Fruchthandel Magazin - Ausgabe 3/2026

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Innovation. Interaction. Inspiration.

The leading trade show for the global fresh produce business. GET YOUR TICKET

23. JANUAR 2026

AUFTAKT

06 BMLEH: Zehn Millionen Euro für KI und Digitalisierung

06 Port International Fruit: Führung neu aufgestellt –Fokus auf Wachstum und Übersee-Kompetenz

08 FRUIT LOGISTICA 2026

08 Fresh Produce Forum: Eine Bühne für Zukunftsimpulse

14 GLOBALER FRUCHTHANDEL

14 Steinobst aus Südafrika: Neues Selbstvertrauen, langjährige Partnerschaft

16 Brasilien: Orangen zwischen Ertragsschwankungen und Krankheitsdruck

17 Avocados: Preisanstieg und neue Chancen für Exporteure

17 Peru: Bananenexporte 2025 stabil

17 Peru: Heidelbeer-Exporte verzeichneten 2025 einen Anstieg von 13 Prozent

18 Avocados: Südliches Kap wird zu neuer Produktionsgrenze

20 Argentinien: Qualität, Nachhaltigkeit und das EU-Mercosur-Abkommen

24 Avocados: Wachstumspotenzial trifft auf Marktunsicherheiten

26 Polen: Verlust östlicher Märkte war deutlich spürbar

29 Ukraine: Zwischen Überproduktion und Exportdynamik

30 EXOTEN & SPEZIALITÄTEN

30 Import Promotion Desk: „Ägypten punktet mit Nähe, Vielfalt und Qualität“

31 Granatäpfel: Alte Kulturfrucht voll im Trend

32 Madagaskar: Litschisaison verläuft erfolgreich

32 Passionsfrucht: Mehr als nur eine exotische Zutat

34 PRODUKTE AM POS

34 Mangos: Hohe Erntemengen beleben Angebot und Nachfrage

36 BRANCHEN-INFOS

36 Strukturwandel im europäischen Verpackungsmarkt

37 Kollaborativer Roboter federt Fachkräftemangel im Obsthandel ab

38 SCHLUSSPUNKT

38 Forschung: Wollläuse überwachen, neue Erkenntnisse gewinnen

RUBRIKEN

38 Themenvorschau / Impressum

Titelfoto: EG/Import Promotion Desk

„Unbestritten ist, dass dass die EU ihre Interessen sowie die eigenen Produzenten und Händler besser schützen muss.

Die Erfahrung zeigt jedoch ebenso, dass Offenheit und Kooperation im globalen Handel langfristig mehr Chancen kreieren als Abschottung und Protektionismus.“

Mehr Offenheit und Kooperation

Mit der Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens in Paraguay, über das auch in einigen Wochen während der FRUIT LOGISTICA noch viel gesprochen werden wird, soll eine der größten Handelszonen überhaupt geschaffen werden. Soll, weil das Europäische Parlament und der Europäische Rat nach voraussichtlich intensiven Debatten noch abschließend in der Angelegenheit entscheiden müssen. Die Zahlen sind beeindruckend: Rund 700 Millionen Menschen in 31 Ländern, die für fast zwanzig Prozent des globalen BIP stehen, könnten in Zukunft von dem Deal profitieren. So Wunsch und Ziel der Partner, die nicht zuletzt auch gegenüber China und den USA ein starkes geopolitisches Zeichen setzen wollen. In den unsicheren Zeiten, die wir gerade erleben, soll das Abkommen – wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte – „ein Wachstumsmotor auf beiden Kontinenten“ sein. Aber man merkt an den vielen Konjunktiven auch – selbst, wenn man den Prozess für wünschenswert hält – dass alles noch nicht recht sicher ist. Vor allem im landwirtschaftlichen Bereich gibt es immer noch große Bedenken, insbesondere, was den Schutz der Bauern in der EU betrifft, die bereits jetzt einem von Jahr zu Jahr größer werdenden Konkurrenz- und Preisdruck ausgesetzt sind. Hier geht es um sensible Fragen wie asymmetrische Lebensmittel- und Importstandards, die flexible Begrenzung von Marktöffnungen oder den Abbau nichttarifärer Hürden. Um Fragen, die unbedingt beantwortet werden müssen, soll das Abkommen auch für EU-Lieferländer von Obst und Gemüse einmal die Attraktivität entfalten, die es für Argentinien, Brasilien, Bolivien, Paraguay und Uruguay schon lange hat. Wie Ursula von der Leyen nach der Unterzeichnung betonte, dürfen sich „Handel und Schutz“ nicht ausschließen, beides sei im Abkommen „fest verankert“. Es versteht sich von allein, dass sich diese Punkte nach erfolgter Ratifizierung erst noch in der Praxis bewähren müssen. Ganz ohne Dissonanzen wird das sicherlich nicht vonstattengehen. Andererseits: bewähren kann sich auch nur, was zumindest einmal begonnen hat. Diesem Punkt sind wir nun zumindest ein ganzes Stück nähergekommen. Das Abkommen ist noch in anderer Hinsicht wichtig. Stillstand würde nämlich für die Europäische Union Rückschritt bedeuten, auch die Gemeinschaft muss angesichts der gestiegenen Risiken im Welthandel und vieler neuer Akteure auf dem Spielfeld ein vitales Interesse daran haben, ihre Absatzmärkte stärker zu diversifizieren als bislang. Mitunter macht sich die Kritik am Mercosur-Abkommen auch an der unbestreitbaren Tatsache fest, dass die Handelsbilanz eindeutig zu Ungunsten der EU ausfällt. Aber man sollte bei einer solchen Betrachtungsweise nicht die Chancen außer Acht lassen, die sich gleichzeitig für europäische Fruchtlieferanten in der Mercosur-Region eröffnen. Vor allem Kernobstanbieter, etwa aus dem Benelux-Raum, haben diese Möglichkeiten frühzeitig erkannt. Unbestritten ist, dass die EU ihre Interessen sowie die eigenen Produzenten und Händler besser schützen muss. Die Erfahrung zeigt jedoch ebenso, dass Offenheit und Kooperation im globalen Handel langfristig mehr Chancen kreieren als Abschottung und Protektionismus. Das gilt insbesondere aus Sicht der durchschnittlichen Supermarktkunden, die vor allem eines erwarten: ein ganzjährig vollständiges Angebot an Obst- und Gemüseprodukten in den Regalen.

re:think packaging

Forum für Verpackung + Kreislaufwirtschaft 20./21. Mai 2026, Düsseldorf

Welche Auswirkungen hat die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) auf die Lieferkette? Wie positioniert sich der Handel? Antworten liefert das Forum re:think packaging.

Das Forum ist co-located mit der DFHV-Jahrestagung am 20. Mai 2026 und einem gemeinsamen Get-together am Abend.

Der Kongresstag findet am 21. Mai 2026 statt.

Jetzt anmelden zum Frühbucher-Preis von 495 € – kostenfrei stornierbar! Bei Buchung bis 31. März 2026 sparen Sie 200 €. Bis zu diesem Termin können Sie Ihr Ticket jederzeit kostenlos stornieren. Ab 1. April beträgt der Ticketpreis 695 €.

www.fruchthandel.de/rethink Kontakt: events@fruchthandel.de Tel. +49-211-99104-10

Zehn Millionen Euro für KI und Digitalisierung

BMLEH

POLITIK Im Rahmen der Grünen Woche übergab der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, Förderbescheide für neue Experimentierfelder zur Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz (KI) in der Landwirtschaft sowie für das Projekt „Smart Farming“ des Deutschen Instituts für Normung (DIN). Mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 10 Mio Euro stärkt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) eigenen Angaben zufolge gezielt die praxisnahe Entwicklung und Erprobung digitaler Technologien im Agrarsektor. Die Übergabe der Förderbescheide auf

der Grünen Woche unterstreiche dabei den Anspruch des BMLEH, den digitalen Wandel der Landwirtschaft aktiv, praxisnah und verantwortungsvoll zu gestalten. Bundesminister Rainer: „Unsere Aufgabe als Politik ist es, Innovationen gezielt möglich zu machen. Mit den digitalen Experimentierfeldern fördern wir Innovationen dort, wo sie gebraucht werden: in der landwirtschaftlichen Praxis. Künstliche Intelligenz hilft, Betriebsmittel passgenauer einzusetzen, unsere Umwelt besser zu schützen, das Tierwohl zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu stärken. Entscheidend ist, dass neue Technologien

Ein Landwirt, 153 Menschen

Die Landwirtschaft in Deutschland erreicht einen neuen Höchststand bei ihrer Versorgungsleistung: Rein rechnerisch kann eine Landwirtin oder ein Landwirt inzwischen 153 Menschen ernähren. Das ist eine Person mehr als 2022 und zugleich der höchste Wert seit Beginn der statistischen Erfassung dieser Kennzahl, zitiert der Landvolk-Pressedienst Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL). Damit wird deutlich, wie leistungsfähig und effizient die Landwirtschaft in Deutschland arbeitet und gleichzeitig wie viele Landwirte dem Strukturwandel bereits zum Opfer gefallen sind. Im langfristigen Vergleich zeigt sich eine außergewöhnliche Entwicklung. Seit 1990 hat sie sich mehr als verdoppelt, im Vergleich zu 1960 sogar verneunfacht. Der Rekordwert fällt in eine Zeit, in der Fragen der Ernährungssicherheit an Bedeutung gewinnen.

Mit einem Fördervolumen von 10 Mio Euro stärkt das BMLEH gezielt die praxisnahe Entwicklung und Erprobung digitaler Technologien im Agrarsektor.

nicht im Labor bleiben, sondern auf den Höfen ankommen – als praxisnahe Lösungen, die Arbeit erleichtern und Ressourcen schonen.“ Die geförderten Projekte entwickeln und testen digitale und KI-basierte Lösungen gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben, Wissenschaft sowie vor- und nachgelagerter Wirtschaft. Ziel sei es, neue Technologien für Betriebe aller Größen praxistauglich zu machen, Arbeitsprozesse zu vereinfachen, Ressourcen effizienter einzusetzen und Bürokratie zu reduzieren. Das BMLEH fördere insgesamt fünf gezielt ausgewählte Projekte, darunter: iSoBeD (KI-gestützte Bewässerung und Drohneneinsatz im Wein- und Gemüsebau), FarmerSpaceAI (digitale und KI-basierte Lösungen für einen ressourcenschonenden Pflanzenschutz). Ergänzend fördere das BMLEH das Projekt „Smart Farming“ des Deutschen Instituts für Normung (DIN e.V.) mit rund 172.000 Euro.

Wir produzieren verantwortungsvoll – ohne Kinderarbeit, mit transparenten sozialen Praktiken und umweltfreundlichen Anbaumethoden.“

Jorge Pazos, Präsident des Argentinean Blueberry Committee (ABC) Lesen Sie mehr ab Seite 20.

Führung neu aufgestellt – Fokus auf Wachstum und Übersee-Kompetenz

PORT INTERNATIONAL FRUIT Zum Jahresende 2025 hat sich die Port International Fruit GmbH mit verstärkter Geschäftsführung neu aufgestellt. Phillip Buschmann übernimmt gemeinsam mit Karlsson Port die Rolle des Geschäftsführers und führt das Unternehmen künftig in die nächste Phase der Unternehmensentwicklung. „Mit Phillip Buschmann gewinnen wir eine Führungspersönlichkeit, die internationale Vernetzung und operatives Know-how mit strategischem Weitblick verbindet. Gemeinsam werden wir unsere Position im Fruchthandel weiter ausbauen und unsere Beziehungen mit Erzeugern und Kunden langfristig stärken“, so Karlsson Port, Geschäftsführer der Port International Fruit GmbH. In der neuen Konstellation der Geschäftsführung stelle sich das Unternehmen für die Zukunft auf –mit Fokus auf Wachstum, Risikodiversifikation und Kundennähe.

Foto: America/AdobeStock

VOTE FOR THE INNOVATION OF THE YEAR

Visit the special FLIA exhibition areas!

Winners are selected by the votes cast by visitors to FRUIT LOGISTICA.

Cast your personal vote and have the chance to win an Apple AirPods Pro 2!

FLIA Fresh Produce Exhibition between Hall 20/21

FLIA Technology Exhibition between Hall 1.1/2.1

Voting ends 6 PM, Thursday 5 February 2026

Award ceremony Friday 6 February 2026, 1 PM between halls 1.1 and 2.1

Fresh Produce Forum: Eine Bühne für Zukunftsimpulse

Programm | Berlin ► Das Fresh Produce Forum ist traditionell die Bühne, auf der alljährlich während der drei Messetage die zentralen und aktuellen Herausforderungen der Branche thematisiert werden. Der internationale Fruchthandel leistet nicht nur weltweit Jahr für Jahr einen immensen Beitrag zur gesunden Ernährung der Menschen. Zugleich sind der Anbau und der Handel mit Obst und Gemüse in vielen Ländern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

FRESH PRODUCE FORUM

HALLE 23 / STAND G-01

Simultanübersetzung in Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch

Kostenlos für Besucher und Aussteller

4. Februar 2026

10.00 – 11.00 Uhr

Nachhaltigkeit kennt keine (Klima-)Pause

11.30 – 12.30 Uhr

Nachhaltigkeit – vor Ort und entlang der Kette

13.00 – 14.00 Uhr

Die PPWR – Auswirkungen, Herausforderungen und Perspektiven für die Lieferkette

Auch in diesem Jahr wird

Kaasten Reh, Fruitnet Media International, als Moderator durch das Fresh Produce Forum führen.

Gesellschaftliche Entwicklungen und globale Ereignisse, die Klimaveränderung oder politische Unruhen definieren aber die Rahmenbedingungen immer wieder neu und erfordern neue Lösungen und Antworten der Branche.

All diese Herausforderungen zu meistern – dazu leistet die FRUIT LOGISTICA mit dem Fresh Produce Forum und auch den anderen Bühnen einen wichtigen Beitrag. Hier werden die aktuellen Herausforderungen in der Lieferkette, das Verbraucherverhalten, durch die Klimaveränderung veränderte Produktionsbedingungen und die Beschaffung unter die Lupe genommen und innovative, kreative und intelligente Lösungen gesucht.

Das Programm:

Mittwoch, 4. Februar 2026

Nachhaltigkeit kennt keine (Klima-)Pause

Nachhaltigkeit scheint in der politischen Tagesordnung an Bedeutung zu verlieren. Die Klimaveränderung macht jedoch keine Pause. Umso notwendiger sind Maßnahmen zum nachhaltigen Handeln auf allen Ebenen.

Zertifizierung für legale, effiziente und nachhaltige Wasserversorgung

Für Supermärkte ist es von entscheidender Bedeutung, den

Foto: Messe Berlin

Verbrauchern die Herkunft des Wassers und des Bodens zu garantieren, die für den Anbau ihrer Produkte verwendet werden. Wir werden Möglichkeiten diskutieren, wie dieser Mehrwert geschaffen und sichergestellt werden kann, dass die Produkte alle Anforderungen erfüllen

• María López Hernández, Commercial Director, CAAE

Vom Chaos zur Klarheit: Kompass für eine nachhaltige Zukunft

Die Nachfrage nach Nachhaltigkeitsinformationen in der Lieferkette wächst ständig. Lieferanten sehen sich mit zahlreichen Vorschriften und Zertifikaten für Nachhaltigkeit konfrontiert. Das ist oft nur schwer zu handhaben. Für die Zukunft der Branche ist das wenig geeignet. Wie können wir das ändern?

Richard Schouten, General Manager, Fresh Produce Centre

Nachhaltigkeit – vor Ort und entlang der Kette

Die Klimaveränderung kennt leider keine Pause. Daher sind alle Bemühungen um nachhaltigeres Wirtschaften umso erfreulicher, insbesondere, dass die Unternehmen – sowohl der Lebensmitteleinzelhandel in seiner führenden Rolle als auch die gesamte Lieferkette –diesen Weg weitergehen.

Klimastrategie im Handel – Vom Fußabdruck zur Transformation Vom CO2-Fußabdruck zur Transformation – wie CO2-Bilanzierung sowie wissenschaftlich fundierte Zielvorgaben den Handel zu wirksamen Klimastrategien und messbaren Emissionsreduktionen führen.

• Marnie Schmidt, Fokus Zukunft

Großmärkte als Motor nachhaltiger Ernährungssysteme

Es wird die Rolle von Großmärkten in der Entwicklung nachhaltiger Ernährungssysteme beleuchtet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie diese zentralen Handelsplätze Struktu-

ren schaffen können, die regionale Versorgung, Ressourceneffizienz und verantwortungsvolle Wertschöpfung fördern.

• Eliane Steinmeyer, GFI

Die PPWR – Auswirkungen, Herausforderungen und Perspektiven für die Lieferkette

Pro Food und Freshfel Europe erläutern mit Vertretern aus Produkti-

on, Verbänden und EU-Institutionen die neue Verpackungsverordnung PPWR mit besonderem Schwerpunkt auf deren Auswirkungen auf die europäischen Lieferketten. Ziel ist, einen technischen, institutionellen und datengestützten Überblick über die PPWR zu geben, Risiken und strategische Prioritäten aufzuzeigen und operative Vorschläge sowie zu einer harmonisierten und pragmatischen Umsetzung beizutragen

• Philippe Binard, Freshfel

15.00 – 16.00 Uhr

Datentransfer und Datensicherheit

16.30 – 17.30 Uhr

Innovation treibt Servicequalität

5. Februar 2026

10.00 – 11.00 Uhr

Intelligente Digitalisierung im Gartenbau: KI-gestützte Effizienz

11.30 – 12.30 Uhr

Neue Dynamiken im globalen Avocadomarkt

13.00 – 14.00 Uhr

Zurück in die Zukunft der Bananen

15.00 – 16.00 Uhr

Nachhaltigkeit: So nah –so fern

16.30 – 17.30 Uhr

Exporte von Frischobst von der Südhalbkugel: Trends, Herausforderungen und Chancen

6. Februar 2026

10.00 – 11.00 Uhr

Afrika – ein starker Partner

11.30 – 12.30 Uhr

Trifluoressigsäure –Regulierung und Auswirkungen auf die Kette

Einstündige

Panels beleuchten aktuelle Trends und bieten Raum für Diskussionen.

• Luc Vanoirbeek, Copa-Cogeca

• Marzi Scopelliti, Europen Mauro Salini, Pro Food

Datentransfer –Datensicherheit

Auch die Verpackungswirtschaft und der Einsatz von Verpackung stehen vor einem Umbruch. Die Digitalisierung bedeutet auch hier neue Herausforderungen.

Von linear zu zirkulär. Auf dem Weg in die Zukunft

Das ist die aktuelle Lage: PPWR. Automatisierung. Digitalisierung. Was ist die Zukunft? Von einer linearen zu einer zirkulären Welt. Lösungen zur Unterstützung der Branche.

• Saday Florez, WBG-Pooling

Wie Naturpolymere in der neuen EU-Verpackungsreform PPWR berücksichtigt werden

Die neue EU-Verpackungsreform PPWR sollte einen Abschnitt enthalten, der sich ausschließlich mit natürlichen Polymeren wie PHA befasst, die fälschlicherweise mit Biokunststoffen, einschließlich nicht biologisch abbaubaren, in Verbindung gebracht werden.

• Silvia Bellini, Zeropack

Innovation treibt Servicequalität

Verbesserung der Servicequalität und Lebensmittelsicherheit durch

konsequente Digitalisierung der Prozesse.

Limore One im Fokus: Nachhaltigkeitsvorteile einer innovativen Erdbeersorte

Mérieux NutriSciences | Blonk hat die innovative, samenbasierte Erdbeersorte Limore One einer Umweltbewertung nach internationalen Standards unterzogen. Die Analyse zeigt klare ökologische Vorteile gegenüber herkömmlicher Produktion und benennt zentrale Ansatzpunkte für weitere Verbesserungen. Der Beitrag gibt einen kompakten Einblick in die wichtigsten Ergebnisse.

• Eline Disselhorst & Marco Peeters, Mérieux NutriSciences | Blonk / Limgroup

Moderne Technologie

Moderne Anbautechnologien tragen zu einer nachhaltigen und lokaleren Produktion von Obst und Gemüse bei.

• Bauke van Lenteren, Rijk Zwaan

Donnerstag, 5. Februar 2026

Intelligente Digitalisierung im Gartenbau

Moderne digitale Werkzeuge – darunter KI, IoT und Datenanalyse – und wie sie die Lieferkette für Obst und Gemüse grundlegend verändern. Anhand von Beispielen

aus den integrierten Lösungen von Oboya wird deutlich, wie sich Ertrag und Rückverfolgbarkeit verbessern und gleichzeitig Abfall reduzieren lassen. Im Zentrum steht das Potenzial dieser Technologien, effiziente und skalierbare Prozesse für Erzeuger und Händler weltweit zu ermöglichen.

Intelligente Digitalisierung im Gartenbau: KI-gestützte Effizienz KI in der Praxis für Erzeuger, Importeure und Exporteure: Ertrags- und Qualitätsprognosen, Verpackungsund Routenoptimierung zur Abfallreduzierung und Steigerung der Rentabilität.

• Rober t Wu & Felipe Rovira, Oboya Group

Neue Dynamiken im globalen Avocadomarkt

Die Session beleuchtet, wie steigende Produktionsmengen, neue Käuferstrukturen und die wachsende Bedeutung von Ware in Ölqualität den internationalen Avocadomarkt verändern. AOMA wird erläutern, wie die Organisation mehr Transparenz und eine bessere Abstimmung zwischen Verarbeitern und Erzeugerorganisationen unterstützen möchte. Steigende Mengen und neue Käufergruppen verändern den Markt für frische Avocados spürbar. Besonders Ölverarbeiter übernehmen eine wichtige Rolle und verleihen Ware in Ölqualität zusätzlichen Wert. AOMA, die Vereinigung der Avocado-Ölindustrie, möchte in diesem Umfeld eine Brücke zwischen Verarbeitern und Erzeugerorganisationen schlagen. Ein Ausblick, wie

AOMA zu mehr Transparenz und Struktur in diesem dynamischen Markt beitragen will.

• Enrique García Gavira, Avocado Oil Manufacturers Association (AOMA)

• Lia Bijnsdorp, Avocado Oil Manufacturers Association.

• Thierr y Athimon, Jose Luis Montosa S.L.

Zurück in die Zukunft der Bananen

Die Dominanz einer einzigen Bananensorte hat die Branche stark anfällig für Krankheiten und den Klimawandel gemacht. In dieser Sitzung wird eine entscheidende Frage aufgeworfen: Was kommt nach Cavendish? Von traditioneller Züchtung bis hin zu modernster Genomeditierung und gentechnisch veränderten Organismen (GVO) – Experten werden unter-

suchen, wie Sorteninnovationen die Bananenproduktion verändern könnten. Die Diskussion beleuchtet die Chancen, Herausforderungen und Abwägungen, die mit der Einführung neuer Bananensorten vom Labor und Feld auf den Weltmarkt verbunden sind.

• Professor Gert HJ Kema, Professor Phytopathology Wageningen University

• Peter Stedman, Sustainability Director, Chiquita

Nachhaltigkeit: So nah –so fern

Die meisten Länder und Märkte können sich nicht mit allen Produkten selbst versorgen. Zumeist ist es ein Mix aus lokaler oder regionaler Versorgung und Import. Hier präsentieren wir drei Beispiele: einmal produziert für den lokalen Handel und Konsum hier in Berlin. Und dann hören wir wie in Guatemala und Peru ressourcenschonend und sozial verträglich Obst und Gemüse für Exportmärkte erzeugt werden.

Food for Life Perú: Innovationsplattform

Amora Carbajal von Food for Life Perú wird vorstellen, wie die Plattform Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und staatli-

chen Institutionen fördern soll und welche Impulse für den Sektor erwartet werden.

Amora Carbajal, Food For Life Perú

Guatemala setzt auf Nachhaltigkeit

In Guatemala gewinnt nachhaltige Produktion stark an Bedeutung. Das stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit, erhöht die Nachfrage und schützt gleichzeitig die natürlichen Ressourcen. Durch Initiativen, die eine effiziente Wassernutzung, den Erhalt der Artenvielfalt und faire Arbeitsbedingungen fördern, positioniert sich das Land.

• Melanie Gento Sierra, Wirtschaftsministerium, Guatemala

Exporte von Frischobst von der Südhalbkugel

Die Mitglieder der Southern Hemisphere Fruit Alliance (SFA) geben einen Überblick über die aktuellen Trends bei den Fruchtexporten der Südhalbkugel sowie eine Analyse aus erster Hand zu den Herausforderungen und Chancen, mit denen die Fruchterzeuger und -exporteure der Region konfrontiert sind.

• Conrad Burger, SATI

• Wayne Prowse, Fresh Intelligence Consulting

• Piero Razeto, Asociación de Gremios Productores Agroexportadores del Perú (AGAP)

• Nina Viljoen, South African Table Grape Industry (SATI)

Freitag, 6. Februar 2026

Afrika –

ein starker Partner

Afrika ist ein Kontinent mit einer oft sehr jungen Bevölkerung. Der Kontinent verfügt zudem über enorme Ressourcen. Dies bietet vielfältige Möglichkeiten für die Produktion und Belieferung internationaler Märkte.

Qualität und Nachhaltigkeit

Überblick über Avocados, Mangos, Bananen, Citrusfrüchte und Kräuter – auf europäischen Märkten etabliert. Mit Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette, von der Produktion bis zum Marktzugang, mit Fokus auch auf Wachstum, Qualität, Rückverfolgbarkeit und ethische Beschaffung.

• Niezaam Davids, Managing Director, FG La Pasta

Trifluoressigsäure –Regulierung und Auswirkungen auf die Kette

TFA in Obst und Gemüse – ein unterschätzter Rückstand?

In dieser Sitzung werden wichtige Erkenntnisse aus deutschen Überwachungsprogrammen vorgestellt, aktuelle toxikologische und regulatorische Diskussionen umrissen und deren Auswirkungen auf Hersteller, Exporteure und Einzelhändler erläutert.

• Andreas Hentschel, Mérieux NutriSciences , Institut Kirchhoff Berlin GmbH

Analyse von Trifluoressigsäure in Obst und Gemüse

Methoden, gesetzliche Grenzwerte und Auswirkungen auf Qualität und Sicherheit. Ein praktischer Überblick für Erzeuger, Händler und Akteure der Branche.

• Dr. Jan Niklas Fricke, Dr. Lippert Qualitätsmanagement 

LIVE ON THE FRUIT LOGISTICA STAGES

AI Translation: German, English, Spanish, French, Italian

BERLIN 4|5|6 February FRUIT LOGISTICA 2026 HALL 21 | STAND F-60

Visit FRUIT LOGISTICA, learn about the latest trends and be inspired by high-ranking speakers.

2026 PROGRAMME

WEDNESDAY 4 February 2026

11.00–11.20

From data to decision:

How growers turn insight into action 11.30–11.50

Protecting quality, margin and shelf life in global cold chains 12.00–12.20

The new standard in precision seeding 12.30–12.50

Technologies to reduce food losses in avocados 13.00–13.20

How Lineage connects technology, innovation and community 13.30–13.50

Zespri achieves a first for fresh produce with EU-approved health claim for green kiwifruit 14.00–14.20

Gourmet fresh logistics just in time 14.30–14.50

IPD – your link to reliable suppliers

MESSE BERLIN GmbH

Tel. +49-(0)30-3038-0 fruitlogistica@messe-berlin.com

15.00–15.20

Unlocking smarter growing: Digital rootzone insights with GroSens Suite 16.30–16.50

Post-harvest for profit – from New Zealand to the world

THURSDAY 5 February 2026

11.00–11.20

Contributing to a sustainable and climate-resilient food supply 11.30–11.50

Return on investment of autonomous climate and irrigation control 12.00–12.20

Capture CO₂ where it is generated: Efficient separation and dosing in the greenhouse 13.00–13.20

Real-time traceability for reusable packaging at scale

13.30–13.50

How advanced greenhouse films transform grower results 14.00–14.20

How data, imaging and AI are transforming fruit quality 14.30–14.50

Revolutionising fresh produce logistics through real time cold chain inteligence 15.00–15.20

Reshaping supply chain compliance with AI 15.30–15.50

Blueberry breeding program from Argentina 16.00–16.20

AI vision technology for supply chain visibility 16.30–16.50

Citrinos do Algarve –get the taste, feel the sun

FRUCHTHANDEL MAGAZIN

Tel. +49-(0)211-9 91 04-40 anzeigen@fruchthandel.de

Neues Selbstvertrauen, langjährige Partnerschaft

Südafrika | Steinobst ► Die südafrikanische Steinobstbranche ist mit neuem Selbstvertrauen in die Exportsaison 2025/26 gestartet und bietet den nordeuropäischen Märkten während der kritischen Wintermonate eine stabile und qualitativ hochwertige Versorgung aus der Südlichen Hemisphäre. Nach günstigen Winter- und Blütebedingungen wird ein Anstieg der Exportmengen um etwa 5 % bis 6 % gegenüber dem Vorjahr prognostiziert, was die Rolle des Sektors als zuverlässiger gegenläufiger Saisonpartner für Europa unterstreicht.

Laut Hortgro, dem Verband der südafrikanischen Steinobstbranche, haben gute Fruchtansätze und konstante Erträge in den meisten Anbaugebieten die Grundlage für eine ausgewogene Exportsaison geschaffen, die gut begonnen hat und sich positiv entwickelt.

Ein langjähriger

Partner Europas

Die Beziehungen Südafrikas zu den europäischen Steinobstmärkten reichen mehr als ein Jahrhundert zurück. Im Januar 1892 exportierte das Land seine ersten Pfirsiche nach England und ist damit die älteste Steinobst-Exportbranche der Südlichen Hemisphäre. Seit der Deregulierung Ende der 1990er Jahre sind die Europäische Union und das Vereinigte Königreich nach wie vor die wichtigsten Märkte Südafrikas, die für ihre Beständigkeit, ihre Raffinesse und ihre langfristigen Partnerschaften geschätzt werden. Auch heute noch gilt südafrikanisches Steinobst als hochwertige Winteralternative für europäische Einzelhändler, wobei besonderer Wert auf Essqualität, Haltbarkeit und Lebensmittelsicherheit gelegt wird.

Erntebedingungen

fördern Qualität und Lagerfähigkeit

Die südafrikanische Steinobstsaison dauert von Oktober bis Anfang April und passt damit gut zu den Einzelhandelsprogrammen für den

Nektarinen in den Obstgärten im westlichen Kap Südafrikas

Winter und den frühen Frühling in Nordeuropa. Die Saison 2025/26 profitierte von einem kalten Winter 2025 und günstigen Blütebedingungen, was zu einem guten Fruchtansatz und einer gleichmäßigen Entwicklung führte.

Obwohl die Niederschlagsmenge im Winter unter dem Durchschnitt lag, berichten Branchenquellen, dass die Bewässerungsdämme voraussichtlich den ganzen Sommer über ausreichend Wasser liefern werden. Dies hat wichtige Auswirkungen für Europa, da unter diesen Bedingungen produzierte Früchte in der Regel eine ausgezeichnete Festigkeit, Geschmacksentwicklung und Nacherntequalität aufweisen.

„Wir haben beobachtet, dass die Fruchtgrößen in dieser Saison im Vergleich zu den Vorjahren deutlich kleiner sind, und die Wasserverfügbarkeit könnte später in der Saison ebenfalls ein Risiko darstel-

len, was sich möglicherweise auf die Produktion späterer Pflaumensorten auswirken könnte“, erklärt Pieter-Steyn de Wet, Agrarökonom bei Hortgro, dem südafrikanischen Wissenspartner und offiziellen, von den Erzeugern finanzierten Vertreter der südafrikanischen Laubobstbranche (Kern- und Steinobst). Vor Beginn der Saison prognostizierte Charl Herbst, Vorsitzender für Steinobst bei Hortgro, dass die guten Wetterbedingungen das Potenzial für eine ausgezeichnete Essqualität bieten würden. Er war auch zuversichtlich, dass anhaltend gutes Wetter zu einem Anstieg der Exportmengen führen würde.

Investitionen in Obstplantagen entsprechen europäischer Nachfrage

Die langfristigen Trends im Obstbau spiegeln weiterhin die Präfe-

Fotos: Lucentlands

renzen des europäischen Marktes wider. In den vergangenen fünf Jahren hat die Anbaufläche für Nektarinen in Südafrika um 26 % zugenommen, was auf Investitionen in moderne, ertragreichere Sorten zurückzuführen ist, die eine gleichbleibende Größe, Farbe und Geschmack bieten.

Im Gegensatz dazu sind die Anbauflächen für frische Aprikosen um rund 4 %, für Dessertpfirsiche um 18 % und für Pflaumen um 6 % zurückgegangen, was einen selektiveren Ansatz widerspiegelt, der sich auf Sorten mit starker Exportleistung konzentriert. Für europäische Käufer bedeutet dieser Trend eine größere Konsistenz und verbesserte Verpackungen, insbesondere in den Kategorien Nektarinen und Pflaumen.

Logistik: Allmähliche Verbesserungen, anhaltender Fokus

Die Logistik bleibt ein zentrales Anliegen für europäische Importeure, und die Fortschritte in den südafrikanischen Häfen werden von der Branche genau beobachtet. Vor Beginn der Ernte wurden im Hafen von Kapstadt Verbesserungen wie Infrastrukturmodernisierungen und neue Ausrüstung umgesetzt, aber Ineffizienzen im staatlichen Hafenbetrieb führen weiterhin zu Rück-

ständen. De Wet stimmt dem zu und fügt hinzu, dass die Umstände rund um den Hafen von Kapstadt derzeit die größte Herausforderung für die Branche bleiben.

Während die Verfügbarkeit von Containern zeitweise weiterhin knapp ist, greifen die Exporteure erneut auf Stückgutfrachter (konventionelle Schiffe) zurück, um die Kontinuität der Lieferungen nach Europa sicherzustellen. Branchenführer warnen, dass die Koordination entlang der gesamten Lieferkette nach wie vor unerlässlich ist, aber die Zuversicht wächst, dass die in den vergangenen Saisons aufgetretenen Verzögerungen im Jahr 2025/26 wirksamer gemildert werden können.

Europa bleibt wichtigster Absatzmarkt

Die EU und Großbritannien nehmen weiterhin den Großteil der südafrikanischen Steinobstexporte auf, wobei die Nachfrage als stabil und gut gestützt beschrieben wird. Exporteure berichten, dass nordeuropäische Einzelhändler die Fähigkeit Südafrikas schätzen, Obst zu liefern, das auch über lange Transportwege hinweg zuverlässig ist, insbesondere in Zeiten begrenzter Verfügbarkeit auf der Nordhalbkugel.

Im Vereinigten Königreich wird die Saison 2025/26 durch eine koordinierte Marketingkampagne unterstützt, die Aktivitäten in

Erntehelfer pflücken Kirschen für den Export in Südafrika.

EINE FRAGE DES ANSPRUCHS!

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BRASILIEN

den Geschäften, Präsenz in den Verbrauchermedien und digitale Kampagnen umfasst, um südafrikanisches Steinobst als vertrauenswürdige Wahl für den Winter zu etablieren.

Über diese traditionellen Absatzmärkte hinaus gewinnt die Diversifizierung der Märkte an Dynamik.

Die kürzlich erteilten Zugangsgenehmigungen für Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen und frische Zwetschgen nach China stellen eine wichtige strategische Entwicklung dar. Während die Verwaltungsprozesse noch abgeschlossen werden, bereiten sich die Exporteure darauf vor, diesen Markt zu bedienen, der langfristiges Wachstumspotenzial bietet.

Pflaumen

Pflaumen sind nach wie vor Südafrikas größte Exportkategorie bei Steinobst. Die Saison dauert von November bis Anfang April, wobei die Exporte für 2025/26 voraussichtlich 15,5 Mio Kartons (entspricht 5,25 kg) erreichen werden, was einem Anstieg von rund 5 % gegenüber der vergangenen Saison entspricht. Europa und Großbritannien bleiben die dominierenden Absatzmärkte, unterstützt durch gleichbleibende Qualität und eine große Sortenvielfalt.

Nektarinen

Nektarinen sind in dieser Saison die Kategorie mit dem herausragendsten Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Die Exporte werden in dieser Ernte voraussichtlich um fast 20 % auf etwa 13,2 Mio Kartons (entspricht 2,5 kg) steigen. Die verbesserte Reife der Obstgärten und die günstigen Bedingungen zu Beginn der Saison haben zu einer hohen Qualität geführt, wodurch Nektarinen für nordeuropäische Programme besonders attraktiv sind.

Kirschen

Obwohl ihr Volumen noch relativ gering ist, finden südafrikanische Kirschen in Europa als Option für die Frühsaison weiterhin Beachtung. Die Ernte dauert von Oktober bis Januar, und verbesserte Sorten sorgen für eine bessere Größe und Haltbarkeit. Nach einer schwierigen Ernte im vergangenen Jahr liegen die Schätzungen für Kirschen für dieses Jahr bei 480.000 Kartons, mehr als doppelt so viel wie die Gesamternte 2024/25.

Pfirsiche und Aprikosen

Während ein großer Teil der südafrikanischen Pfirsich- und Aprikosenproduktion für die heimische Verar-

Orangen: Zwischen Ertragsschwankungen und Krankheitsdruck

beitung bestimmt ist, wachsen die Frischexporte weiter und bedienen eine Nischennachfrage in Europa, da neue Blush-Aprikosen und Spezialpfirsiche dazu beitragen, das Marktinteresse aufrechtzuerhalten. Die Pfirsichexporte werden voraussichtlich erheblich steigen, von 1,8 Mio Kartons in der vergangenen Saison auf 2,5 Mio Kartons, während die Aprikosenexporte ebenfalls von 740.000 auf 755.000 Kartons steigen dürften.

Ausblick

Für europäische Käufer bietet die südafrikanische Steinobstsaison 2025/26 eine stabile, qualitativ hochwertige und zeitlich gut abgestimmte Versorgungsoption. Günstige Anbaubedingungen, eine verbesserte Logistikleistung und kontinuierliche Investitionen in Obstplantagen stärken die Rolle Südafrikas als wichtiger Partner der Südlichen Hemisphäre. Zwar gibt es nach wie vor Herausforderungen, doch ist das Vertrauen der Branche deutlich stärker als in den vergangenen Jahren. Bislang war die Obsternte gut verteilt, ohne ernsthafte Produktionsspitzen, und die Qualität war ausgezeichnet. Für Europa bedeutet dies Zuverlässigkeit, ein entscheidender Faktor im heutigen Einzelhandelsumfeld. 

Brasilien gehört weiterhin zu den bedeutendsten Erzeugerländern für Orangen. Für das Wirtschaftsjahr 2025/26 wird die Orangenproduktion auf rund 330 Mio Standardkisten à 40,8 kg bzw. 13,5 Mio t geschätzt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem moderaten Anstieg, der vor allem auf überwiegend günstige Witterungsbedingungen zurückgeführt wird. Der Anbau konzentriert sich auf den brasilianischen Citrusgürtel mit Schwerpunkt im Nordwesten des Bundesstaates São Paulo sowie im westlichen Minas Gerais (Triângulo Mineiro). Die Anbaufläche blieb mit etwa 590.000 ha stabil. Veränderungen ergeben sich vor allem durch regelmäßige Rodungen und Neupflanzungen innerhalb bestehender Plantagen. Für den Frischmarkt werden in Brasilien vor allem Sorten wie Pera Rio, Valencia, Natal sowie frühe Sorten wie Hamlin, Westin und Rubi angebaut. Rund 20 % der Orangenproduktion gelangen als Frischware in den Handel, überwiegend für den heimischen Markt. Der Export frischer Orangen spielt eine untergeordnete Rolle, da der Marktzugang in viele Länder durch phytosanitäre Anforderungen eingeschränkt ist. Die Erträge variieren je nach Region deutlich. Insgesamt liegt der mittlere Ertrag bei rund 869 Kisten pro Hektar. Gleichzeitig fiel das durchschnittliche Fruchtgewicht etwas geringer aus als ursprünglich erwartet, was zu einer höheren Stückzahl pro Standardkiste führte. Ein dauerhaft prägendes Thema bleibt die Ausbreitung von Huanglongbing (Greening). Der Krankheitsdruck ist insbesondere in älteren Beständen hoch, während jüngere Plantagen deutlich geringere Befallsraten aufweisen. In betroffenen Regionen werden verstärkt erkrankte Bäume entfernt und neu gepflanzt.

Preisanstieg und neue Chancen für Exporteure

AVOCADOS Die Avocado-Branche bereitet sich auf eine Trendwende auf dem Weltmarkt ab Februar vor. Laut José María de Oza, Spezialist für Geschäftsentwicklung, der sich auf das Hass Avocado Board und APEAM stützt, wird der Preis für Avocados in den USA vor allem im März und April wieder steigen, berichtet agraria.pe. Obwohl Mexiko derzeit eine Rekordmenge von 1,133 Mrd kg in die USA exportiert, werden die für die kommenden Monate prognostizierten Mengen im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre liegen, höher als 2025, aber niedriger als 2024 und 2023. Für März wird jedoch erwartet, dass diese Mengen sogar unter dem Durchschnitt liegen werden, was Ländern wie Chile, Kolumbien und Peru eine Chance eröffne, ihre Lieferungen auf den US-Markt ab Februar zu steigern. Dieses Szenario wird es Spanien und Marokko ermöglichen, sich auf dem europäischen Markt zu etablieren, wo Rekordpreise erreicht werden könnten. Der historische Höchststand lag im November 2019 bei 18 Euro pro Kiste, und die aktuellen Bedingungen könnten ähnliche Zahlen begünstigen. Peru wird seinerseits die Situation in den USA nutzen, um weniger Obst auf den europäischen Markt zu bringen und so hohe Preise in beiden Regionen aufrechtzuerhalten. Was Südafrika und Kenia betrifft, so empfehlen Experten, mit dem Versand von Obst nach Europa vor Beginn der peruanischen Saison nichts zu überstürzen, da dank der Stärke des nordamerikanischen Marktes für Mai und den Sommer deutlich bessere Preise als im Vorjahr erwartet werden. Die ausgezeichnete Qualität der spanischen und marokkanischen Früchte in diesem Jahr wird es den Landwirten ermöglichen, die Saison zu verlängern, was zu einem geringeren Wochenaufkommen im Vergleich zum Vorjahr führen wird, als eine kürzere Saison im Februar zu einem Engpass führte. Für das Jahr 2026 wird ein viel geordneterer Markt mit hohen Preisen erwartet, von dem sowohl Produzenten als auch Exporteure profitieren werden.

Bananenexporte 2025 stabil

Die Niederlande und die USA waren auch 2025 die Hauptmärkte für frische Bananen.

PERU Die USA und die Niederlande waren die Hauptmärkte, obwohl die Lieferungen in beide Länder zwischen Januar und November leicht zurückgingen. Die peruanischen Bananenexporte beliefen sich zwischen Januar und November 2025 auf insgesamt 113,6 Mio US-Dollar, was laut dem Beratungsunternehmen Fresh Fruit Peru einen leichten Rückgang gegenüber den 125,0 Mio US-Dollar im Vorjahreszeitraum darstellt. Der Durchschnittspreis lag bei etwa 0,89 US-Dollar/kg und damit sehr ähnlich wie im Jahr 2024, was darauf hindeutet, dass die Schwankungen im Exportwert hauptsächlich auf einen leichten Rückgang des Exportvolumens im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen sind. Was die Zielmärkte betrifft, so blieben die Niederlande und die USA auch 2025 die Hauptmärkte für frische und verarbeitete Bananen (hauptsächlich in Form von Snacks, Mehl und Pürees). Die Niederlande führten mit Lieferungen im Wert von rund 39,6 Mio US-Dollar, gefolgt von den USA mit 30,5 Mio US-Dollar. Beide Märkte verzeichneten jedoch Rückgänge gegenüber 2024, als die Lieferungen in die USA 35,6 Mio US-Dollar und in die Niederlande 41,3 Mio US-Dollar überstiegen. Die Exporte in andere Märkte wie Italien, Panama und Belgien blieben relativ stabil. Foto: ange1011/AdobeStock

Peru wird die Situation in den USA nutzen, um weniger auf den europäischen Markt zu bringen und so hohe Preise aufrechtzuerhalten.

PERU

Heidelbeer-Exporte verzeichneten 2025 einen Anstieg von 13 Prozent

Im vergangenen Jahr exportierte Peru 371.628 t frische Heidelbeeren, bezieht sich agraria.pe auf den Verband der Heidelbeerproduzenten und -exporteure Perus (Proarándanos). Von der Gesamtmenge entfielen 340.765 t auf konventionelle Heidelbeeren, was einem Anteil von 91,7 % entspricht, während 30.863 t auf Bio-Heidelbeeren entfielen, was einem Anteil von 8,3 % der Gesamtmenge entspricht. Diese Zahl bedeutet einen Rückgang von -18 % im Vergleich zu 2024. Was die Sorten betrifft, so führte Ventura mit 25 % der Gesamtmenge die Auslandslieferungen an, gefolgt von Sekoya Pop (15 %), Biloxi (11 %), Mágica (10 %), Rocío (6 %), Emerald (4 %), Madeira (3 %), Arana (3 %), Rosita (3 %), Sekoya Beauty (3 %) und andere (16 %). Der Verband wies darauf hin, dass die Vereinigten Staaten mit 179.704 t und Europa mit 100.409 t die wichtigsten Zielmärkte waren und 48,4 % bzw. 27,02 % der Gesamtmenge ausmachten. Es folgten China mit 43.985 t, das Vereinigte Königreich mit 20.042 t und andere mit 27.488 t.

Foto: Luciano_Marques/AdobeStock

Südliches Kap wird zu neuer Produktionsgrenze

Südafrika | Avocados ► Die südafrikanische Avocado-Branche, die seit langem im tropischen und subtropischen Norden des Landes verankert ist, durchläuft derzeit eine bemerkenswerte Entwicklung. Traditionell konzentrierten sich die Anbaugebiete auf die feuchten Tiefländer von Limpopo und Mpumalanga, doch in den vergangenen zehn Jahren haben die Erzeuger begonnen, Obstplantagen viel weiter südlich anzulegen, in den gemäßigten, vom Meer beeinflussten Landschaften des südlichen Kaps in der Provinz Westkap.

Diese unerwartete Expansion führt zur Entstehung einer neuen Produktionsregion, die die Produktions- und Exportsaison Südafrikas verlängert und seine Präsenz auf den europäischen Märkten stärkt.

Eine Verdopplung der Ernte im Jahr 2025

Die Erntezahlen unterstreichen das Tempo dieser Transformation. Für die Saison 2025 hat sich die Avocado-Produktion im südlichen Kap, die hauptsächlich aus Hass, Maluma Hass und Lamb Hass besteht, von etwa 3.000 t im Vorjahr auf rund 6.000 t verdoppelt. Laut Derek Donkin, CEO der South African Subtropical Growers‘ Association (Subtrop), spiegelt diese Verdopplung sowohl neue Marktteilnehmer als auch die Reifung der in den vergangenen Jahren gepflanzten Obstplantagen wider. Donkin merkt an, dass Avocadobäume in der Regel sieben oder acht Jahre brauchen, um ihre volle Ertragsfähigkeit zu erreichen, was darauf hindeutet, dass die Produktionsmengen weiter steigen werden, wenn weitere Anpflanzungen in Produktion gehen.

Wo und warum diese Region wächst

Das südliche Kap erstreckt sich entlang der Küste des Indischen Ozeans von Swellendam ostwärts über Mossel Bay und Plettenberg Bay und zeichnet sich durch ein mediterranes Klima mit kühleren Sommern und geringerem Frostrisiko im Vergleich zum Landesinne-

ren aus. Das Mikroklima in dieser Region ermöglicht es außerdem, die Ernte bis in den Januar hinein zu verlängern, später als in den traditionellen Anbaugebieten weiter nördlich.

Dieses Klima, das früher für Steinobst, Trauben und andere Laubfrüchte geschätzt wurde, erweist sich nun als geeignet für Avocados, insbesondere für Sorten, die kühlere Temperaturen und längere Reifezeiten vertragen. Die Erzeuger haben Sorten wie Maluma Hass angenommen, die unter diesen Bedingungen gut gedeihen und auf den Exportmärkten wettbewerbsfähige Preise erzielen.

Lokale Erzeuger heben die Vorteile hervor. Tobie McDonald von Witfontein nennt die zuverlässige Wasserversorgung und den natürlichen Schutz vor Dürre als Gründe für den Erfolg der Region, obwohl starke

Winde die Früchte gegen Ende der Saison beschädigen könnten.

Überbrückung von Produktionsfenstern

Einer der wichtigsten strategischen Vorteile des südlichen Kaps ist seine Fähigkeit, die Avocado-Versorgung Südafrikas über die traditionelle Saison hinaus zu verlängern. Während nördliche Regionen wie Limpopo und Mpumalanga den Großteil ihrer Produktion früher im Jahr liefern, ernten die Obstgärten im südlichen Kap später, wodurch sich das Exportfenster von September bis Dezember und darüber hinaus verlängert und der unterversorgte europäische Markt mit Obst versorgt wird, da die peruanischen Mengen zurückgehen. Laut Dr. Guy Witney von Great Brak Avos verfügt die Region nun erstmals über eine

Avocados reifen in den Obstgärten Südafrikas.
Foto:
Lucentlands

ausreichende Produktion, um die Exporte bis Dezember aufrechtzuerhalten, wodurch dieses späte Zeitfenster für südafrikanische Exporteure zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Dynamik der Branche und Marktpotenzial

Die Expansion im südlichen Kap ist Teil eines breiteren nationalen Trends. Die Gesamtfläche für den kommerziellen Anbau von Avocados in Südafrika ist seit Anfang der 2000er Jahre erheblich gewachsen, wobei neue Regionen wie KwaZulu-Natal, Eastern Cape und Western Cape zu den traditionellen Hochburgen im Norden hinzugekommen sind. Derzeit verteilt sich die Ernte in etwa wie folgt: Limpopo: 54 %, Mpumalanga: 22 % und KwaZulu-Natal 18 %, wobei das Eastern Cape etwa 1 % ausmacht. Während der Großteil der südafrikanischen Avocado-Produktion nach wie vor auf Limpopo und Mpumalanga konzentriert ist, haben die Kap-Regionen inzwischen einen wachsenden Anteil an der Produktion, wobei das südliche Kap schät-

zungsweise rund 5 % der nationalen Ernte ausmacht – eine Zahl, die voraussichtlich steigen wird, wenn die neu angelegten Obstplantagen ihre volle Produktion erreichen.

Herausforderungen am Horizont

Trotz des robusten Wachstums steht das südliche Kap vor Herausforderungen, die für neu gegründete Gartenbauregionen typisch sind. Starke Winde, kältere Bedingungen und Bodenunterschiede erfordern eine sorgfältige Planung und Bewirtschaftung der Obstplantagen. An einigen Standorten wurden Probleme mit dem Salzgehalt festgestellt, die den Stress in Zeiten geringer Niederschläge noch verstärken.

Ausblick für die europäischen Märkte

Für europäische Einzelhändler und Verbraucher bietet der Aufstieg des südlichen Kaps eine vielversprechende neue Quelle für Avocados in der Spätsaison. Da die Anbaufläche der Region Berichten zufolge von nur rund 140 ha im Jahr 2017

auf heute fast 1.400 ha erweitert wurde, gewinnt der Beitrag des südlichen Kaps, obwohl er immer noch einen bescheidenen Anteil an der gesamten Avocado-Produktion Südafrikas ausmacht, für Händler und Erzeuger gleichermaßen an Bedeutung. Die südafrikanischen Exporte stützen sich traditionell stark auf den EU-Markt, und die Verlängerung der Verfügbarkeitsperiode bis in den Spätherbst und frühen Winter hinein könnte Südafrika helfen, seinen Marktanteil angesichts der Konkurrenz aus Peru, Chile und anderen Lieferanten der Südlichen Hemisphäre zu halten. 

ARGENTINIEN

Gute Aussichten für die Citrus-Saison

Die Zitronenproduktion Argentiniens im Wirtschaftsjahr 2025/2026 wird voraussichtlich stabil bei 1,9 Mio t bleiben, unterstützt durch milde Wetterbedingungen während des gesamten Wachstumszyklus. Dies geht aus einem Bericht des USDA hervor, der kurz vor dem Jahreswechsel veröffentlicht worden war. Die Produktion von frischen Orangen im Wirtschaftsjahr 2025/2026 wird demnach mit 680.000 t prognostiziert, was einem Anstieg von 80.000 t gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Mandarinenproduktion im Wirtschaftsjahr 2025/2026 wird aufgrund der günstigen Wetterbedingungen voraussichtlich 240.000 t erreichen.

Die prognostizierten argentinischen Exporte von frischen Zitronen für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 belaufen sich dem USDA-Bericht zufolge auf 210.000 t. Als Hauptabnehmer werden die Vereinigten Staaten erwartet, gefolgt von der Europäischen Union. Die Vereinigten Staaten waren 2024 mit einem Anteil von 63 % an den Gesamtausfuhren eines der Hauptziele für argentinische Exporte frischer Zitronen. Die Niederlande, Griechenland und Spanien stellten mit Anteilen von 6 %, 5 % bzw. 4 % kleinere, aber stabile europäische Märkte dar. Die Ukraine und Italien erreichten jeweils einen Anteil von 3 % am Exportvolumen Argentiniens.

Foto: kolesnikovserg/AdobeStock

Qualität, Nachhaltigkeit und das EU-Mercosur-Abkommen

Argentinien ► Steht der argentinische Obstsektor vor einem strategischen Wendepunkt? Zwischen geopolitischen Weichenstellungen, klimatischen Herausforderungen und dem EU-Mercosur-Abkommen setzt Argentinien auf Premium-Qualität, Nachhaltigkeit und klare Exportorientierung. Auf der FRUIT LOGISTICA 2026 präsentieren mehr als 20 Unternehmen ein breites Sortiment – von Citrusfrüchten über Kernobst bis hin zu Kirschen, Blaubeeren und Kiwis.

Foto oben:

Die nordwestargentinische Provinz Tucumán gilt als Herz des argentinischen Zitronenexports.

Die ersten elf Monate des Jahres 2025 verzeichneten ein Exportwachstum von +5 % (866.150 t) und einen Wertanstieg von +10 % (714 Mio US-Dollar). Ein viel diskutiertes Thema ist das seit Jahrzehnten verhandelte Freihandelsabkommen zwischen EU und Mercosur. Die argentinische Botschafterin in Deutschland, Betina Pasquali de Fonseca, hebt hervor: „Die Ratifizierung wird sehr positive Auswirkungen haben: Sie reduziert Zölle, schafft größere Handelssicherheit, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit unserer Exporte und erleichtert den Zugang zum europäischen Markt.“ Gleichzeitig komme das Abkommen auch europäischen Verbrauchern zugute, weil es das Angebot an hochwertigen, vielfältigen und preislich attraktiveren Früchten erweitert. Die Aussicht auf Zollsenkungen

ist besonders für volumenstarke Kulturen wie Birnen und Citrusfrüchte relevant. Zudem könnten reduzierte Handelsschranken Investitionsanreize für den Ausbau von Verpackungs- und Kühlinfrastruktur in Argentinien schaffen, die langfristig Logistik- und Transportkosten drücken.

Citrusfrüchte: Erholung nach schwierigen Jahren

Die globale Zitronenproduktion stand seit 2019 unter Druck: Massiv ausgeweitete Anbauflächen in vielen Ländern führten zu Überangebot, stark fallenden Preisen und sinkender Rentabilität. Gleichzeitig belasteten steigende Logistikkosten die Branche. In Argentinien

Foto: IDEP

wurden infolgedessen rund 13.000 ha Zitronenplantagen stillgelegt. 2025 zeigte sich jedoch eine deutliche Erholung: Die Exporte frischer Zitronen stiegen um 43 % auf 142 Mio US-Dollar. Auch Orangen verzeichneten Zuwächse – sowohl frische (+64 %, 29 Mio US-Dollar) als auch für die Saftherstellung (+97 %, 32 Mio USDollar). José Carbonell, Präsident des argentinischen Citrusverbandes (FEDERCITRUS), erklärt: „Aufgrund klimatischer Faktoren gab es eine starke Einschränkung des Angebots in den europäischen Ländern, was eine Zunahme der Exporte nach Europa ermöglichte.“ Ein weiterer Treiber der Erholung sei die Verlängerung des Abkommens zur Aussetzung der Zölle mit den USA im Saftbereich. Dass das vergangene Jahr für den argentinischen Citrus-Sektor ohne Lagerbestände endete, bezeichnet Carbonell als „einen sehr wichtigen Faktor mit Blick auf die kommende Saison“. Bei Orangen zeige sich indes ein anderes Bild: „Es gibt einen Rückgang des weltweiten Orangenangebots, sowohl bei Frischware als auch bei industriellen Derivaten“, erklärt Carbonell. Verantwortlich dafür sei das Huanglongbing (HLB), das die Halbinsel Florida, Mexiko und Mittelamerika betroffen habe, „aber noch nicht in Uruguay und Argentinien angekommen“ sei. „Diese Erkrankung hat weltweit die Orangenernte um mehr als 30 Mio Kisten reduziert und damit die Preise, vor allem für industrielle Produkte, gestützt“, so der Präsident von FEDERCITRUS.

Tucumán: Argentiniens

Zitronenprovinz wächst

Die nordwestargentinische Provinz Tucumán gilt als Herz des argentinischen Zitronenexports. Auf rund 40.000 ha werden etwa 1,5 Mio t Citrusfrüchte geerntet – 54 % der Expor terlöse der Provinz stammen aus diesem Sektor. In diesem Jahr reisen über 20 Unternehmen nach Berlin zur Fachmesse, 14 davon als Aussteller. Begleitet werden sie vom Instituto de Desarrollo Productivo (IDEP), einer autonomen Entwicklungsagentur der Provinzregierung. Dessen Vizepräsident Juan Casañas bringt die Spezialisierung auf den Punkt: „Tucumán ist Zitrone.“ Nach Jahren der Anpassung an globale Überangebote steht der Zitronensektor vor der Konsolidierung. Pflanzenerneuerungen, Qualitätssteigerungen und der Ausbau der Saft- und Aromaindustrie sollen das Wachstum stabilisieren. Casañas betont: „Vor wenigen Jahren gab es keinen Anreiz für neue Zitronenpflanzen – heute investieren alle wieder.“

Äpfel und Birnen:

Patagonien als Qualitätsmotor

Im Nordpatagonischen Alto Valle ist die Kombination aus geeigneten Böden, kontrollierter Bewässerung und klimatischen Vorteilen seit langem Garant für Premium-Kernobst. Birnen sind dabei das dominante Exportprodukt: Die Region ist der größte Birnenexporteur der Südhalbkugel. Mitte Januar herrschte im Alto Valle

geschäftiges Treiben. „Wir starten heute mit der Ernte und sind voll eingespannt“, erklärt Nicolás Sánchez, Präsident der Argentinischen Kammer der Integrierten Obstbauern (CAFI). Die Saison für argentinische Äpfel und Birnen startet unter erschwerten Bedingungen. Sánchez berichtet von einer geringeren Ernte aufgrund von Frostschäden und Hagel, die rund 5.000 ha Plantagen beeinträchtigt haben. Auf der anderen Seite wächst die Produktion in Europa weiter. „In den letzten Jahren kann Europa dank moderner Technologien seine Früchte fast das ganze Jahr lagern. Deshalb hat sich das Zeitfenster für Argentinien deutlich verkleinert“, erklärt Sánchez. Europa habe zudem eine sehr große Ernte von Birnen und Äpfeln, und die Lagerbestände seien entsprechend hoch. Gleichzeitig verweist Sánchez darauf, dass die Qualität der Früchte und deren Lagerfähigkeit nicht optimal sei: „Die Bestände sind zwar groß, das Pack-Out ist aber nicht besonders gut. Deshalb rechnen wir besonders in den letzten Wochen der Saison mit einer stärkeren Nachfrage.“ Der Präsident von CAFI unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit seines Sektors: „Die argentinischen Äpfel und Birnen haben eine spektakuläre Anbauregion im Valle de Río Negro und einen außergewöhnlichen Geschmack im Vergleich zu anderen Wettbewerbern“. Bei Äpfeln sind die Sorten Red Delicious, Granny Smith, Pink Lady und Gala weiterhin führend und machen nahezu 90 % der

Patagonische Kirschen aus Los Antiguos mit Herkunftskennzeichnung. Derzeit laufen die ersten Pilotlieferungen nach Europa.

Foto: CAPCI

nationalen Produktion aus. Bei Birnen liegt der Fokus vor allem auf traditionellen Sorten wie Williams, Packham’s Triumph und D’Anjou, die ebenfalls in vielen Exportmärkten gefragt sind.

Kirschen aus Patagonien: Premium

statt

Masse

90 % der argentinischen Exportkirschen stammen aus Patagonien. Dabei setzt Argentinien bewusst nicht auf Masse, sondern auf Premiumqualität. Aníbal Caminiti, Geschäftsführer der Kammer der integrierten Kirschenproduzenten, erklärt: „Unser größtes Kapital ist die Differenzierung im Premiumbereich. Die wichtigste Komponente dabei ist die Qualität.“ Festigkeit, Brix-Wert, Farbe, Kaliber und weitere Kennzahlen seien für Exportkirschen aus Patagonien klar definiert. Caminiti fügt hinzu: „Da die Kirschen in einem kühlen Klima reifen, verläuft der Reifeprozess deutlich langsamer. Dadurch entwickeln sie besondere organoleptische Eigenschaften, die sie von anderen Früchten unterscheiden.“ Für Caminiti ist das Klima ein Partner, der zugleich unberechenbar bleibt: „Von ihm lernen wir jedes Jahr aufs Neue.“ In Patagonien sind extreme Wetterbedingungen die Regel. Die Produzenten setzen daher auf Frostschutzsysteme durch Beregnung und moderne Technologien: Monitoring-Systeme überwachen Bodenfeuchtigkeit, Nährstoffgehalte und weitere Parameter kontinuierlich. Bei Niederschlägen kommen Drohnen oder Hubschrauber zum Einsatz, um Schäden zu verhindern, ergänzt durch organische Wachse zum Schutz der Früchte.

Ein weiterer Faktor für die hohe Qualität bei Ankunft ist die Transportstrategie: „Rund 85 % der argentinischen Exportkirschen werden per Luftfracht verschickt. Dadurch verkürzt sich die Zeit nach der Ernte erheblich, und die Früchte gelangen schneller in die Märkte.“ So erhält der Verbraucher Ware, die wie frisch geerntet schmeckt. Der zweite Pfeiler ist die Identität Patagoniens. „Wir arbeiten an der Ursprungsbezeichnung der

südlichsten Kirschen der Welt aus dem Valle de los Antiguos, deren wichtigste historische und kulturelle Aktivität die Kirschproduktion ist“, verkündet Caminiti. „In dieser Saison führen wir ein Pilotprojekt zur Einführung der geschützten Ursprungsbezeichnung durch und werden Kirschen mit diesem Siegel nach Europa schicken, um erste Tests durchzuführen.“ Caminiti erwartet, dass die laufende Exportsaison quantitativ schwächer ausfällt als im Vorjahr. „Es bleibt noch viel zu ernten, bis Ende Januar und in Teilen des Februars. Wenn wir uns die aktuellen Zahlen ansehen, werden voraussichtlich zwischen 5.000 t und 6.000 t exportierbar sein.“ Wichtige Absatzmärkte sind Nordamerika (rund 30 %), Asien (ca. 29 %, mit China als Schwerpunkt), EU & UK (ca. 20 %) sowie der Mittlere Osten (ca. 9 %).

Blaubeeren: Triple-Impact-Ansatz als strategischer Wettbewerbsvorteil

Alto Valle hat gute Böden, kontrollierte Bewässerung und klimatische Vorteile zu bieten.

Der internationale Blaubeermarkt wächst dynamisch, zugleich steigt der Wettbewerbsdruck durch volumenstarke Anbieter wie Peru oder Südafrika. Argentinien hat darauf mit einer klaren strategischen Neuausrichtung reagiert: weg vom Mengenwettbewerb, hin zu Premium- und Nischenmärkten mit hohen Anforderungen an Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. „Wir produzieren verantwortungsvoll – ohne Kinderarbeit, mit transparenten sozialen Praktiken und umweltfreundlichen Anbaumethoden“, erklärt Jorge Pazos, Präsident des Argentinean Blueberry Committee (ABC). Heute sind über 80 % der argentinischen Blaubeerproduktion bio-zertifiziert. Ein zentraler Meilenstein war die Streichung argentinischer Blaubeeren von der US-Liste für Produkte, die mit Kinderarbeit in Verbindung stehen –ein starkes Signal an internationale Abnehmer.

Gegenüber Ländern mit großer Produktionsskala ist Argentinien preislich kaum konkurrenzfähig. „Es geht nicht nur um höhere Preise“, betont Pazos. „Vielmehr eröffnet uns diese Verantwortung den Zugang zu Märkten, die verlässliche Produkte mit vollständiger Rückverfolgbarkeit verlangen – sozial, ökologisch und ökonomisch. Wir sprechen von einem TripleImpact-Ansatz.“ Besonders in Europa, wo Konsumenten und Handel hohen Wert auf Transparenz und Nachhaltigkeit legen, erweist sich dieser Ansatz als entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Auch logistisch nutzt Argentinien seine geografische Lage: Als Produzent der Südhalbkugel verfügt das Land über ein leistungsfähiges Luftfrachtnetz, das Lieferungen in zentrale Absatzmärkte innerhalb von 48 Stunden ermöglicht. Ergänzend gewinnen Seefrachtlösungen für ausgewählte Märkte an Bedeutung. Während die USA früher rund 70 % der Exporte aufnahmen, hat sich Brasilien inzwischen als wichtiger Absatzmarkt etabliert – begünstigt durch Nähe und konstante Nachfrage. Darüber hinaus beliefert Argentinien gezielt kleinere, aber stabile Nischenmärkte in Europa, Israel, Südostasien und den arabischen Golfstaaten. Diese

Märkte sind volumenmäßig begrenzt, ermöglichen jedoch regelmäßige wöchentliche Lieferungen. In der Saison 2025/26 belief sich die argentinische Blaubeerproduktion auf insgesamt 11.000 t bis 12.000 t. Rund 4.800 t wurden als Frischware exportiert, etwa 3.000 t bis 3.200 t auf dem heimischen Markt abgesetzt. Der verbleibende Anteil floss in die Weiterverarbeitung, insbesondere in den wachsenden Markt für tiefgekühlte Bio-Blaubeeren.

Kiwis: Enormes Wachstumspotenzial

Während der globale Kiwimarkt immer dichter wird, positioniert sich Argentinien als aufstrebender Premiumanbieter mit klarer Qualitäts- und Wachstumsstrategie. Besonders die Produktion in der Region Mar y Sierras im Südosten von Buenos Aires gewinnt an Dynamik. „Kiwis gedeihen hier besonders gut – nicht nur wegen uns“, erklärt Sebastián Goycoa, Vertreter der Kammer der Kiwi-Erzeuger von Mar del Plata. Entscheidend seien die Nähe zum Meer, die Frostrisiken minimiert, das hochwertige Wasser und die klar ausgeprägten Jahreszeiten – essenziell für den Kiwianbau. „Es ist kalt, wenn es kalt sein muss, warm, wenn es warm sein muss, und mild, wenn es mild sein muss“, sagt Goycoa. Zusammen mit gezielter Bewässerung ermögliche dies eine konstant hochwertige Früchteproduktion. Mit rund 900 ha Anbaufläche und etwa 24 Mio kg Jahresproduktion ist der argentinische Kiwisektor international noch klein, wächst aber kontinuierlich. Das größte Hemmnis sei nicht die Nachfrage, sondern das begrenzte Angebot an Pflanzen. „Die Nachfrage nach neuen Pflanzungen übersteigt das verfügbare Pflanzenmaterial deutlich“, so Goycoa. Um dies zu lösen, investieren Produzenten gemeinsam mit öffentlichen Stellen in Biofabriken und eigene Baumschulen.

Aufgrund der begrenzten Mengen setzt Argentinien gezielt auf Premium- und Biokunden statt auf volumenstarke Märkte. Deutschland und andere europäische Länder gelten dabei als strategische Zielmärkte. Hinzu kommen regionale Absatzmärkte wie Brasilien und Uruguay. „Wir können nicht jeden Markt bedienen, aber wir wählen bewusst jene aus, in denen Qualität, Nachhaltigkeit und Geschmack honoriert werden“, erklärt Goycoa. Ein weiterer Meilenstein für die internationale Positionierung ist die geografische Angabe „Mar y Sierras“. Sie kennzeichnet die besondere Herkunft der Kiwis aus dem Südosten von Buenos Aires und garantiert gleichbleibende Qualität, Geschmack und Produktionsstandards. Perspektivisch arbeitet der Sektor auf eine geschützte Ursprungsbezeichnung hin. „Mit diesem Siegel garantieren wir, dass die Kiwis heute genauso schmecken wie die in zehn Jahren“, betont Goycoa. Die Kooperation innerhalb der Branche spielt eine zentrale Rolle: „Mit größerer Produktionsmenge können wir die Qualität sichern, den Preis verteidigen und Zugang zu besseren Märkten erhalten“, so Goycoa. Gleichzeitig sei der Sektor auf weitere Investitionen angewiesen –

vor allem in Pflanzenvermehrung sowie Infrastruktur für Ernte, Kühlung und Verpackung. „Wenn wir weiter gemeinsam arbeiten, Qualität sichern und nachhaltig wachsen, kann Argentinien zu einem der spannendsten Herkunftsländer für Premium-Kiwis weltweit werden.“

Bio-Exporte & Nachhaltigkeit:

Marke Argentinien stärken

Bio spielt eine zentrale Rolle: Argentinien investiert seit Jahren in Ökolandwirtschaft und verfügt über große zertifizierte Flächen. Strenge Regeln zu Pflanzenschutzmitteln, Tropfbewässerung und agroökologische Praktiken festigen die Marke „Argentinien“ als Synonym für verantwortungsvolle Produktion. „Nachhaltigkeit nimmt einen zentralen Platz in der Strategie des argentinischen Obstsektors ein: verantwortungsvolle Produktionspraktiken, effizienter Wasserverbrauch und technologische Innovationen stärken die Produzenten, schaffen hochwertige Arbeitsplätze und fördern ein ausgewogenes, nachhaltiges Wachstum“, betont Botschafterin Pasquali de Fonseca. Für viele Exportprogramme sind soziale Standards, Transparenz und Rückverfolgbarkeit inzwischen Mindestanforderungen bei Abnehmern in EU, USA und Kanada. Das Bewusstsein der Konsumenten für Nachhaltigkeit eröffnet dem Land zusätzliche Preispremien und Marktzugänge.

FRUIT LOGISTICA: Bühne für Dialog, Export und Investitionen

Die FRUIT LOGISTICA bietet argentinischen Produzenten die Bühne, um ihre traditionellen Stärken zu zeigen und zugleich Nischenmärkte auszubauen. Investitionen in Pflanzgut, Kühl- und Verpackungstechnologien sowie nachhaltige Produktionsmethoden treiben das Wachstum voran – das EU-Mercosur-Abkommen könnte diesen Prozess zusätzlich beschleunigen. Botschafterin Pasquali de Fonseca: „Ich lade Importeure und Handelspartner herzlich ein, unseren Pavillon in Halle 25 zu besuchen. An den Standinseln A-50 und B-40 können sie die Exportangebote Argentiniens kennenlernen, direkt mit Produzenten ins Gespräch kommen und neue Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Argentinien ist ein strategischer und verlässlicher Partner mit hoher Produktionskapazität, exzellenter Qualität und voller Regelkonformität.“ 

Halle 25, Stand A-50/B-40

Triple Impact bei Heidelbeeren aus Argentinien: sozial, ökologisch, wir tschaftlich

Wachstumspotenzial trifft auf Marktunsicherheiten

Avocados ► Das weltweite Angebot an Avocados wächst schnell, doch der europäische Markt kann weiterhin höhere Mengen aufnehmen. Die gesunde Eigenschaft und die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Avocados sorgen für eine starke Verbrauchernachfrage. Frankreich und die skandinavischen Länder sind bereits sehr reife Märkte, während Deutschland oder Großbritannien noch Wachstumspotenzial haben. Obwohl der Konsum weiter steigt, machen Angebotsspitzen rentable Erträge unvorhersehbarer.

Dies sind einige Key Facts des aktuellen CBI-Reports ‚The European Market Potential for Avocados‘. Die europäische Nachfrage nach Avocados wächst demnach weiter. Höhere Mengen auf dem Markt werden den Konsum ankurbeln, doch Produktions- und Angebotsvolumina machen den Avocadomarkt unberechenbarer. Laut dem ‚OECD/FAO Agricultural Outlook 2021–2030‘ werden Avocados bis 2030 hinter Bananen die zweitmeistgehandelte tropische Frucht der Welt sein. Sie werden sowohl Ananas als auch Mangos im Exportvolumen überholen. In Europa sind Avocados bereits die zweitwertvollste importierte Frucht. Der Avocado-Import aus nichteuropäischen Ursprungsländern hatte laut CBI 2024 einen Wert von 3,5 Mrd Euro, davon 2,8 Mrd Euro aus Entwicklungsländern. Kontinuierliche Investitionen in die globale Produktion in Kombination mit wachsender Nachfrage sollen dem Bericht zufolge zu einer weiteren Marktausweitung beitragen. Das Wachstum von Avocados übertrifft dasjenige von anderen tropischen Früchten, trotz geringerer Produktionsmengen. Die weltweite Produktionsmenge soll bis 2030 12 Mio t erreichen – dreimal so viel wie 2010. Ein Teil dieser Produktion ist exportfähig, insbesondere die Sorte Hass.

Mit rund 2,8 Mio t (im Jahr 2024) ist Mexiko das weltweit größte Produktionsland für Avocados. Die Exporte decken vor allem die Nachfrage in den Vereinigten Staaten. Die Produktion in Peru, Kolumbien, Kenia, Marokko und Tansania verzeichnete in den letzten Jahren zweistellige Wachstumsraten. Die

Konsumenten schätzen

Avocados wegen ihrer vielfältigen positiven Eigenschaften.

meisten ihrer Exporte sind für den europäischen Markt bestimmt, wobei Peru der dominierende Lieferant Europas ist. Der weltweite Handel belief sich im Jahr 2024 (ohne innereuropäischen Handel) auf rund 2,8 Mio t. Europa ist derzeit für 34 % der globalen Importe verantwortlich. Zusammen mit den USA wird es auch in den kommenden Jahren einer der wichtigsten Avocado-Märkte bleiben. Für Erzeuger wird es entscheidend sein, sich auf bestimmte Teilregionen zu konzentrieren, in denen noch Nachfragepotenzial besteht.

Promotion ist der Schlüssel zum Erfolg

Avocados waren in den letzten Jahren die dynamischste Frucht. Trotz zunehmender Angebotsspitzen und Preisschwankungen ist das Marktwachstum in Europa weiterhin positiv. Werbung und starke Investitionen bilden die Grundlage für den Erfolg der Frucht. Avocados

sind in Europa – insbesondere in Nord- und Westeuropa – zu einem Standardprodukt im Lebensmitteleinzelhandel geworden. Die Importe stiegen im vorletzten Jahr auf 963.000 t. Die Durchschnittspreise sind in den letzten Jahren gestiegen. Diese Erhöhungen betreffen vor allem Importe außerhalb der Sommermonate aufgrund geringerer Verfügbarkeit, wobei auch Kosteninflation eine Rolle spielt. „Da die weltweite Produktion steigt, werden Preisschwankungen künftig häufiger auftreten, ebenso wie regelmäßige Preisrückgänge bei Überangebot. Trotz der starken Nachfrage gibt es Grenzen für Europas Fähigkeit, mit dem rasanten Ausbau der Avocadoanbauflächen weltweit Schritt zu halten“, heißt es im Bericht. Das Wachstum neuer AvocadoPflanzungen hat sich in den wichtigsten Lieferländern zuletzt verlangsamt. „Dies könnte dem Markt in den nächsten fünf bis zehn Jahren etwas Luft verschaffen. Lang-

fristig werden mehr europäische Märkte ein Reifestadium erreichen, sodass neue Märkte erforderlich sind, um weiteres Wachstum zu sichern.“ Ein Vorteil von Avocados sei, dass sie von Einzelhändlern vertraglich geplant werden. Werbeaktionen helfen, zusätzliche Mengen zu verkaufen. „So können deutlich größere Volumina zu niedrigeren Preisen in den Markt gedrückt und der Konsum gesteigert werden. Diese Preisrückgänge sind besonders während der peruanischen Saison (Mai bis September) sichtbar. Auch steigende Importmengen aus anderen Ländern tragen zur Marktsättigung bei.“

Ungenutztes Konsumpotenzial

Avocados werden insbesondere wegen ihres Geschmacks, ihrer gesundheitlichen Vorteile und ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten geschätzt. Laut Cirad lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in Europa 2024 bei etwa 1,7 kg, gegenüber 1,4 kg in den Jahren 2020 bis 2021. Im Vergleich zu den größten Verbraucherländern weltweit ist der Konsum in Europa jedoch noch unterentwickelt. Zudem bestehen große Unterschiede zwischen Europa und Nordamerika sowie innerhalb Europas selbst. Die stärksten Verbrauchermärkte finden sich in Nordwesteuropa. In Frankreich und Skandinavien hat der Avocado-Konsum seinen Höhepunkt erreicht. Deutschland holt mit starkem Wachstum schnell auf. Wachstumspotenzial besteht aber in Süd- und Osteuropa. Der Vergleich mit führenden Konsumregionen zeigt, dass Europa weiterhin Wachstumspotenzial hat. In den USA liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bereits bei über 4 kg, in Kanada bei fast 3 kg. Mexiko, der weltweit größte Produzent, konsumiert sogar 6,5 kg bis 7 kg pro Kopf. Deutschland befindet sich in einer starken Entwicklungsphase. Die Bewerbung gesundheitlicher Vorteile und Rabattaktionen sind wichtige Treiber des steigenden Avocado-

Konsums und machen das Land für Exporteure besonders interessant. Gemeinsam mit Italien und Osteuropa bietet Deutschland das größte Wachstumspotenzial in Europa. Es hat die größte Bevölkerung Europas und einen noch wachsenden Avocado-Markt. Der derzeitige Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei rund 2 kg und steigt weiter. Die meisten nichteuropäischen Lieferanten haben ihre Lieferungen nach Deutschland erhöht. Auch die Importe aus Entwicklungsländern wachsen weiter. Rund 130.000 t der 185.000 t importierter Avocados stammten 2024 aus Entwicklungsländern. Die wichtigsten Lieferländer waren Peru, Israel, Kolumbien und Südafrika. Große Mengen werden über die Niederlande eingeführt. Laut dem Dutch Fresh Produce Centre werden etwa 84 % der in Deutschland verfügbaren Avocados über die Niederlande geliefert.

Frankreich: Zweitgrößter Absatzmakt in Europa

Frankreich ist in Europa ein führender Avocado-Markt, mit Fokus auf hohe Qualität. Das Land importierte 2024 über 202.000 t Avocados, davon mehr als 80 % direkt aus Entwicklungsländern. Mit einer geschätzten Inlandsnachfrage von 155.000 t ist Frankreich nach Deutschland der zweitgrößte Avocado-Absatzmarkt Europas. Das Konsumwachstum ist lang-

samer als in anderen Märkten, da Frankreich bereits ein reifer Markt ist, mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 2,3 kg im Jahr 2024. Es besteht ganzjährige Nachfrage. Obwohl lokale oder regionale Produkte aus Spanien bevorzugt werden, ist Peru der wichtigste Lieferant und lieferte 2024 rund 62.500 t. Peru ergänzt saisonal die Lieferungen aus Spanien, Israel und Marokko und ist hinsichtlich der Mengen und des Preises kaum zu schlagen. Trotz höherer Preise ist Frankreich ein guter Markt für Bio-Avocados, die hauptsächlich aus Spanien importiert werden.

Morderates

Wachstum in UK

Auch das Vereinigte Königreich ist ein wichtiger Konsummarkt, allerdings mit zunehmendem wirtschaftlichem Druck. Der AvocadoKonsum wächst in Großbritannien weiter moderat. Nach dem Brexit (2021) ging die Versorgung aus und über das europäische Festland zurück, während die Importe aus nichteuropäischen Ländern stiegen. Im Jahr 2024 importierte das Vereinigte Königreich 134.000 t Avocados, davon fast 129.500 t direkt aus nichteuropäischen Ursprungsländern, ein Wachstum von 11 % gegenüber dem Vorjahr. Peru, Israel und Südafrika sind die wichtigsten Lieferländer. 

Das Tempo der Neupflanzungen hat sich in den vergangenen Jahren etwas verringert.

Verlust östlicher Märkte war deutlich spürbar

Polen ► Wie entwickeln sich die Apfelproduktion und -exporte weiter? Welche Märkte und anderen Erzeugnisse gewinnen darüber hinaus an Bedeutung für den polnischen Markt? Wie modern ist die Produktion jetzt und auch in Zukunft aufgestellt? Darüber sprach das Fruchthandel Magazin mit Dr. Mariusz Dziwulski, Obst- und Gemüse Experte bei der Polnischen Bank PKO.

Dr. Henriette Ullmann

Dr. Mariusz

Dziwulski, Obstund Gemüse

Experte bei der Polnischen Bank

Könnten Sie uns bitte kurz einige Informationen bezüglich der Polnische Bank PKO und Ihrem Spezialgebiet in dieser Bank geben?

Dr. Mariusz Dziwulski: Die PKO Bank Polski ist die größte Bank Polens und eine Institution mit über 100-jähriger Tradition. Sie bietet Finanzdienstleistungen für über 12,4 Mio Privat-, Geschäfts- Firmen- und Kommunalkunden an. Die Bank verfügt über Niederlassungen in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Rumänien, was die internationale Expansion unserer Kunden unterstützt. In der Abteilung für Wirtschaftsanalyse analysieren wir Trends und beobachten die Situation in bestimmten Branchen. Einer dieser Wirtschaftszweige ist die Agrar- und Ernährungswirtschaft,

die für die polnische Wirtschaft von erheblicher Bedeutung ist. In Polen gibt es rund 1,2 Mio offiziell betriebene landwirtschaftliche Betriebe, die 3 % des polnischen BIP ausmachen.

Was können Sie uns über die Entwicklung der Apfelanbaufläche in Polen sagen? Ist hier ein Aufwärtstrend zu beobachten?

Die Apfelproduktion in Polen hat sich in den vergangenen 20 Jahren entwickelt, wenn auch in moderatem Tempo. Trotz Schwankungen aufgrund wechselhafter Wetterbedingungen und einer hohen Empfindlichkeit gegenüber Frost war ein Aufwärtstrend in der Produktion zu beobachten. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Ernteerträge betrug im Zeitraum 20052024 1,5 %. Die polnische Apfelernte belief sich 2021 auf über 4 Mio t, während sie zum Zeitpunkt des EU-Beitritts im Jahr 2004 bei etwa 2,5 Mio t lag. Polen ist heute der größte Apfelproduzent in der EU27 und macht etwa ein Drittel der EU-Ernte aus. Die Anbaufläche für Äpfel schrumpft jedoch allmählich. Aus den Daten von Eurostat geht hervor, dass die Anbaufläche für Apfelbäume in Polen im Jahr 2025 etwas mehr als 146.000 ha betragen könnte, gegenüber 180.000 ha vor einem Jahrzehnt. Diese Veränderungen zeugen von Qualitätsprozessen in der polnischen Apfelproduktion und einer steigenden Produktivität.

Wie groß wird die diesjährige Apfelernte ausfallen? Wie hoch ist der Anteil an Tafeläpfeln? Aus den Daten des Hauptamtes

für Statistik (GUS) geht hervor, dass die Ernte im Jahr 2025 3,8 Mio t betragen wird. Das sind 13 % mehr als im Vorjahr. Trotz dieses Anstiegs blieb die Produktion aufgrund der Frostschäden im Frühjahr unter ihrem Potenzial, obwohl diese deutlich geringer ausfielen als im Jahr 2024. Der Anteil der Tafeläpfel an der heimischen Ernte liegt laut Eurostat-Daten bei etwa 60 % (Durchschnitt für 2022-2024) und ist damit deutlich niedriger als der EU-Durchschnitt von 76 %. Dieser Wert unterliegt jedoch gewissen Schwankungen. Ein Teil der in Polen für den Markt für Tafelobst produzierten Äpfel wird häufig verarbeitet, nicht nur aufgrund von Qualitätsfaktoren. Über die Änderung der Bewirtschaftungsstruktur entscheiden auch die Absatzmöglichkeiten und Preisänderungen bei Obst.

Welche Arten von Tafelobst werden hauptsächlich auf den osteuropäischen Markt und welche auf den westeuropäischen exportiert? Aufgrund der Struktur der Obstproduktion in Polen dominieren Äpfel die polnischen Frischobstexporte mit einem Anteil von fast 74 % (2024). Die EU ist der Hauptabsatzmarkt für Äpfel (64 %), Heidelbeeren und Obstprodukte, darunter Tiefkühlobst. Dennoch dominieren bei den Exporten bestimmter frischer Obstsorten weiterhin die östlichen Märkte, wie Weißrussland, Ukraine und Kasachstan. Dies gilt u.a. für Birnen und Erdbeeren. Bei Äpfeln gewinnen außereuropäische Märkte vor allem in Zeiten niedriger Preise in der EU an Bedeutung. In der Saison 2024/25 hat aufgrund

des Apfeldefizits in der EU und des Preisanstiegs die Bedeutung der europäischen Märkte für den polnischen Export zugenommen.

Wie hoch sind die Apfelexporte in diesem Jahr? Welche Länder importieren die meisten polnischen Äpfel? Welche Apfelsorten dominieren die Exporte? Die Apfelexporte Polens beliefen sich in der Saison 2024/25 (September-August) auf 689.000 t, was einem Rückgang von 16 % gegenüber der Saison 2023/24 entspricht. Obwohl dieser Rückgang größtenteils auf eine geringere heimische Produktion zurückzuführen ist, ist anzumerken, dass die Exporte im Jahresvergleich rückläufig sind. Der Verlust östlicher Märkte im vergangenen Jahrzehnt war deutlich spürbar. Verglichen mit der Saison 2012/13, als die polnischen Exporte mit 1,28 Mio t ihren Höchststand erreichten, ging das Volumen der vergangenen Saison um fast die Hälfte zurück. Dieser Rückgang ist auf das russische Embargo von 2014 (politischer und phytosanitärer Natur) und die darauffolgenden geopolitischen Spannungen, insbesondere den Krieg in der Ukraine, zurückzuführen. Auch der belarussische Markt hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren, obwohl er lange Zeit eine Alternative zum russischen Markt darstellte. Der Markt musste sich an neue Gegebenheiten und Anforderungen anpassen. Sorten, die für die Märkte Ostasiens produziert werden, finden nicht unbedingt Abnehmer in der EU. Aus den Daten der WAPA geht hervor, dass im Dezember 2014 fast ein Viertel der in Polen gelagerten Äpfel der Sorte Idared waren (die hauptsächlich für die östlichen Märkte bestimmt waren), während ihr Anteil im Jahr 2024 auf unter 15 % gesunken ist. Dagegen gewannen Sorten wie Gala, Golden Delicious und vor allem Red Jonaprince an Bedeutung. Deutschland hat sich zum wichtigsten Markt für polnische Äpfel entwickelt, obwohl ein Großteil der Exporte dorthin auf die Weiterver-

arbeitung entfällt. Deutschlands Exportanteil lag in der Saison 2024/25 bei 14 %. In den vergangenen Jahren hat sich Ägypten zu einem der wichtigsten Abnehmer von Äpfeln aus Polen entwickelt (9,7 % Anteil in der Saison 2024/25), allerdings unterliegen die Verkäufe in dieses Land auch erheblichen Schwankungen.

Welche Schwächen hat die polnische Obstproduktion, insbesondere die Apfelproduktion? Nennen Sie bitte auch die Stärken, die angesprochen werden sollten? Ich denke, dass der größte Vorteil des polnischen Obstbausektors heute darin besteht, dass er ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten kann. Die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors ist nach wie vor recht

hoch. Zu den Stärken zählen sicherlich die große Anpassungsfähigkeit und das hohe Wissensniveau, insbesondere bei jungen Erzeugern. Eine Herausforderung für die Branche ist jedoch das zunehmende Problem der Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Die sich verringernden Unterschiede im Lohnniveau zwischen Polen und dem EU-Durchschnitt führen, auch wenn dieser Prozess nicht dynamisch verläuft, zu einer allmählichen Einschränkung der bestehenden Vorteile. Die Aussichten für das Arbeitskräfteangebot in Polen sind aufgrund der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren negativ. Gleichzeitig geht keines der realistischen Migrationsszenarien davon aus, dass der Zustrom von Ausländern diese Defizite vollständig

Deutschland hat sich zum wichtigsten Markt für polnische Äpfel entwickelt.

Bei Birnen dominieren bei den Exporten weiterhin die östlichen Märkte wie Weißrussland, Ukraine und Kasachstan.

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ausgleichen kann. Dies bedeutet einen relativen Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit, der das Produktionswachstum bremsen könnte. Diese Produktion kann auf andere Märkte außerhalb der EU, wie beispielsweise die Ukraine, verlagert werden. Ein Beispiel hierfür ist die Erdbeerproduktion in Polen, die unter dem Druck des Arbeitskräftemangels bei der Ernte und der billigen Konkurrenz aus Ägypten steht.

Wie schreitet die Modernisierung der polnischen Landwirtschaft und des Obstanbaus voran? Unterstützt die Regierung die Landwirtschaft beim Kauf moderner technischer Geräte?

Obstbaubetriebe konnten ebenso wie andere Betriebe Mittel aus dem CAP-Haushalt (Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union) für Modernisierungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Dies betraf vor allem Investitionen in landwirtschaftliche Maschinen, aber nicht nur. Frühere Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung für die Gründung von Erzeugergemeinschaften trugen wesentlich zur Konsolidierung des Absatzes bei, was sich positiv auf die Verhandlungsposition der Erzeuger auswirkte und bessere Perspektiven für den Handel mit ausländischen Abnehmern schuf. Dabei handelte es sich unter anderem um Investitionen in Lagerinfrastruktur (Kühlhäuser) oder Sortieranlagen.

Das dynamische Wachstum des Anbaus von Kürbissen und Heidelbeeren ist ein Paradebeispiel für die veränderte Produktion.

Wie sehen Sie die Zukunft der Apfelproduktion in Polen?

Die Anpassung an die neuen realen Gegebenheiten spiegelt sich in Veränderungen in der Struktur der nationalen Produktion wider. Das dynamische Wachstum des Anbaus von Heidelbeeren und Kürbissen in den vergangenen Jahren ist ein Paradebeispiel dafür. Zunehmend werden auch Anstrengungen unternommen, das Angebot zu differenzieren, unter anderem durch den Aufbau einer Marke für frisches Obst. Diese Tendenzen werden sich wahrscheinlich verstärken, und der Anteil der rentableren Segmente, darunter Tafelobst auf Basis von

Club-Sorten, könnte in der Produktionsstruktur zunehmen. Es ist auch möglich, umweltfreundlichere Anbaumethoden zu entwickeln, die es ermöglichen, die Wettbewerbsfähigkeit und einen hohen Marktanteil in der EU aufrechtzuerhalten. Aufgrund der hohen Marktsättigung in der EU könnte der Spielraum für ein Volumenwachstum des Sektors begrenzt sein. Es wird zunehmend notwendig sein, Absatzmärkte außerhalb der EU zu erschließen. Die Hersteller konzentrieren sich bereits jetzt auf Aktivitäten mit höherer Wertschöpfung, was teilweise durch die Situation auf dem Arbeitsmarkt bedingt ist. 

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Zwischen Überproduktion und Exportdynamik

Ukraine ► Das Jahr 2025 stellte ukrainische Obst- und Gemüseproduzenten erneut vor erhebliche Herausforderungen. Krieg, Wetterextreme und strukturelle Marktverwerfungen prägten die Saison. Dennoch fiel das wirtschaftliche Ergebnis differenziert aus: Während Teile des Gemüsesektors unter massiver Überproduktion litten, erwiesen sich insbesondere Beeren, allen voran Himbeeren und Blaubeeren, als stabile Stützpfeiler.

Michael Schotten

Dies erläuterte Taras Baschtannyk, Präsident der Ukrainian Fruit and Vegetable Association (UFVA), im Gespräch mit dem ukrainischen Branchenmagazin ‚Seeds‘, worauf das niederländische Agrardossier ‚Agroberichten Buitenland‘ in einer Situationsanalyse Bezug nahm. Im Segment der Freilandgemüse kam es demnach im Jahr 2025 zu einer deutlichen Überproduktion sämtlicher Kulturen des sogenannten „BorschtschSets“, also Kartoffeln, Zwiebeln, Kohl, Karotten und Rote Bete. Ursache war Taras Baschtannyk zufolge die starke Flächenausweitung infolge hoher Preise im Vorjahr. Die Folge: Marktpreise blieben unterhalb der Produktionskosten, teilweise deutlich darunter. Profitieren konnten lediglich Betriebe mit moderner Lagerinfrastruktur, die eine Vermarktung bis in die Wintermonate hinein ermöglichen.

In der Ukraine existieren auch mehrere größere Gewächshauskomplexe, die sich vor allem auf den Anbau von Gurken und Tomaten spezialisiert haben. Aufgrund der hohen Energiekosten liegen die Preise für diese Produkte insbesondere in den Wintermonaten jedoch auf einem entsprechend hohen Niveau. Heimische Erzeugnisse sind qualitativ häufig hochwertiger als Importware, etwa aus der Türkei, jedoch auch rund doppelt so teuer. Die Situation im ukrainischen Gewächshausgemüsebau hat sich im Jahr 2025 kaum verändert und wird sich auch in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht wesentlich wandeln. Infolge des Krieges und der Besetzung des Südens der Ukraine hat sich die Struktur der Gemüsepro-

Die Ukraine könnte zukünftig bei Blaubeeren in der EU und in Großbritannien noch mehr an Bedeutung gewinnen.

duktion allerdings grundlegend verändert. Die Lieferketten – sowohl im Freiland- als auch im geschützten Anbau – sind heute deutlich kürzer. Das frühere Modell, bei dem frühes Gemüse überwiegend in einer einzigen Region (Kachowka, Südukraine) produziert und landesweit verteilt wurde, existiert nicht mehr, betonte Taras Baschtannyk. Stattdessen würden die regionalen Zentren zunehmend mit lokal erzeugten, qualitativ hochwertigen Früh- und Off-Season-Produkten versorgt. Die gezielte Förderung des Tunnelanbaus zeige dabei spürbare positive Effekte. Sie trage nicht nur zur Verlängerung der Vermarktungssaison und zur Diversifizierung der Produktion bei, sondern helfe auch, die durch den Verlust südlicher Anbaugebiete entstandenen Produktionslücken teilweise zu schließen.

Auf und Ab

Im Apfelsektor fiel die Ernte 2025 höher aus als im Vorjahr, die Preise ermöglichten professionellen Betrieben eine auskömmliche Marge. Exportpreise lagen darüber, er-

fordern jedoch zusätzliche Logistik- und Zertifizierungskosten. Der weiter bestehende Mangel an Lager- und Nacherntekapazitäten gilt als zentrales Entwicklungshemmnis. Birnen bleiben eine Nischenkultur mit struktureller Unterversorgung. Begrenzte Anbauflächen und hohe Produktionsanforderungen sorgen für stabile Preise. Parallel bleibt die Ukraine auf Importe aus Westeuropa angewiesen. Der Erdbeeranbau war in der Ukraine stark von Spätfrösten betroffen. Die Ernte erreichte nur 50 % des Vorjahres, bei frühen Sorten kam es zu Totalausfällen. Die Verdopplung der Großhandelspreise kompensierte die Verluste nur teilweise. Auch Blaubeeren verzeichneten Ertragseinbußen von durchschnittlich 20 % bis 30 %, regional deutlich mehr. Preissteigerungen von bis zu 50 % ermöglichten dennoch eine wirtschaftliche Stabilisierung. Besonders hervorzuheben ist die zunehmende Exportdynamik in Richtung EU und Vereinigtes Königreich, die der Ukraine mittelfristig eine führende Rolle im europäischen Blaubeerhandel sichern könnte. 

Bahri-Datteln

sind eine besondere Spezialität in Ägypten, die z.B. von dem Unternehmen

Atfa Farm angeboten wird.

„Ägypten

punktet mit Nähe, Vielfalt und Qualität“

Import Promotion Desk ► Auf dem Messestand des Import Promotion Desk (IPD) auf der FRUIT LOGISTICA wird das IPD-Partnerland Ägypten stark vertreten sein: Zehn Produzenten von Obst und Gemüse werden ihr breites Angebot Anfang Februar in Berlin vorstellen. Neben Trauben und Citrusfrüchten bringen Unternehmen auch Mangos, Granatäpfel und Bananen mit. Zwiebeln, Knoblauch und Süßkartoffeln gehören unter anderem zum Gemüseangebot aus Ägypten.

ÄTrauben aus Ägypten wie hier von Greatly Farms sind schon lange auf den europäischen Märkten etabliert.

gypten ist als Herkunftsland für landwirtschaftliche Produkte seit langem bekannt. Bereits seit 2012 arbeitet das IPD mit ägyptischen Unternehmen zusammen. „Ägypten punktet mit seiner Nähe zum EU-Markt, seinem vielfältigen Angebot und seiner Qualität“, sagt Dorra Zairi, IPDExpertin für Frisches Obst & Gemüse. „Früher hörten wir skeptische Stimmen zur Produktqualität, heute vertrauen die Importeure auf unser Sourcing und wissen, dass die Unternehmen im IPD-Programm die Anforderungen des europäischen Marktes erfüllen. Weitere Argumente für den Einkauf bei ägyptischen Produzenten sind die Erntefenster und die damit strategisch günstigen Saisonzeiten.“

Die Saisonzeiten kommen insbesondere bei exotischen Früchten wie Mangos, Drachenfrüchten und Bananen zur Geltung. Das ägyptische Angebot ergänzt die am IPDStand präsentierten Importe aus Südamerika. Bei Tafeltrauben und Erdbeeren wiederum erweitern ägyptische Früchte die heimische bzw. europäische Ernte.

Auf der FRUIT LOGISTICA stellen ägyptische Produzenten auch ihre große Sortenvielfalt an Tafeltrauben vor. Sie sind breit aufgestellt und bauen unter anderem die Sorten Prime, Flame, Sugroane, Maylan, Crimson, Sweet Globe, Sweet Celebration, Starlight und Ivory an. Auch das Angebot an Citrusfrüchten ist groß: es sind Mandarinen (Mineola und Murcott), Orangen (Balady, Navel und Valencia) und Zitronen. Bei Granatäpfeln konzentrieren sich die Produzenten vor allem auf die Sorte Wonderful. Einige Aussteller auf der FRUIT LOGISTICA bauen zudem die Sorte Early 116 an. Sie ist eine frühreife Sorte und kommt daher vor der WonderfulSorte auf den Markt.

Mangos im Fokus

Neben diesen drei ägyptischen Klassikern – Trauben, Citrusfrüchten und Granatäpfeln – ergänzen auch immer häufiger Mangos aus Ägypten das weltweite Angebot.

Unternehmen im IPD-Programm bauen neben der Sorte Keitt auch die Sorten Naomi, Osteens und Crimson Pride an. Weitere Aussteller auf der FRUIT LOGISTICA produzieren Aprikosen, Pfirsiche, Bananen, Drachenfrüchte und Cherimoyas.

Auch wenn das IPD auf der FRUIT LOGISTICA einen Schwerpunkt auf Früchte legt, so sind auch Gemüseproduzenten aus Ägypten vertreten. Sie bringen Zwiebeln, auch Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Chili, Gemüsepaprika, Süßkartoffeln und auch Avocadofrüchte mit. Bei diesem vielfältigen Angebot aus Ägypten dürfen Datteln und Feigen nicht fehlen. 

Halle 25, Stand C-03

Wadi Orchards ist auf Citrusfrüchte spezialisiert.

Fotos:

Alte Kulturfrucht voll im Trend

Granatäpfel ► Granatäpfel werden bereits seit Jahren als „Superfruit“ geschätzt: Ihre Kerne und ihr Saft sind beliebt – nicht nur wegen des fruchtig-herben Geschmacks, sondern auch wegen der wertvollen Inhaltsstoffe.

Die globale Nachfrage nach Granatäpfeln steige seit Jahren stetig, sagt Dorra Zairi, Spezialistin Sourcing + Märkte beim Import Promotion Desk (IPD). „Deutschland gehört zu einem der wichtigsten Konsummärkte für Granatäpfel.“ Die Initiative für Importförderung arbeitet mit vielen Granatäpfel-Produzenten zusammen – vor allem aus Ägypten, aber auch aus Peru. So wird das IPD der gesteigerten und ganzjährigen Nachfrage gerecht. Die ägyptischen und peruanischen Unternehmen im IPD-Programm wurden sorgfältig evaluiert. Sie erfüllen die Anforderungen des Marktes an Qualität, Verfügbarkeit, Lieferbedingungen und Zuverlässigkeit“, so Dorra Zairi. Auf die steigende Nachfrage hätten viele Produktionsländer mit Flächenausweitung und gezielten Qualitäts- und Exportoffensiven reagiert. „Ein gutes Beispiel dafür ist das IPD-Partnerland Ägypten. Dort herrschen ideale Klima- und Anbaubedingungen für Granatäpfel. Die Produktion wurde im Laufe der Jahre stark ausgebaut. Die IPD-Unternehmen Wadi Orchard, Farm Pick Fruit Export und Gezira United produzieren z.B. sehr große Mengen in hoher Qualität. So sind die Produzenten auch auf Nachfragespitzen gut vorbereitet. Das IPD hat gezielt auch Unternehmen aus

Peru in das Programm aufgenommen, die die Saison in Ägypten gut ergänzen: An die Saison in Ägypten (September bis November) schließt sich nahezu nahtlos die Saison in Peru an (Februar bis Juni).“

Der weltweit meistangebaute Granatapfel gehört zur Sorte ‚Wonderful‘. Sie ist bekannt für große Früchte, ihre tiefrote Farbe und ihren hohen Säuregehalt und ist sowohl für den frischen Verzehr als auch für die Saftherstellung ideal. Viele der ägyptischen Produzenten, z.B. das IPD-Unternehmen Sobek, bauen zudem die Sorte ‚Early 116‘ an. Sie ist eine frühreife Sorte und kommt daher vor der ‚Wonderful‘Sorte auf den Markt. Geschätzt wird der Granatapfel für seinen hohen Anteil an verschiedenen Antioxidantien wie Polyphenole. Sie schützen die Körperzellen vor schädlichen Einflüssen und können die Alterung der Körperzellen verlangsamen. Granatapfelsaft wird zudem nachgesagt, dass er Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, den Blutdruck senken und gegen Arthritis helfen kann.

Unempfindlich und lagerfähig

Die ledrige Haut des Granatapfels schützt das Innere der Frucht sehr gut. Bei niedrigen Temperaturen ist

Das peruanische Unternehmen EGA Agroindustrial hat sich auf den Anbau, die Verarbeitung und die professionelle Verschiffung von Granatäpfeln spezialisiert.

sie mehrere Monate lagerfähig. Auch für den Transport ist die harte Schale des Granatapfels ein Plus und macht die Frucht relativ unempfindlich für Druckstellen etc. Der Transport erfolgt meist gekühlt per Lkw oder Schiff. Die Früchte werden lose in Kisten oder Steigen transportiert, selten einzeln verpackt. Längere Transportwege, wie z.B. aus Peru, erfordern eine optimale Temperatur- und Ethylenkontrolle. Das peruanische Unternehmen EGA Agroindustrial hat sich auf den Anbau, die Verarbeitung und die professionelle Verschiffung spezialisiert. Es nutzt die Nähe zum Hafen Arica in Chile, um einen schnellen und reibungsfreien Transport nach Europa zu organisieren. So übersteht die ‚Superfrucht‘ auch längere Transportwege und zeigt nach dem Öffnen der harten Schale ihre fruchtigen Kerne. 

INSIGHTS STAGE

IPD – Ihre Verbindung zu zuverlässigen Lieferanten

Dorra Zairi, IPD-Expertin Frisches Obst & Gemüse, stellt die Services des IPD am 4. Februar 2026 im Zeitraum von 14.30 bis 14.50 Uhr im Rahmen der ‚Insights Stage‘ für europäische Importeure in Halle 21. vor. Die Initiative zur Importförderung unterstützt europäische Einkäufer bei ihrem Sourcing. Seit 2015 ist das IPD auf der FRUIT LOGISTICA mit einem eigenen Stand vertreten. Die Unternehmen, die auf dem IPDStand ihr Angebot vorstellen, wurden zuvor vom IPD-Team sorgfältig ausgewählt. So haben Einkäufer die Gelegenheit, bei ihrem Messebesuch mit neuen Handelspartnern aus Entwicklungs- und Schwellenländern ins Gespräch zu kommen und das Angebot kennenzulernen.

Foto: PE EGA
Agroindustrial

Litschisaison verläuft erfolgreich

Madagaskar ► Die aktuelle Litschis-Exportsaison in Madagaskar ist nach Angaben des madagassischen Exportverbands Capmad in Madagascar erfolgreich gestartet. Seit November 2025 werden frische Litschis für den Export geerntet. Laut Capmad zeichnen sich die diesjährige Saison durch gute Erträge sowie eine stabile Qualität aus.

Magdagascar rechnet mit einem Exportvolumen von bis zu rund 20.000 t Litschis gerechnet, von denen ein großer Teil für den europäischen Markt vorgesehen ist.

PASSIONSFRUCHT

Mehr als nur eine exotische Zutat

Madagaskar gilt als einer der weltweit wichtigsten Exporteure von frischen Litschis und ist insbesondere während der Wintermonate der zentrale Lieferant für den europäischen Markt. Nach Angaben von Capmad liegen die Preise in der Saison 2025/26 über dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig wird mit einem Exportvolumen von bis zu rund 20.000 t gerechnet, von denen ein großer Teil für den europäischen Markt vorgesehen ist. Zu den wichtigsten Abnehmerländern zählen Frankreich, Deutschland und die Niederlande.

Der Export erfolgt sowohl per Seefracht als auch per Luftfracht. Wie Capmad berichtet, wird Luftfracht vor allem zu Beginn der Saison eingesetzt, um frische Ware schnell in die europäischen Absatzmärkte zu bringen. Bis Ende Dezember 2025 wurden bereits rund 89 % der üblichen Jahresmenge expor-

tiert, was laut Capmad auf einen planmäßigen Verlauf der Kampagne hinweist. Auch internationale Handelsplattformen bestätigen die zentrale Rolle Madagaskars im europäischen Litschi-Handel. Die Agrar- und Marktanalyseplattform Tridge bezeichnet Madagaskar als wichtigsten Lieferanten für frische Litschis in die Europäische Union während der Monate November bis Januar. Ergänzt wird das europäische Angebot saisonal durch Lieferungen aus Südafrika sowie außerhalb der Wintersaison durch Exporte aus asiatischen Ländern wie Vietnam und China. Litschis zählen zu den bedeutendsten landwirtschaftlichen Exportgütern Madagaskars. Laut Tridge sind mehrere Hunderttausend Haushalte im Land direkt oder indirekt an Anbau, Ernte und Export beteiligt. Weitere offizielle Exportzahlen zur laufenden Saison werden im weiteren Verlauf erwartet. 

Wer bei der Passionsfrucht an Leidenschaft und Romantik denkt, liegt falsch. Darüber informiert das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) und erklärt, dass der Name der Tropenfrucht auf christliche Missionare in Südamerika zurückgeht. Sie erkannten in der auffälligen Blüte der Passionsblume Symbole der „Passion Christi“, also der Leidensgeschichte Jesu. Die fadenförmigen Nebenblätter interpretierten sie als Dornenkrone, die Staubblätter als Wundmale. Die Passionsfrucht gehört zur Gattung Passiflora, die mit über 500 Arten vor allem in den Tropen Mittel- und Südamerikas verbreitet ist, aber auch in Teilen Asiens und des Südpazifiks vorkommt. Botanisch handelt es sich bei den Früchten um Beeren, die sich aus den großen, auffälligen Blüten entwickeln. Für den Frischverzehr werden überwiegend die dunkelviolette Purpurgranadilla sowie Hybride genutzt, während die Gelbe Granadilla, auch Gelbe Maracuja genannt, vor allem für die industrielle Verarbeitung von Bedeutung ist. Charakteristisch ist das aromatische, orangegelbe Fruchtfleisch, die sogenannte Pulpe, die zahlreiche essbare Samen enthält. Diese sind von einem saftigen Samenmantel umgeben und verleihen der Frucht ihr typisches, süß-säuerliches Aroma. In Deutschland sind sie ganzjährig aus tropischen Anbauregionen erhältlich, unter anderem aus Kenia, Südafrika, Simbabwe, Kolumbien und Israel. Ein Qualitätsmerkmal reifer Früchte ist laut Bundeszentrum für Ernährung eine leicht runzelige Schale, die auf einen höheren Zuckergehalt und eine saftige Pulpe hinweist. Die Früchte sollten voll ausgefärbt, relativ schwer und frei von Druckstellen sein. Im Gemüsefach des Kühlschranks lassen sie sich ein bis zwei Wochen lagern und können bei Bedarf bei Zimmertemperatur nachreifen.

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Hohe Erntemengen beleben Angebot und Nachfrage

Marktentwicklung ► Mangos sind eigentlich in den Tropen und Subtropen beheimatet. Bestimmte Sorten können allerdings auch im warmen Klima Südeuropas angebaut werden. So ergänzen im Herbst spanische Mangos das Angebot aus Übersee. Für Deutschland sind die wichtigsten Lieferländer Brasilien und Peru. Aus Peru konzentrieren sich die Einfuhren auf die erste Jahreshälfte, in den Sommermonaten tragen zudem die Zufuhren von der Elfenbeinküste und der Dominikanischen Republik zur Marktversorgung bei.

Britta Berkau, AMI GmbH

Am häufigsten werden durch den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) die Sorten Keitt, Kent, Osteen, Palmer und Thommy Atkis angeboten. Aus ökologischer Produktion sind es vor allem die Sorten Amélie und Ataulfo.

Die privaten Haushalte in Deutschland (HH) haben laut AMI-Analyse nach YouGov CP Germany im rollierenden Jahr 2024/25 (Dezember bis November) eine überdurchschnittliche Menge an Mangos eingekauft. Im Mittel waren es mit 1,45 kg/100 HH um 21 % mehr als im Durchschnitt der fünf Vorjahreszeiträume. Im Vorjahr (2023/24) war die Einkaufsmenge an Mangos besonders gering, so dass im Vergleich zwischen Dezember 2024 und November 2025 sogar um 67 % mehr Mangos eingekauft wurden.

Hohe Erntemengen drücken Preise

Die Erntemengen waren im zurückliegenden Jahr wesentlich höher als in der Saison 2023/24. Es standen also mehr Mangos zum

Einkaufskennziffern Mango (Dez-Nov)

Verkauf zur Verfügung. In der Folge gingen die Verbraucherpreise zurück. In einzelnen Monaten lagen sie bis zu 40 % unter dem Vorjahresniveau. Bei einem durchschnitt-

Nach wie vor werden die meisten Mangos im LEH gekauft.

je

* Wie viele von 100 Haushalten kaufen mindestens einmal Mango im untersuchten Zeitraum?

** Wie oft kauft ein Käuferhaushalt im Schnitt Mango im untersuchten Zeitraum?

Quelle: AMI-Analyse nach YouGov CP Germany

© AMI 2026

lichen Ladenpreis von 3,35 Euro/kg bezahlten Verbraucher 2024/25 um 13 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren ist der Mangopreis allerdings nur leicht niedriger gewesen (-2 %).

LEH wirbt mit mehr Angeboten

Zwischen Dezember 2024 und November 2025 wurde mit 674 Aktionen um 15 % mehr für Mangos geworben als im Vorjahreszeitraum. Ein Grund für das höhere Werbeaufkommen könnten kurzfristig vereinbarte Aktionen, insbesondere zwischen Dezember und März gewesen sein, als durch Schiffsver-

spätungen und Verzögerungen an den Häfen des Öfteren hohe Mengen an Mangos gleichzeitig zum Verkauf standen. Verglichen mit den Jahren davor ist der Werbeumfang für Mangos im Betrachtungszeitraum unterdurchschnittlich gewesen.

Für Bio-Mangos wurde im rollierenden Jahr insgesamt 72-mal geworben. Damit ist der Bio-Anteil bei den Mangoaktionen auf 11 % gestiegen. Demgegenüber stammten nur knapp 4 % aller durch private Haushalte eingekauften Mangos aus ökologischer Produktion. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum kosteten Bio-Mangos mit durchschnittlich 6,41 Euro/kg im rollierenden Jahr 2024/25 um 5 % weniger.

Saisonverlauf und Einkaufsstätten

Die Käuferreichweite rangierte in den vergangenen Jahren um 40 %. Dabei wurden Mangos in den Coronajahren von etwas mehr Haushalten eingekauft, während im Jahr 2024, durch die oben beschriebenen Umstände, entsprechend weniger Haushalte zu Mangos griffen. Der mehrjährige Trend ist dabei stabil. Mangos sind ganzjährig verfügbar. Allerdings gehen die Verkaufsmengen im Sommer, wenn das Angebot an alternativen Obstarten größer ist, zurück. Ab August steigen die Einkaufsmengen langsam an, doch

die größten monatlichen Mengen an Mangos werden in den ersten drei Monaten des Jahres verkauft, wenn der Fokus auf die Citrusfrüchte nicht mehr so stark ist wie in der Vorweihnachtszeit.

Nach wie vor werden die meisten Mangos im Lebensmitteleinzelhandel erworben (94 %), doch in den vergangenen zwei Jahren haben der Onlinehandel und die Fachhändler ihren Anteil an den Einkaufsmengen ausbauen können. Sie verdoppelten, bzw. verdreifachten ihre Absatzmengen im Laufe der vergangenen zwei Jahre.

Junge Verbraucher greifen weniger zu

Mangos werden durch junge Verbraucher in deutlich unterdurchschnittlichen Mengen eingekauft. Es sind eher die Haushalte, bei denen die haushaltsführende Person 30 bis 49 Jahre alt ist, bei denen Mangos auf dem Einkaufszettel stehen. So sind es gleichzeitig auch Haushalte mit Kindern, die überdurchschnittlich große Mengen an Mangos kaufen. Für Personen jenseits der 50 scheinen Mangos keine besondere Rolle zu spielen. Besonders wenige Mangos werden durch alleinstehende Senioren eingekauft. Deren Anteil an der Panelbesetzung liegt bei 25 %, ihre Einkäufe machen allerdings nur 13 % der Verkaufsmenge an Mangos aus. 

Für Deutschland sind die wichtigsten Lieferländer Brasilien und Peru.

Strukturwandel im europäischen Verpackungsmarkt

Marktentwicklung ► Der europäische Verpackungsmarkt bleibt trotz wirtschaftlicher und struktureller Herausforderungen ein Markt mit Entwicklungspotenzial. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktbeobachtung des Netzwerks PackSynergy. Der Zusammenschluss mittelständischer Verpackungsgroßhändler aus 24 europäischen Ländern hat seine Einschätzungen zur aktuellen Marktsituation, zu Herausforderungen und Trends in einem Bericht zusammengefasst. Die Auswertung basiert unter anderem auf Beobachtungen aus Deutschland, den BeneluxLändern, Dänemark, dem Vereinigten Königreich und Spanien.

Über Ländergrenzen hinweg sehen sich die Unternehmen mit ähnlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Zwar bestehen nationale Besonderheiten, zentrale Einflussfaktoren wirken jedoch europaweit. Der Markt war in den vergangenen Jahren von starken Veränderungen geprägt. Während der Covid-19-Pandemie nahm die Nachfrage nach Verpackungen deutlich zu. Gleichzeitig führten Lieferkettenstörungen sowie steigende Material- und Energiekosten – insbesondere infolge des Ukrainekriegs – zu einem erheblichen Kostenanstieg, der teilweise über Preisanpassungen weitergegeben werden konnte.

Inzwischen ist der Markt von einer konjunkturellen Abschwächung, einer rückläufigen Nachfrage und einem intensiveren Wettbewerb gekennzeichnet. Die größere Verfügbarkeit alternativer Lösungen sowie der zunehmende Kostendruck auf Kundenseite verschärfen den Wettbewerbsrahmen. Diese Entwicklungen stellen für viele Marktteilnehmer eine Belastung dar, eröffnen nach Einschätzung der PackSynergy-Mitglieder aber auch Möglichkeiten zur Neukundengewinnung und zur Erschließung zusätzlicher Geschäftsfelder. Grundsätzlich bleibt die Verpackungsbranche ein stabiler Markt, da Verpackungen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen benötigt werden. Als förderlich wird zudem der gestiegene Beratungsbedarf gesehen, insbesondere im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig beobachten die Unternehmen,

Der regelmäßige Austausch innerhalb des Netzwerks wird für die Unternehmen zunehmend wichtiger.

dass Kunden angesichts des Kostendrucks vermehrt Aufgaben und Prozesse an externe Dienstleister auslagern. Der Wettbewerb durch Online-Plattformen wird von den Großhändlern weniger als unmittelbare Bedrohung wahrgenommen, da sie selbst digitale Vertriebskanäle nutzen und sich über individuelle Beratung und maßgeschneiderte Lösungen positionieren.

Zusammenarbeit als Antwort

Nachhaltigkeit und Regulierung gewinnen an Bedeutung. Die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen bietet Chancen, ist jedoch auch mit Risiken verbunden, vor allem wenn Preisargumente stärker in den Vordergrund rücken. Zusätzlich erschweren teils unklare oder sich verändernde regulatorische Vorgaben die strategische Planung. Anpassungen im Produktportfolio, bei Designs und Prozessen sind häu-

fig erforderlich und unterscheiden sich je nach nationalem Regelwerk. Gleichzeitig eröffnen neue Vorgaben für mittelständische Unternehmen die Möglichkeit, ihre Rolle als flexible und fachkundige Partner zu stärken. Auch der Arbeitsmarkt bleibt herausfordernd. Steigende Lohnkosten und der Mangel an Fachkräften veranlassen Unternehmen, in Qualifizierung und Digitalisierung zu investieren. Logistik und Handling sollen automatisierte und digitale Prozesse Effizienzgewinne ermöglichen. Ergänzend gewinnen Konzepte zur standortübergreifenden Lager- und Bestandsnutzung an Bedeutung. Einen zentralen Mehrwert sehen die PackSynergyMitglieder im strukturierten Wissensaustausch. Gemeinsame Analysen, der Austausch von Best Practices und die Nutzung von Synergien tragen nach Einschätzung der Beteiligten dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken, ohne deren Eigenständigkeit einzuschränken. 

Foto: PackSynergy

Kollaborativer Roboter federt Fachkräftemangel im Obsthandel ab

Der kollaborative Roboter des Fraunhofer IAPT – ein sogenannter Cobot – adressiere den Personalmangel und die körperliche Belastung im Fruchthandel. Der Cobot unterstütze Händler und ihre Mitarbeitenden bei repetitiven oder anstrengenden Aufgaben wie dem Sortieren und Verpacken von Obst. Der Silikongreifer des Cobot und die anspruchsvolle Sensorik verbinden hohe Flexibilität mit zuverlässiger Automation der Arbeitsabläufe und der Einhaltung von Sicherheitsvorgaben.

Das Fraunhofer IAPT hat für den Cobot einen Saug- und Fingergreifer entwickelt und das Bauteil mit Additiver Produktion aus Silikon hergestellt. Das Material des Silikongreifers eigne sich für die automatisierte Handhabung fragiler, druckempfindlicher Obstsorten und erfülle die Ansprüche der Lebensmittelindustrie. Die Verbindung mehrerer Fertigkeiten wie das Ansaugen und Greifen von Objekten in einem Werkzeug beschleunige die Abläufe. Ein Austausch des Greifarms für unterschiedliche Arbeitsschritte oder Fruchttypen erübrige sich.

Individuelle Ausrüstung für Cobot

Fraunhofer IAPT ► Auf der FRUIT LOGISTICA stellt die Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT einen Roboter mit flexiblem Greifarm vor. Die Lösung automatisiert Arbeitsschritte wie das Greifen, Sortieren und Konfektionieren unterschiedlicher Früchte. Der kollaborative Roboter arbeitet sicher mit Menschen zusammen und federt den Fachkräftemangel ab, so das IAPT. variieren. Applikationen zur KI-gestützten Bildverarbeitung steigern die Stabilität und Robustheit der Automationssysteme. Das Fraunhofer IAPT legt den Fokus auf die Flexibilität des Systems. Sowohl der Greifer als auch die eingesetzten Sensoriken zur Objekterkennung orientieren sich an dem individuellen Szenario des Fruchthandels. Einzelne Komponenten oder der gesamte Aufbau können punktuell oder entlang der gesamten Prozesskette eingesetzt werden. 

Die Sensorik des Cobots unterstütze einen adaptiven Greifprozess für unregelmäßige Formen und unterschiedliche Positionen der Früchte. Der Cobot lässt sich für individuelle Anforderungen und Einsatzgebiete mit geeigneter Sensorik von simplen Abstandssensoren bis zu Kamerasystemen ausrüsten. Computer Vision und Künstliche Intel-

ligenz (KI) erkennen Objekte und ihre Position. Sie steuern die Bewegungen des Cobots, bspw. für intelligente Reaktionen auf die Form, Größe und Position von Früchten. Das Fraunhofer IAPT unterstützt Unternehmen bei der Identifikation ihrer Anforderungen und der Entwicklung eines geeigneten Automationskonzeptes ebenso wie beim Design und der Additiven Produktion des Greifsystems, der Integration der benötigten Sensorik und der abschließenden Implementierung. Bestehende Robotersysteme ergänzt das Fraunhofer IAPT mit Greifern, die je nach Bedarf in Größe, Anzahl und Form der Finger

Halle 2.1, Stand B-12

Auf der FRUIT LOGISTICA präsentiert das Fraunhofer IAPT einen kollaborativen Roboter, dessen 3D-gedruckter Greifer aus Silikon sich ideal für den Umgang mit Obst eignet und individuell angepasst werden kann. Das Bild zeigt eine Vorläufer-Version von der Formnext 2025.

Foto:
Fraunhofer IAPT

Wollläuse

überwachen, neue Erkenntnisse gewinnen

FORSCHUNG Neue Forschungsergebnisse geben Aufschluss über die Entwicklung von Wollläusen in neuseeländischen Apfelplantagen und liefern wertvolle Informationen für den Umgang mit diesen hartnäckigen Schädlingen, berichtet Plant & Food Research. In den vergangenen Jahren wurden bei der Ernte zunehmend Wollläuse festgestellt, was New Zealand Apples & Pears dazu veranlasste, sich mit dem Bioeconomy Science Institute zusammenzuschließen, um die Situation genauer zu untersuchen. Vaughn Bell, der sich auf ökologische Schädlingsbekämpfung spezialisiert hat, hofft, dass die Forschung das Bewusstsein für diese Schädlingsgruppe schärfen wird. Die saisonale Überwachung ergab, dass die erwarteten Spitzenwerte bei den Fängen männlicher Wollläuse der ersten beiden Generationen (Frühling und Sommer) zwar uneinheitlich waren, im Herbst jedoch ein deutlicher und relativ einheitlicher Spitzenwert der dritten Generation zu beobachten war. Fruchtkontrollen vor der Ernte ergaben unterschiedliche Befallsraten. In Hawke‘s Bay waren in drei von sieben Obstplantagen 5 % bis 19 % der Äpfel befallen, hauptsächlich mit Citrophilus-Wollläusen. Die übrigen Blöcke wiesen einen geringen oder nicht nachweisbaren Befall auf. Rußiger Schimmel um den Kelch herum war ein zuverlässiger Indikator für das Vorhandensein von Wollläusen im Inneren der Früchte. In Tasman war die Langschwanz-Wolllaus häufiger anzutreffen, wobei drei Obstplantagen Befallsraten zwischen 4 % und 45 % verzeichneten. An anderen Standorten war der Befall mit Wollläusen minimal. Die Bekämpfung von Wollläusen wird laut Bell auch weiterhin eine Herausforderung bleiben. Feromonfallen seien zwar nach wie vor ein wertvolles Überwachungsinstrument, doch die Vorhersage des Befallsrisikos für Obst anhand der Fallendaten zur Saisonmitte bleibe schwierig, insbesondere angesichts der unregelmäßigen Populationsspitzen. Es seien weitere Anstrengungen erforderlich, um die Überwachungstechniken zu verfeinern und wirksame biologische Bekämpfungsmöglichkeiten zu erforschen.

THEMENVORSCHAU

Ausgabe ET AS Themenschwerpunkte

520.02.202610.02.2026• Fruit Logistica Review: Deutschland, Niederlande, Flandern

• Produkte am POS: Avocados 627.02.202617.02.2026• Fruit Logistica Review: Spanien, Italien, Frankreich Verpackung & Technik, Logistik, Fresh Convenience

• Äpfel aus Südtirol

• Produkte im Trend: Zuckermais

• Warenkunde: Radicchio

Weitere Termine siehe www.fruchthandel.de/magazin/themenplan

111. Jahrgang (gegründet 1916)

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Druck: D+L Reichenberg GmbH, Bocholt

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The essential meeting for the Fruit and Vegetable sector in France 28 & 29 April 2026

Parc des Expositions Perpignan, France

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50 International Top buyers

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Fruchthandel Magazin - Ausgabe 3/2026 by Fruchthandel Magazin - Issuu