JANUAR/FEBRUAR Tauchen
Nr. 43
1 (43)/2026

Bergwerk OJAMO in Finnland Ist ein gutes Foto Zufall?




PERFECT FOR DIVING OUTDOORS &


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JANUAR/FEBRUAR Tauchen
Nr. 43
1 (43)/2026

Bergwerk OJAMO in Finnland Ist ein gutes Foto Zufall?






Chefredakteur
Die Unterwasserwelt verlangsamt ihr Tempo nicht – und wir auch nicht.
Mit großer Freude präsentieren wir Ihnen die frische, noch nach Neuheit duftende Ausgabe des Perfect Diver Magazins 1/2026. Es ist eine besondere Ausgabe: Wir kehren zur geklebten Printausgabe zurück, laden Sie herzlich zum Abonnement ein und freuen uns sehr, bekannt geben zu dürfen, dass Perfect Diver ab dieser Ausgabe auch auf Deutsch erscheint.
Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist, aber kaum hatten wir die vorherige Ausgabe 6/2025 mit einem wunderschönen Artikel über Grönland veröffentlicht, da geriet die Welt regelrecht in Begeisterung für dieses Thema.
In der aktuellen Ausgabe eröffnet eine Reportage über Neuseeland von Dominika Abrahamczyk das Heft. Wir tauchen rund um den Poor-Knights-Archipel und machen uns auf den Weg, die Hobbits zu besuchen.
Auf Komodo begeben wir uns gemeinsam mit Sylwia Kosmalska-Juriewicz nicht nur auf die Suche nach Waranen, sondern auch nach Mantas, Clownfischen und Schildkröten. Im Roten Meer werfen wir durch die Linse von Tomek Kulczyński einen Blick auf das weniger bekannte Wrack der SS Carnatic. Gemeinsam mit Dawid Strączek, der in Perfect Diver sein
Debüt gibt, tauchen wir unter das Dach der Ojamo-Höhle in Finnland.
Dank Marcin Trzciński, der sich neben Barbara Glenc dem festen Redaktionsteam angeschlossen hat, ist eine neue Rubrik entstanden: Unterwasserfotografie. Ab dieser Ausgabe finden sich dort alle – mehr oder weniger technischen – Beiträge rund um das Thema Unterwasserfotografie. Eröffnet wird die Rubrik mit dem Foto von Herrn oder Frau Robbe. Ebenfalls enthalten sind ein Beitrag von Przemek Zyber darüber, ob ein gutes Foto nur Zufall und Glück ist, sowie einige Gedanken von Krzysztof Brudkowski zur Nachtfotografie.
Zu den Debüts in Perfect Diver gehört auch ein Artikel von Ewa Drucis über das sehr interessante Programm „Pojąć Głębię“ („Die Tiefe begreifen”). Hinzu kommen Norwegen in Barbaras Erzählung sowie meine eigenen Überlegungen zu Reifen und ihrem Einfluss auf die Umwelt.
Den Abschluss der Ausgabe bildet ein hervorragender Beitrag von Wojtek A. Filip über die Kommunikation mit Licht. Sie werden sehen, wie wenig es braucht, um vom schnellen Winken vor den Augen des Tauchpartners, mit dem man beim Nachttauchgang auf einen weiteren Oktopus hinweist, zu einem regelrechten Hilferuf zu gelangen. Ein guter Moment, das eigene Verständnis dieser Signale zu überdenken – was auch ich hiermit getan habe.
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16 Herr (Frau?) Robbe 46 Ein gutes Foto – reiner Zufall?!
50 Nachttauchen aus der Sicht eines Fotografen unterwasserfoto








54 Die Tiefe begreifen
62 Autoreifen in der Umwelt ohne barrieren planet erde
Chefredakteur
Technische Taucher Weltgeografie und das Reisen Reportage Imageberatung
Übersetzer der Deutsche Sprache Rechtsberatung Grafiker
Werbung
Verlag PERFECT DIVER Sp. z o.o. Folwarczna-Straße 37, 62-081 Przeźmierowo redakcja@perfectdiver.com
ISSN 2545-3319
Wojciech ZGOŁA
Tomek KULCZYŃSKI
Anna METRYCKA
Dominika ABRAHAMCZYK
Waldemar RYDZAK
Piotr WITEK, Alina LIZAKOWSKA, Agata TRZCIŃSKA-HILDEBRANDT, Frank LEMKE
Rechtsanwalt Joanna WAJSNIS
Brygida JACKOWIAK reklama@perfectdiver.com
DAS MAGAZIN WURDE MIT FOLGENDEN SCHRIFTARTEN GESETZT
Montserrat (Julieta Ulanovsky), Acumin Pro (Robert Slimbach, Adobe), Source Serif 4 (Frank Grießhammer, Adobe)
DRUCK
Wieland Drukarnia Cyfrowa, Poznań, www.wieland.com.pl
66 Lichtbasierte Kommunikation tipps & wissenswertes www.perfectdiver.pl
VERTRIEB
Onlineshop sklep.perfectdiver.pl redakcja@perfectdiver.com
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TITELFOTOGRAFIE
Barbara GLENC
ORT
Norwegische See AUF DEM FOTO Dampskip-Wrack (Dampfschiffs) S/S Oldenburg (SMS Möwe)
Die Redaktion sendet unverlangt eingesandte Materialien nicht zurück, übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt von Anzeigen und behält sich das Recht vor, eingesandte Texte zu kürzen, redaktionell zu bearbeiten, zu betiteln sowie das begleitende Bildmaterial auszuwählen. Der Nachdruck von Artikeln oder Teilen davon sowie das Kopieren sind nur mit Zustimmung der Redaktion gestattet. Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für Form und Inhalt der Werbungen.

Wojciech ZGOŁA
Ein Mann, der reisend taucht. Seit seiner Kindheit mit dem Wasser verbunden – vom Schwimmenlernen über das Segeln bis hin zur Entdeckung der Geheimnisse unterseeischer Seen, Meere und Ozeane. Später kam die Leidenschaft für Fotografie und Schreiben hinzu, die es ihm ermöglichen, die Schönheit der Unterwasserwelt sowie die Besonderheiten der jeweiligen Orte zu teilen. Er hat über 900 Tauchgänge in Polen sowie an entfernten, exotischen Orten in warmen und kalten Gewässern absolviert. Jeden Tauchgang versteht er als Begegnung mit Natur und Geschichte. Als Liebhaber der Natur in ihrer reinsten Form ist er überzeugt, dass Tauchen nicht nur ein Sport ist, sondern ein Weg, Bewusstsein zu schaffen – für die Umwelt, den Mitmenschen und sich selbst.


Dominika ABRAHAMCZYK
Von Perfect Diver mit der Leidenschaft fürs Tauchen angesteckt. Sie erweitert kontinuierlich ihre taucherischen Fähigkeiten. Obwohl sie eindeutig wärmeliebend ist, schlüpft sie in den Trockenanzug und erkundet auch kältere Gewässer. Ihre liebsten Tauchgänge sind jene mit besonders vielen Unterwassertieren! In letzter Zeit nimmt sie ihr Smartphone im Unterwassergehäuse mit unter Wasser und versucht sich in der Unterwasserfotografie auf Amateurbasis. Sie interessiert sich für Tauchmedizin. Beruflich ist sie M.Sc. in der Pflege und arbeitet als OP-Pflegefachkraft.

Tomek KULCZYŃSKI
Für Tomek war das Tauchen schon immer seine größte Leidenschaft. Er begann sein Abenteuer im Alter von 14 Jahren und entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Tauchlehrer für Freizeit- und technisches Tauchen, zum Erste-Hilfe-Instruktor sowie zum Tauchtechniker. Derzeit leitet er das 5* Tauchzentrum COMPASS DIVERS in Pobiedziska bei Poznań, wo er sein Wissen und seine Fähigkeiten an Anfänger wie auch an fortgeschrittene Taucher weitergibt – was ihm große Freude bereitet und ihm viel Zufriedenheit schenkt, Teil ihrer Unterwasserabenteuer zu sein…

Waldemar RYDZAK
„Mensch! Tauch unter Wasser ab. Wenn die Schönheit, die du dort siehst, dich nicht erschüttert – dann erwartet dich im Leben nichts Spannendes mehr.“ Taucherin aus Leidenschaft, seit jeher mit dem Wasser verbunden. Ihren ersten Tauchkurs machte sie mit 14 – und seitdem lässt sie das Tauchen nicht mehr los! :) Ihre Masterarbeit schrieb sie im Rahmen ihres Geographiestudiums an der Universität Warschau über Tauchtourismus. Seit 2013 schrieb sie für das Magazin nuras.info und war an Unterwasser-Fotoshootings beteiligt. Seit 2018 verfasst sie Artikel für Perfect Diver (zuvor unter dem Namen Ania Sołoducha) und ist seit einigen Jahren auch Teil der Redaktion. Sie bringt ihr Wissen und ihre Erfahrung zu Papier und verbreitet genau das, was sie am meisten liebt – das Tauchen. Dreizehn Jahre lang organisierte sie Tauchreisen rund um die Welt, denn die Arbeit mit Menschen und kreative Projekte sind genau das, worin sie aufgeht. Sie nimmt an Tauchmessen und -events teil und engagiert sich bei See-Reinigungsaktionen. Mehrfach trat sie als Referentin auf Tauchmessen und -konferenzen auf. Außerdem hat sie bereits mehrere Tauch-Webinare durchgeführt. Sie ist an vielen Orten der Welt getaucht, doch die Wunschliste wächst stetig weiter! Seit einigen Monaten ist sie Inhaberin ihres eigenen Unternehmens für Tauch- und Aktivreisen – Umiko Expeditions – mit dem Kopf voller Ideen für die nächsten Touren! Optimistin, immer mit einem Lächeln auf den Lippen und mit individueller Herangehensweise an jeden Kunden :) Ihr bestes Kapitel im Leben beginnt gerade erst! www.umikoexpeditions.pl ; anna@umiko.pro; +48 516 621 211
Er stammt aus einer Bergbauregion, in der Wasser eher die Ausnahme als Alltag war. Schwimmen und Tauchen lernte er, um seine Angst vor dem Wasser zu überwinden – und sie mit der Zeit in Neugier auf die Welt unter der Oberfläche zu verwandeln. Mit dem Tauchen ist er seit dem Jahr 2000 verbunden (Divemaster, CMAS). Er jagt weder der Tiefe noch Rekorden hinterher: Lieber setzt er auf ruhiges Entdecken, Achtsamkeit und Details, die man leicht übersieht, wenn man es eilig hat. Im Alltag ist er Wissenschaftler und Praktiker der Kommunikation (Dr. habil., Prof. an der UEP), tätig in Forschung und Lehre in den Bereichen Märkte der Kreativwirtschaft sowie digitale und Krisenkommunikation. In der Redaktion von Perfect Diver unterstützt er das Team dort, wo Inhalte und Technologie zusammenkommen – bei Videoproduktionen, Datenanalysen und beim Aufbau der Markenstrategie.

Wojciech A. FILIP
Taucht seit 35 Jahren. Er hat über 16.000 Stunden unter Wasser verbracht, davon den Großteil im technischen Tauchen. Er war Instructor sowie Instructor-Mentor für zahlreiche Organisationen, darunter CMAS, GUE, IANTD und PADI. An der Entwicklung von Ausbildungsprogrammen einiger dieser Organisationen war er maßgeblich beteiligt. Er ist ein Profi mit außergewöhnlich umfangreichem Wissen und großer praktischer Erfahrung.
Er nahm an zahlreichen Tauchprojekten teil – als Leiter, Entdecker, Ideengeber oder Vortragender. Als erster Pole tauchte er am Wrack der HMHS Britannic (117 m). Ebenfalls als erster explorierte er den tiefen Bereich der GlavasHöhle (118 m). Er führte eine Serie von Tauchgängen zur Dokumentation des Wracks der ORP GROM (110 m) durch und dokumentierte tiefe (100–120 m) Bereiche gefluteter Bergwerke. Zudem ist er Ideengeber und Konstrukteur zahlreicher Ausrüstungslösungen, die die Sicherheit beim Tauchen erhöhen. Er ist Technischer Direktor bei Tecline, wo er unter anderem die Forschungsund Ausbildungseinrichtung Tecline Academy leitet. Er ist Autor von mehreren hundert Artikeln zum Tauchen sowie von Büchern zur Diagnose und Reparatur von Tauchausrüstung. Er taucht in Flüssen, Seen, Höhlen, Meeren und Ozeanen auf der ganzen Welt.

Sylwia KOSMALSKA-JURIEWICZ
Reisende und Wildtierfotografin. Absolventin der Journalistik und Liebhaberin guter Literatur. Sie lebt im Einklang mit der Natur, fördert einen gesunden Lebensstil, ist Yogini und Vegetarierin. Sie engagiert sich in ökologischen Projekten; besonders am Herzen liegen ihr Haie und ihr Schutz, über den sie in zahlreichen Artikeln sowie auf dem Blog www.blog.dive-away.pl schreibt. Ihre Tauchreise begann vor fünfzehn Jahren durch einen reinen Zufall. Heute ist sie Tauchinstruktorin, hat über 60 Länder besucht und auf fünf Kontinenten getaucht. Zu gemeinsamen Reisen lädt sie mit dem Reisebüro www. dive-away.pl ein, dessen Mitgründerin sie ist.

Jakub BANASIAK
Zoopsychologe, Forscher und Experte für das Verhalten von Delfinen, engagiert für den Schutz von Delfinen und den Kampf gegen ihre Haltung in Delfinarien. Mit besonderem Interesse am Roten Meer und an Unterwasserbegegnungen mit großen pelagischen Raubtieren. Mitglied der DolphinariaFree Europe Coalition, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Tethys Research Institute sowie der Cetacean Research & Rescue Unit, Kooperationspartner von Marine Connection. Seit über 15 Jahren beteiligt er sich an der Forschung zu Populationen wildlebender Delfine, führt Audits von Delfinarien durch und überwacht die Qualität von Whale-Watching-Touren. Als Leiter des Projekts „Free & Safe“ (zuvor „NIE! dla delfinarium“) setzt er sich gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ein, fördert ethisches Whale- & Dolphin-Watching, schult Taucher im verantwortungsvollen Schwimmen mit wildlebenden Delfinen und macht auf Aspekte der Delfintherapie aufmerksam, die von Einrichtungen, die mit dieser Form der Tiertherapie Geld verdienen, häufig verschwiegen oder bewusst verborgen werden.

Łukasz METRYCKI /
Luke Divewalker
Vor langer, langer Zeit, in einer weit entfernten Galaxie herrschte Chaos… …also ein Wirrwarr aus Gedanken und Begeisterung nach meinem ersten Untertauchen im Jahr 2005, in Form eines INTRO, während eines Urlaubs in Ägypten. Schon damals bin ich vollständig in die Unterwasserwelt „eingetaucht“ und wollte, dass sie einen immer größeren Einfluss auf mein Leben nimmt. Zwei Jahre später absolvierte ich den OWDKurs, den ich als Geschenk zu meinem 18. Geburtstag bekam, und mit der Zeit folgten weitere Kurse sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung meiner Fähigkeiten.
Die „Fotografie“ kam nicht viel später hinzu, anfangs jedoch in Form einer einmaligen Unterwasser-„Kodak“-Kamera, mit der die Bilder überwältigend blau wurden.
Ich bin kein Anhänger nur einer einzigen Tauchdisziplin, auch wenn meine größte Schwäche derzeit den großen pelagischen Tieren gilt. Die GalapagosInseln waren bisher meine beste Gelegenheit, eine so große Vielfalt mariner Tierarten zu fotografieren.
Meine Tauch- und Fotoleidenschaft teile ich mit meiner Buddy, die privat meine Ehefrau ist.
IG: luke.divewalker www.lukedivewalker.com

Przemysław ZYBER
Ich fotografiere – weil es mir Freude macht, ich filme – weil es mich begeistert, ich schreibe – weil ich gerne teile, ich schule – weil ich Entwicklung unterstütze, ich reise – weil ich es liebe, Neues zu entdecken. www.facebook.com/przemyslaw.zyber www.instagram.com/przemyslaw_zyber/ www.deep-art.pl

Marcin TRZCIŃSKI
Absolvent der Universität Warschau. Unterwasserfotograf und -filmer, seit 1995 tauchend.
Mitarbeiter der Abteilung für Unterwasserarchäologie der Universität Warschau. Er publiziert in polnischen und internationalen Tauchmagazinen.
Inhaber der Firma FotoPodwodna, offizieller polnischer Vertreter der Marken Ikelite, Nauticam, Inon, Keldan und ScubaLamp. www.fotopodwodna.pl m.trzcinski@fotopodwodna.pl

Laura ist Journalistin, Instruktorentrainerin sowie CCR- und Höhlentaucherin. Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg hat sie ihre taucherische Laufbahn weiterentwickelt und dabei Wissen und Erfahrung aus unterschiedlichsten Bereichen gesammelt. Ihr Schwerpunkt liegt auf professioneller Tauchausbildung, doch ihre Leidenschaft für die Unterwasserwelt und deren Schutz führt sie an verschiedenste Orte rund um den Globus – von den Tiefen der Lombokstraße, über Höhlen in Mexiko und Wracks vor Malta bis hin zu den Malediven, wo sie ein Tauchzentrum leitet, das vom Tourismusministerium als bestes Tauchzentrum der Malediven ausgezeichnet wurde. Aktiv engagiert sie sich für den Schutz der Meeresumwelt, indem sie an wissenschaftlichen Projekten teilnimmt, sich an Kampagnen gegen die Verschmutzung der Ozeane beteiligt und mit Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeitet. Du findest sie unter: @laura_kazi_diving www.divemastergilis.com

Barbara GLENC
Ich bin Reisende und technische Taucherin und entdecke die Welt sowohl an Land als auch unter Wasser. Seit 16 Jahren beschäftige ich mich mit dem Tauchen. Da ich beruflich Fotografin bin, begleitet mich die Kamera seit meinem ersten Tauchgang. Angefangen habe ich mit dem Sporttauchen, mit der Zeit habe ich jedoch die Zertifizierungen Full Trimix und Full Cave erworben, die es mir ermöglichen, Höhlen, Wracks und große Tiefen zu erkunden. Unter Wasser finde ich eine Ruhe, die an der Oberfläche nur schwer zu erreichen ist. Jeder Tauchgang ist für mich nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine Gelegenheit, die außergewöhnliche Unterwasserwelt fotografisch festzuhalten.
barbaraglenc.foto@gmail.com

Von Ausbildung und Beruf bin ich Krankenpfleger sowie Gesundheitsmanager, die Fotografie ist jedoch meine Leidenschaft, der ich jede freie Minute widme. Seit ich 2019 mit dem Tauchen begonnen habe, ist die Kamera zu einem festen Bestandteil meiner Unterwasserabenteuer geworden. Um die Schönheit der Unterwasserwelt in ihrer ganzen Vielfalt festzuhalten, griff ich zunächst zur Spiegelreflexkamera Canon 5D Mark II; heute ist Canon R6 mein Hauptarbeitsgerät. Ständig bin ich auf der Suche nach neuen Orten und Herausforderungen, um meine fotografischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Meine Bilder wären jedoch ohne die Unterstützung von Freunden nicht entstanden, die mich von Anfang an begleiten und häufig in die Rolle von Modellen schlüpfen.
Ich bin zudem eng mit der polnischen Mermaid-Community verbunden und habe mich auf deren Fotografie spezialisiert, mit dem Ziel, die Unterwasserschönheit dieser Gemeinschaft einzufangen und ihre besondere Magie widerzuspiegeln. Seit Beginn meiner Taucherlaufbahn bin ich mit der Lubliner Tauchschule Napoleon Arka Kowalika verbunden, und seit 2025 habe ich die Freude, als Ambassador für die Taucherbeleuchtung DivePro tätig zu sein. @michalmuciek https://facebook.com/michal.muciek

Absolvent der Wirtschaftsuniversität in Kattowitz sowie der Wirtschaftshochschule Warschau. Course Director der International Diving Federation, Höhlentauchlehrer und technischer Taucher (OC, CCR). Inhaber der Qualifikation als Berufstaucher. Gerichtlicher Sachverständiger in tauchbezogenen Angelegenheiten. Aktiver Beamter der Staatlichen Feuerwehr. Liebt Reisen, gute Musik, gutes Essen und positiv eingestellte Menschen.

Von Beruf Rechtsanwalt, der versucht zu helfen, statt um jeden Preis zu gewinnen. Liebhaber warmer Regionen und blauem Wasser. Mit dem Tauchen begann er 2018 – als Weiterentwicklung seines geliebten Schnorchelns. Heute plant er fast jede Reise so, dass er irgendwo „die Flossen nass machen“ kann. Beim Tauchen ist sein Sohn Damian sein Buddy. Seine Leidenschaft für die Unterwasserfotografie entstand aus dem inneren Bedürfnis, flüchtige Erinnerungen festzuhalten. Inzwischen versucht er auch, seine Fotos zu nutzen, um das Bewusstsein für den Schutz des Meereslebens zu stärken und die Auswirkungen des Klimawandels auf aquatische Lebensräume zu zeigen.
Folge ihm auf Instagram: @mydiving.pl

Gründerin der Tauchschule JagnaBlue. Sie taucht seit 1993 und ist seit 23 Jahren beruflich im Tauchen tätig. Sie verfügt über Instructor-Zertifizierungen bei Verbänden wie PSAI, TDI/SDI und PADI. Seit 2023 ist sie Instructor-Trainerin bei PSAI POLSKA. Außerdem ist sie Ausbilderin für Wiederbelebung und Erste Hilfe für Erwachsene, Kinder und Säuglinge, besitzt Instructor-Qualifikationen in zahlreichen Tauch-Spezialisierungen, ist Instruktorin für Immersio-Therapie für Menschen mit Behinderungen sowie Betreuerin von Ferienlagern und Jugendcamps. Sie hat über 9.000 Tauchgänge absolviert, einige davon bis in eine Tiefe von 100 m. Ihre langjährige Berufserfahrung in Polen und im Ausland ermöglicht es ihr, ihren Kursteilnehmern und Schützlingen ein enormes Wissen zu vermitteln.















Dass beim Nachbarn ist das Gras immer grüner, hielt ich früher für eine abgedroschene Phrase. Aber wenn man in Neuseeland landet, entdeckt man wirklich eine neue Dimension von Grün.
Es wundert mich überhaupt nicht, dass die Hobbits diesen Ort zum Leben gewählt haben :)
Die Landung in Auckland nach einem 16-stündigen Flug aus Dubai ist eine Erlösung. Die Gelenke knacken etwas lauter als sonst, manche kämpfen mit dem Jetlag, aber wir beginnen unser Abenteuer voller Euphorie. Am Eingang begrüßen uns Beagle-Hunde – es ist kein Ausdruck totaler Sympathie für Touristen, sondern das beste Alarmsystem der Biosicherheit, das davor schützt, unerlaubte Produkte nach Neuseeland einzuführen. Dazu gehören z. B. Obst, Gemüse, Samen, Honig, tierische Produkte oder Trekking- und Campingausrüstung. All diese Dinge müssen unter Androhung hoher Strafen deklariert werden. Und ja – man muss es ernst nehmen, auch wenn die Neuseeländer äußerst hilfsbereit und positiv gegenüber Touristen eingestellt sind, die sich höflich verhalten und Probleme vermeiden. Ehrlich gesagt, habe ich wohl noch nie sympathischere, hilfsbereitere und kommunikativere Menschen getroffen als die Neuseeländer. Die Atmosphäre des allgegenwärtigen Smalltalks

prägt sich ein und fehlt einem sehr nach der Rückkehr nach Hause, zu den verschlossenen Europäern, die mit dem Smartphone in der Hand oft nicht einmal Blickkontakt aufnehmen. Diese andere Kultur ist etwas, das ich sehr vermisse.
Unser Ziel ist das Tauchen rund um den Poor-Knights-Archipel – einen Ort, den Jacques Cousteau als eines der besten Tauchziele der Welt bezeichnete. Damit das klappt, müssen wir in das Städtchen Tutukaka fahren, von wo aus die Boote zu den Poor Knights ablegen. Wir mieten also ein Auto am Flughafen und machen uns auf den Weg. Auckland ist eine sehr hübsche und gepflegte Stadt; das Küstenklima sorgt dafür, dass die Aussichten das Auge ständig erfreuen. Beim Verlassen der Stadt stellt sich heraus, dass die Straßen in Neuseeland sehr schmal sind und sich oft in Serpentinen winden, was in Kombination mit dem Linksverkehr eine ziemliche Herausforderung darstellt und anfangs etwas Stress auslöst. Dafür aber beruhigt die Landschaft die Nerven, und nach kurzer

Zeit können wir den Anblick einer etwas anderen Flora genießen, als wir sie täglich sehen. Auf dem Weg nach Tutukaka haben wir eine kurze Wanderung eingeplant, um den KiteKite-Wasserfall zu sehen. Es ist ein dreistufiger Wasserfall mit einer Höhe von 40 Metern, zu dem ein malerischer Holz- und Schotterweg führt, der mit einem Tor zur gründlichen Reinigung und Desinfektion der Schuhsohlen beginnt. Ja – in Neuseeland achtet man sehr darauf, das einzigartige Ökosystem zu schützen. Der Weg zum Wasserfall dauert etwa eine halbe Stunde und führt durch den Wald, sodass man hier ein wenig Schatten findet.
Dive! Tutukaka ist ein Tauchzentrum, das die Ausflüge zu den PoorKnights-Archipel wunderbar organisiert. Es lohnt sich, den Termin vorher per E-Mail zu reservieren, um sicherzugehen, dass es Platz auf dem Boot gibt. Das Team im Zentrum ist super organisiert und hilfsbereit; wir fühlten uns vom ersten Moment an gut betreut. Zuerst erledigt man an der Rezeption die Papier-


formalitäten, dann hilft das Team bei der Auswahl der Tauchausrüstung (für eine so weite Reise haben wir uns entschieden, den Großteil unserer eigenen Ausrüstung zu Hause lassen und sie vor Ort zu leihen) und beim Packen in die Tasche. Nach einem kurzen Gespräch mit unserem Guide ließen wir uns überzeugen, in Nassanzügen zu tauchen, was zu dieser Jahreszeit jedoch ein Fehler war. Das Wasser hatte nur 15 Grad Celsius, sodass der erste Tauchgang zwar einigermaßen angenehm war, der zweite uns aber ordentlich zusetzte. Es ist also gut zu wissen, dass man gegen einen geringen Aufpreis einen Trockenanzug ausleihen sowie ein Mittagessen auf dem Boot buchen kann, das zwischen den Tauchgängen serviert wird. Dive! Tutukaka bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten an.
Poor Knights bedeutet „Armen Ritter“. Woher kommt dieser Name eigentlich? Es gibt mehrere Theorien; die populärs-

te besagt, dass er höchstwahrscheinlich von Kapitän James Cook stammt, der während seiner Reisen die kargen, felsigen Inseln als ähnlich dem „Poor Knights Pudding“ einstufte – einem billigen englischen Dessert aus Brot und Eiern, das oft mit Himbeermarmelade serviert wurde. Die Inseln sind mit einer Pflanze namens Pohutukawa bewachsen, die im November und Dezember die Insel in leuchtendes Rot hüllt – was genau an Himbeermarmelade erinnert. Der Name mag „billig“ sein, aber das Unterwasserleben ist absoluter Wahnsinn! Seit 1981 ist hier Fischereiverbot in Kraft, da es sich um ein Meeresschutzgebiet handelt. Hier treffen kalte und warme Strömungen aufeinander, und spektakuläre Felsformationen sorgen dafür, dass das Unterwasserleben wirklich reichhaltig ist. Man kann hier große Tiere wie Buckelwale, Orcas, Delfine, Schildkröten und Mondfische sehen, und das oft



schon vom Boot aus, bevor man überhaupt abgetaucht ist :) Unter Wasser kann man verschiedenen Rochenarten (Kurzschwanz- und Langschwanzstechrochen sowie Adlerrochen) und Haien (Teppichhaien oder Bronzehaien) begegnen, sowie Muränen, Conger (Meeraalen), Schnappern und vielen, vielen anderen. Für Liebhaber der Makrofotografie ist es ein buntes Schneckenparadies, von dem man den Blick nicht abwenden kann. Dazu kommt, dass all dies von wunderschönen Wänden und Felsformationen umgeben ist, die mit Schwämmen, Anemonen, Gorgonien und einem Kelpwald bewachsen sind. Die Vielfalt der Farben und ihre Sättigung verursachen fast ein Flimmern vor den Augen, und man beginnt sich zu fragen, ob es Traum oder Wirklichkeit ist, wobei man nur zu einem Schluss kommt: Jacques Cousteau hatte recht. Die Landschaft der Poor Knights Inseln wird von riesigen Höhlen und zahlreichen Felsbögen geprägt, die durch die Erosion des Vulkangesteins entstanden sind. Die meisten haben breite Eingänge und werden gut mit natürlichem Licht angeleuchtet, was auch Sporttauchern ein sicheres Durchtauchen ermöglicht. Die größte von ihnen, die Rikoriko Cave, gilt als die größte Meereshöhle der Welt und ist eines der charakteristischsten Elemente des Archipels. Die Bögen und
Tunnel wirken wie natürliche Korridore, in denen sich oft Fischschwärme sammeln. Sie dienen auch als Schutz vor den Wellen und deswegen sind die Bedingungen im Inneren oft ruhiger als im offenen Wasser. Genau diese deutliche, lesbare Topographie – die Kombination aus vertikalen Wänden, Höhlen und Bögen – verleiht den Poor Knights Inseln ihren einzigartigen Charakter und ihre Bedeutung auf der Karte der weltweiten Tauchplätze. Meiner Meinung nach, wenn Hobbits schwimmen könnten, könnten sie vermutlich in der Gegend der Poor Knights wohnen ;)

Hobbit-Dorf
Unterdessen machen wir uns am Tag nach den Tauchgängen auf, um ein echtes Hobbit-Dorf in Matamata zu sehen, das auf dem Gelände einer privaten Schaffarm entstand und ursprünglich als temporäre Kulisse für den Film „Der Herr der Ringe“ gebaut wurde. Derzeit ist es eine kostenpflichtige Touristenattraktion, die es einem ermöglicht, sich wunderbar in die Atmosphäre des Films und der Hobbit-Idylle hineinzufühlen. Kapuzinerkressen blühen und der Gemüsegarten pulsiert vor Leben. Interessant ist, dass in vielen Hobbit-Höhlen immer noch Licht brennt. Der Rauch, der aus den Schorn-



steinen aufsteigt, sowie die Wäsche, die auf Leinen trocknet, sind Elemente der Szenografie, die den Eindruck erwecken sollen, dass die Bewohner nur kurz nicht daheim seien. Eines der Häuser (es gibt zwei – ein grünes und ein rotes) kann man auch von innen besichtigen, und die Liebe zum Detail und zu Kleinigkeiten bereitet wirklich große Freude. Die Krönung der Besichtigung ist ein Krug Ale oder Cider im „The Green Dragon Inn“ („Zum Grünen Drachen“) :) Eine stark kommerzielle Attraktion, aber meiner Meinung nach sehenswert.
Bei der Reiseplanung stießen wir auch auf Informationen über die hiesigen Glühwürmchenhöhlen. Dies ist eines der charakteristischsten Naturphänomene Neuseelands, und die Waipu Caves gehören zu den zugänglichsten und authentischsten. Im Gegensatz zu kommerziellen Grotten bleiben die Waipu Caves wild und unbeleuchtet, wodurch die biolumineszenten Larven der Pilzmücken (Arachnocampa luminosa) in völliger Dunkelheit wie ein natürlicher „Sternenhimmel“ sichtbar sind. Die Glühwürmchen nutzen ihr blau-grünes Licht, um Beute
Eingang zur Waipu Cave
anzulocken, und die feuchten, kühlen Innenräume der Höhlen bieten ihnen ideale Bedingungen. Das Besichtigen von Waipu erfordert eine Taschenlampe und Vorsicht, aber gerade diese Rauheit des Ortes macht den Kontakt mit diesem Phänomen weniger touristisch und direkter. Wenn das Licht der Taschenlampe erlischt, zeigt sich unseren Augen ein ungewöhnliches Bild wie von einer Galaxie und Millionen Sternen am Himmel. Magisch.
Die Nordinsel Neuseelands liegt an der Schnittstelle tektonischer Platten, was sie zu einem der geothermisch aktivsten Gebiete der Welt macht. In der sogenannten Taupō Volcanic Zone kann man Geysire, blubbernde Schlammkessel, heiße Quellen und dampfende Erdspalten beobachten. Der bekannteste Ort ist die Gegend um Rotorua, wo geothermische Phänomene fast im Stadtzentrum auftreten. Tatsächlich stoßen wir beim Spaziergang durch die Gegend auf Schilder, die warnen, die markierten Wege nicht zu verlassen, da die Erdoberfläche sehr heiß sein kann. Hier und da steigt aus Wiesen und Gräsern eine Dampfwolke auf, die uns daran erinnert, dass die Schilder nicht lügen.
In Rotorua finden wir auch einen Park mit geothermischen Gewässern und Schlämmen, wo wir ein Farbenspiel bewundern können – die intensiven Farben der Mineralablagerungen, vom Weiß des Siliziumdioxides bis zu leuchtenden Orangen und Grünen, sind das Ergebnis der hohen Temperaturen und der chemischen Zusammensetzung des Wassers. Die geothermischen Wässer und Dämpfe, die aus den Erdspalten ausgestoßen werden, sind reich an Schwefelwasserstoff, und ich füge nur hinzu, dass der Geruch an diesen Orten ebenfalls sehr charakteristisch ist :)
Es ist erstaunlich, wie viele vielfältige Attraktionen man auf der eigentlich kleinen Fläche der neuseeländischen Nordinsel finden kann. Bisher verband ich sie nur mit Grün und einer riesigen Menge der Schafe – was natürlich wahr ist! Hier aber verbirgt sich viel mehr. Wir waren dort nur wenige Tage, aber die Erlebnisse, Attraktionen und Emotionen reichen für laaange Erinnerungen.

Es war bereits der dritte Tag des Tauchens mit den Robben, und ich hatte immer noch keine gute Aufnahme. Zwar waren die Tiere neugierig und nicht einmal besonders scheu, aber hielten ständig einen – ihrer Meinung nach – sicheren Abstand. Als der Sicht nicht am besten war, führte es zusammen dazu, dass es wohl einfacher gewesen wäre, die Quantenmechanik zu verstehen (oder ein Date mit Monica Barbaro zu bekommen), als eine zufriedenstellende Aufnahme einzufangen.
Der Beginn des nächsten Tauchgangs verlief standardmäßig. Wir schwammen zu viert in einer breiten Reihe in wenigen Metern Tiefe, während die neugierigen Säugetiere, die am Grund lagen, ihre Köpfe hoben und uns aufmerksam beobachteten. Zwar kamen sie manchmal näher, aber nur von hinten, um vorsichtig in unsere Flossen zu beißen.
Ich bog leicht nach links ab und schwebte über den felsigen Grund noch einige Dutzend Meter weiter. Und dann… von Angesicht zu Angesicht (oder besser: von Schnauze zu Schnauze) tauchte er genau vor mir auf. Oder vielleicht war das sie, denn „unter den Schwanz“ habe ich nicht geschaut.
Er hielt einen schüchternen Abstand, floh aber nicht. Mehr noch, nach einem Moment begann er, mich vorsichtig zu umkreisen und mit jeder Runde den Abstand etwas verringerte. Noch einen Augenblick, und er war in Reichweite. Ich wartete zwei weitere Runden ab und klopfte ihm dann leicht auf die mir entgegengestreckte Flosse. Überrascht sprang er zurück und hielt für einen Moment wieder den seiner Meinung nach sicheren Abstand ein.
Nach einigen Sekunden kam er aber wieder näher. Ein weiteres Klopfen und wieder ein Rücksprung. Aber nicht mehr so weit. Einen Moment lang musterten wir einander und dann bewegte sich Zenon (seine Eltern wären sicher stolz, wenn sie wüssten, dass ich ihn in meinen Gedanken so genannt habe) wieder auf mich zu. Diesmal aber… streckte er die Pfote zum Abklatschen aus. Wieder umkreiste er mich und gab mir bei jeder Kehrtwende ein „High Five“. Fünf, sieben, zehn Mal. Wie oft kann man sich schon abklatschen? Bei der nächsten Runde überraschte ich ihn, indem ich die Bewegung nicht wiederholte, sondern ihn über den Kopf streichelte. Überrascht sprang er wieder zurück. Aber nur einmal. Danach schwamm er heran, streckte den Kopf vor und krümmte den Rücken für weitere Streicheleinheiten.
Erst nach gut einem Dutzend Runden fing ich an, Fotos zu machen – die ersten mit Herzklopfen, aus Angst, Zenon zu verscheuchen. Aber zu meiner Überraschung erschreckte ihn das Blitzlicht überhaupt nicht. Die Bedingung war nur, eine ausreichende Portion Kraulen sicherzustellen. Es war ein bisschen überwältigend – streicheln, abklatschen, den Bildausschnitt kontrollieren und die Belichtungskorrektur vornehmen.
Die ersten Aufnahmen, die etwas zu dunkel waren, kompensierte ich, indem ich die Blende um eine Stufe öffnete. Danach streckte ich wieder die Hand nach der verspielten Robbe aus. Es war Magie, die sicher noch lange dauern hätte, hätte Wojtek nicht plötzlich bei mir aufgetaucht (seinen Nachnamen schreibe ich hier aus Rücksicht auf ihn nicht, aber wenn ihr unbedingt wissen wollt, um wen es geht, werft einen Blick auf das Editorial des Chefredakteurs auf der ersten Seite dieses Magazins. Er hat sich darunter unterschrieben). Zenon erstarrte abrupt und sprang dann wieder auf den sicheren Abstand zurück. Einen Moment lang wartete er an der Sichtgrenze ab, wie sich die Situation entwickeln würde, und als er sah, dass ich den Eindringling nicht verjagte, schwamm er mit einer schnellen Wendung davon und verschwand in der Tiefe…
Æ Belichtungsparameter: Modus M, 1/60 Sek., f/6.3, ISO 200
Æ K amera: Olympus OM-D EM10
Æ O bjektiv: Olympus M.Zuiko Digital 14-42 f/3.5-5.6
Æ Gehäuse: Nauticam NA-EM10 + Planport (Flat Port)
Æ Ko nverter: Inon UWL-H100 + Domeport
Æ Blitze: 2x Inon D2000


Text SYLWIA KOSMALSKA-JURIEWICZ
Fotos ADRIAN JURIEWICZ

Zwischen Himmel und Erde, in angenehmer Schwebe, schaukele ich in einer weißen Hängematte, die an einem mächtigen Tamarindenbaum aufgehängt ist. Der Baum wächst am Strand, in seiner breiten Krone leben Vögel, die zu meiner Freude schon seit dem Morgen singen.
Der Tamarindenbaum sieht aus, als würde er über diesen Ort wachen, als ob hier nichts ohne sein Wissen geschähe.


Gestern, nach zwei Wochen Reisen auf den Gili-Inseln und Bali, sind wir auf Komodo angeflogen. Am späten Vormittag landeten wir in Labuan Bajo, einer Stadt an der Westküste der indonesischen Insel Flores. Vom Flughafen begaben wir uns zum Hafen; die Fahrt dauerte zehn Minuten. Während dieser kurzen Zeit konnten wir uns das Städtchen genauer ansehen. Wir passierten niedrige Gebäude, kleine Restaurants, Warungs, Lädchen und Cafés. Die Straße schlängelte sich wie ein Band und zwangt sich zwischen die Gebäude und die tropische Vegetation. Nach der letzten Kurve erschien ein spektakulärer Blick auf die Flores-See. Das türkisfarbene Wasser funkelte wie Diamanten in den Strahlen der Morgensonne. Hölzerne Segelschiffe wogen sich sanft auf den Wellen, vor Anker im Hafen. Unter ihnen war das Boot, das uns auf die dreißig Minuten entfernte Insel bringen wurde. Je weiter wir uns von der Küste Labuan Bajos entfernten, desto jungfräulicher und ursprünglicher wurde die Landschaft. Unseren Augen botet sich ein wunderschönes Panorama. Wir passierten grüne, vulkanische Erhebungen von unterschiedlichsten Formen und Strukturen, deren felsige Hänge steil ins türkisfarbene Meer abfielen. Auf diesen Felsen hat sich über Jahrtausende eine Erdschicht gebildet, die in der Regenzeit vor Grün explodiert. Es ist der Regen, der die Pflanzen zum Leben erweckt und die karge Landschaft in eine grüne Oase verwandelt. Die Wasserstraße, die zur Insel führte, war so schön, dass die Zeit auf dem Boot blitzschnell vorbei war. Wir legten an einem weit ins Meer ragenden Holzsteg an und stiegen die Holztreppe zum Pier hinauf. Einige
Magie ist hier die reale Welt. Wer das nicht versteht, versteht Indonesien nicht. Die Magie ist hier allgegenwärtig, die Magie bestimmt das Leben der Leute mehr als alles andere.
Tiziano Terzani
Personalmitglieder sind uns entgegengekommen. Mit einem Begrüßungsdrink in der Hand begaben wir uns zur Rezeption. Es gibt Orte auf der Erde, die wir zum ersten Mal im Leben besuchen, und doch fühlen wir uns, als wären wir nie von dort fortgegangen. Das war genau der Gedanke, den ich hatte, als ich meinen Fuß auf den Pier setzte: „Auf dieser Insel fühle ich mich, als wäre ich zurückgekehrt, als wäre ich ein integraler Teil von ihr.“ Dieser kleine Fleckchen Land ist ein wahres Paradies. Das Wort „Ruhe“ spiegelt seinen Geist perfekt wider. Die Insel ist sehr grün, es ist fast ein Dschungel mit einem Strandabschnitt, an dem weiße Holzhäuschen für die Gäste stehen. Von jeder Villa bietet sich ein spektakulärer Blick auf das Meer. Am Strand wachsen Palmen und ein riesiger Tamarindenbaum, der aussieht, als würde er unablässig über die Insel wachen. Nichts entgeht seiner Aufmerksamkeit; er weiß, wann die Gäste ankommen und wann sie abreisen. In seiner riesigen Krone leben Vögel, deren Gesang über die Insel hallt, und von seinen Ästen hängen Hängematten. Der Baum beschützt diesen Ort wie ein guter Hausherr. Auf der Insel befinden sich außerdem eine kleine Rezeption, ein Restaurant, ein Spa, ein Fitnessraum, ein Tauchzentrum sowie ein Pool. Vor den Häuschen, direkt an der Uferlinie, stehen Liegestühle mit dunkelblauen Sonnenschirmen, und vor dem Eingang jeder Villa stehen runde Schalen mit Süßwasser bereit, um sich vor dem Eintreten den Sand von den Füßen zu waschen. Heute genießen wir einfach die Insel. Wir schwimmen im Meer und tauchen am Hotelstrand. Das Korallenriff, das die





Insel umgibt, ist unglaublich schön. Fische, kleine Haie, Nacktkiemerschnecken, Krabben und Korallen kann man sogar vom Steg aus beobachten. Das Wasser ist kristallklar und wirkt wie ein natürliches Vergrößerungsglas. Die Geschöpfe, die in seinen Tiefen leben, scheinen größer und prächtiger zu sein. Wir tauchen direkt am Pier ab, der einen natürlichen Schutz für alle Unterwasserwesen bietet, die in seinem Schatten leben. Wir tauchen mit großer Achtsamkeit zwischen den Holzpfählen, die den Steg stützen. Ein Fischschwarm beobachtet uns aufmerksam; die Fische sind an uns genauso interessiert wie wir an ihnen. Von oben sieht der Steg gewöhnlich aus, er ist grau, farblos, gebaut aus Pfählen und Brettern, die schon längst in der Sonne ausgeblichen sind. Für die Unterwassergemeinschaft ist der Steg ein wahres Wunder, das schönste Zuhause der Welt, das ein Gefühl der Sicherheit gibt und vor Raubtieren sowie der brennenden Sonne schützt. Krabben kommen schüchtern aus der Holzkonstruktion heraus und verstecken sich wieder drin, geschickt mit ihren Scheren bewegend. Fischschwärme tummeln sich in dichter Formation und scheinen ein einziger Organismus zu sein, der dem Rhythmus desselben Herzens untergeordnet wird. Unter der Wasseroberfläche geschieht so viel, und zugleich herrscht eine unglaubliche Ruhe; alles läuft in perfekter Harmonie ab. Alle Geschöpfe sind mit ihren Angelegenheiten beschäftigt, die einen verstecken sich, die anderen jagen. Wir versuchen, all diese flüchtigen Momente mit Fotoapparat und Kamera einzufangen, um die Schönheit dieser Unterwasserwelt, die wir so sehr lieben, bestmöglich wiederzugeben.
Am nächsten Tag wache ich früh auf, noch vor dem Krähen des lokalen Hahns und bevor die Vögel ihr Morgenkonzert beginnen. Ich brühe Kaffee auf; sein Aroma allein zaubert ein breites Lächeln auf mein Gesicht. Mit einer Tasse wunderbaren Espressos in der Hand gehe ich vor das Häuschen, meine Füße berühren den seidigen Korallensand. Ich gehe ins Meer und genieße diesen magischen Moment wie ein Kind. Der Morgen ist definitiv meine liebste Tageszeit. Die Dunkelheit wird gleich dem Licht das Feld überlassen. Auf Bali begleiteten mich im Morgengrauen Hunde, die am Strand lebten; gemeinsam beobachteten wir den Sonnenaufgang. Auf Gili besuchte mich eine gefleckte Katze, die nach und nach immer mehr Platz auf meiner Liege einnahm, bis sie sich schließlich auf meinen Schoß legte und einschlief. Als ich im Morgengrauen aus dem Häuschen auf Komodo trat, fragte ich mich, wer hier diesen Moment mit mir teilen würde. Ich fand die Antwort überraschend schnell. Am Strandufer spazierte ein kleiner Nager, eine einheimische Maus, deren schnelle, flinke Bewegungen meine Aufmerksamkeit erregten. Bevor ich sie mir richtig ansehen konnte, flüchtete sie und verschwand, als wäre sie nie hier gewesen. Das Universum hat einen außergewöhnlichen Sinn für Humor.
Nach dem Frühstück mit Meerblick fuhren wir zum Tauchen hinaus. Heute planen wir drei Tauchgänge an verschiedenen Orten. Unser Tauchplan hängt weitgehend von den Meeresströmungen ab, die in der Region Komodo sehr stark sein können. Zuerst fahren wir zum Hafen, steigen aus dem Boot, erhalten Tickets als Bestätigung der Parkgebühren, dann gehen wir zum Hafen Tor, scannen die Tickets und gehen hinaus. Nach


einem kurzen Spaziergang und der Erledigung der Formalitäten kehren wir zum Boot zurück und fahren aufs Meer hinaus. Das Wetter ist ideal, die Sonne scheint und das Wasser ist eisglatt. Nach vierzig Minuten erreichen wir den ersten Tauchplatz, Sebayur Kecil, eine kleine Insel unweit des Komodo-Nationalparks. Das ist ein idealer Ort für einen „Check-Dive“, einen Überprüfungstauchgang. Das Korallenriff an dieser Stelle ist wunderschön, sehr abwechslungsreich und gesund. Das ist eine riesige Überraschung für uns, da Check-Dives normalerweise an Orten durchgeführt werden, die nicht zu den attraktivsten gehören. Die Sicht im Wasser ist sehr gut, vom Bootsdeck aus sehen wir den ausgedehnten Korallengarten. Wir tauchen entlang einer Wand, die in Kaskaden in die Tiefe abfällt; wir bleiben in geringer Tiefe, um das schöne Licht sowie den Reichtum der an diesem Ort vorkommenden Fauna und Flora zu genießen. Wir werden von zahlreichen Schildkröten begleitet die sich zwischen den Korallen wie in den bequemsten Betten ausruhen. Schwärme bunter Fische schwimmen über unseren Köpfen, und ein majestätischer Napoleon-Lippfisch steuert gemächlich in eine Richtung, die nur ihm gut bekannt ist.
Der nächste Tauchgang findet in Taka Makasar – Manta Point statt. Dieser Ort zeichnet sich durch geringe Tiefe aus, der Boden ist mit weißem und leicht rosafarbenem Sand bedeckt sowie mit kleinen, korallenbewachsenen Felsnadeln. Taka Makasar wird von Mantas beliebt; sie können hier fressen und sich der Körperpflege hingeben. Wir springen ins Wasser


und tauchen sofort ab; die Strömung ist stark, deshalb verbringen wir nicht viel Zeit an der Oberfläche. Wir bemerken zwei riesige Mantas, die ruhig unter uns hindurchschwimmen. Sie gleiten mit unglaublicher Anmut; einer ist schwarz, der andere schwarz-weiß. Die Sichtweite übersteigt dreißig Meter. Wir halten uns über dem Grund. Die Strömung ist stark, wir beginnen zu driften und geben uns ihrer Kraft hin. Wir schauen uns aufmerksam um, halten Ausschau nach Mantas, nach einer Bewegung, die unsere Aufmerksamkeit fesselt. Wir erreichen eine kleine Erhebung, über der sieben Mantas schweben; sie gleiten langsam, einer hinter dem anderen, und wirbeln in ihrem eigentümlichen Tanz. Ihre Körper werden von Schwärmen kleiner gelb-weißer Fische geputzt. Wir halten inne, verzaubert von diesem außergewöhnlichen Tanz. Ihre Bewegungen sind fließend, als würden die Mantas gleich zum Flug abheben. Wir ziehen ihre Aufmerksamkeit auf uns – sie schwimmen sehr nah heran und drehen direkt über unseren Köpfen um. Wir können unsere Augen nicht von ihnen abwenden und verlieren total das Zeitgefühl. Endlich tauchen wir langsam auf und saugen die letzten Momente dieser magischen Begegnung in uns auf. Es ist schwer, nach einem solch spektakulären Tauchgang in die Realität zurückzukehren. Auf dem Boot wartet das Mittagessen, aber niemand ist hungrig; unsere Herzen sind bei den Mantas auf dem Meeresgrund geblieben, erfüllt von riesiger Freude, Dankbarkeit und Rührung. Wir beschließen, in zwei Tagen noch einmal an denselben Ort zu tauchen. Heute jedoch fahren wir zum letzten Tauchgang dieses Tages, nämlich nach Tatara Besar. Das Wasser dort scheint ruhig, aber stellenweise erinnert es an einen reißenden Fluss. Diese Veränderungen werden von Meeresströmungen verursacht. Wir beobachten ein großes Holzboot, das in die Strömung geraten ist und beginnt, sich rundherum zu drehen. Die Natur zeigt subtil ihre Kraft und erinnert uns daran, wo unser Platz in dieser riesigen, schönen Welt ist. Jedes Eintauchen in die Gewässer von Komodo ist eine individuelle schöne Geschichte, erzählt von den Meeresströmungen, der Magie des Lichts und all

den, selbst den kleinsten, Geschöpfen, die eine so bedeutende Rolle im Unterwasserbuch des Lebens spielen.
Am nächsten Tag, früh am Morgen, brechen wir zu einem Ganztagesausflug auf, bei dem wir einige der spektakulärsten Orte im Komodo-Nationalpark besuchen werden. Der erste Ort, den wir ansteuern, ist Padar Insel. Dieser Ort zeichnet sich durch einen spektakulären Blick auf die Bucht aus. Nach einer Stunde Fahrt legen wir an einem Holzsteg an; der Strand auf dieser Seite der Insel ist dunkel und das Wasser kristallklar. Am Strand spazieren drei Mähnenhirsche, die eben noch im Meer gewatet sind. Normalerweise halten sie sich im Inneren der Insel auf, wo sie vor ihren natürlichen Fressfeinden, den Komodowaranen, Schutz suchen können. Manchmal jedoch kommen sie an den Strand, angelockt von Kokosnüssen, die Touristen in kleinen Läden auf dem Pier kaufen. Nachdem das Kokoswasser getrunken ist, schneidet der Verkäufer die Schale auf, und die Hirsche fressen das Fruchtfleisch aus der Mitte, das für sie ein wahrer Leckerbissen ist. Nachdem wir die Hirsche gefüttert haben, beginnen wir den Aufstieg zum Gipfel der Erhebung, wo sich einer der schönsten Ausblicke der Welt bietet. Es gibt über 800 Stufen, die nach oben führen. In der Tropenhitze klettern wir Schritt für Schritt den steilen Hang hinauf. Der Weg zum Gipfel dauert dreißig Minuten. Die Belohnung für die Mühe des Kletterns ist ein atemberaubendes Panorama über Padar und die nahegelegenen kleinen Inseln, die im türkisfarbenen Wasser liegen. Wir stehen voller Bewunderung da und starren auf die Strände in den Farben Weiß, Schwarz und Rosa. Die Natur hat ein wahres Meisterwerk geschaffen, das wir vom Gipfel von Padar aus bewundern können.
Von der Insel fahren wir zwanzig Minuten zu einem berühmten Rosastrand, der seine Farbe den Korallen sowie mikroskopischen Organismen namens Foraminiferen verdankt. Ihre Schalen haben eine rosa-rote Farbe; wenn Foraminiferen sterben, werden die Schalen von den Wellen zermahlen und vermischen sich mit dem weißen Sand. Den Effekt dieser Ver-



bindung können wir am Strand sehen, der einen zarten Rosaton hat. Er sieht in den Strahlen der Nachmittagssonne spektakulär aus. Wir baden im türkisfarbenen Wasser Arm in Arm mit den Hirschen. Der Anblick dieser wilden Tiere am Strand ist geradezu surreal und erfüllt uns mit unbeschreiblicher Freude.
Der nächste Punkt der Expedition ist der Komodo-Nationalpark, der für die größten lebenden Eidechsen, die Komodowarane, berühmt ist. Die Bootsfahrt dauert dreißig Minuten. Wir legen an einem Betonpier an, der direkt zum Eingang führt, einem symbolischen Steintor mit dem Abbild zweier Reliefs, die Echsen darstellen. Wir werden von einem Ranger (lokalem Führer) begrüßt, der eine spezielle Ausbildung, die Warane zu behandeln. Seine Aufgabe ist es, die Sicherheit der Touristen sowie der im Tropenwald lebenden Tiere zu gewährleisten. Neben den Waranen leben auf der Insel auch Hirsche, Wildschweine, Makaken und verschiedene Vogelarten. Die Warane sind am Morgen oder späten Abend am aktivsten, tagsüber schützen sie sich vor der Sonne in Höhlen oder im dichten Gebüsch. Wir haben riesiges Glück, als wir trotz der Hitze einigen Exemplaren begegnen. Einer spaziert am Strand, ein anderer liegt unter einem Baum, und ein weiterer hat unter einer Bank in der Nähe des Souvenirladens Zuflucht gesucht. Wir durchqueren den Regenwald ohne Eile, bewundern mächtige Bäume und Lianen, die von den Ästen hängen. Bunte Schmetterlinge versammeln sich an einer kleinen Quelle, die von Menschenhand geschaffenen wurde, damit die

im Wald lebenden Tiere ihren Durst stillen können. Es herrscht Trockenheit, der Wald erinnert eher an eine Savanne als an einen feuchten Tropenwald. Warane sind Einzelgänger, sie schwimmen sehr schnell und bewegen sich flink an Land. Die Männchen sind größer als die Weibchen; sie können bis zu drei Meter lang werden und achtzig Kilogramm wiegen. Sie riechen Aas aus mehreren Kilometern Entfernung. Sie ernähren sich hauptsächlich von Hirschen, Wildschweinen und Vögeln. Komodowarane haben Giftdrüsen – nach einem Biss erleidet das Opfer einen Schock und Lähmungen, was zum Tot führt.
Der Spaziergang durch den Monsunwald ist unglaublich aufregend, unsere Sinne sind geschärft. Wir lauschen auf jedes Geräusch, das das Erscheinen eines Warans ankündigen könnte. Langsam kehren wir zum Hafen zurück, essen zu Mittag mit Blick auf das Meer und fahren weiter zum Schnorcheln mit den Mantas. Es ist schon später Nachmittag, als wir am Manta Point anhalten. Die Chance auf eine Begegnung mit diesen majestätischen Geschöpfen ist groß. In unseren Herzen leben noch die Erinnerungen an den letzten Tauchgang mit den Mantas, deshalb springen wir mit großer Hoffnung ins Meer. Wir schauen unter die Wasseroberfläche, und unseren Augen bietet sich ein erstaunlicher Anblick – fünfzehn Mantas, die unter uns schwimmen. Sogar das Schnorcheln mit diesen Wesen bereitet uns riesige Freude; wir tauchen ab und auf und genießen die Gegenwart dieser magischen Geschöpfe. Wir hätten uns keinen schöneren Abschluss unseres ganztägigen Ausflugs in den Komodo-Nationalpark erträumen können. Der Aufenthalt in Indonesien war eine außergewöhnliche Zeit, die uns mit Ruhe und Freude erfüllte. Wir werden noch lange zu all diesen schönen Tagen zurückkehren, die nur eine Bestätigung dafür sind, wie viele Gründe wir zur Dankbarkeit haben.


Unser norwegisches Abenteuer begann am Flughafen in Krakau. Rucksäcke, Tauchausrüstung und eine Menge Aufregung – alles war bereit für die nächste Expedition.
Unser Ziel war BERGEN – die Stadt des Regens, der Fjorde und der bunten Häuser, die sich wie auf einer Postkarte an die Bucht schmiegen.
Zusammen mit meiner Familie kamen wir zwei Tage vor dem Rest der Gruppe an. Wir beschlossen, diese Zeit für eine entspannte Besichtigung der Stadt zu nutzen und Norwegen auf unsere eigene Art zu schmecken. Wir schlenderten durch die engen Gassen von Bryggen und gingen in kleine Cafés, in denen sich der Duft von Kaffee mit der frischen Meeresluft vermischte. Bergen begrüßte uns mit der Energie einer Stadt, die der perfekte Startpunkt für einen Tauchtrip ist. Die Züge vom Flughafen verkehren alle 5 Minuten, Fahrkarten kauft man am Automaten und die Bestätigung kommt per SMS. Die Fahrt ins Zentrum dauert etwa 45 Minuten und kostet umgerechnet nur ca. 4 Euro. Flüge von Krakau nach Bergen sind wirklich günstig – es lohnt sich, auch nur für ein paar Tage hierherzufliegen, ein Stück Norwegen zu sehen, hervorragenden Kaffee zu trinken, zwischen den bunten Häusern auf Bryggen zu spazieren und das Klima einer

Region zu spüren, die zwar die meiste Zeit des Jahres im Regen versinkt, uns aber… fast zwei Wochen Sonne schenkte.
Auch kulinarische Abenteuer konnten wir uns nicht entgehen lassen – Hotdogs mit Rentierfleisch erwiesen sich als überraschend lecker, und die Fischsuppen sowie Meeresfrüchte auf dem berühmten Markt im Stadtzentrum waren ein wahres Festmahl. Jeder Bissen schmeckte nach Norwegen – einfach, frisch und mit einer Note des kühlen Nordens.
Der Rest des Teams flog später ein, und die gesamte Tauchausrüstung kam per Minibus nach Norwegen. Dank dieser Lösung konnten wir nur mit Handgepäck reisen, was eine enorme Erleichterung war. Ohne schwere Taschen und Kisten mit Ausrüstung konnten wir frei durch die Stadt streifen – den Aussichtspunkt Fløyen erklimmen, in Cafés mit Blick auf den Hafen sitzen und die Atmosphäre von Bergen aufsaugen. Diese zwei



Tage vor Beginn der Tauchgänge waren die perfekte Einführung – ruhig, voller Sonne (was in Bergen eine Seltenheit ist), mit dem Geruch des Meeres und dem Geschrei der Möwen über dem Fischmarkt.
Die Idee für eine Norwegen-Expedition entstand in der Tauchschule von Denis aus Pszów (Polen), der eine Reise in die nördlichen Regionen des Landes organisierte. Da wir ganz in der Nähe wohnen, beschlossen wir, uns anzuschließen.
Diesmal nahmen wir vor Ort keine Dienste einer Tauchbasis in Anspruch – es sollte eine Erkundungsmission sein. Wir wollten prüfen, welche Möglichkeiten Norwegen für selbstständige Tauchgänge bietet. Wir hatten einige Informationen von Bekannten und ein paar Tipps aus dem Internet – Karten, Wrackbeschreibungen und Koordinaten von Orten, die schon mal von jemandem besucht wurden. Das reichte, um unsere Neugier zu wecken. Also packten wir unsere Trockentauchanzüge, Lampen und Kameras ein und machten uns auf die Suche nach Wracks, die in den kühlen, klaren Gewässern der Fjorde verborgen liegen.
Wir wohnten in der Ortschaft Rutledal, unweit des Anlegers, von dem aus Fährschiffe in verschiedene Teile der Fjorde ablegten. Das erleichterte das Pendeln zwischen den Tauchplätzen erheblich – es genügte, die Ausrüstung ins Auto zu packen, und in wenigen Minuten waren wir bereit für die nächste Erkundung. Wir beschlossen, unsere Kräfte zu bündeln – Denis bereitete die Hauptexpedition vor, und wir schlossen uns mit unserem eigenen Plan für Rekognoszierung und fotografische Erkundung an. Diese Mischung aus Spontanität und Erfahrung erwies sich als Volltreffer.
Die ersten Tauchgänge machten wir buchstäblich vom Hof unseres Hauses aus. Man musste nur den steinigen Strand hinuntergehen, um sich im klaren, ruhigen Wasser eintauchen. Die Sichtweite überraschte uns positiv – etwa 15 Meter, das Wasser hatte angenehme 15°C und, was am wichtigsten war, keine Strömung. Ideale Bedingungen zum Aufwärmen nach der Reise und für die ersten Fotos. Unser nächstes Ziel war das Wrack eines Dampskips (Dampfschiffs).

Das Wrack des Dampskips Wascana – monumentale Stille Wir starteten vom Ufer aus und gingen ruhig ins Wasser. Nach etwa 70 Metern Schwimmen erreichten wir die Leine, die direkt zum Wrack führte, und ich wusste sofort, dass dieser Tauchgang anders sein würde. Das Wasser war leicht milchig, aber die Sichtweite erlaubte es mir, jedes Fragment des Rumpfes und jede Struktur des Wracks zu erkennen.
Das Dampskip machte einen gewaltigen Eindruck auf mich – 115 Meter Länge, 15,9 Meter Breite, 4‘969 BRT. Es lag stark geneigt, mit den Masten den Grund berührend, und seine monumentale Silhouette passte kaum in den Bildausschnitt. Langsam bewegte ich mich an der Leine entlang und fotografierte Fragment für Fragment. Jedes Deck, jede Bordwand, der Maschinenraum – alles schien seine eigene Geschichte zu erzählen.
Gebaut im Jahr 1913, sank das Dampfschiff Wascana am 23. April 1945. Das Tauchen ist vom Boot oder über einen steilen Abhang möglich, aber am schönsten ist das langsame Entdecken seiner Räume, Meter für Meter, wobei man bei Details verweilt, die noch immer die einstige Macht des Schiffes bewahren. Hier herrschte eine monumentale Stille, der raue norwegische Raum und die Möglichkeit, Bilder zu schaffen, die die Größe des Wracks und seine außergewöhnliche Geschichte wiedergeben. Jede Aufnahme, jeder Bildausschnitt unter Wasser wird Teil die -
ser Geschichte, die man langsam und in voller Konzentration kennenlernen möchte.
Wracks: Ferndale und Parat
Auf dem nächsten Spot gab es zwei Wracks: Ferndale und Parat. Diesmal mussten wir mit unserem Boot hinausfahren – Denis hatte es für uns für den gesamten Aufenthalt organisiert und es stand uns ständig zur Verfügung. Das erleichterte die Logistik, das Fortbewegen und das Entdecken neuer Orte, die nicht direkt vom Ufer aus zugänglich waren.
Die Ferndale ist eines der beliebtesten und am häufigsten besuchten Wracks der Region – ein Klassiker, der Taucher aus der ganzen Welt anzieht. Und kein Wunder: es ist spektakulär, fotogen und voller Leben.
Nach einer Stunde Fahrt gelang es uns, die Boje des Wracks zu lokalisieren. Wir legten schnell die Ausrüstung an, kontrollierten die Kameras und zack – ab ins Wasser. Die Ferndale tauchte schon auf 10 Metern auf, aber anfangs war die Sicht sehr eingeschränkt, nur wenige Meter. Um uns herum schwebte ein milchiger Nebel, der die Stahlkonstruktion einhüllte und ein surreales Klima schuf – ganz wie in den Cenoten in Mexiko. Jedes Rumpffragment tauchte langsam, fast schüchtern, auf, als wäre sich das Wrack nicht sicher, ob es seine ganze Geschichte preisgeben will.

Mit der Zeit begann sich der Nebel zu lichten, und die Ferndale enthüllte immer mehr. Ein kurzer Blick im Flachwasser reichte, um von der Fülle des Lebens begeistert zu sein – bunte Seeanemonen, Fische und Krabben bildeten eine farbenfrohe, pulsierende Welt.
Nach einem Moment schwammen wir durch eine Öffnung ins Innere des Wracks. Wir bahnten uns den Weg durch dunkle Korridore und kamen tiefer wieder heraus – auf 27 Metern, wo sich die Atmosphäre komplett änderte. Der milchige Nebel verschwand, die Sicht war hervorragend, und das Wrack war mit weißen Seeanemonen bedeckt, die auf dem dunklen Hintergrund des Metalls überirdisch aussahen. Das erzeugte eine unglaubliche, fast märchenhafte Stimmung.
Wir tauchten immer tiefer, bis auf 45 Meter, wo der Bug der Ferndale endete. Wir blickten nach unten – und dann sahen wir etwas, das uns buchstäblich den Atem raubte. Ein weiteres Wrack! Direkt unter uns lag der Schlepper Parat, in voller Pracht sichtbar. Die stählernen Silhouetten der zwei Wracks, die übereinanderlagen, boten einen hypnotisierenden Anblick, als wäre die Zeit genau im Moment der Katastrophe stehen geblieben. Dies ist einer der magischsten und emotionalsten Tauchgänge, die man in norwegischen Gewässern machen kann.
Tauchen vom ufer – das entdecken neuer orte
Wir erkundigten alle Buchten in der Umgebung – die zugänglichen, vielversprechenden und potenziell interessanten. Wir bewerteten die Tiefe, die Sicherheit und ob der Ort Tauchpotenzial hatte.
In einer der Buchten, die wir zufällig auf dem Rückweg vom Einkaufen fanden, tauchten wir ab. Und das war ein absoluter Volltreffer.
Nach etwa 15 Minuten erreichten wir eine mit Seeanemonen bewachsene Wand, voller Fische und Krabben. Auf 9 Metern sah ich Leinen, die nach unten
führten – sie zogen sich in die Dunkelheit bis auf 70 Meter, vielleicht mehr. Die Sichtweite betrug über 20 Meter und das Wasser hatte etwa 14°C.
Dieser Ort eignet sich ideal für tiefe, technische Tauchgänge.
Norwegen über wasser
Wir haben nicht nur getaucht.
Zwischen den Ausflügen ans Wasser sammelten wir Pilze und angelten – wie könnte man diese sauberen, wilden Fjorde nicht nutzen?
Und die Aussichten… Norwegen ist wunderschön. Fjorde, Wasserfälle, steile Kliffen und endlose grüne Täler machen einen gewaltigen Eindruck.
Und dieses Wetter! In zwei Wochen regnete es nur einen halben Tag lang –für diese Region ein absolutes Wunder.
Norwegen begeistert unter Wasser und über der Oberfläche. Es ist wie geschaffen für technische Taucher, Wracktaucher und für diejenigen, die eine Atmosphäre suchen, die an keinem anderen Ort nachzuahmen ist.
Ferndale und Parat – mystisch und emotional.
Dampskip – monumental und rau.
Neue Plätze vom Ufer aus – vielversprechend, technisch und wunderschön klar. Bestimmt werden wir da zurückkehren.

Text & fotos TOMASZ KULCZYŃSKI

Neues Jahr, neue Pläne, draußen Winter… Um die Stimmung ein wenig aufzuheizen, widmen wir uns heute dem Wrack der Carnatic, das auf dem Grund des warmen Roten Meeres ruht.
DIE CARNATIC GEHÖRT ZU DEN SPITZENWRACKS IN VIELEN RANGLISTEN UND IST ENTSPRECHEND STARK FREQUENTIERT.
Wie immer in meinen Artikeln versuche ich, mehr zu vermitteln als nur trockene Fakten – daher möchte ich mich diesmal nicht nur mit dem Wrack selbst beschäftigen, sondern auch mit den Situationen und Risiken, die sich aus Tauchgängen an einem derart überlaufenen Wrack ergeben.
Das Schiff sank im 19. Jahrhundert unter dramatischen Umständen, und seine Geschichte weckt bis heute das Interesse von Forschern und Schifffahrtsliebhabern.


Das Schiff wurde in London in der Werft Samuda Brothers auf der Isle of Dogs in den Jahren 1862–1863 gebaut. Zunächst war geplant, ihm den Namen Mysore zu geben, doch schließlich wurde es am 6. Dezember 1862 als SS Carnatic vom Stapel gelassen und im April 1863 in Dienst gestellt. Es gehörte der britischen Reederei Peninsular and Oriental Steam Navigation Company (P&O).
Die Carnatic bediente die Route zwischen Suez und Bombay und stellte damit bereits vor der Eröffnung des Suezkanals




eine schnelle Dampferverbindung zwischen Großbritannien und Indien sicher. Die Reise umfasste die Passage über das Mittelmeer nach Alexandria sowie einen Landtransfer nach Suez.
Die Alternative war die lange Seereise um das Kap der Guten Hoffnung, die in jener Zeit für Dampfschiffe wirtschaftlich nicht rentabel war.
Die Konstruktion des Schiffes war gemischt – es verfügte über ein eisernes Spantengerüst und eine hölzerne Außenhaut. Ausgestattet war es sowohl mit einer Rahbesegelung als auch mit einer vierzylindrigen, invertierten Verbunddampfmaschine, die
eine einzelne Schraube antrieb. Die Maschine, entworfen von der Firma Humphrys & Tennant, entwickelte eine Leistung von über 2.400 Pferdestärken.
Der Einsatz einer Verbundmaschine war damals eine Neuheit in der britischen Flotte. Obwohl der Dampfdruck in den Kesseln aufgrund der Vorschriften des Board of Trade auf 26 psi begrenzt war, erlaubte der Einsatz von Heißdampf eine sehr gute Effizienz. Der Brennstoffverbrauch lag bei etwas mehr als 2 Pfund Kohle pro Pferdestärke und Stunde – ein Wert, der mit den modernsten Schiffen jener Epoche vergleichbar war.


Die Katastrophe ereignete sich am 12. September 1869, als die Carnatic auf das Riff Shaʿb Abu Nuhas in der Nähe der Insel Shadwan, am Eingang des Golfs von Suez, auflief. Kapitän P. B. Jones war zunächst der Ansicht, das Schiff sei sicher, und verweigerte die Evakuierung der Passagiere, da er davon ausging, dass in Kürze ein weiteres P&O-Schiff – die Sumatra – vorbeikommen würde.
Über viele Stunden herrschte an Bord Ruhe. Erst in der Nacht, als Wasser in die Kessel eindrang, verlor das Schiff seine Energieversorgung und Beleuchtung. Nach 34 Stunden auf dem Riff wurde am Morgen des 14. September der Befehl zur Räumung des Schiffs gegeben. In dem Moment, als die ersten Passagiere in die Rettungsboote einstiegen, brach der Rumpf plötzlich in zwei Teile. 31 Menschen kamen ums Leben, die übrigen Schiffbrüchigen erreichten die karge Insel Shadwan, von der sie am nächsten Tag gerettet wurden.
Die Carnatic hatte eine beträchtliche Goldladung an Bord – im Wert von etwa 40.000 Pfund, was nach heutigem Maßstab über einer Million Pfund entspricht. Zwei Wochen nach dem Unglück wurde eine Bergungsaktion durchgeführt, und offiziell gab man bekannt, dass der gesamte Schatz geborgen worden sei – dennoch halten sich bis heute Gerüchte über nicht geförderte Wertsachen.
Nach dem Unfall wurde Kapitän Jones nach England vor eine Untersuchungskommission zitiert. Zwar wurde er als erfahrener Offizier eingestuft, gleichzeitig kam man jedoch zu dem Schluss, dass sich die Tragödie bei größerer Vorsicht hätte vermeiden lassen. Sein Kapitänspatent wurde für neun Monate suspendiert, allerdings kehrte er nie wieder in den Seedienst zurück.
Das Wrack liegt in 17 bis 25 m Tiefe und ist, wie bereits erwähnt, eines der bekanntesten und am häufigsten betauchten Wracks im Roten Meer. Gerade wegen dieser Popularität ist es praktisch unmöglich, dort zu tauchen, ohne dass sich noch ande -

re Tauchgruppen von verschiedenen Booten im Wasser befinden. Hinzu kommen die Safarischiffe, die mehr oder weniger zur gleichen Zeit zu ihren Touren aufbrechen – dann liegen fast alle entweder zu Beginn der Woche oder auf dem Rückweg hier. Dazu kommen noch die Tagesboote, die jeden Morgen den Hafen verlassen und abends zurückkehren.
Während unseres Tauchgangs waren so viele Boote vor Ort, dass ich sie kaum zählen konnte. Außerdem lagen sie alle außerhalb des Riffs vor Anker, sodass man mit dem RIB zum Wrack übersetzen musste. Dazu kam ein ziemlich starker Wind, was für ordentlichen Wellengang sorgte. Nimmt man all diese Faktoren zusammen, ergab sich eine ziemlich explosive Mischung an Rahmenbedingungen… Schon die Anfahrt zum Wrack war wegen der hohen Wellen recht mühsam. Die Fahrt dauerte etwa 10 Minuten, doch das eigentliche Problem begann vor Ort: Über dem Wrack wimmelte es nur so von anderen RIBs, die entweder gerade Taucher einsammelten oder neue ins Wasser springen ließen… Vor Ort warteten wir weitere 15 Minuten auf unsere Reihenfolge. Während dieses Wartens schwappte ständig Wasser ins Boot, alles rutschte hin und her und – was am schlimmsten war – bei den meisten machte sich langsam die Seekrankheit bemerkbar… Und das, obwohl alle bereits komplett ausgerüstet waren, mit schweren Flaschen auf dem Rücken und dem allgegenwärtigen Geruch der Außenbordmotor-Abgase… Nachdem wir die Bedingungen an der Oberfläche hinter uns gelassen hatten, waren wir endlich im Wasser. Unsere Gruppe ist recht
erfahren, also: hinfahren, 1, 2, 3 und hopp – alle im Wasser! Schon beim Abtauchen zum Wrackboden sah ich die Vielzahl an Luftblasen, die über dem Wrack nach oben stiegen – es sah ein bisschen aus wie Sprudelbläschen in Mineralwasser, das man ins Glas eingeschenkt hat.
Das größte Problem beim Tauchen mit so vielen Leuten ist die sehr hohe Wahrscheinlichkeit, den Guide zu verlieren. Deshalb suche ich mir immer ein besonderes Wiedererkennungsmerkmal beim Guide und meinem Buddy, damit ich sie von den anderen unterscheiden kann – zum Beispiel gelbe Flossen, ein markantes Maskenband, irgendetwas Einzigartiges. Trotz aller Bemühungen endete jeder Versuch, mich auf ein Foto zu konzentrieren oder mir etwas aus der Nähe anzuschauen, damit, dass ich wieder nach der Gruppe suchte – sprich: nach den fehlenden Mitgliedern. Oft passierte es, dass ich, während ich Gesichter abscannte, noch eine weitere „verlorene“ Person fand – und ab da suchten wir schon zu zweit. Der Vorteil war, dass die Navigation am Wrack kinderleicht war und jeder wusste, wo er die Gruppe wiederfinden konnte.
Wir beendeten den Tauchgang an der Stelle, an der das Wrack in zwei Teile zerbrochen ist; dort gab es zwei Aufstiegsleinen – dicke, verwirrt wirkende, „maritime“ Taue. Entlang dieser Leinen fand unser Aufstieg statt (leider auch der aller anderen Tauchgruppen), und es herrschte dort ein gewaltiger Stau! Es lief so ab: Ein Boot kam heran, nahm die Taucher auf und fuhr weg. In dieser Zeit wartete die nächste Gruppe in 5 m Tiefe, und sobald Platz frei wurde, tauchten sie zur Oberfläche auf. An der Oberfläche kreisten die Boote aufgrund der Wellen nur im Gebiet und stellten sich quasi in einer Warteschlange an der Stelle an, an der die Aufstiegsleinen befestigt waren. Unter Wasser hörte man nur den gewaltigen Lärm der rotierenden Schiffsschrauben der Boote… Habt ihr euch die oben beschriebene Situation bildlich vorgestellt? Dann ist es nicht schwer zu erraten, dass dabei irgendetwas schiefgehen musste. Die besagte dicke Aufstiegsleine hatte nämlich bei starkem Strom und dem Druck von etwa 20 Personen – ungefähr so viele hingen daran – ihren Befestigungspunkt verloren und begann abzusinken. Es dauerte eine Weile, bis die Leute das überhaupt bemerkten. Alle Guides machten sich sofort daran, die Leine wieder zu befestigen, und innerhalb kürzester Zeit herrschte ziemliches Chaos. Die meisten Taucher wechselten zur zweiten Leine, während wir zusammen mit unserem Guide die ursprüngliche Leine wieder einhakten und mit einem zweiten Aufstiegsversuch begannen. Ich vergleiche das gern mit den Kassen im Supermarkt – in dem Moment, als wir die Leine repariert hatten, kamen all die Leute, die zur zweiten Leine gewechselt waren, wieder zurück zu unserer… Der einzige Unterschied war: Wir waren jetzt die Ersten in der Schlange. Nach dem Auftauchen gestaltete sich allein das An-Bord-Kommen aufgrund der Wellen ebenfalls als echte Herausforderung.
Worauf ich besonders aufmerksam machen möchte: Während wir unsere Ausrüstung ablegten und an Bord gingen, fiel mir eine recht große Anzahl von Köpfen auf, die an der Oberfläche auftauchten, um zu schauen, was los ist und wo ihr Boot geblieben ist. Wir waren uns alle einig, dass diesen Leuten die Gefahr überhaupt nicht bewusst war, die von den ständig kreisenden RIBs ausging, die auf ihre Gruppen warteten. Beim Wegfahren riefen auch wir dem Bootsführer nervös zu: „Stopp, der Nächste!“
Zusammenfassend würde ich sagen, dass unser Tauchgang am Wrack der Carnatic für uns alle eine Lektion war. Zum Glück ist keinem von uns etwas passiert, aber ich kann mir an so einem Tag wirklich keine wenig erfahrenen Taucher dort vorstellen. Man muss sich bewusst machen, dass die Menschen in Ägypten anders an Leben und Sicherheit herangehen – und das sollte man in seine Überlegungen einbeziehen. Was das Wrack selbst betrifft, stimme ich zu: Es ist wunderschön, und ich würde sehr gern noch einmal dort tauchen – aber bei besseren Wetterbedingungen und mit deutlich weniger Tauchern. Wie immer gilt: sichere Tauchgänge – und wir sehen uns beim nächsten Wrack. Vielleicht in der Ostsee???

Text DAWID STRĄCZEK
Fotos DAWID STRĄCZEK, SAMI PAAKKARINEN, PATRIK GRÖNQVIST

Es gibt Tauchplätze, die jahrelang irgendwo an der Grenze zwischen Vorstellung und Realität existieren – bekannt aus Filmen und Fotos.
Einer davon war für mich lange Zeit das GEFLUTETE BERGWERK OJAMO IN FINNLAND.
Kristallklares Wasser, absolute Dunkelheit und metaphysische Räume, die eher an einen fremden Planeten als an ein ehemaliges Bergwerk erinnern – eine Welt, zu der nur wenige Zugang haben.
Vielleicht ist es kein Zufall, dass genau Ojamo einer der Drehorte des Films Dive Odyssey wurde, inszeniert vom finnischen Filmemacher Jan Kasperi Suhonen. Dieser kurze, visuelle Tauchfilm, fast schon ein Gedicht, hat meine Vorstellungskraft über Jahre stärker beflügelt als so mancher Reportagebeitrag. Gemma Smith dabei zuzusehen, wie sie durch die dunkel umhüllten, endlosen Räume gleitet, hatte etwas Hypnotisches – ein Erlebnis an der Grenze zwischen Traum und realem Tauchgang. Lange Zeit war der Film für mich nicht nur ein Film, sondern eine Einladung an einen Ort, den es tatsächlich gibt.
Über viele Jahre blieb Ojamo jedoch ausschließlich ein Traumziel. Ernsthaft begann ich erst nach einer der großen Tauchkonferenzen darüber nachzudenken, dort wirklich zu tauchen – nachdem ich das Vergnügen hatte, Sami Paakkarinen kennenzulernen: einen finnischen Explorer und Instruktor, der ohne Zweifel zur Weltspitze der technischen Taucher und Höhlentaucher gehört. Ein kurzes Gespräch führte zu einer Einladung zum gemeinsamen Tauchen – und holte Ojamo sehr schnell von der Ebene der filmischen Vision auf die Ebene von Planung, Logistik und Verantwortung.
Die Idee einer Reise nach Finnland teilte ich praktisch sofort mit den Menschen, mit denen ich üblicherweise tauche. Wir legten eine Gruppe in einem Messenger an und begannen, Ideen auszutauschen – von der Logistik über Unterkünfte bis hin zum Ziel und den Details der Tauchpläne. Sami war ebenfalls Teil dieser Diskussion, ohne jedoch je seine Meinung aufzudrängen. Er las aufmerksam mit und stellte Fragen – oft die einfachsten und gleichzeitig unbequemsten – die unsere „perfekten“ Tauchpläne mehr als einmal infrage stellten. Das Fazit war eindeutig: Ojamo ist kein Ort, der Fehler verzeiht.
Deshalb sind wir, obwohl die Gruppe ursprünglich größer sein sollte, am Ende nur zu zweit nach Finnland gefahren – gemeinsam mit Tomek Iwanicki. Und es ist wichtig, das klar zu betonen, ohne arrogant zu klingen: In meiner Umgebung gibt




es viele technische Taucher, die in solchen Umgebungen hervorragend zurechtkommen, aber Dekompressionstauchgänge unter Überkopfbedingungen, auf Kreislaufgeräten, in mehreren Hundert Metern Entfernung vom Ausgang und in Tiefen von mehreren Dutzend Metern verlangen mehr als nur Fertigkeiten und bewährte Ausrüstung – sie verlangen vor allem vollständiges, bedingungsloses Vertrauen in den Partner. Hinzu kommen eine lange Reise und sehr viel gemeinsam verbrachte Zeit an der Oberfläche. Solche Expeditionen haben nur dann wirklich Sinn, wenn Menschen daran teilnehmen, die nicht nur gut tauchen, sondern sich auch an Land aufrichtig gern miteinander aufhalten.
Während wir auf den Abreisetag warteten, ließ mich die Neugier tiefer in die Geschichte dieses Ortes eintauchen. Das geflutete Bergwerk Ojamo, etwa 60 Kilometer westlich von Helsinki in der Region Lohja gelegen, hat eine weitaus reichere Geschichte, als man zunächst vermuten würde. Seine Anfänge reichen ins 19. Jahrhundert zurück, als dort mit dem Abbau von Kalkstein und Marmor begonnen wurde. Dieses Gestein wurde über Jahrzehnte im Bauwesen und in der Architektur verwendet und gelangte Berichten zufolge sogar als Bodenbelag in das finnische Parlament in Helsinki. Zunächst wurde der Abbau im Tagebau betrieben, verlagerte sich mit der Zeit jedoch unter Tage, wo
ein weitverzweigtes System von Stollen und Kammern entstand.
Im 20. Jahrhundert war das Bergwerk weiterhin in Betrieb – auch in der schwierigen Zeit des Winterkriegs mit der UdSSR, als das Gelände von Ojamo als Arbeitslager für Kriegsgefangene genutzt wurde. Nach dem Krieg wurde der Abbau wieder aufgenommen, jedoch in der Mitte der 1960er-Jahre endgültig eingestellt. Der Preisverfall bei Kalkstein und der Zugang zu billigeren Rohstoffquellen führten dazu, dass der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr rentabel war. Nach der Schließung des Bergwerks wurde das Abpumpen des Wassers eingestellt, und die unterirdischen Hohlräume liefen nach und nach voll, bis sich der Wasserspiegel mit der Geländeoberfläche ausglich. Heute wirkt der Ort von außen wie ein ganz gewöhnlicher Waldsee – ohne zu verraten, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt.
Unter der Oberfläche bildet Ojamo ein mehrstöckiges, weit verzweigtes System aus Stollen und Hallen, das diesen Ort zu einem der bekanntesten Ziele für technisches Tauchen und Höhlentauchen in Europa gemacht hat. Das oberste Niveau beginnt in einer Tiefe von etwa 28 Metern, die nächsten Ebenen liegen bei 56 und 88 Metern, und die bekannten, betauchten Bereiche reichen bis etwa 160 Meter. Der Hauptschacht, der bis auf ungefähr 250 Meter abfällt, ist bis heute nicht vollständig erkundet. Lange, gerade Gänge – stellenweise über 1,5 Kilometer lang – und gewaltige Kammern

hinterlassen selbst bei sehr erfahrenen Tauchern einen tiefen Eindruck.
Wer in Ojamo tauchen möchte, muss wissen, dass es sich um einen Ort mit klar geregelten Zugangsbedingungen und Nutzungszeiten handelt. Der Grubensee von Ojamo wird gemeinsam mit Meriturva genutzt – einer finnischen Ausbildungsorganisation, die Einsatzkräfte wie Feuerwehr und Wasserrettung trainiert. Das Gewässer dient außerdem als Schulungsort für Luksia, eine regionale Bildungseinrichtung, die u. a. Kurse im Berufstauchen anbietet. Deshalb findet Sporttauchen dort hauptsächlich an Wochenenden sowie an Werktagen in den Nachmittagsstunden statt. Der Einstieg ins Wasser ist ausschließlich von dem Gelände aus möglich, das vom Verein Ojamon Kaivossukeltajat verwaltet wird, der für die Organisation und Koordination der Tauchaktivitäten an diesem Standort verantwortlich ist.
Der Einstieg in den Overhead-Bereich (Tauchen unter Überkopfbedingungen) befindet sich in einer Tiefe von etwa 28 Metern, ungefähr 200 Meter vom Einstiegssteg entfernt. Man erreicht ihn, indem man durch den offenen Teil des Sees dorthin taucht, wo das Wasser zwar relativ warm, die Sicht aber meist sehr schlecht ist. Aus diesem Grund ist es trotz verlegter Führungsleine am sinnvollsten, an der Oberfläche zur Boje zu tauchen, die den Eingang in die geflutete Mine markiert.
Sobald man die Grenze des Bergwerks überschreitet, ändern sich die Bedingungen schlagartig. Die Wassertemperatur in den
Stollen liegt selten über 6 °C, dafür kann die Sicht spektakulär sein. Die Hauptattraktion der ersten zugänglichen Ebene ist ein System aus dreizehn miteinander verbundenen Kammern, die als „Perlen“ bekannt sind. Diese gewaltigen Räume beeindrucken schon in den ersten Minuten des Tauchgangs.
Die tieferen Ebenen beherbergen Orte von beinahe metaphysischem Charakter, wie „Hell’s Gate“ oder „Lucifer’s Pillar“. Tauchgänge in diesen Bereichen erfordern bereits den Einsatz von Trimix-Gemischen sowie sehr präzise Planung und Erfahrung im tiefen Overhead-Tauchen. Aufgrund der beträchtlichen Distanz zum Eingang und der Größe des gesamten Systems wird der Einsatz von DPV-Scootern und Kreislaufgeräten (CCR) ausdrücklich empfohlen – nicht nur, um die Reichweite der Tauchgänge zu erhöhen, sondern auch, um eine angemessene Sicherheitsreserve zu gewährleisten.
In Finnland, einem Land, das man mit unberührter Natur, Tausenden von Seen und endlosen Wäldern verbindet, sucht man Karstgebiete vergeblich – natürliche Höhlen kommen hier praktisch nicht vor. Der Untergrund besteht überwiegend aus alten, harten kristallinen Gesteinen wie Granit und Gneis, die sich nicht in dem Maße im Wasser lösen, dass daraus weitläufige unterirdische Systeme entstehen könnten. Genau deshalb übernehmen geflutete Bergwerke wie Ojamo gewissermaßen die Rolle von Höhlen und bieten finnischen Tauchern eine Überkopfumgebung in einer anderen, raueren und stärker industriell geprägten Form.


Den Aufenthalt im Bergwerk Ojamo haben wir auf drei Tage intensiver Tauchgänge verteilt. Von Anfang an war klar, dass es keine „Urlaubsreise“ werden würde – Priorität hatte das Training im Umgang mit DPV in einer Überkopfumgebung. Jeder Abstieg ins Wasser folgte einem klaren Plan und hatte ein eindeutig definiertes Ziel; jeder Tauchgang war Teil eines größeren Prozesses und keine bloße „Sammlung“ neuer Spots.
Beim Tauchen in Ojamo fällt sofort der rohe, industrielle Charakter des Raums ins Auge. Wände und Decken zeigen gedämpfte Grau- und Graphittöne, die stellenweise in dunklere, fast metallische Farben übergehen. Das Gestein ist zum großen Teil glatt und regelmäßig und trägt deutlich sichtbare Spuren von Bohrungen und kontrollierten Sprengungen. Glatte Flächen, sich wiederholende Formen und die geometrische Ordnung der Kammern verraten eindeutig, dass es sich um einen von Menschen geschaffenen Raum handelt – nicht um das Ergebnis jahrtausendelanger natürlicher Prozesse.
Diese bergmännische Herkunft hat ihre Konsequenzen. Das Gestein ist stabil und „sauber“ – Sediment lagert überwiegend auf Vorsprüngen und in Vertiefungen und steigt nur selten in die Wassersäule auf. Ein versehentlicher Flossenschlag führt nicht sofort zu einer drastischen Verschlechterung der Sicht, die im Allgemeinen überraschend gut bleibt. In Verbindung mit der gewaltigen Dimension der Abbauräume entsteht ein Gefühl von Weite, Struktur und Kontrolle.
Während der ersten Tauchgänge überwogen Staunen und Begeisterung, aber auch ein deutlich spürender Respekt, der sich stellenweise beinahe in Angst verwandelte. Die Dimension des Raums, die Distanz zum Ausgang und das ständige Bewusstsein der Decke über dem Kopf ließen nie vergessen, wo wir uns befanden. Mit jedem weiteren Tauchgang wich diese Angst allmählich einer Faszination für den Ort selbst – seinen Rhythmus, seine Geometrie und seine Ruhe – natürlich bei gleichbleibender Demut gegenüber einer Umgebung, die keine Leichtfertigkeit verzeiht.

Finnen wirken oft distanziert und wortkarg, aber wenn man ihr Vertrauen gewinnt, können sie sich als ausgesprochen herzlich, hilfsbereit und authentisch in ihren Beziehungen erweisen. Sami Paakkarinen, der zur Weltspitze der technischen Taucher gehört, bestätigte seine Klasse nicht durch große Worte, sondern durch eine ruhige, konsequente Herangehensweise, Präzision und Liebe zum Detail. Er erkannte mögliche Probleme im Voraus und reagierte darauf, bevor sie überhaupt akut wurden – so endeten alle Tauchgänge sicher.
Ojamo lebt nicht von Adrenalin oder dramatischen Effekten. Der Ort erzwingt Konzentration, Präzision und innere Ruhe. An der Oberfläche blieben Müdigkeit zurück, aber auch eine tiefe Zufriedenheit darüber, dass alles genau so verlaufen war, wie geplant. Genau diese Emotionen – weit mehr als bloße Tiefenangaben, Zeiten oder Namen einzelner Bereiche – bleiben lange im Gedächtnis und sorgen dafür, dass der Gedanke an eine Rückkehr fast augenblicklich wieder auftaucht.


Text & fotos MICHAŁ MUCIEK

In der polnischen Tauchlandschaft, die von Steinbrüchen, den legendären Schiffswracks der Ostsee und den Tiefen des Hańcza-Sees dominiert wird, scheint die Łęczna-WłodawaSeenplatte immer noch eine Region zu sein, die noch nicht vollständig entdeckt wurde, obwohl sie eine Vielzahl von begeisterten Fans hat
Unter den Dutzenden von Gewässern in dieser Region sticht ein See heraus, der das unbestrittene Zentrum des Tauchtourismus in Ostpolen ist.
Der Piaseczno-See ist einer der saubersten Gewässer in Polen (erste Sauberkeitsklasse), was sich auf eine durchschnittliche Sichtweite von 3 bis 7 Metern überträgt. Die besten „Tauchfenster“ sind normalerweise im Juni, September und im Winter – um die Jahrwende, wenn der See mit ruhigem und klarem Wasser überraschen kann. Allerdings gibt es auch Orte, die nicht auf den ersten Blick beeindrucken. Das Ufer ist
ruhig, das Wasser scheinbar gewöhnlich, es gibt keine spektakulären Felsformationen. Es reicht aber, das Gesicht ins Wasser zu tauchen, um zu erkennen, dass der Piaseczno-See niemanden zu verführen versucht, sondern eigene Bedingungen stellt. Er ist ein Gewässer, das sich niemandem mit einer Erzählung aufdrängt. Er setzt sie durch, langsam, konsequent und ohne Zugeständnisse. Die Topografie des Piaseczno-Sees ist einfach, aber unversöhnlich. Sie lehrt mehr als so mancher Auslandstrip: Tarierung, Verhalten in der Tiefe, bewusste Bewegung und Respekt vor dem Boden, der keine Fehler verzeiht.
Das Abenteuer beginnt ganz unschuldig. Der Strand und der Grund bis zu einer Tiefe von etwa 2 Metern (also bis zur Grenze der Litoralvegetation) sind sandig, ideal für den ersten Kontakt mit dem Wasser, für Kinder zum Spielen und Schwimmen. Der helle Boden wirkt wie ein natürlicher Reflektorpanel, der das Sonnenlicht zurückwirft und ein erstaunliches Lichtspiel im Flachwasser erzeugt. Die Ufervegetation bildet jedoch eine klare Grenze, hinter der sich eine andere Realität eröffnet. Unterhalb von 3,5 bis 4 Metern wird der Boden schlammig. Dies ist die grundlegende Information, von der jede Tauchgangsplanung ausgehen sollte. Der Schlamm im Piaseczno ist kein Nachteil, sondern eine Besonderheit. Er ist weich, leicht und bereit, sich beim kleinsten Fehler aufzuwirbeln. Eine einzige unkontrollierte Flossenbewegung ist genug, um die Sicht auf fast null zu senken. Dieser See duldet keine Eile. Jeder Versuch, ihn mit Gewalt zu „durchschwimmen“, endet in Frustration. Piaseczno erzwingt

Präsenz, sowohl mental als auch körperlich. Deshalb ist die Tarierung hier keine bloße Theorie mehr, sondern ein wichtiges Werkzeug zum Überleben und Wohlfühlen. Hier ist die Technik kein Zusatz zum Tauchgang, sondern bestimmt die Qualität des Tauchgangs. Ruhige Flossenarbeit, bewusste Kontrolle der Position im Wasser und eine Routenplanung, bei der man nicht denselben Weg zurückkehrt, sorgen dafür, dass Piaseczno aufhört, anstrengend zu sein, und beginnt, befriedigend zu wirken. Trotz des rauen Charakters des Bodens ist es unter Wasser in Piaseczno nicht leer. Versenkte Objekte dienen als Orientierungspunkte, aber auch als Elemente einer Geschichte. Ein System aus Führungsleinen und Plattformen erleichtert die Navigation und führt den Taucher durch die verschiedenen Stufen der Einweihung.
Und was verbirgt sich in der Tiefe? Vor allem eine umfangreiche Unterwasserinfrastruktur, die im Laufe der Jahre für Ausbildung, Erholung und Erkundung geschaffen wurde. Mehrere logisch miteinander verbundene Routen, Trainingsplattformen und Orientierungspunkte in verschiedenen Tiefen führen von verschiedenen Seiten des Sees her. Es ist kein Vergnügungspark im klassischen Sinne, sondern eher eine funktionale Unterwasserlandschaft, die es erlaubt, Tauchgänge ganz unterschiedlicher Art zu planen – von ruhigen und flachen bis hin zu anspruchsvolleren Profilen. Das Ganze vermittelt ein Gefühl von Ordnung, lässt aber auch Raum für Entdeckungen und die eigene Interpretation des Raumes. Natürlich ist das nur eine Kurzfassung, denn die Routen verbergen eine Menge kleiner Objekte und Details. Auf allen finden sich Trainingsplattformen
in verschiedenen Tiefen sowie Überreste nicht mehr existierender Basen, die zwar mit keinen Leinen ausgestattet sind, aber jede Menge Entdeckerfreude bieten. Und alle Routen haben einen besonderen Punkt gemeinsam – die tiefste Stelle des Sees. Offiziell heißt es, dass sie 38 Metern beträgt, aber die Natur korrigiert gerne Tabellen. Durch die aktuellen Grundwasserabsenkungen liegt die tatsächliche Tiefe eher bei etwa 36 Metern. Ein scheinbar kleiner Unterschied, der jedoch daran erinnert, dass es unter Wasser nicht auf die Zahlen ankommt, sondern auf das Bewusstsein für den Ort und die Bedingungen. Um dorthin zu gelangen, bedarf es einer präzisen Planung und eine hohe Tauchkultur; eine unvorsichtige Bewegung kann die Sicht und die Aufnahme zerstören.
In der lokalen Gemeinschaft kursiert seit Jahren eine Geschichte über eine versunkene deutsche Junkers aus dem Zweiten Weltkrieg. Offiziell hat sie niemand gesehen, und inoffiziell „war schon mal jemand nah dran“. Und genau deshalb ist das Flugzeug zum Heiligen Gral von Piaseczno geworden. Je weniger Beweise, desto mehr Fantasie. Die Legende verliert nicht an Popularität und verleiht dem See eine geheimnisvolle Note, die dafür sorgt, dass beim Abtauchen immer der Gedanke auftaucht: Und vielleicht doch...?
Heute ist der Piaseczno-See dank seiner Uferinfrastruktur ein vollwertiger Tauchplatz. Die Basen bilden eine zusammenhängende Karte von Zugängen zum Wasser, die jeweils eine andere Atmosphäre und einen anderen Standard bieten. Das heutige Bild von Piaseczno als organisiertem Tauchplatz ist nicht das Ergebnis eines einzigen Projekts. Die ersten Elemente der


Unterwasserrouten entstanden, noch bevor der See bekannt wurde. Es ging um Technikübungen, Orientierung und Arbeit bei eingeschränkter Sicht.
Die Tauchbasis Profundal, die von Leon Staniak geleitet wird, hat sich im Laufe der Jahre einen guten Ruf erarbeitet. In ihrer jetzigen Form besteht sie seit 2014. Sie ist ein Ort für Menschen, die Ordnung und Struktur schätzen. Plattformen, ein Vortragssaal, ein Kompressorraum und ein Landungsboot gehören zu den professionellen Trainingseinrichtungen. Die Basis konzentriert sich auf die Entwicklung von Fähigkeiten, einschließlich der beliebten Sidemount-Konfigurationen. Profundal versucht nicht, eine "Attraktion" zu sein, sondern eine solide, funktionale Basis.
Eine ganz andere Atmosphäre bietet die Nurkowe Ranczo (Tauch-Ranch) Basis, die von Piotr Tokarski geleitet wird. Es ist ein familiärer Ort, an dem sich das Tauchen mit dem Lagerleben verbindet. Sie wird oft von Leuten gewählt, die länger am See bleiben wollen. Die Basis bildet eine Gemeinschaft; es geht nicht nur um die Anzahl der Tauchgänge, sondern um Beziehungen. Es gibt professionelle Einrichtungen, ein Kompressorraum und ein umfangreiches Schulungsangebot, das von Grund- bis hin zu Fortgeschrittenkursen im geschlossenen Kreislaufsysteme (CCR) reicht.
„U Gieni“ (Bei Gienia) ist ein besonderer Ort in der Landschaft von Piaseczno. Die Basis hat keine große Infrastruktur, hat aber das, was für viele entscheidend ist: ein Tisch, wo man die Ausrüstung ordnen kann, und ein direkter Einstieg ins Wasser. Es ist ein aufgabenorientierter Ort, rau und ehrlich in seiner Form. Er ist nur für Schulen und Tauchzentren zugänglich und wird hauptsächlich für Schulungen und Unterwasserarbeiten genutzt. Deshalb tauchen hier regelmäßig die Teams von Arek Kowaliks Tauchschule Napoleon auf; für sie zählen Ruhe, das Fehlen von Ablenkungen und die Möglichkeit, sich voll auf das Tauchen zu konzentrieren. Direkt nebenan befindet sich die Basis des Tauchzentrums Tryton mit Kompressorraum und Campingplatz.
Die Tauchbasis Dive Service, die am Resort Piaseczno gelegen ist, bietet gute Startbedingungen: Strom, einen Unterstand und Zugang zu den Freizeiteinrichtungen.

Wenn man den heutigen Piaseczno-See betrachtet, kann man seine mediale Dimension nur schwer ignorieren. Es ist ein Ort, der in zwei Welten gleichzeitig lebt. Die eine ist das echte Eintauchen: kühles Wasser, Schlamm, Konzentration. Die andere ist das Internet und Berichte auf Facebook und Instagram mit der Bemerkung „Bomben-Sichtverhältnisse“. Piaseczno funktioniert genau an der Schnittstelle dieser zwei Realitäten. Im Internet verschwindet der Boden oft. Die Bildausschnitte sind eng, raffiniert und ohne Kontext. Man sieht das Objekt, den Taucher, den Lichtkegel, seltener den Raum drumherum. Das ist auch kein Zufall. Piaseczno mag keine breiten Aufnahmen. Er zwingt Selektion und Kontrolle, und fotografiert wird das, was sich beherrschen lässt.
Für den Unterwasserfotografen kann der See sehr großzügig sein, aber er stellt auch Bedingungen. Ein weiter Bildwinkel „frisst“ schnell die Sichtweite und Schwebeteilchen reflektieren das Lampenlicht, wodurch Backscatter entsteht. Deshalb funktionieren Halbnah- und Makroaufnahmen hier am besten: Krebse, Schnecken auf Laichkrautblättern, Fischporträts, ein Hechtkopf, ein Barschauge. Piaseczno liefert keine Bilder „auf die Schnelle“. Er zwingt den Fotografen, sie sich zu erarbeiten. Charakteristisch sind auch die Reaktionen in den sozialen Medien. Es gibt selten Begeisterungsstürme wie „Wow“ unter den Posts. Es dominiert die Sprache des Konkreten: Tiefe, Plattform, Leine. Als ob alle intuitiv fühlen, dass dieser See keine
Geschichte braucht. Er ist ein Werkzeug. Eine seiner stärksten und gleichzeitig am wenigsten sichtbaren Stärken ist seine Dualität. Hier laufen Tauchen und Familienleben parallel, ohne Konflikt. Im Gegensatz zu vielen wilden Tauchplätzen bietet Piaseczno Strände, sichere Flachwasserbereiche für Kinder und gastronomische Einrichtungen, die es ermöglichen, den Tag ganz normal mit den Liebsten zu verbringen. Das Tauchen reißt einen hier nicht aus deinem Alltag heraus – es fügt sich in ihn ein. Morgens kann man einen entspannten oder technisch anspruchsvollen Tauchgang machen und am Nachmittag mit der Familie am Strand sitzen. Der See dominiert nicht, er begleitet. Er gibt Raum unter Wasser und am Ufer.
Das Paradoxon von Piaseczno besteht darin, dass je mehr er fordert, desto mehr beruhigt er. Er konkurriert nicht mit den Meeren oder Ozeanen. Er tut etwas viel Wertvolleres: Er lehrt bewusstes Tauchen. Er zeigt, dass Technik, Planung und Ruhe eine echte Bedeutung haben. In einer Welt, die Attraktionen jagt, erinnert er daran, dass der Wert des Tauchens in der Einfachheit und der Stille liegt, die direkt über dem schlammigen Grund beginnt. Für diejenigen, die regelmäßig hierher zurückkehren, wird Piaseczno zu mehr als einem Punkt auf der Landkarte. Er ist ein Ort der Konzentration und technischen Präzision. Ein See, der in der Realität schwieriger ist als im Internet, und genau deshalb ist er so wichtig. Er schreit nicht, er verspricht kein Spektakel. Er wartet. Und in dieser Stille liegt seine größte Stärke.





KURSY
NURKOWANIA
REKREACYJNEGO


KURSY
NURKOWANIA
TECHNICZNEGO
POWIETRZE / NITROX / TLEN / HEL DO 300 BAR
WYPRAWY NURKOWE
KURSY
PIERWSZEJ
POMOCY EFR.

AUTORYZOWANY SERWIS
SPRZĘTU
NURKOWEGO



Text & fotos PRZEMYSŁAW ZYBER

Was entscheidet darüber, ob ein Foto gut ist, ob es gefällt und den Blick auf sich zieht?
Ist es reiner Zufall? Wählt der Fotograf aus tausenden gemachten Fotos nur die wenigen zur Veröffentlichung aus, die gut sind? Kann man bewusst gute Fotos machen, von denen nur wenige im Abfalleimer landen und der Rest begeistert?
Oder muss man den Auslöser wie ein Maschinengewehr betätigen – in der Hoffnung, dass irgendetwas hängenbleibt? Oder ist es vielleicht besser, wie ein Scharfschütze zu sein: abwarten, nachdenken, sich vorbereiten, Wissen aneignen und den Auslöser nur einmal drücken, um den gewünschten Effekt zu erzielen?
Zufall?!
Ein Freund, mit dem ich in das Bergwerk Tuna gefahren bin, behauptet, dass ein Siegerfoto reiner Zufall ist. Ein Quäntchen Glück. Ein Moment, den wir unbewusst eingefangen

haben. Verirrte Lichtstrahlen, die durch das Objektiv fallen und ein spektakuläres Schauspiel erzeugen. Er behauptet, dass Wissen und Praxis kaum eine Rolle spielen und dass die Kunst der Fotografie Sensibilität, Romantik und eine totale Lotterie sei.
Was denke ich darüber?
Ich stimme zu, dass Sensibilität wichtig ist. Schließlich kann man keinen schönen
Moment festhalten, ohne seine Einzigartigkeit zu spüren.
Anderer Meinung bin ich jedoch, was die Zufälligkeit bei der Entstehung geschätzter Fotos angeht. Sensibilität allein reicht nicht aus. Was bringt man dem Podium bei Fotowettbewerben näher? Wissen, Praxis, die Kenntnis der Stärken deiner Ausrüstung und am Ende die Postproduktion, Analyse und das Ziehen von Schlussfolgerungen. Wenn man nicht alle Etappen der modernen Fotografie beherrscht, wird der Weg zu großen Reichweiten in den Gewässern des Internets lang sein.
Willst du lieber tausende Fotos machen und den Verschluss verschleißen? Sie stundenlang aussortieren und lange Nächte mit der Analyse verbringen? Wozu? Schließlich ist alles sofort verfügbar :) Kompositionsstandards sind seit Jahrhunderten unverändert. Heutzutage, mit dem Internet im Handy, können wir schnell Informationen zu den Kanons des Fotografierens finden. Starke Punkte, Bildaufteilung, Linien, Horizont, und so weiter. Das Wissen, wie man einen Bildausschnitt aufbaut, ist absolut unbezahlbar und durch Forscher verschiedener Disziplinen auf der Basis tausender Kunstwerke bestätigt. Wenn du dir diese wenigen einfachen Regeln nicht aneignest und sie nicht für den Bildaufbau nutzt, wird es schwierig sein, ein Foto zu machen, das den Blick auf sich zieht. Unterschätze diesen Schritt beim Erlernen der Fotografie nicht. Vielleicht denkst du, dass du schon etwas weißt, aber zu viel Wissen schadet nicht. Erforsche die Materialien von verschiedenen Fotografen.
Praxis
Ohne Übung wirst du keine guten Ergebnisse erzielen. Wissen allein ist nicht alles – man muss es nun auch anwenden. Wenn du auf den Bildschirm schaust, erinnere dich daran, was du über den Bildaufbau gelernt hast. Nutze den Goldenen Schnitt. Platziere das Model oder das Objekt an einem starken Punkt. Lasse symmetrische Ränder. Vermeide zent-
rierte Bilder ohne Begründung. Schneide keine Flossen oder Hände ab. Baue Stimmung auf.
Schalte vom Serienbildmodus auf Einzelbilder um und drücke den Auslöser nur dann, wenn du der Meinung bist, dass das Foto Sinn ergibt. Denke daran, dass die Kamera nicht unsterblich ist. Jeder Klick bringt sie dem Tod näher, denn der Verschluss hat eine begrenzte Lebensdauer.
Kennst du die Stärken deiner Kamera?
Jede Kamera und jedes Objektiv hat ihren eigenen Bestimmungszweck. Selbst eine gute, teure Kamera macht keine Fotos von allein. Ganz im Gegenteil. Eine gute Kamera bietet mehr Einstellungsmöglichkeiten, die viele Optionen eröffnen. Doch ohne eine gründliche Analyse deiner Ausrüstung und ohne Kenntnis der optimalen Einstellungen wirst du selbst mit der teuersten Ausrüstung keine guten Ergebnisse erzielen. Ein Beispiel: Für flache Gewässer, wo es hell ist und viele Farben gibt, reichen eine GoPro, eine Olympus oder ein Handy. Für Makro eignet sich eine Kamera mit Wechselobjektiv, vielen Pixeln, am besten mit einem kleinen APS-C-Sensor und entsprechend gewähltem Licht. Andererseits sind Höhlen eine ganz andere Sache – hier braucht man Vollformat, eine geringere Pixelanzahl und ein Weitwinkelobjektiv oder Fisheye.
Wenn du deine Kamera in der Hand hältst, musst du genau wissen, wo sie sich am besten bewährt. Eine GoPro kommt an dunklen Orten nicht zurecht, und eine Kamera mit Fisheye-Objektiv eignet sich nicht für Makroaufnahmen.
Postproduktion – die Kirsche auf der Torte
Du hast bereits das Wissen. Du kennst deine Ausrüstung und hast die richtigen Einstellungen verwendet. Du hast sie ihrem Zweck entsprechend eingesetzt. Du öffnest das Foto am Computer – und bekommst einen Schock. So hat es dein Auge nicht registriert. Es war doch viel bunter, in den Schatten passierte viel und das Licht war nicht ausgebrannt.



Die heutige elektronische Bildaufzeichnung ist nicht perfekt, besonders unter Wasser. Das Licht der Lampen reicht maximal 2 Meter weit, der Rest des Bildes versinkt in Blau oder Grau.
Um das Foto wieder so herzustellen, wie dein Auge es wahrgenommen hat, musst du zu Bildbearbeitungsprogrammen greifen. Wenn du ein Foto gut bearbeiten willst, musst du dir wieder eine Menge Wissen aneignen. Man muss nämlich das Gleichgewicht bei Weißabgleich, Kontrasten, Schärfen und Rauschunterdrückung wahren. Eine falsche Bearbeitung kann die Detailtreue des Bildes zerstören und die Realität stark verzerren.
Analyse ist die Grundlage des Lernens
Die Bearbeitung eines Fotos sollte nicht länger als zwei Minuten dauern. Wenn du mehr Zeit für ein einzelnes Foto aufwenden musst, analysiere die Ursachen. Waren die Kameraeinstellungen richtig? Hast du den Weißabgleich unter Wasser richtig eingestellt? Waren Blende, Zeit und ISO der Situation angemessen? Oder war die Beleuchtung zu stark oder im falschen Winkel? Wenn du das Foto in der Postproduktion neu zuschneiden musst, gehe zurück zum Punkt „Wissen und richtiger Bildaufbau“. Wenn aus dem Foto nichts herauszuholen war, hast du die Kamera vielleicht nicht ihrem Zweck entsprechend eingesetzt? Wenn der Vordergrund stark beleuchtet ist und der Hintergrund in Dunkelheit versinkt, vielleicht solltest du die Leistung der Lampen reduzieren? Betrachte deine Fotos genau, analysiere sie und ziehe Schlüsse. Das ist das Fundament der Weiterentwicklung.
Rückschlüsse
Wenn du all diese Fragen beherrschst, garantiere ich dir, dass deine Fotografie bemerkt wird. Gute Fotos werden nicht mehr eine Frage des Zufalls sein, sondern der bewussten Nutzung von Wissen, Möglichkeiten und Fähigkeiten. Wenn du zusätzlich Sensibilität besitzt, ist der Erfolg garantiert. Allerdings musst du all diese Fähigkeiten beherrschen. Ohne das obengenannte Wissen kann man nicht regelmäßig gute Fotos machen. Wenn du deinen Weg zum fotografischen Erfolg verkürzen möchtest, lade ich dich schon heute zur Lektüre meines Buches „Die Kanons der Unterwasserfotografie“ (Kanony fotografii podwodnej) ein. Anhand vieler meiner Siegerfotos erkläre ich dir, wie man einen Bildausschnitt aufbaut. Ich aufkläre, was ratsam ist und was man wie die Pest meiden sollte. Wie man Kamera und Beleuchtung richtig einstellt und wie man Stimmung aufbaut.
Du wirst verstehen, warum „ein gutes Foto kein Zufall ist“. Und der Weg vom gewöhnlichen Knipser zum mehrfachen Weltmeister ist möglich und basiert auf Wissen, nicht auf Glück ;)

Text & fotos KRZYSZTOF BRUDKOWSKI

Für manche Taucher ist das Nachttauchen eine Herausforderung, der sie sich gar nicht erst stellen möchten.
Für andere ist es eine willkommene Ergänzung des Tauchtages – auch wenn der Einstieg ins abendlich kältere Wasser eine gewisse Überwindung kostet und man der Versuchung widerstehen muss, den Tag mit einem kalten Drink, mit oder ohne Kohlensäure, zu beenden.
Ich gehöre zu der Gruppe von Tauchern, die jede Gelegenheit zum Nachttauchen nutzt. Dabei ist es für mich völlig unerheblich, ob der Tauchgang vom Ufer aus, über einen Steg oder von einem Safariboot aus stattfindet. Natürlich spielt das eine Rolle für Orientierung und Navigation zum Ein- und Ausstiegspunkt, aber für einen Unterwasserfotografen (sofern keine Bewegungseinschränkungen bestehen) macht es im Grunde keinen Unterschied und beeinflusst die Konfiguration meines Sets nicht wesentlich.
Meiner Meinung nach gehören gerade Nachttauchgänge –neben Tauchgängen mit großen Meeresbewohnern – zu den spannendsten und lohnendsten Möglichkeiten für Unterwasserfotografen und -videografen. Warum? Weil Lebewesen, die man tagsüber gar nicht oder nur sehr selten zu Gesicht bekommt, nachts aus ihren Verstecken kommen, um zu jagen. Gute Beispiele sind hier Krebstiere (z.B. Garnelen oder Krabben) und Kopffüßer (wie etwa Sepien). Andere Tiere wie Feuerfische oder Muränen begleiten Taucher nur allzu gern und halten sich in der Nähe ihrer Lichtkegel auf, um sich die Jagd zu erleichtern.
Während vieler meiner Nachttauchgänge konnte ich Verhaltensweisen beobachten, die tagsüber nur schwer festzuhalten sind. Frisch zurück von einem solchen Nachttauchgang im Roten Meer, kann ich zum Beispiel nennen: die Jagd einer Muräne, die in einem schnellen Angriff auf ihre Beute gipfelte; halb lethargisch auf dem Riff „schlafende“ Fische; rote Augen und lange Fühler von Garnelen, die sich in Spalten verstecken; eine Languste auf Nahrungssuche oder eine im Halbschlaf treibende Schildkröte, die sich von vorbeiziehenden Tauchern überhaupt nicht stören lässt.
Für manche Arten ist gerade die Nacht die Zeit ihrer ganz normalen Aktivität. Mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit

werden wir nachts eine Spanische Tänzerin zu Gesicht bekommen und fotografieren, die Gameten ablaichender Korallen wahrnehmen oder das eindrucksvolle Leuchten biolumineszenter Korallen beobachten.
Ich habe „wir werden sehen“ geschrieben – und das muss ich präzisieren: Wir werden es sehen, wenn wir unser Objekt der Begierde auch ausleuchten. Licht ist in der Fotografie das zentrale Element, das Stimmung, Bildaufbau und Dynamik einer Szene bestimmt – meisterhaft genutzt von Schwarz-Weiß-Fotografen vom Schlage eines Ansel Adams. Im Unterschied zu ihnen kann sich der Unterwasserfotograf jedoch nicht leisten, die Szene allzu lange zu belichten, insbesondere nicht nachts ohne vorhandenes Umgebungslicht. Wir müssen das Licht mitnehmen – und wir werden auf dem Sensor nur das sehen und festhalten, was richtig ausgeleuchtet ist.
Hilfreich ist ein kontinuierliches Videolicht oder eine gute Taucherlampe mit einem breiteren Lichtkegel als nur einem Spot. Eine zusätzliche – oder besser gesagt: die übliche Signallampe, die ein Taucher bei einem Nachttauchgang normalerweise dabeihat – ist ebenfalls sehr nützlich, um Motive zu finden und zur Kommunikation. Auf diese Lampe würde ich keinesfalls verzichten oder sie vergessen, denn mit einer weit streuenden Videolampe irgendwelche Signale geben zu wollen, kann sich als völlig in-
effektiv erweisen (habe ich am eigenen Leib erfahren).
Das Dauerlicht unterstützt die Kamera beim korrekten Fokussieren und ermöglicht der Fotografin oder dem Fotografen zugleich einen Gesamtüberblick über die Szene, inklusive der Beurteilung, wie sich die von den beleuchteten Objekten geworfenen Schatten verteilen. Dieses Licht kann rot sein – nachts für die meisten Lebewesen unter Wasser weniger störend – oder ein eher weißliches Licht (genauer: ein Lichtspektrum, das dem Weißlicht mehr oder weniger nahekommt). In den meisten Fällen reicht jedoch die minimale Leistung unserer fokussierenden Lampe aus, um die Kamera zu unterstützen. Die Hauptlichtquelle sollte aus einem oder zwei Blitzgeräten stammen.
Warum liefern zwei Blitze ein besseres Ergebnis? Erstens steht uns mit zwei Blitzen mehr Leistung zur Verfügung, um eine breitere oder tiefere Szene auszuleuchten. Zweitens können wir das Licht so streuen, dass die weicheren inneren Randbereiche des Lichtkegels das Motiv ausleuchten – etwas, das mit einem einzelnen, direkt auf das Motiv gerichteten Blitz kaum zu erreichen ist. Drittens lässt sich die Position der Blitze (an den Auslegerarmen montiert) gezielt verändern, um harte Schatten zu vermeiden, indem man sie je nach Bedarf über oder unter das Objekt setzt, das diesen Schatten wirft. Es ist durchaus möglich, nachts ausschließlich mit Dauerlicht zu fotografieren – so wie bei Videoaufnahmen. In diesem Fall hängt das Ergebnis sowohl von der Leistung der verwendeten Lampe als auch von der gewählten Belichtungszeit ab, die man in der Regel verlängern muss, da ein Dauerlicht niemals so viele Lumen liefert wie ein Blitzgerät.
Ist das Fotografieren bei Nacht schwierig? Meiner Meinung nach ist es sogar einfacher als bei Tauchgängen am Tag. Entgegen dem ersten Eindruck ist die Lichtsituation nachts überschaubarer, weil wir nicht zwischen Umgebungslicht und künstlichem Blitzlicht balancieren müssen. Die Intensität des vorhandenen Lichts ändert sich nicht mit der Tiefe. Wir arbeiten ausschließlich mit dem Kunstlicht, das wir mitgenommen haben – Dauerlicht oder Blitzlicht. Die Kontrolle der Lichtmenge, die zur Ausleuchtung eines Motivs oder einer Szene nötig ist, wird dadurch einfacher, und die

Beurteilung des Bildes auf dem Display nach der Aufnahme ist deutlich klarer. Wenn ein Bild unterbelichtet wirkt, liegt es möglicherweise einfach daran, dass du zu weit vom Motiv entfernt bist. Der Unterwasserfotograf muss dem Objekt seiner Aufnahme so nah wie möglich kommen. Ohne gute Tarierung, korrekten Trim und die Fähigkeit, seitwärts oder rückwärts zu schwimmen, ist jede Form der Unterwasserfotografie für den Taucher mindestens verfrüht. Blitzlicht reicht nur über eine geringe Distanz (genau wie am Tag), und seine Reichweite ist – im Gegensatz zum Dauerlicht – unter Wasser nicht sichtbar. Die Fotografin oder der Fotograf muss sich also nah genug am Motiv befinden, nicht nur um den Bildausschnitt zu füllen und das Objekt auszuleuchten, sondern auch, um Rückstreuung des Lichts an Schwebeteilchen im Wasser – Plankton oder feinen Sandpartikeln – möglichst zu vermeiden.
Nach meiner Erfahrung hängt die Qualität eines Nachttauchgangs und die Zahl der gelungenen Aufnahmen

– neben den Fähigkeiten des Fotografen – ganz wesentlich auch von einem guten Tauchguide ab. Jemand, der den Tauchplatz gut kennt, ist ein unschätzbarer Verbündeter und hilft, Fotomotive zu finden. Dieses „Herumstöbern im Riff“ durch den Guide hat mir bei Nachttauchgängen schon oft fantastische Ergebnisse


beschert und später Bilder ermöglicht, die besondere Verhaltensweisen oder Lebewesen zeigen, die man nur nach Einbruch der Dunkelheit zu Gesicht bekommt. Wenn ich diese Beobachtungen aus der Sicht eines Unterwasserfotografen teile, habe ich eine Bitte an alle Leserinnen und Leser: Wenn ihr bei einem Nachttauchgang mit einem Unterwasserfotografen oder -videografen unterwegs seid, versucht nicht, ihm „ zu helfen“, indem ihr mit euren Lampen auf das Motiv leuchtet, das ihn interessiert. Das erzeugt auf den Bildern oder Videos nur unerwünschte Farbstiche verschiedener Lampen und sprunghafte Helligkeitsschwankungen. Sicher freut sich jede und jeder Beteiligte, wenn ihr auf ganz normale Weise ein Signal gebt, dass ihr etwas Spannendes entdeckt habt. Aber sobald jemand mit Kamera und eigener Beleuchtung heranschwimmt, gebt ihm bitte die Gelegenheit und Zeit, die Aufnahme ausschließlich mit seinem eigenen Licht zu machen. Auf die Selbstverständlichkeit, weder anderen Tauchern noch Meereslebewesen direkt in die Augen zu leuchten, brauche ich wohl nicht extra hinzuweisen.
Zum Schluss möchte ich euch zwei Zitate zum Nachdenken mitgeben. „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran“ (Robert Capa).
„Wenn es davon kein Foto gibt, ist es nicht passiert“ (oft den Reportern von National Geographic zugeschrieben).
Wir sehen uns unter Wasser.

CUT THROUGH THE DARKNESS

„DIE TIEFE BEGREIFEN” ist ein Programm, dessen Ziel es ist, die Unabhängigkeit, das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen von Menschen mit geistigen Behinderungen durch rehabilitatives und therapeutisches Tauchen zu stärken.
Das Programm wurde dank meiner guten Freundin Agnieszka Dejnia ins Leben gerufen, die die Sozialgenossenschaft Dalba und die Genossenschaftsbrauerei gegründet hat, die Kraftbier herstellt. In der Genossenschaftsbrauerei sind achtzig Prozent der Beschäftigten Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Die in der Brauerei beschäftigten Herren wiegen das Bier, füllen es in Flaschen und Dosen ab, etikettieren es und verpacken es für den weltweiten Versand, d. h. sie sind am gesamten Produktions- und Nachproduktionsprozess des Bieres beteiligt. Das Programm entstand aus einem Problem heraus, da die Arbeit in der Brauerei nicht gut lief. Es gab keine Zusammenarbeit und keine Kommunikation zwischen den Mitarbeitern, und sie hatten ständig Schwierigkeiten. Nichts funktionierte, also Erklärungen, Gespräche und Erläuterungen, was und wie

sie etwas tun sollten. Eines Tages kam Agnieszka auf die Idee, die Mitarbeiter unter Wasser zu bringen und zu beobachten, was passieren würde. Sie und Janusz (ihr Partner im Geschäft und im Leben) sind beide Taucher und arbeiteten damals mit einem Tauchlehrer zusammen, was bei der Umsetzung der Idee sehr hilfreich war.
Es stellte sich heraus, dass die Herren begannen, miteinander zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Wie war das möglich? Wie allgemein bekannt ist, ist Tauchen ein Partnersport. Man muss auf sich selbst, seine Ausrüstung, seinen Partner und die Sicherheit beider achten, vor dem Eintauchen eine Partnerkontrolle durchführen und unter Wasser kommunizieren, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist. All diese Tätigkeiten und Handlungen haben die Herren beim Tauchen gelernt, was sich später auf ihre Arbeit in der Brauerei übertragen hat.
Die Herren sprachen miteinander darüber, was sie tun und wie sie es tun. Sie stellten sich gegenseitig sowie ihrem Arbeitgeber Fragen zu möglichen Aufgaben oder Lösungsansätzen für bestehende Probleme. Vor allem begannen sie, sich gegenseitig zu unterstützen und zusammenzuarbeiten. Es stellte sich heraus, dass dies funktionierte, also entwickelte Aga das Programm „Pojąć Głębię” (Die Tiefe begreifen) und nannte die Therapie Immersioterapia (Immersions-Therapie).
Ein solches Pilotprogramm haben wir vor einigen Jahren, im Jahr 2017, in Warschau in Zusammenarbeit mit der Klubokawiarnia Pożyteczna durchgeführt. An den Kursen nahmen sechs Mitarbeiter der Klubokawiarnia teil. Wir haben acht Kurse durchgeführt, die einmal pro Woche stattfanden. Es handelte sich um theoretische und praktische Kurse im Schwimmbad. Nach acht Wochen fuhr die gesamte Gruppe, d. h. die Teilnehmer, vier Ausbilder und Betreuer, zu einem Trainingslager an einen See. Dort beendeten wir gemeinsam das Programm und absolvierten zwei Tauchgänge im offenen Wasser.
Wie hat das Programm auf diese Gruppe von Menschen gewirkt? Ich möchte Folgendes erwähnen: Die Eigentümerin und Gründerin der Klubokawiarnia Pożyteczna Blanka kontaktierte mich eines Tages telefonisch. Es war vermutlich die vierte oder fünfte Unterrichtseinheit, d. h., wir hatten noch viel Arbeit vor uns.
Ich nahm den Anruf entgegen und hörte: Was haben Sie Marcin angetan?
Etwas erschrocken frage ich: Was ist denn passiert?
Blanka antwortet: Wie bitte, was ist passiert? Wir hatten eine Kellnerschulung und einen Wettbewerb, den Marcin gewonnen hat. Wie haben Sie das geschafft? Und ich antworte: Wir haben ihm einen Tauchgang angeboten.
Marcin war das schwächste Glied in der Klubokawiarnia Pożyteczna. Er konnte einen Löffel nicht von einer Gabel unterscheiden. Auf alle Fragen antwortete er: „Ja, ja, gut”. Egal, wie die Frage lautete, die Antwort war immer dieselbe. Was ist passiert? Er begann, „Guten Tag” zu sagen, er begann, „bitte” zu sagen, er begann, mit seinen Kollegen und Kolleginnen zu kommunizieren. Er verstand, was man ihm sagte, und begann zuzuhören und die Personen anzusehen, die mit ihm sprachen.





Er begann, die Worte zu verstehen, die man zu ihm sagte, und die Worte, die er selbst aussprach. Er begann, den Kontext von Sätzen zu verstehen, wodurch er begann, mit anderen zusammenzuarbeiten. Dies wirkte sich auf seine Arbeit aus, und am Ende des Kellnerkurses war er der Beste. Er gewann den Wettbewerb und erhielt einen Preis. So funktioniert das Programm „Pojąć Głębię” (Die Tiefe begreifen), und ich bin überzeugt, dass es noch vielen weiteren Teilnehmern des Programms zugutekommen wird.
Nun muss dieses Programm umgesetzt werden. Damit die Brauerei bestehen kann, haben Agnieszka und Janusz

eine Genossenschaftskneipe eröffnet, die in Danzig gegründet wurde und bis heute erfolgreich betrieben wird. Alle in der Kneipe beschäftigten Personen mit Behinderungen sind verpflichtet, am Programm „Pojąć Głębię” (Die Tiefe begreifen) teilzunehmen. Agnieszka hat gemeinsam mit mir und meiner Tauchschule JagnaBlue sowie mit Piotr Czaczkowski von Happy Dive ein Handbuch für die Schützlinge und ein Tauchbuch, also ganz einfach ein Logbuch, entwickelt. Wir haben auch einen Leitfaden für Tauchlehrer


verfasst, die an dem Programm teilnehmen und so wie wir helfen möchten. Wir setzen all diese Aktivitäten in allen Genossenschaftskneipen in Polen fort, beispielsweise in Lodz, Rzeszów und Danzig, wo 80 % der Beschäftigten Menschen mit geistiger Behinderung sind. Hier müssen alle Mitarbeiter am Programm „Pojąć Głębię” teilnehmen, also einfach tauchen. Die Belohnung für die Arbeit in der Kneipe, für die Teilnahme an diesem Programm sind gemeinsame Tauchausflüge einmal im Jahr. Unsere Schützlinge reisen nach Ägypten, in die Türkei, und wir waren sogar schon in Venezuela. Ich kann Euch ehrlich sagen, dass jede Reise sehr unterschiedlich ist und vor allem unglaublich dazu beiträgt, Barrieren zu überwinden. Alle sind zufrieden, alle kommen mit einem Lächeln zurück, mit der Bereitschaft zu arbeiten, mit der Bereitschaft, weiterzumachen, um wieder an einer der Reisen teilzunehmen. Ich habe keine Kneipe in Suwałki, aber ich leite ein solches Programm dank der finanziellen Unterstützung durch den PFRON. Zusammen mit meinem Mann Łukasz und zwei unserer Tauchlehrer leite ich zwei Gruppen mit jeweils 6 Teil-







nehmern. Einmal pro Woche haben sie theoretischen und praktischen Unterricht im Schwimmbad und fahren mit uns und Kneipenmitarbeitern aus ganz Polen auf gemeinsame Ausflüge.
Wir bemühen uns, jedes Mal, wenn ein Projekt endet, eine neue Gruppe zusammenzustellen. Wir beobachten enorme Veränderungen im Verhalten, in der Einstellung, in der Sozialisierung, in Gesprächen und im Umgang mit der Gesellschaft. Vor allem bieten wir ihnen die Möglichkeit, sich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten, der für Menschen mit Behinderungen stark eingeschränkt ist, was man sich bewusst machen muss. Es ist sehr schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden, aber dank solcher Programme sind meine Schützlinge hier in Suwałki beschäftigt.
Die meisten von ihnen arbeiten als Küchenhilfen, Restauranthilfen, Lageristen oder Garderobenpersonal. Es mag auf den ersten Blick so erscheinen, aber es handelt sich um verantwortungsvolle Berufe, um einer anspruchsvollen Arbeit
nachzugehen, die bei geistigen Beeinträchtigungen nicht so einfach ist. Bei Autismus-Spektrum-Störungen, psychischen Erkrankungen, Kopplungsstörungen oder Hörverlust ist keine Arbeit einfach, und sie bewältigen sie dank des Programms „Pojąć Głębię” (Die Tiefe begreifen) und unserer Immersions-Therapie, also der Therapie durch Tauchen für Menschen mit Behinderungen.


Wir werden nicht aufhören, wir werden weitermachen. Wir hoffen, dass sich noch viele, viele Menschen uns anschließen und unsere Hilfe in Anspruch nehmen werden. Hoffen wir, dass sich all dies in einem besseren Leben für diese Menschen widerspiegeln wird.
Wir werden immer für Euch da sein.



Begleiten Sie Michal Štros bei der Erkundung der faszinierenden Unterwasserwelt winziger benthischer Lebewesen auf den Philippinen und in Indonesien. Er ist ein renommierter tschechischer Unterwasserfotograf, Biologe und Wissenschaftler. Er hat zahlreiche prestigeträchtige Auszeichnungen gewonnen, unter anderem beim Ocean-Art-Wettbewerb. Seine Fotografien werden häufig in Galerien und Museen ausgestellt und in vielen internationalen Tauchmagazinen veröffentlicht.
„Underwater Magic” ist in fünf Kapitel unterteilt und enthält über 140 beeindruckende Unterwasserbilder sowie Geschichten über die winzigen Lebewesen, die den Meeresboden bevölkern. Zwei dieser Kapitel zeigen Originalfotos, die mit modernen oder modifizierten Vintage-Objektiven aufgenommen wurden. Die Verwendung modifizierter Vintage-Objektive für die Unterwasserfotografie ist eine vergleichsweise neue Entwicklung, die Bilder mit interessanten „Wirbel”-Effekten und unscharfen Hintergründen erzeugt. Ein weiteres Kapitel erkundet die „stille Welt” anhand atemberaubender Collagen und computergenerierter Fraktalbilder, die eine imaginäre Unterwasserwelt heraufbeschwören. Die übrigen Kapitel zeigen Fotos, die mit „magischen Werkzeugen” erstellt wurden, und enthalten detaillierte Erläuterungen zu den Techniken, die zum Aufnehmen und Bearbeiten von Unterwasserbildern verwendet wurden.
Das 168 Seiten starke Hardcover-Buch enthält mehr als 140 Fotos, die auf mattem Kunstdruckpapier (25 x 30 cm) gedruckt sind. Es kostet 32 € (zzgl. Versandkosten). Der Text ist zweisprachig in Englisch und Tschechisch verfasst. Um eine Bestellung aufzugeben, wenden Sie sich bitte über seine Website an den Autor: https://michalstros.cz/new-book/


NAUTIC Designed for every dive and every diver


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Text WOJCIECH ZGOŁA
Fotos PERFECT DIVER
Autoreifen, insbesondere die abgefahrenen, verschwinden langsam. Man sieht es nicht von Tag zu Tag, keine Kontrollleuchte weist darauf hin – und doch nimmt ihre Masse mit jedem gefahrenen Kilometer messbar ab. Das, was vom Profil verschwindet, löst sich nicht einfach in Luft auf. Es bleibt in der Umwelt.
Jeder Autofahrer weiß, wie hoch das Profil eines neuen Reifens ist und wie es nach 50.000 km aussieht.
Was ist der Abrieb von Reifen?

Abrieb ist die Folge der Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn. Jedes Anfahren, Bremsen, Lenken und Beschleunigen führt dazu, dass mikroskopisch kleine Partikel aus Gummi, mineralischen Füllstoffen, Industrieruß und chemischen Additiven herausgerissen werden. Der moderne Reifen ist ein technologisch hochentwickeltes Produkt, aber auch ein komplexes Gemisch von Werkstoffen, die sich nach der Ablösung in der Umwelt wie Mikroplastik verhalten.
Man schätzt, dass der Abrieb von Reifen eine der größten Quellen für Mikroplastik in der Umwelt ist – größer als etwa Fasern aus Kleidung oder Kunststoffgranulate in Kosmetika.
Schauen wir uns an, wie das aussieht, wenn wir verschiedene Fahrbahnen betrachten: Asphalt, Schotter, Sand.
Asphalt. Auf glatter Asphaltfahrbahn erscheint der Abrieb scheinbar „kontrolliert“. Die Partikel sind sehr klein, oft unter 100 Mikrometern. Sie landen auf der Fahrbahn, am Straßenrand und auf Gehwegen. Regen spült sie in die Regenwasserkanalisation und von dort weiter in die Flüsse.
Schotterstraße. Auf Schotter verläuft der Prozess wesentlich brutaler. Scharfkantige Steine reißen regelrecht Gummistücke aus dem Reifen. Es entstehen größere Partikel, die sich mit mineralischem Staub vermischen. Sie gelangen in den Boden, wo sie jahrelang verbleiben können und sich nach und nach in immer kleinere Fraktionen zersetzen.
Strand und Sand. Das Fahren im Sand – für viele sehr attraktiv – verursacht einen besonders intensiven Reifenabrieb. Das Gummi verbleibt in einem dynamischen Umfeld: Wellen,

Wind und bodenlebende Organismen transportieren die Partikel weiter. Mikroplastik aus Reifen gelangt direkt in marine Ökosysteme. Und es gibt einige spektakuläre Orte, an denen das Fahren am Strand erlaubt, sehr beliebt und oft ein regelrechtes Spektakel ist.
Uns Taucher interessiert (vermutlich) besonders, was mit den Reifenpartikeln im Wasser geschieht. Partikel aus Reifen:
´ sinken auf den Grund von Seen, Flüssen und Meeren,
´ schweben in der Wassersäule und binden sich an andere Schadstoffe,
´ gelangen in die Nahrungskette.
Sie enthalten u. a. Zink, Schwefelverbindungen, Weichmacher und chemische Rückstände aus dem Produktionsprozess. Für Wasserorganismen bedeutet das:
´ physiologischer Stress,
´ Störungen der Fortpflanzung,
´ Schädigungen des Verdauungssystems,
´ Anreicherung von Toxinen im Gewebe.
Am stärksten betroffen sind bodenlebende Wirbellose, Plankton und Bodenfische – also das Fundament vieler Ökosysteme.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit der Reinigung von Seen, Meeren und Flüssen. Dort stößt man häufig auf Reifen –und Reifen in Seen, Flüssen und Meeren sind ein Problem, über das kaum gesprochen wird.
Trotz Sammelsystemen gelangen Reifen weiterhin auf illegale Weise in die Umwelt. Sie werden in Seen, Flüsse, Häfen und
küstennahe Meereszonen geworfen – manchmal als „Anker“, manchmal als provisorische Konstruktionen und manchmal einfach als Abfall. Ein interessantes Beispiel ist hier das Speicherbecken Kamionka „Piast“ in Opole, wo Taucher vor einigen Jahren im Rahmen einer Aufräumaktion mehrere hundert kleine und große Reifen geborgen haben. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wurden sie oben von einem steilen Hang „losgelassen“ und rollten direkt in das Gewässer.
Es ist wichtig zu wissen, dass Reifen unter Wasser:
´ nicht biologisch abbaubar sind,
´ langsam chemische Verbindungen freisetzen,
´ zu einem Lebensraum für Organismen werden, die an den Kontakt mit solchen Materialien nicht angepasst sind,
´ die lokalen Bedingungen der Sedimentablagerung und der Wasserströmung verändern können.
Statt eines „künstlichen Riffs“ entsteht eine langfristige Quelle von Verschmutzung.
Professionelle Entsorgung von Reifen
Wir werden die Nutzung von Reifen nicht vermeiden können
– sie ist direkt mit Verkehr und Mobilität verbunden. Dennoch lohnt es sich zu wissen, dass die Wahl des Reifens Einfluss darauf hat, wie er sich in der Umwelt verhält. Handeln wir immer professionell – geben wir abgefahrene Reifen in die fachgerechte Entsorgung. Kaufen wir keine „billigsten“ No-Name-Reifen unbekannter Herkunft. Die ordnungsgemäße Entsorgung von Reifen ist ein industrieller Prozess, keine Improvisation.

Wie sieht eine solche Entsorgung aus? Meist umfasst sie:
´ mechanisches Recycling – Zerkleinerung zu Gummigranulat, das u. a. in Sportbelägen, Matten und Isolationsmaterialien verwendet wird,
´ energetische Verwertung – kontrollierte Verbrennung in Zementwerken, wo die hohen Temperaturen die Emission von Schadstoffen minimieren,
´ P yrolyse – thermischer Abbau ohne Sauerstoffzufuhr, der die Rückgewinnung von Ölen, Gas und Industrieruß ermöglicht.
Jeder dieser Prozesse wird überwacht und reguliert. Genau deshalb ist das Ablagern von Reifen in der freien Natur besonders unvernünftig und absurd – es existieren Systeme, die sie unvergleichlich sicherer verwerten können.
Was bedeutet das ganz praktisch für uns und die Natur?
Reifenabrieb ist eine Kostenposition, die auf dem Tankbeleg nicht erscheint. Bezahlt wird sie von der Umwelt – vom Boden, vom Wasser und leider auch von ahnungslosen Lebewesen. Achtung: Das ist kein Argument gegen Mobilität, sondern für eine bewusste Wahl – des Fahrstils, der Reifenqualität und des verantwortlichen Umgangs mit Abfall. Denn ein Reifen verschwindet nicht. Er ändert nur seinen Aufenthaltsort.
1. Hat ein hochwertiger Reifen tatsächlich eine geringere Freisetzung von Mikroplastik?
Kurz gesagt: Ja, die Qualität des Reifens spielt eine reale Rolle – aber nicht im Sinne von „ein guter Reifen staubt nicht“. Jeder Reifen nutzt sich ab. Der Unterschied liegt im Ausmaß, im Tempo und im Charakter der Partikel, die in die Umwelt gelangen. Das zentrale Element ist die Zusammensetzung der Gummimischung.
Reifen niedriger Qualität:
´ einfache Gummimischung,
´ mehr billige Füllstoffe,
´ schwächere Polymerbindungen,
´ größere Sprödigkeit des Materials.
Effekt: Das Gummi löst sich leichter, in Form einer größeren Anzahl von Partikeln, oft mit unregelmäßigen Formen, die sich schneller weiter zersetzen.
Reifen hoher Qualität:
´ homogenere Gummimischung,
´ bessere chemische Bindungen,
´ Additive, die Elastizität und Abriebfestigkeit verbessern,
´ kontrollierte Härte der Lauffläche.
Effekt: langsamerer Abrieb und eine geringere Anzahl von Partikeln pro gefahrenem Kilometer.

2. Verschleißtempo = Menge an Mikroplastik
Das ist ein einfacher physikalischer Zusammenhang.
´ ein Reifen, der nach 25–30 Tsd. km verschlissen ist → gibt deutlich mehr Material an die Umwelt ab,
´ ein Reifen, der 50–70 Tsd. km hält → gibt die gleiche Gummimasse langsamer, über einen längeren Zeitraum, ab.
Aus Umweltsicht bedeutet das:
´ geringere kurzfristige Partikelkonzentrationen,
´ langsamere Belastung von Böden und Gewässern.
3. Charakter der Partikel – weniger, aber „stärker gebunden“
Untersuchungen zeigen, dass:
´ billigere Reifen mehr lose, feine Partikel erzeugen, die sich leicht in Wasser und Luft verteilen,
´ hochwertigere Reifen häufiger größere, schwerere Partikel bilden, die schneller absinken und weniger mobil sind.
Das heißt nicht, dass sie „sicher“ sind, aber ihre räumliche Ausbreitung in der Umwelt ist geringer.
4. Chemische Stabilität
Reifen höherer Qualität:
´ geben chemische Zusätze langsamer frei,

´ sind weniger anfällig für UV-bedingte Rissbildung und thermische Degradation,
´ behalten ihre Struktur länger bei.
In aquatischen Umgebungen bedeutet das:
´ langsamere Freisetzung von Zink und Weichmachern,
´ geringeres Risiko plötzlicher Toxizitätsspitzen.
Gibt es also den „Öko-Reifen“? Stand heute – nicht im vollen Wortsinn. Es gibt Reifen mit reduziertem Rollwiderstand, mit Beimischungen von Biopolymeren, die auf eine längere Lebensdauer ausgelegt sind. Das sind Schritte in die richtige Richtung, aber jeder Reifen ist weiterhin eine Quelle von Mikroplastik. Wenn jemand fragt, ob es sich „für die Umwelt“ lohnt, einen besseren Reifen zu kaufen – lautet die Antwort: ja, aber nur in Verbindung mit einem vernünftigen Fahrstil und einer fachgerechten Entsorgung. Die größte Quelle von Mikroplastik aus Reifen ist nach wie vor nicht der Gummi selbst, sondern die Art und Weise, wie wir ihn nutzen.
Reifenhersteller arbeiten daran, die schädlichen chemischen Auswirkungen des Reifenabriebs zu reduzieren. Das ist wichtig, weil Gummipartikel bei Regen von der Fahrbahn in Flüsse und Meere gespült werden – und der Stoff 6PPD, der in vielen Reifen eingesetzt wird, sich zu dem toxischen 6PPD-Quinon abbaut, das Fischen schadet (wie aus unabhängigen Umweltberichten hervorgeht).
Du entscheidest über deinen Fahrstil, über die Wahl der Reifen für dein Auto und darüber, wie deine Altreifen entsorgt werden. Frag in der Werkstatt, in der du deine Reifen montieren und warten lässt, wie dort mit den Altreifen der Kundschaft umgegangen wird.
Dein Handeln kann die negative Auswirkung auf die Umwelt tatsächlich verringern.

Text WOJCIECH A. FILIP
Mit einer Bewegung wird die Videolampe zu einer Kommunikationslampe
WO IST MEIN TAUCHPARTNER?
Hallo! Ich habe etwas Cooles gefunden – komm’ schon, schau doch mal her!
Hilfe! Mir geht es nicht gut! Schwimm’ schnell zu mir rüber!
Die Anwesenheit deines Tauchpartners unter Wasser sollte deinen Tauchgang unterstützen. Es gibt dir Selbstvertrauen, ihr folgt gemeinsam dem Tauchplan, und wenn etwas schiefgeht, ist es dein Tauchpartner, der dir helfen sollte.
Stelle dir jetzt einen Tauchgang vor, bei dem man sich ständig aus den Augen verliert: Vielleicht aufgrund kleinerer Auftriebsprobleme, vielleicht weil man von einem Stück verlorenen Bleis am Grund abgelenkt wurde.
Kommt dir das bekannt vor? Natürlich. Wir alle haben das schon erlebt – oder erleben es immer wieder.
Hier ist eine einfache Möglichkeit, deine Tauchsicherheit deutlich zu verbessern und gleichzeitig mehr Freiheit zu gewinnen. Du brauchst einen Tauchpartner und zwei Taucherlampen, idealerweise identische.
MUNIKATION GEEIGNET IST
Nehmt bei Tageslicht Eure Taucherlampen zur Hand, und stellt Euch mit dem Rücken zu einer Wand.
1. Geht zehn Schritte vorwärts.
2. Dreht euch um, und schaltet die Lampen ein.
3. Jeder von euch sollte an der Wand einen Lichtpunkt mit einem Durchmesser von etwa 0,5 bis 0,8 Metern sehen. Ist dies so?

4. Streckt jetzt jeweils einen Arm mit der Taucherlampe vor euch aus und zeichnet – nur aus dem Handgelenk – den kleinstmöglichen Kreis an die Wand.
Könnt Ihr gegenseitig eure Kreise sehen?
5. Halbiert die Distanz. Der Punkt sollte jetzt noch heller und kleiner sein – und leichter zu erkennen.
Fazit (praxisorientiert, keine Philosophie):
● Ich kann meinen Lichtpunkt aus 10 Metern Entfernung nicht sehen. Wenn er nur wenige Meter endlich sichtbar ist, sollte ich zu einer Taucherlampe mit einem engeren Lichtstrahl wechseln.
● Mein Lichtpunkt ist so hell, dass alle anderen neben ihm verblassen. Es ist besser, zwei mäßig helle Lampen zu haben als eine, das alles andere überstrahlt. Besorge dir eine „normale” Taucherlampe, denn ein Modell, das „das ganze Wasser erleuchtet”, ist nicht für effektive Buddy-Kommunikation geeignet.
● Ich kann keinen Lichtpunkt sehen, selbst aus einem Meter Entfernung von der Wand! Hm – ist Deine Taucherlampe eingeschaltet…?


Für jeden Tauchgang bestimmt man jeweils einen neuen Teamleiter.
Die Rolle des Teamleiters in der Kommunikation
● Schwimme langsam.
● Nimm dir Zeit, die Unterwasser-Sehenswürdigkeiten zu genießen.
● Und... halte Kontakt zu Deinem Tauchpartner (natürlich mit deiner Taucherlampe).
● Vereinbart vor dem Abtauchen die Positionen im Team (links oder rechts).
DIE MAGIE DER LICHTBASIERTEN KOMMUNIKATION
Taucht ab, während ihr euch anschaut und die Lampen eingeschaltet habt (um zu vermeiden, sich von Anfang an zu verlieren). Unten angekommen, richtet ihr euch aus und positioniert euch wie geplant. Nehmen wir an, Taucher A (der Teamleiter) hat seinen Tauchpartner Taucher B auf seiner rechten Seite. Vor Beginn des Tauchgangs definiert der Teamleiter eine „Signalzone” – einen Ort, an dem Lichtsignale gesendet und empfangen werden. Idealerweise: etwa 2–3 Meter voraus, leicht rechts – etwa in der 1-Uhr-Position.
An dieser Stelle macht der Teamleiter langsam das kleinstmögliche OK-Zeichen (ein Lichtkreis mit dem Lichtstrahl). Der Tauchpartner merkt sich diesen Ort (oder besser gesagt dessen Position relativ zum Arm oder der Schulter des Teamleiters) und antwortet mit einem sehr langsamen, kleinen OK an derselben Stelle.
Signalort
Erinnere dich an die Stelle, die dein Teamleiter festgelegt hat. Dort kannst Du Folgendes durchführen:
● Abfragen, ob. Alles OK ist
● Auf Signale reagieren
● Signale bestätigen
Der Teamleiter zeigt die Schwimmrichtung an – entweder mit einer Handbewegung (wie bei einem Verkehrspolizisten) oder indem er eine imaginäre Richtlinie am unteren Rand „beleuchtet”, um die Richtung anzuzeigen. Bestätige die Richtung mit demselben Signal, an derselben Stelle.
Bestätige ein Signal immer mit genau demselben Signal. Das stellt sicher, dass das gesamte Team weiß, was vor sich geht Bestätige nicht mit einem OK-Zeichen.
Moment, was soll das heißen?!
Wir sollen kommunizieren – wie mache ich das?
Nun, du hast ja bereits damit angefangen.
Alles, was du wirklich für effektive Unterwasserkommunikation brauchst, sind drei Signale:
1. OK (ein kleiner Kreis mit deiner Taucherlampe)
2. Langsame seitliche Lichtbewegung (Hey, schau mich an!)
3. Schnelle, abrupte, leichte Bewegungen (Hilfe!)
Du weißt bereits, dass diese Signale am vorgesehenen Signalort angezeigt werden sollten, nicht einfach zufällig im Wasser.
Passive Kommunikation (weniger Reden, mehr Tauchen)
Wenn dein Tauchpartner signalisiert „Geht es dir gut?”, antworte mit einem OK. Aber es gibt eine noch bessere Methode: Halte deinen Lichtstrahl beim Schwimmen immer auf den Signalpunkt gerichtet - das nennt man passive Kommunikation.
Was bedeutet das? Deine Taucherlampe bewegt sich nicht von allein vorwärts. Wenn dein Tauchpartner also dein Licht am Signalort sieht, weiß er, dass du in der Nähe bist. Und da du kein anderes Signal gibst, ist es, als würdest du ständig sagen „Mir geht's gut”. Dein Tauchpartner verfährt ebenso. Dies erfordert keinen besonderen Aufwand – nur das gegenseitige Bewusstsein, dass alles in Ordnung ist.
„SCHAU MICH AN” – wenn du anhalten oder etwas zeigen willst Willst du stoppej? Du hast etwas Cooles entdeckt? Bewege Deinen Lichtstrahl am ausgewiesenen Signalort von Seite zu Seite.
Die Bewegung sollte langsam sein, wie das Pendel in einer Uhr – ganz simpel
Eine vollständige Bewegung (von rechts nach links und zurück) sollte mindestens eine Sekunde dauern.
Der Teamleiter sieht das „Schau mich an”-Signal, dreht sich zu dir um – und jetzt kannst du ihm mit deinem Lichtstrahl zeigen, was du gefunden hast.
Ihr schaut euch beide an. Dann tauscht ihr OK–OK-Signale aus und zeigt die neue Schwimmrichtung mit einem langsamen Lichtstrahl über den Grund an.
HILFE! ICH BIN IN SCHWIERIGKEITEN!
Verschwende keine Atemluft. Richte stattdessen dein Licht auf den Tauchpartner und bewege ihn schnell und abrupt. Der Bewegungsumfang ist derselbe wie zuvor, aber deine Hand sollte sich viel schneller bewegen.
Die Antwort deines Tauchpartners sollte genauso schnell sein: Er sollte sofort zu dir herüberschwimmen, um dich direkt anzusehen.
Dieses Signal bedeutet: Ich kann nicht atmen / Ich habe keine Atemluft mehr.
Verwechsle es nicht mit dem Signal „Schau mich an”, denn sonst denkt dein Tauchpartner nach ein paar Fehlalarmen vielleicht ein-


fach, du hättest wieder etwas Cooles gefunden, anstatt mit seiner alternativen Luftquelle zu Dir zu eilen.
1. Ich möchte die Seiten wechseln
Gib das „Schau mich an”-Signal. Wenn dein Tauchpartner sich zu dir dreht (und nur, wenn du seine Augen siehst), zeige an, dass du auf die andere Seite wechseln möchtest (z. B. nach links).
Dein Tauchpartner bestätigt dies, und ihr wechselt langsam die Position.
Dann legt der Teamleiter erneut die Signalzone fest. OK –OK. Richtungssignal – und los geht's.
2. Ich möchte nur für einen Moment die Position wechseln Halte deinen Lichtstrahl am vorgesehenen Kommunikationsort, damit dein Tauchpartner weiß, dass du noch in der Nähe bist. Geh dorthin, wo du willst, schau dir an, was dir aufgefallen ist, und kehre dann zu deiner ursprünglichen Position zurück.
Dein Tauchpartner hat deinen Lichtpunkt die ganze Zeit gesehen – nichts Beunruhigendes, alles gut.
3. Wie wir überprüfen, wie viel Restluft wir haben
Gib das „Schau mich an”-Signal. Wenn dein Tauchpartner sich dreht und du seine Augen sehen kannst, zeige ihm dein Finimeter.
Das ist sowohl eine Information als auch eine Frage: „So viel habe ich – wie sieht es bei dir aus?”. Dein Tauchpartner zeigt sein Finimeter. Alles gut? Dann signalisiert die Richtung („Hier entlang”) und setzt den Tauchgang fort.
ANFÄNGERFEHLER
Der häufigste Fehler ist, das „HILFE”-Signal statt des Signals „Schau mich an” zu geben – also die Taucherlampe schnell zu schwenken,
wenn wir jemandes Aufmerksamkeit erregen wollen.
Lerne, den Kommunikationsort zu beobachten und Signale wie ein erfahrener Tec-Taucher zu senden: langsam und deutlich.
Der zweite Fehler ist „ständigesm, leichtes Gemurmel”, also z. B. wiederholte OK-Signale, Richtungshinweise, oder „Schau mich an”... Es kann dazu führen, dass man sich komplett ignoriert.
Die Regel ist einfach: „Weniger reden – mehr Tauchen”.
IN 30 SEKUNDEN: WORUM ES HIER GEHT
Lichtkommunikation funktioniert am besten, wenn... Du es nicht übertreibst.
Je fortgeschrittener du bist, desto öfter nutzt du passive Kommunikation: Du siehst das Licht deines Tauchpartners an der vorgesehenen Stelle, und musst ihn nicht wiederholt „unterbrechen”.
Neben dem passiven OK verwendest Du Folgendes:
● Eine langsame Bewegung als Signal „Achtung / Schau mich an”
● Eine dynamische Bewegung als Signal „Hilfe” (schnelle, leichte Bewegungen auf deinen Tauchpartner gerichtet)
Ein „aktives” OK kann immer dann gegeben werden, wenn Du es für richtig hältst. Aber ehrlich gesagt – warum die ganze Zeit reden?
VORSCHLAG FÜR EINSTEIGER
Teste die Kommunikationsregeln an Land – z. B. während eines abendlichen Spaziergangs. Lasse die Regel „kein Reden – nur spazieren” dein Leitprinzip sein.
Wendet alle Elemente guter Kommunikation an, aber scheut Euch nicht, zu experimentieren. Bleibt innerhalb von 5 Metern voneinander, und dann... Geht ins Wasser.
LICHTKOMMUNIKATION IN TECHNISCHEN TEAMS
Nehmen wir an, du hast den vorherigen Teil gelesen, und die be-


schriebenen Regeln sind dir bereits zweite Natur. Im Folgenden findest Du einige Ergänzungen, die sich gut für fortgeschrittenere Tauchgänge eignen.
Das sicherste Team besteht aus 3 Tauchern.
„Wing to Wing”-Formation
Die optimale Position für den Führer: Beim Nebenschwimmen ist der Teamleiter eine halbe Körperlänge vor den beiden Flügeltauchern entfernt.
Der Teamleiter legt für jeden Teammitglied individuelle Kommunikationsorte fest – so ist es leicht zu erkennen, wer im Notfall signalisiert und wohin man sich wenden sollte.
Die Anordnung der Signalorte sollte dem Teamleiter kein Unbehagen bereiten. Am besten ist es, sie vorne zu halten: einen rechts und einen links.
Wenn die Lampe eines Tauchers zu schwach ist, um eine effektive Kommunikation aufrechtzuerhalten, bewegen sich beide Flügeltaucher leicht nach vorne.
Formation in einer Reihe
Sie schwimmen hintereinander – z. B. in Höhlen oder beim Umschwimmen von Wracks.
Die Kommunikation erfolgt indirekt:
● Der Teamleiter ist vorne und legt einen Kommunikationsort nur für den zweiten Taucher fest.
● Der zweite Taucher setzt den Punkt für den dritten. Ein vom Teamleiter gegebenes Signal wird zuerst vom zweiten Taucher an den dritten weitergeleitet. Erst nachdem der letzte Taucher (über den zweiten) antwortet, wird die Antwort an den Teamleiter weitergeleitet. Bis diese Bestätigung eingegangen ist, bleibt der Teamleiter in einer Warteposition.
Mittlerer Kommunikationsort
Beim Tauchen in offenem Wasser, oder beim Bewegen zwischen Teilen verstreuter Wracks, oder zwischen Höhlenwänden kann der optimale Kommunikationsort auf einer Hand des vorausschwimmenden Tauchers liegen.
Die allgemeine Regel lautet: Je schwieriger der Tauchgang und je härter die Bedingungen, desto leichter sollte deine Kommunikation zu erkennen sein.
NOTFALLSITUATIONEN, KURVEN UND TEAMARBEIT IN DER NÄHE VON HINDERNISSEN
In einem Drei-Taucher-Team wird das „HILFE”-Signal auch an den dritten Taucher weitergeleitet.
Zum Beispiel in einer Flügel-zu-Flügel-Formation: Wenn der Taucher auf dem rechten Flügel Hilfe benötigt und es einfacher ist, Unterstützung vom Taucher auf dem linken Flügel zu bekommen, dann übermittelt jeder Taucher nach Bemerkung des Signals das „HILFE”-Signal an den Teamleiter. Von dort aus befolgt ihr das vorher vereinbarte Notfallverfahren.
Dasselbe Signal des dritten Tauchers in einer Einzelreihe löst eine sofortige Reaktion des zweiten Tauchers aus und wird gleichzeitig an den Teamleiter weitergeleitet.
Wenn der Teamleiter oder der zweite Taucher Hilfe braucht, dreht er sich zum Taucher hinter sich und sendet gleichzeitig das „HILFE”Signal an den dritten Taucher im Team.
Positionswechsel innerhalb des Teams während des Manövrierens um ein Wrack herum werden – einschließlich der Notfälle –am besten durch Rotation mit „Kopf zum Wrack” durchgeführt.
Jedes Teammitglied, das sieht, wie sich sein Tauchpartner so dreht, achtet auf Gefahren durch verlorene Netze oder Angelschnur im Bereich von Kopf und Ventilen.
Detaillierte Verfahren für komplexe Fehler müssen vor jedem Tauchgang sorgfältig besprochen und geübt werden.
Der Lichteinsatz in dieser Phase sollte so klar und eindeutig wie möglich sein.
HÄUFIGE KOMMUNIKATIONSFEHLER BEIM TECHNISCHEN TAUCHEN
● Schlecht etablierte Kommunikationsorte (der Taucher kann das Signal nicht sehen)
● Ein „Schau mich an”-Signal, das zu schnell gegeben und als „Hilfe”-Signal interpretiert wird (meist eine Folge des vorherigen Fehlers)
● Verwendung von Taucherlampen mit deutlich unterschiedlicher Lichtintensität (die ideale Lösung sind 3 identische Lampen mit einstellbarer Lichtabgabe)
NÜTZLICHE LAMPENFUNKTIONEN FÜR TECHNISCHES TAUCHEN
● Keine Möglichkeit eines versehentlichen Abschaltens
● Stromkabel ohne E/O-Anschluss
● Zusätzliches Notfall-E/O-Kabel von der Hauptbatterie
● Scooter-Handgriff
● Die Möglichkeit, das Licht vorübergehend kopfüber zu befestigen
KOMMUNIKATIONSAUSBILDUNG FÜR FORTGESCHRITTENE (TECHNISCHE) TAUCHER
Es ist immer eine gute Idee, an Land bei trockenen Bedingungen zu trainieren.
Eine weitere effektive Methode sind Nachttauchgänge in kontrollierten Umgebungen, wie z. B. im Pool oder an einem vertrauten Tauchplatz.
Zwei KommunikationsLichtpunkte: einer sehr klein und hochpräzise, der andere sehr groß –an der Grenze der Nutzbarkeit für die Kommunikation.


Teambewusstsein aufzubauen und Verfahren zu beherrschen, von Anfang an durch effektive Kommunikation unterstützt, ist die Grundlage der Problemlösung.
Betrachtet die Prinzipien und einige der oben beschriebenen Verfahren als allgemeine Richtlinien.
Die meisten Teams entwickeln ihre eigenen Methoden – und üben sie regelmäßig.
Die Lichtkommunikation beim Scooter-Tauchen beinhaltet eine separate Verfahrensreihen (hier nicht behandelt).
Lichtkommunikation in engen Räumen – hier nicht behandelt.
Verwendung von Backup-Lampen – hier nicht behandelt.
TRAINING DER LICHTKOMMUNIKATION – TIPPS FÜR AUSBILDER
Je früher Du die Lampe als natürliches Informationsmittel einführen, desto bessere Ergebnisse erzielst Du – selbst mit Einsteigern.
Die Verwendung der Taucherlampe zur Beleuchtung von Handzeichen ist eine sehr alte Methode der Unterwasserkommunikation – leider deutlich ineffektiver als die vollständig lichtbasierte Kommunikation.
Im technischen Tauchen steht Kommunikation während der fortgeschrittenen Ausbildung selten im Mittelpunkt – obwohl sie eine Schlüsselrolle im Teambetrieb spielt.
Im Folgenden sind einige der häufigsten Probleme beim Unterrichten der Lichtkommunikation aufgeführt:
● Signale werden zu schnell und unklar angezeigt: Jedes Signal sollte mindestens eine Sekunde dauern. Das Ausführen des OKKreises sollte ungefähr so lange dauern, wie es dauert, „121” zu sagen. Ein großes Missverständnis (besonders bei schwierigen Tauchgängen) ist, die Taucxherlampe schnell zu schwenken, um jemandes Aufmerksamkeit zu erlangen. Das „Aufmerksamkeitssignal” sollte ebenfalls mindestens eine Sekunde anhalten.
● „Zu starke” Taucherlampen: Taucher wissen oft nicht, wie sie eine Lampe für effektive Kommunikation auswählen sollen und wählen die hellste – was die Kommunikation tatsächlich behindern kann.
● Verwende beim Unterrichten der Grundlagen diese Regel: Halte die Taucherlampe mit vollständig ausgestrecktem Arm, und bewege sie nur mit dem Handgelenk. Dies ist eine einfache Möglichkeit, zu breite Bewegungen mit dem Licht zu vermeiden.
● Effektive Lichtkommunikation kann mit kompakten Lampen mit fokussiertem Lichtstrahl durchgeführt werden. Diese Art von Lampe (z. B. Tecline ZOOM) ermöglicht Kommunikationstraining unter tropischen Meeresbedingungen.
● Verwende einen Blitzer und einen Kompass, um Kommunikation zu lehren: Ein Blitzer, der an einer Leine knapp oberhalb der Wrackleine hängt, ist leicht zu finden, wenn die allgemeine Richtung zur Abstiegsleine bekannt ist. Maximale Wirksamkeit unter schwierigen Bedingungen kann mit einem Blitzer mit unregelmäßiger Blitzabfolge erreicht werden.
● Eine ungewöhnliche, aber von der Rettung angewandte Methode der Lichtkommunikation, ist der Einsatz chemischer Lichtmarker.
● Verwende verschiedene Lichtquellen und Farben: Dies regt zur Erkundung sicherheitsfördernder Lösungen an.
● Während der Ausbildung zur Lichtkommunikation ist eine Backup-Lampe ein wesentliches Element: Ein Ausfall des Hauptlichts sollte das Backup-Lampen-Protokoll auslösen und den Tauchgang entsprechend ausleiten. Erkläre immer klar die Begründung, warum jeder Taucher mindestens eine Backup-Lampe benötigt.
● Je weniger Signale Du gibst, desto effektiver ist die Kommunikation: Lege Wert auf eine Schreibtafel oder Wetnotes als Werkzeug für „Unterwassergespräche”.
IST DAS ALLES?
Nicht ganz
Ich benutze seit über 20 Jahren eine Taucherlampe, um die Sicherheit meiner Tauchgänge zu erhöhen. Ich teile gerne mein Wissen und demonstriere praktische Möglichkeiten, wie man Licht nutzt, um die Tauchsicherheit auf allen Erfahrungsstufen zu verbessern. Schaue bei der Tecline Academy vorbei – lasse uns gemeinsam Licht ins Dunkel bringen
Bis bald!
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