Nr. 6 27. Jahrgang Donnerstag, 5. Februar 2026
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Fasnächtliches Innehalten
Auszug aus Ägypten
Harmonie und Geschichten
Der Fasnachtsgottesdienst in Liestal widmete sich dem diesjährigen Sujet «D’ Zyt stoht still». Seite 7
Händels Oratorium begeisterte das Publikum in Gelterkinden mit Chorwucht und Tiefgang. Seite 9
Der Seniorenverein WB-Tal lud zum Kaffikränzli ins Gritt Seniorenzentrum in Niederdorf ein.
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Seite 13
Innovationsgeist weht durchs Tal
Kolumne
Schienenverkehr Die Waldenburgerbahn fährt teilautomatisiert – bis 2030 soll sie vollautonom unterwegs sein
Vielen Dank für’s Mitfiebern
Marc Schaffner
«Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass wir uns im Silicon Valley der Bahnentwicklung befinden», meint Philipp Glogg, Chief Technical Officer der Baselland Transport AG (BLT). Die Waldenburgerbahn (WB) fährt neu teilautomatisiert, das heisst, sie regelt während der Fahrt die optimale Geschwindigkeit selbstständig, achtet auf den Abstand zu anderen Zügen, beschleunigt, bremst ab, hält präzise an den Haltstellen an und öffnet die Türen. Noch sitzt zwar ein/e Fahrer/-in im Cockpit: Sie oder er kann jederzeit eingreifen und trägt die Verantwortung. Das Fahrpersonal hat zudem ein Auge auf die ein- und aussteigenden Fahrgäste, es reagiert bei Notfallsituationen oder hält den Zug an, wenn sich ein Hindernis auf dem Gleis befindet. Und es gibt an jeder Haltestelle manuell die Freigabe, damit der Zug losfahren kann. Das Ziel ist jedoch, dass die WB dereinst vollständig autonom fährt. Im Jahr 2030 soll es soweit sein. Bis dahin ist noch einiges an Tüftelei nötig: Die 13,1 Kilometer lange WB-Strecke und das Depotgelände in Waldenburg sind zurzeit eine Art Experimentierlabor für künftig selbstfahrende Züge – eine Technologie, die weit über die WB und das Waldenburgertal heraus reicht. Auch Tramlinien wie die Linien 10, 11 und 17 sollen später in den autonomen Betrieb gehen – die Grundsteine dafür werden jetzt unter anderem im Depot Waldenburg gelegt, wo in einem geschützten Bereich testweise mit selbstfahrenden Zügen manövriert wird. Vergangene Woche lud die BLT die Medien zu einer Testfahrt in einem teilautomatisierten Fahrzeug ein und demonstrierte auf dem BLT-Gelände, wie
Triebfahrzeugführer Remo Müller trägt weiterhin die Verantwortung für eine sichere Fahrt, auch wenn ein Grossteil der fahrtechnischen Prozesse automatisch abläuft.
Züge – noch ohne Fahrgäste – automatisch hin und her fahren. Es gebe zwar schon führerlose Metros, räumte Philipp Glogg ein, aber für eine Überlandbahn wie die WB – nicht in einem Tunnel, ohne Abschrankungen – sei der teilautomatisierte Betrieb eine echte Innovation. Intelligenz in Zügen und Infrastruktur In den kommenden vier Jahren sollen zusammen mit dem Hersteller Stadler die Systeme entwickelt und implementiert werden, die autonomes Fahren er-
möglichen. Ähnlich wie bei den Autos stelle sich momentan die Frage, so Glogg, ob technische Massnahmen in der Bahn-Infrastruktur zur Anwendung kommen sollten oder ob die Züge selber «intelligenter» werden müssten. Bereits jetzt steckt in der WB-Infrastruktur viel Technik. So lässt sich anhand von RFID-Markern (eine Art FunkChips, die auf der Schienenstrecke platziert sind) feststellen, wo sich ein Zug gerade befindet. Die Bahnübergänge werden mit Lidar (eine Art Laser-Radar) überprüft, bevor die Schranke herunter-
Foto: M. Schaffner
gelassen wird. Und mit dem neuen CBTC-System (Communications-Based Train Control) von Stadler kommunizieren die Fahrzeuge nun in Echtzeit mit der Streckeninfrastruktur. Kopfzerbrechen bereiten laut Philipp Glogg beispielsweise unübersichtliche Stellen wie beim Coop in Oberdorf – hier sind weitere innovative Lösungen gefragt. Bauliche Sicherheitmassnahmen sollen hingegen eher vermieden werden: «Das Ziel ist, die WB nicht einzuhagen, sondern sie so zu erhalten, wie wir sie kennen», so Glogg. Fortsetzung auf Seite 3
Morgen beginnen in Milano/Cortina die 25. Olympischen Winterspiele mit der Eröffnungsfeier in Mailand. Bestimmt wird es wieder Momente für die Ewigkeit geben. Wie jener am 26. Februar 1994. Ein Samstag, siebenjährig sass ich gebannt vor dem Fernseher. Olympia-Slalom der Frauen in Lillehammer. Zweiter Lauf, 68 Tore für die Ewigkeit. Ich hatte nur Augen für sie. Nerven hatte ich keine mehr. Fast gestorben bin ich vor Aufregung, konnte kaum mehr atmen. Der Rest ist Geschichte. Denn einmal im Leben war ich so richtig Fan. Während der Ski-Saison mussten Zeitungen und Magazine gekauft werden, damit ich alle Fotos ausschneiden und mein Kinderzimmer tapezieren konnte. Nach dem Rücktritt im März 1995 gab es in ihrem Heimatort Elm ein grosses Abschiedsfest. Nun nötigte ich meine ganze Familie zu einem Besuch im Glarnerland. Es gab einen Umzug durch das Dorf, ich sah sie von weitem, bewunderte sie, wie sie zusammen mit Bundesrat Adolf Ogi im Cabriolet an uns vorbeifuhr. Plötzlich war ich sprachlos. Kein gelber KäseRenn-Anzug, sondern Jeans, weisse Bluse, roter Pulli und ihre Hand auf meiner Schul Ich hätte ihr gerne etwas gesagt, ihr zum Olympiasieg in Lillehammer gratuliert oder ihr eine Frage gestellt. Aber ich war wirklich sprachlos und streckte ihr wortlos ihre eigene Biografie mit dem Titel «Talent allein ist nicht genug» entgegen. Sie lächelte, setzte sich auf die Bank und schrieb: «Für Seraina. Alles Gute und vielen Dank für’s Mitfiebern. Vreni Schneider.» Seraina Degen
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