KIZ-Spezial Grein KW 39/2024

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www.kirchenzeitung.at | 26. September 2024 | Spezial 02-2024

Die Pfarren

Die zehn Pfarren des Dekanates Grein stellen sich vor: ihre Geschichte, ihre Kirche und ihre Schwerpunkte in der Seelsorge. Seite 12 bis 16

Engel der Hoffnung

Meditation über eine Engelsdarstellung in der Stiftskirche Waldhausen: Engel sind Boten der Hoffnung. Seite 23

Glaube will Halt geben_

Die Schiffs-Anlegestellen im Strudengau sind ein Bild für den Glauben: Beide sind da, um Halt zu geben. Beim Besuch von Bischof Manfred Scheuer im Dekanat Grein kommen Fragen rund um den Glauben und die Zukunft der Kirche zur Sprache. Seite 24

Ein herzliches Grüß Gott!

Die Kirche lebt – und sie ist vielfältig! Das nehme ich ganz stark bei meinen Besuchen in den Pfarren und Dekanaten unserer Diözese wahr. Die Kirche ist auch im Mühlviertel ein wesentlicher Teil der Gesellschaft und hat Bedeutung für viele Menschen.

Die Visitation ist ein solcher Besuch und eine gute Gelegenheit, dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben im Dekanat Grein tiefer nachzuspüren. Nur durch unmittelbaren Kontakt in den Pfarren und den kirchlichen Knotenpunkten ist es möglich, zu sehen und zu hören, wie sich die Situation der Menschen tatsächlich darstellt. Was funktioniert gut, wo sind die Kraftquellen, wie wird der Glaube gelebt? Wo hapert es, welche Sorgen sind da? Welche Erwartungen gibt es an die Diözese bzw. an die kirchlichen Strukturen vor Ort? Wie können wir als Kirche in Oberösterreich gemeinsam gut unterwegs sein?

Die Kirche steht angesichts der sich rasch ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor vielen Herausforderungen. Sie hat in der Spur Jesu immer wieder passende Wege gefunden, indem sie Bewährtes weitergeführt und Neues aufgegriffen hat. Ich möchte auch im Dekanat Grein dafür werben, das Gemeinsame in den Pfarrgemeinden zu sehen, die Zusammenarbeit im Sinne des diözesanen Zukunftsweges zu stärken und dabei in allem zuversichtlich auf den Geist Gottes zu vertrauen.

Ich und mein Visitationsteam freuen uns schon sehr auf viele Begegnungen!

„Ja, die Leute helfen zusammen“

Im Interview sprechen Dechant Johann

Fehrerhofer und Dekanatsassistent Josef Rathmaier über Gemeinschaft, Glaube und Wünsche für die katholische Kirche.

Was macht eine gute Seelsorge aus, was ist dafür wichtig?

Johann Fehrerhofer: Seelsorge ist in erster Linie eine Frage der Begegnung und der Beziehung. Es ist wichtig, die Leute persönlich zu kennen, das macht die Seelsorge und die Pfarren lebendig.

Josef Rathmaier: Gute Seelsorge nimmt den konkreten Menschen und seine Situation wahr und ernst: das sind seine Freuden und Hoffnungen, sowie seine Angst und Trauer. Ich als Seelsorger, stelle an mich den Anspruch, die Menschen so anzunehmen, wie sie sind, denn nur dadurch können sie etwas von der bedingungslosen Liebe Gottes erfahren.

Gute Seelsorge will den Men-

Zu Gast in der KirchenzeitungsRedaktion: Johann Fehrerhofer (links) und Josef Rathmaier. Kiz/ps

schen dienen, damit sie sich in ihren Talenten und Fähigkeiten entfalten können. Zudem geht es bei den großen Lebensfesten wie Taufe, Hochzeit und Begräbnis um eine gute Qualität der Feiern.

Woran wird deutlich, dass es in den Orten eine gute Gemeinschaft gibt?

Fehrerhofer: Also der Zusammenhalt ist bei uns im unteren Mühlviertel im Großen und Ganzen noch sehr intakt. Ein Beispiel: St. Thomas am Blasenstein hat circa 1.000 Einwohner, aber über 3.200 Vereinsmitglieder. Das heißt, jeder ist bei über drei Vereinen dabei. Die meisten von denen sind wirklich sehr aktiv. Wenn die Feuerwehr ein Fest feiert, sind alle Vereine gestellt und alle helfen zusammen. Die Kooperation der Vereine mit den Pfarren funktioniert im Dekanat Grein sehr gut. Rathmaier: Deutlich wird es außerdem bei Projekten, die wir gemeinsam initiieren. Es funktioniert gut, Menschen dafür einzubinden beziehungsweise ganze Gruppen für diese Sache zu begeistern. Da merkt man: Ja, die Leute helfen zusammen.

Wakolbinger

Der Kirchenbesuch geht in den meisten Pfarren zurück. Sind die Menschen heute weniger gläubig wie früher? War die Ausgangslage für die Kirche früher besser?

Rathmaier: Da will ich auf keinen Fall urteilen. Es ist jedenfalls schade, wenn viele Menschen kaum mehr an der sonntäglichen Liturgie teilnehmen. Dann kann es leicht sein, dass der Glaube in den Kinderschuhen stecken bleibt und sich eben nicht mehr durch Begegnung oder Ansprachen weiterbildet.

Fehrerhofer: Ich wehre mich gegen den Gedanken, dass die Leute früher so viel gläubiger waren. Was soll das heißen mit der guten alten Zeit? Die ist zwar alt, war aber nicht nur gut. Wenn ich es aussuchen könnte, ob ich vor 100 Jahren Priester sein wollte oder jetzt, würde ich mich für die Gegenwart entscheiden. Die Kommunikation mit der Bevölkerung ist wesentlich offener geworden, die Glaubenssprache ehrlicher. Was man dennoch nicht vergessen darf, ist, dass die hohe Zahl an Kirchenaustritten ein ständiges Problem bleibt. Und da ist es schon so, dass mir viele sagen, der Grund für diesen Schritt sei, dass sie mit Gott

nicht mehr viel anfangen können.

Warum sind Sie in die Seelsorge gegangen, was war Ihre Motivation, Seelsorger zu werden?

Rathmaier: Meine Wurzeln liegen in der Jugendarbeit in meiner Heimatgemeinde. Da habe ich sehr viele positive Erfahrungen gemacht, die mich dann motiviert haben, in die Seelsorge einzusteigen.

Fehrerhofer: Ich bin in Mönchdorf aufgewachsen, bin dort kirchlich sozialisiert worden. Meine Großeltern und meine Mutter haben sich darum gekümmert, dass die älteren Leute im Dorf, die alleinstehend waren, von uns mit Essen versorgt wurden. Denn damals gab es noch kein Altenheim. Da habe ich schon als junger Mensch gemerkt, dass das irgendwie zusammenpasst, wie konsequent sie den Glauben gelebt haben. Wir haben ein großes Glück gehabt, dass wir als Kinder und als Jugendliche ein offenes, frohes und ein bejahendes Christentum erleben durften.

Was sind die größten Herausforderungen im Dekanat in den nächsten Jahren?

Rathmaier: Die große Herausforderung ist der Prozess, dass aus dem Dekanat eine Pfarre werden wird. Für uns Hauptamtliche geht es darum, dass wir die Ehrenamtlichen stärken und sie nicht alleinlassen, ihnen etwas zutrauen.

Fehrerhofer: Als Pfarrer tanze ich mit den Gemeinden, für die ich zuständig bin, auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig, was ich eigentlich ursprünglich nicht wollte. Ich habe zwar das Glück, dass mich gute Leute unterstützen, aber mit allen Menschen in den Pfarren in Kontakt zu kommen, geht sich kaum mehr aus.

Rathmaier: Es wird in Zukunft stark darum gehen, Wege zu finden zu den jungen Menschen, damit sie wieder an die Kirche anschließen können.

Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft der katholischen Kirche?

Rathmaier: Solange die Frauen nicht gleichbehandelt werden, so lange wird die Kirche ausbluten. Sie müssen den Männern gleichgestellt werden in allen Ämtern bis hinauf zum Papstamt. Zweitens muss die katholische Kirche demokratischer werden, etwa bei der Bestellung von Bischöfen. Der-

zeit passiert alles hinter versteckten Mauern. Das soll aber transparent ablaufen.

Fehrerhofer: Es muss um das gehen, was Bischof Maximilian in seiner aktiven Zeit immer wieder betont hat, nämlich um die Freude am Glauben. Dass das einfach schön ist, dass wir Christin und Christ sein dürfen. Dass man dafür dankbar sein darf. Und vielleicht ist es dann diese Freude, diese Dankbarkeit, die ansteckend und anziehend wirkt.

Die Kirchenzeitung in jedem Haus

Als Vorbereitung auf den Besuch von Bischof Manfred Scheuer im Dekanat Grein erhält jeder Haushalt in der Region kostenlos diese Sonderausgabe der Kirchenzeitung der Diözese Linz. Der Bischof und sein Team sind vom 6. bis 12. Oktober 2024 in den Pfarren des Dekanats unterwegs.

DAS INTERVIEW FÜHRTE PAUL STÜTZ
Johann Fehrerhofer und Josef Rathmaier gehen im Dekanat Grein voran. Dekanat Grein

25 Jahre Pfarrassistent

„Mit 1. September 2024 begann ich mein 25-jähriges Dienstjahr als Pfarrassistent in Pabneukirchen. Mit dieser Funktion waren Tätigkeiten verbunden, die ich als Pastoralassistent, als der ich zuvor tätig war, nicht kannte. Ich hatte vorher nie mit den Finanzen einer Pfarre zu tun, kein Begräbnis gehalten, kein Kind getauft – von baulichen Maßnahmen ganz zu schweigen. Außerdem gibt es in Pabneukirchen einen Caritas-Kindergarten. Auch das war absolutes Neuland.

Mir war es immer ein Anliegen, gemeinsam mit den zuständigen Gremien etwas zu entwickeln und dann auch gemeinsam umzusetzen. Viele kleine und auch größere pastorale Projekte haben wir auf den Weg gebracht, z. B. die Pabneukirchner Glaubensimpulse, das Fest der Vielfalt, Flohmärkte, einen „Christlichen Ratgeber bei Abschied, Tod und Trauer“ …

Eine Gemeinde aufbauen, weiterbauen, umbauen heißt auch Bauen an Gebäuden inklusive der Finanzierung. Jetzt laufen die Planungen für unsere Kircheninnenrenovierung.

Viele berührende Feste/Gottesdienste konnte ich leiten oder inhaltlich gestalten. Mir war es immer ein Anliegen, dass Menschen durch Feiern, durch die Liturgie, aber genauso auch in Gruppenstunden (Ministrant:innen, Firmlinge, Kommunionkinder, Frauen und Männer) von der Liebe Gottes berührt und verwandelt werden.

Eine Pfarre lebt von den Menschen, die sich mit ihren Talenten und mit ihrem Glauben einbringen. Ich bin sehr dankbar für den Glauben so vieler Menschen und hoffe, dass von meiner Mühe und Arbeit da und dort der Same des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe aufgeht.

Das Curhaus der Marienschwestern (www.curhaus.at) verbindet Traditionelle Europäische Medizin sowie medizinische und spirituelle Kompetenz zum Wohl der Gäste. Curhaus

Bad Kreuzen tat Anton Bruckner gut

Bad Kreuzen ist mit dem Curhaus bekannt für seine mehr als 175-jährige Tradition als Wasserkurort. Der wohl berühmteste Kurgast der einstigen „Herzog Coburg’schen KaltwasserHeilanstalt“ war der Komponist Anton Bruckner.

Zum 200. Geburtstag von Bruckner wurde Ende Juni die Ausstellung „Heilkraft des Wassers“ eröffnet. Die Schau im Turm der Burg Kreuzen zeigt, untermalt von der Musik Bruckners, Geschichte und Entwicklung des Therapierens mit Wasser von 1846 bis heute. Anton Bruckner litt unter melancholischen Verstimmungen und instabiler seelischer Gesundheit. Bei langen Kuraufenthalten kurierte er Nervenkrisen und fand zu neuer Schaffenskraft. Ideen zur Messe in f-Moll soll er 1867 in der Ruhe und Natur Bad Kreuzens geboren haben. Neben der Ausstellung erinnern der Bruckner-Weg und die Bruckner-Quelle im Pfarrerwald an den ehemaligen Gast im Ort. „Heilkraft des Wassers“ wurde auf Initiative der Stiftung Burg Kreuzen, der Gemeinde Bad Kreuzen und kuratiert von der OÖ Landes Kultur GmbH umgesetzt.

SPURENSUCHE IN DER SCHLUCHT Auf den Spuren der Wasserkur kommt man an der idyllischen Wolfsschlucht nicht vorbei. Dort wurde 1846 eine der

ersten Kaltwasser-Heilanstalten Europas mit Naturfelsbadebecken und -duschen eröffnet. Die meisten Kurgäste kamen damals aus Wien, reisten per Bahn und Kutsche oder Dampfschiff an. Bis zum Ersten Weltkrieg herrschte zum Teil reger Kurbetrieb. Ende des Zweiten Weltkrieges war kein Geld da, die Kuranstalt zu sanieren, die Gebäude verfielen, bis dann 1956 Schluss war mit dem Kuren. Die Anstalt wurde verkauft und in ein Flüchtlingsheim umgebaut. Bis heute sind Asylwerber hier untergebracht.

NEUSTART DER MARIENSCHWESTERN

Die moderne Kurtradition nach Pfarrer Kneipp hat Bad Kreuzen dem Engagement von Ortspfarrer Josef Gütlinger und dem Orden der Marienschwestern zu verdanken. 1972 öffnete am Sonnenhang das neue KneippTraditionshaus der Marienschwestern seine Tore. Heute hat das Curhaus Bad Kreuzen als erstes Zentrum für Traditonelle Europäische Medizin (TEM) Pionierstatus und ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Wasser bleibt somit in Bad Kreuzen Heilelixier Nummer 1 und bildet mit Ernährung, Bewegung, Lebensordnung/Lebensstil und Heilpflanzen die fünf Säulen der Erfahrungsmedizin unserer Ahnen. Die Schau „Heilkraft des Wassers“ (Burg Kreuzen) ist Mo. bis So. von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

„Einklinken und hingehen“

Als Bürgermeister, Wirtschaftskämmerer und Landespolitiker war Viktor Sigl die treibende Kraft in der Entwicklung der Region Donauland-Strudengau. Von diesem Prozess können Pfarren sich manches abschauen.

Gemeinden, Landwirtschaft, Wirtschaft, Tourismus, Vereine – seit mehr als 35 Jahren haben unzählige Menschen daran gearbeitet, dass die Donauregion Strudengau für ihre Bewohner:innen ein lebendiges und lebenswertes Stück Heimat bleibt und noch immer mehr wird. Bei dieser Arbeit vorne mit dabei war Viktor Sigl: „Wenn du willst, dass die Bevölkerung einsteigt, musst du rasch etwas sichtbar machen.“

TOURISMUS ALS KLAMMER

Das sei mit dem Tourismus als Klammer gut gelungen, erläutert Sigl. Das gemeinsame Projekt Radwege hat sich aber nicht nur auf den Donauradweg fokussiert, sondern mit Themenrouten ebenso die Gemeinden im Umland einbezogen. Darüber hinaus hat jede Gemeinde mit eigenen Projekten profitiert, wie Klam

Landtagspräsident a. D. Viktor Sigl bei einer Schiffsanlegestelle in Grein. KIZ/JW

mit einer Reithalle, Bad Kreuzen mit einer Tennishalle und Grein mit der Altstadtsanierung – um nur einige Beispiele zu nennen. „Entscheidend ist aber, dass alle lokalen Projekte regionale Bedeutung haben“, betont Sigl mit Nachdruck: Man müsse stets über den Tellerrand schauen und den Horizont weiten. So hat sich der Strudengau touristisch mit weiteren Abschnitten an der Donau verbunden. Daraus ist „Donau Oberösterreich“

geworden, neben dem Salzkammergut die bedeutendste Marke des Bundeslandes. Sigl freut sich auch, dass damals die Landesausstellung „Feste feiern“ in Waldhausen 2002 „unsere Landesausstellung“ geworden ist, in die eine Reihe von Gemeinden einbezogen war. Er weist aber auch darauf hin, dass man sich keine Illusionen machen darf, wenn es um die Entwicklung einer Region geht: „Wenn du es nicht

selber tust, ein anderer wird es nicht für dich tun.“

ZUSAMMENHELFEN

Das gilt für jede Initiative und ist bei der Kirche nicht anders: „Alles fängt mit dem Tun an.“ Sigl will nicht besserwisserisch sein, aber aus der Erfahrung mit der Regionalentwicklung sagt er: „Angebote zu setzen und zu warten, ob sie angenommen werden, ist zu wenig. Die Pfarren müssen hingehen, proaktiv sein, Bezugspunkte suchen und sich einklinken.“ Die Kirche dürfe ihren Anspruch nicht aufgeben, gestaltende Kraft in der Gesellschaft zu sein, ergänzt Sigl. Aus regionalpolitischer Sicht gibt es vielfältige Anknüpfungspunkte für die Kirche. Er denkt im Bereich der Kultur an die Räume, die die Kirche zur Verfügung stellen kann und natürlich schon zur Verfügung stellt, aber auch an inhaltliche Inputs. Wenn Sigl auf die derzeitigen Pfarren des Dekanats schaut, die zu einer gemeinsamen Pfarre werden sollen, kann er nur wiederholen, was aus seiner Sicht auch für die politischen Gemeinden gilt: „Zusammenhelfen“. JOSEF WALLNER

Kirchenreformer Konrad von Waldhausen

Dass die Kirche heute reformbedürftig ist, steht außer Frage. Worin die Reform bestehen soll, darüber herrscht Uneinigkeit. Interessante Anstöße für eine neue Gestalt von Kirche gibt ein Ordensmann aus dem Strudengau: Konrad von Waldhausen. Auch wenn er seine Predigten vor fast siebenhundert Jahren gehalten hat, sind sie von großer Aktualität. Über Konrads Leben weiß man nicht allzu viel. Er dürfte um 1320 in oder bei Waldhausen geboren und in das dortige Chorherrenstift eingetreten sein. Auf jeden Fall reist er im „Heiligen Jahr“ 1350

bereits als Priester nach Rom. Da er sich unmittelbar nach seiner Rückkehr als Bußprediger betätigt, dürfte ihm in der ewigen Stadt die Reformbedürftigkeit der Kirche bewusst geworden sein. Er predigt in ganz Österreich, wird aber 1363 von Kaiser Karl IV. nach Prag berufen, wo der Kaiser herausragende Persönlichkeiten um sich versammelt. Später wird Konrad von Waldhausen sogar Hofkaplan. Er entfaltet an der Prager Galluskirche und später an der Teynkirche eine rege Predigttätigkeit, die Eduard Winter so beschreibt: „... er entzündete mit sei-

nen Predigten das Feuer der Liebe zum armen und demütigen Christus. Er lehrte die äußere Schale der reichen und mächtigen Kirche zu durchdringen, um auf deren inneren, eigentlichen religiösen Kern zu kommen.“ Auf die Frage, wie man ein guter Prediger werden könne, antwortet Konrad, „dass derjenige, der ein guter Prediger werden wolle, zuerst ein guter Mensch sein müsse“. Er gibt damit dem gelebten Christentum Vorrang vor dem bloßen Reden. Konrad stirbt 1369 in Prag. (Artikel verfasst nach einem Vortrag von Prof. Rudolf Zinnhobler)

„Armut wird nach wie vor vererbt“

Franz Kehrer, Direktor der Caritas in Oberösterreich, gibt Einblick in das weite und fordernde Aufgabenfeld der Caritas.

Was bedeutet Armut in Österreich und was tut die Caritas OÖ dagegen?

Franz Kehrer: In unseren Sozialberatungsstellen bieten wir Menschen in Not Beratung und Überbrückungshilfe an. Sie haben mit vielen Problemen zu kämpfen. Zentral sind aber bei den meisten die hohen Ausgaben für Miete und Energie – dafür müssen unsere Klient:innen im Schnitt 40 Prozent ihres ohnehin geringen Einkommens aufwenden. Dank Spenden können wir jährlich Tausenden Menschen in Oberösterreich aus der akuten Notlage helfen. Wir erleben täglich auch, dass Armut psychisch enorm belastet und krank macht.

Auf dem Land ist Armut oft sehr versteckt, da die Betroffenen versuchen, die Fassade lange aufrechtzuerhalten. Scham und die Angst vor Stigmatisierung halten viele davon ab, rechtzeitig Hilfe zu suchen. Mit Einrichtungen wie unserem Tageszentrum Wärmestube, dem Help-Mobil, dem Haus für Mutter und Kind und vielen anderen Angeboten stehen wir zusätzlich Menschen in Wohnungsnot und Krisen zur Seite. Und wir fordern auf Grundlage unserer Erfahrungen Maßnahmen vonseiten der Politik ein, um die strukturellen Ursachen von Armut zu bekämpfen.

Wie kann Bildung als Schlüssel gegen Armut genutzt werden und was müsste getan wer-

den, um Kindern gleiche Chancen zu eröffnen?

Franz Kehrer: Dass Armut in unserer Gesellschaft nach wie vor „vererbt“ wird, liegt daran, dass Kinder aus sozial benachteiligten Haushalten geringere Chancen haben, um im Bildungssystem zu bestehen. Auch weil es in diesen Haushalten an Unterstützungsmöglichkeiten fehlt. Aus diesem Grund haben wir die Lerncafés ins Leben gerufen, wo Freiwillige Kinder aus sozial benachteiligten Familien dabei unterstützen, die Schule erfolgreich abzuschließen. Wie wir aus verschiedenen Studien wissen, ist aber schon die frühkindliche Bildung in Krabbelstuben und Kindergärten ein wichtiger Hebel in Sachen Armutsbekämpfung. Daher sind die verstärkten Investitionen in die Bildung und Förderung von benachteiligten Kindern von Beginn an so wichtig und also dringend geboten.

Warum ist ehrenamtliches Engagement wichtig für die Caritas? Welche Möglichkeiten gibt es für Freiwillige, sich einzubringen? Franz Kehrer: Ehrenamtliches Engagement ist für unsere Gesellschaft ganz wichtig und auch für die Caritas unverzichtbar. Projekte wie die Lerncafés für benachteiligte Kinder oder die Hospizarbeit wären ohne Freiwillige nicht möglich. Junge Menschen können sich bei uns über den actionPool

der youngCaritas bei zeitlich befristeten Aktionen engagieren. Unsere OnlineCommunity „füreinand’“ fördert Mitmenschlichkeit und ermöglicht spontanes Helfen in ganz Österreich. Ehrenamtliche profitieren auch selbst davon, denn das Engagement für andere bereichert auch das eigene Leben.

„Auf dem Land ist die Armut oft sehr versteckt. Scham und die Angst vor der Stigmatisierung halten viele davon ab, rechtzeitig Hilfe zu suchen.“

FRANZ KEHRER

Welche Unterstützung leistet die Caritas OÖ für pflegende Angehörige und was sollte die Politik für sie tun?

Franz Kehrer: Pflegende Angehörige sind nicht nur der größte Pflegedienst in Österreich, sondern auch eine tragende Säule unseres Pflegesystems. Zur Entlastung bieten wir pflegenden Angehörigen Beratung, Kurse und Treffpunkte über unsere Servicestellen an. Und wir ermutigen Angehörige, Entlastungsangebote wie unsere

Franz Kehrer ist seit 2013 Direktor der Caritas Oberösterreich. Caritas

Erholungstage zu nutzen. Sozialpolitisch notwendig wären unter anderem mehr Kurzzeitpflegeplätze, Tagesbetreuungsangebote und finanzielle Absicherung, insbesondere für jene, die aufgrund der Pflege ihren Beruf aufgeben müssen. Ein jährlicher Bonus von 1.500 Euro ist hilfreich, aber nicht ausreichend. Die Verbesserung ihrer Lebenssituation sowie die Wertschätzung ihrer Leistungen sind daher im gesamtgesellschaftlichen Interesse.

Wie steht es um die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigungen in unserer Gesellschaft und was tut die Caritas dafür?

Franz Kehrer: Menschen mit Beeinträchtigungen haben in Österreich leider in vielen Bereichen nicht die gleichen Rechte und Chancen. Die Caritas setzt sich dafür ein, eine inklusive Gesellschaft zu fördern, und fordert die ernsthafte Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Wir haben eine Reihe von innovativen Angeboten und Projekten, um selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und die Inklusion in der Gesellschaft zu fördern. Ein noch junges Projekt ist die „Inklusive Redaktion“, die Menschen mit Beeinträchtigungen eine Plattform bietet, kreativ mitzuwirken und ihre Stimmen „hörbar“ zu machen.

Wie kann Integration von Menschen mit Migrationshintergrund gut gelingen?

Franz Kehrer: Es geht darum, so rasch als möglich Teilhabemöglichkeiten für alle zu eröffnen. Sei es im Bildungs-, Gesundheits-, Wohn- oder Arbeitsmarktbereich. Durch die Einbeziehung aller gelingt auch das Voneinander-Lernen. Wenn Menschen Zugehörigkeit und Teilhabe erleben, Chancen und Perspektiven im Leben erhalten, verbessert dies die Beteiligung der Personen und reduziert die Gefahr von Isolierung, Bildung geschlossener Communitys oder gar Radikalisierungstendenzen. Und natürlich braucht es leistbare und bedarfsorientierte Bildungsangebote zum Spracherwerb und zur Weiterqualifizierung.

Wofür braucht die Caritas Spenden – und kommen diese auch wirklich an?

Franz Kehrer: Die Caritas ist auf Spenden angewiesen, um Hilfsangebote zu finanzieren, die nicht oder nur teilweise von der öffentlichen Hand unterstützt werden. Das betrifft zum Beispiel unsere Sozialberatungsstellen für Menschen in Not, Lerncafés für benachteiligte Kinder, Hilfe für Obdachlose, Krisenwohnungen und Projekte in Afrika und Osteuropa. Wobei circa 90 Prozent unserer Hilfsleistungen für Menschen in Oberösterreich erbracht wer-

den. Die Spenden kommen selbstverständlich an – jährlich können wir damit sehr vieles für Tausende Menschen bewirken. Dazu kann man sich auf unserer Homepage www.caritas-ooe.at im Jahresbericht und in den vielen aktuellen Berichten überzeugen. Nur rund 10 Cent jedes SpendenEuros werden bei uns für die notwendige sorgfältige Buchhaltung und Werbung verwendet.

Welche Rolle spielt ökologische Nachhaltigkeit in der Arbeit der Caritas, um den Klimawandel zu bekämpfen?

Franz Kehrer: Aktuell sparen wir in Oberösterreich jährlich 90 Tonnen CO2 ein, weil wir seit 2017 kontinuierlich den Ausbau von Fotovoltaikanlagen vorantreiben. Ebenso haben wir bereits in 65 von unseren 82 eigenen Objekten keine Gas- oder Ölheizung mehr. Das Bekenntnis zum nachhaltigen Handeln haben wir bereits vor 16 Jahren in unser Leitbild aufgenommen und achten in allen Bereichen darauf, mit gezielten Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels beizutragen. Das nicht zuletzt auch deshalb, weil wir in unserer internationalen Arbeit bereits mit den sozialen Folgen des Klimawandels konfrontiert sind. So ist zum Beispiel die Demokratische Republik Kongo, in der wir tätig sind, mit extremen Dürren und Hochwasserlagen konfrontiert, die Kleinbauern kämpfen hier um ihre Existenz. Daher setzen wir auch dort innovative Projekte um, um unter anderem die Böden zu schützen und neue Anbaumethoden zu etablieren.

Die heilige Elisabeth ist ja die Patronin der Caritas. Inwiefern ist sie auch heute noch Vorbild für die Caritas-Arbeit?

Franz Kehrer: Die heilige Elisabeth ist uns mit ihrem engagierten, mutigen Einsatz für Menschen in schwierigen Lebenssituationen Vorbild. Ihre Überzeugung und innere Stärke können uns in der oftmals auch mühsamen täglichen Arbeit sowohl Richtschnur als auch „Mutmacher“ sein.

FRANZ KEHRER, MAS

DIREKTOR DER CARITAS OÖ

Franz Kehrer ist gelernter Tischler und Landwirtschaftlicher Facharbeiter. Er absolvierte das Aufbaustudium Sozialmanagement an der Johannes Kepler Universität Linz mit dem Abschluss als Master of Advanced Studies. Kehrer war Organisationssekretär der Katholischen Jungschar, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste und ist seit 1998 bei der Caritas tätig.

Die heilige Elisabeth

Die heilige Elisabeth ist die Schutzheilige der Caritas. Sie wurde 1207 geboren. Mit vier Jahren wurde sie mit dem thüringischen Landgrafensohn Ludwig IV. verlobt und zog auf die Wartburg. Mit 14 Jahren fand die Hochzeit statt. Die beiden bekamen drei Kinder. Trotz ihrer Stellung widmete sich Elisabeth mit großem Einsatz den Ärmsten der Gesellschaft. Vonseiten des Adels wurde diese Haltung nicht gutgeheißen. Ihr Mann jedoch unterstützte sie. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahr 1227 stellte ihr Ludwigs jüngerer Bruder ein Ultimatum: Entweder sie passt sich den höfischen Sitten an oder sie muss gehen. Elisabeth verließ die Wartburg. Sie gründete in Marburg ein Spital, welches Kranke pflegte, die in keinem anderen Krankenhaus aufgenommen wurden. Das Krankenhaus benannte sie zu Ehren des heiligen Franziskus. Ein Jahr später änderte sie ihr Leben nun endgültig. Sie trat dem Franziskanerorden bei. Sie stellte die Hilfe für Arme an oberste Stelle. Elisabeth starb 1231. Bereits vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie heiliggesprochen. Ihr Einsatz inspiriert bis heute eine Vielzahl von Ordensgemeinschaften.

Elisabeth von Thüringen.
Joachim Schäfer, Ökumenisches Heiligenlexikon

Farbe ins Leben bringen

Es gibt wohl kaum eine passendere Jahreszeit als den Herbst mit seinen facettenreichen Licht- und Farbnuancen, um das kirchliche Engagement junger Menschen im Dekanat Grein in ein aussagekräftiges Bild zu bringen. Von der ehrenamtlich organisierten Jugendgruppe über den Jugendchor bis hin zum Engagement als Jungscharund Ministrantenleiter:in gibt es eine wahre Fülle an Angeboten und Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche in den Pfarrgemeinden unserer Region. Als Beauftragter für Jugendpastoral ist es mir in diesem Zusammenhang ein Herzensanliegen, zielgruppenorientierte Angebote zu unterstützen und pfarrübergreifend zu vernetzen. Im Vordergrund steht dabei die Idee, das Potenzial einer lebendigen Glaubenspraxis in konkreten Erfahrungsräumen für das eigene und das gemeinschaftliche Leben immer wieder neu zu entdecken und fruchtbar zu machen. In Vertretung für das Team der Dekanatsleitung möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Netzwerkpartner:innen in den Pfarrgemeinden bedanken! Danke für das beherzte Engagement, das gute Miteinander und nicht zuletzt die Bereitschaft mit den persönlichen Talenten und Fähigkeiten aktiv mitzugestalten und dazu beizutragen, dass die Botschaft unseres Glaubens im Dekanat Grein speziell für junge Menschen greif-, spür- und sichtbar ist.

Trauer braucht Orte zum Aufatmen

Die Pfarrgemeinde Pabneukirchen hat mit der neuen „Trauerkapelle“ einen würdigen Raum geschaffen, in dem man von den Verstorbenen Abschied nehmen kann. Pfarrassistent Josef Rathmaier beschreibt, welche seelsorglichen Erfahrungen sich in der Gestaltung zeigen.

„Wir wollten einen Ort schaffen, in dem sich die Menschen in ihrer Trauer geborgen wissen. Mit dem neuen Namen ‚Trauerkapelle‘ statt Aufbahrungshalle nehmen wir die Trauernden ernst. Sie ist der Ort, an dem wir uns persönlich von dem oder der Toten verabschieden, um Versöhnung bitten, unseren Schmerz ausdrücken und nach Hoffnung ringen. Gleichzeitig ist sie der Ort, in dem wir gemeinsam beten, singen und unsere christliche Hoffnung zum Ausdruck bringen.

Im neuen Namen steckt das Wort Kapelle. Die Kapelle ist ein Ort des Innehaltens, Ort des Dankens und Bittens. Sie ist ein Ort der Gegenwart Gottes. Bei ihm können wir unsere Not herausschreien und wirklichen Trost finden.

Der Künstler Alois Mosbacher hat Bäume (sterbende und lebende) an die Wände unserer Trauerkapelle gezeichnet. Die Bäume sind für uns Menschen auch Sinnbild des Lebens. Sie sind tief verwurzelt in der Erde, wachsen, blühen,

geben Schatten und dann wieder das Licht frei, strecken sich zum Himmel aus und vergehen. Ist es beim Menschen nicht ähnlich? Wir wachsen heran und verbinden uns, besonders mit jenen Menschen, mit denen wir zusammenleben, und am Ende des Lebens heißt es Abschied nehmen. Der Tod ist die absolute Zäsur. Er wirft uns aus der Bahn.

Was hilft uns, wenn der Tod eines lieben Angehörigen uns erschüttert? Es sind Rituale, die uns in diesen schweren Zeiten Halt und Trost geben. Eine Kerze anzünden, ein Gebet sprechen, die Umarmung eines lieben Menschen spüren, weinen können, vom Verstorbenen erzählen können … Die Trauerkapelle kann ein wichtiger Ort sein, weit über die engsten Angehörigen hinaus, in der sich die Menschen von der oder dem Toten verabschieden. Ein freundlicher, heller und bergender Raum stützt die Trauernden in diesen schweren Stunden. Abschied können wir nur nehmen, wenn wir dankbar auf etwas/jemanden zurückschauen können und wenn es eine Perspektive gibt. Unsere Perspektive ist im Himmel verankert. Es ist die Hoffnung auf die Auferstehung. Sie nimmt uns zwar nicht die Trauer, doch sie eröffnet uns ein Licht am Horizont, das uns aufatmen lässt. Das macht einen großen Unterschied.“

Die Trauerkapelle von Pabneukirchen. Pfarrassistent Josef Rathmaier hat die Entstehung des Raumes – angefangen bei der Auswahl des Künstlers – begleitet. Pfarre Pabneukirchen
Wolfgang Moser, Jugendbeauftragter für das Dekanat Grein. Privat

Mit Teamgeist am Werk

Im Zuge der diözesanen Strukturreform soll in jeder Pfarrgemeinde ein Seelsorgeteam eingerichtet werden. Viel Erfahrung damit gibt es bereits in St. Nikola/Donau.

Bei einem Seelsorgeteam handelt es sich um ein Modell der Pfarrgemeindeleitung unter Beteiligung ehrenamtlich engagierter Personen. In den Bereichen Gemeinschaft, Diakonie, Verkündigung und Liturgie sind die jeweiligen Mitglieder Ansprechpartner für die Pfarrbevölkerung und nehmen Leitungsverantwortung wahr. Bereits seit November 2018 gibt es in der Pfarre St. Nikola ein solches Seelsorgeteam. Von Anfang an dabei ist Maria Jakob: „Die Initiative ging damals von Pfarrer Berthold Müller aus, der Leute für das Team gesucht hat. Die Ausbildung haben wir dann 2017/18 an fünf Wochenenden im Bildungshaus Schloss Puchberg gemacht. Das war intensiv, aber gut“, berichtet sie. Maria Jakob war damals schon lange in der Pfarre engagiert, zum Beispiel drei Perioden lang Obfrau des Pfarrgemeinderats. Am Konzept des Seelsorgeteams schätzt sie die Verteilung von Verantwortung und Arbeit. „Es ist positiv, dass man sich auf seinen Bereich konzentrieren kann“, sagt sie. Bewährt habe sich das Konzept auch, als der Pfarrer einmal für einen längeren Zeit-

Seelsorgeteam St. Nikola: Margret Friesenecker (Diakonie), Pfarrer Berthold Müller, Maria Jakob (Liturgie), Edwin Gerlinger (Koinonia, Finanzen). Pfarre

raum ausgefallen sei: Das Seelsorgeteam habe das Pfarrleben aufrechterhalten.

Neben der alltäglichen Arbeit waren bzw. sind die frühere Pfarrhofsanierung und die jetzige Kirchensanierung besondere Herausforderungen.

„Neben dem Engagement braucht es für ein harmonisches Arbeiten im Seelsorgeteam jedenfalls Teamgeist“, sagt Jakob. Zwar hat sich der Personenkreis seit Einführung des Seelsorgeteams verkleinert; in der Leitung werden die drei Mitglieder und Pfarrer Müller von der Pfarrsekretärin und der zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats unterstützt.

Maria Jakob verantwortet den Bereich Liturgie. Die Aufgabe erstreckt sich von der Organisation von Totenwachen und dem Kontakt zur Trauerfamilie über die Erstellung von Dienstplänen für Lektor:innen bis zu Wort-Gottes-Feiern halten oder Leiter:innen dafür suchen. „Dazu kommt die Frage der musikalischen Begleitung von Gottesdiensten“, sagt Jakob.

KNOW-HOW WEITERGEBEN

Erfahrung ist begehrt: Da in allen Pfarrgemeinden Seelsorgeteams eingeführt werden sollen, kommen Anfragen nach St. Nikola, wie denn das Konzept in der Praxis aussieht. Das Seelsorgeteam in der Pfarre an der Donau gibt gerne Auskunft. Dem Umstellungsprozess auf die neue Pfarrstruktur blickt Maria Jakob mit einer gewissen Spannung entgegen: „Da derzeit noch manches offen ist, ist es schwer, potenziellen Nachrückern einen Eindruck von den künftigen Aufgaben zu vermitteln.“ Sie kann dem Konzept Positives abgewinnen: „Langfristig gehe ich schon von Erleichterungen aus, etwa in der Zusammenarbeit bei der Firmvorbereitung oder beim Einsatz von Priestern für sonntägliche Eucharistiefeiern.“ Maria Jakob sollte davon in ihrem Ehrenamt profitieren, denn ihre Beauftragung läuft noch bis März 2029. NIE

Haus St. Antonius

Das Haus St. Antonius in Grein ist ein Ort, der Menschen auf ihrem Glaubensweg begleiten und stärken will. Dazu dient das vielfältige spirituelle Angebot: unter anderem geistliche Begleitung, Beichte, Aussprache, gemeinsame tägliche Gebetszeiten sowie monatliche Gebetsabende. Das Haus St. Antonius steht sowohl Einzelgästen als auch Gruppen etwa für Besinnungstage oder Pfarrgemeinderats-Klausuren offen. Für zwanzig Personen besteht die Möglichkeit zur Übernachtung. Getragen wird das geistliche Programm von der Hausgemeinschaft, die Pfarrer Leopold Gruber und die Theologin Elisabeth Svoboda bilden. Gruber ist Leiter des Hauses und zugleich Pfarrer von Grein und Pfarrprovisor von Klam. Das Haus diente von 1850 bis 1985 als Amtsgebäude der Stadt Grein. Leopold Gruber, damals Kaplan in Grein, gründete den Verein „Pilgerweg des Vertrauens“, konnte das Gebäude mit Spenden kaufen und großteils mit freiwilligen Helferinnen und Helfern renovieren, sodass es 1997 als Haus St. Antonius geweiht und eröffnet werden konnte.

Das heutige Haus St. Antonius wurde 1622 als Franziskanerkloster gegründet und 1784 unter Kaiser Joseph II. wieder aufgelöst. KIZ/Wallner

Anfänge: von Florian

Am Beginn des Christentums im Gebiet des heutigen Oberösterreich stehen die Heiligen Florian und Severin.

Es waren römische Soldaten, die bereits im zweiten Jahrhundert als Christen ins heutige Oberösterreich, die damalige Provinz Noricum, kamen. Das frühere keltische Königreich, das weitgehend kampflos zur römischen Provinz geworden war, lag direkt an der Grenze zu den germanischen Stämmen jenseits der Donau. Als Grenzbefestigung diente der Limes, ein Grenzwall entlang der Donau, an dessen Ufer heute noch nachweisbare Kastelle und Zivilstädte lagen. Eine davon war ab der Wende vom zweiten ins dritte Jahrhundert das Lager Lauriacum (heute Enns-Lorch), dem sich mit der Zeit auch eine zivile Siedlung anschloss. Nach Meinung mancher Forscher erlangte diese Siedlung schon bald unter Kaiser Caracalla (Regierungszeit 211–217) das sogenannte kleine Stadtrecht.

Wir wissen nicht genau, ab wann genau richtige christliche Gemeinden in Oberösterreich entstanden sind – sicher ist nur: Zu Beginn des vierten Jahrhunderts gab es sie bereits. Als Beweis dafür kann die Geschichte des heiligen Florian gelten.

HISTORISCHE PERSON

Florian ist – im Gegensatz zu manchen anderen Märtyrerheiligen – keine rein legendenhafte Figur: Dass es einen pensionierten Kanzleivorstand der Statthalterei namens Florianus gegeben hat, der als Christ den Tod fand, ist historisch weitgehend unstrittig. Auch wenn dieser Kern durch allerlei Legenden „angereichert“ worden ist, war Florian also eine historische Person – was dazu führte, dass er 1971 erster Diözesanpatron wurde. Oberösterreichs Landespatron ist er seit 2004.

Florians Leben lässt sich zeitlich einordnen: Kaiser Diokletian organisierte an der Wende vom dritten ins vierte Jahrhundert das römische Reich neu. Dazu gehörte auch das Ende einer gewissen religiösen Toleranz: Der Kaiserkult galt als eine Art „Staatsbürgernachweis“, die Behörden bestanden darauf. Christ:innen sahen darin freilich einen Verstoß gegen ihre religiösen Pflichten. 303 verschärfte sich ihre Verfolgung – auch in Ufernoricum, das eben erst durch Zweiteilung der Provinz Noricum entstanden war. Unter dem Statthalter Aquilinus wurden in Lauriacum 40 Christinnen und Christen festgenommen und gefoltert. Florian, früher ein wichtiger Zivilbeamter, eilte aus Cetium (St. Pölten) herbei, um seinen Glaubensgeschwistern beizustehen. Doch seine frühere hohe Stellung nützte ihm nichts: Sein Bekenntnis, Christ zu sein, führte zu seiner Hinrichtung durch Ertränken. Daran schließt die Legende von der Überführung seines Leichnams ins heutige St. Florian an.

Als Tag der Hinrichtung gilt der 4. Mai 304.

GEMEINDEN ENTSTEHEN Bekannterweise lag das antike Lauriacum in etwa rund um die heutige Basilika in Lorch. In der Kirche selbst sind die Ausgrabungen eines Hauses und der mehrmals erweiterten frühchristlichen Kirche zu sehen. Im Altar ruhen die Gebeine der knapp 40 Christ:innen, denen Florian zu Hilfe kommen wollte. Die erste Kirche an dieser Stelle enstand um 370 – also weniger als 100 Jahre nach dem Tod Florians und seiner Glaubensgeschwister. Das vierte Jahrhundert war die Zeit, in der sich das Christentum im heutigen Oberösterreich nachhaltig verankerte, was vor allem auch mit der Konstantinischen Wende zu tun hat: Seit 313 tolerierte Rom das Christentum, 393 wurde es sogar Staatsreligion, andere Kulte wurden bekämpft. Doch in der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts brach das, was wir heute etwas irreführend als Völkerwanderung

Das Stift soll auf dem ursprünglichen Grab des heiligen Florian stehen. Niederleitner
Diözesanpatrone Florian (links) und Severin
Gerhard

bis Severin

bezeichnen, über die römische Welt herein, vor allem auch über Ufernoricum, dessen befestigte Grenze: Das römische Staatswesen wurde instabil und war schließlich in Auflösung begriffen. Über die Donau füllten germanische Horden das Herrschaftsvakuum. Besonders betroffen von dieser Entwicklung war die romanische Bevölkerung. Da trat ein Landsmann auf, der offenbar aus Italien stammende Severinus. In seiner 511 entstandenen Lebensbeschreibung (Vita Sancti Severini) ist er bereits ein „Mann Gottes“. Die Forschung geht davon aus, dass er zuvor politisch tätig gewesen sein muss: Sein Auftreten zeugt von diplomatischem Geschick, einem guten Informantennetz und persönlicher Autorität. In seiner Lebensbeschreibung tritt Severin vor allem als Helfer und Vermittler für die ansässige romanische Bevölkerung auf. Lauriacum taucht gleich mehrmals auf. So versorgte er die Menschen dort mit wertvollem Öl, das durch die Wirren der Zeit schwer zu beschaffen war.

Etwas später warnte Severin den Bischof von Lauriacum, Constantius, vor einem Einfall der Germanen.

„VÖLKERWANDERUNG“

Insgesamt zeigt die Vita Sancti Severini, dass die Zeiten so unsicher wurden, dass die romanische Bevölkerung sich nicht halten konnte. Severin organisierte die Flucht aus Quintanis (Künzing nahe Deggendorf) über Batavis (Passau) nach Lauriacum, wo ein Flüchtlingslager entstand. Als auch Lauriacum nicht mehr zu halten war, brachte Severin die Menschen nach Favianis (vermutlich Mautern an der Donau), wo er selbst 482 starb. Seine Anhänger mussten Noricum gänzlich verlassen. Sie zogen nach Süditalien und nahmen die Gebeine Severins mit. Seit 1935 ist er zweiter Diözesanpatron. HEINZ NIEDERLEITNER

Quellen: Rudolf Zinnhobler, Kirche in Oberösterreich 1: Von den Anfängen bis zur Wende des 1. Jahrtausends. Straßburg 1992; Eugippius, Vita Sancti Severini (lat./ dt.), Stuttgart 1986 (Reclambüchlein)

Orden und Stifte prägen Oberöstereich

Wenn die Kirche gefragt ist, denkt man in erster Linie an die Pfarre, aber es gibt eine Reihe von Einrichtungen über die Pfarrgemeinden hinaus. In besonderer Weise sind das die Ordensgemeinschaften. Vor ihrem Einsatz in Bildung, Sozialem und Kultur verstehen sie sich als Orte des Gebetes. Das ist ihr Grundauftrag, aber untrennbar verbunden mit dem Dienst an den Menschen – in ganz unterschiedlichen Formen.

In Oberösterreich leben 566 Ordensfrauen und 230 Ordensmänner (Daten von 2023) in 16 Männer- und 17 Frauenorden. Unübersehbar sind die mächtigen Stifte: St. Florian, Kremsmünster, Schlierbach, Lambach, Schlägl, Reichersberg und Wilhering. Die Klöster als Bauwerke gehören zu den touristischen Anziehungspunkten des Landes. Mit ihren Bibliotheken, naturwissenschaftlichen Sammlungen und Bildergalerien sind sie Schatztruhen der Kultur. Außerdem stellen die Stifte eine große Anzahl von Pfarrseelsorgern, ohne die eine flächendeckende Pfarrpastoral in der Diözese nicht möglich wäre. Zur Klosterlandschaft Oberösterreichs zählen auch die vielen aufgehobenen Stifte –wie zum Beispiel Waldhausen, Baumgartenberg oder Mondsee.

Wie in keinem anderen Bundesland Österreichs prägen die Ordensgemeinschaften das Gesundheitswesen. In den sieben Ordensspitälern – mit Ausnahme der Barmherzigen Brüder sind das Frauenorden – werden rund die Hälfte aller oberösterreichischen Patient:innen behandelt. Elf Alten- und Pflegeeinrichtungen sind in der Trägerschaft von Ordensgemeinschaften. Drei ordenseigene Kurhäuser (Bad Kreuzen, Mühllacken und Schärding) bieten Menschen Orte zum Ausspannen und Kraftschöpfen.

Mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche Oberösterreichs besuchen Ordensschulen (an 23 Standorten).

Der Marmorsaal des Stifts St. Florian ist ein Beispiel der herausragenden barocken Architektur, die sich in Oberösterreichs Stiften findet. Kiz/JW
Die Gebeine der Lorcher Märtyrer ruhen im Altar der Basilika. Wallner/Kiz

Die Pfarren des Dekanats

Das Dekanat Grein umfasst zehn Pfarren, die vielfältige Aspekte des kirchlichen Lebens zeigen. Wir stellen die Pfarren in kurzen Porträts vor.

Pfingstlich unterwegs in Pabneukirchen

„Wir wollen eine pfingstliche Kirche sein, die aus dem Jakobsbrunnen schöpft.“

Dieser Satz aus dem Leitbild der Pfarre Pabneukirchen spiegelt sich nicht nur künstlerisch an der Ostseite des Pfarrzentrums wider, sondern vor allem auch in der Lebendigkeit dieser Pfarre. So bieten vor allem die unterschiedlichsten katholischen Gruppierungen der Pfarrbevölkerung eine Vielfalt von sozialen und spirituellen Angeboten.

PFARRKIRCHE

Im Mittelpunkt dieser Gemeinschaft präsentiert sich die Pfarrkirche Pabneukirchen als eine

herausragende gotische Kirche Oberösterreichs. Sie ist den Heiligen Simon und Judas Thaddäus geweiht und Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet worden.

Pfarrkirche Pabneukirchen: Pfarrassistent Josef Rathmaier, Pfarrmoderator Johann Fehrerhofer. Pfarre

Der Innenraum des Bauwerks zeigt ein dreischiffiges Langhaus mit bemerkenswerter zentralisierender Raumwirkung, die durch die Netzrippengewölbe und achteckigen Pfeiler verstärkt wird. Der Hochaltar stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Er enthält ein schönes Kreuzbild aus dem aufgelassenen Stift Waldhausen. Um der Pfarrbevölkerung auch in Zukunft Raum und Mittelpunkt für ihre vielfältige Glaubensgemeinschaft zu bieten, ist für 2025 als nächstes Großprojekt die Kircheninnenrenovierung geplant.

Waldhausen: Im Geiste der Augustiner-Chorherren

Die Pfarre Waldhausen ist dort, „wo in Oberösterreich die Sonne aufgeht“. Sie ist also die östlichste Pfarre der Diözese Linz und grenzt an die Nachbarsdiözese St. Pölten an.

In der hügeligen und waldreichen Mühlviertler Pfarre mit ca. 47 km2 wohnen nicht ganz 3.000 Leute, davon 2.593 Katholik:innen (2023). Die Pfarre umfasst drei Kirchen: die spätgotische Pfarrkirche, die frühbarocke Stiftskirche und die Kirche im Ortsteil Gloxwald. Geprägt ist die Pfarre vom ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift, welches 1792 durch Kaiser Leopold II. aufgehoben und zum Großteil abgerissen wurde. 2022 feierte die Pfarre gemeinsam mit den ehemaligen Stiftspfarren das 850-Jahr-Jubiläum des Stiftes. Im verbliebenen Stiftsgebäude sind heute das Pfarrzentrum, das regionale Leaderbüro, das „Betreubare Wohnen“ mit elf Wohnungen und die Räumlichkeiten für

das „Betreute Urlauben“ (mehr dazu siehe auf S. 21) untergebracht. Im Zuge der OÖ. Landesausstellung 2002 mit dem Schwerpunkt „Feste feiern“ wurde das Stiftsgebäude mit dem gesamten Stiftsareal renoviert und umgestaltet. Jetzt finden dort jährlich zahlreiche Feierlichkeiten statt. Seit 2020 sind auch die Mumien in der neugestalteten Krypta der Stiftskirche öffentlich zugänglich.

ZUSAMMENARBEIT

Harmonisch ist auch die rege Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde und den vielen örtlichen Vereinen. Die Mitarbeit wird in der Pfarre großgeschrieben und wird von Mini-Club (Spiegelgruppen), Jungschar, Jugend, Kfb, KMB, Bildungswerk, Kirchenchor und dem „Plauscherl im Stift“ für ältere Menschen mitgetragen. Ein lebendiger PGR mit seinen Fachteams unter Pfarrgemeindebegleiter Josef Rathmaier gibt dem lebendigen Pfarrleben immer wieder

Stiftskirche Waldhausen: Pfarrprovisor Karl Wögerer, Pfarrgemeindebegleiter Josef Rathmaier, Pastoralassistentin in Ausbildung Monika Huber. Pfarre

gute Impulse. Künftig soll das Leben in der Pfarre noch lebendiger und vielseitiger gestaltet werden.

Klam: Eine Pfarre schaut zum Kreuz auf

Im Herzen des Marktplatzes Klam steht die barocke Kirche, deren Bau am 4. August 1656 begann und die 6. Jänner 1664 eingeweiht wurde.

Im Jahre 1784 wurde Klam im Zuge der Pfarrreform von Kaiser Joseph II. eine eigenständige Pfarre. Zuvor war die Pfarre Saxen für die Gläubigen von Klam zuständig. Bis heute sind die beiden Pfarren miteinander verbunden, da sich die Grenzen der politischen Gemeinden und der Pfarren überschneiden.

BURG CLAM

Prägend für das Ortsbild ist die Burg Clam. Die geschichtliche Bedeutung und Verbundenheit der Burg mit der Pfarre ist in der Pfarrkirche dokumentiert, wo Wappen der Herren von Clam zu sehen sind.

Als jüngste und kleinste Pfarre im Dekanat wussten sich die Bewohner:innen von Klam zu behaupten, was für die Seelsorge eine große Herausforderung darstellte. Die Kirche ist dem Glaubensgeheimnis der „Kreuzerhöhung“ geweiht, dessen Gedenkfest am 14. September begangen wird. Das große Kreuz im Hochaltar der Kirche lädt ein, zu bedenken, was die Botschaft dieses Festes (Patrozinium) zum Inhalt hat. „Erst der am Kreuz erhöhte Menschensohn ist das wirkliche, wirksame Zeichen der Rettung,

weil er das Zeichen der übergroßen Liebe ist“, heißt es im Schott-Messbuch. Das Aufschauen zu Jesus am Kreuz ist mehr als ein bloßes Hinschauen; es bedeutet, sich von der Liebe Gottes ergreifen zu lassen, die befreit und heilt.

Für dieses Aufschauen zum Herrn sind den Gläubigen von Klam Vorbilder und Fürsprecher zur Seite gestellt. So befinden sich neben dem Kreuz im Hochaltar zwei Heilige, die Schutzpatrone des Landes sind: der heilige Florian und der heilige Leopold. Mit dieser geistlichen „Ausstattung“ sind die Weichen für einen Weg des Glaubens gestellt.

Aktiv, musikalisch und viel Ehrenamt: St. Nikola an der Donau

Die Pfarre St. Nikola an der Donau ist in historisch bedeutsamer Lage entstanden, die an die Gefahren des Flusses, an Gebet und gläubiges Vertrauen erinnert.

Nach der Passage des gefährlichen Donauabschnittes galt in St. Nikola von alters her die Sorge den Verunglückten und man richtet Dank- und Bittgebete an den Schutzheiligen der Schiffsleute, den heiligen Nikolaus. Das Hochaltarbild der Pfarrkirche zeigt den Pfarrpatron Nikolaus. Der 6. Dezember ist ein Feiertag für Pfarre und Gemeinde und natürlich für die Kinder. Ein besonderes Juwel der Kirche sind auch die Relieftafeln mit Szenen aus dem Marienleben sowie eine spätgotische Madonna. Seit 2018 nimmt ein Seelsorgeteam Leitungsaufgaben in der kleinsten Pfarre des Dekanates wahr. Die Lebendigkeit der Pfarre wird vor allem in den Feiern und Festen spürbar. Gerne kommen auch Mitfeiernde aus der Umgebung dazu. Die

katholische Frauenbewegung setzt zahlreiche Initiativen und in einer Jungschargruppe und bei den Ministrant:innen können sich Kinder willkommen fühlen. Der Zusammenhalt in der Pfarre findet seinen Ausdruck auch im unermüdlichen Einsatz der Ehrenamtlichen für den Erhalt der Gebäude: Der Pfarrhof wurde als Ort der Begegnung erhalten und 2016 bis 2019 grundlegend saniert. Gerne kommt die Gemeinde unter anderem beim monatlichen Pfarrcafé zusammen. Nun gilt das Augenmerk dem Kirchturm mit seinen Glocken und der anstehenden Innensanierung. Sonntag für Sonntag begleiten Bläsergruppen oder Organist und Trompeter den Volksgesang. Die Singgemeinschaft bereichert seit Jahrzehnten Festgottesdienste und Requien. Im Pfarrgebiet befindet sich auch eine Filialkirche, die Kilianikirche in Sarmingstein.

Pfarrkirche Klam. Pfarrprovisor ist Leopold Gruber, der auch Pfarrer von Grein ist. Pfarre
Pfarrkirche St. Nikola an der Donau: Pfarradministrator ist Msgr. Berthold Müller. Pfarre

Hoch am Hügel: St. Thomas

Weithin sichtbar thront auf einem schroffen Felsen die Pfarrkirche St. Thomas am Blasenstein. Sie wurde 1335 erstmals in den Waldhausner Urkunden erwähnt.

Im Jahr 1500 soll in der Wallfahrtskirche das Recht bestanden haben, Ablässe zu gewähren. Ab dieser Zeit sind regelmäßige Wallfahrten aus den Nachbarpfarren als auch aus Schönau, Unterweißenbach, St. Leonhard, Weitersfelden sowie Gutau und später sogar aus Türnitz in Niederösterreich bezeugt. Diese damaligen Wallfahrten erklären, warum die nur 950 Katholik:innen zählende Pfarre eine derart große Kirche besitzt. Das stellt die Pfarre immer wieder vor besondere Herausforderungen, wie gerade die jetzt notwendige Kirchendacherneuerung mit einer Gesamtkostensumme von 380.000 Euro zeigt. Gleichzeitig läuft aufgrund von Feuchtigkeitsschäden noch eine dringend notwendige Innensanierung der Pfarrkirche. Die Pfarrverantwortlichen hoffen deshalb auf die tat- und finanzkräftige Unterstützung der Pfarrbevölkerung, um auch diese Summe bewältigen zu können und die Pfarrkiche

St. Thomas weiterhin gut erhalten zu können.

AKTIVES PFARRLEBEN

Trotz der geringen Zahl an Katholik:innen werden die große Pfarrkirche und die Pfarre mit buntem Leben erfüllt, etwa durch die regelmäßigen Familienmessen, Pfarrcafés oder Adventskonzerte. Eine aktive Jungschar, eine Jugendgruppe sowie eine gut besuchte Pfarrbücherei runden die pfarrlichen Aktivitäten ab.

Stolz sind die St. Thominger auch auf ihren Kirchenchor. St. Thomas teilt sich seinen Priester Johann Fehrerhofer mit den Nachbarspfarren Bad Kreuzen und Pabneukirchen und seit Kurzem auch mit Saxen sowie, weil er auch Dechant ist, mit dem ganzen Dekanat. Das hat es erforderlich gemacht, dass 2020 ein Seelsorgeteam installiert wurde. Besonders bezeichnend für St. Thomas am Blasenstein aber sind der große Zusammenhalt und die gute Zusammenarbeit zwischen der Pfarre und allen Vereinen und Organisationen, wofür die Pfarrverantwortlichen sehr dankbar sind.

Große Vielfalt in St. Georgen am Walde

Die Pfarre St. Georgen am Walde wurde urkundlich 1147 durch Otto von Machland dem Stift Säbnich als Dotationsgut übertragen und 1349 dem Stift Waldhausen inkorporiert. Nach der Aufhebung des Stiftes 1785 ist St. Georgen am Walde eine selbständige Pfarre geworden.

Die Kirche „St. Georgi“, ein Gebäude im gotischen Stil, ist in drei Zeitabschnitten gebaut worden. Anfangs war es nur eine Kapelle. Das Presbyterium stammt aus dem 11. Jahrhundert; im 13. oder 14. Jahrhundert wurden das Mittel- und das linke Seitenschiff angebaut. Das Gotteshaus ist dem heiligen Georg geweiht, im Moment ist die Renovierung des Turms in Planung. St. Georgen am Walde zeichnet sich durch ein aktives Vereinsleben aus, zu dem auch die Verbindung zur Pfarre gehört. So werden immer wieder Gottesdienste zum Beispiel vom Musikverein, von der Feuerwehr und dem Seniorenbund gestaltet. Eine aktive „EZA-Gruppe“ organisiert auch regelmäßig Treffpunkte nach der Sonntagsmesse, bei denen fair gehandelte Produkte verkostet und erworben werden können.

Da es dem bereits verstorbenen Pfarrer von St. Georgen am Walde, Josef OrtnerHöglinger, immer sehr wichtig war, dass die Pfarre mit der Zeit geht, sandte die Pfarre Personen zur Ausbildung zum Leiten von Wortgottesdiensten, als diese zum ersten Mal angeboten wurde.

KIRCHE AUCH FÜR DIE JUNGEN

Die Jungschar in der Pfarre St. Georgen ist sehr aktiv. Während des Jahres gibt es gemeinsame Aktivitäten wie eine Nikolausfeier, einen Schneetag, einen Badetag und das Jungscharlager. Etwa einmal im Monat treffen sich die einzelnen Gruppen zu einer Heimstunde, bei der viel gespielt, gebastelt und getanzt wird. Vor allem geht es darum, dass die Kinder Gemeinschaft erfahren können.

Bei der Kinderkirche im Pfarrheim wird für die Kinder der Inhalt des Evangeliums kindgerecht aufbereitet. Gemeinsam wird gesungen und gebetet. Danach begeben sich die Kinder zur Messe, um dort gemeinsam mit der restlichen Pfarrbevölkerung das „Vater unser“ zu beten und die Messe weiterzufeiern. Besonders

beliebt ist die Kinderkirche beim Erntedankfest sowie am Palmsonntag.

Pfarrkirche St. Thomas am Blasenstein: Pfarrer ist Johann Fehrerhofer. Michael Leimer
Pfarrkirche St. Georgen am Walde. Pfarrer ist Rafal Czajkowski. Pfarre

Für die Zukunft gerüstet in Bad Kreuzen

Von welcher Seite man sich auch dem Kurort Bad Kreuzen nähert – stets wird man die spätgotische Pfarrkirche, die dem heiligen Vitus geweiht ist, als ruhenden Pol und krönende Mitte des Ortsbildes erblicken.

Das Bild von der Pfarrkirche als Mitte ist sehr passend, denn die Zusammenarbeit der Pfarre mit der politischen Gemeinde und den zahlreichen Vereinen funktioniert in Bad Kreuzen sehr gut. Zum Beispiel gibt es immer am 15. August im Pfarrhof einen gemeinsamen Frühschoppen der Volkstanzgruppe und der Pfarre. Die Gruppe HELP, die zwar keine pfarrliche Gruppe ist, jedoch der Pfarre sehr verbunden, unterstützt mit ihren Aktivitäten Projekte im Bereich „Eine Welt und Entwicklungshilfe“.

PFARRLICHE ANGEBOTE

Auch in der Pfarre selber gibt es viele Angebote für alle Altersgruppen: Jungschargruppe, Kinderkirche, Familienmessen, eine aktive Gruppe der katholischen Frauenbewegung, Kirchen- und Jugend-

chor, mehrere Gebetskreise sowie regelmäßige Anbetungen. Für die Zukunft ist die Pfarre gut gerüstet, im November wird ein Seelsorgeteam beauftragt. Derzeit ist die Pfarre noch in der glücklichen Lage, an Sonntagen jeweils zwei sowie auch an drei Wochentagen Eucharistiefeiern anbieten zu können: Das ist möglich, weil Dechant Johann Fehrerhofer vom noch sehr rüstigen 93-jährigen Kurat Hugo Reichenvater unterstützt wird.

Auch Kurat Franz Harant hilft noch in den Pfarren aus, für die Johann Fehrerhofer die Verantwortung trägt: neben Bad Kreuzen sind das St. Thomas am Blasenstein, Pabneukirchen und Saxen. Im heurigen Jahr wurde die Kirchenelektrik, Kirchenbeleuchtung, Glockensteuerung und Heizung erneuert sowie die Orgel saniert. Diese Arbeiten wurden mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen durchgeführt.

Pfarrkirche Bad Kreuzen: Pfarrer ist Johann Fehrerhofer, Kurat Hugo Reichenvater lebt ebenfalls in Bad Kreuzen.

Grein: Die Stadtpfarrkirche in der Mitte

Wer nach Grein unterwegs ist, dem tut sich vor Erreichen der Stadt ein malerisches Bild auf: die Donaubucht, eine schöne Häuserkulisse, in deren Mitte die Stadtpfarrkirche.

Über den historischen Stadtplatz gelangt man zum Gotteshaus, dessen Kirchenpatron der heilige Ägidius ist. Ägidius zählt zu den 14 Nothelfern. Das mag wohl auch ein Hinweis darauf sein, dass vor der Entschärfung der gefürchteten Gefahrenstelle auf der Donau viele Menschen mit ihren Schiffen in Not geraten sind und Nothelfer gebraucht wurden. Es ist damit ein treffendes Bild für die verschiedensten ‚Strömungen‘ der Zeit, von denen manche das religiöse Leben gefährden.

Worauf es im Leben ankommt, auch dafür gibt der Kirchenpatron Ägidius (geboren um 640), der, aus einer noblen Athener Familie stammend, zunächst als Pilger unterwegs war, in Frankreich in einer Einsiedelei gelebt hat und schließlich Abt des Klosters St. Gilles wurde, Antwort: Gott suchen.

ORT DES INNEHALTENS

Viele Tourist:innen besuchen die Stadtpfarrkirche, um Ruhe zu finden und innezuhalten. So wie der heilige Ägidius als gefragter Ratgeber seiner Zeit auf Jesus Christus, den Urheber des Heils, hingewiesen hat, so strahlt einem beim Betreten der Ägidius-Kirche von Grein der Tabernakel mit dem Allerheiligsten entgegen. Das drückt aus, was Ägidius in seinem Leben erfüllt und erhellt hat: Die Gegenwart des Herrn.

Die Pfarre Grein wurde 1147 erstmals urkundlich erwähnt und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit noch wesentlich älter. Im Jahr 1997 wurde jedenfalls „850 Jahre Pfarre Grein“ gefeiert.

Im Hinblick auf die geplanten Pfarrauflösungen im Dekanat Grein und die Schaffung einer Großpfarre mit 1. Jänner 2027 im Rahmen des diözesanen Strukturprozesses ist Pfarrer Leopold Gruber mit der Sorge einer Reihe von Pfarrangehörigen konfrontiert: „Es fragen sich nicht wenige Gläubige, ob die Pfarre Grein mit diesen tiefen geschichtlichen Wurzeln als „Weinstock des Herrn“ durch die Pfarr-

auflösung zugunsten der Schaffung einer Großpfarre entwurzelt wird.“

Pfarre
Blick auf die Pfarrkirche Grein – vom südlichen, niederösterreichischen Donauufer aus gesehen. Pfarrer ist Leopold Gruber. Gruber

Dimbach: Wallfahrten damals wie heute

Die Marktgemeinde Dimbach liegt inmitten des „Plateau- und Hügellandes“ im unteren Mühlviertel. Bis heute zieht ihre gotische Pfarrkiche Pilger:innen zu Wallfahrten an.

Bereits 1147 wurde die Wallfahrtskirche mit dem Beinamen „Maria am grünen Anger“ in Dimbach zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Geweiht ist sie seit damals dem Festgeheimnis Mariä Himmelfahrt. Das prunkvolle barocke Innenleben der Kirche erinnert an die Zeit im 17. und 18. Jahrhundert, als Dimbach ein viel besuchtes Wallfahrtsziel war. Durch die damaligen hohen Einnahmen konnte die prächtige Ausgestaltung der Kirche finanziert werden. Ziel der Pilger:innen war damals die lebensgroße Gnadenstatue der Gottesmutter Maria mit Jesuskind, die bis heute auf dem Hochaltar steht.

Auch wenn die Massen von damals heute nicht mehr nach Dimbach pilgern, Dimbach ist und bleibt Wallfahrtsort. Die Pfarrgemeinde lädt Interessierte mit Familien, Bekannten und Arbeitskolleg:innen zu Wallfahrten ein, die über das Religiöse hinausgehen. Mit einem abwechslungsreichen Programm wird dabei Unterhaltung für Körper, Geist und Seele geboten. Und so kommen auch heute Menschen von nah und fern zum „Pilgern mit allen Sinnen“ nach Dimbach.

KIRCHE UND PFARRGEMEINDE

Betritt man die Kirche in Dimbach, so gleiten die Blicke schnell zum barocken Hochaltar und den Seitenaltären, die 1682 von Georg Christoph Obermayer angefertigt wurden. Durch eine der Statuen am Hochaltar – den heiligen Augustinus – wird auch die einstige Zugehörigkeit der Pfarre zum Augustiner-Chorherrenstift Waldhausen deutlich.

Die 1972 erbaute Orgel der Wallfahrtskirche Dimbach ist nach einem großen Komponisten und Linzer Domkapellmeister des 20. Jahrhunderts benannt: dem aus Dimbach stammenden St. Florianer Chorherren Franz Xaver Müller. An der Außenfassade der Kirche zeigt eine historische Sonnenuhr die Zeit. Sie stellt die Ansicht der Pfarrkiche im 17. Jahrhundert und die Gottesmutter Maria mit Kind dar.

Auf geschichtsträchtigem Boden spielt sich heute ein aktives Pfarrleben ab. Viele Gruppen wie die katholische Jungschar, die katholische Frauenbewegung, Goldhauben, Bildungswerk und Kirchenchor sind in Dimbach aktiv.

Saxen: Eine Pfarre ist 1.200 Jahre alt

Die Pfarre Saxen wurde 823 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt. Sie zählt damit neben Naarn und Ried in der Riedmark zu den drei „Ur-Pfarren“ des Mühlviertels.

Das Gebiet der Hauptrodungspfarre Saxen reichte vom Naarntal bis zum Yspertal und von der Donau bis in den Bezirk Freistadt. Mit der Gründung des Stiftes Waldhausen (1147) übernahmen die dortigen Augustiner-Chorherrn die Betreuung und Verwaltung der Pfarre. In diese Zeit dürfte auch der Baubeginn der heutigen Pfarrkirche fallen, deren Bau in Etappen mehrere Jahrhunderte in Anspruch genommen hat.

Heute ist die Pfarrgemeinde stolz auf ihre Kirche, dieses „Wahrzeichen“ von Saxen, das vor etwa zwanzig Jahren innen und 2012/13 außen restauriert wurde. Auch der neugestaltete, liebevoll bepflanzte und von einem ehrenamtlichen Team gepflegte Kirchenplatz prägt das Ortszentrum der Gemeinde.

Der langjährige Pfarradministrator der Pfarrgemeinde Saxen, Konrad Streicher, feierte in diesem Jahr sein 55-jäh-

riges Priesterjubiläum und seinen 80. Geburtstag. Obwohl er aufgrund gesundheitlicher Schwierigkeiten nur mehr über ein eingeschränktes Sehvermögen verfügt, schätzt sich die Pfarrbevölkerung äußerst glücklich, dass er nach wie vor allen seelsorglichen Aufgaben pflichtbewusst nachkommen kann und sie einen Priester vor Ort hat. Dechant Johann Fehrerhofer musste in seinem ersten Jahr als Pfarrprovisor noch nie „einspringen“.

PFARRGEMEINSCHAFT

Die abwechslungsreichen Gottesdienstgestaltungen leben von der Gabe des Wortes, mit der Pfarrer Streicher seine Aussagen auf den Punkt bringt, und von den gesanglichen Einlagen, ohne die die Gottesdienste unvorstellbar wären.

Außerdem lebt die Pfarre Saxen von vielen ehrenamtlichen Helfer:innen, die sich in ihrer Freizeit unermüdlich für die Pfarre engagieren. So betreuen acht Mesner und eine Mesnerin die Liturgiefeiern, neun Kommunionspender:innen verrichten ihren Dienst und zwanzig Frauen und Männer sind als Lektor:innen aktiv.

Glücklich schätzt sich die Gemeinde auch über einen gut funktionierenden Pfarrgemeinderat, aus dem vor allem der Fachausschuss für Soziales herausragt.

Pfarrkirche Dimbach: Pfarrer Rafal Czajkowski. Violette Wakolbinger
Pfarrkirche Saxen. Pfarradministrator ist Konrad Streicher. Dornik

St. Thomas und die Vergänglichkeit

Die Mumie in der Kirchengruft von St. Thomas am Blasenstein ist eine lokale Attraktion.

Beim Leichnam handelt es sich um Franz Xaver Sidler de Rosenegg. Er wurde 1709 als 13. Kind der Schlossvorsteherfamilie in Kreuzen geboren. Als Franz Xaver im Alter von 37 Jahren starb, war er bereits 19 Jahre Ordensmann des Augustiner-Chorherrenstiftes in Waldhausen. Seine letzten drei Lebensjahre verbrachte er als Pfarrvikar in St. Thomas am Blasenstein. Die Matrikenbücher verzeichnen sein Begräbnis am 3. September 1746, schon einen Tag nach seinem Tod. Wie die neuesten Untersuchungen 2017 in der Universitätsklinik von München ergaben, litt Franz Xaver an einer chronischen und hochansteckenden Lungentuberkulose, die schließlich

durch einen akuten „Blutsturz“ zum Tode führte. Dies erklärt auch die hastige Beisetzung des Leichnams in der Kirchengruft von St. Thomas. Seine Leibeshöhle wurde vermutlich von einem „Chirurgus“ mit einfachen Materialien, wie Pflanzenteile, Holzspäne und Textilfragmente, rektal ausgestopft.

Der Verein „Archäomedizin“ mit Andreas G. Nerlich und Oliver Peschel sowie Judith Wimmer vom Kunstreferat der Diözese Linz haben eine Reihe von naturwissenschaftlichen und historischen Forschungen durchgeführt und die Ergebnisse als Buch veröffentlicht (Berührt von der Majestät des Todes. Die Mumie in der Kirchengruft von St. Thomas am Blasenstein. Wagner Verlag, Linz 2019). Nicht alle Fragen um den Erhalt der Mumie konnten restlos geklärt werden, aber

die jüngsten Untersuchungen haben dem „luftg’selchten Pfarrer“ von St. Thomas das Schaurige genommen. Trotz der ablehnenden Haltung der Kirche war lange Zeit eine Verehrung der Mumie nicht zu verhindern, wie Eintragungen

in der Pfarrchronik zeigen. Heute bedeutet ein Besuch bei der Mumie in der Kirchengruft (gegen Münzeinwurf zugänglich) in einem pietätvoll gestalteten Umfeld eine Erinnerung an die Vergänglichkeit jedes Menschen.

Die Altenheime Grein und Bad Kreuzen

Die Seelsorge in beiden Altenheimen des Dekanates, im Seniorium Bad Kreuzen und Seniorium Grein, wird jeweils von einem Team von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, den Priestern der Region und der hauptamtlichen Seelsorgerin Karin Rathmaier getragen. Die pastoralen Schwerpunkte liegen in beiden Häusern einerseits auf der Liturgie, andererseits auf der individuellen Begleitung der Bewohner:innen. In jedem Haus findet mindestens ein Gottesdienst pro Woche statt, zumeist nachmittags am selben Wochentag. Oft kann die Seelsorgerin einen Priester zur hl. Messe gewinnen, sonst bietet sie Wortgottesfeiern oder Andachten, die ebenfalls gerne angenommen werden. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen helfen dabei mit dem Pflegepersonal, die Bewohner:innen aus den Stationen in die Kapelle zu bringen. Die Ehrenamtlichen übernehmen auch die musikalische Gestaltung sowie Lektoren- und

Kommunionhelferdienste und vertreten – wenn nötig – die hauptamtliche Seelsorgerin in der Leitung der Liturgie. Karin Rathmaier betont: „Mein großes Anliegen ist besonders die nachgehende Seelsorge, das heißt das Besuchen und Kennenlernen möglichst aller Bewohnerinnen und Bewohner im Haus. Hier ergeben sich immer wieder berührende Einblicke in oft tragische Lebensgeschichten, schwer zu ergründende Begegnungen mit dementen Personen, aber auch tiefgehende Gespräche und Glaubenszeugnisse. Oft komme ich mir vor wie eine Schatzgräberin, die in der einen oder anderen Bewohnerin, dem einen oder anderen Bewohner eine wunderbare Perle gefunden hat.“

Dankbar ist Karin Rathmaier für den hilfreichen Austausch mit den Pfleger:innen und den Angehörigen und die regelmäßige Absprache mit der Heim- und Pflegedienstleitung.

Altenheim-Seelsorgerin Karin Rathmaier (Mitte) im Seniorium Bad Kreuzen im Gespräch mit Bewohnerinnen, die sich über ihre Besuche freuen und für die pastorale Betreuung dankbar sind. Privat

Die pietätvoll präsentierte Mumie von St. Thomas. Wimmer

Kirchenbeitrag als Basis für die Pfarrseelsorge

Der Kirchenbeitrag sichert die finanzielle Grundlage für ein spirituelles und soziales Netzwerk in den Gemeinden, das allen Menschen offensteht.

Demokratisch geprägte Gesellschaften haben unterschiedliche Fundamente, zu diesen zählt auch das Christentum. Damit das so bleibt, sind Christinnen und Christen mit Ausstrahlung notwendig – und ein spirituelles und soziales Netzwerk in den Gemeinden, das allen Menschen offensteht. Der Kirchenbeitrag sichert dafür die finanzielle Grundlage.

WOFÜR WIRD DER KIRCHENBEITRAG IN DEN PFARREN VERWENDET?

Der Kirchenbeitrag wird für die Entlohnung der Seelsorger:innen in den Pfarren und der pfarrlichen Angestellten verwendet, für die Instandhaltung der pfarrlichen Infrastruktur und Betriebskosten, für Bedarfe im weiteren Zusammenhang mit Gottesdiensten, allfällige Mietkosten, für Aus- und Weiterbildungen und Leistungen von Dritten. Der Erhalt von Kirchen und Denkmälern, Pfarrhöfen und -heimen, Aufbahrungshallen und Kindergärten wird damit ebenso unterstützt wie FotovoltaikAnlagen auf pfarrlichen Gebäuden. Die Gesamteinnahmen der Katholischen Kirche in Oberösterreich entfallen zu rund 75 Prozent auf den Kirchenbeitrag, rund 40 Prozent der Gesamteinnahmen kom-

men den Pfarren zugute. Die Einnahmen und Ausgaben werden jährlich im Rechenschaftsbericht veröffentlicht.

WER ZAHLT KIRCHENBEITRAG?

Alle Getauften leisten als Mitglied der katholischen Kirche einen finanziellen Beitrag, sobald sie volljährig sind und ein eigenes Einkommen beziehen. Junge Menschen in Ausbildung sind beitragsbefreit, Menschen mit sehr geringem Einkommen zahlen nur einen Mindestbeitrag. Die Beitragshöhe wird durch Ermäßigungen verringert, etwa für Familien mit Kindern, Alleinverdiener:innen, für Wohnraumbeschaffung etc. Grundlage für die Berechnung bildet das steuerpflichtige Einkommen. Davon sind 1,1 Prozent Kirchenbeitrag zu zahlen. Durch die automatische Berücksichtigung bei der Arbeitnehmerveranlagung wird ein Teil des Beitrags vom Finanzamt rückvergütet. Für Informationen über das Einkommen sind die Mitarbeiter:innen im Kirchenbeitrag auf die Mithilfe der Beitragenden angewiesen. Weder Arbeitgeber noch Finanzamt dürfen dazu Auskünfte erteilen. Liegen keine Angaben vor, wird das Einkommen geschätzt und dieses als Grund-

lage für den Kirchenbeitrag herangezogen. Die jeweilige Lebenssituation und finanzielle Belastungen können so aber nicht berücksichtigt werden. Deshalb ist es von Vorteil, mit der Kirchenbeitrag-Beratungsstelle Kontakt aufzunehmen.

WIE KANN DER KIRCHENBEITRAG ZWECKGEWIDMET WERDEN?

Mit der Zweckwidmung haben alle kirchlichen Mitglieder die Möglichkeit, mit 50 Prozent ihres Kirchenbeitrags ein bestimmtes Aufgabengebiet in der Kirche zu stärken. Die andere Hälfte wird als solidarischer Beitrag für die Finanzierung der kirchlichen Grundkosten eingesetzt. Für die Zweckwidmung stehen insgesamt zehn Widmungsbereiche zur Auswahl. Mit der Widmung an die „Pfarr-Kirche“ wird zum Beispiel Seelsorge in den Pfarrgemeinden unterstützt und die Beteiligungsmöglichkeit für Ehrenamtliche gefördert. Die Zweckwidmung bietet eine Form der Schwerpunktsetzung, die besonders am Herzen liegt.

Weitere Informationen: www.meinbeitrag.at

In Freude und in Trauer wollen die Pfarrgemeinden den Menschen nahe sein und sie begleiten. Alois Litzlbauer (2)

Wie die Diözese Linz ihre Pfarrstruktur reformiert

39 neue Pfarren, in denen die 486 Pfarrgemeinden der Diözese Linz zusammengefasst sind: Das ist der Zukunftsweg der Diözese Linz, dessen Umsetzung voll im Laufen ist.

Die Pfarrstrukturreform sieht vor, dass die bisherigen Dekanate zu neuen Pfarren transformiert werden. Darin sind die Pfarrgemeinden (bisher Pfarren) zusammengefasst, die eine weitgehende Selbstständigkeit – auch finanzieller Art –für ihren Bereich bewahren sollen. Zum Beziehungsnetz der neuen Pfarre gehören auch alle vorhandenen pastoralen Orte, speziell jene der kategorialen Pastoral wie zum Beispiel im Krankenhaus, in Bildungs- oder Jugendzentren und in der Betriebsseelsorge. Die Leitung der neuen Pfarre übernimmt ein Dreiervorstand: der Pfarrer, ein Pastoralvorstand und ein Verwaltungsvorstand, wobei der Geistliche die Gesamtleitung innehat.

SEELSORGETEAMS FÜR PFARRGEMEINDEN

In jeder Pfarrgemeinde wird ein Seelsorgeteam aus überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen entstehen. Dieses Modell sorgt dafür, dass die Verantwortung in der Gemeindeleitung auf mehrere Schultern aufgeteilt wird. Je eine Person schaut hauptverantwortlich auf eine der vier Grundfunktionen der Kirche: Verkündigung, gemeinsames Feiern von Gottesdiensten, Dienst an den Nächsten und Gemeinschaft.

Diese Vierergruppe kann wiederum durch weitere Mitglieder im Team unterstützt werden. Jedes Seelsorgeteam wird auch von einer durch die Diözese beauftragten Person begleitet. Die Priester haben durch diese Form des Leitungsmodells die Möglichkeit, sich stärker auf die Kernaufgaben, den priesterlichen Dienst (Messen, Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, Sakramtenspendung, Gespräche etc.), zu konzentrieren.

DER REFORMPROZESS

Für Pfarren, sie sich auf den Reformweg machen, ist ein genauer Plan vorgesehen. Im ersten Jahr des Umstellungsprozesses

In den kommenden Jahren wird eine neue Pfarrstruktur entstehen. Niederleitner

geht es um die Entwicklung eines Wir-Gefühls, um Zusammenarbeit und einen Pastoralplan für die neue Pfarre. Daneben werden die Leitungsämter Pfarrer, Pastoral- und Verwaltungsvorstand besetzt. Die eigentliche Errichtung der neuen Pfarre ist im zweiten Jahr vorgesehen. 2021 starteten die ersten „Pionierpfarren“ den Reformprozess. Das waren die fünf Dekanate Linz-Nord, Braunau, Weyer, Schärding und Eferding. Mit 1. Jänner 2023 wurden sie als neue Pfarren gegründet. Den Umstellungsprozess sollen in den kommenden fünf Jahren alle Dekanate und Pfarren der Diözese durchlaufen. Das Dekanat Grein wird dabei den Umsetzungsprozess zur neuen Pfarre mit Herbst 2025 beginnen.

EINSPRÜCHE GEGEN REFORM

Im Dezember 2023 wurden die Fusionsdekrete für die Dekanate Andorf, Frankenmarkt, Kremsmünster und Ried ausgesetzt,

nachdem es aus acht von 103 Pfarrgemeinden eine Bitte nach Rücknahme gegeben hatte. Im Rahmen der Bearbeitung der Rekurse gegen die Aufhebungs- und Fusionsdekrete wurde die Diözese Linz durch das zuständige Dikasterium für den Klerus in Rom darauf hingewiesen, dass eine Veränderung in der formalen Ausfertigung der einzelnen Dekrete notwendig sei, der Bischof Manfred Scheuer selbstverständlich nachgekommen ist.

Die Dekrete waren insofern zu verändern, dass nicht nur für jede einzelne Pfarre ein Aufhebungsdekret zu erlassen ist, sondern auch noch ein eigenes Errichtungsdekret für die neue Pfarre ausgefertigt werden musste. Damit kann inhaltlich an der Fusionierung festgehalten werden. Die Einzeldekrete wurden bereits in einer aktualisierten Form mit Rechtswirksamkeit vom 1. Jänner 2025 für die betreffenden Pfarren neu ausgestellt.

Die pastorale Fieberkurve

„Welten“ liegen zwischen dem September 1976, als Karl Wögerer Pfarrer in Waldhausen wurde, und heute. Kirche und Gesellschaft haben sich in diesen 48 Jahren grundlegend verändert.

Auf einen Handgriff hat Pfarrer Wögerer –seit 2020 genau genommen Provisor – den Ordner mit den Zählungen der Kirchenbesucher:innen. Von seinem ersten Jahr in Waldhausen bis heute führt er exakt darüber Buch. Die Zahlen hat er auch grafisch dargestellt. „Pastorale Fieberkurve“ nennt er den Verlauf, der sich zeigt. In den beinahe fünf Jahrzehnten ist die Kurve mit kleinen Auf und Abs nur gefallen. Besuchten 1978 57 Prozent der Katholik:innen von Waldhausen den Sonntagsgottesdienst, sind es jetzt durchschnittlich elf bis zwölf Prozent. Bei Festen manchmal um das Dreifache mehr. Das ist im Vergleich zu manchen anderen Pfarren immer noch ein respektabler Prozentsatz, doch der Rückgang ist riesig. Pfarrer Wögerer hält nichts vom Beschönigen. Darum legt er die Zah-

len auch gleich einmal auf den Tisch, als er nach der Situation der Kirche gefragt wird: „Wir stehen in einem Mega-Umschwung: weg von der Volkskirche hin zu einer noch nicht definierten neuen Form von Kirche.“

OFFEN FÜR NEUES SEIN

Wenn der 82-jährige Pfarrer auf die Zukunft der Kirche schaut, fällt ihm auf, dass viel Zeit für die Diskussion vergeudet wird, ob das Glas halb voll oder halb leer ist: „Egal, wie viel drinnen ist – ich bin dafür, das Glas zu nehmen und daraus zu trinken.“ Das heißt für ihn: „Wir dürfen nicht nur auf die Verluste starren. Darüber vergisst man allzu leicht die Ressourcen, die da sind.“ Er hält es für das Gebot der Stunde, „mit dem zu werken, was man hat“. Das ist nicht wenig, wenn er auf Waldhausen schaut. Man muss sensibel sein für das, was sich überlebt hat und was doch möglich ist, betont er. Das heißt nicht, dass nicht Neues entstehen könnte – und verweist mit Freude auf die Lange Nacht der Kirchen, die in Waldhausen erstmals stattfand.

PILGER DER HOFFNUNG

Wallfahrt nach Rom mit Bischof Manfred Scheuer und der KIRCHENZEITUNG Linz

Karl Wögerer ist seit 48 Jahren Seelsorger in der Pfarre Waldhausen. KIZ/JW

WALLFAHRT NACH ROM mit Bischof Manfred Scheuer und der KIRCHENZEITUNG Linz

17. - 22. Februar 2025

Busreise ab € 1.380,–

Flugreise ab € 1.495,–

VORSCHAU

GOTTES GARTEN AM KAUKASUS

Studienreise Georgien mit der KIRCHENZEITUNG Linz

Ende August 2025, genaue Details inkl. Pauschal-Preis ab Mitte Oktober verfügbar

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Kraft tanken in Waldhausen

Der Verein Friedensstift Waldhausen gestaltet mit „Individuell betreut urlauben“ Gemeinschafts-, Erlebnis- und Erholungsaufenthalte für ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigung.

„Unsere Aufgabe besteht darin, Menschen, die im Urlaub Betreuung, Begleitung oder auch Pflege benötigen, ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Urlaubsangebot anzubieten“, erklärt Geschäftsführer Christian Zeitlhofer. Inklusion, Selbstbestimmung, Normalisierung und vor allem das Erleben stehen dabei im Vordergrund. Die Räumlichkeiten im Stift Waldhausen sowie der Stiftshof sind der Hauptstandort. Genächtigt und gefrühstückt wird im Gasthof oder in der Privatunterkunft am Bauernhof, wo

barrierefreie und behindertengerechte Zimmer zur Verfügung stehen. Die Vollpension wird in verschiedensten Gasthöfen und Heurigen eingenommen. Von Mitte März bis Ende Dezember werden vierzig Urlaubswochen angeboten und um die 280 Personen mit unterschiedlichstem Betreuungsgrad (bis Pflegestufe 6) begleitet. Zehn Mitarbeiter:innen des Vereins Friedensstift begleiten pro Woche sieben bis zehn Personen in deren Urlaub in und rund um Waldhausen. „Unsere Gäste werden vom Aufstehen bis zum Schlafengehen und wenn nötig auch in der Nacht von uns begleitet“, erläutert Geschäftsführer Zeitlhofer. Die Vormittage verbringen die Betreuer:innen je nach Wunsch der Gäste individuell in Waldhausen und an den

Eine betreute Urlaubergruppe am Badesee von Waldhausen. Privat

Nachmittagen stehen Ausflugsfahrten am Programm. Das Angebot umfasst unter anderem Kutschenfahrten, Donauschifffahrten, Besichtigungen der Basilika Sonntagberg sowie Maria Taferl, Alpakahofführungen, musikalische Nachmittage,

Massage- und Entspannungsnachmittage, Tierparkbesuche und vieles mehr. Der Verein Friedensstift Waldhausen –„Individuell betreut urlauben“ wurde 2008 in Zusammenarbeit mit der Pfarre Waldhausen gegründet.

Oberösterreich hat mehr als

Wir sorgen für den Erhalt dieser Glaubensorte und Kulturdenkmäler. Danke für Ihren Kirchenbeitrag! Kirchen und pfarrliche Bauten.

Trauerkapelle am Friedhof Pabneukirchen | Foto: Violetta Wakolbinger

Wer visitiert das Dekanat?

Ein Team unterstützt Bischof Manfred Scheuer bei der Visitation

Brigitte GruberAichberger

Brigitte Gruber-Aichberger war bis 2022 Direktorin für „Pastorale Berufe“ in der Diözese Linz. Sie ist Geschäftsführende Vorsitzende des Pastoralrats. Neben ihrem Ehrenamt in verschiedenen Pfarren ist sie weiterhin als Visitatorin bei den Dekanatsvisitationen engagiert. Kiz/Nie

Die Caritas sagt Danke

Severin Lederhilger

Visitator Severin Lederhilger ist Prämonstratenser des Stiftes Schlägl. Er war Professor für Kirchenrecht an der Katholischen Privat-Universität Linz (Emeritierung 2023). Seit 2005 ist er Generalvikar der Diözese Linz, seit 2006 zudem Ehrenkanonikus des Linzer Domkapitels. Appenzeller

Die RegionalCaritas Perg, die auch für das Dekanat Grein zuständig ist, sagt Danke an alle Helfer:innen, die dazu beitragen, dass die Caritas ihre Angebote setzen und Hilfsbedürftige unterstützen kann. Zu diesen Helfer:innen zählen vor allem die Ehrenamtlichen in den Pfarren, die Haussammler:innen und all jene, die durch ihre Spenden dazu beitragen, dass Menschen in Not geholfen werden kann. Einige Aktivitäten der RegionalCaritas Perg sind etwa die Sozialberatung, in der Menschen Unterstützung in existenziellen Notlagen erfahren, und die Mobilen Familiendienste, die in schwierigen Situationen bei Kinderbetreuung und Haushalt helfen. Aktuell wird in Perg ein Lerncafé geplant, um Kindern aus sozial benachteiligten Familien eine kostenlose Lernhilfe zu bieten. An anderen Orten haben solche Cafés bereits gezeigt, dass die gezielte Förderung den Kindern hilft, die Schule erfolgreich abzuschließen und der Armutsfalle zu entkommen.

Bernhard Zopf

Bernhard Zopf ist Referent von Bischof Manfred Scheuer und hat gemeinsam mit Dechant Johann Fehrerhofer und Dekanatsassistent Josef Rathmaier den Ablauf der Visitation koordiniert. Er wird bei den Messfeiern mit dem Bischof den Dienst des Zeremoniärs wahrnehmen. Appenzeller

Impressum

Kirchenzeitung Diözese Linz. Sonderausgabe in Zusammenarbeit mit der Leitung des Dekanats Grein

Medieninhaberin: Diözese Linz

Herausgeber: Willi Vieböck

Geschäftsführer: Reinhold Hofstetter

Chefredakteur: Heinz Niederleitner

Redaktion der Sonderausgabe: Paul Stütz, Josef Wallner

Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz Tel. 0732 76 10-39 44, Fax: 0732 76 10-39 39

E-Mail: office@kirchenzeitung.at

DVR: 0029874/10770

Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH & Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching

Verlagsort: Linz ART COPYRIGHT © BILDRECHT, WIEN

Beratung zu Beziehungs- und Lebensfragen in Grein

In Beziehungs- und Lebenskrisen ist es zumeist sinnvoll, sich Hilfe von außen zu holen. In ganz Oberösterreich hat dafür die Diözese Linz ein Netz von Beratungsstellen geschaffen, in denen im Jahr 2023 Gespräche mit über 8.000 Klient:innen stattfanden. Auch im Pfarrheim in Grein befindet sich eine Beratungsstelle von Beziehungleben.at, bei der man Gespräche mit ausgebildeten Berater:innen führen kann.

Ein neues Angebot ist die kostenlose Eltern-Kind-Pass-Beratung, die Themen wie Karenzmodelle, finanzielle Leistungen, Pensionssplitting und Konfliktbewältigung enthält. Seit Jänner 2024 kann dieses Angebot in Einzel- oder Gruppenberatungen auch in Grein in Anspruch genommen werden.

Die Anmeldung zur Beratung erfolgt über die Zentrale in Linz, Informationen dazu gibt es unter www.beziehungleben.at

Monika Greindl (li.), Sepp Paireder und Regina Enengl (re.) sind Berater:innen der Beratungsstelle von Beziehungleben.at in Grein. Privat (3)

Ein Engel sein

Wie einen sanften Flügelschlag nehme ich dich wahr. Spüre deine Nähe und weiß, jetzt bist du da.

Du bist mein Engel der Hoffnung, mein Licht in finsterer Zeit. Lass mich wieder leuchten in der Dunkelheit.

Du Engel voller Liebe bring Frieden in mein Leben. Lehre mich Unrecht zu erkennen und anderen zu vergeben.

Erfülle meine Seele mit Glück und göttlichem Segen. Sei mein himmlischer Begleiter auf all meinen Wegen.

Stärke mein Vertrauen, wirf Mut in mich hinein. So kann auch ich für andere wie du ein Engel sein.

Daniela Hintersteiner ist Pfarrsekretärin in Pabneukirchen. Sie schreibt in ihrer Freizeit gerne Gedichte und Meditationstexte – auch für das Pfarrblatt.

Die Darstellung des Erzengels Gabriel ist Teil eines Tragaltars (aus Griechenland, 20. Jhd.) und befindet sich in der Sakristei der Stiftskirche Waldhausen. KIZ/jw

Programm der Visitation

Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger, und Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger besuchen das Dekanat Grein. Hier finden Sie die öffentlichen Termine der Visitation.

Sonntag, 6. Oktober

9 Uhr: Erntedankfest in Pabneukirchen mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger

9 Uhr: Erntedankfest in Saxen mit Bischof Manfred Scheuer

9:30 Uhr: Erntedankfest in Grein mit Generalvikar Severin Lederhilger

14:30 Uhr: Start Fußwallfahrt zur Wallfahrtskirche Maria am grünen Anger, Dimbach, mit allen Visitator:innen.

Treffpunkt an drei verschiedenen Ausgangspunkten: Gassner-Kapelle (an B119), Erlau beim Trafo (an B119), Oberhöftner (Großerlau 10, Nähe Käferböckhöhe)

Von allen drei Ausgangspunkten jeweils rund eine Stunde Gehzeit zur Wallfahrtskirche in Dimbach

16 Uhr: Andacht in der Wallfahrtskirche Maria am grünen Anger, anschließend Treffen im Franz-Xaver-Müller-Haus Mit Möglichkeit einer Führung und Einnahme eines Imbisses mit gemütlichem Beisammensein

Montag, 7. Oktober 8:30 Uhr: Walk-Treff für alle jüngeren Senior:innen in Waldhausen mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger. Treffpunkt beim Unimarkt in Waldhausen. Geplante Rückkehr ist am Ausgangsort um 11 Uhr.

Dienstag, 8. Oktober

14 Uhr: Impulsreferat und Austausch in Bad Kreuzen zum Thema „Perspektiven in der Landwirtschaft“.

Zu diesem Treffen wird insbesondere die bäuerliche Bevölkerung eingeladen. Dauer des Treffens von 14 bis 17 Uhr bei Familie Riegler, Starzhofer, Bad Kreuzen, Mitterdörfl 6. Im Rahmen des Treffens gibt es ein Impulsreferat des Vereins „Perspektive Landwirtschaft“. Mit Bischof Manfred Scheuer

19 Uhr: Messe in der Pfarre Bad Kreuzen mit Bischof Manfred Scheuer

19 Uhr: Rosenkranzprozession in der Stiftskirche Waldhausen, dazu sind besonders alle Gebetsgruppen des gesamten Dekanates eingeladen.

Mit Generalvikar Severin Lederhilger

19 Uhr: Friedensgebet in der Pfarre St. Georgen am Walde mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger

Mittwoch, 9. Oktober

10 Uhr: Messfeier in der Stiftskirche Waldhausen, anschließend Agape im Stiftshof. Mit Bischof Manfred Scheuer

15:30 Uhr: Messfeier im Seniorium Grein mit Bischof Manfred Scheuer

Donnerstag, 10. Oktober

19 Uhr: Messfeier in St. Thomas am Blasenstein mit Bischof Manfred Scheuer

19 Uhr: Messfeier in Klam mit Generalvikar Severin Lederhilger

19 Uhr: Impulstreffen der Katholischen Frauenbewegung in der Pfarre Dimbach zum Thema „Aus Quellen leben“. Dazu wird die diözesane Frauenbildungsreferentin Iris Jilka einen Vortrag halten.

Mit Visitatorin Brigitte GruberAichberger

Freitag, 11. Oktober

7:50 Uhr: Messfeier mit den Volksschüler:innen in St. Georgen am Walde. Anschließend an den Gottesdienst Begegnungsmöglichkeit am Kirchenplatz in St. Georgen mit Bischof Manfred Scheuer

8 Uhr: Messfeier in Pabneukirchen und anschließend Begegnung im Pfarrzentrum mit Generalvikar Severin Lederhilger

15:30 Uhr: Messfeier im Seniorium Bad Kreuzen mit Generalvikar Severin Lederhilger 19 Uhr: Jugendvesper in Pabneukirchen, anschließend Jugendfest im Pfarrzentrum Pabneukirchen mit Generalvikar Severin Lederhilger

19 Uhr: Messfeier in St. Nikola mit Bischof Scheuer

19 Uhr: Fatimafeier in Dimbach mit Brigitte Gruber-Aichberger

Samstag, 12. Oktober

Einzelgespräche: Am Samstagvormittag besteht die Möglichkeit, mit Bischof Manfred Scheuer und den einzelnen Visitatoren jeweils Einzelgespräche zu führen.

Eine Anmeldung ist beim Dekanatsassistenten Josef Rathmaier (E-Mail: josef.rathmaier@ dioezese-linz.at, Tel. 0676/87 76 56 08) unbedingt notwendig.

14:30 Uhr: Großes Ministrant:innen-Treffen im Stiftsgelände Waldhausen. Dauer des Treffens bis 17 Uhr. Danach sind alle Ministrant:innen eingeladen, beim Abschlussgottesdienst mitzuwirken.

18 Uhr: Abschlussgottesdienst in der Stiftskirche Waldhausen. Anschließend ist Agape und nochmals Gelegenheit, mit den Visitatoren bzw. mit der Visitatorin ins Gespräch zu kommen.

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