34 „Ich umarme mit der größtmö g lichen Innigkeit alles Weibliche in mir“
Verena Altenberger im Gespräch
38 Eine Stimme auf der Suche
Marianne Crebassa
40 Liebe ist die Seele des Genies
Mozart, Karl und Co: Über Väter, Söhne und den Eigensinn der Kunst
Editorial
Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde!
So bunt wie der im März offiziell beginnende Frühling ist die Themenvielfalt, die das Programm des Musikvereins in diesem Monat auszeichnet. Ein wichtiger Stellenwert kommt dabei unserem Schwerpunkt „Fokus Klima: ZERO?“ zu, mit dem wir im Zuge einer Konzertwoche einen Beitrag zum Klimaschutz in der Klassik leisten wollen. Hochkarätig besetzte und bei freiem Eintritt (auch ohne Konzertticket) zugängliche Gespräche, Vorträge und Diskussionsrunden mit internationalen Expert:innen aus Wissenschaft, Kunst und Kultur sollen zu einer Bewusstseinsbildung in Sachen Klimaschutz beitragen. Als Eröffnungsrednerin konnten wir mit Helga Kromp-Kolb eine der renommiertesten Wissenschaftler:innen Österreichs gewinnen, die als Koryphäe im Bereich Meteorologie und Klimaforschung hohe Anerkennung genießt. In einem Interview dieser Zeitschrift mahnt sie trotz der düsteren Klimaprognosen Zuversicht ein und kommt auch auf die Musik zu sprechen: Das Eintauchen in Klangwelten biete die Chance, sich wieder mehr als Teil eines Ganzen zu erleben.
Eine ganze Reihe anderer außergewöhnlicher Frauen prägt den Monatsverlauf: Am Internationalen Frauentag, der am 8. März gefeiert wird, gibt uns Isabelle Faust im Brahms-Saal die Ehre, die einen ihrer fulminanten Sonatenabende mit Alexander Melnikov gestalten wird. Zeitgleich haben sich die Schauspielerinnen Verena Altenberger und Mavie Hörbiger sowie die Pianistin und Komponistin Clara Frühstück vorgenommen, „Den Göttern in die Seele zu blicken“ – so der Titel ihres gemeinsamen Programms, das sich um Frauenschicksale dreht. Ebenso hat sich die Mezzosopranistin Marianne Crebassa einen besonderen Hinweis verdient. Zuletzt unter Riccardo Muti zum 200. Geburtstag von Beethovens Neunter Symphonie im Mai 2024 im Musikverein zu Gast, gibt sie nun bei uns einen ihrer mitreißenden Liederabende.
Bereits zehn Jahre ist es her, dass uns Nikolaus Harnoncourt, der so eng mit der Gesellschaft der Musikfreunde verbunden war, verlassen hat. An seinem 10. Todestag bringt der Concentus Musicus Wien unter der Leitung von Stefan Gottfried das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms zu Aufführung. Einer von Harnoncourts musikalischen Weggefährten, der Fagottist, Dirigent und Autor Milan Turković, erinnert sich in einem Text für diese Zeitschrift an den musikalischen Visionär.
Von den Fokus-Künstler:innen dieser Saison steht im März die Cellistin Julia Hagen im Rampenlicht, die mit den Bamberger Symphonikern unter Jakub Hrůša das Cellokonzert von Antonín Dvořák interpretieren wird – eine nicht nur sehr sympathische, sondern auch sehr reflektierte Künstlerin, wie sie einem Artikel dieses Heftes entnehmen können. Viele weitere Künstler:innen prägen das dichte Konzertgeschehen in diesem Monat – von Jewgenij Kissin über Julian Rachlin bis hin zu Daniil Trifonov und Yuja Wang. Letztere darf ich gemeinsam mit Franz WelserMöst und dem Wiener Singverein im Großen Musikvereinssaal auch begrüßen, wenn ich Ihnen, liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde, das Programm für die Saison 2026/27 präsentieren werde. Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung und der Zählkartenvergabe finden Sie in dieser Zeitung und auf unserer Website.
Herzlichst
Ihr
Dr. Stephan Pauly Intendant
Abenteuer Interpretation
Isabelle Faust
Abbildung: Wikimedia Commons
Es ist immer eine Frage der Interpretation. Das Telefongespräch, für das sich Isabelle Faust im Trubel des Berliner Flughafens eine ruhige Ecke verteidigt hat, ist eigentlich schon zu Ende, da kommt die Geigerin, die sich gerade auf dem Weg nach Norwegen befindet, auf ein Büchlein zu sprechen, das ihr ihr musikalischer Weggefährte Philippe Herreweghe ans Herz und als Geschenk auch in die Hände gelegt hat. Es trägt den Titel „Der Fall Arnolfini“. Der Namen lässt zunächst an einen Kriminalroman denken, tatsächlich begibt sich der Autor darin jedoch auf Spurensuche in einem Gemälde von Jan van Eyck aus dem Jahr 1434. Doch der Überraschung nicht genug: Nicht von einem akademischen Experten der altniederländischen Kunst stammt das 2016 erstmals auf Französisch erschienene Buch, sondern von einem pensionierten praktischen Arzt aus Paris, der den Versuch wagte, die Methoden aufmerksamer klinischer Beobachtung auf ein Werk der Malerei anzuwenden. Das Bild, das Jean-Philippe Postel darin bis ins letzte Detail unter die Lupe
Spurensuche bei Jan van Eyck
nimmt, gilt als eines der rätselhaftesten Werke der Kunstgeschichte, bis dato sind weder die darauf dargestellten Personen noch die Auftraggeber eindeutig geklärt. Schon der heute geläufige Titel „Sogenannte ArnolfiniHochzeit“ des in der National Gallery in London beheimateten Bildes deutet auf den Interpretationsspielraum hin, der über Jahrhunderte in alle möglichen Richtungen ausgereizt wurde. Mittlerweile gilt als widerlegt, dass es sich dabei überhaupt um eine Hochzeit handelt. „Dieses enorm geistreiche Buch ist eine wunderschöne Entdeckung für mich gewesen“, sagt die Geigerin. „Wie der Autor Detailabbildungen, Forschungsliteratur, eigene Überlegungen und vor allem auch Fantasie zu einer Deutung des Bildes verbindet, ist sehr anregend. Es fühlt sich bei der Lektüre so an, als würde man Sherlock Holmes über die Schulter schauen, jeder Farbtupfer könnte, hat man den Eindruck, bei der Wahrheitssuche das Blatt wenden. Vielleicht sollte man in diesem Buch nicht alles für bare Münze nehmen, aber die Art, ein Bild so anzuschauen, hat mir außerordentlich viel Spaß gemacht.“
Für Isabelle Faust, Geigerin ersten Ranges, ist ein Konzertprogramm mehr als die Summe seiner einzelnen Stücke – es ist das Ergebnis sorgfältiger Spurensuche und dramaturgischer Planung. Bei ihrem Sonatenabend mit Alexander Melnikov im Musikverein laden Werke von Schostakowitsch, Busoni, Schönberg und Prokofjew zu einer musikalischen Entdeckungsreise ein.
„Privat ist privat – ein bisschen Geheimnis ist durchaus angenehm.“
Isabelle Faust
Ob das daran liegt, dass sich Isabelle Faust, die seit drei Jahrzehnten als Solistin und Kammermusikerin weltweit zu den führenden Geigerinnen zählt, selbst als akribische Spurensucherin hervorgetan hat? Sie hat sich jedenfalls als Künstlerin einen Namen gemacht, für die das genaue Studium von Manuskripten und anderen Quellen zur unabdinglichen Basis der musikalischen Interpretation zählt: „Ich halte es für unerlässlich, die verfügbaren Quellen gewissenhaft zu prüfen. Nicht jeder Komponist war etwa mit der endgültigen Fassung seines Werks vollends zufrieden, oft haben sich in die ersten gedruckten Ausgaben auch Fehler eingeschlichen. Indem ich versuche, die ,Wahrheit‘ zu finden, werde ich auch Zeuge der Entstehungsgeschichte eines Stücks. Erst wenn ich darüber eine größtmögliche Gewissheit habe, kann das Abenteuer Interpretation, bei dem wir unser eigenes Denken und Fühlen einbringen müssen, beginnen.“
„Partner in crime“ bei ihren musikalischen Erkundungen ist Isabelle Faust seit vielen Jahren der aus Russland stammende Pianist Alexander Melnikov. „Ich komme nicht umhin, ihn als Glücksfall für mein musikalisches Leben zu bezeichnen“, so die Künstlerin. „Er ist mir insofern ähnlich, als er ebenfalls für jeden Komponisten und für jede Epoche hinsichtlich des Instrumentariums einen speziellen Zugang sucht, um noch besser in die entsprechende Klangwelt einzutauchen. Er ist inzwischen stolzer Besitzer von einigen wunderbaren historischen Klavieren – und ich habe, was meine Geigen betrifft, auch entsprechend aufgestockt. So befinden wir uns in der luxuriösen Situation, programmabhängig auf das jeweils passende Material zurückgreifen zu können und uns davon inspirieren zu lassen. Das ist eine große Hilfe, weil man sich selbst dann, wenn man zum Beispiel aus pragmatischen Gründen nicht auf Darmsaiten spielen kann, sehr konkrete Klangvorstellungen erarbeiten kann.“
Mit Alexander Melnikov kommt Isabelle Faust im März für einen Sonatenabend in den Musikverein, dessen facettenreiches Programm Ausdruck des vernetzten musikalischen Denkens der beiden Künstler ist: „Das Programm wurde aus dem Wunsch heraus geboren, die unglaublich meisterhafte Violinsonate von Schostakowitsch, übrigens ein Geburtstagsgeschenk für David Oistrach, endlich auch einmal auf der Bühne aufzuführen. Wir haben sie vor längerer Zeit einmal für eine CD aufgenommen, dann aber nie wieder gespielt. Die Zweite Busoni-Sonate wiederum haben wir ziemlich oft aufgeführt, aber noch nicht aufgenommen, was hoffentlich bald folgen wird.“ Beiden Werken ist auf unterschiedliche Weise Johann Sebastian Bach eingeschrieben: „Busoni greift auf einen Choral aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena zurück. Bei Schostakowitsch wiederum sind starke kontrapunktische Anklänge nicht zu überhören. Und so haben wir zwei wirklich große, gewichtige Stücke in diesem Programm als zwei Zentren.“
Doch damit nicht genug der musikalischen Querverweise. Auf der Suche nach einem Stück, das sich gut mit Busoni in Beziehung setzen lässt, landete das Duo schnell bei der Phantasie op. 47 von Schönberg, der mit dem italienischen Komponisten in regem Austausch stand. „Interessanterweise weist aber auch die SchostakowitschSonate eine Verbindung zu Schönberg auf“, lässt Faust weiter in die Programmwerkstatt blicken: „Sie beginnt mit dodekaphonischem Material und verlässt dieses Gebiet später wieder – ein klarer Fingerzeig auf die Kompositionslehre mit zwölf Tönen. Die Schönberg-Phantasie hingegen ist durchgehend sehr streng gearbeitet. So entsteht eine kleine Klammer zwischen den beiden Werken, die uns besonders gut gefallen hat.“
Ein reizvoller Aspekt der Schönberg/Busoni-Konstellation sei darüber hinaus auch die unterschiedliche Gewichtung der Instrumente: „Die Schönberg-Phantasie wurde als Werk für Violine mit Klavierbegleitung geschrieben. Schönberg hat zunächst die Violinstimme vollständig ausgearbeitet und erst danach den Klaviersatz hinzugefügt. Das zeigt schon, dass hier die Violine das Wort führt. Bei Busoni ist es eher umgekehrt: Seine Sonate für Klavier und Violine ist stark vom Klavier geprägt. Dadurch bildet Busoni einen spannenden Gegenpol zur Schönberg-Phantasie.“ Vervollständigt wird das Programm durch die „Fünf Melodien für Violine und Klavier“ op. 35a von Prokofjew – „ein kleines Augenzwinkern“, wie Faust feststellt: „Gerade der Beginn der Schostakowitsch-Sonate erinnert ein wenig an die erste Prokofjew-Sonate. Seine Melodien sind ein freundlicher Einstieg in ein Programm, das später mit wirklichen Schwergewichten aufwartet – gewissermaßen ein offenes, einladendes Tor zu dem, was folgt.“
Sonntag, 8. März 2026
Isabelle Faust I Violine
Alexander Melnikov I Klavier
Sergej Prokofjew
Fünf Melodien für Violine und Klavier, op. 35a
Dmitrij Schostakowitsch
Sonate für Violine und Klavier G-Dur, op. 134
Arnold Schönberg
Phantasie für Violine mit Klavierbegleitung, op. 47
Ferruccio Busoni
Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 e-Moll, op. 36a
Während die gefeierte Solistin und Kammermusikerin bei ihrer Arbeit vielen musikalischen Geheimnissen auf der Spur ist, hütet sie sich davor, selbst öffentlich zu viel über sich preiszugeben. Kein Social-Media-Profil, keine eigene Website, über die sie ihr Inneres hervorkehren, sich gar inszenieren möchte: „Ich mag es, ein Stück weit privat zu bleiben und nicht jeden Moment meines Lebens öffentlich zu machen – ein bisschen Geheimnis ist durchaus angenehm. Ich schätze den direkten Austausch mit meinen Fans bei Konzerten, in der Pause oder beim Signieren. Wer mir schreiben möchte, kann das über meine Agentur tun.“
Aber ein bisschen Privates lässt sie sich dann doch entlocken, bevor der „Final Call“ für ihren Flug nach Norwegen ertönt. Wonach sehnt sie sich eigentlich, wenn sie nach all ihren Reisen endlich wieder einmal daheim in Berlin ist? „Ich freue mich immer sehr auf zu Hause: vielleicht ein, zwei Tage ohne Termine, vielleicht ausschlafen, arbeiten im eigenen Rhythmus, die Geige mal beiseitelegen, kochen, spazieren gehen, mich um meinen Körper kümmern und Zeit mit der Familie verbringen – all das, was sonst oft zu kurz kommt, aber eigentlich nichts Außergewöhnliches ist.“
Markus Siber
Fotos: Marco Borggreve
Zusammen mit dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und Daniel Harding beehrt Daniil Trifonov wieder einmal den Wiener Musikverein. Mit im Gepäck des fabelhaften Pianisten: das Zweite Klavierkonzert des Hausheiligen Johannes Brahms.
Fotos: Dario Acosta
Mit jeder Faser seines Körpers und seiner Seele
Daniil Trifonov
Mit dem Begriff Ausnahmekünstler sollte man vorsichtig umgehen, wird er doch in inflationärer Weise verwendet. Für Daniil Trifonov trifft diese Bezeichnung in jedem Fall zu. Ob man dem gebürtigen Russen bei einem Klavierabend lauscht, ihn als Solist in einem Orchesterkonzert erlebt oder als Kammermusiker: Es ist immer eine außergewöhnliche, staunen machende Erfahrung wie auch eine enorme seelische Bereicherung. Fast alle Sprachen verbinden die Musik mit dem Begriff des Spiels: Man spielt Klavier, Geige oder ein anderes Instrument. Natürlich ist das spielerische Moment auch bei Trifonov immer präsent. Doch da ist noch mehr: Seine Interpretationen sind stets von einer existenziellen Dringlichkeit durchwirkt. Mit jeder Faser seiner Seele durchlebt der Pianist die Charaktere der Themen und Motive, die er präsentiert, deren harmonische Wendungen und rhythmische Faktur. Und auch mit jeder Faser seines Körpers: Trifonov ist am Ende eines Auftritts meistens klatschnass.
Geboren wurde Daniil Olegowitsch Trifonov 1991 in Nischni Nowgorod – wie übrigens vier Jahre zuvor Igor Levit. Übersiedelte Letzterer mit seiner Familie im Kindesalter nach Deutschland, so zogen Trifonovs Eltern mit ihrem Wunderkind nach Moskau, um ihm dort eine optimale Ausbildung zu ermöglichen. Diese erhielt er bei der legendären Tatjana Zelikman am Gnessin-Institut; 2009 wechselte er in die USA nach Cleveland, wo er bei Sergei Babayan studierte. Die Erfolge bei renommierten Wettbewerben ließen nicht lange auf sich warten: 2010 gewann Trifonov den Dritten Preis beim Chopin-Wettbewerb in Warschau, und schon ein Jahr später stand er beim Arthur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv und beim Tschaikowskij-Wettbewerb in Moskau ganz oben auf dem Treppchen. Spätestens da war klar: A star is born.
Die „Süddeutsche Zeitung“ bezeichnete Trifonov bald als eines der „unbegreiflichsten Klaviertalente der letzten Jahrzehnte“, der britische Musikjournalist Norman Lebrecht baute auf ihn als einen „Pianisten für den Rest unseres Lebens“. Und tatsächlich beglückt und fesselt Daniil Trifonov sein Publikum bis heute mit einer Fülle an Konzerten und Tonaufnahmen.
Sein Hauptinteresse gilt dabei dem romantischen Repertoire, neben seinem Lieblingskomponisten Alexander Skrjabin natürlich auch dem Schaffen von Chopin, Tschaikowskij und Rachmaninow. Apropos Rachmaninow: Für die Fotos zu seinem CD-Projekt „Destination Rachmaninow. Departure“ ließ man Trifonov in eleganter Aufmachung in einem alten Pullmanwagen ablichten, als Hommage und Erinnerung an den russischen Komponisten, der für seine Konzerttourneen in den USA seinerzeit einen eigenen Eisenbahnwagon (samt Flügel natürlich) an die Schnellzüge anhängen ließ. Einen solchen Aufwand für eine CD-Produktion treiben die darbenden Klassiklabels heutzutage nur noch für ihre allerbesten Künstler.
Nach einem Tonträger mit Werken der Bach-Familie erschien 2024 mit „My American Story – North“ quasi Trifonovs Liebeserklärung an den Kontinent, auf dem er seit einigen Jahren lebt. Neben Klavierkonzerten von George Gershwin und Mason Bates – Letzteres speziell für Trifonov komponiert – beschäftigt sich der vielseitig Interessierte hier auch mit Jazz, Swing und Minimal Music. Werke von Art Tatum, Aaron Copland, John Adams und John Corigliano legen davon Zeugnis ab. Apropos komponieren: Das ist eine Leidenschaft, die Daniil Trifonov von Kindesbeinen an mit all diesen Künstlern teilt. Sein Klavierkonzert in es-Moll wurde 2014 am Cleveland Institute uraufgeführt, mehrere Werke für Klavier folgten. Einen Liederzyklus für Bariton und Klavier nahm er 2019 in Angriff, nach Gedichten von Vladimir Nabokov, Joseph Brodsky und Arseni Tarkowski. Der Sänger, dessen einzigartige Stimme und Gestaltungskraft er dabei vor Ohren hatte, war Matthias Goerne. Mit dem deutschen Liedsänger und künstlerischen Kompagnon gastierte Trifonov im November letzten Jahres für einen dreiteiligen Schubert-Zyklus im Musikverein. Im Goldenen Saal wurden die „Winterreise“, „Die schöne Müllerin“ und der „Schwanengesang“ für das begeisterte Publikum zu außergewöhnlichen Erfahrungen in Sachen Intensität und emotionaler Akribie.
Im März ist der 34-Jährige nun erneut im Großen Musikvereinssaal zu erleben, und zwar mit Daniel Harding und dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia aus Rom. Er interpretiert dabei das Zweite Klavierkonzert eines Komponisten, der die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien einst als künstlerischer Direktor prägte: Johannes Brahms. Man könnte den Beginn seines 1881 uraufgeführten Großwerks als ein sanftes Echo auf den prachtvollen Anfang von Tschaikowskijs Erstem Klavier-
konzert deuten. Eröffnende Hörner da wie dort, auf die Akkordarbeiten des Solisten folgen – bei Tschaikowskij in festlich-majestätischem Gepräge, bei Brahms in romantischer Versonnenheit. Man darf gespannt sein, wie Trifonov diesen lyrischen Beginn und die darauffolgende Ruptur, die erschreckt auffahrende Bewegung des Solisten gestaltet.
Das Werk ist noch nicht allzu lange in Daniil Trifonovs Repertoire. Zu Silvester 2024 interpretierte er es mit den Berliner Philharmonikern und deren Chefdirigent Kirill Petrenko. Im Gespräch mit dem Solohornisten des Orchesters, Stefan Dohr, sprach der Pianist über die vielen Facetten dieses herausfordernden Werkes, das Aspekte der Symphonie, der Kammermusik und des Solokonzertes in sich vereint. Den ausladenden Kopfsatz sieht Trifonov von einer großen Wärme geprägt. Solist und Orchester tauschen sich auf intensive Art und Weise aus: Meist stellt das Soloklavier eine thematische Idee vor, und das Orchester entwickelt sie weiter. Auf den leidenschaftlichen zweiten Satz folgt im Andante der Dialog mit dem Solocello, für Trifonov ein „magischer Moment“. Der Finalsatz mit seiner tänzerischen Zartheit mache ihm danach so richtig Spaß.
Welches Klavier wählt der begeisterte Bergsteiger Trifonov für Brahms’ romantische Weitwanderung aus? Der ideale Flügel für dieses Konzert müsse kantable Qualitäten besitzen, so Trifonov, aber auch leicht spielbar sein. Bei einem Werk von 50 Minuten Dauer solle man als Solist in einem Orchesterkonzert nicht kämpfen müssen. Im reich bestückten Instrumentendepot der Gesellschaft der Musikfreunde wird sich sicher ein Konzertflügel finden, der diesen Anforderungen entspricht.
Die Akustik des Großen Musikvereinssaals hat der Pianist vor einigen Jahren im persönlichen Gespräch übrigens solcherart beschrieben: „Die Töne bekommen hier eine opake Ummantelung, die tieferen Register klingen warm. Beim Tempo muss man aufpassen und darf nicht bei allen Passagen ans Maximum gehen.“
Eine bessere Balance zwischen Podium und Privatleben wünschte sich Trifonov Ende der 2010er Jahre, als er in einem Halbjahr acht verschiedene Klavierkonzerte interpretierte, Soloabende gab und Kammermusikkonzerte spielte. Das hat sich inzwischen hoffentlich so ergeben: Mittlerweile ist der seit Längerem in New York lebende Künstler verheiratet und seit 2020 auch Vater eines Sohnes. Dass er für Konzerte im Musikverein trotzdem regelmäßig Zeit findet, ist für das Haus und das Wiener Publikum immer wieder eine außergewöhnliche Freude und Ehre.
Stefan Ender
Daniil Trifonovs Interpretationen sind stets von einer existenziellen Dringlichkeit durchwirkt.
Dienstag, 17. März 2026
Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Roma
Daniel Harding | Dirigent
Daniil Trifonov | Klavier
Johannes Brahms
Konzert für Klavier und Orchester
Nr. 2 B-Dur, op. 83
Antonín Dvořák
Symphonie Nr. 7 d-Moll, op. 70
Kultur im Klimawandel
Der Programmschwerpunkt „Fokus Klima: ZERO?“
Von 14. bis 22. März möchte der Musikverein mit dem Programmschwerpunkt „Fokus Klima: ZERO?“ im Zuge einer Konzertwoche einen Beitrag zum Klimaschutz in der Klassik leisten. Hierfür hat er internationale Expert:innen aus Wissenschaft, Kunst und Kultur eingeladen – von der österreichischen Klimaforscherin Helga KrompKolb bis zum finnischen Dirigenten EsaPekka Salonen.
Wenn sich im März die Natur aus dem Winterschlaf zurückmeldet, widmet sich der Musikverein in hochkarätig besetzen Gesprächen, Vorträgen und Diskussionsrunden der Bewusstseinsbildung in Sachen Klimaschutz. Eine beispielhafte Konzertwoche mit Klangkörpern wie dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Roma, den Wiener Symphonikern, den Wiener Philharmonikern und dem Swedish Radio Symphony Orchestra bildet den Rahmen für einen Veranstaltungsreigen, der Einblicke in die aktuelle Diskussion geben möchte: Welche Möglichkeiten hat die Klassikbranche, sich dem Klimaschutz zu widmen und das eigene Tun im Rahmen der Möglichkeiten klimafreundlicher zu gestalten? Welche Hebel zur Verbesserung kann man ansetzen, im Gebäude des Musikvereins beispielsweise, bei den Künstler:innen oder beim Publikum? Was ist erreichbar, was nicht, wie kann die Zukunft aussehen? Welche Ansätze, Ideen und Erfahrungen gibt es in der Klassikbranche in den Bemühungen um Transformation und mehr Nachhaltigkeit? Dafür hat der Musikverein eine ganze Woche mit Vorträgen, Interviews und Diskussionsrunden gestaltet – jeweils vor und nach den Konzerten des Festivals. Alle Vorträge und Diskussionsrunden sind bei freiem Eintritt zugänglich – auch ohne Konzertkarte.
Den Auftakt gestaltet am 17. März Österreichs renommierte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, die die aktuelle wissenschaftliche Lage einordnen und zentrale Fragen stellen wird: Wo stehen wir beim globalen Klimawandel, welche Prozesse sind unumkehrbar, welche Handlungsspielräume bleiben? Ihre These: Klimaschutz verlangt mehr als technologische Lösungen – nämlich eine kulturelle Transformation, die unser Denken, Wahrnehmen und Handeln verändert. Nach dem anschließenden Konzert des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Roma unter der Leitung von Daniel Harding diskutieren Expert:innen aus der Musikpraxis: Katrin Lerchbacher von der Organisation „Orchester des Wandels“, die Konzepte für klimafreundliches Handeln im Klassikbetrieb entwickelt, und Mauro Bucarelli von der Accademia Nazionale di Santa Cecilia zeigen, wie Orchester ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren können. Von nachhaltigen Tourneen über neues Repertoire bis zu einem bewussten Ressourcenmanagement entsteht ein Bild davon, wie Klimaschutz im Musikbetrieb konkret aussehen kann.
Illustration: iStock / Makhbubakhon Ismatova
Am 18. März führt Meteorologe Marcus Wadsak vor Augen, wie nah die Klimakrise unserem Alltag bereits gekommen ist. Er übersetzt komplexe meteorologische Zusammenhänge in klare, anschauliche Beispiele und betont die Dringlichkeit: Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des Klimawandels spürt – und die letzte, die sie noch begrenzen kann. Nach einem Konzert der Wiener Symphoniker unter Robin Ticciati widmet sich eine Gesprächsrunde der Umsetzung im Kulturbetrieb. Jan Nast, Intendant der Wiener Symphoniker, berichtet über nachhaltige Maßnahmen im Orchesteralltag. Annett Baumast von der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht ergänzt eine strategische Perspektive: Sie gibt einen Überblick, welche Strategien für mehr Klimaschutz in der Kultur es in der deutschsprachigen Musik- und Kulturlandschaft gibt. Dabei wird deutlich werden, wie Umweltmanagement, Organisationsentwicklung und Kommunikation zusammenwirken müssen, damit Veränderung dauerhaft wird.
Am 19. März steht der größte Hebel im Konzertbetrieb im Fokus: die Mobilität. Zukunftsforscher Stefan Carsten erläutert, wie sich Verkehr, Stadtstrukturen und Infrastrukturen verändern müssen, um Kultur und Gesellschaft klimafreundlicher zu gestalten. Mobilität ist dabei nicht nur ein praktisches, sondern auch ein kulturelles Thema – sie prägt, wie wir Städte erleben und Kultur leben. Das darauffolgende Konzert der Wiener Philharmoniker dirigiert Zubin Mehta. Im Anschluss wird Wien selbst zum Anschauungsbeispiel: Thomas Madreiter, Planungsdirektor der Stadt Wien, zeigt anhand der „Smart City Wien“, wie klimafreundliche Mobilität, kurze Wege und soziale Nachhaltigkeit miteinander verflochten sind. Gemeinsam mit Nicola Bramkamp diskutieren die Expert:innen, welche Rolle Kulturinstitutionen bei der Entwicklung neuer Mobilitätskulturen spielen können. Stephan Pauly präsentiert zudem erste Ergebnisse einer Publikumsumfrage, die untersucht, wie Konzertbesucher:innen tatsächlich anreisen und wo Potenziale für klimafreundliche Mobilitätsangebote liegen. Über die Grenzen der Klassikbranche hinweg richtet sich der Blick des Festivals am 20. März – hin zur Frage, was ein Konzert zu einem Green Event macht. Anita Malli, verantwortlich für die Nachhaltigkeit des Eurovision Song Contest, und Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie-Institut beleuchten Energieverbrauch, Materialeinsatz, Kreislaufwirtschaft und umweltfreundliche Technik. Sie zeigen, wie nachhaltige Kulturproduktion
in Pop und Klassik aussehen kann – und warum Kommunikation und klare Haltung entscheidend sind. Nach dem Konzert folgen institutionelle Perspektiven: Wiebke Stockinger (Hallen E&G, MuseumsQuartier Wien), Intendant Stephan Pauly und Kaufmännische Direktorin Renate Futterknecht (Musikverein) diskutieren, wie Nachhaltigkeit langfristig in Programmgestaltung, Betrieb und Publikumsarbeit verankert werden kann. Dabei wird auch ein Einblick gegeben, wie der Musikverein selbst an klimafreundlichen Strukturen arbeitet – ein Abend, der unterstreicht, dass die Bühne der Zukunft nicht nur künstlerisch, sondern auch ökologisch gestaltet wird. Kunst ist mehr als Ausdruck – sie ist Haltung. Schauspieler Cornelius Obonya, bekannt aus Theater, Film und Fernsehen, engagiert sich für den Klimaschutz und spricht am 21. März mit der Green-Producing-Expertin Marion Rossmann über die Wichtigkeit des bewussten Eintretens für den Wandel – auch in der Film- und Fernsehproduktion: Wie „grün“ kann man produzieren? Es geht dabei auch um die Verantwortung von Kunstschaffenden heute: Sollten Künstler:innen ihre Bekanntheit nutzen, um öffentlich für Klimaschutz einzutreten? Und wie verändert sich die Atmosphäre in Film, Fernsehen und Theater, wenn Nachhaltigkeit zur Produktionsrealität wird? Es geht um Kunst, die nicht belehrt, sondern Bewusstsein öffnet. Nach einem Konzert des Swedish Radio Symphony Orchestra rückt erneut die Orchesterpraxis in den Fokus – diesmal international: Esa-Pekka Salonen und Staffan Becker erläutern, wie das Swedish Radio Symphony Orchestra nachhaltige Strukturen etabliert, von energieeffizienten Arbeitsabläufen bis zu sozial nachhaltigen Modellen. Im Gespräch mit Nicola Bramkamp wird deutlich, dass Transformation gelingt, wenn Vision und Umsetzung zusammenkommen und wenn Kunst, Kulturproduktion und Klimaschutz konsequent zusammengedacht werden.
Im Abschlussevent am 22. März wird beispielhaft gezeigt, wie nachhaltige Produktion und künstlerische Innovation zusammengehen können. Gast ist der international gefragte Musiker und Komponist Manu Delago, der mit seiner „ReCycling Tour“, die er auf dem Fahrrad zurücklegte, ein Ausrufezeichen für nachhaltige Konzertreisen setzte. Sein Kurzfilm „From the Alps to the North Sea“, der auf vielen Festivals gezeigt wurde, steht auch im Musikverein auf dem Programm.
FOKUS KLIMA: ZERO?
Über dieses umfangreiche Diskussions- und Gesprächsprogramm hinaus strebt der Musikverein erstmals an, alle Veranstaltungen, auch die Konzerte des Programmschwerpunkts, als zertifiziertes Green Event auszurichten: mit umweltfreundlicher Produktion aller Drucksorten, regionalem und saisonalem Catering, Mehrweggeschirr sowie 100 Prozent Ökostrom im gesamten Haus. Während der Festivaltage werden Energie, Materialien und Ressourcen besonders sparsam eingesetzt. Besucher:innen erhalten laufend Informationen über klimafreundliche Anreise und nachhaltiges Verhalten. In Kooperation mit den Wiener Linien steht allen Konzertbesucher:innen ein exklusives Kontingent an Freiminuten für die Nutzung der WienMobil Räder zur Verfügung. Zu diesem Zweck wird vor dem Musikverein für die Dauer des Klimafestivals eine temporäre WienMobil-Radstation eingerichtet. Gemeinsam mit zertifizierten Partner:innen und Lieferant:innen setzt der Musikverein ein klares Zeichen für Verantwortung und Zukunftsfähigkeit – und lädt dazu ein, die Rolle der Kultur in Zeiten des Wandels neu zu denken.
Detaillierte Informationen finden Sie im Kalendarium und hier:
Fotos: Wolf-Dieter Grabner
Durch Musik Kraft und Zuversicht schöpfen
Klimaexpertin Helga Kromp-Kolb im Gespräch
Frau Professor Kromp-Kolb, wo steht Österreich aktuell im globalen Kontext der Klimakrise – und welche Entwicklungen halten Sie aus heutiger Sicht für unumkehrbar, selbst wenn wir unsere Klimaziele erreichen?
Österreich ist derzeit alles andere als ein Musterland, im Klimaschutz liegen wir weit hinter anderen europäischen Staaten, und in der Klimawandelanpassung gibt es zwar gute Ansätze, aber kaum strukturelle Unterstützung. Dabei ist Österreich als alpines Binnenland stark betroffen – in der Landwirtschaft wird Bewässerung zur Notwendigkeit, die Forstwirtschaft leidet schon jetzt unter Schädlingen, und der Wintertourismus bricht in mittleren Lagen weg. Das Erreichen der Klimaziele verhindert bestenfalls weitere Verschlechterungen, keine Rückkehr zu früheren Klimaverhältnissen.
Bei all den düsteren Nachrichten: Wie können wir trotzdem zuversichtlich bleiben?
Es ist wichtig zu betrachten, welchen Weg wir bereits zurückgelegt haben: Die Prognosen für 2100 gehen nicht mehr von plus 5 oder 6 Grad Celsius Erwärmung aus, wie 2015, sondern von etwa 2,5 bis 3 Grad. Das ist ein Fortschritt. Außerdem ist es leichter, zuversichtlich zu bleiben, wenn man selber aktiv ist. Ein sehr schönes Beispiel dafür ist die „Plant-for-the-Planet“-Bewegung, die Kinder ermutigt, Bäume zum Schutz des Klimas zu pflanzen, und damit durch Selbstwirksamkeit und durch Information über den Klimawandel undefinierte Ängste nimmt. Auch Erwachsene leben glücklicher, wenn sie sich nicht als hilflose Opfer sehen, sondern etwas gegen die Klimakrise tun.
Helga Kromp Kolb, eine der renommiertesten Wissenschaftler:innen Österreichs, ist Meteorologin und Klimaforscherin. Sie gründete das Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit und zählt zu den international prägendsten Stimmen der Klimaforschung. Im Eröffnungsvortrag des Programmschwerpunkts „Fokus Klima: ZERO?“ spricht sie unter dem Titel „Das große Ganze“ über Wissen, Wandel und Verantwortung beim Klimawandel.
Fotos: Michael Goldgruber
„Das Eintauchen in die Musik bietet eine Chance, sich wieder als Teil eines Ganzen zu erleben.“
Helga Kromp-Kolb
Was braucht es auf politischer Ebene, um die Klimakrise noch in den Griff zu bekommen?
Individuelles klimafreundliches Handeln muss durch strukturelle Änderungen erleichtert werden; das bedeutet, dass öffentlicher Verkehr verfügbar und bequem sein muss, dass effiziente, reparierbare Geräte billiger sein müssen als ineffiziente Wegwerfprodukte, dass die attraktivsten Anlageoptionen nicht Waffen und fossile Brennstoffe sein dürfen etc. Derartige Rahmenbedingungen muss die Politik schaffen. Das erfordert klare Kommunikation hinsichtlich der Risiken des Nicht-Handelns, Einbeziehung aller Interessengruppen in die Gestaltung der Maßnahmen, Transparenz bezüglich der Ziele, der berücksichtigten Interessen und ein Mindestmaß an Gerechtigkeit. So müssen etwa die Hauptverursacher – dazu zählen die vermögenden obersten zehn Prozent der Bevölkerung jedes Landes – auch einen angemessenen Teil der Last tragen.
Ist Klimaschutz für Sie auch eine kulturelle Aufgabe des Wahrnehmens und Umdenkens?
Der Klimawandel ist eigentlich nur ein Symptom für ein verlorengegangenes Verständnis, dass auch der Mensch Teil der Natur ist und auf seine Umwelt und deren Funktionsfähigkeit angewiesen ist. Daher geht es nicht nur um CO2-Reduktion, sondern um ein tiefgreifendes Umdenken. Das ist ein Kulturwandel und damit eine zutiefst kulturelle Aufgabe.
Welche besondere Verantwortung tragen Kulturbetriebe, Künstler:innen und Institutionen Ihrer Ansicht nach in der nachhaltigen Transformation?
Es geht einerseits darum, die Transformation selbst zu leben, und andererseits auch darum, diese Transformation sichtbar zu machen und zu einer solchen zu ermutigen – kurz: den Fußabdruck verkleinern und den Handabdruck vergrößern. Kulturbetriebe, Künstler:innen und einschlägige Institutionen sind meines Erachtens prädestiniert dazu, in die Gesellschaft zu wirken. Um glaubwürdig zu sein, müssen sie allerdings auch ihre Hausaufgaben machen – was in manchen Fällen, zum Beispiel bei großen Kulturfestivals, eine echte Herausforderung ist.
Was erwarten Sie von einem Klassikpublikum, wenn es um klimabewusstes Handeln geht – und welche konkreten Schritte können Konzerthäuser, Orchester und Besucher:innen bereits heute setzen?
Im Bereich „Fußabdruck“ spielt etwa die Reisetätigkeit eine wichtige Rolle. Das beginnt bei der Anreise aller Beteiligten – in Wien sind die „Öffis“ hoffentlich bereits eine Selbstverständlichkeit. Aber vielleicht wäre es noch wichtiger, sich über das Eintauchen in die Musik wieder als Teil eines Ganzen zu erleben, Kraft zu schöpfen, für dieses Ganze und seinen Erhalt einzustehen und dies in der Folge vorzuleben und die Freude daran mit anderen zu teilen.
Das Gespräch führte Nicola Bramkamp.
Der Klang des Wandels
Wie 45 Orchester in Deutschland Klimabewusstsein schaffen
Die Organisation „Orchester des Wandels“ trägt als Initiative zahlreicher deutscher Klangkörper gemeinsam Vielfältiges zum Klimaschutz bei. Katrin Lerchbacher vom Vorstand dieses Vereins kommt zum Programmschwerpunkt „Fokus Klima: ZERO?“ zu einer Diskussionsrunde in den Musikverein.
Foto: Zeigermann Audio
Was können Vertreter:innen der Klassikbranche tun, um einen positiven Beitrag zum Klimawandel zu leisten?
Dieser Frage widmet sich nicht nur der Programmschwerpunkt „Fokus Klima: Zero?“ im Musikverein, sondern auch der deutsche Verein „Orchester des Wandels“. Seit fünf Jahren beschäftigt sich Letzterer damit – in kreativen Konzertformaten, oft in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen, in Naturschutzprojekten oder durch Leitfäden für klimafreundlicheres Leben im Orchesteralltag. Mittlerweile sind 45 Klangkörper aus ganz Deutschland Mitglied in diesem Verein, der auf die Initiative von Musiker:innen der Staatskapelle Berlin zurückgeht. Im Rahmen des Programmschwerpunkts „Fokus Klima: ZERO?“ im Musikverein wird Vorstandsmitglied Katrin Lerchbacher nun Ideen und Ziele der Orchester des Wandels vorstellen. Ein Ansatz ist dabei, die Öffentlichkeitswirksamkeit von Kulturinstitutionen zu nutzen, um auf anderen Wegen als durch den erhobenen Zeigefinger auf das drängende Thema aufmerksam zu machen. Lerchbacher hält dabei die transformative Kraft der Musik für essenziell: „Wenn unsere Mitglieder Konzerte veranstalten, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit Musik verbinden, spricht das die Menschen auf ganz andere Art und Weise an als ein rein wissenschaftlicher Vortrag. Wir inspirieren sie, sich zu öffnen und auf etwas einzulassen, weil LiveMusik Emotionen auslöst. So können wir dazu beitragen, die verhärteten Diskussionsfronten in Bezug auf das Thema Klimaschutz aufzuweichen.“
Mitglieder von „Orchester des Wandels“ suchen für ihre Veranstaltungen auch neue, ungewöhnliche Orte. Sei es, dass im Wattenmeer, im stillgelegten Kraftwerk oder auf einer Kuhweide inmitten der Herde gespielt wird. Seien es gemeinsame Fahrradtouren von Musiker:innen und Publikum mit konzertant-informativen Zwischenstopps, Eröffnungen von Ausstellungen zu verwandten Themen sowie musikalisch gestaltete Führungen durch Biotope oder Botanische Gärten. Die Bandbreite ist riesig und reicht von Orchestern, die Aufführungen großer Symphonien passend zum Thema machen, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammenarbeiten und Spenden sammeln, bis hin zu kleinen Ensembles, die sich aus den Orchestern heraus formieren und beispielsweise auf einer Waldlichtung ein Konzert veranstalten. Mehrere Mitgliedsorchester haben außerdem Gregor A. Mayrhofers „Recycling Concerto“ für Schlagwerk aus Müll und Orchester ebenso wie Jochen Hartmann-Hilters Klimawandel-Suite „The Next World“ aufgeführt. „Hier geht es uns auch stark um Vernetzung“, sagt Lerchbacher. „Es ist erstaunlich, welchen Schwung das Ganze kriegt, wenn viele kreative Leute gemeinsam nachdenken.“
Doch in programmatisch abgestimmten Konzerten auf den Klimawandel aufmerksam zu machen ist nur eine von vier Säulen, nach denen „Orchester des Wandels“ vorgeht. Im Vordergrund stehen weiters Überlegungen, wie der Alltag als Musikerin und Musiker selbst klimafreundlicher gestaltet werden kann. Auf der Website findet sich daher nicht nur ein Leitfaden zu nachhaltigem Konzertbetrieb, sondern auch ein weiterer zu „Greentouring“. „Unsere Mitglieder denken einerseits gemeinsam darüber nach, wie sie im täglichen Leben klimafreundlicher agieren können. Das kann ein Zusammenschluss zu Carpools für die Dienstanreise ebenso sein wie eine Reduzierung von Fleisch in der Betriebskantine oder die Überlegung, ob wirklich alle Dienstpläne vielfach auf Papier ausgedruckt werden müssen – es beginnt bei kleinen Dingen. Andererseits gibt es zahlreiche Überlegungen dazu, wie man Tourneen klimafreundlicher gestalten kann“, sagt Lerchbacher. In dem Leitfaden von „Orchester des Wandels“ wird beispielsweise empfohlen, zu prüfen, ob Flugreisen dringend notwendig sind, ob Instrumententransportkisten optimiert oder auch Besetzungen verringert werden können: „Wir wollen keineswegs sagen: ,Verzichtet auf Tourneereisen‘, denn kultureller Austausch hat eine enorme Wichtigkeit“, betont Lerchbacher. „Sehr wohl aber kann man darüber nachdenken, wie man Tourneen so emissionsarm wie möglich gestalten kann, also beispielsweise prüfen, ob Harfen oder Flügel am Ort der Tourneestation in guter Qualität ausgeborgt werden können, ob man die Reiseroute anstatt im Zickzack durch ein Land mit möglichst direkten Wegen planen kann oder ob Ersatzmusiker:innen wirklich gleich mitreisen müssen oder im Bedarfsfall nachgeholt werden können.“ Ihr ist wichtig: „Wir wollen bei diesem Leitfaden – wie in all unseren Tätigkeiten – keineswegs mit erhobenem Zeigefinger agieren, sondern alle ins Nachdenken und Abwägen bringen. Es geht um Anregungen, nicht um Verbote oder Gebote.“
FOKUS KLIMA: ZERO?
Eine weitere Säule der Arbeit von „Orchester des Wandels“ sind tatsächliche Klima- und Naturschutzprojekte, für die bei Konzerten Geld gesammelt wird, die aber eben auch vom Verein in Zusammenarbeit mit Partnern wie Zoo Zürich, Eben!Holz e.V. und SAVE Brasil initiiert wurden und betreut werden. Dabei geht es einerseits um Wiederaufforstung von Ökosystemen auf Madagaskar und in Brasilien, in denen bedrohte Edelhölzer wachsen, die auch für den Instrumentenbau benötigt werden, andererseits aber auch um die Begleitung und Einbindung der dortigen Bevölkerung.
Lerchbacher fasst zusammen: „Wir können uns als Musiker:innnen dieser vielleicht größten Herausforderung unserer Zeit nicht verschließen, sondern müssen und wollen ins Handeln kommen. Durch alle Aktionen, die von Mitgliedern der 45 in Deutschland teilnehmenden Orchester gemacht werden, haben wir einen großen Ausstrahlungsradius und eine Menge Publikum, das wir sensibilisieren können.“ Denn: „In unserem Verständnis ist Klima-, Artenund Naturschutz Teil unseres Kulturauftrags.“
Theresa Steininger
Foto: Dirk Altmann
Foto: Andreas Volz
Eine giftgelbe Algenplage am Finnischen Meerbusen regte ihn 1999 zur Gründung des „Baltic Sea Festival“ an. Wenn EsaPekka Salonen im März an der Spitze des Swedish Radio Symphony Orchestra im Großen Musikvereinssaal Debussys „La Mer“ dirigiert, schillert das Wasser wie gewohnt, schwingt aber wohl auch die Sorge des gesellschaftlich engagierten Musikers um das ökologische Gleichgewicht mit. Anschließend an das Konzert mit Werken aus Frankreich und Finnland, in dem Yuja Wang als Solistin auftritt, nimmt Salonen an einer Gesprächsrunde zum Thema „Nachhaltige Orchesterkultur“ teil.
Foto: Benjamin Suomela
Klang, Verantwortung, Zukunft
Esa-Pekka Salonen
Im Sommer 1999 gab es am Finnischen Meerbusen eine schlimme Algenplage. „Das Wasser an dem Küstenabschnitt, wo ich mit meinen beiden Töchtern während der Sommerferien jeden Morgen schwimmen ging, hatte sich in giftig gelben Glibber verwandelt“, erinnert sich EsaPekka Salonen schaudernd. „Anja und Ella fragten, was da geschehen sei. Ich setzte zu Erklärungen an, aber sie unterbrachen mich sogleich: ‚Das ist kriminell, da muss die Polizei eingreifen.‘ Ich holte weiter aus, gab zu bedenken, dass es da divergierende Interessen gebe, dass der Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft durch die EU gefördert werde und es daher zu Überverbrauch komme, dass der Anrainerstaat Russland keinerlei Interesse am Reinigen von Abwasser zeige … Aber ich fühlte mich unglaublich lahm, während ich so sprach – im Grunde war ich dabei, die Zerstörung der Umwelt zu rechtfertigen. So sagte ich mir: Vielleicht kann ich ja dazu beitragen, dass die Situation ein wenig besser wird.“
Vier Jahre später lancierte Salonen das in Stockholm beheimatete, aber in den ganzen baltischen Raum ausstrahlende Östersjöfestivalen. Mitgründer des Ostseefestivals waren Michael Tydén, seinerzeit Intendant des Konzertsaals Berwaldhallen in Schwedens Hauptstadt und ausgewiesener Ornithologe, sowie der Dirigent Valery Gergiev. Gleichsam an die Hansezeit anknüpfend, bildet das Ostseefestival seit 2003 jeden Spätsommer eine Plattform nicht nur für musikalische, sondern auch für umweltpolitische Begegnungen.
An den live ausgestrahlten Diskussionsrunden in Riga, Helsinki oder Kopenhagen nahmen und nehmen so neben Musiker:innen auch Wissenschaftler:innen, Vertreter:innen indigener Völker wie der Samen oder von Umweltorganisationen sowie amtierende oder ehemalige Präsidenten und Premierminister teil. Salonen, der nach fünfzehn Jahren die künstlerische Leitung 2018 abgegeben hat, tritt weiterhin jedes Jahr beim Ostsee -
Foto: Mika Ranta
Nach dem Dirigat von Debussys „La Mer“ nimmt EsaPekka Salonen an einem Gespräch zum Thema „Nachhaltige Orchesterkultur“ teil.
festival auf. Und überträgt die dort erprobte Programmgestaltung mit ihrem oftmaligen Fokus auf „Naturstücke“ auch in andere Rahmen. So dirigierte er beim Nobelpreiskonzert 2023 neben Boccherini/Berio, Brahms und Ravel auch das Werk „Tumblebird Contrails“ der wanderbegeisterten und vogelliebenden jungen Kalifornierin Gabriella Smith: eine knappe Viertelstunde Geräuschmusik, inspiriert durch die tönende Landschaft der Küste von Smiths Heimatstaat. Der Dirigent ist selbst auch Komponist – und in beiden Sparten gleichermaßen gefragt. Sein Name steht heute für zehn- bis über dreißigminütige Kompositionen für großes Orchester. Salonens Doppelbegabung lässt sich mit jener von Gustav Mahler und Leonard Bernstein, vor allem jedoch mit jener von Pierre Boulez vergleichen. Wie der Franzose dirigiert der Finne neben eigenen Werken häufig jene von Zeitgenossen, freilich mit auffälligen Vorlieben und Abneigungen. Die Hauptvertreter der europäischen Avantgarde (Furrer, Holliger, Lachenmann, Neuwirth, Rihm, Sciarrino, George Benjamin, …) fehlen in seinem Repertoire fast ganz, dafür findet man darin etliche Skandinavier, die wie er selbst unter dem Einfluss der Musique spectrale stehen (etwa Anders Hillborg, Magnus Lindberg und Kaija Saariaho), sowie Exponenten der multikulturellen Szenen von Amerikas Ost- und Westküste. Und wie bei Boulez bilden Klassiker des zwanzigsten Jahrhunderts das Herz von Salonens Konzertprogrammen – auch da mit eigener Akzentsetzung: lieber Bartók und Strawinsky als Berg und Webern, lieber Ligeti und Lutosławski als Carter und Feldman. Diesem Kernrepertoire nimmt der Dirigent mit Flüssigkeit, Flexibilität und Verfeinerung das für manche Zuhörer Sperrige, lässt ihm aber, rhythmus- und strukturbetont, die Sprengkraft.
Auch Salonens längere Bindungen zeugen von seiner internationalen Gefragtheit in beiden Sparten. Das Tonhalle-Orchester Zürich schuf für ihn 2014/15 einen Creative Chair; Composer in Residence war er in den drei darauffolgenden Spielzeiten bei den Philharmonikern in New York sowie 2022/23 in Berlin. Als Chefdirigent stand Salonen zwischen 1984 und 1995 dem Swedish Radio Symphony Orchestra vor und zwischen 1992 und 2009 dem Los Angeles Philharmonic. Letzteres machte er zum aufregend innovativen kulturellen Aushängeschild der Stadt und verhalf ihm zu einer spektakulären Konzerthalle von Frank Gehry. Als Leiter des Philharmonia Orchestra zwischen 2008 und 2021 setzte der Finne auf multimediale Installationen, um die Orchesterarbeit zu vermitteln und so Hemmschwellen abzubauen. „Re-Rite“ und „Universe of Sound“ machten mit Nahaufnahmen einzelner Instrumentalisten oder ganzer Gruppen auf Riesenbildschirmen sowie mit Touchscreens und bewegungsgesteuerten Interaktionen von innen erlebbar, wie die Londoner Musiker Strawinskys „Sacre du printemps“ beziehungsweise Holsts „Planeten“ aufführen.
Illustration: Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Salonen hat auch – bereits 2012! – eine App mit dem selbstsprechenden Namen „The Orchestra“ mitgeschaffen und 2020 an Finnlands Nationaloper ein interaktives Musiktheater, „Laila“. „Darin werden“, erklärt der Komponist, „in einem Raum mit 360-Grad-Lichtprojektionen alle Besucher individuell durch eine Künstliche Intelligenz identifiziert. Führt einer von ihnen eine bestimmte Bewegung aus, ruft das in der Umgebung eine bestimmte Reaktion hervor, etwa die Geburt eines Schwarms von Vögeln. Peu à peu werden die virtuellen Kreaturen rebellisch, bekämpfen einander; die Dystopie endet mit einem Weltuntergang. Aber dann verkündet eine Kinderstimme zu ‚gurreliederschen‘ Klängen eine Auferstehung.“
2020 wurde Salonen mit der Leitung der San Francisco Symphony betraut. Um deren Zukunft mitzuschmieden, versammelte er acht junge Kreative um sich. Diese „Collaborative Partners“ hatten sich zu Lockdown-Zeiten mit dem aus Einzelaufnahmen montierten Video eines Gelegenheitsstücks von Nico Muhly vorgestellt: Jeder der acht wirkte darin als Solist oder als Ko-Komponist mit. Doch der Versuch des technologieaffinen Dirigenten, die wenig klassikbegeisterte Elite des Silicon Valley für sogenannte E-Musik zu erwärmen, wurde 2025 nach bloß einer Amtszeit abgebrochen. Salonen bedauerte öffentlich, dass der Aufsichtsrat seine Vision der Zukunft des Orchesters nicht mittrage; Musiker:innen und Teile des Publikums protestierten gegen seinen Abgang. In Paris und Los Angeles rieb man sich derweil die Hände: Sogleich wurde der Finne hüben als Chef Principal des Orchestre de Paris sowie als Inhaber eines neuen Lehrstuhls für Kreativität und Innovation an der Philharmonie de Paris verpflichtet (von 2027/28 an), drüben als Creative Director des Los Angeles Philharmonic (ab nächster Spielzeit).
Ohnehin setzt Salonen, auch was seine Auftritte angeht, auf Nachhaltigkeit. „Sich innerhalb von siebzehn Tagen in siebzehn Städten zu produzieren ist schwer zu rechtfertigen, ökologisch wie kulturell“, findet er. Mit den Realitäten des Gastdirigenten-Alltags mag er sich indes anfreunden, wenn ein einzelner Auftritt, wie das Konzert am 21. März im Musikverein, nicht nur in einen größeren Zusammenhang eingebunden ist, sondern auch noch verlängert wird durch ein Podiumsgespräch im Rahmen des Programmschwerpunkts „Fokus Klima: ZERO?“ zum Thema „Nachhaltige Strukturen in der Organisation von Orchestern“. „Dann wird es aufregend“, freut sich Salonen.
Marc Zitzmann
Samstag, 21. März 2026
Swedish Radio
Symphony Orchestra
Esa-Pekka Salonen I Dirigent
Yuja Wang I Klavier
Jean Sibelius
Symphonie Nr. 7 C-Dur, op. 105
Einojuhani Rautavaara
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1, op. 45
Maurice Ravel
Konzert für Klavier (linke Hand) und Orchester D-Dur
Claude Debussy
La Mer. Drei symphonische Skizzen für Orchester
Im Anschluss an das Konzert: TALKRUNDE
Von den Besten lernen!
Esa-Pekka Salonen | Dirigent und Komponist
Staffan Becker | Concert Hall
Director, Berwaldhallen (Stockholm)
Nicola Bramkamp | Moderation
Esa-Pekka Salonen und der Orchestermanager Staffan Becker über nachhaltige Orchesterkultur (Eintritt frei)
Foto: Julia Wesely
„Ich gehe lieber meinen eigenen Weg“
Julia Hagen
Divenhaft, launisch, abgehoben? Julia Hagen ist nichts davon. Dass sie Cellovirtuosin ist, lässt bei dem Zusammentreffen im Kaffeehaus nur der riesige Koffer auf ihrem Rücken ahnen. Hat sie den einmal abgelegt und Platz genommen, ist sie vor allem eines: ein Gegenüber, mit dem man stundenlang über Gott und die Welt plaudern könnte.
Und natürlich über die Musikwelt. Erstaunlich, aber: Mit ihren 30 Jahren ist die Salzburgerin in der ersten Reihe der Branchengrößen angekommen – und wird diesen Platz wohl so bald nicht räumen. Asse wie Igor Levit und Renaud Capuçon zählen zu ihren Arbeitspartnern, Orchester wie die Wiener Philharmoniker teilen mit ihr die Bühne.
Aufstrebende Klassikstars haben oft aber auch einen unangenehmen Begleiter: Stress. Um nur ja keinen Auftraggeber zu verprellen, scheuen sie das Nein gegenüber Konzertanfragen – was zu einem verheerenden Dickicht im Terminkalender führen kann. Ist Hagen dieses Problem vertraut? Sie hat jedenfalls Erfahrung mit Überlastung, hat 2024 „wahnsinnig viel, zu viel“ gespielt. „Ich bin gefühlt jeden Tag von einem Termin zum nächsten gehetzt.“ Schlussendlich war es ihr Körper, der sie zu einer Unterbrechung gezwungen hat. Seither hat Hagen über das Thema Work-Life-Balance nachgedacht und geht mit Auftrittsangeboten heute selektiver um.
Eine mutige Entscheidung, hat sie aus der Branche doch den gegenteiligen Rat erhalten. „Mir haben Freunde gesagt, ich müsste erst einmal fünf Jahre alles machen, was man mir vorschlägt, danach könne ich dann selbst wählen. Aber ich will mich nicht kaputtspielen, bis diese Zeit gekommen ist. Mein Ziel ist Qualität und die Zusammenarbeit mit tollen Partnerinnen und Partnern auf der Bühne, nicht Quantität.“ Dass ihr dieses Credo Unmut in der Klassikszene hätte einbringen können, war ihr bewusst. „Aber ich hatte Glück, es wurde gut aufgenommen.“ Es war nicht das erste Mal, dass Hagen Courage bewies. Vor einigen Jahren hatte ein großes Label angeklopft und ihr eine langfristige Partnerschaft unterbreitet – ein Angebot, nach dem sich Jungtalente in der Regel sehnen. Doch schon bald traten die Schattenseiten des Vertragsentwurfs zutage. Da ging es um sehr konkrete Repertoirewünsche, auch um Zugriff auf die Social-Media-Accounts der Künstlerin. Die winkte deshalb ab. „Natürlich hätte das meinen Weg beschleunigt, aber ich gehe ihn lieber auf meine Art.“
Die junge Cellistin Julia Hagen, aktuell FokusKünstlerin des Musikvereins, ist längst in der ersten Reihe der Klassikstars angekommen – ohne sich dabei zu verbiegen oder anzubiedern. Im März spielt sie Dvořáks Cellokonzert unter Jakub Hrůša, im Juni folgt ein Sonatenabend mit Sir András Schiff.
„Julia Hagen zählt zu jenen Musikerinnen und Musikern der jüngeren Generation, die phänomenal spielen können, sich aber trotzdem Bescheidenheit und Menschlichkeit bewahrt haben.“
Jakub Hrůša
Überhaupt lässt sich Hagen ungern vor einen MarketingKarren spannen – und schätzt es auch nicht, wenn sie in eine Image-Schublade gesteckt werden soll. „Ich habe es gehasst, als am Anfang meiner Karriere immer wieder die Frage kam: ‚Was ist deine Story?‘ Natürlich muss man ein Produkt vermarkten, vielleicht auch einen Künstler und eine Künstlerin. Aber ich hatte bei dieser Frage immer das Gefühl, ich müsste mir was ausdenken.“ Bis heute gibt es sie nicht – die eine „Story“, die das Wesen von Julia Hagen in wenigen, knackigen Worten markant auf den Punkt bringt.
Dafür gibt es eine Anekdote aus ihrem Leben, die verlässlich für Schmunzeln sorgt und schon in etlichen Medienberichten aufgetaucht ist. Es ist die Geschichte, wie die kleine Julia Hagen in ihrem Elternhaus verstecken spielt und sich dabei im Cellokasten ihres Vaters verbirgt, des berühmten Musikers Clemens Hagen. Spricht man Julia Hagen heute darauf an, redet sie weiterhin gern darüber. „Die Geschichte stimmt ja auch“, sagt sie. Gab es in ihrer Entwicklung nie so etwas wie eine Rebellion? Eine Zeit des Aufbegehrens gegen den Vater und eine Familie, die weitgehend aus Musikern besteht, gegen die Tonkunst an sich? Nein, dafür fehlte ein Grund. „Das Erstaunliche ist: Meine Eltern haben die Musik nicht zu einem großen Thema gemacht. Sie wollten, dass meine Geschwister und ich ein Instrument lernen, aber nicht, dass wir Profis werden.“ Der Leistungsdruck, ein Dasein als „Tochter von“ sollten dem Nachwuchs erspart bleiben.
Fotos: Julia Wesely
Mittwoch, 25. März 2026
Bamberger Symphoniker
Jakub Hrůša I Dirigent
Julia Hagen I Violoncello
Antonín Dvořák
Konzert für Violoncello und Orchester
h-Moll, op. 104
Vítězslava Kaprálová
Suita rustica, op. 19
Bohuslav Martinů
Symphonie Nr. 2
Julia Hagen wollte den Weg dennoch gehen. Spätestens, als sie mit zwölf Jahren unter die Fittiche ihres charismatischen Lehrers Enrico Bronzi kam, war der Berufswunsch Cellistin für sie in Stein gemeißelt. „So etwas wie eine Rebellion gab es auch deshalb nicht mehr, weil sich meine Eltern aus meiner Ausbildung rausgehalten haben. Das war sehr geschickt von ihnen.“ Erst mit 20 – Hagen hatte inzwischen bei Heinrich Schiff studiert, war zur weiteren Ausbildung nach Berlin gezogen – kam es zu ersten musikalischen Begegnungen mit dem Vater. Julia Hagen ging auf ihn mit Fragen zu. Das war der Beginn einer künstlerischen Freundschaft, die bis heute anhält – und zu gemeinsamen Auftritten führen sollte. Aber Hand aufs Herz: War es der Tochter je unangenehm, auf den Vater angesprochen zu werden? „Ein, zwei Jahre hat es mich genervt. Mittlerweile finde ich es aber schön, weil er so ein toller Cellist ist. Außerdem habe ich nicht mehr den Eindruck, mich beweisen zu müssen, darum gehe ich mit der Frage entspannt um.“
Auch ein anderes Thema betrachtet Hagen heute lockerer: Fehler im Konzert. „Früher hat mich das auf der Bühne sehr gestresst. Mir gingen Gedanken durch den Kopf wie: ‚Gott, der Lagenwechsel muss jetzt gut gehen!‘“ Natürlich: Noch heute ist Hagen Präzision wichtig. Mehr Bedeutung als Makellosigkeit misst sie mittlerweile aber einem intensiven Spiel bei – und geht darum in der Hitze des musikalischen Gefechts mitunter auch Risiken ein. „Mir ist es lieber, ich gehe voll in der Musik auf, als ich agiere gehemmt auf der Bühne und bin bei gefühlten 50 Prozent. So berührt man die Menschen nicht.“ Ein weiteres Schlüsselelement für ein fesselndes Spiel ist laut Hagen: eine präzise Klangvorstellung. „Wenn mir nicht klar ist, wie ich etwas hören will, wird es nicht gut rüberkommen. Ohne eine genaue Vorstellung geht nix.“
Samstag, 6. Juni 2026
Julia Hagen I Violoncello
Sir András Schiff I Klavier
Felix Mendelssohn Bartholdy
Sonate für Violoncello und Klavier
B-Dur, op. 45
Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier und Violoncello
D-Dur, op. 102/2
Leoš Janáček
„Pohádka“ (Märchen) für Violoncello und Klavier
Johannes Brahms
Sonate für Klavier und Violoncello
Nr. 1 e-Moll, op. 38
Solche Erkenntnisse gibt sie mittlerweile an Studierende weiter. Seit 2025 hat Julia Hagen eine Professur an der Wiener Musikuniversität inne und unterrichtet einmal pro Woche. Spießt sich das nicht mit ihrer Konzerttätigkeit? „Nein, ich habe das Semester zu Beginn genau durchgeplant. Mir ist wichtig, den Studierenden die 90 Minuten pro Woche zu geben, die ihnen zustehen. Würde ich nur ab und zu reinschneien, wäre es ihnen gegenüber unfair.“
Und was hört Hagen für Musik, wenn sie weder auf der Konzertbühne arbeitet noch an der Universität? „Meine Spotify-Playlist ist die am buntesten durchmischte, die man sich vorstellen kann!“, lacht sie und kramt ihr Handy hervor. Tatsächlich: Tracks der DJs Avicii und Kygo stehen hier neben Volksmusik des Hecki Trio, Poprock von Maroon 5 und Meisterwerken aus der Feder Johannes Brahms’. „Ich höre alle Musik, die etwas in mir auslöst, ich schließe nur Heavy Metal, Techno und Schlager aus“, sagt Hagen.
Erstaunlich vielfältig sind ihre Hörneigungen aber auch innerhalb des Klassikgenres. Selbstredend, dass sie das packende Cellokonzert von Antonín Dvořák liebt – ein Stück, „in dem so viele Melodien drinstecken und Möglichkeiten, diese Musik zu interpretieren“. Ebenso verehrt sie aber auch Franz Schubert, von dem ihr Lieblingslied „Du bist die Ruh“ stammt, liebt die Symphonien Gustav Mahlers, hat ein Herz für die Oper – und weiß, dass es abseits des Klassikrepertoires noch etliche hinreißende Raritäten zu entdecken gibt. „Ich kenne eigentlich noch viel zu wenig!“, sagt die 30-Jährige. „Aber“, lacht sie, „ich hab’ ja noch etwas Zeit.“
Christoph Irrgeher
Trost für die Lebenden
Zum 10. Todestag von Nikolaus Harnoncourt
Den Weg ins 19. Jahrhundert, den Nikolaus Harnoncourt, Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, mit dem Concentus Musicus Wien eingeschlagen hat, setzt sein Orchester kontinuierlich fort. Zum 10. Todestag am 5. März 2026 erklingt im Großen Musikvereinssaal das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms unter Stefan Gottfried. Für die „Musikfreunde“ blickt Milan Turković, als Musiker und Buchautor wichtiger Gefährte Nikolaus Harnoncourts, auf eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit.
„Nikolaus, bitte sei nicht so ungeduldig!“ Flehentliche Bitten aus dem Orchester – die Antwort: „Ich bin doch gar nicht ungeduldig, ich wirke nur so.“ Er war tatsächlich nie ungeduldig. Zumindest soweit ich es als Mitglied des Concentus Musicus während fünfundvierzig Jahren beurteilen kann. Aber so viel kann man feststellen: Nikolaus Harnoncourt war hart in der Verfolgung seiner musikalischen Ziele. Vielleicht mehr gegenüber uns – dem Concentus Musicus – als bei der Arbeit mit anderen Orchestern. Denn er setzte voraus, dass wir die von ihm postulierte „Klangrede“ beherrschten. Das künstlerische Feuer, das in ihm brannte, erzeugte in den Proben jenen gewissen Gestus der Unerbittlichkeit, der zu unzähligen außergewöhnlichen Momenten führte. Der Begriff „Klangrede“ stand dabei symbolhaft für den Willen, das Sprachliche in der Musik hörbar zu machen.
Nikolaus Harnoncourt sah beispielsweise in zahlreichen Instrumentalwerken Mozarts keine auf Seligkeit polierten Klangflächen, sondern Dramen beziehungsweise Geschichten. Mozart sei hier als Erster genannt, denn seine Werke bilden einen entscheidenden Markstein in Harnoncourts Leben. Er hat das oft erzählt: In klingende Zuckerwatte verpackte Aufführungen der g-Moll-Symphonie KV 550, an denen er in seinen Orchesterjahren beteiligt war, verstörten ihn.
„Als junger Musiker (…) musste ich die g-Moll-Symphonie jährlich oft und oft spielen – damals immer lieb und hübsch, die Zuhörer wiegten selig ihre Köpfe, man sprach nachher von ‚Mozart-Glück‘. Die Partitur (…) sagte aber anderes …“ – Zitat aus einer Rede Harnoncourts zum 250. Geburtstag Mozarts, gehalten in Salzburg. Er wies immer wieder darauf hin, dass von mehr als vierzig Symphonien nur zwei in g-Moll stehen. Diese Tonart sei zu Mozarts Zeit als „Todestonart“ empfunden worden, aber auch als
Tonart der Traurigkeit. Nicht nur die seinerzeit gängige romantische Interpretation der g-Moll-Symphonie erzeugte Harnoncourts Widerspruch. Generell sah er ein Missverständnis dann, wenn Mozarts Werke quasi als „liebenswürdige Abendunterhaltung“ gespielt und gehört wurden. Ähnliches galt für zahlreiche Werke Joseph Haydns. Dieser wurde zufolge eines falsch gedeuteten Ausspruchs Mozarts gerne als „Papa Haydn“ bezeichnet und rezipiert. Das Oratorium „Die Jahreszeiten“ animierte Harnoncourt zu dem Ausspruch: „Die ‚Jahreszeiten‘ sind so unpapahaft, wie man nur komponieren kann.“ Es gab also damals viel zu tun, um vertraute Gewohnheiten zu hinterfragen. In einem Gespräch im Zusammenhang mit dem Buch „Die seltsamsten Wiener der Welt“ sagte er mir: „Etwas, was man kennt, will man immer wie gewohnt hören. Etwas Neues ist zunächst Schock für die Hörer.“ Und an anderer Stelle: „Am meisten sind wir am Anfang mit den ,Brandenburgischen Konzerten‘ angeeckt.“
Dass die Aufnahmen dieser sechs Bach-Werke dennoch bald ein Welterfolg wurden, beweist, dass das Publikum für neue Interpretationen von Altvertrautem bereit war. Nikolaus Harnoncourt und einige Gleichgesinnte in Holland oder in Basel öffneten die Türen für eine Wiedererweckung des weiten Feldes bekannter, aber auch neu zu entdeckender Barockmusik.
Im Concentus Musicus wurde geforscht, gesucht und geschrieben. Letzteres bezieht sich auf das säuberliche Niederschreiben von aufgestöbertem und bis dahin vermeintlich verlorenem Repertoire. In Klöstern, Bibliotheken und in privaten Archiven wurde Musik gesucht, für die es bis dato keine Notenausgaben gab. Wer von den „Concenti“ (interner Sprachgebrauch) eine lesbare Notenschrift hatte, wurde zum Kopieren von Orchesterstimmen herangezogen. So fanden Telemann, Johann Joseph Fux, Heinrich Ignaz Franz Biber und Georg Muffat endlich den Weg in den Konzertsaal. Trotz der Mitarbeit aller „Schreib-
Fotos: Stephan Trierenberg
fähigen“: Nichts ging ohne Alice Harnoncourt. Sie schrieb nicht nur, sondern sie übertrug sämtliche Wünsche ihres Mannes in unsere Stimmen. Bei all dem Entdecken und Ausgraben von Vergessenem, Verlorenem und Unbeachtetem stand für Nikolaus Harnoncourt ein Dogma fest: Wir wollen nur Meisterwerke spielen!
Wir waren nicht die einzigen „Pioniere“. Aber wir waren in vieler Hinsicht die Ersten, die sich auf eine zunächst mühsame Reise begaben. Es gab Widerstand, sowohl in Fachkreisen als auch im Publikum. Unvergesslich bleibt mir der Moment, als wir im Herkulessaal in München nach der C-Dur-Suite Bachs von einem Teil des Publikums ausgebuht wurden. Man kann generell behaupten, dass uns weder Lob noch Tadel in homöopathischen Dosen verabreicht wurden. Was das Urteil anderer Musiker und Musikerinnen betrifft, so kann man aus damaliger Sicht verstehen, dass viele sagten: „Ach so, heißt das jetzt, dass alles, was wir bisher gemacht haben, falsch war?“
Auf USA-Tourneen gab es im Publikum Wechselspiele zwischen Begeisterung und Ratlosigkeit. In den Universitäten der USA fanden wir uns allerdings eingebettet in eine Atmosphäre des größten Interesses und Wohlwollens. Auch fanden wir dort die allerbesten Cembali vor, damals keine Selbstverständlichkeit. Eine einzige Ausnahme gab es allerdings auch in Amerika: Das war ein Abend im prächtigen Auditorium einer der bedeutendsten US-Universitäten. Auf der Bühne stand ein zerdroschenes, armselig klimperndes Cembalo. Noch dazu stand Bachs fünftes „Brandenburgisches“ auf dem Programm! Bei der Ansage der Zugabe sagte Nikolaus zum Publikum: „… and I do hope this piece will be the funeral music for this horrible harpsichord!“ Ich erwähne diesen Moment, weil er so sinnbildlich für Harnoncourts generelle Unerschrockenheit vor der Wahrheit und dem Anspruch auf adäquate technische Bedingungen steht.
Der nächste gravierende Schritt in ungewohntes Repertoire galt Monteverdi. Sogar Harnoncourt räumte ein, im Studium über diesen Komponisten nicht mehr als die zeitgeschichtlichen Daten erfahren zu haben. Er leitete im Jahr 1971 während der Wiener Festwochen im Theater an der Wien „Il ritorno d’Ulisse in patria“. Kritische Geister aus allen Lagern hatten gemeint: Hände weg, davon habt ihr wirklich keine Ahnung. Es schien, als ob man fürchtete, hier käme eine Art musikalisches Krokodil, das die etablierte Opernästhetik in Gefahr bringen könnte. Der Erfolg beim Publikum war enorm. Federik Mirdita führte Regie und Harnoncourt leitete von der Tenorviola aus. Mirdita war übrigens jener kluge Visionär, der den oft zitierten „Seiz ihr teppat“-Brief geschrieben hatte, als Harnoncourt mit dem Concentus nach vier Jahren des Forschens noch immer nicht öffentlich auftrat; Mirdita meinte, kein anderes Ensemble wäre so gut. Alle nahmen diesen humorvoll verpackten Anstoß ernst und konnten über die Form der Aufforderung auch lachen. Ob Nikolaus gelacht hat, ist zu bezweifeln. Denn seine Haltung zum
„Das, was Brahms ,Ein deutsches Requiem‘ nannte, ist keine Totenmesse, … sondern ein Trost für die Lebenden.“
Nikolaus Harnoncourt in den „Musikfreunden“, Dezember 2007
Lachen war immer exzentrisch gewesen: Er empfand, dass Lachen stets zum Nachteil von anderen gereicht. Sein Humor drückte sich in subtilen Reaktionen aus. Als wir in Boston auftraten, fand dort gerade der Marathon statt. Nikolaus ärgerte sich darüber und konnte es nicht einsehen, dass tausende laufende Menschen die Stadt blockieren. Am nächsten Tag schnitt ich aus dem „Boston Globe“ ein großes Foto unzählbarer Läuferbeine aus. Wir befestigten es im Inneren seines Cellokastens. Er lachte nicht, aber das Foto blieb dort – sozusagen in Vertretung seines Lachens – bis zu den Tagen, als er das Cello nicht mehr entnahm und uns ab 1987 als Dirigent leitete. Ab dann war der Concentus ein Orchester. Unser Repertoire veränderte sich, und seines ebenso. Von Alban Berg über Gershwin bis Franz Schmidt dirigierte er bei anderen groß besetzten Spitzenorchestern Europas.
Mit dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms gedenkt der Concentus Musicus des zehnten Todestages von Nikolaus Harnoncourt. Er hatte es insgesamt drei Mal dirigiert – 2007 im Großen Musikvereinssaal. Im fünften Satz, „Ihr habt nun Traurigkeit“, löst in seinen Aufnahmen die Klarinette die letzte verklingende Phrase der Sopranistin, „Wiedersehen“, kaum merkbar und nahtlos ab. Eine Stimme verklingt instrumental, und das Instrument singt weiter. Für mich ein prägender Moment, der Nikolaus Harnoncourts Musizieren innerhalb eines einzigen Taktes zu charakterisieren vermag.
Milan Turković
Donnerstag, 5. März 2026
Freitag, 6. März 2026
Concentus Musicus Wien
Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Stefan Gottfried | Dirigent
Nikola Hillebrand | Sopran
Florian Boesch | Bariton
Zum 10. Todestag von Nikolaus Harnoncourt
Johannes Brahms
Ein deutsches Requiem, op. 45
Am Weltfrauentag wird die Schauspielerin Verena Altenberger gemeinsam mit zwei ihrer Freundinnen, der Schauspielerin Mavie Hörbiger und der Klangkünstlerin Clara Frühstück, im Wiener Musikverein „Den Göttern in die Seele blicken“. Andrea Schurian hat mit Verena Altenberger über die performative Lesung mit Musik gesprochen.
Foto: Peter Müller
„Ich
umarme mit der größt mö glichen Innigkeit alles Weibliche in mir“
Verena Altenberger im Gespräch
Eloquent, lebensklug, belesen, liebenswürdig, humorbegabt und betörend schön: Ja, Verena Altenberger ist eine wahrlich umwerfende Frau. Die künstlerische Bandbreite von Verena Altenbergers feinziselierten Rollengestaltungen auf Theaterbühnen, in Kinofilmen und TV-Serien ist beachtlich, noch beachtlicher ist freilich die Anzahl internationaler Auszeichnungen und Preise für ihre hohe Schauspielkunst. Allein für die emotionale Wucht, mit der sie in Adrian Goigingers autobiographisch inspiriertem Filmdrama „Die beste aller Welten“ eine heroinabhängige Alleinerzieherin spielt, die ihre Drogensucht aus Liebe zu ihrem kleinen Sohn bekämpft, wurde Altenberger in den Jahren 2017/18 zwölf Mal als beste Schauspielerin ausgezeichnet, zweimal wurde sie für eine Würdigung
nominiert. Eitel hat sie das nicht gemacht. Groß darüber reden will sie sowieso nicht. Altenberger, Jahrgang 1987, aufgewachsen im Salzburger Land mit viel Sport und wenig Hochkultur, wollte schon als kleines Mädchen Schauspielerin werden, nachzulesen im Tagebuch ihrer Mutter. 1990, die kleine Tochter war gerade einmal vier Jahre alt, notierte die Bäuerin und Direktorin einer landwirtschaftlichen Schule: „Verena sagt, sie wird Schauspielerin.“
Und nun also wird die Theater- und Filmschauspielerin gemeinsam mit ihren Freundinnen, der Schauspielerin Mavie Hörbiger und der Musikerin Clara Frühstück, im Musikverein „Den Göttern in die Seele blicken“.
„Muss ich alles, was ich tue, sage, fühle, in Abgrenzung oder in Bestätigung des Männlichen tun?“
Verena Altenberger
„Den Göttern in die Seele blicken“ ist ein ambitionierter Titel. Aber sind es nicht eigentlich Göttinnen, denen Sie in die Seele blicken?
Verena Altenberger: Na ja, Wotan ist doch auch mit von der Partie … Außerdem verwenden wir das generische Maskulinum, das der Österreicher ja so liebt.
Wie hat dieses Dreiergespann aus Ihnen, Mavie Hörbiger und Clara Frühstück zusammengefunden?
Die Freundschaft zwischen Mavie und mir rührt vor allem aus der Zeit des „Jedermann“. Natürlich kannten wir einander schon vorher, aber bei den Salzburger Festspielen wurde aus unserer losen Bekanntschaft eine wirklich schöne Freundschaft. Clara Frühstück kenne ich von „Sad Sad Songs“, einem Anti-Silvester-Event am Burgtheater, wir redeten über lauter traurige Sachen, um gereinigt und fröhlich ins neue Jahr zu gehen. Mich begeistert, was sie mit dem Klavier anstellt. Sie haut und setzt sich drauf, wenn sie könnte, würde sie den Flügel vermutlich durch den Saal schmeißen. Clara spielt auf zwei Flügeln gleichzeitig, einer heißt Pony, der andere Hengst. Hengst klingt satt und voll und schön, Pony präpariert sie vor der Vorstellung mit Nägeln, Schrauben, Gummi. Das klingt kaputt und schmerzhaft und irgendwie falsch und dadurch auch wieder richtig. Claras Musik ist immer präsent, mal tritt sie in den Vordergrund und überwältigt uns. Mal gibt sie uns ganz subtil vor, in welche Richtung wir fühlen könnten.
Sie haben einmal gesagt, sie hätten vor jedem Auftritt Angst, nur diesmal nicht. Warum?
Das liegt sicher daran, dass meine zwei Mitspielerinnen engste Verbündete und Vertraute sind. Mit diesen beiden Frauen fühle ich mich sicher. Ich hab’ zum Beispiel immer eine diffuse Angst, auf der Bühne in Ohnmacht zu fallen. Das ist nie passiert. Aber ganz ehrlich: Was wäre denn so schlimm dabei? Nun weiß ich genau, fiele ich in Ohnmacht, würde Mavie einen Witz machen. Und Clara würde mir aufhelfen und mir Luft zufächeln. Es ist ein besonderer Abend, ich fühle mich so frei! Und dann hat meine Angstfreiheit auch damit zu tun, dass ich den Abend maßgeblich gestaltet habe. Ich weiß bei jedem Wort und bei jedem Ton, was ich damit sagen will.
Wer ist für die Textauswahl verantwortlich?
Ich wurde vor drei Jahren vom Linzer Posthof wegen einer Lesung gefragt. Ich wollte schon fast absagen, weil ich gerade kein spezifisches Verlangen nach einem Text verspürt habe. Aber die Leute vom Posthof haben mich ermuntert und gesagt, ich könne ja auch verschiedene Texte zusammenfügen, auch wenn sie nichts miteinander zu tun hätten. Das klang spannend. Tatsächlich begleitet mich Ingeborg Bachmanns „Undine geht“ schon sehr lange. Es ist, wenn Sie so wollen, mein Text. Also habe ich Bachmann und Necati Öziris „Ring“ kombiniert. Und bin draufgekommen, wie viel die beiden miteinander und auch mit Virginie Despentes zu tun haben. Jeroen Versteele, Dramaturg am Burgtheater, hat mich auf Despentes aufmerksam gemacht. Es ist so faszinierend: Man steht vor einem Bild, liest ein Buch und denkt sich: Das ist für mich gemalt, für mich geschrieben. So geht es Mavie und mir mit den Despentes-Texten. Ich habe das Gefühl, „Liebes Arschloch“ hat sie für mich geschrieben, Mavie hat das gleiche Gefühl bei der „King Kong Theorie“.
Die Texte, die Sie ausgewählt haben, handeln von Frauen, die gehen, die aufhören, die nicht mehr mitspielen. Trifft das auf alle Figuren zu? Ja, sogar auf den Göttervater. Wotan wird gegangen. Und ärgert sich furchtbar darüber. Ingeborg Bachmann erzählt in „Undine geht“ von einem Wasserwesen, das an der Liebe scheitert und gezwungen ist zu gehen, ohne es zu wollen. Kriemhild wiederum ist die Frau, die am bewusstesten geht. Und die französische Schriftstellerin und Filmemacherin Virginie Despentes haut uns mit ihrer feministischen „King Kong Theorie“ und dem Roman „Liebes Arschloch“ eine rein. Die größte Weisheit liegt für mich im letzten Text, den wir lesen. Wotans jüngste Tochter ist die Frau, die bewusst geht. Sie steigt auf eine gesunde Art aus dem System aus, nicht aus Verzweiflung, nicht mit gebrochenem Herzen, nicht als betrogene Frau, sondern aus Schwesternschaft. Sie schafft es, weil sie Frauensolidarität empfindet und einfordert. Ich denke, Gegenrede von Frauen ist immer politisch, weil sie das
Foto: Petra Moser
laufende System in Frage stellt. Das tun auch alle diese Texte, alle auf ganz unterschiedliche Art. Die einen machen’s sanft, da hört man fast die Trauer heraus. Die anderen machen’s ganz hart. Und die dritten machen es klug.
Kann man nicht hart und klug gleichzeitig sein?
Ja, das stimmt. Undine ist vielleicht der Männerliebling, da denkt sich ein Mann vielleicht, ach ja, die ist ja nur arm. Aber sie trifft dieselbe Aussage wie die Frauen in den anderen Texten. Frauen versuchen auf unterschiedliche Weise zu erklären, dass es so nicht weitergehen kann. Und da noch ein kleiner Schlenker zu Wotan, das Patriachat selbst kommt durch ihn auch zu Wort. Er hat, wie ich finde, nachvollziehbare Argumente, macht Hass und Wut verständlich. Ich mag die Stellen, wo Wotan sagt: „Wir dachten ja auch, wir machen’s besser. Auch uns hat es Mühe bereitet. Wir haben nicht alles nur aus Gaudi gemacht, sondern weil wir dachten, das für alle beste System zu bauen.“
Sie lesen Fragmente aus „Der Ring des Nibelungen“ in einer Bearbeitung des Philosophen und Theaterautors Necati Öziri. Gelingt ihm ein von Rassismus befreiter „Ring“?
Ja, das gelingt ihm auf faszinierendste Art und Weise. Er hat ja gesagt, er mache Wagners „Ring“, aber nur, wenn kein originales Wort darin vorkommt. Daran hat er sich gehalten. Ich habe zuerst gar nicht fassen können, dass diesen „Ring“ ein Mann geschrieben hat. Durch Öziris empathische Innensicht der Figuren verstand ich plötzlich das Patriarchat und seine Argumente.
In ihrem autobiographischen Essay zählt die französische Feministin Virginie Despentes auf, für wen sie ihre „King Kong Theorie“ geschrieben hat, nämlich für benachteiligte, missachtete, diskriminierte, unbefriedigte Frauen, für Frauen, die in keine Schublade passen. Auch sich selbst rechnet sie dazu, sie wurde mit siebzehn Jahren vergewaltigt und dann mit ihren Traumata sich selbst überlassen.
Aber niemand ist in „Liebes Arschloch“ ein empathieloses Arschloch! Keine Frau sagt: Ich scheiß auf Gefühle, scheiß auf Männer, deshalb gehe ich. Sondern sie geht aus tiefer Verzweiflung und jahrelanger Nicht-Erfülltheit. Despentes’ Texte berühren mich. Instinktiv und tief drinnen verstehe ich, warum ihre Frauen so handeln, wie sie handeln, so sprechen, wie sie sprechen. Dazu muss ich nicht immer die gleichen Erfahrungen gemacht haben. Aber es muss ein tiefes Verständnis für die Figuren da sein, damit mein künstlerisches Ich anspringt.
Sonntag, 8. März 2026
Verena Altenberger I Rezitation
Mavie Hörbiger I Rezitation
Clara Frühstück I Klavier
Den Göttern in die Seele blicken
Virginie Despentes
King Kong Theorie
Liebes Arschloch
Ingeborg Bachmann
Undine geht
Necati Öziri
Der Ring des Nibelungen
Kompositionen von Clara Frühstück
Despentes sagt, sie sei eher King Kong als Kate Moss. Und Sie?
Bei der Auswahl bin auch ich eher King Kong. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass Despentes sich mit ihrer „King Kong Theorie“ und auch mit diesem Satz ein gewisses Maß an Weiblichkeit abspricht. Sie sagt ja auch, sie schreibe für Frauen, die lieber ein Mann wären. Da gehöre ich nicht dazu. Ich umarme mit der größtmöglichen Innigkeit alles Weibliche in mir. Aber wenn’s um Kate Moss oder King Kong geht, dann bin auch ich eher King Kong.
Und sie beschreibt sich als Frau, die immer zu laut ist, zu grob, zu zerzaust, zu männlich.
Ich glaube, es ist möglich, sich aus diesen Zuschreibungen zu befreien. Doch das System und die Gesellschaft tun alles, um das zu erschweren. Alles! Ich hatte vor ein paar Wochen ein Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, den ich wirklich sehr schätze. In diesem Interview ging es allerdings im Grunde genommen nur um und über Männer. Muss ich alles, was ich tue, sage, fühle, in Abgrenzung oder in Bestätigung des Männlichen tun? Um immer „zu was auch immer“ sein zu können, bin ich Schauspielerin geworden. Da sagen dann die Leute zwar noch immer: Die ist zu laut oder zu schlecht drauf oder zu „so“ angezogen. Aber im nächsten Satz sagen sie dann: Aber mei, sie ist halt eine Künstlerin.
Wenn Sie nun also den Göttern in die Seele blicken: Welcher Figur fühlen Sie sich am anverwandtesten?
Das ist von der Tagesform abhängig ... Oder vielleicht nicht von der Tages-, sondern von der Monatsform. Sie wohnen alle in mir, mal bin ich die, mal die.
Das Gespräch führte Andrea Schurian.
Eine Stimme auf der Suche
Marianne Crebassa
Mit einem exquisiten Liedprogramm kehrt eine der feinfühligsten jungen Mezzosopranstimmen in den Musikverein zurück: Marianne Crebassa.
Foto: Laure Bernard / Warner Classics
Wenn Marianne Crebassa im März auf das Liedpodium im Brahms-Saal tritt, dann wird dies ein Abend mit einer der feinfühligsten Mezzosopranstimmen unserer Tage. Als Partner am Klavier begleitet sie ihr französischer Landsmann Alphonse Chemin. Auf dem Programm steht Französisches von Claude Debussy und Maurice Ravel, dazu eine Auswahl iberischer Lieder von Federico Mompou, Jesús Guridi und Manuel de Falla. Mit Perlen von Debussy und Ravel hat sie auch schon mit Klavierpartner Fazıl Say auf CD begeistert. „Secrets“, Geheimnisse, lautet der Titel.
Ein gewisses Geheimnis umgibt auch das Privatleben der 1986 in Béziers nahe Montpellier geborenen Künstlerin. Sie spricht lieber durch ihre Kunst. Auch war es zuletzt doch ein wenig still um sie geworden, zumindest in Sachen Oper. Die Erklärung dafür bringt ein Interview mit Radio France anlässlich der Pariser Wiederaufnahme von „Picture a Day Like This“, einem neuen Werk von George Benjamin, im Herbst 2024. Marianne Crebassa wurde Mutter: „Ich war dieses Leben auf Reisen langsam etwas leid und brauchte eine kleine Pause. Außerdem hatte ich schon lange Lust, Konzerte und Liederabende zu geben und mich in einem intimeren Repertoire zu entfalten, das mir mehr entspricht. Also habe ich beschlossen, mich für eine Weile von der Oper zurückzuziehen, um dann umso sicherer zurückzukehren.“ Ein Facebook-Foto von einer strahlenden Marianne Crebassa mit stolzem Babybauch aus dem August 2022 liefert schließlich den Bild-Beweis dazu.
Ob Marianne Crebassa mit ihrer eigenen Familie auch so gerne singt wie einst ihre Eltern mit ihr? Der Großvater mütterlicherseits, ein Winzer aus dem Hérault mit spanischen Wurzeln, war sogar bei Amateur-Gesangswettbewerben erfolgreich. Der Gesang wurde auch Marianne Crebassas Leidenschaft, zu der sie über das Klavierspiel kam. Mit 14 Jahren äußerte die exzellente Schülerin daher den Wunsch, Gesang zu lernen.
Lieder von Gustav Mahler, Maurice Ravel, Claude Debussy und Jesús Guridi
Sie trat aber auch mit ihrer eigenen Cover-Band auf, mit der sie alles quer Beet, sogar Nummern von Pink Floyd, Led Zeppelin und den Red Hot Chili Peppers, nachgespielt hat. „Ich sang Popsongs, da war ich zwischen 16 und 22 Jahren alt. Das war mein Sommerferien- und Wochenendjob. Ich sang in Restaurants, Cafés, auf Hochzeiten. Ich lernte, auf der Bühne zu stehen“, verriet sie der „Süddeutschen Zeitung“. In Montpellier studierte sie Gesang und Klavier, hängte auch noch ein Musikwissenschaftsstudium an. Bald holte man sie ans Atelier Lyrique der Opéra National de Paris.
2012 wollte sie Dirigent Marc Minkowski für Händels „Tamerlano“ bei den Festspielen in Salzburg. Hier war sie dann auch in der Titelpartie von Marc-André Dalbavies „Charlotte Salomon“ zu erleben. 2017 sorgte sie schließlich mit ihrem Sesto unter Teodor Currentzis für wahre Salzburger Sternstunden. Das Archiv der Wiener Staatsoper vermerkt dagegen gerade einmal drei Auftritte als Cherubino. Dafür war Marianne Crebassa im Musikverein in Debussys „Le Martyre de Saint-Sébastien“ unter Alain Altinoglu zu hören, sang Lieder unter Daniel Barenboim, und als es 2024 galt, im Musikverein mit den Wiener Philharmonikern und Riccardo Muti das Jubiläum 200 Jahre Beethovens Neunte Symphonie zu feiern, war sie für die Altpartie zur Stelle. Unter Muti kehrt sie für das Verdi-Requiem heuer auch zu den Salzburger Festspielen zurück. Diese haben sie außerdem als Charlotte an der Seite von Benjamin Bernheim für einen konzertanten „Werther“ von Massenet verpflichtet. Ihr Liederabend im Musikverein ist damit der denkbar bezauberndste Auftakt für dieses erfreuliche Österreich-Comeback.
Stefan Musil
Foto: Martina Berger
In einem dramaturgisch wohldurchdachten WortMusikProgramm widmen sich Vater und Sohn Fritz und Aaron Karl der Beziehung von Vater und Sohn Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart – und entdecken spannende Parallelen zwischen damals und heute.
Liebe ist die Seele des Genies
Mozart,
Karl und Co:
Über Väter, Söhne und den Eigensinn der Kunst
Zwei Väter, zwei Söhne, zwei Jahrhunderte – und dazwischen ein Stapel Briefe. Hier Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart, dort Fritz Karl – Publikumsliebling aus Theater, Film und Fernsehen – und Sohn Aaron, Pianist, Schauspieler, „Dancing Star“ und längst selbst Bühnenprofi mit eigenem Kopf. Aus dieser Konstellation entsteht kein gewöhnliches Konzert, sondern eine szenische Lesung mit Musik: Briefe, komödiantische, fiktive Dialoge, Kommentare, Quartette, Opernfragmente und Kanons erzählen gemeinsam von Familie, Kunst, Risiko – und jener Portion Humor, ohne die weder die Mozarts noch die Karls besonders lange miteinander ausgekommen wären.
Leopold schreibt, als hinge alles an seinen Briefen. Zwischen Koseworten und Kindheitserinnerungen – Sessel, Nasenspitzenkuss und „Oragna figata fa“, des jungen Wolfgangs Fantasie-Italienisch – reiht er Namen, Stellen, ärztliche Ratschläge und Hofintrigen aneinander. Immer wieder läuft es auf dasselbe hinaus: eine sichere Anstellung für Wolfgang, ein geregeltes Einkommen, ein Platz im System statt waghalsiger Pläne mit „honorigen“ Sängerfamilien, denen er nicht recht traut. „An euerem Leben hängt das meinige“, schreibt er einmal, und deutlicher lässt sich elterliche Abhängigkeit kaum formulieren. Wolfgangs Briefe laufen heiß. Unter der höflichen Anrede turnen Späße, Reime, Bäsle-„dreck! schmeck! leck!“, Essenslisten, Beobachtungen über Könige auf Schemeln und plötzliche Ernstfälle. Aus Mannheim meldet er Opernpläne, die „ungemeinen Reize“ der Stadt, Aloysia Weber – und: „Ich folg meinem Herzen! Und das hat seinen eigenen Schädel.“ In diesem Schädel-Sturkopf-Rhythmus steckt bereits die ganze Geschichte: ein Sohn, der den Vater liebt und doch seinen Weg nicht aus der Salzburger Kanzlei heraus buchstabieren lassen will.
Die Lesefassung von Michaela Dorothée Wolf und Susanne Felicitas Wolf behandelt den mozartischen Briefwechsel wie Drama und Familienroman zugleich. Michaela Dorothée Wolf bündelt und ordnet die gesamte VaterSohn-Korrespondenz an den Stellen, an denen sich die Beziehung verdichtet: von der Erfindung des Wunderkindes und den frühen Reisen über die Italien-Jahre als Lehrzeit bis zu Mannheim und Paris als emotionale Brennpunkte – und schließlich zum Bruch mit Salzburg und zur Wiener Zeit, in der Freiheit und Schuldgefühl hart aneinander reiben. Susanne Felicitas Wolf ergänzt diese Auswahl durch knappe Kommentare, Monolog- und Dialogsplitter im mozartischen Ton – wie das bereits zitierte, aber fiktive „Herz mit eigenem Schädel“. Manchmal werden daraus kleine „entre nous“-Momente der Karls, die Vergangenheit und Gegenwart überblenden. In Mannheim schwärmt Wolfgang von Aloysia Weber, der jungen Sängerin, und von Opern, die er für sie schreiben will; die Briefe klingen nach Aufbruch, nach einem anderen Leben. Leopolds Antwort beschwört die Kinderjahre, schildert die Salzburger Misere – und wischt die ganze Weber-Geschichte mit einem Satz vom Tisch: „Dein Brief ist nicht anders wie ein Roman geschrieben.“
In Paris wird der Ton dunkler. Die Mutter liegt im Fieber, Wolfgang schreibt nach Hause, ohne gleich vom Schlimmsten zu sprechen; später nennt er seine vorsichtige Briefstrategie einen „kleinen und sehr notwendigen Betrug“. Als sie stirbt, versucht er, dem Vater zu erklären, warum der Arzt so spät kam, warum nichts mehr zu machen war. Leopold antwortet mit Schmerz, mit der Frage, ob man ihr „zu wenig Blut gelassen“ habe, und klammert sich zugleich an praktische Dinge, damit die Welt nicht ganz auseinanderfällt. So entsteht ein Bogen, in dem Nähe und Distanz, Vertrauen und Kränkung nicht kommentiert, sondern als Situationen erfahrbar werden.
Dienstag,
10. März 2026
Fritz Karl | Rezitation
Aaron Karl | Rezitation
Streichquartett Sonare
„Mon très cher Père, Allerliebester Papa!“
Lesung aus den Briefen zwischen Vater Leopold und Sohn Wolfgang Amadeus Mozart
Musik von Wolfgang Amadeus und Leopold Mozart, Joseph Haydn und Carl Philipp Emanuel Bach
An mehreren Stellen kippt die Perspektive hin zu den Karls. Fritz spricht über nur zu verständliche Sorgen: „Die Parallele ist natürlich die Sorge des Vaters. Wirst du in diesem Beruf bestehen, schaust du, dass du Engagements kriegst, wo ist ein Posten?“ Er kennt die Unsicherheit aus eigener Biographie – „ich war (…) immer freischaffend“ – und formuliert den Satz, der wie eine Klammer über dem Abend steht: „Man kann schon Ratschläge erteilen, das heißt aber nicht, dass sie angenommen werden. Jeder muss letztendlich seine eigenen Erfahrungen machen.“
Aaron beschreibt die Doppelbödigkeit auf dem Podium: „Die Zuschauer machen sich einen großen Spaß daraus zu interpretieren, was aus unserem Leben kommt und was aus dem Leben der Mozarts.“ Und es gibt diese Momente, in denen Text und Gegenwart plötzlich ineinanderfallen: „Wir hatten neulich eine Diskussion, und dann kamen wir während des Lesens in einer Textpassage drauf, dass es eigentlich genau dasselbe ist, was die hier verhandeln (…) das ist ganz witzig auf der Bühne, wenn man live draufkommt: Hey, ach so, das haben auch wir gerade diskutiert.“
Wenn es um den berühmten Brief über den Tod geht, diesen „wahren, besten Freunde des Menschen“, rückt Aaron sehr nahe an Wolfgang heran: „Ich habe sehr früh angefangen zu philosophieren darüber, wie das ist, wenn Menschen sterben. Mozart spricht das ja auch an; dass er viel darüber nachdenkt, wie das ist, dass man am nächsten Tag stirbt oder dass jemand nicht ist. Da empfinde ich ihn sehr nahe und sehr ehrlich.“ Fritz ergänzt dazu den anderen Pol: „Du hast einerseits dieses Dreck-schleckschleck und diese anale Fixierung. Und dann kommt plötzlich so ein Text daher, der eine ganz tiefe Auseinandersetzung ist mit dem Leben, mit dem Sterben (…) Auch das ist Mozart.“
Abbildungen: Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Briefe, komödiantische, fiktive Dialoge, Kommentare, Quartette, Opernfragmente und Kanons erzählen gemeinsam von Familie, Kunst, Risiko – und jener Portion Humor, ohne die weder die Mozarts noch die Karls besonders lange miteinander ausgekommen wären.
Zwischen diesen Stimmen – dem Vater, der um Posten und Halt ringt, und dem Sohn, der in historischen Sätzen die eigene Gegenwart erkennt – schreibt sich die MozartGeschichte leise in die Karls weiter.
Unter den Briefen liegt die Musik, die Peter Gillmayr mit seinem Streichquartett Sonare als zweite Erzählebene anlegt. Das Programm spannt einen weiten Bogen: vom Quartett in B-Dur KV 458 und dem Divertimento in D-Dur KV 136 zu „Eine kleine Nachtmusik“, dem „Alla Turca“ und der „Figaro“-Ouvertüre. Später wird es dunkler: Adagio und Fuge in c-Moll, das Andante des C-Dur-Quartetts KV 157, „Der Hölle Rache“ und das „Lacrimosa“ aus dem Requiem; am Ende steht ein C-Dur-Quartett von „Papa“ Haydn.
Die Musik antwortet auf die empfindlichsten Punkte der Briefe: Auf die Leichtigkeit der frühen Reisen folgen helle, bewegliche Sätze. Doch nach dem Pariser Todesbrief kippt die Stimmung – wenn das Adagio in c-Moll erklingt, legt sich eine Schwere über den Raum, die tiefer reicht als alle Worte. Das „Lacrimosa“ trägt die Trauer weiter, klagend, innig, unausweichlich.
Dazwischen blitzt ein liebevoller Generationenwitz auf:
In Leopolds „Schlittenfahrt“ – einem glänzenden, effektvollen Stück – tritt der Komponisten-Vater selbst auf, und wenn Aaron mit dem Schellenbaum den Puls vorgibt, steht der Dialog zwischen Vater und Sohn plötzlich nicht mehr im Brief, sondern im Klang.
Der Abend kreist um die große Frage: Wie viel Nähe erträgt die Freiheit? Leopolds Briefe voller Sorge und Kontrolle, Wolfgangs Beharren auf dem „Herzen mit eigenem Schädel“. Im Moment der größten Entfremdung – Leopold hat den Briefverkehr fast gänzlich eingestellt, Constanze „hat ihn in der Hand“, wie der Vater bitter konstatiert – spricht Wolfgang einen Satz aus, der wie ein trotziges Bekenntnis klingt: „Liebe, Liebe, Liebe ist die Seele des Genies.“ Ausgerechnet hier, im Bruch, beharrt er auf der Liebe – gegen die väterliche Ablehnung, für Constanze, für seinen Weg. Am Ende bleibt ein Klang im Raum: Die Langsamkeit der alten Briefe, in denen Antworten Wochen brauchten, trifft auf eine Gegenwart, in der Nachrichten im Sekundentakt wechseln – die Unsicherheit des Künstlerlebens und das Eigengewicht eines eigensinnigen Herzens sind in beiden Zeiten erstaunlich ähnlich. Genau in dieser Reibung aus Liebe, Tempo und Trotz findet der Abend seinen Funken.
Albert Seitlinger
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Für Informationen wenden Sie sich bitte an:
T: +49 (0) 221 650 898 31
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T: +43 1 21175 3932
Untere Donaustraße 21 1029 Wien
T: +41 44 560 31 41
Alfred-Escher-Strasse 50 8002 Zürich
KALENDARIUM MÄRZ
Bitte beachten Sie, dass der Vorverkauf für die hier genannten Konzerte bereits begonnen haben kann und einzelne Preiskategorien beim Erscheinen des Kalendariums bereits ausverkauft sein könnten. Ebenso ist es möglich, dass bei einzelnen Konzerten auf Grund der Auslastung durch das Abonnement gar keine Einzelkarten mehr verkauft werden dürfen. Darüber hinaus kann es zu Programmänderungen kommen. Aktuelle Informationen finden Sie auf musikverein.at.
GS Großer Saal
BS Brahms-Saal
GL Gläserner Saal / Magna Auditorium
MT Metallener Saal
ST Steinerner Saal / Horst Haschek Auditorium
AO Außerordentliches Gesellschaftskonzert
EIGENVERANSTALTUNGEN DER GESELLSCHAFT DER MUSIKFREUNDE IN WIEN KONZERTE ANDERER VERANSTALTER PROGRAMMSCHWERPUNKTE
01.
01.
02.
So 19.30 GS Wiener Symphoniker
Petr Popelka | Dirigent
Lucas Jussen | Klavier
Arthur Jussen | Klavier
Mozart: Konzert für zwei Klaviere und Orchester Es-Dur, KV 365
Strauss: Eine Alpensymphonie, op. 64
„Presse“-Konzertzyklus/1
So 20.00 BS Die SchlossCapelle
Fritz Kircher | Violine
Mo 19.30 GS Orchestra della Svizzera italiana
Julian Rachlin | Dirigent und Violine
02. Mo 19.30 BS Wiener Concert-Verein
Timothy Chooi | Dirigent und Violine
03. Di 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
David Hausknecht | Klavier sowie weitere Musiker:innen
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:85, „La Reine“ Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201 Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
„Mon très cher Père, Allerliebester Papa!“
Lesung aus den Briefen zwischen Vater Leopold und Sohn Wolfgang Amadeus Mozart Musik von Wolfgang Amadeus und Leopold Mozart, Haydn und C.P.E. Bach
Anschließend:
Auf ein Glas mit Fritz und Aaron Karl sowie Peter Gillmayr Gespräch über Musik und Gesellschaft
Boulanger: Hymne au soleil für gemischten Chor, Altsolo und Klavier Sous-bois für gemischten Chor und Klavier sowie Werke von Saint-Saëns, Loewe und Bernstein
Classic Exclusive OG
€ 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Wort Musik I/3
€ 48 | 37 | 26 | 8
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
Musikgymnasium Wien
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Lieder von Mahler, Ravel, Debussy und Guridi Liederabende/4
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| 5
Boulanger: Hymne au soleil für gemischten Chor, Altsolo und Klavier
Sous-bois für gemischten Chor und Klavier sowie Werke von Saint-Saëns, Loewe und Bernstein
Topolina rettet den Müll Konzert für Publikum ab 3 Jahren
Peter und der Wolf 2.0 Musik von Willeitner, Kazourian, Spaemann, Zimper und Wienand Konzert für Publikum ab 10 Jahren
Musikgymnasium Wien € 35 | 32 |
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| 5
Topolina Kindergartenvorstellung
Karten auf Anfrage FOKUS KLIMA: ZERO?
Capriccio A/2 € 35
Echo des Unerhörten: INVISIBLE
Jubiläumskonzert – 20 Jahre Verein exil.arte und 10 Jahre Exilarte Forschungszentrum der mdw Werke von Singer, Graubart, Arlen, Susskind, Zeisl, Gál, Grosz und Revich
AO, Exilarte – Zentrum für verfolgte Musik € 31 | 25 | 21 | 8
Kooperation: Exilarte, Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 13.
Fr 20.00 GS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:85, „La Reine“
Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201
Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
14.
Sa 10.00, 12.00, 14.00 ST
14.
Sa 11.00, 13.00, 15.00 MT
14.
14.
Sa 11.00 BS
Sa 16.00 GL Max Müller | Lesung Christoph Moser | Klarinette
Topolinas Klangwerkstatt Ein Upcycling-Mitmach-Workshop für Kinder und Familien
Ein Upcycling-Mitmach-Workshop für Kinder und Familien
Topolina rettet den Müll siehe Freitag, 13.03.2026, 9.00 Uhr
Webern: Im Sommerwind. Idylle für großes Orchester nach einem Gedicht von Bruno Wille Shin: Violinkonzert, „Threadsuns“ Beethoven: Symphonie Nr. 6 F-Dur, op. 68, „Sinfonia pastorale“
14.45 im BS: Einführungsvortrag mit Ute van der Sanden
„ … dieweil sie mit Geräusch verbunden!“ (Wilhelm Busch)
Lachen nach Noten zu Texten von Leo Slezak, Alfred Kerr, Trude Marzik, Alfred Polgar, Peter Ustinov, Vicco von Bülow, Egon Friedell u. a.
Topolina SA 11/3, 13/3, 15/3 Restkarten zu € 25 auf Anfrage FOKUS KLIMA: ZERO?
Vortrag und Interview: Wetterfühlen –Klima verstehen
Marcus Wadsak über Extreme, Emotionen und Verantwortung
18. Mi 19.30 GS Wiener Symphoniker
Robin Ticciati | Dirigent
Alina Ibragimova | Violine
18. Mi 19.30 BS Bach Consort Wien Rubén Dubrovsky | Dirigent
Janáček: Das schlaue Füchslein. Suite aus der gleichnamigen Oper Violinkonzert („Seelenwanderung“) Williams: The Lark Ascending Dvořák: Symphonie Nr. 8 G-Dur, op. 88
La tempesta di mare Vivaldi: Konzert für Blockflöte, Streicher und Basso continuo F-Dur, RV 433, „La tempesta di mare“ Telemann: Konzert für zwei Hörner, Streicher und Basso continuo sowie weitere Werke von Vivaldi und Telemann
AO
Eintritt frei FOKUS KLIMA: ZERO?
Die Große Symphonie A/6 € 130 | 120 | 112 | 89 | 69 | 56 | 33 | 12
Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
Weber: Ouvertüre zur Oper „Oberon“ Bruch: Violinkonzert g-Moll, op. 26 Dvořák: Symphonie Nr. 7 d-Moll, op. 70
Der einsamste Wal der Welt siehe Samstag, 21.03.2026, 11.00 Uhr
Filmvorführung „From the Alps to the North Sea“ und Gespräch „Klang-Radikalisierung –Musik & Mobilität im Wandel“ Manu Delago über nachhaltige Tourneen, Klimaschutz und neue Wege der Kulturproduktion
Deuce Wien-Premiere des neuen Programms von Manu Delago und Max ZT
Präsentation der Saison 2026/27 Intendant Dr. Stephan Pauly stellt das Programm der kommenden Saison vor und spricht auf dem Podium darüber mit den Künstler:innen.
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:85, „La Reine“ Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201 Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
Ich hab’ ein zärtliches Gefühl
Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Wiener Philharmoniker/So Kartenbüro Wr. Philharmoniker
Allegretto SO 11/3, 15/3 € 32
FOKUS KLIMA: ZERO?
AO
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen FOKUS KLIMA: ZERO?
Mixed Line-up/4 € 52 | 38 | 27 | 8
FOKUS KLIMA: ZERO?
AO
Eintritt frei – Zählkarten ab 20. 01. 2026
Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Souvenir/5 € 19
23. Mo 19.30 GS Orchesterverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Elisabeth Attl | Dirigentin Kirill Kobantschenko | Violine
23. Mo 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
24. Di 19.30 GS Wiener Philharmoniker Zubin Mehta | Dirigent Pinchas Zukerman | Violine
Korngold: Vorspiel zur Pantomime „Der Schneemann“
Britten: Violinkonzert d-Moll, op. 15
Dvořák: Symphonie Nr. 9 e-Moll, op. 95, „Aus der Neuen Welt“
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:85, „La Reine“ Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201 Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“) Classic Exclusive OG
30. Mo 19.30 GS Tokai University Takanawadai Senior High School Wind Orchestra
Takao Hatakeda | Dirigent
Toshiya Nakamura | Gastdirigent
Takafumi Sakai | Dirigent
diverse Solist:innen
Inspektor X und die verrückte Straßenbahn Konzert für Publikum ab 5 Jahren
Debussy: Prélude à l’après-midi d’un faune
Czernowin: NO! (ÖEA)
Albertos Abenteuer Schulvorstellung Karten auf Anfrage
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Rimskij-Korsakow: Scheherazade. Symphonische Suite aus „Tausendundeine Nacht“, op. 35 ORF RSO Wien/3 €
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:85, „La Reine“ Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201 Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
Inspektor X und die verrückte Straßenbahn siehe Freitag, 27.03.2026, 9.00 Uhr
Strauss: Klavierquartett c-Moll, op. 13
Brahms: Klavierquartett Nr. 3 c-Moll, op. 60
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:85, „La Reine“
Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201 Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
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FOKUS: CHAYA CZERNOWIN
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Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Albertos Abenteuer 11/3, 13/3, 15/3 € 32
Kammermusik-Zyklus/4 €
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| 12
Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Händel: Messiah. Oratorium in drei Teilen, HWV 56 Wiener Gesangverein € 96 | 86 | 75 | 63 | 51 | 39 | 25 | 10
Akutagawa: Trinita Sinfonica Mahler: Symphonie Nr. 7 e-Moll
Kunst und Kultur – ohne Grenzen € 40 | 30 | 20 | 10
Berühmte Werke von Chopin und anderen Komponisten erweitert um Texte von George Sand. Verein „Die Kunst lebt weiter“DKLW Karten auf Anfrage
Schostakowitsch: Festliche Ouvertüre, op. 96 Arnold: The Inn of the sixth happiness Diverse: Latin Special 21! sowie weitere Werke, die zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Eurotours Ges.m.b.H. Karten auf Anfrage
30.
Mo 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
31.
Di 20.00 GS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:85, „La Reine“
Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201
Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“) Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:85, „La Reine“
Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201
Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Mark St. Germain
Die Tanzstunde
Deutsch von John Birke Regie Folke Braband Mit Katharina Klar und André Pohl
www.josefstadt.org Karten und Info unter: T 01-42-700-300
19. April
SPAZIEREN MIT ROBERT WALSER
„Ich teile mit, daß ich eines schönen Vormittags, ich weiß nicht mehr genau, um wieviel Uhr, da mich die Lust, einen Spaziergang zu machen, ankam, den Hut auf den Kopf setzte, das Schreiboder Geisterzimmer verließ, die Treppe hinunterlief, um auf die Straße zu eilen.“ So beginnt Robert Walsers Erzählung „Der Spaziergang“, in der nach und nach das Porträt eines Müßiggängers sichtbar wird. Auf seinem Weg begegnet der Ich-Erzähler verschiedenen Menschen, einer würdevoll wirkenden schönen Frau, einem singenden Mädchen, oder seinem Schneider, dem er vorwirft, seinen Anzug verpatzt zu haben. All diese Begegnungen sind Auslöser seiner Gedanken, die scheinbar um Nebensächliches kreisen, dennoch aber die großen Fragen des Lebens ins Visier nehmen: Wer bin ich? Was ist der Sinn meines Daseins? Im Rahmen des Musikverein Festivals „Beethovens Spazierstock“ nimmt sich Burg-Schauspieler Markus Meyer dieses literarischen Kleinods an, musikalisch umspielt von Anneleen Lenaerts, der Soloharfenistin der Wiener Philharmoniker, die auch als Solistin international sehr gefragt ist.
25./26. April
AUF NACH WIEN
Gleich nach dem Schulabschluss zog es die Litauerin Giedrė Šlekytė für ihr Musikstudium nach Österreich – zunächst nach Graz, wo sie bei Johannes Prinz, dem Chordirektor des Wiener Singvereins, das Studium Chordirigieren aufnahm und dieses in der Folge durch Orchesterdirigieren ergänzte. Wichtige Stationen durchlief sie dann als Erste Kapellmeisterin am Stadttheater Klagenfurt und Erste Gastdirigentin des Bruckner Orchesters Linz, während sie sich parallel dazu eine beachtliche internationale Karriere aufbaute. Wien, wo sie in Oper und Konzert Erfolge verbuchte, wurde zu einem besonderen Ort für die junge Dirigentin: „Wien hat eine magische Kraft für mich“, sagte sie 2023 vor ihrem ersten Auftritt mit den Wiener Symphonikern im Großen Musikvereinssaal den „Musikfreunden“. Ihr Debüt bei der Gesellschaft der Musikfreunde mit dem Wiener ConcertVerein lag da bereits fünf Jahre zurück. „Es ist unbeschreiblich, aber Wien hat etwas, das mich unheimlich inspiriert.“ Das ist Ende April wieder zu erleben, wenn Giedrė Šlekytė erneut die Wiener Symphoniker dirigiert.
29. April
WAHRHAFTIGER LIEDGESANG
Ausverkauft und umjubelt – so hat sich ein Liederabend am 16. Dezember 2023 in das kollektive Gedächtnis des Musikvereins eingetragen. Es war das Debüt des Südtiroler Baritons Andrè Schuen bei der Gesellschaft der Musikfreunde, begleitet von Daniel Heide am Klavier. Neben Werken von Mahler und Strauss gab das Dreamteam des jüngeren Liedgesangs auch Kostbarkeiten von Schubert zum Besten. Daran schließen die beiden Künstler nun an, wenn sie im April die „Winterreise“ zur Aufführung bringen. Es ist, wie Andrè Schuen sagt, „das erste Werk, das einem in den Sinn kommt, wenn man über Lieder spricht“. Es ist, könnte man hinzufügen, auch eines der heikelsten, das neben stimmlicher Unfehlbarkeit auch einer künstlerischen Authentizität bedarf, die nicht weit gestreut ist, sich aber als unabdinglich erweist, wenn sich die Kunstform Lied neues Publikum erschließen will. Umso größer ist die Erwartung, dass Schuen und Heide dieser „Winterreise“ jene Wahrhaftigkeit verleihen, die sie für ein neues Publikum, aber natürlich auch für ihre bestehende Fangemeinde lebendig macht.
Andrè Schuen
Foto: Christoph Koestlin / Deutsche Grammophon
Markus Meyer
Foto: Tommy Hetzel
Giedrė Šlekytė
Foto: Theresa Pewal
17. April
ANFANGSZAUBER MIT MAHLER
Auf 130 gemeinsame Konzerte können die Wiener Philharmoniker und Sir Simon Rattle mittlerweile zurückblicken, zum allerersten Mal trat der Lockenkopf aus Liverpool im Alter von 38 Jahren ans Pult des Meisterorchesters. Man schrieb das Jahr 1993, der Ort war der Große Musikvereinssaal, und gespielt wurde Mahlers Neunte Symphonie. Im April steht das Werk, das die Tonalität zukunftsweisend an ihre Grenzen bringt, erneut in dieser Konstellation auf dem Spielplan des Musikvereins. Und auch diesmal ist es wieder ein Anfang, dem viel Zauber innewohnen wird. Denn trotz der beträchtlichen Anzahl von gemeinsamen Auftritten sind die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle seit 2015 nicht mehr gemeinsam aufgetreten.
23. April
GIPFELTREFFEN
WIEN—BERLIN
Im April kommt es im Großen Musikvereinsaal wieder zu einem Gipfeltreffen von Musiker:innen der Wiener und der Berliner Philharmoniker. In schöner Regelmäßigkeit erweisen sie Wiens Musikfreundinnen und Musikfreunden als Kammerorchester Wien–Berlin die Ehre – dieses Mal gemeinsam mit dem exzellenten französischen Cellisten Gautier Capuçon, der nach der „FeuerSymphonie“ von Joseph Haydn dessen berühmtes Erstes Violoncellokonzert spielt. Der zweite Programmteil führt nach Italien: Während eines längeren Florenz-Aufenthalts zum Jahresbeginn 1890 skizzierte Peter Iljitsch Tschaikowskij, vom südlichen und kunstgetränkten Flair dieser Stadt höchst inspiriert, ein Streichsextett, das er dann, zurück in Russland, binnen zwei Wochen niederschrieb. „Souvenir de Florence“ nannte er trefflich dieses formidable Stück, von dem er selbst nur sagen konnte: „Welch ein Sextett und was für eine Schlussfuge!“
Gautier
Capuçon
14. April
DIE VIELFALT
MACHT’S
„Mir wird langweilig, wenn ich nur eine Sache mache“, verriet Sophie Rennert der ARD. Und eines steht fest: Langweilig wird der österreichischen Mezzosopranistin bestimmt nicht. Sie mag sich zuallererst im Bereich der Alten Musik einen hervorragenden Ruf erworben haben – wurde etwa 2016 beim Internationalen Antonio-Cesti-Wettbewerb für Barockgesang mit dem zweiten und dem Publikumspreis ausgezeichnet und war 2024 für ihre Interpretation der Titelpartie in Vivaldis „Juditha triumphans“ bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert. Doch allein ihre Auftritte im Musikverein dokumentieren ihr weites Spektrum: Schönberg mit dem ORF RSO Wien und Mozart mit dem Orchester Wiener Akademie, ein Literatur-Musik-Programm mit Michael Köhlmeier und Martinůs Oper „Alexandre bis“ mit dem Ensemble Kontrapunkte. Bei ihrem Debüt in einem Konzert der Liedklasse von Charles Spencer sang sie Lieder von Max Reger. Mitte April gibt Sophie Rennert nun ihren ersten eigenen Liederabend im Musikverein.
Sophie Rennert
Sir Simon Rattle
Foto: Julia Wesely
Foto: Oliver Helbig
Foto: Pia Clodi
VORSCHAU APRIL
GS Großer Saal
BS Brahms-Saal
GL Gläserner Saal / Magna Auditorium
MT Metallener Saal
ST Steinerner Saal / Horst Haschek Auditorium
Bitte beachten Sie, dass der Vorverkauf für die hier genannten Konzerte bereits begonnen haben kann und einzelne Preiskategorien beim Erscheinen des Kalendariums bereits ausverkauft sein könnten. Ebenso ist es möglich, dass bei einzelnen Konzerten auf Grund der Auslastung durch das Abonnement gar keine Einzelkarten mehr verkauft werden dürfen. Darüber hinaus kann es zu Programmänderungen kommen. Aktuelle Informationen finden Sie auf musikverein.at.
01. Mi 20.15 GS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
02. Do 20.00 GS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
02. Do 20.00 MT Gabriel Guillén | Gitarre und Moderation
István Beke | Gitarre
Diana Guillén Navarro | Gitarre
Olha Guillén Navarro | Violine
Juan Lorenzo | FlamencoGitarre
Gewinner:innen des Alhambra Gitarrenwettbewerbs
AO Außerordentliches Gesellschaftskonzert
GvES Gottfried-von-Einem-Saal
SBö Salon Bösendorfer
VHpt vor dem Haupteingang
BG Beethoven-Gang
EIGENVERANSTALTUNGEN DER GESELLSCHAFT DER MUSIKFREUNDE IN WIEN KONZERTE ANDERER VERANSTALTER PROGRAMMSCHWERPUNKTE
Haydn: Symphonie A-Dur, Hob. I:87
Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201
Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
Das genaue Programm wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
03. Fr 19.30 BS Internationale Interpret:innen Abschlusskonzert des Wiener Internationalen Musikwettbewerbs
03. Fr 20.15 GS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
04. Sa 20.15 GS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
05. So 15.30 GS Wiener Mozart Orchester junge Künstler:innen aus Hongkong
Wiener Mozart Orchester ft. Young Artist from Hongkong Werke von Mozart
Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
Werke von Mozart
Rachmaninow: Symphonie Nr. 1 d-Moll, op. 13
Hindemith: Violinkonzert
Rachmaninow: Symphonie Nr. 3 a-Moll, op. 44
18.45. im MT:
Einführungsvortrag mit Harald Haslmayr
Schumann: Dichterliebe. Liederzyklus aus Heinrich Heines „Buch der Lieder“, op. 48
Brahms: Ständchen, op. 106/1
Von waldbekränzter Höhe, op. 57/1 Feldeinsamkeit, op. 86/2
Mahler: Rückert-Lieder sowie weitere Lieder von Brahms
15. Mi 19.30 GS Il Giardino Armonico Kammerorchester Basel
Giovanni Antonini | Dirigent
Giulia Semenzato | Sopran
Haydn in Love
Haydn: Symphonie Es-Dur, Hob. I:91 Symphonie C-Dur, Hob. I:97 sowie Arien aus „L’anima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice“, „L’isola disabitata“ und „Armida“
Alexander Liebreich | Dirigent Klavierduo Silver-Garburg
16.
17.
17.
Do 20.00 BS
Fr 9.00, 10.30 MT
Die SchlossCapelle
Fritz Kircher | Violine
Sebastian Radon | Gesang, Schauspiel, Konzept
Simon Scharinger | Gesang, Schauspiel, Konzept
Joachim Rigler | Gitarre und Gesang
Mona Matbou Riahi | Klarinette
Fr 19.30 GS Wiener Philharmoniker
Sir Simon Rattle | Dirigent
Start Up! – Vorkonzert: Junge Talente stellen sich vor
Ravel: Daphnis et Chloé. Suite Nr. 2 Brahms: Klavierquartett Nr. 3 c-Moll, op. 60; bearbeitet für Klavier zu vier Händen und Streichorchester von Richard Dünser (ÖEA)
Strauss: Also sprach Zarathustra. Tondichtung frei nach Friedrich Nietzsche für großes Orchester, op. 30
Haydn: Symphonie A-Dur, Hob. I:87
Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201 Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
Wer Crescendo sät, wird Forte ernten Produktion Musikverein Wien Konzert für Publikum ab 3 Jahren
17.
Fr 19.30 BS Francesco Piemontesi | Klavier
17.
Fr 20.00 GL
Saša Stanišić | Lesung
Mitglieder des Ensembles Federspiel
Mahler: Symphonie Nr. 9 D-Dur
18.
Sa 11.00 GS
Wiener Symphoniker
Tobias Wögerer | Dirigent
Schubert: Vier Impromptus für Klavier, D 935 Liszt: Années de Pèlerinage. Première Année: Suisse
Saša Stanišić: „Neue Heimat“ und „Der Hochsitz“ aus: „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“
Anschließend:
Auf ein Glas mit Saša Stanišić. Gespräch über Musik und Gesellschaft
Das Konzert zum Marathon Suppè: Ouvertüre zur Operette „Leichte Kavallerie“
Strauß Sohn: An der schönen blauen Donau.
Walzer, op. 314
Strauß: Sport-Polka (schnell), op. 170 Schrammel: Wien bleibt Wien sowie Werke von Brahms, Schubert, Lehár und Mozart
Wiener Mozart Orchester € 139 | 109 | 89 | 69
Jeunesse Karten Tel. 505 63 56
Jeunesse Karten Tel. 505 63 56
Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Sebastian und das Tontelefon Kindergartenvorstellung Karten auf Anfrage BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
Duplessy: Sonate en quatre rêves (Auszüge) sowie Werke von BartolomeyBittmann, Falla und Gnattali
„Hör-Bar“ mit Petr Popelka
Strawinsky: L’Histoire du Soldat sowie Werke von Biber, Smetana, Crumb und Takemitsu
Werke von Mozart
Vom Gehen. Wort und Musik am Beethovengang Ein atmosphärischer Spaziergang im 19. Bezirk –begleitet von mäandernder Musik für Cello solo sowie literarischen und philosophischen Texten über das Gehen, Flanieren und Wandern
Treffpunkt
13.45 Uhr und 15.45 Uhr: Endstation Straßenbahn D „Nußdorf, Beethovengang“
Ersatztermine bei Schlechtwetter: Sonntag, 26. April 2026 – 14.00 Uhr und 16.00 Uhr
Wort Musik I/4
€ 48 | 37 | 26 | 8 BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
€ 30 Karten im Vorhinein in der Konzertkassa oder online, kein Kartenverkauf vor Ort BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
25.
Sa 16.00 GL Max Müller | Lesung und Bariton
Volker Nemmer | Klavier
25. Sa 19.30 GS Wiener Symphoniker
Giedrė Šlekytė | Dirigentin
Antoine Tamestit | Viola
25. Sa 20.15 BS
25.
Wiener Mozart Orchester
Sa 21.30 GS Black Page Orchestra Marino Formenti | Musikalische Leitung, Klavier und Konzeption
Mani Obeya | Gesang
Mani Obeya | Gesang
Marino Formenti | Klavier
DJ
26.
So 15.30 GS Orchester Wiener Akademie Damen des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Martin Haselböck | Dirigent Benjamin Schmid | Violine
26. So 16.00 GL Max Müller | Lesung und Bariton
Volker Nemmer | Klavier
26. So 19.30 GS Wiener Symphoniker
Giedrė Šlekytė | Dirigentin
Antoine Tamestit | Viola
26. So 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
„Einmal Sommerfrische und zurück, bitte!“ Vom Lebensgefühl zwischen Maiernigg und Schneeberg, vom Joglland bis Maria Taferl! Mit Texten und Musik von Arthur Schnitzler, Gustav Klimt, Peter Altenberg, Peter Rosegger, Gustav und Alma Mahler, Johann Strauß und Ralph Benatzky
Berlioz: Symphonie fantastique, op. 14, „Episode de la vie d’un artiste“ Wiener-Symphoniker-Zyklus
Werke von Mozart
Voyages: Solitary Peaks
Adams: The Light That Fills the World „Tukiliit (The Stone People Who Live in the Wind)“ für Klavier solo im Dialog mit afroamerikanischen Songs
Anschließend im GvES: night flowers bar
Paganini: Violinkonzert Nr. 2 h-Moll, op. 7, „La Campanella“ Liszt: Symphonie zu Dantes „Divina Commedia“ für Frauenchor und Orchester
14.45 im ST: Einführungsvortrag mit Klaus Aringer
„Einmal Sommerfrische und zurück, bitte!“ Vom Lebensgefühl zwischen Maiernigg und Schneeberg, vom Joglland bis Maria Taferl! Mit Texten und Musik von Arthur Schnitzler, Gustav Klimt, Peter Altenberg, Peter Rosegger, Gustav und Alma Mahler, Johann Strauß und Ralph Benatzky
Adams: Short Ride in a Fast Machine
Bartók: Violakonzert
Berlioz: Symphonie fantastique, op. 14, „Episode de la vie d’un artiste“
Haydn: Symphonie A-Dur, Hob. I:87
Mozart: Symphonie A-Dur, KV 201
Vivaldi: Le quattro stagioni („Die vier Jahreszeiten“)
Wiener Mozart Orchester
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AO – night flowers Eintritt frei BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
AO – night flowers bar Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
PREMIEREN MÄRZ
von Thornton Wilder
Regie: Stefan Bachmann
20.03.2026 BURGTHEATER
von Ödön von Horváth unter Mitarbeit von Lukas Kristl Regie: Lucia Bihler 26.03.2026 AKADEMIETHEATER
MUSIKVEREIN FESTIVAL: BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
WUNDERWELT
ORCHESTER
AUF DEM MEER (10+)
KOOPERATION MUSIKVEREIN WIEN UND WIENER SYMPHONIKER
Musik von Nikolai Rimskij-Korsakow, Edvard Grieg, John Williams, Alan Menken und vielen mehr
So 10.5.2026 15.00 Uhr Brahms-Saal
27.
28.
Mo 20.15 BS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
Di 19.30
GS
London Symphony Orchestra
Sir Antonio Pappano | Dirigent
N.N. | Klavier
Bernstein: Symphonie Nr. 2 für Klavier und Orchester, „The Age of Anxiety“ Tschaikowskij: Symphonie Nr. 6 h-Moll, op. 74, „Pathétique“
28.
Di 19.30 BS Altenberg Trio
Schedl: Der, welcher wandert diese Straße voll Beschwerden. Lamento für Klaviertrio (über Mozarts „Zauberflöte“, 28. Auftritt)
Dvořák: Klaviertrio Nr. 1 B-Dur, op. 21 sowie Werke von Sierra und Ravel
28. Di 20.00 MT Studierende der mdw „Am frisch geschnittnen Wanderstab“ Lieder zum Thema Wandern und Reisen von Franz Schubert, Hugo Wolf u. a.
28.
Di 21.30 GL Anna Clare Hauf | Mezzosopran
Marino Formenti | Klavier und Konzeption
Alfredo Ovalles | Klavier
Luca Lavuri | Klavier N.N. | Klavier
29. Mi 19.30 GS Wiener Symphoniker
Santtu-Matias Rouvali | Dirigent
Kirill Gerstein | Klavier
29.
Mi 19.30 BS
Andrè Schuen | Bariton
Daniel Heide | Klavier
29. Mi 20.00 MT Andreas Mader | Saxophon
Joseph Moog | Klavier
29. Mi 20.45 BS Kaoko Amano | Mezzosopran
Florian Palier | Gitarre
Naomi Sato | Sho
Marino Formenti | Konzeption
30.
Do 19.30 GS Wiener Symphoniker
Santtu-Matias Rouvali |
Dirigent
Kirill Gerstein | Klavier
Voyages: The Sea
Sciarrino: „Polveri laterali“ für Klavier solo „La navigazione notturna“ für vier Klaviere im Dialog mit sizilianischen Volksliedern
Bernstein: Drei Tanzszenen aus dem Musical „On the Town“
Rachmaninow: Rhapsodie über ein Thema von Paganini für Klavier und Orchester, op. 43 Gershwin: Rhapsody in Blue An American in Paris
Schubert: Winterreise. Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller, D 911
Walking the Dog
Debussy: Rapsodie für Altsaxophon und Klavier Prokofjew: Suite aus „Romeo und Julia“ für Sopransaxophon und Klavier sowie Werke von Auerbach, L. Boulanger, Gershwin, Milhaud und Françaix
Voyages: Aki (Der Herbst)
Hosokawa: „Renka 1“ für Sopran und Gitarre Im Dialog mit klassischer japanischer Musik
Bernstein: Drei Tanzszenen aus dem Musical „On the Town“ Rachmaninow: Rhapsodie über ein Thema von Paganini für Klavier und Orchester, op. 43
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
Ein Musik-Festival über Spazieren, Bewegung und Reise: Durch das Leben, in die Natur, durch Himmel und Hölle, in Städte, Erinnerungen – oder gemeinsam mit dem Rad
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IMPRESSUM
Musikfreunde | Zeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien | Jahrgang 38/6
Medieninhaber (Verleger) Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 1010 Wien, Musikvereinsplatz 1, Tel. +43-1-505 86 81
Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Stephan Pauly, Mag. Renate Futterknecht | Redaktion: Mag. Markus Siber, Mag. Ulrike Lampert
Kalendarium: Ulrike Karl, Anna Jochum, BA | Gestaltung: Fons Hickmann M23 (www.m23.de) | Satz: Thomas Apel
Montag bis Freitag 9.00 bis 19.00 Uhr, Samstag 9.00 bis 13.00 Uhr, Sonn- und Feiertage geschlossen. Bei allen Eigenveranstaltungen öffnet die Kassa eine Stunde vor Konzertbeginn.
Wir bitten zu beachten, dass unmittelbar vor Konzertbeginn dem Kartenverkauf sowie der administrativen Abwicklung des jeweiligen Konzerts Vorrang gegenüber allgemeinen Geschäftsvorgängen gegeben werden muss. Aus diesem Grund bitten wir Sie, alle Anliegen, die nicht das aktuelle Konzert betreffen, in den angegebenen Rahmenöffnungszeiten an uns heranzutragen.
VORVERKAUF
Bei allen Eigenveranstaltungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien beginnt der Kartenvorverkauf – wenn nicht anders angegeben – für Mitglieder zwei Monate vor der jeweiligen Veranstaltung. Eine Woche danach sind Karten im allgemeinen Vorverkauf erhältlich. Am ersten Verkaufstag des Einzelkartenverkaufs für Mitglieder behält es sich die Gesellschaft der Musikfreunde vor, den Einkaufsrahmen für jedes Mitglied auf höchstens vier Karten zu beschränken.
KARTENBESTELLUNGEN SIND MÖGLICH PER
Telefon: +43-1-505 81 90 (Mo–Fr 9.00–18.00 Uhr, Sa 9.00–13.00 Uhr)
Bestellkarte nur für Mitglieder und Abonnent:innen
Karten können mittels Kreditkarte innerhalb der angegebenen Vorverkaufsfristen bestellt werden. Bitte beachten Sie, dass eine Bestellung per Bestellkarte keine Garantie für die Zuteilung von Karten ist.
Bestellte Karten erhalten Sie gegen Vorlage der Kreditkarte oder der Bestätigungs-E-Mail an der Kassa des Musikvereins.
MUSIKVEREIN FESTIVAL: „BEETHOVENS SPAZIERSTOCK“ Für alle Konzerte, die im Zuge des Musikverein Festivals „Beethovens Spazierstock“ stattfinden, hat der Kartenvorverkauf am 22.01.2026 (Mitglieder) bzw. 29.01.2026 (allgemeiner Vorverkauf) bereits begonnen. Wir bitten Sie zu beachten, dass einzelne Kategorien beim Erhalt des „Musikfreunde“–Magazins bereits ausverkauft sein können.
FÜHRUNGEN / GUIDED TOURS
FÜHRUNGEN SEPTEMBER BIS JUNI Montag–Samstag (außer Feiertag) 13.00 Uhr Englisch* 13.45 Uhr Deutsch* *Zeiten können variieren
PREISE
Erwachsene € 10,–Schüler:innen, Studierende € 6,–Kinder bis 12 Jahre gratis
TREFFPUNKT
Konzertkassa Musikverein
Bösendorferstraße 12
INFORMATION ZU GRUPPEN FÜHRUNGEN UNTER: E-Mail: fuehrungen@musikverein.at
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Die Pianistin und Komponistin Olivia Belli präsentiert ihr erstes Klavierkonzert Daimon, aufgenommen mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin unter John Metcalfe. Daneben steht die Klaviersuite Ithaca mit Gästen wie Raphaela Gromes und Eldbjørg Hemsing. Das Konzept: Homers Odyssee – eine Reise zur Selbstfindung, getragen von eindrucksvoll epischen Klanglandschaften.
oliviabelli.com
sonyclassical.de
hayatosum.com
harnoncourt.info
annalapwood.co.uk
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Auf seinem neuen Album eröffnet der Klavier- und Social Media-Shootingstar Hayato Sumino (alias „Cateen“) einen ganz eigenen musikalischen Kosmos rund um seinen Lieblingskomponisten Frederic Chopin. Mindestens ebenso bewegend wie das mit dem Opus Klassik ausgezeichnete erste Album des jungen Japaners Human Universe
Auf CD und Vinyl erhältlich.
Nikolaus Harnoncourt Mendelssohn Wagner Schumann
Zum 10. Todestag von Nikolaus Harnoncourt erscheint bei Sony Classical ein einzigartiger Konzertmitschnitt vom 23.6.1999 mit Werken von Mendelssohn, Schumann und – eine Rarität – Richard Wagner. Subsumiert unter dem Thema „Liebe“ sind alle drei Werke bisher nicht in der Harnoncourt-Diskografie vorhanden.
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Die britische Organistin und Chorleiterin Anna Lapwood würdigt die Zusammenarbeit mit dem Chor des Pembroke College auf besondere, sehr persönliche Weise: Auf ihrem neuen Album sind mit Arise, Shine und An Irish Blessing zwei faszinierende Eigenkompositionen enthalten.