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069_2023

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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 313 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

KNECHT TECHNISCHE FUSS-ORTHOPÄDIE

AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 69 I 177. Jahrgang I Dienstag, 12. September 2023

Gespräche und Genuss

Bachsohle verändert

Der traditionelle «Rüüss-Abig» des «Anzeigers» war einmal mehr ein Stelldichein von Ämtler Gästen aus diversen Branchen. Seite 6

Die Jonen in Rifferswil wird ökologisch aufgewertet. Ein Besuch vor Ort zeigt, was genau gemacht wird. Seite 8

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Jahre lang existiert die Stadtpolizei Affoltern schon. Am 23. September wird gefeiert. Seite 5

«Ich komm’ mit dem Gewehr zurück!» Hassnachrichten: Ämtler Politikerinnen und Politiker erzählen von ihren Erfahrungen Livia häberLing und Luc MüLLer Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun. Zehn. Rund zehnmal im Jahr passiert es EVPKantonsrat Daniel Sommer, dass er sein E-Mail-Postfach abarbeitet und dabei auf Zuschriften stösst, die sich in Flughöhe und Tonalität ungefähr mit dieser aus dem Jahr 2016 vergleichen lassen: «Du führst dich auf wie ein blasiertes Arschloch.» Daniel Sommer hat die E-Mail mit dem oben zitierten Satz aufbewahrt. Unternommen hat er damals nichts. Neuerdings könnte er sich an das Projekt «Gemeinsam gegen Hasszuschriften» wenden. Ins Leben gerufen wurde dieses von der kantonalen Direktion der Justiz und des Innern (JI), vom Kantonsrat und vom Verband der Gemeindepräsidien, um Hasszuschriften aller Art zu bekämpfen. Konkret erhalten Politikerinnen und Politiker per sofort Hilfe, um sich gegen solche Hassbotschaften juristisch zur Wehr zu setzen. Dazu steht ihnen auf www.zh.ch/stop-hate ein Kontakt-Formular zur Verfügung. Auf Wunsch klären Juristinnen und Juristen ab, ob der Inhalt der Nachricht gegen den Diskriminierungsartikel des Schweizerischen Strafgesetzbuches oder gegen andere Tatbestände des Schweizerischen Strafgesetzbuches verstösst. Falls ja, erstatten die Fachpersonen Anzeige gegen die Urheberinnen oder Urheber der Botschaften. Falls nein, stellt die Direktion der Justiz und des Innern Textbausteine für eine geeignete Reaktion zur Verfügung. Wer solche Posts, Tweets oder Direktnach-

richten verfasse, wähne sich offenbar in der anonymen digitalen Welt in einem rechtsfreien Raum, in dem öffentliche Personen vermeintlich einfach so angegriffen werden könnten», schreibt die Direktion der Justiz und des Innern in einer Mitteilung. Die Honorare der Juristinnen und Juristen übernimmt die Behörde. Im Rahmen des Pilotprojekts stehen jeder betroffenen Person maximal drei Kostengutsprachen für solche Abklärungen zu. Die Pilotphase dauert bis Ende 2023.

Reagieren, aber keine Plattform bieten Bisher von privaten Hass-Zuschriften verschont geblieben ist die Mettmenstetter SP-Kantonsrätin Hannah Pfalzgraf. In den Kommentarspalten der Online-Portale habe allerdings auch schon die eine oder andere bissige Debatte über sie getobt. «Ich habe mir abgewöhnt, diese Wortmeldungen zu lesen», sagt sie, «meistens sind sie von konstruktiver Kritik weit entfernt». Verschont bleiben allerdings längst nicht alle: Von einem unschönen Erlebnis weiss etwa SVP-Kantonsrätin Ursula Junker zu berichten, die von 2006 bis 2022 in Mettmenstetten im Gemeinderat sass. Als Sozialvorsteherin wurde sie einst bei einer Anhörung eines Klienten bedroht. «Ich komm’ mit dem Gewehr zurück!», habe der Mann gedroht. Ihre Kollegin, die bei der Anhörung dabei war, habe sofort reagiert und bei der Polizei Anzeige erstattet – der Mann kam in Untersuchungshaft. «Im ersten Moment habe ich es locker genommen, aber später war auch mir klar, dass man darauf reagieren muss», betont Junker, die ansons-

ten noch nie mit anonymen Hasszuschriften zu kämpfen hatte. Auch Arianne Moser (FDP), Gemeindepräsidentin von Bonstetten und von 2019 bis 2023 Kantonsrätin, erhält ab und zu anonyme Mails oder Briefe mit persönlichen Beleidigungen. «Ich nehme solche Post nicht ernst», erklärt Moser. «Ich diskutiere gerne mit Leuten. Die Kritik sollte aber konstruktiv sein

«Im ersten Moment habe ich es locker genommen, aber später war auch mir klar, dass man darauf reagieren muss.» Ursula Junker, SVP-Kantonsrätin und man sollte mir diese direkt ins Gesicht sagen und nicht einfach auf anonymen Weg.» Eine Parteikollegin von ihr sei massiv angegangen worden und habe Morddrohungen erhalten. «In solchen krassen Fällen ist es wichtig, dass man juristische Hilfe erhält, wie sie der Kanton Zürich nun den Politikerinnen und Politikern anbietet. Wer Hasszuschriften verbreitet, der soll auch zur Rechenschaft gezogen werden», sagt Arianne Moser. «Solche Anfeindungen darf man nicht zu nahe an sich ranlassen», betont SVP-Nationalrat Martin Haab. Auch er bekommt regelmässig Mails oder Briefe ohne Absender. Als er sich vor den Abstimmungen im Juni 2021 als Gegner der Trinkwasserinitiative präsentierte, haber er einige Hasszuschriften erhal-

ten. «Ich wurde als Brunnenvergifter tituliert», erinnert sich Haab, der in Mettmenstetten als Landwirt tätig ist. Haab sagt, definitiv überschritten sei die Schwelle dann, wenn auch sein privates Umfeld Drohungen erhalte. Wie es schon vorgekommen sei. In diesem Fall hatte er Anzeige erstattet. «Es wurden auch schon Porträtfotos von mir auf Wahlplakaten mit einem Hitler-Schnauz verunstaltet», so Haab. Darauf reagiere er nicht – das biete den Verursachern bloss neue Aufmerksamkeit.

Bissigkeit: Der Kantonsrat lebt es vor Steckt man solche Zuschriften, sofern es keine Drohungen sind, tatsächlich so leicht weg? Daniel Sommer sagt, mit den Jahren in der Politik werde die Haut dicker, doch spurlos gingen solche Herabsetzungen auch an ihm nicht vorbei: «Es lässt mich nicht kalt, wenn ich angefeindet werde.» In diesen Situationen drücke in ihm der Sozialpädagoge durch: «Was könnten die Beweggründe für dieses Handeln sein?», frage er sich, was ihm wiederum helfe, die Angriffe auf der Sachebene zu reflektieren: «Letztlich stehen Menschen dahinter, die ihren Anliegen Nachdruck verleihen wollen, indem sie versuchen, mich zu treffen.» Sommer übt allerdings auch Selbstkritik: Auch im Kantonsrat werde teilweise eine unflätige Diskussionskultur vorgelebt: «Was du da sagst, ist einfach scheisse», habe vergangene Woche jemand auf eine Wortmeldung erwidert. Damit gebe die Politik gegenüber der Bevölkerung ein schlechtes Bild ab: «Wir sollten eigentlich den Anspruch haben, in der Diskussion den Anstand zu bewahren.»

«Was mache ich sonst mit dem Kind?» Seite 7 Urs Habegger, «Surprise»-Verkäufer (Bild zvg)

Ein Remis und ein Sieg Was für ein spannendes Spiel: Der FC Bonstetten-Wettswil zeigte am Sonntag beim Spiel gegen den Nachwuchs der Grasshoppers eine starke Leistung. Zur Pause stand es 1:1, danach ging GC in Führung, ehe der FCWB noch ausgleichen konnte. Nach dem Spiel zeigte sich WB-Captain Flavio Peter enttäuscht. Denn man habe auf einen Sieg gehofft. Der FC Affoltern feierte im dritten Saisonspiel nun seinen ersten Sieg. Gegen den FC Wollishofen gab es zu Hause ein 1:0. (red)

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Gold für Steinmetzin Die Affoltemer Steinmetzin Marlena Senne wurde bei den Euro-Skills in der Kategorie «Architectural Stonemasonry» mit Gold auszeichnet. Mit ihrer Goldmedaille hat Marlena Senne dazu beigetragen, dass die diesjährigen Euro-Skills für das Schweizer Team als erfolgreichste BerufsEM in die Geschichte eingehen. Denn neben Senne hat das SwissSkills National Team elf weitere Goldmedaillen und drei silberne Auszeichnungen gewonnen. (red)

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Info-Abend Küchenumbau 04. Oktober

Start in die neue Eishockeysaison Morgen Mittwoch beginnt die neue Schweizer Eishockeymeisterschaft mit einer vorgezogenen Partie. Die erste Hauptrunde folgt am Freitag. Mitfiebern werden auch viele Fans aus dem Säuliamt. Welches Team aus der Region – den ZSC, EVZ oder Kloten – unter(Bild zvg) stützen sie? Der «Anzeiger» hat bezüglich Jahresabos nachgefragt. (red) Seite 15

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