Spezialausgabe der Kirchenzeitung über das Dekanat
Steyrtal 25. Mai 2023
www.kirchenzeitung.at
Die Zukunft der Kirche
Ein Gespräch über den Weg der Kirche im Steyrtal: vom Dekanat zur Pfarre. Seite 2
Acht Plätze, acht Schätze
Ein Streifzug durch das Steyrtal: Natur-, Kultur- und Glaubensdenkmäler. Seite 12
Miteinander den Glauben leben
Die Wege entlang der Steyr sind ein Paradies für Radfahrer:innen und Spazierende. Zur Schönheit der Landschaft entlang des Flusses gehören auch die Kirchen. Die zehn Pfarren des Steyrtals stellen sich vor. Seiten 6 bis 10
Manfred Ebner
Ein herzliches „Grüß Gott!“
Bei meinen Besuchen in den Pfarren und kirchlichen Einrichtungen Oberösterreichs nehme ich eine große Vielfalt des Glaubenslebens und eine lebendige Kirche wahr. Die Kirche zeigt sich immer wieder als ein wesentlicher Teil der Gesellschaft und hat Bedeutung für viele Menschen. Damit das weiterhin so bleiben kann, muss die Diözese in ihren Strukturen flexibel sein. Im Blick auf die Erfordernisse der Seelsorge hat sie daher Grenzen der Dekanate geändert. So ist auch das Dekanat Steyrtal als neue Einheit entstanden, die von Schiedlberg bis Frauenstein reicht. Diese Sonderausgabe der Kirchenzeitung gibt einen Einblick, wie jede einzelne Pfarre des neuen Dekanats Steyrtal mit großem Einsatz ihrem Auftrag nachkommt, den Glauben in Gemeinschaft zu leben. Angesichts der sich rasch ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen steht die Kirche vor vielen Herausforderungen. Sie hat in der Spur Jesu immer wieder passende Wege gefunden, indem sie Bewährtes weitergeführt und Neues aufgegriffen hat. Ich möchte auch im Dekanat Steyrtal werben, das Gemeinsame in den Pfarrgemeinden zu sehen, die Zusammenarbeit im Sinne des diözesanen Zukunftsweges zu stärken, sich auf den Weg zur gemeinsamen Pfarre Steyrtal zu machen und dabei in allem zuversichtlich auf den Geist Gottes zu vertrauen – besonders jetzt in der Zeit um Pfingsten. Wie am Pfingsttag in Jerusalem wirkt der Heilige Geist auch heute: Er ermutigt zu einem Leben aus dem Glauben, er eröffnet Lebensräume und Freiräume und ist eine Quelle der Freude und der Lebendigkeit.
Die Pfarren wachsen zusammen
Dechant Karl Sperker und Annemarie Singer
aus Schiedlberg stellen die neue kirchliche Einheit vor: das Dekanat Steyrtal, das aus zehn Pfarren besteht. Und aus dem Dekanat soll künftig die Pfarre Steyrtal werden.
Um die Seelsorge in allen Regionen Oberösterreichs sicherstellen zu können, hat die Diözese Linz als Basis für weitere Reformschritte Änderungen an den Dekanatsgrenzen durchgeführt. Davon waren auch die Dekanate Molln und Steyr betroffen. Nach dem Abwägen von Für und Wider haben sich die sechs Pfarren des Dekanats Molln und vier Pfarren im Westen des Dekanats Steyr entschlossen, eine gemeinsame kirchliche Einheit zu bilden. So ist das neue Dekanat Steyrtal entstanden, das von Schiedlberg im Norden bis Frauenstein im Süden reicht. Da die Steyr geografisch ein verbindendes Element zwischen den einzelnen Pfarren darstellt, hat man als Name für das neue Dekanat Steyrtal gewählt.
BLICK IN DIE GESCHICHTE
MANFRED SCHEUER
Neuer Dechant wurde Karl Sperker, Pfarrer von Sierning, Schiedlberg und Aschach. Er erinnert an die Geschichte der Region: „Im 8. Jahrhundert war Sierning eine riesige Pfarre und
ging im Süden bis nach Frauenstein. Wir haben also schon einmal zusammengehört.“ Aber 1.300 Jahre später warten doch andere Herausforderungen auf die Kirche als im Frühmittelalter.
ZUSAMMENWACHSEN
„Wichtig ist, dass beide Teile, der Süden und der Norden, gut zusammenfinden“, sagt Dechant Sperker. Eine Dekanatsleitung – bestehend aus dem Dechant und der ehrenamtlichen Pfarrmitarbeiterin Annemarie Singer aus Schiedlberg sowie weiteren vier Personen – treibt den Prozess des Zusammenwachsens voran. Der Dekanatsrat, dem Vertreter:innen aller zehn Pfarren angehören, ist ein weiteres Instrument, das die Gemeinschaft stärken soll.
„Wir wollen auf das schauen, was es bereits gibt und diese Initiativen vernetzen“, betont Annemarie Singer. Nach und nach lud die Dekanatsleitung zu Vernetzungstreffen: Es kamen die Pfarrsekretärinnen aus allen zehn Pfarren des Dekanats zu
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BISCHOF
Wakolbinger
BISCHOFSWORT _
2 DEKANAT_STEYRTAL Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023
sammen, die Mitglieder der Finanzausschüsse, die Wortgottesfeier-Leiter:innen, die Öffentlichkeitsarbeiter:innen und einige mehr. Die Begegnungen sind auf äußerst positives Echo gestoßen.
INTENSIV INFORMIEREN
„Wir müssen kommunizieren, kommunizieren“, sagt Annemarie Singer. Denn das neue Dekanat ist nur der erste Schritt. In einem zweiten Schritt soll aus den zehn Pfarren des Dekanats eine einzige Pfarre werden. Die bisherigen Pfarren bleiben unter der neuen Bezeichnung „Pfarrgemeinde“ bestehen, begeben sich aber unter das gemeinsame Dach der einen großen Pfarre Steyrtal. Der Umstellungsprozess startet im Herbst 2023 und wird 2025 zur Gründung der neuen Pfarre führen. Nach und nach wird in der gesamten Diözese Linz die Pfarreinteilung in diesem Sinn reformiert. Fünf Dekanate wurden mit 1. Jänner 2023 bereits neue Pfarren. Nach Abschluss des Prozesses wird es in Oberösterreich insgesamt 40 Pfarren geben.
GELD BLEIBT IN DER PFARRE
Wenn die Rede auf die künftigen Veränderungen kommt, wird häufig die Sorge geäußert, dass die bisherigen Pfarren nicht Herr über das eigene Geld
bleiben werden, weiß der Dechant aus Gesprächen. Diese Befürchtung kann er aber zerstreuen. Der ordentliche Haushalt bleibt wie bisher in der Pfarrgemeinde. Was außerordentliche Ausgaben wie Bauprojekte betrifft, musste man sich auch schon bisher mit der Diözesanfinanzkammer in Linz ins Einvernehmen setzen. Künftig wird man größere Vorhaben auch noch auf der Ebene der neuen Pfarre diskutieren. „Das wird aber mehr eine Hilfe als eine Einschränkung sein“, betont Dechant Sperker.
„Die neue Pfarre soll Ansporn sein, dass wir mehr über unseren Glauben reden.“
DECHANT KARL SPERKER
SEELSORGETEAMS
„Wir werden intensiv informieren und so die Leute auf diesem Weg mitnehmen und ihnen vor allem die Ängste nehmen“, skizziert Annemarie Singer den Anfang des Prozesses. Zugute kommt dem Dekanat bei der Umstellung, dass wesentliche Elemente der neuen Pfarre an mehreren Orten bereits praktiziert werden. In sechs der zehn Pfarren gibt es schon Seelsorge-
teams, die künftig mit dem Pfarrgemeinderat das Rückgrat der Pfarrgemeinden bilden werden. Die Verantwortung für die Pfarrgemeinde lastet nicht mehr auf einer einzigen Person, sondern wird auf mindestens vier Personen aufgeteilt. Wo jetzt schon Seelsorgeteams arbeiten wie in Schiedlberg, Waldneukirchen, Grünburg, Steinbach, Leonstein und Frauenstein, wird die Veränderung nicht allzu groß sein.
FOKUS AUF DIE STÄRKEN
„In Schiedlberg sind wir mit unserem Seelsorgeteam, das wir 2019 gegründet haben, gut ins Tun gekommen. Wir sind von einer versorgten zu einer versorgenden Gemeinde geworden“, erklärt Annemarie
Singer am Beispiel ihrer Pfarre, in der sie als Pfarrgemeinderatsobfrau und Sprecherin des Seeleorgeteams mitgestaltet. Dechant Sperker ist an jenem Sonntag im Monat, an dem in seiner Pfarre Sierning Wortgottesfeiern gehalten werden, in den Pfarren des Dekanats unterwegs und feiert dort die Eucharistie: „Der Sonntagsgottesdienst schafft eine tiefe Verbindung. Mir liegt am Herzen, dass alle am gleichen Strang ziehen.“ Die Zeit der Umstellung werden die Pfarren besonders auch dazu nutzen, um ein Gefühl für ihre
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER!
Sie haben in Ihrer Post eine Sonderausgabe der Kirchenzeitung der Diözese Linz vorgefunden. Diese ergeht einmalig an jeden Haushalt. Auf den folgenden Seiten stellen sich die zehn Pfarren vor, die zum neu gegründeten Dekanat und zur künftigen Pfarre Steyrtal gehören. Die Pfarrgemeinden wollen mit ihren vielfältigen Angeboten für alle Bewohner:innen da sein. Viel Freude beim Entdecken der bunten Kirchenlandschaft Ihrer Heimat!
Stärken zu entwickeln. Mit der Erstkommunion- und Firmvorbereitung gibt es viele Herausforderungen, die allen Pfarren gemeinsam sind, aber jede Pfarre hat auch ihr eigenes Profil mit ihren besonderen Initiativen. Die gilt es weiter auszubauen und, wenn möglich, mit den anderen zu teilen. Nicht jede Pfarrgemeinde muss alles selbst anbieten.
ÜBER DEN GLAUBEN REDEN „Gott sei Dank haben wir in unseren Pfarren ein sehr starkes Engagement der Ehrenamtlichen. Wir haben nicht nur engagierte, sondern vor allem qualifizierte Leute“, sagt Dechant Sperker dankbar. Annemarie Singer ergänzt voller Überzeugung: „Es funktioniert in den Pfarren ja vieles. Das wird so weiter gehen. Manche, die nicht so intensiv mit der Pfarre verbunden sind, werden von den Veränderungen auf den ersten Blick gar nichts merken.“ –„Die neue Pfarre soll auch Ansporn sein, dass wir mehr über unseren Glauben reden und über unser Vertrauen, dass Jesus da ist“, betont Pfarrer Sperker: „Ich bin überzeugt, dass die Leute froh sind, wenn wir sie ins Boot holen und als Kirche Sinnangeboten und geistlichen Angeboten einen Rahmen geben.“ JOSEF WALLNER
Dechant Karl Sperker und Annemarie Singer; das gesamte Dekanatsteam Steyrtal siehe Seite vier Kiz/JW
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IM GESPRÄCH
Wozu ist es gut, dass es Pfarren gibt?
LAbg. Dr. Christian Dörfel, Bürgermeister von Steinbach an der Steyr
Die Strukturreform in der Diözese Linz bringt ein Zusammenwachsen der Pfarrgemeinden in unserer Region. Damit wird dem gemeinsam geäußerten Wunsch nach einer „Pfarre Steyrtal“ entsprochen. Jetzt liegt es an uns, diese Neuordnung wirksam werden zu lassen. Wir müssen nichts neu erfinden, sondern einfach unser christliches Wertefundament weiter pflegen. Denn der christliche Glaube ist wesentlicher Bestandteil unserer Identität. Dafür lohnt es sich, unsere Kräfte in der neuen Pfarrgemeinschaft zu bündeln: Pfarrer, Seelsorger, die örtlichen Seelsorgeteams, die Gemeinden und die vielen Ehrenamtlichen – jede und jeder im eigenen Aufgabenbereich und aufeinander abgestimmt. Die Daseinsvorsorge durch die Gemeinde wird sich auch in Zukunft mit der Seelsorge durch die Kirche wertvoll ergänzen. Gemeinsame Feste werden die Dorfgemeinschaft und den Zusammenhalt weiter festigen. Denn wir verfolgen ein gemeinsames Ziel: ein gutes Leben in unserer Region zu ermöglichen.
Richard Kerbl, Bürgermeister von Sierning
Die derzeitigen Pfarren Sierning und SierninghofenNeuzeug bereichern und prägen das Gesellschaftsund Kulturleben der Marktgemeinde Sierning. Gemeinsam gelingt es uns, immer wieder Projekte zu entwickeln und durchzuführen. Sie sind Orte der Seelsorge und des Glaubens und ermöglichen den Menschen ein gemeinschaftliches Miteinander. Sehr wichtige Kooperationspartner:innen für unsere Gemeinde sind die pfarrlichen Einrichtungen, besonders die Pfarr-Caritas-Kindergärten und auch die Pfarrbüchereien. Für die Umsetzung des neuen Strukturmodells der Diözese laufen auch für unsere Region, die zukünftige Pfarre Steyrtal, die Vorbereitungen. Ich wünsche allen Verantwortlichen für diesen Prozess der Veränderung viel Kraft und Mut für die Zeit der Umsetzungsphase und die damit verbundenen Herausforderungen. Herzlichen Dank vor allem an alle Ehrenamtlichen, die in Zukunft noch mehr Verantwortung für die Pfarrteilgemeinden tragen werden und sich weiterhin zum Wohle der Mitmenschen engagieren und kirchliche Dienste übernehmen!
Die Leitung des Dekanats
Bei der Dekanatsleitung, zu der sechs Personen gehören, laufen die Fäden für den Weg zur neuen Pfarre Steyrtal zusammen. Dem Team gehören mit Dechant Karl Sperker und Pfarrer Alois Hofmann zwei Priester an, zwei hauptamtliche Laienmitarbeiterinnen, Pastoralassistentin Christa Meuwissen und Pastoralassistentin Karin Granig sowie zwei Ehrenamtliche, Annemarie Singer aus Schiedlberg und Josef Rotbart aus Frauenstein. „Drei Frauen, drei Männer, das hat sich gut gefügt“, unterstreicht Dechant Sperker.
Zusätzlich zu den Pfarren
Wenn die Kirche gefragt ist, denkt man in erster Linie an die Pfarre, in der man wohnt: Man geht ins Pfarrbüro oder man nimmt mit dem Pfarrer, der Seelsorgerin oder dem Seelsorger Kontakt auf. Die Kirche besteht aber nicht nur aus den Pfarrgemeinden, es gibt darüber hinaus eine Reihe von „pastoralen Knotenpunkten“, wie das im Kirchenjargon heißt. Im Dekanat Steyrtal sind das einmal die Altenheime in Sierning und in Grünburg. Dort sind haupt- und ehrenamtliche Seelsorger:innen für die Bewohner:innen da.
DIE KREUZSCHWESTERN
Mit dem „Haus Wohnen mit Pflege St. Josef“ gibt es ein weiteres Altenheim in Sierning, das der Ordensgemeinschaft der Kreuzschwestern gehört, ebenso wie das Krankenhaus Sierning. Krankenhaus-
seelsorgerin ist Hildegard Heimbach. Im Altenheim der Kreuzschwestern lebt eine Kommunität von fünf Ordensfrauen. Sr. Martina Mayr arbeitet als Altenheimseelsorgerin.
DIE KINDERGÄRTEN
In fünf Pfarren des Dekanats gibt es Pfarr-Caritas-Kindergärten: in Sierning, Sierninghofen-Neuzeug, Aschach, Waldneukirchen und Steinbach. Die Pfarren fühlen sich nicht nur gemeinsam mit den Gemeinden für die Erhaltung, sondern auch für den Geist der Kindergärten verantwortlich.
PILGERWEGE
Im Steyrtal kann man auch auf Pilger:innen und Weitwandernde treffen. Durch das Dekanat führen der BenediktPilgerweg, die „Via Maria“, der Salzburger Mariazellerweg und auch der Salzsteigweg.
Von links: Karin Granig, Karl Sperker, Annemarie Singer, Alois Hofmann, Josef Rotbart und Christa Meuwissen Dekanat
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Die Pfarrgemeinden
Das Dekanat Steyrtal wurde im Herbst 2021 neu gegründet. Die hauptamtlich Mitarbeitenden der zehn Pfarrgemeinden stellen sich vor.
SCHIEDLBERG
663 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: Dechant Mag. Ing. Karl Sperker
Seelsorgeteam-Begleitung: Dipl. PAss. Heide Maria Fürnholzer
SIERNING 3717 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: Dechant Mag. Ing. Karl Sperker
Seelsorgerin: Dipl. PAss. Heide Maria Fürnholzer
Pfarrsekretärin: Marion Landerl
KH-Seelsorgerin: Dipl.Theol. Hildegard Heimbach
WALDNEUKIRCHEN
1664 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: KonsR. Mag. Alois Hofmann
Pfarrsekretärin: Laura Pöllhuber
GRÜNBURG
1327 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: KonsR. Mag. Alois Hofmann
Seelsorgerin: Dipl. PAss. DIin (FH) Karin Granig
Pfarrsekretärin: Theresia Raffetseder
LEONSTEIN
1278 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: KonsR. Mag. Alois Hofmann
Seelsorgeteam-Begleitung:
KonsR Carlo Neuhuber
Pfarrsekretärin: Gabriele Weickinger
FRAUENSTEIN
385 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: Dipl.-Theol. Sebastian Schmidt
Pfarrsekretärin: Astrid Priller (in Molln)
MOLLN
2248 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: Dipl.-Theol. Sebastian Schmidt; Pfarrsekretärin: Astrid Priller
SIERNINGHOFEN-NEUZEUG
2260 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: KonsR Mag. Alois Hofmann
Seelsorgerin: Mag.a Katharina Brandstetter
Sekretärin: Simone Anders
ASCHACH AN DER STEYR
1489 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: Mag. Ing. Karl Sperker
Seelsorgerin: Mag.a Katharina Brandstetter
Sekretärin: Simone Anders
STEINBACH AN DER STEYR
1612 KATHOLIK:INNEN
Pfarrer: KonsR Mag. Alois Hofmann
Seelsorgerin: Mag.a Christa Meuwissen
Sekretärin: Brigitte Pühringer
FÜR DAS DEKANAT Beauftragte für Jugendpastoral: Mag.a Doris Kastner
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Pfarre Schiedlberg
Schiedlberg ist die nördlichste Pfarrgemeinde im Dekanat Steyrtal und liegt inmitten fruchtbarer Felder auf der TraunEnns-Platte. Aus welcher Richtung man auch nach Schiedlberg kommt, von weitem sieht man die Kirche. Diese wurde unter Kaiser Josef II. von 1786 bis 1790 errichtet. Der stattliche und außen weitgehend schmucklose Kirchenbau birgt im Inneren eine qualitätvolle spätbarocke Ausstattung, die aus aufgelassenen Klöstern und Kirchen stammt. Dieser Gegensatz zwischen pragmatisch-schlichtem Bau und repräsentativer Ausstattung überrascht und beeindruckt Besucher:innen beim Betreten der Kirche.
Die Pfarre wird von einem Seelsorgeteam geleitet. Sehr viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich, in der Liturgie und in der Caritas, im Sekretariat oder auch wenn etwas zu reparieren ist.
Die großen Feste im Jahreskreis feiern wir mit vielfältiger musikalischer Gestaltung und oft mit Agape. Gemeinschaft erleben wir auch auf dem Kirchenplatz,
beim Pfarrfasching oder bei Grillfesten. Täuflingsmesse, Kinderkirche, Jungscharund Ministrantenstunden werden ebenso gerne besucht. Ein breites Angebot für Kinder, Familien, Frauen und Männer sowie Senior:innen prägt das Pfarrleben.
PROFESSIONELL HELFEN
Die Hilfsgemeinschaft SSTA (Schiedlberg, Sierning, Ternberg, Aschach), die Hilfsprojekte in Afrika, in Rumänien, in der Ukraine und in Österreich betreut, ist aus dem Pfarrgemeinderats-Fachausschuss Caritas in Schiedlberg hervorgegangen. Viele Schiedlberger:innen setzen sich für die Hilfsgemeinschaft ein: backen Torten, sammeln Kleidung, Schultaschen oder Bücher und Geld. Ein großes Projekt ist zurzeit die Kircheninnenrenovierung. Wir freuen uns, wenn unsere Kirche in neuem Glanz erstrahlt. 2024 sind es 250 Jahre seit der Pfarrgründung.
Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 0676 8776-6376; oder unter: www.dioezese-linz.at/schiedlberg
Pfarre Aschach an der Steyr
Die Pfarre Aschach an der Steyr, 1108 erstmals erwähnt, wurde mehr als 600 Jahre von den Benediktinern des Stifts Garsten betreut. Die heutige Pfarrkirche – um 1500 im spätgotischen Baustil erbaut – ist dem heiligen Martin von Tours geweiht. Eine Statue des heiligen Berthold von Garsten zeugt noch heute von der langen Verbundenheit mit dem nun ehemaligen Kloster in unserer Nachbargemeinde.
Aschach an der Steyr verfügt heute über ein sehr aktives Pfarrleben. Neben dem PfarrCaritas-Kindergarten sind auch der Kontakt zur Volksschule sowie die Einbindung der Vereine der Gemeinde wie etwa Musikverein, Chöre, Senioren
und Theatergruppe sehr lebendig. So werden auch die Heimspiele des FC Aschach in der Wochenordnung verkündet.
DIE SÄULE EHRENAMT
Mehr als 80 ehrenamtliche Mitarbeiter:innen halten die Gemeinschaft in Schwung. So konnte im Jahr 2013 der Pfarrhof zum Veranstaltungszentrum „Martinshof“ – mit Pfarrkanzlei und Bücherei – vorwiegend mit Eigenleistung der Pfarrangehörigen für das Leben der Pfarre ausgebaut werden. Jetzt wird er intensiv von Yoga-, Sport und Tanzgruppen sowie für private Feiern gebucht. Auch der jährliche Reinigungs- und Instandhaltungstag findet zahl-
reiche Freiwillige, die mit entsprechendem Werkzeug, Know-how und Feuereifer dem Staub und Unkraut zu Leibe rücken.
Die Pfarre wird von einer Pastoralassistentin gemeinsam mit dem Pfarrer von Sierning geleitet, unterstützt von einem Team, das die Wortgottesdienste gestaltet. Das Aschacher Pfarrleben ist mit Jungschar, Ministranten und Firmlingen sehr lebendig. Für
die 1.436 Katholiken der Pfarre gibt es derzeit etwa einen alphaGlaubenskurs und gemeinsame Kinoabende zum Leben Jesu. Obwohl durch die Nähe zur Stadt Steyr die Bevölkerungszahl ständig steigt, hat sich Aschach mit derzeit knapp 2.300 Einwohner:innen eine durchaus ländliche Struktur bewahrt.
Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 0676 8776-5025 oder unter: www.dioezese-linz.at/aschach-steyr
Das Kircheninnere von Schiedlberg (oben) und die Kirche von außen (unten) Ulrich Kehrer/Pfarre
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Das Ortszentrum von Aschach im Sonnenuntergang Ziebermayr
Pfarre Sierning
Zu unserer ländlich geprägten Pfarre gehören rund 3.700 Katholik:innen. Mit dem Bau unseres neuen Pfarrheims, dem FOKUS direkt bei der Pfarrkirche, haben wir einen neuen Mittelpunkt für das Pfarrleben geschaffen. Unser barrierefreies Gebäude ist ein Treffpunkt für Sitzungen, Gruppen und pfarrliche Feste geworden, kann aber auch von Privatpersonen und Vereinen angemietet werden.
BRAUCHTUM VERBINDET
Brauchtum ist bei uns ein kostbares Gut, das sich auch mit der Kirche verbindet: So findet der Rudentanz am Faschingsdienstag seinen Beginn mit der Rudenmesse. Das Erntedank- und Marktfest mit seinem großen Festumzug wird von der gesamten Bevölkerung
mitgetragen. Dabei ist die Feier eines ökumenischen Gottesdienstes ein Fixpunkt. Die Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen ist uns wichtig und wertvoll. Mitglieder außerkirchlicher Vereine sind auch in der Pfarre und im Pfarrgemeinderat aktiv, so gelingt eine gute Verknüpfung. Unser jährlicher Pfarrball ist ein großer gesellschaftlicher Höhepunkt und wird gerne von Jung und Alt besucht.
AKZENTE SETZEN
Als Pfarrgemeinderat sind wir offen für bauliche Modernisierungen. Neben unserem FOKUS wurden auch in der Pfarrkirche der Gedenkort für Verstorbene, eine Stele für ungeborene verstorbene Kinder und die Taufkapelle modern gestaltet. Bei diesen Projekten
wurde mit Künstler:innen zusammengearbeitet, die eine sehr gute Verbindung zwischen alt und modern geschaffen haben. Wir haben uns für die Errichtung einer PhotovoltaikAnlage auf der Friedhofsmauer ausgesprochen, ebenso für
die Restaurierung der Friedhofskapelle. Weiters kommt die Erneuerung der Orgel als bauliches Großprojekt in den nächsten Jahren auf uns zu. Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 07259 32202 oder unter: www.dioezese-linz.at/sierning
Pfarre Sierninghofen-Neuzeug
Im Jahr 1878 brannte im Ortsteil Neuzeug ein Stadel. Zum Dank dafür, dass das Feuer nicht auf die ganze Ortschaft übergegriffen hatte, errichtete die Bevölkerung auf dem Brandplatz ein Kirchlein: 1885 wurde die erste Lourdeskirche in der Diözese Linz geweiht. Ab 1941 diente die Lourdeskirche als Expositurkirche der Pfarre Sierning, in der dann jeden Sonntag Messe gefeiert wurde.
NEUE PFARRE, NEUE KIRCHE
1963 wurde SierninghofenNeuzeug zur selbstständigen Pfarre, und eine neue große Pfarrkirche wurde gebaut. Mit der gesamten künstlerischen Ausgestaltung wurde die Künstlerin Lydia Roppolt beauftragt. Die besonderen Kennzeichen dieser neuen Kirche sind die blauen Kirchenbänke, die rote Beichtstuhlwand, der
stark farbliche Bildteppich im Altarbereich, dazu Altartisch und Ambo. Die Anordnung der Sitzplätze unserer Kirche ist auf Augenhöhe mit dem Altar und um diesen herum – ganz in Sinne des II. Vatikanischen Konzils.
DAS NEUZEUGER KRUZIFIX
Das Neuzeuger Kruzifix sorgte bei der Einweihung der Kirche 1971 für große Aufregung. Lydia Roppolt wollte im Antlitz Christi alle ertragenen Leiden ausdrücken. Alles Unwesentliche ist vereinfacht dargestellt, das für sie Wesentliche – das Antlitz, die Wundmale – überproportional groß. Wir sind froh um unseren Kirchenraum, besonders um die Weite im Altarbereich. Diese Weite ist ein Ausdruck, den wir in unserer Pfarrgemeinde, der derzeit 2.250
Katholik:innen angehören, zu leben versuchen. Besonders freuen wir uns über die gute Zusammenarbeit mit unserem Kindergarten. Jede der fünf Gruppen gestaltet gemeinsam mit Pastoralassistentin Katharina Brandstetter einmal im Jahr einen Familiengottes-
dienst. Wir haben schon viele pastoral herausfordernde Situationen als Pfarrgemeinde gemeistert und sind daran gewöhnt, selbstständig zu arbeiten.
Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 0676 8776-5391 oder unter: www.dioezese-linz.at/sierninghofen
Das Pfarrzentrum FOKUS bei Nacht. Peter Philipp
7 Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023 DEKANAT_STEYRTAL
Die Kirche wurde von Lydia Roppolt (1922 - 1995) gestaltet. Angerer
Pfarre Waldneukirchen
Waldneukirchen liegt auf dem Übergang des Alpenvorlands zum Steyrtal im Einzugsbereich von Bad Hall, Sierning und Steyr. Von unserem Kirchturm aus hat man einen Rundblick vom Hochficht bis ins Salzkammergut. Das dörfliche Leben ist geprägt von vielen Vereinen, die sich ins Pfarrleben einbringen. Waldneukirchen gilt als musikalische Gemeinde, wovon Kirchenchor, Musikverein, Ruden und andere musikalische Gruppen zeugen.
Schon seit Jahren wird die Pfarre in einem kooperativen Leitungsmodell verantwortet – der Pfarrer und ein Seelsorgeteam teilen sich die Verantwortung.
Neben dem Ortspfarrer bemühen sich drei Wortgottesdienstleiter um sinnstiftende Gottesdienste. Die Kinderliturgie ist in guten Händen. Ihre monatlich gestalteten Gottesdienste sprechen besonders junge Familien an.
Die Spenden der monatlichen Pfarrcafés kommen sozialen Projekten und der Deckung der Betriebskosten des Pfarrheims zugute. Die Teilnahme am Projekt
„Mary’s Meals“ sichert mit einer jährlichen Zuwendung von mehr als 7000 Euro eine Schulküche in Zambia. Vor allem die Besucher:innen des Seniorenfrühstücks helfen dabei großzügig mit.
Seit Jahrzehnten gibt es eine gute Pfarrbücherei und einen Pfarrcaritas-Kindergarten. Der Jugend und der Jungschar stehen im Pfarrheim gut ausgestattete Räume zur Verfügung.
DIE PFARRKIRCHE
Die Erhaltung unserer alten Pfarrkirche (13. bis 15. Jahrhundert) erfordert immer wieder große Anstrengungen, die durch die große Spendenfreudigkeit der Bevölkerung gemeistert werden. Zur Zeit steht die Innenrenovierung des Gotteshauses an.
Nachdenklich macht der rückläufige Gottesdienstbesuch, der nicht nur eine Folge der Coronapandemie ist, sondern auch auf eine schleichende Ausdünnung des Glaubens und die schwindende Identifikation mit der Ortskirche zurückgeht.
Pfarre Steinbach an der Steyr
Steinbach liegt direkt an der wunderschönen Steyr und ist geprägt von einer ländlichen Struktur. Zusammenhalt wird in der Gemeinde erfahrbar durch die vielen Vereine, im gelebten Brauchtum, in schon traditionellen, gewachsenen Veranstaltungen bis hin zur selbstverständlichen Nachbarschaftshilfe.
Weit über das Steyrtal hinaus bekannt sind der Steinbacher Adventkalender, die Schmankerlroas und der 1.-Mai-Kirtag. Besonders sehenswert sind unser Ortsplatz mit dem Ortsbrunnen, das Messerermuseum, unser Krippenhaus mit mehr als 600 Krippen aus mehr als 100 Ländern, die Steyrtal-Museumsbahn und natür-
lich die Pfarrkirche. Ein zentraler Bereich der Gemeinde ist die Pfarre. Prägend für die gelebte Dorfgemeinschaft sind auch die privaten und die öffentlichen religiösen Feste: das Leben feiern, Schutz und Segen erbitten, Danke sagen oder Trost suchen. Von der Taufe über sonntägliche Gottesdienste bis hin zum Begräbnis dürfen wir feiern, innehalten und uns darin stärken lassen, dass Gott mit uns ist.
NEUES ENTDECKEN
Die Pfarre wird seit 2006 von einem Seelsorgeteam geleitet. Besonders freut uns, dass viele ehrenamtliche Mitarbeiter:innen mitwirken, ohne deren wertvolle Arbeit vieles nicht
Umso mehr gilt der Dank allen, die dem mit Energie, Tatkraft und Erfindungsreichtum entgegenwirken. Auf dem Weg in die Zukunft als „Pfarre Steyrtal“ scharen wir uns um „unsere alte Mutter“ Sierning und hoffen auf ein gutes Miteinander. Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 07258 7590 oder unter: www.dioezese-linz.at/waldneukirchen
möglich wäre. Ein lebendiges Pfarrleben ist so immer wieder spürbar und die vielen notwendigen Aufgaben werden, oft für die Gemeinde unsichtbar, vom „großen Pfarrteam“ geleistet. Dafür sind wir sehr dankbar!
Auch wir erleben vor Ort die Veränderung der Kirche, den Priestermangel und die daraus resultierenden Folgen. So
teilen wir uns mit drei Pfarren einen Priester und es braucht viel Planung, um die sonntäglichen Gottesdienste zu organisieren. Doch erleben wir auch, dass neue Feierformen wachsen und Neues entstehen kann wie etwa momentan eine völlig neue Form der „Kinderkirche“. Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 0676 8776 5451 oder unter: www. dioezese-linz.at/steinbach-steyr
8 DEKANAT_STEYRTAL Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023
Nicht nur in der Kirche, auch um die Kirche ist ein schöner Platz zum Feieren. Pfarre Waldneukirchen
Die „Kinderkirche“ in Steinbach ist ein Erlebnis für Groß und Klein. Pfarre
Pfarre Grünburg
Unsere Pfarrkirche wurde aus den Steinen einer alten Burg erbaut. Sie steht etwa zwei Kilometer südlich des Ortszentrums. Seit 2003 leitet das ehrenamtliche Seelsorgeteam gemeinsam mit dem Priester unsere Pfarre. Bei uns hat sich diese Form der Leitung bewährt. Unser Pfarrleben ist ländlich-traditionell geprägt, wir probieren aber auch gern Neues aus. Wir sind musikalisch (Chor, Musikkapelle u. v. m.), gesellig (viele Gruppen) und freuen uns über Zuzug. Wir feiern gerne in und außerhalb der Kirche. Feste, punktuelle Impulse, unterschiedliche Feierformen, unsere Legio Mariens, das Kinderliturgie- oder auch das Lobpreis-Team gestalten unser liturgisches und spirituelles Leben bunt. Nachdenklich macht uns, wie schwer
sich Kirche bei Veränderung, Wandlung, Moderne tut. Es schmerzt, dass Glauben in der Gemeinschaft wenig als Stärkung und Mutmacher wahrgenommen wird. Das Übersetzen von Gottes Botschaft in eine sich ständig verändernde Welt ist mühsam, aber schön, wenn es gelingt!
VIELE GESTALTEN MIT
Wir sind dankbar für die vielen Menschen, die für andere da sind, aufeinander schauen, aufmerksam und wertschätzend. Für alle, die unser (Pfarr-) Leben mitgestalten und die christliche Botschaft „unter d’Leut“ bringen: engagierte Religionslehrende, Gruppenleitende, alle, die an der Kirche als Gemeinschaft und den Bauwerken tatkräftig und im Gebet mitarbeiten und die Hilferufe
Pfarre Leonstein
„Bei euch fühlt man sich willkommen.“ – „Ich schätze den wertschätzenden und respektvollen Umgang, der bei euch herrscht!“ – Solche und ähnliche Rückmeldungen bekommen wir immer wieder und darüber freuen wir uns, weil wir möchten, dass unsere Pfarre für viele eine „Wohlfühloase“ sein kann.
Schon seit 2013 haben wir keinen eigenen Pfarrer mehr. Pfarrer Alois Hofmann aus Waldneukirchen, der rechtlich für uns verantwortlich zeichnet, hat damals die Leitung und seelsorgliche Betreuung der Pfarre dem Seelsorgeteam übertragen. Mit Diakon Carlo Neuhuber haben wir stundenweise einen hauptamtlichen Begleiter dieses Leitungsteams. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren gelernt, selbstständig zu sein. Drei aus-
gebildete Personen leiten jeden zweiten Sonntag im Monat die Wortgottesfeier, an den beiden anderen Sonntagen feiert ein Priester mit uns die Eucharistie. Entscheidungen treffen wir demokratisch. Grundlage ist immer unser Glaube und die Frage, wie Jesus wohl gehandelt hätte.
DIE TÜREN WEIT ÖFFNEN Für uns Ehrenamtliche, die wir ja auch noch unsere Berufe haben, ist das insgesamt viel Arbeit und Verantwortung.
Gleichzeitig birgt es aber auch die Möglichkeit und die Freiheit, von unserer Freude am Glauben so zu erzählen, dass es Herzen erreicht und vielleicht auch von Menschen verstanden wird, die ein bisschen weiter weg stehen oder „den Faden zum Glauben schon etwas verloren haben.“ Mit Angeboten
großzügig beantworten. Wir freuen uns über ein gutes Miteinander mit der Kommunalpolitik und darüber, mit unseren Vereinen auch im Glauben zu feiern. Es ist schön, Gastgeber diverser Veranstaltungen im Pfarrheim zu sein. Auf die zukünftige Pfarre Steyrtal freuen wir uns, weil wir in vielen
Bereichen bereits in größeren Räumen als den Pfarrgrenzen denken mussten. Wir sind gespannt auf die anderen, den Austausch und die gegenseitige Bereicherung, denn Leben im Glauben kann man nicht allein. Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 0676 8776 5107 oder unter www.pfarre-gruenburg.at
wie einem Advent- oder Osterweg, mit dem „Church cinema“ oder den anregend gestalteten Jugendgottesdiensten wollen wir die Schwellen niedrig machen und die Türen weit öffnen. Wir möchten Gemeinschaft und zwei offene Ohren anbieten: ganz praktisch bei unserem wöchentlichen Begegnungscafé für alle oder beim Treffen für 24StundenPflege-
rinnen. Um die Beziehung zur Bevölkerung nicht zu verlieren, muss sich Kirche immer wieder verändern und die Menschen dort abholen, wo sie gerade sind. Wir hoffen, dass die „Pfarre neu“ durch gute Vernetzung bei diesem Anliegen Hilfe sein wird.
Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 0676 87 76 51 79 oder unter: pfarre.leonstein@dioezese-linz.at
9 Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023 DEKANAT_STEYRTAL
Die Lage der Pfarrkirche von Grünburg ist faszinierend. Pfarre Grünburg
Das Pfarrleben in Leonstein ist bunt. Pfarre Leonstein
Pfarre Frauenstein
Die Pfarre Frauenstein ist mit knapp 400 Katholikinnen und Katholiken die kleinste der Steyrtaler Pfarren, aber sehr lebendig. So gibt es in unserer Pfarre bereits seit Einführung des Leitungsmodells Seelsorgeteam ein solches Team, das die Pfarre derzeit gemeinsam mit Pfarrer Sebastian Schmidt leitet. Auch der jetzige Pfarrgemeinderat ist mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren relativ jung –jung nicht nur nach dem Lebensalter, sondern auch im Denken und Arbeiten.
Bekannt ist Frauenstein für seine weithin sichtbare Wallfahrtskirche mit der Schutzmantelmadonna. Zwar sind die großen Wallfahrten coronabedingt in den vergangenen Jahren weniger geworden, Einzelpilger:innen sowie kleine Gruppen kommen aber weiterhin gerne und regelmäßig. Als Pfarre sind wir stolz darauf, trotz unserer geringen Größe ein breites liturgisches und spirituelles Angebot setzen zu können. Neben den traditionellen Gottesdienstformen wie heilige Messe, Anbetung oder Rosenkranz gibt es beispielsweise eine
monatliche Wortgottesfeier für Familien, in der die Botschaft unseres Glaubens in kindgerechter Weise nahegebracht wird. Wie fast überall ist auch in Frauenstein ein Rückgang des Gottesdienstbesuchs festzustellen; somit bleibt es weiterhin unsere Aufgabe, Wege der Verkündigung zu finden, die von den Menschen unserer Zeit verstanden werden und die unseren Glauben attraktiv erscheinen lassen.
AUS DER NOT EINE TUGEND MACHEN
Vor allem in den Coronajahren und den damit verbundenen Einschränkungen der gemeinschaftlichen Feierformen war es notwendig, vermehrt Impulse und Angebote für persönliche Betrachtungen zu setzen. Aus der Not wurde eine Tugend: Diese sehr niederschwelligen Angebote wie auf das Kirchenjahr abgestimmte Texte zum Mitnehmen oder die „Kirche im Kerzenschein“ werden auch weiterhin sehr gerne genutzt.
So wie jede Pfarre brauchen auch wir viele Hände, die zusammenhelfen und mit an-
Pfarre Molln
Die Gemeinde Molln im Herzen des Steyrtals liegt im Mollner Becken und zeichnet sich durch einen Mix aus Natur- und Kulturlandschaft aus. Prägend für den Ort ist neben der Landwirtschaft die gewerbliche Tradition vor allem durch eisenverarbeitende Betriebe. Für die Pfarre typisch sind die Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher Gruppen und das aktive Dorfleben. So leisten viele Ehrenamtliche wertvolle Beiträge im Pfarrleben vor allem bei Veranstaltungen und Festtagen. Stolz sind wir auf unsere zwei Musikvereine, die den kirchlichen Jahreskreis treu begleiten. Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit mit allen Vereinen (Schützen, Goldhauben, Gewerbetreibende, Landjugend) stets unterstützend und unkompliziert. Während der coronabedingten
Einschränkungen formierten sich einige neue Musikgruppen und es entwickelte sich für die Umrahmung der Gottesdienste eine neue Schola.
NEUES ENTDECKEN
Der Pfarrgemeinderat weist eine gute Mischung aus Jung und Alt und eine Geschlechterparität auf. Zur Zeit sind wir auf der Suche nach Ehrenamtlichen, die sich vorstellen könnten, als Mitglied eines zu gründenden Seelsorgeteams für einen Teilbereich der Seelsorge Verantwortung zu übernehmen. Derzeit führen wir eine Befragung der Pfarrbevölkerung mittels Fragebogen durch. Wir wollen wissen, welche Themen die Menschen bewegen und welche Angebote die Pfarre in Zukunft weiterführen oder neu entwickeln soll. Als Pfarre freuen wir uns,
packen. Derzeit starten wir den lange geplanten Umbau unseres Pfarrhofs – ein Großprojekt, das ohne die Mithilfe vieler Menschen vor Ort nicht möglich wäre. Wir sind dankbar, dass so viele bereit sind, ehrenamtlich Zeit zu investieren, damit Kirche vor Ort lebendig bleibt.
Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 0676 8776 5082 oder unter: www.dioezese-linz.at/frauenstein
dass zwei Projekte, die wir verwirklicht haben, guten Anklang fanden: Im Jahr 2022 wurde eine Gedenkstätte für Sternenkinder auf dem Ortsfriedhof eingeweiht. Und seit 2006 gibt es den Mollner Kreuzweg. Der künstlerisch anspruchsvolle Kreuzweg wird sehr geschätzt. Die Pfarre weist auch mit Stolz
auf die Feier einer Primiz hin. Der aus Molln stammende Benediktiner des Stifts Seitenstetten, Pater Christoph Fischer OSB, feierte vor einem Monat seine erste heilige Messe in seiner Heimatgemeinde.
Sie erreichen die Pfarre unter: Tel. 0676 87 76 55 87 oder unter: www.dioezese-linz.at/molln
10 DEKANAT_STEYRTAL Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023
Die Wallfahrtskirche Frauenstein; mehr zur Schutzmantelmadonna siehe Seite 11. Huemer
Die Pfarrkirche von Molln Stöger
Mein Platz unterm Mantel
Dort, wo die römische „Via Norica“ vom alten Weg entlang der Steyr Richtung Wels ins Kremstal abbiegt, thront auf einem Berg auf dem gegenüberliegenden Ufer eine kirchengeschichtliche Kostbarkeit: die Wallfahrtskirche Frauenstein. Die Schutzmantelmadonna stellt einen der bedeutendsten sakralen Kunstschätze Oberösterreichs dar.
Gestiftet wurde sie 1515 von Kaiser Maximilian aus Dankbarkeit über die Rettung aus Seenot. Er liebte die kleine Kirche „Maria Stain“ inmitten seines herrlichen Jagdgebiets.
Es scheint heute unglaublich, dass das gotische Gnadenbild um 1700 als „altmodisch“ in der Sakristei verräumt und fast 200 Jahre später erst wiederentdeckt wurde. Seit der Restaurierung 1967 thront die Schutzmantelmadonna wieder auf dem Hochaltar. Die Madonna ist ein Werk des Augsburger Bildhauers Gregor Erhart – ein seltenes Stück, da der Großteil seiner Werke den „Bilderstürmen“ der Reformationszeit zum Opfer fiel.
Vielleicht ist es die Sehnsucht nach der bedingungslosen Liebe eines mütterlichen Menschen, nach zweckfreiem Angenommensein, Geborgenheit und Schutz, dem „einfach nur da Sein dürfen“, manchmal erwachsen-partnerlich-stark, manchmal kindlich-umsorgt-verbergend, die das Gnadenbild der Schutzmantelmadonna zum Ausdruck bringt und das den Betrachtenden seit Jahrhunderten Hoffnung und Trost schenkt.
TROST SEIT JAHRHUNDERTEN
Im Pfarrblatt von Frauenstein findet sich zum 500-Jahr-Jubiläum der Schutzmantelmadonna im Jahr 2015 eine berührende Beschreibung der Beziehung zur spätgotischen Muttergottes-Darstellung von einer nicht namentlich genannten Autorin: „Ein wunderbares Kunstwerk, ohne Spur von Kitsch. Gerne schaue ich mir speziell das gütige Gesicht von Maria an. Durch ihren Platz auf dem Hochaltar vermittelt mir die Madonna, dass sie auch für mich und für uns Platz unter ihrem Mantel hat.“
Oberösterreich hat mehr als
2500
Kirchen und pfarrliche Bauten.
Wir sorgen für den Erhalt dieser Glaubensorte und Kulturdenkmäler.
Danke für Ihren Kirchenbeitrag!
11 Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023 DEKANAT_STEYRTAL
Die Schutzmantelmadonna von Frauenstein zieht Besucher:innen von nah und fern an. Die Kirche ist tagsüber immer offen. Huemer
Pfarrheim „Fokus“ | Sierning | Foto: Peter Philipp ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
Acht Plätze, acht Schätze: Streifzug durch das Dekanat
Einige Highlights aus Natur und Kultur wollen Lust auf das Entdecken von mehr machen.
Der Weg durch das ganze Dekanat – von Schiedlberg bis Frauenstein – mit Stationen an allen Pfarrkirchen hat eine Länge von etwa 55 Kilometer. Machen Sie sich mit uns auf den Weg. Die Stampfer Kapelle (li.) in der Pfarre Schiedlberg, im Gemeindegebiet von Piberbach, bildet den nördlichsten Punkt des Dekanats. Sie wurde 2010 erbaut und beherbergt eine Herz Jesu-Statue.
Das Evangeliar (Evangelienbuch) von Schiedlberg verdient Beachtung (rechtes Bild: Pfarrer emeritus Franz Greil). Schiedlberg gehört zu den wenigen Pfarren, die bei ihren Gottesdiensten mit einem besonders wertvoll gestalteten Evangeliar die Bedeutung des Gottesworts unterstreichen.
Der einzige moderne und mit Abstand jüngste Kirchenbau unseres Dekanats ist die Kirche St. Berthold in Sierninghofen (linkes Bild). Die Kirchweihe war 1971. Der von der österreichischen Künstlerin Lydia Roppolt (1922–1995) gestaltete Innenraum ist bemerkenswert.
Das größte Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Gewöhnlichen Kuhschelle (rechtes Bild) oder „Küchenschelle“ (Pulsatilla vulgaris) in Oberösterreich liegt entlang der „KuhschellenBöschung“, einem kleinen Naturschutzgebiet in Neuzeug, durch das auch der von Obstbäumen gesäumte Kreuzberg führt, liebevoll gepflegt und erhalten durch einen Verein: www.kuhschelle.at.
Die Herrenhauskapelle in Letten (linkes Bild) wurde 1860 von Josef Werndl erbaut und gehörte zur Waffenfabrik, die einst unterhalb der Kapelle direkt an der Steyr lag. Werndl war Industrieller mit sozialem Engagement: Moderne Wohnungen, kostenlose medizinische Versorgung, aktive Freizeitgestaltung, Bildung und überdurchschnittliche Entlohnung seiner Mitarbeiter waren seine Prämissen.
Die Steyrtalbahn, Österreichs älteste 760 mm-Schmalspurbahn (rechtes Bild), dampft seit mehr als 130 Jahren durch das Steyrtal. Einst verband sie geschickt das Steyrtal mit den Bahnstrecken des Enns- und Kremstals in Garsten, Rohr und Klaus.
Im Jahr 1666 entstand im Pfarrhaus in Leonstein die erste brauchbare Landkarte Oberösterreichs. Der Kartograf und Zeichner Pfarrer Georg Matthäus Vischer (linkes Bild) schuf mehr als 1000 Landkarten sowie Zeichnungen von Städten und Schlössern, die einen einzigartigen Blick in das 17. Jahrhundert ermöglichen.
Der Mollner Kreuzweg (rechtes Bild) mit seinen modern gestalteten Stationen ist eine Einladung zu einem lohnenden, besinnlichen Spaziergang. Der Kreuzweg beginnt bei der Kunstschmiede Schmidberger und führt auf der Südseite des Satterlrückens durch den Wald. Der südlichste Punkt des Dekanats ist die Pfarre Frauenstein mit ihrer Wallfahrtskirche (siehe Seite 11). Pfarre (7), pixabay (1)
12 DEKANAT_STEYRTAL Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023
„Helfen“ gehört zur Kirche
Was ein ganzes Jahr hindurch in den Pfarren für Menschen, die Hilfe brauchen, getan und gespendet wird, ist beeindruckend. Drei Beispiele stehen für viele.
Hilfe vor Ort – für viele verschiedene Anliegen und Nöte – bietet die Caritas in der Pfarre und in den regionalen CaritasStützpunkten.
Völlig unerwartet kann es passieren, dass das Leben aus den Fugen gerät: Erkrankung, Arbeitsplatzverlust, Überlastung, Beziehungsprobleme. Der Weg, sich Hilfe und Unterstützung zu holen, ist oft schwer, aber wichtig und entlastend. Gut, dass es in allen unseren Pfarrgemeinden Menschen gibt, denen die Lage ihrer Mitmenschen nicht egal ist und die schnell und unbürokratisch Hilfe leisten können. Die Pfarr-Caritas-Teams in Ihrer Wohnpfarre sind eine erste Anlaufstelle, und in der Pfarre kennt man auch die professionellen Angebote.
Die Caritas OÖ bietet ihre Dienste und Einrichtungen für unsere Region in Kirchdorf an der Krems (Samhaberweg 4) und in Steyr (Stadtzentrun) an. Unterschiedliche Ansprechpersonen, Adressen, wo man Hilfe bekommt, Institutionen, an die man sich in psychischen Notlagen oder bei finanziellen Problemen wenden kann, finden sich auf dem QR-Code „Wenn der Hut brennt.“
Die Hilfsgemeinschaft SSTA (SierningSchiedlberg-Ternberg-Aschach) besteht aus einer Gruppe engagierter Frauen und Männer, die sich seit 1987 für Menschen außerhalb Österreichs einsetzt, um ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Kinder, die ein Krieg zu Waisen gemacht hat, alte Menschen, die vom Staat keine Pension beziehen, behinderte Menschen, Flüchtlinge: Wo es geht, bemüht sich die Hilfsgemeinschaft SSTA zu helfen. Dazu werden Geld- und Sachspenden gesammelt, gesichtet, für den Transport verpackt oder beim hauseigenen Flohmarkt verkauft. 20 Hilfslieferungen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1.034 m³ gingen so zum Beispiel im Jahr 2022 Richtung Osteuropa. Finanziell wird unter anderem das Hilfsprojekt „mary’s meals“ unterstützt, das täglich derzeit 2,4 Millionen Schulkinder mit einer warmen Mahlzeit am Tag versorgt, in 19 der ärmsten Länder der Welt. Aktuell werden gebrauchte und funktionstüchtige Schultaschen und -rucksäcke gesammelt, gefüllt mit einer Grundausstattung für ein Schulkind. Wie auch Sie hier mithelfen können und weitere Informationen finden Sie im QRCode links.
„Stern der Hoffnung“ heißt der Verein, der im rumänischen Buzias ein Kindertageszentrum betreibt. Menschen aus dem Dekanat Steyrtal und darüber hinaus unterstützen dieses Projekt.
Seit 1992 engagieren sich Menschen gemeinsam mit Regionaldiakon Carlo Neuhuber für in Armut lebende Menschen in Rumänien. Im Laufe der Jahre halfen sie bei verschiedenen landwirtschaftlichen Projekten mit, führten Hilfstransporte durch und entsandten Entwicklungshelfer zum Aufbau einer Agrargenossenschaft im Dorf Tirol. Seit den 2000er-Jahren unterstützen sie das Kindertageszentrum „Stern der Hoffnung“ in Buzias. Der Helfer:innenkreis hier in unserer Region stellt monatlich finanzielle Mittel für das Personal des Tageszentrums zur Verfügung. Bis zu 90 Kinder und Jugendliche bekommen hier nach der Schule eine warme Mahlzeit, fördernde Freizeitgestaltung sowie psychologische, soziale und medizinische Versorgung. Auch von Armut betroffene Senior:innen werden vom Verein mit Lebensmittelspenden unterstützt. Weitere Informationen zum „Stern der Hoffnung“ finden Sie unter dem QR-Code nebenan.
Die vielen Gesichter der Not. pixabay 2546791_1920 Viele Tonnen Hilfsgüter werden verladen. Privat Betreuung von Kindern in Rumänien. Privat
13 Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023 DEKANAT_STEYRTAL
Nach fünf Jahren als pädagogischer Leiter der Jugendburg Altpernstein und seinem Friedensdienst trat er 1984 den Dienst als Pastoralassistent und Jugendleiter im Dekanat Molln an. 1988 folgte die Weihe zum Ständigen Diakon. Er war und ist in der gesamten Region in vielen pastoralen und auch gesellschaftspolitischen Feldern tätig. Aus der Fülle seiner Initiativen soll sein Beitrag zur Gründung der Seelsorgeteams hervorgehoben werden. Er hat die Idee wesentlich mitentwickelt: Ehrenamtliche Mitarbeiter:innen übernehmen Teilbereiche der Pfarrseelsorge, sodass in Summe die vier Grundaufgaben einer Pfarre (Gemeinschaft, Verkündigung, Liturgie
und Caritas) lebendig bleiben, auch wenn kein Priester oder kein:e hauptamtliche:r Seelsorger:in vor Ort ist. Das Modell Seelsorgeteam hat im deutschen Sprachraum Standards gesetzt. Was aber noch wichtiger ist: Die Seelsorgeteams bilden künftig das Rückgrat der neuen Pfarrstruktur der Diözese Linz (siehe das Gespräch mit Dechant Karl Sperker und Annemarie Singer auf den Seiten 2 und 3). Viele Menschen mit dem Glauben in Berührung gebracht und eine neue Beziehung zu Christus eröffnet, hat Carlo Neuhuber mit seinen Glaubenskursen. Rund 25 Jahre hindurch hat er jährlich bis zu zwei mehrteilige Kurse gehalten, damit die Teilneh-
Der Vorangeher An die Kirche andocken
mer:innen erfahren können, was auch sein Leben trägt: „Die Zuversicht, von Gott geliebt zu sein, schafft eine große innere Freiheit.“ JOSEF WALLNER
Firmlinge und Jugendliche im Dekanat Steyrtal
Rund um Pfingsten werden in den Pfarrgemeinden im Dekanat Steyrtal traditionell Firmungen gespendet. Dieses Jahr bereiteten sich Jugendliche in den Pfarren Sierning, Sierninghofen-Neuzeug und Schiedlberg auf das Sakrament der Firmung vor. Die Vorbereitungen dazu liefen in den vergangenen Wochen und Monaten dank vieler engagierter und motivierter Menschen in den Pfarren sehr erfolgreich. So entstand ein vielfältiges Bild an Angeboten und Aktionen, an dem sich die Firmkandidatinnen und Firmkandidaten gerne beteiligten: Neben dem Firmstart, einem Firmling-Pat:in-Nachmittag und dem Firmabschluss, die in jeder Pfarre stattfanden, standen Aktionen wie ein Warmup-Wochenende und ein interaktiver Jugendkreuzweg in
Schiedlberg, eine Nightline und eine Fastensuppen-Aktion in Sierning sowie ein Firmlingsvorstellgottesdienst mit Kuchenverkauf und die Einladung zum Mitfeiern und Mitgestalten der Kartage in Sierninghofen-Neuzeug auf dem Programm. Daneben bot die Beauftragte für Jugendpastoral im Dekanat Steyrtal verschiedene
Workshops und Aktionen an. Unter anderem fand ein Abend über nachhaltigen Konsum statt, an dem die Jugendlichen den Weg ihres T-Shirts zurück bis zu den Produktionsstätten verfolgten. Weiters stand an einem Nachmittag das Thema Armut auf dem Programm, und Firmlinge besuchten den Sozialmarkt des Roten Kreuzes in Sierning. Als Abschluss der Firmvorbereitung ist für 30. Juni ein Sommerkino im Pfarrhofgarten Sierninghofen-Neuzeug geplant.
Darüber hinaus sind im Dekanat auch eine Reihe von Jugendgruppen aktiv. In der Pfarre Leonstein tragen junge Frauen aktiv zum Pfarrleben bei und gestalten Jugendgottesdienste (siehe Seite 15). In der Pfarre Sierning trifft sich regelmäßig eine Jugendgruppe zu
Gruppenstunden und Aktionen. In Waldneukirchen sind Katholische Jugend und Landjugend stark vertreten und am Pfarrgemeindeleben beteiligt. Und in der Pfarre Aschach an der Steyr ist derzeit eine junge Gruppe im Entstehen.
Impressum
Kirchenzeitung Diözese Linz. Sonderausgabe in Zusammenarbeit mit der Leitung des Dekanats Steyrtal
Medieninhaberin: Diözese Linz
Herausgeber: Willi Vieböck
Geschäftsführer: Reinhold Hofstetter
Chefredakteur: Heinz Niederleitner
Redaktion der Sonderausgabe: Josef Wallner und Paul Stütz mit Karin Granig (Dekanat Steyrtal)
Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz
Tel. 0732 76 10-39 44, Fax: 0732 76 10-39 39
E-Mail: office@kirchenzeitung.at
DVR: 0029874/10770
Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH & Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching
Verlagsort: Linz
©BILDRECHT, WIEN
Wie kein anderer hat Regionaldiakon Carlo Neuhuber die Kirche im Steyrtal und darüber hinaus in den vergangenen Jahrzehnten mitgeprägt.
Carlo Neuhuber feierte im April seinen 70. Geburtstag. Diözese Linz
COPYRIGHT
ART
14 DEKANAT_STEYRTAL Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023
Doris Kastner ist Beauftragte für Jugendpastoral im Dekanat Steyrtal. Markowetz
Auf nach Leonstein
Zu den monatlichen Jugendmessen sind alle Jugendlichen des Dekanats eingeladen.
Das anhaltend positive Echo auf die „Nacht der 1.000 Lichter“, zu der die Katholische Jugend des Orts seit langem einmal im Jahr vor Allerheiligen geladen hatte, machte den jungen Leuten von Leonstein Lust auf mehr. So begannen sie vor fünf Jahren, monatlich eine Jugendmesse zu gestalten. Elisabeth Reithuber, die damals in der Seelsorge der Pfarre aktiv war, ermunterte sie ausdrücklich dazu.
DAS EVANGELIUM ÜBERSETZEN
Mit Pater Alfred Strigl, der mit der Pfarre Leonstein bis Jahresende regelmäßig die Eucharistie feierte, fand sich ein Priester, der die Jugendlichen bei diesem Vorhaben mit Kompetenz und Einfühlungsvermögen begleitete. Bettina Steiner und Antonia Grillmayr gehören zum Vorbereitungsteam. Sie erzählen von ihrem Verständnis der Jugendliturgie: „Aktuell sind wir acht bis zehn junge Menschen, die sich da engagie-
ren. Natürlich orientieren wir uns an den für diesen Tag vorgesehenen liturgischen Texten. Allerdings wandeln wir diese in passende Themen für Jugendliche um. Zum Beispiel ‚Wo ist der Anker meiner Kompassnadel?‘, ‚Dream big‘ oder ‚Unser Draht zu Gott‘, um nur einige Headlines zu nennen. Wir versuchen jedesmal, die Messbesucher interaktiv in den Gottesdienst miteinzubinden, ob beim Gedankenaustausch oder beim gemeinsamen ‚Vater Unser‘ im Altarraum“, sagt Bettina Steiner.
MUSIK ALS TRAGENDE SÄULE
Wesentlichen Anteil an den Gottesdiensten hat die Musik. Antonia Grillmayr erklärt: „Unter uns Jugendlichen sind viele aktive Musiker und Musikerinnen. Da bringen alle ihre Fähigkeiten ein. Von der Gitarre über die Geige bis hin zum Cajon oder dem Piano ist bei uns alles zu hören. Um die Gottesdienstbesucher ‚mitzunehmen‘, gibt’s die Texte via Leinwand zum Mitsingen.“ Grundsätzlich finden die Jugendmessen am dritten Samstag im Monat um 19 Uhr in der Pfarrkirche Leonstein statt. Die Jugendlichen haben sich aber zwischenzeitlich an
weitere Herausforderungen gewagt. So haben sie im Vorjahr die Weihnachtsmette gestaltet. Und zu Allerheiligen haben sie zum „ChurchCinema“, einem Kinofilm mit Meditation und Livemusik in die Kirche geladen.
KIRCHENRAUM FÜR DIE JUGEND
Im Hinblick auf das neue Dekanat Steyrtal hat das Vorbereitungsteam der Jugendgottesdienste eine klare Botschaft: „Auf Instagram unter JUGEND_INSPIRIERT einfach den Termin für den nächsten Jugendgottesdienst suchen und auf nach Leonstein!“ Ein großer Befürworter dieser Jugend-
gottesdienste ist Pater Alfred Strigl. Gesundheitsbedingt ist er zwar vor kurzer Zeit nach Wels übersiedelt, aber zu den Jugendmessen kommt er weiterhin nach Leonstein. Zum Platz der Jugend in der Kirche sagt er: „Die Jugendlichen sollen nicht darauf warten, dass ihnen Raum gegeben wird. Sie sollen sich diesen Raum einfach nehmen und alte Muster aufbrechen. Wer sonst als die Jugend soll sich den Fragen des Lebens stellen? Ein Pflänzchen ist schon gewachsen, unterstützen wir es, ‚groß zu werden‘. Mein Tipp für die Jugendlichen: stop – look – go!“
JOHANNES EBERT/JW
Inserat Kirchenzeitung 2023 1/4 Seite 4 sp/quer 196 mm x 61 mm.indd 1 03.05.23 14:17 ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG 15 Kirchenzeitung Diözese Linz | 25. Mai 2023 DEKANAT_STEYRTAL
Die Jugendgottesdienste in der Pfarre Leonstein sind ein Highlight. Pfarre
GEBET _
Guter Gott, lass uns leben in dem festen Glauben, dass Du uns in Deiner Hand hältst: Du, der Du der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende bist.
Lass uns leben in dem Vertrauen, dass Du auch in den dunklen Stunden bei uns bist: Du, der verheißen hat alle Tränen von unseren Augen abzuwischen.
Lass uns leben in der Zuversicht, dass Du alle beschützt, die wir gern haben: Du, der Du keinen verlässt.
J.W. nach Bibelversen aus der Offenbarung des Johannes
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Zum Nachdenken
Wandteppich im Altarraum der Kirche St. Berthold in Sierninghofen-Neuzeug. Die Künstlerin Lydia Roppolt (geboren 1922 in Moskau; verstorben 1995 in Wien) hat den Teppich 1971 angefertigt und dem 16 Quadratmeter großen Kunstwerk den Titel gegeben: „Der auf dem Thron sitzt“. Sie nimmt damit auf das abschließende Buch des Neuen Testaments, auf die „Offenbarung des Johannes“, Bezug. Granig
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