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RE/MAX Gelterkinden und Liestal

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Nr. 45 27. Jahrgang Donnerstag, 6. November 2025

Giacinto Forastefano

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Friedlicher Aufmarsch Aspiranten der Inf OS 10 und Soldaten der Durchdiener-RS 14 sagten Adieu. Seite 7

Prachtstück eingeweiht

Gesang und Herzblut

Die Gemeinde Rünenberg feierte ihr neues Kultur- und Sportzentrum mit einem grossen Fest. Seite 9

Der Jodlerklub Hohwacht begeisterte das Publikum in Lauwil mit schönen Jodelklängen. Seite 13

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Diskutierten im Museum.BL über Rassismus: Açelya Aydin, Maneva Tefanalo Salaam, Ayélé Koulekpato und Moderatorin Elisa Da Costa (v. l.).

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Kolumne

Beat Eglin

til, über Vorurteile oder unbewusste Einschätzungen der Lehrpersonen bei der Beurteilung von Leistungen. Ayélé Koulekpato erklärte, dass Rassismus nicht immer offensichtlich ist. Das passiert oft subtil und unterbewusst. Generell fehlt es auf allen Seiten an Erfahrung und Bewusstsein. Zu diesem Thema gibt keine verpflichtenden Lehrerfortbildungen. Aktive Lehrpersonen exponieren sich und machen sich dadurch angreifbar. «Es wird erschreckend wenig darüber gesprochen.» Das Verhalten ist auch ein Teil der Schul-

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Museum.BL Diskussion über Rassismus und «White Silence» im Bildungssystem und in unserer Gesellschaft

ist sie die einzige schwarze Lehrperson. Sie lernte aus ihrer Erfahrung und zeigt Haltung. Ihre Schüler werden immer stärker auf Rassismus sensibilisiert. Sie freut sich über strahlende Kinderaugen, wenn sie schwarzen Kindern helfen kann. Açelya Aydin, Sekundarlehrerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FHNW, machte auf Vermeidung des Themas und fehlendes Bewusstsein dafür aufmerksam. Rassismus und Diskriminierung an Schulen äusserten sich nicht immer explizit, sondern auch sub-

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Sehen und nichts unternehmen Fachleute aus Wissenschaft, Praxis und Bildung diskutierten letzte Woche im Museum Baselland darüber, wie Kinder und Jugendliche wirksam vor Rassismus geschützt werden können. Es ist ein gesellschaftlich-historisches Problem und eine Patentlösung gibt es nicht. Die Schulen wurden eingeladen, mit ihren Klassen an Workshops zum Thema Rassismus teilzunehmen. Sie waren erfolgreich und ausgebucht. Regierungsrätin Kathrin Schweizer stellte fest, dass Rassismus ein gesamtgesellschaftliches Problem sei. In den Schulklassen wird viel über Toleranz geredet und sie auch gelebt. Rassismus ist ein Thema, an dem man immer dranbleiben muss. Man darf aber auch Unterschiede sehen. Auch bei der Polizeiausbildung wird das Thema behandelt. Schweizer toleriert Rassismus in ihrem Korps nicht. Gegenwärtig kann man nur mit Schweizer Pass Polizist werden. Sie befürwortet grössere Diversität als nützlich. Eine Erweiterung auf die Niederlassung C ist in Diskussion. Wie könnte eine Schulkultur mit Vielfalt als Chance aussehen? Kleinere Kinder gehen gelassen mit dem Thema um. Probleme gibt es erst bei älteren Schülern und dort haben die Schulen eine grosse Chance, korrigierend einzugreifen. Primarlehrerin Ayélé Koulekpato erzählte, wie sie aufgrund ihres Aussehens Rassismus in allen Primarschulen erlebte. Auch verbale Beleidigungen von Lehrpersonen gehörten dazu. Oft ist Erwachsenen das Verhalten der Kinder gar nicht bewusst. Mit zunehmendem Alter wurde sie immer mehr ausgeschlossen. Die Benachteiligungen gingen an höheren Schulen, im Studium und im Beruf weiter. In ihrem Schulhaus

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Foto: B. Eglin

kultur. Sie empfiehlt Workshops und längerfristige Formate. Maneva Tefanalo Salaam, Sekundarlehrerin, führte viele Workshops durch und lernte tolle Jugendliche kennen. Das macht ihr Hoffnung. «Heutige Klassen sind viel multikultureller und durchmischter als zu meiner Zeit», sagte sie. Damals war sie allein unterwegs. Weiter erzählte sie, dass die Schweiz erst im Anfängerstadium sei, denn gestandene Lehrpersonen diskutierten immer noch darüber, ob es in der Schweiz Rassismus überhaupt gibt. Fortsetzung auf Seite 3

Die Plauderkasse Schon von der Plauderkasse gehört? Eine Kasse für Menschen, die gerne reden. Also genau für die Leute, wegen denen man sonst nicht an die Kasse nebenan wechselt. «Hier dürfen Sie plaudern», steht da. Ich war neugierig. Schliesslich bin ich trainiert, seelenlose Selfscanning-Kassen emotionslos piepen zu lassen. Jetzt soll ich plötzlich reden. Mit einem Menschen! Freiwillig! An der Expresskasse werden mit chirurgischer Präzision Einkäufe gescannt. Ich stelle ich mich an die Plauderkasse. Eine ältere Dame erklärt die emotionale Bedeutung von Schnittkäse. Der Kassierer nickt verständnisvoll. Ich schiele auf die Uhr. Acht Minuten für drei Artikel. Ich bin dran. «Wie geht es ihnen heute?» Ich bin überfordert. Wann hat mich zuletzt jemand an der Kasse gefragt, wie es mir geht? Man fragt mich nach Punkten oder Märkli. «Gut», antworte ich. Er nickt tiefsinnig und schaut mir in die Augen. Wir waren Freunde. Für exakt 1 Minute und 43 Sekunden. «Danke fürs Gespräch», sagt er mit einem Lächeln. Ich war gerührt. Ich hatte seit Wochen mit niemandem mehr so offen über meinen Tag gesprochen und das alles zwischen Dinkelbrot, Duschgel und Trauben. Das ist Lebensberatung, Sozialstudie und Minitherapie. Ich hatte das Gefühl, etwas Besonderes erlebt zu haben. Ich wurde gefragt, wie es mir geht! In Zeiten, wo alle aufs Handy starren, will man wieder echte Gespräche fördern. Ich erfahre alles über quengelnde Enkelkinder, Falschparker und Meinungen zu Königshäusern, während meine Tiefkühlpizza auftaut. Am nächsten Tag stehe ich wieder im Supermarkt. Diesmal kaufe ich nur ein Gipfeli. «Wie geht es Ihnen heute?» Claude Lachat

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