BV 312 – Ziegenrücker, Praktische Musiklehre, Band 2

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Wieland Ziegenrücker

P RAKTISCHE

MUSIK LEHRE

Neufassung 2026

Mit erweiterten Klangbeispielen zum Download

Wieland Ziegenrücker

P RAKTISCHE MUSIK LEHRE

DAS ABC DER MUSIK IN UNTERRICHT UND SELBSTSTUDIUM

Neufassung 2026 mit erweiterten Klangbeispielen

unter Mitarbeit von Friedhelm Pramschüfer

Heft 1 BV 311

Heft 2 BV 312

Heft 3 BV 313

Zur Neufassung 2026

Mit dieser Neufassung der Praktischen Musiklehre legen Autor und Verlag ein vielschichtiges, umfassendes, nunmehr über Jahre in der Praxis erprobtes und am Schüler orientiertes Lehr- und Lernmaterial vor, dessen Mittelpunkt die gedruckten Hefte 1–3 bilden. Ihre bewährte Konzeption, inhaltliche Zielstellung und das methodische Vorgehen sind seit der Erstausgabe 2006 unverändert geblieben; jedoch fanden zahlreiche Anregungen und Hinweise von Benutzern, Lernenden wie Lehrenden, Aufnahme in die neue Auflage. In den vergangenen Jahren entstand so bereits ein den Lernprozess förderndes Zusatzangebot, wie die gedruckten Lösungshefte und je fünf Tests (Internet). Nun folgt ein weiterer wichtiger Schritt: auf Bitten zahlreicher Benutzer werden nun auch die bisher nicht berücksichtigten Notenbeispiele als zusätzliche Klangdateien zur Verfügung gestellt. Näheres dazu siehe die zum Download bereit stehenden Ausführungen zu den Klangbeispielen aus Heft 1. Nach reiflicher Überlegung beschränkte man sich dabei auf die Hefte 1 und 2, da Nutzer von Heft 3 bereits über genügend Erfahrung und Können verfügen, sich die Beispiele klanglich selbst zu erschließen. Im Sinne eines effektiven und zeitsparenden Lernens enthalten die Klangdateien auch alle Tonbeispiele der vormals einliegenden CD und die zum Wiederholen von Aufgaben aus Heft 1 benötigten Tracks.

Die gedruckte Neufassung enthält notwendigerweise weitere Angaben und Aufgabenstellungen zu den Klangbeispielen, ist also im Textumfang deutlich erweitert. Alle Kapitel wurden zur besseren Übersicht durchnummeriert. Um einen Ausbzw. Rückblick auf den gesamten Lernstoff des Lehrgangs zu ermöglichen – etwa zum Zweck der Wiederholung oder des Nachschlagens –, sind die Inhaltsverzeichnisse sowie die Wegweiser nach Sachgebieten aller drei Hefte abgedruckt. Benutzer der älteren Auflagen finden alle ergänzenden Angaben und Aufgabenstellungen in der zum Download-Paket gehörenden Readme-Datei.

Die Klangbeispiele, die Tests und die Abschnitte Ein paar Worte an die Lehrer und Anmerkungen zu den Klangbeispielen aus Heft 1 können auf www.breitkopf.com heruntergeladen werden. Benutzer älterer Auflagen finden dort auch das Readme und diejenigen, die keine Abspielmöglichkeiten mehr für CDs haben auch die Tracks der früheren CD im MP3-Format. Alle Dateien stehen einzeln zur Auswahl bereit. Einfacher und besonders komfortabel gelingt der Abruf im Paket mittels des unten abgedruckten QR-Codes.

Viele haben an der Weiterentwicklung der Praktischen Musiklehre mitgeholfen, insbesondere danke ich dem Verlag Breitkopf & Härtel und meinem Lektor Friedhelm Pramschüfer. Viel gelernt habe ich vorrangig von all denen, die ich unterrichten durfte – danke!

Leipzig, Sommer 2025

Alle nicht anders gekennzeichneten Übungen und Stücke stammen vom Autor und sind urheberrechtlich geschützt.

Heft 1 BV 311 - Lösungen BV 391

Heft 2 BV 312 - Lösungen BV 392 Heft 3 BV 313 - Lösungen BV 393

© 2006 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 4.Auflage – Neufassung mit erweiterten Klangbeispielen 2026 Alle Rechte vorbehalten

Umschlag: Andreas Jacobsen, Breitkopf & Härtel nach einem Entwurf von Kristina Otersen, Wiesbaden Notengrafik: Wieland Ziegenrücker Satz und Layout: Kontrapunkt Satzstudio Bautzen Druck: Himmer GmbH – Druckerei & Verlag, Augsburg Printed in Germany

Breitkopf & Härtel KG

Walkmühlstraße 52 65195 Wiesbaden, Germany info@breitkopf.com www.breitkopf.com

Wieland Ziegenrücker

Code scannen und mit dem erhaltenen Link

den Download des Gesamtpakets im ZIP-Format (um die 552 MB) starten. Die Dateien sind auch einzeln auf www.breitkopf.com erhältlich.

Klangbeispiele und CD-Tracks: Konzeption und Realisierung: Wieland Ziegenrücker Sprecherin: Margot Ziegenrücker Synchron- und Tonstudio Leipzig, Hans Kölling ℗ 2006/2026 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden

Inhalt

Zur Einführung 5

65 Rhythmus Metrum Tempo 7

Begriffserklärung, Taktierfiguren; wiederholende Übungen mit den Rhythmus-Grundfiguren aus Heft 1

66 Die Synkope 10

Begriffserklärung, Viertel- und Achtelsynkope

67 Der Haltebogen 12

Überbindungen mit Achteln und innerhalb des Taktes; Notierungsfragen; Latin-Polyrhythmus; Begriffe prima/seconda volta und Partitur

68 Der Fünftonraum in Dur Die Quinte 19 Hinweise zum Transponieren

69 Die große und die kleine Terz 21 Begriff d. c. al Fine con rep.; Tonartbestimmung nach den einzelnen Dreiklangstönen

70 Der Fünftonraum in Moll 25 Die von Dur abweichende Schrittfolge; Begriffe Moll, Durterz/Mollterz

71 Der Molldreiklang .

. 28 Unterschied von Dur- und Molldreiklang; Begriff Rahmenintervall

72 Die reine oder natürliche Molltonleiter 29 Schrittfolge der unterschiedlichen Tetrachorde; Begriffe Parallel- und Varianttonleiter bzw. -tonart

73 Die Quarte 33 Begriffe Ergänzungs- bzw. Komplementärintervall, Auftaktquarte

74 Dur- und Moll-Fünftonraum mit Unterquarte . . 35

75 Dur- und Moll-Fünftonraum mit Leitton 37

76 Der Sechstonraum in Dur . . .

. 40

77 Der Sechstonraum in Moll . . . . . . . . . 42

78 Die große und die kleine Sexte 43

79 Die Umkehrungen des Dur- und Molldreiklangs 45 Begriffe Grundstellung und Umkehrungen; Sextakkord und Quartsextakkord

80 Sechzehntelnoten und Sechzehntelpause . . . 47 Schreibung mit Fähnchen und Balken; Übertragung eines Zeitverhältnisses in verschiedene Notenwerte; Grundfiguren mit Achteln und Sechzehnteln

81 Die Triole 53 Begriffserklärung regelmäßige und unregelmäßige Unterteilungen; Achteltriole

82 Die Durtonleitern bis zu sechs Vorzeichen 56

83 Enharmonische Verwechslung und Umdeutung . . . .

57

84 Der Quintenzirkel 58 Zusammenfassung der Kreuz- und Be-Durtonleitern; Notierung der Vorzeichnung; Leit- und Gleitton

85 Die harmonische Molltonleiter . . . . . . . 59 Schrittfolge der unterschiedlichen Tetrachorde im Vergleich zu reinem Moll, der Eineinhalb-Tonschritt; Begriff dal segno

86 Die melodische Molltonleiter 61 Schrittfolge der unterschiedlichen Tetrachorde im Vergleich zu reinem und harmonischem Moll

87 Die Molltonleitern bis zu drei Vorzeichen . 63

88 Die Taktierfiguren im 6/8-Takt 66 Zweier- und Sechserschlag

89 Sechzehntelfiguren im 6/8-Takt 66 Grundfiguren mit Achteln und Sechzehnteln

90 Die punktierte Achtelnote 69 Grundfiguren; der punktierte Rhythmus

91 Zur Melodie Einsätzige Liedformen 71 Begriff Melodie; musikalische Bedeutung von Spannung und Entspannung durch Wiederholung, Veränderung und Gegensatz; Begriffe Satz und Satzglied (Vorder- und Nachsatz), Motiv und Anschlussglied, Sequenz; a-b-a-Form, Bluesformel

92 Zweisätzige Liedformen . . . .

. . . . . . 75 Begriff Reprise

93 Drei- und mehrsätzige Liedformen . . . . . 76

94 Übungen zum Erkennen des Formaufbaus 77

95 Der Fünfertakt . . .

. 78 Kombinierte Taktarten 2+3 oder 3+2

96 Melodische Studien . . . . . . . . . . . . . 79 Tonraum bis zur Unterquarte erweitert

97 Ganz- und Halbtonschritt-Varianten . . . 83 Weiterführung der in Heft 1 begonnenen Übungen; Begriff Modi bzw. modale Leitern (Quintraum)

98 Die Pentatonik 87 Begriffe Dur- und Moll-Pentatonik; Blues-Melodik

99 Die Dreiklänge in der Akkordsymbolschrift 92 Notierung von Dur- und Molldreiklang

100 Der Sextakkord 94 Wiederholung und Weiterführung

101 Der Quartsextakkord 96 Wiederholung und Weiterführung

103 Gebundenes und ungebundenes Metrum . . 99 Rhythmische Spielfiguren und Notenbilder in zeitgenössischer Musik

104 Übungen zu den bisher erarbeiteten Rhythmen und Metren 101

105 Intervallübungen 102

106 Die Intervallumkehrungen (Komplementärintervalle) 104

Ergänzungsintervalle 1–8

107 Die Sekunde und die Septime 105 Begriffe Konsonanz und Dissonanz

108 Die leitereigenen Dreiklänge in Dur Die Kadenz 107 Erste Einführung in die Harmonik und den vierstimmigen Satz (Stimmführung); die quintverwandten Hauptdreiklänge und ihre Verbindung in der Kadenz (nur Quintlage)

109 Finale 110 Suite „Aus alter Zeit“; Tipps zu Analyse, Erarbeitung und Interpretation

Anhang

110 Übersicht: Tonleitern · Dreiklänge · Vorzeichnung 114

111 Relative Tonsilben (Tonika-do) . . . . . . 114 Übersicht zu den Stammtönen und ihren Versetzungen, zu den Molltonleitern und den Dur/Molldreiklängen

112 Zur Taktsprache 115 Weiterführung mit Sechzehnteln

Wiederholungsfragen 116

nach Sachgebieten .

Zusammenfassung der methodischen Schritte nach den Bereichen Rhythmus und Metrum, Melodie und Form, Intervalle, Tonleitern, Akkorde und Harmonik

Wegweiser nach Sachgebieten Heft 1 119

Wegweiser nach Sachgebieten Heft 3 . . . . . . 120

Inhaltsverzeichnis Heft 1 . . . . . . . . . . . . 121

Inhaltsverzeichnis Heft 3 123

Verwendete Symbole: kennzeichnet grundlegende, zusammenfassende Merksätze.

 weist auf wichtige Einzelheiten hin. markiert praktische Tipps und Hinweise.

Die Namen der Klangdateien sind wie folgt aufgebaut:

 | Kapitelnummer | Aufgabe, Übung: z. B.  12.01

weitere Untergliederung: z. B.  12.01_1_2

Gruppe aus zwei Übungen: z. B.  12.01_1+2

Gruppe aus mehreren Übungen: z. B.  12.01_1...5

Zur Einführung

… und weiter geht’s mit der Praktischen Musiklehre. Du hast den ersten Teil erfolgreich abgeschlossen, nun warten neue Aufgaben.

Beherrschst du noch den im ersten Heft behandelten Stoff? Kannst du die geübten Intervalle und Melodieräume singen und hören, die Rhythmusaufgaben klopfen oder klatschen? Wieder viel vergessen? Dann nimm doch bitte das alte Heft zur Hand und beantworte die dortigen Wiederholungsfragen ab Seite 116. Übe zusätzlich einige (für dich schwierige) Aufgaben, damit du bald wieder „voll im Stoff“ stehst. Vergiss insbesondere nicht die Gehörbildung, auch die Notenbeispiele aus diesem Heft liegen jetzt als Klangdatei vor – lade sie dir als Ergänzungsmaterial aus dem Internet herunter! Lies bitte auch noch einmal das Vorwort in Heft 1 ab Seite 5, denn alles was dort gesagt wird, gilt uneingeschränkt für die weitere Arbeit. In diesem zweiten Heft baut sich in allen Bereichen alles auf dem bisher vermittelten und geübten Stoff auf. Deshalb findest du in den folgenden Kapiteln viele Hinweise zum Nachschlagen und Wiederholen auf den entsprechenden Seiten in Heft 1. Du siehst, das alte Heft gehört nach wie vor zu unseren Arbeitsunterlagen – halte es also bitte griffbereit.

Wieder wollen wir dich in bewusst ausgewählten Schritten an die musikalisch-theoretischen Sachverhalte in der notwendigen Verbindung von Stoffvermittlung und deren praktischer Anwendung heranführen. Aber es ist nicht ausreichend, nach Behandlung eines Abschnitts dessen Inhalt gedanklich „abzuhaken“. Denn nach dem Verstehen kommt das eigentliche Aneignen, das mehrfache Trainieren, besonders im Bereich Gehörbildung. Wenn du das Üben vorgegebener Tonräume und Rhythmen, das Hören, Singen und eigene Erfinden immer wieder mit einbeziehst, werden sich bald die gewünschten Erfolge einstellen.

Betrachte wiederum alle Übungen als Modell und bilde dazu viele eigene Varianten, sei kreativ. Suche ergänzende Beispiele aus allen Musikbereichen, die du gern hörst. Übe (wenn möglich) mit anderen zusammen.

Alle Beispiele und Aufgaben solltest du nach Möglichkeit auf (d)einem Instrument spielen, gegebenenfalls oktavieren, und immer wieder in deiner Stimmlage singen. Zu vielen Liedern findest du den Text in Liederbüchern, singe den Rest auf selbst erdachten Silben oder auf Notennamen. Und vergiss das Transponieren nicht, du wirst dadurch in den Tonräumen, den Intervallen, Dreiklängen und Tonleitern sicherer.

Jeder Mensch hat auch im musikalischen Bereich seine individuelle Auffassungsgabe: der eine erkennt schneller Melodielinien, der andere „packt“ den Rhythmus besser; der eine bestimmt sofort alle Tonhöhen genau (absolut), der andere brummt verzweifelt Intervall-Merklieder … Und sicher hast du schon deine ganz speziellen Vorzüge und noch vorhandenen Schwachstellen erkannt.

Wer Nachholbedarf in einem bestimmten Bereich hat, suche sich zum zusätzlichen Üben gezielt die entsprechenden Abschnitte in den Heften heraus und nutze dazu die „Wegweiser“ am Ende jedes Heftes. Noch ein Wort zu den Zusatzaufgaben: Sie dienen einerseits der Vertiefung und Erweiterung des behandelten Stoffs, andererseits der Wiederholung. Wähle deinem Wissens- und Leistungsstand entsprechend selbst aus, was du noch erarbeiten bzw. üben musst.

In vielen Aufgaben werden eigene rhythmische oder melodische Erfindungen gefordert – ein nachdrückliches Anliegen unserer Arbeit. Lies in diesen Fällen genau die im Text formulierte Zielstellung, z. B. die Auswahl der geübten Rhythmus-Grundfiguren und der besprochenen melodischen Räume, die Taktzahl, die Form usw. Halte dich bitte an diese Vorgaben, denn die entsprechen unserem schrittweisen methodischen Vorgehen und ermöglichen in der Gruppe einen überschaubaren Vergleich der sicher recht unterschiedlichen Lösungen. Solltest du aber einen „genialen Einfall“ haben, der die zwar notwendige, aber einengende Aufgabenstellung sprengt, so notiere ihn in dein „Skizzenbuch“; vielleicht regt er dich später zu einer Komposition an.

Löse wieder die Aufgaben in einem Notenheft oder auf Notenpapier, nicht in diesem Heft. Nur so kannst du bei den notwendigen Wiederholungen dein tatsächliches Wissen überprüfen.

Eine weitere Empfehlung: Auch für dieses Heft besteht im Internet unter www.breitkopf.com/BV 312/Downloads die Möglichkeit, mit einigen Tests deinen Leistungsstand zu kontrollieren und zu verbessern. Siehe dazu auch "Zur Neufassung 2026" auf Seite 2.

Wenn du deine schriftlichen Arbeitsergebnisse vergleichen möchtest, so nutze das gedruckte Lösungsheft (BV 392).

Wiederum viel Erfolg beim Lernen und Musizieren wünscht

65 Rhythmus · Metrum · Tempo

Rhythmus (die Folge der unterschiedlichen Tondauern) und Metrum (die Folge der Betonungen) gliedern und gestalten gemeinsam mit dem Tempo den zeitlichen Ablauf der Musik.

1 Notiere die Notenfolge im Drei- und im Viervierteltakt, achte auf exaktes Anbringen der Balken. Klopfe, verstärke das Metrum durch zusätzliches Hervorheben des Taktschwerpunkts mit der anderen Hand. Singe auch auf Silben.

 65.01_1: 3/4-Takt, Vorzähltakt, durchlaufender Grundschlag.  65.01_2: 4/4-Takt.

Ehe wir mit neuen Rhythmusübungen anfangen, wollen wir die gelernten Taktierfiguren wiederholen. Jeder Takt beginnt betont mit der „schweren“ Zählzeit, der Eins. Um diese Schwere optisch zu verdeutlichen, wird beim Taktieren die Eins immer nach unten geschlagen. Wir üben mit beiden Armen und Händen zusammen. Das schematisierte Schlagbild zeigt die Grundfiguren für die rechte und die linke Hand.

a) Zweiertakt b) Dreiertakt c) Vierertakt

a) Zweiertakt mit der Folge 1 betont – 2 unbetont, b) Dreiertakt mit der Folge 1 betont – 2 unbetont – 3 unbetont, c) Vierertakt mit der Folge 1 hauptbetont – 2 unbetont – 3 nebenbetont – 4 unbetont. Im Vierertakt wird die hauptbetonte Eins nach unten geschlagen, die nebenbetonte Drei erhält durch die seitliche Bewegung Gewicht.

2 Wiederhole die Taktierfiguren mit beiden Händen vor dem Spiegel.

Das zunächst etwas starre und eckige Taktierschema soll nun immer mehr durch eine abgerundete, flüssige Arm- und Handführung ersetzt werden. Dennoch müssen die Bewegungen eindeutig sein, betonte und unbetonte Zählzeiten sind zu unterscheiden. Wir wollen die metrischen Abläufe körperlich spüren und umsetzen. Bereite den ersten Schlag in deiner Vorstellung gut vor, nutze dazu auch die Atmung. Halte das Tempo gleichmäßig durch.

Übrigens – wir sprechen hier absichtlich von Taktieren, also vom „Taktschlagen“, denn Dirigieren ist Teil eines wesentlich umfassenderen künstlerischen Prozesses, des Interpretierens (Wiedergeben und Gestalten) einer Komposition in all ihrer Vielfalt.

Diese Taktierfiguren gelten auch, wenn sich der rhythmische Grundwert der Taktangabe ändert:

• die Zweierfigur nimmt man für den 2/4-, 2/2- (alla breve) und den schnellen 6/8-Takt,

• die Dreierfigur für den 3/4- und 3/8-Takt.

Für den langsamen 6/8-Takt gibt es ein spezielles Schema, das wir später besprechen werden (siehe Seite 66).

3 Übe das Taktieren mit Liedern und einfachen Instrumentalstücken. Singe bekannte Melodien, erkenne deren Taktart und finde die richtige Taktierfigur dazu.

Ein Rhythmus lässt sich auf immer wiederkehrende Grundfiguren zurückführen. Die wichtigsten Figuren im Zweier- und Dreiertakt haben wir in Heft 1 kennen gelernt und geübt. Hier eine Zusammenfassung:

65.02_1: 2/4-Takt, Beispiele A–F. Ablauf: Vorzähltakt, Grundfigur A, wiederholt (durchlaufender ViertelGrundschlag, Pausentakt); dann Grundfiguren B–F in gleicher Folge mit steigender Tonhöhe.

 65.02_2: 3/4-Takt, Beispiele A–E.

 65.02_3: Beispiele F–J

4 Erfinde und notiere Rhythmen von vier oder sechs Takten aus diesen Grundfiguren. Stelle eine zwei- oder dreitaktige „Frage“ (Motiv) und finde mehrere Antworten (siehe Heft 1 ab Seite 63). Taktiere dazu.

Hinweise zum Üben der folgenden Aufgabe:

• Analysiere zunächst die Rhythmen nach den Grundfiguren, erkenne die Abschnitte (Phrasen).

• Erarbeite jeden Rhythmus innerlich hörend.

• Klopfe dann vom Blatt.

• Übe die Rhythmen in unterschiedlichen Tempi. Wähle das Tempo stets so, dass ein fehlerfreies Klopfen möglich ist.

• Klopfe mit der rechten Hand den Rhythmus, markiere mit der linken Hand den Grundschlag; wechsle später die Hände.

• Singe die Beispiele auf selbst erfundenen Silben und taktiere dazu.

• Gestalte mit Hilfe dynamischer Abstufungen (übertreibe anfangs).

• Versuche zu den Rhythmen Melodien in den bisher geübten Tonräumen zu erfinden.

5  65.03_1_1: Kein Vorzähltakt; vergleiche Klang- und Notenbild, klopfe mit. Langsame Variante.

 65.03_1_2: Schnellere Variante.

 65.03_2_1: Langsame Variante.  65.03_2_2: Schnellere Variante.

 65.03_3_1: Finde zur folgenden Übung dynamische Abstufungen. Langsame Variante.

 65.03_3_2: Schnellere Variante.

6  65.04 / CD 2 Track 1: Lückendiktat. Ergänze die Oberstimme; notiere Notenwerte, keine Pausenzeichen. Klopfe dann auf beide Hände verteilt (bei längeren Notenwerten bleibt die Hand auf der Tischplatte liegen).

7 Klopfe auf beide Hände verteilt. Übe zunächst in kleinen Einheiten.  65.05_1_1: Langsame Variante.   65.05_1_2: Schnellere Variante.

 65.05_2_1: Langsame Variante.  65.05_2_2: Schnellere Variante.

77 Der Sechstonraum in Moll

119  77.01 / CD 2 Track 44: Höre und singe den Sechstonraum in Moll, vergleiche mit den Noten.

120 Lerne die Lieder auswendig, singe auch auf Notennamen.  77.02_1_1: Ach, bittrer Winter

 77.02_2_1: Das junge Mädchen (aus Griechenland)

Zusatzaufgaben: 1) Transponiere Lied 1 auswendig nach g-Moll, singe auf Notennamen ( 77.02_1_2). 2) Notiere und singe Lied 2, beginne mit a ( 77.02_2_2).

121 Singe prima vista (ital. = auf den ersten Blick), also vom Blatt (zur Kontrolle  77.03).

122  77.04_1+2 / CD 2 Track 45: 2 Melodiediktate. 4 Takte, 4/4-Takt.  77.04_1: Beispiel 1. d-Moll, Grundton beginnt.  77.04_2: Beispiel 2. e-Moll, Quinte beginnt.

123 Erarbeite das Lied in der Originaltonart a-Moll, singe vom Blatt ( 77.05_1). Übertrage das Lied schriftlich in die Varianttonart ( 77.05_2) und in die Paralleltonart ( 77.05_3), siehe Seite 31.

124  77.06_1: Erarbeite dir die Komposition selbständig; vergleiche erst zum Abschluss das Klangbeispiel mit den abgedruckten Noten des Originals.  77.06_2 / CD 2 Track 46: Korrekturdiktat. Das zweite Klangbeispiel enthält einige Abweichungen vom Notentext des Originals. Höre mehrfach, erkenne und notiere die „Fehler“ – im Zweifelsfall hilft ein Blick ins Lösungsheft.

125 Führe das Motiv im Sechstonraum weiter ( 77.07), finde andere Tempi.

78 Die große und die kleine Sexte

Bei der Erweiterung des Dur-Fünftonraums durch die VI. Stufe ergeben die beiden äußeren Töne das Intervall der großen Sexte (g6). Der Moll-Sechstonraum wird durch die kleine Sexte (k6) eingerahmt.

 78.01: Höre, vergleiche mit den Noten und singe die Tonräume mit abschließendem Sext-Intervall in Dur und Moll (auf- und abwärts).

Die große Sexte, finde eigene Beispiele:

 78.02_1: Es waren zwei Königskinder. Singe den Melodieanfang, dann die große Sexte aufwärts.

Die große Sexte erscheint oft als Auftaktintervall, wenn die Terz anstelle des Grundtons auf dem Taktschwerpunkt erklingt (vergleiche Es waren zwei Königskinder).

 78.02_2: Winde wehn, Schiffe gehn (aus Finnland). Singe den Melodieanfang, dann die große Sexte abwärts.

126

 78.03_1 / CD 2 Track 47: Höre und singe die große Sexte aufwärts, 2 Beispiele.

 78.03_2 / CD 2 Track 47: Höre und singe die große Sexte abwärts, 2 Beispiele.

 78.04: Trara, so blasen die Jäger. Merkhilfe für Quarte, Quinte und Sexte aufwärts.

In der Durtonleiter finden wir, bezogen auf den Grundton, aufwärts die große Sexte, abwärts die kleine Sexte.

Zähle die Halbtonschritte, nimm die Klaviatur zu Hilfe:

• von c 1 aufwärts zu a1 9 Halbtonschritte = große Sexte

• von c 2 abwärts zu e1 8 Halbtonschritte = kleine Sexte

Für die kleine Sexte gibt es kaum bekannte Liedbeispiele als Merkhilfe. Singe deshalb die große Sexte und dann einen Halbtonschritt ( 78.05).

Oder singe z. B. das Motiv des Liedes Es waren zwei Königskinder (siehe oben) in Moll, also am Anfang mit einer kleinen Sexte.

127  78.06_1 / CD 2 Track 48: Höre und singe kleine Sexten aufwärts, 2 Beispiele.

 78.06_2 / CD 2 Track 48: Höre und singe kleine Sexten abwärts, 2 Beispiele.

128  78.07_1: Höre den Ausgangston, singe auf Silben darüber zweimal die große Sexte; dann zweimal die kleine Sexte. 3 Beispiele.  78.07_2: Höre den Ausgangston, singe auf Silben darunter zweimal die große Sexte; dann zweimal die kleine Sexte. 3 Beispiele.

129 Höre den Ausgangston, singe darüber die große Sexte, singe dann die kleine Sexte. Singe jedes Beispiel auf Notennamen.

 78.08_1: Im Violinschlüssel: 1) d1 2) f 1 3) b 4) a1

 78.08_2: Im Bassschlüssel: 5) c 6) es 7) Fis 8) G

130 Höre den Ausgangston, singe darunter die große Sexte, singe dann die kleine Sexte. Singe jedes Beispiel auf Notennamen.

 78.09_1: Im Violinschlüssel: 1) c2 2) g1 3) e 2 4) a2

 78.09_2: Im Bassschlüssel: 5) d1 6) es 7) b 8) H

131  78.10 / CD 2 Track 49: Höre und unterscheide große und kleine Sexten. 4 Intervalle (zum Nachsingen leise wiederholt).

132 Höre zur Intervallbestimmung jedes Beispiel zweimal im Zusammenklang, dann einmal in Einzeltönen.  78.11_1: Beispiele 1–4.  78.11_2: Beispiele 5–8.

Test 1

Achtung! An dieser Stelle hast du Gelegenheit, das bisher Gelernte zu überprüfen (siehe Seiten 2 und 6.)

79 Die Umkehrungen des Dur- und Molldreiklangs

Bisher haben wir den Dreiklang immer über dem Grundton gebildet, in der Grundstellung. Durch Oktavierung einzelner Dreiklangstöne verändert sich der Intervallaufbau. Diese Tonversetzungen nennt man Umkehrungen (oder Umstellungen ), der Musiker bezeichnet sie auch als Lage.

• Gst. = Grundstellung (Grunddreiklang)

• Wird der Grundton oktaviert, entsteht die 1. Umkehrung.

• Werden Grundton und Terz oktaviert, ergibt sich die 2. Umkehrung.

• Eine 3. Umkehrung führt wieder zur (oktavierten) Grundstellung.

 79.01: Vergleiche Noten- und Klangbild. Höre und erkenne das Prinzip der Umkehrung: Grundstellung – Grundton wird oktaviert → 1. Umkehrung – Oktavierung der Terz → 2. Umkehrung –Oktavierung der Quinte → Grundstellung eine Oktave höher.

133  79.02 / CD 2 Track 50: Höre die Stellungen des Durdreiklangs, präge dir das Notenbild ein und singe auf Notennamen mit.

Zusatzaufgaben: 1) Bestimme in jedem Takt die Stellung des Dreiklangs. 2) Singe auch von anderen Tönen aus.

134 Finde weitere melodische Varianten, singe diese auch von anderen Tönen aus ( 79.03).

229 Stimmt die Formanalyse?  92.03: A a – b B c – a.

Zusatzaufgabe: Finde Sequenzen in diesem Lied.

93 Drei- und mehrsätzige Liedformen

Bei der einsätzigen Liedform mit drei Satzgliedern lernten wir die Reihungen a – b – a, a – a – b, a – b – b und a – b – c kennen. Das können wir sinngemäß auf die größere dreisätzige Liedform übertragen, nämlich A – B –A, A –A – B, A – B – B und A – B – C.

Das folgende italienische Volkslied hat die typische, oft anzutreffende A – B – A-Form. Satz A steht in Dur (Takte 1–8), der Mittelsatz B hier als Kontrast in Moll (Takte 9–16), dann die unveränderte Wiederholung von A. Formanalyse zu  93.01 Ma come balli bene bimba: A a – a1 B b – b1 A a – a1.

Besonders in Tänzen und Instrumentalstücken sind größere mehrsätzige Liedformen anzutreffen. Es wird dir nach dem bisher Besprochenen nicht allzu schwerfallen, umfangreichere Stücke zu überblicken und auch im Detail zu analysieren.

230  93.02 Stimmt die Formanalyse A a – b A1 a – c B d – d C e – e1 zu dieser Komposition

Dieser 1885 komponierte Marsch ist in vielen Bearbeitungen verbreitet, bekannt ist die Swing-Fassung, eingespielt vom Orchester Glenn Miller.

94

Übungen zum Erkennen des Formaufbaus

Jetzt wollen wir uns einige der in diesem Heft bereits geübten Lieder und Stücke nochmals anschauen und deren Form untersuchen – eine gute Gelegenheit, die betreffenden Lerneinheiten zu wiederholen.

Singe die auf der nächsten Seite in Aufgabe 231 zusammengestellten Melodien oder erkenne den Formaufbau mit dem inneren Gehör. Atme vor jeder neuen Phrase, so spürst du die Gliederung auch körperlich.

 Beachte: Nicht immer ist die Form auf den ersten Blick zu erkennen und zu erklären. Auch gibt es durch Veränderungen einzelner Teile oft Abweichungen von den beschriebenen Grundmodellen.

291 Erkenne Fehler. Korrigiere und klopfe.

292  104.04_1+2 / CD 2 Track 83: Vergleiche die Rhythmen mit den gedruckten Noten. Erkenne die in den beiden Beispielen erklingenden Varianten.

293  104.05_1+2 / CD 2 Track 84: 2 Rhythmusdiktate. 2 Takte im 4/4-Takt.

105 Intervallübungen

Nachdem wir oft kleine Melodien gebildet und den Umgang mit Dreiklängen geübt haben, wollen wir nochmals auf die kleinsten melodischen Bausteine, die Intervalle, zurückkommen. Die zunehmende Sicherheit beim Bilden und Erkennen, insbesondere aber beim Hören und Singen von Intervallen erleichtert uns in vielerlei Hinsicht die weitere Arbeit.

294  105.01 / CD 2 Track 85: Korrekturdiktat. Singe das Gedruckte. Vergleiche dann das Klangbeispiel mit den Noten, erkenne Abweichungen.

Hinweise zu den Intervallreihen auf Seite 102:

• Benenne die Intervalle (Feinbestimmung).

• Singe die Übungen langsam Ton für Ton in deiner Stimmlage. Konzentriere dich auf jedes Intervall, höre es voraus. Versuche zusätzlich auf bekannte Dinge wie Tonleiterausschnitte, Chromatik, Dreiklangstöne usw. zurückzugreifen.

295 Erarbeite alle Intervallreihen mit dem inneren Gehör, versuche sie von einem beliebigen Ton aus vom Blatt zu singen. Verwende bei Schwierigkeiten das Klangbeispiel und singe mit, oktaviere in deine Stimmlage (zur Kontrolle  105.02_1…4).

Noch einige Hinweise:

• Beginne auch mit anderen Anfangstönen, die Intervallfolge bleibt aber unverändert.

• Singe auch alle Reihen rückwärts, mit dem letzten Ton beginnend („Krebs“).

• Kontrolliere, wenn möglich, mit einem Instrument – aber bitte erst singen.

• Wiederhole diese Übungen immer wieder. Erfinde eigene Reihen.

296 Übe wie in Aufgabe 295 (zur Kontrolle  105.03_1…4). Transponiere die Reihen, singe das Ergebnis auf Notennamen.

Jetzt wollen wir Intervalle in Verbindung mit einer Tonleiter üben. Über oder unter jedem Tonleiterton entsteht ein Intervall. In Aufgabe 297 gehören beide Intervalltöne zur Tonleiter, es handelt sich um leitereigene bzw. diatonische Intervalle. In Aufgabe 298 treffen wir auch auf leiterfremde Töne, es entstehen chromatische Intervalle.

Übvorschlag: Lies die Aufgabenstellung zur Übung 297 (später zu 298), nimm ein Blatt Notenpapier, notiere die vorgegebene Tonleiter, schlag das Lehrbuch zu, höre das Klangbeispiel (mehrfach) an, trage den jeweils hinzugefügten Ton ein, singe und bestimme das Intervall, kontrolliere dein Ergebnis im (Lösungs-)Heft – wiederhole die Übungen in größeren Zeitabständen, erfinde eigene Varianten zu diesen Modellen.

297  105.04: Höre die B-Dur-Tonleiter aufwärts; jedem Ton wird nach oben ein weiterer hinzugefügt. Höre dann das entstandene Intervall im Zusammenklang (alles wiederholt), erkenne es in Feinbestimmung. Erfinde ähnliche Übungen.

110 Übersicht:

Tonleitern · Dreiklänge · Vorzeichnung

Durtonleiter Durdreiklang Molltonleiter Molldreiklang Vorzeichen Vorzeichnung

C-Dur c–e–g a-Moll a–c–e keine

G-Dur g–h–d e-Moll e–g–h 1 Kreuz fis

D-Dur d–fis–a h-Moll h–d–fis 2 Kreuze fis, cis

A-Dur a–cis–e fis-Moll fis–a–cis 3 Kreuze fis, cis, gis

E-Dur e–gis–h cis-Moll cis–e–gis 4 Kreuze fis, cis, gis, dis

H-Dur h–dis–fis gis-Moll gis–h–dis 5 Kreuze fis, cis, gis, dis, ais

Fis-Dur fis–ais–cis dis-Moll dis–fis–ais 6 Kreuze fis, cis, gis, dis, ais, eis

Ges-Dur ges–b–des es-Moll es–ges–b 6 Be b, es, as, des, ges, ces

Des-Dur des–f–as b-Moll b–des–f 5 Be b, es, as, des, ges

As-Dur as–c–es f-Moll f–as–c 4 Be b, es, as, des

Es-Dur es–g–b c-Moll c–es–g 3 Be b, es, as

B-Dur b–d–f g-Moll g–b–d 2 Be b, es

F-Dur f–a–c d-Moll d–f–a 1 Be b

C-Dur c–e–g a-Moll a–c–e keine

111 Relative Tonsilben (Tonika-do)

Einführung siehe Heft 1, Anhang.

Übersicht zu den Stammtönen und ihren chromatischen Versetzungen:  111.01: Höre und vergleiche mit den Noten (lies falls notwendig in Heft 1 Seite 100). Singe zunächst zur Wiederholung die Stammtonreihe auf Tonsilben – auf- und abwärts auswendig. Präge dir dann die Silben für die chromatischen Versetzungen ein, sprich die Silben zum Klangbeispiel. Singe nun auf Tonsilben langsam die gesamte chromatische Tonfolge von einem beliebigen Ton aus auf- und abwärts auswendig.

Die Molltonleitern werden in diesem System vom parallelen Dur abgeleitet und beginnen nicht mit der Silbe „do“, sondern mit „la“ als Grundton ( 111.02): si fi si

Dur- und Molldreiklänge (beachte die abweichenden Grundtonsilben) ( 111.03):

112 Zur Taktsprache

Die bisher erarbeiteten Silben mit Grundschlag Viertel (Einführung siehe Heft 1, Anhang) ( 112.01):

Zu den Sechzehntelnoten und -pausen ( 112.02):

• Das Viertel ta unterteilt man in die Achtel ta und te. Diese Achtel unterteilt man in die Sechzehntelpaare ta fa und te fe – der Vokal ist unverändert, das t wird durch f ersetzt.

• Die Pausen bleiben je nach Platzierung sa oder se ( 112.03):

Für die Triole, die ja nicht wie die Sechzehntel eine weitere gerade Unterteilung des Achtel sondern eine ungerade Unterteilung darstellt, benötigt man als dritte Silbe ti ( 112.04).

Beachte: Im Vierteltakt steht die Silbe ta für die Grundschlagnote Viertel. Im Achtel takt wird die Grundschlagnote Achtel zur Silbe ta. Analog: Im 2/2-Takt ist ta eine Halbe ( 112.05).

Wiederholungsfragen

Schlage bei Unklarheiten auf der nach der Frage angegebenen Seite nach.

1. Unterscheide die Begriffe Rhythmus, Metrum und Tempo. 7

2. Beschreibe die Taktierfiguren im Zweier-, Dreier- und Vierertakt. 7

3. Was verstehen wir unter den Rhythmus-Grundfiguren? 8

4. Was ist eine Synkope? 10

5. Wie notiert man eine Überbindung? 12

6. Was fordern prima volta und seconda volta? 13

7. Was ist bei der Notierung des 4/4-Metrums zu beachten? 16, 17

8. Was ist eine Partitur? 17

9. Erkläre die Begriffe solo und tutti. 17

10. Was ist eine Quinte? 19

11. Was bedeutet transponieren? 21

12. Worin unterscheiden sich große und kleine Terz? 21

13. Was ist eine Terzentonleiter? 23

14. Wann verwendet man die Abkürzungen con rep. und senza rep.? 24

15. Warum spricht man von Durterz und Mollterz? 25, 26

16. Unterscheide die Schrittfolge von Dur- und Moll-Fünftonraum 25

17. Worin unterscheiden sich Dur- und Molldreiklang? 28

18. In welchem Intervallverhältnis stehen Paralleltonleitern zueinander? 29

19. Wie unterscheiden sich die beiden Tetrachorde der reinen Molltonleiter? 30

20. Was haben Variant- oder gleichnamige Tonleitern gemeinsam? 31

21. Was ist ein Komplementärintervall? 33, 104

22. Was versteht man unter einer Auftaktquarte? 33

23. Wie viele Halbtonschritte umfasst die reine Quarte? 33

24. Worin unterscheiden sich die Sechstonräume in Dur und Moll? 40, 42

25. Erkläre den Begriff prima vista. 42

26. Worin unterscheiden sich große und kleine Sexte? 43, 44

27. Was verstehen wir unter einer Umkehrung bzw. Umstellung des Dreiklangs? 45

28. Was ist ein Sextakkord? 46

29. Was ist ein Quartsextakkord? 46

30. Wie sieht eine Sechzehntelnote aus, wie eine Sechzehntelpause? 47

31. Wann spricht man beim Rhythmus von einer unregelmäßigen Unterteilung? 53

32. Was ist eine Triole und wie erkennt man sie im Notenbild? 53

33. Benenne die Schrittfolge im Dur-Tetrachord. 56

34. Erkläre den Begriff enharmonische Verwechslung bzw. Umdeutung. 57

35. Wozu dient der Quintenzirkel? 58, 59

36. Worin unterscheiden sich reine und harmonische Molltonleiter? 59

37. Was fordert die Bezeichnung dal segno? 61

38. Was bedeutet d. s. al fine? 61

39. Worin unterscheiden sich harmonische und melodische Molltonleiter? 61

40. Welche Besonderheit hat die melodische Molltonleiter in Auf- und Abwärtsbewegung? 61

41. Welche Gemeinsamkeit haben die drei Mollformen? 63, 64

42. Worin unterscheidet sich das zweite Tetrachord in den drei Mollformen? 63, 64

43. Welche Taktierfiguren gibt es im 6/8-Takt? 66

44. Was ist ein punktierter Rhythmus? 69

45. Erkläre die Formbegriffe Satz, Satzglied, Vorder- und Nachsatz. 72

46. Erkläre die Formbegriffe Motiv und Anschlussglied. 72

47. Was ist eine Sequenz? 72

48. Beschreibe den Formaufbau a–b und a–b–c. 72, 73

49. Was versteht man unter dreigliedriger und dreisätziger Form? 73, 76

50. In welchen Kombinationen kann der Fünfertakt auftreten? 78

51. Wo liegen die Halbtonschritte in den besprochenen modalen Fünftonräumen? 83, 84, 85

52. Unterscheide Diatonik und Pentatonik. 87

53. Worin unterscheiden sich Dur- und Moll-Pentatonik? 88

54. Beschreibe den Ablauf des Blues-Schemas (Blues-Formel). 90, 91

55. Wie wird der Durdreiklang in der Akkordsymbolschrift dargestellt? 92

56. Wie kennzeichnet man den Molldreiklang in der Akkordsymbolschrift? 93

57. Nenne den Intervallaufbau des Sextakkords in Dur und Moll. 94

58. Nenne den Intervallaufbau des Quartsextakkords in Dur und Moll. 96

59. Was ist ein Akzent? 97

60. Unterscheide gebundenes und ungebundenes Metrum. 99

61. Welche Intervalle ergänzen sich miteinander zur Oktave? 104

62. Nenne die genauen Intervallbezeichnungen für den Halbton- und Ganztonschritt. 105

63. Unterscheide die Begriffe Dissonanz und Konsonanz in Verbindung mit Sekunde und Septime. 105

64. Was sind leitereigene Töne? 107

65. Auf welchen Stufen der Durtonleiter finden sich Durdreiklänge? 107, 108

66. Erkläre den Begriff Quintverwandtschaft. 107

67. Welche Namen tragen die sogenannten Hauptdreiklänge? 108

68. Was ist eine Kadenz? 108, 109

69. Wie bezeichnet man die vier Stimmen der Kadenz? 108

70. Erkläre den Begriff Stimmführung. 108

71. Was ist bei der Stimmführung innerhalb der Kadenz zu beachten? 108

72. Was ist eine Suite? 110

73. Erkläre den Begriff Phrasierung. (8, 74; Heft 1 Kapitel 45)

74. Erkläre den Begriff Dynamik mit Beispielen. (vgl. Heft 1 Kapitel 59)

75. Erkläre den Begriff Artikulation mit Beispielen. (vgl. Heft 1 Kapitel 61)

Wegweiser nach Sachgebieten

Rhythmus und Metrum

Rhythmus · Metrum · Tempo 7

Die Synkope 10

Der Haltebogen

12

Sechzehntelnoten und Sechzehntelpause 47

Die Triole 53

Die Taktierfiguren im 6/8-Takt .

Intervalle

Der Fünftonraum in Dur · Die Quinte . . . . . 19

Die große und die kleine Terz 21

Die Quarte .

66

Sechzehntelfiguren im 6/8-Takt 66

Die punktierte Achtelnote. .

Der Fünfertakt

69

78

Der Akzent 97

Gebundenes und ungebundenes Metrum

Übungen zu den bisher erarbeiteten

. 98

Rhythmen und Metren 100

Zur Taktsprache

Melodie und Form

115

Der Fünftonraum in Dur · Die Quinte 19

Der Fünftonraum in Moll.

25

Dur- und Moll-Fünftonraum mit Unterquarte 35

Dur- und Moll-Fünftonraum mit Leitton 37

Der Sechstonraum in Dur

Der Sechstonraum in Moll 42

Zur Melodie · Einsätzige Liedformen 71

Zweisätzige Liedformen . .

75

Drei- und mehrsätzige Liedformen 76

Übungen zum Erkennen des Formaufbaus

Melodische Studien

33

Die große und die kleine Sexte 43

Intervallübungen 101

Die Intervallumkehrungen (Komplementärintervalle) 104

Die Sekunde und die Septime 105

Tonleitern

Die reine oder natürliche Molltonleiter . . . . . 29

Die Durtonleitern bis zu sechs Vorzeichen . . . . 56

Enharmonische Verwechslung und Umdeutung 57 Der Quintenzirkel

zu drei Vorzeichen . . . .

Pentatonik 87 Übersicht: Tonleitern · Dreiklänge · Vorzeichnung

und Molldreiklangs

in der Akkordsymbolschrift

Die leitereigenen Dreiklänge in Dur · Die Kadenz 105

86

Ganz- und Halbtonschritt-Varianten 83 Die Pentatonik

Relative Tonsilben 114

Übersicht: Tonleitern · Dreiklänge · Vorzeichnung

Wegweiser nach Sachgebieten Heft 1

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Wieland Ziegenrücker (*1939), Studium (Musik, Musikwissenschaft) in Leipzig; zunächst Rundfunk-Musikredakteur, später Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralhaus für Kulturarbeit, 1968 bis 2000 Verlagslektor in Leipzig; langjährige Unterrichts- und Lehrtätigkeit an Landesmusikschule, Universität und Musikhochschule; zahlreiche Buchveröffentlichungen und Noteneditionen, vor allem im musikpädagogischen Bereich.

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