BV 311 – Ziegenrücker, Praktische Musiklehre, Band 1

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Wieland Ziegenrücker

P RAKTISCHE

MUSIK LEHRE

Neufassung 2026

Mit erweiterten Klangbeispielen zum Download

Wieland Ziegenrücker

P RAKTISCHE MUSIK LEHRE

DAS ABC DER MUSIK IN UNTERRICHT UND SELBSTSTUDIUM

Neufassung 2026 mit erweiterten Klangbeispielen unter Mitarbeit von Friedhelm Pramschüfer

Heft 1 BV 311

Heft 2 B V 312

Heft 3 B V 313

Zur Neufassung 2026

Mit dieser Neufassung der Praktischen Musiklehre legen Autor und Verlag ein vielschichtiges, umfassendes, nunmehr über Jahre in der Praxis erprobtes und am Schüler orientiertes Lehr- und Lernmaterial vor, dessen Mittelpunkt die gedruckten Hefte 1–3 bilden. Ihre bewährte Konzeption, inhaltliche Zielstellung und das methodische Vorgehen sind seit der Erstausgabe 2006 unverändert geblieben; jedoch fanden zahlreiche Anregungen und Hinweise von Benutzern, Lernenden wie Lehrenden, Aufnahme in die neue Auflage. In den vergangenen Jahren entstand so bereits ein den Lernprozess förderndes Zusatzangebot, wie die gedruckten Lösungshefte und je fünf Tests (Internet). Nun folgt ein weiterer wichtiger Schritt: auf Bitten zahlreicher Benutzer werden nun auch die bisher nicht berücksichtigten Notenbeispiele als zusätzliche Klangdateien zur Verfügung gestellt. Näheres dazu siehe die Anmerkungen zu den Klangbeispielen auf Seite 121. Nach reiflicher Überlegung beschränkte man sich dabei auf die Hefte 1 und 2, da Nutzer von Heft 3 bereits über genügend Erfahrung und Können verfügen, sich die Beispiele klanglich selbst zu erschließen. In die Klangdateien aufgenommen wurden auch alle Tonbeispiele der vormals einliegenden CD, sodass ein effektives, zeitsparendes Lernen möglich ist.

Die gedruckte Neufassung enthält notwendigerweise weitere Angaben und Aufgabenstellungen zu den Klangbeispielen, ist also im Textumfang deutlich erweitert. Alle Kapitel wurden zur besseren Übersicht durchnummeriert. Um einen Ausbzw. Rückblick auf den gesamten Lernstoff des Lehrgangs zu ermöglichen – etwa zum Zweck der Wiederholung oder des Nachschlagens –, sind die Inhaltsverzeichnisse sowie die Wegweiser nach Sachgebieten aller drei Hefte abgedruckt. Benutzer der älteren Auflagen finden alle ergänzenden Angaben und Aufgabenstellungen in der zum Download-Paket gehörenden Readme-Datei

Die Klangbeispiele und die Tests können auf www.breitkopf.com heruntergeladen werden. Benutzer älterer Auflagen finden dort auch das Readme sowie die Abschnitte Ein paar Worte an die Lehrer und Anmerkungen zu den Klangbeispielen und diejenigen, die keine Abspielmöglichkeiten mehr für CDs haben, auch die Tracks der früheren CD im MP3-Format. Alle Dateien stehen einzeln zur Auswahl bereit. Einfacher und besonders komfortabel gelingt der Abruf im Paket mittels des unten abgedruckten QR-Codes. .

Viele haben an der Weiterentwicklung der Praktischen Musiklehre mitgeholfen, insbesondere danke ich dem Verlag Breitkopf & Härtel und meinem Lektor Friedhelm Pramschüfer. Viel gelernt habe ich vorrangig von all denen, die ich unterrichten durfte – danke!

Leipzig, Sommer 2025

Alle nicht anders gekennzeichneten Übungen und Stücke stammen vom Autor und sind urheberrechtlich geschützt.

Heft 1 BV 311 - Lösungen BV 391

Heft 2 BV 312 - Lösungen BV 392

Heft 3 BV 313 - Lösungen BV 393

© 2006 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 4.Auflage – Neufassung mit erweiterten Klangbeispielen 2026 Alle Rechte vorbehalten

Umschlag: Andreas Jacobsen, Breitkopf & Härtel nach einem Entwurf von Kristina Otersen, Wiesbaden

Notengrafik: Wieland Ziegenrücker

Satz und Layout: Kontrapunkt Satzstudio Bautzen

Druck: Himmer GmbH – Druckerei & Verlag, Augsburg Printed in Germany

Breitkopf & Härtel KG

Walkmühlstraße 52 65195 Wiesbaden, Germany info@breitkopf.com www.breitkopf.com

Wieland Ziegenrücker

Code scannen und mit dem erhaltenen Link

den Download des Gesamtpakets im ZIP-Format (um die 476 MB) starten. Die Dateien sind auch einzeln auf www.breitkopf.com erhältlich.

Klangbeispiele und CD-Tracks: Konzeption und Realisierung: Wieland Ziegenrücker

Sprecherin: Margot Ziegenrücker

Synchron- und Tonstudio Leipzig, Hans Kölling ℗ 2006/2026 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden

1 Vom Ton . . .

Begriffe Ton, Schwingung, Tonhöhe, musikalisches Gehör

. 7

2 Die Note

. 9 Form und Platzierung des Notenkopfs

3 Die Notenlinien

Begriffe Linien- und Zwischenraumnoten

4 Die Hilfslinien .

9

11

5 Die Notennamen 11 Stammtonreihe und Klaviaturbild; Begriff Tonleiter

6 Die Oktave 13

7 Die Notenschlüssel . . . .

Violin- oder G-Schlüssel, Bass- oder F-Schlüssel, Perkussionsschlüssel; Begriff Oktavbereich

. . . 13

8 Die Oktavbereiche 15 Gesamtübersicht, Oktavierungszeichen

9 Die Notenwerte 18 Ganze Note, Halbe Note, Viertel- und Achtelnote; Platzierung von Notenkopf und Notenhals, Fähnchen und Balken

10 Die Pausenzeichen . .

. . . 20

Ganze Pause, Halbe Pause, Viertel- und Achtelpause

11 Der Takt

Begriffe Metrum und Takt; Zweier- und Dreiertakt; Taktstrich, Doppel- und Schlussstrich

12 Die Taktierfiguren im Zweier- und Dreiertakt

21

21 Die Dreiklangstöne 34 Begriffe Dreiklang, Grundstellung und Grundton

22 Rhythmusübungen mit einfachen Achtelfiguren 36

Grundfiguren mit Vierteln und Achteln

23 Das innere Gehör 40 Noten lesen und innerlich voraushören

24 Der Dreitonraum c – e 42 Begriffe Vom-Blatt-Singen und Vom-Blatt-Spielen

25 Der Fünftonraum c – g 45 Begriffe Phrase und Phrasieren

26 Erste Melodiediktate 48 Tipps

27 Die Punktierung 49 Notenwertverlängerung durch den Punkt hinter dem Notenkopf; Begriffe Dreiviertelnote und -pause

28 Das Überbinden . .

. 51 Notenwertverlängerung durch den Haltebogen

29 Der 4/4-Takt . .

54 4/4-Takt als zusammengesetzte Taktart; Ganze Note und Ganze Pause; Taktierfigur; die „Rhythmustreppe“

30 Volltakt und Auftakt .

Beziehung von Auf- und Schlusstakt; Begriff Fermate

22

13 Das Metronom 23

14 Zum Rhythmus . .

Verhältnis der Zeitdauern von Tönen; Begriffe Rhythmus, Metrum und Tempo

. . . 24

15 Tipps zum Üben von Rhythmen 25

16 Rhythmusübungen mit Vierteln und Halben 26

Begriff Grundfiguren mit Vierteln und Halben; Taktsprache; Taktzahlen; die Ganze Pause als Symbol

17 Erste Rhythmusdiktate 29 Tipps; der Rhythmuspfeil als Hilfestellung

18 Rhythmisches Zusammenspiel 31

Begriff Duo; Lautstärkegrade forte und piano; Wiederholungszeichen

19 Von Schritten und Sprüngen in der Melodie 33 Begriffe Tonwiederholung, Tonschritt, Tonsprung

20 Der Kuckucksruf . .

59

31 Melodische Übungen im 4/4-Takt . . . . . 61 Tipps zum Auswendiglernen

32 Die Lautstärkegrade . . . .

62 ff bis pp; Begriffe Dynamik, cresc. und decresc.

33 Fragen und Antworten .

Begriff Motiv; Beantwortung von rhythmischen und melodischen Motiven

. 63

34 Die Intervalle im Fünftonraum 65 Begriffe Intervall, Ober- und Unterintervall; Prime, Sekunde, Terz, Quarte, Quinte; Intervallreihen

35 Der Taktwechsel . . . . . . . . . . . . . . 69

Regelmäßiger und unregelmäßiger Taktwechsel bei gleichbleibendem Grundschlag

36 Ganz- und Halbtonschritte . . . . . . . . . 71

Ganztonschritt als große Sekunde, Halbtonschritt als kleine Sekunde; Schrittfolge im Fünftonraum

37 Das Versetzungszeichen Kreuz (k) 72 Benennen der nach oben versetzten Stammtöne

38 Das Versetzungszeichen Be (j) 73 Benennen der nach unten versetzten Stammtöne

39 Der Geltungsbereich der Versetzungszeichen 75

40 Die Namen der schwarzen Tasten . . . . . 75

41 Das Auflösungszeichen (h) . . . . . . . . . 75

42 Kreuz und Be – ein Blick zurück . . . . . . 76

Herkunft der Versetzungszeichen, unterschiedliche Benennung des 7. Stammtons

43 Übungen mit transponierten Fünftonräumen 77

Begriffe Stufen und transponieren

44 Fünftonraum mit Terz oder Quinte beginnend . .

Transponierte Tonräume

79

45 Unterschiedliche Dreitonräume . . . . . . . 81

Abweichende Halbton- und Ganzton-Schrittfolgen

46 Modale Fünftonräume . . .

. 82 Begriff modal bzw. Modus/Modi

47 Der Oktavtonraum · Die Tonleiter . . . . . 85 Tonleiter als Materialleiter; die Durtonleiter und ihr Tetrachordaufbau, die Stufen der C-Dur-Tonleiter

48 Durtonleitern mit Kreuz-Vorzeichnung . . . 87 Methodische Ableitung der Durtonleitern bis zu drei Kreuzen; Begriffe Tonart, Vorzeichnung und Leitton

49 Durtonleitern mit Be-Vorzeichnung 90 Methodische Ableitung der Durtonleitern bis zu drei Be; Begriff Gleitton

50 Tonleiter-Übungen 93

51 Die Quintverwandtschaft 94 Quintstrahl; Übersicht zur Vorzeichnung bis zu drei Vorzeichen

52 Vorzeichen oder Versetzungszeichen? 94 Zum unterschiedlichen Sprachgebrauch

53 Der Grund- oder Tonikadreiklang 95 Der Dreiklang in Bezug zu einer konkreten Durtonleiter; Begriffe Akkord und Tonika

54 Die Intervalle im Oktavraum . . . . . . . . 97

Sexte und Septime; Unterscheidung von reinen, großen und kleinen Intervallen; Begriffe Grob- und Feinbestimmung

55 Zur Chromatik 100

Begriffe diatonisch und chromatisch; die Halbtonleiter als chromatische Tonleiter

Verwendete Symbole: kennzeichnet grundlegende, zusammenfassende Merksätze.

 weist auf wichtige Einzelheiten hin. markiert praktische Tipps und Hinweise.

56 Der Achteltakt 101 Achtel als Grundschlag; 3/8- und 4/8-Takt

57 Der 6/8-Takt . . . . . . . .

Zweiertakt mit dreifacher Unterteilung

103

58 Der 2/2-Takt 106 Halbe als Grundschlag; Begriff alla breve

59 Zur Dynamik . . . . . . . . . . . . . . . . 107

Begriffe Echo-, Terrassen- und Übergangsdynamik

60 Zum Tempo 109 Metronomzahlen und italienische Tempoangaben

61 Zur Artikulation . . . . . . . .

Begriffe non legato und legato; tenuto, portato, staccato

109

62 Fine: „Das kleine Klopfkonzert“ 110 Begriffe d. c. al fine und Opus (op).

Anhang

63 Relative Tonsilben (Tonika-do) 112 Methodische Hilfe zum Erkennen und Wiedergeben der besprochenen Melodieräume

64 Die Taktsprache 113 Methodische Hilfe zum Erkennen und Wiedergeben der besprochenen Rhythmen

Wiederholungsfragen

Ein paar Worte an die Lehrer .

114

117 Zu Anliegen und Gebrauch dieser Praktischen Musiklehre

Anmerkungen zu den Klangbeispielen . . . . . . 121 Anliegen, Anwendung, Ordnungsprinzip

Wegweiser nach Sachgebieten 122 Zusammenfassung der methodischen Schritte nach den Bereichen Notenschrift, Rhythmus, Melodie, Intervalle, Tonleitern und Allgemeines

Wegweiser nach Sachgebieten Heft 2 123

Wegweiser nach Sachgebieten Heft 3 . . . . . . 124

Inhaltsverzeichnis Heft 2 . . . . . . . . . . . . 125

Inhaltsverzeichnis Heft 3 . . . . . . . . . . . . 127

Die Namen der Klangdateien sind wie folgt aufgebaut:

 | Kapitelnummer | Aufgabe, Übung: z. B.  12.01

weitere Untergliederung: z. B.  12.01_1_2

Gruppe aus zwei Übungen: z. B.  12.01_1+2

Gruppe aus mehreren Übungen: z. B.  12.01_1...5

Zur Einführung

Nimm dir bitte ein paar Minuten Zeit, um diese einführenden Zeilen zu lesen, denn du erhältst einige notwendige Informationen zu diesem mehrteiligen Lehrwerk.

Du hast dich entschlossen, einen Teil deiner Freizeit mit der Musik zu verbringen und vermutlich spielst du schon ein Instrument bzw. willst bald mit dessen Erlernen beginnen und/oder du singst gern mit Freunden, vielleicht auch in einem Chor. Diese Praktische Musiklehre will dich unterstützen, etwas tiefer in die Musik einzudringen, denn Musiklehre und praktisches Musizieren bilden eine Einheit. Wer selbst musizieren möchte und Musik erleben und verstehen will, muss nicht nur auf dem Instrument üben, sondern sollte Noten lesen können und noch einiges mehr, also möglichst das „Handwerk“ der Musik von Anfang an erlernen. Dabei wollen wir helfen.

Im Laufe der Arbeit mit diesem Lehrmaterial wirst du wichtige musikalische Grundlagen und deren Zusammenhänge begreifen und anwenden können. Noten bleiben keine Geheimschrift, sondern werden lebendiger Klang. In diesem Schulwerk geht es in kleinen überschaubaren Kapiteln Schritt für Schritt voran. Viele praktische Beispiele und Aufgaben erleichtern das notwendige Lernen und Verstehen von grundlegenden Regeln und musikalischen Gegebenheiten. Verschiedene Themen werden so kombiniert, dass du bald Fortschritte im Umgang mit Melodien und Rhythmen spüren wirst.

Die Darstellung des Lehrstoffs ist so gehalten, dass du auch im Selbststudium dein Ziel erreichst. Eine wesentliche Unterstützung bieten dir die dazugehörenden Klangbeispiele, denn zu fast jedem der abgedruckten Notenbeispiele gibt es auch einen Audiotrack (lies dazu ab Seite 121). Anstelle der den älteren Auflagen beigefügten CD, sind die Klangbeispiele jetzt auf www.breitkopf.com/BV 311/Downloads verfügbar. Oder, ganz bequem und zusammen im Paket mit den weiteren digitalen Materialien, über den QR-Code auf Seite 2 (Näheres siehe dort).

Das Erarbeiten der verschiedenen Musiklehre-Themen, insbesondere der Gehörbildung, gemeinsam mit dem Freund bzw. der Freundin oder in einer kleinen Gruppe ist, wie du bald merken wirst, in vielerlei Hinsicht sehr vorteilhaft. Nutze deshalb diese Variante, wenn du die Möglichkeit dazu hast. Dennoch führt das Material bei der Anleitung durch einen verständigen, erfahrenen und zielstrebigen Lehrer sicher rascher und umfassender zu einem positiven Ergebnis.

Jedes Thema baut auf den Vorangegangenen auf. Gehe deshalb bitte erst zum nächsten Kapitel, wenn du den Stoff eines Abschnitts verstanden, gelernt und geübt hast. Vermutlich sind dir einige Dinge schon aus der Schule oder dem Instrumentalunterricht bekannt, dennoch ist es vorteilhaft, die entsprechenden Seiten ebenfalls durchzulesen und einige Aufgaben aus den betreffenden Themenfeldern zu lösen.

Die Übungen in der Praktischen Musiklehre sind auch als Modelle gedacht und sollten dir als Anregung für das weitere Aneignen anderer Stoffeinheiten dienen: Übe sie, verändere sie, finde eigene Beispiele dazu. Nutze dabei möglichst das gesamte stilistische Spektrum der Musik. Wir haben uns in den abgedruckten Beispielen auf bekannte, bewusst aber auch auf unbekannte Lieder und Tänze aus aller Welt sowie

Melodien aus dem oft zitierten klassischen Bereich konzentriert. Ergänze und erweitere das Arbeitsmaterial selbst, z. B. durch aktuelle Popsongs, Film-Hits oder andere Titel, die deinen speziellen Interessen entsprechen; allerdings sollten sie im Schwierigkeitsgrad dem jeweiligen Lernstadium angepasst sein.

Bringe deine Kreativität in jeder Phase des Lernens ein. Steht die Aufgabe, eigene Melodien oder Rhythmen zu erfinden, so versuche dabei immer, ein Stück Musik zu formen. Mit zunehmender Übung wirst du die niedergeschriebenen Noten nach und nach auch ohne Instrument mit dem sogenannten „inneren Gehör“ klingen hören. Hilfreich, ja notwendig dazu ist das Singen. Bitte keine Hemmungen – du sollst kein Opernsänger oder Popstar werden, sondern zunächst ganz allein für dich immer wieder die in diesem Heft geforderten Tonräume (sauber) singen, summen oder pfeifen. Singe stets alle Beispiele in der dir eigenen Stimmlage, auch wenn sie im anderen Notenschlüssel notiert sind (oktaviere!), und kontrolliere dein Singen anfangs mit dem Instrument. Chorsingen oder das Singen in einer kleinen Gruppe (auch im Unterricht) wird dir sehr helfen. Außerdem solltest du auch immer wieder auf dein Instrument zurückgreifen, um das Gehör zu schulen und dir so – spielend –bestimmte Grundfiguren „über die Finger“ einzuprägen. Auch ein kleines, preisgünstiges Keyboard leistet dazu gute Dienste. „Klopfe“ lautet die Anweisung bei Rhythmusübungen ganz allgemein. Entscheide bitte selbst (falls es der Lehrer nicht vorgibt), ob und wie geklopft werden soll (mit Finger, Hand, Stift), oder ob du durch Klatschen ein besseres Ergebnis erreichst.

Etwas Body Percussion kann durchaus beleben, natürlich auch das Einbeziehen diverser Schlaginstrumente.

Wiederholungen des Lernstoffs sind ein wesentliches Prinzip im Aufbau der Praktischen Musiklehre. Zurückblättern ist keine Schande, sondern oft eine Notwendigkeit zur Festigung des Lehrstoffs. Besorge dir Notenpapier, Bleistift sowie Radiergummi und löse alle schriftlichen Aufgaben auf einem Extrablatt, bitte nicht im gedruckten Heft. Du siehst sonst die Ergebnisse schon vor dir, wenn du Tage (oder Jahre) später ein Kapitel wiederholen willst. Und noch eine Bitte: Notiere die Lösungen handschriftlich, du lernst so die Notenschrift und die besprochenen Themen intensiver und nachhaltiger. Singe möglichst vor jeder Übeinheit Intervalle, Tonleitern sowie Dreiklänge und löse einige (auch bereits erarbeitete) Aufgaben. Stelle dir, wie der Sportler, ein kleines individuelles Warm-Up-Programm zusammen.

Hier noch ein für den Lernprozess hilfreicher Tipp: Versuche von Anfang an, alle Aufgaben (wenn möglich) selbst und ohne zusätzliche Hilfsmittel zu lösen. Bemühe dich immer wieder, „innerlich“ zu hören, „stumm“ zu singen und zu klopfen bzw. „in Gedanken“ auf deinem Instrument zu greifen. Nutze deshalb die Klangbeispiele ebenso wie das Lösungsheft (BV 391) zunehmend nur zum späteren Vergleich als zum ständigen Klangbeispiel-Voraus-Anhören bzw. Lösungen-Vorab-Nachschlagen. All das mag anfangs recht schwierig erscheinen, doch im Laufe der Zeit stellt man fest, dass sowohl das Lernen als auch das Musizieren viel mehr Freude bereitet und der Umgang mit Musik in all ihrer Vielfalt immer intensiver und vertrauter wird.

Nun aber genug der Vorrede, im Heft erhältst du an gegebener Stelle noch weitere spezielle Tipps.

Viel Erfolg wünscht

1

Vom Ton

Man erkennt den Ton an seinen Eigenschaften, meist im Vergleich zu anderen Tönen: Er kann hoch oder tief, laut oder leise, kurz oder lang klingen. Wichtig ist auch seine Klangfarbe, die wesentlich von der Tonerzeugung des jeweiligen Instruments abhängt. Der Ton entsteht durch Schwingungen. Schwingen können feste Körper, z. B. die Saite der Geige oder der Gitarre, das Fell der Pauke, der Metallstab des Triangels, oder die Luftsäule in einem Blasinstrument und in der Orgelpfeife. Schwingungen entstehen aber auch auf elektronischem Wege durch einen Tongenerator, z. B. im Keyboard oder im Synthesizer. Alle diese Schwingungen erreichen über die uns umgebende Luft das Ohr, werden dort erkannt und in unserem Gehirn weiterverarbeitet – ein komplizierter Prozess.

Musikhören setzt bewusstes Zuhören voraus, Musizieren erfordert Ausbildung des „musikalischen Gehörs“. Was aber ist ein musikalisches Gehör? Vereinfacht: Musik hören, in uns aufnehmen, erkennen, verstehen. Wir wollen eine Melodie nachsingen oder nachspielen, später sogar in Noten aufschreiben.

Beginnen wir mit Übungen zur Tonhöhe, es soll ein Ton nachgesungen werden – das ist für einige eine Selbstverständlichkeit, für einige eine schwierige Aufgabe.

Deshalb einige Tipps und Standardaufgaben vorab:

• Übe möglichst mit einem (fortgeschrittenen) Partner. Er soll Töne vorgeben, er kann deine Ergebnisse überprüfen und dir helfen.

• Spiele Einzeltöne, später Tongruppen auf deinem Instrument oder einem Keyboard und singe diese nach.

• Finde einen vorgegebenen Ton auf dem Instrument wieder. Der Partner spielt auf seinem Instrument, du antwortest mit deinem.

• Merke dir einen Ton. Höre einen Ton, singe und speichere ihn, dann erklingen einige andere Töne, nun singe den ersten Ton.

• Achte zunehmend auf sauberes Singen, auf exakte Tonhöhen. Kontrolliere dich, besser: lass dich kontrollieren.

• Übe oft. Nur so wirst du allmählich sicherer und bekommst das „Gefühl“ für den Tonraum.

Als erstes wollen wir Töne in unserer Stimmlage nachsingen. Frauen und Männer haben unterschiedliche Stimmlagen: Frauen sprechen und singen höher, Männer tiefer. Die erste Aufgabe ist in höhere und tiefere Stimmlagen unterteilt. Singe bitte nur die Töne, die deinem Stimmumfang entsprechen, die du mühelos singen kannst. Du hörst einen Ton: nimm ihn auf und singe ihn nach (dazu wird er leise wiederholt); abschließend erklingt derselbe Ton noch einmal zur Kontrolle.

1 Höre Töne und singe sie nach.

 01.01_1 / CD 1 Track 1: 6 Beispiele mit Tönen in höherer Stimmlage.

 01.01_2 / CD 1 Track 2: 6 Beispiele mit Tönen in tieferer Stimmlage.

2 Finde die Töne aus Aufgabe 1 wenn möglich auf deinem Instrument (beachte dessen Tonumfang).

Der nächste Schritt: Singe nun auch die Töne, die nicht deinem Stimmumfang entsprechen, die für dich zu hoch bzw. zu tief sind. Höre den Originalton, nimm ihn in Ruhe auf und singe ihn in dem Tonbereich, der dir „liegt“. Du wirst bald spüren, dass das gar nicht so schwer ist. Du singst im Abstand einer Oktave (siehe Seite 13) zum Originalton.

Am Ende des Duos steht ein Schlussstrich mit zwei Punkten, das Wiederholungszeichen. Es fordert die Wiederholung der bereits gespielten Takte, hier des gesamten Stückes.

71  18.01 / CD 1 Track 17: Duo 1. Klopfe die Stimmen wie auf Seite 31 angegeben. Beachte f und p

Im folgenden Duo gilt es die Pausen genau einzuhalten bzw. auszuzählen, da die Stimmen unterschiedlich einsetzen. Übe erst jede Stimme einzeln. Verfolge beim Klopfen möglichst auch die andere Stimme – mit Augen und Ohren!

Beachte, dass bei den Wiederholungen die Stimmen im Klangbeispiel wechseln. Das „umgekehrte“ Wiederholungszeichen (Takt 9) kennzeichnet den Beginn der zweiten Wiederholung. Spiele zweimal Takte 1–8, dann zweimal Takte 9–16.

72  18.02 / CD 1 Track 18: Duo 2. Klopfe die Stimmen wie oben angegeben. Beachte f und p

Vielleicht gelingt es dir sogar schon, beide Stimmen der Duos gleichzeitig auf die rechte und linke Hand verteilt zu klopfen. Das kann für Sänger und die Instrumentalisten, die gewohnt sind nur eine Stimme zu lesen und zu spielen, recht schwierig sein. Deshalb für sie einige Vorübungen. Die unterschiedliche Richtung der Notenhälse gibt die Verteilung auf die rechte und linke Hand an (siehe Seite 29).

73

 18.03_1…4: Klopfe die Übungen 1–4 im langsamen Tempo. Übe auch mit Handwechsel.

 18.03_5: Höre in schnellerem Tempo zusammengefasst die Übungen 1+2, klopfe mit;

 18.03_6: ebenso die Übungen 3+4.

74 Klopfe im langsamen Tempo. Beachte die Wiederholungen und die angegebenen Lautstärken.

 18.04_1: Übung 1.  18.04_2: Übung 2. In schnellerem Tempo.  18.04_3: Übung 1.

 18.04_4: Übung 2. Wechsle auch hier die Hände.

Test 1

Achtung! An dieser Stelle hast du Gelegenheit, das bisher Gelernte zu überprüfen (siehe Seite 2).

19 Von Schritten und Sprüngen in der Melodie

Nun zu einem weiteren Bestandteil von Musik, zur Melodie. Melodie ist Bewegung, ist das Fortschreiten von Ton zu Ton, von Tonhöhe zu Tonhöhe.

Wir wollen zunächst drei Begriffe erarbeiten, die uns helfen, Melodien zu erfassen und aufzuschreiben. Eine Melodie besteht aus

• Tonwiederholungen – der gleiche Stammton wird wiederholt,

• Tonschritten – auf- oder abwärts zum benachbarten Stammton,

• Tonsprüngen – auf- oder abwärts zum übernächsten Stammton oder weiter.

75 Unterscheide in den Noten Tonwiederholung (a), Tonschritt (b) und Tonsprung (c).

 19.01_1: Vergleiche Klang und Noten.  19.01_2: Handelt es sich um Tonwiederholung, -schritt oder -sprung? Bestimme die Töne paarweise (wie im Klangbeispiel als Modell vorgegeben).

76 Singe die Melodieanfänge bekannter Lieder oder Musikstücke und unterscheide dabei den Tonverlauf der ersten Töne genauer. Erkenne Tonwiederholungen, Schritte und Sprünge und notiere dazu Beispieltitel. Zusätzliches Arbeitsmaterial findest du in  19.02_1…10 (Liedtitel in Aufgabe 161, Seite 60).

77  19.03 / CD 1 Track 19: Benenne das Fortschreiten der Töne in den zwei wiederholten Sechstonfolgen.

20 Der Kuckucksruf

Nun kommen erste Töne der Stammtonreihe (siehe Seite 11) zum Klingen. Sicher hast du schon einmal den Kuckuck rufen hören. Ist der zweite Ton des Kuckucksrufs höher oder tiefer als der erste? Wie ruft der Kuckuck – Schritt oder Sprung? Probiere auf deinem Instrument.

Wir notieren den Ruf mit den Stammtönen g und e:

78  20.01 / CD 1 Track 20: Höre den Kuckucksruf. Singe ihn auch von anderen Tönen aus.

Auch beim Rufen von Namen verwenden wir die „Kuckuckstöne“, dabei ist die betonte Silbe immer oben.

 20.02: Singe bzw. sprich die Namen zu den 5 Rufen im Klangbeispiel (mehrmals ausgeführt).

79 Finde andere Namen oder Begriffe (z. B. Ortschaften, Tiere, Sportarten), die sich mit diesen beiden Tönen darstellen lassen. Schreibe die Noten, darunter die Silben.

80  20.03 / CD 1 Track 21: Höre insgesamt 8 Rufe. In welchen Beispielen erkennst du den Kuckuck?

21 Die Dreiklangstöne

Dem Kuckucksruf wird mit einem Sprung nach unten der Stammton c angefügt:  21.01_1.:

Die drei Töne klingen gut zusammen, diese Folge nennt man Dreiklang.

 21.01_2: Vergleiche Tasten, Klang- und Notenbild.

Dreiklänge sind für die gesamte Musik von sehr großer Bedeutung und werden uns immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen beschäftigen. Die Grundform des Dreiklangs (Fachbegriff: Grundstellung) entspricht der gelernten Reihenfolge der Stammtöne: c–e–g, von unten nach oben gebildet 1–3–5. Der Ton c hat in diesem Dreiklang eine wichtige Funktion, er bildet das Fundament, über dem sich die anderen Dreiklangstöne aufbauen. Er ist der Grundton. Wir können den Dreiklang über und unter jedem Ton singen.

81  21.02 / CD 1 Track 22: Höre den Dreiklang aufwärts, abwärts, auf- und abwärts – singe mit.

82 Singe Dreiklänge in deiner Stimmlage auf Silben von verschiedenen Tönen aus auf- und abwärts.

 21.03: 6 Beispiele. Ablauf: Ton hören, Ton singen, Dreiklang singen, Dreiklang zur Kontrolle hören.

 Zum Fingersatz auf der Klaviatur/Tastatur:

• Rechte Hand – schlage den Dreiklang aufwärts mit Daumen, Mittelfinger und Kleinem Finger an.

• Linke Hand – Kleiner Finger, Mittelfinger und Daumen.

83 Versuche die Dreiklangsmelodien vor dem Anhören von einem beliebigen Ton aus auf Silben zu singen. Spiele sie dann auf deinem Instrument, singe abschließend auf Notennamen ( 21.04_1+2).

Zusatzaufgaben: 1) Singe die Melodien auf Silben auch von anderen Tönen aus.

2) Übertrage Übung 2 acht Töne tiefer in den Bassschlüssel.

3) Gestalte die Übungen mit f und p.

84 Vervollständige die Melodie nur mit Dreiklangstönen und singe sie. Verwende dafür die Notenwerte Viertel und Halbe ( 21.05: Durchlaufender Grundschlag).

Zusatzaufgabe: Übertrage deine Melodie acht Töne höher in den Violinschlüssel.

Einprägen sollten wir uns noch den Tonraum der Melodie sowie den Anfangs- und den Endton der einzelnen Abschnitte.

165 Singe oder spiele ( 31.04), lerne die Melodie auswendig. Schreibe dann die Melodie (eventuell abschnittsweise) aus dem Gedächtnis nieder.

 Ein Hinweis zur Taktzählung: Takt 1 ist der erste Volltakt, der Auftakt wird nicht gezählt.

Unser letztes Liedchen in diesem Kapitel sieht rhythmisch kompliziert aus. Unterlege die Zählzeiten (mit +) und erarbeite erst die gekennzeichnete Rhythmusfigur in einem langsamen Tempo, dann dürfte das weitere „von allein“ laufen.

166 Singe und spiele ( 31.05).

32 Die Lautstärkegrade

Unter dem Begriff Dynamik versteht man die verschiedenen Lautstärkegrade und die Übergänge von einem Lautstärkegrad in einen anderen. Wir kennen bereits die Grundwerte forte und piano.

Die dynamischen Angaben im Notenbild sind – historisch bedingt – dem Italienischen entnommen und mit abkürzenden Buchstaben dargestellt.

ff = fortissimo = sehr laut

f = forte = laut, stark

mp = mezzopiano = halbleise

p = piano = leise, schwach mf = mezzoforte = halblaut

pp = pianissimo = sehr leise

Soll eine Stelle noch stärker als fortissimo erklingen, so schreibt man fff, ffff oder gar fffff. Im Piano-Bereich vermerkt man gelegentlich bis ppppp. Doch jeder wird Aufforderungen wie piano oder forte unterschiedlich empfinden und ausführen – entscheidend ist, dass sich der vom Komponisten beabsichtigte Kontrast bzw. Effekt ergibt.

Einen allmählichen Übergang von forte zu piano und umgekehrt zeigt man in den Noten entweder durch sogenannte „Gabeln“ oder entsprechende Abkürzungen schriftlicher Anweisungen an:

cresc./crescendo = an Lautstärke zunehmend, stärker werdend decresc./decrescendo = an Lautstärke abnehmend, leiser werdend

Präge dir bitte diese Begriffe ein, denn du wirst sie beim Musizieren brauchen.

33 Fragen und Antworten

Wie in der Sprache werden auch in der Musik Fragen gestellt und Antworten gegeben. Die folgende Übung soll das verdeutlichen. Wichtig ist, dass das Antworten spontan, ohne Pause erfolgt – bleibe „im Takt“, im Metrum! Frage und Antwort sollen zunächst jeweils zwei Takte umfassen. Die einfachste Antwort besteht in der Wiederholung der Frage, aber sicher fällt dir etwas Originelleres ein.

Hier ist eine Frage, ein Rhythmus, mit zwei Antworten:

( 33.01_1)

( 33.01_2)

... gib die dritte und vierte Antwort:

Hier noch ein Beispiel mit dynamischen Abstufungen:

( 33.01_3)

( 33.02_1)

( 33.02_2)

Nun kommen nur Fragen mit der Bitte um Beantwortung. Nutze dazu (wenn vorhanden) auch die Klangmöglichkeiten verschiedener Perkussionsinstrumente.

51 Die Quintverwandtschaft

Bei der Entwicklung der Durtonleitern ist die Quinte ein wichtiges Intervall. Nehmen wir den Stammton c als Mittelpunkt, so kommen wir in Quintschritten aufwärts in den Bereich der Kreuz-Tonarten, abwärts in Quintschritten in den Bereich der Be-Tonarten.

Im Notenbild vom kleinen c aufwärts (die Quinttöne sind hervorgehoben):

Von c3 abwärts:

Nachfolgend die Vorzeichnung der besprochenen Tonarten im Violin- und Bassschlüssel:

52 Vorzeichen oder Versetzungszeichen?

Unterscheide:

• Die Vorzeichnung steht in jeder Notenzeile vorn nach dem Schlüssel und gilt für alle Takte und für alle Oktavbereiche. In der ersten Zeile erscheint sie zwischen Notenschlüssel und Taktangabe.

• Die Versetzungszeichen stehen immer vor einzelnen Noten und gelten nur für den jeweiligen Takt und Oktavbereich.

Nur zur Information: Einige Musiker reden umgangssprachlich immer von „Vorzeichen“, auch wenn diese nur vor der Note im Takt stehen. Die Vorzeichnung nennen sie dann Generalvorzeichnung oder wesentliche Vorzeichnung, die Versetzungszeichen in den Noten zufällige Vorzeichnung. Wir bleiben bei unserer bisher gelernten Unterscheidung.

259 Notiere aus dem Gedächtnis die Tonleitern mit richtiger Vorzeichnung.

Im Violinschlüssel: F-Dur, D-Dur, Es-Dur und A-Dur; im Bassschlüssel: B-Dur, G-Dur, A-Dur und Es-Dur.

260 Erkenne Fehler und begründe deine Korrektur.

261 Schreibe die Beispiele aus Aufgabe 194 mit Vorzeichnung.

53 Der Grund- oder Tonikadreiklang

Beim Üben der Fünftonräume haben wir uns bereits mit dem Dreiklang beschäftigt (ab Seite 34) und das nun Kommende vorbereitet. Denn: Zu jeder Durtonleiter gehört ein Grunddreiklang. Er setzt sich – wie bekannt – aus Grundton, Terz und Quinte zusammen (kurz: 1–3–5) und kann als Melodiefigur nacheinander (umgangssprachlich: „gebrochen“) oder im Zusammenklang gleichzeitig gespielt werden. Den Zusammenklang bezeichnet man auch als Akkord (lat. accordare = übereinstimmen, zusammenklingen). Da der Grundton auch Tonika genannt wird, spricht man beim Grunddreiklang vom Tonikadreiklang (in C-Dur der C-Dur-Dreiklang).

262 Schreibe die Tonikadreiklänge aufwärts (Grundton beginnt) in Melodieform („gebrochen“) im Violinund Bassschlüssel: 1) F-Dur, 2) D-Dur, 3) A-Dur, 4) Es-Dur.

Zusatzaufgabe:  53.01: Höre den Grundton, singe den Dreiklang in deiner Stimmlage auf Klopfzeichen aufwärts, singe dann auf Notennamen mit.

263 Schreibe die Tonikadreiklänge abwärts (Quintton beginnt) in Melodieform („gebrochen“) im Violinund Bassschlüssel: 1) G-Dur, 2) C-Dur, 3) F-Dur, 4) B-Dur.

Zusatzaufgabe:  53.02: Höre den Quintton, singe den Dreiklang in deiner Stimmlage auf Klopfzeichen abwärts, singe dann auf Notennamen mit.

264  53.03 / CD 1 Track 77: Höre 3 Durtonleitern, singe danach auf Klopfzeichen den zugehörigen Grunddreiklang; vergleiche mit der abschließenden Lösung.

67. Zählt ein Versetzungszeichen für einen Takt oder für mehrere Takte? 75

68. Welche Gültigkeit haben Versetzungszeichen in den einzelnen Oktavbereichen? 75

69. Nenne jeweils die beiden Namen der fünf schwarzen Tasten. 75

70. Was bewirkt das Auflösungszeichen? 75, 76

71. Erkläre die Bedeutung des Begriffs Stufe in der Musik. 77

72. Was versteht man unter transponieren? 77

73. Wo liegen die Halbtonschritte in den besprochenen modalen Fünftonräumen? 82

74. Erkläre den Begriff Tonleiter. 85

75. Was ist ein Tetrachord? 86

76. Wie ist ein Dur-Tetrachord aufgebaut? 86

77. Beschreibe den Aufbau der Durtonleiter. 86

78. Erkläre die Begriffe Leitton und Gleitton. 89, 91

79. Erkläre die Quintverwandtschaft der Durtonleitern. 94

80. Unterscheide Versetzungszeichen und Vorzeichen (bzw. Vorzeichnung). 94

81. Was ist ein Akkord? 95

82. Aus welchen Tönen der Durtonleiter besteht der Tonikadreiklang? 95

83. Welche Intervallabstände beschreiben Sexte und Septime? 97

84. Nenne die reinen Intervalle. 98

85. Nenne die großen und kleinen Intervalle. 98

86. Wie bezeichnet man die Folge aller Halbtonschritte? 100

87. Was ist beim Aufschreiben chromatischer Tonfolgen (auf-/abwärts) zu beachten? 100

88. Beschreibe die Betonungsverhältnisse im 3/8-, 4/8- und 6/8-Takt. 101, 103

89. Worin unterscheiden sich 3/4- und 6/8-Takt? 103

90. Was ist ein Alla-breve-Takt? 106, 107

91. Was bedeuten die Begriffe Terrassendynamik und Übergangsdynamik? 108

92. Nenne italienische Bezeichnungen für mittlere Tempi. 109

93. Nenne italienische Bezeichnungen für schnelle Tempi. 109

94. Nenne italienische Bezeichnungen für langsame Tempi. 109

95. Wie bezeichnet man das Verzögern und Beschleunigen des Tempos? 109

96. Erkläre den Begriff Artikulation. 109

97. Worin unterscheiden sich die Artikulationsweisen legato und non legato? 110

98. Was versteht man unter tenuto, portato und staccato? 110

99. Was bedeutet Fine? 110

100. Erkläre die Spielanweisung da capo al fine. 110

Abschlusstest

Achtung! An dieser Stelle hast du Gelegenheit, das bisher Gelernte insgesamt zu überprüfen.

Ein paar Worte an die Lehrer …

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

zunächst ein herzliches Dankeschön, dass Sie sich mit dieser Praktischen Musiklehre auseinandersetzen.

Sie ist in einem langen Prozess konzipiert, mehrfach überarbeitet sowie in der Praxis erprobt worden und viele haben zur Profilierung beigetragen – bewusst (nette, erfahrene Kollegen), meist aber unbewusst (ebenso nette wie wissbegierige Schüler).

… Und hier gleich ein Hinweis an Benutzer der älteren Auflagen: Sie können diese Hefte ohne Einschränkungen weiterverwenden, denn die Neufassung basiert auf der gleichen Konzeption. Aber fast jedes Notenbeispiel liegt jetzt auch als Klangdatei vor, der Text ist deshalb erweitert, die Kapitel nummeriert. Der kostenlose Download (www.breitkopf.com) enthält eine Readme-Datei, in der jeder Track benannt und kommentiert wird; eine willkommene Hilfe für die Hausarbeit und das Selbststudium.

Selbst wenn wir uns auf das aktuelle Angebot beschränken, ist die Zahl der gedruckten Musiklehren, Musikkunden oder wie immer sich diese Veröffentlichungen im Untertitel nennen, immens und ihre Konzeptionen unterscheiden sich erheblich. Einige Autoren handeln den Stoff nach Sachgebieten ab, andere bieten detailliert ausgearbeitete Stundenbilder an, viele konzentrieren sich ausschließlich auf Wissensvermittlung – jede Vorgehensweise hat, wie Sie sicher bestätigen können, Vor- und Nachteile.

Das Fach Musiklehre fördert die praktische Musikausbildung und ermöglicht einen besseren Zugang zum Verständnis von Musik. Instrumentalisten und Sänger benötigen erweiterte musikalische Grundkenntnisse als Interpretationshilfe. Im Idealfall sollte der Hauptfachlehrer all diese Dinge in seinen Unterricht einfließen lassen, leider scheitert das jedoch häufig am Zeitfaktor. Die Praktische Musiklehre will hier Unterstützung geben. Die Darstellung des Lehrstoffs ermöglicht ein erfolgreiches Selbststudium, dennoch führt das Material bei der Anleitung durch einen verständigen, erfahrenen und zielstrebigen Lehrer sicher rascher und umfassender zu einem positiven Ergebnis. Diese Ausgabe eignet sich nicht nur für den Unterricht an Musikschulen und ähnlichen Einrichtungen, sondern auch für Lehrgänge und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich des musikalischen Laienschaffens, die meist über einen längeren Zeitraum laufen und intensive Hausarbeit erfordern.

Wir sind uns wohl einig: Das Schulwerk, das allen und allem gerecht wird, gibt es nicht. Dennoch habe ich mich dieser Aufgabe gestellt. Ausgangspunkt meiner methodischen Überlegungen war, ein Material zu schaffen, das – vergleichbar einer Instrumentalschule – Schritt für Schritt in den Lehrstoff einführt und ein organisches, aufeinander abgestimmtes System bildet.

Die einzelnen Teilgebiete der Musiklehre sind so miteinander verbunden, dass ein effektiver, für viele gangbarer Weg entsteht, der die notwendigen theoretischen Fakten mit lebendigem Musizieren vereint und gleichzeitig den vielfältigen und unterschiedlichen Ansprüchen der Praxis im Selbststudium, aber natürlich insbesondere im Einzel- und Gruppenunterricht gerecht wird.

Der Problematik eines derartigen Vorhabens bin ich mir durchaus bewusst: die Bedingungen, unter denen Unterricht stattfindet (vorgegebene Stundenzahl, Größe der Gruppe, Aktivität der Teilnehmer usw.), die Voraussetzungen, die die Schüler mitbringen (Begabung, Lernbereitschaft, Zeitfonds usw.), und schließlich auch die Anforderungen und Erwartungen der Lehrenden sind sehr unterschiedlich. Aber gerade weil so viel unterschiedliche Voraussetzungen vorhanden sind, kann ein flexibel nutzbares Basismaterial hilfreich sein, mit dem in der speziellen Unterrichtssituation angemessen gearbeitet werden kann. Das Unterrichten nach einem solchen Konzept wird erleichtert, weil wir als Lehrer einerseits auf die gedruckten erklärenden Texte und Übungen verweisen können und uns andererseits so Freiräume für eigene Darstellungen und notwendige individuell formulierte Aufgabenstellungen schaffen.

Ein wesentliches Anliegen dieser Ausgabe ist es also, Sie in Ihrer verantwortungsvollen Unterrichtstätigkeit zu unterstützen, ohne Ihre eigene Kreativität einzuengen.

Es gibt verschiedene Wege die Praktische Musiklehre im Unterricht einzusetzen:

• Sie schließen sich dem in den Heften vorgegebenen methodischen Weg an und ergänzen mit Hinweisen, Übungen oder Zusatzinformationen aus Ihrem persönlichen Erfahrungsschatz.

• Sie übernehmen ausgewählte Kapitel bzw. Teile daraus und fügen diese in Ihr Unterrichtskonzept ein. Für diejenigen, die gern einzelne Sachgebiete

zusammenhängend lehren und möglichst rasch abschließen wollen, gibt es am Ende jedes Heftes einen „Wegweiser“, der die einzelnen Kapitel entsprechend zuordnet.

• Sie nutzen die Texte in der Ausgabe zur allgemeinen Wiederholung, z. B. als Prüfungsvorbereitung. Sie verwenden gezielt Aufgaben und Übungen zur praktischen Weiterbildung des Schülers und zur Vertiefung seines Wissens. Und nicht zuletzt: Sie profitieren von den vielen methodischen Anregungen für Ihre eigene Arbeit.

In der Praktischen Musiklehre steht das Wecken und ständige Einbeziehen der Kreativität des Lernenden im Vordergrund. Ermuntern Sie ihre Schüler auf jedem Leistungsniveau immer wieder zu eigenen rhythmisch-melodischen Erfindungen, zu eigenen weiterführenden Aufgaben.

Lassen Sie den Schüler

• selbst erfundene Rhythmen vorstellen und von Mitschülern nachklopfen,

• selbst erfundene Motive vorsingen oder vorspielen und von Anderen beantworten,

• zunehmend eigene Melodien in kleinen Liedformen als Musikdiktat vorgeben,

• einprägsame Silben zu Melodie- und Rhythmusfiguren finden,

• Texte zu den melodischen Erfindungen schreiben,

• eigene Intervallreihen, später auch Harmoniefolgen zum Diktat anbieten,

• Melodien mit Dynamik und Artikulation versehen,

• kleine Lehreinheiten selbst unterrichten ...

Die eigenen Erfindungen werden vorgestellt, bewertet und mit den Lösungen anderer Mitschüler verglichen – so lernt jeder dabei.

In den Heften wird durch vielgestaltige Aufgabenstellungen zum Lernen animiert. Aber auch hier ist Ihre Aktivität gefordert, indem Sie einerseits bei begabten Schülern Übungen weglassen bzw. maßgeschneiderte Zusätze finden, andererseits leistungsschwächere Teilnehmer durch weitere individuelle Übungen fördern. Dies trifft besonders auf die Gehörbildung zu: Die mit dieser Neufassung verbundenen Klangbeispiele sind ein idealer Partner für das Üben zu Hause, den Unterricht aber sollten Sie mit eigenen Beispielen bereichern.

Damit der Lernende nicht auf ein einseitiges Klangbild (im Musiklehre-Unterricht meist Keyboard/ Klavier) fixiert wird, sind in den Tonbeispielen sowohl bei den Rhythmen als auch bei den Melodien viele unterschiedliche Musikinstrumente herangezogen

worden. Im Vordergrund steht aber immer das Erkennen der jeweiligen musikalischen Strukturen, das Erraten des imitierten Instruments ist bestenfalls ein Nebeneffekt. Alle Tracks sollten je nach Leistungsstand und Auffassungsvermögen des Schülers mehrfach abgehört werden; das betrifft insbesondere die Melodie- und Rhythmusdiktate.

In den ersten Unterrichtsstunden werden vermutlich aufgrund unterschiedlicher Vorbildung innerhalb der Gruppe abweichende Voraussetzungen deutlich. Entscheiden Sie deshalb selbst, mit welchem Kapitel Sie beginnen, aber achten Sie bitte darauf, dass der Inhalt der übersprungenen Abschnitte von allen Schülern beherrscht wird, damit später keine hinderlichen Lücken auftreten.

Wir gehen davon aus, dass die Lernenden, wenn sie das erste Heft in die Hand bekommen, schon in irgendeiner Form einen ersten praktischen Bezug zur Musikausübung haben – sei es durch Singen in einem Chor, sei es durch Musizieren in einem Ensemble, sei es durch schulische Instrumental- oder Vokalausbildung. Deshalb steht in vielen Aufgaben der Hefte immer wieder die Aufforderung „Singe und spiele“. Damit soll vor allem das innere Gehör geschult und gefestigt werden.

Wie wichtig das Singen (auch der Instrumentalisten) zur Aneignung der verschiedenen Musiklehre-Themen ist, muss wohl nicht näher ausgeführt werden. Aber jeder weiß um die leider verbreitete Scheu davor. Versuchen Sie bitte beharrlich und mit viel pädagogischem Geschick, diese Hemmungen zu reduzieren. Es geht in unserem Falle nicht um das „Schön-Singen“, es geht vielmehr um die individuelle stimmliche Äußerung zum Verständnis und zum Bewusstmachen musikalischer Zusammenhänge. Lassen Sie deshalb (anfangs) auch Summen oder Pfeifen zu. Notwendige Grundlage ist zunächst das Töne-Treffen – eine Aufgabe, die es insbesondere mit „Problemfällen“ (vielleicht auch vor oder nach dem Gruppenunterricht) zu lösen gilt.

Bei den Rhythmusübungen lautet die Anweisung meist ganz allgemein „Klopfe“. Legen Sie die konkrete Ausführung Ihren Erfahrungen entsprechend bitte selbst fest. Klatschen kann ebenso erfolgreich sein wie das Einbeziehen diverser Schlaginstrumente. Instrumentalisten sollten auch im Musiklehre-Unterricht ihr Instrument parat haben, Schlagzeuger vielleicht ein kleines Glockenspiel. So ist z. B. das Erfinden von Melodien auf dem vertrauten Instrument anfangs einfacher. Auch der Einsatz eines

Keyboards kann empfohlen werden, weil es für die Höraufgaben eine gute Unterstützung bietet und sich viele Themen anhand der Klaviatur anschaulich erläutern lassen.

Die Melodik in der Einheit von Singen, Hören und Erfinden bewegt sich im ersten Heft längere Zeit nur im Fünftonraum. So soll sich so das notwendige Tonbewusstsein auf einfachster Stufe möglichst nachhaltig festigen. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Schüler dem Geforderten bereits entsprechen, sollten Sie selbstverständlich schon weitere Tonstufen einbeziehen. Das ist sinngemäß auch auf den rhythmischen Bereich zu übertragen. Aber achten Sie bitte auf ein sicheres, umfassendes musikalisch-theoretisches Fundament, auch in Korrespondenz mit dem Hauptfachunterricht.

Bei den verwendeten, auf den jeweiligen Stoff abgestimmten Musikbeispielen handelt es sich meist um folkloristische Lieder und Tänze sowie um einfache Instrumentalstücke. Aus Gründen der rasch wechselnden Aktualität wurde weitgehend auf Zitate aus der Popmusik verzichtet – bitte ergänzen Sie (auch unter Einbezug Ihrer Schüler) die Stoffeinheiten wo möglich durch entsprechende zeitnahe Beispiele, natürlich auch aus anderen Musikbereichen. Die Texte zu den ausgewählten Lied-Melodien wurden mit Absicht nicht abgedruckt, denn einerseits finden sie sich zu den bekannten Liedern in fast jedem Liederbuch, andererseits gibt es zu den vielen ausländischen Liedern selten gute deutsche Nachdichtungen. Vor allem aber stehen in unserer Arbeit melodisch-tonale Zusammenhänge im Vordergrund, in denen das Singen auf Notennamen hilfreich ist. Notennamen brauchen wir auch immer wieder bei den Transpositionen, denn das häufig geforderte Transponieren erscheint zusätzlich als geeignetes Mittel, in den Tonräumen sicherer zu werden. Eine methodische Hilfe bieten die im Anhang des Heftes abgedruckten Tonika-do-Silben und die Taktsprache. Spontan selbst gefundene Silben können die Unterrichtsatmosphäre auflockern.

Ein durchgängiges pädagogisches Prinzip ist auch in der Praktischen Musiklehre die Wiederholung – das betrifft nicht nur den theoretischen Lehr- und Lernstoff, sondern insbesondere auch dessen praktische Aneignung vom inneren Gehör bis zum kreativen Umgang damit. Bewusst kehren deshalb grundlegende Themen (Intervalle, Klänge, Leitern usw.) in bestimmten Abständen, natürlich progressiv gesteigert, immer wieder. Der Lernende wird so zur Wiederholung indirekt angehalten, der Stoff festigt sich

nachhaltiger. Auch wenn Sie eine Unterrichtsstunde vorbereiten, sollte stets der Wiederholung, vor allem der Gehörbildungsthemen, in vielfältiger Art und Weise gebührender Platz eingeräumt werden.

Sicher haben Sie bemerkt, dass im Gegensatz zu anderen Editionen in unseren Heften kein Raum zur schriftlichen Lösung der Aufgaben vorgesehen ist. An vielen Stellen wird innerhalb des Heftes zum Rückblättern, zur nochmaligen Lösung bereits besprochener Aufgaben, eben zur Wiederholung aufgefordert. Auch im fortgeschrittenen Stadium erfolgen oft Rückgriffe auf die älteren Hefte: Wer mit Heft 2 arbeitet, soll an entsprechender Stelle zur Vorbereitung auf neuen Lernstoff Kapitel aus Heft 1 noch einmal durcharbeiten usw. Eingetragene Lösungen widersprechen also dem methodischen Anliegen, ein separates Notenheft ist erforderlich (für die Gehörbildung braucht man es ja ohnehin). Auch die abgedruckten Zusatzaufgaben dienen meist der Wiederholung bzw. der Intensivierung des Stoffs.

Die Lösungen der Aufgaben stehen nicht im Heft, man kann sie aber beim Verlag Breitkopf & Härtel separat erwerben (BV 391). Im Internet unter www.breitkopf.com finden sich zum Download zu jedem Heft einige Hör- und Wissens-Tests, die zur Selbstkontrolle des Lernenden gedacht sind, aber auch zur Vorbereitung auf Prüfungsarbeiten dienen können. An den Stellen des Lehrgangs, an denen die Bearbeitung der Tests sinnvoll erscheint, wird speziell darauf hingewiesen.

Noch ein Vorschlag: Lassen Sie grundsätzlich alle Hausaufgaben handschriftlich in möglichst sauberer, übersichtlicher Form erledigen. Durch die handschriftliche Ausführung ergeben sich zusätzliche Lerneffekte. Bei der Arbeit am Computer sind dessen positive Möglichkeiten, wie z. B. das automatische Transponieren und Korrigieren, für den Lernenden in dieser Arbeitsphase wenig hilfreich.

Ich habe mich bemüht, den Text knapp, sachlich informativ und verständlich abzufassen. Merksätze sind hervorgehoben. Viele Tipps und Hinweise erleichtern die praktische Umsetzung des vermittelten Stoffes. Verweisen Sie bitte auch später wiederholend an geeigneter Stelle auf diese Tipps, damit sie dem Schüler letztendlich zu Eigen werden.

Da Zahlen zur Kennzeichnung von Taktzeiten, Stammtonzählung, Stufen u. a. im Text ständig erscheinen, habe ich zur Unterscheidung auch auf Buchstaben (z. B. bei den Rhythmus-Grundfiguren und modalen Tonräumen) zurückgegriffen. Diese

beziehen sich immer nur auf das jeweilige Kapitel, auf den konkreten Lernabschnitt, und sollen dort eine Orientierungshilfe sein – sie bilden jedoch kein ganzheitliches System.

Abschließend ein Zitat aus der den Klangbeispielen vorstehenden Readme-Datei. Ich hoffe auf Ihre Unterstützung meiner Bitte an den Lernenden: „Versuche von Anfang an, alle Aufgaben (wenn möglich) selbst und ohne zusätzliche Hilfsmittel zu lösen. Bemühe dich immer wieder, innerlich zu hören, stumm zu singen und zu klopfen bzw. in Gedanken auf deinem Instrument zu greifen. Nutze deshalb diese Sammlung ebenso wie die Lösungshefte zunehmend nur zum späteren Vergleich als zum ständigen Klangbeispiel-Voraus-Anhören bzw.

Lösungen-Vorab-Nachschlagen. All das mag anfangs recht schwierig erscheinen, doch im Laufe der Zeit stellt man fest, dass sowohl das Lernen als auch das Musizieren viel mehr Freude bereitet und der Umgang mit Musik in all ihrer Vielfalt immer intensiver und vertrauter wird.“

Wenn diese erweiterte Neufassung dazu beiträgt, dass Sie Ihren Unterricht noch effektiver, nachhaltiger und interessanter gestalten können, haben wir unser Ziel erreicht – ich danke Ihnen.

Viel Erfolg und gutes Gelingen wünscht Ihnen Ihr

Wieland Ziegenrücker

Anmerkungen zu den Klangbeispielen

Den entscheidenden Anstoß zur Neufassung gab das Umwandeln der bisher dem Heft beigelegten CD in ein zeitgemäßeres Download-Angebot auf www.breitkopf.com, das nun auch die bisher nicht berücksichtigten Notenbeispiele als Klangdateien enthält. Die Klangbeispiele bilden eine wesentliche Säule der Praktischen Musiklehre. Sie unterstützen die Gehörbildung und werden insbesondere zur Aktivierung des sogenannten inneren Gehörs beitragen. Da sich die Ausgabe vorrangig an einen Personenkreis mit noch geringen theoretisch-praktischen Grundlagen wendet, wurden alle Notenbeispiele aus den Texten, den Aufgaben und (Zusatz-)Übungen sowie den Lösungen, die eine Klangrealisierung rechtfertigen bzw. zulassen, instrumental oder vokal umgesetzt. Nicht berücksichtigt blieben verständlicherweise Sachverhalte, die vom Lernenden kreative Aktivitäten einfordern, wie z. B. Erfindungs- und eigene Gestaltungsthemen. Zum besseren Verständnis sollte vor dem Anhören die entsprechende Textstelle in der Druckausgabe gelesen werden. Um das Üben bzw. den Lernprozess individuell und effektiv zu gestalten, sind nunmehr zahlreiche Aufgaben in kleinere Abschnitte aufgeteilt, zunächst oft langsam, dann in einer schnelleren Variante – der Benutzer kann sie seinem Leistungsstand entsprechend abrufen. Zur Arbeitserleichterung sind auch sämtliche Tracks der den älteren Druckausgaben beigefügten CD übernommen und in die betreffenden Kapitel eingeordnet worden, mitunter bearbeitet, oft ohne oder mit gekürzten Sprechkommentaren.

Die digitale Musikproduktion erfolgte unter Verwendung der Sound-Libraries von Avids Sibelius einschließlich Wallanders NotePerformer und der Vienna Symphonic Library. Bei der Instrumentierung wurde klangliche Vielfalt angestrebt, um die einseitige Bindung des Gehörs an ein bestimmtes Instrument zu vermeiden (das Erkennen bzw. Erraten der verwendeten Instrumente mag eine weitere Freizeitbeschäftigung sein, darf aber keinesfalls von der eigentlichen Zielstellung der jeweiligen Aufgabe ablenken).

Zunehmend werden (ohne speziell darauf einzugehen) Dynamik, Artikulationen, Hall- und Stereoeffekte einbezogen. Das Tempo bleibt besonders am Anfang sowie beim Einführen neuer Sachthemen bewusst verhalten, um das gewünschte und notwendige Mitdenken zu erleichtern, z. B. beim Singen

auf Notennamen. Das individuelle Anpassen der Lautstärke sollte auch durch das Ziel der Übung bestimmt sein – die Kontrolle der Stimme beim Singen muss immer gegeben sein. Das ständige Mit- und Nachsingen (auch stumm!) ist eine Grundvoraussetzung zum nachhaltigen Erlernen, Erkennen und Verstehen musikalischer Zusammenhänge. Singe bitte immer in deinem naturgegebenen Stimmumfang, vermeide Extremlagen (oktaviere).

Vorzähltakte erklingen, wenn etwas Neues erklärt und geübt wird; in der Folge sollte der rhythmischmetrische Ablauf jedoch selbst erfasst werden. Insbesondere im Anfangsstadium und bei neuem Lehrstoff werden die Klangbeispiele wiederholt; mit zunehmendem Lernfortschritt entfallen mehr und mehr die Hinweise darauf.

Beim Instrumentieren von Rhythmen treten gelegentlich Probleme in der Darstellung der exakten Tonlängen auf, z. B. lässt sich in einem festgelegten Tempo der Anschlag einer Kleinen Trommel schwerlich als Achtel, Viertel oder gar Halbe bestimmen, wenn man auf Dämpfung, Wirbel oder elektronische Klangmanipulation verzichtet. Beim Klopfen auf der Tischplatte zeigt sich ja die gleiche Schwierigkeit.

Zum Ordnungsprinzip und zu den Dateinamen der Klangbeispiele: Die Reihenfolge der Audiotracks entspricht der Platzierung der betreffenden Noten innerhalb der Kapitel und Aufgaben des gedruckten Heftes. Jeder Dateiname beginnt mit einem Lautsprechersymbol (), dem sich die Zahl des zugehörigen Kapitels anschließt; vergleiche dazu die Kapitelnummerierung im Inhaltsverzeichnis. Danach folgt die durch den Punkt getrennte Kennzeichnung (z. B.  12.01) einer Aufgabe, Übung oder methodischen Ableitung, deren Zusammengehörigkeit so aufgezeigt wird. Ist ein weiteres Untergliedern notwendig, werden die Zahlen mit tiefstehenden Strichen angehängt (z. B.  12.01_1_2); folgen mehrere Übungen zusammengefasst, sind deren Anfangs- und Endzahl mit drei Auslassungspunkten verbunden (z. B.  12.01_1…5) – du wirst dieses Prinzip schnell durchschauen! Die eingefügten alten CD-Beispiele sind zusätzlich mit „CD 1 Track …“ markiert. Wichtig für Benutzer der bisherigen Auflagen: Zum Download der Klangbeispiele gehört eine ReadmeDatei. Sie enthält all jene neuen Angaben, die ab 2026 in die Druckausgaben eingearbeitet wurden.

Wegweiser nach Sachgebieten

Intervalle

Wegweiser nach Sachgebieten Heft 2

Rhythmus und Metrum

Rhythmus · Metrum · Tempo 7

Die Synkope 10

Der Haltebogen

12

Sechzehntelnoten und Sechzehntelpause 47

Die Triole 53

Die Taktierfiguren im 6/8-Takt .

Sechzehntelfiguren im 6/8-Takt 66

Die punktierte Achtelnote.

Der Fünfertakt

69

Der Akzent 97

Gebundenes und ungebundenes Metrum

Übungen zu den bisher erarbeiteten

Rhythmen und Metren 100 Zur Taktsprache

Melodie und Form

Der Fünftonraum in Dur · Die Quinte 19

Der Fünftonraum in Moll.

. 25

Dur- und Moll-Fünftonraum mit Unterquarte 35

Dur- und Moll-Fünftonraum mit Leitton 37

Der Sechstonraum in Dur

. 40

Der Sechstonraum in Moll 42

Zur Melodie · Einsätzige Liedformen 71

Zweisätzige Liedformen .

75

Drei- und mehrsätzige Liedformen 76

Übungen zum Erkennen des Formaufbaus

Melodische Studien

. 77

79

Ganz- und Halbtonschritt-Varianten 83

Die Pentatonik

86 Relative Tonsilben 114

Intervalle

Der Fünftonraum in Dur · Die Quinte . . . . . 19

Die große und die kleine Terz 21

Die Quarte .

33

Die große und die kleine Sexte 43

Intervallübungen 101

Die Intervallumkehrungen (Komplementärintervalle) 104

Die Sekunde und die Septime 105

Tonleitern

Die reine oder natürliche Molltonleiter . . . . . 29

Die Durtonleitern bis zu sechs Vorzeichen . . . . 56

Enharmonische Verwechslung und Umdeutung 57 Der Quintenzirkel

zu drei Vorzeichen . . . .

Pentatonik 87 Übersicht: Tonleitern · Dreiklänge · Vorzeichnung

Molldreiklangs

in der Akkordsymbolschrift

Die leitereigenen Dreiklänge in Dur · Die Kadenz 105

Übersicht: Tonleitern · Dreiklänge · Vorzeichnung

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P RAKTISCHE MUSIKLEHRE

Neufassung 2026 mit erweiterten Klangbeispielen

• Wieland Ziegenrückers ABC Musik – Allgemeine Musiklehre war und ist für das Fach ein ausgezeichnetes, viel genutztes Grundlagenbuch, Standard- und Nachschlagewerk.

• Die Praktische Musiklehre geht einen methodisch anderen Weg. Melodische und rhythmische Bausteine werden in aufeinander bezogenen Schritten mit dem notwendigen theoretischen Wissen verbunden.

• Lernfelder: Gehörbildung, Rhythmusschulung, Harmonie- und Formenlehre, musikalischer Vortrag u. v. m.

• Musikbeispiele, Übungen und Aufgaben ermöglichen es, den Stoff in kleinen Schritten auch im Selbststudium gründlich zu erschließen und nach Bedarf zu wiederholen.

• Die vielfältigen Klangbeispiele fördern von Anfang an die innere Klangvorstellung und damit die musikalische Kreativität.

• Der Lehrgang bietet für jede Art von Unterricht einsetzbares Material, das u. a. an Lehrplänen des Verbands deutscher Musikschulen (VdM) orientiert und in der Praxis vielfach erprobt ist.

• Merkmale der Neufassung 2026

– erweiterte Klangbeispiele

– mehr Material zur Gehörbildung

– zeitgemäßes Download-Modell

– durchnummerierte Kapitel

– alle Inhalts- und thematische Verzeichnisse in jedem Heft

– kompatibel mit den bisherigen Auflagen durch Readmes

Ergänzend zu dieser Ausgabe

• Lösungsheft: BV 391

• Klangbeispiele, Readmes, Tests u. v. m. über QR-Code im Paket und einzeln auf www.breitkopf.com

Wieland Ziegenrücker (*1939), Studium (Musik, Musikwissenschaft) in Leipzig; zunächst Rundfunk-Musikredakteur, später Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralhaus für Kulturarbeit, 1968 bis 2000 Verlagslektor in Leipzig; langjährige Unterrichts- und Lehrtätigkeit an Landesmusikschule, Universität und Musikhochschule; zahlreiche Buchveröffentlichungen und Noteneditionen, vor allem im musikpädagogischen Bereich.

www.breitkopf.com

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