratische Republik Kongo, in der wir tätig sind, mit extremen Dürren und Hochwasserlagen konfrontiert, die Kleinbauern kämpfen hier um ihre Existenz. Daher setzen wir auch dort innovative Projekte um, um unter anderem die Böden zu schützen und neue Anbaumethoden zu etablieren.
Die heilige Elisabeth ist ja die Patronin der Caritas. Inwiefern ist sie auch heute noch Vorbild für die Caritas-Arbeit?
Franz Kehrer: Die heilige Elisabeth ist uns mit ihrem engagierten, mutigen Einsatz für Menschen in schwierigen Lebenssituationen Vorbild. Ihre Überzeugung und innere Stärke können uns in der oftmals auch mühsamen täglichen Arbeit sowohl Richtschnur als auch „Mutmacher“ sein.
FRANZ KEHRER, MAS
DIREKTOR DER CARITAS OÖ
Franz Kehrer ist gelernter Tischler und Landwirtschaftlicher Facharbeiter. Er absolvierte das Aufbaustudium Sozialmanagement an der Johannes Kepler Universität Linz mit dem Abschluss als Master of Advanced Studies. Kehrer war Organisationssekretär der Katholischen Jungschar, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste und ist seit 1998 bei der Caritas tätig.
Die heilige Elisabeth
Die heilige Elisabeth ist die Schutzheilige der Caritas. Sie wurde 1207 geboren. Mit vier Jahren wurde sie mit dem thüringischen Landgrafensohn Ludwig IV. verlobt und zog auf die Wartburg. Mit 14 Jahren fand die Hochzeit statt. Die beiden bekamen drei Kinder. Trotz ihrer Stellung widmete sich Elisabeth mit großem Einsatz den Ärmsten der Gesellschaft. Vonseiten des Adels wurde diese Haltung nicht gutgeheißen. Ihr Mann jedoch unterstützte sie. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahr 1227 stellte ihr Ludwigs jüngerer Bruder ein Ultimatum: Entweder sie passt sich den höfischen Sitten an oder sie muss gehen. Elisabeth verließ die Wartburg. Sie gründete in Marburg ein Spital, welches Kranke pflegte, die in keinem anderen Krankenhaus aufgenommen wurden. Das Krankenhaus benannte sie zu Ehren des heiligen Franziskus. Ein Jahr später änderte sie ihr Leben nun endgültig. Sie trat dem Franziskanerorden bei. Sie stellte die Hilfe für Arme an oberste Stelle. Elisabeth starb 1231. Bereits vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie heiliggesprochen. Ihr Einsatz inspiriert bis heute eine Vielzahl von Ordensgemeinschaften.
Elisabeth von Thüringen. Joachim Schäfer, Ökumenisches Heiligenlexikon
Hinweisschild auf den Benediktweg – vor der Stiftskirche Spital am Pyhrn. Der Ur-Benediktweg führt von
Gerade Wege sind nie
„Wege
der Begegnung, vom Oberen Kremstal bis zum Pyhrnpass“ ist das Motto der Visitation. Wie sehr das Dekanat vom Leben an der Straße geprägt ist und was das mit dem Benediktweg zu tun hat.
Römische Truppen sind hier durchgezogen, am Weg zur Grenze an der Donau, Händler mit hunderten Stück Vieh am Weg zu ihren Kunden, Kreuzritter oder solche, die es werden wollten. Und für etliche von ihnen war der Weg hier zu Ende. Das Dekanat Windischgarsten wird seit vielen hundert Jahren vom Leben an der Straße geprägt. Der Benediktweg ruft vieles davon wieder in Erinnerung.
Von Kloster zu Kloster quer durch Europa, da soll der Benedikt-Pilgerweg entlangführen. Nach all dem, was wir heute wissen, hat es solche Wege schon zur Zeit des heiligen Benedikt gegeben. Es sind die römischen HauptstraßenWege, gebaut und erhalten vom Militär und fürs Militär. Bei
uns ist es die „Norische Hauptstraße“, die über den Pyhrn nach Norden führt, durch das Garstnertal, das Steyrtal und das Obere Kremstal und dann weiter Richtung Sattledt und nach Wels, zur Hauptstadt der Provinz Ufer-Noricum. Es sind unglaublich aufwendige Straßen – wenn es das Gelände zulässt zehn, zwölf Meter breit, mit einem oft metertiefen Fundament. Und die Straßen laufen schnurgerade, wenn es irgendwie geht.
GRÄBERFELDER
Wer auf diesen Straßen unterwegs war, können wir nur ahnen. Wir wissen allerdings aus Gräberfeldern des frühen Mittelalters, dass grad hier bei uns viele Einflüsse zusammenkommen: Aus dem Osten, aus
dem Raum, in dem slawische Völker siedeln, aus dem Süden und aus dem Westen, in dem die Bajuwaren daheim waren. Die Einflüsse zeigen sich in der Art der Kleidung, in den Grabbeigaben, in der Art, wie Menschen bestattet werden. Wie diese Menschen zusammen gelebt haben? Ob sie sich ver-
tragen haben oder einander gemieden? Es wird wohl eine Mischung gewesen sein: Auf der einen Seite zogen eine scharfe Dialektgrenze von Norden nach Süden genau durchs Obere Kremstal. Die politischen Grenzen laufen aber bald ganz woanders – eher an den großen Flüssen wie der Enns und der Donau.
ERZWUNGENE REISE
Vor gut 200 Jahren haben Mönche ihr Kloster St. Blasien im Schwarzwald verlassen müssen und sind ins Österreichische gezogen: Der Kaiser hat ihnen das aufgelassene Chorherrenstift Spital am Pyhrn überlassen. Zwei Jahre später geht die Reise der Mönche weiter nach Kärnten ins Kloster St. Paul im Lavanttal. Aus dieser erzwungenen Reise der Mönche ist dann vor gut 15 Jahren die Idee entstanden, die einzelnen Klöster mit einem Pilgerweg zu verbinden. Und zwar nicht nur jene Klöster, in denen die Mönche aus St. Blasien zu Gast waren, sondern gleich alle
Spital am Pyhrn nach St. Paul im Lavanttal.
Der Wasserfall an der Strumboding – hier verlaufen der Flötzerweg und der Benediktweg. Franz X. Wimmer (2)
Kurt Rumplmayr ist Initiator des Benediktwegs. Franz X. Wimmer (2)
ganz einfach
an der Route von Benedikts
Monte Cassino, südlich von Rom, bis hinauf nach Schottland, zu Europas nördlichstem Benediktinerkloster.
DER INITIATOR
Kurt Rumplmayr ist damals, im Jahr 2009, Religionslehrer am Stiftsgymnasium in Admont. Er organisiert für die erste große Pilgergruppe, die aus Spital am Pyhrn nach Süden zieht, so was wie einen Empfang in Admont: „Glocken, Musi, an gscheiten Einzug in d’Kirchen, auf d’Nacht guat essen …“ Und weil das so gut funktioniert hat, ist er bald für den Benediktweg in Oberösterreich zuständig. Auf den ersten Blick schaut das ja ganz einfach aus – eine Route gibt’s, ein Logo gibt’s, ein paar Taferl noch angeschraubt, das wärs gewesen. Doch nicht alle sind begeistert vom Benediktweg – auch nicht alle Klöster und nicht alle Gemeinden. Und schon gar nicht alle Anrainer:innen. Dafür wünschen andere sich den Weg durch ihre Gemeinde,
auch wenn sie nicht an der direkten Route liegen. Herausgekommen ist damit ein Weg, der wohl gut in unsere Zeit passt: Ein Weg, der viele Schlenker und Umwege macht. Einer, der auch immer wieder einmal auf hartem Asphalt läuft statt auf weichem Waldboden. Und ein Weg, der aufgezeigt hat, was sich schon seit vielen Jahren an ungelösten Problemen aufgestaut hat.
Den Kurt Rumplmayr hat das Gott sei Dank nicht aus der Ruhe bringen können, auch wenn er heute sagt: „Ich mach’s a zweits Mal nicht mehr.“ Wer heute am Benediktweg unterwegs ist, der sieht, was alles gelungen ist: Gerade jene Wegabschnitte, die am schwierigsten zu verwirklichen waren, sind nun am meisten begangen – zum Beispiel durch Vorderstoder und Hinterstoder. Und ein Weg der Begegnung ist der Benediktweg auch geworden. Die vielen Sprachen, die hier gesprochen werden, sind nur ein kleines, äußeres Zeichen dafür.
Auf den Spuren von Europas Patron
Namensgeber des Benediktwegs ist Benedikt von Nursia (ca. 480 bis 547), der große Mönchsvater des Abendlands und Patron Europas. Und daher ist es auch kein Wunder, wenn der Benediktweg in Oberösterreich das Motto „Von Kloster zu Kloster“ hat. In Spital am Pyhrn befindet sich ein ehemaliges Kollegiatstift, die Benediktinerklöster Kremsmünster und Lambach sowie das Benediktinerinnenkloster Steinerkirchen liegen ebenso auf dem Weg wie die Zisterzienserklöster Schlierbach und Wilhering sowie das Trappistenkloster Engelszell (die Zisterzienser entstanden aus dem Benediktinerorden heraus, die Trappisten sind Zisterzienser der strengeren Observanz). Ins Wegenetz eingebunden sind das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian sowie das Franziskanerkloster in Pupping. Mehr zum Benediktweg finden Sie hier: www.benedikt-bewegt.at
KULTUR AM WEG
Stift Schlierbach: Der Besuch des Stiftes Schlierbach mit seinen barocken Prunkräumen und der Stiftskirche lässt sich mit einer Führung durch die Schaukäserei verbinden. Das Stift betreibt eine Glaswerkstätte, die sich weit über Österreich hinaus einen Namen gemacht hat. www.stift-schlierbach.at
VORSCHLAG FÜR EINE TAGESETAPPE Klaus an der Pyhrnbahn – Frauenstein –Steyrdurchbruch – Prälatenweg – Burg Altpernstein – Oberschlierbach – Habinger Kapelle – Grillparz – Stift Schlierbach (Hinbzw. Rückfahrt mit ÖBB möglich)
Alte Musik: Aus Anton Bruckners Notenkasten
Das Konzert mit Schüler:innen der Landesmusikschule Kirchdorf am Sonntag, 17. November um 19 Uhr in der Pfarrkirche Kirchdorf widmet sich jener Musik, die Anton Bruckner in seiner Jugend kennengelernt hat. Aber auch einige Kostbarkeiten aus seiner eigenen Komponierwerkstatt werden an diesem Abend zu hören sein. Eintritt: Freiwillige Spenden
Die Türme des Stiftes Schlierbach: Eine Etappe des Benediktwegs führt zum Kloster. Wallner/Kiz
Anfänge: von Florian
Am Beginn des Christentums im Gebiet des heutigen Oberösterreich stehen die Heiligen Florian und Severin.
Es waren römische Soldaten, die bereits im zweiten Jahrhundert als Christen ins heutige Oberösterreich, die damalige Provinz Noricum, kamen. Das frühere keltische Königreich, das weitgehend kampflos zur römischen Provinz geworden war, lag direkt an der Grenze zu den germanischen Stämmen jenseits der Donau. Als Grenzbefestigung diente der Limes, ein Grenzwall entlang der Donau, an dessen Ufer heute noch nachweisbare Kastelle und Zivilstädte lagen. Eine davon war ab der Wende vom zweiten ins dritte Jahrhundert das Lager Lauriacum (heute Enns-Lorch), dem sich mit der Zeit auch eine zivile Siedlung anschloss. Nach Meinung mancher Forscher erlangte diese Siedlung schon bald unter Kaiser Caracalla (Regierungszeit 211–217) das sogenannte kleine Stadtrecht.
Wir wissen nicht genau, ab wann genau richtige christliche Gemeinden in Oberösterreich entstanden sind – sicher ist nur: Zu Beginn des vierten Jahrhunderts gab es sie bereits. Als Beweis dafür kann die Geschichte des heiligen Florian gelten.
HISTORISCHE PERSON
Florian ist – im Gegensatz zu manchen anderen Märtyrerheiligen – keine rein legendenhafte Figur: Dass es einen pensionierten Kanzleivorstand der Statthalterei namens Florianus gegeben hat, der als Christ den Tod fand, ist historisch weitgehend unstrittig. Auch wenn dieser Kern durch allerlei Legenden „angereichert“ worden ist, war Florian also eine historische Person – was dazu führte, dass er 1971 erster Diözesanpatron wurde. Oberösterreichs Landespatron ist er seit 2004.
Florians Leben lässt sich zeitlich einordnen: Kaiser Diokletian organisierte an der Wende vom dritten ins vierte Jahrhundert das römische Reich neu. Dazu gehörte auch das Ende einer gewissen religiösen Toleranz: Der Kaiserkult galt als eine Art „Staatsbürgernachweis“, die Behörden bestanden darauf. Christ:innen sahen darin freilich einen Verstoß gegen ihre religiösen Pflichten. 303 verschärfte sich ihre Verfolgung – auch in Ufernoricum, das eben erst durch Zweiteilung der Provinz Noricum entstanden war. Unter dem Statthalter Aquilinus wurden in Lauriacum 40 Christinnen und Christen festgenommen und gefoltert. Florian, früher ein wichtiger Zivilbeamter, eilte aus Cetium (St. Pölten) herbei, um seinen Glaubensgeschwistern beizustehen. Doch seine frühere hohe Stellung nützte ihm nichts: Sein Bekenntnis, Christ zu sein, führte zu seiner Hinrichtung durch Ertränken. Daran schließt die Legende von der Überführung seines Leichnams ins heutige St. Florian an.
Als Tag der Hinrichtung gilt der 4. Mai 304.
GEMEINDEN ENTSTEHEN Bekannterweise lag das antike Lauriacum in etwa rund um die heutige Basilika in Lorch. In der Kirche selbst sind die Ausgrabungen eines Hauses und der mehrmals erweiterten frühchristlichen Kirche zu sehen. Im Altar ruhen die Gebeine der knapp 40 Christ:innen, denen Florian zu Hilfe kommen wollte. Die erste Kirche an dieser Stelle enstand um 370 – also weniger als 100 Jahre nach dem Tod Florians und seiner Glaubensgeschwister. Das vierte Jahrhundert war die Zeit, in der sich das Christentum im heutigen Oberösterreich nachhaltig verankerte, was vor allem auch mit der Konstantinischen Wende zu tun hat: Seit 313 tolerierte Rom das Christentum, 393 wurde es sogar Staatsreligion, andere Kulte wurden bekämpft. Doch in der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts brach das, was wir heute etwas irreführend als Völkerwanderung
Das Stift soll auf dem ursprünglichen Grab des heiligen Florian stehen. Niederleitner
Diözesanpatrone Florian (links) und Severin
Gerhard
bis Severin
bezeichnen, über die römische Welt herein, vor allem auch über Ufernoricum, dessen befestigte Grenze: Das römische Staatswesen wurde instabil und war schließlich in Auflösung begriffen. Über die Donau füllten germanische Horden das Herrschaftsvakuum. Besonders betroffen von dieser Entwicklung war die romanische Bevölkerung. Da trat ein Landsmann auf, der offenbar aus Italien stammende Severinus. In seiner 511 entstandenen Lebensbeschreibung (Vita Sancti Severini) ist er bereits ein „Mann Gottes“. Die Forschung geht davon aus, dass er zuvor politisch tätig gewesen sein muss: Sein Auftreten zeugt von diplomatischem Geschick, einem guten Informantennetz und persönlicher Autorität. In seiner Lebensbeschreibung erscheint Severin vor allem als Helfer und Vermittler für die ansässige romanische Bevölkerung. Lauriacum taucht gleich mehrmals auf. So versorgte er die Menschen dort mit wertvollem Öl, das durch die Wirren der Zeit schwer zu
beschaffen war. Etwas später warnte Severin den Bischof von Lauriacum, Constantius, vor einem Einfall der Germanen.
„VÖLKERWANDERUNG“
Insgesamt zeigt die Vita Sancti Severini, dass die Zeiten so unsicher wurden, dass die romanische Bevölkerung sich nicht halten konnte. Severin organisierte die Flucht aus Quintanis (Künzing nahe Deggendorf) über Batavis (Passau) nach Lauriacum, wo ein Flüchtlingslager entstand. Als auch Lauriacum nicht mehr zu halten war, brachte Severin die Menschen nach Favianis (vermutlich Mautern an der Donau), wo er selbst 482 starb. Seine Anhänger mussten Noricum gänzlich verlassen. Sie zogen nach Süditalien und nahmen die Gebeine Severins mit. Seit 1935 ist er zweiter Diözesanpatron.
HEINZ NIEDERLEITNER
Quellen: Rudolf Zinnhobler, Kirche in Oberösterreich 1: Von den Anfängen bis zur Wende des 1. Jahrtausends. Straßburg 1992; Eugippius, Vita Sancti Severini (lat./ dt.), Stuttgart 1986
Orden und Stifte prägen Oberöstereich
Wenn die Kirche gefragt ist, denkt man in erster Linie an die Pfarre, aber es gibt eine Reihe von Einrichtungen über die Pfarrgemeinden hinaus. In besonderer Weise sind das die Ordensgemeinschaften. Vor ihrem Einsatz in Bildung, Sozialem und Kultur verstehen sie sich als Orte des Gebetes. Das ist ihr Grundauftrag, aber untrennbar verbunden mit dem Dienst an den Menschen – in ganz unterschiedlichen Formen.
In Oberösterreich leben 566 Ordensfrauen und 230 Ordensmänner (Daten von 2023) in 16 Männer- und 17 Frauenorden. Unübersehbar sind die mächtigen Stifte: St. Florian, Kremsmünster, Schlierbach, Lambach, Schlägl, Reichersberg und Wilhering. Die Klöster als Bauwerke gehören zu den touristischen Anziehungspunkten des Landes. Mit ihren Bibliotheken, naturwissenschaftlichen Sammlungen und Bildergalerien sind sie Schatztruhen der Kultur. Außerdem stellen die Stifte eine große Anzahl von Pfarrseelsorgern, ohne die eine flächendeckende Pfarrpastoral in der Diözese nicht möglich wäre. Zur Klosterlandschaft Oberösterreichs zählen auch die vielen aufgehobenen Stifte –wie zum Beispiel Waldhausen, Baumgartenberg oder Spital am Pyhrn.
Wie in keinem anderen Bundesland Österreichs prägen die Ordensgemeinschaften das Gesundheitswesen. In den sieben Ordensspitälern – mit Ausnahme der Barmherzigen Brüder sind das Frauenorden – werden rund die Hälfte aller oberösterreichischen Patient:innen behandelt. Elf Alten- und Pflegeeinrichtungen sind in der Trägerschaft von Ordensgemeinschaften. Drei ordenseigene Kurhäuser (Bad Kreuzen, Mühllacken und Schärding) bieten Menschen Orte zum Ausspannen und Kraftschöpfen.
Mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche Oberösterreichs besuchen Ordensschulen (an 23 Standorten).
Der Marmorsaal des Stifts St. Florian ist ein Beispiel der herausragenden barocken Architektur, die sich in Oberösterreichs Stiften findet. Kiz/JW
Die Gebeine der Lorcher Märtyrer ruhen im Altar der Basilika. Wallner/Kiz
Die 14 Pfarren des Dekanats
Das Dekanat Windischgarsten umfasst 14 Pfarren, die vielfältige Aspekte des kirchlichen Lebens zeigen. Wir stellen die Pfarren in kurzen Porträts vor.
Wartberg an der Krems
Die Pfarre Wartberg an der Krems mit über 3.500 Einwohnern wird vom Stift Schlierbach seelsorglich betreut. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1083 zurück. Die gotische, mit barocken Altären ausgestattete Kirche birgt als größten Schatz acht doppelseitig bemalte Tafelbilder aus der Zeit um 1470, die das Leiden Christi und das Leben des Kirchenpatrons Kilian zeigen. 2004 bekam die Kirche einen neuen Glockenstuhl und das Geläute wurde auf zehn Glocken erweitert. Ein engagiertes Team um Pfarrprovisor P. Jakobus Neumeier und Kooperator P. Stephan Eberhardt sorgt für ein sehr aktives Pfarrleben. Frauenbewegung,
Nußbach
Männerbewegung, Jungschar, Jugend, Ministrant:innen, SPIEGELSpielgruppen und der Pfarrgemeinderat mit seinen Fachausschüssen bereichern das Geschehen in der Klimabündnis-Pfarre. Kirchenchor und weitere Musikgruppen sorgen für eine qualitätsvolle Gestaltung der Gottesdienste; hervorzuheben sind dabei u. a. die Familienmessen, Feier der Jubelpaare, das Organisieren von Pilgerwanderungen sowie das Lichterfest. Zum Pfarrbetrieb gehören auch Kindergarten und Krabbelstube. Jährliche Höhepunkte sind der KilianiSonntag mit Musikfrühschoppen sowie das Erntedank und Pfarrfest.
Die Pfarre Nußbach zählt aktuell etwa 1.450 Katholiken. Die Pfarrkirche im Ortszentrum von Nußbach ist im gotischen Stil erbaut, mit einem Turm, der Anfang 1900 errichtet wurde und mit 64 m weithin sichtbar ist. Sie wurde kürzlich außen neu renoviert und hat dadurch ein deutlich vitaleres Aussehen bekommen. Auch Pfarrhof und Pfarrheim wurden revitalisiert und neu gestaltet. Sie bilden –neben der Kirche – das einladende Zentrum der Pfarre. Neben dem Erntedank bzw. Pfarrfest sind es Prozessionen – am 1. Mai nach Wimberg, zu Fronleichnam und am HerzJesuSonntag – und
gelegentliche Pfarrkaffees, Orte und Gelegenheiten des breiten Zusammenkommens, weil sich auch nicht kirchliche Gruppierungen und Vereine immer wieder gerne beteiligen.
Neben Jungschar, Jugend, Männerund FrauenGruppierungen gibt es spezielle Angebote für Jungfamilien (SPIEGEL), für Wissensdurstige und Lese und Kulturinteressierte (Pfarrbücherei und Bildungswerk). Stolz sind die Nußbacher:innen auf die große Schar der Ministranten, die jährlich einen „Motivationsausflug“ in den Bayernpark macht. Positiv unterstützt wird die Kommunikation in der Pfarre durch eine regelmäßig erscheinende Pfarrpost sowie eine innovative und aktuelle Pfarrwebsite.
Pfarrkirche Wartberg an der Krems. Pfarre
Schlierbach
Landkarte des Dekanats Windischgarsten.
Schlierbach, im Kremstal gelegen, wird optisch dominiert von dem an einem sanften Hang am Fuße des Grillparz gelegenen Stift (siehe auch Seite 17). Als Pfarre wurde Schlierbach 1784 errichtet und die Klosterkirche damals auch zur Pfarrkirche. Circa 100 Jahre zuvor gestaltete die Familie Carlone die barocke Kirche mit kräftigem Stuck, großen Statuen und Fresken als Gesamtkunstwerk, das auf die Gottesmutter Maria hin geordnet ist – ihr ist die Kirche neben dem hl. Jakobus geweiht; später kamen vergoldete Schnitzereien an den Säulen dazu, sodass sich die Leute wie im Thronsaal Gottes fühlen konnten. Charakteristisch sind die Filialkirchen in Oberschlierbach und Sautern, in denen auch Sonntagsgottesdienste gefeiert werden. Ein lebendiges und vielfältiges Miteinander erlebt die Gemeinde etwa beim jährlichen Pfarrfest, beim Kinderfasching oder in gelebten Traditionen. Die Menschen zeigen sich offen, freundlich, engagiert und dankbar. Stolz ist die Pfarre auf die feierlichen, musikalisch von Chor und Orchester schön gestalteten Messen im neu renovierten Gotteshaus mit Abt und Pfarrer Nikolaus.
Kirchdorf/Krems
Die Pfarrkirche ist seit mehr als 900 Jahren ein kraftvoller Mittelpunkt der Stadt Kirchdorf. Die vielfältige Baugeschichte zeigt sich beim Betreten der Kirche. Elemente verschiedener Bauepochen und Kunstwerke unterschiedlichen Stils prägen den Innenraum, der zuletzt 1962 umgestaltet wurde. Diese Mischung ist wie ein Spiegel für die verschiedenen Menschen und das vielfältige Geschehen, das die Pfarrgemeinde prägt. Eine Besonderheit der Pfarre ist der Willkommensdienst am Beginn der Sonntags- und Feiertagsgottesdienste, bei dem alle Besucher:innen persönlich begrüßt werden. Das Engagement der Menschen in der Pfarre quer durch alle Altersgruppen ist sichtbar bei Aktionen rund um die heilsame Woche, Nacht der 1.000 Lichter, Rhythmusmessen, Sternsingen, Sozialprojekten und gegenwärtig vor allem bei diversen Arbeiten rund um das neue Pfarrzentrum, zu dem der barocke Pfarrhof gerade umgebaut wird. Zur Pfarre Kirchdorf gehört seit 1927 auch die Kaplanei Inzersdorf. Ein engagiertes Team gestaltet selbstständig das Gemeindeleben. Die heutige Marienkirche wurde 1974 gebaut. In ihr befindet sich eine wertvolle, 600 Jahre alte Madonnenstatue. Monatlich werden hier Fatima-Gottesdienste gefeiert.
Pfarrkirche Schlierbach. Pfarre
Steinbach am Ziehberg
Steinbach am Ziehberg liegt inmitten einer reizvollen Landschaft mit Wäldern, satten grünen Almen, Wiesen und Gebirgsbächen. In der Pfarre Steinbach sind die sehr feierlich gestalteten Hochfeste wie Pfarrpatrozinium, Fronleichnam und das Erntedankfest, wo sich auch kirchliche Gruppierungen und Vereine immer gerne einbringen, sehr beliebt. Für die Kinder sind das Beichtfest und die Kinderkrippenfeier immer wieder ein besonderes Erlebnis. Ein Blick auf die Pfarrwebsite oder in den Pfarrbrief genügt, um festzustellen, dass doch allerhand „los“ ist in der kleinen Pfarre mit gut 600 Katholiken. Zusammen mit dem Pfarrer wirkt in Steinbach ein kleines, fleißiges, ehrenamtliches Team, das unentwegt bemüht ist, ein lebendiges Pfarrleben aufrechtzuerhalten. Nach jahrelanger
Micheldorf
In der Gemeinde Micheldorf zählen ca. 2.600 Menschen zur Pfarre. Damit ist sie eine der größeren im Dekanat. Die vielen Menschen, die bereit sind, ihre Talente und Fähigkeiten in die Gemeinschaft einzubringen – sie füllen die Pfarre Micheldorf immer wieder mit frischem Leben. Ohne sie wäre die Kirche nur ein Gebäude. Dadurch kann die Pfarre mit einem vielfältigen Angebot aufwarten. Seien es die fleißigen Ministrantinnen und Ministranten, welche die Messen gestalten. Die jungen Leute, die die Jungschar leiten und im Sommer Lager organisieren. Die Kinder, die zu den Kinderwortgottesdiensten kommen. Für die würdevolle und abwechslungsreiche musikalische Gestaltung der Messen in Micheldorf sind verschiedene Chöre – u. a. der bekannte Micheldorfer Jagagsang – mehrere Kantoren, engagierte Organisten und andere Musiker ver-
Innenansicht der Pfarrkirche Steinbach am Ziehberg. Wikipedia/Isiwal
Planung ist das nachhaltige Kooperationszentrum (Pfarre –Gemeinde – Musik) in vorbildlicher Weise entstanden. Die Eröffnung fand im Juni 2023 statt. Der neue Pfarrsaal und das Pfarrbüro sind nicht nur ein Ort der Verwaltung und Information, sondern vielmehr ein Ort der Begegnung für alle Menschen in der Pfarre.
antwortlich. Das Frauenmosaik organisiert zwei Mal im Jahr einen Umtauschmarkt, der weit über die Pfarrgrenzen hinaus beliebt ist. Einmal monatlich wird im Pfarrheim zu einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und selbst gemachten Mehlspeisen eingeladen. Weiters findet alle zwei Jahre der –auch über die Pfarrgrenzen hinaus bekannte – Georgiritt statt.
Heiligenkreuz
Pfarrkirche Heiligenkreuz. Pfarre
Die Pfarre Heiligenkreuz entstand im Jahr 1784 durch Herauslösung aus dem Pfarrgebiet Kirchdorf und wird seither von den Zisterziensern betreut. Das Pfarrgebiet gehört zur Gemeinde Micheldorf. Bereits im Jahr 1534 wurde die Pfarrkirche, ein kleiner, spätgotischer Bau, eingeweiht. Das Patrozinium der Kirche wird am 14. September – Fest der Kreuzerhöhung – gefeiert. In der Kirche befindet sich das Chordeckenfresko des bekannten Künstlers Fritz Fröhlich – das die Kreuzerhöhung darstellt. Der Hochaltar und die Einrichtung sind neugotisch und stammen aus dem 19. Jahrhundert. Musikvereine und der Kirchenchor gestalten Feste wie Fronleichnam und Erntedank, Erstkommunion und Firmung in ansprechender Weise. Eine Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen unterstützt die Pfarre gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat und dem Pfarrprovisor. Veranstaltungen wie Tiersegnung, Jubelpaarfeier, Kindererwartungsfeier, Feier für alle Angehörigen der Verstorbenen und viele mehr werden gerne angenommen und tragen zur Gemeinschaft bei.
Klaus
Die Pfarre Klaus entstand 1673. Bis zum Jahr 1731 waren alle Gottesdienste in der Bergkirche, die in den Jahren 1616 bis 1618 als lutherische Kirche erbaut wurde. Im Zuge der Gegenreformation wurde die Bergkirche schließlich im Jahr 1674 als katholische Kirche geweiht. Bis heute befindet sich dort der örtliche Friedhof. Ab 1982 setzte die Pfarre den bereits länger gehegten Plan um, die bisherige Kapelle in eine Pfarrkirche umzugestalten. Im Jahr 1983 waren die Um- und Zubauten sowie die gänzliche Sanierung des Pfarrhofes abgeschlossen. Die Pfarrkirche Klaus ist dem Gedenktag „Gedächtnis der Schmerzen Mariens“ geweiht. Die Pfarrkaffees und Veranstaltungen sind sehr beliebt. Die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, der Gemeinde, der Musik, der Feuerwehr und den örtlichen Vereinen sind der Pfarre sehr wichtig. Eine
der schönsten Aufgaben ist es, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten bzw. einen Gottesdienst vorzubereiten und zu gestalten.
Alle, die in der Pfarre arbeiten, haben ein offenes Ohr für die Anliegen und Belange der Pfarrbevölkerung. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, auch mit der Zeit zu gehen.
Pfarrkirche Micheldorf. Pfarre
Steyrling St. Pankraz
Das Dorf Steyrling liegt im Tal des gleichnamigen Flusses, rund 2,5 Kilometer oberhalb dessen Mündung in die zum Klauser See aufgestaute Steyr. Die Pfarre Steyrling ist klein mit ca. 500 Katholikinnen und Katholiken, jedoch beteiligen sich sehr viele aktiv am Pfarrleben. 1854 wurde der Grundstein für die Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariä gelegt, die 1863 von Bischof Franz Joseph Rudigier geweiht wurde. Die Freude der Bewohner:innen darüber war sehr groß, war es doch der Wunsch der Bevölkerung, eine eigene Kirche zu haben. Die Mitglieder der Pfarre kümmern sich sehr um den Erhalt ihrer Pfarrkirche. So wurde das Dach nach Witterschäden neu gedeckt und der Kirchturm musste renoviert werden. Im Jahr 2001 erfolgte dann der Umbau des Altarraumes der
Spital am Pyhrn
Spital am Pyhrn ist eine kleine Pfarre mit einer großen Baulast. Die etwas mehr als 1200 Katholiken sind quasi Erben des einstigen Kollegiatstiftes Spital am Pyhrn. Die prächtige Stiftskirche, die künstlerisch bedeutende Leonhardkirche und der überdimensionierte Pfarrhof müssen erhalten werden. Trotz der vielen „Steine“, die einer Pflege bedürfen, vergisst die Pfarre Spital nie: „Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen“ (1 Petr.2,5)
Eine neue Hackschnitzelheizung (weg vom Gas!) und die Fotovoltaikanlage zeugen vom verantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Seit dem Pfarrhofumbau 2015 ist die Frequenz des Pfarrheimes stark gestiegen. Pfarrliche und pfarrnahe Gruppen finden dort eine Heimstätte. Neben der allgemeinen Kinder- und Jugendarbeit wird viel Energie für die Erstkommunion und für die alle
neugotischen Kirche. Es befinden sich in ihr Statuen von Josef und Johann Rint aus Böhmen, welche durch die Neugestaltung sehr gut zur Geltung kommen. Die Pfarrkirche, die der Gottesmutter Maria Empfängnis geweiht ist, wird sehr gerne besucht von Menschen aus nah und fern.
Die Pfarrgemeinde ist eine der kleinsten in der Diözese – 2022 waren 223 Personen wahlberechtigt bei der Pfarrgemeinderatswahl – aber den Menschen ist es ein großes Anliegen, die Kirche, ein seltenes großartiges Postkartenmotiv in der Landschaft, zu erhalten. Diese spätgotische Pfarrkirche von St. Pankraz wurde vom Stift Spital erbaut, 1462 wurde sie eingeweiht. Alle Verwaltungsaufgaben werden ehrenamtlich durchgeführt. Diese Arbeiten erweisen sich oft als schwierig und kompliziert. Die Verantwortlichen erhoffen sich mehr Unterstützung und Beratung, nicht zuletzt damit die Pfarre lebendig bleiben kann. 2024 ließ die Pfarre eine umfassende Sanierung der Turmfassade durchführen, die Zifferblätter der Turmuhr renovieren und eine neue Steuerung der Uhren anschaffen.
Besonders gelungen war das Kirchenkonzert am 8. September 2024, bei dem u. a. die Musikkapelle, der Kirchenchor, eine Akkordeon-Weltmeisterin mitwirkten. Eine Besonderheit von St. Pankraz ist außerdem, dass seit Jahren eine Fußwallfahrt nach Frauenstein stattfindet.
Pfarrkirche Spital am Pyhrn. E. Humpl
zwei Jahre stattfindende Firmvorbereitung aufgewendet. Seit einigen Jahren lädt die Pfarre, ausgehend vom Erntedankfest, dessen Besonderheit die Kindergartenkinder mit ihren Minitraktoren sind, zu einem Kulturherbst ein. Wie in vielen Pfarren war Corona ein Einschnitt beim Kirchenbesuch, trotzdem liegt der Pfarre viel an der schönen Gestaltung der Sonntagsgottesdienste.
Impressum
Kirchenzeitung Diözese Linz. Sonderausgabe in Zusammenarbeit mit der Leitung des Dekanats Windischgarsten Medieninhaberin: Diözese Linz
Herausgeber: Willi Vieböck
Geschäftsführer: Reinhold Hofstetter
Chefredakteur: Heinz Niederleitner
Redaktion der Sonderausgabe: Paul Stütz, Josef Wallner
Wir kümmern uns um Ihre Immobilievon der Generalsanierung bis zur Kleinbaustelle, von der thermischen Sanierung bis hin zum Badezimmerumbau - egal wie groß, egal wie klein. Zu unserem Leistungsrepertoire zählen Wohnungssanierungen, Geschäftsumbauten, Sanierung von Schulen und Kindergärten, Reparaturarbeiten an Außenanlagen und die Errichtung von Pools.
Pfarrkirche Steyrling. Pfarre
Pfarrkirche St. Pankraz. Pfarre
Vorderstoder
Die Pfarrkirche Vorderstoder liegt auf 810 Metern Seehöhe und ist die höchstgelegene Kirche in den oberösterreichischen Alpen. Ein Fels als Fundament ist Namensgeberin für die Kirche und das darin verwahrte Gnadenbild der „Maria am Stein“. Damit ist auch eine besondere Legende verbunden. Demnach soll das innige Gebet des Seelsorgers Heinrich Otto Gassner Ende des 17. Jahrhunderts das versperrte Tor der Pfarrkirche geöffnet haben, als er den Kirchenschlüssel verlegt hatte. Das „Schlüsselwunder“ ist auf einem Glasfenster im Mariendom in Linz dargestellt und bildete den Auftakt einer Pilgerbewegung.
Vorderstoder mit seinen etwa 500 Katholik:innen ist geprägt vom Engagement vieler Helfer:innen: Liturgie, Feste im Jahreskreis, Verantwortung für Erstkommunion bzw. Firmung, Bauangelegenheiten, Reinigung usw. sind nur gemeinsam zu stemmen, vermehrt auch
in Kooperation mit Nachbarpfarren. Wortgottesfeiern sind seit vielen Jahren in der Pfarre verankert.
Neu ist die Aufgabe der Pfarre als Station auf dem Benediktweg und dem damit verbundenen Wunsch einer Belebung der Wallfahrt zur „Gottesmutter am Stein“.
Windischgarsten
Die Pfarre Windischgarsten umfasst sechs Gemeindegebiete und zählt ca. 4.400 Katholiken. Neben der Pfarrkirche, die am 14. August 1462 von Bischof Sigismund von Passau zu Ehren des hl. Jakobus des Älteren geweiht wurde, gibt es noch die Filialkirche in Rosenau am Hengstpass (1950), die Schulkapelle in Roßleithen (1835) und die Kalvarienbergkirche (1844). Sehr aktiv im Dienst der Pfarre stehen der Pfarrgemeinderat, acht verschiedene Arbeitskreise und der Festausschuss, die Großes leisten. Nicht wegzudenken in der Pfarre sind die Hausbesuche des Pfarrers und aller Mitarbeiter:innen (z. B. Caritas, Altenbesuchsdienst, Ehejubiläen, Neuzugezogene, Geburtstage usw.). Sehr rege sind die Mitglieder der Kath. Frauen- und
Männerbewegung, die regelmäßig zusammenkommen, aber auch sehr aktiv wirken eine große Zahl von Jungscharführern in der Kinderseelsorge und die vielen Jugendaktivisten mit einem ganzjährigen Programm für die Pfarrjugend. Für abwechslungsreiche Gottesdienste sorgen nicht nur der Jugendchor, sondern verschiedene Chöre sowie diverse Musikgruppen. Spirituell tragend sind der tägliche Rosenkranz, die täglichen Anbetungsstunden und die regelmäßige Beichtgelegenheit jeden Freitag. Dazu kommen Bibelstunden, Einkehrtage, Fastenpredigten, Glaubenskurse, Pilgerreisen und Ausflüge für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Immer und überall ist auch für das gemütliche Beisammensein (z. B. Pfarrball, Pfarrfest, Agapen usw.) gesorgt.
Hinterstoder
Manche Plätze tun den Menschen einfach gut – und so einer ist auch die Pfarrkirche in Hinterstoder. Menschen, die seit Langem hier verwurzelt sind, zugezogene Familien oder Gäste, die in Hinterstoder ein zweites Zuhause gefunden haben bzw. für einen Ausflug oder Urlaub zu Besuch sind, können hier einen Platz für sich finden. Die tagsüber immer offene Kirche ist eine Einladung für alle – ob für ein Gebet, eine kurze Auszeit und Rast oder einfach zum Besichtigen der alten Gemälde und Statuen. Vieles davon stammt aus dem 18. Jahrhundert und aus der Stiftskirche in Spital am Pyhrn. Das Pfarrleben wird von einer kleinen Gruppe von Ehrenamtlichen getragen, die mit viel Freude ihr Engagement in den unterschiedlichsten Bereichen einbringen. Durch die gute Gemeinschaft konnte schon manche „Kirchenfreundschaft“ entstehen. Die Pfarre ist traditionell geprägt
und die gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gruppen der Gemeinde, wie der Goldhauben- und Hutgruppe, den Musikgruppen, der Feuerwehr, Bergrettungsdienst sowie der Jägerschaft und den Bauern, ergibt bei vielen kirchlichen Festen einen feierlichen Rahmen.
Pfarrkirche Vorderstoder. Wikipedia/König
Pfarrkirche Hinterstoder. Pfarre
Das Stift Schlierbach ist „kein Museum“
Die Zisterzienserabtei Stift Schlierbach ist ein wichtiges spirituelles Zentrum im Dekanat Windischgarsten. Das hat viel, aber nicht nur mit der Pfarrseelsorge in den umliegenden Pfarren zu tun.
Schon alleine die Zahlen verraten die Bedeutung des Stiftes Schlierbach für das Dekanat: Von den vierzehn Pfarren werden elf von Patres des Stiftes Schlierbach betreut: Neun sind dem Stift ohnehin inkorporiert, in zwei weiteren haben Stiftsangehörige die Seelsorge übernommen. Das ist für die seelsorgliche Lage im Dekanat überaus günstig, da das Stift in den vergangenen Jahren mit Ordenseintritten gesegnet war: Der Konvent besteht aus 24 Männern, der Altersdurchschnitt liegt bei im Verhältnis jungen 59 Jahren. Mit einer Ausnahme haben alle vom Stift betreuten Pfarren einen eigenen zuständigen Priester, in drei auch einen Kaplan. Dass sich Ordensgemeinschaften wie die Zisterzienser in der Pfarrseelsorge einbringen, ist ein österreichisches Spezifikum, das auf Kaiser Joseph II. (1741–1790) zurückgeht. So stehen österreichische Konvente vor der Frage, wie sie trotz der pfarrlichen Aufgaben das klösterliche Gebetsleben und die Gemeinschaft pflegen können. Den Schlierbachern kommt dabei entgegen, dass die Stiftspfarren in der Nähe liegen, sagt Abt Nikolaus Thiel. „Meine Mit-
brüder in der Seelsorge können also im Stift wohnen und trotzdem ihre Aufgaben in den Pfarren erfüllen.“ Für die Stiftspfarre Schlierbach ist er selbst zuständig, gleichzeitig ist er Firmspender im Dekanat und anderen Pfarren der Diözese.
SPIRITUALITÄT UND LITURGIE
Aber die Bedeutung des Stiftes für das Dekanat geht über die Pfarrseelsorge hinaus: „Das Stift soll für die Menschen in den zugehörigen Pfarren ein Zentrum der Spiritualität und der Liturgie sein“, sagt Thiel. Zur Liturgie gehören die festlichen, musikalisch umfassend gestalteten Gottesdienste in der Stiftskirche. „Wir wollen unter anderem zeigen, wie wichtig die gute musikalische Gestaltung der Gottesdienste ist – und diese Haltung soll auch in die Pfarren hinaus wirken“, sagt der 19. Abt des Stiftes. Hier bringt sich sein Kloster seit vielen Jahren mit den Orgelsommerkursen für Kinder und Jugendliche in der Nachwuchsförderung ein. „Es erstaunt mich immer wieder, was 14-Jährige auf der Orgel zustande bringen“, berichtet Thiel. Im Bereich der Spiritualität verweist er auf die Angebote des Stiftes, die von Einkehrtagen für Pfarrgemeinderäte bis zur individuellen Auszeit im Kloster reichen. Aber auch Tagestouristen, die das Stift, die Stiftskirche und das Genusszentrum mit
Panorama-Café besuchen, wird vermittelt, dass sie sich an einem geistlich geprägten Ort befinden: „Unsere Besucherinnen und Besucher sollen nicht den Eindruck bekommen, sie würden sich in einem Museum befinden. Wir sind nämlich keines, sondern eine lebendige Klostergemeinschaft“, betont Thiel. Während das Stiftsgymnasium heute von einem Schulverein getragen wird und die Käserei eigenständig ist, gehören das Bildungszentrum und die berühmte Glaswerkstätte direkt zum Stift. Neben all dem ist das Stift auch Veranstaltungsort für Konzerte, Kulturvermittler und Arbeitgeber.
ZUKUNFTSFRAGEN
Wie alle anderen Dekanate der Diözese Linz soll auch das Dekanat Windischgarsten zu einer neuen Pfarre mit den bisherigen Pfarren als Pfarr(teil)gemeinden werden. Hier sieht Abt Nikolaus Thiel noch offene Fragen. Das Zentrum der künftigen Pfarre liegt für ihn nicht im Stift, sondern in Kirchdorf/Kr. „Das ist die Pfarre mit den meisten Mitgliedern, und die Stadt ist das Verwaltungszentrum des politischen Bezirks“, sagt er. Zu klären sei auch, wie die neun inkorporierten Pfarren mit den fünf anderen künftig in der neuen Pfarre zusammenarbeiten. Insofern dürfte es wichtige Themen für die Visitation geben. HEINZ NIEDERLEITNER
Das Stift Schlierbach liegt im Norden des Dekanats Windischgarsten. Der gebürtige Vorderstoderer Nikolaus Thiel ist sein 19. Abt. Stift Schlierbach
Kirchenbeitrag als Basis für die Pfarrseelsorge
Der Kirchenbeitrag sichert die finanzielle Grundlage für ein spirituelles und soziales Netzwerk in den Gemeinden, das allen Menschen offensteht.
Demokratisch geprägte Gesellschaften haben unterschiedliche Fundamente, zu diesen zählt auch das Christentum. Damit das so bleibt, sind Christinnen und Christen mit Ausstrahlung notwendig – und ein spirituelles und soziales Netzwerk in den Gemeinden, das allen Menschen offensteht. Der Kirchenbeitrag sichert dafür die finanzielle Grundlage.
WOFÜR WIRD DER KIRCHENBEITRAG IN DEN PFARREN VERWENDET?
Der Kirchenbeitrag wird für die Entlohnung der Seelsorger:innen in den Pfarren und der pfarrlichen Angestellten verwendet, für die Instandhaltung der pfarrlichen Infrastruktur und Betriebskosten, für Bedarfe im weiteren Zusammenhang mit Gottesdiensten, allfällige Mietkosten, für Aus- und Weiterbildungen und Leistungen von Dritten. Der Erhalt von Kirchen und Denkmälern, Pfarrhöfen und -heimen, Aufbahrungshallen und Kindergärten wird damit ebenso unterstützt wie FotovoltaikAnlagen auf pfarrlichen Gebäuden. Die Gesamteinnahmen der Katholischen Kirche in Oberösterreich entfallen zu rund 75 Prozent auf den Kirchenbeitrag, rund 40 Prozent der Gesamteinnahmen kom-
men den Pfarren zugute. Die Einnahmen und Ausgaben werden jährlich im Rechenschaftsbericht veröffentlicht.
WER ZAHLT KIRCHENBEITRAG?
Alle Getauften leisten als Mitglied der katholischen Kirche einen finanziellen Beitrag, sobald sie volljährig sind und ein eigenes Einkommen beziehen. Junge Menschen in Ausbildung sind beitragsbefreit, Menschen mit sehr geringem Einkommen zahlen nur einen Mindestbeitrag. Die Beitragshöhe wird durch Ermäßigungen verringert, etwa für Familien mit Kindern, Alleinverdiener:innen, für Wohnraumbeschaffung etc. Grundlage für die Berechnung bildet das steuerpflichtige Einkommen. Davon sind 1,1 Prozent Kirchenbeitrag zu zahlen. Durch die automatische Berücksichtigung bei der Arbeitnehmerveranlagung wird ein Teil des Beitrags vom Finanzamt rückvergütet. Für Informationen über das Einkommen sind die Mitarbeiter:innen im Kirchenbeitrag auf die Mithilfe der Beitragenden angewiesen. Weder Arbeitgeber noch Finanzamt dürfen dazu Auskünfte erteilen. Liegen keine Angaben vor, wird das Einkommen geschätzt und dieses als Grund-
lage für den Kirchenbeitrag herangezogen. Die jeweilige Lebenssituation und finanzielle Belastungen können so aber nicht berücksichtigt werden. Deshalb ist es von Vorteil, mit der Kirchenbeitrag-Beratungsstelle Kontakt aufzunehmen.
WIE KANN DER KIRCHENBEITRAG ZWECKGEWIDMET WERDEN?
Mit der Zweckwidmung haben alle kirchlichen Mitglieder die Möglichkeit, mit 50 Prozent ihres Kirchenbeitrags ein bestimmtes Aufgabengebiet in der Kirche zu stärken. Die andere Hälfte wird als solidarischer Beitrag für die Finanzierung der kirchlichen Grundkosten eingesetzt. Für die Zweckwidmung stehen insgesamt zehn Widmungsbereiche zur Auswahl. Mit der Widmung an die „Pfarr-Kirche“ wird zum Beispiel Seelsorge in den Pfarrgemeinden unterstützt und die Beteiligungsmöglichkeit für Ehrenamtliche gefördert. Die Zweckwidmung bietet eine Form der Schwerpunktsetzung, die besonders am Herzen liegt.
Weitere Informationen: www.meinbeitrag.at DIESEN
In Freude und in Trauer wollen die Pfarrgemeinden den Menschen nahe sein und sie begleiten. Alois Litzlbauer (2)
Wie die Diözese Linz ihre Pfarrstruktur reformiert
39 neue Pfarren, in denen die 486 Pfarrgemeinden der Diözese Linz zusammengefasst sind: Das ist der Zukunftsweg der Diözese Linz, dessen Umsetzung voll im Laufen ist.
Die Pfarrstrukturreform sieht vor, dass die bisherigen Dekanate zu neuen Pfarren transformiert werden. Darin sind die Pfarrgemeinden (bisher Pfarren) zusammengefasst, die eine weitgehende Selbstständigkeit – auch finanzieller Art –für ihren Bereich bewahren sollen. Zum Beziehungsnetz der neuen Pfarre gehören auch alle vorhandenen pastoralen Orte, speziell jene der kategorialen Pastoral wie zum Beispiel im Krankenhaus, in Bildungs- oder Jugendzentren und in der Betriebsseelsorge. Die Leitung der neuen Pfarre übernimmt ein Dreiervorstand: der Pfarrer, ein Pastoralvorstand und ein Verwaltungsvorstand, wobei der Geistliche die Gesamtleitung innehat.
SEELSORGETEAMS FÜR PFARRGEMEINDEN
In jeder Pfarrgemeinde wird ein Seelsorgeteam aus überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen entstehen. Dieses Modell sorgt dafür, dass die Verantwortung in der Gemeindeleitung auf mehrere Schultern aufgeteilt wird. Je eine Person schaut hauptverantwortlich auf eine der vier Grundfunktionen der Kirche: Verkündigung, gemeinsames Feiern von Gottesdiensten, Dienst an den Nächsten und Gemeinschaft.
Diese Vierergruppe kann wiederum durch weitere Mitglieder im Team unterstützt werden. Jedes Seelsorgeteam wird auch von einer durch die Diözese beauftragten Person begleitet. Die Priester haben durch diese Form des Leitungsmodells die Möglichkeit, sich stärker auf die Kernaufgaben, den priesterlichen Dienst (Messen, Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, Sakramtenspendung, Gespräche etc.), zu konzentrieren.
FAHRPLAN FÜR REFORM
Für Pfarren, sie sich auf den Reformweg machen, ist ein genauer Plan vorgesehen. Im ersten Jahr des Umstellungsprozesses geht es um die Entwicklung eines Wir-Ge-
Neue Pfarren
Bereits als neue Pfarren rechtskräftig errichtet sind: Braunau (1), Eferdinger Land (2), Ennstal (3), Mühlviertel Mitte (4), Urfahr St. Junia (5), Steyr (6), TraunerLand (7) und Schärding (8).
Errichtung geplant für
1. Jänner 2025
Abhängig von den Rückmeldungen aus Rom und etwaiger Einsprüche ist die Umwandlung folgender Dekanate in neue Pfarren für den 1. Jänner 2025 geplant: Andorf (9), Frankenmarkt (10), Kremsmünster (11), Linz-Mitte (12), Ostermiething (13), Perg (14), Peuerbach (15), Ried i. I. (16), Schörfling (17), Steyrtal (18), Wels (19).
Dekanate, die im Herbst gestartet sind
Im heurigen Herbst beginnen sieben Dekanate mit dem zweijährigen Umstellungsprozess vom Dekanat zur neuen Pfarre: Freistadt (20), Gaspoltshofen (21), Linz-Süd (22), Mattighofen (23), Ottensheim, (24) Pettenbach (25) und Schwanenstadt (26).
fühls, um Zusammenarbeit und einen Pastoralplan für die neue Pfarre. Daneben werden die Leitungsämter Pfarrer, Pastoral- und Verwaltungsvorstand besetzt. Die eigentliche Errichtung der neuen Pfarre ist im zweiten Jahr vorgesehen. 2021 starteten die ersten „Pionierpfarren“ den Reformprozess. Das waren die fünf Dekanate LinzNord, Braunau, Weyer, Schärding und
Eferding. Mit 1. Jänner 2023 wurden sie als neue Pfarren gegründet. Den Umstellungsprozess sollen in den kommenden fünf Jahren alle Dekanate und Pfarren der Diözese durchlaufen. Das Dekanat Windischgarsten wird dabei den Umsetzungsprozess zur neuen Pfarre mit Herbst 2025 beginnen.
PAUL STÜTZ
Der Berg -Pfarrer
Pfarrer Gerhard Hackl wandert jeden Tag auf einen Berggipfel. Die Kirchenzeitung begleitete ihn auf einer seiner Lieblingstouren auf den Tamberg im Stodertal.
Der Tag, als der Blitz in seine Welt einschlägt, teilt das Leben von Gerhard Hackl in zwei Teile, in das Davor und das Danach. Mit Mitte 40 passiert die schicksalhafte Wende, durch einen Schlaganfall, den der Priester beim Saunieren erleidet. Für kurze Zeit ist er halbseitig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. Er kämpft sich wieder ins Leben zurück, in die Normalität. Einen Reha-Aufenthalt, den ihm seine Ärzte nahelegen, lehnt er aber ab. „Lieber wollte ich 100 Bergtouren machen in dem Jahr nach dem Schlaganfall. Ich habe mir damals fest vorgenommen, weniger zu arbeiten und mehr in der Natur zu sein“, erzählt Gerhard Hackl, während er in zügigem Tempo auf den Tamberg steigt, seinen Hausberg.
WECHSEL INS STODERTAL
20 Jahre ist das mit dem Schlaganfall her, kurz danach wechselte er als Pfarrer von Weichstetten ins Stodertal. Aus den 100 Bergtouren sind über die Jahrzehnte viele 1.000 geworden, sieben Millionen Höhenmeter hat er seither gesammelt, das sind im Schnitt 960 täglich. Selbst im Winter, wenn er die Wanderschuhe gegen Schneeschuhe tauscht, macht er keine Pause. Meistens ist er in der nahe gelegenen Bergwelt rund um das Stodertal unterwegs, besteigt das Warscheneck, die Wilde und besonders häufig den Tamberg. „Heute ist die 5.815. Besteigung meines Hausberges“, sagt er bei der gemeinsamen Wanderung mit der Kirchenzeitung. Denn über seine Touren führt er genau Protokoll. Unten beim Einstieg zum Tamberggipfel haben ihm Freunde ein Schild angebracht: „Pfarrer-Weg“ steht drauf, eine Ehrbekundung für den Bergfex. Nach 600 Höhenmetern und einer guten Stunde Gehzeit am Gipfel angekommen, berührt er das Kreuz und betet ein Vaterunser. „Das Bergsteigen ist für mich eine Form der Meditation und des Gebets“, sagt er. „Näher, mein Gott, zu dir“ ist dabei sein Leitsatz.
TAUSEND MAL UND TROTZDEM ANDERS Häufig wird er gefragt, ob das nicht fad werde, so oft auf den gleichen Berg zu gehen. „Es ist jedes Mal anders, jedes Mal
schön“, sagt er darauf nur. Das Licht, die Farben, die Vegetation, es ist nie komplett gleich. Dass sein Leben mit den Bergen mitunter kritisch gesehen wird, nimmt der Pfarrer von Vorderstoder und Hinterstoder gelassen. „Ich weiß, dass es mir guttut.“ Das wirke sich auch positiv auf seine Arbeit aus. „Oft kommen mir die Gedanken zur nächsten Sonntagspredigt beim Bergsteigen, ohne dass ich mir das extra vornehmen muss. Außerdem bin ich nach den Bergtouren meistens aufmerksamer und wacher als zuvor.“
ALLEIN UNTERWEGS SEIN
Lust aufs Bergsteigen gemacht hat in jungen Jahren ein gemeinsames Wochenende am Großen Priel. Die Gemeinschaft hat ihn also zu den Bergen gebracht, könnte man sagen. Mittlerweile ist er lieber allein unterwegs. „Ich war früher eher ein geselliger Mensch. Das hat sich durch den Schlaganfall geändert“, erzählt Gerhard Hackl. Für ihn gibt es eine Bibelstelle, die dazu passt und mit der er sich voll identifizieren kann. Es ist jene im Johannesevangelium, wenn
es nach der Brotvermehrung über Jesus heißt: „Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.“
TRAUERGESPRÄCH AM BERG
Trotzdem bringen ihn gerade die Bergtouren in Kontakt zu Menschen aus seinen beiden Pfarren. „Da sind sicher viele dabei, denen ich sonst in der Kirche kaum begegnen würde. Einige gehen auch extra auf den Tamberg, weil sie mich treffen wollen.“ Manchmal wird es tiefgründig, etwa wenn ihm Wanderer Totenbilder ihrer verstorbenen Angehörigen geben und ein Trauergespräch am Berg daraus wird.
Die Zeiten, als er seine persönlichen Rekorde aufstellte mit sieben Tambergbesteigungen an einem Tag, sind für den 65-Jährigen vorbei. „Das glauben mir manche nicht, aber ich höre auf meinen Körper“, sagt Pfarrer Hackl. Das heißt für ihn auch einmal nicht zu gehen, wenn er krank ist. Danach spürt er ihn umso mehr, diesen Zug zum Berg. „Für mich ist das ein Geschenk, das alles ist nicht selbstverständlich und macht mich sehr dankbar.“ PAUL STÜTZ
„Pfarrer-Weg“ steht beim Einstieg zum Tamberg, dem Hausberg von Pfarrer Gerhard Hackl. KIZ/PS
Seelsorge für die Senioren
„Altenheimseelsorge bedeutet für mich Sorge um das seelische Wohlbefinden der Menschen. Sorge um die Würde des Menschen bis zum Letzten. Zeit haben, ein offenes Ohr und viel Geduld.“ So fasst es Josef Preundler, ehrenamtlicher Seelsorger im Bezirksaltenund Pflegeheim Micheldorf, treffend zusammen, um was es ihm in der Arbeit mit den Senior:innen geht. Grundlage für diese Arbeit sei die Zusammenarbeit und Koordination mit der Heim- und Pflegedienstleitung sowie die Abstimmung mit den Bereichsverantwortlichen und Bediensteten. Er merke, wie wichtig die Regelmäßigkeit des Besuchsdienstes sei und wie sehr sich die Bewohnerinnen und Bewohner freuen, wenn er donnerstagnachmittags wiederkomme. Als Herausforderung sieht er,
dass die Menschen immer älter und kränklicher werden und auch die Demenz vermehrt zunimmt.
In den Gesprächen mit den Altenheimbewohner:innen geht es ihm mehr darum, zuzuhören als selbst zu reden. „Einfach da sein und immer wieder sich um den anderen sorgen“, sagt Josef Preundler. Besonders wichtig ist ihm: Sterbende begleiten, den Sterbesegen zu sagen, am Bett mit den Angehörigen sein. „Dazu werde ich auch oft während der Woche gebeten zu kommen“, betont Preundler.
LITURGISCHE ANGEBOTE
Zudem kümmert er sich in vielfältiger Weise um die liturgischen Angebote im Altenheim: Das reicht von der BegrüßungsSegensfeier für die im letzten Halbjahr Eingezogenen über den Gedenkgottesdienst für die im vergangenen Jahr Verstorbenen (gemeinsam mit Pfarrer P. Florian Kiniger) bis zur Mette zu Weihnachten, der Jahresabschluss-Dankesfeier bzw. Neujahrs-Begrüßungsfeier. Dazwischen sind auch die Maiandacht im Garten und das Erntedankfest im Oktober ganz wesentliche Programmpunkte.
Oberösterreich hat mehr als
Kirchen und pfarrliche Bauten.
Wir sorgen für den Erhalt dieser Glaubensorte und Kulturdenkmäler. Danke für Ihren Kirchenbeitrag!
Erntedankfeier im Bezirksalten- und Pflegeheim Micheldorf. Privat
Pfarre Nußbach | Foto: Markowetz
Wer visitiert das Dekanat?
Ein Team unterstützt Bischof Manfred Scheuer bei der Visitation
Brigitte GruberAichberger
Brigitte Gruber-Aichberger war bis 2022 Direktorin für „Pastorale Berufe“ in der Diözese Linz. Sie ist geschäftsführende Vorsitzende des Pastoralrats. Neben ihrem Ehrenamt in verschiedenen Pfarren ist sie weiterhin als Visitatorin bei den Dekanatsvisitationen engagiert. Kiz/Nie
Severin Lederhilger
Visitator Severin Lederhilger ist Prämonstratenser des Stiftes Schlägl. Er war Professor für Kirchenrecht an der Katholischen Privat-Universität Linz (Emeritierung 2023). Seit 2005 ist er Generalvikar der Diözese Linz, seit 2006 zudem Ehrenkanonikus des Linzer Domkapitels. Appenzeller
Willi Vieböck
Willi Vieböck zählt als Bischofsvikar für pastorale Aufgaben zum Visitationsteam im Dekanat Windischgarsten. In einer anderen Funktion ist er langjähriger Herausgeber der Kirchenzeitung der Diözese Linz. Er war 25 Jahre lang Direktor des Pastoralamts der Diözese Linz. Kiz/Archiv
Bernhard Zopf
Bernhard Zopf ist Referent von Bischof Manfred Scheuer und hat gemeinsam mit Dechant Severin Kranabitl und Dekanatsassistentin Susanne Lammer den Ablauf der Visitation koordiniert. Er wird bei den Messfeiern mit dem Bischof den Dienst des Zeremoniärs wahrnehmen. Appenzeller
Seelsorge im Krankenhaus
„Grüß Gott, ich möchte gerne nach Ihnen schauen.“ Immer wieder beginnen die Seelsorgerinnen und Seelsorger im Krankenhaus Kirchdorf ein Gespräch mit diesen Worten. Und die drücken in sehr einfachen Worten das aus, was die Seelsorge heute in das professionelle System Krankenhaus einbringt: Jeder Mensch wird gesehen, bekommt „ein „Ansehen“, einfach weil er/ sie Mensch ist; einzigartig und kostbar, stark und verletzlich, kreativ und unendlich tapfer in der Herausforderung von Krankheit und Abschied. Geredet wird über Gott und die Welt, und das im besten Sinne, denn was in Krankheit und Krise trägt, ist oft ganz bodenständig und im Alltäglichen und in den Beziehungen zu finden. Dabei ist der Humor ganz wichtig, denn einmal gemeinsam gelacht, ist der Tag
ein anderer als vorher. In all dem sind die Spuren Gottes zu finden. Und wenn die Worte fehlen, bleibt noch sehr viel: gemeinsam schweigen, miteinander da sein und Schweres aushalten.
Es ist auch heilsam, das Hoffen und das Bangen, das Verabschieden und auch den Dank gemeinsam im Gebet, im Segen und spontanen stimmigen Ritualen auszudrücken.
Das Seelsorgeteam im Klinikum Kirchdorf, 1. R. v. l.: Sigrun Schöttl (HA), Anneliese Schanda (EA), Gabriele Hohensinn (HA, Leitung); 2. R. v. l.: Peter Fehringer (EA), Martin Binder (EA), Josef Preundler (EA). OÖ Gesundheitsholding
Krankenhausseelsorge hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Einst stand die Versorgung mit kirchlichen Vollzügen und Sakramenten im Vordergrund. Heute geht es auch darum, in der Vielfalt, die unsere Gesellschaft prägt, eine hilfreiche Ansprechperson in bedeutsamen Lebenssituationen zu sein. Dazu gehören ethische Fragen, die im Rahmen der medizinischen und gesetzlichen Möglichkeiten entstehen, genauso wie die Realität des Lebensendes sowie die Grenzen des Machbaren.
Auch für die Menschen, die im Krankenhaus arbeiten, ist die Seelsorge da. Am Arbeitsplatz Krankenhaus, der allen viel abverlangt, kann durch Gespräche, Begegnungen zwi-
schen Tür und Angel, durch Begleitung in Krisensituationen und durch Rituale manches ein wenig leichter werden. Das Team der Krankenhausseelsorge Kirchdorf besteht aus zwei hauptberuflichen Seelsorgerinnen und vier ehrenamtlichen Seelsorger:innen und ist seit bald zwei Jahren ökumenisch.
Die „Inzersdorfer Madonna“ gilt aus kunstgeschichtlicher Sicht als ein herausragendes Werk der Gotik, das vermutlich um 1430 geschaffen wurde und dem Meister von Seeon (Ort im bayerischen Landkreis Taunstein) zugeschrieben wird. Die Statue ist ein Juwel und führte dazu, dass die 1975 in Inzersdorf neu gebaute Kirche der Gottesmutter Maria geweiht wurde. Das Gotteshaus ist eine Filialkirche der Pfarre Kirchdorf an der Krems. Haijes
Zeige uns Jesus
„Auf Christus schauen“ – dieser Anruf wird für den suchenden Menschen immer wieder von selbst zur Bitte besonders an Maria, die ihn uns als ihr Kind geschenkt hat: „Zeige uns Jesus!“ Beten wir so von ganzem Herzen inwendig auf der Suche nach dem Gesicht des Erlösers.
„Zeige uns Jesus!“ Maria antwortet, indem sie uns ihn zunächst als Kind zeigt. Gott hat sich klein gemacht für uns. Gott kommt nicht mit äußerer Macht, sondern er kommt in der Ohnmacht seiner Liebe, die seine Macht ist. Er gibt sich in unsere Hände. Er bittet um unsere Liebe. Er lädt uns ein, selbst klein zu werden, von unseren hohen Thronen herunterzusteigen und das Kindsein vor Gott zu erlernen. Er bietet uns das Du an. Er bittet, dass wir ihm vertrauen und so das Sein in der Wahrheit und in der Liebe erlernen. PAPST BENEDIKT XVI.
Leicht gekürzte Passage aus der Predigt, die Papst Benedikt XVI. bei seinem Österreich-Besuch 2007 in Mariazell gehalten hat.
Programm der Visitation
Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger, Bischofsvikar Willi Vieböck und Visitatorin Brigitte GruberAichberger besuchen das Dekanat Windischgarsten. Hier finden Sie die öffentlichen Termine der Visitation.
Sonntag, 17. November
9 Uhr: Gottesdienst in der Kaplanei Inzersdorf mit Bischofsvikar Willi Vieböck
9 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Spital am Pyhrn mit Generalvikar Severin Lederhilger
9:30 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Wartberg an der Krems mit Brigitte Gruber-Aichberger
10 Uhr: Hubertusmesse in der Pfarrkirche Hinterstoder mit Bischof Manfred Scheuer
19 Uhr: Konzert „auf Anton Bruckners Spuren im Oberen Kremstal“ in der Pfarrkirche Kirchdorf. Lehrer:innen und Schüler:innen der Landesmusikschule Kirchdorf musizieren
Montag, 18. November
19 Uhr: Begegnung und Film für Caritas-Haussammler:innen im Kino Kirchdorf. Mit Herbert Altmann, Regionalcaritas,
Caritas-Direktor Franz Kehrer und BV Willi Vieböck
19:30 Uhr: Projektabend der Aktion „Sei so frei“ im Pfarrheim Windischgarsten. Veranstaltet von der Kath. Männerbewegung mit Bischof Manfred Scheuer
Dienstag, 19. November
8 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Nußbach mit Bischofsvikar Willi Vieböck
15:30 Uhr: Gottesdienst im Altenheim Micheldorf mit Bischofsvikar Willi Vieböck
19 Uhr: Impulstreffen der Kath. Frauenbewegung zum Thema „Aus Quellen leben“ im Pfarrheim Micheldorf. Mit Bischofsvikar Willi Vieböck
Mittwoch, 20. November
7:10 Uhr: Gottesdienst in der Rosenau mit Generalvikar Severin Lederhilger
8 Uhr: Gottesdienst in Sautern mit Bischofsvikar Willi Vieböck
13:30 Uhr: Veranstaltung zum Thema „Hier wächst die Zukunft“ im Mehrzwecksaal der Landwirtschaftsschule
Schlierbach. Schüler:innen sprechen über Schöpfungsverantwortung mit Bischof Manfred Scheuer
Donnerstag, 21. November
8 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Kirchdorf mit Bischof Manfred Scheuer
11:30 Uhr: Begegnung in Kirchdorf im Gasthaus Schöllhuber bei einer „Kesselheißen“ mit dem Visitationsteam 19 Uhr: Podiumsgespräch zum Thema „Wie zukunftsfähig ist die Kirche?“ im Gasthof Rettenbacher in Kirchdorf. Am Podium diskutieren Bischof Manfred Scheuer, Superintendent Gerold Lehner, Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger, Furche-Chefredakteurin Doris HelmbergerFleckl, Psychotherapeutin Sr. Teresa Hieslmayr. Moderation: Renata Schmidtkunz, Theologin und ORF-Journalistin
Freitag, 22. November
8 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Heiligenkreuz mit Generalvikar Severin Lederhilger
16 Uhr: Pilgerwanderung am Benediktweg für Jugendliche von Spital am Pyhrn nach Windischgarsten. Start um 16 Uhr in der Dansbacher Kapelle, Oberweng 8. Mit Christoph Gössweiner, Beauftragter für Jugendpastoral und Bischof Manfred Scheuer
17 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Vorderstoder mit Bischofsvikar Willi Vieböck 17 Uhr: Kirchenführung in der Pfarrkirche Spital am Pyhrn, mit P. Friedrich Höller und Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger 19 Uhr: Gottesdienst in Windischgarsten. Cäcilienmesse mit Bischof Manfred Scheuer
Samstag, 23. November 18 Uhr: Gottesdienst zum Abschluss der Visitation in der Stiftskirche Schlierbach. Mit dem gesamten Visitationsteam. Festliche Musik: Kinderchor, Stiftschor. Anschließend Agape
9 bis 11:30 Uhr: Sprechstunden mit den Visitator:innen: Bischof Manfred Scheuer in der Pfarre Nußbach; Generalvikar Severin Lederhilger in der Pfarre Spital am Pyhrn;
Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger in der Pfarre Heiligenkreuz; Bischofsvikar Willi Vieböck in der Pfarre St. Pankraz. Anmeldung zu den Sprechstunden bei Dekanatsassistentin Susanne Lammer, susanne.lammer@dioezeselinz.at, Tel. 0676/ 8776 6149