KiZ Spezial Reichersberg 38/2023

Page 1

www.kirchenzeitung.at | 21. September 2023 | info.post.classic

Das Stift Reichersberg

Propst Markus Grasl im Gespräch über das Stift als Plattform der Seelsorge, Zentrum der Begegnung und Raststätte für Radtourist:innen. Seiten 6–7

Pfarren im Porträt

Die 16 Pfarren des Dekanats Reichersberg stellen sich vor: mit ihrer Geschichte und pastoralen Schwerpunkten. Seiten 8–12

Glauben feiern

Ob bei der Langen Nacht der Kirchen oder beim Minifest –im Bild die Minis von Senftenbach – im Dekanat Reichersberg wird der Glaube gefeiert. Der Besuch von Bischof Manfred Scheuer im Dekanat ist wiederum eine Einladung miteinander den Glauben zu teilen. Seite 16

Angela Helm

Ein herzliches Grüß Gott!

Bei meinen Besuchen in den Pfarren und kirchlichen Einrichtungen Oberösterreichs nehme ich eine große Vielfalt des Glaubenslebens und eine lebendige Kirche wahr. Die Kirche ist auch im Innviertel ein wesentlicher Teil der Gesellschaft und hat Bedeutung für viele Menschen.

Die Visitation ist nun eine gute Gelegenheit, dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben im Dekanat Reichersberg gemeinsam mit den Menschen, die hier leben und sich einbringen, unmittelbarer nachzuspüren. Nur durch persönlichen Kontakt ist es möglich, zu sehen und zu hören, wie sich die Situation der Menschen vor Ort darstellt. Was funktioniert gut, wo sind die Kraftquellen, wie wird der Glaube gelebt? Wo hapert es, welche Sorgen sind da? Welche Erwartungen gibt es an die Diözese bzw. an die kirchlichen Strukturen vor Ort? Wie können wir als Kirche in Oberösterreich gemeinsam gut unterwegs sein? Die Kirche steht angesichts der sich rasch ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor vielen Herausforderungen. Sie hat in der Spur Jesu immer wieder passende Wege gefunden, indem sie Bewährtes weitergeführt und Neues aufgegriffen hat. Ich möchte auch im Dekanat Reichersberg dafür werben, das Gemeinsame in den Pfarrgemeinden zu sehen, die Zusammenarbeit im Sinne des diözesanen Zukunftswegs zu stärken und dabei in allem zuversichtlich auf den Geist Gottes zu vertrauen.

Ich und mein Visitationsteam freuen uns schon sehr auf die vielen Begegnungen!

„Die Freude am Glauben weitergeben“

Dechant Jophy Francis und Dekanatsassistentin Patrizia Wohlmacher über die kleinen Pfarren des Dekanats und den großen ehrenamtlichen Einsatz

„Zaumwoxn und einander stärken“ – das Leitwort, das sich das Dekanat Reichersberg gegeben hat, ist ein Arbeitsauftrag. Das Dekanat wurde in der jetzigen Zusammensetzung erst im Dezember 2021 gegründet und daher ist die Schaffung eines Gemeinschafts-Bewusstseins zwischen den 16 Pfarren eine vordringliche Aufgabe. „Wir müssen aber nicht beim Punkt null beginnen. Kooperation ist bei uns kein Fremdwort“, betont Dekanatsassistentin Patrizia Wohlmacher und zählt auf:

Es gibt pfarrübergreifende Firmvorbereitungen, durch Schulkooperationen kommt es zu gemeinsamen Erstkommunion-Feiern.

KOOPERIEREN GEWOHNT

Außerhalb der Kirche arbeiten Gemeinden, Landjugendgruppen, Senior:innen und die Bauernschaft zusammen. „Kooperation ist in den Köpfen der Leute positiv besetzt, aber sie ist keine Selbstläuferin. Man muss sich immer neu darum bemühen“, sagt Wohlmacher.

+ BISCHOF
MANFRED SCHEUER
Wakolbinger
BISCHOFSWORT _
2 DEKANAT_REICHERSBERG Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023
Dekanatsassistentin
Patrizia Wohlmacher und Dechant Jophy Francis Klambauer

Dechant Jophy Francis weist auf die vielen kleinen Pfarren hin, die dem Dekanat eine besondere Charakteristik geben. Münsteuer zählt 135 Katholik:innen, Mörschwang 266, die größte Pfarre ist St. Martin im Innkreis mit 1.835, insgesamt umfassen die 16 Pfarren des Dekanats 13.400 Katholik:innen. Durch die kleinteilige Pfarrstruktur liegt seit jeher viel Verantwortung bei den Ehrenamtlichen. „Besonders die Pfarrgemeinderät:innen haben den Anspruch, die eigene Pfarre so lebendig wie möglich zu halten – so gut es eben in den kleinen Einheiten geht“, dankt der Dechant allen für ihren Einsatz.

BEGLEITEN UND VERNETZEN

Patrizia Wohlmacher sieht ihre Aufgabe im Begleiten, Ermutigen und im Vernetzen der Ehrenamtlichen über die eigene Pfarre hinaus: „Beides braucht es. Dass einerseits der eigene Kirchturm lebendiges Zentrum des Pfarrlebens bleibt und dass man andererseits über den eigenen Kirchturm hinausschaut.“ Im Bereich der Liturgie wird das unter anderem von den Pfarren Kirchdorf am Inn, Mörschwang und St. Georgen bei Obernberg bereits

gut umgesetzt. Ein Jahresplan gibt Auskunft, wann und wo Gottesdienst gefeiert wird. Die Termine sind auf den Websites der Pfarren abrufbar und liegen monatlich als Ausdruck im großen A3-Format in den Kirchen auf.

„Ich kann nicht in jeder Pfarre sein, möchte aber für jede Pfarre ansprechbar sein. Die Leute müssen wissen, wo jemand ist, zu dem sie kommen können“, beschreibt Wohlmacher das Verständnis ihrer Arbeit für das Dekanat.

DIE NEUEN PFARREN

Wie jedes Dekanat beschäftigt auch Reichersberg die Frage nach der Neustrukturierung des Pfarrsystems. Die ehemaligen Nachbardekanate Schärding und Braunau wurden bereits zu neuen Pfarren. Dechant Francis hofft, dass dieser Zukunftsweg nicht nur Papier bleibt, sondern für die Menschen und die Glaubensvertiefung etwas bringen. Die Dekanatsassistentin hat den Eindruck, dass sie vielfach jetzt schon in der geplanten Struktur arbeitet – vor allem, was die Kooperationen und die Verantwortung der Ehrenamtlichen betrifft: „Vielem wird dann ein neuer Name gegeben.

Vieles wird nicht gänzlich neu, aber sehr wohl verbindlicher.“

FÜR DIE MENSCHEN DA SEIN

Die sieben Pfarrer des Dekanats mit den drei Kuraten, die Pastoral- und Dekanatsassistentin sowie die Jugendbeauftragte werden sich weiterhin bemühen, für die Menschen da zu sein und gemeinsam mit ihnen das Beste für ein Leben aus dem Glauben zu gestalten, betont Wohlmacher: „Wichtig ist für mich, die Freude am Glauben weiterzugeben und Jesus Christus immer wieder neu zu entdecken. Da brauchen wir sicher eine neue Schärfung.“ Dechant Francis erwartet sich auch von der Visitation eine Stärkung im Glauben: „Die Visitatoren sollen den Alltag erleben, die geleistete Arbeit, besonders die der Ehrenamtlichen, wertschätzen und zur Freude am Christsein ermuntern.“

ÜBER DIE KIRCHE HINAUS

Die Visitation wird aber nicht nur ein innerkirchliches Ereignis bleiben, sondern auch in die Gesellschaft wirken: Vereinbart sind Begegnungen mit den Blaulicht-Organisationen, den Bürgermeister:innen, der Bauernschaft und ein Be-

In der Region Reichersberg findet sich eine Vielzahl an Baumschulen und Gärtnereien. Irgendwo blüht es immer (im Bild der Herrengarten des Stifts Reichersberg).

Das Dekanat Reichersberg wird auf einer Seite durch den Inn begrenzt. Entlang des Grenzflusses zu Bayern erstreckt sich das das Naherholungsgebiet „Europareservat Unterer Inn“. Der Innradweg sorgt für einen regen Radtourismus. Das Gebiet um Reichersberg, das in etwa dem kirchlichen Dekanat entspricht, ist landwirtschaftlich geprägt. Gleichzeitig breitet sich aber zwischen St. Martin im Innkreis und Reichersberg ein Industriegebiet aus. Durch eine Reihe von Pfarren des Dekanates führt die äußerst stark befahrene Straße B 148. Hathayer

triebsbesuch. Die Dekanatsleitung erhofft sich von der Visitation, dass spürbar wird, was das Logo des Dekanats Reichersberg ausdrückt (siehe Titelseite): Die Menschen spielen sich die Bälle der Freude und des Glaubens zu. Und alles dreht sich um das Kreuz, das den Hintergrund und Zusammenhalt der gesamten Darstellung bildet.

JOSEF WALLNER

Die Kirchenzeitung in jedes Haus

Als Vorbereitung des Besuchs von Bischof Manfred Scheuer im Dekanat Reichersberg erhält jeder Haushalt kostenlos einmalig eine Sonderausgabe der Kirchenzeitung der Diözese Linz. Der Bischof und sein Team sind von 1. bis 7. Oktober 2023 in den Pfarren des Dekanats unterwegs. Wo Sie mit Bischof Manfred Scheuer Gottesdienst feiern, ihn treffen und mit ihm reden können, finden Sie am Visitationsprogramm auf der Rückseite (Seite 16).

3 Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023 DEKANAT_REICHERSBERG

IM GESPRÄCH

Wozu ist es gut, dass es Pfarren gibt?

LAbg. Günther Lengauer, Bürgermeister von Utzenaich

Eine Pfarre stellt den Mittelpunkt einer Gemeinschaft und damit auch einer Gemeinde dar. Nicht wegzudenken, würde es die Pfarrveranstaltungenund -feiern nicht geben. Die Bevölkerung trifft sich zum gemeinsamen Feiern und zum Zusammensein. Eine Pfarre bedeutet Solidarität, gemeinsames Gedenken, gegenseitige Unterstützung und Anker der Hoffnung.

Ohne Pfarre entsteht Leere in den Gemeinden. Pfarrleben und Gemeindeleben sind untrennbar miteinander verbunden, es ist nicht eine Frage des Amtes, sondern eine Frage des gegenseitigen Austausches und des Miteinanders. Pfarren sind in den Gemeinden stark im Vereinsleben miteingebunden, die Ehrenamtlichen in einer Pfarre sind oft Vorbilder für viele andere Funktionsträger:innen in den Gemeinden. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Pfarre ist nicht nur eine Frage des gegenseitigen Respekts, sondern trägt sehr stark zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger bei. Das ist auch der gemeinsame Auftrag, dafür stehen wir gemeinsam.

Gerhard Wipplinger, Bürgermeister von St. Georgen bei Obernberg am Inn Eine Pfarre lebt von den Menschen, die sich mit ihr verbunden fühlen. Viele Generationen haben die Kirche und den dazugehörenden Friedhof erhalten und gepflegt und schufen ein sichtbares Zeichen einer lebendigen Gemeinschaft, geprägt von vielen Einflüssen und Veränderungen. Früher war der Sonntag der Tag, an dem man sich festlich kleidete, zur Kirche ging um zu beten, aber auch, um Neuigkeiten auszutauschen. Heute wird der Sonntag von vielen gerne genutzt, um Ruhe und Ausgleich zum Alltag zu finden. An den kirchlichen Festtagen wird aber deutlich, dass nach wie vor eine hohe Verbundenheit der Menschen zur Pfarre besteht. Musikverein, Chor, Feuerwehr, Goldhauben und weitere Ehrenamtliche bringen sich aktiv in der Pfarre ein, um gemeinsam zu feiern oder zu gedenken. Kirchliche Traditionen werden damit weitergeführt und klingen in den Familien nach. Wir sind für die Begleitung durch das Stift Reichersberg dankbar, die unsere Pfarre in ihrer Entwicklung in einer schnelllebigen Zeit unterstützt.

Die Leitung des Dekanats

Die Leitung des Dekanats Reichersberg besteht aus Dechant Jophy Francis, Dekanatsassistentin Patrizia Wohlmacher, Dechant-Stellvertreter Klemens Pillhofer CanReg sowie vier Ehrenamtlichen aus verschiedenen Pfarren: Schriftführerin Maria Klambauer (Utzenaich), Anneliese Laabmaier (Ort im Innkreis), Moritz Korb (Obernberg), Wolfgang Prenninger (Gurten). Dem Leitungsteam sind ein gutes Miteinander und der gegenseitige Austausch zwischen den Pfarren im Dekanat wichtig. Die Herausforderungen sind überall die gleichen: Wenn man zusammenhilft, ist vieles machbar und gelingt manches leichter. Das zeigen gemeinsame Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Kirchen. Der Weg des Miteinanders stärkt, ermutigt und schenkt neue Kraft und Freude. Letztlich geht es um die Mitte, die alle verbindet und eint: Jesus Christus.

Visitenkarte Pfarrbüro

Pfarrsekretärin Sabine Schönbauer-Hathayer stellt ihren spannenden Beruf vor: Das Pfarrsekretariat ist ein wichtiger pastoraler Ort in jeder Pfarre. Die erste Begegnung mit der „Institution Kirche“ findet in der Regel im Pfarrbüro statt. Hier werden die Termine für Taufen, Trauungen und auch Begräbnisse erstbesprochen, die Daten aufgenommen und im zentralen Datenprogramm der Diözese Linz eingetragen.

Als Sekretärin von sechs Pfarren unseres Dekanats ergeben sich für mich viele Synergien der administrativen Arbeit. Für die Seelsorge aller sechs Pfarren sind Chorherren aus dem Stift Reichersberg verantwort

lich. Das Büro dieser Pfarrgemeinden befindet sich im Stiftsgebäude. Die daraus resultierenden kurzen Wege zwischen Pfarradministratoren und mir erleichtern die Arbeit für die Pfarrbevölkerung sehr. Es bereitet mir Freude, wenn ich ein Stück weit zum Glück der Menschen beitragen kann.

Von links: Moritz Korb, Maria Klambauer, Wolfgang Prenninger, Anneliese Laabmaier, Klemens Pillhofer CanReg, Patrizia Wohlmacher und Jophy Francis. Rudolf Klambauer Sabine SchönbauerHathayer pedagrafie
-
4 DEKANAT_REICHERSBERG Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023

Die Wallfahrt der Volksschulen

Sieben Volksschulen pilgern jedes Jahr zum Schulschluss nach Maria Schmolln

Anfangs – im Jahr 2014 – pilgerte nur die Volksschule Reichersberg nach Maria Schmolln, seit dem Schuljahr 2015/16 feiern ca. 200 Kinder gemeinsam den Dank- und Schlussgottesdienst in der dortigen Wallfahrtskirche. Neben Reichersberg und Maria Schmolln sind mittlerweile auch die Volksschulstandorte Kirchdorf–Mühlheim sowie Weilbach–St. Georgen–Mörschwang an der Wallfahrt kurz vor Schulschluss beteiligt.

DANKE SAGEN

Die Schüler:innen bereiten sich im Religionsunterricht auf die Wallfahrt vor, machen sich Gedanken über das vergangene Schuljahr und wofür man „Danke“ sagen kann. Selbstgestaltete Bilder der Schutzmantelmadonna mit Dankessätzen werden Maria in der Kirche zu Füßen gelegt. Von einer kurzen Andacht begleitet, wandert jede Schule aus einer anderen Richtung zur Wallfahrtskirche und trägt ein ge-

schmücktes Pilgerkreuz oder ein Marienbild mit. Die Volksschulen nehmen vor der Kirche in Maria Schmolln Aufstellung, bevor der Gottesdienst gefeiert wird. Alle Pilger:innen werden von wartenden Eltern und Großeltern willkommen geheißen. Der heurige Gottesdienst stand dabei unter dem Motto „Manchmal brauchst du einen Engel“ und machte die Freude über die große Feiergemeinschaft für alle sehr gut erfahrbar. Pastoralassistentin

Patrizia Wohlmacher segnete die Kinder der 4. Klassen für den bevorstehenden Schulwechsel im Herbst und die Religionslehrerinnen übergaben Karten mit Segenswünschen.

UNVERGESSLICHER TAG

Neben Eltern und Großeltern kamen auch Schulinspektorin Michaela Lechner, Religionsinspektorin Ursula Bohaumilitzky und ihr pensionierter Vorgänger P. Stefan Leidenmüller als Zeichen der Wert-

Das Pflegeheim Obernberg

Nicht nur die 16 Pfarren, auch das Pflegeheim Obernberg ist Teil des Dekanats Reichersberg. Obernbergs Pfarrer Alfred Wiesinger hält dort in der Hauskapelle wöchentlich Gottesdienst (freitags um 10.30 Uhr). Für viele Heimbewohner:innen ist das ein fester, sehr geschätzter Bestandteil ihres Alltags. Zusätzlich gibt es zu Weihnachten, Ostern und Mariä Himmelfahrt Wortgottesfeiern, die Dekanatsassistentin Patrizia Wohlmacher gestaltet. Eine Reihe von Pfarren besucht auch – oftmals um die Weihnachtszeit – jene Heimbewohner:innen, die aus ihrer Gemeinde stammen und hält so den Kontakt zur einstigen Pfarre aufrecht. Auch das Stift Reichersberg

unterstützt das Pflegeheim in seelsorglichen Angelegenheiten. Das Pflegeheim Obernberg wurde 1997 eröffnet. Unter der Heimleitung von Franz Braumann und der Pflegedienstleiterin Laura Kirchbichler werden derzeit 82 Bewohner:innen betreut. Insgesamt sorgen 110 Mitarbeiter:innen und vier Zivildiener für das Wohl der Bewohner:innen. Auch die Hausreinigung sowie die Wäscherei werden von eigenem Personal bewerkstelligt.

Das Küchenteam unter der Leitung von Harald Stöger versorgt nicht nur die eigenen Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen, sondern auch die umliegenden Gemeinden mit „Essen auf Rädern“. JW

schätzung für diese großartige Schulveranstaltung heuer nach Maria Schmolln. Bei der anschließenden gemeinsamen Agape im Klostergarten klang dieser Tag mit gesegnetem Brot, Getränken und gemütlichem Beisammensein aus. „Große Begeisterung, Vorfreude und Freude sind jedes Mal spürbar! Allen, die an dieser Wallfahrt teilnehmen, bleibt dieser Tag unvergesslich!“, sagt Melanie Bauer, Direktorin der Volksschule Reichersberg.

Die Volksschüler:innen treffen sich zur großen Sternwallfahrt in Maria Schmolln. Andrea Schachingert Auf dem Grundstück des heutigen Pflegeheims Obernberg befand sich einst ein Pferdestall, der zu Zeiten der Innschifffahrt als Lager diente. Die alten Gewölbe und Steinsäulen konnten in den Bau des Heims, dessen Form an ein Schiff erinnert, integriert werden und sind im Eingangsbereich zu sehen.
5 Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023 DEKANAT_REICHERSBERG
Pflegeheim Obernberg

Das Stift Reichersberg als Mehrwert

Markus Grasl, der Propst des Stifts Reichersberg, spricht über die Pfarrseelsorge der Augustiner-Chorherren, über das Stift als Plattform der Begegnung und beliebte Raststätte für Radfahrer:innen.

„Wir sehen von einem Kirchturm zum anderen. Oft sehen wir sogar mehrere Kirchtürme, denn wir sind räumlich sehr klein strukturiert“, sagt Propst Markus Grasl. Die AugustinerChorherren von Reichersberg betreuen vier Stiftspfarren und vier Diözesanpfarren. Was das Besondere daran ist: Keiner der Chorherren, die in diesen rund um das Stift gelegene Pfarren tätig sind, wohnt in der Pfarre, alle leben im Stift. „Wir als Chorherren bemühen uns, klöster-

liches Leben und Seelsorge zu verbinden“, erklärt der Propst. „Ich kenne Pfarrseelsorge nur so.“ Seit seiner Priesterweihe lebt er durchgehend im Stift. Er hat noch nie in einem Pfarrhof gewohnt. Er hat weder Erfahrung mit dem Alleineleben in einem großen Pfarrhaus noch mit den Anforderungen eines Pfarrhaushalts. Für ihn stellt das Stift einen Mehrwert dar. Dieser Mehrwert besteht in der Gemeinschaft und im gemeinsamen Gebet.

GEMEINSAME AUFGABE

„Das Stift ist mein Zuhause. Ich gehöre nicht zu einer bestimmten Pfarre, habe aber dennoch einen guten Bezug zu den Mitgliedern der drei Pfarren, in denen ich tätig bin.“ Propst Markus erlebt die Pfarrgemeinden als Zellen vor Ort, wo kirchliches Leben engagiert gestaltet wird. „Die Pfarren wissen, dass sie für sich verantwortlich sind und je nach ihren Möglichkeiten zu einer lebendigen Gemeinschaft beitragen. Da muss ich nicht überall dabei sein. Die Leute spüren trotzdem, dass wir zusammengehören“, betont der Ordensobere, der zugleich Pfarrer ist. „Es gibt eine gewachsene, gemeinsame Verantwortung.“

DIÖZESANE PFARRREFORM

Die Reform der Pfarrstrukturen, die die Diözese Linz begonnen hat und nach und nach im gesamten Diözesangebiet umsetzen wird, sieht der Obere der Reichersberger Chorherren nicht nur gelassen, sondern sehr positiv: „Es wird lediglich in Rechtsform ge-

gossen, was wir hier schon lange leben. Ich persönlich –ich spreche nicht für alle Mitbrüder – sehe in der Strukturreform eine große Chance.“

ZENTRUM DER SEELSORGE

Eine wertvolle Hilfe für die Seelsorge rund um Reichersberg ist das Pfarrbüro, das im Stift unterbracht ist und von dem aus sechs Pfarren betreut werden. „Die Verwaltung mehrerer Pfarren von einem Ort aus ermöglicht ein gemeinsames Agieren. Das erleichtert vieles“, betont Propst Markus. Ebenso hat das Dekanatsbüro im Stift seinen Platz und beim Sonntagsgottesdienst in der Stiftskirche zeigt sich, dass neben Urlauber:innen gerne auch Leute aus den umliegenden Pfarren kommen. Das Stift Reichersberg bildet so ein kleines Zentrum der Seelsorge für die Region. Das Profil von Stift Reichersberg ist die Pfarrseelsorge, aber dieses Profil wird durch die Fähigkeiten und Interessen jedes der insgesamt 14 Chorherren noch bereichert: Einer ist im Marianischen Lourdes-Komitee aktiv,

Im Hof des Stifts Reichersberg Hathayer
6 DEKANAT_REICHERSBERG Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023

ein anderer in der Militärseelsorge, in der Krankenhausseelsorge und manches mehr. „Wichtig ist, dass jeder findet, was ihm entspricht“, unterstreicht Propst Markus.

PLATTFORM DER BEGEGNUNG

Selbstverständlich versteht sich das Stift über die Pfarrseelsorge hinaus auch als Plattform, die möglichst vielen Menschen einen Ort des Austauschs und vielfältige Angebote bieten will. Dem Propst ist gelebte Gastlichkeit ein großes Anliegen. Die Besucher:innen sollen erfahren, was als Inschrift beim Eingangstor zu lesen ist: „Die Seele ernährt sich von dem, worüber sie sich freut.“ Dieser Satz stammt aus dem Werk des heiligen Augustinus, des „Ordensvaters“ der AugustinerChorherren. Erfreuen können sich die Gäste von Reichersberg – viele von ihnen sind Radtourist:innen aus dem nahen bayerischen Bäderdreieck – am Stiftshof, der Stiftskirche, am Klosterladen und am Bräustüberl. Sämtliche Führungen halten die Reichers-

„Kapellenreiches“ Dekanat Reichersberg

berger Ordensleute selbst, sodass Besucher:innen auf unkomplizierte Weise mit einem Chorherren in Kontakt kommen können. Auch die Kunst hat im Stift einen hohen Stellenwert. Im Haus findet sich die renommierte „Galerie Am Stein“. Für den Propst ist diese Galerie eine große Bereicherung: „Kultur ist für uns Erbe und Auftrag.“ Ebenso wie das Bildungshaus aus Sicht der Chorherren unverzichtbar ist.

JOSEF WALLNER

STIFT REICHERSBERG

Dem Stift Reichersberg gehören vierzehn Augustiner-Chorherren an: Vier leben in den inkorporierten Pfarren der Erzdiözese Wien, ein weiterer ist Pfarrer in Kopfing, die übrigen leben im Stift. Vom Stift aus werden acht Pfarren betreut und zahlreiche Aushilfen getätigt. Das kommende Jahr 2024 ist für die Chorherren ein Festjahr: Vor 940 Jahren (1084) wurde das Stift gegründet, vor 400 Jahren begann man nach einem verheerenden Brand 1624 mit dem Neubau der Klosteranlage. Vor 380 Jahren wurde die Stiftskirche geweiht und vor 245 Jahren kam das Innviertel zu Österreich.

Die ländlich geprägten Pfarren des Dekanats Reichersberg können sich über einen Reichtum an Kapellen und Bildstöcken freuen. Meist sind sie in Privatbesitz. Oft wurden sie als Dank für eine Genesung oder Errettung aus einer Gefahr oder als Bitte um Schutz von einzelnen Familien erbaut. Für Andachten –insbesondere im Mai – werden diese Kleinode gerne der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Daneben gibt es im Dekanat Reichersberg auch einige größere Kapellen oder kleine Kirchlein, wie die Schifferkirche in Obernberg. Einmal im Jahr, wenn der heilige Nikolaus mit der Zille über den Inn kommt, wird dort zum Gottesdienst eingeladen. Weitere bekannte Gotteshäuser sind die Doblkapelle in Reichersberg, die Kleinmurhamer Kirche in Weilbach (heute im Privatbesitz) und die Bründlkapelle im Gemeindegebiet von Antiesenhofen. Wo der Innradweg die Viehausener Straße quert, geht man 76 Granitstufen die Innleitʼn hinuter zu einem besonderen Platz zum Beten und Kraft tanken. Die heutige Kapelle wurde 1851 geweiht.

Die Felder um die ursprüngliche Doblkapelle dienten der Bestattung von Seuchentoten (um 1650 und 1810) und Soldaten (Franzosenkriege). Der nunmehrige große Bau wurde 1845 errichtet. JW/PW

Die Bründlkapelle in Viehausen (Gemeinde Antiesenhofen)

Propst Markus Grasl (rechts) ist gerne bei den Leuten. Hathayer
Kiz/ JW
7 Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023 DEKANAT_REICHERSBERG
Die Doblkapelle in der Pfarre Reichersberg Kiz/JW

Die 16 Pfarren des Dekanats

Das Dekanat Reichersberg umfasst 16 Pfarren und eine kroatische Gemeinde, die vielfältige Aspekte des kirchlichen Lebens zeigen. Wir stellen die Pfarren in kurzen Porträts vor.

Reichersberg

Durch die Verbindung mit dem Augustiner-Chorherrenstift zeichnet sich die Stiftspfarre durch besondere liturgische Feiern aus, wie zum Beispiel die Pontifikalämter mit Propst Markus an den Hochfesten. Die große Stiftskirche unterscheidet bestimmt auch den Charakter der Pfarre von einer kleineren Pfarrkirche. Durch Tourist:innen und Gäste des Stifts sind wir auch keine „abgeschlossene“

Pfarrgemeinde: Es bildet sich ein Raum für viele Menschen, die im Stift Reichersberg und in der dazugehörigen Pfarre ein spirituelles Zentrum suchen.

Im Frühjahr wird im Stifts-

hof die Bikerwallfahrt gefeiert und im Herbst die Hubertusmesse, die Jäger:innen aus der ganzen Region anzieht. Natürlich bringt diese besondere Situation auch Schwierigkeiten mit sich und das interne Pfarrleben droht bei dem großen Zulauf von außen manchmal etwas unterzugehen. Dem wird etwa durch Kinderliturgien entgegengewirkt. In der Pfarrgemeinde und im Pfarrgemeinderat herrscht auch ein großer Tatendrang. Jede:r versucht seinen Teil zum allgemeinen Gelingen beizutragen. Dafür sind wir wirklich dankbar!

St. Georgen bei Obernberg

St. Georgen gehört zu den ältesten Pfarren des Innviertels, die Kirche findet sich erstmals 1168 in den Urkunden In der Zeit des mittelalterlichen Faustrechts flüchtete der Pfarrer von Wimm nach Obernberg und St. Georgen wurde eine Filialkirche. Die heutige Kirche, erbaut im 16. Jahrhundert, besteht aus Tuffstein. Kirchenpatron ist der hl. Georg. Die Pfarrbevölkerung beteiligt sich bei sehr vielen kirchlichen Festen. Das Angebot an Gottesdiensten und Wortgottesdiensten – auch dank großer Unterstützung von Pastoralassistentin Patrizia Wohlmacher – ist sehr gut. Propst Markus Grasl ist als Pfarrer sehr beliebt. Zahlreiche

Ehrenamtliche bringen sich in das Pfarrleben ein. Als sehr kleine Gemeinde hat St. Georgen viele Ministrant:innen, die heuer bereits zum dritten Mal den Bewerb des Minifestes im Dekanat gewonnen haben. Erwähnenswert ist der Chor, die „Erste Bauernliedertafel St. Georgen“, die gleichzeitig als Kirchenchor seit 1893 die musikalische Gestaltung auf hohem Niveau bei vielen Messen übernimmt. Da es in der Gemeinde kein Gasthaus gibt, wird nach den Gottesdiensten ein Frühschoppen in Eigenregie angeboten.

8 DEKANAT_REICHERSBERG Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023
Die Stiftskirche Reichersberg ist auch Pfarrkirche. Pfarrer ist Hr. Klemens Pillhofer. Hathayer Pfarrkirche St. Georgen bei Obernberg: Pfarradministrator Propst Markus Grasl Pfarre Kirchdorf am Inn: Pfarradministrator Propst Markus Grasl Pfarre

Kirchdorf am Inn

In der Pfarre und Gemeinde Kirchdorf wohnen rund 670 Menschen in sieben Ortschaften und Dörfern. Am Innradweg gelegen, wird die an die Pfarrkirche angebaute Lourdeskapelle gerne besucht. Zwei Chöre umrahmen die Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Feste. Die Musikkapelle verschönert häufig die Festgottesdienste der Pfarre. 2014 konnte die Pfarre die Generalsanierung des Pfarrhofes abschließen. Dieser ist ein Schmuckstück im Ortszentrum. Die öffentliche Pfarr- und Gemeindebibliothek mit einem engagierten Team hat darin Platz gefunden.

Die Räumlichkeiten nutzt unter anderem die Theatergruppe für ihre Proben und die Kleinkinder-Spielgruppe für ihre Treffen. Die Goldhaubengruppe pflegt das Brauchtum der Kräuterweihe am 15. August und trägt mit tatkräftiger Unterstützung zum Gelingen vieler Veranstaltungen bei. Maiandachten der Zeche und der Frauenbewegung sowie Jugend- und Senior:innenkreuzwege und Wortgottesfeiern bereichern das Pfarrleben. Viele ehrenamtliche Dienste tragen zum intakten Pfarrleben bei. Ein Höhepunkt im Kirchenjahr ist das Herz-Jesu-Fest in Kirchdorf, das seit 1903 groß gefeiert wird (siehe auch Seite 13).

Mörschwang

In einer Pfarrkirche wird Gemeinschaft gelebt, sie erzählt ein Stück Lebensgeschichte. Würde man fragen, was jede:r Einzelne mit der Mörschwanger Pfarrkirche verbindet, würden die Antworten vielleicht so lauten: „Hier wurde ich getauft. Hier feierte ich meine Erstkommunion, Firmung und Hochzeit. Hier war ich Ministrant:in. Hier wurden unsere Kinder getauft. Hier habe ich mich von geliebten Menschen beim Begräbnis verabschiedet. Hierher komme ich zum stillen Gebet. Hier gehe ich zum Gottesdienst. Hier singe ich im Kirchenchor oder habe einen Dienst über. Hier half ich bei der Sanierung.“ So ist die Mörschwanger Pfarrkirche seit 500 Jahren ein lebendiges Bauwerk, in dem das Leben und Sterben, die Freude und das Leid vieler Menschen steckt. Im Februar 2020 haben die Sanierungsarbeiten der gesamten Raumschale der Kirche begonnen. Nach zweijähriger Bauzeit erstrahlte der Innenraum der Pfarrkirche 2022 in neuem Glanz. Ohne die freiwilligen Helfer:innen und die großzügigen Spender:innen wäre ein so großes Projekt in einer gut 260-Seelen-Gemeinde wie Mörschwang niemals möglich gewesen. Anlässlich des 500. Jubiläums der Kirchweihe segnete Diözesanbischof Manfred Scheuer die Pfarrkirche im Rahmen eines Festgottesdienstes.

Geinberg

Der Name des Orts soll nach einer Überlieferung entstanden sein aus Ge-in-berg, weil man, um zur Kirche (die sich auf einem Berg befindet) zu gelangen, diesen besteigen muss. Die ursprünglich hölzerne Ritterkapelle wurde für die etwa 1000 Seelen zu klein. Die Geinberger haben deshalb 1358 die Kirche in ihrer jetzigen Gestalt im gotischen Stil errichtet. Sie ist dem hl. Michael geweiht. In den letzten 665 Jahren stand die Kirche immer in der Mitte des Orts, ein sichtbares Zeichen für alle, ein wesentliches Stück Heimat. Es ist nicht selbstverständlich, dass vor allem nach den großen Veränderungen der letzten Zeit diese Pfarre als Gemeinschaft weiter Bestand haben wird. Geinberg hat in den letzten 25 Jahren durch die Therme einen neuen Aufschwung erfahren. Thermalwasser und Wellness sind heute gefragt und stehen scheinbar in Konkurrenz zu Weihwasser und Liturgie. In der Pfarre gibt es trotz aller Probleme (vor allem seit der Coronapandemie) ein reges kirchliches und religiöses Leben. Und dies vor allem, weil viele Menschen sich immer wieder selbstlos in den Dienst der Pfarre stellen.

9 Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023 DIE PFARREN
Pfarrkirche Mörschwang: Pfarradminstrator Markus Grasl Pfarre Pfarrkirche Geinberg: Pfarrprovisor Alfred Wiesinger Pfarre

Münsteuer

Das Motto „1300 Jahre Glaube und Kultur“ verweist auf die historische Bedeutung der heute mit gut einhundert Katholikinnen und Katholiken kleinsten Pfarre der Diözese Linz. Die Ursprünge kirchlichen Lebens in Münsteuer gehen auf das frühe 8. Jahrhundert zurück. Als direkter Besitz der Peterskirche in Rom zugehörig, entfaltete sich von hier aus für einen weiten Raum das Christentum. Einige umliegende Gehöfte und das alte Pfarrdorf, welches sich um das uralte Gotteshaus schart, umfasst das heutige Pfarrgebiet. Die Kirche birgt in ihrem Inneren Schätze aus der Zeit der Romanik, Gotik und des Barock, die wie der gesamte Bau von der kleinen Gemeinde vorbildlich gepflegt und instand gehalten werden. Dieses große ideelle und materielle Engagement, die überdurchschnittliche Beteiligung und Mitarbeit

Weilbach

Die Pfarrkirche von Weilbach bildet den markanten Mittelpunkt der Pfarre. Der Schwanthaler-Altar ist das weitum sichtbare Prunkstück der Pfarrkirche.

Darüber hinaus gibt es im Gemeindegebiet noch eine Filialkirche in Kleinmurham, die ein wahres Kleinod darstellt. Besonders stolz sind die Weilbacher auf den Zusammenhalt und die Dorfgemeinschaft, die hier noch gelebt werden und auch sichtbar sind.

Die Aufgaben in der Pfarre sind aufgeteilt auf viele helfende und ausschließlich ehrenamtliche Hände, die sich in allen Bereichen während des Jahres abwechseln und so das Pfarrleben (mit-)gestalten und einen wesentlichen Beitrag leisten.

Die lebendige Pfarre Weilbach macht auch aus, dass es eine Fülle und Vielfalt an liturgischen gibt und die musikalische Abwechslung im Gottesdienst durch Einbindung vieler

Antiesenhofen

am liturgischen Leben wie auch im Ehrenamt geben dafür Zeugnis, dass das Modell „Kirche nah am Menschen“ besonders in so kleinen Einheiten wie in Münsteuer konkret verwirklicht und erlebbar ist.

Namensgebend für die Gemeinde, in der circa 1.100 Bürger:innen ihr Zuhause haben, ist die Antiesen, die sich durch das gesamte Gemeindegebiet schlängelt. Die dem hl. Ägidius geweihte Pfarrkirche von Antiesenhofen findet sich erstmals 1084 in den Urkunden. Der gotische Kirchenbau mit einem romanischen Kern wurde im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts erbaut. Der Hochaltar, um 1650, zeigt im Mittelfeld eine Statue des hl. Ägidius. Eine Besonderheit der Pfarre ist, dass neben der politischen Gemeinde auch angrenzende Ortschaften aus dem Bezirk Schärding –wie Maasbach, Würm, Garhof und Bodenhofen – zur Pfarrgemeinde zählen. An der Innleit’n, hoch über den reizvollen Innauen, wo der Innradweg die Viehausener Straße quert, befindet sich ein

Ort im Innkreis

Die etwa 1.300 Seelen zählende Pfarre Ort gehört zu den „alten“ Pfarren, die dem Stift Reichersberg inkorporiert sind. Um das Jahr 1300 wurde sie von der Mutterpfarre Münsteuer abgetrennt, die heutige, dem hl. Apostel Andreas geweihte Pfarrkirche wurde im 15. Jahrhundert errichtet.

über Antiesenhofen hinaus bekannter Kraftort – das Bründl. 76 Granitstufen führen zur Kapelle und zur Bründlquelle: ein besonderer Platz zum Beten, Kraft tanken und die Natur genießen.

verschiedener Gruppen – von der Singgemeinschaft über den Frauenchor bis hin zu den Bläsergruppen – außerordentlich groß ist. Das Erntedankfest mit dem anschließenden Pfarrfest bildet in Weilbach seit Jahrzehnten neben kirchlichen Hochfesten den Höhepunkt im pfarrlichen Ablauf.

War die Pfarre früher eher bäuerlich geprägt, so überwiegt mittlerweile die Zahl der Arbeiter:innen. Seit einigen Jahrzehnten fasst aber auch die Industrie Fuß, es entstanden große neue Betriebe, die Hunderten Menschen Arbeitsplätze bieten.

Das Pfarrgebiet erstreckt sich über drei politische Gemeinden (Ort, Reichersberg, Lambrechten). Charakteristisch für die Pfarre ist eine große Anzahl ehrenamtlicher Helfer:innen und Mitarbeiter:innen, die in vielen Bereichen der Pfarre mitwirken. Ort ist die einzige Pfarre in

Österreich mit einer (sehr guten) Pfarrmusik. Einen klingenden Namen hat Ort musikalisch auch durch das seit etwa zehn Jahren stattfindende „Woodstock der Blasmusik“, das alljährlich mehr als 50.000 Besucher:innen anzieht. Erwähnens- und sehenswert ist auch die dem hl. Vitus geweihte Filialkirche in Osternach.

10 DEKANAT_REICHERSBERG Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023
Pfarrkirche Weilbach: Pfarrer Roman Gawlik Pfarre Pfarrkirche Ort im Innkreis: Pfarrer Johannes Putzinger Pfarre Pfarrkirche Münsteuer: Pfarrprovisor Hr. Klemens Pillhofer Pfarre Pfarrkirche Antiesenhofen: Pfarrprovisor Hr. Klemens Pillhofer Pfarre

Lambrechten

Lambrechten ist eine der „josephinischen“ Pfarren, die dem Stift Reichersberg inkorporiert sind. Die Pfarrkirche entstand bereits ca. 60 Jahre vor Errichtung der Pfarre – im Jahr 2026 feiert sie den 300. Jahrestag ihrer Kirchweihe.

Es gibt einen gewissen bäuerlichen Anteil, jedoch nimmt die Zahl der Pendler:innen zu, auch einige Betriebe haben sich angesiedelt. Zudem verfügt Lambrechten über eine gute Gastronomie. Das Pfarrgebiet erstreckt sich über mehrere Gemeinden und zwei politische Bezirke. Gut ist der Zusammenhalt der ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen, die sich in der Pfarre in vielen Bereichen engagieren, auch die Vereine beteiligen sich an der Gestaltung der Feste. Großer Beliebtheit erfreuen sich die Maiandachten und Gottesdienste bei den acht Kapellen. Gemeinsam mit der

Gurten

Pfarre Ort feiert Lambrechten gegen Ferienende eine Bergmesse an leicht erreichbaren Zielen. Die Radiomesse in Radio Maria wird jeden 1. und 3. Freitag im Monat aus Lambrechten übertragen.

St. Martin im Innkreis

Eine Besonderheit der Pfarre St. Martin i.I. sind die Ortsteile „Diesseits“ und „Jenseits“. Ist jemand im Jenseits verstorben, wird er im Diesseits beerdigt, denn da befinden sich der Friedhof und die dem hl. Martin geweihte Pfarrkirche. Fährt man über die Antiesenbrücke vom Diesseits ins Jenseits (der Antiesen, daher der Name) und weiter bis Utzenaich, dann gelangt man in die Ortschaft „Himmelreich“. In St. Martin gibt es auch ein reges pfarrliches Leben. Einmal im Monat ist im neuen Pfarrheim nach der Sonntagsmesse Pfarrcafé. Nach dem Motto „Essen und trinken hält Leib und Seel zʼsamm“ servieren Pfarrer Francis und der Pfarrgemeinderat kleine Schmankerl. Sehr erfreulich ist auch, dass sich viele ehrenamtliche Mitarbeiter:innen in der Pfarre engagieren, welche sich einmal im Jahr zum Mitarbeiterfest treffen. Besonders ist auch, dass mehrere

Chöre und Instrumentalist:innen die Gottesdienste immer besonders feierlich und schön musikalisch gestalten.

Zum Gedenken an den von den Nationalsozialisten ermordeten St. Martiner Pfarrer Matthias Spanlang konnte letzten Herbst im Pfarrheim eine Büste des Märtyrers enthüllt und gesegnet werden.

Die Pfarrkirche Gurten ist dem hl. Stefan geweiht und fand bereits im Jahre 763 die erste urkundliche Erwähnung. Um 1790 bekam der spitze gotische Kirchturm einen barock anmutender Zwiebelhelm, dessen unterer Teil ungewöhnlich stark eingeschnitten ist. In den Jahren 2008/2009 wurde der Pfarrsaal unter Mithilfe der Gurtner Pfarrgemeinde geschmackvoll umgebaut und dient nun den örtlichen Vereinen und Gruppen der Pfarre als Treffpunkt, zum Austausch und zur Pflege der Geselligkeit sowie zur Feier religiöser Feste. Auch ortsansässige Firmen halten hier gerne Besprechungen und Workshops ab. Zudem werden von einigen Mitgliedern der Pfarre Kurse angeboten, beispielsweise zur Integration von Migrant:innen. Der Pfarre Gurten ist es gelungen, kirchliche Feste und

Inhalte für alle altersgruppengerecht darzubieten und somit der gesamten Pfarrbevölkerung einen zeitgemäßen Zugang zum Glauben sowie ein aktives Miterleben der religiösen Feste zu ermöglichen.

Kroatische Gemeinde

Seit Anfang der 1990er-Jahre wächst die kroatische katholische Gemeinschaft in St. Martin im Innkreis stetig. Waren es zu Beginn nur einige wenige Personen und Familien, entwickelte sich in den letzten 30 Jahren eine große Gruppe, die sich samstags zum Gottesdienst auf Kroatisch in der örtlichen Pfarrkirche versammelt. Nicht selten sind die Kirchenreihen

mit jungen Familien gefüllt, Taufen und Hochzeiten sind ebenfalls keine Ausnahme. Besonders stolz sind die Kroaten und Kroatinnen auf ihre 14 Ministranten und Ministrantinnen, die wöchentlich gerne ihren wichtigen Beitrag leisten und Zuversicht auf das weitere Bestehen und Wachsen der kroatischstämmigen Pfarrgemeinschaft geben.

11 Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023 DIE PFARREN
Pfarrkirche St. Martin: Pfarrer Jophy Francis Pfarre Die Fronleinmansprozession der Pfarre; Seelsorger P. Vjekoslav Lazic OFM Pfarre Pfarrkirche Lambrechten: Pfarrer Johannes Putzinger. Pfarre Pfarrkirche Gurten: Pfarrer Roman Gawlik C. Stadler/Bwag/Wikipedia

Wippenham

Die Pfarre Wippenham wird seit 1978 mitbetreut und hat seither sehr an Selbstständigkeit gewonnen. Bereits seit 2009 wirkt hier ein Seelsorgeteam. „Wenn wir immer wieder eine lebendige Gemeinschaft sind, dann wird unsere Pfarre auch in Zukunft bestehen“, so die Überzeugung vieler Wippenhamer:innen.

Eine Pfarr-WhatsApp-Gruppe, die Pfarr-Facebookseite und das Pfarrblatt informieren regelmäßig über Aktivitäten in der Pfarre.

Die Pfarre Wippenham lebt jedenfalls sehr vom ehrenamtlichen Engagement. Besonders aktiv sind der Kinderliturgiekreis und die Katholische Frauenbewegung.

Seit 2014 arbeitet die Pfarre an der Renovierung der Kirche, wobei die ganze Gemeinde mithilft. Zwei zweitägige Feste („Fest der Sinne“) haben zur Finanzierung beigetragen und dabei die Dorfgemeinschaft sehr gefestigt. 2024 soll nach zehnjähriger

Senftenbach

Das Gebiet um Senftenbach gehörte ursprünglich zur Pfarre St. Georgen. Von der Mutterkirche St. Georgen wurde in Senftenbach um 1100 eine Filialkirche aus Holz gebaut. Die spätgotische Pfarrkirche Senftenbach datiert aus dem Zeitraum zwischen 1460 und 1480 und ist dem Heiligen Kreuz geweiht. Schutzpatron der Pfarre ist der hl. Bartholomäus. Die Bartholomäus-Statue auf dem linken Seitenaltar ist ein Werk von Thomas Schwanthaler.

Im Jahr 2012 baute die Pfarre neben der Kirche das neue Pfarrheim. Verschiedenen Gruppen der Pfarre nutzen es, genauso wie Firmen und andere religiöse Gruppen. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Gestaltung der Gottesdienste gelegt, auch für Kinder.

Utzenaich

Dauer und Kosten von mehr als einer Million Euro die Kirchenrenovierung abgeschlossen sein. Überhaupt wird Helfen in der Pfarre großgeschrieben. Die Dreikönigsaktion oder die Caritas-Haussammlungen bringen schöne Ergebnisse. 2022 hat die Pfarre im Pfarrhof Wohnungen für ukrainische Geflüchtete geschaffen.

1883 wurde Utzenaich offiziell zur selbstständigen Pfarre erhoben. Die Pfarrkirche (Patrozinium Mariä Himmelfahrt) erhielt bereits vier Jahre zuvor eine gotische Ausstattung. Die Seitenkapelle mit schönen Stuckarbeiten datiert um das Jahr 1750. Utzenaich hat die Dekanatszugehörigkeit häufig gewechselt, die letzte Veränderung geschah 2022, als Utzenaich vom Dekanat Ried zum Dekanat Reichersberg wechselte. Die Pfarre hat mehrere Leitgedanken formuliert. Dazu gehört etwa folgender: „Wir akzeptieren Andersdenkende, suchen den Dialog und sind tolerant im Umgang miteinander.“ Die größte Veranstaltung im Jahr ist das Erntedank- und Pfarrfest im September. Einmal im Monat findet der Familiengottesdienst statt, der von einem sehr engagierten Familiengottesdienstteam gestaltet wird. Seit 2022 gibt es zudem die neue Veranstaltung „Familientreff“ für Kinder und Familienangehörige.

Einen fixen Platz im Pfarrleben hat die Hubertusmesse für die Jägerschaft und die Jagdhornbläser. Eine große Rolle spielen der Kirchenchor, der Musikverein, die Jungschar und die Katholische Frauenbewegung, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Generell tragen viele freiwillige helfende Hände das Pfarrleben in Utzenaich.

Das Kinder-Kirche-Team, der Kirchenchor und viele Ehrenamtliche leisten dazu einen wertvollen Beitrag.

Besonders sehenswert ist der Obernberger Marktplatz mit Rokoko-Stuckfassaden aus der Hand des bayerischen Künstlers Johann Baptist Modler. Die ebenfalls auf dem Marktplatz befindliche Pfarrkirche Obernberg trägt als einzige in Österreich den Titel „Zum Heiligen Abendmahl“ und hat ihren Ursprung in einer 1394 erstmals erwähnten „Gottleichnamskapelle“. Deren Nachfolgebau wurde 1550 zur Pfarrkirche und nach einem großen Ortsbrand im Jahre 1640 notdürftig wiederhergestellt. 1838 veranlassten Obernberger Bürger:innen die Neuanfertigung der Altäre. Aktuell werden diese von ihrer dunkelbraunen Firnisschicht befreit und restauriert. Ab November sollen sie – sehr zur Freude aller – in neuem Glanz erstrahlen.

Die Arbeiten an den alten Glaubenszeugnissen bewegen die Pfarrverantwortlichen auch zur Suche nach praktischen Schritten, damit der Glaube auch in den Herzen der Menschen neu auflebt.

12 DEKANAT_REICHERSBERG Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023
Pfarrkirche Senftenbach: Pfarrprovisor Roman Gawlik C.Stadler/Bwags Pfarrkirche Obernberg am Inn: Pfarrer Alfred Wiesinger Pfarre Pfarrkirche Wippenham: Pfarrmoderator: P. Wolfgang Kaulfus Pfarre
am Inn
Pfarrkirche Utzenaich: Pfarrer Jophy Francis Pfarre Obernberg

Drei Tage lang wird gefeiert

Das Herz-Jesu-Fest in Kirchdorf am Inn hat eine lange Tradition

Das Herz-Jesu-Fest wird von der katholischen Kirche am dritten Freitag nach Pfingsten begangen. Die Verehrung des Herzens Jesu hat in Kirchdorf am Inn eine lange Tradition. Früher am Sonntagnachmittag, heutzutage am Freitag, dem eigentlichen Herz-Jesu-Fest, findet am Abend ein Festgottesdienst mit einem Festprediger und die anschließende Prozession statt, am Samstag wird das Herz Mariens mit einer abendlichen Andacht geehrt, am Sonntag bildet das Hochamt den Abschluss der Feierlichkeiten.

Seit 1899 gibt es die Herz-JesuEhrenwache, seit 1903 wird das Herz-Jesu-Fest ganze drei Tage lang gefeiert. In der Kirche und im Ortskern putzt sich die Pfar-

re Kirchdorf jedes Jahr aufs Neue heraus. Die Pfarrkirche wird traditionell mit Rosen und Jasmin geschmückt, beim Eingang der Kirche wird der Triumphbogen aufgestellt und

die Beflaggung im Ort kündigt das Fest schon von Weitem an. Viele Vereine und Gruppierungen nehmen an dem Festzug teil, was den Stellenwert des Festes unterstreicht.

Die Kinder im Mittelpunkt

Seit fast 50 Jahren gibt es die Jungschar in Utzenaich

Samstag, 14.00 Uhr, Pfarrheim

Utzenaich: Beim Betreten des Pfarrheims schlägt einem ein munteres Treiben entgegen. Man hört Kinderlachen, eine Gitarre wird gestimmt – die Jungscharstunde hat begonnen. Seit vielen Jahren ist die Jungschar fester Bestandteil des Pfarrlebens in der kleinen Pfarre Utzenaich. Im Jahr 1975 fand die erste Gruppenstunde statt und seit nun beinahe einem halben Jahrhundert wird das Motto der Katholischen Jungschar, „Wir stellen die Kinder in die Mitte“, gelebt. Bemerkenswert ist, dass die Jungschar Utzenaich neben Weilbach die einzige Jungschar im Dekanat Reichersberg ist. Leider hat es auch in Utzenaich Jahre gegeben, in denen die Jungschararbeit beinahe

NS-Opfer Spanlang

Matthias Spanlang, von 1926 bis 1938 Pfarrer von St. Martin i. I., wurde 1940 im KZ Buchenwald brutal ermordet, weil er als Priester gemeinsam mit seinem inzwischen selig gesprochenen Kollegen Otto Neururer einem Mithäftling die Taufe spenden wollte. Der talentierte Prediger Spanlang war als Militärseelsorger (1918–1925) besonders um die Kriegerehrung bemüht. Selbstbewusst, politisch sehr interessiert und belesen, warnte er bereits ab 1931 regelmäßig in Beiträgen der Rieder Volkszeitung vor dem Nationalsozialismus. Er wurde am 15. März 1938 verhaftet, kam ins KZ Dachau und im September 1939 nach Buchenwald. Das Gedenken an Pfarrer Spanlang wurde lange verdrängt, nun hat sich in der Erinnerungskultur aber ein Wandel vollzogen. Das Schicksal Spanlangs wird als Mahnung ins Bewusstsein gerufen und findet im Pfarrheim St. Martin sichtbar Ausdruck in der Bronze-Büste des Märtyrers, die DI Riprand Graf von und zu Arco-Zinneberg (+ 2021) spendete und die Bischofsvikar Wilhelm Vieböck im Juni 2022 segnete: Die 1976 geborene tschechische Künstlerin Paulina Skavova stellt damit einen unbeugsamen Charakter dar, der sich nicht vom Regime unterdrücken lässt – einen Priester, bei dem am Ende Aufrichtigkeit und Treue zum Glauben zählten. Auf diözesane Initiative entstand 2021 die reich bebilderte Broschüre „Matthias Spanlang – Christ und Märtyrer“. Eine historisch dokumentierte Biografie ist in Vorbereitung. MONIKA WÜRTHINGER

zum Erliegen gekommen ist, aber immer wieder haben sich junge Leute gefunden, die mit Begeisterung Gruppenstunden vorbereitet und den Kindern einen Platz gegeben haben, in dem sie Gemeinschaft erleben durften. Bereits die Eltern vieler Kinder sind selbst bei der

Jungschar gewesen und haben dort Kindheitserinnerungen geschaffen, die fürs Leben bleiben. Ob Jugendgottesdienste, aufregende Jungscharlager mit Lagerfeuerromantik oder kalte Sternsingertage – jede und jeder erinnert sich gerne an die Zeit als Jungscharkind zurück.

Beim Eingang der Kirche wird der Triumphbogen aufgestellt. Pfarre/Schachinger Die Gemeinschaft der Jungscharkinder rund ums Lagerfeuer. Pfarre
13 Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023 DEKANAT_REICHERSBERG
Büste (Detail) von Pfarrer Spanlang Pfarre St. Martin i. I.

Ansprechpartnerin der Caritas

Mein Name ist Franziska Kallinger, ich komme aus Enzenkirchen und arbeite seit 21 Jahren im Sozialbereich –davon 12 Jahre bei der Caritas. Seit einem Jahr bin ich als Regionalkoordinatorin der Caritas im Bezirk Ried tätig. Ich bin damit erste Anlaufstelle und Netzwerkerin zu Fragen bezüglich Caritas-Einrichtungen, Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements und regionale Kooperation. Als Regionalkoordinatorin vernetze ich Hilfsangebote sowie Initiativen vor Ort und unterstütze die Pfarren in ihrer sozialen Arbeit. Darüber hinaus organisiere ich bei Interesse auch gerne Besuche von Caritas-Standorten, wie beispielsweise von den Obdachloseneinrichtungen in Linz. Das Dekanatsmotto:„Zaumwoxn und einander stärken“ passt sehr gut zum Thema „Solidarität“.

Seelsorge auf dem Festival

Ein offenes Ohr für alle Probleme beim Woodstock der Blasmusik

Die Festivalseelsorgerinnen und -seelsorger sind von den großen Musikfestivals in Österreich nicht mehr wegzudenken. So auch beim Woodstock der Blasmusik in Ort im Innkreis. Das viertägige Festival gilt als größtes Blasmusik-Festival der Welt, mit über 60.000 musikbegeisterten Fans. Die Festivalseelsorger:innen sind rund um die Uhr am Woodstock der Blasmusik im Einsatz und haben ein offenes Ohr für alle Besucher:innen.

GELBE WARNWESTEN

Ein Team aus geschulten Mitarbeiter:innen ist mit gelben Warnwesten mit der Aufschrift „Festivalseelsorge“ auf dem Gelände unterwegs und bietet zudem beim Festival eine wichtige Anlaufstelle. Inten-

sive Gespräche zwischen den Festivalbesucher:innen und den Seelsorger:innen könnten 15 Minuten, aber auch bis zu einer Stunde dauern, berichtet Festivalseelsorger Florian Baumgartner. Die Themen

und Probleme sind vielfältig: depressive Verstimmungen, traumatische Erlebnisse aus der Kindheit oder Probleme im Berufsalltag. „Wir versuchen, einfach zuzuhören und da zu sein“, sagt Baumgartner.

Aktive Frauen im Dekanat

Lebendige Gemeinschaften bei der Katholischen Frauenbewegung

In der Zeit, wo das Leben viele Herausforderungen für uns bereithält, ist es wichtig, aufeinander achtzugeben und sich gegenseitig zu unterstützen bzw. einander zu stärken. Umso wichtiger ist die Arbeit der PGR-Fachteams der Caritas. Hier wird konkret überlegt und gehandelt – vielen Dank für diese wertvolle Arbeit. Ich freue mich auf die Visitation von Bischof Manfred Scheuer mit seinem Team im Dekanat Reichersberg. Es ist die Gelegenheit, um sich als Verein, Institution oder als Mensch vorzustellen und sich mit den Visitator:innen auszutauschen.

In elf der sechzehn Pfarren des Dekanats Reichersberg gibt es aktive Gruppen der Katholischen Frauenbewegung (kfb). Deren Mitglieder treffen sich, um Gemeinschaft zu erleben, sich weiterzubilden, um miteinander zu beten, zu feiern und sich gegenseitig zu stärken, in guten und weniger guten Lebensphasen und um Spaß zu haben. „Zeit zu leben“ lautet das Motto der kfb. Denn die beste Zeit zu leben, ist jetzt. Zu verschiedenen Anlässen in den Pfarren backen und verkaufen sie Kuchen, binden Palmbuschen und Adventkränze, um mit dem Erlös Hilfsprojekte und Organisationen finanziell unter die Arme zu greifen. Mit dem Einsatz für die

„Aktion Familienfasttag“ unterstützt die kfb traditionell viele Projekte im Globalen Süden. Jedes Jahr veranstaltet sie im Dekanat eine Frauenwallfahrt nach Kirchdorf am Inn. Eben-

so vernetzen sich die Frauen bei Veranstaltungen wie der Frauenzeit, den Impulstreffen und der Dekanatsmaiandacht, die jedes Mal in einer anderen Pfarre stattfindet.

Teil der Seelsorge am Woodstock der Blasmusik: Die Festivalgemeinde feiert gemeinsam Gottesdienst. Diözese/Klaus Mittermayr Franziska Kallinger Caritas
14 DEKANAT_REICHERSBERG Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023
Die kfb-Gruppe bei einer Frauenzeit-Veranstaltung in Gurten kfb

Wer visitiert das Dekanat?

Eine Frau und zwei Männer unterstützen Bischof Manfred Scheuer bei der Visitation

Brigitte GruberAichberger

Brigitte Gruber-Aichberger war von 1999 bis 2022 Direktorin für „Pastorale Berufe“ in der Diözese Linz. Neben ihrem Ehrenamt in verschiedenen Pfarren ist sie in der Diözese weiterhin als Visitatorin bei den Dekanatsvisitationen engagiert. Kiz/Nie

Severin Lederhilger

Visitator Severin Lederhilger ist Prämonstratenser des Stiftes Schlägl. Er ist Professor für Kirchenrecht an der Katholischen Privat-Universität Linz (Emeritierung im September).

Seit 2005 ist er Generalvikar der Diözese Linz, seit 2006 zudem Ehrenkanonikus des Linzer Domkapitels. Appenzeller

Willi Vieböck

Willi Vieböck zählt als Bischofsvikar für pastorale Aufgaben zum Visitationsteam im Dekanat Reichersberg. In einer anderen Funktion ist er langjähriger Herausgeber der Kirchenzeitung der Diözese Linz. Er war 25 Jahre lang Direktor des Pastoralamts der Diözese Linz. Kiz/Archiv

Stiftskirche Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg | Foto: Marcel Peda, www.pedagrafie.de

Impressum

Kirchenzeitung Diözese Linz. Sonderausgabe in Zusammenarbeit mit der Leitung des Dekanats Reichersberg

Medieninhaberin: Diözese Linz

Herausgeber: Willi Vieböck

Geschäftsführer: Reinhold Hofstetter

Chefredakteur: Heinz Niederleitner

Redaktion der Sonderausgabe: Paul Stütz, Josef Wallner

Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz Tel. 0732 76 10-39 44, Fax: 0732 76 10-39 39

E-Mail: office@kirchenzeitung.at

DVR: 0029874/10770

Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH & Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching

Verlagsort: Linz

ART COPYRIGHT © BILDRECHT, WIEN

Oberösterreich hat mehr als

2500

Kirchen und pfarrliche Bauten.

Wir sorgen für den Erhalt dieser Glaubensorte und Kulturdenkmäler.

Danke für Ihren Kirchenbeitrag!

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
15 Kirchenzeitung Diözese Linz | 21. September 2023 DEKANAT_REICHERSBERG

Programm der Visitation

Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger, Bischofsvikar Willi Vieböck und Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger besuchen das Dekanat Reichersberg. Hier finden Sie ausgewählte Termine des Programms.

Sonntag, 1. Oktober

9:30 Uhr: Gottesdienst mit den Jubelpaaren aus St. Martin und Utzenaich in der Pfarrkirche St. Martin mit Bischof Scheuer

9:30 Uhr: Gottesdienst mit Ministrant:innen-Aufnahme in der Pfarrkirche Gurten mit Generalvikar Lederhilger

9:30 Uhr: Gottesdienst zum Erntedankfest in der Pfarrkirche Obernberg mit Bischofsvikar Vieböck

15 Uhr: Sternwallfahrt nach Münsteuer von drei Ausgangspunkten; Treffpunkt und Start immer in der jeweiligen Pfarrkirche mit einer kurzen Andacht: Ort (5,3 km – Bischofsvikar Vieböck), Mörschwang (5,5 km – Generalvikar Lederhilger), Reichersberg (3,1 km – Bischof Scheuer).

17 Uhr: Gemeinsame Andacht in der Pfarrkirche Münsteuer, anschließend Begegnung mit kleinem Imbiss (alle Visitator:innen)

Montag, 2. Oktober

7 Uhr: Morgenlob in der Kirche in Kleinmurham in der Pfarre

Weilbach mit Bischofsvikar Vieböck

8 Uhr: Gottesdienst mit der Volksschule Wippenham in der Schule, anschließend Besichtigung der Wippenhamer Pfarrkirchenbaustelle mit Generalvikar Lederhilger

Dienstag, 3. Oktober

7 Uhr: Morgenlob in der Bründlkapelle in der Pfarre An–tiesenhofen mit Frühstück mit Bischof Scheuer

8 Uhr: Gottesdienst mit Anbetung in der Pfarrkirche Ort/ Innkreis mit Generalvikar Lederhilger

8 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Münsteuer mit Bischofsvikar Vieböck

14 Uhr: Besuch der Staudengärtnerei Sarastro vom KBW und Interessierten aller Pfarren (Bischofsvikar Vieböck)

Mittwoch, 4. Oktober

8 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Weilbach mit Begegnung in der Dorfstube und Besuch des Kindergartens mit Bischof Scheuer

9 Uhr: Gottesdienst mit den Mesner:innen und Kirchenpfleger:innen in der Pfarrkirche Utzenaich (Generalvikar Lederhilger)

19 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Mörschwang mit Bischofsvikar Vieböck

Donnerstag, 5. Oktober

8:15 Uhr: Wanderung mit der Volksschule Reichersberg zur Doblkapelle, dort Andacht mit Bischof Scheuer

14 Uhr: Gottesdienst mit den Senior:innen in der Pfarrkirche St. Georgen und Begegnung im Pfarrhof mit BV Vieböck

18 Uhr: Pontifikalamt in der Stiftskirche Reichersberg im Rahmen des Stiftertages, anschließend Zusammensein im Bräustüberl mit allen Visitator:innen

Freitag, 6. Oktober

9 Uhr: Gottesdienst zu Herz-Jesu in der Pfarrkirche Senftenbach, anschließend Frühstück im Pfarrheim mit BV Vieböck

10:30 Uhr: Gottesdienst im Pflegeheim Obernberg mit Bischof Scheuer

14 Uhr: KFB-Dekanatswallfahrt gemeinsam mit der KMB und mit Bischof Scheuer und Visitatorin Gruber-Aichberger in der Pfarrkirche Kirchdorf am Inn, anschließende Bewirtung durch die Kirchdorfer Goldhaubenfrauen in der Mehrzweckhalle

16 Uhr: Gottesdienst mit GV Lederhilger zu Herz-Jesu in der Pfarrkirche Kirchdorf am Inn

18 Uhr: Firmung in der Pfarre Lambrechten (Bischof Scheuer)

19.30 Uhr: Gottesdienst in der Pfarrkirche Geinberg mit Bischofsvikar Vieböck

Samstag, 7. Oktober

18 Uhr: großer gemeinsamer Abschlussgottesdienst mit Sänger:innen aller Chöre vom Festmusikprojekt und aller Ministrant:innen in der Stiftskirche Reichersberg, anschließend Agape, gestaltet von den Goldhaubenfrauen des Dekanats im Veranstaltungskeller (mit allen Visitator:innen)

Sprechstunden

Die Visitatorin und die Visitatoren stehen für Sprechstunden zur Verfügung. Finanzdirektor Reinhold

Prinz: Montag, 2. 10., um 18 Uhr im Pfarrhof Ort im Innkreis. Am Samstag, 7. 10., sind die weiteren Sprechstundentermine. Bischof Scheuer: 9 Uhr im Pfarrhof Weilbach, Generalvikar

Lederhilger: 9 Uhr im Pfarrhof St. Georgen. Visitatorin Gruber-Aichberger: 9 Uhr im Pfarrhof Wippenham. Terminvereinbarung patrizia.wohlmacher@ dioezese-linz.at

Menschen im Mittelpunkt

KIRCHENZEITUNG, das kirchliche Medium in Oö, das sämtliche Lebensbereiche und Glaubenswelten thematisiert. Der Mensch steht im Mittelpunkt, seine Freuden und Sorgen sind die Anliegen der Kirchenzeitung.

Die KIRCHENZEITUNG 6 Wochen im Kurzabo bestellen und DAY SPA-Gutschein für 2 Personen gewinnen! www.kirchenzeitung.at/kurzabo 0732 7610-3969

€ 9,–Bestellen

spiel
Gewinn-
nur
der
gewinnen Sie 1 von 3 DAY SPA-Gutscheinen für das Nationalpark Resort DILLY in Windischgarsten.
Sie das Kurzabo
KIRCHENZEITUNG und

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.