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Weltraumbergbau – Zukunftschance für die Rohstoffversorgung Wege zur Positionierung Deutschlands in einem neu entstehenden Markt
11. September 2025 Zusammenfassung Weltraumbergbau rückt in den Bereich des technisch und wirtschaftlich Möglichen. Dank technologischer Durchbrüche wie der Wiederverwendbarkeit von Raketen und Raumfrachtern, sinkender Startkosten und neuer Trägerraketen werden Transporte ins All und zurück zur Erde deutlich günstiger. Es entsteht ein neues Marktsegment an der Schnittstelle von Raumfahrt, Rohstoffen und strategischer Industriepolitik. Gleichzeitig nimmt das Tempo des geopolitischen Wettbewerbs und technologischer Entwicklungen zu. Die internationale Rückkehr zum Mond markiert den Einstieg in den Aufbau dauerhafter Infrastruktur. Dafür braucht es die Nutzung lokaler Rohstoffe. Weltraumbergbau entwickelt sich zu einem ernstzunehmenden Zukunftsmarkt mit technologischer Machbarkeit und strategischer Relevanz. Die Europäische Union schätzt, dass das wirtschaftliche Potenzial der Nutzung von Weltraumressourcen Markterlösen in Höhe von 73 bis 170 Milliarden Euro bis 2045 entspricht. Weltraumbergbau befindet sich an der Schwelle zur technischen Umsetzung. Technologische Machbarkeit, erste regulatorische Grundlagen und wachsendes Marktinteresse führen dazu, dass Proof-ofConcepts in den kommenden Jahren erwartet werden. Daraus können neue industrielle Wertschöpfungsketten im All entstehen, mit Relevanz für terrestrische Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität. Weltraumbergbau ist ein strategisches Querschnittsfeld, das neue Allianzen zwischen Raumfahrt, Rohstoffwirtschaft, Maschinenbau, Chemie und Forschung erfordert. Deutschland bringt hierfür eine exzellente technologische Ausgangslage mit sowie ein wachsendes Interesse auf Seiten von Industrie, Start-ups und staatlicher Forschung. Spezialisierte deutsche Unternehmen mit exklusivem Fokus auf Rohstoffextraktion im All existieren nicht. Doch es gibt eine Vielzahl von Akteuren, deren Kompetenzen in Robotik, Trägersystemen, Explorationstechnologien, 3D-Druck, Raumfrachtern oder In-Situ-Ressourcennutzung (ISRU) strategisch relevant sind. Deutschland ist gut positioniert, um sich in der entstehenden Wertschöpfungskette des Weltraumbergbaus technologisch und industriell zu verankern.
Dr. Stefan Steinicke | Internationale Zusammenarbeit, Sicherheit, Rohstoffe und Raumfahrt | T: +49 30 2028-14 19 | s.steinicke @bdi.eu | www.bdi.eu