Flandern Special Finanziert mit Fördermitteln der Europäischen Union
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INHALT
N. 02 I 2026 16. JANUAR 2026
03 FRUIT LOGISTICA 2026 03 Flandern präsentiert Frischevielfalt auf der
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FRUIT LOGISTICA 2026
04 FLANDERN 04 Coöperatie Hoogstraten: Mini- und Snackgurken stehen verstärkt im Blickpunkt
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BelOrta: Auf die richtigen Sorten kommt es an REO: Marken und Mehrwert im Mittelpunkt GEMEX: Logistik-Flotte wird modernisiert Frans Michiels Belgium: Handel im Wandel Fresh Trade Belgium: Zwischen Politik und Praxis REO: Größere Produktion, aber deutlicher Umsatzrückgang
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18 Aldi Belgien: Erweiterung des Birnensortimentes 18 BelOrta: Schlechtes Preisniveau drückt Umsätze im Jahr 2025
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OBST UND GEMÜSE AUS FLANDERN
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Flandern präsentiert Frischevielfalt auf der FRUIT LOGISTICA 2026 Messebeteiligung ► Vom 4. bis 6. Februar 2026 schlägt das Herz der globalen Obst-, Gemüse- und Kartoffelwirtschaft erneut in Berlin. Insgesamt 36 flämische Unternehmen und Verbände tragen am Gemeinschaftsstand von Flanderns Agrar-Marketing-Büro VLAM maßgeblich zum Pulsschlag der Weltleitmesse bei. Martina Nober und Koen Vanswijgenhoven (VLAM)
Das Who-is-Who aus Flandern in Halle 27, Stand A-50 Frischobst und -gemüse: Archi.Duc- Compack, Bel‘Export, Bosporus, BP Fruitcraft, Calsa, Frans Michiels Belgium (FMB), Demargro, Devos-Wouters, Dries Sebrechts Fruit (DSF), Elite Foods, Fresh Fruit Service (FFS), GEMEX, Nicolaï Fruit NV, Rotom, Orca, De Plecker-Lauwers, Special Fruit, ADW Fresh Trade (Group A. De Witte), Van Dijk Foods (Group A. De Witte), Van Lier, Vergro group, Devleeschouwer (DVL) und VHM Fruit Trade. Darüber hinaus präsentieren sich die drei Auktionen: BelOrta, Coöperatie Hoogstraten und REO. Weitere Informationen: www.flandersfruitsandvegetables.com Kartoffeln: De Aardappelhoeve, Pomuni, RTL Patat und Warnez. Weitere Informationen: www.flanderspotatoes.com Obstbäume: ABCz Group, Carolus Trees, Decock Plants, Deroose 02 I 2026
Foto: VLAM
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uch im Jahr 2026 setzt Flandern an der Spree ein starkes Zeichen. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht das Flandria-Prüfsiegelgemüse – Synonym für nachhaltige Erzeugung und die Extra-Qualität flämischer Familienbetriebe. Mit rund 70 verschiedenen Gemüse- und Obstsorten, von Aubergine bis Zucchini, präsentiert Flandern eine beeindruckende Vielfalt. Die Branche befindet sich im Wandel: In den vergangenen Jahren hat eine Konsolidierungswelle den Lebensmitteleinzelhandel sowie den Obst- und Gemüsehandel geprägt. Auch auf der flämischen Lieferantenseite zeigt sich dieser Trend – die Unternehmen sind heute bestens aufgestellt, um den wachsenden Anforderungen und größeren Mengen gerecht zu werden. Gleichzeitig spielt das Klima eine Schlüsselrolle. Flandern profitiert von seinem gemäßigten Klima und hat sich in Zeiten des Klimawandels als verlässlicher Partner etabliert – selbst für Länder wie Spanien und Italien, die zunehmend auf stabile Lieferketten setzen.
Der neu gestaltete Messeauftritt der flämischen Obst- und Gemüsebranche hatte sich im vergangenen Jahr bestens bewährt.
Plants und Johan Nicolaï. Weitere Informationen: www.flandersplants.com Die Firmenprofile der Aussteller finden Sie ebenfalls online: www.flandersfruitsandvegetables.com Neben Vertretern von VLAM stehen auch die Verbände Fresh Trade Belgium, der Auktionsverbund LAVA sowie der Verband belgischer Gartenbaugenossenschaften VBT den Besuchern der FRUIT LOGISTICA Rede und Antwort.
FLIA-Nominierung Das flämische Unternehmen Compack (Archi.duc) gehört zu den Nominierten für den FLIA. In der konventionellen Champignonerzeugung fallen bislang Plastikverpackungen und Pilzreste an – für Compack keine Zukunftslösung. Das Unternehmen denkt Nachhaltigkeit neu: Aus Pilzresten entstehen zirkuläre Zelluloseverpackungen, die plastikfrei, PFAS-frei, kompostierbar, recycelbar und PPWR-konform sind. Diese Innovation spart nicht nur Kunststoff, sondern reduziert auch den Papierverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Faserverpackungen. Nähere Informationen: www.compack.be Halle 27, Stand A-50
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OBST UND GEMÜSE AUS FLANDERN
Mini- und Snackgurken stehen verstärkt im Blickpunkt Coöperatie Hoogstraten ► Mit dem International Strawberry Congress (ISC) hatte Coöperatie Hoogstraten im Spätsommer vorigen Jahres erneut ein Highlight im Jahreskalender der internationalen Fruchtwelt präsentiert. Aber auch sonst zeigt sich das Traditionsunternehmen innovativ und zukunftsorientiert. Neben der Kernkompetenz Erdbeeren und den beiden Hauptprodukten im Gewächshausbereich – Tomaten und Paprika – will Coöperatie Hoogstraten zukünftig auch im Gurkenbereich noch mehr Fokus auf Snack- und Minigurken legen. Und dies alles im Rahmen einer Strategie, deren Grundgerüst nachhaltiges Wirtschaften ist. In Hoogstraten konnte ich darüber mit Direktor Hans Vanderhallen und Key Account Manager Geert Koyen sprechen. Michael Schotten
Fotos: Coöperatie Hoogstraten
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Für Mini- und Snackgurken sieht das Unternehmen großes Potenzial für die Zukunft. 4 | FRUCHTHANDEL
ie Hans Vanderhallen im Gespräch verriet, wird sich Coöperatie Hoogstraten dem internationalen Fachpublikum auf der FRUIT LOGISTICA in Berlin mit einem brandneuen Messestand vorstellen. „Wir haben einen Stand entwickelt, der unser Unternehmen und unsere Reputation auf ansprechende Weise repräsentieren wird. Ich bin überzeugt davon, dass sich die Messegäste in Berlin bei uns wohl fühlen werden“, sagte Hans Vanderhallen. Ein neuer Stand, aber auch eine neue Strategie? Das nicht gerade, denn mit der strategischen Neupositionierung sei man letzten Endes schon seit einigen Jahren beschäftigt. Gerade in der Corona-Zeit hatten viele Unternehmen im europäischen Obst- und Gemüsesektor ihre Strukturen, Prozesse und Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt. Und so war es auch in Hoogstraten. „Mit dem neuen Kurs sind wir schon seit einiger Zeit beschäftigt. Es ist bekannt, dass wir in den zurückliegenden Jahren auch schon mit anderen Organisationen gesprochen haben, um die Möglichkeiten eines Zusammenschlusses oder einer intensiveren Zusammenarbeit auf operativem Level auszuloten. Obwohl es interessante Ansätze gab, ist es letzten Endes nicht zu einer Fusion gekommen. Doch nutzlos war dies keineswegs, denn wir haben dadurch auch sehr viel über unsere eigene Organisation gelernt“, so Hans Vanderhallen.
Auf dieser Grundlage habe man dann neue strategische Entscheidungen getroffen. „Spezialisierung ist hierbei das Schlüsselwort. Wir wollen nicht um des Wachstums willen wachsen, sondern haben beschlossen, uns noch mehr auf unsere Kernsegmente Erdbeeren, Tomaten und Paprika zu konzentrieren. Darin möchten wir eine exzellente Performance bieten und danach streben, hinsichtlich Kriterien wie Qualität, Geschmack, Frische, Preisgestaltung oder Serviceleistungen die Besten zu sein. Entscheidend ist, den Kunden nicht nur ein Produkt anzubieten, sondern auch die gesamte Expertise und den Service rund um das Produkt herum. Erst wenn das alles zusammenpasst, ist nachhaltiges und gesundes Wachstum möglich“, betonte Hans Vanderhallen.
Entwicklung der Produktsegmente Account Manager Geert Koyen gab bei meinem Besuch in Hoogstraten auch einen Überblick über die Entwicklung der verschiedenen Produktsegmente. Bei Erdbeeren sei man im Jahr 2025 von den Mengen her deutlich gewachsen, hinsichtlich des Umsatzes sei das Ergebnis ähnlich wie im Vorjahr ausgefallen. Ein Trend, der sich auch in Flandern im vergangenen Jahr verstärkt hat, ist die Umstellung auf remontierende oder durchtragende Erdbeersorten. Dadurch verlängert sich nicht nur die Saison, auch die Anfuhren 02 I 2026
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Direktor Hans Vanderhallen
Key Account Manager Geert Koyen
erfolgen gleichmäßiger als früher, als es nur einen großen Erntehöhepunkt im Juni gab. „Vieles ist bei uns auch im Tomatenbereich in Bewegung, wo die Mengen vor allem bei den Specialty-Produkten weiter gestiegen sind. Von den rund 100 Mio kg Gesamtproduktion, die wir bei Tomaten haben, entfallen inzwischen 45 Mio kg auf diese besonderen Sorten. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs beim Volumen um 4 Mio kg und um rund 10 Mio Euro im Wert“, so Geert Koyen. Das Jahr 2025 war bei unserem Gespräch zwar noch nicht ganz beendet, aber die Tendenz war Geert Koyen zufolge trotzdem eindeutig. „Wir werden mit den Specialty-Tomaten wahrscheinlich bei einem Umsatz von rund 135 Mio Euro ausgekommen sein, die Stan-
dard-Tomaten lagen bei ca. 60 Mio. Auch bei Paprika ist das Volumen im Jahr 2025 mit fast 26 Mio kg im Vergleich zu 23 Mio kg im Jahr zuvor gestiegen. „Im Paprika-Bereich sind wir schon seit einiger Zeit auf der Suche nach neuen Erzeugerbetrieben, die gut zu uns und unserer Arbeitsweise passen. Es scheint, als würden wir uns in erster Linie auf Belgien konzentrieren, aber das ist nicht der Fall. Wir wenden uns auch aktiv an Erzeuger in den Niederlanden.“
Mehrwertprodukte im Fokus Dynamisch entwickelt sich laut Geert Koyen auch das Gurkensegment, zumindest ein Teil davon. „Im Gurkenbereich konzentrieren
wir uns weniger auf die klassischen Salatgurken, dieses Geschäft läuft hauptsächlich über andere Marktakteure. Wir arbeiten hier eng mit BelOrta zusammen. Bei uns stehen vor allem Mini- und Snackgurken im Mittelpunkt, für die die Nachfrage in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen ist“, so Geert Koyen. Dies spiegeln auch die Marktdaten wider: Gerade in Deutschland gehören sie zu den wenigen Produkten im ansonsten schwierigen Gemüsebereich, die sowohl von den Mengen als auch von den Preisen her zuletzt noch Zuwächse verzeichnen konnten. Aber auch im Vereinigten Königreich, das je bekanntlich immer einer der Vorreiter im Convenience-Bereich war, besteht eine hohe Nachfrage nach dem Produkt. „Bei den Mini-Gurken handelt es sich um einen niederländischen Erzeugerbetrieb mit einer Anbaufläche von 4 ha. Sowohl wir als auch der Erzeugerbetrieb sehen in diesem Marktsegment gute Wachstumschancen für die Zukunft. In der Kooperative haben wir zudem ein Gewächshaus mit Snackgurken. Der Betrieb liegt nur einen Steinwurf von Hoogstraten entfernt.“ Auch von den Verpackungsformaten her ist man bei Coöperatie Hoogstraten flexibel aufgestellt. „Besonders beliebt sind bei den Snack-Gurken Top SealKunststoffverpackungen mit 200 g als Standardgröße. Doch wir bieten auch 400-g-Verpackungen mit Top Seal an, die z.B. bei PromotionAktionen zum Einsatz kommen. Bei den Mini-Gurken dominieren größere Verpackungsformate, da der Großteil der Ware hier über den Großhandel läuft. Wer dazu weitere Informationen haben möchte, ist herzlich eingeladen, uns in Berlin auf unserem Messestand zu besuchen“, so Geert Koyen abschließend. Halle 27, Stand B-51 Mini- und Snackgurken werden in diversen Verpackungsformaten angeboten.
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OBST UND GEMÜSE AUS FLANDERN
Auf die richtigen Sorten kommt es an BelOrta ► In den Wochen und Monaten vor dem Jahreswechsel standen die europäischen Märkte für Gemüse und Äpfel aufgrund der großen Angebotsmengen erheblich unter Druck. Dies hat man auch in Belgien gespürt. Welche Auswirkungen hatte dies für das Obst- und Gemüsegeschäft? Darüber sprach ich mit den beiden BelOrtaProduktspezialisten Benny Cuypers und Davy Smets.
Foto: BelOrta
Michael Schotten
ConferenceBirnen geben in Flandern nach wie vor den Ton an. Doch der Wunsch, das Angebot mehr zu diversifizieren, ist größer geworden.
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ie verfügbaren Mengen insbesondere von Freilandgemüse waren aufgrund guter Ernten in Europa so groß, dass sie sich laut Benny Cuypers bis in den Dezember hinein ungünstig auf das Preisniveau ausgewirkt haben. „Eines der Produkte, die davon betroffen waren, ist Porree. Es gab in vielen europäischen Anbauregionen genügend Sonnenstunden und Wärme. Auch die Niederschläge waren sehr ausgewogen, sodass die Produktionsmengen nach oben gingen. Belgien ist traditionell ein wichtiger Lieferant von Porree in Europa. Aber wenn das Angebot in den benachbarten Ländern auch groß ist, z.B. in Deutschland, dann verringern sich natürlich un-
sere Exportchancen“, sagte Benny Cuypers. BelOrta kann Porree ganzjährig liefern, wobei sich Sommer-, Herbst- und Winterporree vor allem in ihren Aussaat- und Pflanzzeiten unterscheiden. Sommerporree wird bereits ab Januar vorgezogen und ab April/Mai ins Freiland gesetzt, sodass er ab Juni/Juli erntereif ist. Herbstporree sät man ab Februar/ März aus und pflanzt ihn Ende Mai bis Mitte Juni. Und Winterporree wird erst im April/Mai ausgesät, er kommt im Juli bis Mitte August ins Beet und kann dann vom Herbst bis ins nächste Frühjahr geerntet werden, womit sich der Kreislauf wieder schließt. BelOrta hatte laut Benny Cuypers bis Ende November rund 6,5 Mio kg
Porree vermarktet, sodass ihm die Marke von 7 Mio kg für das Gesamtjahr zum Zeitpunkt unseres Gespräches realistisch erschien. Im Gesamtjahr 2024 hatte BelOrta insgesamt 6,8 Mio kg verkauft. Ein Problem des Porree-Anbaus im Freiland ist aber nicht nur, dass sich hohe Angebotsmengen negativ auf die Preise auswirken. Das kann bei jedem Produkt passieren. Insbesondere die Möglichkeiten, einen umfassenden und effektiven Pflanzenschutz zu betreiben, sind immer mehr eingeschränkt. „Dies liegt vor allem daran, dass es nicht mehr genügend geeignete Pflanzenschutzmittel für den Porree-Anbau gibt. Für viele Mittel gibt es keine Zulassung mehr, sodass sich wirklich die Frage stellt, wie man in Zukunft überhaupt noch qualitativ hochwertigen Porree auf eine rentable Weise anbauen kann.“ Laut Benny Cuypers ist dieses Problem keineswegs auf Porree beschränkt, sondern betrifft zahlreiche Anbaukulturen. Das Problem ist auch in anderen Ländern bekannt und es hat auch damit zu tun, dass sich die EU-Politik offensichtlich nicht genügend Gedanken darüber macht, welche weitreichenden Auswirkungen ihre regulatorischen Vorgaben haben. Im Salatbereich hatte sich die Situation gegen Ende November wieder etwas verbessert, nachdem sie zuvor ebenfalls angespannt war, weil viele Produktionen in Europa lange anhielten. Zu diesem Zeitpunkt verbesserten sich dann Benny Cuypers zufolge auch langsam die Exportmöglichkeiten für belgischen Salat in Richtung Deutschland. „Der deutsche Markt ist in dieser Zeit 02 I 2026
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Die Birnensorte Fred könnte aus Sicht von BelOrta zukünftig noch eine wesentlich größere Rolle für das Unternehmen spielen.
Äpfel Ähnliche Probleme wie im Gemüsebereich gab es vor dem Jahreswechsel auch bei Kernobst. Zumindest bei Äpfeln. Eigentlich hatte es anfangs recht gut ausgesehen, denn zum Beginn der Apfelsaison waren die Lagerbestände gut geräumt und es erfolgte ein reibungsloser Übergang zur neuen Ernte. Doch preislich konnten Äpfel laut Davy Smets aufgrund der großen Ernte in Europa dann letzten Endes doch nicht überzeugen. „Die Qualität der Äpfel ist insgesamt ausgezeichnet. Aber die europäischen Ernten waren einfach zu groß, sodass es nur geringe Chancen für den Export gibt und wir gezwungen sind, einen großen Teil der Mengen auf dem heimischen Markt abzusetzen“, so Davy Smets. Ein schneller Abfluss der Ware sei auch deswegen wichtig, um unnötige Kosten in der gekühlten Lagerung zu vermeiden. Ungeachtet der schwierigen Vermarktungssituation ist BelOrta – nicht zuletzt durch die Integration von BFV vor einigen Jahren – ein Big Player im europäischen ‚Kernobst-Konzert‘. 02 I 2026
Im Sortenspiegel von BelOrta behauptet Jonagold weiterhin seine Spitzenposition, differenziert nach den Linien „JonaPlus“ (über 50 % Deckfarbe) und „JonaBlush“ (30 % Deckfarbe). Zu den weiteren Hauptsorten zählen die Premium-Äpfel Kanzi® und Morgana® sowie der speziell für den belgischen Markt bestimmte Clubapfel Belgica®. Darüber hinaus setzt BelOrta große Erwartungen in die Marken „Sprizzle®“ und „Greenstar®“.
Auch bei Äpfeln gehört BelOrta zu den Big Playern in Europa.
Halle 27, Stand B-31
Birnen Bei Birnen war die Situation Ende vorigen Jahres aufgrund der kleineren Erntemengen nicht ganz so schwierig wie im Apfelsegment. Die Sorte Conference ist unverändert die Top-Birne in Belgien und bei BelOrta. Schon seit längerem weisen Kernobstexperten darauf hin, dass das Angebot und die Absatzmärkte stärker diversifiziert werden müssen, um einer Überversorgung des internationalen, aber auch des heimischen Marktes zu entgehen. Beides tut BelOrta, denn auch in Belgien steht der Birnenkonsum zusehends unter Druck. Aus diesem Grunde hatte man im vergangenen Jahr die PR-Kampagne „Das nationale Birnengericht“ (Het Nationale Perengerecht) ins Leben gerufen. Von Anfang November bis Ende Januar waren Verbraucher in ganz Belgien aufgerufen, ihr Lieblingsgericht mit Conference-Birnen einzu-
Foto: BelOrta
nach wie vor sehr wichtig für uns, was die Salatausfuhren betrifft. Ein Trend in Deutschland ist sicherlich, dass die Kunden früher vor allem lose Ware haben wollten. Immer mehr Kunden bestellen aber nun Salat mit Wurzelballen.“
senden. Diese Aktion sollte die Birne wieder stärker in der belgischen Esskultur verankern und zeigen, dass sie nicht nur ein leckerer und gesunder Snack ist, sondern auch eine vollwertige kulinarische Zutat ist. Aber der Blick richtet sich auch in die ausländischen Absatzmärkte. „Wir richten den Fokus stärker in Richtung Italien, wo von diesem Jahr an PR-Aktionen im Lebensmitteleinzelhandel stattfinden werden. In Italien ist der Anbau von Abate Fetel in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen und wir sehen dort Chancen für unsere belgischen Birnen“, so Davy Smets. Gute Chancen räumt BelOrta auch der Birne Fred® ein, die eine rote Backe besitzt, gut schmeckt, lange haltbar ist und vor allem tolerant gegenüber Feuerbrand ist. „Wir sind im Besitz der Lizenz für den belgischen Markt und erhoffen uns von dieser Birne positive Impulse“, erläuterte Davy Smets mit Blick in die Zukunft.
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OBST UND GEMÜSE AUS FLANDERN
Marken und Mehrwert im Mittelpunkt REO ► Auch in Roeselare hat sich die schwierige Situation im gesamten europäischen Gemüsesektor, die aufgrund großer Erntemengen ab der zweiten Hälfte des vorigen Jahres herrschte, ausgewirkt. Im Gespräch mit REO Account Manager Niek Finaut und REO Product Manager Jurgen De Braekeleer blicken wir aber nicht nur zurück, sondern auch voraus. Das Unternehmen mit Sitz in Westflandern hat sich im Rahmen seiner Geschäfts- und Markenstrategie neu im Markt positioniert, wobei auch Mehrwertdienstleistungen, z.B. im Verpackungsbereich, eine wichtige Rolle spielen. Michael Schotten
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Fotos: REO
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aut Jurgen De Braekeleer hatte das vergangene Jahr eigentlich recht gut begonnen, nicht zuletzt die Preise seien zunächst zufriedenstellend gewesen. Auch bei Erdbeeren und Tomaten, zwei der Hauptprodukte des Unternehmens, stimmte das Preisniveau insgesamt. Bis sich dann im Sommer alles änderte. Die großen Produktionen in Europa begannen sich wetterbedingt stark zu überschneiden, der hohe Mengendruck forderte seinen Tribut. „Von da an ging es insbesondere beim Gemüse eigentlich nur noch bergab mit den Preisen in ganz Europa und es wurde immer schwieriger, die Produkte zu vermarkten. Dies galt z.B. für Kohl, Porree, Chicorée, wo wir so niedrige Preise hatten wie schon seit Jahren nicht mehr“, sagte Jurgen De Braekeleer. Ein normaler Handel sei bis kurz vor dem Jahreswechsel kaum möglich gewesen, so der erfahrene Produkt-Manager. Sogar in Richtung Osteuropa habe man keine nennenswerten Mengen absetzen können. Und von den Einzelhändlern sei ebenfalls spürbar weniger Ware geordert worden. Aber nicht nur die guten Ernten in Europa haben nach Einschätzung von Niek Finaut zu dieser Situation geführt. „Unter dem warmen Wetter hat vor allem der Konsum gelitten. Der Verbrauch von frischem Wintergemüse war deutlich geringer“, so Finaut. Eines der Hauptprodukte von REO ist traditionell Porree, aber auch hier war der Markt vor dem Jahreswechsel sehr gut mit Ware versorgt. „Über ganz Europa gibt
REO hat mit seiner neuen Markenstrategie und flexibleren Vermarktungsmodellen den Weg in die Zukunft geebnet.
es genügend heimisches Angebot, sodass die Exportchancen nur sehr gering sind“, ergänzte Jurgen De Braekeleer. Unter dem Strich stehe der gesamte europäische Gemüsemarkt unter massivem Druck, sogar die Verarbeitungsindustrie stagniere zusehends.
Die Zukunft im Fokus Doch nur zurückzuschauen hat bisher nur den wenigsten genutzt. Der Blick von REO ist daher auch konsequent nach vorne gerichtet. Das Unternehmen hatte schon vor einigen Jahren damit begonnen, sich neu im Markt zu positionieren – Anfang 2025 wurde es dann konkret. REO führte einen neuen Haus-Style mit einem moderneren Logo ein, bei dem das frühere Wort „Veiling“ bewusst weggefallen war, um Einkäufern die Orientierung zu erleichtern. Der Fokus liegt im Rah-
men der neuen Strategie gezielt auf der Einbindung junger Produzenten. Mit verbesserter Produktkontrolle und Preisgestaltung will REO seine Produzenten weiter entlasten und das Kerngeschäft stärken. Neben dem klassischen Verkauf über die Uhr hat das Unternehmen im Zusammenhang damit auch seine kommerziellen Aktivitäten flexibler aufgestellt und die Markenarchitektur komplett überarbeitet. „Die Dachmarke REO umfasst nun die vier Untermarken REOSublime, REOTerra, REONova und REOVivo, die für klare Produktsegmente stehen. Alte Marken wie FineFleur oder Tomabel werden nun sukzessive durch die neuen ersetzt. Die heutigen Markennamen/Tomabel werden zwar noch eine Zeitlang auf den Verpackungen auftauchen, aber dann werden sie endgültig verschwinden“, betonte Niek Finaut. Wichtig ist ihm, dass der Anbau von 02 I 2026
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Bei Rosenkohl bietet REO vielfältige Verpackungsmöglichkeiten an.
Porree, aber auch von z.B. Rispentomaten, auch weiterhin strikt nach den Flandria-Richtlinien erfolgen wird. Außerdem soll in den kommenden Jahren in die bestehende Infrastruktur investiert werden. „Vor allem die Kühlräume werden wir renovieren und auf den neuesten Stand bringen. Sie sind inzwischen ein wenig in die Jahre gekommen.“
Mehrwert-Strategien Aber was geschieht auf Produktebene? Im Bereich Beerenobst plant REO z.B. in den kommenden Saisons eine deutliche Ausweitung der Erdbeerproduktion. Derzeit vermarktet REO rund 10 Mio 500-Gramm-Schalen – das entspricht etwa 5 Mio Kilogramm. In den nächsten Jahren soll die Anbaufläche laut Jurgen De Braekeleer Schritt für Schritt weiter wachsen. Innerhalb der Genossenschaft besteht die Möglichkeit, die Produkte per Flowpack zu verpacken. Wie in anderen europäischen Ländern, so hat man auch in Belgien die Erdbeerproduktion stärker auf remontierende, also durchtragende Sorten umgestellt, wodurch die Saison zum einen länger und zum anderen mit gleichmäßigeren Erntespitzen verläuft. Auch beim Rosenkohl geht man in Roeselare neue Wege. Hier wird der Convenience-Faktor ebenso wie bei Radieschen in Zukunft eine viel größere Rolle spielen. „Wir bieten verschiedene Sortierungen von küchenfertigem Rosenkohl an. Die Bestellungen basieren auf Wochenpreisen, sodass wir jederzeit eng an den aktuellen Auktionserlösen bleiben können. Küchenfertiger Rosenkohl wird besonders sorgfältig geputzt – dabei wird etwas mehr vom Produkt entfernt, um ein optimales Endergebnis zu gewähr02 I 2026
leisten. Die Rosenkohlknollen sind dadurch sofort einsatzbereit und müssen nicht weiter nachgereinigt werden“, so Niek Finaut. Die Rosenkohlsaison dauert bei REO ungefähr von Kalenderwoche 39 bis Kalenderwoche 10. Der Service rund um das Produkt bietet sowohl für REO als auch für die Kunden im Groß- und Einzelhandel einen echten Mehrwert. „Wir bieten vielfältige Verpackungsmöglichkeiten an, um optimal auf die Wünsche unserer Kundschaft eingehen zu können. Unsere Rosenkohlprodukte – ob ungeputzt, von Hand geputzt oder küchenfertig – können lose geliefert werden. Auf Wunsch wird diese lose Ware zusätzlich in perforierte Chicorée-Beutel verpackt, was die Haltbarkeit des Rosenkohls deutlich verlängert. Die Lieferung erfolgt dabei wahlweise in einer Kiste oder einem Karton“, so Niek Finaut. Darüber hinaus stehen Flowpack-Verpackungen in verschiedenen Gewichten zur Verfügung: 120 g, 250 g, 500 g, 750 g und 1 kg. „Jede Packung ist mit einem ansprechenden Etikett samt Produktinformationen versehen, sodass der Rosenkohl ordentlich und verkaufsfertig präsentiert wird. Als weitere Option bieten wir Cellulose-Beutel in den Größen 250 g, 500 g, 750 g und 1 kg an. Diese werden sorgfältig mit einem Metallclip verschlossen und ebenfalls mit einem Etikett ausgestattet – eine nachhaltige und hochwertige Präsentation des Produkts“, erläuterte Niek Finaut weiter. Insgesamt vermarktet REO rund 1.250.000 kg Rosenkohl pro Jahr.
Insgesamt werden über REO rund 22 Mio Stück Kopfsalat vermarktet.
über kann das Unternehmen Multicolor-Salate, Kopfsalat sowie verschiedene alternative Salatsorten anbieten. Zu den Alternativen zählen grüner Eichblattsalat, roter Eichblattsalat und Lollo Bionda. Lollo Rossa ist ausschließlich in der Sommerzeit erhältlich. „Kopfsalat und die alternativen Sorten sind wahlweise mit oder ohne Wurzelballen verfügbar und können auf Wunsch in einem offenen Beutel verpackt werden. MulticolorSalate werden ausschließlich mit Wurzelballen angeboten, während Lollo Rossa grundsätzlich ohne Ballen geliefert wird“, fasste Jurgen De Braekeleer die Optionen im Salatbereich zusammen. Neben transparenten Beuteln stehen auch Verpackungen mit Produktkennzeichnung zur Verfügung, die für eine klare und attraktive Präsentation sorgen. Insgesamt werden über REO rund 22 Mio Stück Kopfsalat vermarktet. „Im Jahr 2026 können wir zwischen Kalenderwoche 18 und 38 auch REO Sublime-Zucchini anbieten. Diese stammen durchgehend aus dem Anbau in Glashäusern und sind dadurch vollständig vor Windschäden geschützt. Während der Sommermonate kommen diese Zucchini aus dem Freilandanbau. Insgesamt vermarkten wir über die REO rund 32 Mio Stück Zucchini.“ Halle 27, Stand A-50
Kopfsalat im Beutel Bewegung gibt es bei REO auch im Salatbereich. Das ganze Jahr FRUCHTHANDEL | 9
FLANDRIA: PRÜFSIEGEL-WINTERGEMÜSE • Vollmundiger Geschmack • Erntefrisch vom Nachbarn • Ein Blickfang im Gemüseregal
FLANDRIA: • Nachhaltige Erzeugung • Extra-Qualität • Von Familienbetrieben
Einfach gut. Mit viel Herzblut!
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OBST UND GEMÜSE AUS FLANDERN
Logistik-Flotte wird modernisiert GEMEX ► Das belgische Familienunternehmen GEMEX ist seit über 30 Jahren im internationalen Obst- und Gemüsehandel aktiv und besonders auf Deutschland spezialisiert. Die vergangenen Jahre wurden genutzt, um die Infrastruktur auszubauen und zu modernisieren. So wurde am Firmensitz in Genk das bestehende Logistikzentrum verdoppelt, sodass nun insgesamt 16 Verladerampen zur Verfügung stehen. Die Erweiterung ermöglicht noch effizientere Arbeitsabläufe und mehr Flexibilität bei der tagesfrischen Beschaffung und Auslieferung. In Genk sprach ich mit den beiden Geschäftsführern, Mario und Sven Jordens, sowie mit Verkaufsmanagerin Lieve Stevens. Michael Schotten
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m hart umkämpften und besonders serviceorientierten Frischegeschäft kommt es vor allem auf einen reibungslosen Warenfluss an. Unterbrechungen und Zeitverluste müssen unbedingt vermieden werden, weshalb eine intakte logistische Infrastruktur für ein Unternehmen auch so wichtig ist. Wie Mario und Sven Jordens, die beiden GEMEXGeschäftsführer bei meinem Besuch in Genk mitteilten, hat man nochmals in den Fuhrpark investiert. Alte und in die Jahre gekommene Fahrzeuge wurden ausgemustert und durch insgesamt sieben neue ersetzt. „Im vergangenen Jahr sind schon drei hochmoderne Trucks dazugekommen. Anfang 2026 haben wir der Flotte als Ersatz für die alten Trucks noch einmal vier neue Fahrzeuge hinzugefügt“, sagte Mario Jordens. Es sind Dieselfahrzeuge der höchsten EU-Abgasnormen- und Energieeffizienzklasse, die zudem auch noch besonders aerodyna-
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(v.l.): Mario Jordens, Sven Jordens, Lieve Stevens und Tom Jordens
In der Frischwarenlogistik kommt es neben Qualität vor allem auf Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität an.
misch gebaut sind. „Die neuen dieselbetriebenen Fahrzeuge sind sehr nachhaltig. Mit Batterien betriebene Lkw könnten die Distanzen, die wir mit unseren Frischeprodukten ohne größere Unterbrechung zurücklegen müssen, gar nicht in den vorgegebenen Zeiträumen schaffen. Bis Mün-
chen benötigen unsere Fahrer, wenn es gut läuft, neun Stunden. Wenn man zwischendurch noch eine große Lkw-Batterie aufladen müsste, würde das von den erlaubten Lenkzeiten her nicht mehr passen.“ Der Export nach Deutschland, ein Markt, der in den vergangenen Jahren sicherlich nicht einfacher geworden ist, bleibt der zentrale Pfeiler des Unternehmens: Rund 95 % der Ausfuhren gehen allein dorthin, überwiegend an deutsche Großmärkte. Diese bekommen bekanntlich die Konkurrenz des deutschen LEH immer stärker zu spüren, auch die politischen Rahmenbedingungen in den Städten fallen häufig nicht zum Vorteil der Großmärkte und Frischezentren aus. Einige mussten schon schließen wie Düsseldorf und Köln, in anderen Städten ist die Standortsicherheit fraglich. „Dennoch bleiben die Großmärkte unsere Hauptabnehmer“, so Mario Jordens. 02 I 2026
Foto: GEMEX
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Spezialisierung Verkaufsmanagerin Lieve Stevens hob bei unserem Gespräch hervor, dass der anspruchsvolle deutsche Markt aus den genannten Gründen höchste Produktqualität, Verlässlichkeit und ein besonders hohes Serviceniveau verlangt – Kriterien, auf die GEMEX schon immer konsequent gesetzt hat. „Das vorige Jahr ist insgesamt doch recht gut verlaufen“, fasste Lieve Stevens zusammen. „Was wir im vergangenen Jahr ganz klar feststellen konnten, ist, dass die Nachfrage nach Bio-Produkten bei unseren deutschen Kunden gewachsen ist. Dies haben wir vor allem bei Äpfeln und Birnen spüren können, beim Gemüse ist dies jedoch nicht in dem gleichen Maße der Fall gewesen.“ Die gestiegene Nachfrage nach biologisch erzeugten Äpfeln und Birnen hat aus Sicht von Sven Jordens auch etwas mit den Schulobstprogrammen zu tun. „Die Schulen wol-
Das Unternehmen hat sieben hochmoderne neue Fahrzeuge als Ersatz für alte angeschafft. 02 I 2026
len neben den konventionellen Produkten auch mehr Bio-Obst haben, teilweise ist das in den Verträgen auch so festgelegt. Aber auch die Nachfrage in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist nochmals gestiegen“, fügte Sven Jordens hinzu. Ein kontinuierliches Wachstum sei in den vergangenen Jahren auch bei Erdbeeren zu verzeichnen gewesen. „Von Jahr zu Jahr haben wir eigentlich mehr Erdbeeren gemacht. Vor den Festtagen kann man sehr gut spüren, dass mehr Ware auf den Weihnachtsmärkten für schokolierte Früchte, Fruchtspieße oder für andere Produkte benötigt wird“, so Mario Jordens. Vor dem Jahreswechsel war der europäische Gemüsemarkt allerdings durch ein starkes Überangebot geprägt, was sich auch ungünstig auf die Preise ausgewirkt hat. Vor allem bei Porree und Möhren, die hinter Tomaten die wichtigsten Gemüseerzeugnisse für GEMEX sind, ist dies der Fall gewesen.
Herausforderungen Nicht nur im Hauptabsatzmarkt Deutschland hat – wie eben beschrieben – eine Konsolidierung stattgefunden. Auch in Belgien hat sich die Konzentration in Produktion und Handel in den letzten Jahren kontinuierlich fortgesetzt. Es gibt nur noch wenige unabhängige Exporteure, die Zahl der Veilingen ist zurückgegangen, große Erzeugerbetriebe haben sich zusammengeschlossen und kooperieren verstärkt miteinander oder sind übernommen worden. „Der Markt hat sich in der Tat in den vergangenen Jahren sehr stark verändert. Aber wir arbeiten mit allen Parteien im Markt sehr gut zusammen und werden uns auch weiterhin auf Deutschland als Absatzmarkt konzentrieren“, so Sven Jordens abschließend.
Das gesamte Team von GEMEX
Halle 27, Stand A-51
Besuchen Sie uns auf der Fruit Logistica, Halle 27, Stand A-51 FRUCHTHANDEL | 13
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OBST UND GEMÜSE AUS FLANDERN
Handel im Wandel Frans Michiels Belgium ► Nicht nur im Anbau von Obst und Gemüse und bei den genossenschaftlichen Versteigerungen hat sich der flämische Markt in den zurückliegenden Jahren immer stärker konsolidiert. Auch die klassischen belgischen Exportunternehmen haben einen Konzentrationsprozess durchlaufen und müssen sich im hart umkämpften Markt neu positionieren. Über die sich hieraus ergebenden Herausforderungen und Chancen sprach ich mit FMB-Vertriebsleiter Jonathan Vandesande und Account Manager Mario Vercammen von Gebrüder Michiels. Michael Schotten
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eit dem Jahr 2018 gehört Frans Michiels Belgium (FMB) zur Calsa-Gruppe, ist jedoch ein familiengeführtes Unternehmen mit klarer Ausrichtung auf den deutschen Markt geblieben. In dieser Phase wurden auch die Aktivitäten des Spediteurs Weiss vollständig integriert. Die Wachstumsstrategie setzte sich auch in den nachfolgenden Jahren fort: 2020 übernahm FMB zunächst Bavo NV, später Vanco Belgium, 2021 folgte Vervaeke NV. Zudem kam es gewissermaßen zu einer „Familienzusammenführung“: Das jahrzehntelang separat agierende Exportunternehmen Gebrüder Michiels wurde von FMB übernommen und arbeitet seitdem unter einem Dach mit dem Stammhaus. Für Jonathan Vandesande besteht die zentrale strategische Aufgabe darin, sich auf das von Grund auf veränderte Marktgeschehen adäquat einzustellen. „Der Handel ist im Wandel und damit müssen wir klarkommen. Er ist nicht nur preissensibler als früher, er ist auch noch anspruchsvoller hinsichtlich der Lieferkonditionen und der Qualität geworden. Infolgedessen muss sich auch der Zwischenhandel noch flexibler aufstellen, noch mehr behaupten und auf seine Kundschaft einstellen“, sagte Jonathan Vandesande. Die Kundschaft von FMB sitzt vor allem in Deutschland, innerhalb der Calsa-Gruppe ist Frans Michiels Belgium zusammen mit Gebrüder Michiels der ausgewiesene Spezialist für den deutschen Markt. „Unsere Kunden in Deutschland sind etwa zur Hälfte
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Ein starkes Team (v.l.): Gerd Stijnen, Nick Michiels, Jonathan Vandesande, Mario Vercammen und Matthias Van Huffelen
Großmarkthändler. Aber auch diese Unternehmen spüren den Wandel immer stärker. Denn auch ihre Kunden versuchen ihren Einkauf zunehmend so direkt wie möglich mit dem Ursprung der Frischeerzeugnisse zu verbinden. Viele Kunden von unseren Kunden wollen entweder direkt an der Quelle einkaufen oder bei uns und nicht mehr in dem Maße wie früher den Umweg über den Großmarkt gehen. Das können z.B. Wochenmarkthändler sein oder Unternehmen aus dem GastroBereich. Wir müssen auf dieses veränderte Einkaufsverhalten eine Antwort haben und die kann meiner Überzeugung nach nur darin bestehen, noch mehr auf Mehrwert zu setzen. Als Spezialisten, die wir ja bereits sind, müssen wir uns folglich noch mehr spezialisieren und unsere Frischelogistik weiter optimieren“, so Jonathan Vandesande. In dieser Situation sei die Zusammenarbeit mit Gebrüder Michiels
ein großer Vorteil, da man sich flexibler auf die veränderte Marktsituation einstellen könne. „Vor allem die Geschwindigkeit und Pünktlichkeit, aber auch die Flexibilität der Lieferungen sind Mehrwerte, die wir bieten können. In diesem Zusammenhang möchte ich nur an Mischladungen oder Mix-Paletten erinnern, auf die wir spezialisiert sind. All das kann ein kleinerer Händler nicht gewährleisten, wenn er direkt beim Erzeuger in Belgien Ware beschafft. Gerade bei Kunden, die ein breites und gleichzeitig hoch spezialisiertes Sortiment wünschen, können wir punkten, indem wir sehr kundengerecht und effizient einkaufen.“
Bezugsquellen A propos Beschaffung – Wie organisieren Unternehmen wie Frans Michiels Belgium und Gebrüder Michiels eigentlich ihren Waren02 I 2026
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Eine leistungsfähige und kundengerechte Frischelogistik ist im hart umkämpften Markt eine Grundvoraussetzung.
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einkauf? Der Anbau von Obst und Gemüse und die Vermarktung der Erzeugnisse durchlaufen in Flandern schon seit Jahren einen kontinuierlichen Wandel. Es ist nicht nur in der Produktion zu Zusammenschlüssen und Kooperationen gekommen, z.B. im Segment Kernobst. Auch das genossenschaftliche Versteigerungswesen hat eine deutliche Konzentration erfahren, es sind derzeit nur noch drei große Akteure in Belgien am Markt vertreten. Zwischen diesen hat es in den vergangenen Jahren viele Gespräche gegeben über die Möglichkeiten einer intensiveren
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Zusammenarbeit untereinander. Und tatsächlich kooperieren sie dort, wo es sinnvoll ist, heute auch wesentlich enger miteinander als früher. Zum Beispiel im Bereich der Logistik und des Vertriebs. Solchen Marktveränderungen folgend, sind auch die belgischen Exportunternehmen zusehends bestrebt, einen direkteren Zugriff auf wichtige Anbausortimente zu bekommen. „Dies ist auch der Grund, warum die Calsa-Gruppe das Anbau- und Vermarktungsunternehmen Cuvelier Fruit übernimmt. Damit stärken wir unsere Kompetenzen auch im Bereich Kern- und Weichobst. Unser
Sortimentsvielfalt und Flexibilität nehmen weiter an Bedeutung zu.
Standort liegt in einem der Zentren des flämischen Unterglasanbaus, in der Region Sint-Katelijne-Waver mit Schwerpunkt auf Tomaten, Paprika und Gurken. Durch die Übernahme sind wir als Calsa-Gruppe zukünftig viel diversifizierter aufgestellt und können der Kundschaft zusätzlich auch Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren sowie Kernobst anbieten“, so Jonathan Vandesande.
Gute Zusammenarbeit Laut Jonathan Vandesande und Mario Vercammen hat sich die Zusammenarbeit zwischen FMB und Gebrüder Michiels sehr gut entwickelt. „Wir gehören zur selben Gruppe und können damit auch von Synergieeffekten innerhalb derselben profitieren. Unterschiede gibt es vor allem noch im Vertrieb, aber den Transport machen wir komplett gemeinsam“, führte Mario Vercammen aus. „Wir setzen uns regelmäßig zusammen und planen, wie wir die Kunden am besten beliefern und gleichzeitig eine möglichst komplette Auslastung der Lkw erreichen können. Das Kundenspektrum ist dabei unterschiedlich. Bei FMB haben wir mehr kleinere Marktkunden, die ein breites Sortiment Obst- und Gemüsesortiment haben wollen, sowie mehr Einzelhandel. Bei Gebrüder Michiels liegt der Fokus stärker auf den großen Importeuren, z.B. im süddeutschen Raum.“ Welche Herausforderungen gibt es noch, wenn sich die Obst- und Gemüselandschaft derart schnell und grundlegend verändert? Auch diesbezüglich sind sich Jonathan Vandesande und Mario Vercammen einig. „Die Großkunden wollen einfach keine Preissprünge mehr haben, sondern einen festen Wochenpreis. Unsere Aufgabe als Handelsfirmen ist es, die Preisschwankungen auszugleichen“, ist Jonathan Vandesande überzeugt. Halle 27, Stand A-40
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OBST UND GEMÜSE AUS FLANDERN
Zwischen Politik und Praxis Fresh Trade Belgium ► Das EU-Regelwerk für die Obst- und Gemüsebranche ist mitunter sehr komplex und kompliziert. Es zu verstehen und dann auch in der Praxis umzusetzen, ist vor allem für kleinere und mittlere Betriebe alles andere als einfach. Gerade im Bereich der Nachhaltigkeit benötigen diese Unternehmen vielfach praktische Hilfe, um den administrativen Aufwand zu reduzieren und die Kosten im Griff zu behalten. Wie man diese schwierige Aufgabe für sie erleichtern kann, darüber sprach ich mit Veerle Van der Sypt, Generalsekretärin von Fresh Trade Belgium.
Fotos: Fresh Trade Belgium
Michael Schotten
Veerle Van der Sypt, Secretary General Fresh Trade Belgium
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ies alles findet in einem Umfeld statt, das sich grundlegend verändert hat. In der belgischen Obst- und Gemüsebranche hat in den vergangenen Jahren eine umfassende Konsolidierung stattgefunden. Und sie findet weiterhin statt, das kann auch Veerle Van der Sypt bestätigen: „Ohne das in irgendeiner Weise bewerten zu wollen, kann man ganz klar sagen, dass sich die Obst- und Gemüselandschaft in Belgien sehr stark verändert hat. Wir sehen dies nicht nur bei den traditionellen Veilingen, sondern auch bei den Handelsund Exportfirmen, wo ebenfalls ein deutlicher Konzentrationsprozess erfolgt ist. Es sind heute weniger, dafür aber größere Unternehmen in der Branche aktiv, was sich auch
bei uns im Verband widerspiegelt“, sagte Veerle Van der Sypt. Die Veränderung sei, so schätzte die Generalsekretärin es ein, in gewisser Weise unvermeidbar gewesen, weil sich der gesamte Markt inklusive des Lebensmitteleinzelhandels verändert habe. „Eine Konsolidierung der Obst- und Gemüsebranche war aus diesem Grunde wohl unumgänglich. Aber natürlich hat auch der ökonomische Zwang, die operativen Kosten zu reduzieren, dabei eine wichtige Rolle gespielt“, so Veerle Van der Sypt weiter. Gerade mittlere und kleinere Betriebe sehen sich ihr zufolge aktuell mit einer Fülle von Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert. „Dies kann ich auch an den vielen Dossiers, die meine Kollegen und ich gerade für den Sektor bearbeiten, ablesen“, führte sie aus.
Nachhaltigkeit im Fokus Ein besonderer Schwerpunkt der Verbandsaktivitäten – aber auch ihrer eigenen Arbeit – liege nach wie vor auf den Dossiers im Bereich Nachhaltigkeit, die sie für die Betriebe und Unternehmen in der Branche bearbeitet. „Vor zwei oder drei Jahren haben viele in der Obstund Gemüsebranche mit Sorge beobachtet, dass die EU-Richtlinien im Bereich der nachhaltigen Unternehmensführung viel umfangreicher und strikter wurden. So strikt, dass sie kaum noch umsetzbar waren“, so Van der Sypt. Seitdem hat auf EU-Ebene glücklicherweise ein Umdenken stattgefunden – Tempo und inhaltliche
Zielsetzungen des ‚Green Deals‘ wurden an die Realität angepasst. Aber es liegen immer noch große Aufgaben vor der Branche. „Unsere Aufgabe als Dachorganisation ist es, den Sektor bei der Bewältigung dieser Aufgaben zu unterstützen. Diesbezüglich arbeiten wir auch intensiv mit unseren Kolleginnen und Kollegen von Freshfel zusammen, z.B. bei Fragen rund um die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD).“ Mit der CSRD hatte die EU die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen zunächst deutlich verschärft. Ziel der Richtlinie ist es, ökologische und soziale Informationen auf eine Stufe mit der klassischen Finanzberichterstattung zu stellen und so mehr Transparenz und Vergleichbarkeit zu schaffen. Die CSRD soll einen elementaren Beitrag zu einer nachhaltigeren, verantwortungsvolleren europäischen Wirtschaft leisten und Investoren, Politik und Öffentlichkeit verlässliche Informationen liefern. Das sind Ideale, die auch viele O+G-Unternehmen aus Überzeugung unterstützen, doch bereitete gerade den mittleren und kleineren Betrieben die Praktikabilität starke Kopfschmerzen. Hier setzt Fresh Trade Belgium konkret an. „Derzeit steht im Vordergrund, wie wir die EU-Vorgaben und die damit verbundenen Prozesse so vereinfachen können, dass sie auch wirklich praxisnah und umsetzbar sind. Es gab und gibt diesbezüglich seitens der Betriebe und Unternehmen im Obst- und Gemüsebereich noch sehr große Bedenken. 02 I 2026
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Vor allem mittlere und kleinere Unternehmen sind vielfach auf fachliche Unterstützung, wie sie Fresh Trade Belgium anbietet, angewiesen.
Nicht nur von der inhaltlichen Ausgestaltung her, sondern auch, was den zeitlichen Ablauf und die hohen Kosten betrifft“, sagte Veerle Van der Sypt.
Vereinfachte Umsetzung Immerhin hat sich schon etwas getan. So hatte die Europäische Kommission im Februar 2025 ein umfassendes „Omnibus“-Vereinfachungspaket beschlossen, das zentrale EU-Regelwerke verschlanken soll. Betroffen sind unter anderem die Vorschriften zur nachhaltigen Finanzierung, der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) sowie Investitionsregelungen. Kürzlich erfolgten weitere Schritte. Der Rat der EU und das Europäische Parlament verständigten sich am 9. Dezember 2025 vorläufig auf eine deutliche Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichts- und Sorgfaltspflichten für Unternehmen. Konkret werden die Vorgaben der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) sowie der
Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht (CS3D) vereinfacht. Die CSRD-Berichtspflicht sieht künftig nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und einem Nettoumsatz von über 450 Mio Euro vor. Börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen werden vollständig aus dem Geltungsbereich herausgenommen. „Für die Zukunft ist vor allem eine andere Initiative entscheidend, und zwar der VSME-Standard (Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs), mit dem wir uns gerade intensiv beschäftigen. Das ist ein freiwilliger Berichtsstandard, der sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen richtet, welche nicht direkt unter die Berichtspflicht der CSRD fallen. Mit diesem Standard sollen diese Unternehmen in die Lage versetzt werden, auf praktikable Weise und ohne überfordert zu sein, alle erforderlichen Informationen zur Verfügung stellen zu können“, erläuterte Veerle Van der Sypt. In diesem Zusammenhang sei das
VSME-Tool ‚Workable Method‘ ein großer Schritt nach vorne. Dabei handelt es um einen alle wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigenden, einfach strukturierten digitalen Fragebogen. „Mit diesem können auch die kleinen und mittleren Betriebe im Obst- und Gemüsegeschäft ihren zeitlichen und kostenmäßigen Aufwand so gestalten, dass er der Nachhaltigkeit auch wirklich dient und unnötiger administrativer Aufwand nicht zu einer Last wird“, so Veerle Van der Sypt. „Damit wird die Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU allgemein zugänglich. Dies ist ein wichtiger Schritt im Hinblick auf die zunehmende Verfügbarkeit und Integration von Daten und wissenschaftlichen Informationen (einschließlich CO2-Emissionen). Unternehmen, die den CSRDAnforderungen unterliegen, erfüllen die gesetzlichen Vorschriften, wenn ihre KMU-Lieferanten den VSME-Standard befolgen.“ Halle 27, Stand A-50
REO
Größere Produktion, aber deutlicher Umsatzrückgang Laut einem Bericht des flämischen Agrarnachrichtenportals vilt.be sank der Umsatz von REO aus Roeselare nach mehreren Rekordjahren in Folge im vergangenen Jahr um sieben Prozent, während die Produktion stieg. „Im Sommer gab es in Europa ein Überangebot, und aufgrund des warmen Herbstes ging der Verbrauch von Winterprodukten zurück“, erklärte REO-Vorsitzender Dirk Declercq den Grund für die niedrigen Preise für verschiedene Gemüsesorten. Vor allem Chicorée habe sehr schlecht abgeschnitten. Trotz des höheren Angebots an Obst und Gemüse sank der Umsatz von REO im vergangenen Jahr dadurch auf 231,5 Mio Euro. „Bei den meisten Gemüsearten wurde mehr produziert und angeliefert, aber diese höheren Mengen haben sich nicht ausreichend in einem besseren Einkommen niedergeschlagen. Im Gegenteil, der starke Preisdruck hat dazu geführt, dass der Gesamtertrag für Gemüse gesunken ist.“
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OBST UND GEMÜSE AUS FLANDERN
Erweiterung des Birnensortimentes
Foto: Aldi Belgien
Aldi Belgien hat im vergangenen Jahr sein Frischesortiment um zwei Birnensorten aus heimischem Anbau erweitert. Die Sorten ‚Me Amore‘ und ‚Fred‘, beide in Limburg und Flämisch-Brabant produziert, sollen für mehr Auswahl jenseits der gängigen Conference- oder Doyenné-Birnen sorgen. Der Discounter verwies im Zusammenhang mit der Markteinführung auf seine Zusammenarbeit mit regionalen Obstproduzenten. Die Birne ‚Me Amore‘ stammt aus Obstplantagen in Zoutleeuw (FläMaksim Van Herck, Category Manamisch-Brabant) und Herk-de-Stad ger Fruit & Vegetables Aldi Belgien (Limburg). Die Birne falle besonders durch ihre rote Farbe auf, die bei Birnen eher selten anzutreffen sei, so der Discounter. „Birnen sind im Allgemeinen grün. Die schöne, voll-rote Farbe von ‚Me Amore‘ ist deshalb außergewöhnlich. Außerdem zeichnet sich die Frucht durch ihre besonders weiche Textur und ihren intensiven, vollen Geschmack aus“, erklärte Maksim Van Herck, Category Manager Fruit & Vegetables bei Aldi Belgien. Die Sorte sollte bis Ende 2025 in rund 180 Filialen erhältlich sein. Die zweite Sorte ‚Fred‘ wächst ebenfalls in Betrieben in Limburg und Flämisch-Brabant, unter anderem in Borgloon und Riemst. Die Birne besitzt eine grüngelbe Schale mit rotem Blush und wird geschmacklich als süß, frisch und leicht säuerlich beschrieben. „Die Fred-Birne wird mit großer Sorgfalt in flämisch-brabantischen und limburgischen Obstgärten angebaut“, so Van Herck. Aldi ist derzeit der einzige Händler in Belgien, der ‚Fred‘ als loses Obst anbietet. Die Sorte soll bis Ende Februar 2026 in rund 260 Märkten verfügbar sein. Laut Aldi Belgien erfolgt die Einführung von ‚Me Amore‘ und ‚Fred‘ als Reaktion auf die Nachfrage nach mehr Sortenvielfalt im Obstregal. Van Herck sagte anlässlich der Einführung im vorigen Jahr: „Durch die Aufnahme weiterer Birnensorten gehen wir auf Kunden ein, die eine breite Auswahl an frischen und zugleich erschwinglichen Produkten suchen.“ Der Händler führte zuvor bereits belgische Mini-Wassermelonen und Ziola-Äpfel ein.
111. Jahrgang (gegründet 1916) SPECIAL Flandern VERLAG Fruitnet Media International GmbH Simrockstraße 64-66 I 40235 Düsseldorf Tel.+49 (0)211-99104-0 I info@fruchthandel.de www.fruchthandel.de
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Schlechtes Preisniveau drückt Umsätze im Jahr 2025 Wie BelOrta anlässlich der Bekanntgabe der Jahreszahlen für das Jahr 2025 mitteilt, war das vergangene Anbaujahr geprägt von hohen Temperaturen zu Beginn des Jahres, außergewöhnlicher Trockenheit während der Sommermonate und einem warmen Herbst. Diese Kombination aus Hitze, viel Sonne und Trockenheit machte sich in den Gewächshäusern, Obstgärten und auf den Feldern deutlich bemerkbar und hatte erhebliche Auswirkungen auf Produktion, Mengen und Preisbildung. Für BelOrta führte dies zu einem Produktumsatz von 631 Mio Euro und einem Liefervolumen, das 4 % über dem Vorjahresniveau liegt. Unter dem Strich blieb der Umsatz jedoch 5 % unter dem Rekordumsatz des Jahres 2024. Die geringeren Preise für viele Produkte in Verbindung mit schwierigeren Anbaubedingungen aufgrund des Wegfalls bestimmter Pflanzenschutzmittel hätten sich negativ auf das Einkommen der betroffenen Erzeuger ausgewirkt, so das Unternehmen. Andererseits verzeichneten bestimmte Kulturen preislich gesehen eine eher normale Saison, sodass die Genossenschaft mit ihren 1.000 angeschlossenen Erzeugern differenziert auf das abgelaufene Jahr zurückblickt. „Das vergangene Jahr hat erneut gezeigt, wie entscheidend das Klima für unsere Erzeuger und unseren Sektor ist“, sagte Philippe Appeltans, CEO von BelOrta. „Die Kombination aus Trockenheit und Hitze sorgte für starke Erträge, setzte aber gleichzeitig den Markt unter Druck.“ Foto: BelOrta
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