Salvator Rosa Salvator Rosa
Werner Oechslin
ISBN 978-3-7965-3547-5
Schwabe Verlag Basel www.schwabeverlag.ch
Schwabe
Werner Oechslin
Salvator Rosa ist der selbsternannte âPictor Succensorâ, der vom âfuror poeticusâ angefeuerte, seiner Kunst und seinem KĂŒnstlertum allein verpflichtete Maler, der alles fĂŒr Freiheit gibt und âkynischenâ Idealen entsprechend Ă€usseren Reichtum und den Tod verachtet. Er ist gebildet und fordert ausdrĂŒcklich, dass der KĂŒnstler ĂŒber Bildung verfĂŒge: âBisogna, che i Pittori siano eruditi [âŠ].â Er schreibt Satyren, in denen er seine hohen AnsprĂŒche formuliert, MissstĂ€nde anklagt und selbst Raphael und Michelangelo von Kritik und Sarkasmus nicht ausnimmt. FĂŒr viele ist er ein âbello spiritoâ, gesellig und beliebt, und ein âamico veroâ, anderswo wird er â wegen seines allzu selbstÂbewussten Auftretens â angefeindet und gemieden. Er ist als Landschaftsmaler erfolgreich und wird spĂ€ter in England in einem Atemzug mit Claude Lorrain und Gaspard Dughet genannt und gefeiert und als âespecially English propertyâ reklamiert. FĂŒr Lady Morgan steht Rosa kĂ€mpfend an vorderster Front âpencil in hand and revolver in beltâ. Er bĂŒrgt fĂŒr âmoral dignityâ, fĂŒr andere, so fĂŒr FĂŒssli, verkörpert er âwildnessâ â im Kontrast zu Poussins âclassic regularityâ. Rosa selbst kĂ€mpft Zeit seines Lebens um Anerkennung als Maler heroischer, grosser Themen: âE sempre vanno paesi el marinelle e sempre cosuccie, e io son pittore di cose grandi di figure eroiche.â Salvator Rosa strebt nach einem âdominio del maggior sapereâ und steht Tommaso Campanellas naturphilosophischen Vorstellungen nahe. In exzentrischen âconcettiâ verliert er sich nicht, sondern folgt Danielo Bartolis âStile Serio, e severoâ. Er malt Philosophenbilder und findet sich in Meditation und bei Diogenes wieder. VordergrĂŒndig eine romantische Vorstellung, doch Rosa sucht und forscht tiefer â ein Leben âzwischen Schlange und Nachtigallâ (âtra il serpe, e il rosignuoloâ), gelebt in Neapel, Rom, Florenz und wieder in Rom.
Edition Bibliothek Werner Oechslin â Schwabe