92 Sormac: Always Fresh – Weg in die Zukunft der Gemüseverarbeitung weisen
94 Rijk Zwaan: Der „Crunch“ macht Lust auf Gemüse
95 Pflanzenschutzmitteleinsatz sinkt
96 ÖSTERREICH
96 Strukturwandel und neue Konzepte bei Frischgemüse
98 Gute Ernten stärken die Versorgung –Preisdruck und Schädlinge belasten den Anbau
102 Polen: (Grünen) Zauber wirken lassen
104 Bulgarien: Neue Strategien gefragt
105 Ukraine: Rosenkohl – Pflanzschema wichtiger als Sortenwahl
106 Südafrika: Günstige Erntebedingungen für Trauben
110 Argentinien: Schwerwiegende Auswirkungen auf Obstanbau durch Klima
111 Peru: Mangos im Preiskonflikt
112 Neuer Wind bringt Optimismus in den argentinischen Citrusanbau
122 SCHLUSSPUNKT
122 Forschung: Reife von Früchten durch Analyse der Blätter feststellen
RUBRIKEN 54 Personelles
114 Marktbericht
122 Themenvorschau / Impressum
„Wir sind einfach ‚Opfer‘ der Evolution, die uns darauf trainiert hat, Bitterkeit mit Gefahren wie Giftstoffen oder verdorbenen Lebensmitteln in Verbindung zu bringen.“
Versuch macht klug
CHRISTINE WEISER
Wann haben Sie Ihr Verhalten das letzte Mal ehrlich reflektiert? Einmal im Jahr, schlag Mitternacht an Silvester, wenn es um die guten Vorsätze geht? Oder hinterfragen Sie sich regelmäßig kritisch? Ich persönlich halte von guten Vorsätzen wenig, wenn sie nur an bestimmte Ereignisse geknüpft werden. Nur allzu oft bleibt davon im Laufe des Jahres wenig haften. Das Wort „regelmäßig“ kann auch ein sehr dehnbarer Begriff sein, den ich vermutlich selber zu oft zu sehr strapaziere. Und machen wir uns nichts vor, der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das sich nur ungern den Spiegel vorhalten und aus dem bequemen Trott bringen lässt. Dabei muss ja nicht gleich Tabula rasa gemacht werden. Wie beim Naschen gilt auch hier: in Maßen bzw. kleinen Schritten. Keine Angst, ich werde dieses Editorial nicht dafür nutzen, eine Moralpredigt zu halten. Aber wenn im Januar schon der Veganuary läuft, oder besser gesagt lief, denn der Monat ist auch schon wieder so gut wie rum, können wir mal über unsere Essgewohnheiten bzw. Einschätzung dieser sprechen. In den Niederlanden, dazu finden Sie in dieser Ausgabe auch ein Sonderthema, wurden kürzlich im Auftrag des GroentenFruit Huis Menschen nach ihrem Konsum und Wissen über Obst und Gemüse befragt. Das Gute: 76 % der Befragten halten es für wichtig, sich gesund zu ernähren, und bringen damit O+G in Verbindung. 25 % glauben, genug O+G zu essen. Allerdings neigen wir dazu, das falsch einzuschätzen. Erfreulich ist aber, dass vor allem junge Niederländer unter 35 Jahren angaben, stärker auf den O+G-Konsum zu achten und ihn angepasst haben. Kein Wunder, bieten die Sozialen Medien genug Inszenierungsmöglichkeiten, Anregungen, Tipps, Tricks und Trends. Und wenn LEH-Unternehmen wie Lidl Nederland, das mit dem Start der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina offizieller Frischwarenpartner vom TeamNL ist, sich im Sport engagieren, kann das nur zusätzlichen positiven Ansporn liefern. Gut wäre es natürlich, noch jüngere Verbraucher zu erreichen und mit altersgerecht zugeschnittenen Kampagnen überzeugen zu können. Das funktioniert bei Beeren unter dem Titel „Eine Handvoll Beeren“ in den Niederlanden, Belgien und Deutschland sehr gut. Aber zur Ehrenrettung der kleinen Kostverächter vor allem bei Gemüse: Kinder sind laut Geschmacksexperte Peter Klosse biologisch darauf programmiert, Chicorée und Rosenkohl unlecker zu finden. An alle Eltern da draußen: Ihr gebt euer Bestes, wir sind einfach „Opfer“ der Evolution, die uns darauf trainiert hat, Bitterkeit mit Gefahren wie Giftstoffen oder verdorbenen Lebensmitteln in Verbindung zu bringen. Irgendwann finden Rosenkohl und Chicorée den Weg dann vielleicht doch auf den Teller. Bei mir hat es funktioniert, bei einigen von Ihnen sicherlich auch. Also: Versuch macht klug, mehr Obst und Gemüse essen klüger. Davon bin ich fest überzeugt.
„Ohne Wasser keine Ernte“
ERNÄHRUNGSSICHERHEIT
POLI TIK In Berlin haben sich Landwirtschaftsministerinnen und -minister aus aller Welt für mehr Wasser- und Ernährungssicherheit eingesetzt. Unter dem Motto „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft.“ trafen sich insgesamt 61 Agrarressortchefs sowie Vertreter von 14 internationalen Organisationen auf Einladung von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bei der 18. Berliner Agrarministerkonferenz. In der Abschlusserklärung betonten sie die zentrale Rolle der Landwirtschaft im Wasserkreislauf. Daher müsse die Landwir tschaft als ein zentraler Akteur bei der Gestaltung
der internationalen Wasserpolitik anerkannt werden. „Wir fordern, die Stimme der Landwirtschaft bei der UN-Wasserkonferenz 2026 zu hören“, bekräftigte Rainer. Der CSUPolitiker zeigte sich erfreut über das Ergebnis, das den Höhepunkt des von seinem Haus organisierten Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) markierte. Die Berliner Agrarministerkonferenz ist Rainer zufolge ein „Forum zum Bauen von Brücken“. Die Agrarwelt sei nach Berlin gekommen, um gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Die gemeinsame Aufgabe sei es, die Produktivität der Landwirtschaft zu stärken, die
350.000 Gäste, 100 Jahre
Die Grüne Woche hat zu ihrem Jubiläum die Erwartungen der Veranstalterin Messe Berlin eigenen Angaben zufolge weit übertroffen. 350.000 Messegäste feierten das 100-jährige Bestehen auf dem Berliner Messegelände. Das entspricht einem Besucherzuwachs von rund 40.000 im Vergleich zum Vorjahr. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz, sieben Bundesminister und zahlreiche Ministerpräsidenten gratulierten persönlich. Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Jubiläumsausgabe, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Landwirtschaft, neue Produkte und internationale Perspektiven zu informieren. Rund 1.600 Aussteller aus über 50 Ländern präsentierten ihre Angebote – von traditionellen Spezialitäten und innovativen Produktideen über vegetarische und vegane Ernährung bis hin zu zuckerreduzierten Konzepten.
Foto: feraugustodesign/Pixabay
„Die Landwirtschaft braucht Wasser – ohne Wasser keine Ernte und ohne Ernte keine Ernährungssicherheit“, unterstrich Alois Rainer.
Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Einkommen zu stabilisieren. Dabei sei klar: „Die Landwirtschaft braucht Wasser – ohne Wasser keine Ernte und ohne Ernte keine Ernährungssicherheit“, unterstrich Rainer. Auf der einen Seite gefährde Wassermangel die Versorgung, auf der anderen Seite könne zu viel Wasser ebenfalls zerstörerisch sein. Daher sei die nachhaltige Nutzung von Wasser der Ausgangspunkt der Gespräche in Berlin gewesen. Die Abschlusserklärung ist für den Bundesminister ein „starkes Signal an die Welt“, dass die Landwirtschaft nicht nur Teil des Problems, sondern auch der Lösung sei. Die Agrarminister haben sich darauf verständigt, eine effizientere Wassernutzung in der Landwirtschaft zu fördern. Laut Rainer umfasst das auch natürliche Wasserspeicher wie gesunde Böden, aber auch der technische Fortschritt eröffne neue Wege und Möglichkeiten. AgE
Nur wenn KI verlässliche, akkurate Resultate liefert, entsteht echter Mehrwert – für Qualität, Profitabilität und Nachhaltigkeit.“
Gewinnen mit dem Deutschen Frucht Preis
AUSZEICHNUNG Nutzen Sie bis zum 12. Februar die Chance und bewerben sich um den Deutschen Frucht Preis. Das Fruchthandel Magazin zeichnet seit drei Jahrzehnten gemeinsam mit der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel die besten Obst- & Gemüse-Abteilungen aus. Ausgezeichnet werden Märkte mit einzigartiger Sortimentsleistung, besonderen Vermarktungskonzepten, werthaltigen Verkaufsstrategien und kreativen Flächenkonzepten. Nach vorab definierten und strengen Kriterien prüft eine Fach-Jury Deutschlands die Bewerber und krönt die besten Obst- & Gemüse-Abteilungen des Landes. Ausgelegt auf Wertschöpfung, stößt diese Auszeichnung in der Branche auf große Resonanz und wird von Markenherstellern gefördert und unterstützt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Allein die Auseinandersetzung und die darauffolgende Optimierung der Abteilung ist ein Booster für die gesamte Abteilung: Die Mitarbeiter werden noch besser motiviert, die Qualität der Abteilung verbessert, die Kunden zufriedener und noch enger gebunden. Kurzum: eine Umsatzsteigerung ist garantiert. Also: bis 12. Februar 2026 bewerben: https://rundschau.de/fruchtpreis/
Bradford Warner, Global Head Digital & Data bei AgroFresh Lesen Sie mehr ab Seite 22.
Erich Röhrenbach (Vorsitzender Obstregion Bodensee e.V.), Dr. Manfred Büchele (Geschäftsführer Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee),Hubert Bernhard (Vorsitzender LVEO Baden-Württemberg e. V.), Claus Schliecker (Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau), Staatssekretärin Sabine Kurtz MdL (Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)
11:00 Uhr / Foyer West, Aktionsbühne Podiumsdiskussion „Änderung im Konsumverhalten“
Teilnehmer: Prof. Dr. Horst Lang (Leitung Qualitätssicherung GLOBUS Markthallen Holding GmbH & Co. KG), Claus Schliecker (Vorsitzender Bundesfachgruppe Obstbau), Ursula Schockemöhle (Senior Produktmanagerin AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH), Prof. Dr. Andreas von Tiedemann (Universitätsprofessor Georg-August-Universität Göttingen)
Moderation: Eberhard Braun
14:45 Uhr / Foyer West, Aktionsbühne Ist der chemische Pflanzenschutz ein Auslaufmodell?
Prof. Dr. Andreas von Tiedemann (Universitätsprofessor Georg-August-Universität Göttingen)
11:30 Uhr / Halle B4, Bühne Komm ich zeig Dir wo die Äpfel wachsen! Antonia Kitt (Obstbäuerin und 1. Vorsitzende Lernort Bauernhof Bodensee e.V.), Kerstin Bullack (freie Mitarbeiterin Lernort Bauernhof Bodensee e.V.)
11:30 Uhr / Foyer West, Aktionsbühne Fachgerechte Einstellung von Pflanzenschutzgeräten für den Sonderkulturanbau und Berechnung der Pflanzenschutzmittel-Aufwandmenge nach dem Laubwandflächenmodell
Marius Papp (Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg)
12:00 Uhr / Foyer West, Aktionsbühne
Das digitale Hof-Büro am Beispiel verschiedener Ackerschlagkarteien (MeinAcker, Farmable, ProFlura, Agromanager)
B2/550, Bar mit Aktionsbühne „Einsatz Obstbrände in Cocktails“ – Kurzvorträge
Arthur Nägele (Ausbildungsleiter, Die Spirituosenakademie, Rheineck/CH) und Patrick Braun (Autor DRINKS-Magazin, Spirituosen Sommelier, Barkeeper, Konstanz)
Logistics Hub: Frische braucht Logistik
Programm | Berlin ► Frischeprodukte, insbesondere Obst und Gemüse, sind bekanntlich empfindliche Produkte –eine reibungslose und perfekte Kühlkettenlogistik ist besonders wichtig. Egal, ob See- oder Luftfracht, Straßen- oder Schienengüterverkehr – alle Zähnchen dieses Getriebes müssen perfekt ineinandergreifen.
LOGISTICS
HUB
HALLE 26 | STAND E-01
Sprache: Englisch
Kostenlos für Aussteller und Besucher
4. Februar 2026
10.00 – 10.30 Uhr
Wie geht es weiter mit dem globalen Kühltransportmarkt?
10.30 – 11.15 Uhr
Resilienz in unvorhersehbaren Zeiten stärken
11.30 – 12.15 Uhr
Ein DekarbonisierungsFahrplan für Frischprodukte
12.30 – 13.00 Uhr
Keynote-Interview: Der Blick von der Brücke
14.00 – 15.00 Uhr
Intelligentere Systeme: Lehren von der Iberischen Halbinsel
So kommt Frische sicher an: Experten zeigen, wie digitale Lösungen die Frischwarenlogistik optimieren.
Im Logistics Hub gibt es einen Einblick, wie Logistik die globale Frucht- und Gemüseversorgung gestaltet: von Marktstrategien über digitale Lieferketten bis hin zu nachhaltigen Zukunftskonzepten. Praxisbeispiele und Best Practices zeigen, wie Effizienz, Innovation und Klimaschutz zusammenkommen.
Hier berichten Exporteure sowie Vertreterinnen und Vertreter von Transportunternehmen, wie sie sicherstellen, dass ihre Ware unversehrt und pünktlich am Bestimmungsort ankommt und welche digitalen Technologien sie dabei nutzen.
Gerade Logistik und Transport gelten als Bereiche, in denen noch immer – nicht zuletzt dank Digitalisierung und KI – enormes Optimierungspotenzial steckt. Zugleich ist hier ein Hebel zu größerer Nachhaltigkeit. Denn die Klimaveränderung kennt keine politischen Pausen.
Das Programm:
Mittwoch, 4. Februar 2026
Wie geht es mit dem Kühltransportmarkt weiter?
Ein globaler Analyst gibt einen Ausblick auf den Logistiksektor für Frischwaren angesichts veränderter Handelsrouten, Kapazitätsengpässen und neuer geopolitischer Gegebenheiten.
• Philip Gray, Reefer Analyst, Drewry Resilienz in unvorhersehbaren Zeiten stärken
Wie kann sich der Frischwarenhandel logistisch auf neue Handelsströme und sogenannte „Schwarze Schwäne“ – wie unerwartete Änderungen der US-Zollbestimmungen oder neue geopolitische Spannun-
gen in Europa und dem Nahen Osten – vorbereiten, wenn er 2026 in die Zukunft blickt? Wir untersuchen die potenziellen Auswirkungen auf verderbliche Waren, Preise und Zuverlässigkeit und erörtern die notwendigen Anpassungen.
• Steve Alaerts, Foodcareplus Logistics NV
• Denis Felicité Zulmaaker, Colead
• Dirk Hoffmann, DP World UK
• Greg Palmer, Canadian Produce Marketing Association
• Ingrid Venstreels, Port AntwerpBruges
• Miriam Wolk, International Fresh Produce Association
Dekarbonisierungsfahrplan für Frischprodukte
Angesichts der globalen Umweltdebatte stehen Verlader unter Druck, CO2-Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig Effizienz und Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Unser Panel erörtert den besten Weg für diejenigen, die Nachhaltigkeit und Rentabilität gleichermaßen priorisieren wollen.
• Stefano Di Paolo, Great White Fleet
• James MacGregor, G37 Consulting
• Peter Stedman, Chiquita
• Sabine van Vloten, Shypple Fresh BV
Keynote-Interview: Blick von der Brücke
Wir laden einen der weltweit führenden Experten für Resilienz in Lieferketten und digitale Transformation in der Logistik ein, um seine Visionen für die Zukunft der Branche mit uns zu teilen. Von Hyperloops und windbetriebenen Schiffen bis hin zu digitalen Zwillingen und Hybridkraftstoffen – wir beleuchten die verschiedenen Innovationen, die Transportnetzwerke in Richtung maximaler Effizienz und Klimaneutralität führen.
Shanmugam Thangavelu, Accenture Cargo
Intelligentere Systeme
Da die Lieferketten für Frischwaren immer schneller und komplexer werden, müssen Unternehmen überdenken, wie sie Obst und Gemüse vom Erzeuger bis zum Regal transportieren und verfolgen. Unsere Referenten erläutern, wie neue Technologien und Strategien diese Entwicklung unterstützen können.
Aufbau skalierbarer Containerversandprozesse
Exporteure von Frischwaren stehen vor einer größeren Herausforderung als der Sendungsverfolgung: der Schaffung zuverlässiger und skalierbarer Versandprozesse. In dieser Session wird eine Fallstudie eines Versenders vorgestellt, der von reaktiven, manuellen Prozessen zu einem strukturierten, digitalen Workflow übergegangen ist.
• Ana Carolina Cardozo Diniz, BuyCo Benoit Fichefeux, BuyCo
Donnerstag, 5. Februar 2026
Potenzielle neue Transportoptionen
Während ein neues Kühlbahnprojekt versucht, den Transport von Frischwaren zu beschleunigen, beleuchten wir die Herausforderungen und Chancen dieses vielgepriesenen Transportmittels. Außerdem erfahren wir, wie einer der größten europäischen Häfen plant, noch größere Mengen importierten Obstes an Kunden auf dem gesamten Kontinent zu liefern.
• Fred Lessing, Fresh Rail
Wir finden die perfekte Schneidlösung für Sie. Selbst bei empfindlich zu verarbeitenden Produkten wie Obst und Gemüse ermöglichen unsere Anwendungen eine kontrollierte und schonende Zerkleinerung für Würfel-, Streifenund Scheibenschnitte sowie Pürees.
15.00 – 16.00 Uhr
Aufbau skalierbarer Containerversandprozesse für Frischwaren
5. Februar 2026
10.00 – 11.00 Uhr
Potenzielle neue Transportoptionen für Frischwaren
11.00 – 12.00 Uhr
Nachhaltige Lieferketten aufbauen und Existenzgrundlagen schützen
12.00 – 13.00 Uhr
Die Zukunft emissionsarmer Transporte
14.00 – 15.00 Uhr
Der KI-Vorteil: Logistik für verderbliche Waren
15.00 – 16.00 Uhr
Palettenabfall reduzieren und Automatisierung in der Lieferkette vorantreiben
6. Februar 2026
10.00 – 11.00 Uhr
Bekämpfung der Schmuggler
11.00 – 12.00 Uhr
Resilienz und Erneuerung in der Frischwarenlogistik
Nachhaltige Lieferketten aufbauen
Während die Debatte über bestimmte Transportmittel für frisches Obst und Gemüse weiterhin polarisiert, untersuchen wir, wie sich ein praktischer und für alle Beteiligten vorteilhafter Weg zu mehr Nachhaltigkeit abzeichnet – ein Weg, der ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Umweltschutz, fairem Handel, wirtschaftlicher Entwicklung und dem Schutz von Lebensgrundlagen entlang globaler Lieferketten herstellt. Diese Veranstaltung markiert zudem den Start einer branchenweiten Konsultation zu den Fairmiles-Prinzipien für einen gerechten Übergang, einem gemeinsamen Rahmenwerk für den Aufbau resilienter, klimaverträglicher und sozial inklusiver Lebensmittelversorgungsketten.
• Simon Derrick, Fairmiles
• Maria Wieloch, ICA Group
Die Zukunft emissionsarmer Transporte
Welche Fortschritte werden erzielt, um sicherzustellen, dass Schifffahrtsdienstleistungen die Umwelt nicht schädigen? Was sind die nächsten Schritte hin zu einer saubereren Zukunft? In dieser Sitzung wird das Greener Reefers Project vorgestellt, eine internationale Initiative der GIZ GmbH, die von der Bundesregierung gefördert wird. Das Projekt setzt sich für nachhaltige Kühlkettenlösungen für verderbliche Waren ein und zeigt anhand praktischer Erfahrungen aus Costa Rica und Südafrika, wie natürliche Kältemittel den Kühltransport effizienter, klimafreundlicher und sicherer gestalten können.
Der KI-Vorteil: Logistik für verderbliche Waren
Ein genauerer Blick darauf, wie KI-gestützte Analysen die Transparenz in Lieferketten für Frischwaren verbessern können. Erfahren Sie mehr über die Herausforderungen im Datenmanagement und sehen Sie, wie diese Systeme zur Prognose und Vermeidung von Verzögerungen, zur Optimierung der Kühlkapazität und zur Verbesserung der Haltbarkeit eingesetzt werden können.
Lücken schließen
Erfahren Sie von einem der weltweit führenden Anbieter, wie moderne und kosteneffiziente Mehrwegpaletten aus Kunststoff die Transparenz verbessern, Abläufe optimieren und Emissionen für moderne Frischwarenlieferanten reduzieren.
• Francesca Amidei, Ifco
Freitag, 6. Februar 2026
Bekämpfung der Schmuggler
Eine Präsentation über das Projekt Carga Segura (Gesicherte Fracht), das sich auf die Entwicklung eines sicheren und widerstandsfähigen, drogenfreien Korridors zwischen Ecuador und Europa konzentriert.
• José Antonio Hidalgo, AEBE Ecuador
• Ingrid Venstreels, Port of AntwerpBruges
Resilienz und Erneuerung in der Frischwarenlogistik
Wir reflektieren die Erkenntnisse der letzten Tage und legen Prioritäten für ein digitaleres, dekarbonisiertes und zuverlässigeres LogistikÖkosystem fest.
Von spanischen Verbrauchern getestet
Von Früchten des Wissens, der Kartoffel von morgen und Zweifach-Ernten
Programm | Future Lab ► Heute schon ans Morgen denken: Dieses Motto nimmt sich die FRUIT LOGISTICA beim Future Lab zu Herzen. Das Programm zeigt sich thematisch wie immer breit gefächert, angefangen bei der Saatgutbehandlung, über die Entwicklung neuer Sorten bis hin zum Anlegen von Blühstreifen. Die Referenten des Future Lab greifen damit ganz neue Wege auf, wollen aber gleichzeitig auch Altbewährtes weiter ausbauen und verbessern.
In 30-minütigen Sessions Innovationen entdecken, Fragen stellen und mit Expertinnen und Experten ins Gespräch kommen
FUTURE LAB
HALLE 6.1, STAND A-20
Alle Präsentationen mit KI-Übersetzung in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch
Kostenlos für Aussteller und Besucher
4. Februar 2026
11.00 – 11.30 Uhr Domestizierung auf Abruf: Mit CRISPR Nutzpflanzen für ein sich wandelndes Klima erschlossen
12.00 – 12.30 Uhr
Vertikale Landwirtschaft und Gewächshausanbau: Gemeinsam stärker
14.00 – 14.30 Uhr
Von Daten zu Entscheidungen: Digitale Tools verändern das Nachernte-Management
In halbstündigen Sessions erhalten Aussteller und Besucher die Gelegenheit, innovative Lösungen, neue Produkte, Langzeitprojekte und neue Konzepte vorzustellen und kennenzulernen. Im Anschluss an die Vorträge besteht wie immer die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist für alle Besucher und Aussteller frei. Alle Präsentationen mit KI-Übersetzung in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch.
4. Februar 2026
Nutzpflanzen mit CRISPR für ein wandelndes Klima erschließen
Dr. Pascal Hunziker wird zeigen, wie schnelle, DNA-freie CRISPR-
Bearbeitung dazu beitragen kann, vernachlässigte Nutzpflanzen zu erschließen. Anhand einer Fallstudie zu Tropaeolum tuberosum (Mashua) wird er veranschaulichen, wie wichtige Merkmale innerhalb eines kurzen Entwicklungszyklus identifiziert und verbessert werden können
• Pascal Hunziker, RuprechtKarls-Universität Heidelberg, Deutschland
Vertikale Landwirtschaft und Gewächshausanbau: Gemeinsam stärker
Diese Präsentation befasst sich mit dem Aufstieg der vertikalen Landwirtschaft, ihrer wirtschaftlichen Machbarkeit und den potenziellen Synergieeffekten mit dem niederländischen Gewächshausanbau.
• Coer t Bregman, Wageningen University & Research, Niederlande
Das Future Lab widmet sich u.a. biotechnologischen Konzepten zur kultivierten Erzeugung von Tomaten als Beitrag zu einer nachhaltigen Produktion.
Digitale Tools verändern
Nachernte-Management
SaaS und IoT bieten die Möglichkeit, die Effizienz, Rentabilität und Nachhaltigkeit von Lieferketten für Frischprodukte grundlegend zu verbessern. In dieser Sitzung wird untersucht, wie der Einsatz dieser Technologie in einem einheitlichen Ökosystem zur Erreichung dieser Ziele beiträgt.
• Bradford Warner, AgroFresh, USA
Mikroorganismen für die Saatgutbehandlung
Mikroorganismen bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Saatgutbehandlung, darunter biostimulierende Wirkungen, Verbesserungen der Saatgutgesundheit und Schutz vor bodenbürtigen Krankheitserregern. Die Entwicklung von MO-Konsortien auf der Grundlage von Mikrobiomforschung ist vielversprechend für die Zukunft.
• Hans-Jakob Schärer, Forschungsinstitute für biologischen Landbau (FiBL), Deutschland
5. Februar 2026
Blumenstreifen – wie man einen positiveren Einfluss erzielen kann
Ein wirksamer Insektenschutz erfordert mehr als nur Blumenstreifen in unseren Landschaften. Patrick Trötschler präsentiert Ergebnisse aus dem EU-LIFE-Projekt „Insektenfreundliche Regionen“ und Empfehlungen für die Landwirtschaft, die Lebensmittelindustrie und politische Entscheidungsträger.
• Patrick Trötschler, BodenseeStiftung, Deutschland
Entwicklung von Tomaten aus dem Labor
Kultivierte Früchte bieten eine pflanzenfreie Möglichkeit, echte Früchte anzubauen, wodurch die Anfälligkeit für Klimaveränderungen und die Umweltbelastung verringert werden. Durch die Verwendung von Tomatenmeristemen, induzierter Blüte und in Bioreaktoren gezüchteten Fruchtknospen
QR-Code scannen und die komplette Case Study lesen.
Besuchen Sie uns! Halle 6.1 | Stand B-43
15.00 – 15.30 Uhr Mikroorganismen für die Saatgutbehandlung
5. Februar 2026
11.00 – 11.30 Uhr
Blumenstreifen: Wie man einen positiveren Einfluss auf Insekten und die Artenvielfalt erzielen kann
12.00 – 12.30 Uhr Entwicklung von im Labor gezüchteten Tomaten
14.00 – 14.30 Uhr POMORROW sucht die Kartoffel von morgen
15.00 – 15.30 Uhr
NXTGEN Hightech – Auf dem Weg zu einer freihändigen Agrar- und Lebensmittelindustrie
6. Februar 2026
11.00 – 11.30 Uhr
Zweifache Ernte: Himbeeren und erneuerbare Energie
12.00 – 12.30 Uhr Entschlüsselung der DNA von Brombeeren zur Beschleunigung der Sortenentwicklung
Auch ein Forschungsversuch zum Himbeeranbau unter Solarmodulen im Rahmen eines Agri-PVProjekts wird thematisiert.
könnte dieser Ansatz eine nachhaltige und gerechte Lebensmittelproduktion ermöglichen.
• Marcel Proveniers, Universität Utrecht, Niederlande
POMORROW sucht die Kartoffel von morgen
Das Projekt POMORROW wird konventionelle und neue Züchtungstechniken zur Verbesserung des Kartoffelkeimplasmas entwickeln und anwenden, indem es genetische Ressourcen nutzt, die es der Kartoffelzüchtung ermöglichen, auf neue Herausforderungen durch den Klimawandel und die Bioökonomie zu reagieren.
• Thilo Hammann, Julius KühnInstitut, Deutschland
NXTGEN Hightech – Weg zu einer freihändigen Agrar- und Lebensmittelindustrie
In seinem Vortrag wird sich Peter Schellekens mit den neuesten technologischen Innovationen befassen, die den Weg in eine Zukunft der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft ebnen, in der keine manuellen Eingriffe mehr erforderlich sind.
• Peter Schellekens, FME, Niederlande
6. Februar 2026
Himbeeren und erneuerbare Energie
Pcfruit hat im Rahmen des VLAIOAgri-PV-Projekts einen Versuchsstandort eingerichtet, um den Himbeeranbau unter Solarmodulen zu untersuchen. Die Forschung bewertet, wie sich die Transparenz und Anordnung der Module auf Ertrag, Mikroklima und Pflanzenschutz auswirken, und beurteilt die wirtschaftliche Machbarkeit.
• Anne Cortleven, Pcfruit, Belgien
Entschlüsselung der DNA von Brombeeren
Fortschritte in der DNA-Sequenzierung haben die Entschlüsselung der Gene von Brombeeren und die Entwicklung neuer Werkzeuge ermöglicht, die eine effiziente Auswahl überlegener neuer Sorten ermöglichen. Wir werden die neuesten Fortschritte in der DNA-gestützten Entwicklung von Brombeersorten untersuchen.
• Zhanao Deng, Universität Florida, USA
Startup World: Hier beginnt die Zukunft der Frischfruchtbranche
Programm | Berlin ► Frische braucht Fortschritt. Und genau dort, wo Innovation besonders schnell an Dynamik gewinnt, setzt die FRUIT LOGISTICA 2026 ein klares Zeichen. In der Startup World in Halle 3.1 präsentieren 18 internationale Startups aus 11 Ländern ihre Technologien und Ideen für die Frischfruchtbranche von morgen –mutig, praxisnah und mit dem klaren Anspruch, aktuelle Herausforderungen nicht nur zu analysieren, sondern konkrete Lösungen zu liefern.
Das Spektrum der gezeigten Innovationen reicht von KI-gestützter Qualitätskontrolle und intelligentem Disease Tracking über präzise Crop Prediction und moderne Sensorik bis hin zu nachhaltigen Verpackungslösungen.
Die Startup World macht sichtbar, wie Digitalisierung, Automatisierung und neue Materialien die gesamte Wertschöpfungskette stärken können – vom Anbau über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung.
Angesichts von Klimawandel, Ressourcenknappheit, volatilen Märkten und steigenden Anforderungen an Transparenz steht der Sektor unter erheblichem Veränderungsdruck. Genau hier setzen Startups entscheidende Impulse: Sie entwickeln nachhaltige Technologien, die Produktivität steigern, Ressourcen effizienter nutzen, Qualität mess-
bar machen und Lieferketten intelligenter steuern.
Mehr als nur eine Ausstellungsfläche
Dabei ist die Startup World weit mehr als eine klassische Ausstellungsfläche. Sie fungiert zugleich als Inspirationsquelle, Marktplatz und Netzwerk-Hub – ein Ort, an dem Gründer, Investoren, Produzenten sowie Vertreter aus Handel und Logistik miteinander ins Gespräch kommen und Innovationen den Weg in reale Projekte finden. So wird die FRUIT LOGISTICA 2026 erneut zum Treffpunkt für alle, die die Zukunft der Frischfruchtbranche aktiv mitgestalten wollen. Denn die Ideen von heute sind die Standards von morgen – und in Halle 3.1 wird deutlich, wie schnell aus Visionen marktfähige Lösungen entstehen.
Im Rahmen der Startup World zeigen junge Unternehmen, wie Innovation die Frischfruchtbranche voranbringt.
Foto:
Messe
Berlin
SB-Maschinen im LEH: HEPROs Ansatz auf Basis langjähriger Praxiserfahrung
HEPRO ► SB-Lösungen in der Obst- und Gemüseabteilung müssen heute deutlich mehr leisten als noch vor wenigen Jahren. Sie sollen ohne lange Einweisung funktionieren, hygienisch und schnell zu reinigen sein, Personal entlasten und gleichzeitig ein hochwertiges Einkaufserlebnis bieten. Vor allem aber müssen sie konstant Qualität liefern – sichtbar für den Kunden und messbar für den Betreiber.
Im Nu erhalten
Verbraucherinnen und Verbraucher frisch gepressten Orangensaft und verzehrfertige Ananasstücke – hier SBBeispiele von Edeka Niederschulte in Verl.
Vor diesem Hintergrund stellt das Unternehmen HEPRO auf der FRUIT LOGISTICA 2026 in Berlin seine neue „royal“-Produktfamilie vor. Nach eigenen Angaben verfolgt HEPRO damit einen ganzheitlichen Ansatz, der technische Entwicklung, Service und praktische Anforderungen aus dem Handelsalltag miteinander verbinden soll. Geschäftsführer Christoph Wolter erklärt, das Unternehmen habe den Anspruch, Lösungen für den Handel zu entwickeln und nicht ausschließlich Maschinen zu bauen. „Darin liegt unsere Entwicklung als Marktführer“, so Wolter.
Veränderte Anforderungen im LEH
Der Arbeitsalltag im Lebensmitteleinzelhandel ist unter anderem durch Zeitdruck, Personalmangel sowie steigende Anforderungen an Hygiene und Dokumentation geprägt. Gleichzeitig erwarten Verbraucher Frische, Transparenz und eine ansprechende Präsentation am Point of Sale. Nach Einschätzung von HEPRO stoßen bestehende Systeme dabei teils an Grenzen, etwa durch komplexe Bedienkonzepte oder einen hohen Wartungsaufwand. Das Unternehmen gibt an, seine Maschinen konsequent an den tatsächlichen Abläufen im Markt auszurichten.
HEPROGeschäftsführer Christoph Wolter
pina royal: Weiterentwicklung auf Basis von Praxiserfahrung
Mit der pina royal stellt HEPRO eine neue Generation seiner SB-Ananasschälmaschine vor. Sie basiert nach Unternehmensangaben auf mehr als acht Jahren Entwicklungs- und Einsatzpraxis sowie auf Erfahrungen aus über 500 installierten Maschinen im europäischen Einzelhandel. Ziel der Weiterentwicklung sei es gewesen, typische Schwachstellen früherer Systeme zu vermeiden und eine Maschine zu entwickeln, die ohne umfangreiche Einweisung bedient werden kann und im Alltag keinen zusätzlichen Aufwand verursacht. Zu den genannten Merkmalen zählen unter anderem eine barrierefreie Einhand-Bedienung, ein patentiertes Schneid- und Schälprinzip, ein patentiertes System gegen Fruchtfliegen, der Verzicht auf Adapter für unterschiedliche Ananasgrößen sowie eine kompakte und transparente Edelstahlkonstruktion mit transparenter Bauweise, die Vertrauen beim Endverbraucher schaffe.
saft royal: Mehr Einsatzmöglichkeiten, klarer Geschmack
Auch die Saftpresse saft royal wurde laut HEPRO technisch angepasst. Neben Orangen können nun auch Granatäpfel und Zitronen verarbeitet werden. Das Pressverfahren sei so ausgelegt, dass bei Citrusfrüchten keine Bitterstoffe oder ätherischen Öle in den Saft gelangen. Ziel sei ein gleichbleibend klarer Geschmack, der den Anforderungen des Handels entspreche.
Fotos:
HEPRO® GmbH
Die SB-Ananasschälmaschine pina royal mit patentiertem Schneid- und Schälprinzip – in zwei unterschiedlichen Farbdesignausführungen
spargel royal: Fokus auf Reinigung und Effizienz
Bei der spargel royal setzt HEPRO nach eigenen Angaben auf ein verändertes Konstruktionsprinzip. Anstelle klassischer Transportrollen wird der Spargel fixiert, geschält und seitlich ausgegeben. Dadurch soll die Mechanik reduziert und die Reinigung vereinfacht werden. Gleichzeitig verspricht das Unternehmen eine konstante Schälqualität auch bei hohem Durchsatz, insbesondere während der saisonalen Spitzenzeiten.
Service als Teil des Gesamtkonzepts
Ein zentraler Bestandteil des Angebots ist aus Sicht von HEPRO der Service. Da Ausfallzeiten im Handel vermieden werden sollen, gibt das Unternehmen an, Maschinen im Störungsfall in der Regel innerhalb von 24 Stunden wieder einsatzbereit zu machen. Grundlage dafür seien ein spezialisiertes Serviceteam, kurze interne Abstimmungswege sowie digitale Diagnoseund Kommunikationslösungen. Zudem sorge die enge Zusammenarbeit mit führenden Supermarktketten zusätzlich für kurze Wege und klare Prozesse.
Systemansatz der royal-Serie
Alle Maschinen der royal-Serie folgen laut HEPRO einer einheitlichen Konstruktions- und Bedienlogik. Ziel sei es, Schulungsaufwand zu reduzieren, Abläufe zu vereinheitlichen und die Akzeptanz bei Mitarbeitenden und Kunden zu erhöhen. Besonders bei größeren Roll-outs im Lebensmitteleinzelhandel sieht das Unternehmen Vorteile in diesem systemischen Ansatz. Für März 2026 kündigt HEPRO die Vorstellung eines weiteren Produkts an, das die Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt ergänzen und „nachhaltig bereichern“ soll.
Halle 1.1, Stand C-33
Jetzt die HEPRO-royal-Familie für O&G kennenlernen: Halle 1.1, Stand C-33
Weltpremiere
Insights Stage – wo Daten, Märkte und Verantwortung zusammenkommen
Programm ► Im Rahmen der FRUIT LOGISTICA präsentieren Aussteller erstmals auf der Insights Stage ihre innovativen Produkte und Konzepte. Dabei beleuchten an den ersten beiden Messetagen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Branchenorganisationen zentrale Herausforderungen der Obst- und Gemüsebranche. Im Fokus stehen datenbasierte Entscheidungsprozesse, neue Produktions- und Logistikmodelle, technologische Innovationen in der Nachernte sowie Fragen von Nachhaltigkeit, Transparenz und Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette.
Daniel Schmidt
Den Auftakt bildet der niederländische Agritech-Anbieter Agurotech. Im Zentrum steht die Frage, wie sich aus der wachsenden Menge an Sensor-, Satelliten- und Wetterdaten tatsächlich praxisrelevante Entscheidungen für den Anbau ableiten lassen. Der Vortrag macht deutlich, dass Smart Farming weniger vom bloßen Sammeln zusätzlicher Daten lebt, sondern davon, diese in konkrete Empfehlungen für Bewässerung, Stressmanagement oder die zeitliche Planung von Maßnahmen zu übersetzen. Einen direkten Übergang zur Lieferkette bildet der Beitrag von Tive. Anhand globaler Kühlketten zeigt das Unternehmen, wie Echtzeitdaten zu Standort und Zustand von Sendungen helfen können, Qualität, Marge und Haltbarkeit zu sichern. Live-Daten sollen nicht nur Reklamationspro-
Um praxisrelevante Entscheidungen im Obst- und Gemüseanbau schnell und richtig treffen zu können, ist die regelmäßige Prüfung wichtiger Parameter unerlässlich.
zesse vereinfachen, sondern auch das Vertrauen zwischen Erzeugern, Logistikdienstleistern und Handel stärken – insbesondere auf dynamisch wachsenden Importachsen, etwa von Südafrika nach Europa oder in den Nahen Osten.
Neue Produktionslogiken im Gemüsebau
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf strukturellen Veränderungen in der Primärproduktion. Vertreter von Flier Systems widmen sich der Frage, warum feldbasierter Anbau von Baby-Leaf-Salaten zunehmend durch gewächshausbasierte CEA-Systeme ersetzt wird. Anhand eines konkreten Hydroponik-Beispiels wird aufgezeigt, wie Automatisierung, kontrollierte Produktionsbedingungen und geringere Abhängigkeit von Arbeitskräften die Wirtschaftlichkeit verändern. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich Produktionsstandorte flexibler planen lassen – ein Faktor, der angesichts klimatischer Risiken und steigender Kosten an Bedeutung gewinnt. Auch das Thema Lebensmittelverluste zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm. Das spanische Unternehmen Citrosol stellt zwei Nachernte-Technologien für Avocados vor, die Verluste während Lagerung und Transport reduzieren sollen. Präsentiert werden sowohl industrielle Ergebnisse aus Export-Packhäusern in Peru als auch unabhängige Versuchsdaten aus Spanien, die auf eine verbes-
serte innere Fruchtqualität und geringere Kälteschäden hinweisen. Der Beitrag unterstreicht die wachsende Bedeutung der Nachernte als Stellschraube für Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Logistik zwischen Effizienz und Verantwortung
Mit Blick auf globale Warenströme thematisiert Lineage den Zusammenhang zwischen Technologieeinsatz, Zusammenarbeit und Lebensmittelverschwendung. Angesichts weltweit hoher Verlustmengen wird gezeigt, wie temperaturgeführte Logistik, datenbasierte Prozesse und partnerschaftliche Ansätze helfen können, Effizienz zu steigern und gleichzeitig soziale Initiativen zu unterstützen. Ein praxisnahes Beispiel aus dem Großhandel liefert die Stöcklin Group. Anhand eines luxemburgischen Lebens-
Hinzmann wird durch das Programm der Insights Stage führen.
Foto: AdobeStock
Alice
mittelgroßhändlers wird erläutert, wie automatisierte Frischelogistik Ladezeiten verkürzt und Bestellungen, die bis Mitternacht eingehen, bereits am nächsten Morgen ausgeliefert werden können. Automatisierung wird hier als Schlüssel für Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Frische positioniert.
Märkte öffnen, Standards sichern
Neben Technik und Logistik nimmt die Insights Stage auch Marktund Partnerschaftsmodelle in den Blick. Das Import Promotion Desk (IPD) stellt seine Rolle als Schnittstelle zwischen europäischen Einkäufern und geprüften Erzeugern aus ausgewählten Partnerländern vor. Ziel ist es, neue Bezugsquellen zu erschließen und gleichzeitig Nachhaltigkeit, Transparenz und die Einhaltung von Qualitäts- und Sozialstandards sicherzustellen. Ergänzt wird dies durch Einblicke
in konkrete Erzeuger, die sich auf der FRUIT LOGISTICA präsentieren. Ein programmatisches Signal setzt auch Zespri. Mit der EU-Zulassung eines Health Claims für grüne Kiwis erreicht erstmals ein frisches Obstprodukt diesen Status. Der Vortrag ordnet ein, welche Bedeutung dieser Schritt für die Vermarktung, die Kommunikation mit Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie für die gesamte Branche haben kann – und welche Anforderungen damit verbunden sind.
Digitalisierung, KI und neue Steuerungsmodelle
Der zweite Messetag vertieft den Fokus auf digitale Lösungen und Automatisierung. Themen reichen von autonomen Klima- und Bewässerungssystemen (Blue Radix) über CO2-Abscheidung direkt im Gewächshaus (Green Gas & Liquids) bis hin zu innovativen Verpackungslösungen und Rückverfolg-
Am Beispiel Avocado wird auf der Insights Stage gezeigt, wie datenbasierte Nachernte-Lösungen Qualität und Haltbarkeit verbessern sollen.
barkeitssystemen. Unternehmen wie IFCO Systems zeigen, wie Echtzeit-Tracking und Datenanalysen bei Mehrwegverpackungen Transparenz schaffen, Verluste reduzieren und CO2 einsparen sollen. Auch der Einsatz von Bildverarbeitung und Künstlicher Intelligenz steht im Mittelpunkt. Anbieter wie BIOMETiC oder Stack&Track präsentieren Ansätze, mit denen Qualitätsmerkmale sichtbar, messbar und entlang der Lieferkette nutzbar gemacht werden. Ergänzt wird dies durch Beiträge zu Compliance und Regulierung, etwa von Agriplace, die zeigen, wie KI helfen kann, steigende Anforderungen – etwa im Kontext der PPWR – effizient zu managen. Abgerundet wird das Programm durch Beiträge zu Züchtung, Herkunftsmarketing und verantwortungsvollen Lieferketten – von argentinischen Heidelbeerprogrammen über portugiesische Citrusfrüchte bis hin zu einem Panel zur Fairness und Logistiksicherheit in der Bananenwirtschaft.
Halle 21, Stand F-60
Künstliche Intelligenz ist der Game Changer
Berlin ► Vor dem Start der FRUIT LOGISTICA 2026 haben führende Experten in einer 60-minütigen Session das Bild einer Branche gezeichnet, in der Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung die gesamte Wertschöpfungskette unaufhaltsam verändern. Das FRUIT LOGISTICA Briefing wurde am 20. Januar live gestreamt und ist ab sofort als On-Demand-Video verfügbar.
Im Uhrzeigersinn: Chris White, Vorsitzender des FRUIT
LOGISTICA Advisory Boards (Moderator); Wouter Kuiper, Chief Executive Officer, Kubo Greenhouse Projects; Bradford Warner, Global Head Digital & Data, AgroFresh; Elad Mardix, Chief Executive Officer & Co-Founder, Clarifresh
David Ruetz, Senior Vice President der Messe Berlin, sagte:
„KI ist ein Game Changer mit großen Auswirkungen auf Produktion, Qualitätskontrolle, Logistik und sogar auf den Einzelhandel. Die Branche steht an einem entscheidenden Wendepunkt.“ Genau deshalb sei die FRUIT LOGISTICA als internationale Plattform für Innovation, Austausch und konkrete Lösungen in diesem Jahr wichtiger denn je.
KI ist längst im Alltag angekommen
Auch Mike Knowles, Geschäftsführer von Fruitnet Europe und Autor des FRUIT LOGISTICA Trend Reports 2026, unterstreicht die Dynamik: „KI durchdringt das gesamte Geschäft und gestaltet es neu.“ Es gehe längst nicht mehr um Zukunftsvisionen oder Theorie,
sondern um Technologien, die täglich im Einsatz sind. Vor allem der Arbeitskräftemangel, aber auch der Druck zu mehr Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz beschleunigen diesen Wandel massiv.
„Im Moment hat KI den größten Einfluss bei smarter Produktion und Qualitätskontrolle“, fasst Knowles die Ergebnisse des Trend Reports zusammen. Besonders großes Potenzial sieht er in der Nachfrageprognose für den Einzelhandel: Wer präziser planen kann, reduziert Verluste, optimiert Warenströme –und steigert Profitabilität wie Nachhaltigkeit. Die entscheidende Frage für die Zukunft: Werden komplette Wertschöpfungsketten künftig vollautomatisiert ablaufen können?
Daten sind der Schlüssel zur Skalierung
In der von Chris White, dem Vor-
sitzenden des FRUIT LOGISTICA Advisory Boards, moderierten Diskussion wurden auch die Herausforderungen deutlich, die vor allem die Bereiche Datenqualität, Skalierung und Akzeptanz betreffen. Bradford Warner, Global Head Digital & Data bei AgroFresh, sieht das Fundament erfolgreicher KI vor allem in der Datenbasis: Gerade bei prädiktiven Erntemodellen sei entscheidend, dass Daten sauber, konsistent und international kompatibel seien. „Nur wenn KI verlässliche, akkurate Resultate liefert, entsteht echter Mehrwert – für Qualität, Profitabilität und Nachhaltigkeit“, so Warner. Erst dann steige auch die Akzeptanz bei Kunden und Entscheidern.
Elad Mardix, Chief Executive Officer und Mitgründer von Clarifresh, beschreibt eine deutlich gestiegene Erwartungshaltung: „Die Fehlertoleranz ist sehr gering – auch weil
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viele Technologien in der Vergangenheit im großen Maßstab nicht funktioniert haben.“ Entscheider seien nur zu gewinnen, wenn der Nutzen klar messbar sei. Clarifresh setzt KI gezielt für eine präzisere Qualitätskontrolle ein – deutlich genauer, objektiver und ohne die Schwankungen menschlicher Beurteilungen. Ergebnis: rund ein Viertel weniger Reklamationen im Handel. Das langfristige Ziel: den Menschen aus dem Kontrollprozess weitgehend herauszunehmen.
Wouter Kuiper, Chief Executive Officer bei Kubo Greenhouse Projects, setzt dagegen auf eine starke Kombination aus Erfahrung und Technologie. Für ihn liegt der Schlüssel im Zusammenspiel von menschlicher Intuition und KI: „Künstliche Intelligenz kann anhand großer Datensätze subtilste Details erkennen, Szenarien vorausberech-
nen und Risiken sehr früh sichtbar machen.“ Entscheidend sei, die Veränderung aktiv anzunehmen: Wer sich weiterentwickelt, profitiert – unabhängig von der Unternehmensgröße. KI sei deshalb nicht nur ein Thema für Konzerne, sondern eine reale Chance auch für kleinere Erzeuger.
Trend Report 2026 zeigt
Wettbewerbsvorteile
Der FRUIT LOGISTICA Trend Report 2026 zeigt, wie KI und Automatisierung die globalen Lieferketten für Obst und Gemüse verändern und welche Vorteile das für die Branche bringt: mehr Effizienz in der Produktion, präzisere Qualitätskontrolle, bessere Prognosen, optimierte Logistik sowie weniger Ausschuss und Ressourcenverbrauch. Der Bericht beleuchtet praxisnah Anwen-
dungen wie intelligente Gewächshäuser, prädiktive Erntemodelle, KI-gestützte Qualitätsbewertung und Logistikoptimierung und zeigt, welches Potenzial in autonomen Systemen, zerstörungsfreier Qualitätsanalyse und modernem Kühlkettenmanagement liegt.
DIE INTERNATIONALE FACHMESSE FÜR ERWERBSOBSTBAU, DESTILLATION UND AGRARTECHNIK.
20.–22. Februar 2026
Über 350 Ausstellende präsentieren aktuelle Neuheiten
Sonderbereiche für Direktvermarktung, Innovationen, Forschung und Bildung
Umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Seminaren
Zwischen Personalmangel und Selbstbedienung: Technik wird zum Schlüssel im LEH
Tenrit ► Steigende Lohnkosten, anhaltender Personalmangel und veränderte Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher prägen zunehmend die technischen Anforderungen in den Obst- und Gemüseabteilungen des Lebensmitteleinzelhandels. Selbstbedienung, Prozesssicherheit und ein sichtbarer Mehrwert für den Kunden rücken dabei immer stärker in den Fokus. Wie sich diese Entwicklungen konkret im Markt widerspiegeln, schildert Sascha Wietbrauk, Vertriebsleiter von Tenrit, im Gespräch mit dem Fruchthandel Magazin.
Daniel Schmidt
Ein zentrales Geschäftsfeld des Unternehmens bleibt weiterhin der Spargel. Vor allem die kompakte Spargelschälmaschine ‚Schälmaster Mini‘ habe sich im vergangenen Jahr als deutlicher Nachfrage-Treiber erwiesen. „Wir waren 2025 Anfang März bereits für die Saison ausverkauft“, berichtet Wietbrauk. Die Nachfrage habe die ursprünglichen Erwartungen klar übertroffen. Gleichzeitig habe sich gezeigt, dass die kleinere Maschine keineswegs die große Standard ‚Schälmaster‘-Variante ersetzt. Vielmehr hätten beide Modelle ihre Berechtigung – abhängig von Platzangebot und Absatzmenge im jeweiligen Markt. „Für kleinere Märkte, die wenig Fläche haben, ist die Mini-Variante ideal. Sie passt
fast überall hinein“, so Wietbrauk. In stark frequentierten Märkten mit hohem Spargelumsatz stoße sie jedoch an Grenzen. „Wenn 100 Kilogramm Spargel oder mehr am Tag geschält werden, empfehlen wir klar die größere Maschine. Der Auffangbehälter für die Schalen ist dort deutlich größer – und das ist im Selbstbedienungsbetrieb entscheidend.“ Ziel sei es schließlich, dass die Maschine unabhängig vom Personal arbeitet.
Vom Saisonprodukt zur ganzjährigen Anwendung
Die starke Nachfrage habe auch Auswirkungen auf die Planung der Kunden. Wer kurzfristig keine Maschine mehr erhalte, entscheide sich häufig frühzeitig für die nächste Saison oder nutze Übergangslösungen. „Viele sagen dann: Alles klar, dann auf jeden Fall für nächstes Jahr“, so Wietbrauk. Teilweise seien Bestellungen für die Saison 2026 bereits vor Beginn der Saison 2025 eingegangen. Zusätzlich biete Tenrit Mietmodelle an, um den Einstieg ins Spargelschälen zu erleichtern. „Wichtig ist, dass der Markt beginnt, die Vorteile wahrzunehmen. Je früher man sich entscheidet, desto besser.“ Neben dem Spargel setzt Tenrit verstärkt auf ganzjährige Anwendungen und kann damit die saisonale Abhängigkeit reduzieren. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die SB-Apfelsaftpresse, die im Handel bislang noch wenig verbreitet ist. „Der Saft ist mega –
den kann man nicht verbessern“, sagt Wietbrauk. Anders als frisch gepresster Orangensaft stehe Apfelsaft für Regionalität und kurze Wege. Äpfel könnten lokal bezogen werden und seien ganzjährig verfügbar. Tenrit hat das Projekt inzwischen vollständig ins eigene Haus übernommen. „Wir haben die Entwicklung bewusst zu uns geholt, weil wir davon überzeugt sind“, erläutert Wietbrauk. Ziel sei es, nicht nur als Vertriebspartner aufzutreten, sondern die Maschine selbst zu konzipieren, zu bauen und weiterzuentwickeln. „Auf den Messen sind die Reaktionen durchweg begeistert – nur kennt noch nicht jeder das Produkt frisch gepressten Apfelsaft. Wie bei uns auf dem
Selbst sind die Kunden – die SB-Spargelschälmaschine von Tenrit arbeitet unabhängig vom Personal.
Tenrit-Vertriebsleiter Sascha Wietbrauk
Fotos: Tenrit Foodtec Maschinenbau GmbH
Messestand, so lautet auch im Supermarkt oder Hofladen die Devise: Probieren und begeistert sein.“
Erweiterung des Portfolios auf weitere SB-Lösungen
Einen weiteren Ausbau erfuhr das Portfolio mit der Einführung einer Ananasschneidemaschine für den LEH. Auslöser waren neben dem Wunsch, den Kunden alles aus einer Hand anzubieten, parallel wiederkehrende Kundenanfragen gewesen. „Viele haben direkt angefragt, ob sie bei uns auch eine Ananas-Maschine kaufen können“, berichtet Wietbrauk. Tenrit habe sich dafür einen Partner gesucht und die Maschine in das eigene Angebot integriert. Das Ergebnis: Eine große Einzelhandelskette habe sich entschieden, im Ananasbereich ausschließlich mit Tenrit zu arbeiten. „Die Qualität, der Prozess und auch der Preis haben überzeugt“, sagt Wietbrauk. Der Roll-out verlaufe seit Ende des vergangenen Jahres mit deutlich höherer Nachfrage als erwartet. Ergänzt wird das Sortiment durch Citruspressen für Orangen, Grapefruits und Granatäpfel. Zwar sei der Markt hier vergleichsweise gesättigt, doch punktet Tenrit mit technischen Details, was zu einer stetig wachsenden Nachfrage führt. Besonders hebt Wietbrauk ein Anti-Fruchtfliegen-System hervor, das durch einen leichten Überdruck das Eindringen von Insekten verhindere. „Nichts ist für einen Marktbetreiber und dessen Kunden ärgerlicher, als wenn beim frisch gezapften Saft eine Fruchtfliege im Glas landet“, so Wietbrauk.
Wachsende Nachfrage im Ausland
Auch jenseits des Handels wächst das Unternehmen. In der Verarbeitung und bei Erzeugern spiele Automatisierung eine immer größere Rolle – nicht zuletzt aufgrund steigender Mindestlöhne. Die Entkelchungsund Schneidemaschine Tenrit TDM für Erdbeeren habe sich sowohl bei Erzeugern als auch in größeren Verarbeitungsbetrieben etabliert. „Das eigentliche Nadelöhr ist das Platzieren der Erdbeeren“, erklärt Wietbrauk. Kleinere, modulare Maschinen seien oft flexibler und
Apfelsaftgenuss durch und durch: Auch auf der FRUIT LOGISTICA werden sich die Besucherinnen und Besucher am Stand von Tenrit ein genaues Bild von der SBApfelsaftpresse machen können. Eine Kostprobe sollte dabei nicht fehlen.
wirtschaftlicher als große Anlagen, die hohe Reinigungs- und Still standszeiten mit sich brächten. International verzeichnet Tenrit ebenfalls Zuwächse, etwa in den Benelux-Ländern und zunehmend auch in Frankreich. Dort wurde die ‚Schälmeister Mini‘ jüngst mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. „Personalkosten steigen überall, und der Druck, Handarbeit zu redu zieren, nimmt international sogar noch stärker zu als in Deutschland“, so Wietbrauk. Parallel investiert Tenrit in seine Außendarstellung. Ein moderner Messeauftritt, verstärkte Social-Media-Aktivitäten und individualisierbare Maschinen mit Händlerlogos gehören inzwischen zur Strategie. „Die Märkte werden immer mehr zu Wohlfühlräumen. Unsere Maschinen sollen sich optisch und funktional in dieses Gesamtbild einfügen.“
Beziehungen als Basis für Projekte
Mit Blick auf die FRUIT LOGISTICA setzt Tenrit auf persönliche Gesprä che und Kontinuität. Viele Projekte entstünden nicht über Nacht. „Klar kommt es auf der Messe direkt zu Aufträgen. Viele größere Projek te brauchen allerdings manchmal zwei oder drei Jahre, bis sie beauf tragt werden“, sagt Wietbrauk. Um so wichtiger sei es, im Gespräch zu bleiben – sei es bei ein paar Stücken Ananas, einem Kaffee oder einem frisch gepressten Apfelsaft.
Halle 1.1, Stand B-22
Anecoop treibt kollektive Strategie voran, um nachhaltigen Wandel anzuführen
Nachhaltigkeit ► Bei Anecoop (Valencia/Spanien) wird Nachhaltigkeit nicht als regulatorische Verpflichtung verstanden, sondern als unverzichtbare Voraussetzung, um die Zukunft des Agrarlebensmittelsektors zu sichern. Die Genossenschaft ist sich bewusst, dass die Ernährung der Gesellschaft ohne Erschöpfung der Ressourcen eine strategische Vision erfordert, bei der Innovation, Digitalisierung und Daten zu Verbündeten werden, um Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
(v.l.) David Torres (Technischer Direktor für F+E+I bei Kiwa Spanien), Mari Carmen Morales (Direktorin für Qualität und Nachhaltigkeit bei Anecoop), Rosa Valenzuela (Direktorin für F+E+I bei Kiwa Spanien), Juan Cardona (Generaldirektor von Kiwa Spanien) und Alejandro Monzón (Präsident von Anecoop)
In dem Geschäftsjahr, in dem Anecoop sein 50-jähriges Bestehen feiert, möchte das Unternehmen sowohl seinen seit der Gründung im Jahr 1975 eingeschlagenen nachhaltigen Kurs als auch die Projekte hervorheben, mit denen es die Gegenwart und Zukunft seiner Mitglieder in allen Bereichen der Nachhaltigkeit – Wirtschaft, Soziales und Governance – sichern will. Unter dieser Prämisse entstand das Observatorio de Sostenibilidad von Anecoop (Beobachtungsstelle für Nachhaltigkeit), ein Instrument, das Verpflichtungen mit objektiven Daten verbindet und sich heute als Schlüsselelement für den Wandel für die Mitglieder von Anecoop etabliert hat. Das Observatorio wurde 2023 ins Leben gerufen und schloss seine Pilotphase 2024 ab. Sein Ziel war klar: die Einführung einer gemeinsamen Methodik und eines Arbeitsbereichs mit einheitlichen Leitlinien, die den Mitgliedern von Anecoop zur Verfügung gestellt werden sollten, die zwar zahlreiche nachhaltige Initiativen entwickelten, dies jedoch auf verschiedene Weise taten.
Ein auf Agrargenossenschaften angepasstes Modell
Die Lösung musste objektiv, technisch und gemeinschaftlich sein, weshalb man sich auf Experten verlassen musste, um ein Projekt zu entwickeln, das die Anforderungen erfüllte. Dazu wurde das Unternehmen Kiwa España ausgewählt, das bereits über ein Modell basierend
auf Ziele Nachhaltiger Entwicklung (SDGs) zur Messung der Nachhaltigkeit bei Gemeinden verfügte. Die Idee war, dieses Schema an den Agrarlebensmittelsektor anzupassen.
Von der Idee zur digitalen Plattform
Seit seiner Präsentation in 2023 hat sich die Beobachtungsstelle von einer Idee zu einer digitalen Plattform entwickelt, die Forschung, Datenanalyse und Ausbildung miteinander verbindet. Das Jahr 2024 war der Entwicklung des Pilotprojekts mit sechs Genossenschaften gewidmet, die an Workshops und Tests teilnahmen, um ein an die Realität des O+G-Sektors angepasstes Modell zu definieren.
Messung zur Verbesserung
Das Observatorio de Sostenibilidad von Anecoop basiert auf einem Grundprinzip: Ohne Messung gibt es keine Diagnose, und ohne Diagnose keine Verbesserung. Deswegen ermöglicht das Instrument die Erfassung einheitlicher und vergleichbarer Daten zwischen Kampagnen, Genossenschaften und Gebieten. Mit mehr als 200 Indikatoren bewertet es die Umwelt-, Sozial-, Wirtschafts- und Governance-Dimensionen und bietet einen umfassenden Überblick über die nachhaltige Leistung. Darauf aufbauend folgt die Aktion: strategische Entscheidungen, die mit den Zielen von Anecoop und seinen Mitgliedern in Einklang stehen.
Fotos: Anecoop
Konsolidierung des Projekts
In 2025 hat sich das Projekt konsolidiert: Mehr als 30 Anecoopmitglieder haben sich dem Projekt angeschlossen, und die Genossenschaft hofft, weitere neue zu gewinnen. Die Plattform ermöglicht es, den Ausgangspunkt zu ermitteln, Ergebnisse zu vergleichen, Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und auf der Grundlage objektiver Daten zu handeln.
Über Umweltherausforderungen hinaus
Anecoop war mit naturane, der ersten von GLOBALG.A.P. zertifizierten Norm für integrierte Produktion, ein Pionier im Bereich Nachhaltigkeit und arbeitet heute mit ESG-Kriterien und digitalen Tools. Dabei betont das Unternehmen, dass Nachhaltigkeit sich nicht auf die Umweltherausforderung beschränkt. Sie umfasst auch soziale und wirtschaftliche Aspekte: Schaffung von Arbeitsplätzen, Vertebration der Region und Beitrag zur lokalen Ökonomie. Ihr Ziel ist es, die Verantwortung ihrer Mitglieder in diesem Bereich zu demonstrieren, was bisher nie objektiv gemessen wurde. Jetzt ermöglichen es die KPIs (Key Performance Indicators), dies zu belegen und die Kohärenz zwischen so unterschiedlichen Betrieben zu gewährleisten. Das Observatorio beschränkt sich nicht darauf, Informationen zu sammeln: sein Wert liegt darin, die Daten in konkrete Strategien um-
zuwandeln. Dazu ist es notwendig, ausreichendes Wissen zu generieren, um die Indikatoren in koordinierte Maßnahmen in der gesamten produktiven Basis umzusetzen. Die Daten-Governance ist ein weiterer Pfeiler, der seine Kompetenzen mit der staatlichen Strategie in Einklang bringt, um Qualität, Sicherheit und Interoperabilität zu gewährleisten und die europäischen Vorschriften zu erfüllen. Ein spezialisiertes technisches Team überwacht und überprüft die Informationen, um ihre Zuverlässigkeit zu gewährleisten.
Ausbildung und kultureller Wandel
Ein weiterer Pfeiler ist die Schulung. Anecoop hat den Campus für Nachhaltigkeit ins Leben gerufen, einen praxisorientierten und auf den Sektor zugeschnittenen praktischen Bildungsbereich mit Workshops, Webinaren und Fachtagungen, die sich sowohl an Entscheidungsträger als auch an technische Teams und Landwirte richten. Ziel ist es, einen kulturellen Wandel voranzutreiben. Denn der Übergang zu einem verantwortungsvolleren Modell erfordert nicht nur Technologie, sondern auch eine Änderung der Mentalität und neue berufliche Fähigkeiten.
Ergebnisse und Fahrplan
Nach fünfzehn Monaten Laufzeit hat das Observatorio seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, Mehrwert zu schaffen. Es wurden Daten gesammelt, die den positiven
Mit Produkten wie Blutorangen bietet Anecoop seinen Mitgliedern Anbaualternativen, um zur Nachhaltigkeit ihrer Tätigkeit beizutragen.
Einfluss der Genossenschaften auf die SDGs belegen, und ein Fahrplan zur Beschleunigung des Übergangs zu einem nachhaltigeren Modell erstellt. Die Bilanz bestätigt, dass Nachhaltigkeit keine Option mehr ist, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors.
Künftige Herausforderungen
Tropfbewässerung ist eines der von den Erzeugermitgliedern von Anecoop eingesetzten Systeme zur Wassereinsparung.
Die Herausforderung besteht nun darin, die Reichweite des Observatorio zu erweitern, neue Mitglieder zu gewinnen und anspruchsvollere Indikatoren zu entwickeln. Vorgesehen ist, die Ausbildung zu intensivieren, die digitalen Tools zu verbessern und die Kommunikation zu stärken, damit Nachhaltigkeit zu einem Wert wird, der von allen Akteuren des Sektors geteilt wird. Das Gleichgewicht zwischen Umwelt, Sozialem und Wirtschaft befindet sich noch im Aufbau. Klar ist jedoch, dass die Rentabilität der Landwirte Vorrang hat und mit Nachhaltigkeit verbunden ist. Anecoop wird sich weiterhin an die Vorschriften anpassen, Prozesse optimieren und als Probebank für seine Mitglieder fungieren: durch Schulungen, Wissenstransfer und den Nachweis, wie Praktiken verbessert werden können, um effizienter und wettbewerbsfähiger zu werden.
Mit der Einführung des Rückstandsmonitorings im März 2005 hat QS ein wirkungsvolles System regelmäßiger Produktkontrollen entlang der Wertschöpfungskette für Obst, Gemüse und Kartoffeln etabliert. Als eines der zentralen Kernelemente des QS-Systems trägt es dazu bei, dass QS-zertifiziertes Obst und Gemüse in deutschen Supermärkten sicher ist. Über das Monitoring wird kontinuierlich überprüft, ob die geltenden Rückstandshöchstgehalte für Pflanzenschutzmittel sowie Grenzwerte für Schadstoffe und Nitrat eingehalten werden. Sowohl die aktuelle Auswertung als auch die Bewertung der Daten, die zwischen 2009 und 2025 über die QS-Rückstandsdatenbank erfasst und ausgewertet wurden, unterstreichen eindrucksvoll, dass Erzeugerbetriebe im QS-System Pflanzenschutzmittel verantwortungsbewusst und gemäß der guten fachlichen Praxis einsetzen.
Ein starkes Kontrollsystem für sichere Warenströme
Bis heute wurden im Rahmen des QS-Rückstandsmonitorings über 200.000 Proben untersucht. Zwischen 2009 und 2025 stieg die Zahl der analysierten Proben deutlich an und bewegte sich von 3.523 Proben im Jahr 2009 über einen Höchstwert von 16.751 Proben im Jahr 2021 hin zu 15.356 Proben in der aktuellen Auswertung. Der Großteil der untersuchten Ware stammt aus Deutschland mit insgesamt 152.615 Proben, gefolgt von 47.611 Proben aus EU-Staaten und 3.027 Proben aus Drittländern. Die Gesamtauswertung doku -
mentiert auch eine positive Entwicklung bei der RHG-Überschreitungsquote: Seit 2018 liegt die RHG-Quote konstant auf einem niedrigen Niveau von unter 1 Prozent. Für Obst und Gemüse aus Deutschland beläuft sich die durchschnittliche Überschreitungsquote in diesem Zeitraum auf 0,6 Prozent, wobei die höchste Überschreitungsquote 2010 mit 1,15 Prozent und die niedrigste 2013 mit 0,36 Prozent verzeichnet wurde.
Aktuelle Auswertung bestätigt hohes Verantwortungsbewusstsein der Erzeugbetriebe im QS-System
Für den Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025 wurden 15.356 Proben aus 27 Herkunftsländern ausgewertet. Der überwiegende Teil der Proben stammt aus der EU, davon 12.286 aus Deutschland. Am häufigsten kamen dabei Kartoffeln (2.062 Proben), Äpfel (1.334 Proben) und Tomaten (988 Proben) auf den Prüfstand (s. Abb. 1). In 99,36 Prozent aller Proben wurden die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten. Lediglich 104 Proben wiesen eine Überschreitung der Rückstandshöchstgehalte auf. Damit liegt die aktuelle Überschreitungsquote bei 0,68 Prozent und somit auf dem gleichen Niveau wie der Vorjahreswert. Diese Entwicklung zeigt sich sowohl bei deutschen Proben, deren Überschreitungsquote von 0,44 auf 0,67 Prozent stieg, als auch bei Proben aus der EU (ohne Deutschland), deren Quote sich von 0,485 auf 0,74 Prozent erhöhte. Hierzu Wilfried Kamphausen, Bereichsleiter für Obst, Gemüse und Kartoffeln bei QS: „Für zahlreiche Anwendungsbereiche stehen derzeit keine oder nur eingeschränkt Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Häufig sind Betriebe daher auf zeitlich begrenzte Notfallzulassungen angewiesen. Zusätzlich stellen Extremwetterereignisse die Betriebe vor immer neue Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund belegt das aktuelle Auswertungsergebnis umso beeindruckender die hohe Professionalität der Erzeugerbetriebe im QS-System.“
Äpfel, Paprika und Kartoffeln im Detail
Neben der Gesamtauswertung hat QS auch die Rückstandssituation bei Äpfeln, Gemüsepaprika und Kartoffeln detailliert betrachtet.
Abb. 1: Top 10 der untersuchten Produkte
Für die aktuelle Auswertung hat QS 1.334 Apfel-Proben ausgewertet, von denen 1.165 aus Deutschland, 116 aus Österreich und 31 aus den Niederlanden stammten. 9,15 Prozent der Proben waren wirkstofffrei. Lediglich zwei Proben überschritten die gesetzlichen Rückstandshöchstgehalte. Insgesamt lag bei 95,6 Prozent der nachgewiesenen Wirkstoffe die RHG-Auslastung bei maximal 20 Prozent (s. Abb. 2). Zu den am häufigsten detektierten Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen gehörten Captan, Dithianon und Trifloxystrobin. Blickt man auf den Auswertungszeitraum von 2009 bis 2025, hat QS in der Summe 23.175 Apfelproben auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Die durchschnittliche RHG-Überschreitungsquote beträgt lediglich 0,18 Prozent. Auch bei der Gemüsepaprika zeigt sich bei der aktuellen Auswertung ein positives Bild: Von 421 untersuchten Proben stammten 110 aus Deutschland, der größte Anteil mit 272 Proben aus den Niederlanden und 30 aus Belgien. Nur eine einzige Probe überschritt den gesetzlichen Grenzwert. Bei über 92,35 Prozent der detektierten Wirkstoffe lag die RHG-Auslastung bei maximal 20
Abb. 3: Gemüsepaprika – Anteil nachgewiesener Wirkstoffe pro Probe
Prozent. 59,38 Prozent aller Proben waren wirkstofffrei, bei weiteren 38 Prozent wurden maximal zwei Wirkstoffe nachgewiesen (s. Abb. 2). Am häufigsten wurden die Wirkstoffe Flonicamid, Pyridalyl und Cyantraniliprol nachgewiesen. Seit dem Start der Datenerfassung und –auswertung wurden insgesamt bis heute 5.847 Paprikaproben untersucht. Die durchschnittliche Überschreitungsquote der letzten 17 Jahre liegt bei niedrigen 0,3425 Prozent.
Im aktuellen Zeitraum wurden daneben 2.062 Kartoffel-Proben untersucht, davon stammten 1.985 aus Deutschland. Nur drei Proben überschritten die gesetzlichen Rückstandshöchstgehalte, was einer RHG-Überschreitungsquote von 0,15 Prozent entspricht. 70,51 Prozent der Proben waren frei von Pflanzenschutzmittelrückständen. Auch hier lagen über 96 Prozent der detektierten Wirkstoffe bei einer RHG-Auslastung von maximal 20 Prozent. Am häufigsten wurden die Wirkstoffe Propamocarb, 1,4-Dimethyl-Naphtalin und Chlorpropham (s. Abb. 3) detektiert. Im Gesamtzeitraum 2009 bis 2025 wurden
Abb. 2: Äpfel – Anteil der Wirkstoffe mit RHG-Auslastung
21.941 Kartoffelproben ausgewertet. Die Überschreitungsquote lag über alle Jahre hinweg konstant unter einem Prozent und beträgt im Durchschnitt 0,26 Prozent.
Alle aktuellen Auswertungen sind unter q-s.de/ruemo-2026 abrufbar.
der nachgewiesenen Wirkstoffe
Abb. 4: Kartoffel – Top 5
Praktikabilität und Praxisnähe im Blickpunkt
Rückstandsmonitoring ► Ein umfassendes Rückstandsmonitoring, lückenlose Rückverfolgbarkeit und gesicherte Warenidentität – seit 20 Jahren hat die QS-Fachgesellschaft Obst, Gemüse, Kartoffeln fest im Blick, dass diese Produkte in Deutschland sicher und qualitativ hochwertig sind. Mit der Einführung des QS-Rückstandsmonitorings im Jahr 2006 hat QS ein wirkungsvolles Instrument regelmäßiger Produktkontrollen etabliert, über das die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Rückstandshöchstgehalte (RHG) für Pflanzenschutzmittel, Nacherntebehandlungsmittel, Wachstumsregulatoren, Schadstoffe und Nitrat und die Zulässigkeit der detektierten Wirkstoffe zuverlässig überwacht wird. Darüber, wie sich das Rückstandsmonitoring in dieser Zeit entwickelt hat und welche Themen zukünftig im Mittelpunkt stehen werden, sprach ich mit Wilfried Kamphausen, QSBereichsleiter Obst, Gemüse, Kartoffeln.
Michael Schotten
Herr Kamphausen, im Jahr 2006 wurde das QS-Rückstandsmonitoring eingeführt. Wie hat sich die Rückstandssituation in den letzten 20 Jahren verändert? Und was hat das Rückstandsmonitoring dazu beigetragen?
Wilfried Kamphausen: Ich darf die Entwicklung des QS-Rückstandsmonitorings jetzt über 16 Jahre lang begleiten. Wenn man sich die damalige Situation noch einmal vor Augen führt, dann kann man in der Rückschau leicht nachvollziehen, warum sich die Wirtschaftsbeteiligten und die Verbände der Obst- und Gemüsebranche damals zusammengetan haben, um gemeinsam für eine Beruhigung des Marktes zu sorgen. Wir erinnern uns: es war die Hoch-Zeit einiger NGOs, die sich intensiv mit dem Thema Rückstandshöchstgehalte beschäftigt haben und manchmal auch unsachliche Anschuldigungen veröffentlichten, die in den Medien allerdings ein starkes Echo fanden. Selbstkritisch muss man sagen, dass die Rückstandssituation damals noch eine ganz andere war, als sie es heute ist. Aber bei weitem nicht so schlimm, wie es zu jener Zeit durch eine verzerrende Berichterstattung öffentlich dargestellt wurde. Zielsetzung des QS-Rückstandsmonitorings war es folglich, als Branche ein klares Bild von den tatsächlichen Rückständen zu bekommen und – sofern notwendig – auch einen Schutzschirm gegen unsach-
Wilfried Kamphausen ist
QS-Bereichsleiter Obst, Gemüse, Kartoffeln
gemäße Anschuldigungen zu haben. Einen Mechanismus, mit dem man schnell und vor allem faktenbasiert reagieren konnte. Aber das war natürlich nicht alles. Selbstverständlich gab es auch das gemeinsame Ziel, dass sich die Branche hierdurch auch kontinuierlich weiter verbessert.
Sie sagten, dass die Rückstandssituation damals eine andere war. Können Sie das näher erläutern? Auch damals wurden Pflanzenschutzmaßnahmen selbstverständlich bereits professionell umgesetzt. Allerdings waren dabei die Rückstände weniger im Fokus als heute. Daher gab es zu dieser Zeit in den Proben mehr Rückstandsüberschreitungen und mehr Wirkstoffe – für die jeweilige Kultur nicht
zugelassene Wirkstoffe – als dies heute der Fall ist. Aber es war keineswegs so dramatisch, wie es im Rahmen regelrechter Kampagnen oft plakativ dargestellt wurde. Vor rund 15 Jahren begann sich dann – nicht zuletzt getrieben durch das QS-Rückstandsmonitoring – die Rückstandssituation in Deutschland spürbar Stück für Stück zu verbessern. Seit dieser Zeit ist auch die Zahl der Proben von anfänglich rund 9.000 auf inzwischen mehr als 17.000 pro Jahr gestiegen.
Können Sie uns konkrete Beispiele geben, was durch das Rückstandsmonitoring bewirkt werden konnte?
Ein Beispiel ist, dass beträchtliche Schwierigkeiten mit Rückständen im Salat aus bestimmten Herkünf-
Fotos:
QS
ten vorlagen. Mit der Einführung des QS-Rückstandsmonitoring verbunden mit den QS-Audits, konnten wir die Situation in den betroffenen Regionen Schritt für Schritt verbessern. Letztlich konnte der Salat dann auch mit dem QS-Prüfzeichen gelabelt werden und es ist gelungen, dem Produkt seine Akzeptanz im Markt zurückzugeben. Am Ende waren sowohl die Lieferanten als auch die Abnehmer im Lebensmitteleinzelhandel zufrieden. Ein anderes Beispiel bezieht sich auf Gebiete, in denen der Anbau sehr kleinteilig ist und wo es Probleme mit Abdriften gab. Dadurch wurden Wirkstoffe in Produktproben gefunden, die für die jeweilige Kultur nicht zugelassen waren. Hier konnten wir Klarheit schaffen, indem wir diese Vorkommnisse konsequent geahndet haben und die Ware innerhalb des QS-Systems nicht vermarktet werden konnte. Unter dem Strich hat sich seitdem nicht nur die Rückstandssituation mit jährlich weiter gesunkenen Beanstandungsquoten entscheidend verbessert. Auch die Erzeuger sind heute viel sensibler im Umgang mit dem Thema Rückstände.
Kann man dies auf alle Produkte beziehen?
Ja, das gilt für alle Obst- und Gemüseprodukte und natürlich auch für Kartoffeln gleichermaßen. Sogar bei den besonders witterungsanfälligen Erdbeeren ist dies so. In den letzten fünf oder sechs Jahren gab es bekanntlich Frühjahre, die aufgrund feuchter Witterung nicht einfach für die Produzenten waren. Trotzdem tendieren die Fälle von Überschreitungen des Rückstandshöchstgehalts praktisch gegen Null.
Was werden die zukünftigen Herausforderungen für das QS-Rückstandsmonitoring sein?
Das Ur-Gen von QS ist seit jeher, für sichere und qualitativ hochwertige Lebensmittel zu sorgen. Zu schauen, wo es möglicherweise Risiken, die dringend einer Lösung bedürfen, gibt. Dies ist bei der
Rückstandsthematik in besonderem Maße der Fall, der wir natürlich weiterhin höchste Priorität einräumen werden. In zunehmendem Maße beschäftigen wir uns aber auch mit dem Thema Kontaminanten. Exemplarisch möchte ich in diesem Zusammenhang das Thema PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen) nennen. Stand heute sehen wir bei Obst und Gemüse zwar keine akute Gefahr, aber wir müssen die Risikobeurteilung wissenschaftlich genau erörtern, auch weil es viele potenzielle Eintragsquellen gibt. Im Blick haben wir hierbei auch die Auswirkungen künftiger regulatorischer Entwicklungen, nicht zuletzt ein mögliches Verbot von PFAS im Bereich des Pflanzenschutzes.
Neben Qualität und Sicherheit ist Nachhaltigkeit inzwischen ein bestimmendes Thema. Im Jahr 2023 hat QS für die Stufe Erzeugung die ‚Freiwillige QS-Inspektion Nachhaltigkeit‘ (FIN) eingeführt, wo zunächst die Themen Biodiversität und Wasser im Fokus standen. Was kann FIN dazu beitragen, dass die Themen gut von der Branche umgesetzt werden kann?
FIN ist ein Instrument, das die Branche auf der Basis der QS-Plattform entwickelt hat, um zum Ausdruck zu bringen, dass man ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit hat. Dieses gemeinsame Verständnis in der Branche war grundlegend für uns und ging der Entwicklung des späteren Moduls weit voraus. Wir haben damals gemeinsam mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf eine Studie erstellt und eine Arbeitsgruppe gegründet zu dem Thema, um den Bedarf in der Branche exakt ermitteln und für die weitere Arbeit festhalten zu können. Welche Zielsetzung hat uns bei der Entwicklung von FIN geleitet? Zum einen der Gedanke und Wunsch, dass der Anbau von Obst und Gemüse in Deutschland generell nachhaltiger wird. Zum anderen aber auch das Bestreben, bereits bestehende unterschiedliche Ansätze besser – und zwar im Sinne
der Erzeuger – zusammenfassen zu können. Dies ist schließlich unsere Kernkompetenz als Standardgeber. FIN ist nach diesem Verständnis auch ein Standard, um das Sammelsurium an Initiativen, das sich in der Branche rund um das Thema Nachhaltigkeit gebildet hat, zu bündeln und letztlich zu vereinfachen. Für die Erzeugerbetriebe soll FIN ein Werkzeug sein, mit dem sie ihr Nachhaltigkeits-Engagement besser managen und darstellen können. Aufwand und Kosten sollen dabei in vernünftigen Grenzen bleiben, alles andere würde dem Thema auch mehr schaden als nutzen. Daher ist es aus unserer Sicht entscheidend, so viele Erzeugerbetriebe wie möglich mitzunehmen und zur Teilnahme zu motivieren, anstatt die Messlatte von vorneweg so hochzulegen und viele Betriebe gar nicht zu erreichen. Bei den FIN-Nachhaltigkeitsthemen Biodiversität und Wassereffizienz war dieser Ansatz sehr erfolgreich und das hohe Maß an Akzeptanz, das wir in diesen beiden Bereichen erfahren haben, bestärkt uns in unserer Vorgehensweise.
Wie geht es denn in Zukunft weiter mit FIN? Es geht weiter mit dem Aufbau
einer Branchenplattform für die CO2 Bilanzierung. Dies ist das Thema, das gerade von allen Seiten am stärksten nachgefragt wird. Zum einen kommen diese Impulse aus dem regulatorischen Bereich, als Stichworte nenne ich nur die EU-Taxonomie und speziell die CSRD-Richtlinie (Corporate Sustainability Reporting Directive), wodurch sich die Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen verschärfen. Zum anderen wird dies aber auch von immer mehr Finanzdienstleistern und Versicherungen vorausgesetzt, die die Vergabe ihrer Produkte und
Services zunehmend an nachhaltiges Wirtschaften knüpfen. Hierfür ist der Aufbau einer einheitlichen Berechnungsmethode und entsprechenden Daten-Infrastruktur erforderlich. Letztendlich soll die Branchenplattform eine einheitliche Datengrundlage liefern und primär für die Erzeugerstufe Aufwand und Kosten so gering wie möglich halten.
Gerade im Bereich der Nachhaltigkeit steht die nationale und internationale Vergleichbarkeit immer wieder in der Kritik. Wie löst QS dieses Problem?
Das ist richtig. Die Berechnungsmethodik für die CO2-Bilanzierung muss daher zum einen die Vergleichbarkeit unter den Betrieben ermöglichen, zum anderen aber auch international harmonisiert sein. Für die Harmonisierung ist es wichtig, dass die relevanten europäischen Rechtsgrundlagen berücksichtigt werden und die methodische Anschlussfähigkeit gegeben ist. Gemeinsam mit der Hochschule Geisenheim arbeiten wir an dem Thema. Aber auch das Thema „Praktikabilität für die Erzeugerbetriebe“ ist bei uns von zentraler Bedeutung.
Wie müssen sich die Standards künftig in puncto Zertifizierung, Prüfsystematik und KI aufstellen? Als Standardgeber müssen wir uns grundsätzlich die Frage stellen, welche Themen zukünftig entscheidend für die Branche sein werden und in diesem Zusammenhang auch, ob und wie wir diese mit dem QS-System darstellen können. Hier geht es darum, mit der und für die Branche relevante Bedarfe zu identifizieren. Im Weiteren müssen wir dann aber gewährleisten, dass die mit den Zertifizierungen verbundenen Ziele auch so auf den Punkt gebracht werden, dass sie prüfbar und umsetzbar für die Betriebe bleiben. Insoweit hinterfragen wir bei allen Themen, die zukünftig eine Rolle spielen, aber auch bei den bereits bestehenden, wie wir für die Systempartner die Praktikabilität optimieren können. Wie und wo können wir effizienter werden, in welchen Bereichen sind Verschlankungen und weniger Dokumentationsaufwand möglich? Kann man dies möglicherweise auch mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz erreichen? Dies sind entscheidende Punkte, um noch mehr Akzeptanz und damit auch mehr Teilhabe erzielen zu können. Die deutschen Obst-, Gemüse- und Kartoffelbranche ist ohne Frage gut aufgestellt. Unser Wunsch als führender Standardgeber ist es, auch zukünftig unseren Beitrag dazu zu leisten, dass dies so bleibt.
re:think packaging
Forum for Packaging + Circular Economy
20–21 May 2026 | Düsseldorf
What impact does the EU Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) have on the supply chain? How is the retail sector positioning itself? Answers will be provided by the re:think packaging forum.
The forum is co-located with the DFHV annual conference on 20 May 2026 and includes a joint get-together in the evening.
The congress day will take place on 21 May 2026.
Register now at the early-bird price of €495 – free cancellation available! Book by 31 March 2026 and save €200. Up to this date, you can cancel your ticket at any time free of charge. From 1 April, the ticket price will be €695.
Weniger Bürokratie und mehr Praxisnähe gefordert
DFHV ► Auch im neuen Jahr sind die Rahmenbedingungen für den deutschen Fruchthandel nach wie vor sehr herausfordernd. Wie die Branche darauf reagiert und was sie sich für die Zukunft wünscht schildern im Folgenden DFHV-Präsident Jürgen Bruch und DFHV-Geschäftsführer Dr. Andreas Brügger.
Michael Schotten
Herr Bruch, Jahreswechsel sind auch immer Zeit für Rück- und Ausblicke. Wie beurteilen Sie den Zustand des DFHV?
Jürgen Bruch: Wir alle wissen, dass die Fruchtbranche eine dynamische Branche ist und das spiegelt sich auch im DFHV wider. Die Strukturveränderungen, die es in allen mittelständisch geprägten Branchen gibt, gehen auch an der Fruchtbranche nicht spurlos vorüber. Umso mehr freut es uns, dass unsere Mitgliederzahlen stabil geblieben sind und unsere Dienstleistungen von den Mitgliedsbetrieben vermehrt in Anspruch genommen werden.
Und wie sieht es in der Geschäftsstelle aus?
Dr. Andreas Brügger: Da sind wir nicht nur aktuell, sondern auch mit Blick auf die Zukunft sehr gut aufgestellt. Wir haben in Bonn ein engagiertes Team, eine gesunde Mischung von jüngeren und älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von Experten aus allen für die Fruchtbranche relevanten Bereichen.
Jürgen Bruch: Ich würde gerne aus meiner persönlichen Erfahrung heraus antworten: Wenn ich eine Frage habe, zu einem bestimmten Problem eine Antwort haben will, dann bekomme ich die – schnell und zuverlässig. Und genau diesen Service schätzen auch die Mitglieder des Verbandes. Und noch eins kennzeichnet diesen Verband: Wir haben ein Präsidium mit kompetenten Mitstreiterinnen und Mitstreitern, die sich für die Organisation
Neues Jahr, alte Probleme – auch im Jahr 2026 sind die Rahmenbedingungen für den deutschen Fruchthandel herausfordernd.
engagieren und sie weiterentwickeln wollen. Dafür bin ich als Präsident unendlich dankbar.
Kommen wir zur Politik. In unserem letzten Gespräch kritisierten Sie die Europäische Union als einen großen Bürokratietreiber. Bleiben Sie bei dieser Einschätzung?
Dr. Andreas Brügger: Ja, und daran ändert auch nichts, dass das Europäische Parlament inzwischen die eine oder andere Regelung entschärft hat, die auch für unsere Branche relevant war. Nehmen sie das Lieferkettengesetz, wo die Unternehmensgrößen deutlich erhöht worden sind, ab denen eine Berichtspflicht entsteht. Das klingt auf den ersten Blick gut, aber nur, solange die großen Unternehmen nicht versuchen, die kleineren und mittleren Unternehmen, mit denen sie in Geschäftsbeziehungen stehen, in die Verantwortung zu neh-
men. Es gibt noch einige weitere Gesetze und Verordnungen, wo Erleichterungen geplant sind – aber es bleibt noch genug Bürokratie übrig, nicht nur europäisch.
Was steckt aus Ihrer Sicht hinter dieser veränderten Haltung?
Jürgen Bruch: Ich bin fest davon überzeugt, dass der Druck der Wirtschaft, den wir auch über unseren europäischen Dachverband FRESHFEL oder unsere nationale Dachorganisation, den BGA, ausgeübt haben, seinen Teil zu der veränderten Haltung der Kommission und des Parlaments beigetragen hat. Hinzu kommt die Befürchtung vieler EU-Mitgliedstaaten, dass wir wegen selbst verschuldeter Wettbewerbsnachteile im globalen Handel immer mehr ins Hintertreffen geraten.
Dr. Andreas Brügger: Und noch eins – Die Kommission muss ihren Kurs ändern, wenn sie im EU-Par-
Die EU muss aus Sicht von DFHVPräsident Jürgen Bruch ihren Teil beitragen, um ihre Akzeptanz zu erhöhen.
lament und bei den nationalen Regierungen etwas erreichen möchte. Die politischen Mehrheiten haben sich in vielen Mitgliedstaaten und im Parlament geändert – und die Kommission zieht daraus unserer Ansicht nach die richtigen Konsequenzen. Aber es bleibt noch genug Spielraum für die Kommission, die Interessen der Wirtschaft stärker einzubeziehen, Bürokratie abzubauen und damit auch ihr Ansehen in den Mitgliedstaaten zu verbessern. Wir brauchen Europa, daran darf es keine Zweifel geben.
Jürgen Bruch: Aber die EU muss auch ihren Teil dazu beitragen, ihre Akzeptanz zu erhöhen. Die meisten nationalen Gesetze und Verordnungen bei uns beruhen auf Vorgaben aus Brüssel. Deshalb wiederhole ich meine Aufforderung vom Herbst letzten Jahres: Die EU sollte aufhören, Verordnungen auf den Weg zu bringen, die kein Mensch und vor
Überbordende Bürokratie ist nach Einschätzung von DFHV-Geschäftsführer Dr. Andreas Brügger das Hauptproblem für die Branche.
allem kein Unternehmen braucht und die auch für den Verbraucher keinerlei Nutzen haben, … das gilt im Übrigen auch für die deutsche Regierung.
Ein anderes Thema ist GLOBALG.A.P. Bei unseren Gesprächen mit Unternehmen auch aus Ihrem Verband hören wir immer wieder Kritik an der Arbeit von GLOBAL.G.A.P. Hören Sie das auch?
Dr. Andreas Brügger: Es stimmt, dass sowohl der DFHV als auch die Suppliers of Europe, bei denen wir mitarbeiten, in intensiven und konstruktiven Gespräche mit GLOBALG.A.P. sind. In Zeiten von digitalisierten Lieferketten sind wir z.B. darauf angewiesen, dass wichtige Datenbanken absolut reibungslos funktionieren. Hinzu kommt, dass die Anforderungen der europäischen Lieferanten eindeutig im Fokus bleiben müssen. Das umfasst auch Aspekte wie Soziales, Um-
BESUCHEN SIE UNS
welt, Klima oder Wasser.
Jürgen Bruch: Ich bin überzeugt, dass wir hier möglichst rasch zu Lösungen im Interesse der Branche kommen müssen. Eines ist jedenfalls allen Beteiligten klar: Wir brauchen nicht immer neue Standards und Labels, sondern etablierte Lösungen, die pragmatisch sind und in der Praxis auch gut funktionieren. Alles andere schafft nur zusätzliche Bürokratie und unnötigen Aufwand.
Abschließend noch eine Frage zur FRUIT LOGISTICA, in deren Umfeld dieses Interview erscheint. Wie sehen Ihre Erwartungen und Wünsche an die Messe aus?
Dr. Andreas Brügger: Wir freuen uns alle darauf, in Berlin im Februar 2026 wieder viele Partner, Kunden, Lieferanten und Freunde zu treffen, Neues über unsere Branche zu erfahren – und natürlich auch das eine oder andere neue Mitglied zu gewinnen.
Jürgen Bruch: Eines muss aber auch deutlich werden: Die FRUIT LOGISTICA erhebt den Anspruch, die führende Fachmesse für den globalen Fruchthandel zu sein, die Menschen, Märkte und Innovationen verbindet. Diesem Anspruch muss sie gerecht werden, auch im Vergleich zu anderen Messen, die versuchen, ihr diese führende Position streitig zu machen.
Seit 2008 eine Erfolgsgeschichte –das Frische Seminar des DFHV
Bildungsplattform ► Seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten ist das „Frische Seminar“ als Bildungsplattform des DFHV fest in der Fruchtbranche etabliert. Mit einem stetig wachsenden Angebot an Seminaren, Lehrgängen und Inhouse-Formaten reagiert das Team flexibel auf die sich wandelnden Anforderungen des Marktes.
Michael Schotten
Seit 2008 gibt es jetzt das Frische Seminar, die Bildungsplattform des DFHV. Wie sieht die bisherige Bilanz aus?
Dr. Andreas Brügger: Das Frische Seminar ist inzwischen für die Branche unverzichtbar. Das zeigen nicht zuletzt die steigenden Teilnehmerzahlen.
Wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten Sie im vergangenen Jahr?
A. Brügger: Das waren mehr als 400 aus allen Segmenten der Fruchtbranche. Auch die Vielfalt des Programms ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, weil unser Team vom Frische Seminar flexibel auf die Anforderungen des
FRISCHE SEMINAR
Marktes reagiert. Natürlich gibt es die „Klassiker“ wie das 1 x 1 der Warenkunde oder unseren „Renner“, den Fruchthandelsexperten – einigen noch unter dem „alten“ Namen Fruchtkaufmann bekannt. Gerade dieses Seminar ist übrigens meistens schon vor der Ausschreibung ausgebucht. Aber es gibt immer wieder neue Akzente.
Können Sie noch ein paar Themenschwerpunkte nennen?
A. Brügger: Ich nenne nur einige wie Lieferantenmanagement und Food Fraud, im Bio-Bereich zum Beispiel Importe, Rückstände & Kontaminanten oder unsere Zertifikatslehrgänge mit IHK-Anerkennung, die teilweise mehrere Wochen dauern. Es gab 2025 drei Formate, die sich speziell an Auszubildende wandten.
Wie sehen die Planungen für 2026 aus?
A. Brügger: Wir wollen die Zahl der Veranstaltungen noch einmal leicht erhöhen, vor allem die der Präsenzseminare, auch weil es of-
HACCP bei Obst und Gemüse für Fortgeschrittene
fensichtlich in der Branche einen entsprechenden Bedarf gibt. Unsere thematischen Schwerpunkte liegen z.B. in der Qualitätskontrolle und der Warenkunde oder der Lebensmittelsicherheit. Hinzukommen aber auch strategische Themen wie zum Beispiel die Auswirkungen des Klimawandels oder die Minimierung von post-harvestVerlusten.
J. Bruch: Nicht vergessen sollten wir unsere Inhouse-Seminare, die wir auf Anforderungen für einzelne Unternehmen durchführen. Hier können wir individuell auf die konkreten Bedürfnisse eines Unternehmens eingehen. Wir stellen fest, dass diese Form der Fortbildung auf immer größeres Interesse stößt.
Worauf führen Sie den Erfolg ihrer Bildungsplattform Frische Seminar zurück?
J. Bruch: Ich würde zwei Schlagworte nennen: Branchenkompetenz sowie Flexibilität in inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht.
HACCP gehört zu den zentralen Aufgaben der Lebensmittelhygiene und ist fester Bestandteil der gesetzlichen sowie standardbezogenen Anforderungen an Lebensmittelunternehmen. Für Personen mit Vorkenntnissen bietet das Frische Seminar am 23. Februar ein Fortgeschrittenen-Webinar mit integriertem Praxisteil an, das gezielt auf die Vertiefung und Strukturierung der Gefahrenanalyse abzielt. Das Online-Seminar richtet sich an Teilnehmende, die bereits mit den Grundlagen der Gefahrenanalyse vertraut sind. Unternehmen, die Mitglied im DFHV sind, profitieren von der speziellen Webinargebühr. Referent ist Armin Wolf, Inhaber von QM-Orga in Würzburg. Weitere Infos zu diesem Frische Seminar-Webinar sowie zum gesamten Fortbildungsprogramm der Bildungsplattform des DFHV sind im Internet unter www.frischeseminar.de zu finden. Dort ist auch die Anmeldung zu der Schulung am 23. Februar möglich.
Erweiterung der Mengenbasis bei Rockit für 365-Tage Vermarktung
ELBE-OBST In der Saison 2010 startete der Miniaturapfel Rockit in Neuseeland und wurde als globales Markenkonzept mit einer klaren Snack-Positionierung mit Anbau und Vermarktung auf mehreren Kontinenten aufgebaut. In Deutschland startete die Vermarktung ab 2015 durch die Red Apple Germany GmbH (RAG). Der Anbau erfolgt bei Obst vom Bodensee und bei Elbe-Obst. In Vorbereitung zur FRUIT LOGISTICA 2026, der Leitmesse für den Fruchthandel, gibt Red Apple Germany GmbH eine Verdopplung der Baumzahl in Deutschland auf rund 500.000 Bäume bekannt. Somit kommt es auch bei Elbe-Obst zu einer wesentlichen Erweiterung der Anbaumenge. Damit wird auf den wachsenden Erfolg von Rockit im deutschen Lebensmitteleinzelhandel reagiert. Mit der zukünftigen Anbaumenge kann Rockit nicht nur das aktuelle Kundenpotenzial ausbauen, sondern aufgrund der hervorragenden Lagereigenschaften ggf. rund ums Jahr in Deutschland vermarktet werden. Eine der Sorten, die Elbe-Obst auf ihrem Messestand auf der FRUIT LOGISTICA 2026 in den Fokus rückt, ist Pompur. Pompur ist die weltweit erste ECARF zertifizierte allergikerfreundliche Apfelsorte und in diesem Jahr für den Innovation Award nominiert. Pompur ist das Ergebnis des Forschungsprojekts Allergenpotenzial der Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN) und der Hochschule Osnabrück. Vermarktungsstart war im Herbst 2025. Auf dem Stand der Elbe-Obst in Berlin wird Pompur durchgängig verkostet, so dass auch Apfelallergiker einen frischen Apfel testen können.
GROWING PASSION
www.cobana.com
Obstbauer Philip Köpcke in einer Rockit-Plantage
Foto:
Elbe-Obst
Zwischen Kostendruck und Klimarisiken
BVEO ► Die deutsche Obst- und Gemüseproduktion steht weiterhin vor großen Herausforderungen: preissensible Verbraucher, steigende Produktionskosten, internationaler Wettbewerb sowie Klimaereignisse und Krankheitsdruck erschweren Planung und Wirtschaftlichkeit. Verlässliche, praxisnahe politische Rahmenbedingungen sind daher entscheidend. Trotz Unsicherheiten blickt die Branche optimistisch nach vorn. Ich sprach darüber mit BVEOGeschäftsführer Dr. Christian Weseloh.
Michael Schotten
Herr Dr. Weseloh, die deutsche Obst- und Gemüsewirtschaft bewegt sich immer noch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, bei gleichzeitig hohem bzw. steigendem Kostendruck. Welches Fazit ziehen Sie vor diesem Hintergrund aus Sicht der deutschen Produktion für das Jahr 2025? Sind Sie eher optimistisch oder pessimistisch für 2026?
Dr. Christian Weseloh: Die Obstund Gemüseproduktion steht unverändert vor vielschichtigen Anforderungen. Die Verbraucher werden auch künftig preissensibel einkaufen, während sich unsere Betriebe mit steigenden Produktionskosten und dem Wettbewerb aus dem Ausland auseinandersetzen müssen. Dazu kommen Klimaereignisse und Krankheitsdruck, die Erntemengen und Qualitäten beeinflussen. Wie sich das neue Jahr also entwickeln wird, bleibt mit Blick auf diese schwer vorhersehbaren Einflussfaktoren offen. Die heimische Obst- und Gemüseproduktion ist weiterhin auf verlässliche, planbare und praxisnahe politische Rahmenbedingungen angewiesen. Dazu gehört u.a., den angekündigten Bürokratieabbau konsequent und entschlossen umzusetzen, die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln zu sichern, unnötige Dokumentationspflichten abzubauen und politische Entscheidungen, die zu steigenden Produktionskosten führen, sorgfältig abzuwägen. Fehlende Folgenabschätzungen bekommen die europäischen Obstund Gemüseerzeugerorganisationen gerade aus Brüssel vermehrt
BVEOGeschäftsführer
Dr. Christian Weseloh fordert von der Politik, die Land- und Ernährungswirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu stärken und für spürbare Entlastungen zu sorgen.
zu spüren. Dennoch starte ich optimistisch ins neue Jahr – natürlich mit einem realistischen Blick auf die Herausforderungen. Regionalität ist und bleibt ein starkes Verkaufsargument. Unsere Produkte stehen für höchste Qualität, und die Branche überzeugt weiterhin durch starke Innovationskraft und bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. Allerdings benötigt mein Optimismus politische Unterstützung – woran wir als Verband täglich arbeiten. Wir bringen unsere Anliegen konsequent ein, suchen den Dialog mit Entscheidungsträgern und setzen uns dafür ein, dass die nationalen und europäischen Rahmenbedingungen für den Obst- und Sonderkulturbereich verlässlich, praxistauglich und zukunftsorientiert gestaltet werden.
Sie sprachen von fehlenden Folgenabschätzungen in Brüssel. Könnten Sie bitte erläutern, wel -
che Entwicklungen auf EU-Ebene den Obst- und Gemüsesektor beeinflussen und in welcher Form dies geschieht?
Die Themenpalette diesbezüglich ist groß. Da Brüssel die Rahmenbedingungen für alle Mitgliedstaaten setzt, sind Diskussionen dort für uns besonders weitreichend. Derzeit laufen die Gespräche für die Ausgestaltung der GAP nach 2028 und es zeichnet sich ab, dass die EU keine Übergangsregelungen vom alten auf das neue Förderregime vorsehen will. Ein Novum! Dies hätte zur Folge, dass Fördertöpfe Ende 2027 gekappt würden, Maßnahmenpakete könnten von den Unternehmen nicht wie geplant abgeschlossen werden. Die betriebswirtschaftliche Belastung für die Betriebe wäre immens. Wir wissen bereits, dass europaweit über 80 % aller Obst- und Gemüseerzeugerorganisationen betroffen wären, wenn die EU keine adäquaten Über-
Foto: BVEO
gangsregelungen für die laufenden, mehrjährigen operationellen Programme schafft.
Ein weiteres Beispiel sind die Änderungen in der Gemeinsamen Marktorganisation und die verpflichtende Umsetzung des Artikels 168. Dadurch wären schriftliche Verträge für jede Lieferung landwirtschaftlicher Erzeugnisse obligatorisch: Kein Schritt hin zum Bürokratieabbau - ganz im Gegenteil.
Sie sprachen die politische Unterstützung an. Nach dem Scheitern der Ampelkoalition hatten sich mit der neuen Bundesregierung große Hoffnungen verbunden. Haben sich diese bis dato erfüllt?
Wo gibt es aus Ihrer Sicht noch den größten Handlungsbedarf für die Zukunft?
Die große Koalition signalisiert derzeit eine erhöhte Aufmerksamkeit für agrarpolitische Anliegen. Viele Akteure aus der Branche nehmen wahr, dass zentrale Themen der Landwirtschaft wieder stärker in den politischen Fokus rücken. In einigen Bereichen besteht jedoch weiterhin erheblicher Handlungsbedarf, wie z.B. beim Thema Pflanzenschutz. Trotz der gemeinsamen Aktivitäten im ‚Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz‘ und digitaler Lösungsansätze bleiben aktive Wirkstoffe knapp, und die dringend benötigte Beschleunigung der Zulassungsverfahren steht noch aus.
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat im Sommer 2025 eine Projektgruppe eingerichtet, um die Zulassungsprozesse für Pflanzenschutzmittel zu optimieren – entsprechend dem Auftrag aus dem Koalitionsvertrag. Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich, denn die Situation im Sonderkulturbereich ist derzeit prekär. Fehlende zentrale Wirkstoffe und mangelnde Alternativen führen dazu, dass Betriebe zunehmend ohne ausreichende Bekämpfungsstrategien dastehen. Als letzte Möglichkeit besteht nur der Weg über Notfallzulassungen. Um hier endlich Fortschritte zu erzielen, braucht es eine einheitliche Abstimmung der nationalen Behörden. Durch die Rolle des Umweltbundesamtes als Einvernehmensbehörde sind
zwei Ministerien in die Zulassung eingebunden – ein Umstand, der die Verfahren zusätzlich kompliziert und verlängert. Aber auch auf EU-Ebene ist eine realistischere Debatte notwendig. Die sogenannten Cut-off-Kriterien führen bereits zu Beginn des Zulassungsprozesses zu pauschalen Ausschlüssen und verschärfen damit die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter. Hier wünschen wir uns ein Zurück zu einem risikobasierten Ansatz bei der Bewertung.
Und wie sieht es beim Thema Mindestlohn aus?
Auch beim Mindestlohn hatten wir uns von der Bundesregierung weitergehende Entlastungen für arbeitsintensive Bereiche erhofft. Ab 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde. Für die
Ein Highlight im diesjährigen Programmkalender wird die Prognosfruit sein, die vom 5. bis 7. August 2026 in Konstanz am Bodensee stattfindet.
Sonderkulturbetriebe bedeutet das eine erhebliche Kostensteigerung, die in vielen Fällen nicht über den Verkaufspreis kompensiert werden kann. Dadurch geraten zahlreiche Betriebe wirtschaftlich zunehmend unter Druck. Gemeinsam mit den anderen Sonderkulturverbänden hatten wir uns für Ausnahmelösungen in der Landwirtschaft stark gemacht. Das Landwirtschaftsministerium hatte uns dann aber mitgeteilt, dass eine solche Ausnahmeregelung rechtlich nicht möglich sei. Die Überprüfung der Rechtslage fand jedoch im Arbeitsministerium statt, was für uns nicht nachvollziehbar war. Aus diesem Grund haben die Verbände der Sonderkulturen ein Gutachten in Auftrag gegeben, um eine neutrale rechtliche Prüfung einer Mindestlohnausnahme für Erntehelfer vorzunehmen. Wir erwarten Anfang des Jahres noch das Ergebnis.
Die Monopolkommission hat Ende November 2025 ihr Sondergutachten „Wettbewerb in der Lebensmittellieferkette“ veröffentlicht. Wie schätzen Sie das Gutachten ein?
Die Analyse der Monopolkommission zeigt nochmals deutlich: Der Lebensmitteleinzelhandel ist stark konzentriert. Dies führt zu strukturellen Wettbewerbsproblemen. So werden etwa Preissteigerungen schneller weitergegeben als Preissenkungen. Die Kommission warnte zudem vor einer zunehmenden vertikalen Integration durch Eigenmarken und eigene Produktionsstrukturen. Wir bewerten das Gutachten als klaren Auftrag an die Politik, die Land- und Ernährungswirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu stärken und für spürbare Entlastungen zu sorgen. Die Monopolkommission hebt die positive Rolle der Genossenschaften und Erzeugerorganisationen hervor, die für eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Abnehmern sorgen. Wir brauchen daher gestärkte genossenschaftliche Strukturen und müssen geplante Verschärfungen
der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) abwenden, die die Bündelungsfunktion schwächen würden. Das Gutachten der Kommission unterstützt die Forderung nach marktwirtschaftlicher Preisgestaltung und warnt vor Eingriffen in die Preissetzung. Maßnahmen wie festgelegte Mindestpreise würden die Wettbewerbsfähigkeit der Erzeuger und nachgelagerten Unternehmen erheblich beeinträchtigen. Stattdessen sollte auf eine Stärkung der UTP-Richtlinie und des Agrarorganisationen-und-Lieferketten-Gesetzes (AgrarOLkG) geschaut werden, um unfaire Handelspraktiken wirksam zu bekämpfen. Entscheidend ist, dass Hinweise auf Regelverstöße ohne Angst vor wirtschaftlichen Sanktionen gegeben werden können.
Die BVEO wird im kommenden August am Bodensee die Jubiläums-Prognosfruit organisieren. Können Sie uns dazu schon nähere Details verraten? Die Prognosfruit wird vom 5. bis 7. August 2026 in Konstanz am Bodensee stattfinden. Wir erwarten rund 250 bis 300 Teilnehmer aus allen großen Kernobst-Anbauregionen weltweit. 2026 – und zum 50. Jubiläum der Veranstaltung – fiel die Wahl als Austragungsort auf Deutschland, was uns sehr freut. Die Prognosfruit nahm vor 50 Jahren auch ihren Anfang am Bodensee. Genauer: am Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee in Bavendorf und soll zum Jubiläum nun wieder in die Region zurückkehren. Wir haben für die Ausrichtung starke Partner an unserer Seite und
freuen uns auf ein tolles Zusammenkommen der Kernobstbranche im Sommer 2026 in einem der großen deutschen Anbaugebiete für Äpfel und Birnen.
Welche Themen und Events stehen auf der FRUIT LOGISTICA aus Sicht der BVEO besonders im Fokus? Welche Erwartungen haben Sie an die Messe? Auf der FRUIT LOGISTICA 2026 werden Innovation und Effizienz klar im Mittelpunkt stehen. Die deutschen Erzeugerorganisationen präsentieren sich auch in diesem Jahr in Halle 20 mit einem großen Gemeinschaftsstand und zeigen dort die Vielfalt ihrer Produkte. Am Abend des ersten Messetages laden wir zur Traders Party ein – eine ideale Gelegenheit für den Austausch zwischen Wirtschaft, Politik, Verbänden und weiteren Institutionen. Erstmals richten wir diesen traditionsreichen Abend zusammen mit dem Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH) aus. Darüber hinaus werden wir auf der Messe erneut die ganze Innovationskraft der Branche sehen. Von globalen Markttrends, über nachhaltige Verpackungslösungen oder resiliente Lieferketten bis hin zu Zukunftstechnologien. Für uns ist die Messe mehr als eine Ausstellung, sie ist ein Impulsgeber. Darüber hinaus bietet die FRUIT LOGISTICA die Chance, internationale Partnerschaften zu knüpfen und den Austausch zwischen Forschung, Verbänden, Handel und Politik zu vertiefen.
Halle 20, Stand A-32
Breites Pilzsortiment für Handel und Gastronomie
Pilze ► Die Bayer. Pilze und Waldfrüchte Uwe Niklas GmbH aus Roding zählt zu den führenden Anbietern von frischen, getrockneten und tiefgekühlten Pilzen für Großhandel, Einzelhandel und die weiterverarbeitende Industrie. Seit 1949 steht das familiengeführte Unternehmen für Kompetenz, Verlässlichkeit und ein außergewöhnlich breites Sortiment rund um Pilze.
Besonders im Frischpilzbereich zeichnet sich das Unternehmen nach eigenen Angaben durch seine große Sortimentsbreite und die ganzjährige Verfügbarkeit aus. Im Waldpilzsegment stehen vor allem Pfifferlinge und Steinpilze im Fokus stehen. Ergänzt wird das Sortiment mit Spezialitäten wie Semmelstoppelpilzen, die vor allem in der gehobenen Gastronomie bekannt sind. Neben Waldpilzen spielt das Zuchtpilzsortiment eine immer wichtigere Rolle. Kräuterseitlinge zählen weiterhin zu den bekanntesten Pilzen, doch auch Shiitake-, Enokiund Shimeji-Pilze haben sich fest im Sortiment integriert. Sie erfreuen sich stark wachsender Beliebtheit. Grund dafür ist ihr sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ein wachsendes Segment ist die Convenience-Linie im Frischpilzsortiment. Geschnittene Pilze, Pilzmischungen verzeichnen insbesondere im Großhandel Zuwächse. In der Gastronomie, die zunehmend mit Personalmangel konfrontiert
ist, steigt die Nachfrage nach diesen Lösungen. Sie sparen Zeit, reduzieren Arbeitsaufwand und bieten gleichbleibende Qualität. Im Einzelhandel sieht das Unternehmen hier noch weiteres Potenzial, da die Produkte einen hohen Mehrwert für Endverbraucher bieten: sie können ohne weitere Vorbereitung direkt verwendet werden.
Steigende Nachfrage nach Trockenpilzen
Auch Trockenpilze werden immer beliebter. Diese überzeugen durch Haltbarkeit und intensives Aroma. Wichtig ist die permanente Verfügbarkeit und gleichbleibende Qualität. Klassische Renner bleiben weiterhin Steinpilze, doch auch Pilzmischungen sowie asiatische Pilzsorten gewinnen zunehmend an Bedeutung und verzeichnen stark steigende Nachfrage. Nachhaltigkeit spielt im Unternehmen eine zentrale Rolle. In den vergangenen Jahren hat Pilze Niklas massiv in die eigene Energieversorgung
investiert. Aktuell stehen 850 Kilowattpeak Photovoltaikleistung für den Eigenverbrauch zur Verfügung, ergänzt durch zwei Stromspeicher. Ab dem Jahr 2026 rechnet das Unternehmen damit, rund 266.610 Kilogramm CO2-Emissionen pro Jahr einzusparen und etwa 75 % des eigenen Strombedarfs aus Eigenproduktion zu decken. Die finalen Zahlen werden Ende des laufenden Jahres vorliegen. Mit einer Kombination aus Sortimentsvielfalt, ganzjähriger Verfügbarkeit, wachsendem Convenience-Angebot und konsequentem Engagement für Nachhaltigkeit sieht sich Pilze Niklas gut aufgestellt, um auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld verlässlicher Partner für Handel, Gastronomie und Industrie zu bleiben.
Halle 20, Stand B-22
Asiatische Pilzmischung
Foto: Bayer. Pilze und Waldfrüchte Uwe Niklas GmbH
Bewährtes fortführen, offen bleiben für neue Impulse
DFHV-Junioren ► Im November 2025 haben die DFHV-Junioren einen neuen Vorstand gewählt. Wie es nun mit den Junioren weitergeht, welche Pläne sie haben, wie sie aktuelle Entwicklungen in der Obst- und Gemüsebranche einschätzen und ihnen begegnen wollen, dazu stand das Dreigestirn Nils Doerwald, Palmira Aragon und Daniel Riedlinger dem Fruchthandel Magazin Rede und Antwort.
Christine Weiser
Was möchtet ihr bewirken, verändern, durch eure (Wieder)Wahl?
Gilt es, bei den Junioren etwas anders zu machen?
Nils Doerwald, Palmira Aragon, Daniel Riedlinger: Unser Ziel ist es, die Junioren weiterhin als starke, vernetzte und zukunftsorientierte Gemeinschaft zu gestalten. Wir möchten Bewährtes fortführen, aber gleichzeitig offen bleiben für neue Impulse. Vieles läuft bereits sehr gut – dennoch wollen wir den Austausch untereinander intensiv fördern und die Sichtbarkeit der jungen Generation im Verband weiter stärken.
Habt ihr schon Ideen, was die Junioren im kommenden Jahr erwarten könnte, bestimmte Projekte?
Zunächst einmal ist uns wichtig, dass unsere Projekte einerseits die
Seit November 2025 der neue Vorstand der DFHV-Junioren: (v.l.) Nils Doerwald, Palmira Aragon und Daniel Riedlinger
Vernetzung der Junioren untereinander stärken und andererseits praxisnah sind und das Potenzial haben, einen echten Mehrwert für die Mitglieder und deren Unternehmen zu bieten. Denkbar sind bspw. Formate oder Inhalte zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) sowie der Vermeidung bzw. Reduzierung von Lebensmittelabfällen.
Wollt ihr wieder mehr in Deutschland zu Treffen zusammenkommen oder ist eine Mischung mit dem europäischen Ausland hilfreich und wichtig?
Beides hat in der Vergangenheit seinen Wert bewiesen. Treffen in Deutschland erleichtern die Teilnahme und stärken die regionale Verbundenheit. Gleichzeitig profitieren wir enorm vom Blick über die Landesgrenzen, weil der Fruchthandel international geprägt ist. Eine ausgewogene Mischung erscheint uns daher sinnvoll und bereichernd.
Was war für euch besonders bemerkenswert im Jahr 2025 bzw. wird die Branche auch in den kommenden Jahren noch intensiv beschäftigen?
Bezogen auf unsere Gruppe waren natürlich die gemeinsamen Treffen auf der FRUIT LOGISTICA in Berlin sowie die Next-Generation-Days in Hamburg absolute Highlights. Im Allgemeinen hat 2025 gezeigt, wie dynamisch sich Märkte, Lieferketten und Verbraucherbedürfnisse verändern. Themen wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Digitalisierung sind zwar schon etwas älter, aber noch immer im Fokus
vieler Akteure. Gleichzeitig kommen neue Aspekte wie die KI dazu, die auch in einer immer größeren Anzahl an Unternehmen Einzug hält und die tägliche Arbeit erheblich verändern wird. All das wird uns auch in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen und begleiten.
Welche Unterstützung erhofft ihr euch von der Politik, allgemein und beim Thema Fachkräftemangel? Was unternehmt ihr, um neue Mitarbeiter zu gewinnen? Wir Junioren wünschen uns wie die Unternehmen, für die wir arbeiten, verlässliche und vor allem praxisnahe und unbürokratische Rahmenbedingungen, die uns Planungssicherheit geben. Beim Thema Fachkräftemangel wäre sicher vorteilhaft, wenn die Ernährungswirtschaft mehr Aufmerksamkeit bekäme und Ausbildung und berufliche Orientierung weiter gestärkt würden. Zum Thema Mitarbeitergewinnung haben die Junioren eine Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse eindeutig waren: Unternehmen sollten gezielt auf eine transparente Kommunikation und die Nutzung sozialer Medien, moderne Arbeitsbedingungen und gezielte Nachwuchsförderung setzen, um neue Mitarbeiter für ihre Betriebe zu begeistern und bestehende Kräfte zu binden.
Welche Vorteile erhofft ihr euch durch die Digitalisierung und den Einsatz Künstlicher Intelligenz? Digitalisierung und KI können dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten, Ressourcen besser ein-
Foto:
DFHV
zusetzen und auf Basis einer strukturierten Analyse der im Betrieb produzierten Daten Entscheidungen fundierter zu treffen. Wir sehen darin für fast alle Unternehmen die Chance, sich effizienter und nachhaltiger aufzustellen. Wir glauben nicht, dass KI pauschal den Faktor Mensch ersetzen wird. Vielmehr können durch den Einsatz von KI Freiräume geschaffen werden, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für neue Tätigkeiten und Prozesse nutzen können bzw. schon heute dringend benötigen.
Viele Verbraucher haben aktuell das Gefühl, dass Obst und Gemüse zu teuer geworden ist. Wie wollt/könnt ihr gegensteuern? Ist die Zusammenarbeit mit Influencern eine Möglichkeit? Im Vergleich zu nahezu allen anderen Ländern sind Obst und Gemüse in Deutschland verhältnismäßig günstig. Transparenz ist erforder-
lich: Obst und Gemüse sind wertvolle, oft regional erzeugte Produkte, deren Preis sich aus vielen Faktoren zusammensetzt. Gleichzeitig können wir durch Aufklärung, saisonale Empfehlungen und kreative Kommunikationsformate dazu beitragen, den Wert dieser Produkte besser zu vermitteln. Kooperationen mit Influencern können dabei durchaus helfen, insbesondere, um jüngere Zielgruppen zu erreichen.
Müssen Verbraucher direkter angesprochen werden, um den Konsum zu erhöhen? Wären Projekte denkbar, die sich schon an kleine Verbraucher richten? Führungen, Vorträge etc.?
Ja, direkte Ansprache kann viel bewirken. Gerade bei Kindern und Jugendlichen lässt sich Begeisterung für frische Lebensmittel früh wecken. Führungen, Workshops oder Schulprojekte sind gute Wege, um Wissen zu vermitteln und Neugier
Gerade bei Kindern und Jugendlichen lässt sich Begeisterung für frische Lebensmittel früh wecken. Foto: Tverdokhlib/AdobeStock
zu fördern. Solche Initiativen stärken langfristig auch die Wertschätzung für Obst und Gemüse.
Welche Auswirkungen erwartet ihr durch die geopolitischen weltweiten Herausforderungen?
Globale Entwicklungen wirken sich immer auch auf unsere Branche aus – sei es durch veränderte Lieferketten, Handelsstrukturen und -Abkommen oder Energiepreise. Wir setzen daher auf Diversifizierung, enge Partnerschaften und eine starke regionale Basis. Wichtig ist, flexibel zu bleiben und gemeinsam Lösungen zu finden, wenn Rahmenbedingungen sich verändern.
Wie schätzt ihr die klimatischen Veränderungen für den Produktionsstandort Deutschland und daraus mögliche folgende Entwicklungen ein?
Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen, eröffnet aber auch Chancen für neue Kulturen und Anbausysteme. Wir gehen davon aus, dass Anpassungsstrategien – etwa in Bewässerung, Sortenwahl oder Logistik – an Bedeutung gewinnen. Entscheidend wird sein, dass wir als Branche gemeinsam mit externen Akteuren langfristige und realisierbare Strategien entwickeln und mit der Umsetzung beginnen und uns nicht in kleinteiligen Detail- und Bürokratiefragen verheddern.
Das Unternehmen hat sein Angebotsspektrum in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet.
Vom regionalen Anbieter zum internationalen Spezialisten für Frischeprodukte
Frutania ► Seit der Gründung im Jahr 2001 hat sich Frutania unter der Leitung von Geschäftsführer und Inhaber Markus Schneider von einem regional tätigen Unternehmen zu einem international agierenden Spezialisten für Beerenobst entwickelt. Heute verfügt Frutania über leistungsfähige Anbaustrukturen und Vertriebsplattformen und hat seine Aktivitäten auch im Bereich von Kern- und Steinobst erheblich ausgeweitet.
Michael Schotten
Im Segment Gemüse besteht seit vielen Jahren eine enge Vertriebspartnerschaft mit der marokkanischen Azura-Gruppe für marokkanische Tomaten. Ergänzt wird das Sortiment durch saisonale Produkte wie Spargel aus deutschem Anbau. Trotz der zunehmenden Internationalisierung bleibt Deutschland klarer Heimatund Kernmarkt des Unternehmens. Markus Schneider hat in Süddeutschland moderne Anbau- und Logistikstrukturen etabliert und durch partnerschaftliche Kooperationen gestärkt. So entstand aus
Flexibles Verpacken, klare Strukturierung, Top-Hygiene und größtmögliche Schnelligkeit sind in den Packlinien entscheidend.
Fotos: Frutania
der Niederlassung in Oberkirch das Schwesterunternehmen Fruitfels GmbH, das heute den Lebensmitteleinzelhandel ganzjährig mit Obst und Gemüse aus regionaler und internationaler Herkunft versorgt. Die Übernahme des Vertriebs der Obstgroßmarkt Mittelbaden eG (OGM) zur Erdbeersaison unterstreicht zusätzlich die regionale Verankerung.
Parallel treibt Frutania seine internationalen Aktivitäten gezielt voran. Neben Standorten in Spanien und Chile wurde eine Niederlassung in Polen gegründet, um die Marktpräsenz weiter auszubauen. Auch in Übersee ist Frutania stark vertreten: Mit dem Büro in Santiago de Chile wurde ein bedeutender Anker im südamerikanischen Markt geschaffen. „Unsere Teams vor Ort sind exzellent vernetzt und ermöglichen uns eine zuverlässige Beschaffung qualitativ hochwertiger Ware“, betont Markus Schneider. Die Beeren aus Südamerika erreichen per Kühlcontainer Rotterdam und werden ohne Zwischenlagerung direkt zum Logistik-Hub in Grafschaft-Ringen transportiert, wo sie in der firmeneigenen Packstation kundenindividuell konfektioniert werden. Diese durchgängige Kontrolle über die Lieferkette wird von den Kunden sehr geschätzt – auch dank der optimalen logistischen Lage des Standorts.
Märkte & Produkte
Mitte Dezember starten traditionell die Lieferungen chilenischer Heidelbeeren, die bis zur 6. Kalenderwoche den europäischen Markt bedienen. „Europa konnte die Exportmengen, die nicht mehr in die USA gingen, vollständig aufnehmen. Trotz logistischer Herausforderungen verzeichnen wir ein starkes Wachstum bei chilenischen Heidelbeeren – insbesondere dank unseres ausgefeilten Beschaffungs- und Logistiksystems“, erklärt Schneider.
Nach Chile folgt im Heidelbeerkalender Marokko, ein Markt, der sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt hat. Heidelbeeren und Himbeeren dominieren dort inzwischen den Frischemarkt und haben die Erdbeere in der Exportbedeutung teils überholt. Über 80 % der marokkanischen Beerenausfuhren gehen in die EU – Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Spanien zählen zu den Hauptabnehmern. Marokko gehört heute zu den weltweit führenden Exporteuren von Heidelbeeren und liegt im EU-Raum direkt hinter Peru – ebenfalls ein wichtiges Bezugsland für Frutania.
Chancen und Herausforderungen
In Marokko beobachtet Schneider aktuell zwei zentrale Entwicklungen: Während die Produktion von Himbeeren und Heidelbeeren weiterhin zunimmt und stark in neue Pflanzungen investiert wird, stellen Wasserknappheit und das ToBRFVVirus (Tomato brown rugose fruit virus) erhebliche Herausforde-
rungen dar. Der Fokus bei Heidelbeeren liegt auf ertragreichen Southern-Highbush-Sorten, wie sie auch in Peru und Südafrika eingesetzt werden. Bei Himbeeren ist die Sortenvielfalt groß – Adelita ist nach wie vor stark verbreitet, neue vielversprechende Sorten stehen jedoch in den Startlöchern. Im Tomatensegment besteht seit Jahren eine erfolgreiche Partnerschaft mit der Azura-Gruppe, einem Pionier im marokkanischen Tomatenanbau. „Tomaten sind nach wie vor ein fester Bestandteil unseres Portfolios. Die Sorten, die Azura anbaut, überzeugen durch exzellenten Geschmack“, so Schneider. Neben Marokko entwickelt sich auch die Produktion in der südspanischen Region Huelva dynamisch. Dank der engen Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten und der Präsenz eines eigenen Büros vor Ort kann Frutania auf agronomische Entwicklungen schnell reagieren und optimale Anbaustrategien verfolgen.
Halle 27, Stand D-32
Markus Schneider, FrutaniaGeschäftsführer und Inhaber
Kommt künftig noch deutscher Spargel auf den Markt?
Produktion ► Künstliche Bewässerung, moderne Pflanzsysteme sowie mechanische Ernte und Verarbeitung. Diese und andere Möglichkeiten, den deutschen Spargelanbau im internationalen Wettbewerb überleben zu lassen, beleuchtete auf den Unternehmertagen Spargel & Erdbeer der Spargelexperte und Unternehmensberater Jürgen Schulze.
Marlis Heinz
Als erste wirtschaftliche Herausforderung für die Spargelerzeuger Deutschlands beleuchtete Jürgen Schulze die Personalwirtschaft. Ausgangspunkt hierbei: Personalkosten machen in der Spargelproduktion 50 % bis 65 % der Gesamtkosten aus – und das bei steigenden Löhnen nicht nur im Mindestlohnsegment. Hinzu kommt eine wachsende Instabilität, vor allem bei der Aufstellung der Saisonkräfte-Teams. Hier nannte Schulze unter anderem Stichworte wie unzuverlässigen Arbeitsantritt, vorzeitige Abreise und alternative Jobangebote in anderen Branchen. „Diese Entwicklung zwingt zur sinnvollen Personalplanung und -einsparung“, so Schulze.
Problematisches wirtschaftliches Umfeld
Als nächsten Punkt warf er einen Blick auf das wirtschaftliche Umfeld insgesamt, das für den deutschen Spargelanbau problematisch ist: „Der Markt erlaubt es den hiesigen Erzeugern nicht, Kostenanstiege im gleichen Umfang auf Produktpreise umzulegen; zu direkt stehen sie im Wettbewerb mit europäischen und Weltmarktpreisen. Hinzu kommen schwierigere gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen. Ich denke hier an Wasserrechte sowie lebhafte Umweltdiskussionen um Nitrat-Einwaschung, Pflanzenschutz und vieles mehr.“ Unter diesen Vorzeichen bleibt den Spargelbetrieben nur, alle Kostenpositionen einzeln zu betrachten und – wo möglich – zu reduzieren.
Seit 30 Jahren u.a. im Spargelanbau zuhause: Jürgen Schulze, Geschäftsführer der Unternehmensberatung im Gar tenbau GmbH (UBIGA) mit Sitz in Teltow.
Bewässerung – sinnvoll bis existenziell
Die Frage, ob Bewässerung notwendig sei, beantwortete Schulze differenziert: „Zumindest östlich der Elbe ist sie meist bereits existenziell, in anderen Gebieten ist sie für eine bedarfsgerechte und termingenaue Versorgung oft sinnvoll. Überall jedoch stoßen die Spargelerzeuger auf eine zunehmende Begrenzung der Wassermengen und oft auch wachsende Konkurrenz mit anderen Kulturen. Durch Einschränkungen beim Pflanzenschutz ist zudem die Reduzierung von Blattnässe und Abwaschung notwendig.“ Was also tun? Als Lösungsansatz nannte Schulze die Tropfbewässerung: „Überkopfberegnung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn die Wasserqualität Tropfer
nicht zulässt. Durch die Tropfbewässerung kann über ein Viertel der Wassermenge eingespart werden. Die bedarfsgerechte Düngung ist leichter, ohne zusätzliche Blattnässe und Pflanzenschutzmittel-Abwaschungen.“ Allerdings räumte der Experte ein, dass die Tropfer aktuell meist oberirdisch verlegt werden, was viel Handarbeit (Auslegen, Wartung, Sammeln) erforderlich macht. Der Ausgangspunkt bei der Entscheidung für ein Bewässerungssystem sei allerdings die Wasserqualität. Ein technologischer Faktor, über den vor dem Verlegen einer künstlichen Bewässerung nachgedacht werden müsse, sei der Druck, der in den Schläuchen herrschen soll. Die druckkompensierte Bewässerung bewirkt zwar eine gleichmäßige Verteilung auch bei Gefälle und langen Reihen, ist aber insgesamt
Fotos: Heinz
teurer. Die drucksensitive Anlage ist günstiger in der Erstinvestition, bewässert aber nur kleinere Blöcke und kürzere Reihen auf Flächen ohne Gefälle. Zu lange Reihen können – unter anderem in Abhängigkeit von Gefälle und Durchmessern – zu Verteilungsunterschieden führen. Und wo sollten die Schläuche liegen? Eine oberirdische Lage erfordert die jährliche Verlegung, ist anfällig für Verbiss und bewirkt viel Handarbeit. Allerdings stehen hierfür preiswertere Schläuche zur Verfügung, die sich zudem bei kritischen Wasserqualitäten als leichter ersetzbar erweisen. Wer seine Schläuche unterirdisch legen möchte, sollte das tief genug gleich mit der Pflanzung erledigen, um Beschädigungen bei späteren Feldarbeiten zu vermeiden. Die Erstinvestition ist allerdings höher. Als Nachteile nannte Schulze zudem: „Die Funktionalität ist schwer zu überprüfen, und bei kritischen Wasserqualitäten könnten mehr Probleme auftreten.“ Wenn es um das Verlegen und Wickeln von Tropfschläuchen geht, riet Schulze übrigens zu einem Blick über den Spargelteller-Rand: zur Verlegetechnik der Kartoffelerzeuger.
Jede Anlage kritisch durchrechnen
Erster Schritt aller Veränderungen sei immer die präzise Analyse jedes einzelnen Spargelfeldes. „Extensive Anlagen mit niedrigen Tageserntemengen und längeren Laufwegen werden schnell unwirtschaftlich; die kann ich mir in Zukunft einfach nicht mehr leisten“, warnte Schulze mehrfach in seinem Vortrag. „Ebenso wenig überalterte Anlagen mit
vielen, aber dünnen Stangen und damit einer schlechteren Stechleistung.“
Anhand einer Modellrechnung verglich er den intensiven mit dem extensiven Anbau. Im Beispiel wurde eine Intensivanlage mit rund 9.000 kg/ha einer extensiven Anlage mit 6.000 kg/ha gegenübergestellt.
Die Lohnkosten insgesamt (für 38 Erntetage) betragen auf der Intensivanlage 0,68 Euro/kg, auf der Extensivanlage 0,93 Euro/kg.
LEBENSMITTEL PERFEKT TROCKNEN –
Bei der klassischen Ernte mit Handkorb schafft eine Arbeitskraft pro Stunde etwa 10 kg Spargel.
Nur ein intensiver und innovativer Spargelanbau stabilisiert laut
Jürgen Schulze die Kosten pro Kilogramm und erhält die Wettbewerbsfähigkeit.
Auch die Qualität – und hier vor allem die Stangenstärke – bewirkt geringere Lohnkosten. Würden ausschließlich dünne Stangen von 15 g gestochen, ergäben sich pro Kilogramm 3,06 Euro Lohnkosten; bei dicken Stangen von 65 g/St. stünden 0,71 Euro zu Buche.
„Also führt kein Weg an modernen Hochleistungsanlagen vorbei“, so der Referent. „Deren Alter sollte im Betriebsdurchschnitt 4,5 bis 5 Jahre betragen. Sind sie überaltert, bedeutet dies dünne Stangen, schlechte Qualität, teure Ernte und geringe Durchschnittspreise. Das erfordert den rechtzeitigen Ersatz alter und geschwächter Anlagen
(z.B. nach Hagel). Sind die Pflanzen zu jung, fehlen Erntemenge und -leistung. Wichtig ist es daher, immer den Betriebsdurchschnitt, getrennt nach verfrühten und verspäteten Anlagen, zu betrachten.“
Überlebenswichtig: Mechanisierung
Beim Thema Mechanisierung bewegt die Branche längst nicht mehr das „Ob“, sondern nur noch das „Wie“. „Kostenexplosion, Politik- und Personalabhängigkeiten fordern sinnvolle Mechanisierung“, so Schulze. „Nur auf diesem Wege lassen sich Mitarbeiterzahl und Verfügbarkeitsrisiken reduzieren.“ Auch hier nannte er Zahlen zur Auswirkung der Erntetechnik: Bei der klassischen Ernte mit Handkorb schafft eine Arbeitskraft pro Stunde etwa 10 kg Spargel. Mit angetriebenen Erntehilfen sind es durchschnittlich 17 kg. Diese Erntehilfen waren jedoch nur der erste Schritt; auch die verschiedenen Vollernter können ein Optimierungsbaustein darstellen. Zu den Vorteilen der nichtselektiven Vollernter zählen eine hohe Ernteleistung und präzise Dammpflege. Kritisch sehen Erzeuger wie Händler oft noch die sich ergebenden unterschiedlichen Stangenlängen. Dem stehen selektive Vollernter gegenüber, die ebenfalls hohe Ernteleistungen, Qualität und gute Dammpflege ermöglichen, jedoch einen großen Investitionsund Unterhaltungsbedarf aufweisen. Schulze appellierte an seine Zuhörer: „Nutzen Sie die von den Maschinenbauern angebotenen Technikvorführungen und schauen Sie ergebnisoffen hin, welche Innovationen auf den Markt kommen.“
Neuheiten auch für Be- und Verarbeitung
Eine rasante technische Entwicklung findet zudem nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Be- und Verarbeitung des Spargels statt. Sortierautomaten, die fast das Dreifache der Leistung von Mit arbeitern am Band erbringen, sind längst Praxis. Neu hinzu kommen Entnahme- und Auflegeroboter. Als weitere Beispiele nannte Schulze Schältechnik, die unabhängig von guten Schälkräften macht, Verwiege- und Verpackungstechnik, die nicht nur Lohnkosten spart, sondern durch höhere Arbeitsgenauigkeit auch bessere Erlöse bringt, sowie Palettiertechnik, die die körperliche Belastung senkt und damit die Attraktivität des Arbeitsplatzes verbessert. Innovationen stehen auch für die Vermarktung zur Verfügung. So kann die digitale Vernetzung beispielsweise bei Bestell- und Kassensystemen Sicherheit schaffen und können Warenwirtschaftssysteme Büroaufwand und Übermittlungsfehler senken.
Und nun?
Wird trotz aller Probleme künftig noch deutscher Spargel auf den Markt kommen? Gebeten um ein Fazit, meint Jürgen Schulze: „Wenn sich die Branche an die notwendigen Investitionen wagt, dann ja. Wir haben keine andere Wahl. Nur ein intensiver und innovativer Spargelanbau stabilisiert die Kosten pro Kilogramm und erhält die Wettbewerbsfähigkeit. Der Dreh- und Angelpunkt bleibt, durch sinnvolle Mechanisierung das Personalproblem in den Griff zu bekommen.“
Mehrwegbehälter für eine zukunftssichere Frischelogistik
Robuste und langlebig Behältersysteme sind gefragt.
Transport- und Verpackungslösungen ► bekuplast präsentiert auf der FRUIT LOGISTICA 2026 innovative Mehrwegbehälter, die zeigen, wie sich die Obst- und Gemüselogistik bereits heute effizienter, nachhaltiger und regulatorisch zukunftsfest aufstellen lässt.
Das Unternehmen rückt dabei Lösungen in den Mittelpunkt, die optimal auf die Anforderungen der neuen europäischen Verpackungsverordnung PPWR abgestimmt sind. Mit Blick auf die PPWR, die Verpackungsabfälle reduzieren und die Wiederverwendung stärken soll, gewinnen laut bekuplast robuste Mehrwegtransportlösungen an Bedeutung – besonders im Frischesegment mit seinen hohen Umschlagzahlen. Die langlebigen Behältersysteme von bekuplast erfüllen diese Anforderungen nach eigenen Angaben bereits heute: Sie sind widerstandsfähig, vollständig recyclingfähig und unterstützen geschlossene Materialkreisläufe. Gleichzeitig ermöglichen sie eine effiziente Rückführlogistik, senken Transportaufwände und reduzieren CO2-Emissionen entlang der Lieferkette.
Vielfalt für Pooling, Handel und Spezialanwendungen
bekuplast entwickelt und produziert ein breites Portfolio an Obst und Gemüsebehältern für professionelle Mehrwegkreisläufe. Auf der FRUIT LOGISTICA zeigt das Unternehmen neben Klappbehältern verschiedene Lösungen für unterschiedliche Einsatzbereiche: speziell für PoolingSysteme konzipierte Frischelogistikbehälter, stabile starre Gemüsesteigen, vielseitige Eurobehälter sowie maßgeschneiderte Spezialbehälter – etwa für besonders empfindliche Produkte wie Heidelbeeren. Damit bietet bekuplast ein umfassendes Spektrum an zukunftssicheren Transport und Verpackungslösungen von der Ernte bis zum Handel.
Halle 20, Stand A-41
Die Obst- und Gemüsebehälter von bekuplast als wichtiger Baustein für professionelle Mehrwegkreisläufe
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für Ihre Frischelogistik
Die Clever-Fresh-Box advance lässt sich auf rund 84 % ihres Volumens reduzieren – das spart Platz, senkt Rücktransportkosten und verringert dank weniger LKW-Fahrten den CO2-Ausstoß.. Die clevere Konstruktion schützt empfindliche Waren zuverlässig, sodass Ihr Obst und Gemüse garantiert frisch ans Ziel gelangt.
Entdecken Sie diese und weitere e iziente Mehrwegbehälter für die Frischelogistik auf unserem Messestand!
Fotos: bekuplast
Bundespreis Ökologischer Landbau geht an den Bodensee
Obst vom Bodensee ► Erstmals seit 16 Jahren wird ein Tafel-Obstbaubetrieb wieder mit dem Bundespreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet. Die Ehrung geht in diesem Jahr an einen langjährigen Partner der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft: den Bio-Obsthof Glocker aus Horgenzell. Die Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft (OvB) gratuliert Familie Nikolaus, Manuela und Jonas Glocker herzlich zur Verleihung des Bundespreises Ökologischer Landbau 2026.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer übergab die Auszeichnung in einem Festakt auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Die Auszeichnung erhielt der Betrieb laut OvB für den Aufbau einer besonders nachhaltigen Obsterzeugung, insbesondere bei Äpfeln, und steht dafür stellvertretend für die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit des Bio-Obstbaus.
Leuchtturmbetrieb mit bundesweiter Strahlkraft
„Der Obsthof Glocker ist ein Leuchtturmbetrieb für den ökologischen Obstbau – nicht nur bei uns am Bodensee, sondern bundesweit“, betont Markus Schraff, Leiter Bio-Vertrieb bei der OvB. „Wir sind stolz, dass ein so engagierter und innovativer Betrieb aus unserem Erzeugerkreis diese hohe Auszeichnung erhält.“
Robuste Sorten, lebendige Böden und ökologische Vielfalt
Seit mehr als 25 Jahren arbeitet die Familie Glocker ökologisch. Der prämierte Betrieb setzt auf robuste, schorfwiderstandsfähige Sorten wie Topaz, Natyra, Santana oder Xenia, gesunde Böden, eigene Mulchherstellung ausblühendem Klee-Luzernegras, biodiversitätsfördernde Blühstreifen für Insekten und ein ressourcenschonendes Wassermanagement mit Solarstrom und Regenwasserspeicher. Über 278 nachgewiesene Insekten-
Nikolaus
Glocker führt einen Leuchtturmbetrieb für den ökologischen Obstbau.
arten auf den Flächen zeigen die Wirkung der ökologischen Maßnahmen eindrücklich. Wissenschaftlich begleitet wird der Betrieb u.a. durch Projekte mit der Universität Hohenheim und dem Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB). Nikolaus Glocker erklärt: „Bio ist für uns kein Kompromiss, sondern Überzeugung. Dass unsere Arbeit auf diese Weise gewürdigt wird, freut uns sehr – und bestärkt uns darin, weiterzudenken und weiterzumachen.“
Innovationstreiber des Bio-Obstbaus am
Bodensee
Über die erfolgreiche Betriebsführung hinaus engagiere sich Nikolaus Glocker seit vielen Jahren in der Entwicklung neuer Konzepte für den Bio-Obstbau. Um die Akzeptanz des Handels gegenüber schorf-
resistenten Sorten zu erhöhen, hat Glocker mit der Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V. (FÖKO) das Dachmarkenkonzept „BioStars“ erarbeitet, das schorfresistente Sorten für Verbraucherinnen und Verbraucher sichtbar und für den Handel besser vermarktbar macht. Als Vorsitzender des Öko-Versuchsbeirats im KOB bringe er regelmäßig Innovationen in die Praxis. Dazu gehöre bspw. die Testung einer Putzmaschine für regenfleckige Äpfel. Die Maschine kann die Schale befallener Äpfel so weit reinigen, dass große Teile einer Charge wieder vermarktungsfähig sind. „Wir wollen, dass Innovation allen nutzt – nicht nur unserem Betrieb. Bio braucht Austausch, Offenheit und Gemeinschaft“, so Glocker weiter.
Die OvB vermarktet als größter Bio-Obst-Vermarkter Süddeutschlands die Verbandsware von über 40 Erzeugerfamilien. Der Anteil
Foto: Obst vom Bodensee
schorfresistenter Sorten sei im Vergleich außergewöhnlich hoch. Kein einziger Bio-Betrieb im Netzwerk der OvB habe die Umstellung auf konventionellen Anbau bislang rückgängig gemacht. Der steigende Bedarf an Bio-Produkten wurde frühzeitig gemeinsam mit Handelspartnern erkannt. So wurde auch der Pack- und Lagerstandort Ravensburg gezielt für die Anforderungen der Bio-Vermarktung weiterentwickelt.
„Der Erfolg im Bio-Obstbau ist immer ein gemeinsames Werk“, sagt Bundespreisträger Glocker. „Entscheidend ist das enge Zusammenspiel von Produktion, Vermarktung und Handel. Nur wenn dieser Dreiklang funktioniert, können wir Bio langfristig erfolgreich weiterentwickeln. Diese Auszeichnung steht deshalb nicht für eine Einzelleistung, sondern für die Stärke eines Systems, das auf Vertrauen, Partnerschaft und gemeinsamen Zielen basiert.“
Überregionale
Bedeutung
Dass der Bundespreis Ökologischer Landbau 2026 an einen Apfelbetrieb gehe, habe überregionale Bedeutung. Seit 16 Jahren wurde kein Betrieb aus dem Kernobstbereich mehr ausgezeichnet, der Tafelobst produziert. Dass die Wahl nun auf einen OvB-Partner fällt, unterstreiche die Leistungsfähigkeit der Region. „Wir gratulieren Familie Glocker von Herzen und danken zugleich allen Bio-Betrieben in unserem Netzwerk. Sie alle leisten tagtäglich Pionierarbeit für eine zukunftsfähige, verantwortungsvolle Landwirtschaft“, erklärt Schraff abschließend.
Halle 20, Stand B-33
Forschung und Innovation als Schlüssel für die Zukunft des Gartenbaus
ZVG ► Im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin kam der Zentralverband Gartenbau (ZVG) zum erweiterten Präsidium am 15. Januar 2026 zusammen. Unter dem Leitthema „Forschung trifft Praxis“ hob ZVG-Präsidentin Eva KählerTheuerkauf die zentrale Rolle von Forschung, Lehre und Wissenstransfer für die Transformation des Gartenbaus hervor.
ZVG-Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf unterstrich beim erweiterten Präsidium die Bedeutung von Forschung und Praxis für die Zukunft des Gartenbaus.
Projekte zu energieeffizienten Gewächshäusern, erneuerbaren Energien oder Innovationen im Stadtgrün zeigten das Potenzial des engen Zusammenspiels von Wissenschaft und Praxis. Voraussetzung dafür seien jedoch dauerhaft gesicherte Forschungsstrukturen, eine starke gartenbauliche Hochschullehre sowie gut ausgebildete Fachkräfte. Der Gartenbau leiste konkrete Beiträge zu Klimaanpassung, Lebensqualität und nachhaltiger Entwicklung – wenn Politik verlässliche Rahmenbedingungen schaffe und Investitionen ermögliche. Bereits vor zwei Jahren wurde im „Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau“ auf die zunehmende Schwächung gartenbaulicher Lehre und Forschung hingewiesen. 2025 wurde das Maßnahmenpaket in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Der ZVG betont, dass der Erhalt und die Stärkung wissenschaftlicher Strukturen den gesamten Gartenbau betreffen: Ein weiterer Rückbau von Forschung, Lehre und universitären Kapazitäten gefährdet Innovation, Wissenstransfer und die Fachkräftebasis – sowohl in den Betrieben als auch in Verwaltung, Beratung und Politik.
Beim erweiterten Präsidium des ZVG stellte Prof. Annette Hohe von der Fachhochschule Erfurt den dortigen „Grünen Campus“ vor, der Wissenschaft und Lehre mit der Praxis verbinden soll. Dr. Volker Dworak vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie
(ATB) in Potsdam präsentierte die automatisierte Unkrautregulierung in direkt gesäten Gemüsekulturen mit „JaetRobi“. Herbert Siemes von der Gärtnerei Viehweg erläuterte die neuen Dachplantilen, die beim Projekt „Grüne Dächer und Umweltbildung in Mönchengladbach“ beim BORUSSIA-PARK für Aufsehen gesorgt hatten.
E.L.F Hallen und Maschinenbau GmbH Lüchtringer Weg 52 37603 Holzminden Tel. 05531 990 56 - 0
Foto:
ZVG/Rafalzyk
Wer erntet künftig zu welchen Bedingungen?
Saisonarbeitskräfte ► Die Unternehmertage Spargel und Erdbeer im Dezember 2025 hatten ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog: der Mangel an zuverlässigen Saisonkräften und Möglichkeiten, dem zu begegnen. Nicole Spieß (Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbandes der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V.) fasste die Lage in einem Vortrag zusammen.
Marlis Heinz
Der jährliche Bedarf in Landwirtschaft und Gartenbau in Deutschland beträgt rund 243.000 Saisonarbeitskräfte.
Der Mangel beherrscht die Branche, stellt alles Planen und Investieren in Frage. Insofern traf Nicole Spieß (Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbandes der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V.) ins Schwarze. Sie gab nämlich Antworten auf die Frage „Woher kommen unsere Saisonarbeitskräfte – wer erntet künftig zu welchen Bedingungen?“ Zum Einstieg betonte sie, dass Wanderarbeiter durchaus kein Phänomen der Neuzeit darstellen oder nur in Deutschland unterwegs sind. Auf ihrer Europakarte illustrierten lange Pfeile die unterschiedlichen Reiserouten: Nach Deutschland kommen aktuell rund 80 % der Saisonkräfte aus Rumänien; in Portugal und Spanien arbeiten neben Rumänen auch Erntehelfer aus Nordafrika und Asien, in Polen ernten Chinesen … „Zweihundert Millionen Menschen sind inzwischen weltweit unterwegs, um anderswo den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu verdienen.“ In diesem Zusammenhang berichtete Nicole Spieß davon, dass ihr und damit der Branche oft vorgeworfen werde, dass es „pervers“ sei, Leute von weit her für ein paar Wochen ins Land zu holen, um sie unsere Ernte einbringen zu lassen. Weshalb eine weite Reise zum Erwerb des Lebensunterhalts pervers sein soll, es in Deutschland akzeptiert ist, für eine oder zwei Wochen für Vergnügungen beispielsweise nach Thailand zu fliegen, kann Spieß nicht nachvollziehen.
Nach diesem leidenschaftlichen Einstieg warf die Referentin einen detailreichen Blick auf die Ausgangslage: Der jährliche Bedarf in Landwirtschaft und Gartenbau in Deutschland beträgt rund 243.000 Saisonarbeitskräfte. „Aber unser Verband bekommt zunehmend Rückmeldung von Betrieben, dass Verfügbarkeit und Arbeitsqualität der Saisonkräfte nachlassen. Als Ursachen sehen wir die verbesserten Verdienstmöglichkeiten in den Herkunftsstaaten, das Abwandern der Saisonkräfte in andere Branchen mit höheren Mindestlöhnen (Malerhandwerk demnächst 16,13 Euro, Pflege 16,10 Euro …) und eine verkürzte Beschäftigungsdauer aufgrund steigenden Mindestlohns.“
Früher Arbeitsabbruch
Der hohe Mindestlohn, der Deutschland eigentlich für Arbeitssuchende attraktiv machen sollte, habe – mal abgesehen von den Kosten für Unternehmen – eine
Foto: Heinz
unkalkulierbare Wirkung: Die Saisonkräfte kommen schneller auf ihren ins Auge gefassten Verdienst und reisen kurzerhand früher ab. Zudem gefährde der hohe Mindestlohn die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Obst-, Gemüse und Weinbaubetriebe. Denn die im europäischen und außereuropäischen Ausland geltenden Mindestlöhne liegen in vielen Staaten deutlich unter dem deutschen Mindestlohn. „Wollen wir nicht die Produktion ins Ausland verlieren, brauchen wir eine Entlastung bei den Lohnkosten. Denn diese machen einen Großteil (bis zu 60 %) der Produktionskosten aus. Deshalb setzen wir uns für eine Ausnahme vom gesetzlichen Mindestlohn für die Landwirtschaft und den Gartenbau ein und haben zur Frage der Zulässigkeit einer solchen Sonderreglung ein Gutachten in Auftrag gegeben“, so Nicole Spieß. Im Folgenden wies sie auch darauf hin, dass Saisonkräften – wie Festangestellten – ab der fünften Wochen nach Beschäftigungsbeginn bei Erkrankung für bis zu sechs Wochen ihr Lohn fortzuzahlen ist, sie auch an gesetzlichen Feiertagen ohne Arbeitsleistung Lohn bekommen und dass Saisonkräfte Anspruch auf bezahlten Urlaub haben: Für jeden voll gearbeiteten Monat erhalten sie 1/12 des Jahresurlaubs, das macht bei einer 6-Tage-Woche zwei Tage bezahlten Mindesturlaub je Monat. Einige bezahlte Freistellungen, bspw. beim Arztbesuch, so der Tipp der Juristin, ließen sich allerdings vertraglich ausschließen.
Arbeitskräfte über komplizierte Wege
Wie also steht es mit dem Arbeitsmarktzugang für ausländische Saisonarbeitskräfte? Für Menschen aus EU-Mitgliedstaaten ist er in allen Branchen unbeschränkt; sie sind wie deutsche Arbeitnehmer zu behandeln. Doch da nun mal der beschriebene Mangel herrscht, ist es nötig, den Arbeitsmarktzugang für Arbeitskräfte aus Drittstaaten besonders ins Auge zu fassen: „Wer darf also hier als Saisonarbeitskraft arbeiten?“, fragte die Referentin und zählte auf: „Aus Drittstaaten sind das zunächst Studierende, die eine Ferienbeschäftigung während ihren offiziellen Semesterferien im Heimatland ausüben, Staatsangehörige der Westbalkanstaaten, dazu unterbestimmten Voraussetzungen Personen aus Georgien und der Republik Moldau; außerdem geflüchtete Menschen (aus der Ukraine) und seit 2024 gibt es noch eine Regelung, die unterbestimmten Voraussetzungen eine bis zu achtmonatige Beschäftigung erlaubt, aber nicht für Erntehelfer angewendet werden darf (sog. kurzzeitige kontingentierte Beschäftigung).“ In allen Fällen ist eine Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit (BA) erforderlich.
Formalitäten und Fallen
Das klingt auf den ersten Blick zwar wenig, ist aber wenigsten ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber als Rechtsanwältin Spieß in die juristischen Details ging, waren sie wieder da, all die Formalitäten und Fallen,
Spezifika und Sonderreglungen: der Unterschied zwischen Praktikum und Ferien-Job, Altersgrenzen, die Verpflichtung zu prüfen, ob Studierende wirklich an einer akkreditierten Hochschule eingeschrieben sind. Zahlreich sind auch die Regeln für eine Beschäftigung aufgrund zwischenstaatlicher Abkommen oder für eine kurzzeitige kontingentierte Beschäftigung. Die Hürde bei der kurzzeitig kontingentierten Beschäftigung: „Saisonale Beschäftigung in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau sind ausgeschlossen!“ Hier braucht es Phantasie.
Nicht weniger kompliziert ist die Beschäftigung von Geflüchteten aus der Ukraine: „Die bedarf zwingend vor ihrer Aufnahme einer Arbeitsgenehmigung. Eine versicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung geflüchteter Menschen ist grundsätzlich nicht möglich, lediglich geringfügig entlohnte Beschäftigung.“ Um ihr Publikum nicht mit Verordnungen und Paragrafen rettungslos zu überfluten, riet Nicole Spieß abschließend: „Lassen Sie sich von ihren Verbänden unterstützen.“
Spätere Rente offensiver als Argument nutzen
In der sich anschließenden Diskussion ging es u.a. um die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die oft unzufrieden mit dem geringeren Nettolohn sind. Hier empfahl Nicole Spieß diese Arbeitskräfte deutlich auf ihre späteren Rentenansprüche hinzuweisen. 60 Versicherungsmonate seien für einen Rentenanspruch erforderlich, wobei auch Zeiten in anderen EU-Mitgliedstaaten mitzählen würden. „Ich kenne Betriebe, deren früheren Mitarbeitenden heute froh sind, dass sie in der Heimat auf ihre oft spärlichen Einkünfte noch ein kleine Rente aus Deutschland bekommen.“
Saisonkräfte erreichen, so Nicole Spieß, durch den hohen Mindestlohn schneller ihren Zielverdienst und reisen früher ab.
Saatgut ist strategische Ressource
Ernährungssicherung ► Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) fordert eine stärker auf Langfristigkeit ausgerichtete Politik. Saatgut müsse als strategische Ressource für Ernährungssicherheit und nationale Resilienz verstanden werden, betonte der Verband auf der Grünen Woche in Berlin. „Saatgut ist das wichtigste Betriebsmittel der Landwirtschaft: Ohne Samen keine Ernte“, erklärte die BDP-Vorsitzende Stephanie Franck.
Vielfalt auf dem Acker sei keine kurzfristige Krisenreaktion, sondern eine Vorsorgeleistung mit langem Vorlauf. Zwischen der ersten züchterischen Entscheidung und einer marktreifen Sorte lägen
häufig zehn bis fünfzehn Jahre. Damit diese Vorsorge wirksam sei, brauche es ein funktionierendes Innovationssystem Pflanze mit verlässlichen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Erforderlich seien langfristige Forschungs- und Innovationsförderung, ein schlüssiger, innovationsfreundlicher Rechtsrahmen sowie Planungssicherheit für die züchterische Arbeit.
Andernfalls drohe ein wiederkehrendes Krisenmanagement, etwa bei neuen Schaderregern wie der Schilf-Glasflügelzikade. Ohne politische Vorsorge sei damit zu rechnen, dass Krisen künftig häufiger auftreten und die Landwirtschaft langfristig unter Druck gerate, warnte Franck.
Eine zusätzliche Perspektive brachte die Vereinigte Hagelversicherung
VVaG ein. Schaden- und Risikodaten zeigten, dass Witterungsrisiken regional sehr unterschiedlich wirkten. Betriebliche Anpassungen allein reichten vielfach nicht mehr aus. Vielfalt bei Kulturarten und Sorten wirke risikodämpfend und stabilisierend, auch wenn sie keine absolute Sicherheit bieten könne. Aus Sicht der züchterischen Praxis betonte der stellvertretende BDP-Vorsitzende Dietmar Brauer die unternehmerische Dimension langfristiger Investitionen. Themen wie Nachbau und Patentrecht müssten kohärent zusammengedacht werden, um Innovationen zu sichern. Dass den Züchterbetrieben jährlich rund 13 Mio Euro an Nachbaugebühren entgingen, sei langfristig nicht tragbar und gefährde die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft. AgE
PERSONALIEN
KÖLLA GRUPPE
Mit frischem Elan in die Zukunft –Generationenwechsel erfolgreich vollzogen
Die KÖLLA Gruppe schlägt ein neues Kapitel auf und setzt ein starkes Zeichen für Kontinuität und Innovation: Zum Jahreswechsel wurde der Generationenwechsel in der Gesellschafterstruktur vollzogen. Zum 31. Dezember 2025 verabschiedeten sich die bisherigen Gesellschafter Georg Hoffmann, Sandra Rüegsegger und Christoph Mis aus dem Gesellschafterkreis. „Wir danken ihnen herzlich für ihre langjährige, engagierte Arbeit und ihren maßgeblichen Beitrag zum Erfolg der KÖLLA Gruppe“; heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. An ihre Stelle treten Alberto Hoffmann, Benedikt Wetterau, Florian Walther und Patric Gutknecht, die zudem gemeinsam mit Emilio Maura Martin die Geschäftsführung der KÖLLA Holding GmbH & Co. KG übernehmen. Damit wird der Weg für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung geebnet. „Wir freuen uns sehr, mit dieser Entscheidung den Generationenwechsel auch auf Ebene der Gesellschafter eingeleitet zu haben“, betont Christoph Mis. „Im Namen der bisherigen Gesellschafter gratulieren wir den neuen Gesellschaftern von Herzen und wünschen ihnen viel Erfolg für die kommenden Aufgaben.“ Die neuen Gesellschafter blicken voller Zuversicht nach vorn: „Wir sind stolz, die Verantwortung für die KÖLLA Gruppe übernehmen zu dürfen. Unser Ziel ist es, die gelebten Werte des Unternehmens zu bewahren und gleichzeitig neue Impulse für Wachstum und Innovation zu setzen – im engen Schulterschluss mit unseren Partnern entlang der gesamten Lieferkette. Für alle unsere Partner bedeutet dieser Schritt vor allem eines: Verlässlichkeit und Qualität bleiben unverändert – verbunden mit frischen Ideen und einer klaren Vision für die Zukunft.“
Foto:
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What to expect at DOGK 2026
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Partnerschaftsmodell für zukunftsträchtigen Gemüseanbau gestartet
Rewe Group | Landfrisch AG ► Im Rahmen der Grünen Woche in Berlin haben die Rewe Group, die Erzeugerorganisation Landfrisch AG und zwei ihrer Erzeuger aus Nordrhein-Westfalen einen Drei-Parteien-Vertrag geschlossen, so die Rewe Group. Dieses Modell sei im deutschen Lebensmitteleinzelhandel im Bereich O+G bislang einzigartig: Handel, Erzeugerorganisation und Landwirtschaft arbeiten noch stärker auf Augenhöhe zusammen und schaffen eine verbindliche und transparente Grundlage für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Diese gibt den Betrieben langfristig die notwendige Planungssicherheit, um in Spezialisierung und Digitalisierungsmaßnahmen zu investieren – dafür braucht es verlässliche Partner entlang der Wertschöpfungskette. Die Rewe Group hatte in der Vergangenheit bereits Drei-Parteien-Verträge für Milch- und Fleischprodukte vorgestellt. Der Obst- und Gemüseanbau zählt zu den anspruchsvollsten Bereichen der Landwirtschaft. Witterungseinflüsse, saisonale Schwankungen und hohe Qualitätsanforderungen stellen Betriebe vor große Herausforderungen. Umso wichtiger seien verlässliche, langfristige Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die neue Zusammenarbeit schaffe genau diese Verlässlichkeit und ermögliche gezielte Investitionen in Spezialisierung und digitale Innovationen, die die Betriebe nachhaltig noch zukunftsfähiger machen. Dazu zählen u.a. automatisierte Pflanz- und Erntetechnik, moderne Hackmaschinen sowie Projekte wie Hallenerweiterungen, zusätzliche Packkapazitäten und der Einsatz von Kühltechnik mit natürlichem Kältemittel.
„Als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland setzen wir mit dem neuen Drei-Parteien-Vertrag ein deutliches Signal für Transparenz, Commitment und partnerschaftliches Handeln in der Liefer-
Die Produkte wie Kohlrabi gelangen u.a. überregional in Rewe- und Penny-Märkte.
kette. Wir schaffen damit Stabilität für die Erzeuger, stärken die regionale Landwirtschaft und eröffnen Perspektiven für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Betriebe – das ist für uns ein Kernprinzip verantwortungsvollen Handelns“, sagt Marc Rademacher, Mitglied der Geschäftsleitung Einkauf der Rewe Group.
Die Preisgestaltung für die Erzeugnisse erfolge im engen Austausch zwischen den Vertragspartnern und orientiere sich an der jeweils aktuellen Marktsituation. Ziel sei es, faire und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Planungssicherheit geben und die Weiterentwicklung der Betriebe fördern.
„Als Erzeugerorganisation sehen wir in dieser Kooperation einen wichtigen Schritt hin zu einer langfristigen Partnerschaft, die auf Vertrauen, Verlässlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung basiert.
Unser Ziel ist es, die regionale und deutsche Produktion entlang der Wertschöpfungskette nachhaltig zu stärken und gemeinsam Lösungen zu schaffen, die wirtschaftlich tragfähig sind und gleichzeitig Qualität und Nachhaltigkeit weiterentwickeln”, so Johannes von Eerde, Mitglied des Vorstandes der Landfrisch AG.
Wichtiges Signal für die Zukunft
Landfrisch vertritt insgesamt 65 Erzeugerbetriebe in Deutschland, die auf einer Fläche von über 3000 ha im Freilandanbau und rund 110 ha im Gewächshausanbau produzieren. Die Organisation bündele die Obst- und Gemüseerzeugnisse ihrer Mitglieder für die Vermarktung und übernimmt zentrale Leistungen wie Verpackung, Lagerung und Logistik – mit einem klaren Fokus auf Regionalität und Nachhaltig-
Foto: vaitekune/AdobeStock
keit. Zu den Haupterzeugnissen der teilnehmenden Erzeugerbetriebe BT Gemüse und Stoffers zählen u.a. Kopfsalat, Eisbergsalat, Kohlrabi, Pak Choi, Mini-Romana-Salat, Grünkohl und Spitzkohl. Die Produkte gelangen u.a. überregional in Rewe- und Penny-Märkte. BT Gemüse und Stoffers investieren im Zuge der Partnerschaft gezielt in innovative Maßnahmen zur langfristigen Weiterentwicklung ihrer Betriebe.
Für Heinz Stoffers (Stoffers Gemüseanbau) ist die neue Partnerschaft ein bedeutender Schritt: „Diese Drei-Parteien-Kooperation gibt uns die Chance, unsere Planungssicherheit deutlich zu erhöhen – bei Anbau, Mengen und Qualitäten. Gleichzeitig schaffen wir eine verlässliche Basis für Absatz und Investitionen. Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunft des deutschen Gemüseanbaus.“ Auch BT Gemüse sieht darin ein star-
kes Zeichen: „Wir freuen uns sehr über dieses klare Bekenntnis zur deutschen Landwirtschaft und zu regionalen Produkten. Solche langfristigen Partnerschaften schaffen Vertrauen, Stabilität und Perspektive – und genau das brauchen unsere Betriebe heute mehr denn je.“ Grundlage der Zusammenarbeit sei eine langfristige Vertragslaufzeit von zunächst fünf Jahren. Das
mehrjährige Kooperationsmodell mit verbindlichen Abnahmegarantien sorge für eine ausgewogene Risikoverteilung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig ermögliche es eine präzisere und effizientere Produktionsund Verarbeitungsplanung, schaffe mehr Transparenz in der Preisgestaltung und trage damit zu stabileren Verbraucherpreisen bei.
Grünkohl gehört zu den Haupterzeugnissen der teilnehmenden Erzeugerbetriebe.
Jedes Produkt wird hinsichtlich folgender Eigenschaften klassifiziert: Herkunft, Beschreibung, Sorten, Qualitätsmerkmale, Geschmack, Lieferländer, Ernte, Nacherntebehandlung, Lagerung, Lager- und Transportschäden, Inhaltsstoffe und Vermarktungsnormen.
Unter der genannten Website finden Sie eine Auflistung aller Produkte, die vorgestellt werden.
Foto: HOEFFEL/AdobeStock
Band 1 (2024)
Band 2 (2025)
Signal des Aufbruchs: Aus GFI wird der Bundesverband der Frischemärkte BDF
BDF | Bundesverband der Frischemärkte ► Neues Jahr, neuer Name: 2026 gibt es nicht nur Grund zum Feiern. Die Märkte wollen auch sichtbarer werden, die Frage nach der Relevanz hat sich bereits verändert. Was das für die Zukunft und weitere Vorgehensweise bedeutet, darüber hat das Fruchthandel Magazin mit dem Vorstand des BDF gesprochen.
Christine Weiser und Frank Willhausen
Mit dem 25-jährigen Verbandsjubiläum, der Umbenennung von GFI auf BDF, dem Messauftritt und der 9. FRUCTINALE in neuer Location starten die Frischemärkte fulminant in das Jahr 2026. Worauf darf sich die Frischebranche konkret freuen?
Uwe Kluge, Geschäftsführer Duisburg Kontor GmbH und Vorstandsvorsitzender BDF Bundesverband der Frischemärkte e.V.: Unser Jubiläum markiert einen bedeutenden Meilenstein und würdigt das große Engagement unserer Mitglieder und Partner. Nach einem Vierteljahrhundert erfolgreicher Verbandsarbeit vertreten wir heute die 17 wichtigsten Frischegroßmärkte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Norditalien sowie rund 500 urbane Wochenmärkte in den Metropolregionen Deutschlands. Wir blicken mit Dankbarkeit und Stolz auf diese dynamische Entwicklung unserer Gemeinschaft. Gleichzeitig läuten wir eine neue Ära ein. Mit dem neuen, prägnanten Namen BDF –Bundesverband der Frischemärkte, einem neuen zeitgemäßen Auftritt und dem Claim „Märkte bewegen“ setzen wir ein klares Zeichen in der Kommunikation und verstär-
Der BDF-Vorstand (v.l.): Rolf Strobel, Uwe Kluge (Vorsitz), Eliane Steinmeyer, Thomas Lehmann und Jörn Böttcher
ken unsere Präsenz bei allen relevanten Zielgruppen. Wir feiern unser Jubiläum mit einer Spezialausgabe unseres Branchen-Events FRUCTINALE am Abend des 5. Februar 2026 in einer neuen Event-Location, dem DEEP, der spektakulären Säulenkathedrale unter der ehemaligen BötzowBrauerei an der Prenzlauer Allee. Wie immer bringen wir über 250 Gäste aus Branche, Politik und Medien zusammen. Sie können sich auf viele FRUCTINALE-Highlights freuen, darunter stimmungsvolle Show-Acts und die traditionelle Buddybären-Preisverleihung an verdiente Akteurinnen und Akteure der Frischebranche.
Mit Blick auf die kommenden Jahre: Welche Prioritäten setzt
der BDF mittel- und langfristig? In welchen Bereichen sehen Sie den größten Handlungsbedarf – und wo liegen die größten Chancen?
U. Kluge: Mit der Umbenennung in den BDF Bundesverband der Frischemärkte unterstreichen wir unsere zukünftige Ausrichtung und unser erweitertes Engagement, die Bedeutung der Märkte noch sichtbarer zu machen und weiter zu stärken. Unsere Märkte sind weit mehr als Orte des Handels. Sie sind das Herz lebendiger Städte, starke Impulsgeber regionaler Wertschöpfung und tragende Säulen einer nachhaltigen, krisenfesten Nahversorgung. Diese wirtschaftliche, kulturelle, soziale und ernährungspolitische Rolle unserer Märkte ist heute größer denn je – und bietet zugleich noch viel Potenzial für
Foto:
BDF
zusätzliche Aufmerksamkeit und Anerkennung. Unsere Rolle wollen wir künftig noch deutlicher herausstellen und gemeinsam mit Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit weiterentwickeln. Denn ein starkes Netzwerk von Frischemärkten bedeutet Lebensqualität, Versorgungssicherheit und Zukunftsfähigkeit für unsere Städte.
Die Großmärkte gelten als unverzichtbare Drehscheiben der Frischeversorgung. Hat sich an den zentralen Herausforderungen ihrer Daseinsberechtigung in den vergangenen Jahren etwas verändert – sind neue hinzugekommen oder hat sich die Lage in bestimmten Bereichen sogar entspannt?
Jörn Böttcher, Geschäftsführer GROSSMARKT HANNOVER GMBH und Vorstandsmitglied BDF Bundesverband der Frischemärkte
e.V.: Ja, die Herausforderungen haben sich verändert – aber nicht im Sinne einer Schwächung unserer Rolle, sondern im Gegenteil: Sie ist heute klarer definiert als noch vor einigen Jahren. Die grundlegende Daseinsberechtigung der Großmärkte steht 2026 weniger zur Debatte als früher. Spätestens die Krisen der vergangenen Jahre – Pandemie, Lieferkettenstörungen, Energieprei-
se, Klimarisiken – haben gezeigt, wie unverzichtbar leistungsfähige, regionale Frische-Drehscheiben sind. Gleichzeitig sind die Anforderungen deutlich gestiegen. Früher wurde unsere Existenz vor allem über Volumen, Fläche und Preis diskutiert. Heute geht es um Systemrelevanz: Versorgungssicherheit, Resilienz, Vielfalt, Schnelligkeit und Nähe zum Markt. Das ist
Ein starkes Netzwerk von Frischemärkten schafft Lebensqualität, Versorgungssicherheit und eine zukunftsfähige Stadt.
Märkte bewegen.
Wochenmärkte, Markthallen und Großmärkte sind mehr als Orte des Handels – sie sind das Herz pulsierender Städte, Nahversorger und grüne Motoren regionaler Wertschöpfung. Der Bundesverband der Frischemärkte setzt sich dafür ein, dass dieses lebendige Netz erhalten und gestärkt wird – für florierende Innenstädte, nachhaltige Ernährung sowie eine krisenfeste Versorgung.
Mehr erfahren: www.bundesverband-frischemaerkte.de
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HALLE 21
STAND E-60
Wochenmärkte
bieten etwas, das OnlinePlattformen nicht ersetzen können.
anspruchsvoller – aber es spielt den Stärken der Großmärkte in die Hände. Neue Herausforderungen sind ohne Frage hinzugekommen. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Fachkräftemangel und steigende regulatorische Anforderungen verlangen von Betreibern mehr strategisches Denken als je zuvor. Großmärkte sind heute nicht mehr nur Infrastrukturverwalter, sondern aktive Gestalter komplexer Ökosysteme. Das ist eine Rolle, die Investitionen, Mut und Wandel erfordert. Entspannt hat sich dagegen die Frage nach unserer Relevanz. Während alternative Vertriebsmodelle lange als Bedrohung wahrgenommen wurden, zeigt sich inzwischen: Direktvermarktung, Plattformen oder regionale Konzepte ersetzen den Großmarkt nicht – sie ergänzen ihn. Der Großmarkt bleibt der einzige Ort, an dem Angebotsvielfalt, Wettbewerb, Verfügbarkeit und persönliche Handelsbeziehungen in dieser Dichte zusammenkommen. Was sich ebenfalls positiv verändert hat, ist die Wahrnehmung in Politik und Öffentlichkeit. Großmärkte werden heute stärker als kritische Infrastruktur verstanden, insbesondere in Ballungsräumen. Diese Anerkennung ist kein Selbstzweck, sondern eine wichtige Voraussetzung, um langfristig in moderne, nachhalti-
ge und leistungsfähige Standorte investieren zu können. Unser Fazit aus Betreibersicht ist klar: Die Herausforderungen sind komplexer geworden, aber sie bestätigen die Rolle der Großmärkte, statt sie infrage zu stellen. Wer Frische, Versorgungssicherheit und Vielfalt ernst nimmt, kommt an leistungsfähigen Großmärkten nicht vorbei. 2026 sind Großmärkte weniger Relikt der Vergangenheit als Plattformen der Zukunft – wirtschaftlich, gesellschaftlich und logistisch.
Bei Themen wie Logistik oder Infrastruktur suchen die Großmärkte zunehmend das Gespräch mit der Politik. Wie gestaltet sich aktuell dieser Austausch? Erfahren die Großmärkte ausreichend Verständnis für ihre Bedeutung innerhalb der Versorgungskette? Eliane Steinmeyer, Geschäftsführerin Großmarkt Obst, Gemüse und Blumen, Hamburg, Vorstandsmitglied BDF Bundesverband der Frischemärkte e.V. und Board of Directors WUWM World Union of Wholesale Markets: Großmärkte leisten einen zentralen Beitrag zu gesunden, resilienten und nachhaltigen Ernährungssystemen sowie zur Versorgungssicherheit. In den letzten Jahren hat es auf allen politischen Ebenen positive Entwicklungen gegeben, die dieses
Potential von Großmärkten erkennen und vergrößern. Auf EU-Ebene hat das Europaparlament im Jahre 2023 diese Bedeutung von Großmärkten erkannt. Im Rahmen der Resolution ‚Gewährleistung der Ernährungssicherheit und der langfristigen Widerstandsfähigkeit der EU-Landwirtschaft‘ wurden Forderungen an die europäischen Institutionen für die zukünftige Stärkung und Investitionen in Großmärkte gestellt. Dies war ein großer Erfolg für uns alle. Dass diese Bewegung in die europäische Politik gekommen ist, haben wir vor allem unseren Kollegen von der WUWM, dem Weltverband der Großmärkte und Wochenmärkte, zu verdanken. Seit vergangenem Jahr sind wir auch auf der bundespolitischen Agenda. Mit den Beschlüssen der Verbraucherschutzkonferenz und der Agrarministerkonferenz wurde die Bedeutung der Institution Großmarkt festgestellt. Im nächsten Schritt wird es um den Ausbau der Förderung unserer Märkte gehen, denn wer Frischezentren stärkt, stärkt regionale Wertschöpfungsketten, Klimaschutz und soziale Verantwortung zugleich.
Der Fach- und Saisonarbeitskräftemangel belastet die gesamte Branche. Wie stellt sich die Situation speziell für Großmärkte dar – sowohl im operativen Bereich als auch in der qualifizierten Belegschaft? Und welche Rolle kann bzw. sollte Künstliche Intelligenz künftig bei der Personalentlastung oder Prozessoptimierung übernehmen?
Rolf Strobel, Geschäftsführer Frischezentrum Essen GmbH und Vorstandsmitglied BDF Bundesverband der Frischemärkte e.V.: Der Arbeits- und Fachkräftemangel ist für Großmärkte in Deutschland deutlich spürbar – und zwar auf mehreren Ebenen. Im operativen Bereich, etwa in Logistik, Kommissionierung, Lager, Transport oder Marktservice, konkurrieren Großmärkte direkt mit dem Einzelhandel, der Paketlogistik und zunehmend auch mit Quick-Commerce-Anbie-
tern. Saisonale Spitzen, sehr frühe Arbeitszeiten und körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten erschweren zusätzlich die Personalgewinnung und -bindung. Noch kritischer ist die Situation bei qualifizierten Fachkräften: Kaufleute mit Warenkenntnis, Einkäufer, Qualitätsmanager, IT- und Prozessspezialisten oder Führungskräfte mit Marktund Frischekompetenz sind rar. Viele erfahrene Beschäftigte gehen altersbedingt in den Ruhestand, während der Nachwuchs häufig andere Karrierewege bevorzugt. Das spezifische Know-how der Großmärkte – Schnittstelle zwischen Erzeugung, Handel, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung – ist jedoch nicht kurzfristig ersetzbar. Künstliche Intelligenz kann hier ein wichtiger Hebel sein, aber sie ist kein Ersatz für Menschen, sondern ein Instrument zur Entlastung und Effizienzsteigerung. Konkrete Ein-
satzfelder sind z.B.:
• Bedarfs- und Absatzprognosen, um Überbestände und manuelle Planungsaufwände zu reduzieren,
• Optimierung von Logistik- und Kommissionierprozessen, etwa durch intelligente Tourenplanung oder Lagersteuerung,
• Automatisierte Qualitäts- und Preisanalyse, um Fachkräfte von Routinetätigkeiten zu entlasten,
• Unterstützung im Personalmanagement, z. B. bei Schichtplanung oder Qualifizierungsbedarf. Wichtig ist dabei, KI praxisnah einzusetzen und die Beschäftigten mitzunehmen. Großmärkte können durch den gezielten Einsatz digitaler Technologien Arbeitsplätze attraktiver machen, Produktivität steigern und Fachkräfte dort einsetzen, wo menschliche Erfahrung und Beziehungspflege unverzichtbar sind.
Immer mehr Verbraucher bestel -
len Lebensmittel über Plattformen wie Picnic oder Flink. Welche Zukunftsperspektive haben vor diesem Hintergrund traditionelle
FRUCHTHOF BERLIN
FRUCHTHOF BERLIN
Das Handelszentrum für
Frische
Das Handelszentrum für Frische
Hier finden Sie neben frischem Obst und Gemüse ein breites Sortiment an Lebensmitteln wie Feinkost und Molkereiprodukte sowie internationale Spezialitäten, Weine und Getränke.
Hier finden Sie neben frischem Obst und Gemüse ein breites Sortiment an Lebensmitteln wie Feinkost und Molkereiprodukten sowie internationale Spezialitäten, Weine und Getränke.
stehen für Frischeerlebnis, Vertrauen, Regionalität und persönliche Beratung.
Wochenmärkte? Was muss getan werden, damit Wochenmärkte für jüngere Zielgruppen attraktiv bleiben oder wieder werden?
Thomas Lehmann, Geschäftsführer Märkte Stuttgart GmbH und Vorstandsmitglied BDF Bundesverband der Frischemärkte e.V.: Online-Lebensmitteldienste verändern das Einkaufsverhalten, insbesondere in urbanen Räumen. Sie punkten mit Bequemlichkeit, Geschwindigkeit und digitaler Nutzererfahrung. Dennoch haben traditionelle Wochenmärkte auch künftig eine klare Daseinsberechtigung – gerade aus Sicht der Großmärkte, die als zentrale Versorgungs- und Umschlagplätze eng mit ihnen verbunden sind. Wochenmärkte bieten etwas, das Online-Plattformen nicht ersetzen können: Frischeerlebnis, Vertrauen, Regionalität und persönliche Beratung. Sie sind Orte der Begegnung, der kulinarischen Inspiration und der Transparenz über Herkunft und Qualität der Produkte. Diese Stärken müssen jedoch aktiv weiterentwickelt werden. Um für jüngere Zielgruppen attraktiv – oder „hip“ – zu bleiben, braucht es mehrere Ansatzpunkte:
• Modernere Marktauftritte: ansprechende Stände, klare Sortimentsprofile, Storytelling zu Herkunft, Erzeugern und Nachhaltigkeit,
• Digitale Extras: Social Media, Vorbestell- oder Click-&-Collect-
Modelle, bargeldloses Bezahlen,
• Erlebnis statt reiner Versorgung: Streetfood, Verkostungen, Kooperationen mit Gastronomie, Events oder Themenmärkte,
• Preis- und Angebotsklarheit, um das Vorurteil zu entkräften, Wochenmärkte seien grundsätzlich teurer.
Großmärkte können hierbei eine wichtige Rolle spielen, indem sie Händler logistisch unterstützen, regionale Erzeuger bündeln, Sortimente weiterentwickeln und als Innovationspartner fungieren. Die Zukunft der Wochenmärkte liegt nicht im Wettbewerb mit Online-Diensten über Geschwindigkeit, sondern in der bewussten Positionierung als authentische, frische und erlebnisorientierte Alternative. Wenn das gelingt, bleiben Wochenmärkte auch in einer digitalisierten Lebensmittelwelt relevant.
Sowohl für Innovation als auch für politische Positionierungen gewinnt der internationale Austausch an Bedeutung. Welche Rolle spielen internationale Kooperationen und gemeinsame Projekte für die Weiterentwicklung der Großmärkte und des BDFs insgesamt?
E. Steinmeyer: Die Vernetzung der Großmärke auf nationaler und internationaler Ebene ist für Großmärkte von großer Bedeutung. Da-
bei geht es zum einen natürlich um den Erfahrungsaustausch in allen Bereichen eines Großmarktbetriebes und dessen Weiterentwicklung. Durch die Gespräche, Präsentationen und Diskussionen sowohl innerhalb des BDF als auch auf den Konferenzen der WUWM, findet man immer einen Gesprächspartner, mit dem man sich austauschen kann. Die WUWM hat hierfür auf ihrer neuen Website einen eigenen Chatkanal eingerichtet, der unsere Mitglieder weltweit noch enger verbindet. Auf der anderen Seite gelingt es den Großmärkten immer besser ihre Bedeutung deutlich zu machen. Auf nationaler Ebene waren die deutschen Großmärkte Thema sowohl in der Verbraucherschutzministerkonferenz als auch in der Agrarministerkonferenz. International arbeitet die WUWM eng mit der FAO und der EU zusammen. Dabei geht es nicht nur darum uns und unsere Leistungen bekannter zu machen, sondern auch um konkrete Maßnahmen, zum Beispiel zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung. Großmärkte sind vielmehr als eine Handelsplattform, sie sind ein wesentlicher Garant für die Versorgungssicherheit in ihren jeweiligen Regionen.
Halle 21, Stand E-60
Eine Frage des Miteinanders, guter Strategien und einer kleinen Portion Glück
BDF | Interview ► Die Herausforderungen sind zahlreich, die Themen vielseitig, aber das Engagement ungetrübt. Die Deutschen Frischemärkte blicken zurück auf ein bewegtes Jahr 2025, und mit Tatkraft, Optimismus und konkreten Plänen für die Zukunft auch voraus.
Christine Weiser und Frank Willhausen
Wie fällt Ihr Zwischenfazit für 2025 aus – und wohin steuert ihr Markt 2026?
Petra Cardinal, Berliner Großmarkt GmbH: Für die Berliner Großmarkt GmbH (BGM) war 2025 ein wichtiges Jahr der Weichenstellungen. Gemeinsam mit dem Gesellschafter – dem Land Berlin – und dem Aufsichtsrat wurden die ersten konkreten Sanierungsund Neubaumaßnahmen für zwei Hallen im Rahmen der geplanten Gesamtmodernisierung des Geländes beschlossen. Die entsprechenden Bauplanungsmaßnahmen haben bereits begonnen. Zu diesem Zweck hat sich die BGM auch personell weiter verstärkt und vor allem ihre In-House-Expertise bezüglich Gewerbeimmobilien-Projektentwicklung und technischer Instandhaltung aufgestockt. Das Vermietungsgeschäft lief 2025 weiter stabil. Auf dem Großmarkt herrscht Vollvermietung und die Nachfrage nach Flächen von interessierten Händlern ist weiterhin groß. Im Jahr 2026 wird es vor allem darum gehen, die Sanierung und Modernisierung des Geländes weiter voranzubringen.
Nils Doerwald, Fruchthof Berlin Verwaltungsgenossenschaft eG: 2025 war für unsere Händlerinnen und Händler und damit auch für uns ein anspruchsvolles Jahr, geprägt von hohen Kosten und einem veränderten Konsumverhalten, das unsere Händler genauso getroffen hat, wie beispielsweise die Berliner Gastronomieszene. Gleichzeitig hat sich gezeigt, wie belastbar und anpassungsfähig unser Standort ist.
Für 2026 erwarten wir eine Fortsetzung dieses Trends und bauen darauf, dass sich die hier ansässigen Unternehmen auch in Zukunft auf die wirtschaftliche Situation einstellen werden. Andererseits konnten wir freigewordene Flächen sofort neu vermieten und damit neue Impulse für unsere Kunden setzen. Daher gilt für uns in der Verwaltung: Der Fruchthof bleibt auch in 2026 ein zentraler Versorgungsanker für Berlin.
Lars Jansen, Bereichsleiter Großmarkt Bremen M3B GmbH: Wir sind weiterhin fast voll ausgelastet und die Nachfrage nach Mietflächen ist groß. Somit sind wir mit der Vermietungssituation generell zufrieden. Wie uns berichtet wird, war das Jahr für die Händler jedoch durchwachsen. Bei den Endkunden
ist eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren und die Gewinnung von qualifiziertem Personal ist für die Händler weiterhin eine große Herausforderung. Es bedarf nun positiver Signale aus der Politik, die die Konsumlaune der Menschen wieder anregt.
Uwe Kluge, Duisburg Kontor GmbH: Unser Zwischenfazit für 2025 fällt insgesamt positiv aus. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds sind unsere Einnahmen stabil geblieben. Das gibt uns die notwendige Planungssicherheit, um gezielt in die Zukunft zu investieren. Ein Beispiel dafür ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit Elektroladesäulen, um den Großmarkt Schritt für Schritt auf neue Mobilitätsanforderungen auszurichten.
Außenansicht Großmarkt Bremen
Foto: Großmarkt
Bremen
Der Großmarkt
Bremen ist fast voll ausgelastet und die Nachfrage nach Mietflächen ist groß.
Rolf Strobel, Frischezentrum Essen GmbH: 2025 gab es im Frischezentrum Essen keine Veränderung der Mieterstruktur, die Händler berichten von einem durchwachsenen Geschäftsjahresverlauf. Für 2026 wird es darauf ankommen, ausreichend Umsätze/Erträge zu generieren, um die für alle steigenden Kosten decken zu können.
Silke Pfeffer, Frischezentrum Frankfurt am Main Großmarkt
GmbH: Erfreulicherweise konnte das Frischezentrum Frankfurt/ Main auch im Jahr 2025 durchgehend eine Vermietungsquote auf allen Flächen von 100 % erreichen. Die Gremien und die Geschäftsführung sind mit dem Jahresergebnis sehr zufrieden. Natürlich erreicht
die Eintrübung der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland auch das Frischezentrum in Frankfurt, dennoch gehen wir in das Jahr 2026 mit Tatkraft und Optimismus.
Eliane Steinmeyer, Großmarkt Obst, Gemüse und Blumen, Hamburg: Das Fazit für 2025 ist durchwachsen: die Wirtschaftskrise macht sich auch auf dem Großmarkt bemerkbar, insbesondere für die kleineren Händlerbetriebe. Leider hatten wir in Hamburg mehrere Händlerabgänge. Wir können freiwerdende Flächen zwar immer noch neu vermieten, aber die bisherigen Wartelisten für Handelsflächen sind geschrumpft. Lieferservices haben bereits in den Vorjahren eine wichtige Rolle gespielt und werden in Zukunft noch
weiter an Bedeutung gewinnen. Erfreulich werten wir die Signale aus der Politik im Hinblick auf den Bürokratieabbau, insbesondere im Hinblick auf das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.
Jörn Böttcher, GROSSMARKT HANNOVER GMBH: 2025 war für den GROSSMARKT HANNOVER ein ausgesprochen solides und erfolgreiches Jahr. Wir erleben eine konstant hohe Nachfrage, stabile Handelsstrukturen und vor allem einen sehr dynamischen Generationswechsel bei unseren ansässigen Händlern. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer bringen neue Ideen, moderne Arbeitsweisen und viel Engagement mit – das sorgt für frische Impulse und eine spürbare Aufbruchstimmung am Standort. Der Blick nach vorn ist entsprechend optimistisch. Für 2026 haben wir uns viel vorgenommen: Geplant sind umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur, darunter die komplette Erneuerung der Frisch- und Löschwasseranlagen sowie die Modernisierung einer großen Anzahl von Toren. Diese Maßnahmen sind kein Selbstzweck, sondern schaffen die Grundlage für mehr Effizienz im täglichen Betrieb und eine nachhaltige Entwicklung des Standorts. Unser Ziel ist klar: Der GROSSMARKT HANNOVER soll auch künftig ein leistungsfähiger, moderner und attraktiver Handelsplatz für frische Produkte bleiben.
Petra Cardinal, Geschäftsführerin Berliner Großmarkt GmbH
Foto: Berliner Großmarkt GmbH
Lars Jansen, Bereichsleiter Großmarkt Bremen M3B GmbH
Nils Doerwald, Vorstand Fruchthof Berlin Verwaltungsgenossenschaft eG
Foto: Fruchthof Berlin
Stefan Kampa, Großmarkt Mannheim GmbH: 2025 war ein unauffälliges, eher durchschnittliches Wirtschaftsjahr. Die Fluktuation bei den Kleinbetrieben war im Normbereich. Die Kosten für externe Dienstleistungen wie Bewachung, Pfortendienste, Reinigung und Müllentsorgung steigen seit Jahren überproportional wegen der angepassten Mindestlöhne. Ab 2026 setzen wir einen 3-Jahresplan zur Modernisierung des Großmarktes um, einhergehend mit der Realisierung des Expansionswunsches zweier Ankermieter. Allgemein stellen wir bei kleineren Betrieben die Spezialisierung auf Nischenprodukte (Datteln, Oliven, Nüsse, mediterrane Spezialitäten) fest. Mittlere und Großbetriebe kompensieren eher den Wegfall kleinerer Wettbewerber.
Kira Weißbach, Märkte Landeshauptstadt München: Der Großmarkt München verzeichnet weitestgehend stabile Einfuhren. Allerdings ist erkennbar, dass alteingesessene Firmen mangels Nachfolge kündigen.
Thomas Lehmann, Märkte Stuttgart GmbH: Die wirtschaftliche Gesamtlage spiegelt sich auch im Geschäft des Großmarktes in Stuttgart wider. In 2025 hat der Großmarkt eine reduzierte Wareneinbringung von ca. 3 % zu verzeichnen. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass dieser Trend im Jahr 2026 anhalten wird. Immer mehr steht das Thema der Logistik, der Transportkosten und damit der Preis der Ware im Vordergrund. Somit ist das Großmarktgeschäft nicht mehr nur der Handel sondern auch eine logistische Herausforderung. Damit müssen sich die Großmärkte in den nächsten Jahren auseinandersetzen.
Auch für die Großmärkte steigen die Kosten deutlich. Wie gelingt es Ihnen, unter diesen Rahmenbedingungen wirtschaftlich stabil zu bleiben?
P. Cardinal: So lange die Nachfrage
an Mietflächen und die Mieteinnahmen stabil bleiben, kann die BGM weiter ihrem Zweck nachkommen, den Großmarkt zu betreiben und zu ertüchtigen. Das gelingt aus einer Kombination, einerseits enge Kommunikation mit unseren großen Bestandsmietern zu pflegen, um frühzeitig auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können, und andererseits Veränderungen in der Nachfrage nach Flächen genauestens zu be
obachten und uns darauf anzupassen. So nehmen wir eine steigende Flächennachfrage hin zu verarbeitenden Unternehmen der Lebensmittelbranche wahr.
N. Doerwald: Wir spüren die Kostensteigerungen an allen Ecken: Insbesondere bei den Heizkosten und der Instandhaltung. Unsere Antwort darauf ist nicht der reflexhafte Rotstift, oder die Weiter-
Wholesale Market Hanover – Your Fresh Gateway to the World! Where traders, producers and taste meet. Wo Händler, Produzenten und Genuss zusammenkommen.
Foto: Duisburg Kontor GmbH
Uwe Kluge, Geschäftsführer Duisburg Kontor GmbH und Vorstandsvorsitzender BDF Bundesverband der Frischemärkte e.V.
Foto: Frischezentrum Essen GmbH
Rolf Strobel, Geschäftsführer
Frischezentrum Essen GmbH und Vorstandsmitglied BDF Bundesverband der Frischemärkte e.V.
Foto: Frischezentrum Frankfurt am Main Großmarkt GmbH
Silke Pfeffer, Geschäftsführerin
Frischezentrum Frankfurt am Main Großmarkt GmbH
gabe der Kosten an unsere Händler, sondern eine klare Priorisierung: Was stärkt den Standort, was stärkt unsere Händler und was kann den Kostendruck schmälern? Konkret heißt das: Wir prüfen sehr genau, welche Investitionen uns welchen Nutzen bringen und investieren gezielt dort, wo sich Effizienzgewinne dauerhaft einstellen. Gleichzeitig achten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten darauf, die Belastungen für unsere Händlerinnen und Händler so planbar und transparent wie möglich zu halten. Stabilität entsteht für uns aus Verlässlichkeit, guter Vorbereitung und einem sehr engen Austausch mit den am Standort tätigen Unternehmen. Allerdings gibt es auch Kosten auf die wir nur einen sehr geringen Einfluss haben.
L. Jansen: Die Basis bildet die kontinuierlich gute Auslastung der Mietflächen. Zudem gilt es die Kosten bzw. Kostensteigerungen gering zu halten und die Effizienz weiter zu erhöhen. Die Investitionen der vergangenen Jahre zahlen sich dabei aus, sodass z.B. die Kostensteigerungen für Energie nicht voll durchschlagen. Im vergangenen Jahr haben wir auch eine neue Gebäudeleittechnik in Betrieb genommen, die uns hilft, weitere Potenziale zu erschließen.
U. Kluge: Steigende Kosten begleiten uns auf vielen Ebenen. Entscheidend für unsere wirtschaftliche Stabilität sind dabei zwei Faktoren: eine möglichst hohe Vollauslastung unserer Mietflächen und eine bewusst schlank gehaltene Verwaltung. Wir setzen auf effiziente Strukturen, kurze Entscheidungswege und eine enge Abstimmung mit unseren Mietern. So schaffen wir ein Umfeld, das sowohl für uns als Betreiber als auch für die ansässigen Unternehmen wirtschaftlich tragfähig bleibt.
S. Pfeffer: Unter Berücksichtigung steigender Verbraucherpreisindizes ist es nur eingeschränkt möglich, die Kosten stabil zu halten. Die Energieeffizienz wurde durch Umstellung der Beleuchtung auf LED und die Installation einer Wärmerückgewinnung verbessert. Preiserhöhungen werden über die Mietnebenkosten an die Mieter weitergegeben. Wirtschaftliches Auf und Nieder gab es in der Historie immer. Es ist natürlich eine Frage des Miteinanders aller Player, guter Strategien und vielleicht auch einer kleinen Portion Glück, wie gut oder schlecht man Krisen bewältigt.
E. Steinmeyer: Leider bleiben auch wir nicht von Kostensteigerungen verschont, insbesondere im Bereich von personalintensiven Dienstleistungen und Bauleistungen. Wir haben daher die Nutzungsentgelte anheben müssen, durchschnittlich um knapp 3 %.
J. Böttcher: Die steigenden Kosten sind natürlich auch für uns eine große Herausforderung. Entscheidend ist deshalb ein klarer unternehmerischer Ansatz, der auf mehreren Säulen basiert. Zum einen setzen wir gezielt auf die Generierung zusätzlicher Einnahmen – etwa durch die Weiterentwicklung unserer Vermietungskonzepte und eine noch bessere Nutzung der vorhandenen Flächen. Zum anderen prüfen wir laufend unsere Prozesse, um im Betrieb effizienter zu werden und Kosten dort zu reduzieren, wo es sinnvoll und verantwortbar ist. Diese Kombination aus Einnahmenstärkung und Kostenbewusstsein ermöglicht es uns, wirtschaftlich stabil zu bleiben und gleichzeitig weiter in Qualität, Service und Inf-
R. Strobel: Die stark steigenden Kosten betreffen ebenso unseren Großmarkt. Wir haben den Vorteil in Essen, dass unsere Verwaltung für mehrere Unternehmen tätig ist, so dass das Frischezentrum Essen auch nur anteilige Verwaltungskosten zugeordnet bekommt. Die Unterhaltskosten für die Immobilien, insbesondere Handwerkerleistungen sowie gestiegene kommunale Abgaben, müssen über die Mieten erwirtschaftet werden.
rastruktur zu investieren. Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld ist es wichtig, nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten – davon profitieren am Ende auch unsere Händler.
S. Kampa: Wir versuchen eine Kostenstraffung in den Bereichen Bewachung, Pforte, Reinigung zu erreichen, u.a. durch Beteiligung an konzernweiten Ausschreibungen und teilweiser Eigenleistung. Des Weiteren wollen wir durch effizientere Kontrollen die Einlassentgelte optimieren und neue Einnahmen durch Erweiterungswünsche zweier Ankermieter generieren.
K. Weißbach: Die Märkte München planen für 2027 eine moderate Gebührenerhöhung, um der Inflation und den gestiegenen Kosten entgegenzuwirken.
T. Lehmann: Die Nutzungsgebühren für die Händler auf den Großmärkten können wir nicht unendlich erhöhen, deshalb müssen wir auf der Seite der Kosten intelligente Lösungen finden, um Kosten zu reduzieren, beispielsweise durch
Einsatz von KI-unterstützten Programmen und Energiemanagementprogrammen.
Bio und Regionalität gelten weiterhin als wichtig – doch am PoS greifen viele Kunden zu günsti -
Der Großmarkt München verzeichnet weitestgehend stabile Einfuhren.
Foto: Märkte Landeshauptstadt München
Foto: Großmarkt Hamburg
Eliane Steinmeyer, Geschäftsführerin
Großmarkt Obst, Gemüse und Blumen, Hamburg, Vorstandsmitglied BDF Bundesverband der Frischemärkte e.V. und Board of Directors WUWM World Union of Wholesale Markets
Foto: Großmarkt Mannheim GmbH
Stefan Kampa, Geschäftsführer
Großmarkt Mannheim GmbH
GmbH
Foto:
Jörn Böttcher, Geschäftsführer GROSSMARKT HANNOVER GmbH und Vorstandsmitglied BDF Bundesverband der Frischemärkte e.V.
Kira Weißbach, Leiterin Märkte Landeshauptstadt München
geren Importprodukten. Wie interpretieren Sie diesen Widerspruch, und welchen Stellenwert werden Bio- und Regionalprodukte künftig tatsächlich haben?
P. Cardinal: In einer Stadt wie Berlin ist das gastronomische Angebot sehr groß und breit. Auch wenn beim Privateinkauf derzeit niedrige Kosten wieder eine höhere Priorität genießen als Bio und Regionalität, so sind diese qualitativen Kriterien in Gastronomien und für Restaurant-Kunden weiterhin von großer Bedeutung. Großmärkte können dann überleben, wenn sie Gastronomie-Kunden die beste Qualität und Flexibilität liefern.
N. Doerwald: Wir sehen hier weniger einen Widerspruch als eine Realität, die viele Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell beschäftigt: Der Wunsch nach Bio ist groß, aber die Preis- und Alltagssituation führt oft zu pragmatischen und daher kostengünstigeren Entscheidungen. Langfristig werden Bio und Regionalität weiter an Bedeutung gewinnen – nicht nur aus emotionalen Gründen, sondern auch aus Gründen der Versorgungssicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit. Aus diesem Grund arbeiten wir an einem Konzept für eine digitale Lösung, die die Transparenz zwischen regionalen Erzeugern und unseren Großhändlern erhöht und somit die Informationslücke zwischen Angebot und Nachfrage schließt. Ziel
Foto: Märkte Stuttgart GmbH
Thomas Lehmann, Geschäftsführer Märkte Stuttgart GmbH und Vorstandsmitglied BDF Bundesverband der Frischemärkte e.V.
ist es, die jeweiligen Akteure stärker miteinander zu verbinden und damit das Angebot an regionalen Produkten für unsere Kunden zu verbessern.
L. Jansen: Der Preis ist eines der Hauptentscheidungskriterien beim Einkauf und insbesondere in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten verwundert es daher nicht, dass zu den günstigeren Produkten gegriffen wird. Trotzdem ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Bio- und Regionalprodukten zukünftig weiter steigen wird. Zum einen sind Faktoren wie Herkunft, Qualität und Frische für immer mehr Verbraucher relevant bei der Kaufentscheidung. Zum anderen finden diese Aspekte bei ernährungspolitischen Entscheidungen zunehmend Beachtung und die Weichen werden dementsprechend gestellt.
U. Kluge: Dieser Widerspruch ist Ausdruck der aktuellen Konsumrealität. Viele Verbraucher schätzen Bio- und Regional-Produkte grundsätzlich sehr, stehen aber gleichzeitig unter einem hohen Preisdruck. Das führt zu einer selektiveren Kaufentscheidung am Point of Sale. Für uns bedeutet das: Bio und Regionalität bleiben wichtige Themen, aber sie funktionieren vor allem dort, wo Qualität, Herkunft und Mehrwert klar kommuniziert werden. Ein automatisches Wachstum
Foto:
gibt es nicht, wohl aber eine stabile Nachfrage nach glaubwürdigen, transparenten Angeboten.
R. Strobel: Bei uns wird alles gehandelt, der Kunde gibt vor, was die Händler in ihren Sortimenten führen. Regionalität ist jedoch die Kernkompetenz der Großmärkte, ihr würde ich auch eine deutlich höhere Bedeutung als Bio zuordnen.
S. Pfeffer: Je höher die Lebensmittelpreise steigen, desto häufiger werden Verbraucher günstigere Lebensmittel einkaufen. Jeder Verbraucher entscheidet für sich und seine finanziellen Möglichkeiten, welchen Stellenwert höherwertige Lebensmittel für ihn haben. Der Umsatz für Bio-Lebensmittel ist laut einem Marktbericht des Deutschen Bauernverbandes im vergangenen Jahr deutlich angestiegen, die Produktion in Deutschland ent-
wickelte sich dabei aber nur zurückhaltend. Tendenziell wird in Zukunft erwartet, dass die Nachfrage nach Produkten aus der Region einen höheren Stellenwert erreicht als nach Bioprodukten. Bio-Produkte können in Deutschland nicht zum gleichen Preis produziert werden wie Im-
portprodukte. Das Frischezentrum Frankfurt würde sich allerdings sehr freuen, einen Händler für BioLebensmittel als Mieter begrüßen zu dürfen, um diese Vakanz für die Zukunft zu besetzen.
E. Steinmeyer: Der allgemeine
Der Betrieb in den alten Hallen ist in München momentan bis 2030 gesichert.
Foto: Märkte Landeshauptstadt München
Der Preis ist eines der Hauptentscheidungskriterien beim Einkauf.
Kostendruck und die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage kommen zunehmend bei den Verbrauchern an. Daher wird auch der Trend zu günstigen Produkten anhalten. Auf der anderen Seite wächst das Bewusstsein für die Bedeutung einer gesunden Ernährung. Leider profitieren davon in erster Linie Nahrungsergänzungsmittel – Obst und Gemüse als natürliche Alternative sind nur bedingt Gewinner dieses Trends. Wir gehen daher davon aus, dass Bio- und RegionalProdukte weiterhin nachgefragt werden, mit einem Nachfrageboom rechnen wir aber nicht.
J. Böttcher: Wir sehen hier keinen klassischen Widerspruch, sondern vielmehr eine sehr differenzierte Nachfrage. Preisbewusstsein spielt zweifellos eine Rolle, gleichzeitig ist die Wertschätzung für frische, qualitativ hochwertige und regionale Produkte weiterhin hoch. Besonders Regionalität hat für viele unserer Kunden einen deutlich höheren Stellenwert als das reine Bio-Siegel. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Struktur des Handels: Während regionale Produzenten heute seltener selbst auf dem Großmarkt verkaufen, ist die Menge regionaler Ware insgesamt deutlich gestiegen. Der
Vertrieb erfolgt zunehmend über professionelle Händler auf dem GROSSMARKT HANNOVER. Regionalität ist damit nicht verschwunden – sie ist vielmehr effizienter organisiert, verlässlicher verfügbar und besser in die Lieferketten eingebunden. Das kommt sowohl den Kunden als auch den Erzeugern zugute.
S. Kampa: Das sehe ich eher als gesellschaftspolitische Frage. Hier sollte differenziert werden zwischen ethischen Gründen, Bio-Ware zu kaufen, und einem gesundheitlichen Mehrwert. Aus meiner Erfahrung honorieren viele Kunden und Verbraucher außer der Preisfrage eher Dinge wie Service, Regionalität und Qualität sowie Zuverlässigkeit.
K. Weißbach: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten fehlt vielen Menschen schlicht das Geld, um sich einen höheren Lebensmittelstandard leisten zu können.
T. Lehmann: Die regionale Produktion in Deutschland ist wichtig, da der preisliche Vorteil und die Abhängigkeit von Importware aufgrund der Logistikkosten aber auch der klimabedingten Ausfälle in den Erzeugerländern langfristig nur den
Schluss zulassen, dass die regionale Produktion von Obst- und Gemüse in Deutschland mehr Gewicht bekommt. Im reinen Bio-Markt (Regional/international) gehen wir davon aus, dass es hier nur wenig Steigerungspotenzial gibt.
Wie weit sind Sie beim Einsatz von KI – und welches Potenzial sehen Sie für die Transformation der Großmärkte?
P. Cardinal: Der Einsatz von KI wird bei der BGM derzeit geprüft. Gerade in der Bearbeitung von Rechnungen sowie im technischen Bereich hinsichtlich Energiesparpotenzialen sehen wir hier mögliche Einsatzgebiete.
N. Doerwald: Grundsätzlich nutzen wir, wie bestimmt die meisten Unternehmen, mittlerweile die Vorteile Künstlicher Intelligenz. Allerdings sind die Möglichkeiten und Anwendungsbereiche sicherlich um ein Vielfaches höher und damit auch die sich daraus ergebenden Chancen. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sowohl wir als Großmarkt als auch die hier ansässigen Betriebe durch den Einsatz von KI die Betriebsabläufe deutlich effizienter gestalten, Ressourcen gezielter einsetzen und Entscheidungen fundierter treffen könnten. All das würde dabei helfen, die Wirtschaftlichkeit insgesamt zu verbessern. Für den Fruchthof sehe ich überdies auch die Chance, den Standort insgesamt moderner, resilienter und attraktiver aufzustellen.
L. Jansen: Eine effiziente Logistik wird für die Händler zunehmend wichtiger. Unter anderem dabei kann KI zukünftig unterstützen und tut dies in Ansätzen bereits heute. Für uns als Betreiber bietet KI-Potenziale, die Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten und damit die Kosten zu senken. Mit der Inbetriebnahme der neuen Gebäudeleittechnik wurde bereits ein Grundstein für einen möglichen zukünftigen KI-Einsatz gelegt.
U. Kluge: Der Einsatz von KI ist bei
uns ein Zukunftsthema, das wir mit Augenmaß angehen. KI soll unterstützen, nicht ersetzen. Gerade in einem stark beziehungsgetriebenen Markt wie dem Frischehandel bleibt die Erfahrung der Händler und Erzeuger unverzichtbar. Perspektivisch sehen wir Potenzial vor allem in der Analyse von Warenströmen, in Prognosen und bei der Optimierung interner Prozesse.
R. Strobel: KI muss sinnvoll eingesetzt werden, größere Händler nutzen sie bereits über eine Bestell-App für Kunden; auch für die Disposition von Waren, der Logistik wie der Tourenplanung sind Felder, in der sich zurzeit die KI entwickelt.
S. Pfeffer: Um KI optimal einzusetzen, bedarf es der konsequenten Vorbereitung einer soliden Datenbasis und der Digitalisierung von Prozessen. Damit beschäftigen wir uns derzeit intensiv. Es gibt viele Bereiche, in denen KI wirkungsvoll zum Einsatz kommen kann, dazu gehören alle Bereiche, die die interne Effizienz erhöhen u.a. das Einfahrtsmanagement, das Personalmanagement und alle Bereiche, in denen Routineaufgaben automatisiert werden können.
E. Steinmeyer: KI wird zukünftig viele Prozesse verändern. Wir fangen erst an zu verstehen, welche Möglichkeiten diese Technologie künftig bieten wird. Die ersten Veränderungen erwarten wir im Bereich der Logistik, dies berücksichtigen wir auch bei der langfristigen Modernisierung des Großmarktes.
J. Böttcher: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hält auch im Großmarkthandel zunehmend Einzug. Bereits heute nutzen einige unserer Händler KI-gestützte Lösungen, etwa in der Tourenplanung, bei der Disposition oder in der Absatzprognose. Diese Anwendungen helfen, Abläufe zu optimieren und schneller auf Marktveränderungen zu reagieren. Das Potenzial ist aus unserer Sicht enorm: effizientere Logistik, eine bessere Warenver-
fügbarkeit, weniger Verderb und insgesamt schlankere Prozesse. Langfristig kann KI einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts GROSSMARKT HANNOVER weiter zu stärken – ohne dabei die persönliche Expertise und Erfahrung der Händler zu ersetzen, sondern sie sinnvoll zu unterstützen.
S. Kampa: Wir sind noch im Lernprozess und bei der Auswertung.
K. Weißbach: Ich bin gespannt, wie wir künftig die KI einsetzen können, um unsere internen Verwaltungsabläufe und Arbeitsprozesse zu vereinfachen. Fehlendes Personal und die schwierige städtische Haushaltslage bedingen ein Umdenken.
T. Lehmann: Der Einsatz von KIunterstützten Prozessen nimmt immer mehr zu und hilft, wichtige
Potenziale im Hinblick auf die Kostensituation zu heben. Gerade in standardisierten Prozessen, zum Beispiel in der Kommissionierung
KI wird zukünftig viele Prozesse verändern.
www.frische-zentrum-frankfurt.de
Eine effiziente Logistik wird für die Händler zunehmend wichtiger.
und Logistik, aber auch im Bereich der Kontrolle und der Nachweise.
Wie verändern sich Ihre Kundengruppen – und worauf müssen Sie im Sortiment und Service künftig stärker reagieren?
P. Cardinal: Als Betreibergesellschaft und Vermieter nehmen wir eine zunehmende Nachfrage von verarbeitenden Betrieben der Lebensmittelbranche sowie Food-Technology Unternehmen wahr. Im Rahmen der Geländemodernisierung heißt das für uns, Mietflächen technisch so auszustatten, dass sie nicht mehr nur auf den traditionellen Händler, sondern auch solche Bedarfe ausgerichtet sind.
N. Doerwald: Wir beobachten ein zunehmend verändertes Kaufverhalten unserer Kundschaft: Während die klassischen Markthändler weiterhin Nacht für Nacht unseren Großmarkt aufsuchen, nimmt die Besuchsfrequenz bei anderen Kundengruppen tendenziell ab. Dazu passt, dass die Bedeutung im Segment Zustellung/Belieferung weiter wächst. Viele Kunden bestellen ihre Ware über Bestellplattformen oder Messenger-Dienste im Voraus und lassen sich den Einkauf vorkom-
missionieren, um diesen nur noch abzuholen, oder eben gleich in den Laden oder die Küche liefern. Darüber hinaus stellen wir fest, dass viele Kunden später als noch vor fünf Jahren zu uns kommen, was den einen oder anderen Händler bei uns dazu veranlasst hat, seine Öffnungszeiten nach hinten zu verschieben. Was das Sortiment betrifft, versuchen wir uns bei Neuvermietungen breiter aufzustellen und Lücken zu schließen, um unseren Kunden eine möglichst breite Produktpalette abseits von Obst und Gemüse anbieten zu können.
L. Jansen: Die Kundengruppen auf dem Großmarkt sind – sowohl auf Anbieter- wie auch auf Nachfragerseite – sehr divers. Zwischen den Kundengruppen gibt es zwar Verschiebungen, die wesentlich entscheidenderen Veränderungen gibt es jedoch bei den Prozessen. Der vor Ort Handel wird weniger, wobei das Auslieferungsgeschäft stark wächst. Wir setzen daher auf einen Ausbau der Service- und Logistikeinrichtungen auf dem Großmarkt, um unseren Kunden optimale Bedingungen zu bieten.
U. Kluge: Unsere Kundengruppen sind heute sehr vielfältig. Neben
klassischen Großmarkthändlern, Importeuren und regionalen Erzeugern bedienen wir Gastronomen, Einzelhändler, Marktbeschicker und spezialisierte Dienstleister. Diese Vielfalt erfordert ein hohes Maß an Flexibilität – sowohl im Sortiment als auch im Service. Künftig müssen wir noch stärker auf unterschiedliche Bedarfe reagieren: von kleineren Abnahmemengen über verlässliche Verfügbarkeit bis hin zu unterstützenden Serviceleistungen rund um Logistik und Infrastruktur.
R. Strobel: Das Abholgeschäft für die Wochenmarkthändler ist weiter zurückgegangen, der LEH fragt immer mehr Spezialitäten bzw. hochwertige Ware nach.
S. Pfeffer: Großmärkte müssen ihren Kunden ein breiteres, vollumfänglicheres Angebot an Lebensmitteln bieten. Das Repertoire an ethnischen Produkten, Molkereiprodukten, Fleisch, Fisch und Gewürzen u.v.m. wird noch nicht ausreichend angeboten. Der Kunde sollte in einem Großmarkt den gesamten Einkaufsbedarf an frischen Lebensmitteln decken können. Es sollte nicht notwendig sein, den Einkauf an anderer Stelle, also außerhalb des Großmarktes, fortzusetzen. Neben der Verfügbarkeit ist die Servicequalität ein wichtiger Einflussfaktor und wird bei der bestehenden Marktsituation in Verbindung mit der Preissensibilität eine immer größere Rolle spielen. Es ist vorteilhaft, wenn Händler und Großmarkt ein gemeinsames Servicelevel definieren.
E. Steinmeyer: Wir sehen, dass die Nachfrage aus dem Gastronomiebereich rückläufig ist. Auch der Wochenmarktbereich hat das Hoch während der Coronakrise leider hinter sich gelassen. Der Hamburger Großmarkt ist allerdings breit aufgestellt: viele unserer Händler beliefern auch den LEH.
J. Böttcher: Unsere Kundengrup-
pen befinden sich klar im Wandel. Der klassische Wochenmarkthandel ist rückläufig, während der Lebensmitteleinzelhandel – insbesondere der gebundene und organisierte LEH – deutlich an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig wachsen die Segmente Lieferdienste, Gastronomie und Großverbraucher kontinuierlich weiter. Darauf reagieren wir mit einem breiten, leistungsfähigen Sortiment, hoher Verlässlichkeit und professionellen Serviceangeboten. Geschwindigkeit, Planbarkeit und Qualität spielen eine immer größere Rolle. Der GROSSMARKT HANNOVER versteht sich dabei als verlässlicher Partner, der unterschiedliche Kundenbedürfnisse bündeln und bedienen kann – vom regionalen Spezialisten bis zum großvolumigen Abnehmer.
K. Weißbach: Es sind weniger die Kundengruppen, die sich verändern, sondern die Prozesse. Der Trend geht in Richtung Lieferung, weniger Abholung am Großmarkt.
T. Lehmann: Mit dem Trend der fehlenden kleinen Erzeugerbetriebe ändern sich auch das Kundenverhalten. Der Handel auf dem Großmarkt ist nicht mehr das Hauptthema. An Bedeutung gewinnt immer mehr das Thema Infrastruktur im Sinne von E-Mobilität, Wasserstoff und Logistik. Hier sind entsprechende Ansatzpunkte zu finden, um die Effizienz zu steigern.
Die Nachfolge vieler Erzeugerbetriebe ist ungewiss. Wie beeinflusst das Ihre langfristige Planung – und welche Strategien können Großmärkte nutzen, um ihre zentrale Rolle im Frischehandel zu sichern?
P. Cardinal: Der Berliner Großmarkt verfügt über keinen Erzeugermarkt. Jedoch rückt durch die Veränderungen bei den Erzeugungslieferketten auch bei uns das Thema Urban Farming vermehrt in den Fokus und ist insbesondere im Rahmen der Geländemodernisierung Teil der Überlegungen.
N. Doerwald: Als Berliner Großmarkt für Obst und Gemüse begrüßen wir ausdrücklich die Initiative unserer Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, die das Thema Großmärkte auf die Tagesordnung der Verbraucherschutz- und Agrarministerkonferenzen gebracht hat. Diese Aufmerksamkeit ist wichtig, denn Großmärkte müssen stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit und der politischen Entscheidungsträger verankert werden, um langfristig erfolgreich arbeiten zu können. Viele Großmärkte in Deutschland sind kommunale Betriebe und damit unmittelbar von politischen Rahmenbedingungen und einer angemessenen finanziellen Ausstattung abhängig. Investitionen in die technische Infrastruktur und die Gebäudeeffizienz sind an unserem Standort dringend notwendig, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Gleichzeitig bieten Großmärkte enorme Potenziale zur Erreichung politischer Ziele: Von der Verkehrswende über die Ernährungsbildung und die Reduzierung von Lebensmittelabfällen bis hin zu einer resilienten Versorgung der Städte. Diese Schlüsselfunktionen können wir jedoch nur erfüllen, wenn wir wirtschaftlich handlungsfähig bleiben und die nötigen Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Andernfalls drohen weitere Standortschließungen wie zuletzt in Düsseldorf und Köln.
L. Jansen: Wir beobachten, dass die Anzahl kleiner Erzeugerbetriebe abnimmt und die verbleibenden oftmals keine Kapazitäten mehr haben, einen eigenen Stand zu betreiben. Stattdessen werden die Händler auf dem Großmarkt beliefert. Der Großmarkt bleibt dabei jedoch ein bedeutender Absatzweg und somit der zentrale Ort für den Frischehandel. Auch im Hinblick auf die kleinen Erzeuger gewinnt das Thema Logistik somit weiter an Bedeutung.
U. Kluge: Die unsichere Nachfolge in vielen Erzeugerbetrieben ist ei-
Die Zukunft der Wochenmärkte liegt in der bewussten Positionierung als authentische, frische und erlebnisorientierte Alternative zu Online-Diensten.
Mittendrin ein Ort für Frische
Der Großmarkt Bremen ist das Frischezentrum für Nordwestdeutschland. Hier schlägt nicht nur das Herz des Lebensmittelhandels, hier versorgen sich auch Wochenmarktkaufleute, Großverbraucher und Gastronomen. Beim Großmarkt Bremen finden alle das passende Angebot aus der ganzen Welt unter einem Dach.
www.grossmarkt-bremen.de
Stefan Hillen
Der Wunsch nach Bio ist groß, aber die Preis- und Alltagssituation führt oft zu pragmatischen und daher kostengünstigeren Entscheidungen.
ne große Herausforderung für den gesamten Frischehandel. Auch wir beziehen diese Entwicklung in unsere langfristige Planung ein. Großmärkte können hier vor allem als stabile Plattform wirken: durch Sichtbarkeit für Erzeuger, durch direkte Marktzugänge und durch die Vernetzung mit Handel und Gastronomie. Wir können strukturelle Probleme nicht lösen, aber wir können dazu beitragen, dass Erzeuger wirtschaftlich tragfähige Absatzwege behalten.
R. Strobel: Wir haben keine Direktvermarkter als Mieter auf unserem Gelände, es wird jedoch sehr viel Ware aus der Region bezogen. Bei Erzeugern ist auch der Trend zu größeren Einheiten, so dass die Profilierung in einzelnen Sortimentsbereichen schwieriger werden wird.
S. Pfeffer: Der Verlust der Erzeugerbetriebe wegen mangelnder Nachfolge bedroht den Fortbestand der regionalen Landwirtschaft. Für das Angebot der Großmärkte ist es wichtig, dass die Produkte der regionalen Erzeuger auch zukünftig den Kunden zur Verfügung gestellt werden können. Verschiedene Großhändler im Frischezentrum Frankfurt handeln die Frischeprodukte der Erzeuger schon heute.
E. Steinmeyer: Die einzelnen Großmärkte können an der Nachfolgeproblematik wenig ändern. Aber auf Bundesebene sind wir als Bundesverband u.a. mit der Agrarministerkonferenz im Gespräch. Wir versuchen, auf die Problemstellungen hinzuweisen und auf diese Weise Unterstützung für die Erzeugerbetriebe zu leisten.
J. Böttcher: Auf Händlerseite erleben wir am GROSSMARKT HANNOVER derzeit einen sehr positiven Generationswechsel. Viele Betriebe haben engagierte Nachfolger gefunden, die den Standort langfristig weiterentwickeln wollen. Das ist ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit unseres Marktes. Auf Erzeugerseite zeigt sich ein etwas anderes Bild: Auch hier findet ein Generationenwechsel statt, allerdings häufig verbunden mit einer Konsolidierung. Betriebe werden größer und fokussieren sich stärker auf die Produktion, während der Vertrieb zunehmend über Händler auf dem Großmarkt läuft. Diese Entwicklung stärkt unsere Rolle als zentrale Drehscheibe im Frischehandel und sorgt für stabile, langfristige Strukturen zwischen Erzeugung, Handel und Abnehmern.
S. Kampa: Viele Mieter haben selbst gebaut auf dem Großmarkt
und per se Langfristverträge. Wir können bei der Kontinuität von Mietern durch Service, wie 24/7 Anlieferung, dem attraktiven, zentralen Standort und der allgemeinen Vielfalt der ansässigen Firmen, die Einmaleinkäufe ermöglichen, mittelbar unterstützen.
K. Weißbach: In München gibt es bereits eine sogenannte Gärtnerhalle, wo ausschließlich regionale Erzeugerinnen und Erzeuger aus München und dem nahen Umland verkaufen können.
T. Lehmann: Unsere Beobachtung hierzu ist, dass die Anzahl der Erzeugerbetriebe eher zurückgehen wird, allerdings die Erzeugerbetriebe, die weiter machen, deutlich an Größe gewinnen. Dies bedeutet auch einen Strukturwandel bei den Großmärkten, viele kleine Anbieter werden verschwinden. Die größeren bzw. großen Erzeugerbetriebe brauchen allerdings eine entsprechende Struktur, um ihre Produkte entsprechend in den Handel zu bringen. Diese Unternehmen brauchen die Unterstützung der Großmärkte, wo wir wieder bei dem Thema Logistik und Infrastruktur sind.
Welche Schwerpunkte setzen Sie an Ihren Standorten im Jahr 2026 – und welche konkreten Neuerungen oder Investitionen stehen bevor?
P. Cardinal: Ab 2026 investiert die BGM in die Komplettsanierung zwei neuer Hallen, die Sanierung der Versorgungsmedien sowie die Erneuerung des Stromnetzes. Das Investitionsvolumen umfasst dabei einen dreistelligen Millionenbetrag.
N. Doerwald: Wir möchten den begonnenen Dialog mit der Politik weiter fortsetzen und darauf aufbauen. Dieser war in 2025 sehr fruchtbar und konstruktiv. Daneben wollen wir konkret in eine kennzeichenbasierte Schrankenanlage investieren. Gleichzeitig erarbeiten wir Konzepte für digitale und KI-gestützte Anwendungen, die unseren Händlern dabei helfen sollen, ihre Potenziale
voll auszuschöpfen und die die Attraktivität für unsere Kunden erhöhen werden. Ich bin optimistisch, dass ich hierzu im nächsten Jahr schon etwas mehr sagen kann.
L. Jansen: 2026 wird – wie in den vergangenen und den zukünftigen Jahren – ein Hauptaugenmerk auf Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs liegen. Nachdem bereits viele kurzfristig wirkende Einzelmaßnahmen umgesetzt wurden, arbeiten wir derzeit an einem langfristigen Konzept zur Erreichung der Klimaneutralität. Zudem stehen verschiedenen Sanierungsmaßnahmen an. Zum Beispiel werden in diesem Jahr die Sanitäranlagen in der Großmarkthalle saniert.
U. Kluge: Auch 2026 werden wir weiter investieren. Ein zentraler Schwerpunkt liegt darauf, den Duisburger Großmarkt optisch ansprechender und funktionaler zu gestalten. Dazu zählen Maßnahmen zur Modernisierung der Infrastruktur ebenso wie Verbesserungen im Erscheinungsbild des Geländes. Unser Ziel ist es, einen Standort zu bieten, der sowohl wirtschaftlich effizient als auch für Händler, Kunden und Partner attraktiv ist.
R. Strobel: Wir unterstützen unsere Händler nach wir vor in ihren Entwicklungen, und planen einzelne Betriebserweiterungen mit ihnen.
S. Pfeffer: Wichtige Themen für das Jahr 2026 sind die Optimierung des Betriebsgrundstücks, erforderliche Sanierungen und Instandhaltungen von technischen Anlagen, die Digitalisierung von Prozessen sowie die Entwicklung und Umsetzung von Strategien für die künftige positive Entwicklung des Großmarktes in Frankfurt/Main.
E. Steinmeyer: Der Hamburger Großmarkt wird weiter modernisiert. Anfang 2026 stellen wir unsere interne IT um. Wir nehmen die neue Brandmeldeanlage in der Großmarkhalle in Betrieb
und schließen die Umstellung des Stromnetzes inklusive der erneuerten Stromversorgung in der Großmarkthalle ab. Baulich werden wir an der Unterzugsanierung und dem Austausch der Hallentore in die letzte Phase gehen.
J. Böttcher: 2026 wird für den GROSSMARKT HANNOVER ein Jahr der sichtbaren Weiterentwicklung. Im Fokus stehen große Investitionen in die Infrastruktur: die Erneuerung der Wasserleitungen, die Modernisierung zahlreicher Tore, der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität sowie eine weitere energetische Sanierung des Gesamtstandorts. Diese Maßnahmen sind auch eine Antwort auf die herausfordernden Rahmenbedingungen, mit denen unsere Händler täglich umgehen müssen – steigende Kosten, hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und zunehmender Wettbewerbsdruck. Unser Anspruch ist es, dafür bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen. Insgesamt sehen wir den GROSSMARKT HANNOVER wirtschaftlich stabil, strukturell gut aufgestellt und bereit für die nächsten Wachstumsschritte – als leistungsstarke Drehscheibe für frische, regionale Ware und als moderner Großmarkt mit klarer Zukunftsperspektive.
S. Kampa: Schwerpunkte ab 2026 sind die Umsetzung eines 3-Jahresplanes zur Modernisierung der vier Altfruchthallen, der Straßeninfrastruktur und der Schaffung eines
zentralen Mitarbeiterparkplatzes. Außerdem begleiten wir mit Nachdruck die Erweiterungswünsche zweier Ankermieter zur langfristigen Standortsicherung.
K. Weißbach: Nachdem der private Investor kein Angebot für den Neubau einer Großmarkthalle abgegeben hat, wurde das Ausschreibungsverfahren ergebnislos beendet. Der Betrieb in den alten Hallen ist momentan bis 2030 gesichert. Die Märkte München wurden vom Münchner Stadtrat beauftragt, bis Ende 2026 die Rahmenbedingungen für eine neue Großmarkthalle zu untersuchen. Es gilt zu entscheiden, ob und wo ein Großmarkt in bzw. um München herum realisiert werden kann.
T. Lehmann: Die Logistik und die Verteilung im Sinne von Logistikhubs wird in der Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Die gilt sowohl für internationale Transportwege wie auch die inländische Produktion. Ein Punkt, der hiermit eng verknüpft ist, ist die Nachhaltigkeit des Transports, nicht nur im ökologischen, sondern besonders im wirtschaftlichen Sinn. Hier ist die auch Bereitstellung der entsprechenden Ladeinfrastruktur für Lkw und Wasserstoff zu beachten. Unsere Investitionen werden somit in den nächsten Jahren diese Punkte aufgreifen.
Halle 21, Stand E-60
Eine effiziente Logistik wird für die Händler zunehmend wichtiger.
Weltweite Zuwächse, rückläufige Importe in Deutschland
Marktentwicklung ► Clementinen, Mandarinen, Satsumas oder Tangerinen – die kleinen Citrusfrüchte, auch Easy Peeler genannt, lassen sich einfach schälen und sind im Winter als Vitamin-C-Lieferant am Point of Sale gefragt. Weltweit gesehen ist die Produktion an Easy Peelern in den zurückliegenden Jahren gestiegen. Als Wachstumsmotor erweist sich dabei Asien, während sich die Produktion in Europa tendenziell rückläufig entwickelt. Deutschland zählt zwar zu den führenden Importeuren von Easy Peelern, nahm in den zurückliegenden Jahren jedoch kleinere Mengen ab.
Birgit Rogge, AMI Bonn
Nach Angaben der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) ist die weltweite Produktion an Easy Peelern zwischen 2015 und 2024 jährlich im Schnitt um 4 % gestiegen, und zwar von 38,6 Mio t auf zuletzt 51,9 Mio t. Größter Produzent der kleinen Citrusfrüchte ist China. China hatte 2024 einen Anteil von 52 % an der Weltproduktion von Easy Peelern inne. Unter den Top-10 der führenden Anbauländer rangieren neben Indien und Pakistan auch die Türkei, Spanien (Plätze 4 und 5) sowie Italien (Platz 10). Ergänzt wird die Rangliste durch Ägypten, Brasilien, die USA und Marokko. Südafrika und Peru landeten auf dem 11. und 12. Platz im Ranking. Parallel zur steigenden Produktion legten auch die weltweiten Ein- und Ausfuhren an Easy Peelern zwischen 2015 und 2024 zu, und zwar jeweils um rund 3 % pro Jahr. 2024 beliefen sich die globalen Exporte an Easy Peeler auf ein Spitzenergebnis von 6,3 Mio t mit Spanien, China und der Türkei an der Spitze der Exporteure. Importiert wurden zuletzt 5,9 Mio t Easy Peeler, wobei Russland, die USA und Deutschland die größten weltweiten Abnehmer der kleinen Citrusfrüchte waren.
Deutschland importiert weniger
Binnen zehn Jahren hat Deutschland laut Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamtes tendenziell weniger Easy Peeler im-
portiert. Die Trendberechnung der Jahre 2015 bis 2024 weist einen jährlichen Rückgang von 1 % auf. Dabei zeigen sich hinsichtlich der Herkunftsländer große Unterschiede. So sind die Einfuhren aus Spanien, dem führenden Lieferland, überdurchschnittlich stark gesunken. Stellte Spanien 2015 anteilig 90 % aller Einfuhren an Easy Peeler nach Deutschland, waren es 2024 „nur“ noch anteilig 76 %. Aufgeholt haben die Einfuhren aus Südafrika, und zwar von rund 7.100 t auf zuletzt 43.800 t. Damit hat sich Südafrika hinter Spanien als zweitwichtigstes Lieferland etabliert. Auf
In Spanien verliert der Anbau von Easy Peelern an Boden.
geringerem Mengenniveau verbuchen zudem die Lieferungen aus Italien, Griechenland und Marokko im Betrachtungszeitraum einen Anstieg. In Summe beliefen sich die Einfuhren an kleinen Easy Peelern im Jahr 2024 auf knapp 356.600 t. Demgegenüber standen Ausfuhren in Höhe von 16.100 t. Auch hinsichtlich der Ausfuhren an Easy Peelern weist die Trendberechnung einen leichten Rückgang von 1 % pro Jahr aus. Tendenziell wurden größere Mengen an kleinen Zitrusfrüchten nach Finnland und Tschechien exportiert, dafür aber weniger nach Polen.
Spanien ist führender Produzent in Europa
In den Ländern der EU-27 wurde der Anbau von kleinen Citrusfrüchten zwischen 2015 und 2024 basierend auf den Daten von Eurostat jährlich im Schnitt um knapp 1 % eingeschränkt. Im Betrachtungszeitraum zeigt sich ein Flächenschwund von 11.300 ha auf zuletzt rund 150.600 ha. Maßgeblich ist hierfür die Flächenentwicklung in Spanien verantwortlich, während die Anbauflächen in anderen Ländern Europas wie Italien (+2 % p.a.), Griechenland (+1 % p.a.) und Portugal (+5 % p.a.) ausgeweitet wurden. Produktionsseitig weist die Trendberechnung einen leichten Anstieg der Produktion an kleinen Citrusfrüchten in der EU-27 im Betrachtungszeitraum aus, und zwar ein jährliches Plus von 1 %. Auch hier wird die Entwicklung vor allem durch die oben genannten Länder getrieben, während Spanien Mengeneinbußen zu verzeichnen hat. In Europa ist Spanien der führende Produzent von Easy Peelern. Doch dort verliert der Anbau der kleinen Citrusfrüchte an Boden. So wurde deren Anbaufläche zwischen 2015 und 2024, basierend auf den Daten des spanischen Landwirtschaftsministeriums, jährlich im Schnitt um 1 % eingeschränkt. Erstmals seit Jahren könnte die Anbaufläche im Jahr 2024 mit 99.642 ha unter die Marke von 100.000 ha gefallen sein. Führend im Anbau von Mandarinen und Co. ist die Comunidad Valencia mit 64.155 ha im Jahr 2024, allen voran die Provinz Valencia. Dahinter folgt auf nationaler Ebene Andalusien mit 20.826 ha sowie einer starken Konzentration auf die
Provinz Huelva. Das spiegelt sich auch hinsichtlich der spanischen Ausfuhren an Easy Peelern wider. So hatte die Comunidad Valencia im Jahr 2024 einen Anteil von 84 % an der nationalen Exportmenge der kleinen Zitrusfrüchte inne. Stärker rückläufig als der Anbau zeigt sich der Außenhandel. So sanken die Ausfuhren an Easy Peelern aus Spanien zwischen 2015 und 2024 um durchschnittlich 3 % pro Jahr und erreichten zuletzt rund 1,14 Mio t. Das sind im direkten Vergleich mit dem Jahr 2015 knapp 429.000 t weniger.
Südafrika: Produktion und Export im Aufwind
Anders als in Spanien sieht die Lage in Südafrika, dem wichtigsten Lieferanten der kleinen Citrusfrüchte für Deutschland während der Offseason aus. Dort befinden sich Produktion und Export im Aufwind. Allein die Ausfuhren an Mandarinen und Co. legten zwischen 2015 und 2024 jährlich im Schnitt um 16 % zu und haben sich im Betrachtungszeitraum mehr als vervierfacht. 2024
beliefen sich die südafrikanischen Exporte an Easy Peelern laut Angaben der Citrus Growers Association (CGA) auf 618.000 t, die gesamte Produktion wird auf 790.300 t beziffert. Damit wurden mehr als drei Viertel aller Easy Peeler ins Ausland exportiert. Zu den führenden Absatzmärkten zählten zuletzt Europa, das Vereinigte Königreich und der Mittlere Osten. Auf diese drei Regionen entfielen 2024 anteilig 60 % der gesamten Ausfuhrmenge an Easy Peeler. Größer als vorab geschätzt fiel zudem die Exportmenge an kleinen Zitrusfrüchten im Jahr 2025 aus. Mit 53,3 Mio Kisten (je 15 kg) wurde nicht nur die Prognose zu Saisonbeginn um 19 % übertroffen, auch zum Vorjahr zeigt sich ein Anstieg von 28 %. Mehrere Faktoren haben dazu geführt: Hohe Erträge aus Neuanlagen, eine günstige Verteilung der Fruchtgrößen für den Export sowie ein starker Fruchtansatz im Westkap. Die Sorte Nadorcott/Tango hat inzwischen einen Anteil von 39 % an der Anbaufläche aller ein- bis zehnjähriger Pflanzungen inne.
Trotz Komplexität und Verwirrung dominiert Optimismus
Fresh Produce Centre ► In vielerlei Hinsicht war das Jahr 2025 von Überraschungen geprägt. Auch die Obstund Gemüsebranche ist davon nicht verschont geblieben. Es gibt viele Themen, die z.B. aufgrund politischer Entscheidungen bzw. Nichtentscheidungen für (wachsenden) Unmut sorgen. Zum Glück gibt es aber durchaus auch Positives zu berichten, wie Richard Schouten, Direktor Fresh Produce Centre, gegenüber dem Fruchthandel Magazin betont. Im Interview erklärt er ausführlich, wo und warum er Schwachstellen, aber durchaus Grund für Optimismus, sieht.
Laut Richard Schouten bleiben die Erwartungen für den O+G-Sektor 2026 positiv.
Wie schätzen Sie das Jahr 2025 ein und was erwarten Sie für 2026?
Christine Weiser (8 %) die wichtigsten Zielmärkte waren. Aus den Niederlanden stieg der Absatz nach Deutschland um 7 % auf 3,2 Mrd kg. Der Exportwert nach Deutschland stieg um mehr als 600 Mio Euro auf 6,1 Mrd Euro, was einen starken Anstieg darstellt, aber auch bei Produkten wie Trauben, Avocados, Gurken und Paprika war ein Anstieg zu verzeichnen. Insgesamt haben die Niederlande ihre Rolle als wichtiger Lieferant für den deutschen Markt im Jahr 2025 weiter gestärkt. Wir sehen eine wachsende Entwicklung beim Absatz von Produkten wie Erdbeeren. Dank innovativer Gewächshausanbaumethoden ist es möglich, Produkte für einen Großteil des Jahres mit einem deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck zu liefern. Dies ist für den Einzelhandel attraktiv, da es eine konstante Versorgung und eine gleichbleibende Produktqualität gewährleistet.
Richard Schouten: Aus politischer Sicht war 2025 ein komplexes und bisweilen verwirrendes Jahr. In mehreren Ländern, darunter die Niederlande und Deutschland, fanden Wahlen statt, was zu spürbaren Verschiebungen der politischen Prioritäten und Schwerpunkte geführt hat. Mit Blick auf das Jahr 2026 wird die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und im Gartenbau weiterhin von großer Bedeutung sein. Allerdings wurden die Ziele innerhalb dieser Agenda neu priorisiert. Ein deutliches Beispiel dafür ist die Verwässerung bestimmter Ziele innerhalb des Europäischen Grünen Deals. Die Marktentwicklungen im O+G-Sektor waren im Allgemeinen positiv, was sich auch in den
Jahresergebnissen widerspiegelt. Dennoch besteht weiterhin ein erheblicher Preisdruck seitens des Einzelhandels. Niedrigere Preise in Verbindung mit immer strengeren Nachhaltigkeitsanforderungen sind schwer zu vereinbaren. Insgesamt bleiben die Erwartungen für den O+G-Sektor 2026 positiv. Sowohl bei den Verbrauchern als auch, was besonders wichtig ist, bei den politischen Entscheidungsträgern herrscht eine weitgehend positive Einstellung gegenüber der Förderung des O+G-Konsums. Aus handelspolitischer Sicht wird es jedoch unerlässlich sein, mit Vorsicht vorzugehen, um regulatorische Hindernisse und steigende Kosten abzumildern.
Wie haben sich Import und Export bei den Produkten entwickelt?
Die Niederlande spielen eine entscheidende Rolle als globaler Produzent und Vertreiber von O+G. Sowohl die Produktion als auch die Importe und Exporte stiegen weiter an, während der Inlandsverbrauch in den Niederlanden ebenfalls leicht zunahm. Die Importe von frischem O+G erreichten sowohl mengenals auch wertmäßig einen neuen Rekord. Das Importvolumen stieg um 9 % auf 8,1 Mrd kg, mit einem Gesamtwert von 12,4 Mrd Euro (+11 %). Mehr als drei Viertel dieser Importe bestehen aus frischem Obst. Die Exporte gingen hauptsächlich in nahegelegene Märkte, wobei Deutschland (34 %), Belgien (9 %) und das Vereinigte Königreich
Wie sehr liegen regionale und biologische Produkte noch im Trend? Für mich ist der Begriff „regional“ etwas mehrdeutig. Der Großteil der niederländischen Erzeugnisse wird in einem Umkreis von etwa 850 km vermarktet. Aus unserer Sicht kann man dies durchaus als regional bezeichnen. Wenn „regional“ als streng lokale Produktion interpretiert wird, erkennen wir an, dass es einen Markt für solche Produkte gibt. Für Verbraucher ist es jedoch sehr schwierig, einen kompletten Einkaufskorb an einem Ort zu kaufen, da sie dafür viele verschiede-
Foto: Fresh
ne lokale Produzenten aufsuchen müssten.
Bei Bio-Produkten stellen wir fest, dass die Verkaufszahlen nach einigen schwierigen Jahren wieder vorsichtig ansteigen. Dennoch liegt ihr Anteil an der gesamten O+GKategorie immer noch bei etwa 5 %. Das höhere Preisniveau ist wahrscheinlich einer der Gründe dafür. Gerade in den vergangenen Jahren haben steigende Energiepreise und Kosten deutlich gezeigt, dass Verbraucher ihre Entscheidungen tendenziell auf der Grundlage des Preises treffen. Darüber hinaus ist der Unterschied zwischen Bio- und konventionellen Produkten für Verbraucher nicht immer greifbar oder sichtbar.
Immer mehr Pflanzenschutzmittel werden verboten. Welche Herausforderungen sehen Sie?
In ganz Europa ist ein stetiger Rückgang der Verfügbarkeit chemischer Pflanzenschutzmittel zu beobachten. Bestehende Produkte werden vom Markt genommen, während die Hersteller kaum neue Produkte einführen. Nun werden große Erwartungen an umweltfreundliche und biologische Alternativen gestellt. Leider dauert das Zulassungsverfahren für diese Produkte in Europa viel zu lange. Die Anforderungen werden immer strenger, während die Zahl der verfügbaren Pflanzenschutzmittel weiter sinkt. Infolgedessen entstehen Lücken im Pflanzenschutz. Dieses Problem ist besonders im Freilandanbau
Bei Bio-Produkten steigen die Verkaufszahlen nach einigen schwierigen Jahren wieder vorsichtig an.
sichtbar, wo bestimmte Kulturen vor großen Herausforderungen stehen. Ein deutliches Beispiel ist der Salatanbau, wo die Erzeuger darauf hinweisen, dass die Verbraucher keine Angst haben sollten, wenn sie eine kleine Blattlaus auf ihrem Salat finden. In Verbindung mit dem Klimawandel, der durch abwechselnde Perioden von übermäßiger Hitze, Kälte, Niederschlägen und Dürre gekennzeichnet ist, führt dies zu großen Schwierigkeiten für die europäischen Erzeuger. Aus politischer Sicht muss die Zulassung neuer grüner Pflanzenschutzmittel zu einer Priorität werden. Europäische Dachverbände sowie nationale Organisationen in ganz Europa setzen sich nachdrücklich dafür ein.
Gurken und Paprika verzeichneten u.a. einen Anstieg im Exportwert.
Im Dezember 2025 veröffentlichte die Europäische Kommission das sogenannte Omnibus-Paket mit einer Vereinfachung der Vorschriften. In diesem Omnibus wird auch erwähnt, dass grüne Chemikalien eine schnellere gesetzliche Zulassung erhalten werden. Das ist positiv. Gleichzeitig bedeutet dies, dass in Zukunft – einer Zukunft, die bereits begonnen hat – eine Diskussion mit den Einzelhändlern unvermeidlich ist. Es muss mehr Akzeptanz dafür geschaffen werden, dass Produkte nicht immer perfekt aussehen müssen, obwohl sie dennoch vollkommen genießbar sind. Einzelhändler müssen sich auch bewusst werden, dass während des Übergangs zu neuen Pflanzenschutzstrategien die aktuellen Anforderungen, die über die gesetzlichen Rückstandsgrenzwerte hinausgehen, nicht mehr realisierbar sind. Derzeit müssen die Rückstände oft weit unter dem gesetzlichen Höchstwert liegen, und die Anzahl der Produkte, die Landwirte verwenden dürfen, ist streng begrenzt. Bei der Umstellung auf nachhaltigere Anbaumethoden müssen Landwirte jedoch oft eine größere Menge an (grünen) Produkten einsetzen. Diese Produkte haben in der Regel einen begrenzteren Wirkungsbereich und müssen daher häufiger angewendet werden.
In den Niederlanden hat die Beerenkampagne dafür gesorgt, dass der Verkauf von Erdbeeren gestiegen ist.
Unter diesen Umständen entsprechen die bestehenden Rückstandsvorschriften nicht mehr der Realität einer nachhaltigen Produktion. Derzeit läuft im niederländischen Gewächshausgartenbau eine Initiative, in der fünf große Erzeugerverbände zusammenarbeiten, um 30 ha ohne den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu bewirtschaften. Es handelt sich um ein mehrjähriges Pilotprojekt, das deutlich die starke Bereitschaft zeigt, zu gesünderen Anbaumethoden überzugehen und biologische Bekämpfungsmittel und grüne Alternativen einzusetzen. Die Ergebnisse dieses Pilotprojekts werden für den gesamten niederländischen Gewächshaussektor relevant sein.
Was sind Ihre Erwartungen in Bezug auf Saisonarbeiter und den Mindestlohn?
Im Gartenbau ist Saisonarbeit in ganz Europa nach wie vor unverzichtbar. Obwohl Anstrengungen unternommen werden, um die Robotisierung und Automatisierung voranzutreiben, bleibt der Einsatz menschlicher Arbeitskräfte weiterhin notwendig. Wir beobachten politische Debatten über den Einsatz von Wanderarbeitern. Als Fresh Produce Centre sind wir der Meinung, dass Wanderarbeiter eine entscheidende Rolle spielen und dass sie fair bezahlt und mit guten Unterkünften versorgt werden sollten. Dies wird in der Tarif-
vereinbarung des Fresh Produce Centre ausdrücklich angesprochen. Gleichzeitig gibt es trotz des europäischen Binnenmarktes immer noch erhebliche Unterschiede im Lohnniveau zwischen den einzelnen Ländern. Die Niederlande gehören aufgrund ihres relativ hohen Mindestlohns zu den Ländern mit höheren Kosten.
Welche Märkte könnten für welche Produkte interessant werden? Wir sehen eine wachsende Nachfrage aus den Niederlanden in Richtung Osteuropa, bspw. in Ländern wie Polen. Die Exporte nach Polen stiegen 2025 um 24 %. Die Verbraucher dort haben mehr Kaufkraft, wodurch sich der Supermarktsektor rasant entwickelt. Niederländische Lieferanten sind gut positioniert, um auf diesen Trend zu reagieren. Dies gilt sowohl für das niederländische Sortiment als auch für den Transithandel mit tropischen Früchten aus aller Welt. Wir beobachten auch steigende Verkaufszahlen für Produkte wie Tomaten, Blaubeeren und Trauben in südeuropäischen Ländern, darunter Spanien (+34 %).
Welche Auswirkungen können Kampagnen wie für Beeren haben?
2025 haben wir gemeinsam mit einer Vielzahl von Partnern in den Niederlanden und Belgien eine groß angelegte Werbekampagne
für Beerenobst gestartet. Die Zielgruppe sind junge Verbraucher in den Niederlanden, Deutschland und Belgien, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, den Konsum auf verschiedene Tageszeiten zu verlagern. Die bisherigen Ergebnisse haben die Erwartungen übertroffen, und die Kampagne hat mehrere positive Auswirkungen gezeigt. In den sozialen Medien haben bereits 50 % der Deutschen, 49 % der Belgier und 32 % der Niederländer innerhalb der Zielgruppe die Kampagne gesehen. Die Wirkungsmessung nach dem ersten Jahr zeigt, dass die Kampagne in allen Ländern dazu beiträgt, die Menschen zu ermutigen, in der kommenden Zeit mehr Beerenobst zu essen. Die Kampagne läuft über drei Jahre, es bleiben also noch zwei Jahre. Die genauen Auswirkungen der Kampagne sind zwar schwer zu messen, aber wir sehen bspw. in den Niederlanden deutliche Anzeichen dafür, dass der Verkauf von Erdbeeren gestiegen ist.
Wie können Verbraucher weiter davon überzeugt werden, mehr O+G zu essen?
Wir beobachten, dass vor allem junge Menschen mehr auf ihre Ernährung achten und bewusstere Entscheidungen treffen, darunter auch eine Verlagerung hin zum Verzehr von mehr pflanzlichen Proteinen anstelle von tierischen Proteinen. Um die Verbraucher zu ermutigen, mehr O+G zu essen, ist Aufklärung unerlässlich. Einzelhändler spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie den Verbrauchern die richtigen Auswahlmöglichkeiten präsentieren, und dies muss nicht immer allein über den Preis geschehen. Auch Regierungen spielen dabei eine wichtige Rolle. So konzentrierte sich bspw. ein Großteil der Diskussionen während der jüngsten Wahlkampagne darauf, wie die steigenden Gesundheitskosten verteilt werden sollten und wer dafür aufkommen sollte. Unserer Ansicht nach sollte der Schwerpunkt in erster Linie auf der Senkung der Gesundheitskosten liegen, und ein
wirksames Mittel dafür ist die Förderung eines höheren Verzehrs von O+G. In den Niederlanden arbeiten wir mit verschiedenen Partnern an Initiativen wie der Kampagne „New Lunch Culture”. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass das Angebot gesunder Mittagessen für Mitarbeiter zu erheblichen Einsparungen bei den Gesundheitskosten führen kann, was die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteile gesünderer Ernährungsgewohnheiten unterstreicht.
Abbau von Bürokratie und Zertifikaten: Wie ist das Projekt nach den Diskussionen auf der Fruit Attraction vorangekommen?
Zusammen mit mehreren Ländern haben wir die Koalition „Suppliers
of Europe“ gegründet (siehe Ausgabe 40-41/2025, Seite 7). In dieser Koalition arbeiten wichtige Erzeugerländer wie Spanien, Italien, Frankreich, die Niederlande, Belgien und Deutschland zusammen, um den Einzelhändlern klarzumachen, dass das derzeitige Zertifizierungssystem nicht mehr effektiv ist. Es gibt einfach zu viele Zertifizierungen, die sich oft überschneiden und erhebliche Kosten für Erzeuger und Handelsunternehmen verursachen. Auf europäischer Ebene, insbesondere im Zusammenhang mit den Omnibus-Diskussionen, sehen wir ein klares Bestreben, die Regulierung seitens der öffentlichen Hand zu reduzieren. In diesem Sinne lenken die Europäische Kommission und die europäischen Institutionen
auch zunehmend die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen privater Vorschriften, wie bspw. Zertifizierungen. Die Verwendung von PEFCR als Standardmessinstrument ist in diesem Zusammenhang wichtig, da es eine einheitliche und transparente Methode zur Messung des ökologischen Fußabdrucks eines Produkts bietet. Über „Suppliers of Europe“ stehen wir im Dialog mit der Europäischen Kommission, Zertifizierungsstellen und Einzelhändlern, um gemeinsam auf weniger Zertifizierungen und eine Verringerung des Verwaltungsaufwands hinzuarbeiten.
Halle 3.2, Stand C-40
Sinkende Einkommen im Gewächshaussektor 2025
Zwar stiegen die Erlöse, doch ein Kostenanstieg für Energie, Arbeit und Abschreibungen fraß diese Zuwächse wieder auf.
UNTERNEHMEN Die Einkommen im niederländischen Unterglas-Anbau standen im Jahr 2025 unter Druck. Das durchschnittliche Unternehmenseinkommen sank auf rund 280.000 Euro je unbezahlter Jahresarbeitseinheit (JAE). Das sind etwa 57.000 Euro weniger als 2024, teilte Wageningen University & Research (WUR) mit. Die Maßeinheit JAE steht für die Arbeitsleistung einer Vollzeitkraft über einen Zeitraum von einem Jahr, wobei Teilzeitkräfte und Saisonarbeiter anteilig gezählt werden, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Zwar stiegen die Erlöse um gut acht Prozent, doch ein Kostenanstieg von 13 % für Energie, Arbeit und Abschreibungen fraß diese Zuwächse wieder auf. Die Einkommensentwicklung variiert dabei stark von Betrieb zu Betrieb. Ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleibt der Energiesektor. Niedrigere Temperaturen und die Rückkehr zu stark regulierten Anbauplänen führten zu einem höheren Energieverbrauch – bei gleichzeitig steigenden Gaspreisen. Zwar reagieren Betriebe zunehmend flexibel auf den Energiemarkt, dennoch wird 2025 insgesamt mit höheren Nettoenergiekosten gerechnet. Besonders betroffen sind WUR zufolge Gemüsebetriebe unter Glas. Ihr durchschnittliches Einkommen fällt auf etwa 210.000 Euro, rund 75.000 Euro weniger als im Vorjahr. Trotz höherer Erntemengen und um acht Prozent gestiegener Erlöse wogen die höheren Kosten für Energie, Arbeitskräfte, Ausgangsmaterial und Investitionen schwerer. Zusätzliche Einnahmen aus der Rückspeisung von Strom konnten dies nur teilweise ausgleichen, heißt es.
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Junge Menschen ändern Ernährungsgewohnheiten
Umfrage ► Während das Image von Obst und Gemüse positiv ist, muss das Wissen über den Verzehr von Obst und Gemüse verbessert werden. Vor allem junge Menschen (18-35 Jahre) geben an, ihre Ernährungsgewohnheiten geändert zu haben. Dies geht aus einer Verbraucherumfrage von Markteffect im Auftrag von GroentenFruit Huis hervor.
Was denken Verbraucher über O+G und hat sich ihr Essverhalten verändert? Welche Begriffe fallen Ihnen ein, wenn Sie an O+G denken? Diese Fragen hat GroentenFruit Huis in einer Umfrage unter Verbrauchern ab 18 Jahren in den Niederlanden untersucht, die (mit)verantwortlich für den täglichen Einkauf sind. Betrachte man das Konsumverhalten der Niederländer in Bezug auf O+G, so stelle man fest, dass die überwiegende Mehrheit es für (sehr) wichtig hält, sich gesund zu ernähren (76 %). Die meisten niederländischen Verbraucher charakterisieren gesundes Essen vor allem durch den Verzehr von viel O+G (68 %). Dies gilt etwas mehr für ältere Menschen (55+) als für junge Menschen (18-35 Jahre): 78 % gegenüber 58 %. Gesund, lecker und Vitamine sind die am häufigsten genannten spontanen Reaktionen, wenn Verbraucher an O+G denken. Nur 7 % aller genannten Assoziationen seien als negativ zu bewerten. Dabei überwiege „teuer/ preislich hoch”.
Ein Viertel der niederländischen Verbraucher glaube, täglich 250 g O+G oder mehr zu essen. Die meisten Niederländer geben an, etwa 150 g bis 200 g zu sich zu nehmen. Was Obst angehe, geben 42 % an, täglich zwei Portionen zu essen. Obst wird damit stark überschätzt. Laut der Lebensmittelverbrauchsstudie des RIVM essen 19 % der Erwachsenen täglich 200 g oder mehr Obst (= entspricht 2 Portionen). Die tägliche Empfehlung des Ernährungszentrums lautet 250 g Gemüse und 200 g (2 Portionen Obst). Nur 17 % kennen die empfohlene Menge von 250 g Gemüse pro Tag. Die meisten Verbraucher
Vor allem Niederländer unter 35 Jahren geben an, ihren O+G-Konsum angepasst zu haben.
(46 %) gehen davon aus, dass es 200 g sind. Ein Viertel glaubt, dass 150 g Gemüse oder weniger pro Tag ausreichend sind.
Der Preis ist ein entscheidender Faktor
Drei Viertel der niederländischen Verbraucher geben an, dass der Verzehr von O+G im vergangenen Jahr unverändert geblieben ist. 16 % sagen, dass der Verzehr gestiegen sei, während 7 % angeben, weniger zu essen. Unterm Strich würde dies einen leicht höheren Verbrauch im Jahr 2025 bedeuten. Dies gehe auch aus den bisher verfügbaren Verkaufszahlen für 2025 hervor. Der Supermarktverkauf und der Verzehr von O+G außer Haus werden in diesem Jahr voraussichtlich um einige Prozent steigen. Angesichts des Rückgangs in den vergangenen drei Jahren sei dies sicherlich wünschenswert. Für die kleine Gruppe, die in der Umfrage angibt, weniger O+G zu essen, sei der Preis der wichtigste Grund.
Auch die schnelle Verderblichkeit, der Geschmack und Aufwand bei der Zubereitung spielen eine Rolle. Eine große Gruppe gibt an, stark auf Angebote zu achten und mehr kaufen zu wollen, wenn O+G erschwinglicher wären. Außerdem geben 22 % an, dass Kampagnen sie dazu anregen, mehr O+G zu essen. Dies gilt insbesondere für die jüngere Zielgruppe. Hier gibt es also klare Ansatzpunkte sowohl für Maßnahmen im Einzelhandel als auch für politische Maßnahmen. Darüber hinaus können visuelle, praktische Tipps den O+G-Konsum der niederländischen Verbraucher möglicherweise steigern. Vor allem Niederländer unter 35 Jahren geben an, ihren O+G-Konsum angepasst zu haben. So geben 58 % an, dass ihr Konsum gleich geblieben ist, 27 % sehen einen Anstieg und 13 % einen Rückgang. Drei von zehn Jugendlichen geben an, nicht zu wissen, wie viel O+G sie „essen sollten”, und seien offen für Maßnahmen zur Förderung eines höheren Verzehrs.
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GroentenFruit
Huis
Nur für geladene Gäste: Am 4. Februar findet die Berlin Party der Niederlande statt.
The Berlin Party 2026
Let's Celebrate & Connect
Co-organised by Jochem Wolthuis
Neun niederländische Unternehmen laden Erzeuger aus aller Welt ein
The Berlin Party 2026 ► Wenn sich die internationale Frischebranche zur FRUIT LOGISTICA 2026 in Berlin trifft, gehört ein Programmpunkt inzwischen fest dazu: The Berlin Party. Am Mittwoch, 4. Februar 2026 – dem ersten Messetag – lädt ein Zusammenschluss von neun niederländischen Unternehmen bereits zur 6. Edition dieses beliebten Abendevents ein.
Das Besondere 2026: Die Organisatoren richten ihre Einladung ganz bewusst an Erzeuger aus aller Welt, die zur FRUIT LOGISTICA reisen – als Zeichen der Wertschätzung und als Einladung, sich in entspannter Atmosphäre mit dem Handel, Vermarktern und Technologiepartnern zu vernetzen. Denn neben Termindruck und Messehallen bietet genau dieser informelle Rahmen oft die besten Gespräche: persönlich, offen und auf Augenhöhe. The Berlin Party verbindet hochwertiges Networking mit einem unkomplizierten Ambiente.
Gleichzeitig zeigt das Format, wie aktiv niederländische Unternehmen in Berlin auftreten und wie stark sie Kooperation und Community innerhalb der internationalen Obst- und Gemüsewirtschaft leben. Auch für die FRUIT LOGISTICA selbst ist dieses Engagement ein Gewinn: Solche Initiativen erhöhen die Aufenthaltsqualität und stärken Berlin als Treffpunkt der globalen Frischebranche.
Abendprogramm mit Beachfeeling
„The Berlin Party ist längst Tradition – ein Abend, an dem sich Erzeuger, Handel und Technologiepartner in einer warmen, entspannten Atmosphäre wieder begegnen“, sagt Koordinator Jochem Wolthuis. „Mit einer besonderen Location mit Beachatmosphäre und dem Termin am ersten Messetag machen wir es globalen Erzeugern einfacher denn je, dabei zu sein – und einen unvergesslichen Abend zu erleben.“ The Berlin Party ist
invitation-only. Der Zutritt ist ausschließlich mit einer bestätigten, personalisierten Registrierung und einem persönlichen Barcode möglich, der am Eingang gescannt wird. Jochem Wolthuis ist dabei kein Unbekannter in Berlin: Seit nahezu 20 Jahren verantwortet er die „Afterparty der Niederländer“ rund um die FRUIT LOGISTICA – zunächst gemeinsam mit Ger van Burik im Rahmen der Holland Fresh Group Party, heute als Koordinator von The Berlin Party, getragen von neun Partnerunternehmen. Ihr gemeinsames Ziel: Kunden und Kontakte nicht nur am Stand, sondern auch in einer anderen, entspannteren Umgebung willkommen zu heißen.
Die neun organisierenden Partner im Überblick
Die Berlin Party 2026 wird organisiert von einem niederländischen Partnernetzwerk aus folgenden Unternehmen, die jeweils ihre Kompetenzen entlang moderner, internationaler Lieferketten einbringen: • Blue Radix: Spezialist für daten-
basierte Lösungen und KI-Anwendungen im Gewächshaus
• Enza Zaden: internationaler Züchter und Sortenentwickler für Gemüsebau
• GreenTech: Leitmesse und Netzwerkplattform für moderne Horticulture-Technologie in Amsterdam
• Grodan: Anbieter von Steinwoll-Substraten und Know-how für den professionellen Anbau
• Priva: Technologiepartner für Klima-, Wasser- und Energiemanagement im Gartenbau
• Svensson: Spezialist für Klimaschirme und Lösungen für Lichtund Energiebalance
• Van Dijk Heating: Experte für Heizsysteme und Energielösungen im Gewächshaus
• Van Iperen: Anbieter von Düngern, Biostimulanzien und Lösungen für Pflanzenproduktion
• Viscon Group: Technologie- und Automatisierungspartner für Verpackung, Handling und Logistik j.w.
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Mehr Fläche, mehr Technik – und deutlich mehr Anforderungen an Service & Sicherheit
Batist Alucon | Modernes Gewächshaus-Deutschland ► Der deutsche Gewächshausbau hat in den vergangenen Jahren spürbar an strategischer Bedeutung gewonnen. Wo früher eher kleinere Strukturen dominierten, entstehen heute zunehmend moderne Anlagen – vor allem für die Gemüseproduktion. Der Anspruch hat sich klar verschoben: planbare Qualität, stabile Erträge und eine möglichst kontinuierliche Versorgung des Marktes. Mit dieser Professionalisierung steigen allerdings auch die Anforderungen im Betriebsalltag.
Jochem Wolthuis
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Moderne Gewächshäuser sind hochkomplexe Produktionssysteme. Klimaund Energiemanagement, technische Ausstattung, Insektenschutz, Automatisierung und Logistik greifen ineinander. Und damit rückt ein Thema stärker in den Fokus, das in vielen Investitionsplanungen lange unterschätzt wurde: Wartung, Reparatur und Arbeitssicherheit –insbesondere auf dem Dach und an sensiblen Gewächshausbereichen. Genau an dieser Schnittstelle positioniert sich ein Unternehmen aus den Niederlanden, das viele Insider bereits als hochpraktischen Problemlöser kennen: Batist Alucon. „Gerade in modernen Gewächshäusern entscheidet nicht nur die Technik über die Leistung, sondern auch, wie schnell und sicher man Wartung und Reparaturen erledigen kann. Unsere Lösungen sind dafür gemacht, dass Betriebe im laufenden Betrieb handlungsfähig bleiben – ohne Kompromisse bei der Sicherheit“, so Firmensprecher Dick Nooteboom im Gespräch mit dem Fruchthandel Magazin. Denn je größer und technischer eine Anlage, desto klarer wird: Ausfälle, Glasbrüche oder Verzögerungen bei Reparaturen sind keine „kleinen Zwischenfälle“, sondern können schnell zu Produktionsrisiken, Kosten und Qualitätsverlusten führen. Wer in Deutschland heute neu baut oder modernisiert, braucht deshalb nicht nur gute Technik – sondern auch eine „Service-Infrastruktur“, die im laufenden Betrieb funktioniert. Die Firma Batist Alucon ist
Spezialist für Aluminiumlösungen rund um sicheres und effizientes Arbeiten im und auf dem Gewächshaus. Gerade für deutsche Betriebe, die stärker unter Fachkräftemangel, Kostendruck und strengen Sicherheitsanforderungen arbeiten, wird dieser Fokus immer relevanter: Prozesse müssen nicht nur „irgendwie“ laufen – sie müssen planbar, ergonomisch und risikoarm sein. Firmensprecher Dick Nooteboom beschreibt diese Haltung treffend: „Wir bauen Lösungen – und zwar so, dass sie im Gewächshausalltag wirklich funktionieren: sicher, robust und praxisnah.“
Westland-Erfahrung seit 1986 – Hauptsitz in Wateringen
Batist Alucon wurde 1986 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Wateringen (Niederlande) – mitten im Westland, einer der international führenden Regionen für Hightech-Gewächshausproduktion. Batist Alucon ist zudem Teil von Batist Westland. Diese Herkunft ist mehr als ein Standortvorteil. Im Westland gilt: Jede Lösung muss in intensiven Produktionssystemen bestehen – unter Zeitdruck, bei hoher Flächenauslastung und in Betrieben, die keine Stillstände akzeptieren können. Genau diese DNA spiegelt sich in den Produkten wider: weniger Theorie, mehr Praxis. Batist Alucon ist aus der täglichen Gewächshauspraxis heraus entstanden. Die Lösungen entwickel-
ten sich ursprünglich aus dem Eigenbedarf von Batist Kassenbouw: Ziel war es, mit dem eigenen Personal smarter und schneller zu verglasen und im Gewächshaus effizienter zu arbeiten – vor allem aber sicherer. Aus dieser internen Optimierung entstand Schritt für Schritt ein spezialisiertes Sortiment an Aluminium-Hilfsmitteln und Plattformlösungen, das heute auch für externe Betriebe und Dienstleister verfügbar ist. Genau dieser Ursprung erklärt, warum viele Produkte so konsequent auf den Alltag ausgerichtet sind: Sie wurden entwickelt, weil sie gebraucht wurden – nicht weil sie gut in einen Katalog passen.
Von Verglasung bis Wartung: Lösungen für die sensiblen Zonen im Betrieb
Batist Alucon strukturiert sein Angebot entlang der kritischen Arbeitsbereiche: Verglasung, Reparatur & Wartung, Dachtransport sowie innerbetrieblicher Transport & Lagerung.
Es sind gerade die „kleinen“ Hilfsmittel, die im Alltag den größten Effekt bringen. Ein typisches Beispiel ist der sogenannte Gootrollator –ein vergleichsweise simples, aber in der Praxis besonders gefragtes Produkt und einer der meistverkauften Artikel von Batist Alucon. Er dient als stabiles Hilfsgerät, um sich sicher in der Rinne zu bewegen und Inspektionen am Gewächshausdach kontrolliert durchzuführen. Für Betriebe bedeutet das: weniger Improvisation, mehr Sicherheit – und vor allem eine deutlich bessere Routine bei regelmäßigen Kontrollen. Optional lässt sich der Rollator mit einem Glasgestell ausstatten, sodass auch Werkzeuge oder einzelne Scheiben praktisch mitgeführt werden können – ein Detail, das Service-Teams im Alltag spürbar Zeit spart.
Fazit: Wer professionell in Deutschland produziert, sollte Batist Alucon kennen. In Deutschland entwickelt
sich der Gewächshausbau in Richtung „Hightech-Produktion“ – und das bedeutet: Nicht nur Investition und Betrieb zählen, sondern auch Wartbarkeit und Sicherheit im Tagesgeschäft. Für deutsche Gewächshausbetriebe, Bauunternehmen und technische Dienstleister ist Batist Alucon deshalb kein „Zubehör-Anbieter“, sondern ein Partner für das, was im Alltag über Effizienz und Risiko entscheidet: sicheres Arbeiten, schnelle Reparaturen und stabilere Betriebsprozesse.
„Unsere Lösungen sind dafür gemacht, dass Betriebe im laufenden Betrieb handlungsfähig bleiben – ohne Kompromisse bei der Sicherheit“, so Firmensprecher Dick Nooteboom.
DNA-PROJEKT
Bessere Auswahl von Tomatensorten
Naktuinbouw startet gemeinsam mit europäischen Forschungsstationen ein internationales Projekt. Ziel ist eine Online-DNA-Datenbank, in der europäische Organisationen, die sich mit Sortenschutzforschung befassen, harmonisierte DNA-Profile von Tomatensorten hinzufügen, vergleichen und austauschen können. Diese Profile basieren laut der Organisation auf dem harmonisierten und validierten SNPSatz, der im Rahmen des vorherigen globalen Tomatenprojekts entwickelt wurde. Dieses Projekt baue darauf auf, wobei die Labore der Forschungsstationen für Pflanzenzüchtungsrechte den Satz verwenden. So könne man sicher sein, dass die Daten zuverlässig seien. Die Datenbank wird mit Funktionen zur Visualisierung und Berichterstellung ausgestattet. Jedes Jahr kommen neue Sorten hinzu. Dies helfe bei der DUS-Prüfung (Unterscheidbarkeit, Einheitlichkeit und Beständigkeit). „Durch Zusammenarbeit und Datenaustausch vermeiden wir Doppelarbeit und verbessern die Qualität der Forschung“, erklärt Michel Ebskamp, Unit Manager Identität & Qualität.
Sichere Gartenbauprodukte für Wartung und Reparatur Stark in Sonderanfertigungen seit 1986 www.batistalucon.nl
Kürbis in Bestform – ganzjährig
De Terp Squashpackers ► Wenn das Importgeschäft in den kommenden Wochen wieder deutlich anzieht, stehen viele Einkäufer vor derselben Frage: Wie sichern wir Qualität, Verfügbarkeit und Preisstabilität im Kürbisregal – und das planbar über die Saison hinaus? De Terp Squashpackers aus den Niederlanden will auf der FRUIT LOGISTICA in Berlin (Halle 3.2, Stand C-09) genau darauf eine klare Antwort geben: als zuverlässiger Ganzjahreslieferant von BioKürbis – sowohl als ganze Ware als auch als Halbfabrikat und Kürbiswürfel für Convenience-Programme.
Jochem Wolthuis
Rinke Robbers, Verkaufsmanager von De Terp Squashpackers, sagte im Gespräch mit dem Fruchthandel Magazin: „Der deutschsprachige Markt ist für uns der wichtigste Absatzmarkt. Kürbis entwickelt sich im Handel zunehmend vom klassischen Saisonartikel zum Produkt mit Convenience-Potenzial. Wir sehen eine klare Wachstumsdynamik beim Kürbiskonsum. Nur merken wir das im klassischen Handel nicht immer direkt, weil das Wachstum besonders im Convenience-Segment stattfindet.“ Gleichzeitig bleibe Luft nach oben: 43 % der Befragten einer Umfrage essen Kürbis nie – häufig, weil er „nie in Betracht gezogen“ wurde oder weil Zubereitungsideen fehlen. „Deshalb investieren wir gezielt in ein PR-Offensivprogramm – mit Messepräsenz, aber auch über digitale Kanäle“, so Rinke Robbers.
Vom Feld bis zum verpackten Produkt: alles aus einer Hand
De Terp Squashpackers steht für eine integrierte Wertschöpfung, die in dieser Konsequenz im Kürbisbereich selten ist: eigener Anbau, Vertragsanbau, Handel und Import, Lagerung, Sortierung, Qualitätsmanagement und Verarbeitung liegen beim Unternehmen in einer Hand. Das macht De Terp für den Handel besonders interessant – nicht nur als Ursprungslieferant, sondern als Partner für moderne Category- und Aktionsplanung.
Convenience treibt das Wachstum
–und Geschmack entscheidet
Ein zentraler Baustein ist die eigene Verarbeitung in einer hochmodernen Anlage direkt am Standort: De Terp liefert Kürbis-Halbfabrikate wie halbierte Ware sowie Kürbiswürfel (10 mm oder 20 mm) – und das ganzjährig. „Ich bin sehr stolz, dass wir einen sehr großen Retailkunden liefern dürfen, mit unserem geschnittenen Endprodukt – geschnitten an der Quelle, aus Kürbissen bester Qualität“, so Robbers. Robbers sieht dabei klare Qualitätsunterschiede im Markt – und appelliert an eine stärkere Positionierung über Sorten und Geschmack. Als Hauptsorte nennt De Terp den Flexi Kuri, der speziell im Profil überzeugt: „Unsere Hauptrasse Flexi Kuri unterscheidet sich mit
(v.l.) Ties Lans, Jeroen Robbers, Rinke Robbers
gutem Geschmack, Brix und Lagerfähigkeit – und er eignet sich außerdem sehr gut für die mechanische Ernte“, betont Rinke Robbers. Auch Konsumentendaten unterstützen diesen Fokus: In einer Erhebung (September 2024) nannten 33 % den Geschmack als Hauptgrund für den Kürbiskauf – noch vor dem Argument „saisonal“.
Bio – aber preisfähig:
Mechanisierung als Schlüssel
Eine der wichtigsten Botschaften für den Handel: De Terp liefert biologische Kürbisse, kann aber dennoch preislich konkurrenzfähig zu konventioneller Ware bleiben. Grundlage dafür ist eine konsequent optimierte Produktion – insbesondere die mechanische Ernte, in die De Terp stark investiert hat. „Wir machen das mechanische Ernten jetzt seit zwei Jahren – und viele Kollegen sind uns gefolgt. Für uns ist es eine enorme Entlastung, weil es immer schwieriger wird, Personal für die Feldarbeit zu finden“, erklärt Robbers. Und auch die Mengen zeigen, wie professionell das System mittlerweile skaliert: „In vier Wochen holen wir rund 6.000 t Kürbisse rein – und brauchen auf dem Feld kaum noch Personal, außer den Fahrern für Traktoren und Maschine.“
Während der Markt in Teilen mit aggressiven Preispunkten arbeitet, warnt De Terp vor einem Qualitätsverlust im Regal. Das Unternehmen setzt deshalb bewusst auf Kommunikation und Standards. „Wir informieren unsere Abnehmer aktiv über Qualitätsindikatoren und Unterschiede. Es ist leider oft noch nicht bekannt, wie stark sich Qualität und Preis voneinander ableiten“, sagt Robbers. Deutlich wird das auch in der Kritik an problematischer Ware, die immer wieder im Handel auftaucht: „Dieses Jahr sehen wir in deutschen Supermärkten regelmäßig ‚Virus-Kürbisse‘ – die sind im Geschmack und in der Qualität klar beeinträchtigt. Das ist für niemanden gut.“
FRUIT LOGISTICA: Kürbis als Kategorie – nicht nur als Herbstartikel
Für die Familie Robbers ist die FRUIT LOGISTICA ein strategischer Termin: Neben Rinke Robbers, der als
Ansprechpartner für Retail-Programme und Kundenentwicklung verantwortlich ist, ist auch sein Vater Jeroen Robbers als Firmengründer im Unternehmen aktiv. Gerade jetzt, da das Importgeschäft vor der Tür steht, will De Terp im Gespräch mit Einkäufern ein klares Signal setzen: Kürbis ist nicht nur ein kurzfristiger Saisonartikel, sondern eine Kategorie mit Planbarkeit –wenn Qualität, Prozesse und Convenience passen. De Terp Squashpackers liefert dafür ein breites Portfolio aus einer Hand: ganze Kürbisse, Halbfabrikate und Kürbiswürfel in konstantem Zuschnitt – state of the art, Bio und mit dem Anspruch, Handelsprogramme ganzjährig zuverlässig abzusichern.
Ein zentraler Baustein ist die eigene Verarbeitung in einer hochmodernen Anlage direkt am Standort.
Kürbis entwickelt sich im Handel zunehmend vom klassischen Saisonartikel zum Produkt mit ConveniencePotenzial.
De Terp Squashpackers Kürbis am bestform
Ihr One-Stop-Partner für Bio-Kürbis –vom Feld bis zur Verarbeitung. Flexi Kuri F1: Top-Geschmack, starke Struktur, hervorragende Schnittqualität.
Treffen Sie uns auf der FRUIT LOGISTICA Halle 3.2 C-09
Halle 3.2, Stand C-09
Autonomes Gewächshausmanagement: Crop Controller verschafft Erzeugern einen messbaren Vorsprung
Blue Radix ► Steigende Betriebsgrößen, Fachkräftemangel und hoher Kostendruck zwingen Erzeuger zu neuen Lösungen. Künstliche Intelligenz liefert dabei erstmals messbare Antworten: Mit dem Crop Controller zeigt Blue Radix, wie autonomes Klima- und Bewässerungsmanagement den Arbeitsaufwand drastisch reduziert, Erträge stabilisiert und Ressourcen spart – und damit bereits heute einen klaren Wettbewerbsvorteil im internationalen Gartenbau schafft.
Jochem Wolthuis
Der Crop Controller für autonomes Klima- und Bewässerungsmanagement reduziert den Arbeitsaufwand am Klimacomputer um bis zu 80 %. Dadurch können Erzeuger deutlich größere Flächen bewirtschaften – bis zum Vierfachen – und gewinnen zugleich mehr Planungssicherheit und Work-Life-Balance. In der Praxis führt dies zu rund fünf Prozent höheren Gewinnen, sieben Prozent besseren Erträgen, zehn Prozent geringerem Wasser- und Düngemitteleinsatz sowie 15 % Energieeinsparung. Autonomes Anbauen ist damit längst Realität – und verschafft Betrieben weltweit einen klaren Wettbewerbsvorteil.
KI ersetzt Routine –Freiraum für Strategie
Im Gespräch mit dem Fruchthandel Magazin erläutert Ronald Hoek, CEO und Mitgründer von Blue Radix, die Entwicklung des Unternehmens. Blue Radix wurde 2019 als Spin-off des niederländischen Energiedienstleisters AgroEnergy gegründet und brachte Anfang 2022 mit dem Crop Controller sein erstes marktreifes Produkt auf den Markt. „Der Crop Controller ist weit mehr als ein klassisches KI-Tool“, erklärt Hoek. „Er steht für einen grundlegenden Wandel im Gewächshausmanagement. Im Gegensatz zu Dashboards oder Reporting-Systemen übernimmt er die vollstän-
(v.l.) Rudolf de Vetten (CPO), Ronald Hoek (CEO) und Laurens van der Spek (COO)
dige Entscheidungsautomatisierung – inklusive Analyse, Planung und Ausführung. Wiederkehrende manuelle Aufgaben entfallen, sodass Erzeuger ihre Anbaustrategie effizient und konsistent umsetzen können.“
Persönliche Begleitung als Erfolgsfaktor
Gerade weil der Einsatz von KI für viele Betriebe Neuland ist, spielt die persönliche Betreuung eine zentrale Rolle. Laurens van der Spek, Chief Operations Officer bei Blue Radix, betont: „Die Einführung von KI erfordert Vertrauen und Anpassung. Deshalb begleiten unsere Autonomous Greenhouse Managers jeden Betrieb individuell. Sie verbin-
den KI-Technologie mit Pflanzenbau-Know-how und persönlicher Beratung – das macht den Unterschied in der Praxis.“
Planbare Ergebnisse, datenbasierte Steuerung
Ein entscheidender Vorteil des Systems liegt in der Fähigkeit, große Datenmengen zuverlässig zu verarbeiten. Klimadaten werden im Fünf-Minuten-Takt erfasst und analysiert, um stabile und reproduzierbare Wachstumsbedingungen zu schaffen. Rudolf de Vetten, Chief Product Officer bei Blue Radix, erklärt: „KI ermöglicht es, aus diesen Daten optimale und vor allem planbare Klimastrategien abzuleiten. Das führt zu gleichmäßigerer Be-
Fotos: Blue Radix
standsentwicklung, höheren Erträgen und deutlichen Einsparungen bei Energie und Wasser. Ziel ist ein ausgewogenes Umfeld, das konstant gute Ergebnisse liefert.“ Während der sechsmonatigen Testphase können Erzeuger das System umfassend kennenlernen. In dieser Zeit zeigt sich, dass der Crop Controller nicht nur funktional überzeugt, sondern auch wirtschaftlich messbaren Mehrwert liefert.
Fachkräftemangel und wachsende Betriebsgrößen als Treiber
Neben technologischen Fortschritten begünstigen auch strukturelle Veränderungen im Gartenbau den Einsatz autonomer Systeme. Laut Ronald Hoek führen der demografische Wandel und der Rückgang erfahrener Gärtner zu steigenden Anforderungen an die Betriebsfüh-
rung. „Wenn ein einzelner Erzeuger heute 20 ha bis 40 ha verantwortet, ist es kaum noch möglich, überall Spitzenleistungen zu erzielen“, so Hoek. „Autonome Gewächshaussteuerung hilft, fehlende Expertise auszugleichen und dennoch optimale Ergebnisse zu erreichen.“
Schrittweise eröffnen sich Betrieben dadurch neue Möglichkeiten, effizienter zu arbeiten und ihre Produktion nachhaltig zu sichern – ein wichtiger Beitrag zur Stabilität und zum Wachstum der Lebensmittelversorgung.
Das ist Blue Radix
Blue Radix ist ein international tätiges KI-Unternehmen mit niederländischen Wurzeln. Seit 2019 wird das Unternehmen von den Mitgründern Ronald Hoek (CEO), Rudolf de Vetten (Produkt) und Laurens van der Spek (IT & Operations) geführt.
Heute steuert Blue Radix Klima und Bewässerung autonom in mittelund hochtechnisierten Gewächshäusern in mehr als 20 Ländern und allen Klimazonen.
Halle 3.1, Stand A-51
Autonome Gewächshaussteuerung hilft, fehlende Expertise auszugleichen und dennoch optimale Ergebnisse zu erreichen.
Kernlos snacken, knackig punkten:
Mehr Biss fürs Regal
Enza Zaden ► Wer im Paprika- und Gurkensegment wirklich Mehrwert schaffen will, muss heute mehr liefern als nur „gute Ware“. Convenience, Genuss, gleichbleibende Qualität – und am besten ein klares Storytelling für Handel und Konsumenten. Genau hier setzt das niederländische Saatgutunternehmen Enza Zaden zur FRUIT LOGISTICA 2026 an und macht mit zwei starken Marken auf sich aufmerksam: Tribelli® Seedless und easyQs®. Der Besuch am Stand lohnt sich – nicht nur zum Ansehen, sondern vor allem zum Probieren.
Jochem Wolthuis
Die Mini-Gurken sind handlich portioniert und ideal für den direkten Verzehr – ob unterwegs, in der Lunchbox oder in Salaten und Bowls.
Im Mittelpunkt steht eine Produktidee, die in der Frischeabteilung sofort verstanden wird: Tribelli® Seedless, eine neue Generation süßer Mini-Spitzpaprika – 100 % kernlos. Keine Kerne bedeutet: kein Entkernen, kein Schneiden, kein Abfall – direkt snacken. „Wir wollten alles behalten, was Tribelli® ausmacht –Farbe, Süße, Crunch – und nur das entfernen, was stört: die Kerne“,
sagt Carmen Ampt, Produce Chain Specialist von Enza Zaden, im Gespräch mit dem Fruchthandel Magazin. „Das Ergebnis ist ein Paprika-Snack, der wirklich ready-to-eat ist – Biss für Biss.“
Dass es sich nicht nur um ein Marketingversprechen handelt, unterstreichen unabhängige Tests: In Blindverkostungen schneidet Tribelli® Seedless laut Enza Zaden klar besser ab als herkömmliche Sorten mit Kernen – und auch gegenüber anderen kernlosen Alternativen. „Geschmack entscheidet am Regal – und beim zweiten Kauf“, so Ampt. „Wir sehen, dass Verbraucher bei Tribelli® Seedless genau diesen Wow-Moment haben: süßer, aromatischer, knackig – und eben ohne Überraschungen.“ Auch die Branche hat das Konzept bereits honoriert: Tribelli® Seedless wurde bereits auf der Fruit Attraction als Finalist für den Innovation Award ausgewählt und ist auf der kommenden FRUIT LOGISTICA erneut für den Innovation Award nominiert. Außerdem wurde Tribelli® Seedless mit dem renommierten Superior Taste Award für sein herausragendes Geschmacksprofiel ausgezeichnet. Doch Innovation allein reicht nicht. Entscheidend ist die Lieferfähigkeit – ganzjährig, zuverlässig, standardisiert. Dafür setzt Enza Zaden auf ein Netzwerk ausgewählter Partnerproduzenten in Europa. „Partnerschaft ist das Herzstück der Marke“, betont Carmen Ampt. „Wir entwickeln nicht nur Genetik – wir entwickeln gemeinsam mit Produzenten und Handel eine Kategorie
weiter. Qualität und Brix müssen stimmen – vom Gewächshaus bis zum Verbraucher.“
easyQs® Gurken sind praktisch und lecker
Neben Paprika zeigt Enza Zaden in Berlin mit easyQs® ein Gurkenkonzept, das konsequent auf Snacking und Alltagstauglichkeit ausgerichtet ist. Die Mini-Gurken sind handlich portioniert und damit ideal für den direkten Verzehr – ob unterwegs, in der Lunchbox oder als schnelle Frischekomponente in Salaten und Bowls. Ein zentrales Plus: easyQs® können direkt mit Schale gegessen werden, was den Vorbereitungsaufwand minimiert und das Produkt besonders „readyto-eat“ macht. Gleichzeitig bietet das kleinere Produktkonzept einen klaren Vorteil in der Praxis: weniger Lebensmittelverschwendung, weil Verbraucher nicht automatisch zur großen Salatgurke greifen müssen, wenn sie nur eine kleinere Menge benötigen. Ein weiterer Punkt, der vor allem im Handel und in der Logistik zählt: easyQs® bleiben laut Enza Zaden auch mehr als zwei Wochen nach der Ernte knackig –ein starkes Argument für eine stabile Qualität über die gesamte Lieferkette hinweg. „Die ideale Größe von 80 g bis 200 g hilft außerdem, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren“, erklärt Ampt. „Denn nicht jeder Haushalt braucht die große Salatgurke. EasyQs®-Gurken passen zu kleinen Mahlzeiten und sind praktisch für unterwegs.“
Fotos: Enza Zaden
Enza Zaden als Partner der Wertschöpfungskette
Damit positioniert sich Enza Zaden klar in einer Entwicklung, die viele Händler beschäftigt: kleinere Einheiten, schneller Konsum, weniger Abfall – ohne Qualitätsverlust. Gleichzeitig zeigen beide Marken, wie Züchtung heute zunehmend die Gemüsekategorie mit klaren Nutzungsmomenten bereichert. Wer sich selbst ein Bild machen will, sollte den Stand in Berlin fest einplanen. Dort geht es nicht um Theorie, sondern um das direkte Erlebnis – Sehen, Fühlen, Schmecken. Oder wie Carmen Ampt es formuliert: „Am Ende zählt der erste Biss. Und den kann man auf der FRUIT LOGISTICA ganz einfach testen.“ Carmen Ampt ist auch Gesprächspartnerin der Online-Inter-
viewrubrik „Frische Perspektiven –Innovatoren im Fruchthandel“ – ein Format, das gezielt diejenigen vorstellt, die mit neuen Ideen Kategorien weiterentwickeln. Passend dazu steht ihr Messeauftritt in Berlin klar unter dem Motto: Snack-Qualität neu denken – ohne Kompromisse bei Genuss.
Unternehmenshintergrund Enza Zaden
Enza Zaden ist ein internationales, familiengeführtes Züchtungsunternehmen und zählt zu den weltweit führenden Akteuren in der Gemüsezüchtung und Saatgutproduktion. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den Niederlanden und ist mit Niederlassungen in 25 Ländern global aufgestellt. Das Sortiment umfasst ein hochwertiges Anbau- und Sortenprogramm
für mehr als 30 verschiedene Gemüsekulturen – viele davon sind auch als Bio-Saatgut verfügbar. Mit Marken-Konzepten wie Tribelli® und easyQs® zeigt Enza Zaden, wie Züchtung heute zunehmend als Sortimentsentwicklung gedacht wird – mit Fokus auf Qualität, Convenience und Konsumverhalten.
Halle 1.2, Stand B-30
Tribelli® Seedless, eine neue Generation süßer Mini-Spitzpaprika – 100 % kernlos
Berlin 4|5|6 Feb 2026
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Always Fresh: Weg in die Zukunft der Gemüseverarbeitung weisen
Sormac ► Das Unternehmen nimmt mit einem 285 m² großen Messestand an der FRUIT LOGISTICA 2026 teil, der weltweit führenden Fachmesse für die Obst- und Gemüsebranche. Unter dem Motto „Always Fresh: shaping the future of fresh-cut produce“ begrüßt Sormac vom 4. bis einschließlich 6. Februar bestehende und neue Geschäftspartner in Halle 1.1, Stand C-40. Dort werden dem Unternehmen zufolge die neuesten Maschinen und Lösungen für die Gemüseverarbeitung präsentiert.
Von vielseitigen, einfach zu bedienenden Einzelmaschinen bis hin zu vollständig konfigurierbaren Verarbeitungslinien und Projekten: Sormac unterstütze Unternehmen dabei, ihre Prozesse hygienischer, effizienter, nachhaltiger und profitabler zu gestalten. Ob Frischeküche mit Bedarf an Flexibilität und Chargenproduktion oder großindustrielle Verarbeitung mit Fokus auf hohe Kapazitäten und Automatisierung – Sormac bietet Lösungen, die mit den Ambitionen der Kunden mitwachsen. Besucher erleben, wie Sormac kontinuierlich neue Maßstäbe in den Bereichen Produktqualität, hygienisches Maschinendesign, Automatisierung und Prozesseffizienz setzt. Die Sormac-Experten, das internationale Vertriebsteam sowie das Händlernetzwerk stehen bereit, um Kunden kompetent zu beraten.
Hygienisches Maschinendesign
Sormac präsentiert seine Vision eines hygienischen Maschinendesigns, das einen zentralen Ausgangspunkt bei der Entwicklung neuer Maschinen darstellt. Die Designprinzipien sind auf optimale Reinigung ausgerichtet und ermöglichen eine effektive Desinfektion. Dies führe zu mikrobiologisch sicheren Maschinen und damit zu höherer Lebensmittelsicherheit, Premium-Produktqualität und längerer Haltbarkeit der Produkte. Zur Untermauerung dieser Designprinzipien hat Sormac umfangreiche mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt – sowohl
„Always Fresh: shaping the future of fresh-cut produce“ lautet das Motto am Sormac-Stand.
im eigenen Labor als auch bei Verarbeitungsbetrieben. Diese Tests liefern wertvolle Erkenntnisse, die direkt in die weitere Optimierung des Maschinendesigns eingeflossen sind, unter anderem bei dem auf dem Stand gezeigten Zwiebelschäler USM-H100.
Bekämpfung von Blattläusen in Salat
Mit dem Wegfall von Pflanzenschutzmitteln gegen Blattläuse stehen Erzeuger und Gemüseverarbeiter vor einer zunehmenden Herausforderung. Blattläuse verursachen nicht nur Schäden auf dem Feld, sondern führen auch zu Qualitätsproblemen in der Verarbeitungslinie. Deshalb untersuche Sormac in seinem Labor
in Venlo in Zusammenarbeit mit Vertify und mehreren führenden niederländischen Salatverarbeitern verschiedene Anpassungen der bestehenden Waschtechnologie, um Blattläuse effektiv und ohne chemische Mittel zu entfernen. Unsere Experten stehen bereit, um die Ergebnisse mit Kunden zu besprechen.
Live-Demonstrationen von Maschinen
Am Messestand in Berlin präsentiert Sormac Live-Demonstrationen eines breiten Maschinenspektrums:
Schälmaschinen:
• Melonenschäler MP-400 für u. a. Melonen, Wassermelonen und Kürbisse
Foto: Sormac
• Messerschäler UP-4000 für u. a. Karotten und Gurken
• Schälmaschine CBS/MBS für u. a. Kartoffeln, Rote Bete, Sellerie und Babykarotten
• Zwiebelschäler USM-H100 Schneidemaschinen für Obst und Gemüse:
• Bandschneidemaschine BSM-150
• Würfelschneider DC-145
• Stanzmaschine FS-3600 Entkernmaschinen:
• OptiCor OC-60 zum Entkernen und Schneiden von Eisbergsalat
• PepperCorer PC-55 zum Entkernen und Schneiden von Paprika Trocknung:
• Korbzentrifuge MC-44/Vario zum Trocknen von gewaschenem und geschnittenem Gemüse Automatisierung:
• OptiView-Kamerasystem zur Echtzeitüberwachung und Videoaufzeichnung an kritischen Punkten der Produktion
• OptiPro-Bilderkennung zur Prozessoptimierung und Qualitätskontrolle bei der Verarbeitung von Blattgemüse
Projektkompetenz
Sormac unterstütze Verarbeiter nicht nur mit Maschinen und Linien,
Besuchen Sie uns Halle 1.1 C-40
sondern auch bei kompletten Gemüseverarbeitungsprojekten – von Konzept und Engineering bis zur Realisierung. Mit intensiver Begleitung und umfassendem Prozesswissen liefere Sormac Lösungen, die auf Kontinuität und effiziente Betriebsführung ausgerichtet sind. Auf der Messe präsentiere Sormac seine fortschrittlichen Post-Harvest-Lösungen für Blattgemüse im Bereich Controlled Environment Agriculture (CEA). „Produktionskontinuität, intelligente und einfach
zu bedienende Maschinen sowie das stetige Streben nach Qualität und Nachhaltigkeit bilden den Kern all unseres Handelns. Auf dieser Messe zeigen wir, wie unsere Lösungen zum Erfolg unserer Kunden beitragen“, so Roy Lemmen, Kaufmännischer Direktor Sormac. Besuchen Sie Sormac auf der FRUIT LOGISTICA 2026 und entdecken Sie, wie Ihre Verarbeitungsprozesse „Always Fresh“ gehalten werden.
Halle 1.1, Stand C-40
OptiCor OC-60 zum Entkernen und Schneiden von Eisbergsalat
Meet the game changer: BSM-150 Bandschneidemaschine
Die ultimative Lösung für Ihre Gemüseschneidebedürfnisse, mit einer Leistung bis zu 1.500 Kg/Std.
■ Bis zu 100 programmierbare Rezepte
■ 150 mm Bandbreite für höheren Durchsatz
■ Spare Produktionszeit und Arbeitskosten
Präzision live erleben? Kommen Sie zu unserem Stand und entdecken Sie die vielen Schnittmöglichkeiten der Maschine in Aktion.
Der „Crunch“ macht Lust auf Gemüse
Rijk Zwaan ► Wenn ein Snack beim ersten Bissen hörbar „knackt“, ist das mehr als nur ein nettes Detail: Crunch steht für Frische, Qualität – und für ein positives Genussgefühl. Genau hier setzt die niederländische Saatgutfirma Rijk Zwaan an und präsentiert auf der kommenden FRUIT LOGISTICA ein Sortiment an Snackgemüse-Innovationen, die das Ziel verfolgen, Verbraucher stärker für Gemüse zu begeistern.
Jochem Wolthuis
Rijk Zwaan zeigt in Berlin verschiedene Snacktomaten-Sorten, die besonders für das Mittelmeergebiet relevant sind.
Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht die neue Mini-Pflaumentomate Calchetto RZ – eine Snacktomate, die mit einer besonders ausgeprägten Knackigkeit überzeugt. „Crunch liefert eine positive Prägung im Gehirn – das haben Wissenschaftler bewiesen“, heißt es aus dem Unternehmen. Kein Wunder also, dass knusprige, knackige Produkte in vielen Snack-Kategorien so erfolgreich sind. Rijk Zwaan überträgt dieses Prinzip gezielt auf Gemüse: „Deshalb wählen wir bei Rijk Zwaan diese Eigenschaft bewusst in unserem Snackgemüse aus – in Snack-Salat Crunshella®, unseren Mini-Gurken MyCubies® und jetzt auch in Calchetto.“ Was Calchetto besonders macht, ist nicht nur der starke erste Biss, sondern vor allem die Stabilität dieses Merkmals über die gesamte Lieferkette hinweg. Sensorische Vergleichsuntersuchungen zeigen: Calchetto schneidet sowohl beim „First Bite“ als auch bei „Crunchiness“ besser ab. Damit erfüllt die Sorte zentrale Anforderungen der modernen Snack-Kategorie – vom Regal bis zur tatsächlichen Konsumsituation. „Es ist attraktiv, dass die Sorte diese Knackigkeit in der gesamten Kette behält – bis hin zum Moment des Verzehrs“, erklärt Albert van Os, Crop Specialist bei Rijk Zwaan. Gleichzeitig
bringt Calchetto weitere Pluspunkte in die Waagschale: Die Sorte eignet sich für den unbelichteten Hightech-Anbau, liefert ein gutes Produktionsniveau und ist ToBRFV-resistent. Erkennbar ist diese Eigenschaft am Label Rugose Defense®. Aufgrund der Kombination aus Qualität, Widerstandskraft und wirtschaftlicher Leistung planen mehrere Erzeuger laut Rijk Zwaan bereits eine Ausweitung des Anbaus in dieser Saison.
Abrametto RZ und Laurenchetto RZ: starke Kandidaten für Südeuropa
Neben Calchetto zeigt Rijk Zwaan zwei weitere Snacktomaten-Sorten, die besonders für das Mittelmeergebiet relevant sind – ein Anbauraum, der für europäische Supermärkte im Snacksegment eine Schlüsselrolle spielt. Mit Abrametto RZ und Laurenchetto RZ adressiert das Unternehmen gezielt die Nachfrage nach widerstandsfähigen, leistungsfähigen und geschmacklich überzeugenden Sorten. Beide sind ebenfalls ToBRFV-resistent und damit auf ein Risiko vorbereitet, das in der Tomatenproduktion längst ein zentrales Thema ist.
David Herzog, Crop Spezialist bei Rijk Zwaan, hebt die
Fotos: Rijk Zwaan
ausgewogene Sortenleistung von Abrametto hervor: „Aus den ersten großen Versuchen zeigt sich, dass Abrametto eine gute Balance zwischen Geschmack, Ertrag und Anbaufreundlichkeit hat. Auch Bio-Erzeuger in Spanien erzielen sehr gute Ergebnisse mit dieser neuen Sorte.“ Laurenchetto positioniert sich etwas anders: Die Sorte benötigt laut Herzog kontrolliertere Bedingungen, bietet dafür aber ein „anderes Geschmacksprofil“, das von einigen Betrieben gezielt bevorzugt wird. Beide Sorten befinden sich bereits in einer prä-kommerziellen Phase, und erste Unternehmen und Erzeuger zeigen sich zufrieden mit den bisherigen Resultaten. Der Anspruch bleibt dabei klar: Rijk Zwaan entwickelt kontinuierlich neue Sorten, die zu den Anforderungen von Erzeugern, Handel und Konsumenten passen. Mit dieser konsequenten Ausrichtung unterstreicht Rijk Zwaan ein übergeordnetes Ziel: Sorten zu entwickeln, die den Genuss steigern und dadurch die Gemüseaufnahme erhöhen – ein Ansatz, der in Zeiten von Gesundheits- und Nachhaltigkeitsdebatten entlang der gesamten Wertschöpfungskette Rückenwind bekommt.
Blattlaus-Resistenz gut für die Umwelt
So sehr Geschmack, Snackability und Crunch im Fokus stehen – in der Praxis der Fresh-Cut-Industrie zählen ebenso harte Qualitätskriterien. Deshalb rückt Rijk Zwaan auch ein Produkt in den Vordergrund, das vor allem Verarbeiter und Handel betrifft: Blattläuse in Eisbergsalat. Die Sorten Happinas RZ und Friendlinas RZ verfügen über eine Nr:0,1-Resistenz und können dazu
Pflanzenschutzmitteleinsatz sinkt
Blattläuse sind nicht nur ein Problem im Feld: Sie sind auch ein Risiko für die Reputation verpackter Salate.
beitragen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und die Prozesssicherheit zu erhöhen. Denn Blattläuse sind nicht nur ein Problem im Feld: Sie sind auch ein Risiko für die Reputation verpackter Salate – selbst dann, wenn modernste Waschtechnologien eingesetzt werden. Jantine Heemskerk, Geschäftsführerin von Heemskerk fresh & easy, bringt es aus Sicht des großen Gemüseverarbeiters auf den Punkt: „Ja, wir sehen resistente Sorten als einen wichtigen und vielversprechenden Schritt. Es ist jedoch wichtig, andere essenzielle Eigenschaften und Resistenzen beizubehalten.“ Gleichzeitig betont sie, dass selbst hochwertige Waschtechnik keine 100-prozentige Sicherheit garantieren kann – und dass bereits geringe Funde im Endprodukt für Kunden nicht akzeptabel sind. Zudem kann Blattlausbefall die Qualität und Haltbarkeit beeinträchtigen, sobald das Blatt angestochen wurde. Damit zeigt Rijk Zwaan auf der FRUIT LOGISTICA nicht nur Genuss-Neuheiten für den Snackmoment, sondern auch Lösungen für ein echtes Kettenthema – immer mit dem gleichen Anspruch: Gemüse attraktiver, sicherer und konsumfreundlicher zu machen.
WFranz/Pixabay
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Wie viel chemischer Pflanzenschutz in einer Saison konkret notwendig ist, hängt stark vom jeweiligen Witterungsverlauf ab.
PRODUKTION Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in den Niederlanden in den zurückliegenden Jahren kräftig zurückgegangen. Laut aktuell vorgelegten Zahlen der nationalen Statistikbehörde brachten die niederländischen Landwirte und Gartenbauer 2024 noch 3.900 t Pflanzenschutzmittel aus; das waren 22 % weniger als 2020. Der mittlere Verbrauch pro Hektar ging zeitgleich von 7,1 kg auf 5,6 kg zurück. Die Zahlen basieren auf einer Umfrage, die die Behörde alle vier Jahre unter den Betrieben durchführt. Demnach fiel die Einsatzmenge von Fungiziden und Bakteriziden 2024 mit zusammen knapp 1.700 t etwa 24 % kleiner aus als 2020. Die Statistiker führen als einen Grund für den Rückgang das Verbot von Mancozeb im Jahr 2021 an. Dadurch sei u.a. der Fungizideinsatz im Anbau von Liliengewächsen, zu denen auch Tulpen zählen, massivgesunken. Im Kartoffelanbau sei die Einsatzmenge dagegen gestiegen, wohl als Reaktion auf die feucht-warme Witterung in der Anbausaison 2024. Das Jahr 2020 war dagegen warm und trocken gewesen. Wie viel chemischer Pflanzenschutz in einer Saison konkret notwendig ist, hängt bekanntlich stark vom jeweiligen Witterungsverlauf ab. So liegt der Verbrauch an Herbiziden und Fungiziden in feuchten Jahren höher als in trockenen, was die mitunter starken Sprünge beim Absatz in einzelnen Jahren erklärt. Aber auch sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen – wie der Wideruf der EU-Genehmigung für Mancozeb – beeinflussenden Mittelabsatz. Aussagekräftiger sind daher mehrjährige Betrachtungen, die aber in den Niederlanden durch den vierjährigen Abfrageturnus nicht möglich sind. Von Herbiziden wurden 2024 in den Niederlanden laut den Umfrageergebnissen etwa 1.100 t und damit 15 % weniger als 2020 ausgebracht. Die Einsatzmenge an Insektiziden verringerte sich um 34 % auf ungefähr 880 t. Dagegen wurden Wirkstoffe der Kategorie „Sonstige“, die bspw. zur Schneckenbekämpfung oder zur Regulierung des Pflanzenwachstums eingesetzt werden, umfangreicher genutzt. Ihre Ausbringmenge legte um gut 50 % auf 320 t zu. AgE
Halle 1.2, D-13
Strukturwandel und neue Konzepte bei Frischgemüse
Marktanalyse ► Die österreichische Gemüseproduktion hat im Jahr 2025 ein deutliches Plus erzielt. Wie Statistik Austria mitteilt, wurden insgesamt 726.800 t Feld- und Gartenbaugemüse geerntet. Damit lag die Ernte 9 % über dem Vorjahr und 10 % über dem Fünfjahresmittel. Begleitet wurde diese Entwicklung von einer um 3 % größeren Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr. Trotz eines kühlen Frühjahrs sowie punktueller Belastungen durch Hitze, Trockenheit und Hagel im Sommer erwies sich das Jahr insgesamt als sehr günstig für den heimischen Gemüsebau.
Besonders dynamisch entwickelte sich demnach die Produktion von Hülsenfrüchten sowie Wurzel- und Zwiebelgemüse. Mit 419.900 t lag diese Produktgruppe 16 % über dem Vorjahreswert und 18 % über dem Fünfjahresdurchschnitt. Neben einer um 6 % ausgeweiteten Fläche trugen vor allem überdurchschnittliche Erträge zu diesem Ergebnis bei, bilanziert Statistik Austria. Herausragend war die Zwiebelernte, die auf 219.900 t anstieg. Damit entfielen mehr als ein Viertel der gesamten österreichischen Gemüseproduktion auf diese Kultur. Bei nahezu unveränderter Fläche erhöhte sich die Produktionsmenge um 26 % gegenüber 2024 und lag sogar 32 % über dem langjährigen Mittel. Auch Karotten erzielten mit 124.900 t ein solides Plus von 4 %. Deutlich zulegen konnten zudem Grünerbsen, deren Erntemenge sich auf 12.100 t erhöhte (+54 %). Ein strukturell bemerkenswerter Schritt gelang beim Gemüsesoja (Edamame): Die Anbaufläche überschritt erstmals die Marke von 1.000 ha, wodurch die Produktion auf 3.900 t (+39 %) anstieg.
Druck auf Salat und Blattgemüse
Weniger positiv entwickelte sich die Situation bei Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse. Mit 136.100 t lag die Erntemenge 1 % unter dem Vorjahr und 4 % unter dem Fünfjahresmittel. Besonders betroffen war der Salatanbau, der rund ein Drittel dieser Produktgruppe ausmacht.
Auch in Österreich steht der Gemüseanbau trotz Zuwächsen vor großen Herausforderungen.
Die Fläche wurde um 4 % reduziert, unter anderem aufgrund fehlender Pflanzenschutzmittel und gestiegener Lohnkosten. Die Folge war eine Produktionsmenge von 44.500 t, was einem Minus von 6 % gegenüber 2024 und 11 % gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt entspricht. Beim Kohl zeigte sich hingegen eine gegenläufige Entwicklung: Trotz um 3 % geringerer Fläche stieg die Erntemenge um 4 % auf 37.200 t, was auf verbesserte Erträge schließen lässt. Die Fruchtgemüseernte belief sich 2025 auf 170.900 t. Damit lag sie 1 % über dem Vorjahr und 2 % über dem Fünfjahresmittel, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Kulturen.
Bei Tomaten ging die Produktion leicht auf 57.600 t zurück (-1 %), ebenso bei Gurken, deren Ernte mit 40.100 t um 7 % sank. Ursache waren geringere Erträge bei Einlegegurken sowie eine erneute Flächenreduktion im geschützten Anbau. Paprika konnte sich dem Trend entziehen und legte trotz starken Preisdrucks durch Importware um 2 % auf 14.000 t zu. Deutlich im Aufwind war der Zuckermais: Eine um 7 % ausgeweitete Fläche führte zu einer Produktionssteigerung von 21 % auf 20.800 t. Auch Speisekürbis erreichte mit 25.800 t einen neuen Höchstwert. Starke Flächenzuwächse bei Melonen, vor allem Wassermelonen, sorgten ebenfalls für einen Rekord von 2.800 t
(+17 %). Besonders dynamisch entwickelte sich schließlich die Auberginen-Produktion, die – teils aus intensiver Glashauskultur – auf 2.500 t anstieg, ein Plus von 51 %.
Herausforderungen & Chancen
Das Gemüsejahr 2025 bestätigt einerseits den hohen Leistungsstand des österreichischen Gemüsebaus, zeigt aber auch klare Verschiebungen innerhalb der Kulturen und offenbart Herausforderungen für die Zukunft. Während Feldgemüse und einzelne Spezialkulturen stark profitieren, geraten arbeitsintensive und regulierungsabhängige Bereiche wie Salat zunehmend unter Druck.
Für die kommenden Jahre dürfte daher weniger die Gesamtmenge als vielmehr die wirtschaftliche und strukturelle Anpassungsfähigkeit der Betriebe über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. An Attraktivität gewonnen haben auch alternative Anbaukonzepte, zum Beispiel die Marktgärtnerei, die eine hochproduktive Landwirtschaft auf kleinster Fläche ermöglichen soll. Was auf den ersten Blick wie eine Nische wirkt, entwickelt sich zunehmend zu einem ernstzunehmenden Baustein für eine nachhaltige und resiliente Lebensmittelversorgung. Marktgärtnereien bewirtschaften im Vergleich zur klassischen Landwirtschaft sehr kleine Flächen für
die regionale Versorgung mit Frischgemüse. Oft umfassen sie nur 0,1 ha bis 1 ha, teilweise nicht größer als ein Fußballfeld. Dennoch entstehen hier große Mengen Gemüse in einer außergewöhnlichen Vielfalt. Möglich wird dies durch eine intensive Flächennutzung, dichte Pflanzabfolgen und eine ganzjährige Planung, die konsequent auf Vielfalt statt Monokulturen setzt. Zentraler Ausgangspunkt ist der Boden. Der Aufbau und Erhalt eines gesunden, lebendigen Bodens gilt als Fundament der Marktgärtnerei. Gesunde Böden fördern stabile Pflanzenbestände, reduzieren Krankheitsdruck und tragen wesentlich zur Qualität und zum Geschmack des Gemüses bei. Damit rückt die Marktgärtnerei den Boden nicht nur als Produktionsgrundlage, sondern als lebendiges Ökosystem in den Mittelpunkt. Gearbeitet wird überwiegend manuell oder mit innovativen Kleingeräten, die speziell für kleinstrukturierte Systeme entwickelt wurden. Das Produktionssystem ist bewusst auf Menschen zugeschnitten – nicht auf große Maschinen. Gleichzeitig folgt die Marktgärtnerei konsequent ökologischen Pflanzenschutzmitteln. Mineraldünger und chemischsynthetische Pestizide kommen nicht zum Einsatz. Stattdessen wird im Einklang mit natürlichen Kreisläufen gearbeitet, was Biodiversität fördert und Ressourcen schont.
Regional, saisonal und erntefrisch
Ein weiteres Kennzeichen der Marktgärtnerei ist die konsequente Ausrichtung auf Saisonalität und Regionalität. Geerntet wird erst dann, wenn das Gemüse reif ist –ohne Beheizung, künstliche Belichtung oder lange Transportwege. Vermarktet wird direkt, über Bauernmärkte, Hofläden oder Gemüsekisten-Abos. Trotz wachsender Popularität fehlten bislang belastbare Zahlen zur Leistungsfähigkeit von Marktgärtnereien im mitteleuropäischen Raum. Um diese Lücke zu schließen, wurde im Frühjahr 2022 die Operationelle Gruppe (OG) Marktgärtnerei gegründet. Das von der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-AGRI) geförderte Projekt untersuchte bis Juni 2025 erstmals systematisch die Marktgärtnerei in Österreich. Die Ergebnisse fallen deutlich aus: Marktgärtnereien können demnach auch auf weniger als einem Hektar wirtschaftlich erfolgreich sein und einen relevanten Beitrag zur heimischen Gemüseversorgung leisten. Bezogen auf den aktuellen Pro-Kopf-Verbrauch von 123 kg Gemüse pro Jahr könnten laut den Versuchen pro 1.000 m² Anbaufläche bis zu 100 Menschen mit Gemüse versorgt werden.
Gute Ernten stärken die Versorgung –Preisdruck und Schädlinge belasten den Anbau
Jahresbilanz ► Die Schweizer Obst- und Gemüsebranche blickt auf das Jahr 2025 als eines mit guten bis sehr guten Ernten und einer gesicherten Versorgung zurück. Nach mehreren schwierigen Vorjahren bedeutet dies laut einem Übersichtsartikel, den der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) zusammengestellt hat, einen spürbaren Aufschwung. Gleichzeitig bleiben viele Betriebe unter Druck: niedrige Preise, Importkonkurrenz, neue Schädlinge sowie zunehmende politische Anforderungen prägen weiterhin das angespannte Umfeld.
Michael Schotten
Das Jahr 2025 habe sich mengenmäßig wieder von der besseren Seite im Vergleich zu 2023 und 2024 gezeigt, sagte Markus Waber, stellvertretender Direktor des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) im Dezember in einer vorläufigen Einschätzung. Über das gesamte Jahr betrachtet könne von einem guten Gemüsejahr gesprochen werden. Bei einzelnen Gemüsesorten griff 2025 über längere Zeiträume der Grenzschutz, dennoch mussten im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr Kontingente in Anspruch genommen werden. Dies spreche für eine gute Abdeckung mit Schweizer Gemüse. Der Saisonstart im Frühling 2025 verlief dann fulminant. Warme Temperaturen sorgten für ein rasches Wachstum der Kulturen, wodurch die Produzentinnen und Produzenten in der Schweiz hohe Erntemengen erzielen konnten. Der Sommer zeigte sich hingegen wechselhaft: Auf Hitzeperioden im Juni und August folgte ein überwiegend nasser und eher kühler Juli, was den Anbau erschwerte, heißt es im LID-Bericht. Der Herbst verlief aus Sicht der Branche durchschnittlich. Insgesamt wirkte sich das Wetter positiv auf den Krankheits- und Insektendruck aus. Laut LID trugen zahlreiche Notfallzulassungen bei Pflanzenschutzmitteln zu einem ausreichenden Schutz der Kulturen bei. Gleichzeitig gewann der Rübenrüssler 2025 weiter an Bedeutung. Der Schädling, der erstmals 2019 in der Schweiz auftrat, verur-
Aus Sicht der Schweizer Gemüsebranche kann von einem insgesamt „guten Jahr 2025“ gesprochen werden.
sachte demnach mehr Schäden als in den Vorjahren und betrifft neben Zuckerrüben zunehmend auch Kulturen wie Rote Bete und Mangold. Logistische Herausforderungen zeigten sich bei der Karottenernte. Aufgrund knapper Erntebehälter konnten einzelne Flächen bis Mitte Dezember nicht geerntet werden. Zudem erwiesen sich die ersten Lagersätze als sehr gut, während spätere Bestände infolge der Hitze deutliche Lücken aufwiesen. Die daraus resultierenden größeren Kaliber könnten sich auf den Markt auswirken, wobei die Folgen laut Markus Waber noch ungewiss sind.
Erfreuliche Zwiebelernte
Trotz verschiedener Widrigkeiten fiel die Zwiebelernte 2025 sehr erfreulich aus. Die Erträge waren außerordentlich hoch und übertra-
fen jene der Vorjahre deutlich. Als Gründe nennt Markus Waber unter anderem die größere Anbaufläche, günstige Witterung sowie den Einsatz eines neuen Fungizids. Zwar sind die Anbauflächen in den letzten Jahren gestiegen, größere Erntemengen konnten bisher jedoch nicht erzielt werden. Ob die Versorgung mit Schweizer Zwiebeln bis zum Anschluss an die neue Ernte Ende Mai gesichert ist, bleibt offen. Entscheidend seien Nachfrage und Lagerqualität.
Obst- und Beerenbau:
Gute Ernten, angespannte Märkte
Für die Schweizer Obst- und Beerenproduzentinnen und -produzenten war 2025 mengenmäßig ein sehr gutes Jahr, insbesondere bei Beeren, Kirschen und Aprikosen. Deut-
Foto:
Suisse
Garantie
lich schwächer fielen hingegen die Ernten bei Zwetschgen und Mostbirnen aus. Gleichzeitig verschärften tiefe Preise im Einzelhandel, zunehmender Schädlingsdruck und hohe Produktionskosten die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Ein sehr milder Winter ohne nennenswerten Frost und ein sonniger Frühling schufen jedoch ideale Startbedingungen. „Das Jahr 2025 war ein erfreuliches Beerenjahr“, hält der Schweizer Obstverband fest. Über alle Beerensorten hinweg lagen die Erntemengen rund zehn Prozent über dem Mehrjahresdurchschnitt. Besonders stark legten Erdbeeren zu: Mit 7.990 t fiel die Ernte knapp zwölf Prozent höher aus als im Durchschnitt der letzten Jahre. Himbeeren erreichten mit plus zwei Prozent 2.224 t, Brombeeren mit plus sechs Prozent 600 t und Johannisbeeren 290 t. Eine außerordentlich gute Ernte verzeichneten
Heidelbeeren mit 834 t, was 28 % über dem Fünfjahresschnitt liegt.
Steinobst und Kernobst:
Gegensätzliche Entwicklungen
Auch beim Steinobst zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Kirschen und Aprikosen profitierten von der Witterung, während Zwetschgen nach
einem starken Vorjahr Einbußen hinnehmen mussten. Die Schweizer Kirschenernte belief sich auf 2.254 t und lag damit 13 % über dem Fünfjahresdurchschnitt. Qualität und Ausfärbung wurden als sehr gut beurteilt. Die Zwetschgenernte erreichte hingegen nur 2.615 t, was 82 % des Durchschnitts der Jahre 2020 bis 2024 entspricht. Ein Höhepunkt war das Aprikosenjahr im
Auch im schweizeischen Obstbau bereitet der wirkungsvolle Schutz der Pflanzen große Sorgen.
Foto: Schweizer Obstverband
Wallis. Dank günstiger Bedingungen wurden 7.545 t geerntet, rund 55 % mehr als im Schnitt der letzten fünf Jahre.
Beim Kernobst lagen die Lagerbestände für Tafeläpfel Ende November bei 63.000 t. Dies sind zwar rund 1.000 t weniger als im Vorjahr, aber deutlich über dem angestrebten Ziellagerbestand von 57.000 t.
Die Lagerbestände bei Tafelbirnen betrugen 5.500 t und lagen damit klar unter dem Vorjahreswert von 10.000 t, wobei die letztjährige Ernte außergewöhnlich groß ausgefallen war. Die Sorte Gala bleibt mit einem Anteil von 30 % die am häufigsten angebaute Apfelsorte in der Schweiz, gefolgt von Golden Delici-
ous mit 13 % und Braeburn mit elf Prozent. Bei den Birnen führt Kaiser Alexander mit 26 % vor Conference mit 24 %. Auf Rang drei liegen Williams und Gute Luise mit je 13 %. Größte Sorgen bereiten auch in der Schweiz weiterhin Schädlinge. 2025 führte die Branche erstmals ein nationales Schädlingsmonitoring mit einer Umfrage zu Befall und wirtschaftlichen Schäden durch. „Schädlinge bleiben eine große Herausforderung“, sagte Yvonne Bugmann vom Schweizer Obstverband. Die höchsten finanziellen Schäden verursachte die Kirschessigfliege. Zudem traten in mehreren Kantonen Baumwanzen im Kernobst sowie der Pfirsich- und
der Pflaumenwickler stark in Erscheinung. Regional kam es durch neu auftretende Arten wie die Mittelmeerfruchtfliege zu erheblichen Ausfällen.
Pilzbranche: Anhaltender Wettbewerbsdruck
Auch 2025 blieb für die Schweizer Pilzbranche ein Jahr großer Herausforderungen. Wachsende Importe und ungleiche Wettbewerbsbedingungen setzen die Produzentinnen und Produzenten weiter unter Druck. Zwar bleibt die ganzjährige Verfügbarkeit von Champignons und Edelpilzen für die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz gewährleistet, doch der Importanteil steigt weiter, während die inländischen Produktionsmengen auf Vorjahresniveau verharren. Ein unverändert zentrales Problem sind die hohen Produktionskosten, die international kaum ausgeglichen werden können. Während Betriebe in der Europäischen Union Förderungen von bis zu 40 % für die Modernisierung ihrer Anlagen erhalten, müssen Schweizer Produzenten entsprechende Investitionen weitgehend selbst finanzieren, heißt es im Bericht. Der Verband Schweizer Pilzproduzenten fordert deshalb eine stärkere Unterstützung durch Politik und Handel sowie eine bessere Vermarktung, um den Wert von Schweizer Pilzen gegenüber Importware hervorzuheben. Trotz der angespannten Lage hält die Branche an den Zielen Wachstum und Innovation fest.
DEUTSCHER FRUCHT PREIS
SO MELDEN SIE IHRE ABTEILUNG ZUM WETTBEWERB
• Ihre Daten geben Sie in das Anmeldeformular unter www.rundschau/Wettbewerbe ein.
• Reichen Sie bitte mindestens zehn aussagekräftige Fotos ein, gerne auch eine Präsentation, Videoclip, weiteres Material. Alles digital hochladen oder per Wetransfer senden.
• Anmelden können Sie Ihren Markt ab sofort bis zum 12. Februar 2026.
• Die Jury achtet auf: Sortimentsbreite, -tiefe, Aktualität, Präsentation, Warenkunde, Beschriftung, Beratung, Mitarbeiterengagement, PoS-Marketing, eigene Ideen, Kreativität
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• Der Wettbewerb motiviert Mitarbeiter, gemeinsam auf den Sieg hinzuarbeiten.
• Teilnehmer erhalten ein Coaching in Form einer individuellen Beurteilung.
• Die Sieger sind Vorzeigeabteilungen für die Branche und setzen Maßstäbe.
• Alle Gewinner erhalten einen Imageclip für ihre Marketingzwecke.
• Die Auszeichnung stärkt das Image und das Vertrauen der Kunden.
• Gewinner berichten über signifikante Umsatzsteigerungen.
Mehr Informationen und den Anmeldebogen finden Sie unter: https://www.rundschau.de/ wettbewerbe/fruchtpreis/ anmeldung-online
(Grünen) Zauber wirken lassen
Polen | Kürbis ► Der ökonomische Bereich des öffentlichen Mediums TVP3 Opole berichtet ausführlich über den Kürbismarkt in Polen. Die Journalistin Paulina Hołota weist darauf hin, dass ein Drittel der Kürbisproduktion der EU inzwischen aus Polen stammt. Das Portal „www.sadyogrody.pl“ fügt ergänzend hinzu, dass Polen seit 2020 zu den größten Kürbisproduzenten in der EU gehört.
Dr. Henriette Ullmann
Der Anteil des Landes an der gesamten Kürbisernte der EU stieg 2024 auf 33 % an. Nach den verfügbaren Daten von Eurostat hat sich die Anbaufläche für Kürbisse in Polen im Zeitraum 2014 bis 2024 von 1.100 ha auf 9.300 ha erhöht. Mit der Zunahme der Anbaufläche stieg auch die nationale Kürbisernte dynamisch an, von 48.000 t im Jahr 2014 auf etwa 400.000 t im Jahr 2022, d.h. um das Achtfache. 2024 betrug die Kürbisernte 383.000 t. Außer Polen gehören noch vier weitere Länder innerhalb der EU zu den größten Produzenten von Kürbissen: Mit einem Anteil von 235.000 t und 20% der EU-Produktion nimmt Frankreich Platz 2 ein, gefolgt von Spanien (172.000 t, Produktionsanteil 15 %), Deutschland (114.000 t, Produktionsanteil 10 %) und Portugal (92.000 t, Prozentanteil 8 %). Der Anteil der fünf führenden Kürbisproduzenten im Jahr 2024 entsprach 86 % der gesamten EU-Produktion. Seit 2019 ist auf dem EU-Markt ein Aufwärtstrend bei der Kürbisproduktion zu verzeichnen. 2024 erreichte die Kürbisernte in der Europäischen Union über 1,2 Mio t und war damit um 9 % höher als im Vorjahr, berichtet „www.sadyogrody.pl“. Die zunehmende Kürbisproduktion in Polen ist auf die steigende Nachfrage der Verbraucher sowie auf die relative Einfachheit des Anbaus zurückzuführen, der weder guten Boden noch hohe Ausgaben für chemischen Pflanzenschutz erfordert, berichtet das Portal und bezieht sich hier auf die Informationen vom Nationalen Zentrum für Landwirt-
Die zunehmende Kürbisproduktion in Polen ist auf die steigende Nachfrage der Verbraucher sowie auf die relative Einfachheit des Anbaus zurückzuführen.
schaftsförderung (KOWR). Die in Polen angebauten Kürbisse werden je nach Sorte für den Verzehr, zu Dekorationszwecken sowie zum Halloweenfest verwendet, wobei zwei Arten das Sortiment dominieren: der gewöhnliche Kürbis und der Riesenkürbis. 2025 waren im Nationalen Sortenregister (KR) etwa 35 Sorten dieser Pflanze registriert.
Einige Neuheiten im Portfolio
Eine wichtige große Gruppe bilden Speisekürbisse, darunter die bekannten und beliebten Sorten Hokkaido, Nelson, De Provence und Moschus-Kürbis. 2025 gab es auch einige Neuheiten im Angebot: den Spellcast-Kürbis, dessen Konsistenz dem Moschus-Kürbis ähnelt, der jedoch anders aussieht, sowie den grünen Hokkaido, der sich durch seine intensiv grüne Schale
und sein zarteres, helleres Fruchtfleisch auszeichnet. Diese Angaben stammen aus dem Interview, das „www.sadyogrody.pl“ mit dem Kürbis- und Paprikaproduzenten Paweł Myziak geführt hatte.
Geringe Exportzahlen
Der Export von Kürbissen aus Polen ist gering und beträgt 3.000 t bis 4.000 t pro Jahr, was etwa 1 % der nationalen Produktion entspricht. 2024 verkaufte Polen Kürbisse u.a. an Italien (25 % des Exportvolumens), Deutschland (20 %), an die Slowakei (15 %) und Tschechien (10 %).
Gleichzeitig belaufen sich die jährlichen Kürbisimporte nach Polen auf 2.000 t bis 3.000 t. Polen importiert Kürbisse aus den Niederlanden, Deutschland und aus Spanien, berichtet Paulina Hołota von „TVP3 Opole“.
Foto:
Pixabay
2026 PROGRAMME
WEDNESDAY 4 February 2026
10.00–11.00
Sustainability doesn´t know any (climate) break
11.30–12.30
Sustainability – locally and along the chain
13.00–14.00
Unwrap the PPWR – Impacts, challenges and perspectives for the Fresh Produce Supply Chain
15.00–16.00
Data transfer – Data security
16.30–17.30
From Innovation to Impact
LIVE ON THE FRUIT LOGISTICA STAGES
Simultaneous translation: German, English, Spanish, French, Italian
4|5|6 February FRUIT LOGISTICA 2026 HALL 23 | STAND G-01
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Smart Digitalization in Horticulture: AI-Driven Efficiency
11.30–12.30
Emerging Dynamics in the Global Avocado Market
13.00–14.00
Back to the future of bananas
15.00–16.00
So close – so far
16.30–17.30
Exports of fresh fruits from the Southern Hemisphere: trends, challenges and opportunities
FRIDAY 6 February 2026
10.00–11.00
Africa – a strong partner
11.30–12.30
Regulation and impact on the chain
Tel. +49-(0)211-9 91 04-40
Bulgarien: Neue Strategien gefragt
Produktion ► Bulgariens Obst- und Gemüseproduzenten wünschen sich die Rückkehr zu einstigen Exporterfolgen. Ganze 35 Jahre nach der politischen Wende allerdings keine leichte Aufgabe. In Zeiten des Eisernen Vorhangs gehörte Bulgarien zu den wesentlichen Agrarländern des Ostblocks, während aktuell die Ergebnisse eher bescheiden ausfallen.
Ralf Petrov
Der nationale Branchenverband „Obst und Gemüse“ sieht die wesentlichen Hürden in der ungerechten Gewinnverteilung entlang der Wertschöpfungskette, in der fehlenden Gleichstellung zwischen europäischen und bulgarischen Farmern, der illoyalen Konkurrenz von Seiten Drittländer. Hinzu kommen hausgemachte Probleme bei der Kooperation zwischen den Herstellern selbst, fehlende Arbeitskräfte oder verschleppte legislative Entscheidungen wegen der ständigen Regierungswechsel in den vergangenen Jahren.
Als Ergebnis fehlt es der Branche an einer echten Vision für die Zukunft, die Entwicklungen sind oft chaotisch, zentral verwaltet werden nur einzelne Gewinn bringende Bereiche, während der arbeitsintensive Anbau von Obst und Gemüse eher im Schatten bleibt und sich selbst überlassen zu sein scheint. Vor diesem Hintergrund ist leicht verständlich, dass es immer öfter an Optimisten mangelt, die bereit sind, dennoch Felder und Gärten zu bearbeiten.
Bulgariens Obstund Gemüseproduzenten wünschen sich die Rückkehr zu einstigen Exporterfolgen.
Alte bulgarische Apfelsorten wie „Kantarka“, „Kurtovka“ oder „Demirka“ haben ausgezeichnete geschmackliche Qualitäten, die bei neuen hybriden Sorten verloren gehen.
Erste entscheidende Schritte sollen Erleichterungen bei der Gründung von Genossenschaften bringen. Die Branche fordert die Politik auf, gesetzliche Regelungen zu schaffen, um die Gewinne gerechter zu verteilen. Aktuell bekommen die Farmer nur den geringsten Anteil am Profit. Darüber hinaus sollte eine nationale Strategie dafür sorgen, den Anbau möglichst von der Abhängigkeit von EU-Subventionen zu lösen. Als kleiner Markt werden künftig auch die finanziellen Hilfen aus Brüssel eher bescheiden ausfallen, so die Stimmen aus der Branche.
Sanierung und Bau von Bewässerungsanlagen
Der Verband der Besitzer landwirtschaftlicher Nutzflächen Bulgariens sieht die wohl größte Herausforderung bei der Sanierung existierender und den Bau neuer Bewässerungsanlagen. In dieser
Beziehung gebe es im benachbarten Rumänien bereits positive Beispiele. Vor allem wegen des Klimawandels habe das Thema Wasser für den Agrarsektor höchste Priorität.
Die etwa 40.000 ha über Bewässerung verfügenden Flächen sollen auf 150.000 ha erhöht werden. „Dabei werden zunächst alle Flächen in Bezug auf Bewässerung inventarisiert. Das geschah zum letzten Mal im Jahr 1992. Jetzt sollen sie alle in einem digitalen Model dargestellt werden“, erklärt Bulgariens Agrarminister Georgi Tahov. Experten sind der Meinung, dass inzwischen alle potentiellen landwirtschaftlichen Nutzflächen Bulgariens aktiv genutzt werden. Die Statistik weist unterdessen darauf hin, dass die Felder immer seltener den Besitzer wechseln. Käufer sind im wesentlichen Anbauer, während der Preis vom erwarteten Ernteergebnis sowie den Ausgaben pro Hektar abhängt. Teilweise gin-
Fotos: Ralf Petrov
gen die Preise in den letzten zwei/ drei Jahren bis zu 20 % zurück. Im Allgemeinen sei die Stimmung zurückhaltend: wegen dem Krieg in der Ukraine, dem Green Deal, die volatile Preislage bei der geernteten Kulturen und die immer spürbare Dürre im Land.
Sortenvielfalt legt zu
Gleichzeitig tut sich einiges zum Thema Sortenvielfalt in Bulgarien. Die Initiative „Agrolink“ bemüht sich um die Erstellung eines öffentlich zugänglichen Katalogs altertümlicher bulgarischer Sorten und
Kulturpflanzen, damit die Samen bewahrt und für künftige Generationen erhalten bleiben. Experten alarmieren, dass aktuell 80 % der im Land verwendeten Samen fremden Ursprungs sind. Vor allem nichthybride Samen, die über Jahrtausende auf dem Territorium gepflegt und geerntet wurden, verdienten heute mehr Aufmerksamkeit. Diese Pflanzen hätten sich sehr gut an die lokalen klimatischen Bedingungen angepasst und erfordern weniger Chemikalien. So hätten alte bulgarische Apfelsorten wie „Kantarka“, „Kurtovka“ oder „Demirka“ ausgezeichnete geschmackliche Qualitä-
ten, die bei neuen hybriden Sorten unweigerlich verloren gehen. Das Institut für Gemüsekulturen „Maritsa“ in Bulgariens zweitgrößten Stadt Plovdiv testete unterdessen erfolgreich sieben neue eigene Sorten: die Tomaten „Rosovo Sijanie“, „Dara“, „Mini Miss“ und „Salzitsa“, den süßen Paprika „Baltovska kapia“, die scharfen Peperoni „Ruevit“ sowie das Weißkraut „Abagar“. Zum ersten Mal verfügten diese Sorten über eine genotypische Identifizierung und ein Stoffwechselprofil, was ihren gesundheitlichen Nutzen eindeutig belegen soll.
Rosenkohl: Pflanzschema wichtiger als Sortenwahl
Ukraine ► Rosenkohl spielt in der ukrainischen Gemüseproduktion bislang nur eine untergeordnete Rolle, obwohl die Kultur über ein hohes Marktpotenzial und eine vergleichsweise hohe Wertschöpfung verfügt. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass die Wirtschaftlichkeit des Anbaus weniger von der Sortenwahl als vielmehr von der Pflanzdichte abhängt. Darauf weist eine Studie der National University of Life and Environmental Sciences of Ukraine (NUBiP) hin, über die das Branchenportal EastFruit unter Berufung auf eine Veröffentlichung im Fachmedium Propozitsiya berichtet.
Nach Angaben der Wissenschaftler V. Kutovenko (PhD Agrarwissenschaften) und R. Havrylenko wird Rosenkohl in der Ukraine bislang nur begrenzt angebaut. Ein wesentlicher Grund dafür sei das Fehlen fundierter Anbauempfehlungen, insbesondere in Bezug auf geeignete Pflanzschemata. Die Pflanzdichte habe jedoch einen direkten Einfluss auf Ertragsbildung, Gleichmäßigkeit der Röschen sowie auf die Widerstandsfähigkeit der Bestände gegenüber Stressfaktoren und Krankheiten. Untersucht wurde der Hybrid Franklin F1 auf Versuchsflächen der NUBiP. Verglichen wurden drei Pflanzdichten: 28.600 Pflanzen je Hektar bei einem Pflanzabstand von 70 × 50 cm, 35.700 Pflanzen je Hektar bei 70 × 40 cm sowie 47.600 Pflanzen je Hektar bei 70 × 30 cm. Die Ernte erfolgte zweistufig Ende September und Ende Oktober. Während
die erste Ernte durch Schädlingsbefall und eine geringere Einheitlichkeit der Ware beeinträchtigt war, zeigte die zweite Ernte deutlich bessere Qualitäten. Die Ergebnisse verdeutlichen einen klaren Zusammenhang zwischen Pflanzdichte, Entwicklungsdauer und Produktqualität. Bei geringerer Pflanzdichte setzte die technische Reife früher ein, während hohe Bestandsdichten den Reifeprozess verzögerten. Die besten Resultate wurden beim weitesten Pflanzabstand erzielt. Dort bildeten die Pflanzen durchschnittlich 75 Röschen mit einem Einzelgewicht von 6,3 g und einer Gesamtmasse von 472 g je Pflanze. Bei der höchsten Pflanzdichte sank die Anzahl auf 57 Röschen je Pflanze bei einer Gesamtmasse von 417 g.
Auch der Anteil marktfähiger Ware unterschied sich deutlich. Während beim Pflanzschema 70 × 50 cm ei-
ne Marktfähigkeit von 97 % erreicht wurde, lag dieser Wert bei dichter Pflanzung nur bei 86 %. Aus Sicht der Autoren zeigt die Studie, dass eine geringere Pflanzdichte sowohl die Produktqualität als auch die Wirtschaftlichkeit des Rosenkohlanbaus verbessert und einen früheren Markteintritt ermöglicht. Für Erzeuger könnte Rosenkohl damit als Nischenkultur an Bedeutung gewinnen, sofern die Anbauparameter entsprechend angepasst werden.
Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Pflanzdichte von Rosenkohl einen direkten Einfluss auf Ertragsbildung hat.
Günstige Erntebedingungen – weiße Sorten im Fokus
Südafrika | Trauben ► Die südafrikanische Traubenbranche ist mit soliden Produktionsaussichten und vielversprechenden ersten Anzeichen in die Erntesaison 2025/26 gestartet, unterstützt durch günstige Wachstumsbedingungen in den meisten Regionen. Anfang Januar 2026 waren die Ernte- und Verpackungsarbeiten in allen fünf Traubenanbaugebieten in vollem Gange. Die nationale Ernteschätzung bleibt unverändert bei 79,4 Mio Kartons (entspricht 4,5 kg) und liegt damit über den 76,4 Mio Kartons zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2025.
Louise Brodie
Bis heute haben die allgemein günstigen Wetterbedingungen in den Anbaugebieten die Reifung und Ernte begünstigt. Bis zur 52. Kalenderwoche wurden insgesamt 22 Mio Kartons für den Export geprüft, was einem Anstieg von 21 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Während die Exportmengen aufgrund logistischer Einschränkungen hinter den Kontrollen zurückblieben, wurden bis zum Ende der KW 1 etwa 12,73 Mio Kartons verschifft, was einen stetigen Fluss von Obst in die internationalen Märkte im Laufe der Saison widerspiegelt.
Die südafrikanische Traubensaison dauert von November bis März. Die Produktion in den frühen Regionen geht nun zu Ende, während die Regionen der mittleren und späten Saison in die Hauptsaison der Erntewochen eintreten. Die Erntebedingungen sind insgesamt weiterhin günstig, und die Erzeuger in allen Regionen halten an ihren ursprünglichen Mengenschätzungen fest.
Trotz hoher Inspektionszahlen lag das Exportvolumen bis KW 52 bei 11,4 Mio Kartons und damit etwa 5 % bis 7 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Diese Diskrepanz zwischen inspiziertem und exportiertem Volumen ist größtenteils auf logistische Engpässe in den Häfen zurückzuführen, insbesondere im Hafen von Kapstadt. Bis zum Ende der KW 52 wurden rund 2,14 Mio Kartons in Kühlhäusern gelagert, während weitere 1,24 Mio Kartons auf Schiffe verladen wurden, die in der KW 1 ausliefen. Mit dem Abtransport dieser Mengen nah-
Weiße kernlose Trauben reifen in den Weinbergen Südafrikas.
men die Exportaktivitäten Anfang Januar zu. Alle wichtigen Anbaugebiete sind aktiv mit dem Verpacken beschäftigt, wobei die OrangeRiver-Region derzeit den größten Teil der Mengen ausmacht.
Windverzögerungen bleiben ein wesentliches Hindernis
Die logistische Leistungsfähigkeit hat sich erneut als entscheidende Herausforderung während der frühen Exportphase herausgestellt, was in erster Linie auf die ungewöhnlich starken und anhaltenden Windverhältnisse im Hafen von Kapstadt im November und Dezember zurückzuführen ist. Windbedingte Störungen führten zu einer erheblichen Verkürzung der
Terminalbetriebszeiten, wodurch das Anlegen von Schiffen, der Containerumschlag und der Gesamtdurchsatz eingeschränkt wurden. Die windbedingten Verzögerungen übertrafen das Vorjahresniveau und beliefen sich im November auf 414 Stunden und im Dezember auf 349 Stunden.
Obwohl Ende Dezember eine gewisse Erholung der Produktivität zu beobachten war, blieb die Leistung des Containerterminals in Kapstadt hinter den Zielvorgaben zurück, was zu Überlastung, längeren Verweilzeiten und einer wachsenden Kluft zwischen inspizierten und exportierten Mengen führte. Um das Risiko zu mindern, setzt die Branche zunehmend auf alternative Exportrouten, darunter die Häfen Gqeberha und Coega im Ostkap, spezialisierte Kühlschiffe
Fotos: Lucentlands
und Transporte über Walvis Bay für Trauben aus Namibia und dem Orange River. Diese Maßnahmen unterstreichen die wachsende Bedeutung einer flexiblen Logistikplanung und einer engen Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Branche und den Hafenbehörden.
Stärkung der Exportresilienz
Als Reaktion auf die anhaltenden logistischen Engpässe und Ineffizienzen in den Häfen, insbesondere im Hafen von Kapstadt, hat die südafrikanische Traubenbranche das Transnova Prescriptive Logistics Model ins Leben gerufen, ein datengestütztes Planungsinstrument, das die Zuverlässigkeit der Exporte und das Vertrauen des Marktes schützen soll. Das Modell wurde in Zusammenarbeit zwischen der South African Table Grape Industry (SATI) und Transnova Africa entwickelt und basiert auf der Digital-Twin-Technologie. Es bildet das südafrikanische Exportnetzwerk für verderbliche Güter digital nach. Das Modell ermöglicht es den Beteiligten, Störungsszenarien zu simulieren, hafenbezogene Risiken zu bewerten und optimale Strategien für den Marktzugang zu ermitteln. Ursprünglich entwickelt, um Engpässe während der Saison 2023/24 zu diagnostizieren, entwickelte es sich zu einer präskriptiven, taktischen Planungsplattform für die Saison 2024/25, die regelmäßig Prognosen, Risikoszenarien und umsetzbare Empfehlungen für Erzeuger und Exporteure liefert. Für die Traubenbranche bedeutet das Modell einen Wandel vom reaktiven Krisenmanagement hin zu vorausschauenden Entscheidungen, wodurch Exporteure proaktiv Mengen umleiten, die Containerzuweisung optimieren, den Versandzeitpunkt anpassen und das Risiko von Verzögerungen aufgrund von Staus verringern können. Dies schützt direkt die Obstqualität, das Vertrauen der Kunden und den Zugang zu wichtigen Märkten in der EU und im Vereinigten Königreich. Der Er-
folg der Initiative hat das Modell als skalierbare Lösung für andere Obstbranchen positioniert und damit die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit Südafrikas im globalen Handel mit Frischprodukten gestärkt. Die südafrikanische Traubenbranche ist auch Teil der Initiative „Public Sector Partnership Government and Fruit Industry”, die den Einsatz zusätzlicher 500-kVA-Generatoren im Containerterminal von Kapstadt während der Saison für Laubobst finanziert. Dadurch stehen 120 zusätzliche Reefer-Anschlusspunkte zur Verfügung, die den Exporteuren während der Hochsaison für den Export eine verbesserte Stabilität der Kühlkette bieten.
Europa, Großbritannien und Naher Osten führen Nachfrage an
Etwa 55 % bis 60 % der gesamten südafrikanischen Traubenausfuhren gehen nach Nordeuropa, wenn man die Europäische Union und das Vereinigte Königreich zusammen betrachtet. Davon entfallen in der Regel 35 % bis 40 % auf die EU und weitere 15 % bis 20 % auf das Vereinigte Königreich, je nach saisonaler Marktdynamik und Preisge-
staltung. Diese Exportverteilung ist seit mehr als zwei Jahrzehnten bemerkenswert stabil geblieben, sodass Nordeuropa für Südafrika der wichtigste und beständigste Absatzmarkt für Trauben ist. Zwar kommt es aufgrund von Wechselkursen, logistischen Leistungen und der Konkurrenz durch andere Lieferanten aus der südlichen Hemisphäre, insbesondere Peru und Chile, zu jährlichen Schwankungen, doch sind die langfristigen Schwankungen begrenzt. Das Wachstum in Sekundärmärkten wie dem Nahen Osten, Südostasien und Nordamerika hat zur Diversifizierung des Exportrisikos beigetragen, aber Nordeuropa bleibt der Anker-Markt, insbesondere für Mengen in der Früh- und Zwischensaison, hochwertige kernlose Sorten und supermarktorientierte Programme. Entsprechend diesem Trend gingen die Exportmengen bisher überwiegend in europäische und britische Märkte, wobei auch der Nahe Osten eine wichtige Rolle spielte. Die Lieferungen zu Beginn der Saison deuten auf eine anhaltend starke Nachfrage hin, insbesondere nach weißen und roten kernlosen Sorten. Die meistexportierten Sorten bis zur KW 52 waren Prime, Grapaes (Early Sweet®) und Sugrathirteen
Entfernen von Trauben während des Verpackungsprozesses
Die nördlichen Provinzen haben etwa 77 % der für die Region erwarteten saisonalen Erntemengen verpackt.
(Midnight Beauty®). Mit steigenden Mengen in der Mitte und am Ende der Saison wird erwartet, dass eine breitere Sortenpalette die Dynamik bis zum ersten Quartal 2026 aufrechterhalten wird.
Weiße kernlose Trauben bleiben dominant
Die südafrikanischen Erzeuger orientieren sich weiterhin eng an den Marktanforderungen, wobei die Sortenvielfalt nach wie vor die langfristige Wettbewerbsfähigkeit untermauert. Weiße kernlose Trauben bleiben die dominierende Kategorie, unterstützt durch die starke Nachfrage aus der Nördlichen Hemisphäre.
In KW 52 waren die meistverpackten weißen Sorten auf nationaler Ebene Sweet Globe™, Sweet Celebration™ und Timpson™, was die anhaltende Ausrichtung auf die Verbraucherpräferenzen widerspiegelt. Rote und schwarze kernlose Sorten wie Crimson Seedless, Midnight Beauty®, Ruby Rush®, Starlight und ARRA Passion Fire™ entwickeln sich weiterhin gut und sorgen für Vielfalt und Widerstandsfähigkeit in allen Marktsegmenten.
Regionale Leistungshighlights
Die nördlichen Provinzen haben etwa 77 % der für die Region erwarteten saisonalen Erntemengen
verpackt, wobei die Produktion trotz einiger wetterbedingter Unterbrechungen den Schätzungen entspricht. Die Region Orange River bleibt mit einem Anstieg der Erntemengen um 23 % gegenüber dem Vorjahr der wichtigste Motor für die Produktion zu Beginn der Saison, unterstützt durch starke Verpackungsmengen und eine gute Beerengröße. Die Region Olifants River liegt leicht hinter dem Vorjahresniveau zurück, meldet jedoch gesunde Weinberge und Ernten im Rahmen der Schätzungen. Die Berg River-Region verzeichnete aufgrund warmer Wetterbedingungen eine beschleunigte Reifung, was in einigen Blöcken zu einer früheren Verpackung als üblich führte, während der Zustand der Pflanzen trotz sehr trockener Bedingungen weiterhin gut ist. Die Hex River-Region verzeichnete einen starken Anstieg der frühen Mengen im Vergleich zum Vorjahr, unterstützt durch eine gute Gleichmäßigkeit der Beeren und günstige Erntebedingungen.
Kontext der Südlichen Hemisphäre
Südafrika agiert weiterhin in einem wettbewerbsintensiven Exportumfeld der Südlichen Hemisphäre. Namibia hat bis heute 9,4 Mio Kartons verpackt, wobei Europa und Großbritannien nach wie vor die wichtigsten Absatzmärkte sind. Chile hat seine Ernteprognose leicht
nach oben korrigiert, bleibt jedoch unter den Mengen der vergangenen Saison, wobei sich die Exporte hauptsächlich auf Nord- und Lateinamerika konzentrieren. Peru hat weiterhin einen erheblichen Einfluss auf das weltweite Traubenangebot, mit einem Anstieg der Exportmengen im Vergleich zum Vorjahr und einer starken Präsenz sowohl in Nordamerika als auch in Europa.
Während die US-Importzölle auf brasilianische Tafeltrauben einige Exporteure dazu veranlassten, sich vom US-Markt zu diversifizieren, war die Umleitung der Mengen in die EU und nach Großbritannien begrenzt. Trotz dieses Umfelds stützt Südafrikas Ruf für Qualität, Beständigkeit und Sortenvielfalt weiterhin seine Position auf wichtigen internationalen Märkten.
Ausblick für den Rest der Saison
Da die Inspektionszahlen deutlich über denen des Vorjahres liegen und die Ernten in allen Regionen voranschreiten, bleiben die Aussichten für den Rest der Saison 2025/26 vorsichtig optimistisch. Die Logistik, insbesondere wetterbedingte Störungen im Hafenbetrieb während der Spitzenwochen des Exports, bleibt der wichtigste Risikofaktor. Die weitere Zusammenarbeit zwischen Erzeugern, Exporteuren, Logistikdienstleistern und Hafenbehörden wird für die Aufrechterhaltung der Exportströme und den zeitnahen Marktzugang von entscheidender Bedeutung sein. Angesichts der Entwicklung der globalen Tafeltraubenmärkte ist die südafrikanische Industrie dank ihrer kontinuierlichen Fokussierung auf Qualität, Innovation und Anpassungsfähigkeit gut positioniert, um die internationale Nachfrage für den Rest der Saison zu bedienen.
LIVE ON THE FRUIT LOGISTICA STAGES
AI Translation: German, English, Spanish, French, Italian
BERLIN 4|5|6 February FRUIT LOGISTICA 2026 HALL 6.1 | STAND A-20 2026 PROGRAMME
WEDNESDAY 4 February 2026
11.00–11.30
Domestication on demand: Using CRISPR to unlock orphan crops for a changing climate
Schwerwiegende Auswirkungen auf Obstanbau durch Klima
Argentinien ► Das Río Negro-Tal bietet als Obstanbaugebiet bedeutende Vorteile: strenge Winter mit ausreichender Kälteakkumulation, reichlich vorhandenes Wasser von guter Qualität und ein trockenes Klima, das dazu beiträgt, das Auftreten von Schädlingen zu reduzieren. Allerdings ist die Region auch widrigen
Wetterereignissen ausgesetzt, die sich in den vergangenen Jahren infolge des Klimawandels verstärkt haben.
Dazu zählen insbesondere Hagelstürme, Hitzewellen, Spätfrost und starke Winde. In der laufenden Saison hatten diese Phänomene besonders schädliche Auswirkungen auf die Obstplantagen.
Der Sektor hatte drei relativ gute Saisons mit einem guten Produktionsniveau hinter sich. Die Bäume litten unter dem Phänomen der Alternanz und begannen die Saison mit einer geringeren Blüte, die durch Probleme bei der Bestäubung, mangelhafte Fruchtansatz und einen überdurchschnittlichen Fruchtfall beeinträchtigt war. Hinzu kam ein Spätfrost, der einige Arten, insbesondere Nussfrüchte, beeinträchtigte. Das schädlichste Ereignis war jedoch ein schwerer Hagelsturm Anfang November, von dem etwa 2.200 ha Anbaufläche betroffen waren. Bei allen Arten ist ein geringer
Fruchtbehang zu beobachten. Am stärksten betroffen waren Nüsse – insbesondere Mandeln und Haselnüsse – mit geschätzten Verlusten zwischen 70 % und 80 %. Es folgten Steinfrüchte, insbesondere Kirschen, die zum Zeitpunkt des Sturms erntereif waren, weshalb der Schaden sehr groß war. Auch Kernobst blieb nicht von Schäden verschont, wenn auch in geringerem Ausmaß. Bei Äpfeln wird ein Rückgang von 35 % bis 40 % geschätzt, während die Verluste bei Birnen zwischen 15 % und 20 % liegen.
Zu den Produktionsschwierigkeiten kommt eine gewisse Unzufriedenheit mit der Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Lage hinzu. Als Javier Milei die Regierung übernahm, gab es die Erwartung, dass der von der neuen Administration vorangetriebene Kurswechsel dem Obstsektor zu-
gutekommen würde. Der Rückgang der Inflation sowie die Ordnung und Normalisierung des politischen Systems sorgten für eine deutliche Entlastung. Diese Verbesserungen reichen jedoch angesichts der weiterhin bestehenden und immer wieder aufgeschobenen strukturellen Herausforderungen nicht aus. Dazu zählen insbesondere die hohe Steuerlast – die im Vergleich zu den Konkurrenzländern am höchsten ist –, der Anstieg der Produktionskosten, Mängel in der Infrastruktur, der Mangel an angemessenen Kreditlinien und das Fehlen von Handelsabkommen mit den Importländern. Letzteres könnte sich durch das kürzlich geschlossene Freihandelsabkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union etwas entspannen, dessen Auswirkungen jedoch erst in ein bis zwei Jahren spürbar werden.
Schwierige Saison steht bevor
Vor diesem Hintergrund steht der Obstsektor vor einer besonders schwierigen Saison. Die Kirschsaison, die fast zu Ende ist, spiegelt diese Situation deutlich wider. Die Lieferungen gingen aufgrund von Einbußen sowohl beim Volumen als auch bei der Qualität stark zurück. Es wird geschätzt, dass die Saison mit Exporten in Höhe von 5.000 t bis 5.500 t enden wird, was weit unter den 7.000 t bis 8.000 t liegt, die in den Vorjahren erreicht wurden.
Auch für Äpfel und Birnen wird ein deutlicher Rückgang der Expor-
Betina Ernst
Das Packhaus von Kleppe im Río Negrotal
Fotos: Betina
Ernst
Mit geschätzten Produktionsrückgängen von 35 % bis 40 % bei Äpfeln wird es unmöglich sein, das Exportniveau vergangener Saisons aufrechtzuerhalten.
te erwartet. Der Sektor hatte drei günstigere Kampagnen hinter sich, in denen sich die Exporte nach dem starken Rückgang in den Jahren 2022 und 2023 wieder erholen konnten. Diese Erholung war vor allem auf die gestiegene Nachfrage aus Brasilien zurückzuführen, das derzeit der Hauptmarkt für argentinisches Obst ist. Etwa 40 % der Birnen- und 45 % der Apfelexporte gehen in dieses Land. Die Produktionsschwierigkeiten, mit denen Brasilien aufgrund des Klimawandels bei seiner eigenen Apfelproduktion zu kämpfen hatte, erhöhten seinen Importbedarf. Argentinien profitierte zusammen mit Chile und einigen europäischen Ländern von dieser gestiegenen Nachfrage. Bei Birnen war ebenfalls ein Anstieg der Exporte zu verzeichnen, der durch die gute Akzeptanz von Sorten wie Williams und Anjou bei den brasilianischen Verbrauchern begünstigt wurde. Auch andere lateinamerikanische Märkte wie Peru, Mexiko und Kolumbien haben ihre Einkäufe von argentinischen Birnen und Äpfeln erhöht. Im Gegensatz dazu sind die Lieferungen in Überseemärkte wie
Europa, Russland und Nordamerika in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben.
Dieser positive Trend wird jedoch in der laufenden Saison eine deutliche Unterbrechung erfahren. Mit geschätzten Produktionsrückgängen von 15 % bis 20 % bei Birnen und 35 % bis 40 % bei Äpfeln wird es unmöglich sein, das Exportniveau der vergangenen Saisons aufrechtzuerhalten. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der beschädigten Früchte nicht den für den Export erforderlichen Qualitätsstandards entspricht und daher für den Binnenmarkt oder die Industrie bestimmt sein muss. Das geringere Angebot wird die Verfügbarkeit sowohl für den Export als auch für den Binnenmarkt verringern, der etwa 50 % der Äpfel und 25 % der Birnen aufnimmt. Diese Situation könnte zwar zu höheren Preisen führen, doch werden diese Preissteigerungen die Gesamtverluste nicht ausgleichen können. Daher wird für das gesamte Río Negro-Tal eine besonders schwierige Saison erwartet.
PERU
Mangos im Preiskonflikt
Die Mangosaison 2025/26 dürfte eine der schwierigsten der vergangenen Jahre werden. Sie ist geprägt von einem geringen Produktionsvolumen und einer gestaffelten Ernte von November 2025 bis März 2026, berichtet agraria.pe. Diese Situation verschärft den Wettbewerb zwischen Mangos für den Export per Luftund Seefracht. Im Fokus stehen dabei insbesondere Qualität und Fruchtgewicht. Nach Angaben von Julio Seminario, Geschäftsführer der Grupo Seminario SAC, hat sich der Konflikt um die Erzeugerpreise infolge der schwierigen Rahmenbedingungen weiter zugespitzt. Die Landwirte fordern höhere Preise und verweisen auf gestiegene Produktionskosten, die sie zunehmend zu Krediten zwingen. „Vor diesem Hintergrund verlangen die Erzeuger Preise von über 2,50 US-Dollar pro Kilo für Seefrachtmangos sowie 5 Soles (PEN) pro Kilo für Ware, die per Luftfracht exportiert wird. Diese Forderungen gelten aus Sicht der Landwirte als fair, entsprechen jedoch nicht der Realität der internationalen Märkte“, erklärt Seminario. Zusätzlicher Preisdruck entsteht durch die wöchentliche Ankunft von 250 bis 280 Containern mit Mangos in den USA zwischen Kalenderwoche 51 und Woche 2. Das hohe Angebot macht den Markt anfällig für Preisschwankungen von bis zu 7,50 US-Dollar auf rund 5 US-Dollar. „Angesichts der aktuellen Verkaufspreise können Exporteure nicht mehr als 1,90 US-Dollar pro Kilo zahlen – ein marktkonformer, für die Landwirte im Tal von San Lorenzo jedoch nicht auskömmlicher Preis“, so Seminario. Auch der Luftfrachtexport steht unter Druck. Gesättigte Märkte, Probleme beim Fruchtgewicht und Preisdumping erschweren das Geschäft, insbesondere in Europa, wo die Preise häufig nur 2,50 US-Dollar bis 3 US-Dollar pro Kilo erreichen. Hinzu kommen jüngste Regenfälle im Tal von San Lorenzo, die das Risiko für Krankheiten wie Anthraknose und Lasiodiplodia erhöhen. Insgesamt befinden sich sowohl Erzeuger als auch Exporteure in einer schwierigen Lage. „Die einzigen Gewinner sind derzeit die Logistikunternehmen, Fluggesellschaften und Reedereien, die ihre Tarife weiter erhöhen“, fasst Seminario zusammen.
Neuer Wind bringt Optimismus in den argentinischen Citrusanbau
Produktion ► Argentinien hat eine lange schwierige Phase für den Obstanbau hinter sich, die von einer auf den Binnenmarkt ausgerichteten Politik und sozialen Themen geprägt war. Die regionalen Wirtschaftszweige litten unter einer hohen Steuerlast, hohen Produktionskosten und einem anhaltenden Rückgang der Rentabilität, was zu einer Schrumpfung des Sektors und einem deutlichen Rückgang der Exporte führte.
Betina Ernst
Die Entwicklung des Citrusanbaus spiegelt deutlich die Schwankungen der argentinischen Politik und Wirtschaft wider. Jahre der Krise führten zu einer Verringerung der Anbaufläche und einem Rückgang der Exportmengen. Im Falle der Zitrone führte eine lange Phase der Ausweitung des weltweiten Angebots zu einer Überproduktion, die einen Einbruch der internationalen Preise zur Folge hatte und die Wirtschaft von Tucumán, dem weltweit führenden Produzenten und Verarbeiter von Zitronen, schwer beeinträchtigte. Auch süße Citrusfrüchte blieben von dieser Entwicklung nicht verschont. Hohe interne Kosten, fehlende Handelsabkommen, hohe Zölle und mangelnde Investitionen in neue Sorten schränkten die Exporte zunehmend ein, wodurch Argentinien als internationaler Lieferant an Bedeutung verlor. Mandarinen wurden vollständig auf den Binnenmarkt umgestellt und wurden zu einer der reichlichsten und für den lokalen Verbraucher erschwinglichsten Obstsorten. Bei Orangen war die Situation uneinheitlich: Während die Saftindustrie vom starken Produktionsrückgang in Brasilien und den Vereinigten Staaten profitierte, wurden frische Orangen überwiegend auf dem Binnenmarkt verkauft, wobei nur 6 % der Gesamtproduktion exportiert wurden.
Anzeichen für Wandel
Das Ende des Jahres 2025 brachte jedoch Anzeichen für einen Wandel
Die Nachfrage nach Zitronen ist relativ unelastisch und unterliegt wechselnden Expansions- und Kontraktionszyklen.
und neue Erwartungen auf Besserung mit sich, die auf drei Faktoren beruhten:
• Eine Verbesserung der internationalen Lage für Zitronen mit einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.
• Die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union.
• Veränderungen in der Innenwirtschaftspolitik durch die neue Regierung.
Die Nachfrage nach Zitronen ist relativ unelastisch und unterliegt wechselnden Expansions- und Kontraktionszyklen. Die vergangenen fünf Jahre waren aufgrund des weltweiten Überangebots und des damit verbundenen Preisverfalls von einer negativen Phase geprägt. 2025 zeigten sich jedoch erste Anzeichen für ein Ende dieses Zyklus, bedingt durch ein geringeres globa-
les Angebot und eine allmähliche Erholung der Preise, insbesondere bei Industrieprodukten wie Säften und ätherischen Ölen. Auch der Markt für Frischobst entwickelte sich im Wirtschaftsjahr 2025 positiv. Dadurch konnte der Rückgang des Sektors gestoppt werden. Mit Blick auf die nächste Saison zielen die Strategien auf Reinvestitionen in Plantagen, Verpackungen und industrielle Infrastruktur ab.
Ermutigendes Zeichen für Erholung
Die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union ist ein weiteres ermutigendes Zeichen für die Erholung des Sektors. Die argentinische Handelspolitik ist an den Mercosur gebunden, weshalb es keine Möglichkeit gab, Abkommen außerhalb des
Fotos:
Betina Ernst
Für argentinische Früchte, die nach Europa exportiert wurden, mussten Zölle entrichtet werden.
Blocks zu unterzeichnen. Dies unterschied Argentinien von seinen Konkurrenten wie Chile oder Peru, die in Sachen Außenhandel frei waren. Für argentinische Früchte, die nach Europa exportiert wurden, mussten Zölle entrichtet werden. Bei einigen Produkten, wie z.B. frischen Zitronen, stellten die Zölle kein entscheidendes Hindernis dar, bei anderen jedoch, wie z.B. Mandarinen, schloss ein Zollsatz von 16 % gegenüber einem Nullzollsatz von Ländern wie Südafrika Argentinien und Uruguay aus dem Wettbewerb aus. Auch wenn die Auswirkungen des Abkommens nicht sofort spürbar sein werden, so wird es doch langfristig zu einer Erholung des Sektors führen. Die Handelspolitik Argentiniens ist an den Mercosur gebunden, weshalb es keine Möglichkeit hatte, Verträge außerhalb des Blocks zu unterzeichnen. Dies unterschied es von seinen Konkurrenten wie Chile oder Peru, die in Sachen Außenhandel frei waren. Für argentinische Früchte, die nach Europa exportiert wurden, mussten Zölle entrichtet werden. Bei einigen Produkten, wie z.B. frischen Zitronen, stellten die Zölle kein entscheidendes Hindernis dar, bei anderen jedoch, wie z.B. Mandarinen, schloss ein Zollsatz von 16 % gegenüber einem Nullzollsatz in Ländern wie Südafrika Argentinien und Uruguay aus dem Wettbewerb aus. Auch wenn die Auswirkungen des Abkommens nicht sofort spürbar sein werden – da seine Umsetzung Zeit erfordert und im Falle von Citrusfrüchten mit einer Frist von sieben bis zehn Jahren für die Abschaffung der Zölle zu rechnen ist
–, stellt es eine langfristige strukturelle Verbesserung dar. In einigen Fällen, wie bei ätherischen Ölen oder getrockneten Schalen, wird die Liberalisierung sofort erfolgen. Schließlich führte der Regierungswechsel zu einer bedeutenden Wende in der Wirtschaftspolitik, die auf eine makroökonomische Normalisierung mit einer starken Verlangsamung der Inflation und einer Verkleinerung des Staates abzielte. Die größere Stabilität und Vorhersehbarkeit ermöglichte es den Unternehmen, sich zu ordnen und mittelfristige Planungen und Prognosen zu erstellen. Dennoch verläuft die wirtschaftliche Erholung aufgrund der hohen Verschuldung, der Altlasten und der knappen Ressourcen nur langsam. Darüber hinaus sind zahlreiche Faktoren, die die Entwicklung bremsen, noch nicht gelöst, darunter die hohe Steuerlast, steigende Kosten, logistische Mängel, Verzögerungen bei der Arbeitsmarktreform und das Fehlen geeigneter Kreditlinien für den Obstanbau. Diese Einschränkungen sind besonders kritisch in einem Sektor, der dringend Investitionen benötigt, um die Produktivität zu verbessern, die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen, die vom Verbraucher geforderte Sortenumstellung voranzutreiben und die Straßen- und Hafeninfrastruktur zu modernisieren.
Der Weg zur vollständigen Erholung des argentinischen Citrusanbaus ist noch lang. Die ersten Schritte sind jedoch getan, und nach Jahren der Schwierigkeiten blickt der Sektor wieder mit verhaltenem, aber neuem Optimismus in die Zukunft.
Heidelbeer-Exporte verzeichneten Anstieg
PERU Im vergangenen Jahr exportierte Peru 371.628 t frische Heidelbeeren, bezieht sich agraria.pe auf den Verband der Heidelbeerproduzenten und -exporteure Perus (Proarándanos). Von der Gesamtmenge entfielen 340.765 t auf konventionelle Heidelbeeren, was einem Anteil von 91,7 % entspricht, während 30.863 t auf Bio-Heidelbeeren entfielen, was einem Anteil von 8,3 % der Gesamtmenge entspricht. Diese Zahl bedeutet einen Rückgang von -18 % im Vergleich zu 2024. Was die Sorten betrifft, so führte Ventura mit 25 % der Gesamtmenge die Auslandslieferungen an, gefolgt von Sekoya Pop (15 %), Biloxi (11 %), Mágica (10 %), Rocío (6 %), Emerald (4 %), Madeira (3 %), Arana (3 %), Rosita (3 %), Sekoya Beauty (3 %) und andere (16 %). Der Verband wies darauf hin, dass die Vereinigten Staaten mit 179.704 t und Europa mit 100.409 t die wichtigsten Zielmärkte waren und 48,4 % bzw. 27,02 % der Gesamtmenge ausmachten. Es folgten China mit 43.985 t, das Vereinigte Königreich mit 20.042 t und andere mit 27.488 t.
ARGENTINIEN
Zugang zum chinesischen Markt für Steinobst rückt näher
Die argentinische Pflanzengesundheitsbehörde Senasa gibt bekannt, dass sie bedeutende Fortschritte bei den Verhandlungen zur Öffnung des chinesischen Marktes für Steinobst erzielt hat und erwartet, das Phytosanitärprotokoll in Kürze zu unterzeichnen, wodurch der Weg für den Beginn der Lieferungen im nächsten Jahr geebnet wird. Berichten zufolge haben die chinesischen Behörden die entsprechenden technischen Audits abgeschlossen und die Schädlingsbekämpfungssysteme und Verpackungsprotokolle in den wichtigsten Anbaugebieten überprüft. Diese Inspektionen waren entscheidend, um sicherzustellen, dass die Produktion aus Regionen wie San Pedro in der Provinz Buenos Aires und dem Gebiet von Mendoza den internationalen Lebensmittelsicherheitsstandards entspricht. Die argentinische Regierung erklärte, die Öffnung stelle eine historische Chance für die Diversifizierung des Marktes dar und verschaffe den Produzenten des Landes Zugang zu einem riesigen Markt, der insbesondere in der Nebensaison hochwertiges Frischobst nachfragt. Dies wird nicht nur die Versorgung des heimischen Marktes erleichtern, sondern auch die Rentabilität durch den Export von Produkten mit höherer Wertschöpfung steigern. Steinobst ist das neueste Produkt in einer wachsenden Liste von agroindustriellen Erzeugnissen wie Kirschen und Rindfleisch, die von China zugelassen wurden, wodurch Argentinien zu einem wichtigen Handelspartner für das asiatische Land wird.
Extremwetter und logistische Hürden prägen Obstmarkt im Januar
Marktbericht ► Der deutsche Frischobstmarkt ist aktuell stark von witterungsbedingten Angebotsveränderungen und logistischen Herausforderungen geprägt. Bei Beerenobst bleibt die Versorgung insgesamt angespannt. Erdbeeren aus dem Mittelmeerraum stehen aufgrund kühler und regnerischer Witterung nur eingeschränkt zur Verfügung, was zu höheren Preisen und einer geringen Aktionspräsenz im Handel führt. Auch bei Himbeeren herrscht eine knappe Marktlage. Heidelbeeren stammen überwiegend aus Peru und Chile, wobei sich die chilenische Saison aufgrund eines frühen Starts möglicherweise früher dem Ende nähert. Bei Tafeltrauben zeigt sich eine stabile und hohe Nachfrage, unterstützt durch eine starke Präsenz im Lebensmitteleinzelhandel. Die Verfügbarkeit bei Easy Peelern ist ausreichend, jedoch nicht üppig.
Farina Lurz, Claudio Gläßer, Lisa Buddrus, Gabriele Held, Britta Berkau, Eva Würtenberger, Norika López, AMI Bonn
Äpfel wurden zu Jahresbeginn intensiv beworben, was das Absatztempo beschleunigte, jedoch liegt die Nachfrage weiterhin unter dem saisonüblichen Niveau. Der Markt für deutsche Birnen entwickelt sich positiv, insbesondere die Clubsorte Xenia gewinnt als Premiumprodukt an Bedeutung und profitiert von der schwachen Konkurrenz aus südund osteuropäischen Herkunftsländern. Die Nachfrage nach Orangen hält sich konstant und trotz schmaleren Angebots halten sich auch die Preise stabil. Neben spanischer Ware werden verstärkt nordafrikanische und vereinzelt griechische Orangen gehandelt. Das Angebot an Erdbeeren aus dem Mittelmeerraum bleibt durch die trübe, kühle Witterung mit teils durchziehenden Regengebieten weiterhin hinter den Erwartun-
gen. Dementsprechend liegen die Forderungen unter anderem für spanische Erdbeeren über dem Niveau des Vorjahres. Im deutschen Handel tritt das südeuropäische Sortiment allmählich stärker in Erscheinung. Angebotsbedingt sind Erdbeeren bislang nur sporadisch als Aktionsartikel im Handel zu finden.
Sowohl auf der iberischen Halbinsel sowie auch in Marokko sind die Angebotsmengen an Himbeeren aktuell niedriger als geplant. Aufgrund der kühlen, teils regnerischen Witterung der vergangenen Wochen sind die Erträge der Frühsorten, die seit Herbst geerntet werden, früher und stärker abgeflacht. Gleichzeitig bremst das Wetter die Entwicklung der darauffolgenden Sätze aus. Daher wird die knappere Versorgungslage noch eine Weile Bestand haben.
Heidelbeeren aus Peru dominieren deutschen Markt
Ende Januar dominierten Heidelbeeren aus Peru und Chile den deutschen Markt. In Chile startete die Kampagne 2025/26 witterungsbedingt früh und könnte daher entsprechend auch früher enden. In Marokko und Spanien ergibt sich hingegen aufgrund der anhaltend niedrigen Temperaturen eine Verzögerung der Reife. In der 4. Kalenderwoche warb der deutsche LEH mit 29 Aktionen für Heidelbeeren. Die Preiseinstiegsgrenze blieb mit 5,98 Euro/kg gegenüber der Vorwoche bestehen. Zur Vorjahreswoche gibt es, was Werbeintensität und Preisstruktur angeht, starke Parallelen. Der Anteil der Haushalte, die Heidelbeeren in den ersten drei Wochen des Jahres 2026 kauften, lag
Foto: Viktar MalyshchytsAdobeStock
durchweg unter dem hohen Niveau des Vorjahres, überstieg allerdings das Niveau der beiden Jahre zuvor.
Die Nachfrage nach Tafeltrauben bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau. Die starke Präsenz in Supermärkten und Discountern fördert die Kaufbereitschaft der Verbraucher. Die Lieferverpflichtungen gegenüber den Handelsketten können erfüllt werden, jedoch ist das Angebot darüber hinaus begrenzt. Von einer echten Knappheit kann jedoch nicht gesprochen werden. Vielmehr führen logistische Verzögerungen weiterhin zu Herausforderungen. In Südafrika verlaufen die Verladungen derzeit alles andere als reibungslos. Die Reifebedingungen vor Ort sind zwar ideal, und die verschiedenen Sorten sowie Anbaugebiete folgen rasch aufeinander. Allerdings staut sich Ware an den Kontrollstellen und Häfen, die bislang nicht für den Export freigegeben wurde. Auch die bisher nach Europa verschifften Mengen vom Kap fallen kleiner aus als erwartet. Aktuell kann jedoch noch auf ausreichende Mengen aus Südamerika, insbesondere aus Peru und Brasilien, zurückgegriffen werden. In Kürze werden einige Lieferungen aus Südafrika erwartet, was Druck auf den Markt ausüben könnte.
Zahlreiche Aktionen mit Easy Peelern
Die Nachfrage nach Easy Peelern bleibt weiterhin lebhaft. Die winterliche Witterung in weiten Teilen Mitteleuropas sorgt dafür, dass die kleinen Agrumen bei den Verbrauchern besonders beliebt sind. Zusätzlich fördern zahlreiche Aktionen den Absatz im Einzelhandel. Für diese Aktionen wird vor allem auf spanische Easy Peeler zurückgegriffen, die zunehmend in 750-g-Beuteln angeboten werden. Die Nachfrage kann zwar gedeckt werden, jedoch ist das Angebot nicht übermäßig reichlich. In Spanien war der Dezember regnerischer als in den Vorjahren, wodurch die Saison der Hauptsorte Clemenules
schneller endete. In allen Anbauregionen wurde daher früher mit der Ernte der Spätsorten wie Nadorcott, Tangos und ähnlichen Sorten begonnen. Diese Früchte müssen jedoch noch nachreifen, sodass insgesamt nicht die geplanten Mengen für den Verkauf verfügbar sind. An den deutschen Großmärkten greift der Großhandel neben spanischen Easy Peelern nun verstärkt auf Ware aus Marokko und Israel zurück. Die Preise bleiben über das gesamte Sortiment hinweg weiterhin stabil.
Äpfel wurden im Januar intensiv beworben, wodurch das Absatztempo seit Jahresbeginn deutlich zugenommen hat. Der Endkunde greift seit dem Jahreswechsel verstärkt zu Äpfeln. Dennoch bleibt die Nachfrage für die Jahreszeit unter dem sonst üblichen Niveau. Angesichts der hohen Bestände ist das gesteigerte Absatztempo auch erforder-
lich. Dank der guten Versorgung in allen Anbauregionen Deutschlands ist die regionale Versorgung weiterhin gesichert. Die Preise sind auf allen Handelsebenen stabil. Der Absatz deutscher Birnen entwickelt sich weiterhin positiv. Besonders die Clubsorte Xenia konnte sich als Premiumprodukt im oberen Preissegment bei Vollsortimentern etablieren und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie erobern immer mehr Regalflächen, die zuvor von der italienischen Sorte Abate Fetel dominiert wurden. Die schwache Ernte in Italien, Südosteuropa und der Türkei schafft zusätzliche Absatzchancen für deutsche und Benelux-Birnen. Neben der positiven Entwicklung der Sorte Xenia profitiert der Benelux-Raum von der aktuellen Marktlage. Seit dem Jahreswechsel sind die Türen im deutschen Markt für Conference aus dem Beneluxraum weiter geöffnet.
Zu Jahresbeginn sorgten Werbeaktionen für Äpfel für ein schnelleres Absatztempo. Dennoch bleibt die Nachfrage unter dem saisonüblichen Niveau.
Aus Spanien sind derzeit nur wenig Avocados verfügbar.
Orangenpreise am Großmarkt stabil
Das Absatztempo bei Orangen bleibt konstant, zeigt jedoch keine besondere Dynamik. Temperaturen unter 0 °C führen, anders als noch vor zehn Jahren, nicht mehr zu einem spürbaren Anstieg der Nachfrage. Dennoch stehen für die bestehende Nachfrage nur knapp ausreichende Mengen an Citrusfrüchten zur Verfügung. Die Ernte der mittelspäten Sorten schreitet voran, und aufgrund der insgesamt geringeren Produktionsmenge kommt es zu keinem Warenstau. Die Preise für Sorten wie Navel Lane Late haben sich gefestigt. Vereinzelt greifen Supermarktketten auch auf griechische Ware zurück. An den deutschen Großmärkten wird hingegen verstärkt mit nordafrikanischen Orangen gehandelt, die eine preisgünstigere Alternative
zum spanischen Sortiment darstellen. Die Preise an den deutschen Großmärkten bleiben vorerst stabil.
Exoten: Logistische Engpässe zum Jahresbeginn
Für den Bananen markt bestanden seit Ende des vergangenen Jahres logistische Herausforderungen. Diese entstanden zum einen durch Lieferverzögerungen während der Feiertage, hatten aber auch klimatische Gründe durch Stürme auf den Routen im Atlantik sowie Schnee- und Eisverhältnisse in den Häfen von Rotterdam, Antwerpen und Hamburg. Ab der dritten Kalenderwoche normalisierten sich die Ankünfte der zuvor aufgestauten Volumina. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der Markt die konzentriert eintreffenden Mengen ohne größere Schwierigkeiten aufnehmen kann. Im LEH waren Bananen bereits ab Kalenderwoche 1 stark in den wöchentlichen Aktionen vertreten. Auffällig war dabei der hohe Anteil an Bio-Bananen, die die Angebotsaktivitäten dominierten. In der 4. Woche wurden insgesamt 22 Aktionen erfasst, davon 16 mit Bio-Ware Auf Erzeugerebene erhöhte das ecuadorianische Wirtschaftsministerium den offiziellen Mindestpreis für Kochbananen erneut leicht. Für das Jahr 2026 wurde der Mindestpreis für eine Kiste konventioneller Bananen auf 7,75 US-Dollar festgelegt. Der Avocado markt startete im Januar mit einem knappen Angebot. Aus Spanien ist derzeit nur wenig Ware verfügbar, da Hagelereignisse in mehreren Anbaugebieten zu unterdurchschnittlichen Erträgen führten. In der Comunidad Valenciana endete die Saison infolgedessen früher als üblich, während sich die Ernte in Málaga witterungsbedingt verzögerte. Entlastung wird aus Kenia erwartet, wo für das laufende Jahr eine gute Ernte mit steigenden Exportmengen prognostiziert wird. Die Ernte und der Beginn der Seefrachtexporte stehen kurz bevor. Aktuell wird der deutsche
Markt überwiegend mit Ware aus Marokko und Israel versorgt. An den freien Märkten ist kaum Ware greifbar.
Bei Mangos sieht die Situation vergleichbar aus und es steht ein begrenztes Angebot zur Verfügung. In Peru, dem wichtigsten Herkunftsland für Mangos im deutschen Markt, wird von einer herausfordernden Saison mit unterdurchschnittlicher Produktion berichtet. Zudem herrscht ein starker Preisdruck durch geringere Marktpreise und steigende Produktionskosten, was bereits zu Protesten und Streiks durch die Erzeuger führte.
Niedrigere Temperaturen bremsen Gemüsewachstum in Spanien
Im Winter bezieht Deutschland einen großen Teil seines Gemüses aus dem Mittelmeerraum. Doch auch dort hat der Winter Einzug gehalten. Die Erzeuger haben in dieser Saison mit einer ungewöhnlich kühlen und regenreichen Witterung zu kämpfen. In Almería, einem der bedeutendsten Anbaugebiete für Fruchtgemüse, stiegen die Nachttemperaturen kaum über 10 °C. Dies hat das Wachstum und die Reife vieler Kulturen verlangsamt, was zu Versorgungsengpässen geführt hat. Während sich die Angebotssituation bei Paprika inzwischen entspannt hat, und für Gurken und Tomaten auf Mengen aus dem Benelux-Raum zugrückgegriffen werden kann, bleibt die Angebotslage bei Zucchini angespannt. Auch außerhalb der Gewächshäuser sind die Bedingungen in Südostspanien wenig ideal. Wochenlang waren die Ernte und die Neupflanzung bei Eissalat und Salatherzen beeinträchtigt. Verschiedene Kohlarten haben in Deutschland gerade Hochsaison. Der Wintereinbruch hat die Versorgung zwischenzeitlich reduziert, doch marktwirksame Schäden standen bei den Winterfeldfrüchten nicht zu Buche. Dennoch ist die Versorgungslage nun oft knapper als vor der Frostperiode. Insbesondere für
Lagerware blieben die Preise dabei stabil.
Kopfsalat wird zurzeit vorwiegend aus Belgien und Italien importiert. Vereinzelt sind auch niederländische und französische Kopfsalate zu finden. Über die Feiertage wurde Kopfsalat verstärkt beworben und eingekauft. Der höhere Absatz führte in der Folge zu einer knapperen Versorgungslage. Durch die engere Versorgungslage sind die Preise an den belgischen Veilingen über alle Größen gestiegen. Ebenso stiegen die Preise für belgischen Kopfsalat an den deutschen Großmärkten. Zur Mitte der 4. Woche wurden für belgischen Kopfsalat 14,88 Euro/12er-Steige bezahlt, mit steigender Tendenz. Der Preisanstieg für italienischen Kopfsalat fiel demgegenüber nur gering aus. In der 4. Woche wurde neben der klassischen Variante auch noch roter Kopfsalat sowie Kopfsalat mit Wurzelballen beworben.
Weite Preisspanne bei Bunten Salaten
Die Feiertage brachten nur eine geringfügige Absatzsteigerung, Bunte Salate wurden durch private Haushalte nicht in größerem Umfang nachgefragt. Der Markt konnte ausreichend beliefert werden. Dennoch wachsen die Salate bei der kalten und zeitweise trüben Witterung nur langsam nach. Die Außerhausverpflegung und die Industrie nimmt Standardmengen ab. Der Lebensmitteleinzelhandel stützt sich mit wenigen Ausnahmen auf Bunte
Salate aus dem hydroponischen Anbau. Die Preisspanne an den deutschen Großmärkten ist sehr weit, je nach Qualität der angebotenen Ware. Teilweise werden sehr leichte Köpfe angeboten. Das Angebot ist saisonüblich eher niedrig, die Nachfrage reicht aber dennoch nicht, um allgemein höhere Preisforderungen durchzusetzen. Insgesamt blieb das Preisniveau an den deutschen Großmärkten im Januar stabil.
In Spanien behinderte Regen und ein allgemeiner Arbeitskräftemangel sowohl die Ernte als auch die Neupflanzungen bei Eissalat . Zudem wuchsen die Salate durch die niedrigen Temperaturen nur langsam. Ebenso bereitete die Wetterlage zum Monatsanfang kurzzeitig logistischen Schwierigkeiten. Vor erst ist nicht mit einer verbesserten Angebotslage zu rechnen. Vorran gig werden mit den lieferbaren Eis salaten die Verträge des Lebens mitteleinzelhandels bedient. An die deutschen Großmärkte gelangte durch die knappe Versorgungslage so schon mal Ware mit reduzierter Qualität oder kleineren Kopfgewichten. Das könnte auch erklären, warum trotz nur knapp ausreichendem Angebot zuletzt Preiszugeständnisse gemacht wurden. Die private Nachfrage ist saisonbedingt niedrig. Der Lebensmitteleinzel handel warb in der 4. Woche mit 12 Aktionen verstärkt für Eissalate. Die kühlere Witterung förderte die Nachfrage nach Feldsalat . Wäh
rend andere Salatarten im Winter in den Hintergrund treten, wird Feldsalat aktuell besonders stark nachgefragt. Zudem unterstützen überdurchschnittlich viele Werbeaktionen des Lebensmitteleinzelhandels den Abverkauf. Das Angebot war zeitweise allerdings nur knapp ausreichend. Nicht immer ist eine Beheizung der Gewächshäuser wirtschaftlich. Die frostige, teils trübe und teils wechselhafte Witterung hat die Feldernte in Deutschland beendet. Daher verlagert sich der Fokus verstärkt auf Importe aus Italien und Frankreich. An den deutschen Großmärkten wird deutsche Unterglasware angeboten. In den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels ist sie dagegen nur schwer zu
In Spanien erschwerten Regenfälle und ein Arbeitskräftemangel sowohl die Ernte als auch die Neupflanzung von Eissalat.
Das Angebot an Bunten Salaten ist saisonüblich eher niedrig.
finden. Zur Monatsmitte stiegen die Großmarktpreise für Feldsalat. Zum Ende der 4. Woche konnten allerdings leicht schwächere Tendenzen beobachtet werden.
Angebot und Nachfrage nach Chicorée gleichen sich aus
Der französische Chicorée -Sektor blickt insgesamt zuversichtlich auf die laufende Kampagne 2026. Der Anbau verläuft kontrolliert, die Qualität wird als hoch eingeschätzt und die verfügbaren Mengen gelten als ausreichend. Trotz einer im Vergleich zur Vorsaison leicht reduzierten Anbaufläche bewegt sich das Niveau im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Ernte der Wurzeln wurde Mitte Dezember 2025 unter guten Bedingungen abgeschlossen, was sich positiv auf die Lagerfähigkeit auswirkt. Die Treibphase in den Gewächshäusern liefert bislang gute bis sehr gute Ergebnisse. Allerdings kam es rund um die Feiertage zu einer geringeren Aktivität, unter anderem durch eingeschränkte Arbeitskräfteverfügbarkeit. Zudem führte die kalte Witterung zeitweise zu höheren Treibkosten, was sich in einem erhöhten Preisniveau widerspiegelte. Dieses hohe Niveau beginnt sich
inzwischen jedoch wieder zu lösen, da sich Angebot und Nachfrage zunehmend ausgleichen und die Produktion wieder gleichmäßiger läuft. Das Angebot an spanischen Salatherzen ist durch die Regenfälle in Spanien und das langsamere Wachstum im Winter eingeschränkt. Trotz der kalten Witterung ist die Nachfrage nach den kleinen Salaten ungebrochen. Die überschaubare Menge, eine relativ lange Haltbarkeit zuhause, die knackigen Blätter und die, im Vergleich zu anderen Salatarten, geringe Bitterkeit haben dazu beigetragen, ihn zu einer der meistgekauften Salatarten werden zu lassen. Die Preise sind auf allen Handelsstufen minimal fester. Der Werbeumfang war zuletzt eingeschränkt. Richtig knapp sind die kleinen Salate nicht, allerdings werden zuerst die Verträge mit dem Lebensmitteleinzelhandel bedient. Für den freien Markt bleibt kaum Ware übrig.
Fruchtgemüse ist knapp
Nachdem Salatgurken in den ersten Wochen des Jahres deutlich knapper waren, entspannt sich die Angebotssituation allmählich. In Spanien verbessern sich die äußeren Bedingungen, und zudem kommen nun verstärkt die im Pflan-
zenwechsel stehenden Produktionsflächen in die Ernte, wodurch die Erntemengen zunehmen. Darüber hinaus haben die hohen Preise der vergangenen Wochen die Nachfrage gedämpft. In den Supermarktketten und Discountern wurde die Präsenz von Fruchtgemüse reduziert. Die verfügbaren Mengen reichten nicht für Aktionen aus, und in den Läden standen nur kleinere Bestände bereit. In den belichteten Kulturen des Benelux-Raums erfolgt derzeit der Wechsel von Stamm- auf Triebgurken, was mit steigenden Flächenerträgen einhergeht. Dadurch stehen höhere Mengen aus dem Benelux-Raum zur Verfügung. Die Preise sowohl an den spanischen Vermarktungseinrichtungen als auch an den Veilingen im Benelux-Raum sind rückläufig. Auch bei Tomaten macht sich der Winter im Mittelmeerraum bemerkbar. Sowohl aus Nordafrika als auch aus den bedeutenden Anbaugebieten Spaniens und Italiens stehen geringere Mengen zur Verfügung als geplant. Anders als in den Vorjahren entsteht kein Angebotsdruck. Kleinfrüchtige Tomaten ohne Grün waren in den ersten Wochen des Jahres sogar knapp, und die Nachfrage konnte nicht vollständig gedeckt werden. Die Preise an den spanischen Vermarktungseinrichtungen sind gestiegen. Inzwischen scheint der Preiszenit jedoch erreicht, da sich die Nachfrage zuletzt merklich zurückgezogen hat. Auch bei deutschen Supermarktketten und Discountern wurden Tomaten ohne Grün in geringerem Umfang beworben. Mit der reduzierten Präsenz im Einzelhandel ging auch die Nachfrage zurück. Das Absatztempo bei Standard-Rispentomaten bleibt weiterhin ruhiger als erwartet. Obwohl aus den Mittelmeerproduktionen geringere Mengen bereitstehen, kann die Nachfrage vollständig gedeckt werden. Die Winterproduktionen aus dem Benelux-Raum dominieren weiterhin das Marktgeschehen in weiten Teilen Deutschlands. Zucchini sind nach wie vor sehr
knapp. Alternativen zum spanischen Angebot sind kaum verfügbar, da auch in Marokko und Italien winterliche Bedingungen herrschen. Die Preise für verfügbare Mengen liegen auf einem sehr hohen Niveau, und im Einzelhandel dürften sie sich in der 5. Kalenderwoche weiter nach oben entwickeln.
Knappes Angebot an Paprika
Wie bereits während der gesamten Wintersaison bleibt Paprika auch im Januar nur begrenzt verfügbar. Die Preise auf allen Verkaufsebenen sind weiterhin hoch. Zwar werden greifbare Mengen platziert, doch die Nachfrage ist inzwischen erheblich zurückgegangen. Seit Mitte der 4. Kalenderwoche stehen an den spanischen Vermarktungseinrichtungen auch über die Lieferverpflichtungen hinaus Paprika zum Verkauf. Die Preise haben nachgegeben, was sich auch an den deutschen Großmärkten widerspiegelt. In Kürze dürften die nachgelagerten Handelsebenen entsprechend reagieren.
Rosenkohlsaison neigt
sich dem Ende
Die Nachfrage nach Rosenkohl ist im Januar weiterhin rege. Auch über den Jahreswechsel hinaus bleibt das Interesse an dem Wintergemüse bestehen, wenngleich die
Werbeaktivitäten allmählich nachlassen. Bislang konnte bei Rosenkohl aus dem Vollen geschöpft werden, nun verknappt sich das Angebot jedoch zunehmend. Der Schneefall in der ersten Januarhälfte hat die Rosenkohlbestände vielerorts unter eine geschlossene Schneedecke gelegt und die Ernte zeitweise erschwert. Nach dem Tau hat sich gezeigt, in welchem Zustand sich der Kohl befindet. Als Problem galt dabei weniger der Frost selbst, sondern vielmehr das Tauwasser, in dem die Pflanzen teilweise standen. Insbesondere bei weniger frostresistenten Sorten. Nach dem Abtauen des Schnees sind in den Niederlanden unterschiedlichste Qualitäten verfügbar, wobei Ware in Topqualität zu höheren Preisen gehandelt wird. Teilweise haben deutsche Erzeuger ihre Vermarktung bereits beendet, dennoch steht weiterhin Ware aus Deutschland sowie aus dem Benelux-Raum zur Verfügung. Insgesamt verläuft der Absatz weiterhin zufriedenstellend und das Angebot ist ausreichend. In den Niederlanden sind die Preise infolge der gestiegenen Nachfrage und der eingeschränkten Verfügbarkeit in der ersten Januarhälfte gestiegen und halten sich auf einem erhöhten Niveau.
Vor dem Jahreswechsel fiel das Angebot an Blumenkohl ausrei-
chend aus, dann verknappte es sich aufgrund der winterlichen Witterung Mitte Januar und die Großhandelspreise schossen in die Höhe. In der zweiten Januarhälfte (KW 4) erreichten wieder ausreichende Mengen an Blumenkohl aus Frankreich und Spanien den deutschen Markt, sodass die Preise sich stabilisiert haben und teils bei französischer Ware wieder nachgaben. Die Preise für französischen Blumenkohl lagen zur Monatsmitte (KW 3) etwa auf dem Niveau des Schnitts der 3. Woche der vorangegangenen 3 Jahre. Spanischer Blumenkohl kostete an den deutschen Großmärkten rund 7 % weniger als im Dreijahresmittel. Die kurzzeitige Verknappung am Markt hat der Nachfrage keinen Abbruch getan, die zur Monatsmitte (KW 3) über dem Schnitt der
Die Nachfrage nach Wirsing hat sich in den ersten Wochen des Jahres deutlich belebt.
Wochenwerte der vergangenen 5 Jahre lag. Allerdings lag das Preisniveau auf Verbraucherebene laut
AMI Verbraucherpreisspiegel in KW 3 auch fast ein Drittel unter dem Vorjahreswochenwert. Nach den zahlreichen Aktionen Mitte Januar, wurde Blumenkohl in der 4. Woche im Lebensmitteleinzelhandel nur noch 3-mal beworben, was jedoch für den Saisonstand ein eher übliches Niveau ist.
Das Brokkoli -Angebot fiel im Januar in der ersten Monatshälfte
aufgrund der kühlen Witterung in den Produktionsgebieten in Spanien knapp aus und auch danach scheint keine schnelle Änderung der Lage in Sicht. Die Preise an den deutschen Großmärkten haben sich zur Monatsmitte deutlich verteuert, weitere Preiserhöhungen waren zu Beginn der zweiten Monatshälfte jedoch nicht möglich, da die Nachfrage aktuell zu preiselastisch reagiert. Trotz des Preisanstiegs kostete spanischer Brokkoli in der 3. Kalenderwoche noch knapp 5 % weniger als im Wochenmittel der vorangegangenen 3 Jahre. Das knappe Angebot hat die Nachfrage nach dem grünen Feinkohl nicht geschmälert. Auch der Lebensmitteleinzelhandel hält die Werbeintensität hoch. Nach 11 Angebotsaktionen in der Vorwoche wurde auch in der 4. Woche 12-mal mit Brokkoli geworben.
Kohlrabi-Preise auf Vorjahresniveau
Seit Anfang Januar fiel das Angebot an Kohlrabi reichlich aus. Die Preise auf Großhandelsebene bewegten sich im jeweiligen Wochenmittel der vergangenen 3 Jahre. Im Einzelhandel lag die Nachfrage auf üblichem Niveau. Die Verbraucherpreise lagen zur Monatsmitte (KW 3) auf vergleichbarem Niveau mit dem Wochenwert des vergangenen Jahres. Laut AMI Aktionspreise im LEH liefen in der 2. Woche ganze 19 Angebotsaktionen mit Kohlrabi und auch wenn sich die Zahl um die Hälfte in KW 4 reduzierte, bleibt die Werbeintensität auf durchschnittlichem Niveau, verglichen mit den Wochenwerten der fünf Vorjahre. Trotz des flächendeckenden Winterwetters mit Temperaturen im Minusbereich und zeitweise geschlossener Schneedecke konnten sich die Preise für Rot - und Weißkohl nicht aus ihrem Tief befreien. In den ersten Wochen des Jahres hatte sich die Nachfrage nach Weißkohl zwar belebt, doch typisch für die letzte Januarwoche gehen die Verkäufe im Einzelhandel nun zurück. Kurzfristig sind keine Ab-
satzimpulse zu erwarten. Besonders großfallender Weißkohl findet weniger Absatzmöglichkeiten als in den Vorjahren. Die höhere Ernte in den östlichen Teilen Europas wirkt zusätzlich verkaufshemmend. Die Normallager in den starken Anbauregionen sind weiterhin gut gefüllt. Auch bei Rotkohl stehen noch Bestände aus den Normallagern zur Verfügung. Der LEH nimmt saisonübliche Mengen ab, jedoch fehlen derzeit Nachfrageimpulse, wodurch die Preisspielräume bei Rotkohl begrenzt bleiben.
Spitzkohlmengen aktuell in Kontrakten gebunden
In Deutschland und den Niederlanden lagert weiterhin Spitzkohl , dessen Angebot in den Lieferprogrammen der Supermarktketten und Discounter fest eingeplant ist. Darüber hinaus bleibt das Angebot knapp. Aus den Winterproduktionen steht nur ein Bruchteil der geplanten Mengen zur Verfügung. Die regnerische Witterung in Portugal und Spanien beeinträchtigt sowohl die Ernte als auch die Pflanzarbeiten, was es wahrscheinlich macht, dass die geplanten Anschlussanbausätze nicht realisiert werden können.
Die Nachfrage nach Wirsing hat sich in den ersten Wochen des Jahres deutlich belebt, und die Bestände wurden entsprechend bereinigt. Der Bestandsabbau verläuft nun wieder planmäßig. Für die 5. Kalenderwoche wird typischerweise mit einer ruhigeren Nachfrage gerechnet. Die noch verfügbaren Mengen aus deutschem Anbau finden jedoch problemlos Abnehmer. Einige Supermarktketten und Discounter steigen mit dem Monatswechsel auf Importe um.
Die Nachfrage nach Chinakohl hat sich weiter belebt und wird durch Aktionen gestützt. Das Angebot ist vorhanden, konzentriert sich jedoch zunehmend auf spezialisierte Anbau- und Lagerstrukturen. Für Aktionen Anfang Februar werden günstige Partien gesucht, die bislang jedoch nicht verfügbar sind.
Überdurchschnittliche Werbepräsenz bei Möhren
Die Nachfrage nach Möhren ist saisonüblich hoch. Die kalte Witterung macht weiterhin Lust auf deftige Gerichte, die Neujahrsvorsätze waren im Januar noch präsent und die Frischeabteilung im Lebensmitteleinzelhandel bietet eine winterlich reduzierte Auswahl an Obst und Gemüse. Da punkten Möhren auf ganzer Linie. Mit 18 Aktionen für konventionell erzeugte Möhren wurde in der 4. Woche leicht mehr geworben als im Durchschnitt der fünf Vorjahreswochen. Für die hohe Anzahl an Aktionen stehen in Deutschland erzeugte Möhren ausreichend zur Verfügung, doch die Lagerbestände schrumpfen. Sowohl bei Bio-Möhren als auch bei konventionell erzeugten Möhren wird von einer zumindest durchschnittlich langen Importsaison ausgegangen. Durch die Frosttage im Januar kam es zu Verlusten, die sich zwar einzelbetrieblich, jedoch nicht auf den Gesamtmarkt auswirkten.
Der Absatz von Zwiebeln an den Lebensmitteleinzelhandel verlief im Weihnachtsgeschäft sehr zufriedenstellend, da größere Mengen in Angebotsaktionen platziert werden konnten. Auf den freien Märkten hingegen konnte nicht
vom typischen, stressigen Weihnachtsgeschäft gesprochen werden. Zum Jahreswechsel gestaltete sich das Marktgeschehen wie gewohnt ruhig, da viele Arbeitskräfte in ihre Heimat zu den Familien reisten und die Packstationen teilweise geschlossen waren. Zu Beginn des neuen Jahres kam der Zwiebelmarkt nur langsam in Gang, entsprechend blieb die Marktlage Anfang Januar unverändert. Zwar zeigten sich zwischenzeitlich erste Beeinträchtigungen in einzelnen Partien, diese konnten jedoch durch entsprechende Sortierung ausgelesen werden, sodass die zu vermarktenden Zwiebeln weiterhin gute Qualitäten aufwiesen. Nach einem wochenlang stabilen Zwiebelmarkt zeichnen sich Mitte Januar nun erste hoffnungsvolle Perspektiven ab. Die Nachfrage im Inland sowie im Exportgeschäft ist zufriedenstellend und kontinuierlich. Trotz der in dieser Saison erneut rekordhohen Bruttoverfügbarkeit können fortlaufend Zwiebeln abgesetzt werden. Die erhofften Preiserhöhungen lassen sich bislang jedoch weiterhin nicht durchsetzen und die Preise verharren seit Wochen auf demselben Niveau.
Schneefälle erschwerten Angebotslage
Die schwierige logistische Lage
infolge des starken Schneefalls im Januar machte sich auch bei Lauchzwiebeln bemerkbar. Das Angebot aus Ägypten war knapp, da der Schnee die Entladung der Fracht an den Häfen in Rotterdam und Antwerpen verhinderte und auch die deutsche Nordseeküste betroffen war. Über den Landweg gelangten nur geringe Mengen an Lauchzwiebeln auf den Kontinent. Die italienische Produktion wurde aufgrund des zunehmenden nordafrikanischen Angebots zurückgefahren, sodass kaum Alternativen zur Verfügung standen. In der Folge verfestigten sich die Preise an den deutschen Großmärkten innerhalb kurzer Zeit deutlich. Nach dem vorübergehenden Engpass sind Bundzwiebeln aus Ägypten inzwischen wieder in ausreichenden Mengen verfügbar. Vor den Feiertagen sowie vor dem Wintereinbruch zu Jahresbeginn mit teils starkem Schneefall wurde Porree auf Vorrat geerntet. Die verfügbaren Arbeitskräftekapazitäten wurden dabei vollständig ausgeschöpft. Da der Schneefall weiter anhielt, wurden die angelegten Bestände schrittweise aufgebraucht. Inzwischen wird wieder geerntet, und die Preise lösen sich vom zuvor hohen Niveau. Die winterliche Wetterlage mit Temperaturen unter 0 °C belebt die Nachfrage nach Porree.
Im Weihnachtsgeschäft verlief der Zwiebelabsatz an den Lebensmitteleinzelhandel zufriedenstellend.
Foto: RawpixelAdobeStock
Reife von Früchten durch Analyse der Blätter feststellen
FORSCHUNG Die von einem Forschungsteam der Universitat Rovira i Virgili (URV) entwickelte Methode analysiert die biochemischen Veränderungen in den Blättern, die der Frucht am nächsten sind, ohne diese zu beschädigen, so die Universität. Ein Forschungsteam der Abteilung für Analytische Chemie und Organische Chemie der Universitat Rovira i Virgili (URV) hat die Nah- und Mittelinfrarotspektroskopie auf die Blätter angewandt, die der Frucht am nächsten sind. Die Technik richtet einen Lichtstrahl auf eine Probe (in diesem Fall die Blätter) und aus dem absorbierten oder reflektierten Licht werden Informationen über deren Zusammensetzung gewonnen, ohne die Probe zu verändern oder zu zerstören. „Die Blätter unterliegen während der Reifung der Früchte physiologischen und biochemischen Veränderungen, da der Stoffwechsel der Blätter und der Früchte direkt miteinander verbunden ist. Und diese Veränderungen spiegeln sich in ihrem spektralen Fingerabdruck wider“, erklärt Daniel Schorn, Forscher in der Forschungsgruppe ChemoSens an der URV, der an dieser Studie beteiligt war. Durch die wöchentliche Anwendung dieser Technik auf die Blätter, die den Früchten am nächsten sind, ist es dem Forschungsteam gelungen, den Entwicklungszustand der Früchte zu „lesen“, ohne sie zu berühren. Die Studie wurde an zwölf Nektarinenbäumen über elf Wochen hinweg beobachtet. Während dieser Zeit wurden Proben sowohl von der Ober- als auch von der Unterseite der Blätter entnommen und Faktoren wie Ausrichtung, Höhe und Position relativ zum Stamm aufgezeichnet. Statistische Analysen zeigten, dass der Faktor mit dem größten Einfluss auf die Blattspektren die Zeit ist, d. h. der Fortschritt der Reifung. Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass die Kombination von Spektraldaten von beiden Seiten des Blattes genauere Vorhersagemodelle liefert, da jede Seite unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf Zusammensetzung und Reaktion auf die Umgebung aufweist.
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0520.02.202610.02.2026• Fruit Logistica Review: Deutschland, Niederlande, Flandern
• Produkte am POS: Avocados
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