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Lustige Variationen
fĂŒr Klarinette, Fagott und Klavier
Partitur






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PAUL DESSAU
Lustige Variationen
ĂŒber das Volkslied ,,Hab meinâ Wagen vollgeladenâ
fĂŒr Klarinette, Fagott und Klavier
Partitur
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VORWORT
Die in der Deutschen Demokratischen Republik entstandene und erschienene Musik ist ein bedeutendes Kapitel der europĂ€ischen Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die Reihe Peters East German Library 1949â1990 bietet eine vielfĂ€ltige Auswahl von Werken dieser Periode, die zu Unrecht dem Vergessen oder der Missachtung anheimgefallen sind.
Musik entsteht nie raum- und zeitlos, sondern wird immer auch durch die historischen Rahmenbedingungen ihrer Entstehung beeinflusst und geprĂ€gt. Der daraus erwachsende spezifische Charakter lĂ€sst sich durch ein tieferes VerstĂ€ndnis jener Bedingungen verstĂ€ndlich machen. Die in dieser Reihe veröffentlichten Werke und ihre Eigenheiten sind historisch klar durch Raum- und Zeitgrenzen definiert und charakterisiert. Doch eröffnet sich in diesen Grenzen ein weit gröĂeres Feld an Ausdrucksmöglichkeiten als die pure Trennung zwischen Musik im Dienste des Staates und in Opposition zum Staat.
Die LebensrealitĂ€t von Komponistinnen und Komponisten in der DDR war zwar zweifellos durch das repressive Staatswesen grundlegend definiert. Doch suchte und fand man individuelle Wege, mit dem gegebenen System umzugehen. Dabei bedeutete NĂ€he zum Regime nicht automatisch willfĂ€hrige Staatskunst. Genauso wenig kann Musik, die sich offiziellen Vorgaben enthielt oder ihnen auswich, per se als widerstĂ€ndig charakterisiert werden. Man muss die Ă€sthetische NĂ€he vieler Werke zur Doktrin des Sozialistischen Realismus in den ersten Jahren der DDR als ernsthaften Beitrag zum Aufbau einer vermeintlich besseren Gesellschaft werten, der durch die vielfĂ€ltigen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges motiviert wurde. Zugleich gab es eine stetig wachsende Zahl von Schaffenden, die durch das Abweichen vom vorgegebenen Pfad oft nur allzu provokativ ihre Ă€sthetische WiderstĂ€ndigkeit mittels ihrer Musik herausstellten, um gegen das Regime Stellung zu beziehen. Wieder andere versuchten, sich weitestgehend ungebunden zu Ă€uĂern, sodass sich ihre Werke sich nicht zwangslĂ€ufig in die kulturpolitischen GrabenkĂ€mpfe einreihen lassen. Es gab demnach Musik fĂŒr, wider und auch trotz des Staates. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass sich im Spannungsfeld dieser pauschalisierenden Kategorien ein in feinste Nuancen untergliedertes Netz individueller kompositorischer AusprĂ€gungen und kĂŒnstlerisch-Ă€sthetischer ĂuĂerungen entfaltete.
Die Musik selbst sollte unabhĂ€ngig von ihrer möglichen politischen Zuordnung beurteilt werden. Der Gesamtbestand der in der und fĂŒr die DDR entstandenen Werke ist bemerkenswert vielgestaltig und hebt sich deutlich von der westdeutschen Musik aus jenen Jahren ab. Zwar war die Rezeption der Ă€sthetischen Positionen und der kompositorischen Werke aus dem Westen intensiv. Die Umsetzung fiel jedoch durch den in der DDR kaum spĂŒrbaren Druck der DarmstĂ€dter und Donaueschinger Schule freier und undogmatischer aus. Zugleich lĂ€sst sich das reichhaltige musikalische Schaffen der DDR mit dem bloĂen Blick der Avantgarde nicht angemessen fassen. Losgelöst von den bestimmenden westdeutschen Diskursen und eingebettet in die beschriebenen Möglichkeiten, die eine Positionierung in der DDR bedingte, entwickelten sich vielfĂ€ltige kompositorische AnsĂ€tze. Allein der Umgang mit dem Tonvorrat brachte jenseits der Zwölftontechnik und deren Weiterentwicklungen interessante und eigenwillige Ergebnisse hervor, in denen beispielsweise auch tonales Denken nie ganz aufgegeben wurde. Als ein weiteres besonderes Merkmal der Musik in der DDR sei auf den vielgestaltigen Einsatz von aleatorischen Verfahren hingewiesen. Nicht zuletzt bedingte ihre zweifellos historisch einzigartige Position die besonderen Eigenarten dieser Musik â sowohl geographisch wie Ă€sthetisch zwischen Ost und West stehend, vermittelnd als kĂŒnstlerisches Scharnier zwischen den beiden weltpolitischen Polen. Die vorliegende Editionsreihe soll diese Musik wieder erfahrbar machen, zu einer intensiveren und differenzierteren Auseinandersetzung mit ihrer Zeit anregen und ihre kĂŒnstlerischen QualitĂ€ten hörbar machen, um sie letztlich als wichtigen Teil der europĂ€ischen Musikgeschichte herauszustellen.
Felix Dietze
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PREFACE
Music composed and published in East Germany under Communist rule, when the country was officially known as the German Democratic Republic (GDR), forms a significant chapter in 20thcentury European cultural history. Peters East German Library 1949â1990 presents a rich variety of works from this period which have unjustly been forgotten or dismissed.
Music is never created in a vacuum but always influenced and shaped by the historical circumstances surrounding its composition. A deeper appreciation of these circumstances can help us better understand the specific character of the works that emerge from them. The music in this series exhibits distinctive qualities which, historically speaking, can be clearly defined in terms of geographic and temporal limits. Within these limits, however, there was a far broader field of expressive possibilities than a simple dichotomy between music in the service of the state and that written in opposition to it.
Undoubtedly the reality of life for composers in the GDR was fundamentally defined by the repressive state system, but they found individual ways of dealing with this reality. Closeness to the regime did not automatically create âstate artâ in ready compliance with official policy. By the same token, music that eschewed or circumvented official guidelines cannot per se be regarded as constituting an act of resistance During the early years of the GDR, the aesthetic proximity of many works to the doctrine of Socialist Realism must be understood as an earnest attempt to help build a supposedly better society, motivated by a variety of individual experiences during the Second World War. At the same time, a constantly growing number of composers, by deviating from the prescribed path, sought to emphasize their aesthetic opposition through their music â often provocatively so â in order to take a stand against the regime. Finally, there were also composers who endeavoured to maintain as independent a voice as possible, meaning that their works cannot necessarily be classed as belonging to one side or the other in this trench warfare of cultural politics. In short, there was music for, against, and despite the state. It is important to note, however, that a highly nuanced web of individual compositional approaches and artistic-aesthetic expressions unfolded between these three broad-brush categories.
The music itself should be judged irrespective of any putative political classification. The overall body of works composed in and for the GDR is remarkably varied and considerably different from West German music of that period. Although East Germany showed a strong interest in aesthetic positions and compositions originating in the West, the response to these impulses was far freer and less dogmatic, since there was no perceptible pressure from the Darmstadt and Donaueschingen schools. Yet the richness of East German musical cannot adequately be viewed through the narrow lens of the avantgarde alone. Unhindered by the type of discourse that dominated in West Germany, and against the backdrop of the political positioning set out above, many and varied compositional approaches developed. For example, the exploration of pitch organization produced intriguing and idiosyncratic results far beyond twelve-note technique and its derivatives. Notably, tonal thinking was never entirely abandoned. Particular attention should also be drawn to the use of aleatoric procedures, another typical feature of East German music. Undoubtedly, these characteristics were due not least to the GDRâs unique position, both geographically and aesthetically speaking, at the junction of East and West â acting as an artistic link between the two geopolitical poles.
This series is intended to make this music available again, to stimulate a more in-depth and considered engagement with the period in which it was written, and to bring its artistic qualities to life, thus highlighting its important role in European music history.
Felix Dietze
Translation: Elizabeth Robinson

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Die lange und wechselvolle Geschichte der Edition Peters ist geprĂ€gt vom steten Willen, an der aktuellen Musik jeder Zeit teilzuhaben und diese in hochwertigen Ausgaben zur VerfĂŒgung zu stellen. Ein bedeutendes Kapitel dieser Geschichte sind auch die Jahre des geteilten Deutschlands und der damit verbundenen Teilung des Verlages.
Die Komponisten der VEB Edition Peters in Leipzig stellen mit ihrem Schaffen einen eigenen, wertvollen Beitrag nicht nur zur IdentitĂ€t des Verlags, sondern auch zur Kulturhistorie Europas dar. Ihre Werke sind in kompositorischer und Ă€sthetischer Hinsicht vielgestaltig und zeichnen sich durch einen kommunikativen Gestaltungswillen im Kontext der gegebenen Möglichkeiten aus. Seine kĂŒnstlerische EigenstĂ€ndigkeit macht dieses Repertoire zu einer lohnenden Wiederentdeckung.
Throughout its long and eventful history, Edition Peters has consistently sought to support contemporary music, making it accessible in high-quality scores. The years in which Germany, and the publishing house itself, were divided between East and West form an important chapter in the companyâs story.
The output of composers from the East German firm â then known as VEB Edition Peters, Leipzig â forms a unique and valuable part of the companyâs identity and, more widely, of European cultural history. Their works are compositionally and aesthetically diverse, while sharing a communicative creative drive. The artistic independence of the music created in East Germany between 1949 and 1990 makes this repertoire well worth rediscovering.