Stadt Pfaffenhofen Pressemitteilung 17. Januar 2013
Das Pfaffenhofener Stadtwappen Schlicht und einfach, zeitgemäß und heraldisch richtig umgesetzt – so präsentiert sich das Pfaffenhofener Stadtwappen im neuen Erscheinungsbild. Andreas Sauer, Historiker und Pfleger des Pfaffenhofener Stadtarchivs, erläutert im neuen Kommunikationshandbuch der Stadt, wie es zu der aktuellen Darstellung kommt und warum sie die „richtige“ ist. Das Wappen der Stadt Pfaffenhofen besaß demnach durch die Jahrhunderte schon viele verschiedene Ausdrucksformen, welche oftmals willkürlich der jeweiligen Mode und Politik angepasst wurden. Beispielsweise fiel der „Pfaffe“, der im Siegel der Stadt überliefert ist , der Säkularisierung zum Opfer: Im Jahr 1812 wurde der Pfaffe als Wappenbild durch den Zickzackbalken ersetzt. Das heutige Wappen mit dem Zickzackbalken - dem Symbol der Wittelsbacher - wurde dem Bürgermilitär und der Stadt 1812 durch König Max I. Joseph verliehen. Die bis heute dazu oft verwendeten Schmuckwerke, die Türme, Zinnen und Ornamente über und neben dem Wappen, sind heraldisch nie definiert worden, sondern sie sind lediglich eine Reminiszenz an den damaligen Bündnispartner Frankreich. Heraldisch festgelegt ist das Pfaffenhofener Wappen („In Blau ein goldener Zickzackbalken“) seit 1952 ohne Schmuckrahmen und nur so soll es auf den offiziellen Medien der Stadt künftig zum Einsatz kommen. Andreas Sauer bezieht sich in seinen Erkenntnissen übrigens auf die bayerischen Bestimmungen über Wappen, Flaggen und Dienstsiegel vom 27. Juli 1928 sowie auf die gültigen Bestimmungen über die Gemeindeheraldik vom 29. Juni 1957.
Einige interessante Informationen zur heraldischen Herleitung des Wappens und zur Wappengeschichte: Der Zickzackbalken gilt als Besitzzeichen der Wittelsbacher (als Grafen von Scheyern) und wurde von Herzog Ludwig und dessen Sohn Otto von 1216 bis etwa 1230 im Siegel geführt. Der Zickzackbalken findet sich später in unterschiedlichen Farben in Wappen von Klöstern, die von Wittelsbachern gegründet oder gefördert wurden (Scheyern, Geisenfeld, Indersdorf, Ensdorf). Auf diesem Weg gelangte der Zickzackbalken in die Kommunalheraldik. Das Stadtwappen von Pfaffenhofen folgt in der Farbgebung den seit 1358 bekannten Farben des Stiftswappens von Scheyern. Der Aufstieg Pfaffenhofens zum wittelsbachischen Herrschaftsmittelpunkt im 12. Jahrhundert stand in enger Verbindung mit der Umwandlung der Burg Scheyern in ein Benediktinerkloster. Pfaffenhofen wird erstmals 1197 als Markt und 1438 als Stadt genannt. Das älteste Siegel des Ortes, das in Abdrucken seit 1333 bekannt ist, stammt wohl schon aus dem späten 13. Jahrhundert. Es zeigt den für den Namen redenden Pfaffen auf einer Bank sitzend, in der Rechten das Brevier. Seit dem Siegel von 1356 wird der Pfaffe wachsend dargestellt. Dieses Bild findet sich auf allen Siegeln und in einen Schild gestellt in den farbigen Wiedergaben von 1523 bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In der Detailgestaltung und Farbgebung variieren die Darstellungen.