Nr. 45 I 7. November 2013 I Tel. 0732/76 10-39 44 I www.kirchenzeitung.at Einzelpreis: € 0,95 I 4020 Linz, Kapuzinerstraße 84 I Jg. 68
Karl Farkas und Fritz Grünbaum in „Die gestohlene Revue“, 1935. Farkas überlebte den NaziTerror, Grünbaum nicht. © THOMAS SESSLER VERLAG
3 Im Gespräch. Im Miteinander liegt das Glück. 6 Reportage. Lenny und seine Schwestern. 9 Pfarren. Kindgerecht Liturgie gestalten.
Am 9. November jährt sich zum 75. Mal die Reichspogromnacht
Was gibt es noch zu lachen? Ganz Österreich hat über ihn gelacht – mit wem immer er auf der Bühne stand: Karl Farkas. Als am 9. November 1938 im ganzen Land die Synagogen brannten, hatte er eben seinen 45. Geburtstag begangen. Diese Nacht war ein Schnitt auch durch sein Leben. Erfolgreich war Karl Farkas schon vor dem Krieg auf der Kabarett-Bühne gewesen. Doch mit dem Nationalsozialismus war Schluss mit lustig. Farkas floh nach Brünn, dann nach Amerika – und kam 1946 nach Wien zurück. Sein vor dem Krieg vorwiegend jüdisches Publikum gab es nicht mehr. Bühnenpartner Fritz Grünbaum war unter den Opfern, zwei Schwestern waren es auch. Mit der Reichspogromnacht vor 75 Jahren wurde eine tiefe
Wunde geschlagen. Da wurde so viel zerbrochen – und getötet. Juden wie Karl Farkas haben dazu beigetragen, dass Österreich nicht in der Schicksalsstarre stecken bleiben musste. Sein Witz und sein Humor fand zwar fast nur mehr auf den Kabarettbrettern statt. „So lustig wie auf der Bühne war der private Karl Farkas fast nie“, weiß sein Biograf Georg Markus. Da gab es zu viele Schicksalsschläge. Aber andere sollten wieder lachen können. Ein Jude wie Farkas hat selbst die Brücke gebaut: Man kann und darf auch in Zeiten wie diesen unbefangen lachen – herzhaft, und nicht so, dass es einem im Hals stecken bleibt; sonst hätten Gewalt und Terror endgültig die Oberhand gewonnen. Lesen Sie auch Seite 10/11
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