lie:zeit Ausgabe Nr. 125

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Zeitschrift fĂŒr Liechtenstein und die Region

Energiefachstelle

Liechtenstein

energiebĂŒndel.li

125 05/2024
und
6 waerme.li Royal Roulette Jeden Mittwoch ab 18.00 Uhr
Landesspital: WohnortnÀhe
Vertrautheit Seite
lie:zeit 2 05/2024
llb.li

Liebe Leserin, lieber Leser «WohnortnĂ€he und Vertrautheit sind die zentralen QualitĂ€ten des Landesspitals», sagt Gesundheitsminister Manuel Frick. Der zustĂ€ndige Regierungsrat gibt Auskunft, warum der geplante Neubau des Landesspitals wichtig ist. Er wĂŒnscht sich vor dem Hintergrund der Volksabstimmung eine sachliche Debatte, in der den Menschen bewusst wird, welche zentrale Funktion das Landesspital in der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung hat.

In Vorarlberg soll in den nĂ€chsten Jahren das grösste Pumpspeicherkraftwerk in Österreich entstehen mit 1000 Megawatt Leistung und einem finanziellen Projektvolumen von 2 Milliarden Euro: das Mega-Kraftwerk «LĂŒnersee II». Eine Beteiligung Liechtensteins am Projekt wĂ€re möglich.

Seit fast einem Jahrzehnt kĂ€mpft der Liechtensteiner Alpenverein fĂŒr den Bau einer Kletterhalle, die den erfolgreichen Eiskletterern eine HeimstĂ€tte schaffen soll. Das Projekt kostet 6,23 Millionen Franken, von denen der Alpenverein 1,21 Millionen selbst aufbringen muss. Noch fehlen 100‘000 Franken.

Der angeborene DrĂŒckinstinkt veranlasst Rehkitze, sich bei Gefahr ganz still zu verhalten und an den Boden zu pressen. Oft zu spĂ€t, um sich von einer herankommenden Landmaschine in Sicherheit zu bringen, was fĂŒr die Jungen tödlich enden kann. Dieses Szenario möglichst zu verhindern, hat sich die Rehkitzrettung Liechtenstein zum Ziel gesetzt. Der Verein hat 84 Mitglieder, darunter elf Drohnenpiloten.

Ich wĂŒnsche Ihnen weiterhin alles Gute und viel Freude bei der LektĂŒre der neuesten Ausgabe der lie:zeit.

3 05/2024 editorial
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Wir lieben die Hits

11

Menschen in der FBP

Sieglinde Kieber, Parteiassistentin

Interview mit drei Vertretern der Liechtensteinischen Rechtsanwaltskammer

16 Justizreform, ein grosser Schaden fĂŒr das Land

Ruggell im fokus

22 «BodenstÀndig bleiben und den Austausch pflegen»

Immobilien

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor

Impressum

Verleger: Zeit-Verlag Anstalt, Essanestrasse 116, 9492 Eschen, +423 375 9000 · Redaktion: Herbert Oehri (Redaktionsleiter), Johannes Kaiser, Vera Oehri-Kindle, Heribert Beck · BeitrĂ€ge/InterviewpartnerInnen: Manuel Frick, Cornelius Goop, Sabine Moosmann, Herbert Elkuch, Egon Oehri, Doris Quaderer, Aurora Sestito, Lic. oec. Karlheinz Ospelt, GĂŒnther Meier, Tilmann Schaal, Heinz Biedermann, Christoph Kindle, Ernst Hasler, Georg Biedermann, · GraïŹk/Layout: Carolin Schuller, Daniela BĂŒchel · Anzeigen: Vera Oehri-Kindle, Brigitte Hasler · Fotos: Liechtensteinisches Landesarchiv, Tatjana Schnalzger, Michael Zanghellini, Gregor Meier, Daniel Schwendener, Paul Trummer, Adobe Stock, ZVG · Urheberschutz: Die

Texte und Bilder dĂŒrfen ohne vorherige Genehmigung des Herausgebers/ Verlegers nicht kommerziell genutzt, weitergegeben oder veröffentlicht werden · Meinungsvielfalt: Die lie:zeit gibt Gastautoren Platz, um ihre Meinung zu Ă€ussern. Dabei muss der Inhalt mit der Meinung der Redaktion und der Herausgeber nicht ĂŒbereinstimmen. · Druck: SĂŒdostschweiz Druckzentrum, Haag · AuïŹ‚age: 22’500 Exemplare · Online: www.lie-zeit.li · Erscheinung: 18. Mai 2024 · «lie:zeit» nicht erhalten? Rufen Sie uns an: Tel. 375 90 00 (Natascha Oehri). Zustellung erfolgt sofort. NĂ€chste Ausgabe: 15. Juni 2024

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ProjektprĂ€sentation Â«Ăœberbauung Landammannstrasse Eschen»

Eine Idee, zwei MehrfamilienhÀuser, eine tragfÀhige Partnerschaft

Aus dem Inhalt

Die sich wandelnde Rolle der Hebamme 10

Pandemievertrag und Liechtenstein 14

Megaprojekt «LĂŒnersee II» möglich 18

Als der Strom nach Liechtenstein kam 20

Passt unser Schulsystem noch in die heutige Zeit? 21

Plausibilisierungs-Studie: autarke Energieversorgung 54

«Mein Tag ist sehr abwechslungsreich» 55

Verein Rehkitzrettung Liechtenstein

Um 4 Uhr morgens startet die Kitzrettung

« â€čZeitpolsterâ€ș ist bei den Leuten angekommen» 74 Zahltag mit Mario Meier 76 «Wir brauchen ein zeitgemĂ€sses Spital» 78

Lawinen in Malbun und Orkan «Lothar» ĂŒberall 84

GlĂŒcklich Radfahren reduziert Stress, stĂ€rkt die Gesundheit und macht glĂŒcklich. Schon Mitglied? www.vcl.li

5 lie:zeit 05/2024
FCV:
66 Bau
70
73
Am Ende wurden die Ziele erreicht
der Kletterhalle im Zeitplan
2. Liechtensteiner Vorlesetag
WHO:
58 80

Titelstory

«ZeitgemÀsse Infrastruktur durch Spitalneubau»

«WohnortnĂ€he und Vertrautheit sind die zentralen QualitĂ€ten des Landesspitals», sagt Gesundheitsminister Manuel Frick. Diese QualitĂ€ten langfristig zu erhalten, sei nur mit einer zeitgemĂ€ssen Infrastruktur und damit mit dem geplanten Neubau möglich. Im Interview geht er auf die HintergrĂŒnde des im Juni zur Abstimmung stehenden ErgĂ€nzungskredits ein.

Interview: Heribert Beck

Herr Regierungsrat, eine plakative Frage zum Einstieg: Corona-Pandemie, eGD-Initiative, nun ein erneutes Referendum gegen den Kredit fĂŒr das Landesspital –macht Ihnen Ihr Amt noch Freude?

Gesellschaftsminister Manuel Frick: Ja, auf jeden Fall. Wenn man in der Politik und insbesondere als Regierungsrat arbeitet, gehören solche Prozesse und politischen Vorstösse dazu. Da gilt es, nicht zu resignieren oder den Kopf in den Sand zu stecken, sondern in die Diskussion einzusteigen und zu versuchen, mit guten Argumenten Mehrheiten zu erreichen.

Dass ein ErgĂ€nzungskredit fĂŒr das Landesspital notwendig wird, hat sich bereits lĂ€nger abgezeichnet. ZunĂ€chst standen rund 20 Millionen Franken im Raum. Wie ist es gelungen, diese Summe schliesslich auf 6 Millionen zu senken?

Nachdem die KostenĂŒberschreitung bekannt geworden ist, hat der Steuerungsausschuss umgehend die Arbeiten am Projekt gestoppt – im Bewusstsein, dass es grundsĂ€tzlich hinterfragt und ĂŒberarbeitet werden muss. Ich habe damals in einem Interview gesagt, dass buchstĂ€blich kein Stein auf dem anderen bleiben wird, und genauso ist es gekommen. Das Projekt wurde in mehreren Untersuchungen grĂŒndlich ĂŒberprĂŒft. Die Ergebnisse dieses Prozesses sind in die neuen PlĂ€ne eingeflossen. Der nun geplante Neubau wurde ohne funktionale Einbussen

stark optimiert, indem unter anderem die KonstruktionsflĂ€chen reduziert wurden. Zudem wurde die Fassadenkonstruktion ĂŒberarbeitet, und das GebĂ€ude konnte vom Rheindamm weg verschoben werden, um nur die wichtigsten Punkte zu nennen.

Der Landtag wollte den Kredit nicht von sich aus dem Volk vorlegen. Haben Sie dennoch mit einem Referendum und damit mit einer weiteren Abstimmung gerechnet?

Ja, ich habe immer gesagt, dass ich davon ausgehe, dass ĂŒber den ErgĂ€nzungskredit abgestimmt wird.

Nun sind es noch vier Wochen, bis das Volk an der Urne erneut ĂŒber das Landesspital befinden wird. Mit welchen Argumenten werben Sie fĂŒr den ErgĂ€nzungskredit?

FĂŒr mich ist klar, dass Liechtenstein ein eigenes Spital braucht. Gleichzeitig ist offensichtlich, dass das aktuelle, mehrere Jahrzehnte alte SpitalgebĂ€ude den heutigen Anforderungen nicht gerecht wird. Nur ein Neubau garantiert eine zeitgemĂ€sse Infrastruktur, um die Grundversorgung fĂŒr unsere Bevölkerung in den nĂ€chsten Jahrzehnten zu sichern. Der vom Referendumskomitee erneut eingebrachte Vorschlag, besser das bestehende GebĂ€ude zu renovieren, wurde schon im Jahr 2019 eingehend abgeklĂ€rt. Das Resultat war klar: Eine Renovation wĂ€re teurer, wĂŒrde lĂ€nger dauern, den Betrieb im Spital stark beeintrĂ€chtigen und hĂ€tte erst noch

ein schlechteres Ergebnis als ein Neubau. Das ist aus meiner Sicht keine valable Option.

Pepo Frick vom Referendumskomitee spricht dem Landesspital seine Existenzberechtigung nicht ab. Gleichzeitig stellt er aber die Frage «Was fĂŒr ein Krankenhaus braucht Liechtenstein?». Wie beantwortet der Gesundheitsminister diese Frage?

Wir brauchen ein Krankenhaus, das die GrundbedĂŒrfnisse der liechtensteinischen Bevölkerung abdeckt und als 24/7-Anlaufstelle fĂŒr medizinische NotfĂ€lle fungiert. WohnortnĂ€he und Vertrautheit sind zentrale QualitĂ€ten des Landesspitals. Über den Leistungskatalog kann man natĂŒrlich diskutieren, er ist aber nicht abhĂ€ngig vom Neubau: Im neuen SpitalgebĂ€ude sollen die gleichen medizinischen Dienstleistungen angeboten werden, die es im heutigen Spital schon gibt – nur eben in einer modernen Infrastruktur, die sowohl den Mitarbeitenden als auch Patientinnen und Patienten einen angemessenen Rahmen bietet. Definiert wird der Leistungsauftrag von der Regierung. Das geplante GebĂ€ude wurde zudem bewusst flexibel gestaltet, um auf zukĂŒnftige Entwicklungen reagieren zu können.

Die Argumentation des Referendumskomitees finde ich fadenscheinig. Es wĂ€re ehrlicher, sich einmal hinzustellen und zu sagen: «Liechtenstein braucht kein eigenes Spital, dann decken eben unsere NachbarlĂ€nder gewisse Dienstleistungen in Zukunft ab – mit allen Konsequenzen.»

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Was meinen Sie damit?

Abgesehen davon, dass in so einem Szenario viele Millionen Franken an Steuergeldern ins Ausland fliessen wĂŒrden, die aktuell im Land bleiben, wĂ€ren wir damit komplett von der Planung der angrenzenden LĂ€nder abhĂ€ngig. Liechtenstein gingen Arbeits- und AusbildungsplĂ€tze genauso wie Wertschöpfung verloren. Es ist auch damit zu rechnen, dass Liechtenstein bei Vorhalteleistungen und hohen Defiziten der angrenzenden Spitalregionen in die Pflicht genommen wĂŒrde. Und im Falle von Ereignissen mit vielen BehandlungsbedĂŒrftigen – beispielsweise einer Pandemie – wĂ€ren wir komplett auf das Ausland angewiesen.

Wie stehen Sie zu Kooperationen mit SpitĂ€lern in GraubĂŒnden, St. Gallen und Vorarlberg?

UnabhÀngig davon, dass ich persönlich ein

grosser UnterstĂŒtzer von regionaler Zusammenarbeit im Gesundheitswesen bin, denn es geht gar nicht ohne: Auch im neuen GebĂ€ude wird das Landesspital nicht in der Lage sein, alle stationĂ€ren FĂ€lle aus der liechtensteinischen Bevölkerung abzudecken. Es gibt zudem viele Behandlungen, die das Landesspital als Grundversorger nicht anbieten kann. DafĂŒr braucht es mit einer vertikalen Kooperation den direkten Zugang zu einem Zentrumsspital – diesbezĂŒglich hat sich die Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital GraubĂŒnden sehr bewĂ€hrt. Zudem gibt es nichts an der Wahlfreiheit der Liechtensteiner Bevölkerung zu rĂŒtteln. Je nach Versicherung stehen unseren Patientinnen und Patienten viele SpitĂ€ler in den angrenzenden Kantonen und in Vorarlberg offen, und das ist gut so. In der tĂ€glichen Praxis funktioniert die operative Zusammenarbeit gut, insbesondere mit dem Spital in Grabs, das fĂŒr Liechtenstein sehr wichtig ist.

Wenn wir von einer Zustimmung der Stimmberechtigten am 16. Juni ausgehen: Wie wĂŒrde es weitergehen und wie sĂ€he der Zeitplan aus? Wann hĂ€tte Liechtenstein sein neues Landesspital?

Bei einem positiven Volksentscheid könnte im Sommer die neue Projektorganisation beschlossen und eingesetzt werden. Mit der Detailplanung und der Baueingabe wĂŒrde das Projekt in eine neue Phase treten. Es ist davon auszugehen, dass das neue Spital 2028 fertiggestellt und 2029 in Betrieb genommen werden könnte.

Und unter umgekehrten Vorzeichen: Wie geht es bei einem Nein der Stimmberechtigten weiter?

Dann gibt es auf Jahre hinaus keinen Neubau. Wie bereits gesagt: Eine umfassende Renovation am bestehenden Standort ist aus meiner Sicht – und auch nachweislich aufgrund der Nachteile gegenĂŒber einem Neubau – die wesentlich schlechtere Option. Es sind aber grosse Investitionen am heutigen Bau nötig, um den Spitalbetrieb ĂŒberhaupt aufrechterhalten zu können. Es ist auch fraglich, ob es gelingen wird, nach einem erneuten Nein zum Neubau das dringend benötigte Fachpersonal am Landesspital zu halten. In der Region gibt es viele moderne SpitĂ€ler, die medizinischen Fach- und PflegekrĂ€ften eine moderne Infrastruktur und eine Zukunftsperspektive bieten. Das Landesspital kann das bei einer Ablehnung des ErgĂ€nzungskredit auf absehbare Zeit nicht.

Welches Ergebnis Sie sich am 16. Juni wĂŒnschen, ist naheliegend. Daher ist es vielleicht besser, zu fragen, was Sie sich von der Debatte wĂŒnschen und mit welchem Ergebnis Sie rechnen.

Ich wĂŒnsche mir eine sachliche Debatte, in der den Menschen bewusst wird, welche wichtige Funktion das Landesspital in der gesundheitlichen Versorgung unserer Bevölkerung hat. Weiter hoffe ich darauf, dass die QualitĂ€t der Arbeit gewĂŒrdigt wird, welche die Mitarbeitenden im Landesspital tagtĂ€glich fĂŒr uns erbringen. FĂŒr sie sind sowohl die teilweise unsachlichen Darstellungen als auch die anhaltende Unsicherheit in Zusammenhang mit dem Neubau sehr belastend.

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WĂŒnscht sich eine sachliche Diskussion: Regierungsrat Manuel Frick.

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Werkjahrstipendium 2025

Die Kulturstiftung Liechtenstein vergibt in der Regel jĂ€hrlich ein Werkjahrstipendium an professionelle KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler. Dabei stehen die Förderung der Person und deren kĂŒnstlerische Entwicklung sowie Fortbildung im Vordergrund. Auslandsaufenthalte sind erwĂŒnscht. Über die Vergabe des Werkjahrstipendiums entscheidet der Stiftungsrat einmal pro Jahr. Die aktuelle Ausschreibung betrifft das Werkjahrstipendium fĂŒr das Jahr 2025.

Die Bewerbungsunterlagen bestehen aus:

‱ Konzept: Dieses kann Recherchen zu einem kĂŒnstlerischen Thema, Fortbildungselemente und Elemente des Netzwerkens beinhalten.

‱ Darlegung des persönlichen Entwicklungsziels sowie von Etappenzielen und eine Reflexion zur kĂŒnstlerischen Praxis

‱ Zeitplan

‱ Budget mit ungefĂ€hren Angaben zu den Lebenshaltungskosten und weiteren Aufwendungen

‱ Biographie mit Angaben ĂŒber die kĂŒnstlerische Ausbildung und TĂ€tigkeit

‱ Dokumentation des bisherigen Schaffens

Wer an einem Werkjahrstipendium interessiert ist, sollte sich spÀtestens bis Ende Juni 2024 mit der GeschÀftsstelle der Kulturstiftung (Tel. 236 60 87, info@kulturstiftung.li) in Verbindung setzen, um ein BeratungsgesprÀch zu vereinbaren. Die definitiven Bewerbungsunterlagen sind bis 9. August 2024 einzureichen

Weitere Informationen zum Werkjahrstipendium sind unter www.kulturstiftung.li verfĂŒgbar.

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polit:zeit

9 05/2024 polit:zeit

Die sich wandelnde Rolle der Hebamme

Die Organisation der Geburtshilfe ist auch ein politisches Thema, wie nicht zuletzt die Diskussion um eine Geburtenstation im geplanten Liechtensteinischen Landesspital zeigt. Dass dies auch in der Vergangenheit nicht anders war, verdeutlicht ein Blick in die Geschichte des Hebammenberufs.

Die Geschichte der Geburtshilfe hĂ€ngt eng mit der Geschichte des Hebammenwesens zusammen. Bis ins 19. Jahrhundert handelte es sich bei der Hebamme um einen der wenigen Frauenberufe, der höhere gesellschaftliche Anerkennung und öffentliches Interesse versprach. Die erste belegte Hebamme aus dem Gebiet des FĂŒrstentums Liechtenstein war Katharina Winzurli aus Balzers, die den Beruf ab 1551 in Feldkirch ausĂŒbte. Auch im 17. und 18. Jahrhundert sind mehrere Frauen in den Quellen erwĂ€hnt, die etwa in Vaduz oder Balzers als Hebammen tĂ€tig waren. Es handelte sich dabei um praxiserfahrene Frauen, die ihren (jĂŒngeren) Dorfgenossinnen mit ihrem Wissen zur Seite standen. Selbst am Beginn der Ärztedynastie Schlegel, die im 19. Jahrhundert mehrere politisch und sozial einflussreiche Persönlichkeiten hervorgebrachte hat, stand eine Geburtshelferin: Anna Maria Schlegel, geborene Sele, in den Jahrzehnten nach 1800 Hebamme in Triesenberg und Mutter von Hannibal Schlegel, einem der ersten Ärzte in Liechtenstein. Dessen medizinisches Interesse dĂŒrfte wohl auch durch seine Mutter geprĂ€gt worden sein.

In den Jahren um 1800 taucht das Thema Geburtshilfe verstĂ€rkt in den liechtensteinischen Quellen auf: Es herrschte akuter Mangel an Hebammen. Die gehĂ€ufte Nennung hing aber auch mit einem allgemeinen europĂ€ischen Trend zusammen, bei dem die Geburtshilfe durch Reglementierung, Verwissenschaftlichung und Medikalisierung zunehmend unter mĂ€nnliche (Ă€rztliche) Kontrolle geriet. 1771 beklagte sich der fĂŒrstliche Administrator Gabriel Reinhard

in einem Bericht: «Endlich jammert das Land, dass in dem ganzen FĂŒrstentum [
] nicht einmal eine gelehrte Hebamme vorhanden ist, so dass von Zeit zu Zeit viele Kranke und sowohl MĂŒtter als Kinder aus Mangel der bedĂŒrftigen HĂŒlfe verwahrloset werden.» Auch knapp 20 Jahre spĂ€ter schien die Situation nicht besser zu sein, als Landvogt Franz Xaver Menzinger nach Wien berichtete: «Was die Hebammen anbelangt, so sollte doch, wo nicht an jedem Orte, wenigstens bei jeder Gemeinde eine seyn, die die Kunst gelernt hĂ€tte und wohl verstĂŒnde; die diesfĂ€lligen Kosten wĂ€ren so gross nicht; aber an tauglichen Personen dĂŒrfte es fehlen.»

Im Unterland musste ab 1801 hĂ€ufig der Arzt Gebhard SchĂ€dler (der erste sicher akademisch ausgebildete Mediziner in Liechtenstein) Geburtshilfe leisten, wofĂŒr er als «Hebarzt» verspottet wurde. Die Erfahrung SchĂ€dlers im Assistieren bei Geburten sollte aber die Grundlage fĂŒr die Lösung des jahrzehntelang schwelenden Problems mit den fehlenden Hebammen bilden. Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Landvogts Joseph Schuppler im Jahr 1808 war die Ernennung SchĂ€dlers zum Landesphysikus. Zu dessen Pflichten zĂ€hlte, dass er in Zukunft «fĂŒr jede Gemeinde eine Hebamme zum Beistand der GebĂ€hrenden abrichte», also die Hebammenausbildung ĂŒbernehme. Sein Sohn Karl SchĂ€dler fĂŒhrte diese Aufgabe spĂ€ter fort.

1873 wurde in Liechtenstein eine Hebammenordnung geschaffen, die vorschrieb, nur mehr an öffentlichen Lehranstalten unterrichtete Geburtshelferinnen anzustellen. ZĂŒrich und Innsbruck wurden so zu wichtigen AusbildungsstĂ€tten fĂŒr liechtensteinische Hebammen. Nicht nur der Trend der zunehmenden Ausbildungserfordernisse nahm bei allen medizinischen Vorteilen den im Hebammenwesen tĂ€tigen Frauen immer mehr die Autonomie: Mit der Hospitalisierung der Geburt im 20. Jahrhundert verloren sie nach und nach ihre UnabhĂ€ngigkeit und wurden zu einer Hilfskraft

Anna Maria Schlegel, geb. Sele (1779–1857), war Anfang des 19. Jahrhunderts Hebamme in Triesenberg. GemĂ€lde aus dem Jahr 1835 von Mathias Jehly (Liechtensteinisches Landesarchiv, SgAV 01 N 017/313, Reproduktion: Walter Wachter)

der verantwortlichen (vornehmlich mĂ€nnlichen) Ärzte. Liechtenstein erlebte diese Entwicklung langsamer und mit einem Zwischenschritt. Seit den 1920er-Jahren wurden in den BĂŒrgerheimen sogenannte Geburtenstationen eigerichtet, die jedoch von den Hebammen selbststĂ€ndig geleitet wurden. Erst beginnend ab Mitte des 20. Jahrhunderts und endgĂŒltig in den 1970er-Jahren erfolgte der Übergang zur Spitalgeburt. Auch wenn es gegenlĂ€ufige Tendenzen zu dieser Entwicklung gab und gibt, wie etwa selbststĂ€ndige Hebammen, Hausgeburten oder GeburtshĂ€user, konnte erst so die politische Frage entstehen, in welchem Spital Kinder eigentlich geboren werden sollten.

FRAUEN IN LIECHTENSTEIN EINBLICKE INS HISTORISCHE LEXIKON

Vor 40 Jahren, im Sommer 1984, fĂŒhrte Liechtenstein als letztes europĂ€isches Land das Frauenstimm- und -wahlrecht auf Landesebene ein. Diesem Anlass widmet sich eine Artikel-Serie zur Geschichte der Frauen in Liechtenstein, die sich auf die Inhalte des Historischen Lexikons des FĂŒrstentums Liechtenstein online (eHLFL) stĂŒtzt.

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10 05/2024 polit:zeit

Menschen in der FBP

Sieglinde Kieber, Parteiassistentin

Die Fortschrittliche BĂŒrgerpartei umfasst nicht nur

Mandatare, die Ortsgruppen, die Sektionen und die Parteimitglieder. Im Vaduzer Obera Haus im Altenbach 8 in Vaduz ist der Kern der Partei, das ParteibĂŒro, zu Hause.

Um einen Einblick zu erhalten, stellen wir euch heute unsere Parteiassistentin Sieglinde Kieber vor.

Text: Sabine Moosmann

Sieglinde ist in Mauren aufgewachsen und ging in Mauren und in Schaan zur Schule. Ihre berufliche Ausbildung startete sie mit einem einjĂ€hrigen Sprachaufenthalt in Lausanne, um Französisch zu lernen. Dies machte sie, damit sie dann die Ausbildung zur Betriebsassistentin bei der Liechtensteinischen Post in 15 Monaten abschliessen konnte. Jedoch beliess Sieglinde es nicht bei dieser Ausbildung und schloss nebenberuflich die kaufmĂ€nnische Ausbildung in der Abend- und Wochenendschule verkĂŒrzt innert zwei Jahren ab. Insgesamt verbrachte sie 16 Jahre bei der Post in verschiedensten Bereichen und Positionen. In den folgenden acht Jahren arbeitete sie im kaufmĂ€nnischen Bereich.

WĂ€hrend diesen Jahren nutze sie sĂ€mtliche Möglichkeiten, die sich baten fĂŒr weitere Ausund Weiterbildungen. Sie bildete sich in unter anderem im Finanz- und Personalbereich weiter.

Seit 2019 baut sie sich ihr eigenes Unternehmen auf, dass sich auf die Weiterbildung von Erwachsenen konzentriert. Ihr Unternehmen «Bildung auf Kurs» nimmt seit 2020 Schwung auf und kann heute verschiedene Weiterbildungen wie Chauffeurenkurse, Gefahrgutausbildungen sowie den Wirtefachkurs anbieten.

Besonders am Herzen liegen ihr die Zusammenarbeit mit Walter Hagen und dem Hotel- und Gastronomieverband (LHGV). Es ist nicht weiter verwunderlich, dass sie zusammen im Juli das nÀchste Grossprojekt umsetzen wollen.

In allen Bereichen konnte sie erfolgreich Fuss fassen und bereits eine Assistentin fĂŒr das Management der vielen Kurse gewinnen.

Neben dieser SelbststĂ€ndigkeit arbeitet Sieglinde in Teilzeit im ParteibĂŒro der Fortschrittlichen BĂŒrgerpartei. Sie ist im Back Office tĂ€tig und ĂŒbernimmt die Organisation des tĂ€glich Anfallenden.

Eine Verbindung zur FBP hat Sieglinde bereits seit ihrer Kindheit. Besser gesagt, gehört die Partei schon immer zu ihrem Leben. Ihr Vater Gebhard Kieber war 40 Jahre lang Obmann der FBP-Ortsgruppe Mauren-Schaanwald und setzte sich ein Leben lang fĂŒr die Partei ein. So war es auch naheliegend, dass sich Sieglinde dazu entschied, ebenfalls der Partei beizutreten. Bisher war sie zwar noch nicht aktiv in der Politik tĂ€tig. Spricht man sie auf eine zukĂŒnftige Kandidatur an, ist sie jedoch nicht abgeneigt. Sie könne sich mit ihrer jetzigen Lebenserfahrung durchaus vor-

stellen in Zukunft fĂŒr den Gemeinderat oder den Landtag zu kandidieren. Konkrete PlĂ€ne gĂ€be es aber derzeit nicht.

Mit ihrem Unternehmen und der Arbeit im ParteibĂŒro ist sie derzeit recht gut ausgelastet. Wenn sich dann ein kleines Zeitfenster öffnet, findet man sie vermutlich beim Sport. Entweder findet man sie im Fitness-Center, dass sie als Ausgleich zu ihrem Arbeitsalltag sieht, oder man trifft sie in luftigen Höhen, wenn sie ihren Lebenspartner bei einem seiner FlĂŒge oder einem Fallschirmsprung begleitet. Ansonsten trifft man sie draussen beim Laufen oder im Garten, wo sie sich zusammen mit ihrem Sohn Tiziano der Gartenarbeit widmet – mehr oder weniger freiwillig, gibt sie schmunzelnd zu.

Zuhause ist sie immer noch in Mauren. Sie lebt mit ihrem 12-jÀhrigen Sohn Tiziano im eigenen Haus zusammen. Der Alltag einer alleinerziehenden Mutter von einem Sohn sei jeden Tag eine Herausforderung. Jedoch sagt sie mit einem grossen und stolzen LÀcheln im Gesicht, dass ihr Sohn Tiziano mit Abstand das Allerbeste sei, was ihr im Leben je passiert ist.

11 05/2024 polit:zeit

Fragen an 


Soll Liechtenstein dem IWF beitreten?

Im vergangenen Jahr stellte die Regierung einen oïŹƒziellen Antrag auf Mitgliedschaft beim Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF), der beschlossen hat, Liechtenstein ins Gremium aufzunehmen. Wie Regierungschef Daniel Risch anlĂ€sslich einer Presskonferenz am 16. April 2024 ankĂŒndigte, liegt der Ball fĂŒr einen Beitritt nun wieder beim Landtag, da aus Sicht des IWF alle Voraussetzungen erfĂŒllt worden seien. So haben sich die Abgeordneten in dieser Woche mit der Thematik befasst. Die Frage was fĂŒr einen Nutzen Liechtenstein von einem Beitritt hat, kam aufs Tapet, genau wie die Kosten: Die Abgabe einer Garantie, eine «Quote» von 100 bis 150 Millionen Franken zu hinterlegen. Davon wĂ€re sofort nur ein Viertel, als 25 bis 37,5 Mio. Franken, einzubezahlen. Dazu kommen die laufenden Kosten, also zwei neue Stellen sowie Reisekosten und Spesen, zusammen jĂ€hrlich rund 500‘000 Franken. Allerdings könnte das Land diese Summe bequem aus dem anfallenden Zinsen in Höhe von 1,2 Millionen Franken aus den hinterlegten Geldern begleichen, sagte Regierungschef Daniel Risch.

Frage

Wie stehen Sie zur Beitrittsfrage zum IWF?

Vier LĂ€nder sind nicht IWF-Mitglied: Nordkorea, Kuba, Monaco und Liechtenstein. FĂŒr den Rest der Welt ĂŒberwiegen offenbar die Vorteile eines Beitritts. Liechtenstein als kleine, exportorientierte Volkswirtschaft ist auf den Zugang zu den globalen MĂ€rkten angewiesen. In diesem Bereich leistet der IWF seit Jahrzehnten wertvolle Arbeit. Dass seine harten und einschneidenden Vorgaben an LĂ€nder in budgetĂ€rer Not teilweise Ablehnung hervorrufen, liegt in der Natur der Sache. Aber einerseits sind diese LĂ€nder nicht ohne Grund in finanzielle Schieflage geraten, und andererseits ist niemand gezwungen, Geld vom IWF zu nehmen.

Sollte eine unserer drei Grossbanken in eine Notlage geraten oder sollte ein Naturereignis weite Teile Liechtensteins verwĂŒsten, wĂŒrden unsere Reserven von rund 2,5 Mia.Milliarden Franken nicht weit reichen. Es wĂ€ren bedeutend grössere Geldmittel nötig, um die finanziellen Probleme zu lösen. Die einzige Institution, die rasch mit Know-How how und Geld einspringen könnte, ist der IWF – falls wir Mitglied sind.

Ich bin fĂŒr den IWF-Beitritt. Er ist fĂŒr mich eine Art gĂŒnstige Versicherung fĂŒr den schlimmsten Fall. Da unsere Quote beim IWF verhĂ€ltnismĂ€ssig klein ist, muss man ihn jedoch als gĂŒnstige Versicherung mit einer bescheidenen Versicherungssumme bezeichnen. Ich zweifle an den AusfĂŒhrungen der Regierung, wonach der IWF die Lösung fĂŒr solche Krisen sei. Bestenfalls wird er ein Teil der Lösung sein – und nicht mehr.

Kritisch sehe ich darĂŒber hinaus die erhöhte weltweite Sichtbarkeit nach einem Beitritt. Die Regierung ist zwar ĂŒberzeugt, dass sie uns hilft. Aber nicht alle Handelspartner werden begeistert sein, wenn sie Jahr fĂŒr Jahr sehen, wie stark wir vom Handel mit ihnen profitieren. MusterschĂŒler sind selten beliebt. Das könnte eines Tages auf uns zurĂŒckfallen.

Die kritischen Stimmen, wie jene von Georg Kieber in der «lie:zeit», gehören meines Erachtens gehört. Nicht alles ist immer als positiv zu bewerten. Der IWF ist sicher kein Garant dafĂŒr, dass ein Land gut gefĂŒhrt wird. Und wenn ein Land – Kieber nannte einige gescheiterte Staaten als Beispiele – schlecht gefĂŒhrt ist, wird der IWF auch nicht dafĂŒr sorgen, dass es besser wird. DafĂŒr ist in Demokratien die jeweilige Bevölkerung zustĂ€ndig.

Aus meiner Sicht ĂŒberwiegen die Vorteile eines Beitritts zum Internationalen WĂ€hrungsfonds klar. Der IWF soll die Rolle eines sogenannten Kreditgebers letzter Instanz ĂŒbernehmen. Und wie bei jeder Versicherung gilt: NatĂŒrlich hofft man, dass man sie nicht braucht, aber es gilt, auf der sicheren Seite zu sein, gerade fĂŒr die kommenden Generationen.

Die hinterlegten Reserven in Höhe von 30 Millionen Franken werden verzinst und können im Krisenfall jederzeit ohne BegrĂŒndung abgerufen werden. Der IWF ist eine weltweit vernetzte Institution, die uns wichtige Wirtschaftsdaten liefern kann – andererseits gibt das Aufscheinen in den IWF-Statistiken dem Land eine erhöhte PrĂ€senz.

Ziel ist es, Liechtensteins StabilitÀt und den Wohlstand der liechtensteinischen Volkswirtschaft langfristig abzusichern. Da Liechtenstein keine eigene Zentralbank hat, fehlt unserem Land im Krisenfall ein Zugang zu rascher LiquiditÀt.

Die Regierung und das FĂŒrstenhaus sprechen sich fĂŒr einen Beitritt aus. Liechtenstein wĂ€re mit einem Beitritt bereits der 191. Mitgliedstaat. Gerade noch Monaco, Kuba und Nordkorea sind nicht dabei. Das sagt auch einiges aus.

12 05/2024 polit:zeit
Sascha Quaderer

Angesichts der wirtschaftsliberalen Haltung in Liechtenstein ist das Interesse an einem IWFBeitritt wenig ĂŒberraschend und die Erteilung von grĂŒnem Licht seitens des IWF in Anbetracht des gesunden Staatshaushaltes absehbar. Neben allen Vorteilen, die wiederholt in den Medien zu lesen sind, wird offensichtlich vernachlĂ€ssigt, dass die Strukturen und Mechanismen des IWF immer wieder in der Kritik stehen und MissstĂ€nde angeprangert werden. Es ist allgemein bekannt, dass der IWF ein höchst undemokratisches Gremium ist. Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder verfĂŒgen praktisch ĂŒber keine Stimmkraft. Das Sagen haben finanzkrĂ€ftige Staaten. Das sind die USA, Deutschland, Japan, China, das Vereinigte Königreich und Frankreich. Zusammen vereinen sie 40 Prozent der gesamten Stimmrechte des IWF auf sich und fördern damit die weltweite Liberalisierung der Wirtschaft und die Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich.

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist die Kreditvergabe des IWF. Diese ist an diverse Auflagen geknĂŒpft. Zahlreiche LĂ€nder kamen dadurch schon in grössere Schwierigkeiten. Statt zu einer Stabilisierung trĂ€gt der IWF so zu einer Destabilisierung eines Landes bei. Es ist wichtig, dass wir fĂŒr Liechtenstein die Tragweite im Zusammenhang mit den vom IWF auferlegten Kreditvergabe-Bedingungen kennen und abwĂ€gen, ob wir bereit sind, diese zu erfĂŒllen. In Bezug auf den Beitrag des IWF zu den UN-Nachhaltigkeitszielen muss sich der Landtag der erkennbaren WidersprĂŒchlichkeiten im Klaren sein und sich die Frage stellen: Ist Liechtenstein bereit, diese zugunsten der erhofften StĂ€rkung der Reputation, dem Zugang zu Expertise des IWF und der eigenen Absicherung hinzunehmen?

Die Regierung erhofft sich von einem Beitritt eine Art Versicherung in letzter Instanz, um bei einer Naturkatastrophe oder einer erneuten Krise im Finanzsektor besser abgesichert zu sein. Dabei wird aber ĂŒbersehen, dass das globale Finanzsystem insgesamt bereits am Abgrund steht, weil die Schulden vieler entwickelter und weniger entwickelter Staaten heute auf einem nie dagewesenen Niveau sind. Entsprechend sind die zukĂŒnftigen Herausforderungen gewaltig.

«Die derzeitige hohe Staatsverschuldung ist ein Risiko fĂŒr die StabilitĂ€t des gesamten Finanzsystems.» (BundesrĂ€tin Keller-Sutter). Ob Liechtenstein in einer Finanzkrise ĂŒberhaupt noch zum Zuge kĂ€me, wage ich zu bezweifeln. Was Naturkatastrophen angeht, so wird immer wieder das Gespenst eines sehr starken Erdbebens an die Wand gemalt. Die Wahrscheinlichkeit dafĂŒr ist allerdings verschwindend klein und dĂŒrfte kaum dazu fĂŒhren, dass unsere zum Teil schon erdbebensicher gebauten HĂ€user in sich zusammenstĂŒrzen.

Dass Liechtenstein mit einem hohen Staatsvermögen einem Club mit zum Teil hochverschuldeten LĂ€ndern beitreten will, ist schon sehr aussergewöhnlich. Das ist auch dem Leiter der IWF-Delegation, Gabriel Di Bella, aufgefallen. Die Regierung sieht nur Vorteile. Lediglich zwei Mitarbeiter mĂŒssten eingestellt werden. Solche Aussagen kommen einem irgendwie bekannt vor. Es fĂ€ngt immer klein an und artet im Zeitablauf in ein administratives Monster aus. So wird es sich auch mit dem IWF-Beitritt verhalten.

UnlĂ€ngst konnte man in der heimischen Presse lesen, dass sich unser Regierungschef mit Staaten austauschen konnte, welche IWF- Hilfe in Anspruch genommen haben. Die StaatsoberhĂ€upter hĂ€tten sich alle positiv ĂŒber diese Hilfe geĂ€ussert. Ich hĂ€tte es lieber gesehen, wenn unser Regierungschef mit den Einwohnerinnen und Einwohnern gesprochen hĂ€tte, sind es doch genau diese, die die auferlegten Restriktionen am meisten zu spĂŒren bekommen.

Die MiM-Partei betrachtet die Beitrittsfrage zum Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) mit Bedacht. Zwar könnte ein Beitritt Liechtenstein Zugang zu internationalen Finanzressourcen verschaffen und die wirtschaftliche StabilitĂ€t stĂ€rken. Doch ist anzumerken, dass die Wahrscheinlichkeit einer schwerwiegenden Krise Ă€usserst gering ist. Die mit einem Hilfefall verbundenen Forderungen könnten jedoch innenpolitische Verwerfungen auslösen und auslĂ€ndische Investoren begĂŒnstigen, wĂ€hrend Ressourcen dauerhaft verloren gehen könnten.

Ein weiterer Punkt betrifft das Mitspracherecht eines Kleinstaats im IWF. Trotz Mitgliedschaft bleibt die effektive Einflussnahme begrenzt. Dies kann bedenklich sein, insbesondere wenn der IWF Forderungen stellt, die nicht im Interesse des Landes liegen.

Zudem stellt sich eine moralische Frage: Sollte Liechtenstein einen Fonds unterstĂŒtzen, der möglicherweise politische und wirtschaftliche Massnahmen fordert, die gegen die eigenen Werte und Interessen des Landes verstossen könnten? DiesbezĂŒglich muss eine AbwĂ€gung zwischen wirtschaftlichen Vorteilen und moralischen Prinzipien getroffen werden.

Insgesamt bedarf die Entscheidung ĂŒber einen Beitritt zum IWF einer grĂŒndlichen Analyse und Diskussion. Die MiM-Partei plĂ€diert fĂŒr eine transparente Debatte im Landtag, die alle relevanten Aspekte berĂŒcksichtigt und die langfristigen Interessen Liechtensteins in den Vordergrund stellt.

13 05/2024 polit:zeit
Kevin Schönheinz Pascal Ospelt Sandra Fausch

WHO: Pandemievertrag und Liechtenstein

Die WHO plant Reformen, die unser Selbstbestimmungsrecht einschrĂ€nken werden. Zwei parallele Reformprozesse stehen kurz vor dem Abschluss. Der erste ist ein neuer Vertrag zur Pandemievorsorge. Der zweite Reformprozess der WHO ist eine Überarbeitung des bestehenden Vertrags zur Regelung der internationalen Gesundheitsvorschriften von 2005. Dieser zweite Prozess ist fĂŒr Liechtenstein von hoher Relevanz. Liechtenstein ist ein Vertragsstaat der internationalen Gesundheitsvorschriften vom 23. Mai 2005 (LGBl Nr. 76).

Text: Herbert Elkuch, DpL-Abgeordneter

Der Pandemievertrag

Der Pandemievertrag kann bei der Umsetzung des schweizerischen Epidemien-Gesetzes Auswirkungen auf Liechtenstein haben. Der Pandemie-Vertragsentwurf enthĂ€lt klar autoritĂ€re ZĂŒge. Die politische Kommunikation beispielsweise soll so gesteuert werden, dass das Vertrauen in die angeordneten Maßnahmen gestĂ€rkt wird. Damit werden freie MeinungsĂ€usserungen, die nicht WHO-konform sind, unterdrĂŒckt. Bei einer von der WHO ausgerufenen Pandemie kann der Pandemiepakt die HandlungsfĂ€higkeit des Landtages und der Regierung einschrĂ€nken. Dass ein weit entferntes, nicht

gewÀhltes Gremium uns einschrÀnken könnte, versetzt viele in Angst und Sorge.

WHO-Mitgliedschaft

Liechtenstein ist derzeit nicht Mitglied der WHO. Mai 2019: Die Regierung thematisiert einen allfĂ€lligen WHO-Beitritt Liechtensteins. Mai 2023: Unser Ministerium begrĂŒsste Verhandlungen, um im Rahmen eines Pandemiepakts die internationale Zusammenarbeit zu fördern. Auch international verbindliche Regeln werden begrĂŒsst, insbesondere mit Blick auf die Vorbereitung und BewĂ€ltigung zukĂŒnftiger Pandemien. Der Mitgliederbeitrag fĂŒr Liechtenstein beliefe

sich auf geschĂ€tzte 50'000 US-Dollar jĂ€hrlich. Nach einem Beitritt entstĂŒnde zudem ein personeller Mehraufwand. Soweit die Regierung. Ein Beitritt zum WHO erfordert einen Landtagsbeschluss. Stimmt der Landtag zu, kann das Referendum ergriffen werden. Das Volk kann mit einer Volksabstimmung einen WHO-Beitritt verhindern.

Internationale Gesundheitsvorschriften

Die Änderungen der internationalen Gesundheitsvorschriften sind fĂŒr uns als Vertragsstaat besonders relevant. Es besteht die Gefahr einer Machtverschiebung hin zu einer ĂŒberstaatlichen

14 05/2024 polit:zeit

Organisation, die von privaten Interessen beeinflusst ist. An zwei SchlĂŒsselstellen soll das Wort «unverbindlich» gestrichen werden, was dazu fĂŒhren wĂŒrde, dass zukĂŒnftig die Empfehlungen verbindlich sind. Wie beim Pandemievertrag: Letztlich wĂŒrde die WHO entscheiden, was richtig oder falsch ist. Im Artikel 3 «Prinzipien» wird die Streichung der Worte «unter Achtung der WĂŒrde, der Menschenrechte und der Grundfreiheiten der Personen» vorgeschlagen.

Soll Liechtenstein Vertragsstaat bei den internationalen Gesundheitsvorschriften bleiben?

Es stellt sich die Frage, ob Liechtenstein allenfalls bei einer SchwĂ€chung der eigenen SouverĂ€nitĂ€t weiterhin Vertragsstaat bleiben soll. Die Weltgesundheitsversammlung plant in der Konferenz vom 27. Mai bis 1. Juni 2024 ĂŒber die neu gefassten int. Gesundheitsvorschriften abzustimmen. Wenn Liechtenstein innert 10 Monaten nach der Abstimmung keinen Widerspruch einlegt, sind die neuen Vorschriften verbindlich.

Lernen aus der Coronazeit

WĂ€hrend der Coronazeit beschloss die Regierung im Alleingang mit der 2G-Regel eine verfassungs- und gesetzeswidrige Aus-

grenzung vieler rechtschaffender BĂŒrger. Ein parlamentarischer Vorstoss der DpL fĂŒr den Einbezug des Landtages boykottierten die regierungstreuen Grossparteien. Dank der Initiative von zwei Frauen (mitdenken.li) kam eine Volksabstimmung zustande. Mit einem klarem NEIN verbot das Volk einen zukĂŒnftigen Einsatz der 2G-Regel. Die 2G-Erfahrung lehrt, den Riegel vorzuschieben, bevor Menschen diskriminiert werden. Will die WHO unsere Freiheit einschrĂ€nken, muss sofort interveniert werden, nicht erst nach einer Spaltung der Bevölkerung. Das Gute: Noch ermöglicht unsere Demokratie, dass die BĂŒrger sich gegen WillkĂŒr wehren.

15 05/2024 polit:zeit

Justizreform, ein grosser Schaden fĂŒr das Land

Die Regierung möchte die Justiz reformieren. Wieso diese Reform fĂŒr Liechtenstein ein gefĂ€hrliches Experiment ist, und welche klaren GrĂŒnde dagegen sprechen, dazu Ă€ussern sich in diesem Interview drei Vertreter der Liechtensteinischen Rechtsanwaltskammer.

Interview: Herbert Oehri

Herr Dr. Schneider, wieso wehrt sich die Rechtsanwaltskammer gegen die Justizreform der Regierung?

Dr. Robert Schneider: Die Rechtsanwaltskammer wehrt sich nicht generell gegen eine Justizreform, darĂŒber kann und muss man diskutieren. Am nun von der Regierung vorgelegten Entwurf stören uns aber grundlegende Punkte, die zum Teil auch gefĂ€hrlich fĂŒr den Rechtsschutz sowie die Reputation Liechtensteins sein können.

Was kritisieren Sie konkret?

Dr. Manuel Walser: Zuallererst kritisieren wir das Vorgehen der Regierung, wie dieser Vorschlag entstanden ist. Die Rechtsanwaltskammer und auch die zumindest uns bekannten RechtsanwĂ€ltinnen und RechtsanwĂ€lte wurden nie von der zustĂ€ndigen Justizministerin darĂŒber informiert, dass ĂŒberhaupt eine solche Reform geplant ist. Im Gegenteil, wir als Kammer wurden kurz vor der Pressekonferenz zu diesem Thema durch eine Mail informiert, dass das seit ĂŒber 200 Jahren bestehende Justizsystem mit drei Instanzen abgeschafft werden soll.

Und wieso hat die Regierung sie nicht beigezogen und konsultiert? Es ist doch Usus, dass bei solch weitgehenden Reformen die betroffenen Personen und VerbĂ€nde frĂŒhzeitig einbezogen werden 


Dr. Robert Schneider: Davon sind wir bisher auch ausgegangen, dies scheint aber zumin-

dest im Bereich der Justiz nicht mehr der Fall zu sein. FĂŒr uns als Rechtsanwaltskammer ist es zudem noch erstaunlicher, weil wir als öffentlich-rechtliche Institution alle drei Monate ein GesprĂ€ch mit dem Justizministerium haben. Aber anscheinend wurden nicht nur wir nicht einbezogen, sondern auch die Gerichte und die Richter wurden nicht informiert.

Wie begrĂŒndet die Regierung dieses aussergewöhnliche Vorgehen?

Dr. Manuel Walser: Wir haben keine offizielle BegrĂŒndung erhalten. Aber im vorliegenden Bericht und Antrag wird erwĂ€hnt, dass man bei grundlegenden VerĂ€nderungen die Betroffenen nicht frĂŒhzeitig einbeziehen könne, da diese dann ihre Eigeninteressen durchsetzen wollten. Man kann nun diese Ansicht teilen oder nicht, aber allen Gerichten, Richterinnen und Richtern sowie RechtsanwĂ€ltinnen und RechtsanwĂ€lten Eigeninteressen vorzuwerfen und sie deshalb nicht einzubeziehen, sind Unterstellungen und Scheinargumente fĂŒr das gewĂ€hlte Vorgehen. Wenn die Vertrauensbasis zwischen dem Justizministerium und allen Akteuren des Justizsystem so erschĂŒttert ist, dann haben wir wirklich ein Problem, das wir dringend lösen sollten.

Aber es ist doch richtig, dass letztlich viele Menschen am Ende fĂŒr sich selbst schauen, ihre Eigeninteressen also wahren wollen 


Dr. Manuel Walser: Ja, das ist Teil der Politik, dass solche Interessen bestehen und diese letztlich ausgeglichen werden mĂŒssen, bis eine mehrheitsfĂ€hige Vorlage entsteht. Aber

sich gar nicht vorgÀngig mit den Argumenten auseinanderzusetzen, sondern einfach mal zu machen und das dann vorzulegen, entspricht nicht unserer erfolgreichen Praxis. Denn eines muss allen bewusst sein: hier geht es um eine Verfassungsrevision. Bei einer Verfassungsrevision ist es zwingend notwendig, dass die involvierten Parteien einbezogen werden, insbesondere die betroffenen Rechtsgelehrten.

Dr. Robert Schneider: Man kann so vorgehen, aber dann sollten wir auch nicht mehr von kurzen Wegen und Zusammenarbeit sprechen. Zudem hat die Regierung vorliegend den Weg gewĂ€hlt, einige grundlegende Dinge gegenĂŒber der Vernehmlassung anzupassen, von einer erneuten Vernehmlassung wurde aber abgesehen. Wir konnten uns zwar einbringen, hatten dafĂŒr aber nur vier Wochen Zeit, wovon zwei Wochen in der Osterzeit lagen. Wirkliches Interesse an der Meinung der Akteure hatte man offenbar nicht.

Also, der Prozess war zumindest fragwĂŒrdig. Was stört sie inhaltlich?

Dr. Robert Schneider: Vorneweg muss man festhalten, dass die Reform einige Punkte enthĂ€lt, die wir begrĂŒssen. Aber die Abschaffung einer Rechtsmittelinstanz können wir nicht gutheissen und dagegen mĂŒssen wir uns wehren. Was bedeutet die Abschaffung einer Rechtsmittelinstanz?

Dr. Ralph Wanger: Heute besteht das Rechtsmittelsystem vereinfacht gesagt aus drei Instanzen. Dem Landgericht als erste Instanz,

16 05/2024 polit:zeit

dem Obergericht als zweite Instanz und bei grundlegenden Rechtsfragen dem Obersten Gerichtshof als dritte Instanz. Dieses System besteht seit ĂŒber 200 Jahren und hat sich bewĂ€hrt. Die Rechtsprechung in Liechtenstein ist schon bisher ĂŒberaus effizient und die SpruchqualitĂ€t – insbesondere beim Obersten Gerichtshof – ist sehr gut. Dies gilt auch dann, wenn man mit dem Urteil inhaltlich nicht einverstanden ist. Nun soll eine Instanz abgeschafft werden, konkret ist dies der Oberste Gerichtshof in seiner heutigen Form.

Aber der Oberste Gerichtshof soll doch weiter bestehen 


Dr. Robert Schneider: Die Regierung kann das Kind letztlich nennen, wie sie will. Die Funktion des Obersten Gerichtshofs als HĂŒterin der Rechtsstaatlichkeit und der Weiterentwicklung des Rechts wird abgeschafft.

Eine Instanz weniger bedeutet schnellere Urteile und Gewissheit. Das ist doch gut?

Dr. Ralph Wanger: Dann könnten wir in aller Konsequenz auch die zweite Instanz abschaffen. Schneller ist nicht besser. SelbstverstĂ€ndlich ist die QualitĂ€t eines Rechtsspruches besser, wen zwei Rechtsmittelinstanzen eine Sache angeschaut haben. Ein Gericht zu haben, das sich ausschliesslich um Rechtsfragen kĂŒmmert, ist essentiell fĂŒr einen Rechtsstaat.

Drei Instanzen sind also wichtig fĂŒr den Rechtsfrieden. Aber sie sind natĂŒrlich auch

gut fĂŒr den Anwalt oder die AnwĂ€ltin, weil es so mehr zu tun gibt 


Dr. Manuel Walser: Diese Frage musste kommen und sie darf auch gestellt werden. Dies wird uns AnwĂ€lten auch indirekt unterstellt, wenn wir als angebliche Betroffene der Reform nicht darĂŒber informiert werden. Allerdings ist diese Aussage nicht richtig. Viele der RechtsanwĂ€ltinnen und RechtsanwĂ€lte, die sich aktiv fĂŒr den Erhalt des heutigen Systems einsetzen, sind nicht vor Gericht tĂ€tig, sondern in der Beratung. Sie verlieren direkt also keine Honorare durch die Abschaffung der dritten Instanz. Indirekt wird sich diese Reform aber auf die TĂ€tigkeit von vielen auswirken.

Wie?

Dr. Robert Schneider: Durch die Abschaffung der dritten Instanz ist Liechtenstein neben Malta das einzige Land in Europa, welches nur noch zwei Instanzen aufweist. Island zum Beispiel hat vor einigen Jahren extra neu eine dritte Instanz geschaffen. Man fragt dann schon, was das soll. Wir sind sonst zurecht bemĂŒht, bei internationalen Regulierungen mit dabei zu sein, um die Reputation des Standortes weiter zu verbessern und zu stĂ€rken. Und in diesem Punkt wollen wir den europĂ€ischen Standard ohne Not unterschreiten. Die Kunden unseres Finanzplatzes werden dies wahrnehmen. FĂŒr sie ist es wichtig, dass in einem Streitfall Rechtsschutz nach internationalem Standard und ein zuverlĂ€ssiges Rechtsschutzsystem besteht. Wenn dies in Liechtenstein nicht mehr im bisherigen Ausmass gewĂ€hrleistet ist, wird sich dies

mittelfristig negativ auf die wirtschaftliche AttraktivitÀt auswirken.

Aber was soll die Regierung denn machen – auf den drohenden FachkrĂ€ftemangel an den Gerichten, der von der Regierung als Hauptargument vorgebracht wird, muss sie doch reagieren.

Dr. Robert Schneider: Mit der gegenstĂ€ndlichen Vorlage wird der FachkrĂ€ftemangel unseres Erachtens noch verstĂ€rkt. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es bessere Wege gibt. So sollte unbedingt die lange angekĂŒndigte Digitalisierung der Gerichte vorangetrieben werden. Solange wir alles noch auf Papier austauschen und einreichen, werden wir auch keine Effizienzgewinne haben. Dies war ĂŒbrigens auch ein Ziel im Regierungsprogramm fĂŒr die aktuelle Legislaturperiode. Zudem sollten wir gerade nicht durch die Abschaffung der nebenamtlichen Richterstellen diese flexible Möglichkeit aufgeben und auf diese Expertinnen und Experten verzichten.

Wie soll es denn nun ihrer Meinung nach weitergehen, was wĂŒrden Sie sich wĂŒnschen?

Dr. Manuel Walser: Dass die Regierung diese Reform zurĂŒckzieht und gemeinsam mit den Akteuren des Justizsystems eine Reform ausarbeitet, welche dabei hilft, die Ziele zu erreichen, ohne den Rechtsschutz in Liechtenstein zu gefĂ€hrden. DafĂŒr stehen wir gerne jederzeit bereit.

17 05/2024 polit:zeit
V. l. Dr. Ralph Wanger, Dr. Robert Schneider und Dr. Manuel Walser.

Beteiligung Liechtensteins am geplanten Megaprojekt «LĂŒnersee II» möglich

In Vorarlberg soll in den nĂ€chsten Jahren das grösste Pumpspeicherkraftwerk in Österreich entstehen mit 1000 Megawatt Leistung und einem finanziellen Projektvolumen von rund 2 Milliarden Euro: das Megaprojekt «LĂŒnerseewerk II». Mit seiner gewaltigen Leistung wĂ€re es möglich, nicht nur ganz Vorarlberg mit Energie zu versorgen, sondern auch die Regionen rund und Vorarlberg, wie eine Meldung aus dem Landhaus in Bregenz besagt.

Gastbeitrag: Egon Oehri

Das «LĂŒnerseewerk II», ein Projekt der Illwerke VKW, wĂ€re sieben Jahre nach Baubeginn fertiggestellt und wĂŒrde die AbhĂ€ngigkeit von fossilen EnergietrĂ€gern lĂ€ngerfristig obsolet machen.

Viele gute GrĂŒnde

Es gibt viele GrĂŒnde, um auf erneuerbare Energiequellen umzusteigen. Liechtenstein setzt vor allem auf Photovoltaik und Windkraft, die sauberen Strom liefern, aber keine Versorgungssicherheit bieten. Da kĂ€me ein Einstieg in dieses Mammut-Wasserkraftwerk beim LĂŒnersee gerade zum richtigen Zeitpunkt.

So unterstrich der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner in einem VN-Beitrag vom 16. April 2024, dass in Europa das Bewusstsein wachse, dass die Energiewende ohne Pumpspeicherkraftwerke nicht möglich sein werde. Gerade in Deutschland sei nach dem Atomausstieg die Energiewende ohne Speichertechnologien unmöglich. Die Illwerke VKW

mit ihren Stauseen inmitten der EU und bestehender Einbindung im deutschen Netz stelle auch wirtschaftlich ein interessantes Angebot dar. Keine andere Batterietechnologie könne die Kilowattstunde Energie Àhnlich kosteneffizient sichern, betonen die Illwerke VKW selbst. Die Energieversorgung in Europa nachhaltig zu sichern, ist wieder ein politisches Thema geworden.

Strom aus Vorarlberg

Eine seit Oktober 2004 bestehende 110kV-Leitung (Kabel) verbindet die Stromnetze von Liechtenstein und Vorarlberg. Aber bereits 100 Jahre zuvor, zur Weihnachtszeit 1906, erhielt Mauren als erste Gemeinde des Landes elektrischen Strom durch die Stadtwerke Feldkirch. Liechtenstein zĂ€hlte damals 7' 780 Einwohner, Mauren/Schaanwald 843. Zu dieser Zeit war Liechtenstein wirtschaftlich mit Österreich verbunden, unter anderem durch den Zollvertrag von 1852. Liechtenstein war damals ein sehr armes Land. Die Bewohner lebten praktisch nur von der Landwirtschaft.

Im Jahr 1920 löste die Azentylengenossenschaft in Schaan ihr Werk auf und Vaduz das Energieleitungsnetz ab. Liechtenstein baute das Leitungsnetz aus und bezog von da an mittels einer 10kV-Übertragungsleitung Energie vom ElektrizitĂ€tswerk Feldkirch. Als am 24. Januar 1927 das neu gebaute Lawenakraftwerk den Betrieb aufnahm, wurde die Übertragungsleitung von Feldkirch nach Schaanwald vom Lawenawerk Blick auf den LĂŒnersee.

1910 trat die liechtensteinische Regierung mit der Anfrage an die Feldkircher Stadtwerke heran, die Energieversorgung fĂŒr ganz Liechtenstein zu ĂŒbernehmen. Zu einer solchen Übernahme kam es in der Folge nicht, da einerseits die Gemeinde Schaan ihr Gaswerk nicht aufgeben und die Gemeinde Vaduz in der Versorgung durch die Spinnerei Jenny & Spörry verbleiben wollte und andererseits die ĂŒbrigen Gemeinden Liechtensteins wegen der geringen Menge von Abnehmern vorerst keine GewĂ€hr fĂŒr eine Wirtschaftlichkeit der Versorgung boten. Der Strom wurde ausschliesslich fĂŒr Beleuchtung und vereinzelt fĂŒr BĂŒgeleisen und Motoren gebraucht.

18 05/2024 polit:zeit

abgelöst, jedoch in ihrem baulichen Bestand fĂŒr etwaige NotstrombezĂŒge belassen.

Das Lawenakraftwerk hatte im Jahr 1932 das zum Werk Feldkirch gehörende Ortsversorgungsnetz der Gemeinde Mauren und Eschen samt der laufenden Miet- und AbzahlungsvertrĂ€ge fĂŒr den Betrag von 102'213 Franken abgelöst und die Versorgung dieser Gemeinden selbst ĂŒbernommen.

Die Lieferung von Zusatzenergie an das Lawenakraftwerk wurde von 1942 bis 1949 aufrechterhalten. Zu diesem Zweck wurde in den Jahren 1941/42 in Schaanwald die Trafo- und Umspannstation «Pirsch» gebaut. Entworfen wurde sie vom damaligen Bautechniker des Lawenawerks von Josef Malin (1891–1981) aus Mauren. 1949 wurde die Zuleitung aus Eisendraht ĂŒber den LetzebĂŒhel nach Schaanwald abgebrochen. Johann Oehri (1880–1957), der Grossvater von Egon Oehri (*1940) und Herbert Oehri (*1942), betreute in diesen sieben Jahren die Umspannstation. Am 3. September 2001

wurde die Trafostation «Pirsch» Schaanwald auf einer Briefmarke, entworfen vom Maurer KĂŒnstler Georg Malin, abgebildet und unter Denkmalschutz gestellt.

Von 1906 bis 1949 hat Liechtenstein mit Vorarlberg gemeinsam die Stromversorgung bewÀltigt.

Liechtenstein muss Strom einkaufen Nicht nur im Bereich der WĂ€rme gibt es eine enge grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit zwischen Liechtenstein und der Schweiz. Die LKW produzieren zwar ihren eigenen Strom, können aber den Strombedarf nicht voll decken. Der in Liechtenstein produzierte Strom besteht zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, Wasserkraft und Photovoltaik. Mit einem Eigenversorgungsgrad von rund 25 Prozent (19 Prozent aus Wasserkraft und 6 Prozent Solarenergie) muss Liechtenstein einen Grossteil seines Stroms aus dem europĂ€ischen Ausland importieren. Der zusĂ€tzlich benötigte Strom fĂŒr Industrie und Gewerbe wird aus der Schweiz bzw. dem internationalen Verbundnetz importiert.

ZurĂŒckkommend auf die Eingangsworte dieses Beitrages und angesichts des Baus des grössten Wasserkraftwerks Österreichs sozusagen vor der HaustĂŒre kann man eine finanzielle Beteiligung unseres Landes an diesem Projekt durchaus ins KalkĂŒl ziehen. Auch vor dem Hintergrund der Liechtensteiner Finanzreserven wĂ€re eine Beteiligung denkbar und sinnvoll.

Das Bundesland Vorarlberg hat ein Interesse an der StabilitĂ€t der liechtensteinischen Wirtschaft und am Erhalt der ArbeitsplĂ€tze fĂŒr die rund 9'000 Zupendler.

Liechtenstein sollte sich beteiligen

Ein solches Win-Win-Projekt ist eine nachhaltige, sinnvolle und gute Investition fĂŒr die nĂ€chsten Generationen. Dies sollte Liechtenstein unbedingt nutzen und damit die Stromversorgung langfristig sicherstellen.

19 05/2024 polit:zeit

Umspann- und Trafostation

«Pirsch»in Schaanwald

Als der Strom nach Liechtenstein kam

Bis zur Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert bildeten die Unschlittkerze und die primitive, mit Rapsöl gespeiste Öllampe die Grundlage der Beleuchtung in Liechtenstein. In der Region wurden auch Petroleumlampen verwendet.

Gastbeitrag: Egon Oehri

Zur Weihnachtszeit 1906 erhielt die Gemeinde Mauren-Schaanwald elektrischen Strom durch die Stadtwerke Feldkirch.

Liechtensteinische Strom-Eigenversorgung Zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung Liechtensteins und der Entwicklung des Energiebedarfs in Bezug auf Strom besteht ein enger Zusammenhang. Am 13. September 1925 erfolgte eine Volksabstimmung ĂŒber den Bau des Wasserkraftwerkes Lawena. Die Vorlage wurde knapp angenommen. Das Gesamtergebnis betrug 957 Ja- gegenĂŒber 748

Neinstimmen (Mauren/Schaanwald 46 Ja- und 138 Neinstimmen)!

Anfang 1927 wurde das Lawenawerk mit einer Leistung von 700 kW in Betrieb genommen. Die Ortsnetze Mauren und Eschen wurden bis 1932 direkt von den Stadtwerken Feldkirch mit ElektrizitĂ€t versorgt. Am 29. Juni 1932 stimmte der Landtag der Auflösung dieser beiden Netze fĂŒr eine eine EntschĂ€digungssumme von rund 100‘000 Franken zu. Damit war der Zeitpunkt einer einheitlichen Versorgung des ganzen Landes ĂŒber das Netz des Landeswerkes Lawena gekommen.

Auf dem Doppelmast befinden sich vier Steiger, die damit beschĂ€ftigt sind, KupferdrĂ€hte auf die Isolatoren aufzuziehen. Alle notwendigen Anweisungen erhalten sie von technisch versierten MĂ€nnern in Anzug und Krawatte, welche sich am Fusse des Mastes befinden. Ganz rechts im Bild steht mit einer roten Signalfahne ausgerĂŒstet ein Mann, der als Aufsichtsorgan der ÖBB die Arbeiten ĂŒberwacht, weil die ÖBB-Trasse Richtung Schaanwald zu diesem Zeitpunkt befahrbar war.

Am Haus auf der linken Seite ist eine Tafel mit der Aufschrift «HALTESTELLE SCHAANWALD» (im Jahre 1902 eröffnet) angebracht.

Die im Bild an den Gartenzaun angelehnten PUCH-FahrrĂ€der aus Steyr galten zu dieser Zeit als qualitativ hochwertige Fortbewegungsmittel, die sich jedoch lĂ€ngst nicht jeder leisten konnte. Sie kamen vorwiegend als Dienstfahrzeuge fĂŒr höhere Beamte und Vertreter der ÖBB zum Einsatz.

Links neben den FahrrĂ€dern sind zwei TraggefĂ€sse (Tansen) fĂŒr Trauben und Obst zu erkennen. Das Foto entstand im Oktober 1906. Foto wurde dem Buch die «Maurer Wiesen in Schaanwald» von Luis JĂ€ger entnommen.

20 05/2024 polit:zeit

Passt unser Schulsystem noch in die heutige Zeit?

Das heutige Liechtensteiner Schulsystem ist in der Zeit nach der Industrialisierung entstanden. Damals ging es darum, Kinder und Jugendliche auf einen Beruf vorzubereiten, den sie ein Leben lang ausĂŒben sollten. Heute ist die Arbeitswelt viel dynamischer. Wer ins Berufsleben einsteigt, muss sich stĂ€ndig weiterentwickeln, um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten. Deshalb sind heute andere Kompetenzen gefragt als noch vor 30 Jahren. Wird das Schulsystem diesem Wandel gerecht?

Gastbeitrag: Doris Quaderer, Stiftung Zukunft.li

Horst Biedermann, Rektor der PĂ€dagogischen Hochschule in St. Gallen, und Zukunft.li-Projektleiterin Doris Quaderer gehen im Podcast mit Moderator Sigvard Wohlwend dieser Frage nach. «Die Standardisierung im Bildungssystem ist nicht mehr zeitgemĂ€ss, es braucht mehr Vielfalt in den Schulen. Wir mĂŒssen das FĂ€cherspektrum erweitern und die grossen Themen aufgreifen, die unsere Gesellschaft heute und morgen beschĂ€ftigen», sagt Horst Biedermann im Video-Podcast. Damit diese Vielfalt entstehen kann, brauchen die Schulen seiner Meinung nach mehr Gestaltungsspielraum, den sie heute nicht haben. Der grobe Rahmen in Form des Lehrplans soll zwar weiterhin vorgegeben werden. Wie der Stoff vermittelt wird, wie die Klassen eingeteilt werden, welche Lehrpersonen eingestellt werden und wie das Budget eingesetzt wird, das soll jedoch den Schulleitungen ĂŒberlassen bleiben, sind sowohl Doris Quaderer als auch Horst Biedermann ĂŒberzeugt. Mehr Freiraum bedingt aber auch, dass die QualitĂ€t der Schulen gezielt ĂŒberprĂŒft wird.

Mehr Gestaltungsspielraum auch bei der Selektion in Leistungsstufen Mehr Gestaltungsspielraum sollten die Sekundarschulen auch bei der Einteilung in Leistungsstufen haben. Laut Doris Quaderer wÀre

es sinnvoll, wenn es pro Schulstandort nur noch eine Schulleitung gibt und nicht mehr getrennt nach Ober- und Realschule. Denn so könnte mehr FlexibilitĂ€t zwischen den Schultypen entstehen. Ob SchĂŒlerinnen und SchĂŒler dann in Leistungsklassen oder nur in gewissen FĂ€chern in LeistungszĂŒgen unterrichtet werden, bliebe den Schulen ĂŒberlassen. Die frĂŒhe Einteilung in die unterschiedlichen Schultypen Oberschule, Realschule und Gymnasium sieht auch Horst Biedermann kritisch. Mit den bestehenden Zuweisungsquoten besteht die Gefahr, dass Kinder nicht ihrem Leistungspotenzial entsprechend zugeteilt werden. So wird ein durchschnittlich begabtes Kind in einer sehr leistungsstarken Klasse tendenziell schlechter eingestuft als ein Kind in einer eher schwachen Klasse. Auch spielt bei der Selektion oft der sozioökonomische Hintergrund des Elternhauses eine wesentliche Rolle, wie Studien aus der Schweiz zeigen. Die LeistungsĂŒberschneidungen zwischen den Schultypen sind grösser als gemeinhin angenommen. Eine Auswertung der StandardprĂŒfungen der Jahre 2000 bis 2014 in Liechtenstein zeigt, dass die besten 40 Prozent der OberschĂŒlerinnen und OberschĂŒler in Mathematik mit den leistungsschwĂ€cheren 40 Prozent des Gymnasiums mithalten können. Trotzdem sind sie mit dem Oberschulzeugnis bei der Berufswahl benachteiligt.

Über den Reformbedarf im Bildungssystem diskutieren in der neusten Ausgabe des Zukunft.liVideo-Podcasts Horst Biedermann, Rektor der PĂ€dagogischen Hochschule St. Gallen, und Doris Quaderer, Projektleiterin der Studie «Bildung Liechtenstein: Innovation durch Schulautonomie und Wettbewerb», mit Moderator Sigvard Wohlwend (v. l.).

Ein Viertel verlĂ€sst die Schule ohne ausreichende Lesekompetenz Hierzulande ist wenig bekannt, dass es ausserhalb des deutschsprachigen Raums nur sehr wenige LĂ€nder gibt, die ihre SchĂŒlerinnen und SchĂŒler so frĂŒh in drei verschiedene Schultypen einteilen. Die PISA-Studien zeigen, dass Schulsysteme auch ohne diese Aufteilung sehr erfolgreich sein können. So gelingt es beispielsweise LĂ€ndern wie Estland, Kanada oder Singapur deutlich besser, auch die schwĂ€chsten SchĂŒlerinnen und SchĂŒler auf ein gutes Bildungsniveau zu bringen. In der Schweiz hingegen verlĂ€sst ein Viertel der Jugendlichen die Schule, ohne ausreichend lesen zu können. FĂŒr Liechtenstein gibt es dazu keine Vergleichsdaten, aber aufgrund der hohen Vergleichbarkeit mit der Schweiz ist es plausibel, anzunehmen, dass die Resultate nicht wesentlich anders ausfallen dĂŒrften. Ein Viertel ist ein besorgniserregend hoher Anteil, der auch eine starke volkswirtschaftliche Komponente hat. Denn unzureichende Bildung verursacht hohe Folgekosten. Oder wie es der amerikanische PrĂ€sident John F. Kennedy einst treffend formulierte: «There is only one thing in the long run more expensive than education: no education».

Der Video-Podcast ist zu finden auf: www.stiftungzukunft.li, Youtube, Spotify oder iTunes

21 05/2024 polit:zeit

im:fokus

«BodenstÀndig bleiben und den Austausch pflegen»

Als Wohngemeinde macht Ruggell seit Jahren genauso von sich reden wie als Wirtschaftsstandort. Vorsteher Christian Öhri schildert, was Einwohner wie Unternehmer an der Gemeinde schĂ€tzen und erklĂ€rt, wie er die Lebensund StandortqualitĂ€t weiterhin hochhalten will. Ausserdem verrĂ€t er, wieso er der Ansicht ist, dass die ganze Region von kommunalen Synergien profitieren kann und was sein Kraftort mit Smaragden zu tun hat.

Interview: Heribert Beck

Herr Öhri, etwas mehr als ein Jahr ist es nun her, seit Sie Ihren Posten als GemeindesekretĂ€r aufgegeben und die FĂŒhrung der Gemeinde ĂŒbernommen haben. Wie haben Sie dieses Jahr und den Wechsel in die Hauptverantwortung erlebt?

Christian Öhri: Es war ein sehr gutes Jahr mit vielen schönen Momenten, die mir grosse Freude bereitet haben. Wichtige Projekte konnten nahtlos weitergefĂŒhrt werden, neue sind gestartet worden. Von der Verwaltung wurde ich vom Beginn an tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt, wofĂŒr ich mich recht herzlich bedanke. Und auch im Gemeinderat herrscht seit Beginn ein sehr gutes Klima, in dem konstruktiv nach den besten Lösungen im Sinne und zum Wohle unserer Gemeinde gesucht wird.

Bereits kurz nach der AmtsĂŒbernahme haben Sie mit einer innovativen Idee ĂŒberrascht und angekĂŒndigt, den Gemeindesteuerzuschlag schrittweise zu senken. Was waren die HintergrĂŒnde dieses Vorgehens und welche RĂŒckmeldungen haben Sie aus der Bevölkerung erhalten?

22 05/2024 im:fokus
Ruggell

Der Landtag und die Regierung haben den Finanzausgleich angepasst, sodass alle Gemeinden die Möglichkeit erhalten, ihren Gemeindesteuerzuschlag auf 150 Prozent zu reduzieren. Und diese Möglichkeit möchten wir auch nutzen – trotz der sehr hohen Investitionen in unsere Infrastruktur, die derzeit anstehen. Dabei muss ich festhalten, dass die Realisierung der neuen Abwasserpumpleitung, die durch das ganze Dorf gezogen wird, fĂŒr uns ein Jahrhundertbauwerk ist. Die schrittweise Anpassung des Gemeindesteuerzuschlags um je 5 Prozent pro Jahr von 175 auf 150 Prozent erlaubt es uns, mit gutem Gewissen beides unter einem Hut zu bringen: Die hohen Investitionen wie auch die gewĂŒnschte Steuersenkung. Und je nachdem, wie die nĂ€chsten Jahre verlaufen, werden wir vielleicht den einen oder anderen Schritt ĂŒberspringen können.

Wie ist es generell um die Ruggeller Gemeindefinanzen bestellt?

FĂŒr das Jahr 2023 haben wir, eben aufgrund der angesprochenen Investitionen, gemĂ€ss Budget mit einem Minus von 5 Millionen Franken gerechnet. Die Investitionen sind im letzten Jahr schliesslich zwar höher ausgefallen

Neben den grossen Projekten, bei denen wir langfristig denken, ist es ganz wichtig, die «kleiner» erscheinenden Themen nicht zu vernachlÀssigen.
Christian
23 05/2024 im:fokus
Ruggell im fokus Öhri, Gemeindevorsteher von Ruggell

Ruggell im fokus

Der neue Begegnungsplatz vor dem KĂŒefer-Martis-Huus wird heute um 15 Uhr mit einem Dorffest eröffnet.

als budgetiert, gleichzeitig nahmen wir umgekehrt aber deutlich höhere Ertragsteuern ein als geplant. Dies war eine sehr positive Überraschung, die fĂŒr unseren attraktiven und staufreien Wirtschaftsstandort spricht. Die Jahresrechnung 2023 wird Anfang Juni im Gemeinderat behandelt. Wir werden ein negatives Jahresergebnis zur Kenntnis nehmen mĂŒssen, aber sicherlich nicht im Umfang von minus 5 Millionen Franken. Welche grossen Projekte stehen in Ihrer Gemeinde als nĂ€chstes an?

Das Land Liechtenstein startet im SpĂ€tsommer mit dem Bau des Schulzentrums Unterland II. Die LAK ist in der Planung fĂŒr das nĂ€chste Alters- und Pflegeheim mit 60 Betten, das im Zentrum von Ruggell entstehen wird. Direkt daneben realisieren wir als Gemeinde gemeinsam mit einem Partner ein Generationenhaus, das neben zahlreichen kleinen Wohnungen auch eine Tagesstruktur und Gesundheitspraxen beheimaten wird. Man muss sich vorstellen: Es entstehen dadurch drei riesige GebĂ€ude in Ruggell, die den Dorfcharakter wesentlich beein-

flussen. Es entwickelt sich mit dem Alters- und Pflegeheim sowie dem Generationenhaus ein neues Zentrum, das uns eine grosse Chance bietet. Denn gegenĂŒber von diesem GebĂ€udekomplex können wir das Zentrum bei der alten Sennerei eines Tages mit gutĂŒberlegten Nachfolgeprojekten weiterentwickeln. Dies ist jedoch langfristig gedacht. Neben diesen grösseren Projekten ist es ganz wichtig, die «kleiner» erscheinenden Themen nicht zu vernachlĂ€ssigen.

Welches sind solche anderen, kleineren Themen, die aber genauso wichtig sind?

In einer Woche dĂŒrfen wir am Ruggeller Tag der BiodiversitĂ€t den Naturschaugarten eröffnen. Gleich mehrere Naturprojekte werden an diesem Samstagvormittag, 25. Mai, vorgestellt. Im ganzen Dorfgebiet gibt es wunderschön blĂŒhende Wildblumenwiesen, die auch in privaten GĂ€rten gefördert werden. Der Industriekreisel blĂŒht nun ebenfalls in vielen schönen Farben. Es brauchte einfach etwas Zeit und Geduld.

24 05/2024 im:fokus
KLEINE ODER GROSSE PLÄNE? WIR SIND FÜR SIE DA. HOOP-HOLZBAU.LI

Zudem suchen wir gemeinsam mit der Bevölkerung aktuell nach guten Standorten, an denen wir Obst- und NussbĂ€ume im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit dem Verein Biohof Ruggell anpflanzen möchten. Die FrĂŒchte können dann von allen Einwohnerinnen und Einwohnern unter Einhaltung von gewissen Rahmenbedingungen geerntet werden.

Heute um 15 Uhr dĂŒrfen wir ausserdem den neuen Begegnungsplatz vor dem KĂŒefer-Martis-Huus, unserem Kulturzentrum, eröffnen, wozu ich herzlich einlade. Es ist ein schöner Platz zum Verweilen und fĂŒr kulturelle AnlĂ€sse entstanden, der mit vielen Sitzgelegenheiten, BĂ€umen und einem Brunnen ausgestattet ist. Die Entwicklung des KĂŒefer-Martis-Huus ist dem Gemeinderat und mir sehr wichtig. Das Kulturzentrum lĂ€dt zu abwechslungsreichen und interessanten Ausstellungen ein. So startet heute neben der Platzeröffnung eine eigene Ausstellung zur Ruggeller KulturgĂŒtersammlung.

Der neue Naturschaugarten wird am kommenden Samstag eröffnet –am Tag der BiodiversitĂ€t.

25 05/2024 im:fokus

Und dabei ist es wichtig, dass sich die Einwohner grĂŒssen?

Genau. Die Kampagne «MĂŒar z’RuggĂ€ll sĂ€gen Hoi» lĂ€uft jetzt seit zirka zwei Monaten, und wir haben viele positive RĂŒckmeldungen erhalten. Als kleinere Gemeinde sehe ich die Chance, dass wir dieses Brauchtum des GrĂŒssens erhalten können. Egal, ob man sich kennt oder nicht: Über ein freundliches «Hoi» auf dem Weg freuen sich alle. Mit Plakaten, Bierdeckeln in den Restaurants und einem Fotowettbewerb auf den Social-Media-KanĂ€len möchten wir unsere Einwohnerinnen und Einwohner auf kreative und sympathische Art und Weise auf die Wichtigkeit des GrĂŒssens aufmerksam machen. Es ist eine kleine Sache, die jedoch eine grosse Wirkung entfaltet.

Sind solche Projekte auch das Geheimnis, das Ruggell als Wohnort so attraktiv macht?

Uns war und ist es wichtig, die Bevölkerung bei verschiedenen Themen

stark miteinzubeziehen, um die Gemeinde gemeinsam zu gestalten. So fand Mitte MĂ€rz ein Bevölkerungsworkshop statt, aus dem zwölf kleinere bis grössere Projekte beziehungsweise Themen hervorgegangen sind. Uns ist aber auch klar, dass wir kein landesweites Zentrum wie zum Beispiel Schaan sind. Wir brauchen kein eigenes Kino, sondern haben das in Schaan mitunterstĂŒtzt. Das Gleiche gilt fĂŒr die Kletterhalle, welche wir unterstĂŒtzen und fĂŒr die nach meiner Ansicht ein idealer Standort zwischen Schaan und Vaduz gefunden werden konnte. Wir haben auch kein eigenes Freibad und keinen Badesee, weil umliegende Gemeinden solche Infrastrukturen vorweisen. DafĂŒr haben wir eine Pumptrackanlage mit Pumpbowl, sowie den Freizeitpark Widau, die auch von den Nachbarn besucht werden. So ist es fĂŒr mich wichtig, bodenstĂ€ndig zu bleiben und den Austausch mit allen Nachbargemeinden zu pflegen – auch ĂŒber die Landesgrenzen.

Voneinander können wir nur profitieren und miteinander Synergien nutzen, sodass die ganze Region ein attraktiver Lebensraum ist.

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26 05/2024 im:fokus
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Die Tafel weisst darauf hin, dass das Radfahren auf dem Trottoir nicht gestattet ist. Besuch der Berner Konvention des Europarts in Ruggell.

Der neue Kreisel sorgt fĂŒr eine rasche Verbindung in den Industriering und seine Bepflanzung blĂŒht.

Die LebensqualitĂ€t ist das eine, aber auch die StandortattraktivitĂ€t scheint in Ruggell gross zu sein. Sie haben es in Sachen Ertragssteuern bereits angetönt. Was macht die Gemeinde fĂŒr Unternehmen so anziehend?

An einem Informationsabend Ende Februar habe ich mich bei meinen VorgĂ€ngern bedankt, die bereits vor mehr als 20 Jahren mit dem Ruggeller Industriering eine weit vorausblickende Vision hatten, die heute aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist. Man ist in wenigen Minuten von der Autobahn staufrei in einer Industrie-, Gewerbe und Dienstleistungszone, die alles bietet. Mittlerweile ist unsere kleine Stadt im Dorf, wie ich gerne sage, auch vom ÖV gut erschlossen, dies nicht nur Richtung Oberland, sondern auch direkt an den S-Bahnhof in Salez und an den Bahnhof in Feldkirch. Unser Bestreben ist, dass der öffentliche Verkehr in Ruggell weiter stark ausgebaut und gestĂ€rkt wird, und diesbezĂŒglich zeichnen sich im Moment sehr gute Lösungen auf den Fahrplanwechsel 2025 hin ab. Zudem freut es uns, dass wir unse-

ren interessanten Wirtschaftsstandort in diesem Jahr als Gastgemeinde an der Lihga vorstellen dĂŒrfen.

Neben dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist Ruggell als Fahrraddorf bekannt. Ist das Fahrradwegnetz auf dem neusten Stand?

Sehr intensiv sind wir gemeinsam mit der Gemeinde Sennwald in der Planung fĂŒr die neue Fuss- und RadverkehrsbrĂŒcke ĂŒber den Rhein. Die jetzige RheinbrĂŒcke lĂ€sst keine Fahrradstreifen zu, und auf dem Trottoir ist das Radfahren nicht gestattet, da das GelĂ€nder nicht hoch und das Trottoir nicht breit genug ist und die Kanten zu hoch sind. Dies macht das Überqueren sowohl fĂŒr Familien als auch fĂŒr Pendler sehr gefĂ€hrlich. Unser grosses Ziel ist es, dass wir als Fahrradgemeinde auch gut und sicher an die Schweiz angebunden sind und umgekehrt, sei es in der Freizeit oder als Pendler zum S-Bahnhof. Diese sichere Verbindung ist fĂŒr den bestehenden DreilĂ€nderweg und die Hauptfahrradroute von Österreich kommend ebenfalls sehr

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wichtig. Zudem möchten wir verschiedene Abschnitte ausbauen wie zum Beispiel ein TeilstĂŒck von Österreich direkt in den Industriering.

Auch in Ruggell scheint aber vermutlich nicht immer nur die Sonne. Mit welchen Herausforderungen haben Sie aktuell zu kÀmpfen und wie möchten Sie diese bewÀltigen?

Momentan beschĂ€ftigt uns der Vandalismus durch Jugendliche sehr. Wir haben mit einem Ausbau der VideoĂŒberwachung reagiert. Jedoch sind uns die PrĂ€vention und die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen viel wichtiger. Gemeinsam mit der Jugendkommission und der Offenen Jugendarbeit sind wir daran, Massnahmen zu erarbeiten. So wollen wir beim Vereinshaus zum Beispiel einen Platz gestalten, auf dem Jugendliche in einem sicheren Rahmen verweilen können.

Zum Abschluss noch ein «weicheres» Themen: In diesen Tagen startet die BlĂŒtezeit der geschĂŒtzten Schwertlilien im Ruggeller Riet? Erwarten Sie einen grossen Andrang aus nah und fern?

Uns ist es wichtig, dass unser Naturschutzgebiet nicht international beworben wird. Es ist unser Naherholungsgebiet und ebenfalls mein persönlicher Energie- und Kraftort – wie fĂŒr viele andere auch. Damit wir dieses Naturparadies noch lange in vollen ZĂŒgen geniessen können, war es ein Bestreben von Land und Gemeinde, dass es von der Berner Konvention des Europarats als Smaragdgebiet anerkannt wird. DiesbezĂŒglich sind wir auf ganz gutem Wege, was mich sehr freut. Mit Plakaten vor Ort und einer gemeinsamen Social-Media-Kampagne mit der Stadt Feldkirch weisen wir auf Verhaltensregeln hin und sind allen sehr dankbar, die sich daran halten und auch andere darauf hinweisen. So freuen wir uns auf vorbildliche Besucherinnen und Besucher.

28 05/2024 im:fokus
Ruggell im fokus Beim slowUp Anfang Mai war der Festplatz in Ruggell ein grosser Anziehungspunkt. Die Lilien blĂŒhen in ihrer ganzen Pracht. Wichtig ist daher, dass Besucher des Naturschutzgebiets auf den Wegen bleiben. FÜR
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30 05/2024 jugend:zeit
Johannes Kaiser im GesprÀch mit Aurora Sestito (20) aus Balzers, Studentin an der PÀdagogischen Hochschule in Rorschach. Foto: Tatjana Schnalzger
«Wahlalter

16 fördert das GefĂŒhl, Teil der Gesellschaft zu sein!»

Aurora Sestito aus Balzers ist 20 Jahre jung und Studentin im zweiten Jahr an der PĂ€dagogischen Hochschule in Rorschach. Lehrerin zu werden, habe sie schon seit ihren Jugendjahren inspiriert und, wie im Interview mit ihr deutlich zum Ausdruck kommt, legt sie grossen Wert darauf, dass die jungen Menschen bestmöglich auf die aktuelle und kĂŒnftige Wissensgesellschaft und Wertgemeinschaft vorbereitet werden.

Interview: Johannes Kaiser

Aurora, du hast nach der Matura am Liechtensteinischen Gymnasium im Jahr 2022 das Primarlehrer-Studium an der PĂ€dagogischen Hochschule in Rorschach, kurz PHSG, aufgenommen und bist derzeit im zweiten Studienjahr. War dies immer schon deine Wunsch-Berufsrichtung?

Aurora Sestito: Mich prĂ€gten wĂ€hrend der Primarschulzeit inspirierende LehrkrĂ€fte, die als Bezugspersonen die Schulzeit zu etwas Besonderem machten. Diese Rolle wollte ich schon immer fĂŒr andere Kinder einnehmen. Sogar meine alten FreundschaftsbucheintrĂ€ge bestĂ€tigen dies.

DemnÀchst machst du einen Sprachaufenthalt an den Vikotoria Schools in Mwanza.

Um in der Primarschule Englisch unterrichten zu können, wird von der PHSG neben der Cambridge Advanced PrĂŒfung ein dreiwöchiges Fremdsprachassistenzpraktikum verlangt. Ich nutze dies, um ganz aus meiner Komfortzone zu steigen und um die Kultur sowie das Bildungswesen auf einem anderen Kontinent zu erleben.

Wie ist die Kompetenzvermittlung in den Sprachen an unseren Schulen?

In der heutigen globalisierten Welt können wir froh sein, in einem Land zu leben, in dem Englisch bereits ab der ersten Primarschulklasse unterrichtet wird. Denn so können frĂŒh Sprachkompetenzen gefördert und selbstbewusste sowie kompetente Lernende erzogen werden. Nach

meiner Erfahrung ist es jedoch so, dass der Sprachunterricht in den weiterfĂŒhrenden Schulen sehr theoretisch und einseitig gestaltet wird, weshalb Jugendliche oft die Freude am Sprachenlernen verlieren.

Wenn du deine Schulzeit reflektierst: Wird man ausreichend auf gesellschaftspolitische Themen vorbereitet? Welche Themen beschÀftigen dich in der heutigen Gesellschaft und Politik?

WĂ€hrend meiner Schulzeit beschĂ€ftigten wir uns deutlich mehr mit der Vergangenheit als mit der Gegenwart. Dies fĂŒhrte dazu, dass man sich ĂŒber aktuelle Themen selbst erkundigen musste. Momentan beschĂ€ftigen mich die doppelte StaatsbĂŒrgerschaft und allgemein die menschliche Zukunft voller Respekt, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit.

Welches sind fĂŒr dich die zentralsten Themen beziehungsweise grössten Herausforderungen, welche die zukĂŒnftige Welt der Jugend betreffen?

Nicht nur der Klimawandel wird herausfordernd sein, sondern auch der technologische Wandel und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt sowie die zwischenmenschliche Interaktion. Auch die Bereitstellung von genĂŒgend Ressourcen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Jugendlichen aufrechtzuhalten, kann herausfordernd sein.

Werden die Jugendlichen in ihrer Meinungs-

bildung ausreichend gehört beziehungsweise wird ihre Meinung in die Entscheidungsprozesse integriert?

Jugendliche, die gehört werden wollen, haben unter anderem die Möglichkeit, Mitglied einer Jungpartei zu werden. Jedoch können sie mit ihren Aktionen nur hoffen, die Meinungen der Erwachsenen zu beeinflussen, da sie nicht direkt in die Entscheidungsprozesse integriert werden.

Wie könnte die Jugend bei der Mitgestaltung und Mitbestimmung besser eingebunden werden? WÀre das Wahlalter 16 ein Weg?

Die Senkung des Wahlalters wĂ€re sicherlich eine Möglichkeit, um Jugendlichen die Mitgestaltung der Gesellschaft zu ermöglichen. So könnten auch sie das GefĂŒhl haben, Teil der Gesellschaft zu sein und gehört zu werden. Indem sich Jugendliche in diesem Alter ausbilden, leisten sie ihren Beitrag an unsere Gesellschaft – sie sichern unsere Zukunft.

Was machst du in deiner Freizeit? Welches sind deine Hobbys?

Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden, bin gerne in der Natur unterwegs und fotografiere allgemein mit meiner Digitalkamera alles, was mir vor die Augen kommt und mir gefÀllt. Dies hauptsÀchlich, um Erinnerungen an kleine Abenteuer mit meinen Liebsten festzuhalten.

Danke, Aurora, fĂŒr des sehr interessante und inspirierende GesprĂ€ch.

31 05/2024 jugend:zeit

ïŹnanz:zeit

International denken, lokal agieren.

schreibermaronsprenger.li

32 05/2024 ïŹnanz:zeit

Immobilien – ein bedeutender Wirtschaftsfaktor

Immobilien stehen fĂŒr langlebige Investitionen, fĂŒr Wohnungs-, BĂŒro-, Gewerbe- und industrielle Nutzung. Sie bilden damit nicht nur einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor, sondern auch die Grundlage fĂŒr private und geschĂ€ftliche Existenzen.

Text: Lic. oec. Karlheinz Ospelt, Vaduz

Immobilien und deren Nutzung Wer produziert oder Dienstleistungen erbringt, ist auf entsprechende RĂ€umlichkeiten angewiesen. WĂ€hrend bis vor wenigen Jahren ĂŒberwiegend klare Trennungen zwischen Wohnung und BĂŒro angesagt waren, hat sich in den Corona-Jahren gezeigt,

dass auch eine Wohnung im Homeoffice zum BĂŒrostandort werden kann. Damit verbunden sind aber steuerrechtliche und gehaltsrelevante Aspekte, die es zu berĂŒcksichtigen gilt.

Das WohnbedĂŒrfnis ist fĂŒr alle Menschen von zentraler Bedeutung. Ob als EigentĂŒmer

oder Mieter gilt es, die Rahmenbedingungen zu berĂŒcksichtigen und die wirtschaftlichen Möglichkeiten zu nutzen.

Immobilien und Zinsen

In den letzten Jahren der Tiefzinsphasen wurde der Erwerb von HĂ€usern und Wohnungen

33 05/2024 finanz:zeit
Foto: Michael Zanghellini

wirtschaftlich interessanter, und viele strebten nach eigenen vier WĂ€nden. Ob als Stockwerkeigentum oder Einfamilienhausbesitzer – die niedrigen Zinsen entlasteten das private Budget massiv. Dennoch blieb Eigentum fĂŒr viele ein Traum. Niedrige Zinsen allein ermöglichen noch keine langfristige Finanzierung. Hypotheken werden nach immer strengeren Vorgaben der Regelungsbehörden vorgegeben: Nicht der jeweils aktuelle Zinssatz ist fĂŒr die Kreditvergabe massgeblich, sondern der kalkulatorische – eine fiktive, risikorelevante langfristige Zinsannahme. Diese liegt bei 4,5 bis 5 Prozent, dazu kommen allfĂ€llige Amortisationszahlungen bei Aufnahme von Zweithypotheken, die 66 Prozent des Wertes der Liegenschaft ĂŒbersteigen und Kosten fĂŒr den Liegenschaftsunterhalt. Zweithypotheken werden in der Regel bis maximal 80 Prozent des Liegenschaftswertes vergeben, die verbleibenden 20 Prozent mĂŒssen als Eigenkapital nachgewiesen werden. Zudem gilt die Vor-

gabe, dass die Zinsbelastung 33 Prozent des Bruttoeinkommens nicht ĂŒberschreiten soll. Massgebend fĂŒr die Tragbarkeitsberechnung ist somit nicht allein das Vermögen, sondern vor allem das Gehalt.

Reale oder nominelle Werte

Je höher die Inflation, desto höher muss die Rendite ausfallen, um ein wirtschaftliches Ergebnis zu erzielen. Oft wird vergessen, dass Rendite stets im VerhĂ€ltnis zur Inflation zu betrachten ist – also der reale Zugewinn und nicht der nominelle entscheidend ist. Das gilt auch fĂŒr Immobilien, die als Renditeanlagen ĂŒber viele Jahre einen Boom verzeichnen konnten. Neben den Mieteinnahmen ist zu beachten, dass die Wertvermehrung der GrundstĂŒcke und höhere Baupreise einen wesentlichen Teil zur Rendite bestehender Immobilien beigetragen haben. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Lebensdauer von GebĂ€uden endlich ist und GebĂ€ude jĂ€hrlich an Wert

verlieren, sofern nicht regelmÀssig reinvestiert und laufend unterhalten wird.

Immobilienbestand und Bevölkerungsentwicklung

Immobilien sind und waren in der Region ĂŒber Jahrzehnte eine der bestmöglichen Anlagen. Neben enormen Gewinnsteigerungen an den Aktienbörsen waren vor allem Immobilien im vergangenen Jahrzehnt eine sichere und gewinnbringende Investition. Dazu beigetragen hat der Umstand, dass die Bevölkerung stĂ€ndig wĂ€chst – ob durch GeburtenĂŒberhang oder durch NeuzuzĂŒge. Dieser Trend zeichnet sich auch fĂŒr die kommenden Jahre ab. Neben der Bevölkerungszahl stieg ausserdem die beanspruchte WohnflĂ€che pro Person kontinuierlich an. Somit ergaben sich eine hohe Nachfrage und damit höhere Mietpreise. Im Kanton St. Gallen betrug die Leerwohnungsziffer nur noch 1,4 Prozent – es standen per 1. Juni 2023 lediglich 3800 Wohnungen leer und wurden zur Miete oder zum Kauf angeboten.

34 05/2024 finanz:zeit

Wohnungsbau und Mieteranteil –Liechtenstein im Vergleich

Um beim Kanton St. Gallen zu bleiben: Zwischen 2010 und 2021 ist der Bestand an GebĂ€uden mit Wohnnutzung um 5 Prozent gestiegen, der Bestand an Wohnungen sogar um 15 Prozent, wie der aktuellen Ausgabe vom 15. April des «St. Galler HauseigentĂŒmers», der Zeitschrift des HauseigentĂŒmerverbands Kanton St. Gallen/HEV zu entnehmen ist. Demnach flossen von den etwa 3 Milliarden Franken, die jĂ€hrlich im Baubereich investiert werden, mehr als 50 Prozent in den Wohnungsbau.

In Liechtenstein wurden 2010 total 10’337 GebĂ€ude gezĂ€hlt, 2020 waren es 11'203, ein Zuwachs von 8,4 Prozent. Die Anzahl der EinfamilienhĂ€user stieg in diesen 10 Jahren von 6161 auf 6317 um 2,5 Prozent, jene der MehrfamilienhĂ€user von 2135 auf 2480 um 16,2 Prozent. Von den total zirka 17'500

Wohnungen in Ein- und MehrfamilienhÀusern sind je rund die HÀlfte gemietet oder eigengenutzt. Der Trend geht klar zu Einpersonenhaushalten und Familien ohne Kinder.

Der Mieteranteil gesamtschweizerisch liegt bei rund 58 Prozent Prozent, in Deutschland betrĂ€gt er gut 50, in Österreich etwa 46 und in Frankreich rund 35 Prozent. In Polen (13 Prozent) und RumĂ€nien (5 Prozent) ist der Mieteranteil europĂ€isch am geringsten.

Fazit: Hohe Immobilien- und GrundstĂŒckspreise

Die starke Preisentwicklung der letzten Jahre hat mit den leicht angestiegenen Zinsen einen DĂ€mpfer bekommen. WĂ€hrend in Liechtenstein und in der Schweiz keine Preissenkungen bei Immobilien zu verzeichnen waren, gab es in Deutschland empfindliche Korrekturen nach unten von teilweise weit ĂŒber 10 Prozent. Die GrundstĂŒckspreise in den Schweizer Nachbargemeinden stiegen wesentlich mehr als in Liechtenstein. Dabei ist jedoch zu berĂŒcksichtigen, dass in Liechtenstein je nach Gemeinde starke Unterschiede bestehen und die Gemeinden mit ehemals niedrigeren GrundstĂŒckspreisen erheblich stĂ€rker nach oben korrigiert haben als die ohnehin schon teuren Gemeinden Vaduz und Schaan. Die hohen GrundstĂŒckspreise reduzieren die Renditen von Wohnbauprojekten, und damit wĂ€re eigentlich eine Minderung der BautĂ€tigkeit zu erwarten. Das ist jedoch nicht absehbar. Konkrete Statistiken sind in Liechtenstein nicht vorhanden. Zwar wurden sie schon lange angemahnt, aber das zustĂ€ndige Ministerium hat erneut vertröstet. So soll der Wohnimmobilienindex erst in zwei bis vier Jahren und der Mietpreisindex in ein bis drei Jahren erstmals publiziert werden. Immerhin. Doch: Vergleiche von Inseraten zeigen, dass Mieten in Liechtenstein kaum mehr höher ausfallen als in Buchs oder Sevelen – zumindest, wenn man den gleichen Standard im Innenausbau vergleicht!

Miet- und Gehaltsentwicklung Erst vor wenigen Tagen hat das Amt fĂŒr Statistik gemeldet: «Medianlohn erstmals ĂŒber CHF 7000! Im Jahr 2022 betrug der mittlere Bruttomonatslohn der in Liechtenstein beschĂ€ftigten Personen CHF 7042 (Medianlohn). GegenĂŒber dem Jahr 2020 stieg der mittlere Bruttolohn um 2,8 Prozent. Im monatlichen Bruttolohn enthalten ist auch ein

Zwölftel des 13. Monatslohns und anderer Zulagen.»

Es handelt sich hierbei um nominelle Werte. Die Inflation von Dezember 2020 bis Dezember 2022 betrug in der Schweiz 4,4 Prozent (Konsumentenpreisindex), der Mietpreisindex stieg in der gleichen Zeit um 3 Prozent.

Immobilien in Liechtenstein

FĂŒr den Standort Liechtenstein sprechen nach wie vor niedrige Zinsen, moderate Steuern fĂŒr die Bevölkerung und ein hohes Wirtschaftswachstum mit VollbeschĂ€ftigung. Der regulierte Zuzug von AuslĂ€ndern – dank einer einzigartigen BeschrĂ€nkung der PersonenfreizĂŒgigkeit im EWR-Abkommen – verhindert eine noch höhere Nachfrage nach Wohneigentum und damit noch höhere Mieten und Preise. Dazu soll auch das Grundverkehrsgesetz beitragen. Es stellt sich allerdings die Frage, inwieweit dieses die Konzentration der GrundstĂŒcksbesitzer verhindern konnte. Jedenfalls ist damit ein freier Markt seit Jahrzehnten eingeschrĂ€nkt. 42 Prozent der LandesflĂ€che besteht aus Wald, 32 Prozent sin Landwirtschaftsboden, 14 Prozent unproduktive FlĂ€che und nur 11 Prozent oder 18 Quadratkilometer betrĂ€gt die SiedlungsflĂ€che.

All die oben aufgefĂŒhrten Faktoren werden einen Einfluss auf die Zukunft des Immobilienmarkts Liechtenstein haben. Fakt ist: Die Ressourcen sind sehr beschrĂ€nkt.

Lic. oec. Karlheinz Ospelt ist Vorsitzender des Immobilienfachausschusses der AHV/IV/FAK, EhrenprĂ€sident der Neue Bank AG, ehemaliger BĂŒrgermeister und Landtagsabgeordneter, Verwaltungs- und Stiftungsrat diverser Unternehmen und GrĂŒnder (1992) sowie Inhaber der Firma FIDUCIA CONSULTING.

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Foto: Michael Zanghellini

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100 Jahre Schweizer Franken wird mit Gold- und SilbermĂŒnzen gefeiert

Zum JubilĂ€um «100 Jahre Schweizer Franken im FĂŒrstentum Liechtenstein» werden Gold- und SilbermĂŒnzen herausgegeben. Mit dem JubilĂ€umsgeschenk soll die enge und langjĂ€hrige Verbundenheit Liechtensteins mit der Schweiz gewĂŒrdigt werden. Es ist bereits die 11. Auflage von Liechtensteiner MĂŒnzen. Nicht immer, zeigt der Blick in die Geschichte, verlief die Ausgabe von eigenen MĂŒnzen problemlos.

Liechtenstein und die Schweiz schlossen 1923 den bis heute gĂŒltigen Zollvertrag, der auf den 1. Januar 1924 in Kraft trat. Weil Liechtenstein ĂŒber die Zollunion nicht nur in das schweizerische Wirtschaftsgebiet, sondern auch in den WĂ€hrungsraum mit dem Schweizer Franken eingeschlossen wurde, musste die WĂ€h-

Text: GĂŒnther Meier Die GoldmĂŒnzen von 1961 mit den Werten 25 Franken und 50 Franken. (Schriftenreihe der Landesbank Nr. 25)

rungsfrage geregelt werden. FĂŒr die Schweiz bestand offenbar keine Veranlassung, dies mit einem WĂ€hrungsabkommen zu tun. Liechtenstein hingegen erarbeitete das «Gesetz betreffend die EinfĂŒhrung der FrankenwĂ€hrung», das aber nicht gleichzeitig mit dem Zollvertrag, sondern erst am 26. Mai 1924 in Kraft trat.

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Das WĂ€hrungsgesetz legte fest: «Die ausschliessliche gesetzliche WĂ€hrung ist der Schweizerfranken als Liechtensteiner Franken.» Als Zahlungsmittel in Liechtenstein galten alle MĂŒnzen, Banknoten und anderen Zahlungsmittel, die auch in der Schweiz gesetzlich zugelassen waren. Aber Liechtenstein hatte sich das Recht gesichert, auch eigene MĂŒnzen herausgeben zu dĂŒrfen, Ă€hnlich wie 1920 beim Postvertrag, als mit der Schweiz ausgehandelt wurde, dass Liechtenstein eigene Briefmarken auf eigene Rechnung in Umlauf bringen dĂŒrfe. Im WĂ€hrungsgesetz heisst es: «Die Regierung kann auch andere MĂŒnzen und Zahlungsmittel bei öffentlichen Kassen zur Zahlung zulassen.»

Ausserdem sicherte sich die Regierung das Recht, gestĂŒtzt auf einen jeweiligen Beschluss des Landtags, die Liechtensteinische Landesbank mit der «Ausgabe von liechtensteinischen Banknoten und MĂŒnzen jeder Art» zu beauftragen, allerdings nur unter Zugrundelegung der Schweizer FrankenwĂ€hrung.

Ausgabe und RĂŒckzug von SilbermĂŒnzen

Die AusĂŒbung dieses Rechts liess nicht lange auf sich warten. Schon kurze Zeit nach dem Inkrafttreten des WĂ€hrungsgesetzes liess Liechtenstein die ersten MĂŒnzen in Silber prĂ€gen: Mit den Wertstufen 5, 2 und 1 Franken sowie einem halben Franken. Eigentlich waren diese SilbermĂŒnzen nur fĂŒr den Umlauf in Liechtenstein gedacht, doch fanden sie bald den Weg in die benachbarte Schweiz, wo sie dann in Banknoten umgetauscht wurden. In der Schweiz blieb dies nicht verborgen. Weil damit die Vereinheitlichung des Geldumlaufs in der Schweiz gestört werden könnte, wurde eine Vereinbarung getroffen, wie der frĂŒhere VP Bank-Direktor Emil Heinz Batliner in einer Abhandlung ĂŒber den Zollvertrag und das Geldwesen schreibt: Die Silber-FrankenmĂŒnzen wurden im Kanton GraubĂŒnden bis Maienfeld und FlĂ€sch, im Kanton St. Gallen von Mels bis RĂŒthi zugelassen – und zwar nicht nur bei privaten GeschĂ€ften, sondern auch bei staatlichen Einrichtungen. Die Eingrenzung auf diese Gebiete liess sich jedoch nicht einhalten, denn bald waren die «Silberlinge» auch in anderen Teilen der Schweiz im Umlauf. Der fĂŒr die Schweiz unbefriedigende Zustand dauerte einige Jahre, doch am 11. November 1930 kĂŒndigte eine Vereinbarung der beiden LĂ€nder einen Schlussstrich an: «Die liechtensteinischen SilbermĂŒnzen der FrankenwĂ€hrung werden hiermit aus dem Verkehr zurĂŒckgezogen.» Wer noch Liechtenstein-Silber hatte, konnte diese MĂŒnzen bis zum 1. April 1931 bei der Landeskasse in Vaduz oder bei der Liechtensteinischen Landesbank gegen Schweizer SilbermĂŒnzen eintauschen.

Landtag beschliesst GoldmĂŒnzen, die Schweiz ist dagegen

Nach den Problemen mit den SilbermĂŒnzen verpflichtete sich Liechtenstein, nur noch eigene MĂŒnzen in Gold herauszugeben – eine Verpflichtung, die bis zum Abschluss des WĂ€hrungsabkommens Schweiz–Liechtenstein im Jahr 1981 eingehalten und dort neu gefasst wurde. Die ersten GoldmĂŒnzen gelangten schon 1931 zur Ausgabe, weitere GoldmĂŒnzen folgten 1947, 1952 und 1956. Aus Anlass des JubilĂ€ums «100 Jahre Landesbank», das im Jahr 1961 gefeiert wurde, wollte die Regierung zwei Goldene mit einem Nominalwert von 25 Franken und 50 Franken herausgeben. Auf der Vorderseite der MĂŒnzen war das Bildnis von FĂŒrst Franz Josef II. geplant, auf der RĂŒckseite das grosse Staatswappen, der MĂŒnzwert und die Inschrift FĂŒrstentum Liechtenstein. Die beiden GoldmĂŒnzen sollten bei der Eidgenössi-

schen MĂŒnzstĂ€tte in Bern geprĂ€gt werden mit einer Auflage von je 20'000 StĂŒck. Auf diese Anzahl kamen Regierung und Landesbank, weil Liechtenstein zu jener Zeit rund 17'000 Einwohner hatte und alle mit einem Satz der GoldmĂŒnzen beglĂŒckt werden sollten, die dies wĂŒnschten.

Das Landesbank-JubilĂ€um musste jedoch ohne die GoldmĂŒnzen gefeiert werden. Die Regierung hatte im September 1961 ein Gesuch bei der MĂŒnzstĂ€tte eingereicht. Die Antwort der MĂŒnzprĂ€ger fiel aber ablehnend aus. Entscheidend fĂŒr das Nein waren die damaligen Preissteigerungen auf dem freien Goldmarkt, die Spannungen in der Weltpolitik und die unsichere internationale WĂ€hrungslage. Die Schweiz hatte vorher schon einige Gesuche von Schweizer Banken abgelehnt, die GoldmĂŒnzen herausgeben wollten. Emil Heinz Batliner Ă€ussert in seiner Abhandlung ĂŒber den Zollvertrag und die MĂŒnzgeschichte einiges VerstĂ€ndnis fĂŒr die Haltung der Schweiz: «Es wĂ€re daher in der Öffentlichkeit kaum verstanden worden, wenn andererseits die Eidgenossenschaft dem FĂŒrstentum Liechtenstein die Ausgabe von GoldmĂŒnzen gestattet hĂ€tte, die den schweizerischen MĂŒnzvorschriften entsprechen.»

Mit der Ablehnung des Gesuchs war die Sache aber nicht erledigt, denn der Landtag hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Gesetz verabschiedet, das die Herausgabe der zwei GoldmĂŒnzen regelte. Regierungschef Alexander Frick forderte vom Landtag im Oktober 1961 eine zĂŒgige Beratung des GoldmĂŒnzen-Gesetzes, damit die Goldenen zum Landesbank-JubilĂ€um im Dezember unter die Leute gebracht werden könnten. Das Parlament fĂŒhrte deshalb alle drei Gesetzeslesungen in der gleichen Sitzung durch und erklĂ€rte das Gesetz als dringlich, womit es dem Referendum entzogen wurde. In der Berichterstattung des «Liechtensteiner Volksblatts» heisst es dazu, der Landtag habe nicht nur die Dringlichkeit des Gesetzes beschlossen, sondern auch die Regierung «mit der sofortigen DurchfĂŒhrung» beauftragt. Weil die Schweiz keine Liechtenstein-GoldmĂŒnzen bewilligen wollte, aber bereits ein DurchfĂŒhrungsgesetz vorlag, musste nach einer Lösung gesucht werden. Die Regierung ersuchte deshalb das Eidgenössische Finanz- und Zolldepartement, die PrĂ€gung der Liechtensteiner GoldmĂŒnzen dennoch zu bewilligen. Im Gegenzug werde sich Liechtenstein dazu verpflichten, die GoldstĂŒcke bei der Landesbank zu hinterlegen – und die Ausgabe erst freizugeben, wenn die Eidgenossenschaft die Herausgabe von GoldmĂŒnzen wieder gestatte.

Ausgabe mit 25-jÀhriger VerspÀtung

Die GoldmĂŒnzen schlummerten geraume Zeit im Tresor der Landesbank. Erst zum JubilĂ€um «125 Jahre Liechtensteinische Landesbank» erinnerte man sich ihrer wieder. Mit Verordnung ermĂ€chtigte die Regierung die Landesbank 1986, die GoldmĂŒnzen zur Ausgabe zu bringen. Die Verordnung der Regierung legte auch den Ausgabemodus fest, der sich an der ursprĂŒnglichen Absicht orientierte, die GoldmĂŒnzen möglichst breit in der interessierten Bevölkerung zu streuen: «Jeder im Lande wohnhafte Landesangehörige und Niedergelassene, der zum Zeitpunkt der Ausgabe volljĂ€hrig ist, hat Anspruch auf den vergĂŒnstigten Bezug einer Serie dieser GoldmĂŒnzen.»

Die vergĂŒnstigte Ausgabe wurde auf die Monate August, September und Oktober beschrĂ€nkt, der Ausgabepreis mit 250 Franken festgelegt.

38 05/2024 finanz:zeit

Liechtensteinische Gold- und SilbermĂŒnzen. (Schriftenreihe der VP Bank)

Beide Seiten sollten die Gewinner sein: Die Bevölkerung konnte vom gĂŒnstigen Ausgabepreis profitieren, der Landesbank gestand die Regierung zu, den Ertrag aus dem Verkauf den offenen Reserven zuzuweisen.

Allerdings war das Interesse am Bezug der GoldmĂŒnzen nicht ĂŒberwĂ€ltigend, sodass eine zweite Ausgaberunde anberaumt wurde, um das Gold unter die Leute zu bringen. Der GoldmĂŒnzen-Preis von 250 Franken wĂ€re eigentlich attraktiv gewesen, denn der Ausgabepreis lag rund 50 Franken unter dem aktuellen Goldwert. FĂŒr die zweiten Runde wurde der zum vergĂŒnstigten Bezug berechtigte Personenkreis

auf die im Ausland lebenden Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner ausgeweitet.

Aber weder das Interesse an den GoldmĂŒnzen war ĂŒberwĂ€ltigend noch der Handel mit den GoldmĂŒnzen. Zwar gab es HĂ€ndler, die GoldmĂŒnzen aufkauften, aber noch mehr interessierte die Frage: Was geschieht mit den GoldmĂŒnzen, die ĂŒbrig bleiben? DafĂŒr hatte die Verordnung der Regierung vorgesorgt: «FĂŒr GoldmĂŒnzen, die nicht vergĂŒnstigt abgegeben werden, setzt die Liechtensteinische Landesbank den Preis und den Ausgabemodus im Einvernehmen mit der FĂŒrstlichen Regierung fest.»

39 05/2024 finanz:zeit

Beitrag aus der Zeitschrift «EINTRACHT-Zeitschrift fĂŒr Heimat und Brauchtum», Staatsfeiertag 2008, Nr. 48

40 05/2024 finanz:zeit

Stil

und Genuss –

Die Rooftop Bar «Floor Four» des Grand Casinos Liechtenstein

Die Rooftop Bar Floor Four im 4. Stock des Grand Casino Liechtenstein in Bendern ist im Stil eines englischen Gentlemen`s Club eingerichtet und lÀsst mit ihrem exklusiven Sortiment an Whisky-, Gin-, Rum und Zigarrensorten jedes Geniesserherz höher schlagen.

Seit Anfang Mai ist die Terrasse auf dem Dach des grössten Casinos in Liechtenstein eröffnet und lĂ€dt an lauen Sommerabenden – mit ihrer Rundumsicht auf die Schweizer und Liechtensteiner Bergwelt – zum Verweilen ein. In den Sommermonaten sorgen verschiedene Events, wie zum Beispiel «Beats & Cocktails meet Summervibes» oder im Hinblick auf die EM der «Grand Casino EM Summer» mit Public Viewing fĂŒr eine ausgelassene Stimmung auf der Dachterrasse. Die Roof Top Bar «Floor Four» kann auch fĂŒr besonderen AnlĂ€sse gemietet werden. Ob Teamanlass, Geburtstag oder andere Feierlichkeiten, das Team des Grand Casinos stellt gerne ein passendes Arrangement fĂŒr euch zusammen.

Die Rooftop Bar Floor Four kann unabhÀngig vom Casino besucht werden und ist jeweils von Mittwoch bis Samstag von 18 bis 3 Uhr geöffnet.

Ganz nach unserem Motto «Mehr als nur Casino» vereinen wir wie kein anderes Casino im FĂŒrstentum Liechtenstein Spiel mit Stil, ExklusivitĂ€t und Genuss. Wir freuen uns auf euren Besuch in unserer Rooftop Bar «Floor Four» in Bendern!

Floor Four

Selemad 10

9487 Gamprin-Bendern

Telefon: +423 222 77 77

E-Mail: info@floorfour.li www.gcli.li/floorfour/

41 05/2024 finanz:zeit
Die Rooftop Bar bietet eine herrliche Aussicht auf die Liechtensteiner und Schweizer Berge. Whisky-, Gin-, Rum oder Cocktailliebhaber komme in der Floor Four Bar voll auf ihre Kosten. Das Grand Casino Liechtenstein in Bendern mit ParkplÀtzen direkt vor dem Haus.
«Wichtig

ist der Zugang zu den erfolgreichsten Private-Equity-Fonds»

Die Privatmarktspezialistin Stephanie Meili erlÀutert die StÀrken und das Angebot der LGT in der attraktiven Anlageklasse der PrivatmÀrkte.

Text: Tilmann Schaal

Frau Meili, was macht aus Ihrer Sicht die Faszination von PrivatmÀrkten aus?

Stephanie Meili: Mir gefĂ€llt, dass die PrivatmĂ€rkte auf Wissen und FĂ€higkeiten basieren. Der Erfolg hĂ€ngt stark davon ab, ob man als Anlagemanager von den spannendsten Transaktionen – zum Beispiel der Suche einer privat gehaltenen Firma nach neuem Eigenkapital – mit einem gewissen Zeitvorsprung erfĂ€hrt und dass man die FĂ€higkeiten mitbringt, den Wert eines Zielunternehmens zu steigern. HierfĂŒr muss man Teil der spezifischen Netzwerke sein, innerhalb der Branche ein klares Profil haben sowie viel Knowhow und Erfahrung mitbringen. Zudem ist keine Transaktion gleich. Es gibt grossen Spielraum bei der Ausgestaltung von Vertragswerken. Das macht die Arbeit durchaus auch kreativ.

Auf welche besonderen StÀrken kann die

LGT in diesem Bereich zÀhlen?

Die LGT ist weltweit eine fĂŒhrende Anbieterin von alternativen Anlagemöglichkeiten, unter anderem auch von Private-Equity-Fonds, und sie verfĂŒgt ĂŒber einen sehr langen Erfolgsausweis in dieser Anlageklasse. Da unsere EigentĂŒmerfamilie, das FĂŒrstenhaus von Liechtenstein, bereits seit gut 25 Jahren in diese Assetklasse investiert, ist die LGT weltweit eng mit erfolgreichen Private-Equity-Managern vernetzt. Dieser Zugang ist fĂŒr den Anlageerfolg sehr wichtig.

Und wie können Kundinnen und Kunden der LGT konkret in Private Equity investieren?

Eine attraktive Möglichkeit bietet eine semi-liquide Private-Equity-Struktur, welche Investoren diversifizierten Zugang zu globalen Direkt- und SekundÀrtransaktionen im Buyout-Bereich ermöglicht. Daneben bieten

wir mit unseren drei Partnergesellschaften eine Vielzahl an spezifischen, geschlossenen Private-Equity-Programmen an – zurzeit beispielsweise einen Fonds mit Fokus auf Buyout-Transaktionen im Rahmen einer Dachfonds-Struktur sowie einen Direktfonds mit spannenden Wachstumsunternehmen, die neben einer attraktiven finanziellen Rendite auch soziale und/oder ökologische Ziele verfolgen.

Sind die Aktien börsenkotierter Private-Equity-Gesellschaften eine valable Alternative zu einem Private-Equity-Fund?

Nein, diese bieten zwar LiquiditÀt, bewegen sich aber eher im Gleichklang mit kotierten Aktien. Dadurch unterscheiden sie sich von Private-Equity-Fonds, die weniger mit den AktienmÀrkten korreliert sind, und können somit nicht im gleichen Ausmass zur Verbesserung der Diversifizierung eines gemischten Portfolios beitragen.

42 05/2024 ïŹnanz:zeit

verfĂŒgt ĂŒber mehrjĂ€hriges Know-how in den PrivatmĂ€rkten. Sie hat ein Masterstudium an der UniversitĂ€t St. Gallen abgeschlossen und zusĂ€tzlich den CFA-Titel erworben. Als Senior Private Markets Advisor ist sie die Anlaufstelle fĂŒr die Kundenberaterinnen und -berater der LGT bei Privatmarktanlagen.

Tipps von Stephanie Meili zu Privatmarktanlagen

1. Die KomplexitÀt

Privatmarktanlagen sind im Vergleich zu anderen Anlageformen komplex. Ähnlich wie bei Aktien ist eine höhere RisikofĂ€higkeit und -bereitschaft wichtig, weil erwartete Renditen möglicherweise nicht erzielt werden und die Möglichkeit von Teil- oder Totalverlusten besteht.

2. Der Lebenszyklus

Anlegerinnen und Anleger engagieren sich meist in geschlossenen Fonds, die direkt in Unternehmen oder indirekt in Fonds investieren. WĂ€hrend eines drei- bis sechsjĂ€hrigen Investitionszeitraums ruft der Fondsmanager das Kapital fĂŒr den Kauf von Vermögenswerten ab. SpĂ€ter werden wiederum Verkaufserlöse der Beteiligungen ausgeschĂŒttet. Bis zum Ende der Laufzeit, ĂŒblicherweise zehn bis zwölf Jahre, verkauft der Fondsmanager die restlichen Vermögenswerte, schĂŒttet die Erlöse aus und liquidiert schlussendlich den Fonds. Ein vorzeitiger Verkauf der Fondsanteile ist selten möglich.

3. Die Portfoliogewichtung

Der optimale Portfolioanteil von Privatmarktanlagen in einem diversifizierten Portfolio hĂ€ngt von individuellem Vermögen, LiquiditĂ€tsbedarf, Risikotoleranz und Anlagehorizont ab. Nach unserer Erfahrung kann fĂŒr langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger eine strategische Vermögensallokation in Privatmarktanlagen von 20-25 Prozent angemessen sein.

4. Die Diversifikation

Private Anlegerinnen und Anleger sollten sich im Bereich PrivatmĂ€rkte möglichst breit aufstellen. Mehrere Produkte, die sich mit Blick auf Ausrichtung, Laufzeit und geographischem Fokus unterscheiden, sind aus unserer Sicht einem einzelnen Fonds vorzuziehen. Ausserdem ist es ratsam, solche Investitionen ĂŒber einige Jahre zu staffeln.

5. Die Managerauswahl

Der Erfolg eines Privatmarkt-Fonds hÀngt stark vom Know-how und Beziehungsnetz

des Anlagemanagers ab. Entsprechend ist der Unterschied zwischen den besten und schlechtesten Fonds in den PrivatmĂ€rkten viel grösser als bei traditionellen Anlagefonds. FĂŒr Privatanlegerinnen und -anleger ist deshalb sehr wichtig, dass sie den richtigen Anbieter finden, der die besten Investitionen ausfindig machen kann und auch Zugang zu diesen hat.

6. Der Einstieg

Kundinnen und Kunden der LGT können in ein Sub-Portfolio der FĂŒrstlichen Strategie investieren, welches ausschliesslich alternative Anlagen beinhaltet. Dieser Sub-Fonds ist eine geeignete ErgĂ€nzung fĂŒr ein aus traditionellen Anlagen bestehendes Portfolio. Die erwartete Rendite des Gesamtportfolios erhöht sich, bei sinkender VolatilitĂ€t. Diese exklusive Anlagelösung bietet die Möglichkeit, monatlich Anteile zu kaufen sowie vierteljĂ€hrlich Anteile zu verkaufen und ist damit relativ liquide.

43 05/2024 ïŹnanz:zeit
Stephanie Meili

Feierliche Eröffnung des neuen BĂŒrogebĂ€udes

der Rechtsanwaltskanzlei Gasser Partner in Schaan

Am 3. Mai 2024 wurde das neue BĂŒrogebĂ€ude der renommierten Rechtsanwaltskanzlei

Gasser Partner in Schaan feierlich eröffnet. Die Veranstaltung zog eine Vielzahl prominenter GĂ€ste aus Politik, Wirtschaft und Kultur an und markierte einen bedeutenden Meilenstein fĂŒr das Unternehmen.

Text: Redaktion

Unter den GĂ€sten befanden sich I.D. Prinzessin Gisela Bergmann von und zu Liechtenstein, LandtagsprĂ€sident Albert Frick, Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni, die Landtagsabgeordneten Dagmar BĂŒhler-Nigsch, Peter Frick, Sebastian Gassner, Daniel Seger und Manfred Kaufmann sowie der Gemeindevorsteher von Schaan, Daniel Hilti. Auch der ehemalige Regierungschef Otmar Hassler war anwesend. ZusĂ€tzlich wurden Vertreter des konsularischen Korps und der Gerichte herzlich begrĂŒsst, darunter Honorarkonsule verschiedener LĂ€nder und prominente Richter.

In ihrer Ansprache lobte Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni die Errichtung des neuen BĂŒrogebĂ€udes als einen wichtigen Beitrag zur liechtensteinischen Wirtschaft und betonte die architektonische Schönheit des GebĂ€udes. Sie hob hervor, dass die Rechtsanwaltskanzlei Gasser Partner seit 70 Jahren erfolgreich im Bereich Treuhand, Forensik, Notariatswesen und Buchhaltung tĂ€tig und auch international anerkannt ist.

Herausforderungen bei der Gestaltung des Bauwerks Inmitten der historischen Umgebung des Dorfquartiers Specki und in der NĂ€he von Kirche und Friedhof galt es, ein modernes, Ă€sthetisch ansprechendes GebĂ€ude zu schaffen, das sich harmonisch in die Umgebung einfĂŒgt. Es wurde in horizontalen Scheiben aufgelöst, um die kleinteilige Struktur der Umgebung aufzugreifen und den Strassenraum nicht zu dominieren. Ein besonderes Merkmal des GebĂ€udes ist der begrĂŒnte Eingang, der nicht nur Ă€sthetisch ansprechend ist, sondern auch als beruhigender und akustisch wirksamer Empfangsbereich dient.

Die Eröffnung des neuen BĂŒrogebĂ€udes der Rechtsanwaltskanzlei Gasser Partner wurde von allen Beteiligten als grosser Erfolg gefeiert und wird zweifellos einen positiven Beitrag zur weiteren Entwicklung Liechtensteins leisten.

44 05/2024 finanz:zeit
45 05/2024 finanz:zeit

Nationale Umsetzung der Work-Life-Balance-Richtlinie

In ihrer Sitzung am Dienstag, 6. Februar 2024, hat die Regierung dem Landtag den Bericht und Antrag zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019/1158 zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fĂŒr Eltern und pflegende Angehörige (Elternzeitrichtlinie) weitergeleitet. Die Umsetzung der Richtlinie bedingt die Anpassung der entsprechenden Bestimmungen im ABGB. Da die Vaterschaftszeit und neu auch ein Teil der Elternzeit zu vergĂŒten sind, sind zusĂ€tzliche Gesetzesanpassungen im Familienzulagengesetz und im Krankenversicherungsgesetz notwendig.

Text: Dr. Domenik Vogt

Allgemeines

Zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat die Regierung des FĂŒrstentums Liechtenstein dem Landtag mit Bericht und Antrag Nr. 13/2024 verschiedene GesetzesentwĂŒrfe vorgelegt. Diese zielen darauf ab, die Work-Life-Balance gemĂ€ss der EU-Richtlinie 2019/1158 durch zahlreiche gesetzliche Änderungen zu stĂ€rken. Konkret beinhalten die Neuerungen die EinfĂŒhrung einer bezahlten Elternzeit, einer bezahlten Vaterschaftszeit sowie einer Betreuungszeit. ZusĂ€tzlich wird die Freistellung aufgrund höherer Gewalt prĂ€zisiert und die flexiblen Arbeitsregelungen besser ausgestaltet. Eine ausdrĂŒckliche Schutzbestimmung soll zudem die BeschĂ€ftigungsansprĂŒche von Arbeitnehmenden sichern.

Neuregelung der Elternzeit

Nach geltendem Recht haben in Liechtenstein Eltern oder Pflegeeltern, die mit ihrem Kind im gemeinsamen Haushalt leben und es ĂŒberwiegend selbst betreuen, Anspruch auf vier Monate unbezahlten Elternurlaub pro Elternteil, sofern sie seit mindestens einem Jahr im selben Betrieb beschĂ€ftigt sind. KĂŒnftig ist nur noch die BeschĂ€ftigungsdauer relevant, das Kriterium des gemeinsamen Haus-

halts entfĂ€llt. Zwei der vier Monate Elternzeit sollen kĂŒnftig bezahlt sein, mit einem Anspruch bis zum dritten Lebensjahr des Kindes bzw. bis zum fĂŒnften Lebensjahr bei Adoption oder Pflegschaft.

EinfĂŒhrung einer bezahlten Vaterschaftszeit

Bisher existierte keine spezifische Regelung zur Vaterschaftszeit in Liechtenstein. Mit der EinfĂŒhrung der neuen Work-Life-Balance-Richtlinie wird es rechtlichen VĂ€tern ermöglicht, durch zwei aufeinanderfolgende Arbeitswochen Freistellung, die innerhalb von acht Monaten nach der Geburt des Kindes zu nehmen sind, eine engere Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen. Die Vaterschaftszeit wird gemĂ€ss dem neu eingefĂŒhrten Art. 15a KVG mit 80% des AHV-pflichtigen Lohnes vergĂŒtet.

EinfĂŒhrung einer Betreuungszeit

Die geplante Neuregelung des § 1173a Art. 34d ABGB sieht vor, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bis zu fĂŒnf Arbeitstage Freistellung zur Betreuung gesundheitlich beeintrĂ€chtigter Angehöriger (Kinder, Elternteile, Ehe- oder eingetragene Partner) oder Mitbewohner zu gewĂ€hren.

Eine finanzielle VergĂŒtung fĂŒr diese Betreuungszeit ist nicht vorgesehen. Allerdings können langfristige BetreuungsfĂ€lle nach bestehendem Recht durch HilflosenentschĂ€digung von bis zu CHF 952 monatlich und ein Pflegegeld von bis zu CHF 180 tĂ€glich unterstĂŒtzt werden.

Freistellung aufgrund höherer Gewalt Nach geltendem Recht haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Krankheit oder Unfall von Familienangehörigen, die mit ihnen in hĂ€uslicher Gemeinschaft leben, Anspruch auf Freistellung bis zu drei Tagen. Der Kreis dieser Familienangehörigen wird neu geregelt, wobei das Erfordernis des Zusammenlebens im gleichen Haushalt entfĂ€llt. Zudem wird der Anspruch auf volle Lohnfortzahlung in der neuen Bestimmung ausdrĂŒcklich verankert.

Flexible Arbeitsregelung aus familiĂ€ren GrĂŒnden

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Kinder betreuen oder Angehörige pflegen, haben kĂŒnftig das Recht, flexiblere Arbeitszeiten zu verlangen. Lehnt der Arbeitgeber ab, muss er dies begrĂŒnden. Voraussetzung ist eine BeschĂ€ftigungsdau-

er von mindestens sechs Monaten beim selben Arbeitgeber.

Domenik Vogt Rechtsanwalt und Counsel

Über die Person

Domenik Vogt ist als Rechtsanwalt in Liechtenstein zugelassen und beschĂ€ftigt sich schwerpunktsmĂ€ssig mit dem Gesellschafts- und Unternehmensrecht . DarĂŒber hinaus befasst sich Domenik Vogt mit Fragen des Wirtschafts-, Vertrags- und Steuerrechts.

Feldkircher Strasse 31 9494 Schaan T +423 236 30 80

oïŹƒce@gasserpartner.com www.gasserpartner.com

46 05/2024 ïŹnanz:zeit

wohn:zeit bau &

47 05/2024 bau & wohn:zeit
48 05/2024 bau & wohn:zeit

Pfingstrosen –langlebig und unverwĂŒstlich

Garten-Tipp

In jedem Bauerngarten fand man frĂŒher die Pfingstrosen (Paeonia officinalis) mit ihren herrlichen roten, weissen oder rosa BlĂŒtenbĂ€llen. Auch in den KlostergĂ€rten durften sie nicht fehlen. Wie der Name «officinalis», sagt wurde sie als Heilpflanze geschĂ€tzt.

In den heutigen GĂ€rten werden sie leider nicht mehr so oft gepflanzt. Die Paonia lactiflora mit ihrem sehr grossen BlĂŒtenspektrum hat die Bauern-Pfingstrose ein bisschen verdrĂ€ngt. Ein Grund sind auch die stark gefĂŒllten BlĂŒten der Paeonia officinalis, die bei regnerischem Wetter nicht sehr standfest sind.

Chinesische Pfingstrosen (Paonia lactiflora) haben eine gute Standfestigkeit. Ein leichter Duft der BlĂŒten und eine riesige Farbenvari-

anz zeichnen sie aus. Es gibt sie meist als gefĂŒllt blĂŒhende Sorten. Diese sind auch fĂŒr die Vase geeignet. Farben von Weiss, Rosa, Hellrot, Blutrot bis Schwarzrot sind erhĂ€ltlich. Ganz zierlich sind Sorten mit einfachen BlĂŒten. Die Sorte «White Wings» mit schneeweissem BlĂŒtenteller und knallgelben StaubgefĂ€ssen erinnert an Spiegeleier. Pinke BlĂŒtenblĂ€tter mit gelber Mitte erhalten wir mit der Sorte «Nymphe». Die Sorte «Bowl of Beauty» besticht durch eine ganz aparte BlĂŒte, die an eine Seerose erinnert. Wer eine RaritĂ€t sucht, der entscheidet sich fĂŒr die Paonia tenuifolia. Eine rotblĂŒhende Wildart mit farnartigem Blatt.

Wenig Pflegeaufwand zeichnet alle Pfingstrosen aus. Im FrĂŒhling schiessen schon frĂŒh ihre roten Triebspitzen aus dem Boden. Im Mai zeigen sich ihre BlĂŒten in voller Pracht. Ein

Pfingstrosen mögen nahrhafte Erde. Beim Pflanzen eine gute Blumenerde und eine Handvoll HornspĂ€ne als biologischen LangzeitdĂŒnger untermischen.

gesundes Blatt ziert die Pflanzen den ganzen Sommer. Im Herbst haben sie eine rötliche FĂ€rbung, die schön mit GrĂ€sern harmoniert. Üblicherweise haben sie keine Krankheiten, werden von Schnecken nicht gefressen und zieren den Garten ĂŒber Jahrzehnte.

Gute Pflanzenpartner sind Wiesensalbei in den verschiedenen Sorten. Glockenblumen, Frauenmantel und Storchschnabel sind ebenfalls geeignete Pflanzen in Kombination mit Pfingstrosen. Der Standort darf sonnig bis halbschattig sein.

Jetzt ist die Zeit der Pfingstrosen. Lernen Sie jetzt diese spannende Pflanzengruppe kennen und lieben.

49 05/2024 bau & wohn:zeit

Publireportage

Vom Keller bis zum Dach:

Alles aus einer Hand mit der AES

Als Dominik Oehri im Jahr 2008 die Alternative Energie Systeme GmbH, kurz AES, gegrĂŒndet hat, war sie ein Handelsunternehmen fĂŒr Komponenten alternativer Energiesysteme. Heute ist sie nach einem konsequenten vollzogenen Lern- und Entwicklungsprozess ein Systemanbieter, der von der Beratung ĂŒber den Handel mit regenerativen Energiesystemen bis zur Installation von Photovoltaikanlagen das ganze Spektrum der Energieerzeugung anbietet.

«Unser Ziel bei der AES ist es, die EnergieflĂŒsse innerhalb der WĂ€rmeerzeugung so effizient wie möglich zu gestalten, um damit so viel PrimĂ€renergie wie möglich zu sparen – bei gleichzeitig grösster Aufmerksamkeit fĂŒr die Trinkwarmwasserhygiene», sagt Dominik Oehri, Fachmann auf dem Gebiet der regenerativen Energien mit mehreren Jahrzehnten Berufserfahrung (siehe Infobox). «Sowohl im Bereich der Konzeption von WĂ€rmeerzeugungsanlagen und des Handels mit Energiespeicherkomponenten als auch

der Installation von PV-Anlagen sind wir der richtige Ansprechpartner. Letztere montieren wir selbst auf den DĂ€chern oder an den Fassaden unserer Kundschaft.» Getreu dem Motto der AES, «Nachhaltigkeit aus Überzeugung», bietet das Unternehmen das ganze Konzept der GebĂ€udeenergie an. «FrĂŒher war es so – und meistens ist dies leider heute noch der Fall –, dass die verschiedenen Energiesysteme wie Strom oder Heizung unabhĂ€ngig voneinander geplant und realisiert werden. Mittlerweile verschmelzen die ver-

schiedenen Energieformen WĂ€rme, Elektro und Bewegung beziehungsweise MobilitĂ€t aber mehr und mehr. Wir planen, denken und handeln daher ganzheitlich in allen Themen. Das gilt auch fĂŒr die Solarthermie, die immer noch eine sinnvolle ErgĂ€nzung eines ganzheitlichen Energiekonzepts darstellen kann.»

Gleichbleibender Komfort bei deutlich mehr Effizienz

Nachhaltig ist fĂŒr Dominik Oehri der aktuelle Trend hin zu mehr Photovoltaik aber nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökomischen GrĂŒnden. «Heute bekommen die Kunden von uns leistungsfĂ€hige Systeme, die lange halten und sich verhĂ€ltnismĂ€ssig rasch amortisieren. Nachhaltig im doppelten Wortsinn also. Das ist gerade bei einer Leistung, bei der Bauherren in Vorkasse gehen mĂŒssen, von zentraler Bedeutung. Mit unserer grossen Erfahrung tragen wir auch dazu bei, dass jeder fĂŒr seine BedĂŒrfnisse die richtige Entscheidung treffen kann – ob es sich nun um ein Einfamilienhaus handelt oder ein Grossprojekt bis hin zu Objekten der öffentlichen Hand. Der Bauherr muss ein grosses Vertrauen in den Anlagenersteller haben, und in diesem Punkt kann ich dafĂŒr garantieren, dass wir unseren Kunden als Firma und Ansprechpartner noch sehr lange zur VerfĂŒgung stehen werden.»

Dieser Status als Ansprechpartner fĂŒr die Kundschaft gilt fĂŒr die ganze Dauer eines Projekts und darĂŒber hinaus. «Wir beraten, planen, reichen die Bau- und Fördergesuche

50 05/2024 bau & wohn:zeit
Energiedach von AES Alternative Energie Systeme GmbH

ein, realisieren und vermitteln. Das beinhaltet auch die technische Sanierung der Haustechnik», sagt Dominik Oehri. Er ergĂ€nzt: «Wichtig ist mir, bei der Beratung stets ehrlich und transparent zu sein. Wenn sie sich nicht lohnt und rechnet, empfehle ich zum Beispiel eine WĂ€rmepumpe auch einmal nicht beziehungsweise rate explizit von ihr ab. Diese Offenheit schĂ€tzen die Kunden sehr. Gemeinsam erreichen wir eine bestmögliche Ausschöpfung der PrimĂ€renergie bei gleichbleibendem Wohn- oder Nutzungskomfort.» Dominik Oehri und sein Team stehen in diesem Zusammenhang gerne fĂŒr unverbindliche Erstberatungen zur VerfĂŒgung.

30 Jahre Berufserfahrung

Dominik Oehri ist ein Pionier auf dem Gebiet der regenerativen Energien. Nach seinen Ausbildungen zum Heizungsinstallateur und Heizungszeichner sowie zum SanitĂ€rzeichner hat er zwei FachhochschulabschlĂŒsse in den Bereichen Technik und erneuerbare Energien erlangt. Seit 20 Jahren ist er mit seiner eigenen Firma ENB mit Sitz in Gamprin in der Planung von Heizungs-, LĂŒftungs-, KĂ€lte und SanitĂ€ranlagen tĂ€tig. 2008 hat er zusĂ€tzlich in Buchs das Unternehmen AES gegrĂŒndet. Dort beraten er und seine Mitarbeiter Bauherren von Projekten bzw. Besitzer von Immobilien jeder Grössenordnung in allen Fragen rund um regenerative Produkte. Die Palette reicht vom Schichtladespeicher – besonders hochwertige und effiziente Heizungsspeicher â€“ĂŒber Frischwasserstationen, die das Trinkwarmwasser erst dann erwĂ€rmen, wenn es

AES-Energiemanagement

durch den Verbraucher benötigt wird, bis hin zu thermischen Solarkollektoren und PV-Modulen. Mit all diesen Produkten handelt die AES auch. «Ich habe inzwischen 30 Jahre Erfahrung in Bezug auf die Nutzung regenerativer Energien. Schon wĂ€hrend der Lehre habe ich auf meinem Elternhaus eine thermische Solaranlage installiert. Seither hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Heute ist es mein Ziel, dass meine Kunden bestmöglich von meiner Erfahrung und meinem Wissen profitieren können», sagt Dominik Oehri, der dieses Wissen seit 14 Jahren auch als Dozent an der Energieakademie Toggenburg und an der Baugewerblichen Berufsschule ZĂŒrich an Studenten und Nachwuchsfachleute in den Bereichen Solateur, WĂ€rmepumpen, Frischwasserstationen und Energieeffizienz vermittelt.

Die Unternehmen

Alternative Energie Systeme GmbH (AES) LangÀulistrasse 9 CH-9470 Buchs (SG) Tel. +41/81/523 00 11 kontakt@aesgmbh.ch www.aesgmbh.ch

Energieplanungs-Anstalt (ENB) IngenieurbĂŒro fĂŒr Haustechnikplanung Höf 52, LI-9487 Gamprin Tel. +423/239 92 92 kontakt@enb.li www.enb.li

51 05/2024 bau & wohn:zeit
Dominik Oehri

Förderung von WÀrmedÀmmung bestehender Bauten

Ein gut gedĂ€mmtes GebĂ€ude ist nicht nur im Winter mit Hinblick auf Reduktion der WĂ€rmeverluste wichtig, sondern auch gegen eindringende Hitze im Sommer relevant. Hohe Raumtemperaturen beeintrĂ€chtigen Wohlbefinden und LeistungsfĂ€higkeit immens. Das NachdĂ€mmen bei bestehenden GebĂ€uden bringt somit einen umfassenden Mehrwert ĂŒber das ganze Jahr

Sie sanieren energieeffizient – wir fördern!

Der Förderbetrag des Landes fĂŒr die DĂ€mmung von FlĂ€chen zu beheizten RĂ€umen berechnet sich in AbhĂ€ngigkeit der sanierten Einzelbauteile und deren FlĂ€chen.

Energiefachstelle Liechtenstein

Amt fĂŒr Volkswirtschaft | Haus der Wirtschaft | 9494 Schaan T +423 236 69 88 | info.energie@llv.li | energiebĂŒndel.li | llv.li

Fenster | AussentĂŒren

Dach

Dach- bzw. Estrichboden

Innenwand zu unbeheizt

Kellerdecke | Wand zu Erdreich | etc.

Land + Gemeinde = Gesamt

Die Gemeinden fördern gemĂ€ss ihren eigenen BeschlĂŒssen und verdoppeln meist bis zu ihren jeweiligen

MaximalbetrÀgen.

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CHF 70 + 70 = 140/m2
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CHF 30 + 30 = 60/m2
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„Verwittertes PïŹ‚aster?! –Die Alternative zur Neuverlegung.“

Die SteinpïŹ‚eger Schweiz-Ost, das Team im Interview:

Eine kurze Einleitung bitte. Was genau bieten Die SteinpïŹ‚eger an?

Wir haben uns darauf spezialisiert, OberïŹ‚Ă€chen im Außenbereich aufzubereiten und diese nachhaltig zu schĂŒtzen. Im Grunde vergleichbar mit der PïŹ‚ege eines Autos. Richtig geschĂŒtzt hat man auch hier deutlich lĂ€nger Freude daran und erhĂ€lt zeitgleich den Wert.

Kurz zum Ablauf, wie kann man sich einen SteinpïŹ‚egerbesuch vorstellen?

ZunĂ€chst schaut sich ein Mitarbeiter die FlĂ€chen an, legt eine Probereinigung, bspw. In einer Ecke an, und erstellt dann ein Aufmaßblatt inkl. Fotos. Dieses wird noch vor Ort an unser BĂŒro versendet. Direkt im Anschluss erhĂ€lt der Kunde ein schriftliches Angebot. Das Besondere bei uns: Bis hierhin ist alles kostenfrei und völlig unverbindlich. FĂŒr uns sind die Angebote verbindlich, es wird kein Cent mehr abgerechnet als vereinbart, auch wenn wir lĂ€nger bleiben mĂŒssen.

Und wie lĂ€uft so eine Aufbereitung, bspw. die eines PïŹ‚asters ab?

Reinigung mit bis zu 100° C heißem Wasser (350 BAR Druck)

Gleichzeitige Absaugung von Fugenmaterial und Schmutzwasser

Wir reinigen mit bis zu 100°C heißem Wasser und einem angepassten Druck von bis zu 350 bar. Dabei saugen wir gleichzeitig das entstehende Schmutzwasser sowie das Fugenmaterial ab. Im Anschluss wird die FlĂ€che einer umweltvertrĂ€glichen Art der Desinfektion unterzogen. Damit entfernen wir selbst die kleinsten RĂŒckstĂ€nde und Sporen. Damit es aussieht wie neu verlegt und die FlĂ€chen ihre StabilitĂ€t behalten, werden diese neu verfugt. Im Anschluss imprĂ€gnieren wir die FlĂ€chen und schĂŒtzen diese so langfristig.

Warum sollte man die SteinpïŹ‚eger beauftragen?

Zum einen natĂŒrlich der Faktor Zeit. Ich denke, ein Garten ist in erster Linie ein Ort der Ruhe und Erholung. Wer möchte schon die wenigen Sonnenstunden damit verbringen, zu reinigen und Sachen von A nach B zu schleppen. Außerdem ist ja zu beachten, reinigt man selbst, ist das i. d. R. alle 3-4 Monate nötig. Dabei wird viel Dreck an Fenstern und TĂŒren verursacht, teilweise werden die Fugen ausgespĂŒlt, PfĂŒtzen entstehen und natĂŒrlich wird jedes Mal das PïŹ‚aster weiter angeraut. Dadurch ist das PïŹ‚aster im neuen Jahr noch schmutzanfĂ€lliger. Wenn wir da waren, bieten wir mit STEINPFLEGER Protect 4 Jahre Garantie, auch gewerblich! Und dank unserer hauseigenen festen

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Plausibilisierungs-Studie zur marktautarken Energieversorgung

Die Mitglieder des Lenkungsausschusses, der Projektanten und des Vereins LIGEN trafen sich Mitte April zu einem weiteren Meeting, um zukĂŒnftige Strategien in der liechtensteinischen Energieversorgung zu diskutieren.

Text: PD / Johannes Kaiser

Konkret wurden bestehende Szenarien wie die «Energiestrategie 2030 und die Energievision 2050» der Regierung des FĂŒrstentums Liechtenstein aus dem Jahr 2020 sowie das Szenario der LIGEN aus dem Jahr 2022 modelliert und deren Last- und Marktverlauf ĂŒber ein ganzes Jahr dargestellt. Die Simulationen wurden mit einer Auflösungsgenauigkeit von einer Stunde durchgefĂŒhrt. Das heisst, dass zu jeder Stunde innerhalb des Referenzjahres der exakte Verbrauch und die dazugehörige Energiebeschaffung abgebildet wurden. Bei den beiden Szenarien zeigen sich grosse Unterschiede beim Zukauf von Energie und bei der AbhĂ€ngigkeit von den jeweiligen Marktpreisen. Auch wurden beide Szenarien

bezĂŒglich Investitionen und zu erwartenden Stromkosten sowie potenziell anfallenden CO₂-Mengen untersucht.

Energieszenarien fĂŒr Liechtenstein Ein wichtiger Bestandteil der Diskussionen waren Annahmen fĂŒr die zukĂŒnftige Preisentwicklung der Energieversorgung. Es wird dabei davon ausgegangen, dass die Energiekosten aus den erneuerbaren Quellen Sonne und Wind weiterhin fallen. Bei der Residuallast wird allerdings von einer Kostenerhöhung ausgegangen. Unter Residuallast versteht man den Anteil an Energie, der nicht aus Sonne und Wind erzeugt werden kann und der heute noch zu einem grossen Teil

aus fossilen Quellen stammt. Die Entwicklung dieser Kosten werden bei der Entscheidung bezĂŒglich Investitionen in neue saisonale (langfristige) Energiespeicher eine grosse Rolle spielen.

Um im Folgetreffen optimale Lösungsszenarien verabschieden zu können, beauftragte der Lenkungsausschuss die genauere Analyse der SensitivitĂ€ten der diversen Kostenkomponenten, so zum Beispiel auch der Residuallastkosten gegenĂŒber möglichen VerĂ€nderungen sowie die detaillierte Simulation eines weiteren durch den Lenkungsausschuss festgelegten Szenarios.

54 05/2024 bau & wohn:zeit
Einblick in die Lenkungsausschuss-Sitzung mit Vertretern der LKW, Liechtenstein WĂ€rme, Solargenossenschaft, LGU, LIHK, Gemeinden sowie KVA Buchs.

Bildung & Jugend

«Mein Tag ist sehr abwechslungsreich»

Ajla Cajlakovic ist im dritten Lehrjahr zur Fachfrau Gesundheit EFZ. Sie absolviert ihre Ausbildung im Landesspital und lernt tÀglich dazu.

Interview: Vera Oehri-Kindle

Ajla, was hat dich dazu bewogen, diesen Beruf zu erlernen?

Ajla Cajlakovic: Ich habe bereits vorher die Ausbildung Fachfrau Betreuung EFZ Menschen mit BeeintrĂ€chtigung absolviert, und ich wollte mich einer neuen Herausforderung stellen, indem ich die medizinische Ausbildung – Fachfrau Gesundheit EFZ – ebenfalls absolviere.

Was gefÀllt dir besonders an diesem Beruf?

Es gefÀllt mir gut, dass es jeden Tag abwechslungsreich ist und ich immer wieder etwas dazulerne.

Wer unterstĂŒtzt dich bei deiner Ausbildung?

Die Tagebezugspersonen und ganz eng die Berufsbildnerinnen des Landesspitals.

Kannst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag erinnern?

Oh ja! Ich war sehr schĂŒchtern, aber auch sehr neugierig, was alles auf mich zukommen wĂŒrde.

Welche Voraussetzungen sollte man fĂŒr diesen Beruf mitbringen?

TeamfÀhigkeit, Geduld und, ganz wichtig, Empathie.

Welche persönlichen StÀrken kannst du in deinem Beruf ausspielen?

Ich bin sehr geduldig, empathisch und habe eine Durchsetzungskraft.

Welche Ziele hast du nach der Lehre?

Ich arbeite als Fachfrau Gesundheit EFZ weiter, und im MĂ€rz 2025 beginne ich die Weiterbildung zur diplomierten Pflegefachfrau HF.

Ihre/Deine Stimme zÀhlt!

55 05/2024 bau & wohn:zeit
Weitere Informationen: neubau-landesspital.info JA zum ErgÀnzungskredit heisst, weiterhin attraktive AusbildungsplÀtze anzubieten und damit FachkrÀfte der Zukunft zu schaffen.

Naturplaner Eugen Sturmlechner und Heinz Biedermann, Gemeinderat und Vorsitzender der Umweltkommission Ruggell.

Tag der BiodiversitÀt in Ruggell mit Eröffnung des Naturschaugarten

BiodiversitĂ€t bedeutet Vielfalt. Um die Naturvielfalt in Ruggell zu zeigen, organisiert die Umweltkommission Ruggell den Tag der BiodiversitĂ€t am Samstag, 25. Mai 2024. Im Rahmen dieses Tags der «offenen TĂŒr unserer Natur» wird der neue Naturgarten eröffnet.

Text: Heinz Biedermann

Artenreiche GrĂŒnflĂ€chen im Dorf

Die Artenvielfalt im eigenen Garten zu fördern, braucht zu Beginn etwas Mut und Gelassenheit. Nicht mehr jede Woche Rasen mĂ€hen? Wilde Ecken zulassen? Die neu geschaffenen Strukturen werden in Windeseile von Pflanzen und Tieren angenommen. Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel, 
 finden sich schnell zurecht, wenn sie die LebensrĂ€ume dafĂŒr bekommen.

Im Ruggeller Naturgarten kann man sich Ideen fĂŒr den eigenen Garten holen oder einfach die Zeit vor Ort geniessen. Die Umweltkommission freut sich mit vielen Interessierten

‱ am Samstag, 25. Mai 2024

‱ um 11 Uhr den Naturgarten feierlich zu eröffnen.

Tag der offenen TĂŒr unserer Natur

Den Tag beginnen wir aber schon etwas frĂŒher. Von 8 bis 10.30 Uhr sind alle herzlich eingeladen, zu verschiedenen Stationen mit dem Fahrrad oder zu Fuss hinzukommen und sich vor Ort zehn bis 15 Minuten von den Experten informieren zu lassen. Es gibt dabei keinen zeitlichen Ablauf und keine vorgegebene Route.

Um 11 Uhr wird der Naturgarten durch Vorsteher Christian Öhri, den Naturgartenplaner

Eugen Sturmlechner sowie durch mich als Vorsitzenden der Umweltkommission eröffnet. Im Anschluss daran werden FĂŒhrungen durch den Naturgarten sowie den Garten vom Verein Gemeinschaftsgarten angeboten.

FĂŒr Snacks und GetrĂ€nke sowie Überraschungen ist gesorgt. FĂŒr den grossen Hunger wird eine Grillmöglichkeit angeboten, das Essen dazu muss aber selbst mitgebracht werden. Die Umweltkommission Ruggell sowie alle beteiligten Akteure freuen sich auf einen interessanten BiodiversitĂ€tstag mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern.

56 05/2024 bau & wohn:zeit
Foto: Daniel Schwendener

ÜBERBLICK DER 12 STATIONEN 25.

25. MAI

Willi BĂŒchel / Rojane BĂŒchel Biobauernhof / Permakulturgarten

Fischereiverein / Rainer KĂŒhnis

Förderung der Artenvielfalt in und am Wasser

Willi BĂŒchel / Rojane BĂŒchel Biobauernhof / Permakulturgarten

Ornithologen

Vorstellung des Vereins

Fischereiverein / Rainer KĂŒhnis Förderung der Artenvielfalt in und am Wasser

Ornithologen Vorstellung des Vereins

TAG DER BIODIVERSITÄT

ÜBERBLICK DER 12 STATIONEN

VON 8 UHR BIS 10.30 UHR

TAG DER BIODIVERSITÄT

BANGSHOF NEUGRÜTTHOF Möhlibach Spiersbach

BANGSHOF NEUGRÜTTHOF Möhlibach Spiersbach

JĂ€gerschaft Rehkitzrettung

BZG / JĂŒrgen KĂŒhnis Ökotrittsteine

Forst / Sigi KoïŹ‚er Artenvielfalt im Wald Anja BĂŒchel Gartenkind

Gemeinde / Eugen Sturmlechner Kreiselgestaltung

Forst / Sigi KoïŹ‚er

Artenvielfalt im Wald

Imker Imkern in Ruggell

Gemeinde / Eugen Sturmlechner Kreiselgestaltung

Tania Oehri Permakulturgarten

Imker

Imkern in Ruggell

Tania Oehri Permakulturgarten

Wir freuen uns auf einen vielfÀltigen Vormittag mit euch.

RUGGELL RUGGELL

PfadïŹnder / Umweltkommission

Bau eines Insektenhotels

11 Uhr Eröffnung Naturgarten

FĂŒhrungen durch den Gemeinschaftsgarten und den Naturgarten

RUGGELL

SCHELLENBERG

SCHELLENBERG

Die Umweltkommission Ruggell und alle beteiligten Akteure.

Carola und Daniel BĂŒchel KĂ€ferburg, Eidechsenschloss und Bienenoasen

PfadïŹnder / Umweltkommission Bau eines Insektenhotels 11 Uhr Eröffnung Naturgarten FĂŒhrungen durch den Gemeinschaftsgarten und den Naturgarten VON 8 UHR BIS

BiodiversitÀt bedeutet Vielfalt. die Naturvielfalt in Ruggell organisiert die Umweltkommission Ruggell den Tag der BiodiversitÀt.

Von 8.00 bis 10.30 sind alle eingeladen zu den verschiedenen Stationen mit dem Fahrrad oder Fuss hinzukommen und sich 10-15 Minuten von den Referenten informieren zu lassen. Es gibt keinen zeitlichen Ablauf und vorgegebene Route.

JĂ€gerschaft Rehkitzrettung

BZG / JĂŒrgen KĂŒhnis Ökotrittsteine

BiodiversitÀt die organisiert Ruggell

Um 11.00 wird der Naturgarten unseren Vorsteher Christian Naturgartenplaner Eugen Sturmlechner und die Umweltkommission Im Anschluss daran werden durch den Naturgarten und vom Verein Gemeinschaftsgarten angeboten.

Anja BĂŒchel Gartenkind

FĂŒr Snacks und GetrĂ€nke ist FĂŒr den grossen Hunger bieten Grillmöglichkeit an, das Essen muss aber selber mitgebracht

Wir freuen uns auf einen vielfÀltigen Vormittag mit euch.

Von eingeladen Stationen Fuss 10-15 informieren keinen vorgegebene Um unseren Naturgartenplaner und Im Anschluss durch vom angeboten.

Die Umweltkommission Ruggell und alle beteiligten Akteure

Carola und Daniel BĂŒchel KĂ€ferburg, Eidechsenschloss und Bienenoasen

FĂŒr FĂŒr Grillmöglichkeit muss Wir Vormittag Die und

57 05/2024 bau & wohn:zeit
SPETZAU
RHEIN
2024
10.30 UHR
SPETZAU
RHEIN
MAI 2024

ProjektprĂ€sentation Â«Ăœberbauung Landammannstrasse Eschen»

Eine Idee, zwei MehrfamilienhÀuser, eine tragfÀhige Partnerschaft

Zwei (fast) identische MehrfamilienhĂ€user, zwei Geschwister als gemeinsame Bauherrschaft, zwei Architekten, die ihre GeschĂ€ftspartnerschaft auf eine neue Grundlage stellen: Die Überbauung in der Landammanstrasse in Eschen hatte als Projekt von Anfang an viel Potenzial, um zu einem grossartigen Ergebnis zu fĂŒhren – und dieses Ziel haben Martin und Sonja Gassner zusammen mit Martin Biedermann und Thomas Schafhauser erreicht. Das Resultat kann sich sehen lassen.

Text: Heribert Beck

In wenigen Wochen können die neuen Mieter einen grossen Teil der acht 4,5-Zimmer-Wohnungen mit ihren je etwa 120 Quadratmetern WohnflĂ€che beziehen, die in den vergangenen anderthalb Jahren an der Landammannstrasse in zwei ĂŒber eine Tiefgarage verbundenen Baukörpern entstanden sind. «Es war ein ĂŒberaus interessanter Auftrag, den Martin und Sonja Gassner uns im Lauf des Jahres 2020 erteilt haben. Wir haben gerne ein Vorprojekt erstellt, das ihrem Wunsch entsprach, den Boden, den sie gemeinsam besitzen, optimal auszunutzen und ihn gleichzeitig fair aufzuteilen», sagt Martin Biedermann, seit LĂ€ngerem in der GeschĂ€ftsleitung und seit Kurzem Partner von Thomas Schafhauser bei der «Schafhauser & Biedermann Architekten AG». Vom Vorprojekt bis zur Baueingabe verging dann zwar nochmals etwas Zeit. «Wir sind

genau in die Phase der extremen Baupreisteuerungen gekommen, aber zusammen mit der Bauherrschaft konnten wir die optimale Lösung in Form eines Totalunternehmer-Angebots finden, ohne bei der QualitĂ€t Abstriche machen zu mĂŒssen.» So konnten die Bagger im November 2022 auffahren und die Grube ausheben, in welcher der Sockel entstand, der nun sowohl den Hangabschluss bildet als auch beide Baukörper ĂŒber die Tiefgarage verbindet.

«Eine unglaubliche Aussicht ins Rheintal»

Bei den folgenden Arbeiten konnte dann einiges an Zeit wieder eingespart werden. Dies ist der Hybridbauweise geschuldet, welche bei «Schafhauser Biedermann Architekten AG» seit einigen Jahren forciert

Bauleitung und Baustellenkoordination aus einer Hand.

58 05/2024 bau & wohn:zeit
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ProjektprĂ€sentation Â«Ăœberbauung Landammannstrasse Eschen»

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59 05/2024 bau & wohn:zeit
WIR
DER BAUHERRSCHAFT FÜR DEN GESCHÄTZTEN AUFTRAG!
DANKEN
Ansicht SĂŒdost

ProjektprĂ€sentation Â«Ăœberbauung Landammannstrasse Eschen»

wird, wann immer sich die Kunden von ihren VorzĂŒgen ĂŒberzeugen lassen. «Dabei kombinieren wir jeweils die besten Eigenschaften des Massiv- und des Elementbaus. Der Kern besteht aus Beton. Er lĂ€sst sich schnell und effektiv errichten und zeichnet sich durch grosse StabilitĂ€t dĂŒnne und dennoch ĂŒberaus tragfĂ€hige Deckenplatten aus. Parallel dazu können die Holzelemente fĂŒr Fassade und Dachstuhl schon vorgefertigt werden, was die GerĂŒstzeit deutlich reduziert», sagt Martin Biedermann. Die Vorteile liegen aber nicht nur in der zeitlichen Synergie, die so genutzt werden kann. «Auch die WohnqualitĂ€t gewinnt enorm. Der Schall- und WĂ€rmespeicher profitiert vom Beton, das Raumklima und die Wohngesundheit vom Holz.» Zu Letzterem tragen auch die Holzböden bei sowie die mineralischen Putze und Wandfarben.

«Ein besonders starkes Argument bei der Vermietung der Wohnungen war auch die unglaubliche Aussicht, die sich aus den Wohnungen bezie-

hungsweise von den grosszĂŒgigen Terrassen und den 40 Quadratmeter grossen Balkonen mit SĂŒdwest-Ausrichtung ins Rheintal bietet», sagt Martin Biedermann. Er ergĂ€nzt: «Wenige Wohnungen stehen noch zur Miete. Interessenten können sich jederzeit bei uns oder den â€čIng. Bau AGâ€ș in Vaduz melden, um eine Besichtigung zu vereinbaren.» Überzeugen können sich die potenziellen neuen Bewohner dabei auch von der gesamten Innenmaterialisierung, den modernen Nasszellen und offenen Grundrissen sowie von den grosszĂŒgig geschnittenen Wohnbereichen mit ihren jeweils rund 40 Quadratmetern. «Hinzu kommt, dass jede Wohnung ein gesamtes Stockwerk belegt, also Ausblicke in alle Himmelsrichtungen ermöglicht», sagt Martin Biedermann. In Sachen Nachhaltigkeit verfĂŒgen die beiden GebĂ€ude ohnehin ĂŒber alles, was sich heutzutage anbietet und ökonomisch sinnvoll ist. Die DachflĂ€chen sind optimal mit PV-Modulen belegt, und die Beheizung erfolgt ĂŒber eine Luft-WĂ€rme-Pumpe.

60 05/2024 bau & wohn:zeit
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ProjektprĂ€sentation Â«Ăœberbauung Landammannstrasse Eschen»

GrosszĂŒgiger Aussenbereich mit Blick ins Rheintal

Ein flexibler Totalunternehmer

«Was noch besonders hervorgehoben werden sollte, ist die Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft», sagt Martin Biedermann. «Wir haben hier mit der Schafhauser Immobilien Anstalt als Totalunternehmer fungiert. Aber nicht im klassischen Sinn, dass man grob Details bespricht, VertrĂ€ge unterschreibt und sich bei der SchlĂŒsselĂŒbergabe wieder sieht. Die Geschwister Gassner haben weiterhin ihre Ideen eingebracht und waren in viele Details bei der Ausgestaltung sehr stark eingebunden. Das hat wunderbar funktioniert, weil beide sehr grosses Interesse an diesem Projekt hatten, ausserordentlich offen waren fĂŒr VorschlĂ€ge und dennoch klare Vorstellungen hatten. FĂŒr Thomas und mich war es ein optimales Projekt, um nun auch mit dem neuen Namen der Firma als Partner aufzutreten.»

61 05/2024 bau & wohn:zeit
Vielen Dank fĂŒr denschönenAuftrag! S CHAAN

Vogelperspektive der Baustelle: Es fehlen nur noch die Umgebungsarbeiten.

«Wir wĂŒrden wieder zusammen bauen»

Hinter Martin und Sonja Gassner liegt mit dem Bau ihrer beiden MehrfamilienhĂ€user eine intensive Zeit. Hinzu kommt, dass sie berufsbedingt die meiste Zeit in ZĂŒrich verbringen. Doch mit der Schafhauser & Biedermann AG haben sie einen Totalunternehmer gefunden, der ihnen viel Arbeit abgenommen hat und dennoch jederzeit auf ihre WĂŒnsche eingegangen ist

Eure MehrfamilienhÀuser sind inzwischen bezugsbereit. Wie zufrieden seid ihr mit dem Ergebnis?

Martin Gassner: Wir sind sehr zufrieden. Als Bauherr muss man extrem viele Entscheidungen treffen, und es ist oftmals schwierig einzuschĂ€tzen, wie sich die einzelnen von ihnen zum Gesamtbild zusammenfĂŒgen. Wenn man aber im Nachhinein sagen kann, dass alles zu einem stimmigen Ganzen zusammengekommen ist, ist das ein schönes GefĂŒhl. Ein grosses Dankeschön an alle, die bei diesem Projekt mitgewirkt haben.

Warum habt ihr euch fĂŒr die Schafhauser & Biedermann AG als Architekt beziehungsweise TU entschieden?

Sonja Gassner: Unser Vater kannte Thomas von einem frĂŒheren gemeinsamen Projekt und hat ihn uns empfohlen. Der Fokus auf natĂŒrliche Baumaterialien wie Holzfassade, mineralische Farben et cetera sowie die angenehme und aufrichtige Art von Martin Biedermann, Thomas Schafhauser und ihren Mitarbeitenden hat uns ĂŒberzeugt.

Martin Gassner: Das TU-Modell haben wir gewÀhlt, da wir beide 100

62 05/2024 bau & wohn:zeit

Die Architekten Thomas Schafhauser (links) und Martin Biedermann. Treppenhaus mit lasiertem Beton.

Prozent arbeiten und in ZĂŒrich wohnen. Bauen im Architekturmodell wĂ€re fĂŒr uns zu zeitintensiv gewesen, da man alle WerkvertrĂ€ge mit den Unternehmern selbst abschliessen muss. Mit dem TU-Modell hatten wir nur einen Ansprechpartner – dies hat uns viel Zeit und Nerven gespart.

Wie habt ihr die Zusammenarbeit erlebt?

Sonja Gassner: Die Zusammenarbeit haben wir als sehr angenehm erlebt, und wir haben uns vom Anfang bis zum Ende sehr wohlgefĂŒhlt.

Wir haben die Architekten als Partner auf Augenhöhe erlebt, die Wert auf QualitĂ€t legen und auch Konflikte immer mit Anstand lösen. Sie haben uns viele Freiheiten gelassen, aber uns auch gut beraten und bei der Entscheidungsfindung unterstĂŒtzt. Wir haben sie als engagierte Partner erlebt, die auf unsere BedĂŒrfnisse eingehen und kreativ fĂŒr jedes Problem eine gute Lösung finden. Die Zusammenarbeit hat Freude gemacht, und wir können die Schafhauser und Biedermann AG auf jeden Fall weiterempfehlen. Wir wĂŒrden wieder mit ihnen bauen.

Wir danken der Bauherrschaft fĂŒr den geschĂ€tzten Auftrag und die angenehme Zusammenarbeit.

63 05/2024 bau & wohn:zeit

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Wir bedanken uns herzlich fĂŒr den geschĂ€tzten Auftrag.

64 05/2024 bau & wohn:zeit
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65 05/2024 sport:zeit

Am Ende wurden die Ziele erreicht

Über weite Strecken dieser Saison war der FC Vaduz in den Abstiegskampf verwickelt. Aber eine stolze Serie im FrĂŒhjahr von 20 Punkten aus acht Spielen (die Partie am Freitag in Thun fand nach Redaktionsschluss dieser lie:zeit-Ausgabe statt) brachte die Vaduzer noch in gewĂŒnschte Bahnen. Mit dem 3. Tabellenrang wĂŒrde das Saisonziel, nĂ€mlich eine Klassierung unter den Top 5, mehr als erreicht. Zudem wurde der 50. Cupsieg eingefahren, der FCV wird erneut an der UEFA-Conference League teilnehmen.

Text: Christoph Kindle

Nicht immer bringt ein Trainerwechsel den erhofften Effekt. Doch beim FC Vaduz hat die Installierung von Marc Schneider am 14. Februar anstelle des unglĂŒcklichen Martin Stocklasa tatsĂ€chlich die Wende zum Positiven gebracht. Allerdings benötigte auch der Berner OberlĂ€nder eine gewisse Anlaufzeit, bis sich der Erfolg einstellte.

20 Punkte aus acht Spielen

Nach der LĂ€nderspielpause Ende MĂ€rz zeigten die Massnahmen des neuen Trainers dann Wirkung. Mit dem 1:0-Erfolg am Ostermontag gegen den Tabellenzweiten Thun kehrte das Selbstvertrauen zurĂŒck, die Spieler glaubten wieder an sich, und so begann der erhoffte Lauf. Die Verkrampfung und die Gedanken an einen möglichen Abstieg waren bald einmal weg, und die Vaduzer sammelten eifrig Punkte. Beim Leader und Aufstiegs-

favoriten Sion resultierte ein beachtliches 2:2, eine Woche spÀter folgte der wichtige 1:0-Sieg in Schaffhausen.

Drei Siege in einer Woche

Auch die weiteren Spiele zeigten, wie wichtig der Faktor Selbstvertrauen im Fussball ist. Partien, welche im Herbst oder auch zu Beginn der RĂŒckrunde in der Schlussphase noch aus der Hand gegeben wurden, kippten nun auf die Vaduzer Seite. Das beste Beispiel war der 3:1-Heimsieg am 20. April gegen den Ostschweizer Lokalrivalen FC Wil. Beim Stand von 1:1 waren die GĂ€ste in der Schlussphase dem Siegestreffer nĂ€her, doch dank Toren von Wieser und Cavegn blieben die Punkte am Ende im Rheinparkstadion. Vier Tage spĂ€ter erkĂ€mpften sich die Vaduzer bei Stade Nyonnais den nĂ€chsten Dreier (2:0), und wieder nur wenige Tage danach wurde der Absteiger Baden gleich

mit 6:0 aus dem Stadion gefegt. Wenns lÀuft, dann lÀufts eben.

Zum 50. Mal Liechtensteiner Cupsieger Ein weiteres Mal zeigte sich die neue Vaduzer MentalitĂ€t eine Woche nach dem Kantersieg gegen Baden. Gegen Aarau geriet man in der Schlussphase mit 0:1 in RĂŒckstand, die Erfolgsserie schien an diesem Freitagabend zu reissen. Doch die Mannschaft liess sich nicht beirren, legte nochmals eine Schippe drauf und erzielte prompt in den letzten Minuten noch zwei Tore (Rastoder 89., Eigentor Kessler 94.) zum vielumjubelten 2:1-Sieg. Wieder so ein Spiel, welches in einer frĂŒheren Phase der Meisterschaft wohl verloren gegangen wĂ€re.

Wenige Tage nach dem Last-Minute-Triumph gegen Aarau stand das 77. Finale im Liechtensteiner

66 05/2024 sport:zeit
Vaduz eilt von Sieg zu Sieg. Jubel beim 2:1 Triumph gegen Aarau.

Cups auf dem Programm. Schon im Vorfeld war klar, dass nur ein Fussball-Wunder den FC Vaduz am 50. Titel in diesem Wettbewerb hindern könnte. Der Gegner FC Triesenberg spielt in der 3. Liga, also fĂŒnf Spielklassen unter dem haushohen Favoriten. Vor 1600 Fans im Rheinparkstadion sorgten die Profis gleich in der Anfangsphase fĂŒr klare VerhĂ€ltnisse, dank Toren von Golliard und Djokic hiess es nach acht Minuten schon 2:0. Die Berger wehrten sich in der Folge tapfer und verhinderten mit viel Einsatz eine Kanter-Niederlage. Wieder Golliard und noch zweimal Djokic waren die TorschĂŒtzen zum 5:0-Endergebnis. Captain Benjamin BĂŒchel durfte den Pokal in die Höhe stemmen, 50 Cuperfolge sind wohl weltweit einmalig.

Umbruch im Hinblick auf die nÀchste Saison Am Pfingstmontag empfÀngt der FC Vaduz zum Abschluss der Saison 2023/24 die AC Bellinzona

im Rheinparkstadion (14.15 Uhr). Die Planungen fĂŒr die kommende Spielzeit laufen bereits seit einiger Zeit auf Hochtouren, ein Umbruch steht bevor. So werden mit Dejan Djokic (zu Sion) und Theo Golliard (vorerst zurĂŒck zum Stammverein YB) zwei wichtige OffensivkrĂ€fte den FCV verlassen. Keinen neuen Vertrag erhielten im ĂŒbrigen die Verteidiger Gelmi und Rahimi, Mittelfeldspieler Njie und StĂŒrmer Ibrisimovic. AussenlĂ€ufer Fabio Fehr zieht es offenbar nach Thun, auch Offensivspieler VĂ€yrynen dĂŒrfte keine Zukunft beim FCV haben.

Auch bezĂŒglich NeuzugĂ€ngen hat sich bereits einiges getan. Verteidiger Denis Simani kehrt von Luzern zum FC Vaduz zurĂŒck. Fix sind auch die Verpflichtungen von StĂŒrmer Javier Navarro vom FC Wil und von Aussenverteidiger Jenthe Mertens vom belgischen Zweitligisten Beveren. Dem Vernehmen nach soll auch Dominik Schwizer (Xamax) nach Vaduz zurĂŒckkehren,

und mit StĂŒrmer Danilo Del Toro könnte ein weiterer Xamax-Spieler in der kommenden Saison das FCV-Trikot tragen. In der Person von Leon Schaffran, vom Deutschen Zweitligisten Greuther FĂŒrth, wurde auch ein neuer TorhĂŒter verpflichtet. DafĂŒr wird Keeper Gabriel Foser an den USV ausgeliehen. Dies war der Stand bei Redaktionsschluss dieser lie:zeit-Ausgabe, weitere Transfers dĂŒrften in den nĂ€chsten Tagen und Wochen noch folgen.

Neue Saison beginnt am 19. Juli

Die neue Challenge League-Saison startet fĂŒr den FC Vaduz am Wochenende des 19./20./21. Juli und dauert in einer ersten Phase (Hinrunde) bis am 15. Dezember. Der Startschuss zur RĂŒckrunde fĂ€llt dann bereits am 24. Januar 2025. Noch offen ist, in welcher Qualifikationsrunde der FCV im Sommer in die Conference League einsteigen wird, voraussichtlich in der zweiten.

67 05/2024 sport:zeit Hol dir den FCV nach Hause. Online-Fanshop unter: shop.fcvaduz.li DA HEIMSPIEL!

1. LIGA - GRUPPE 3

Spielszene beim 3:2-Sieg gegen Uzwil vor einer Woche im Sportpark. Hinten beim Kopfball der USV-Innenverteidiger Fernandes Timbo.

Bildlegende

Der FC USV will sich auch in der neuen Saison behaupten

An diesem Wochenende bestreitet der FC USV sein letztes Saisonspiel vor eigenem Publikum. Gegner im Sportpark ist die routinierte Mannschaft von Wettswil-Bonstetten. Um die Jahresbilanz noch aufzubessern und vom 7. Tabellenrang weiter nach vorne zu rĂŒcken, bedarf es eines Sieges. Im Herbstdurchgang trennten sich die beiden Teams 2:2. Nun wollen die SportpĂ€rkler zu Hause, wo sie fast immer stark spielten, einen Sieg davontragen.

Insgesamt gibt sich USV-PrĂ€sident Markus Kaiser mit dem Abschneiden der Erstliga-Mannschaft in der zu Ende gehenden Saison zufrieden. Die Sportliche Leitung war in der Winterpause nochmals ĂŒber die BĂŒcher gegangen und hat aufgrund der bis dahin gezeigten Leistungen das Saisonziel gesteckt, einen Platz unter den ersten Drei anzupeilen. Dieses Ziel wird in dieser Saison kaum mehr zu realisieren sein, aber ein Platz unter den ersten FĂŒnf liegt noch drin. In einer Woche

Interview: Herbert Oehri

ist die Meisterschaft mit dem AuswÀrtsspiel in Tuggen zu Ende.

Auffallend ist die AuswĂ€rtsschwĂ€che der Mannschaft. So sammelte sie insgesamt aus 28 Spielen 16 Punkte, davon 15 in der Vorrunde und nur einen Punkt in der RĂŒckrunde (in Linth 1:1). Hingegen holten die USVler in den Heimspielen 27 Punkte. Total ergibt die Zwischenbilanz 43 Punkte aus 11 Siegen, 10 Unentschieden und 7 Niederlagen.

Die USV-Leitung möchte nach der Freistellung von drei Spielern keine weiteren Stellungnahmen mehr abgeben. GemĂ€ss den Worten von PrĂ€sident Markus Kaiser soll nun Ruhe einkehren, und man will die letzten beiden Meisterschaftsspiele mit Spass abschliessen. Der Kader werde erst zum Trainingsstart im Juli bekanntgegeben. Bis jetzt sind nur der Verbleib von Livio Meier, Willy Pizzi, Cengiz Bicer und die Leihgabe Gabriel Foser (TorhĂŒter) vom FC Vaduz offiziell bekannt.

68 05/2024 sport:zeit
Verein Spiele Tore Pt. 1. SC YF Juventus 28 59:35 52 2. FC Tuggen 28 52:27 50 3. FC Kreuzlingen 28 56:39 47 4. FC Winterthur U-21 28 50:37 44 5. FC Wettswil-Bonstetten 28 48:38 44 6. FC Mendrisio 28 38:35 44 7 USV Eschen/Mauren 28 49:36 43 8. Grasshopper Club ZĂŒrich U-21 28 40:41 39 9. FC Linth 04 28 40:51 36 10. SV Höngg 28 29:39 35 11. FC Uzwil 28 38:41 32 12. FC Kosova 28 26:37 32 13. FC Freienbach 28 30:49 32 14. AC Taverne 28 28:32 31 15 FC Balzers 28 32:49 26 16. FC Gossau 28 42:71 23

Der FC Balzers plant zweigleisig

Nach den guten Resultaten im Herbst und Anfang der FrĂŒhjahrsrunde schwebt seit einigen Wochen das Abstiegsgespenst ĂŒber der 1. Mannschaft des FC Balzers. Nach der neuerlichen Niederlage vor einer Woche in Wettswil-Bonstetten muss die Elf von Cheftrainer Marius Zarn am heutigen Samstag in Winterthur antreten. Die Balzner brauchen sechs Punkte aus zwei Spielen und mĂŒssen zudem auf Umfaller der direkten Konkurrenz hoffen. Alles ist möglich, dass es fĂŒr die Balzner doch noch gut ausgeht, aber man muss den Abstieg des FCB in die 2. Liga Interregional mit ins KalkĂŒl ziehen. Deshalb plant Balzers bereits zweigleisig und fĂŒhrt mit den Spielern GesprĂ€che.

Der FC Balzers steckt zwei Runden vor Saisonschluss in einer beklemmenden Situation. Heute spielt der FCB in Winterthur und eine Woche spÀter das letzte Spiel gegen Linth. Ist der Ligaerhalt noch machbar?

Marius Zarn: Es sind noch sechs Punkte zu vergeben, und so lange es rechnerisch möglich ist, glauben wir natĂŒrlich an den Ligaerhalt. Dass es schwierig wird und nicht alleine von unseren Leistungen abhĂ€ngt, wissen wir – und das macht die ganze Sache nicht besser.

Können Sie den doch sichtbaren Leistungsabfall Ihrer Mannschaft in den letzten Wochen erklÀren, zumal vorher alles sehr gut geklappt hat?

Ich wĂŒrde nicht von einem Leistungsabfall sprechen. Die Spiele waren auch in den letzten

Wochen leistungsmĂ€ssig gut, mit Ausnahme von jenem gegen Wettswil. Die Spiele sind aber, wie schon die ganze Saison, immer sehr eng, und es entscheiden fast immer nur Details wĂ€hrend der 90 Minuten. Dass wir mit dem Sutter-Abgang im Winter an Erfahrung im Sturm verloren haben, lĂ€sst sich nicht verbergen. Und gerade wenn es dann um die Wurst geht, ist Erfahrung im Team sicherlich nicht von Nachteil. Zudem mĂŒssen wir seit Beginn der RĂŒckrunde auf Emir Murati verzichten, der im Herbst ein absoluter FĂŒhrungsspieler mit viel QualitĂ€t war. Unsere Spieler sind jung und noch relativ unerfahren in dieser Liga, da hat in einigen Spielen etwas die Cleverness, insbesondere in Zone 3, gefehlt. Ein klassischer Knipser hĂ€tte dem Team sicherlich im einen oder anderen Spiel weitergeholfen. Trotzdem sind wir mit der Entwicklung der jungen Spieler sehr zufrieden, und wir werden den eingeschlagenen Weg weitergehen.

Sind Sie respektive ist der FC Balzers fĂŒr einen möglichen Liga-Abstieg gewappnet? Das heisst: Bleibt das Gros des Teams auch eine Liga tiefer beisammen?

In solchen Situationen muss man immer doppelgleisig planen. So sind wir, und vor allem unser Sportchef, seit Wochen daran, SpielergesprĂ€che zu fĂŒhren und den Kader fĂŒr die kommende Saison zu planen.

Bleiben Sie als Trainer dem FC Balzers auch in der 2. Liga Interregional treu?

Wir haben meinen Vertrag schon frĂŒhzeitig bis Juni 2025 verlĂ€ngert und möchten den eingeschlagenen Kurs weiterverfolgen, da wir ĂŒberzeugt sind, dass dies fĂŒr junge regionale Talente der richtige Weg ist.

69 05/2024 sport:zeit
Interview: Herbert Oehri Nater (links) und Wolfinger Marius Zarn, Trainer FC Balzers

Bau der Kletterhalle im Zeitplan

Seit einigen Jahren hat sich beim Bau Liechtensteiner SportstĂ€tten wenig getan. Lediglich im Tennis gab es neue PlĂ€tze in Triesenberg und im Fussball, wo Gelder von den internationalen VerbĂ€nden einflossen, kam es in der jĂŒngsten Vergangenheit zu emsigen Bewegungen und Bauten. Schon lange Zeit – seit zehn Jahren – kĂ€mpft der Liechtensteiner Alpenverein (LAV) fĂŒr eine Kletterhalle, die den erfolgreichen Eiskletterern eine zusĂ€tzliche HeimstĂ€tte schaffen soll.

Text: Ernst Hasler

Im April 2023 trafen die Gemeinden Schaan und Vaduz den Grundsatzentscheid, eine Kletterhalle am Standort MĂŒhleholz auf Vaduzer Gemeindegebiet zu bauen, obwohl zuvor alles auf einen Bau auf Schaaner Gemeindegebiet hinausgelaufen war. Somit verĂ€nderte sich die rechtliche Grundlage. Der Bau soll nun im Herbst 2025 in Angriff genommen werden.

Standortwechsel und erneut vor den Landtag Doch zurĂŒck in der Zeit: Der Bau einer Kletterhalle durchlief schon etliche BewĂ€hrungsproben. 2017 stand das Projekt im Landtag erstmals unter dem alten Förderungsgesetz zur Diskussion. Die Abgeordneten stimmten dem Landesbeitrag von 40 Prozent zu und manifestierten, dass die Kletterhalle von landesweitem Interesse ist. Schliesslich scheiterte das Anliegen ein knappes Jahr spĂ€ter an einigen der elf Gemeinden, die nicht allesamt hinter dem Projekt standen und sich finanziell nicht beteiligen wollten. Deshalb war in der Folge erneut die Regierung gefordert. Es kam zu einer Verordnungsanpassung und per 1. November 2018 öffnete die neue Sportförderungsverordnung (SSWFV) den Weg, um die Kletterhalle ohne Zustimmung der Gemeinden zu realisieren.

Als Folge dieser gesetzlichen Anpassung reichte der LAV ein neues Subventionsgesuch ein, und der Landtag stimmte zu, sodass der Weg frei war, die Kletterhalle mit Standort in Schaan zu realisieren. 80 Prozent der Investitionskosten von 6,23 Millionen Franken – prĂ€zise 4,984 Millionen als Verpflichtungskredit –trĂ€gt der Staat. Diese Zusage war verknĂŒpft mit dem Standort in der Gemeinde Schaan, doch in der Zwischenzeit – per April 2023 –fassten die Gemeinden Schaan und Vaduz einen Grundsatzentscheid, die Kletterhalle im MĂŒhleholz auf Vaduzer Gemeindegebiet zu bauen. Der Finanzbeschluss des Landtags vom 29. September 2022 war deshalb hinfĂ€llig. So reichte der LAV per 5. April 2024 ein revidiertes Subventionsgesuch ein.

Somit beginnt das ĂŒbliche Prozedere mit der Einholung von Stellungnahmen zum erneuten Subventionsgesuch bei der Stabsstelle fĂŒr staatliche Liegenschaften und der Stabsstelle fĂŒr Sport. Letztlich werden die Stellungnahmen gemĂ€ss SportstĂ€ttenverordnung einer Beurteilung des Sportrates vorgelegt, und danach entscheidet die Regierung. Im Herbst 2024 wird sich der Landtag erneut mit dem Verpflichtungskredit zu befassen haben. Bislang stand er diesem Projekt positiv gegenĂŒber, weshalb der erneute Antrag beste Chancen hat, durchgewunken zu werden.

Hohe Eigenleistung

des LAV

Die Suche nach der Finanzierung lĂ€uft parallel zur rechtlichen Lage auf Hochtouren. Vor allem der LAV ist gefordert und muss von den 6,23 Millionen Franken Investitionskosten 1,246 Millionen selbst aufbringen. Sieben Gemeinden hatten bereits Finanzmittel in der Höhe von 140'000 Franken gesprochen, dann folgten kĂŒrzlich auch die zwei einwohnerstĂ€rksten Liechtensteiner Gemeinden Schaan und Vaduz. Nachdem beide GemeinderĂ€te der Vergabe eines Baurechts fĂŒr eine TeilflĂ€che dieses GrundstĂŒckes zugestimmt hatten, sprachen die GemeinderĂ€te einen UnterstĂŒtzungsbeitrag in der Höhe von jeweils 250'000 Franken. Lediglich die Gemeinde Balzers sprach bislang keine Fördermittel. «Die Gemeinde Balzers hat vor lĂ€ngerem eine UnterstĂŒtzung abgelehnt. Der LAV steht aber mit ihr in Kontakt und hofft auf eine nochmalige Entscheidung pro KletterhallenunterstĂŒtzung», sagt Silvio Wille, der LAV-Projektleiter.

70 05/2024 sport:zeit

So soll die Kletterhalle auf dem Gemeindegebiet von Vaduz aussehen.

Dem LAV fehlen noch 100'000 Franken

Der LAV ist in der Zwischenzeit sehr zuversichtlich, dass die restliche Summe durch private Spenden und Gönner gedeckt werden kann. Ein Crowdfunding trug bis September 2023 mittels 70 KleinbeitrĂ€gen, ein Total von 50 000 Franken. Von den 1,246 Millionen Franken Eigenleistung fehlen aktuell «nur» noch 100'000. Nach GesprĂ€chen mit den Behörden ist in der Zwischenzeit fixiert worden, dass sich der Landtag im Oktober 2024 erneut mit dem Bauvorhaben Kletterhalle befassen wird. «Bis dann können wir garantieren, dass das Geld zusammen sein wird. Wir sind froh und hoffen, dass wir ĂŒber den zwingenden Eigenbedarf hinauskommen, um etwas Freiraum, sprich Spielraum fĂŒr Reserven, beispielsweise fĂŒr den Innenausbau, zu haben», sagt Silvio Wille.

Der Leiter des zehnköpfigen Projektteams Kletterhalle rĂ€umt zudem ein, dass die öffentliche Hand bei der Fassade mitreden will: «Bei der Fenstergestaltung indes wollen wir die GebĂ€udehĂŒlle architektonisch definiert haben. Der Innenausbau ist bereits fertig gestaltet.» Die Mitglieder des Projektteams leisteten in den vergangenen zehn Jahren viel «Frondienst». «Das Team hat in dieser Causa sehr viel Eigeninitiative eingebracht», sagt Wille und lobt seine Mitarbeiter. Jetzt scheint das Projekt endlich auf die Ziellinie eingebogen zu sein.

Diese Gelder kommen von den Gemeinden

Das Projekt Kletterhalle des Liechtensteiner Alpenvereins (LAV) wird von den Gemeinden mit folgenden Finanzmitteln unterstĂŒtzt:

Gamprin CHF 30'000

Ruggell CHF 30'000

Eschen CHF 10'000

Triesenberg CHF 30'000

Schellenberg CHF 20'000

Planken CHF 15'000

Triesen CHF 25'000

Vaduz CHF 250'000

Schaan CHF 250'000

Mauren CHF 5'000

Balzers In AbklÀrung

Total CHF 665'000

DemnĂ€chst erfolgt eine öffentliche Ausschreibung fĂŒr PĂ€chter Der Alpenverein wird demnĂ€chst eine öffentliche Ausschreibung fĂŒr einen PĂ€chter fĂŒr die Kletterhalle durchfĂŒhren. Dieser sollte Erfahrung mit Klettern und in der Gastronomie besitzten.

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meine:zeit

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Balzers

13.30 Uhr, Seniorentreff: Lesetheater mit Kindern der Primarschule am Dienstag, 21. Mai 2024

Triesenberg

16.00 Uhr, Walsermuseum: Sabrina Vogt liest vor der MaiasĂ€sshĂŒtte Alpensagen

Vaduz

09.30 Uhr, Balu BĂ€ckerei: Rahel Thöny vom «BĂŒcherwurm» liest «Kummer aller Art» von Mariana Leky.

14 Uhr, 15 Uhr, 16 Uhr, Liechtensteinische Landesbibliothek: Zora Marock, Reinhard Pichler und Eveline Weigand lesen: Gemeinsam Geschichten erleben – fĂŒr Jung und Alt (4+).

15.15 Uhr, Vadozner Huus:

Roswitha SchĂ€dler liest «Allerlei Erlebtes –Kurzgeschichten aus dem Vaduzer Dorfleben ab 1940».

19 bis 23 Uhr, Kunstmuseum Liechtenstein: Tatort Kunst. Lesung und GesprÀch mit Ingo Ospelt und Christiane Meyer-Stoll mit anschliessendem Konzert von Bureau Bureau.

Schaan

12.30 Uhr, Demenz Liechtenstein: Daniela Egger liest «Die beste Entscheidung - Demenz-Geschichten», Lunch-Lesung mit Sandwich und GetrÀnken.

15 Uhr, Treff am Lindarank: Katja Langenbahn liest «Liachtaschtaner Gschechta».

Eschen-Nendeln

15.30 Uhr, Bibliothek Schulzentrum: Geschichte aus dem Kamishibai-Koffer, erzÀhlt zum Thema «Anderssein» (3+)

19.30 Uhr, Begegnungszentrum «Clunia»: Samantha Zaugg & Ludwig Hasler lesen aus ihrem Buch «JUNG & ALTl».

Mauren-Schaanwald

15 bis 15.30 Uhr, Kulturhaus Rössle: Geschichte aus dem Kamishibai-ErzÀhlkoffer (3+)

15.30 bis 16 Uhr, Kulturhaus Rössle: «Lia & Lio erkunden Balzers, Eschen-Nendeln & Ruggell» (5+).

Ruggell

16 Uhr, KĂŒefer-Martis-Huus: Alte Geschichten aus Ruggell fĂŒr Kinder, Eltern und Grosseltern

Freier Eintritt.

Einfach kommen, Platz nehmen und zuhören. Wir freuen uns. Komplettes Programm: www.assitej.li

Liechtensteiner Vorlesetag 2023: Regierungsrat Manuel Frick liest in der Landesbibliothek.

22. Mai 2024

2. Liechtensteiner Vorlesetag

Nach dem erfolgreichen 1. Vorlesetag im vergangenen Jahr folgt die zweite Auflage am 22. Mai 2024 mit ĂŒber 100 Lesungen bei freiem Eintritt unter dem Fokus «Generationenverbindendes Vorlesen».

Text: Georg Biedermann

Lesen und 
 lesen lassen: «Gfallt mr»

Die ASSITEJ Liechtenstein fĂŒhrt in Kooperation mit der Landesbibliothek und dem Literaturhaus parallel zum Schweizer Vorlesetag den zweiten Vorlesetag durch und setzt damit ein klares Zeichen fĂŒr die Bedeutung des Vorlesens. Dieser landesweite Aktionstag zeigt, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Dabei können die Zuhörenden aller Altersstufen gemeinsam in Geschichten eintauchen und neue Welten kennenlernen. Gemeinsames Vorlesen verbindet und fördert den Austausch.

GenerationenĂŒbergreifendes Vorlesen in ganz Liechtenstein

In sĂ€mtlichen Liechtensteiner Gemeinden finden Lesungen statt, öffentliche in KulturhĂ€usern, Schulen, Bibliotheken und Seniorentreffs, interne in Schulen sowie in den LAK-HĂ€usern. Der Fokus liegt analog dem Schweizer Vorlesetag auf dem generationenĂŒbergreifenden Vorlesen. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Liechtensteiner Seniorenbund lesen 2024 erstmals viele Seniorinnen und Senioren vor.

Die Resonanz zur zweiten DurchfĂŒhrung des landesweiten Vorlesetages ist noch grösser als im letzten Jahr. Insgesamt finden ĂŒber 100 Lesungen statt. Die vielen Vorlesenden sind mehrheitlich einheimische professionelle Autoren, Schauspielerinnen, sowie SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, Lehrpersonen, Seniorinnen und Senioren sowie weitere Personen, die leidenschaftlich gerne vorlesen.

Ministerium fĂŒr Gesellschaft und Kultur als Partner Regierungsrat Manuel Frick ist von der Idee des Vorlesetages in Liechtenstein begeistert und wird ebenfalls eine Geschichte vorlesen. Namhafte Botschafterinnen und Botschafter unterstĂŒtzen den Vorlesetag mit einem persönlichen Statement.

Das komplette Programm wird in einem Flyer publiziert und ist online nachzulesen unter www.assitej.li.

73 05/2024 meine:zeit

« â€čZeitpolsterâ€ș ist bei den Leuten angekommen»

Seit vier Jahren kennt Liechtenstein das Angebot «Zeitpolster» des Vereins Zeitvorsorge. Die Verantwortlichen haben mit ihrer Idee den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroffen, und die Organisation entwickelt sich nach verhaltenem Start – der Corona-Pandemie geschuldet – prĂ€chtig. PrĂ€sident Ewald Ospelt und GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Judith Oehri stellen das Modell vor und erklĂ€ren, worin sein grosses Potenzial liegt.

Interview: Heribert Beck

Den Verein Zeitvorsorge Liechtenstein gibt es seit rund vier Jahren. Viele kennen ihn schon und wissen, was sich hinter dem Angebot von «Zeitpolster» verbirgt. Doch es gibt sicher auch Ausnahmen. Wie beschreiben Sie diesen Personen das Konzept?

Ewald Ospelt: Das Konzept ist einfach. Die Helfenden erbringen Stunden, die ihnen individuell gutgeschrieben werden. Dieses «Zeitpolster» können sie im Alter und bei Bedarf einlösen. Sie erhalten also kein Geld. Haben die UnterstĂŒtzten noch kein «Zeitpolster» zur VerfĂŒgung, kostet fĂŒr sie die Stunde 10 Franken.

Welche Arten von Hilfen können ĂŒber «Zeitpolster» in Anspruch genommen werden?

Judith Oehri: Wir bieten derzeit folgende Leistungen an: Hilfe beim Einkaufen, UnterstĂŒtzung beim Entsorgen, BotengĂ€nge und Begleitung zu Behörden, administrative Hilfe, handwerkliche Hilfe, kleine Gartenarbeiten, FreizeitaktivitĂ€ten, Fahrdienste, FreirĂ€ume fĂŒr pflegende Angehörige, Entlastungsdienst fĂŒr Familien mit Kindern sowie Rundumsorglospakete bei Abwesenheiten, die das FĂŒttern von Tieren beinhalten, aber auch das Holen von Post und das Giessen von Pflanzen.

Wie haben sich die Zahlen der Helfer und der UnterstĂŒtzten seit der GrĂŒndung von Zeitpolster entwickelt und wie lĂ€sst sich dies in Stunden ausdrĂŒcken?

Judith Oehri: Wir sind im Januar 2020 gestartet, sozusagen fast zeitgleich mit der Corona-Pandemie. 2020 wurden 130 Stunden geleistet, 2021 waren es dann 610 Stunden, 2022 schon 2180 Stunden, und im Jahr 2023 waren es bereits ĂŒber 3000 Stunden. Es zeichnet sich ab, dass wir im laufenden Jahr erneut deutlich mehr Stunden erbringen werden.

Das klingt eindrĂŒcklich. Wie lautete Ihr Fazit nach vier Jahren Zeitpolster

Ewald Ospelt: «Zeitpolster» ist bei den Leuten angekommen. Wir stellen fest, dass insbesondere die MobilitĂ€t ein Thema ist, denn ein Grossteil der Anfragen, die wir erhalten, betreffen den Fahrdienst. Dies können kurze Fahrten zum Arzt, Friseur et cetera sein, aber auch lĂ€ngere Fahrten in eine Therapie nach Chur oder St. Gallen. «Zeitpolster» deckt klar ein BedĂŒrfnis ab, und wir sind ĂŒberzeugt, dass die Nachfrage noch steigen wird.

Wer hilft und wer lĂ€sst sich helfen? Oder anders ausgedrĂŒckt: Gibt es den typischen Helfer und klassische UnterstĂŒtzte oder ist das Ganze breit durchmischt?

Judith Oehri: Die Helfenden sind mehrheitlich weiblich, wobei der Anteil der MĂ€nner erfreulicherweise laufend zunimmt. Zu unserer Überraschung haben sich auch relativ viele junge Leute als Helfende gemeldet. Vielfach geht es ihnen nicht nur um die Zeitgutschriften, sondern darum, dass sie etwas Sinnvolles tun möchte. Die grösste Altersgruppe bei den Helfenden ist jene zwischen 61 und 70 Jahren.

Bei den UnterstĂŒtzten zeigt sich, dass die Menschen in Liechtenstein erfreulicherweise lange fit und selbstĂ€ndig sind. Vor allem die ĂŒber 80-JĂ€hrigen nehmen «Zeitpolster» in Anspruch. Aber auch jĂŒngere Menschen profitieren dann und wann von unserem Angebot.

Wie muss jemand, der helfen möchte, vorgehen? Wie ist es bei jemandem, der UnterstĂŒtzung sucht?

Judith Oehri: Wenn jemand helfen möchte oder UnterstĂŒtzung braucht, so kann er oder sie sich auf unserer Webseite www.zeitpolster.li informieren oder auf unserer Plattform mein.zeitpolster.li registrieren. Möglich ist aber auch, dass man sich direkt bei den jeweiligen Gemeindeverantwortlichen

74 05/2024 meine:zeit

Der Vorstand des Vereins Zeitvorsorge (v. l.) Hansjörg BĂŒchel, Doris Quaderer, Petra Meier, PrĂ€sident Ewald Ospelt, Violanda Lanter, Florin Konrad und GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Judith Oehri.

meldet. Deren Kontaktdaten finden sich ebenfalls auf unserer Webseite.

Welche FĂ€higkeiten beziehungsweise Voraussetzungen und wie viel Zeit sollte man als Helfer mitbringen?

Ewald Ospelt: PrimĂ€r braucht es Freude am Umgang mit Menschen und die Motivation, jemandem etwas Gutes tun zu wollen. Wieviel Zeit man investieren will, ist den Helfenden ĂŒberlassen und somit individuell.

Das Konzept ist zwar auf viel Freiwilligenarbeit aufgebaut. Aber der Organisationsaufwand dĂŒrfte betrĂ€chtlich sein. Wie finanziert sich die Organisation.

Judith Oehri: Wir verrechnen pro Stunde 10 Franken. 40 Prozent davon gehen auf ein Notfallkonto, falls mal eine Leistung zugekauft werden muss. 5 Prozent sind fĂŒr TeamanlĂ€sse vorgesehen, und 55 Prozent gehen in die Organisation. Derzeit sind wir noch auf Spendengelder angewiesen, hoffen aber, dass wir doch in absehbarer Zeit selbsttragend sein werden. Wir haben folglich sehr schlanke Strukturen und beanspruchen auch keine öffentlichen Gelder. Die Zusammenarbeit mit Land und Gemeinden funktioniert sehr gut, und auch mit vielen anderen Institutionen arbeiten wir eng und partnerschaftlich zusammen. «Zeitpolster» ist ergĂ€nzend zu den etablierten Angeboten zu verstehen und möchte seine Dienste keinesfalls konkurrenzierend anbieten.

Nach so viel RĂŒckblick darf der Ausblick auch nicht fehlen. Was wĂŒnschen Sie sich fĂŒr Zeitpolster kurz-, mittel- und langfristig? Wohin soll sich die Organisation entwickeln?

Ewald Ospelt: Da wir, wie erwĂ€hnt, davon ausgehen, dass die Nachfrage steigt, sind wir natĂŒrlich froh, wenn wir einen grossen Pool an Helfenden haben. Unser Wunsch wĂ€re, dass möglichst viele aus allen Altersgruppen sich beteiligen, sodass die kommenden Herausforderungen –

Stichwort: demografische Entwicklung – zu einem Grossteil von der Zivilgesellschaft bewĂ€ltigt werden kann. Ganz nach unserem Motto «Heute helfe ich, Morgen wird mir geholfen».

75 05/2024 meine:zeit

Meier GetrÀnke AG, Bendern

Zahltag mit Mario Meier

Die Firma Meier GetrĂ€nke AG wurde 1934 durch Emil Meier gegrĂŒndet. In den 60er-Jahren sind seine beide Söhne in den Familienbetrieb eingestiegen. Bis in die 80er-Jahre wurde nur mit alkoholfreien GetrĂ€nken gehandelt, darum auch der Übernahme «Wasser-Meier». 1986 stieg Daniel Meier, der heutige GeschĂ€ftsfĂŒhrer, in dritter Generation ein. Der Betrieb wuchs konstant. Ein neuer attraktiver Abholmarkt und Geschenksladen entstand 2016 in Bendern. Im gleichen Jahr stieg auch Mario Meier, die vierte Generation, in den Betrieb ein. Mittlerweile fĂŒhren die Meiers ein reichhaltiges Sortiment an diversen Spirituosen, alkoholfreien GetrĂ€nken, Bier und vielem mehr.

Interview & Fotos: Vera Oehri-Kindle

Wie viele unterschiedliche Spirituosen habt ihr im Sortiment?

450

Wie viele Personen arbeiten bei der Meier GetrÀnke AG?

7

Wann hast du bei Meier GetrÀnke AG angefangen? 2016

Wie viel verschiedene Biere bietet ihr an?

300

76 05/2024 meine:zeit
Mario Meier stieg 2016 in vierter Generation in die Firma ein.

SÀmtliche GetrÀnke sind auch im Abholmarkt an der Industriestrasse 32 in Bendern erhÀltlich.

Im April konnte die Firma ihr 90-jÀhriges Bestehen feiern.

Wie viele Stunden arbeitest du durchschnittlich pro Monat?

Wie viele Flaschen habt ihr aktuell an Lager?

170‘000

In welchem Jahr wurde die Meier GetrĂ€nke AG gegrĂŒndet?

200 1934

Wie viele Standorte gibt es?

1

Wie lautet der direkte Draht zu euch?

373 13 55

77 05/2024 meine:zeit
www.meier-getraenke.li

«Wir brauchen ein zeitgemÀsses Spital»

Am 10. April war Patrik Oehri 100 Tage als StiftungsratsprĂ€sident des Landesspitals im Amt. Er hat diese Position in einer turbulenten Zeit angetreten und sich seither vor allem mit der Zukunft der Institution befasst. Im Interview blickt er zurĂŒck auf seine ersten Monate, voraus auf die Abstimmung und darĂŒber hinaus. Seine Kernbotschaft lautet: «Wir haben die besseren Argumente.»

Interview: Heribert Beck

Herr Oehri, wie haben Sie die ersten 100 Tage als StiftungsratsprÀsident des Landesspitals erlebt?

Patrik Oehri: Es war eine interessante Zeit. Ich bin als Fachfremder in die Materie eingestiegen. ZunĂ€chst ging es also einmal darum, den Betrieb, die Menschen hinter dem Landesspital und ihre Aufgaben kennenzulernen. Das war meine Hauptaufgabe. NatĂŒrlich war mein Einstieg ins Amt des StiftungsratsprĂ€sidenten auch sofort von der bevorstehenden Landtagsdebatte ĂŒber den ErgĂ€nzungskredit fĂŒr den Neubau geprĂ€gt und dann vom Referendum gegen den Beschluss des Parlaments. SelbstverstĂ€ndlich denke ich aber auch weiter in die Zukunft und habe mir von Anfang an Gedanken gemacht, was ich in meiner Amtszeit bewirken möchte.

Sie sprechen es an: Schon die ersten 100 Tage waren eine turbulente Zeit. Das war bereits im Herbst 2023 klar. Was hat Sie bewogen, das Amt dennoch auf den 1. Januar hin anzunehmen?

Als sich im September abgezeichnet hat, dass Helmuth Vogt sein Amt als StiftungsratsprĂ€sident niederlegen wird und ich fĂŒr seine Nachfolge angefragt wurde, wusste ich bereits, dass ich Ende April 2024 in FrĂŒhpension gehen werde. Zeit hatte ich also. Und Interesse war ohnehin vorhanden. Da ich darĂŒber hinaus seit vielen Jahren bei der Ivoclar im medizinischen Bereich tĂ€tig war, hatte ich durchaus einige BerĂŒhrungspunk-

te zu SpitĂ€lern und medizinischen Forschungseinrichtungen – vollkommen fachfremd war ich also doch nicht, selbst wenn ich im zahnmedizinischen Bereich tĂ€tig war. Ausserdem kenne ich die Rolle des VerwaltungsratsprĂ€sidenten, die sich auf den StiftungsratsprĂ€sidenten ĂŒbertragen lĂ€sst, von meiner TĂ€tigkeit fĂŒr die Liechtensteinischen Kraftwerke. Die Kombination aus KapazitĂ€ten, Erfahrungen und bekannten AblĂ€ufen hat schliesslich den Ausschlag gegeben.

Welche Aufgaben hat ein StiftungsratsprÀsident beim Landesspital und welchen Einfluss kann er nehmen?

Operativ werden die GeschĂ€fte des Landesspitals von CEO Sandra Copeland und ihrem Team in bewĂ€hrter Weise geleitet. Der Stiftungsrat hat dabei die Oberaufsicht und wacht darĂŒber, dass die GeschĂ€fte sauber gefĂŒhrt werden. Ausserdem nehmen wir unsere Verantwortung mit der unternehmensstrategischen Ausrichtung des Landesspitals wahr. Das bedeutet, dass wir nicht nur RĂŒckmeldungen zum Aktuellen geben, sondern auch in die Zukunft blicken. Dies wiederum beinhaltet auch das ZurverfĂŒgungstellen von Mitteln, sodass die beschlossene Strategie auch wirklich verfolgt werden kann. Strategisch wichtig ist unter anderem der geplante Neubau fĂŒr das Landesspital.

Inwiefern waren Sie in die Ausarbeitung des neuen Kreditrahmens, den der Landtag im MĂ€rz behandelt hat und der nun zur Abstimmung steht, involviert?

Diese Arbeiten wurden vor meiner Zeit als StiftungsratsprĂ€sident gemacht. NatĂŒrlich habe ich das Resultat dann zu Beginn meiner Amtszeit gesehen. Ich begrĂŒsse das Ergebnis sehr. Sehen Sie: Vor zwei Jahren wurde bekannt, dass fĂŒr das Projekt rund 20 Millionen Franken mehr benötigt wĂŒrden, als das Volk im Jahr 2019 gesprochen hatte. Daraufhin haben die Verantwortlichen das Vorprojekt neu aufgegleist und relevante Einsparungen umgesetzt. Das Ziel war, ein schlankes und dennoch gutes, qualitativ hochwertiges Spital zu bauen, welches die im Jahr 2019 definierten Anforderungen erfĂŒllt. Die öffentliche Kritik, die zuvor ĂŒber die Planer und Verantwortlichen hereingebrochen war, war vielleicht nötig und ein guter Ansporn im Sinne einer Optimierung. Sie haben in der Folge eine grossartige Arbeit geleistet und auf reduzierter FlĂ€che ein gutes Angebot ermöglicht.

War es denn zuvor die vielkritisierte Luxuslösung?

Das denke ich nicht. Wir haben aber bei Landesbauten ein grundsĂ€tzliches Problem: Es findet jeweils aufgrund der getroffenen Preiskalkulation eine öffentliche Ausschreibung statt. Beim Projektwettbewerb möchten die Architekten mit ihrer Eingabe ĂŒberzeugen. Dabei innerhalb des Kreditrahmens zu bleiben, ist wohl kaum einzuhalten. In unserem konkreten Fall hĂ€tte sich die Ausschreibung vielleicht auf 67 Millionen Franken belaufen sollen mit 5 Millionen in Reserve. Sonst starten die Detailplanungen schon mit einem Gap. Das hat sich zum Beispiel auch bei der

78 05/2024 meine:zeit

Landesbibliothek gezeigt. Es handelt sich also nicht um ein Problem, das sich spezifisch auf das Landesspital bezieht. Wer von «Planungsdebakel» sprechen will, muss das demnach bei fast jedem Infrastrukturprojekt des Staats der letzten Jahre machen. Nun, nach der guten Redimensionierungs- und Optimierungsarbeit, von einer «Mogelpackung» zu sprechen, ist sehr unfair.

Die Geburtenstation, die 2019 noch als Anreiz fĂŒr ein Ja der Stimmberechtigten gedient hat, ist diesen Einsparungen ebenfalls zum Opfer gefallen. Wie sehen Sie diese Thematik?

Das ist so nicht korrekt. Die Planung fĂŒr die Geburtenstation war von Beginn weg im Projekt enthalten. Die Konzepte liegen zur Umsetzung vor. Der Landtag hat schliesslich im MĂ€rz 2024 entschieden, diese Leistung doch nicht im Rahmen des Projekts zu realisieren. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass dies die richtige Entscheidung ist. Die umliegenden SpitĂ€ler haben in diesem Bereich sehr gute und seit Jahren etablierte Angebote. DiesbezĂŒglich haben wir also vor Jahren medizinische Leistungen abgetreten.

Abstimmungen sind – spĂ€testens seit einigen Jahren – immer vor allem von emotionalen Argumenten geprĂ€gt. Welches sind fĂŒr Sie die rationalen Argumente fĂŒr ein Landesspital?

Wer sich auf der Grundlage der Fakten eine eigene Meinung bildet, die Informationen ab-

wĂ€gt, kommt zum Schluss, dass die Argumente fĂŒr einen Spital-Neubau sprechen. Ein souverĂ€ner Staat sollte ĂŒber eine eigene Notfall- und Spitalversorgung verfĂŒgen. Das klingt zunĂ€chst auch nach einem emotionalen Argument. Es zeigt sich aber schon an der Auslastung des Landesspitals in den letzten Jahren und seit dem Wandel vom Belegarzt- zum Akutspital, dass das Spital einem BedĂŒrfnis entspricht und genutzt wird. Allein 2023 haben wir fast 10'000 NotfĂ€lle behandelt – hochgerechnet ein Viertel der Bevölkerung. Weiter nutzen rund 20 BelegĂ€rzte regelmĂ€ssig die Leistungen des Landesspitals. Und wenn wir im Ausland als Partner ernstgenommen werden wollen, brauchen wir auch eine eigene Grundversorgung.

Wagen Sie eine Prognose zur Abstimmung?

Ich bin zuversichtlich, dass die Stimmberechtigten sich von den besseren Argumenten ĂŒberzeugen lassen. Und die haben wir.

Haben Sie einen Plan B, wie es nach einer Annahme des Referendums weitergehen könnte?

Es gibt kein alternatives Bauprojekt, das im aktuell bewilligten Kreditrahmen umgesetzt werden könnte. Vor gut vier Jahren haben rund 57 Prozent der Stimmberechtigten ein Ja in die Urne gelegt und sich damit fĂŒr einen funktionalen Neubau des Landesspitals ausgesprochen. Darauf haben die Planungen aufgebaut. Nun sind nochmals 6 Millionen Franken mehr ge-

fragt. Ich denke nicht, dass diese Summe den Ausschlag fĂŒr ein Nein geben sollte. Sollte der ErgĂ€nzungskredit aber vor dem Volk scheitern, haben wir ein bestehendes Spital. Das Landesspital ist aber in die Jahre gekommen, und es sind Investitionen unerlĂ€sslich. Eine Sanierung wĂ€re möglich, aber sehr teuer und umstĂ€ndlich, und sie wĂŒrde nicht zum idealen Ergebnis fĂŒhren. Wir wĂŒrden dies aber im Stiftungsrat und in der GeschĂ€ftsleitung zusammen mit der Politik in die Hand nehmen.

Nun haben wir viel ĂŒber die anstehende Abstimmung gesprochen. Aber welche Ziele haben Sie sich abgesehen vom geplanten Neubau fĂŒr ihre Amtszeit gesetzt?

Mir ist es wichtig, dass die Anerkennung und die Reputation des Landesspitals gesteigert werden können. Sie entsprechen nicht den Mitarbeitenden, die Grossartiges leisten und Respekt dafĂŒr verdient hĂ€tten. Unsere Mitarbeitenden gewĂ€hrleisten den Betrieb eines Regionalspitals, das erste Anlaufstelle bei allen Arten von medizinischen NotfĂ€llen ist. 90 Prozent davon können in Vaduz versorgt werden, der Rest wird bestmöglich erst- und optimal weiterversorgt. Leider ist dies in der Bevölkerung noch zu wenig anerkannt. Ich möchte daher zusĂ€tzliches Vertrauen in die Institution Landesspital schaffen. Wenn ich dann nach vier Jahren im Amt sagen kann «Das Standing des Landesspitals hat sich verbessert», habe ich ein wichtiges Ziel erreicht.

79 05/2024 meine:zeit
Patrick Oehri, StiftungsratsprÀsident des Landesspitals Liechtenstein Foto: Gregor Meier

Um 4 Uhr morgens startet die Kitzrettung

Neugeborene Rehkitze haben keinen Fluchtreflex und ducken sich bei Gefahr einfach ins hohe Gras. Falls diese Gefahr von einer MĂ€hmaschine ausgeht, kann das fĂŒr die Jungen tödlich enden. Dieses Szenario wann immer möglich zu verhindern, hat sich die Rehkitzrettung Liechtenstein zum Ziel gesetzt. Der Verein hat 84 Mitglieder, darunter elf Drohnenpiloten. Die Rehkitzsuche findet in Zusammenarbeit mit der jeweils zustĂ€ndigen Jagdgesellschaft und deren freiwilligen Helfern statt.

Text: Heribert Beck

«Der angeborene DrĂŒckinstinkt veranlasst Rehkitze, sich bei Gefahr ganz still zu verhalten und an den Boden zu pressen. Nach zwei bis drei Lebenswochen verliert sich dieser Instinkt. Dennoch verlassen sich die Rehkitze immer noch auf ihre gute Tarnung und springen erst auf, wenn die Gefahr auf wenige Meter herangekommen ist. Zu spĂ€t also, um sich vor einer schnell herankommenden Landmaschine in Sicherheit zu bringen. Dies wollen die Bauern natĂŒrlich vermeiden, und es ist auch das Ziel der Rehkitzrettung Liechtenstein», sagt deren PrĂ€sident Dithmar Meier. Begonnen hat die VereinstĂ€tigkeit mit einer Anfrage von Werner Mayer, ob die ZustĂ€ndigen die Rehkitzrettung in Triesenberg mit einer Drohne durchfĂŒhren möchten. Er besass eine solche, die er zum Fotografieren nutzte. Gleichzietig wusste er, dass solche GerĂ€te in der Schweiz in Kombination mit WĂ€rmebildkameras zum Suchen und vor allem Finden von Rehkitzen eingesetzt werden. «Er ist auf den Triesenberger JĂ€ger Christian Beck mit dem Vorschlag zugegangen, dies auch im Revier von dessen Jagdgesellschaft auszuprobieren. Da ich diese Technik sehr spannend fand, war ich dem Projekt gegenĂŒber entsprechend aufgeschlossen und habe mich dafĂŒr ausgesprochen, es einmal zu versuchen, obwohl mir bewusst ist, dass der Einsatz von Drohnen generell mit Skepsis behaftet ist», sagt Dithmar Meier. «So fragten Christian Beck und ich bei den Landwirten nach, ob sie bereit wĂ€ren, ihre Felder kartieren zu lassen, um sie vor dem MĂ€hen effizient absuchen zu können.»

Ein guter Start und in erfolgreiches erstes Jahr

Dank der Mithilfe von Wolfgang Kersting, damals beim Amt fĂŒr Umwelt tĂ€tig, kam die Idee auf, das Projekt auf das ganze Land auszuweiten. «Doch

die speziell ausgerĂŒsteten Drohnen sind teuer. Sie kosten rund 10‘000 Franken pro StĂŒck, und natĂŒrlich brauchten wir mehrere. Um sie zu finanzieren, haben wir 2021 den Verein Rehkitzrettung Liechtenstein ins Leben gerufen», sagt Dithmar Meier. Zusammen mit zunĂ€chst 15 gleichgesinnten machte sich der GrĂŒndungsprĂ€sident auf, um die nötigen Gelder zu sammeln. «Wir haben bei Stiftungen, Privatpersonen sowie Gemeinden angefragt und sind mit der Idee auf viel Gegenliebe gestossen.» So war das Geld fĂŒr drei Drohnen und weitere Mittel fĂŒr die Ausbildung der Piloten relativ schnell zusammen.

Im ersten vollstĂ€ndigen Vereinsjahr 2022 haben die drei Piloten Simon Vogt, Mario Beck und Dithmar Meier sowie zahlreiche Helfer 123 Felder mit 383 Hektar FlĂ€che abgeflogen und 43 Rehkitze gerettet. Und das alles in 37 Tagen. «Leider gibt es keine 100-prozentige Sicherheit, und ein paar Kitze wurden trotz allem von den MĂ€hmaschinen erfasst, aber jede Rettung ist ein wundervolles Erlebnis», sagt Meier. FĂŒr diese Erlebnisse nehmen er und seine Vereinskollegen es auch gerne in Kauf, dass die EinsĂ€tze recht spontan erfolgen, morgens um 4 Uhr beginnen und bis etwa 8 Uhr dauern. «Da die meisten von uns berufstĂ€tig sind, werden es von Mai bis Anfang Juli, wenn die Kitze jung sind, oft lange Arbeitstage. Aber wir mĂŒssen so frĂŒh fliegen, da die WĂ€rmebildkameras die Temperaturunterschiede zwischen den Körpern und dem Boden am besten erkennen, bevor die Sonne alles erwĂ€rmt.» Ist ein Kitz einmal aus der Luft ausgemacht, können die Piloten, die bei grossen FlĂ€chen zu zweit im Einsatz stehen und alle eine fundierte Ausbildung besitzen, den entsprechenden Punkt auf einem Bildschirm markieren. Am Boden sind wiederum mindestens zwei Helfer, ebenfalls ausgerĂŒstet mit Screens,

80 05/2024 meine:zeit

positioniert, die sich dem Jungtier nĂ€hern, es mit Handschuhen oder GrasbĂŒscheln in den HĂ€nden behutsam aufheben, neben die zu mĂ€hende Wiese bringen und eine Kiste ĂŒber das Kitz stĂŒlpen. Diese Kiste wird mit Steinen beschwert. «Ist das Feld abgesucht, geben wir dem Bauern Bescheid, dass er mit der Arbeit beginnen kann. Das muss natĂŒrlich schnell gehen, damit das Tier nicht zu lange unter der Kiste gefangen ist. Aber wĂŒrden wir es einfach an den Rand setzen, wĂŒrde es zurĂŒck in die Wiese laufen. Sobald das Kitz dann befreit ist, findet es aber rasch wieder mit seiner Mutter zusammen.»

Die anfĂ€ngliche Skepsis ist gewichen 
 Die Einsatzbereitschaft und die Erfolge der Mitglieder der Rehkitzrettung sprachen sich bei den Landwirten und in der JĂ€gerschaft schnell herum, Informationsveranstaltungen wie am Stand, den der Verein an der LIHGA 2022 betrieben hat, am Infotag fĂŒr JĂ€ger und Landwirte oder an den BiodiversitĂ€tstagen der Gemeinden trugen ihr Übriges zur Bewusstseinsbildung bei. «Von der anfĂ€nglich noch vorhandenen Skepsis war bald nicht mehr viel zu spĂŒren», sagt Dithmar Meier. So kamen immer mehr Anfragen fĂŒr EinsĂ€tze der Drohnenpiloten. 2023 wurde als Vereinsjahr folglich nochmals erfolgreicher als 2022. An 56 Einsatztagen wurden 207 Felder mit ĂŒber 705 Hektar abgeflogen und 54 Kitze gerettet. «WĂ€ren alle diese Anfragen bereits 2022 an uns herangetragen worden, wĂ€ren wir ĂŒberfordert gewesen, aber wir freuen uns ĂŒber jede einzelne von ihnen, und der Verein ist glĂŒcklicherweise gewachsen. Heute sind wir elf Piloten und insgesamt 84 Mitglieder. Ihnen stehen – zusĂ€tzlich zu den drei ursprĂŒnglichen – vier neue Drohnen zur VerfĂŒgung, die durch eine erneute Sammelaktion finanziert werden konnten.»

Denn neben Spenden und den MitgliedsbeitrÀgen von 50 Franken pro Jahr

hat der Verein keine weiteren Einnahmen. «Unsere Arbeit ist fĂŒr die Bauern unentgeltlich. Unser Lohn fĂŒr die EinsĂ€tze und den zeitlichen Ausbildungsaufwand ist die Rettung der Kitze – und das gilt auch fĂŒr die Landwirte, die sich sehr gerne bei uns melden und sich ebenfalls immer freuen, wenn ein Kitz gerettet wird.»


 und hat der Euphorie Platz gemacht

Wer diese Freude ebenfalls erleben möchte, ist als Neumitglied im Verein Rehkitzrettung Liechtenstein herzlich willkommen. «Ein spezielles Anforderungsprofil gibt es nicht, und wir sind eine buntgemischte Truppe. Lediglich eine gewisse FlexibilitÀt sollte gegeben sein, da geplante MÀharbeiten bis 24 Stunden zuvor gemeldet werden können. Gleichzeitig achten wir bei der Planung aber darauf, dass die EinsÀtze nahe am Wohn- oder Arbeitsort erfolgen», sagt Dithmar Meier. «Dank unseres Stellvertretersystems hat dann immer jemand von uns Zeit. Eine Absage wird es bei uns nie geben.»

Auch Helfer sind bei den Kitzrettern gerne gesehen. «Wer Interesse daran hat, einmal in unsere Arbeit hineinzuschnuppern, kann sich bei jedem Vereinsmitglied oder der Jagdgesellschaft seiner Wahl melden. Die dort zustĂ€ndigen Ansprechpersonen koordinieren alles Nötige mit uns. Dank der tollen Zusammenarbeit und des grossen Einsatzes im Vorstand funktioniert das alles reibungslos, wofĂŒr ich mich herzlich bedanke. Aber auch den Jagdgesellschaften und den Landwirten ist ein Dank fĂŒr die gute Zusammenarbeit auszusprechen. Generell darf ich sagen, dass wir in den vergangenen zwei Jahren viel erreicht haben und im Verein grosse Euphorie herrscht.»

Weitere Informationen und Kontaktdaten: www.rehkitzrettung.li

81 05/2024 meine:zeit
Dithmar Meier (links) und Michel Tschiggfrei

Julia Kaiser

Ausstellung in der Galerie «kunstzĂŒrichsĂŒd»

Die Bildhauerin & Malerin Julia Kaiser stellt derzeit eine Auswahl ihrer Skulpturen und Bilder in der Galerie «kunstzĂŒrichsĂŒd» aus. An der Gemeinschaftsausstellung unter dem Titel «Fantasie pur» prĂ€sentieren insgesamt sieben Kunstschaffende aus der Schweiz – und Julia Kaiser als einzige aus Liechtenstein – ihre Expo-

nate aus der Malerei und Bildhauerei. Unter den sechs Skulpturen, die Julia Kaiser in der Galerie «kunstzĂŒrichsĂŒd» ausstellt, befinden sich auch jĂŒngste Werke, die sie erstmalig an einer Ausstellung zeigt und auf grosse Resonanz stossen. Die Ausstellung in der Galerie «kunstzĂŒrichsĂŒd» dauert bis Samstag, 1. Juni 2024.

Julia Kaiser anlĂ€sslich der Vernissage der Kunstausstellung in der Galerie «kunstzĂŒrichsĂŒd».

«Berthold Schick und seine AllgÀu6» begeisterten in Mauren

Der böhmische Abend mit der Profiband «Berthold Schick und seine AllgÀu6» war ein Musikgenuss der ersten Klasse.

Über 300 GĂ€ste aus nah und fern erlebten Ende April im Gemeindesaal Mauren einen einmaligen, zweieinhalbstĂŒndigen Musikevent.

Der Veranstalter – PrĂ€sident der Seniorenmusik Liechtenstein, Kurt BĂŒhler, zusammen mit den FĂŒrstensteig Musikanten – verdient fĂŒr die Organisation und DurchfĂŒhrung dieses einzigartigen Musikerlebnisses mit dem erstmaligen Auftritt der «Berthold Schick und seine AllgĂ€u6»-Band in Liechtenstein ein grosses Kompliment.

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Die Profiband «Berthold Schick und seine AllgÀu6» live in Mauren. Foto: Paul Trummer

ĂŒsre woarzla Historisches

83 05/2024 ĂŒsre woarzla Historisches

Wetterkapriolen vor 25 Jahren

Lawinen in Malbun, Überschwemmungen im Tal,

Orkan «Lothar» ĂŒberall

Das Wetter ist nicht mehr wie frĂŒher. Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man auf die WitterungsverhĂ€ltnisse der letzten paar Jahre zurĂŒckblickt. Dabei war es schon frĂŒher nicht immer schön, wie das Jahr 1999 zeigt: Im Februar Lawinen, im Mai Überschwemmungen und im Dezember «Lothar», der auch in Liechtenstein fĂŒr massive SchĂ€den verantwortlich war.

Text: GĂŒnther Meier

84 05/2024 Historisches
Lawinenkatastrophe in Malbun, 1999.02.21 (ca.)-1999.03.01, SgAV 11/2235/002, Quelle: Liechtensteinisches Landesarchiv / Vaduz

«Ist der Mai recht heiss und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken. Ist der Mai kĂŒhl und nass, fĂŒllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass». Ob diese Bauernregel im Jahr 1999 aufgegangen ist? Sicher ist jedoch, dass Petrus gegen Ende Mai grosszĂŒgig mit dem Niederschlag umgegangen ist. Sintflutartige RegenfĂ€lle sorgten in Liechtenstein und auch in der Nachbarschaft fĂŒr Überschwemmungen: Keller mussten ausgepumpt werden, verschiedene Strassen wurden gesperrt, HĂ€nge gerieten teilweise ins Rutschen, und Wiesen wie Äcker verwandelten sich in kleine Seen. Der Bodensee erreichte durch die Wassermassen aus Liechtenstein, dem St. Galler Rheintal und den ZuflĂŒssen aus Vorarlberg einen «Jahrhundert-Rekordpegel von 397,88 Meter ĂŒber Meer».

Überschwemmungen

im Mai

Das «Liechtensteiner Volksblatt» berichtete in der Ausgabe vom 25. Mai 1999, dass in Ruggell an ĂŒber 100 GebĂ€uden WasserschĂ€den entstanden seien. Die Feuerwehren seien pausenlos im Einsatz gewesen, um das Wasser aus Dutzenden von Kellern und Erdgeschossen zu pumpen. Die krĂ€ftigen RegenfĂ€lle hĂ€tten zuerst fĂŒr grosse Wassermengen gesorgt, die das Ableitungssystem ĂŒberforderten: «VerschĂ€rft hatte sich die Situation in Ruggell durch das rasche Ansteigen des Grundwasserspiegels und die starke Überlastung der Kanalisationsleitungen, so dass das Wasser in die HĂ€user drang.» Nach Angaben von Emanuel Banzer, damals Leiter der Abteilung RĂŒfen und GewĂ€sser im Tiefbauamt, erreichte der Binnenkanal einen Höchststand und stand unter Dauerbeobachtung, damit Holzfrachten den Abfluss nicht versperren konnten. Auch die Esche, die sonst gemĂ€chlich dahinfliesst, trat in Mauren und Eschen an verschiedenen Stellen ĂŒber das Ufer.

Bedrohlich sah die Wettersituation an verschiedenen Hanglagen aus. In Ruggell und Gamprin gerieten einige Hanggebiete ins Rutschen. Am Maurerberg gab es einen kleinen Bergsturz, sodass eine Gruppe Pfadfinder, die Pfingsten bei der Paula-HĂŒtte verbringen wollte, evakuiert werden musste.

Die ungewohnten Wassermassen lösten auch im Berggebiet zahlreiche Rutschungen aus. Wie Klaus SchÀdler in einer «Volksblatt»-Reportage aus dem Alpengebiet Malbun und Steg berichtete, lösten die RegenfÀlle zahl-

reiche Schlammlawinen aus. Nach Auskunft von Ă€lteren Triesenbergern habe es seit Jahrzehnten nicht mehr so viele VerwĂŒstungen durch Wasser, Schlamm und Steine gegeben. Einige sprachen von den grössten SchĂ€den seit dem verheerenden Unwetter im Jahr 1910. Die Strasse Valorsch-Steg wurde durch die Rutschungen an verschiedenen Stellen unterbrochen, auch in Malbun waren Rutschungen zu beobachten, die aber nicht so gravierend ausfielen wie in Steg. Wie Fotos damals zeigten, zogen einige der Schlammlawinen hĂ€ssliche Spuren in die Landschaft.

Bauern zeigten sich besorgt, ob der Alpauftrieb aufgrund der VerwĂŒstungen wie geplant durchgefĂŒhrt werden könne. Die SchĂ€den konnten jedoch bald beseitigt werden. Im Tal entspannte sich die Lage aufgrund des schönen Wetters bald ebenfalls, auch wenn einige Spuren noch lĂ€nger sichtbar waren.

Lawinen im Februar

Die Hangrutschungen waren nicht das einzige Problem, das 1999 der Alpenwelt zu schaffen machte. Schon im Februar hatten massive SchneefĂ€lle zu Problemen in Malbun gefĂŒhrt. Wegen akuter Lawinengefahr wurde zuerst der hintere Teil Malbuns gesperrt und die Bewohner der FerienhĂ€user evakuiert. Eine Massnahme, die sich als richtig herausstellen sollte, denn mehrere LawinenniedergĂ€nge zerstörten ein Dutzend HĂ€user vollstĂ€ndig und beschĂ€digten weitere Bauten teilweise so stark, dass sie spĂ€ter abgerissen werden mussten.

Am 9. Februar ordnete der Lawinendienst die Evakuierung von 55 Personen an, die sich in elf FerienhĂ€usern und Wohnungen im hinteren Teil von Malbun aufgehalten hatten. Im Skigebiet TĂ€li wurden mehrere LawinenabschĂŒsse vorgenommen. Zudem musste der Wanderweg vom Malbuner Kirchle bis Sass wegen akuter Lawinengefahr geschlossen werden. Der Lawinendienst unter der Leitung von Peter Lampert und Fritz Wohlwend war im Dauereinsatz zur Beobachtung der Wetter- und Schneelage, denn auch in anderen Alpengebieten in der Schweiz und Österreich waren grosse Schneemengen gefallen, die teilweise zu Lawinenkatastrophen fĂŒhrten. Nach der ersten Evakuierung beruhigte sich die Lawinengefahr fĂŒr einige Tage. Aber auch in dieser Zeit blieb der Lawinendienst aktiv, wie der Chef des Lawinendienstes, Peter Lampert,

I N L A N D

Auszug aus einem Artikel des LIECHTENSTEINER VATERLAND | Donnerstag, 24. Dezember 2009

Der Orkan «Lothar» zog vor zehn Jahren, am 26 Dezember 19 pa Er forderte 110 Menschenleben, davon 29 in der Schweiz, In Liechtenstein wurden zahlreiche HÀuser abgedeckt und gan

Dach weg: Dieses GebÀude im Gebiet «Egga» in Triesenberg war von den Folgen des Sturms besonders stark betroffen B lder sdb

Dachbalken auf der Strasse: Wie durch ein Wunder wurde niemand durch herumïŹ‚iegende GebĂ€udeteile und umstĂŒrzende BĂ€ume verletzt

Umgeworfen: Im Tal erreichte Lothar Spitzenwerte von ĂŒber 160 km/h Die noch stĂ€rkeren Böen in Triesenberg liessen Fahrzeuge umstĂŒrzen

Grosser Schaden: Der Sturm schlug regelrechte Schneisen in den Wald und verursachte einen Schaden von 2,5 bis 3 Millionen Franken

Bild der VerwĂŒstung: Dachziegel und Dachbalken ïŹ‚ogen bis zu hundert Meter weit

Gewinn

der A FolgeschĂ€den durch Bo erten die AufrĂ€uma Sommer und zwei Win Was passierte mit dem g in grossen Mengen heru Zuerst ging es darum a ches Holz aufgerĂŒstet wo liegen bleiben kann damals entschieden, a im Schutzwald und im nenWirtschaftswald zu gleich zum Sturm «Vi 1990, der bei uns etwa

85 05/2024 Historisches
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Er gilt als einer der rendsten StĂŒrme de Geschichte Europa Liechtenstein hat « eine Spur der Verw terlassen Norman Amt fĂŒr Wald, Natu schaft erinnert sich Interview: Janine Köp In der Schweiz richtete SchĂ€den von weit ĂŒbe Franken an Wie gross den im Liechtensteiner Norman Nigsch: Wir h tenstein als direkte Fo etwa die Holzmenge e zung am Boden Dazu mal dieselbe Menge i kĂ€ferbefalls Wenn ma den verminderten H den Mehraufwand fĂŒr tung und die Wiederb SturmïŹ‚Ă€chen rechnet, Schadenbetrag fĂŒr Lie etwa 2,5 bis 3 Million ziffern Ist von den SchĂ€den a stĂ€nden heute noch etw Der Sturm hat teilweis in unsere WĂ€lder gesch heute noch gut erken gutes Beispiel hierfĂŒr s JungwaldïŹ‚Ă€chen «Un chöpf», die man vom G sehr schön am Gegen kann Wann begannen die A und wie lange dauerten Die ersten AufrĂ€uma nen unmittelbar nach Windes noch in derselb nem ersten Schritt mus verkehrswege von Stur und die wichtigsten ö richtungen wie Strom versorgung wiederher Zusammen mit

gegenĂŒber dem «Liechtensteiner Volksblatt» erklĂ€rte: Mit Helikoptern wurde Malbun dauernd ĂŒberwacht, an einigen Stellen wie beim Ochsenkopf und dem Augstenberg wurden per Helikopter Lawinensprengungen mit Dynamit durchgefĂŒhrt.

Durch unerwartete heftige SchneefĂ€lle am 18. Februar spitzte sich die Gefahrenlage in Malbun wieder zu. Weitere Evakuierungen von 132 Personen aus 29 HĂ€usern im hinteren Malbun wurden angeordnet. Einige Tage blieb die Lawinensituation ruhig, die vorsorglichen Sprengungen von drohenden Lawinen bewĂ€hrte sich. Doch dann Ă€nderte sich die Lage am 21. Februar schlagartig: Eine Lawine riss drei FerienhĂ€user weg, zwei weitere GebĂ€ude wurden stark beschĂ€digt. Personen kamen zum GlĂŒck nicht zu Schaden, weil das betroffene Gebiet schon Tage vorher zum Sperrgebiet erklĂ€rt worden war und die Bewohner evakuiert waren.

Die Sperrung und Evakuierung des gefĂ€hrdeten Gebietes, die nicht ĂŒberall auf Zustimmung stiessen, erwiesen sich als richtige Entscheidung. Am 22. Februar rauschte eine Staublawine, die eine Breite von rund 800 Metern und eine LĂ€nge von ĂŒber einem Kilometer aufwies, vom Silberhorn ins Tal. Die Wucht der Schneemassen war enorm: Neun HĂ€user wurden vollstĂ€ndig zerstört, weitere zwei GebĂ€ude wiesen erhebliche SchĂ€den auf. Innerhalb von etwas mehr als 24 Stunden war

es damit zur Zerstörung von zwölf GebĂ€uden und zu grösseren SchĂ€den bei einer Reihe anderer FerienhĂ€user gekommen – nach Angaben Ă€lterer Malbuner handelte es sich um das grösste LawinenunglĂŒck seit langer Zeit. Aufgrund der vom Lawinendienst angeordneten vorsorglichen Evakuierungen gab es keine Menschenopfer.

Orkan «Lothar» im Dezember Wer nun geglaubt hatte, nach den Lawinen im Februar und dem Hochwasser im Mai seien die Wetterkapriolen des Jahres 1999 zu Ende gewesen, tĂ€uschte sich. Denn gegen Ende des Jahres tobten StĂŒrme ĂŒber Europa – der ĂŒberall fĂŒr grosse SchĂ€den verantwortliche Orkan mit dem Namen «Lothar» trieb auch in Liechtenstein sein Unwesen. Der Sturm, der sich ĂŒber der Biskaya aufgebaut hatte, zog am 26. Dezember in nordöstlicher Richtung ĂŒber Europa hinweg. Auf Bergspitzen erreichte «Lothar» Spitzengeschwindigkeiten von 250 bis 272 Kilometern pro Stunde. In Talgebieten rauschte der Orkan mit weniger Geschwindigkeit durch, in Vaduz wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 165 Kilometern pro Stunde gemessen. Die Wucht des Orkans verursachte ĂŒberall grosse SchĂ€den. UmgestĂŒrzte oder geknickte BĂ€ume versperrten Strassen, von HausdĂ€chern flogen Ziegel, etliche HausdĂ€cher wurden komplett abgetragen. Auch die Stromversorgung in Liechtenstein wurde ein Opfer des Sturms, wie das «Volksblatt» in einer ersten Schadensbilanz meldete:

«WĂ€hrend das Unterland am Stephanstag von StromausfĂ€llen grösstenteils verschont blieb, musste die Bevölkerung in den Gemeinden Vaduz, Triesenberg, Triesen und Balzers sowie im ganzen Alpengebiet etwa eine Stunde lang ohne ElektrizitĂ€t auskommen. Grund dafĂŒr war, dass die Betonmasten, welche den Strom von den Nordostschweizerischen Kraftwerken in unser Land fĂŒhren, umgeknickt waren. Die 50’000-Volt-Leitungen, die ĂŒber den Rhein gefĂŒhrt werden, wurden ein Opfer des Orkans.»

Aber nicht nur an der Infrastruktur, vor allem in den WĂ€ldern habe «Lothar» grosse SchĂ€den angerichtet, bilanzierte das «Liechtensteiner Vaterland» im Jahr 2019, also 20 Jahre nach dem Sturm: «Die Sturmböen fĂ€llten ganze Schneisen in die WĂ€lder.» In Liechtenstein habe man 18'500 Kubikmeter Sturmholz errechnet – so viel wie in einem Jahr normalerweise anfalle. Die WaldschĂ€den in Liechtenstein wurden mit 2,5 bis 3 Millionen Franken beziffert. Die grossen Mengen an Schadholz, die in ganz Europa anfielen, wirkten sich auch auf den Holzmarkt aus: Die Preise fielen, je nach Holzart, um 30 bis 80 Prozent, und erholten sich in den Folgejahren nur langsam. Die Förster in Liechtenstein hatten fĂŒr lĂ€ngere Zeit zusĂ€tzliche Arbeit in den WĂ€ldern: Nach dem AufrĂ€umen musste mit dem Aufforsten begonnen werden. Heute sind die Narben, die «Lothar» in die WĂ€lder geschlagen hat, kaum mehr sichtbar.

Auszug aus dem Artikel des Liechtensteiner Volksblatt, 25. Mai 1999

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lie:zeit 88 05/2024

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