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Seelsorge im Linzer Süden _ www.kirchenzeitung.at | 29. Februar 2024 | info.post.classic
Kirche hilft in der Not
Pfarren im Porträt
Hohe Wohn- und Energiekosten belasten viele Menschen. Pfarrer Franz Zeiger erklärt, wie seine Pfarre in Notlagen hilft. Seite 5
Die 13 Pfarren des Dekanats Linz-Süd stellen sich vor: mit ihrer Geschichte und pastoralen Schwerpunkten. Seiten 8–11
Im Linzer Süden hat das kirchliche Leben viele Facetten. Das zeigt nicht zuletzt die Seelsorge für die Arbeiter:innen der voestalpine. Das und vieles mehr steht bei der bischöflichen Visitation im Dekanat Linz-Süd von 10. bis 16. März im Mittelpunkt. Seite 13
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Kirchenzeitung Diözese Linz | 29. Februar 2024
Gemeinschaft geht vor Gottesdienst
Ein herzliches Grüß Gott!
Die Kirche lebt – und sie ist vielfältig! Das nehme ich ganz stark bei meinen Besuchen in den Pfarren und Dekanaten unserer Diözese wahr. Die Kirche ist auch im städtischen Raum des Linzer Südens ein wesentlicher Teil der Gesellschaft und hat Bedeutung für viele Menschen. Auch wenn ich selbst in Linz wohne, ist eine Visitation die Gelegenheit, dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben hier in der Stadt tiefer nachzuspüren. Nur durch unmittelbaren Kontakt in den Pfarren und den kirchlichen Knotenpunkten ist es möglich zu sehen und zu hören, wie sich die Situation der Menschen in den Stadtteilen im Süden von Linz darstellt. Was funktioniert gut, wo sind die Kraftquellen, wie wird der Glaube gelebt? Wo hapert es, welche Sorgen sind da? Welche Erwartungen gibt es an die Diözese bzw. an die kirchlichen Strukturen vor Ort hier in Linz? Wie können wir als Kirche in Oberösterreich gemeinsam gut unterwegs sein? Die Kirche steht angesichts der sich rasch ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor vielen Herausforderungen. Sie hat in der Spur Jesu immer wieder passende Wege gefunden, indem sie Bewährtes weitergeführt und Neues aufgegriffen hat. Ich möchte auch im Dekanat Linz-Süd dafür werben, das Gemeinsame in den Pfarrgemeinden zu sehen, die Zusammenarbeit im Sinne des diözesanen Zukunftsweges zu stärken und dabei in allem zuversichtlich auf den Geist Gottes zu vertrauen.
„Alles, was man in Österreich an religiösen und gesellschaftlichen Situationen findet, findet sich auch im Gebiet des Dekanats Linz-Süd“, sagen Dechant Rupert Granegger und Dekanatsassistentin Elisabeth Greil. Von Pichling bis Keferfeld und dem benachbarten Leondinger Stadtteil Untergaumberg reicht das Dekanat LinzSüd. Auf dem Gebiet des Deka nats leben 116.000 Menschen, etwas mehr als die Hälfte aller Bewohner:innen von Linz. Nicht nur von der großen Einwohnerzahl ist das Dekanat gekennzeichnet, sondern in manchen Gebieten auch von einem hohen Zuzug. Allein in Pichling werden in nächster Zeit fünf neue Kindergärten entstehen. Die Zunahme der Bevölkerung wirkt sich aber nicht auf die Anzahl der Katholik:innen aus. Zählte Auwiesen zum Beispiel 1998 rund 7.000 Katholik:innen, sind es heute 2.500,
EINSAMKEIT ALS NOT Nach der Coronapandemie sei die Zahl der Gottesdienstbesuche wieder in die Höhe gegangen, macht Elisabeth Greil aufmerksam. Denn Gemeinschaft habe bei den Pfarrmit-
Wakolbinger
Ich und mein Visitationsteam freuen uns schon sehr auf viele Begegnungen in Linz!
am Bindermichl ist im selben Zeitraum die Anzahl der Kirchenmitglieder von rund 8.000 auf 2.200 geschrumpft. Im Durchschnitt beträgt der Anteil der Katholik:innen im Gebiet des Dekanats Linz rund 30 Prozent. „Wir leben teilweise in einer Diasporasituation“, sagt Dechant Rupert Granegger. „Wir haben viele Taufen, wo beide Elternteile ohne religiöses Bekenntnis sind.“
+ BISCHOF MANFRED SCHEUER Dekanatsassistentin Elisbeth Greil und Dechant Rupert Granegger
Kiz/jw
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Blick vom Bindermichl-Kreisverkehr auf die Pfarrkirche St. Michael. Das Gotteshaus zählt zu den herausragensten Kirchenbauten im Dekanat. KIZ/PS
gliedern einen enorm hohen Stellenwert: „Wenn man etwa bei Pfarrgemeinderatsklausuren erörtern lässt, was den Pfarrgemeinderäten besonders wichtig ist, kommt regelmäßig die Gemeinschaft vor dem Gottesdienst.“ Darin liegt für Dechant Granegger eine große Chance: aktive Gemeinschaften anzubieten und auf die Menschen zuzugehen. Denn die Einsamkeit vor allem bei den älteren Menschen ist ein großes Thema. Das zeigt sich auch beim knapp vor der Coronapandemie gegründeten Beratungspunkt von Beziehung Leben in Ebelsberg. Er ist für viele Einsame eine gesuchte Anlaufstelle. EINANDER STÄRKEN Natürlich stellt die kirchliche Zukunft für das Dekanat Linz-Süd eine enorme Herausforderung dar, betonen Greil und Granegger. Zusätzlich zur pastoralen Situation kommen noch die knapper werdenden Finanzen. Zudem gibt es in fast jeder Pfarre des Dekanats große sanierungsbedürftige Gebäude. Trotz aller Hürden ist der Weg für Granegger und Greil aber klar: Es geht um das Zusammenarbeiten und um
das schrittweise Zusammenwachsen aller dreizehn Pfarren. „Wir haben ein gutes Erbe vom langjährigen Dechant Franz Peter Handlechner übernommen“, sagen die beiden dankbar. Die Zusammenarbeit zeigt sich schon in teilweise gemeinsamer Firmvorbereitung, im gemeinsamen Fronleichnam, im regelmäßigen Dekanatswandern auf den Gaumberg oder bei den „Zusammenwachsen“-Treffen, bei denen es um Vereinbarungen des gegenseitigen Aushelfens geht. „Da ist einiges im Wachsen. Wir sind stolz, dass wir in Richtung der neuen Pfarrstruktur gut unterwegs sind“ sagt Granegger. Mit Sommer 2024 wird es in acht der dreizehn Pfarren Seelsorgeteams geben. JOSEF WALLNER
Die Kirchenzeitung in jedem Haus Als Vorbereitung des Besuchs von Bischof Manfred Scheuer im Dekanat Linz-Süd erhält jeder Haushalt im Linzer Süden kostenlos eine Sonderausgabe der Kirchenzeitung der Diözese Linz. Der Bischof und sein Team sind von 10. bis 17. März 2024 in den Pfarren des Dekanats unterwegs. Weiterführende Informationen zum Dekanat finden sich auch unter www.dioezese-linz.at/dekanat/3219
Der Zukunftsweg der Diözese Linz Die Diözese Linz hat eine Reform der Pfarrstrukturen beschlossen. Aus den bisherigen Pfarren werden Pfarrgemeinden, die sich zu einer neuen Pfarre zusammenschließen. Konkret heißt das, dass die einzelnen Pfarren eines Dekanats sich in einem zweijährigen Prozess zu einer neuen Pfarre vereinen. Die neue Pfarre wird rechtlich das gemeinsame Dach, auch wenn die jetzigen Pfarren als Pfarrgemeinden in vielen Bereichen ihre Selbstständigkeit behalten. Die neue Pfarre wird von einem Pfarrer geleitet, ihm zur Seite stehen ein Pastoralvorstand und ein Verwaltungsvorstand oder eine Verwaltungsvorständin. Ein pfarrlicher Pastoralrat und ein pfarrlicher Wirtschaftsrat treffen die großen Entscheidungen. In der Diözese Linz wird es künftig statt 486 nur mehr 39 Pfarren geben, die aus den jeweiligen Pfarrgemeinden bestehen. Die dreizehn Pfarren des Dekanats Linz-Süd werden sich ab dem Arbeitsjahr 2024/2025 darauf vorbereiten, eine gemeinsame neue Pfarre zu bilden. In jeder Pfarrgemeinde wird ein Seelsorgeteam aus überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen entstehen. Das Team trägt dafür Sorge, dass die vier Grundfunktionen von Kirche (Gottesdienst, Verkündigung, Caritas-Diakonie und Gemeinschaft) lebendig bleiben. Jedes Seelsorgeteam wird auch von einer durch die Diözese beauftragten Person begleitet.
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Wenn die Eltern schwierig werden Es gibt viele Angebote für Jugendliche im Linzer Süden. Linz-Süd: Das ist das flächenmäßig größte und bevölkerungsreichste Linzer Stadtdekanat. Ein Dekanat mit unterschiedlichen Menschen, die sich ihr Leben zwischen Großstadtflair und Stadtrand mit ländlicher Prägung teilen. Arbeit, Schule und Zuhause sind nicht nur durch Straßen, sondern auch durch ein engmaschiges Netz aus Straßenbahnen und Bussen der Linz AG verbunden, das gut über die Dekanatsgrenzen hinausgeht. Viele Menschen fahren gerne in die PlusCity oder in die Innenstadt. In diesem pulsierenden Stadtteil befinden sich 13 katholische Pfarren neben der evangelischen Gemeinde, freien christlichen Gemeinden, muslimischen und vielen anderen religiösen Gemeinschaften. In den Pfarren finden sich Menschen aller Altersstufen, auch Jugendliche. Manchmal etwas versteckt, und doch sind sie da: als Jungscharleiter:innen, Ministrant:innen und in Jugendgruppen. Die Pfarren St.Theresia/Gaumberg, St. Michael am Bindermichl und St. Paul zu Pichling haben Jugendclubs, die immer wieder Mottopartys oder offene Treffen anbieten. Dann wird gespielt, gelacht und über Gott und die
Welt geredet. In der Pfarre Marcel Callo/Auwiesen gibt es ein Zentrum speziell für Kinder im Pflichtschulalter (siehe Text unten). Weiters sind noch die Jugendzentren des Vereins „Jugend und Freizeit“ und des Magistrats, zu denen die Pfarren guten Kontakt pflegen. „Es ist uns allen wichtig, dass Jugendliche einen Platz haben, an dem sie sich aufhalten, spielen und reden können über das, was ihnen wichtig ist“, betont Bianka Payerl, Beauftragte für Jugendpastoral. EINE GUTE ZEIT HABEN Und dann gibt es noch die Firmvorbereitung. Jedes Jahr machen mehr als 200 junge Menschen bei einer der Firmvorbereitungen in den Pfarren mit. In diesem Lebensabschnitt, in dem die Eltern peinlich und die Welt schwierig sind, wollen wir ein Programm anbieten, bei dem die Jugendlichen mit sich selbst, ihren Mitmenschen und Gott in Kontakt kommen können. Jedenfalls sollen sie eine gute Zeit haben und später noch gern daran zurück denken. Neben dem Programm in Pfarren nutzen wir gerne die Angebote des Grünen
Ankers I Jugendkirche Linz. „Mein Kollege Manuel Rösler und ich sind gerne Ansprechpartner:innen für Jugendliche und junge Erwachsene“, sagt Bianka Payerl.
Bianka Payerl kümmert sich um die Jugendarbeit im Dekanat Linz-Süd (zweite von links). privat
Kidszentrum Turbine Zu Hause ist zu wenig Platz, auf der Straße oder in den Parks ist vieles verboten. Und die üblichen Jugendklubs sind noch nicht das Wahre. Für die Altersgruppe der 9- bis 14-Jährigen gibt es wenige Freizeitangebote. Die Pfarre Linz-Auwiesen hat deshalb vor über zwanzig Jahren das Kidszentrum Turbine gegründet, wo die Kids mit ihren spezifischen Bedürfnissen und Problemen ernst genommen werden. In der Turbine, die sich im ehemaligen Krafthaus der Tuchfabrik befindet, wird an den Nachmittagen eine Mischung aus gezielten Angeboten und offenem Betrieb geboten. Dazu gehören eine Bar zum Plaudern, kreative Workshops, Feste und Feiern, aber auch Ballspiele (Foto links). Für Letzteres steht ein eigener Mehrzweckplatz zur Verfügung. Was gemacht wird, können die Kids selbst mitbestimmen.
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„Diese Hilfe ist wie eine Visitenkarte der Kirche“ Hohe Wohn- und Energiekosten sowie steigende Lebensmittelpreise: Menschen mit wenig Einkommen fehlt in dieser Situation das Geld für ihr tägliches Leben. Die Pfarre Linz-St. Peter hilft in Notlagen mit der Spallerhofer Tafel weit über die Pfarrgrenzen hinaus. Den vielen Tierbesitzer:innen im Pfarrgebiet wollte er in der Kirche einen Raum geben. Mit diesem Anspruch hat Pfarrer Franz Zeiger vor mehr als 20 Jahren die jährlich stattfindenden Tiersegnungen ins Leben gerufen. „Gott betrachtet die ganze Welt als seine Schöpfung und nicht nur uns Menschen“, ist für Franz Zeiger klar. In seinem Pfarrhof beherbergt der tierliebe Pfarrer fünf Katzen und zwei Hunde. Durch die Segnungen in Linz-St. Peter fanden auch die Lebensgeschichten der Tierbesitzer:innen plötzlich Platz. „Ich habe gemerkt, dass viele von ihnen nur die Mindestpension haben und sich das nötige Tierfutter nur sehr schwer leisten konnten“, erzählt er. VERLUST DES TIERS ABWENDEN Damit Menschen in sozialer Notlage nicht auch noch der Verlust des geliebten Tiers droht, hat er im Jahr 2010 die Tiertafel initiiert. Diese vermittelt kostenlos Tierfutter an bedürftige Menschen. Zudem werden die Kosten für dringend notwendige Tierarztbehandlungen übernommen. Mehr als 100 Tierbesitzer:innen sind „Stammkunden“ in der Kartei der Tiertafel, Tendenz steigend. Immer größer wird der Zulauf auch bei der Spallerhofer Tafel, bei der zweimal pro Woche Grundnahrungsmittel an Men-
schen ausgeben werden, die in einer schwierigen Lage sind. Diese Tafel gibt es seit Herbst 2020, als die Pfarre Linz-St. Peter auf die durch die Pandemie entstandene Not reagierte. Bei der Spallerhofer Tafel landen zum einen Lebensmittel, die im Handel nicht mehr ausgegeben werden dürfen, aber noch vollkommen in Ordnung sind. DRAMATISCHE LAGE Außerdem kaufen Menschen aus der Pfarre als Spende eigens für die Tafel ein. „Mittlerweile kommen nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge Familien mit Kindern, die die Teuerung stark trifft. Die Lage ist bei manchen dramatisch, die sind total verzweifelt, weil sie sich zum Beispiel nicht einmal mehr den Strom leisten können“, sagt Franz Zeiger. Mit gezielter, zusätzlicher Hilfe greift die Pfarre diesen Menschen unter die Arme. BEDÜRFTIGE AUS GANZ LINZ Wer diese Unterstützung benötigt, muss seine soziale Bedürftigkeit zwar nachweisen, eine Beschränkung der Hilfsleistungen auf Bewohner:innen des Stadtteils Spallerhof gibt es aber nicht. Damit reicht das soziale Engagement der Pfarre weit über die Pfarrgrenzen hinaus und erstreckt sich auf das gesamte Linzer Stadtgebiet. Die Motivation für all den großen Einsatz formuliert Pfarrer Franz Zeiger so: „Jesus hat gesagt, dass alle zu ihm kommen sollen, die mühselig und beladen sind und nicht nur ein paar, ich denke, das ist ganz wichtig. Unsere Hilfe ist wie eine Visitenkarte der Kirche, die uns glaubwürdig macht.“ PAUL STÜTZ
Ein großes Team von Ehrenamtlichen kümmert sich bei der Spallerhofer Tafel gemeinsam mit Pfarrer Franz Zeiger um die Ausgabe der Lebensmittel. Kiz/ps
▼ ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
Der St. Barbara Friedhof als Ort der Abschiedskultur Vielfältige Veranstaltungen von klassischer Musik über Ausstellungen bis zu Vorträgen laden ein zur Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, mit Tod, Trauer und Hoffnung. Am 19. März um 18 Uhr spricht der Religionswissenschaftler Martin Rötting über „Auferstehung? Erlösungsvorstellungen in den Religionen und spirituellen Weltbildern“. Am 7. Juni ist die „Lange Nacht der Kirchen“ der Rahmen für einen Rundgang im Kerzenlicht mit Stationen zum Innehalten. „Hier liegen Sie richtig“ heißt es am 21. Juni um 20 Uhr beim Improvisationentheater mit der Gruppe Improlounge.
Gerade jetzt im Frühling bietet sich die grüne Oase mitten in der Stadt für einen besonderen Spaziergang an. St. Barbara Friedhof / Fleischmann
Bestellen Sie den Newsletter des St. Barbara Friedhofs unter www.barbarafriedhof.at. Sie erhalten 4 bis 5 x im Jahr Informationen zu Veranstaltungen.
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Beratung in Ebelsberg Zu den 26 Standorten in Oberösterreich, wo Familienberatung von BeziehungLeben angeboten wird, gehört auch das Ebelsberger Pfarrzentrum. Besonders ist hier jedoch, wie es zu diesem Standort für BeziehungLeben kam: „Das Dekanat LinzSüd hatte sich 2019 auf ein Projekt gegen Einsamkeit geeinigt. Doch bevor es wirklich anlaufen konnte, kam 2020 die Coronapandemie dazwischen“, berichtet Peter Pimann, Partner-, Ehe-, Familien und Lebensberater, der damals das Projekt in die Hand genommen hatte. FLEXIBLER WECHSEL Da sich das Projekt wegen Corona nicht im geplanten Sinn durchführen ließ, begann er damit, Beratung anzubieten, die gerne und häufig angenommen wurde. Das ursprüngliche EinsamkeitsProjekt wurde wegen der äußeren Bedingungen vorzeitig eingestellt. Als es aber darum ging, auch im Linzer Süden eine Beratungsstelle für BeziehungLeben einzurichten, hatte sich die Beratung in Ebelsberg schon etabliert. Nicht zuletzt durch die Unterstützung von Pfarrer Harald Ehrl hat BeziehungLeben eine Beratungsmöglichkeit im 2. Stock des Pfarrzentrums. Ab Sommer, wenn eine weitere Beraterin neben Pimann ihre Ausbildung abgeschlossen hat, wird es an zwei Tagen in der Woche geöffnet haben.
Die Beratung findet im Pfarrzentrum Ebelsberg statt. Luckyprof/Wikicommons 3.0
Christoph Fuchs wurde durch das Mitleben in der Pfarre Marcel Callo in Auwiesen zu seiner künstlerischen Arbeit „Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz“ angeregt. Die Objekte aus Metall hängen in der Kirche in der Tuchfabrik. Kiz/ame
„Verzauberung“ durch Kunst „Einer Kirche, die Kunst und Kultur ausklammert, würde etwas fehlen“, sagt der bildende Künstler und Lehrer Christoph Fuchs. Er ist ehrenamtlich Obmann des Pfarrgemeinderats der Pfarre Marcel Callo in Auwiesen. Neben starkem Engagement für Kinder und Jugendliche (siehe S. 4) ist die Kirche in der Tuchfabrik bekannt für ihren Kunst- und Kulturschwerpunkt. Zahlreiche Veranstaltungen von klassischer Musik bis zu hochkarätigen Ausstellungen ziehen Interessierte über die Gottesdienst-Gemeinde und den Stadtteil hinaus an.
„Glaube lebt von Bildern, von Vorstellungen, von der Verzauberung“, weiß Organisator Christoph Fuchs aus Erfahrung. Es genüge nicht, die Tür der Kirche aufzusperren. Menschen sollen das Haus als Kommunikationsort erleben können. Der architektonisch interessante Kirchenraum in der ehemaligen Tuchfabrik in Auwiesen begeistert nicht nur Christoph Fuchs. Der Linzer Süden kann mit weiteren beeindruckenden Kirchenbauten aufwarten, darunter die Kirche St. Theresia im Keferfeld und die Seelsorgestelle in der Solarcity. ANDREA MAYER-EDOLOEYI
Imprimatur In der Kirche in der Tuchfabrik in Auwiesen sind von 16. März bis 12. April Druckgrafiken von Therese Eisenmann, Eva Hörschläger, Markus Daniel, Hans Hoffmann-Ybbs, Sebastian Larsmo, Gregor und Christoph Fuchs zu sehen. Vernissage mit Musik von Sven Birch: 15. März 19 Uhr Therese Eisenmann
Linz-Süd singt und erklingt Sängerinnen und Sänger der Kirchenchöre im Linzer Süden lassen beim Abschlussgottesdienst der Dekanatsvisitation am 16. März um 18 Uhr das „Deutsche Oratorium“ von Karl-Berhard Kropf in der Kirche am Bindermichl erklingen. Bischof Manfred Scheuer leitet
den Gottesdienst. „Im Gesamtklang des Chors wird man nicht ‚St. Michael‘ oder ‚St. Paul zu Pichling‘ hören, sondern ein gemeinsames ‚Linz-Süd‘“, beschreibt Roman Schacherl die Faszination dieses Projekts. Dekanatsassistentin Elisabeth Greil hatte die Idee dafür
Der Software-Unternehmer Roman Schacherl hat 2022 mit seiner Ehefrau Marina die Plattform „Chor & Stimme“ ins Leben gerufen. Musik ist seit Kindesbeinen sein großes Hobby: Er ist als Gitarrist, Sänger, Chorleiter, Komponist und Arrangeur in verschiedenen Genres tätig. schafranek.at
und der Chorleiter der „Chorgemeinschaft St. Michael“ fand sie sofort großartig: „Musik im Allgemeinen und Chorgesang im Speziellen hat eine unglaublich verbindende Wirkung. Singen hat viel mit Zuhören zu tun.“ Kirchenchöre bieten das Erlebnis Singen in Gemeinschaft sehr niederschwellig an, so gibt es auch immer wieder Schnupperproben. „LinzSüd singt“ sei ein beispielhaftes Projekt für die Zukunft der Chöre, hofft Roman Schacherl. ANDREA MAYER-EDOLOEYI
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Das ist gut für das Betriebsklima Wer seinen Religionsunterricht besucht, musste sich dafür extra anmelden. Wie gut das funktioniert und warum er mit seinen Schüler:innen auch über richtige Müllentsorgung spricht, erzählt Berufsschullehrer Joachim Sulzer. An den Berufsschulen nimmt Religion eine Sonderstellung ein. Bis auf Vorarlberg und Tirol hat das Fach in fast allen Lehrberufen vom Bäcker bis zum Zimmerer den Status eines Freigegenstands. Was das in der Praxis bedeutet, weiß Joachim Sulzer, Religionslehrer an der Berufsschule 5 in Linz, der mit rund 2000 Schüler:innen pro Jahrgang größten Berufsschule in Oberösterreich. Zu Beginn der mehrwöchigen Lehrgänge stellt Sulzer immer sein Fach vor. Eine Schulstunde hat er dafür Zeit, um die angehenden Elektrotechniker:innen und Mechatroniker:innen für Religion zu begeistern. „Es gibt Klassen, wo ich vor 30 Schülern stehe und Klassen, wo es nur eine Handvoll Schüler ist“, erzählt Sulzer. Für ein
Freifach sind die Anmeldungen in Religion aber durchwegs bemerkenswert. KONFLIKTE LÖSEN Vor allem viele größere Betriebe legen ihren Lehrlingen nahe, in Religion zu gehen. Manche Unternehmen haben für den Besuch des Religionsunterrichts sogar eine Belohnung vorgesehen, etwa in Form einer Extrazahlung oder eines Zeitausgleichs. „Sie haben die Haltung, dass es letztlich auch für ihr Betriebsklima gut ist, wenn ihre Lehrlinge Religion wählen“, erzählt Sulzer. Denn in den zwei Wochenstunden gehe es viel ums soziale Lernen und gemeinschaftsstiftende Inhalte. „Mir ist zum Beispiel wichtig, dass sich eine Klasse gut untereinander kennenlernt, weiß, wie sie Konflikte lösen kann und wie man miteinander umgeht.“ Das könnten so banale Dinge sein wie nicht mit offenem Mund Kaugummi zu kauen. Oder den eigenen Müll in den Mistkübel zu werfen. Dass man dem anderen nicht ins Wort fällt und andere so
behandelt, wie man selbst behandelt werden möchte.
Joachim Sulzer ist Diakon und unterrichtet Religion an der Berufsschule 5 in Linz. Kiz/ps
Die „klassischen“ Themen eines Religionsunterrichts kommen bei Joachim Sulzer natürlich auch nicht zu kurz. „Ich gehe flexibel auf die Bedürfnisse der jeweiligen Klassen ein, aber den Inhalt der Bergpredigt sollen sie unbedingt lernen“, betont Sulzer. Eben jene Botschaft, in der Jesus die Menschen dazu aufruft, die Mitmenschen zu lieben, sogar die Feinde, und allen mit Respekt zu begegnen – verbunden mit
dem Aufruf, Gutes zu tun und sich gegenseitig zu helfen, vor allem den Benachteiligten und Schwächeren. SCHULSEELSORGER Zum Selbstverständnis von Joachim Sulzer gehört es auch, als Schulseelsorger da zu sein. Das ist anders als an den katholischen Privatschulen zwar kein offizieller Titel, er nimmt diese Aufgabe aber dennoch mit großem Engagement wahr. „Als ich zum Diakon geweiht wurde, habe ich das zu meinem Schwerpunkt gewählt.“ Den Klassensprecher:innen gibt Joachim Sulzer immer seine Handynummer, damit sie ihn anrufen können. Gefragt ist er sowohl bei Todesfällen als auch bei schönen Lebensereignissen seiner Kolleg:innen und Schüler:innen. Sulzer: „Erst vor ein paar Wochen hat mich ein ehemaliger Schüler angerufen und gefragt, ob ich sein Kind taufen mag. Da freu ich mich sehr, wenn ich über die Schulzeit hinaus für die Menschen da sein kann.“ PAUL STÜTZ
Seelsorge in den Altenheimen Im Dekanat Linz-Süd gibt es mehrere Altenheime in unterschiedlicher Trägerschaft. Die Menschen, die in diesen Einrichtungen leben, sind zumeist hochaltrig und bedürfen einer besonderen Betreuung. Sie mussten ihre vertraute Umgebung aufgeben und sich auf ein professionelles aber zunächst fremdes Umfeld einlassen. Die katholische Kirche bietet den Betroffenen dabei seelsorgliche Unterstützung, indem sie Frauen und Männer zu diesem Dienst speziell ausbildet und beauftragt. Derzeit sind drei hauptamtliche und vier ehrenamtliche Altenheimseelsorger:innen in fünf Heimen tätig. Darüber hinaus gibt es pfarrliche Besuchsdienste und Priester, die zur Feier der Sakramente in die Heime kommen. Altenheimseelsor-
ger:innen treten in Kontakt zu den Bewohner:innen und ihren Angehörigen. Sie „suchen das Gespräch auf Augenhöhe voll Respekt und Wertschätzung“ (aus dem Berufsprofil). Sie sind da, wo Menschen nach dem Sinn ihres Lebens fragen und nach Orientierung und Halt suchen. Die individuelle Weltanschauung einer Person, ihre Glaubensüberzeugung und ihre persönlichen Werte werden dabei wahrgenommen und respektiert. Wenn es den Wunsch danach gibt, werden hilfreiche Segenshandlungen und Sakramente angeboten, die den Selbstwert stützen und stärken können. Altenheimseelsorger:innen bemühen sich dadurch, die Lebensqualität des Einzelnen zu erhalten bzw. zu verbessern. In der Feier unterschiedlicher Gottesdienste
wird zudem die Erfahrung einer solidarischen Gemeinschaft ermöglicht. Die Bewohner:innen sollen erspüren können, dass sie von Gott begleitet sind im Leben und im Tod. Altenheimseelsorge ist deshalb Lebens- und Sterbebegleitung zugleich.
Das Altenheim auf dem Spallerhof linzwiki Der Marmorsaal des Stifts St. Florian Kiz/JW
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Die 13 Pfarren des Dekanats
Das Dekanat Linz-Süd umfasst 13 Pfarren, die vielfältige Aspekte des kirchlichen Lebens zeigen. Wir stellen die Pfarren in kurzen Porträts vor.
solarCity Die Seelsorgestelle Elia ist seit Herbst 2003 nicht mehr aus der solarCity wegzudenken. Nach einigen finanziellen Höhen und Tiefen ist in diesem Gebäude eine bunte Gemeinschaft aus Seelsorgestelle, Versicherungsbüro, Yoga, Massage, Atemtraining und Physiotherapie eingemietet. Elia ist eine lebendige kleine Gemeinde, die ihre Gottesdienste in der Kapelle feiert, beim Pfarrcafé und bei Veranstaltungen gutes Essen und Trinken liebt, sich solidarisch mit Schwächeren erklärt und den Pfarrgarten als Paradies für Pflanzen und Tiere pflegt. Im September 2023 wurde das Seelsorgeteam installiert, und damit wurden die Weichen für die Zukunft als Bestandteil der Pfarre neu gestellt. Die Pfarrgemeinde ist sich bewusst, dass Kirche eine Option unter vielen anderen geworden ist, jedoch steht sie hinter der Botschaft Jesu, die gerne mit anderen geteilt wird.
Seelsorgestelle Elia in der solarCity: Pfarradministrator Rupert Granegger, Pastoralassistentinnen Bianka Payerl und Eva Wagner Pfarre
St. Paul zu Pichling Früher hat man von Pichling gesagt: das Dorf in der Stadt. Heute ist daraus ein großes Wohngebiet geworden, das im vergangenen Jahrzehnt von circa 3300 auf 7500 Einwohner:innen gewachsen ist und noch wächst. Dennoch ist der Eindruck geblieben, in Pichling ein bisschen auf dem Land zu sein. Die Pfarre Pichling ist noch sehr jung und hat erst 2018 den 50. Geburtstag gefeiert. Sie ist aus der Initiative der Bevölkerung entstanden und hat ein blühendes Pfarrleben entwickelt. Die Pfarre sieht sich als Brückenbauerin zwischen Stadt und Land, zwischen den „Alteingesessenen“ und den Neuzugezogenen, zwischen Jung und Alt, vor allem als Brückenbauerin zum Glauben. Es gibt immer noch eine lebendige Gottesdienstgemeinde, der sich gerne auch Familien und Kinder anschließen. Bei den Festen kommt das Gesellige nie zu kurz. Der Pfarrpatron ist der heilige Paulus.
Pfarrkirche St. Paul zu Pichling: Pfarradministrator Manfred Krautsieder Pfarre
Kirche in der Tuchfabrik: Pfarrer Rupert Granegger, Pastoralassistenin Barbara Fuchsluger-Hannerer Wikipedia/Dieringer63
DIE PFARREN
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St. Quirinus Die Pfarrgemeinde St. Quirinus ist im Stadtteil Kleinmünchen zu Hause. Die Pfarrkirche wurde 1905 erbaut und dem Heiligen Quirinus 1906 geweiht. Es gibt Jungschar- und Ministrant:innen-Stunde, und verschiedene Gruppen sind aktiv am Pfarrleben beteiligt und treffen einander regelmäßig. Mehrere Veranstaltungen der Frauen und Männer werden auch zusammen veranstaltet, zum Beispiel das jährliche Treffen zum Kegeln und die Wanderausflüge. Sehr gut angenommen wird auch die SelbA-Runde. Der QuirinusChor gestaltet die Messfeiern zu besonderen Anlässen maßgeblich mit. Außerdem ist in der Kirche die kroatische Gemeinde beheimatet. Sie feiert jeden Sonntag um 11 Uhr ihren Gottesdienst, und viele Veranstaltungen der kroatischen Gemeinde und Kulturvereine finden im Pfarrheim statt.
Pfarrkirche St. Quirinus: Pfarrprovisor Rupert Granegger, Pastoralassistent Peter Kartaschov Wikipedia/Häferl
Marcel Callo Die Pfarre Marcel Callo im Stadtteil Auwiesen befindet sich in einer ehemaligen Tuchfabrik und gehört zu den jüngsten Pfarren im Linzer Süden. Mit 1. Jänner 2002 wurde die seit 1995 bestehende Seelsorgestelle zur Pfarre erhoben. Der Pfarrpatron, Marcel Callo, war ein junger französischer Arbeiter, der im Naziregime zum Märtyrer und 1987 seliggesprochen wurde. Der zeitgenössische Pfarrpatron steht auch als Herausforderung für die Pfarre, das Christentum einladend und auf der Höhe der Zeit zu leben. Beim Betreten des Kirchenraums beeindrucken schöne gusseiserne Säulen, die hohen Fenster und der neu geschaffene Lichtdom, die dem Kirchenraum eine beeindruckende Atmosphäre geben. Besonders der Taufgrotte verleiht der unterirdisch verlaufende Weidingerbach eine archaische Aura voller Kraft. Für die lebendige Gemeinde ist diese Pfarre ein Haus der Begegnung, in dem man Offenheit und Tradition lebt, sowie Platz in der Kultur, in der Liturgie und im Miteinander findet. Dies spiegelt sich in vielzähligen Angeboten wider: Musikabende, Vernissagen, Rockkonzerte, Seniorennachmittage, Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Kids-Zentrum „Turbine“ und vieles mehr. Die Kirchentüren stehen für alle offen.
Ebelsberg
Pfarrkirche Ebelsberg: Pfarrprovisor Harald Ehrl, Pastoralassistentin Christine Eder Wikipedia/Helmlinger
Ebelsberg ist ein geschichtsträchtiger und vielgestaltiger Ort. Das Erscheinungsbild ist geprägt vom unterhalb des Schlosses an der Traun gelegenen alten Markt mit der Pfarrkirche, von den Neubausiedlungen, kleinen Vorstadthäusern, aber auch landwirtschaftlichen Flächen und Wäldern. Größere Bauprojekte sind im Stadtteil in Planung und werden die Pfarrgemeinde in Zukunft herausfordern. Ein kostbares Mosaik im Jugendstil mit Johannes dem Täufer, dem Kirchenpatron, schmückt eindrucksvoll den Altarraum in der Pfarrkirche. Beachtenswert sind außerdem das Glockenspiel mit seinen wechselnden Melodien wie auch die Beratungsstelle von Beziehung Leben im Pfarrzentrum. Organist:innen, Chöre und Musiker:innen bereichern die vielfältigen Gottesdienste zusätzlich. Zu besonderen Festlichkeiten wie dem Johanneskirtag, dem Erntedankfest und Fronleichnam wirken als Zeichen der Verbundenheit die örtlichen Vereine und der Pfarrcaritaskindergarten mit. Die Pfarre gehört zum Stift St. Florian. Im Jubiläumsjahr von Anton Bruckner ist erwähnenswert, dass seine Mutter Theresia auf dem Ebelsberger Friedhof bestattet ist, da sie als Witwe in Ebelsberg lebte. Das moderne Pfarrzentrum ist Treffpunkt für die aktiven Kreise in allen Altersgruppen. Zu den Jungscharstunden finden sich immer einige Kinder und Leiter:innen zusammen. In der Firmvorbereitung arbeitet Ebelsberg mit den Nachbarpfarren Pichling und solarCity zusammen.
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St. Franziskus
Guter Hirte
1970 wurde die Pfarre St. Franziskus gegründet – nahe bei Menschen, die großteils nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen waren. Bis heute wird viel gebaut im Stadtteil Neue Heimat. Nach den Kriegsflüchtlingen kamen Zuzügler aus allen Ländern der Welt. St. Franziskus ist bunt. Dies zeigt sich nicht nur im Kindergarten. Auch die Gruppen, die sich hier treffen, sprechen mehrere Sprachen. Ein besonderer Schatz ist der Arbeitskreis für Integration und ein paar Mitarbeiterinnen mit körperlicher Beeinträchtigung, die ihre Begabungen einbringen. Jede:r kann mitmachen und die Gemeinschaft bereichern, man muss dafür nicht perfekt sein. Diese Menschlichkeit, verbunden mit Herzlichkeit ist das Besondere an St. Franziskus. Heute ist die katholische Kirche nur mehr
„Wir sind miteinander unterwegs, um in unserem Leben Sinn zu entdecken und es zu bereichern“, beschreibt Pastoralassistentin Daniela Klinglmüller die Gemeinschaft in der Pfarre. Man erfahre, dass Gott an den Wendepunkten des Lebens da ist und in dunklen Stunden, im Feiern, in der Suche nach einem zeitgemäßen Glauben, auf neuen mutigen Wegen, in der Begleitung der Kinder und Jugendlichen. Man ermutige einander, nach dem Beispiel Jesu solidarisch mit Benachteiligten und Ausgegrenzten zu sein. Verantwortung für die Schöpfung, Offenheit für Anders- und Nichtgläubige und Mitsprache aller sind der Pfarre Guter Hirte ein besonderes Anliegen. Der Kirchenraum in der Neuen Heimat wurde von Architekt Othmar Kainz als Zeltkirche geplant und 1978 eingeweiht. Unter dem zeltförmigen Dach
Pfarrkirche St. Franziskus: Pfarrmoderator Franz Salcher, Pfarrassistentin Ursula Schöggl Wikipedia/ Koberger
eine Minderheit in diesem Stadtteil. Von manch lieb gewordenen Angeboten muss sich die Pfarre verabschieden, weil die Kräfte nicht mehr reichen, aber Gott ist immer noch da – nah bei den Menschen und mittendrin im Leben.
Pfarrkirche Guter Hirte: Pfarrprovisor Franz Salcher, Pastoralassistentinnen Eva Wagner und Daniela Klinglmüller KIZ/PS
sammelt sich das wandernde Gottesvolk. Da Menschen, die unterwegs sind, nicht viel mitnehmen können, ist die Kirche sehr schlicht gehalten. Die Menschen stehen im Zentrum. Im gemeinsamen Feiern wird spürbar: Gott ist da.
St. Antonius
Heiligste Dreifaltigkeit
Viele unterschiedliche Gruppierungen, Gemeinschaften religiösen Ursprungs, aber auch Gruppierungen weltlicher Natur können sich in dem „Haus der Begegnung“ versammeln, um gemeinsam Gottesdienste zu feiern, um zu singen, zu beten, miteinander zu essen und zu trinken, Feste zu feiern oder zu beraten. Die Legio Mariens trifft sich regelmäßig, um die Gottesmutter zu verehren und sie um ihren Beistand und um ihre Fürsprache für die Menschheit zu bitten. Seit 1984 gibt es Neokatechumenale Gemeinschaften in der Pfarre. Derzeit gibt es fünf Gemeinschaften mit Älteren, Kindern, Jugendlichen und Familien. Mitglieder der chaldäischkatholischen Kirche wie auch ihrer verwandten altorientalischen assyrischen Christ:innen des Ostens und eine afrikanisch-französische
1975 erfolgte die Grundsteinlegung der Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit, für die die Architekten Rüdiger Stelzer und Walter Hutter verantwortlich zeichnen. Sie planten den Kirchenraum mitten in der Aufbruchsstimmung des II. Vatikanischen Konzils ohne feste Einrichtung als Mehrzweckraum, der für circa 300 Personen Platz bietet. Die Kirche ist der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht. Die Pfarre ist Schwesterpfarre von St. Peter und St. Antonius. Das Gotteshaus liegt in einer Parklandschaft und nennt sich deshalb „Kirche im Grünen“. Sie ist eine sogenannte „Wohnzimmerkirche“ (mit Teppichboden, „Zimmerpflanzen“, warmer, sonniger Atmosphäre). Das Zentrum der künstlerischen Gestaltung des Kirchenraums bildet der Wandteppich, den Wolfgang Stifter konzipiert hat: die Spiralform in ihrer Unendlichkeit,
Pfarrkirche St. Antonius: Pfarrprovisor Franz Zeiger, Kooperator Daniel Sancho Mengod Pfarre
Christengemeinde treffen sich regelmäßig in der Pfarre. Weiter sind Gruppen wie die AlAnon Familiengruppe und der Seniorenbund regelmäßig zu Gast in St. Antonius. Besondere Ereignisse mit Gottesdienst und anschließender Bewirtung sind jedes Jahr das Kirchweihfest im September und das Patrozinium im Juni.
Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit: Pfarrprovisor Franz Zeiger, Kooperator Michael Lubega. Wikipedia/Groß
die roten Feuerzungen, dreifach parallel ineinander greifend in der Mitte – Geistigkeit, Spiritualität, Pfingsten und ähnliches. Besonders erwähnenswert ist auch der Kreuzweg, der mit Fotos aus der heutigen Zeit, mit dem Text der Kreuzwegstationen und von Alfred und Barbara Friedl mit einem aktuellen Text ausgeführt wurde.
DIE PFARREN
Kirchenzeitung Diözese Linz | 29. Februar 2024
Herz Jesu
St. Michael
Direkt an der Wiener Straße gelegen, stellt die Herz Jesu Kirche einen Ort der Feier und des Gebets für Katholikinnen und Katholiken der ganzen Stadt dar. Ein Blickfang ist die große Herz Jesu-Statue, die dem Namen der Kirche alle Ehre macht und vor der viele Menschen untertags beten und Kerzen anzünden. Neben täglichen Messen und regelmäßiger 24-Stunden-Anbetung begleitet die Pfarre ihre Angehörigen in jeder Lebensphase mit spirituellen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien. Hervorzuheben ist die Multikulturalität der Pfarre, die zeigt, wie Glaube verbindet. So feiern auch die polnische und die afrikanisch-englischsprachige Gemeinde in der Pfarre Herz Jesu ihre Messen. Die Lebendigkeit der Pfarre wurde beim 120-Jahre-Kirchweihfest im vergangenen Mai
Die Pfarrgemeinde St. Michael liegt mitten im Stadtteil Bindermichl beim weithin bekannten Tunnel Bindermichl. Die Pfarrgemeinde bietet einen Ort der Gemeinschaft und des Glaubens für jung und älter. Jungschar- und Ministrant:innen-Gruppen treffen sich, ein Jugendzentrum öffnet einmal im Monat seine Türen, klangvoll und bereichernd ertönt die Chorgemeinschaft St. Michael, eine aktive Bastelrunde fühlt sich im Pfarrzentrum ebenso zu Hause wie die Senior:innen bei ihrem monatlichen Treffen und diverse andere Gruppen. Die Pfarrkirche ist dem Erzengel Michael geweiht und beherbergt die Barbara-Kapelle. Die bunten Glasfenster von Lydia Roppolt, der Kreuzweg von Rudolf Kolbitsch und die Figuren von Josef Fischnaller verbinden traditionelle und moderne Spiritualität.
Pfarrkirche Herz Jesu: Pfarradministrator Dietmar Neubauer, Kooperator: Daniel Sancho Mengod. Pfarre
deutlich, wo 500 Katholik:innen die Messe besuchten und beim anschließenden (seit Jahrzehnten größten) Pfarrfest miteinander feierten. Zu diesem Anlass schenkte Bischof Manfred Scheuer der Pfarre eine Reliquie vom Seligen Franz Jägerstätter.
St. Theresia
St. Peter
Das Pfarrgebiet liegt in Linz und Leonding. St. Theresia ist eine aufgeschlossene Gemeinde inmitten eines großen Wohngebiets. Die Kirche stellt eine Besonderheit der Bauarchitektur dar. Auch wenn auf den ersten Blick nicht offensichtlich, so wurde diese nach Grundsätzen einer gotischen Kirche geplant. Ein hoher Kirchenraum, getragen von schlanken Säulen, lichterfüllt von unzähligen Glasbausteinen. Die Heilige Thérèse von Lisieux, die Pfarrpatronin (1873–1897), war eine hellwache, tief spirituelle und sehr bescheidene Frau. Ihre Aussage bestand im Wesentlichen darin, sich von Gott lieben zu lassen. Diesen für ihre Zeit revolutionierenden Zugang hatte sie in der Bibel gefunden, was ihr heftigen Widerstand ihrer Oberen einbrachte Sie sagte von sich selbst: „Da ich kaum Gelegenheit zu großen Tugenden fand, suchte ich eif-
Die Pfarre Linz-St. Peter liegt im Stadtteil Spallerhof. Die Gemeinde kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Die heutige Pfarre Linz-St. Peter ist nämlich eine transferierte Pfarre, die auf das alte Dorf St. Peter zurückgeht, das 1938 in der Nazizeit dem Aufbau der Linzer Schwerindustrie an der Donau weichen musste. Bald nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Reaktivierung der Pfarre St. Peter angestrebt: im Spallerhof, einem ehemaligen Bauerngut. 1964 erfolgte dann die Weihe der neu erbauten Pfarrkirche. Da der Stadtteil über kein eigenes Volkshaus verfügt, hat das Pfarrzentrum diese Funktion seit Jahren weitestgehend übernommen. Das Haus wird daher von zahlreichen Vereinen und Institutionen, die dem Gemeinwohl dienen, zu diversen Veranstaltungen genutzt. Die Pfarre hat mehrere Sozialprojekte ins Leben
Pfarrkirche St. Theresia: Pfarrmoderator Rupert Granegger, Pfarrassistent Josef Danner Pfarre
rig die Kleinen“. Wofür die Pfarre bekannt ist, sind die Sonnwendfeuer auf der Pfarrwiese und die sehr gut organisierten Flohmärkte. In der Pfarre treffen einander viele Kinder und Jugendliche. Das Angebot in der Pfarre ist sehr vielfältig und reicht von Einführungskurse in Herzmeditation bis zu Qigongund Yogagruppen.
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Pfarrkirche St. Michael: Pfarrprovisor Willi Vieböck, Pastoralassistentin Elisabeth Greil, Kooperator Michael Lubega KIZ/PS
Entstanden ist die Pfarre ab 30. August 1945 auf Initiative der damaligen VOEST und ihren zahlreichen Arbeitenden. Bis heute ist die Verbindung mit der voestalpine und der Patronin des Hüttenwesens, der Hl. Barbara, in der Pfarre spürbar.
Pfarrkirche St. Peter: Pfarrer Franz Zeiger, Kooperator Michael Lubega Wikipedia/Groß
gerufen, die allesamt durch ehrenamtliche Mitarbeiter:innen betreut werden, etwa die Tiertafel und die Spallerhofer Tafel (siehe auch Seite 5). Das Integrationsprojekt „Alle unter einem Dach“ besteht seit 2015. Dutzende Menschen, die vor Krieg und Terror flüchten mussten, wurden seither in der Pfarre betreut.
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Seelsorgestelle des Neuromed Campus Die Räumlichkeiten der Seelsorgestelle auf dem Kepler Universitätsklinikum Neuromed Campus (ehemaliges Wagner-Jauregg) sind gut integriert inmitten der Klinik zwischen Eingangshalle und Klinikkapelle. Ebenso zentral liegt der Andachtsraum, ein interreligiöser Ort der Stille, der allen offensteht. Die Klinikkapelle befindet sich im Komplex des sogenannten historischen Altbaus.
Kirche im Spiegel der Klinik privat
Sie wurde 1867 „Maria, du Heil der Kranken“ geweiht. Die Krankenhausseelsorge vor Ort ist für die Patient:innen, deren Angehörige und für das Klinikpersonal da. Sie bietet dem Kirchenjahr entsprechende Liturgie in der Kirche genauso an wie Meditationen im Andachtsraum und Rituale am Kranken- und am Sterbebett. Die Seelsorger:innen leiten Stationsgruppen in der Psychiatrie, gestalten Feiern auf den Stationen und kooperieren in interdisziplinären Teams. Ein Team von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen unterstützt den Sonntagskommuniondienst, drei ehrenamtliche Krankenhausseelsorgerinnen betreuen Stationen. Seit 2004 veranstaltet die Seelsorge jeweils am 1. Dienstag im Monat die „Abendmusik im Krankenhaus“, eine Konzertreihe, zu der bei freiem Eintritt neben Patient:innen und deren Angehörige auch die Mitarbeitenden und auswärtige Personen ausdrücklich eingeladen sind (siehe www.linztermine.at).
Kirchenzeitung Diözese Linz | 29. Februar 2024
„Es würde ein Teil der Identität fehlen“ Mirela Simunovic erzählt vom Leben und vom Glauben in der kroatischen Gemeinschaft in Kleinmünchen und warum sie sich dort so zu Hause fühlt.
Religion war in Mirela Simunovics Familie immer etwas Wichtiges. Die 41-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Leonding, kommt aber zum sonntäglichen Gottesdienst nach Kleinmünchen in die kroatische Mission. Simunovic schätzt, dass jede Woche mehr als tausend Menschen teilnehmen, doch die Mitgliederzahl der kroatischen Glaubensgemeinschaft sei weit höher. Den Glauben hatte Mirela Simunovic von ihrer Mutter vermittelt bekommen. „Bis ich zehn Jahre alt war, lebten meine Schwester und ich mit unserer Mutter in Kroatien. Meinen Vater sahen wir nicht oft, er war als Gastarbeiter in Österreich“, erzählt sie. Es war ganz normal für die Kinder, in der Früh mit einem Gebet aufzustehen und abends damit schlafen zu gehen. „Sonntags ging es zum Gottesdienst. Meine Mama hat uns das nie aufgezwungen. Sie hat gesagt, wenn du glaubst du brauchst Gott, geh hin. Es ist eine Stunde in der Woche, die du opferst. Wie viele Stunden hast du in der Woche für dich?“ EIN GEFÜHL VON ZU HAUSE In den Neunzigerjahren zog die Familie aufgrund des Kriegs, wie viele ihrer Landsmänner und -frauen, nach Österreich. Auch wenn sie in Österreich weiter aufgewachsen und hier „für immer“ blei-
Mirela Simunovic mit ihrem Mann und ihrer Tochter privat
ben möchte: „In der kroatischen Mission fühlen wir uns zu Hause.“ Trotz der guten Integration haben sie es erlebt, „dass wir nicht zu 100 Prozent als Österreicher:innen gesehen werden, aber wenn wir in Kroatien sind, sind wir auch nicht zu 100 Prozent Kroat:innen“. Deshalb spielt die Gemeinschaft in Kleinmünchen eine wichtige Rolle: „Gäbe es sie nicht, würde uns ein Teil unserer Identität fehlen.“ Es sei einfach etwas anderes, die Messe in der Muttersprache zu hören, die Sakramente auf Kroatisch zu empfangen oder auch die Beichte auf diese Art ablegen zu können. ENGAGIERTE FRAUEN Ihr Pater Vjeko und die kroatische Mission ist auch wichtiger Ansprechpartner für viele Dinge: „Bei Problemen und anderen Dingen holen wir uns Rat. Wir besprechen Wünsche und mögliche kirchliche Angebote mit Pater Vjeko.“ Mirela Simunovic ist nämlich auch Teil einer Gruppe Frauen, die sich in der Pfarre engagieren. Je nach Jahreszeit werden Kekse gebacken, Osterkerzen im Glas gestaltet, Palmzweige hergerichtet oder Grabkerzen und -gestecke gebastelt. „Letztes Jahr haben wir zum ersten Mal ein humanitäres Mittagessen veranstaltet, um bedürftige Menschen zu unterstützen“, sagt Mirela Simunovic. Die Tätigkeit für die Kirche beschreibt sie als sehr erfüllend: „Natürlich kann man nicht die ganze Welt besser machen, aber zumindest hat man jemandem geholfen.“ VORBILD SEIN Auch für ihre eigene Tochter will Mirela Simunovic ein Vorbild im Glauben sein. „Ich möchte sie nicht zwingen, aber mir liegt es sehr am Herzen.“ Beim Aufstehen in der Früh macht sie zuerst ein Kreuzzeichen, dann bringt sie ihre Tochter in den Kindergarten. Im Auto beten sie gemeinsam ein Vater unser, und Mirela Simunovic spricht einen Segen für ihre Tochter aus: „ Gott soll dich und deine Freunde segnen.“ Auch am Abend ist das gemeinsame Beten ein festes Ritual, das die Familie aufrecht erhalten will. Es schmerzt Mirela Simunovic, dass es in Österreich so viele Kirchenaustritte gibt. „Es ist schade, dass sich die Leute nicht bemühen, ihren Glauben kennenzulernen. Die Menschen suchen Liebe und Ausgeglichenheit immer woanders statt in Gott.“ LISA-MARIA HAMMERL
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Kirchenzeitung Diözese Linz | 29. Februar 2024
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Seelsorge in der „Voest“: Zuhören ist eine große Kunst Seit mehr als 70 Jahren ist die katholische Kirche durch die Betriebsseelsorge am Industriestandort voestalpine mit Seelsorger:innen, diözesanen Mitarbeiter:innen, Ehrenamtlichen und einem Zentrum vertreten. Über die Jahrzehnte hinweg wurde die Betriebsseelsorge ein wichtiger Teil der Unternehmenskultur der voestalpine und der Betriebe am Industriestandort, auf dem heute rund 10.000 Menschen beschäftigt sind. „Das Seelsorgezentrum ist ein Ort, zu dem die Menschen kommen können. Heute wie zur Zeit der Gründung 1953 wird nicht gefragt, welche Konfession jemand hat, alle sind bei uns willkommen. Von Beginn an war jedoch die wesentliche Aufgabe der Seelsorger:innen, aus dem Zentrum hinaus aktiv zu den Menschen zu gehen“, sagt Silvia Aichmayr, die Leiterin der Betriebsseelsorge am Standort voestalpine. BESUCH AM ARBEITSPLATZ Regelmäßig fahren Aichmayr und ihr Kollege Thomas Hammerl ins Werk hinein. Sie besuchen Arbeiter:innen und Angestellte direkt an ihrem Arbeitsplatz. Über all die Jahre sind Beziehungen und gute Vernetzungen in vielen Bereichen des Werks gewachsen. So sind es immer wieder auch Betriebsrät:innen, Dienstvorgesetzte oder Kolleg:innen die aufmerksam machen – wenn etwa in einer Abteilung ein Kollege oder eine Kollegin plötzlich verstorben ist oder jemand gerade eine schwere Zeit erlebt. In solchen Lebenssituationen bietet die Betriebsseelsorge Unterstützung an. Die achtsame Hinwendung auf den ganzen Menschen, ob in einem Bürogebäude, in dem konzentrierte Stille herrscht oder in einer betriebsam lauten Werkshalle: „Das genaue Zuhören ist wichtig.“ Oft ist, wie etwas erzählt wird, mindestens genauso wichtig wie das, was erzählt wird“, erklärt Aichmayr, „Das genaue Hinhören ist eine große Kunst.“ Sie und ihr Kollege Hammerl arbeiten mit anderen Servicestellen wie der Betriebsmedizin, der Stahlstiftung und dem Mitarbeiter:innenservice zusammen. Ebenso sind sie in betriebliche Projekte eingebunden, in denen es um das Wohl der Mitarbeiter:innen geht. Ein spezieller Auf-
Silvia Aichmayr und Thomas Hammerl sind für die Menschen in der voestalpine da. Resch
gabenbereich sind die Krisen- und Trauerbegleitung sowie Segnungen am Standort, wenn etwa neue Anlagen in Betrieb gehen. Die Lehrlinge im Ausbildungszentrum werden von der Jugendleiterin regelmäßig besucht und begleitet.
würdigen Arbeit. Die Betriebsseelsorge ist auch von der Konzernleitung, mit der es Kontakt und Austausch gibt, anerkannt. „Die Vorstände begegnen uns mit Wohlwollen und Respekt für unsere Arbeit“, sagt Aichmayr.
MEHR ALS LEISTUNG UND FUNKTION In einem großen Stahlwerk, wo 365 Tage im Jahr je 24 Stunden lang gearbeitet wird, kommt der Unterbrechung, dem Hinweis auf besondere Zeiten große Bedeutung zu. Denn der Mensch ist mehr als seine Leistung und seine Funktionalität. Im Seelsorgezentrum wird am Wochenende Gottesdienst gefeiert. Anfang Dezember sind die Seelsorger:innen als Nikoläuse unterwegs, Ostern und Weihnachten werden begangen. Das größte Fest ist die jährliche Barbarafeier: Die Heilige Barbara ist die Patronin der Bergleute und Hüttenarbeiter:innen. Dieser Gottesdienst wird stets in der Bindermichl-Kirche gefeiert. Er ist das Totengedenken für die verstorbenen Kolleg:innen. Ein besonderer Tag ist zudem der 7. Oktober, der Tag der menschen-
ORT DER BEGEGNUNG Als Anlaufstelle für die Betriebsseelsorge diente in der Anfangszeit eine Barackenkirche. 1969 wurde ein neues Seelsorgezentrum bezogen, 2011 der jetzige Bau. Angesiedelt ist er als „kleine Oase“ am Rande des Werks. Neben der Seelsorge gibt es einen gut gebuchten Seminarbetrieb. Mit viel Herzlichkeit und Freude werden die Gäste, die sich vom gesamten Standort für Fortbildungen, Teammitarbeiter:innengespräche und Veranstaltungen einbuchen, empfangen und versorgt. Neben den hauptamtlichen Kräften ist natürlich auch in der Betriebsseelsorge das Ehrenamt unverzichtbar. Damit ist der Treffpunkt mensch & arbeit am Standort voestalpine ein Begegnungsort für viele unterschiedliche Menschen. HEINZ NIEDERLEITNER
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Kirchenzeitung Diözese Linz | 29. Februar 2024
Wer visitiert das Dekanat? Eine Frau und zwei Männer unterstützen Bischof Manfred Scheuer bei der Visitation
Brigitte GruberAichberger
Severin Lederhilger
Willi Vieböck
Brigitte Gruber-Aichberger war von 1999 bis 2022 Direktorin für „Pastorale Berufe“ in der Diözese Linz. Neben ihrem Ehrenamt in verschiedenen Pfarren ist sie in der Diözese weiterhin als Visitatorin bei den Dekanatsvisitationen engagiert.
Visitator Severin Lederhilger ist Prämonstratenser des Stiftes Schlägl. Er war Professor für Kirchenrecht an der Katholischen Privat-Universität Linz (Emeritierung im September). Seit 2005 ist er Generalvikar der Diözese Linz, seit 2006 zudem Ehrenkanonikus des Linzer Domkapitels. Appenzeller
Bischofsvikar Willi Vieböck, langjähriger Herausgeber der Kirchenzeitung und ehemaliger Direktor des Pastoralamts, ist bei der Visitation in einer Doppelrolle. Zum einen ist er Teil des Visitationsteam, zum anderen wird er als Pfarrprovisor von Linz-St. Michael selbst „visitiert“. Kiz/Archiv
Kiz/Nie
Impressum _ Kirchenzeitung Diözese Linz. Sonderausgabe in Zusammenarbeit mit der Leitung des Dekanats Linz-Süd Medieninhaberin: Diözese Linz Herausgeber: Willi Vieböck Geschäftsführer: Reinhold Hofstetter Chefredakteur: Heinz Niederleitner Redaktion der Sonderausgabe: Paul Stütz, Josef Wallner Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz Tel. 0732 76 10-39 44, Fax: 0732 76 10-39 39 E-Mail: office@kirchenzeitung.at DVR: 0029874/10770 Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH & Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching Verlagsort: Linz ART COPYRIGHT © BILDRECHT, WIEN
Pfarrkirche Linz-Ebelsberg | Foto: Klaus Hart
Oberösterreich hat mehr als
2500
Kirchen und pfarrliche Bauten.
ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
Wir sorgen für den Erhalt dieser Glaubensorte und Kulturdenkmäler. Danke für Ihren Kirchenbeitrag!
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Programm der Visitation Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger, Bischofsvikar Willi Vieböck und Brigitte Gruber-Aichberger besuchen das Dekanat LinzSüd. Hier finden Sie die Termine der Visitation.
Abschluss der Sternwallfahrt von St. Michael (Abmarsch 14.45 Uhr), St. Antonius (14.45 Uhr), St. Franziskus (15.15 Uhr) und Ebelsberg (15 Uhr). Alle sind eingeladen bei der Wallfahrt mitzugehen.
Sonntag, 10. März 9:00 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde Ebelsberg (Fadingerplatz 7) mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger 9:30 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde St. Franziskus (Neubauzeile 68) mit Bischof Manfred Scheuer 9:30 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde St.Paul zu Pichling (Biberweg 30) mit Bischofsvikar Willi Vieböck 11:00 Uhr: Gottesdienst der kroatischen Gemeinde St. Quirinus (Zeppelinstraße 37) mit Generalvikar Severin Lederhilger 16:00 Uhr: Andacht in Marcel Callo (Schörgenhubstraße 39) mit allen Visitator:innen zum
Dienstag, 12. März 8:00 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde Guter Hirte (Am Steinbühel 31) mit Bischofsvikar Willi Vieböck 9:00 Uhr: Begegnung im Wohnprojekt für Obdachlose DÜK-Dach überm Kopf mit Visitatorin Brigitte Gruber-Aichberger; Pfarrzentrum St. Antonius (Salzburger Straße 24) Mittwoch, 13. März 9:00 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde Heiligste Dreifaltigkeit (Wieningerstraße 14) mit Bischof Manfred Scheuer 17.30 Uhr: Gottesdienst der Gemeinde Neuromed Campus mit Bischofsvikar Willi Vieböck
Donnerstag, 14. März 8:00 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde St. Theresia (Losensteinerstraße 6) mit Visitatorin Brigitte Gruber Aichberger 18:00 Uhr: Andacht und im Anschluss Diskussion über die Zukunft der Kirche mit Generalvikar Severin Lederhilger; Pfarre Heiligste Dreifaltigkeit (Wieningerstr.14) 19:00 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde Marcel Callo (Schörgenhubstraße 39) mit Bischof Manfred Scheuer Freitag, 15. März 8:00 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde St. Quirinus (Zeppelinstraße 37) mit Generalvikar Severin Lederhilger 9:00 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde St. Peter (Wallenbergstraße 20) mit Bischofsvikar Willi Vieböck 15:00 Uhr: Kreuzweg mit Generalvikar Severin Lederhilger, St. Antonius (Salzburger Str. 24)
19:00 Uhr: Gottesdienst der Pfarrgemeinde Herz Jesu (Lissagasse 4) mit Bischof Scheuer 19:00 Uhr: Vernissage in Marcel Callo 18:00 Uhr: Heaven‘s kitchen. Jugendsozialdinner mit Generalvikar Severin Lederhilger, Ebelsberg (Fadingerplatz 7), Anmeldung: bianka.payerl@ dioezese-linz.at Samstag, 16. März 18:00 Uhr: Gemeinsamer Abschlussgottesdienst mit Projektchor „Linz-Süd singt“ mit allen Visitator:innen in St. Michael Samstag, 16. März ab 9.00 Uhr: Sprechstunden mit den Visitator:innen Bischof Scheuer in Elia - Solar City; GV Lederhilger in Marcel Callo; Brigitte Gruber-Aichberger in St. Michael; Anmeldung: Dekanatsass. Elisabeth Greil, Tel. 0676 8776 6212; elisabeth.greil@ dioezese-linz.at
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