Skweres ABENDSONNE Revies German

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ABENDSONNE

Musik. Tomasz Skweres Libretto. Kristine Tornquist

Uraufführung November 2025

Jugendstiltheater Wien

Eine Oper über Krankheit, Alter, Einsamkeit und schlechte Pflege muss kein Trauerspiel sein, fanden Kristine Tornquist (Text) und Tomasz Skweres (Musik). (...) Librettistin und Regisseurin Kristine Tornquist liebt es, Probleme der Gegenwart aufzugreifen und ihnen einen fantastisch-surrealen Twist zu verleihen. Nun hat das von ihr und Jury Everhartz betriebene “sirene Operntheater” wieder eine Kooperation mit Wien Modern im Jugendstiltheater Baumgartner Höhe auf die Bühne gebracht. “Abendsonne” ist, komponiert von Tomasz Skweres, ein vergnügliches schwarzes Komödchen geworden. Wenn sich auch nicht um alles ein perfektes Logik-Schleifchen binden lässt. Die Presse, 12.11.2025, Walter Weidringer

Ein Meisterwerk. Gut geschrieben. Gut komponiert. Gut besetzt. Gut gespielt. Gut inszeniert. Theater kann doch manchmal so einfach sein… Liebe leidgeprüfte Wiener Musikfreunde, vergessen Sie die Verkaufte Braut in der Staatsoper, vergessen Sie die Nacht in Venedig in der Volksoper und vergessen Sie auch die Eurydice der Neuen Oper Wien…Pilgern Sie stante pede ins Jugendstiltheater am Steinhof, wo derzeit (noch bis 17.11.) ABENDSONNE läuft, die seit langem beste und rundum gelungenste Opernproduktion in dieser Stadt! (...)

Online Merker, 11.11.2025, Robert Quitta

(...) Wer meinen sollte, dieser Plot sei doch reichlich hanebüchen: Die Tragikomödie Abendsonne, am Montag vom Sirene Operntheater aus der Taufe gehoben, legt es genau darauf an. Librettistin Kristine Tornquist (auch Regie) hat sich offenkundig ein Beispiel an Spike Jonzes Filmhit Being John Malkovich genommen: Hier wie dort schwankt die Handlung zwischen Comedy und Mystery und mündet in einen Seelenwanderungsversuch.

Der Standard, 11.11.2025, Christoph Irrgeher

Eine Oper im Altersheim als Uraufführung im Spital: Mit “Abendsonne” des Duos Kristine Tornquist und Tomasz Skweres ist dem sirene operntheater im Rahmen des laufenden Wien-Modern-Festivals ein veritabler Erfolg gelungen. Im munteren Stelldichein wechseln sich im Jugendstiltheater am Otto-Wagner-Areal Tragik und Komik fließend ab. Am Ende steht eine Groteske im Buñuel-Stil, eine Posse wie bei “Pension Schöller” und eine Gesellschaftssatire, die das Pflegesystem anklagt. Im Zentrum des von Regisseurin Tornquist geschriebenen Librettos steht der alte Büxenstein (Johann Leutgeb). Der erhält im Haus Abendsonne eine Krebsdiagnose und will nach dem Kartenlegen durch die Mitbewohnerin Stella (Juliette Mars) die Pflegerin Mira (Ewelina Jurga) und den Pfleger Mirko (Vladimir Cabak) verkuppeln, um als deren Kind wiedergeboren zu werden. Dabei unterstützen ihn die beiden Mitinsassen Hagedorn (Horst Lamnek) und Sägebarth (Andreas Jankowitsch). Das leitende Personal der Einrichtung ist indes ausschließlich aufs Geld aus. Vor diesem für zeitgenössische Bühnen ungewöhnlichen Stoff nimmt sich die Musik von Tomasz Skweres zweckdienlich zurück. Sie wallt immer wieder auf, ebbt aber auch ebenso wieder ab, wenn die Sänger anheben. Denn die Wortverständlichkeit hat hier den absoluten Vorrang. (...) Alles in allem stellt „Abendsonne“ somit einen rundum gelungenen Opernabend dar, der durchaus das Potenzial hat, weitere Kreise zu ziehen Diese Abendsonne könnte noch länger scheinen.

Martin Fichter-Wöß / APA

Die Sprache des Librettos und die Musikpartitur schaffen gemeinsam eine Atmosphäre, die zugleich intim und weitläufig ist. Tornquists Text verzichtet auf sentimentalen Trost und versetzt seine Figuren stattdessen in schräge Dialoge, Monologe und Chorfragmente, die von nachdenklich über komisch bis surreal reichen. Die Partitur des Komponisten spiegelt dies wider: Manchmal scheint die Musik bekannte Opernklischees zu zitieren oder zu evozieren, aber diese Zitate sind verzerrt oder unterbrochen; was sich wie ein Walzer anfühlt, kann in eine perkussive Einlage übergehen, eine lyrische Passage kann einem Ausbruch von Dissonanzen weichen. Das Zusammenspiel von Tradition und Innovation wird so zu einer Meta-Reflexion über die Zeit selbst: Musikgeschichte, die sich in die Gegenwart einfügt, ähnlich wie die alten und jungen Figuren. European News Agency, 14.11.2025, Nadejda Komendantova sirene

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