Susanne Jasch • Kristina Schnürle • Mathias Weber
Kinder ThemenBibel Die
Eine Kinderbibel zu Lebensfragen

Inhalt
DU
Psalm: Du kennst mich 6
Wie gut, dass es dich gibt 7
Bist du wichtig? 17
Du bist getauft 23
Du brauchst keine Angst zu haben 29
Wenn du krank bist 35
Ist das viel zu schwer für dich? 41
Etwas Neues beginnt 47
DU und die anderen
Psalm: Ich will singen von dir 58
Freunde 59
Geschwister 65
Streiten und Versöhnen 75
Ich möchte dazugehören 85
Alleinsein ist nicht schön 91
Ist der Tod das Ende? 97
DU und die Welt
Psalm: Bei dir bin ich sicher 104
Warum gibt es Krieg? 105
Wieso lässt Gott das zu? 111
Nachbemerkung 117
Bibelstellenverzeichnis 118

DU
Du kennst mich (Psalm 139)
Herr, du blickst mir ins Herz und kennst mich.
Ob ich sitze oder stehe, du siehst es.
Du weißt, was ich denke.
Ob ich gehe oder liege, du bist bei mir und begleitest mich auf jedem Weg.
Bei allem, was ich sage, hörst du mir zu.
Hinter, vor und neben mir bist du und hältst deine Hand über mir.
Es ist gut, das zu wissen, es ist aber auch schwer zu verstehen.
Du hast gewollt, dass ich auf die Welt komme, dass ich wachse im Bauch meiner Mutter.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.
Wie wunderbar ist deine Schöpfung, darüber jubelt mein Herz.
Du hast mich mit deinen Vateraugen angesehen, als ich noch gar nicht geboren war.
Ins Buch des Lebens hast du es eingetragen, dass ich leben soll.
Achte auf mich, Gott, und sieh’ mir ins Herz, lehre mich zu tun, was dir gefällt.
Pass auf, dass ich nicht auf falschen Wegen gehe, und zeige mir den Weg ins Leben.

Wie gut, dass es dich gibt
An besonderen Tagen im Leben, zum Beispiel am Geburtstag, fragen sich manche Menschen:
Woher komme ich?
Woher kommt der Mensch?

Von meinen Eltern weiß ich, dass ich
wie jeder Mensch aus Samen und Eizelle entstanden, im Bauch meiner Mama gewachsen und nach neun Monaten zur Welt gekommen bin.
Aber ist das schon die ganze Erklärung?
Muss ich nicht viel früher anfangen, weiter zurückgehen in der Zeit?
Wie entstand Leben auf unserer Erde?
Wie kam das Leben in die Welt?
Ist es aus Zufall entstanden?
Oder hat Gott alles geplant?

Keiner war dabei, als die Welt entstand. Wie konnte überhaupt etwas entstehen aus dem Nichts?
Wann hat alles angefangen?

Stellst du dir auch manchmal solche Fragen:
„Woher komme ich?“
„Warum gibt es die Welt?
Warum ist sie so, wie sie ist?“
Die Naturwissenschaft versucht eine Antwort mit der Theorie vom Urknall.
Demnach gab es vor Jahrmillionen einen Knall, durch den das Leben auf der Erde entstanden ist.

Aber es geht ja um viel mehr.
Die Menschen waren dankbar für ihr
Leben und alles, was sie umgab.
Sie brachten in der Bibel Lob und Dank zum Ausdruck und erzählten vom Anfang, den Gott gemacht hat:
Am Anfang gab es nichts.
Am Anfang war nur Gott.
Denn Gott selbst ist der Anfang.
Gott war vor aller Zeit, vor allem Raum, vor allem.
Aus dem Nichts ließ Gott Wunderbares werden.
Wo nichts war, nur Leere, ist bewohnbarer Raum entstanden.
Das Urchaos wird geordnet.
Es wird Tag und es wird Nacht. Licht und Dunkelheit wechseln sich zuverlässig ab.
Wasser und Land wurden getrennt. Himmel und Erde sind geworden.
Auf der Erde grünt und blüht und reift es. Unzählige Arten von Pflanzen wachsen aus fruchtbarem Boden.
Blumen blühen in bunten Farben.
Bäume ragen wie Riesen in den Himmel. Moose und Flechten bedecken karge Felsen. Obst und Gemüse, Getreide und Samen dienen als Nahrung.

Sonne, Mond und die Sterne leuchten am Tag und in der Nacht. Die Jahreszeiten folgen einander. In den Meeren, Flüssen und Seen wimmelt es. Vielfältig sind die Tiere des Wassers. Die Zahl der bunten Fische, Muscheln und Korallen ist grenzenlos.
Durch die Luft fliegen Vögel. In ihren Nestern brüten sie Junge aus. Ihr Gesang ertönt aus dichtem Laub.
Auf der Erde kriechen, springen, schleichen, hüpfen und schreiten viele Tiere. Haustiere und wilde Tiere. Manche sind winzig klein, andere riesengroß. Auf allen Teilen der Erde leben sie, sogar in der Wüste und im ewigen Eis. Sie vermehren sich. Man hört sie schreien und blöken, brüllen und schnauben.
Was brauchst du zum Leben?
Kannst du spüren, dass Gott für dich sorgt?
Wie wunderbar, dass Gott die Tiere gescha en hat!
Welches ist dein Lieblingstier?
Welche Tiere sind für dich in deiner Umgebung besonders wichtig?

Sorgst du selbst für ein Tier?


Als Letztes schuf Gott den Menschen, Mann und Frau. Gott hat die Menschen nach seinem Bild geschaffen. An ihnen hat er besondere Freude. Wunderbar hat er sie geschaffen. Mit vielen Talenten hat er sie ausgestattet. Gott beschenkt sie mit seinem Segen.
Er gibt ihnen den Auftrag, gut für die Erde zu sorgen, für alles, was er geschaffen hat.

Gott betrachtete alles, was er gemacht hatte, und es war sehr gut.
Dann ruhte Gott. So entstand eine Zeit der Ruhe für alle Geschöpfe.
Er schenkte den Menschen die Zeit der Ruhe als eine besondere Zeit.
Niemand kann beweisen, dass es Gott gibt, und niemand kann beweisen, dass es Gott nicht gibt. Doch es sieht so aus, als ob hinter der Entstehung und der Entwicklung des Lebens auf der Erde ein kluger Plan steht.
Die Welt ist schön, dafür können wir Gott loben und danken.

Es gibt dich, weil Gott es will.
Er sagt Ja zu jedem Menschen auf seiner und unserer Welt.
Gott liebt jeden Menschen.
Auch du bist ganz besonders gescha en.
Welche Begabungen hast du?
Was magst du an dir? Was stört dich?
Kannst du auch sagen:Alles ist sehr gut?


Bist Du wichtig?
Manchmal fühlt man sich ganz klein, auch wenn man schon acht Jahre alt ist.
Sogar Erwachsenen geht das so. Sie werden von anderen klein gemacht oder sie denken von sich selbst, sie seien unbedeutend und wertlos.

Der erste Tag des gerade gescha enen Menschen war ein Festtag, ein Ruhetag. Deshalb gibt es besondere Tage, Festtage, Tage, an denen wir feiern, ausruhen und spielen können. An welchen Tagen feierst du gerne? Wie möchtest du diese Tage gestalten? Wie könntest du deine Freude Gott gegenüber ausdrücken?




Vielleicht hast du Lust, einen besonderen Spiegel zu basteln: Nimm einen einfachen Spiegel und beklebe den Rahmen mit schönen Dingen aus Gottes Schöpfung. Immer wenn du in den Spiegel schaust, sieht dich eines von Gottes wunderbaren Geschöpfen an – nicht nur an deinem Geburtstag.


Ruth war acht Jahre alt. Ihr großer
Bruder Jonas war schon zehn, ihr kleiner Bruder Joel war noch ein Baby.
Ruth erinnert sich gut an den Tag, an dem ihre Mutter sagte: „Kommt Kinder, wir gehen zu Jesus.“
„Zu Jesus?“, hatte Ruth gefragt. „Zu dem Jesus, von dem Papa immer so begeistert erzählt? Zu dem Jesus, der das Kind von Jairus gesund gemacht hat?“
„Ja Ruth, bitte beeile dich.“

Alle hörten ihm gespannt zu. Manchmal stellte jemand eine Frage. Wenn Jesus sprach, wurde es ganz still. Oft hatte Ruths Vater zu ihr gesagt: „Was Jesus sagt, das verstehst du noch nicht.
Das ist noch nichts für Kinder.“ Ob das stimmte?
„Ich will dabei sein. Ich will dazu gehören“, dachte Ruth, „auch wenn ich noch nicht alles verstehe.“
Aber schon kamen ein paar von den Männern auf die Frauen und Kinder zu.

Was wäre, wenn... Lass doch mal deinen Gedanken freien Lauf. Lass sie hüpfen und träume davon: Was wäre, wenn ich mich nicht klein fühlen müsste?

Ruth war begeistert. Sie durfte mit zu Jesus, Jonas natürlich auch. Sogar Joel nahm die Mutter auf dem Arm mit.
Unterwegs trafen sie andere Frauen und viele Kinder. Fröhlich hüpfte Ruth mit einigen anderen Kindern voraus.
Am Rand der Stadt sahen sie viele Erwachsene. Alle schauten auf einen Mann. Das musste Jesus sein.
„Was wollt ihr hier mit all den Kindern?“, fragten sie. „Sorgt dafür, dass die Kinder still sind!“, schimpften sie. „Jesus redet mit den Erwachsenen. Er hat wichtige Dinge zu sagen. Und er soll nicht gestört werden.“
Alle Kinder waren still. Ruth schaute fragend zu ihrer Mutter. Auch die Mütter waren still.
„Lasst die Kinder zu mir kommen“, rief einer streng. Seine Stimme klang verärgert. Ruth traute ihren Ohren nicht. Das war Jesus! Er schimpfte mit den Männern: „Steht doch den Kindern nicht im Weg!“, sagte er. „Hindert sie nicht daran, zu mir zu kommen. Für Gott sind sie wichtig!“
Was Jesus dann noch sagte, das verstand Ruth nicht wirklich.
„Ihr müsst alle werden wie die Kinder“, sagte Jesus, „sonst könnt ihr nicht in Gottes Reich kommen.“
Erst später hat sie verstanden, was Jesus den Erwachsenen gesagt hat: Bei Gott zählt das Vertrauen. Und vertrauen, das können Kinder sehr gut.

Jetzt aber überlegte Ruth nicht lange.
Sie rannte los. Sie lief in die Arme von Jesus. Genauso wie alle anderen Kinder.
Jesus schaute die Kinder freundlich an.
Er lachte und seine Augen strahlten.
Jesus segnete die Kinder mit seinen Händen. Er sagte Worte, die ihnen guttaten.

Jesus stellt sich auf die Seite der Kinder. Er ergreift Partei für sie. Das tut gut. Hast du schon einmal erlebt, dass dich jemand in Schutz nimmt oder sich für dich einsetzt? Hast du dich schon einmal auf die Seite eines kleineren Kindes gestellt?


Als Ruth die Hand von Jesus auf ihrem Kopf spürte, wusste sie: „Doch! Ich bin wichtig.“ Sie spürte, wie sie stark wurde und froh. Sehr froh wurde sie. Es war ein einmaliges, wunderbares Erlebnis. Das hat Ruth nie mehr vergessen. Und wenn die Großen wieder einmal sagten: „Du bist noch zu klein“, dann dachte sie: „Mag sein, aber trotzdem bin ich wichtig. Doch – ich bin wichtig!“


Doch – du bist wichtig! Bastle dir eine „Doch-Krone“. Dazu brauchst du schönes Papier, das du selbst gestaltest und zu einer Krone zusammenklebst. Und wenn jemand dich klein machen will oder du dich klein fühlst, dann setzt du diese Krone auf und erinnerst dich daran, wie wichtig du bist. Du darfst es spüren. Die anderen sollen es sehen.
