STEPHANIE IKE OKAFOR ENTDECKE DIE KRAFT DEINER TRÄUME
Wie du lernen kannst, Gottes Reden im Schlaf zu hören und zu verstehen
Aus dem Amerikanischen ĂĽbersetzt von Renate HĂĽbsch
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Die Amerikanischen Originalausgabe „The Power of Your Dreams“ ist bei WaterBrook, einem Imprint von Random House in der Penguin Random House Verlagsgruppe LLC. erschienen.
Ariel Okafor, mein geliebtes Kind, dir widme ich dieses Buch. Bevor ich das Glück hatte, deinen Vater zu treffen und dich in den Armen zu halten, habe ich deinen Namen gehört und dein Gesicht gesehen –in einem Traum. Du bist der lebende Beweis: Träume sind Landschaften, in denen Gott redet.
SIEBEN
ACHT
Glaube öffnet die Tür ......................................................................
NEUN
mit der Kraft der Träume
Der Weg des Menschen, der träumt
EINFĂśHRUNG
Als ich mein erstes Kind erwartete, stellten die Ärzte in den ersten Monaten der Schwangerschaft fest, dass ich drei große Myome hatte, Geschwulste, die mir heftige Schmerzen verursachten. Mein Mann und ich waren im Urlaub in Maui, als meine Gynäkologin anrief, um uns ihre Empfehlung für eine Behandlung mitzuteilen: die Schwangerschaft abzubrechen und die Myome operativ zu entfernen. Aber für uns stand fest: Wir würden die Schwangerschaft keinesfalls abbrechen. Schließlich hatte ich meine Tochter seit Jahren im Traum gesehen, selbst als ich ihren Vater noch gar nicht gekannt hatte. Trotz der heftigen Schmerzen entschied ich mich dafür, mein Baby zu behalten und darauf zu vertrauen, dass Gott mir durch das alles hindurchhelfen würde.
An einem besonders schwierigen Abend, als der Schmerz fast unerträglich war und ich keine Linderung finden konnte, lief ich in unserem Hotelzimmer auf und ab, Tränen liefen mir über die Wangen, und schließlich fing ich an zu beten. Es war ein verzweifelter Schrei nach Trost und Heilung. Am folgenden Sonntag sollte ich in unserer Gemeinde in Los Angeles predigen, aber ich dachte daran, unseren Hauptpastor anzurufen und mit Hinweis auf meinen Zustand abzusagen.
Irgendwann lieĂźen die Schmerzen ein wenig nach, und ich schlief ein und hatte einen Traum. In diesem Traum hatte ich eine eindrĂĽckliche Begegnung mit Gott. Er reichte mir
eine in schwarzes Leder gebundene Bibel und versicherte mir, dass mein Baby keinen Schaden nehmen wĂĽrde. Er sagte mir zu, dass er in guten wie in schlechten Zeiten an meiner Seite sei, und machte mir Mut, die Sonntagspredigt nicht abzusagen.
Die schwarze Bibel stand für ein Festhalten an Gottes Verheißungen. Ich dachte darüber nach, was er im Blick auf die Geburt eines Kindes und eine Heilung versprochen hatte, und mein Vertrauen wuchs, dass mein kleines Mädchen gesund sein würde. Dieses Vertrauen auf das unwandelbare Wort Gottes wurde mein Anker: Was auch geschehen mochte, er war bei mir, und er würde mich heilen und mir die Erfahrung einer übernatürlichen Geburt schenken.
Der Traum wurde zu einem Wendepunkt für mich. Das Wort, das ich von Gott erhalten hatte, wurde meine Wahrheit und meine Deklaration, mit der ich jeglichen negativen Befunden begegnete. Ich durfte erleben, wie Gott die Dinge wendete. Zwar hatte ich die ganze Reise über weiterhin Schmerzen, aber meine innere Haltung veränderte sich. Ich wusste, das alles würde vorübergehen.
Nachdem wir wieder zu Hause in Los Angeles waren, wachte ich am Sonntagmorgen auf und war entschlossen zu predigen, auch wenn ich es wegen der Schmerzen vielleicht im Sitzen tun müsste. Aber zu meiner Überraschung waren die Schmerzen verschwunden, als ich zur Kanzel ging, um zu predigen. Es war ein Wunder. Gott zu vertrauen und an den Worten aus meinem Traum festzuhalten hatte alles verändert. Und in den weiteren Monaten, in denen ich die Ankunft meines kleinen Mädchens erwartete, verwandelte sich meine Angst, mein Baby zu verlieren, in Vertrauen.
Dieser Traum war heiliger Boden.
Heiliger Boden
Eine der bedeutendsten historischen Personen in der Bibel ist ein Mann namens Mose – ein Mann mit einer faszinierenden und bemerkenswerten Lebensgeschichte. Es war ihm von Gott bestimmt, die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten heraus und in das Land der Verheißung zu führen und sie über Gott, sein Wesen und sein Handeln zu lehren.
Gott redete mit ihm wie mit einem Freund.1 Ihre Beziehung war so eng, dass Gott selbst Mose begrub, als er starb.
Der zündende Funke für Moses Weg mit Gott war eine Begegnung mit ihm am Berg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einem brennenden Dornbusch, der jedoch von dem Feuer nicht verzehrt wurde. Mose beschloss, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, und als er das tat, sprach ihn Gott aus den Flammen mit Namen an. Nachdem Mose geantwortet hatte, wies Gott ihn an, seine Schuhe auszuziehen, denn er stehe auf heiligem Boden.
Horeb ist das hebräische Wort für „trostlos, verlassen“.2 Es scheint ironisch, dass Gott in seiner Weisheit einen solchen Ort – einen Ort, der definitionsgemäß unfruchtbar und öd ist – als den Ort wählt, an dem er, der Schöpfer und Erhalter des Lebens selbst, sich Mose offenbart. Aber Gott ist der, dem alles möglich ist, und daher kann ein Ort, der nach unseren Maßstäben öde und trostlos ist, eine verborgene Gelegenheit zu einer Begegnung mit ihm sein.
Und trotzdem war der Berg Horeb kein trostloser Ort. Im Gegenteil: Es war der Ort der Gegenwart Gottes. Durch den brennenden, aber nicht verbrennenden Dornbusch machte Gott Mose bewusst, dass dies in der Tat heiliger Boden war. Am Horeb offenbarte sich Gott als der eine wahre Gott. Es war der Ort, an dem Mose Einblick in Gottes Weisheit,
dessen Pläne und Berufung gewann: Er, Mose, sollte die Israeliten aus ihrer Knechtschaft herausführen. Und der Horeb sollte auch später noch zu einem Schauplatz für weitere lebensverändernde Begegnungen Moses mit Gott werden.
Wir halten Träume oft für öde, für Traumgebilde ohne Bedeutung. Aber in unseren Träumen ruft Gott nach uns, um uns diese Erfahrung des heiligen Bodens zu schenken.
Wenn wir Gottes Stimme im Schlaf erkennen, kann er uns seine Pläne für unser Leben offenbaren; er kann uns zeigen, was unsere Aufgabe hier auf dieser Erde ist und wie wir ein gelingendes Leben führen können.
Jeder kann die Erfahrung machen:
„Der Boden, auf dem du stehst, ist heilig.“
Als Gott die Welt erschuf, beurteilte er alles als „gut“. Aber als er Adam allein erschaffen hatte, sagte er zum ersten Mal: „Das ist nicht gut.“ Deshalb musste die Frau erschaffen werden – sie vervollständigte Gottes Plan für die Menschheit.
Und hier begegnet uns die erste Stelle in der Bibel, die vom Schlaf spricht.
„Da ließ Gott, der HERR, Adam in einen tiefen Schlaf versinken. Er entnahm ihm eine seiner Rippen und schloss die Stelle wieder mit Fleisch. Dann formte Gott, der HERR, eine Frau aus der Rippe, die er Adam entnommen hatte, und brachte sie zu ihm.“3 Gott ließ den Mann einschlafen, und dann erschuf er ein Wesen, das einerseits dem Mann wohltun und andererseits die Absichten und Zwecke Gottes für die Menschheit ermöglichen würde.
Schlaf ist eine groĂźe Wohltat in unserem Leben. Ein guter Nachtschlaf kann die Konzentration und Produk-
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tivität fördern, unser Gedächtnis verbessern, das Herz stärken, unser Immunsystem gesund erhalten und vieles mehr. Umgekehrt kann Schlafmangel unsere Gesundheit beeinträchtigen und zu einer Schwächung des Immunsystems, Gewichtszunahme und einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten, für Diabetes und andere gesundheitliche Probleme führen.4 Aber damit habe ich nicht nur wissenschaftliche Fakten über die gesundheitlichen Pluspunkte des Schlafes benannt; was ich aufgezählt habe, gehört zum Entwurf Gottes für unser Leben. Es geht nicht nur darum, was unser Körper braucht; es geht auch darum, warum Gott uns überhaupt so geschaffen hat, dass wir Schlaf brauchen.
Durchschnittlich schläft der Mensch sechsundzwanzig Jahre seines Lebens5, also etwa ein Drittel seiner Lebenszeit. Warum sollte Gott uns so konstruieren, dass wir einen so großen Teil unseres Lebens verschlafen? Wenn der Schlaf nur einen natürlichen oder physischen Nutzen hat, raubt er uns dann nicht für einen beträchtlichen Zeitraum die Möglichkeit, die Gegenwart Gottes zu genießen? Die Antwort auf diese Frage finden wir in der Erfahrung Adams: Er schlief, aber während er schlief, war er noch immer in der Gegenwart Gottes. Der Schlaf bot Gott so eine Gelegenheit, seine Pläne und Absichten offenzulegen. Er, der allmächtig ist, hätte unzählige andere Möglichkeiten gehabt, Eva ins Dasein zu rufen, aber er entschied sich dafür, es durch den Schlaf Adams zu tun.
Ein Nutzen des Schlafs unter vielen anderen ist es, dass er uns daran erinnert, dass Gott immer gegenwärtig ist. Er ist jederzeit bei uns – ob wir wachen oder schlafen. Ich hoffe, dass du beim Lesen dieses Buches erkennen wirst, dass
deine Träume tatsächlich heiliger Boden sind und dass sie dir Gottes Weisheit, seine Führung und seine Pläne für dein Leben offenbaren.
Bevor du weiterliest
Ich habe dieses Buch nicht nur geschrieben, um Informationen weiterzugeben. Vielmehr hoffe ich, dich in die Lage zu versetzen, Gottes Stimme in deinen Träumen besser zu verstehen. Hier ein paar Hinweise, wie du am besten von diesem Buch profitieren kannst:
1. Bete. Nimm dir einen Moment Zeit und bitte den Heiligen Geist, dass er dein Herz und deinen Verstand öffnet, wenn du diese Reise antrittst.
2. Werde aktiv. Jedes Kapitel endet mit Fragen zum Nachdenken. Vielleicht bist du versucht, schnell darüber hinwegzublättern. Gib dieser Versuchung nicht nach. Lass dich vielmehr darauf ein, das Gelesene durch eigene Reflexion zu vertiefen und die Fragen so gründlich wie möglich zu beantworten.
3. Führe ein Tagebuch. Notiere dir persönliche Einsichten, beantworte die Reflexionsfragen und schreib deine Träume auf und alles, was sie bedeuten könnten. Deine Notizen werden dir eine Hilfe sein, zu sehen, wie du vorankommst; sie sind eine Gedächtnisstütze und helfen dir, deine Träume zu interpretieren. Dein Tagebuch kann eine Aufzeichnung deiner geistlichen Reise werden. Nutze es also, um festzuhalten, wie dein Verständnis sich allmählich erweitert.
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TEIL I
Lieber Träumer, liebe Träumerin, während ich dieses Buch schrieb, standest du mir vor Augen. Die Kraft der Träume kann man nicht leugnen. Aber um diese Kraft zu nutzen, musst du zuerst entdecken, welche Kraft in dir selbst steckt, denn du verfügst über unendliche Möglichkeiten –schließlich bist du im Bild des einen wahren und ewigen Gottes erschaffen. Deshalb lege ich im ersten Teil dieses Buches ein solides Fundament, das dir die nötigen Werkzeuge und Einsichten vermittelt, um das ganze Potenzial deiner Träume auszuschöpfen. Ich werde erklären, wie du in deinen Träumen Botschaften von Gott erhalten und interpretieren kannst. Und ich tue das, weil ich den Träumer, die Träumerin in dir wachzurufen möchte.
Ja, ich selbst hatte von klein auf eine natürliche Neigung zum Träumen. Aber mein Verständnis in Bezug auf diese Träume wurde erst durch diese Einsichten erweitert und bestätigt. Ich durfte Zeugin beeindruckender Ereignisse werden: Personen, die ich begleitet habe,
hatten prophetische Träume, die sie nie für möglich gehalten hätten. Wieder und wieder haben mir Menschen in den unterschiedlichsten Lebensumständen versichert, wie sie zu mehr Klarheit hinsichtlich ihres Lebens gefunden haben, indem sie lernten, auf die Stimme Gottes in ihren Träumen zu hören, und wie ihnen das wiederum geholfen hat, wichtige Entscheidungen mit einer neu gefundenen Zuversicht zu treffen. Diese unglaublichen Geschichten sind ein Zeugnis für die verändernde Kraft dessen, was ich hier vermitteln möchte.
Es ist mir eine Freude, mich jetzt hier mit dir gemeinsam auf diese Reise zu begeben. Ich habe groĂźe Erwartungen an das, was Gott in dir und durch dich tun will.
Von Herzen
Stephanie
EINS
GOTT REDET ZU DIR
Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.
JOHANNES 1,1
In meiner Teenagerzeit habe ich erlebt, dass Gott so deutlich zu mir geredet hat, dass ich mich gefragt habe, ob ich wirklich seine Stimme hörte. Egal, wo ich war – ich hörte ihn reden. Er redete zu mir über die Menschen, mit denen ich zusammen war – Freunde, Verwandte und Fremde. Er forderte mich auf, ich solle beten, mit jemandem sprechen, jemandem Mut zusprechen. Und auch wenn diese Gespräche in der Regel positive Auswirkungen auf die betreffenden Menschen hatten, plagte mich die Frage, ob das alles vielleicht eher Zufall war als die Stimme Gottes. Ich fragte mich: Ist das wirklich Gottes Stimme? Hat er denn zu allem etwas zu sagen?
Eines Tages bot meine Gemeinde eine Freizeit für Jugendliche mit dem mittlerweile verstorbenen Propheten E’Vann Walker als Gastprediger an. Meine Freundinnen und ich fieberten dieser Zeit entgegen – allerdings aus den falschen Gründen. Wir hofften, dass wir dort die Jungs treffen würden, in die wir verschossen waren. Aber trotz dieser
Ablenkung sollte diese Freizeit einen höchstbedeutenden Einfluss auf mein Leben haben.
Es begann mit einem Lobpreisabend. Mehr als fünfzig Jugendliche saßen in einem Konferenzsaal auf dem Fußboden. Als der Prediger mit dem Gottesdienst begann, sah er mich an und sagte: „Steh auf!“ Ich blickte mich um, ob er vielleicht jemand anderen meinte. Aber er wiederholte: „Du!
Ja, dich sehe ich an. Steh auf!“ Während ich aufstand, redete er weiter: „Gott möchte, dass du weißt, dass er zu dir spricht. Die Stimme, die dir fraglich vorkommt, ist Gott, der zu dir spricht. Es ist dieselbe Stimme, die du schon fast dein ganzes Leben lang kennst. Du brauchst nicht daran zu zweifeln. Du musst ihn nur kennen.“
Während er sprach, spürte ich eine Kraft, die mich wie ein Elektroschock überfiel und zu Boden warf. Was der Prediger sonst noch sagte, bekam ich nicht mehr mit; meine Freunde mussten es mir später erzählen. Aber ich war nicht verletzt, denn die Kraft, die mich erfasst hatte, war die Kraft Gottes, der die Botschaft bestätigte.
An den folgenden Tagen dachte ich über die Botschaft nach, vor allem über die Worte: „Du brauchst nicht daran zu zweifeln. Du musst ihn nur kennen.“
„Ihn kennen“ ist eine gewichtige Aussage. Sie hat viele Bedeutungsebenen. Zum einen: Es wird nie genug Zeit geben, um Gott wirklich zu kennen. Er ist der Anfang von allem, was existiert, und doch hat er selbst weder Anfang noch Ende. Er ist – Punkt. Ihn immer mehr und besser zu kennen macht die Reise unseres Lebens aus.
Gott kennenzulernen heißt, sich damit zu befassen, was er verkörpert. Johannes 1,1 beschreibt ihn als „das Wort“. Alles, was geschaffen ist, wurde von Gott gemacht. Das lässt
sich auch so ausdrücken: Alle Dinge wurden durch das Wort geschaffen. A. W. Tozer sagt dazu: „Ein Wort ist ein Medium, durch das Gedanken ausgedrückt werden.“1 Demnach ist die Schöpfung ein Ausdruck der Gedanken Gottes, und die Schöpfung spricht von ihm.2 Gottes tiefstes Wesen ist, dass er redet. Er redet durch die Schöpfung. Er redet durch seinen Heiligen Geist, und er redet für immer.
In der Bibel sehen wir, dass Gott auf viele verschiedene Weisen redet. Und die Bibel ist zwar die Grundlage dafür, dass wir seine Stimme erkennen, aber sie begrenzt Gottes Kommunikation mit uns nicht auf diese Quelle. Jesus sagt über den Heiligen Geist: „Er hilft euch dabei, die Wahrheit vollständig zu erfassen.“3 Es ist Gott ein Anliegen, uns die Wahrheit erfassen zu lassen. Er redet, und er redet zu dir.
Gott redet auf unterschiedliche Art und Weise zu uns. Und Träume sind hier ein möglicher Weg. Aber bevor wir uns diesem Weg zuwenden, möchte ich eine Grundlage für unsere spätere Diskussion schaffen, indem ich die vier hauptsächlichen Wege darstelle, wie wir Gottes Stimme vernehmen: fühlen, wissen, hören und sehen. Ähnlich wie unsere physischen Sinne es uns ermöglichen, die Menschen und die Welt um uns zu erfassen, so erlauben unsere geistlichen Sinne es uns, Gottes Stimme zu erfassen. Was die Sinne anbetrifft, so ist in einem Menschen meist einer davon stärker ausgeprägt als die anderen. Manche Menschen erleben sich eher als „Gefühlsmensch“, andere als „Augenmensch“. Aber wenn es um unsere physischen Sinne geht, würden wir nicht sagen, jemand ist eher ein „Schmecker“ als ein „Berührer“, oder? Wir sind uns aber bewusst, dass wir auch diese beiden Sinne nutzen können. Ganz ähnlich haben wir auch Zugang zu jedem unserer
geistlichen Sinne; wir müssen nur lernen, wie wir sie gebrauchen können.
Der Mensch wurde nach dem Bild Gottes erschaffen. Im ersten Schöpfungsbericht in 1. Mose 1 sagt Gott: „Wir wollen Menschen schaffen nach unserem Bild, die uns ähnlich sind“ (Vers 26). Darin, wie wir Gottes Stimme erfahren und sein Wort empfangen, zeigt sich etwas davon, dass wir sein Bild tragen. Wir haben die Fähigkeit, zu sehen, wie er sieht, zu fühlen, wie er fühlt, zu wissen, wie er weiß, und zu hören, wie er hört.
Machen wir uns also daran, ein besseres Verständnis dieser Sinne zu gewinnen, denn es ist grundlegend wichtig, dass wir den Reichtum an Vielfalt unserer geistlichen Sinne kennen und verstehen, was sie damit zu tun haben, was in unseren Träumen geschieht.
Vier Weisen, Gottes Stimme zu vernehmen
FĂĽhlen
Gefühlsmenschen oder „Fühltypen“ sind Menschen mit einer erhöhten Sensibilität für die Emotionen Gottes, die mit unseren Entscheidungen, Zielen, Ideen, Plänen und unserem Lebensumfeld verbunden sind. Wenn du das liest, fragst du dich vielleicht: Hat Gott Emotionen? In Johannes 3,16, einem für unseren Glauben zentralen Vers, lesen wir: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab.“ Der Schlüsselbegriff hier, den es im Blick auf Emotionen hervorzuheben gilt, ist geliebt. Aus Liebe zur Menschheit gab Gott uns Jesus. Die Bibel zeigt uns eine Fülle von unterschiedlichen Ausdrucksweisen von Gottes Emotionen.