


eco.nova-Herausgeber
und
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eco.nova-Herausgeber
und
Ein weiteres Jahr, das uns in Sachen Wirtschaft, Politik und Nervenstärke einiges abverlangt hat, schleppt sich Richtung Ziellinie.
Man möchte fast meinen, die vergangenen Monate hätten einen eigenen Fitnessplan verfolgt: Ausdauertraining im Umgang mit Unsicherheiten, Krafttraining bei Budgetdebatten und mentale Flexibilität im Angesicht immer neuer Rahmenbedingungen. Doch so sehr wir alle ein kollektives Durchschnaufen verdient haben, das Jahr verabschiedet sich nicht leise. Vor allem nicht dort, wo die finanziellen Belastungsgrenzen längst erreicht sind: in den Tiroler Gemeinden.
Während private Haushalte die Inflation spüren und Unternehmen zwischen Investitionsstau und Fachkräftemangel navigieren, kämpfen die Kommunen mit klammen Kassen, steigenden (Pflicht-)Ausgaben und immer komplexeren Anforderungen. In unserer Titelgeschichte setzen wir uns mit unterschiedlichen Experten (das *innen ist in diesem Fall tatsächlich hinfällig, eine weibliche Sicht haben wir trotz Suche leider nicht gefunden, Anregungen sind fürs nächste Jahr gerne willkommen) genau damit auseinander: Warum die finanzielle Lage vieler Tiroler Gemeinden mittlerweile am Anschlag ist, welche strukturellen Probleme dahinterstecken und welche Weichen jetzt gestellt werden müssten, damit aus „Ende Gelände“ nicht „Endstation“ wird.
Wir wollen Sie allerdings nicht mit ausschließlich Negativem aus dem Jahr 2025 entlassen. In unserem Innovationsteil zeigen wir, dass es nach wie vor zahlreiche – junge – Menschen gibt, die unser Land voranbringen wollen, und ab Seite 60 finden Sie einen umfangreichen Sonderteil zum Wirtschaftsstandort Osttirol, der sich mit viel kreativem Potenzial stetig weiterenwickelt.
Genießen Sie die Feiertage und starten Sie gut ins neue Jahr! Ihre Redaktion der eco.nova
Where Snow meets Show. Vom 11. bis 14. Dezember findet heuer zum ersten Mal die Ischgl Trophy als VIP-Exhibition-Tennisturnier mit zahlreichen Stars des Sports statt. Wir verlosen für Samstag, 13. Dezember 2025, vier Mal zwei Tickets in der Kategorie 1. Infos gibt’s hinter dem QR-Code.


Elisa Wankmüller elisa.wankmueller@raiffeisen-immobilien-tirol.at +43 664 88819524







12 GEMEIN ( D ) E PROBLEME
Den Tiroler Gemeinden geht es nicht gut. Darin liegt auch eine Chance für nötige Reformen. Im Gespräch mit Gemeindeverbandspräsident Karl-Josef Schubert, den Universitätsprofessoren Jürgen Huber und Leonhard Dobusch und IFÖ-Direktor Peter Bußjäger.
26 INFORMATIONSFREIHEITSGESETZ
Esther Pechtl-Schatz: Informationsinteresse oder Geheimhaltung?
28 TIROLS GEMEINDEN
Die 277 Gemeinden im Finanzcheck.
ECO.WIRTSCHAFT
52 WIR WISSEN, WER ’ S WEISS Politikwissenschaftler Franz Eder erklärt, warum der Krieg als Mittel der Politik zurückgekehrt ist.
60 DESIGN X HANDWERK X LOKALE PRODUKTION
In Osttirol entsteht ein Dialog über das, was Design, Handwerk und lokale Produktion heute bedeuten können.
80 FASZINATION GOLD
Warum Gold im Gefüge einer geopolitisch angespannten Weltwirtschaft seine historische Rolle als Stabilitätsanker zurückerlangt hat.
ECO.RECHT
104 STIFTUNGSRECHT & BENKO
Hermann Holzmann: Das Privatstiftungsrecht.
106 SICHER ( VER ) KAUFEN
Dan Katzlinger: Die fünf größten Fehler beim Immobilienkauf.
111 BESITZSTÖRUNGSINDUSTRIE
Jakob Grüner: Das Parlament zieht die Notbremse.
112 REFORM ODER RISIKO
Philipp Jaud: Der digitale Omnibus.
113 GESCHÄFTSFÜHRERHAFTUNG
Roswitha Seekircher: Wenn Verantwortung persönlich wird.
ECO.INNOVATION
118 DIE KREATIVEN IN DER MÜHLE
Wie die alte Rauchmühle zum Start-up-Ökosystem werden will.
126 TIROL INNOVATIV
Projekte, die unser Land voranbringen.
136 INNOVATION FÖRDERN
Bangratz & Hagele: Steuerlich clever investieren.
138 EINHEITLICHES PATENTGERICHT
Torggler & Hofmann: Der Turbo für den Schutz technischer Innovationen.
ECO.MOBIL
144 KOMPAKT, ELEKTRISCH, GUT
Kia liefert mit dem EV4 einen Kompaktwagen, der sich in sämtlichen Alltagssituationen wunderbar zurechtfindet.
ECO.LIFE
152 125 JAHRE IN BESTER LAGE
Wie in der Kellerei Kurtatsch nachhaltig Weingeschichte geschrieben wird.
03 EDITORIAL
08 KOMMENTAR 10 KREATIVE IMPULSE
94 ECO.SERVICE
132 DIE JUNGE SICHT
150 KUNST & KULTUR 154 IM.GESPRÄCH
silvester im grander. jahresanfang auf den punkt. silvesterbrunch MENÜ // 10.30 BIS 16 UHR*
HERAUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at GESCHÄFTSLEITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin ASSISTENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAKTION: Marina Bernardi REDAKTION: eco.wirtschaft: Marian Kröll, Alexandra Keller, MMag. Klaus Schebesta, DI Caterina Molzer-Sauper // eco.zukunft: Doris Helweg // eco.geld: Michael Kordovsky // eco.mobil: Felix Kasseroler // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // eco.life: Marina Bernardi ANZEIGENVERKAUF: Ing. Christian Senn, Yvonne Knoll, BA LAYOUT: Tom Binder LEKTORAT: Mag. Christoph Slezak DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH COVER: northlight creative, Innsbruck
UNTERNEHMENSGEGENSTAND: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. GRUNDLEGENDE RICHTUNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Life style beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. JAHRESABO: EUR 29,00 (13 Ausgaben). // Sind Beiträge in dieser Ausgabe in der Kopfzeile mit dem FIRMENNAMEN gekennzeichnet, handelt es sich um BEZAHLTE ANZEIGEN bzw. KOOPERATIONEN!
19 UHR | MENÜ 19.30 UHR & HAUSEIGENES FEUERWERK UM MITTERNACHT ALLE INFOS: DAS-GRANDER.AT
MENSCHEN & UNTERNEHMEN

Für die eigene Arbeit gilt: Do it from love. Not for love.
Die Lust am Gründen ist ungebrochen. Mit 1.702 Neugründungen im ersten Halbjahr 2025 bleibt Tirol ein Top-Standort für alle, die ihre eigenen Ideen in die Tat umsetzen wollen. Das ist nicht nur ein starkes Zeichen für Innovationskraft und Unternehmergeist, sondern auch eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Doch was bedeutet es abseits von Theorie, Businessplan und Motivationssprüchen wirklich, ein Unternehmen zu führen? Dieser Frage widmen sich Rudolf Körber und Valentina Camille Körber in ihrem Buch „52 RUNS“ als Printergänzung zum gleichnamigen Podcast. Das Buch ist eine Mischung aus Erfahrungsberichten von Unternehmer*innenpersönlichkeiten unterschiedlichster Branchen, Hintergrundwissen, Tipps und Reflexionsübungen – es gibt also auch was zu tun. Ein Buch ohne Filter, dafür mit Tiefgang, ungeschönt und gleichzeitig ermutigend. Reinlesen macht klüger. www.52-runs.com

52 RUNS
Durch das erste Jahr Unternehmertum
Rudolf Körber & Valentina Camille Körber, 228 Seiten, EUR 36,–
Was bedeutet es wirklich, Unternehmer*in zu sein? Basierend auf dem gleichnamigen Podcast (einfach den QR-Code scannen) legen Rudolf Körber und Valentina Camille Körber ein Arbeitsbuch vor, das Unternehmer*innen in den Anfangsjahren als gedruckter Sparringpartner dienen soll.

Jungunternehmer Andreas Bichler (Mi.)
Schon seit seiner Kindheit gilt Andreas Bichlers Leidenschaft der Welt der LKW und Transportlogistik. Der aus Kiefersfelden stammende 34-jährige Jungunternehmer begann 2008 seine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, es folgten Stationen bei zwei internationalen Speditionsunternehmen, im August 2025 gründete er mit der BetterMove GmbH sein eigenes Logistikunternehmen in Wörgl. Der Firmenname und der namensbegleitende Slogan „Logistics in Motion“ stehen dabei für die Dynamik und Verlässlichkeit, mit der BetterMove die Logistikprozesse seiner Kund*innen begleiten will. Bereits zum Start beschäftigt das Unternehmen zehn Mitarbeiter*innen, die europaweit mit Fokus auf West- und Zentraleuropa tätig sind. Unter dem Motto „A Night in Motion!“ wurde MItte November die offizielle Eröffnung gefeiert. www.bettermove.at

Die Travel Partner Group wurde 1985 in Ellmau gegründet und ist der größte konzernunabhängige Anbieter im österreichischen Reiseeingangsgeschäft. Kürzlich hat das Unternehmen eine neue Niederlassung im „Schwaz urban” eröffnet und dort auch Mitarbeiter*innen des ehemaligen Reiseveranstalters Travel Europe übernommen. Travel Partner verbindet Hotelangebote mit mehr als 500 internationalen Reiseveranstaltern im Individual- und im Gruppensegment sowie mit Online-, TV- und Supermarkt-Plattformen und ist mittlerweile im gesamten zentraleuropäischen Raum aktiv. Die Entscheidung für Schwaz als neuen Standort fiel bewusst, unter anderem aufgrund der Nähe zum Bahnhof und der guten Anbindungen. Die operative Aufnahme des Büros in Schwaz ist erfolgt, weitere Teamverstärkungen sind geplant. www.travel-partner.com

Systemwechsel? Ja, bitte.
Immer mehr Menschen fordern einen – politischen – Systemwechsel. Verwunderlich ist das ob der Lage nicht, dass sich dieser vage Begriff hierzulande allerdings fast ausschließlich nach rechts orientiert, ist der anerkennswert-feinen Intuition der FPÖ für gesellschaftliche Strömungen geschuldet. Und dem Unvermögen der anderen Parteien. Was schade ist, weil Veränderung auch mehr Vielfalt und Offenheit und nicht zwingend mehr Nationalismus bedeuten kann. Auch ich wünsche mir wie viele andere rechter Gesinnung und Ideologie völlig unverdächtige Bürger*innen Veränderung: Ich wünsche mir eine Politik, die kein Selbstzweck ist, sondern ehrliches Interesse an den Lebensrealitäten der Menschen – und deren Verbesserung – hat. Eine Politik, die vom Reden ins Tun kommt und Räume schafft für eine offene, tolerante, inklusive Gesellschaft. Eine Politik, die Menschen in all ihren Facetten aufrichtig respektiert, ihnen Möglichkeiten zur Entfaltung und Entwicklung bietet und die anerkennt, dass Vielfalt die Resilienz einer Gesellschaft stärkt. Eine Politik, die nicht versucht, auf komplexe Fragen einfache Antworten zu geben (was nicht funktioniert!), sondern ihre Entscheidungen schlüssig erklärt und ihre Bürger*innen ermächtigt, deren Sinn zu verstehen, Reformen mitzutragen und diese nicht bei der nächsten Wahl abzustrafen. Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der nicht der Lauteste gehört wird, sondern der mit den klügsten Argumenten. Und ich wünsche mir eine Politik, die Vorbild ist für diese Gesellschaft und die Bürger*innen, denen sie dienen soll.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!
Anregungen und Kommentare bitte an bernardi@econova.at

Irgendwie scheint das Bodenpersonal die aktuellen Probleme nicht in den Griff zu bekommen. Vielleicht hilft das Christkind.
Es mag seltsam anmuten, aber außer einem Brief ans Christkind fällt mir nichts mehr ein. Sämtliche hiesigen Möglichkeiten scheinen mir ausgeschöpft. Der Zustand der Welt ist, sagen wir, ein wenig jenseitig geworden. Uns entgleitet offenbar so manches zusehends aus den Händen. Krisen, Kriege, Katastrophen – dagegen kann wohl nur eine höhere Macht wie du noch was ausrichten. Hoffentlich. Und deswegen hätte ich für heuer eine Handvoll Wünsche. Ein bisschen unverschämt, ich weiß. Aber es wär’ ja nicht nur für mich allein. Also:
Kannst du bitte dafür sorgen, dass aus den Wutbürgern auf der ganzen Welt mehr Mutbürger werden? Wut macht alles kaputt, Mut hingegen biegt’s wieder gerade. Vielleicht schaltest du auch einmal ein paar Clouds aus, da bist du ja ohnehin nah dran. In den Clouds dieser Welt tun sich in den sogenannten sozialen Medien (lass dich vom Begriff nicht täuschen) Abgründe auf. Jeder lebt in seiner Welt und dazwischen entsteht ein ständig wachsender Graben. Wenn die Menschen vor lauter Wut nicht mehr miteinander reden, wird es immer noch schlechter. Vielleicht kannst du mit einem Filter beginnen, der Hassposts in Katzenvideos verwandelt –ein kleiner Schritt für die Menschen, ein großer für die Menschlichkeit.
Magst du ein bisschen am Klima drehen? Wir sind dazu offenbar nicht in der Lage. Die COP30 hat außer heißer Luft und einer Autobahn durch den Urwald auch nicht viel gebracht. Verständlich – die Scheichs dieser Welt wollen ihr Öl noch 50 Jahre lang loswerden. Schön für sie, weniger schön für die Umwelt. Wir erhitzen, verpesten, verdrecken unsere Erde, bis es kein Zurück mehr gibt. Lass Weisheit regnen – bevor uns die Luft ausgeht.
Bei den Großen dieser Welt regiert der Wahnsinn. Die USA rasen in eine Diktatur, die Diktatur in Russland rast auf die Welt zu – und der Xi, der Kim und der Benjamin sind auch nicht mehr normal. Nimm ihnen eine Zeitlang ihre Spielzeuge – Truth Media (lass dich auch von diesem Begriff nicht täuschen), die Drohnen und Raketen. Vielleicht kommen sie wieder zur Vernunft. Kommen wir nach Europa. Bitte nimm der EU den Kleingeist aus dem Herzen. Tausend Regularien für Staubsauger, Eiergrößen, Trinkhalme und anderen Kleinkram. Das ist ja alles nett – aber vorher sollte es eine gemeinsame Stimme bei den Megathemen wie Sicherheit, Migration und Wirtschaft geben. Zuerst das Große, dann das Kleine – magst du ihnen das mal sagen?
Schließlich: Österreich. Wir wurden einst „Insel der Seligen“ genannt, das müsste dich freuen. Diese Insel haben wir aber längst versenkt und treiben jetzt am offenen Ozean. Das Budget hat ein Loch, die Sozialpartner sind keine Partner mehr, ständig wird nach Schuldigen gesucht. Schenk uns zu Weihnachten jede Menge Hausverstand, eine Handvoll Toleranz – und eine Prise Hirn würde auch nicht schaden.
Liebes Christkind, vielleicht kannst du bei diesen Herzensanliegen etwas machen für die Welt. Du kannst gerne bei Österreich beginnen, auch bei uns scheint mir deine Hilfe dringend notwendig. Um daheim wirklich etwas weiterzubringen, ist mir der Christian zu gemütlich, der Andreas zu selbstverliebt, die Beate zu beschäftigt mit dem Rest der Welt. Und vom Herbert will ich gar nicht reden – der ist mir zu dings, der verkauft ständig für komplizierte Probleme so einfache Lösungen, dass er selbst nicht daran glaubt. Mit dem Bodenpersonal kommen wir also nicht weiter, das muss Chefsache werden. „Heaven is a place on earth“ hat schon Belinda Carlisle gemeint. Damit fällt das eindeutig in deine Kompetenz. Ich zähle auf dich!

Warum Storytelling das Geheimnis großer Marken ist? –Weil wer was zu sagen hat, hat was zu sagen. Besonders in der Wirtschaft. Und nicht nur zur Weihnachtszeit.
VON PETER EINKEMMER UND DOMINIQUE PFURTSCHELLER
Jetzt beginnt wieder jene Zeit im Jahr, in der Geschichten schwerer wiegen als Geschenke: am Christkindlmarkt, bei der Firmenfeier, in den Gesprächen mit Verwandten, die man viel zu selten sieht. Doch während viele nur im Advent zum Erzählen finden, wissen erfolgreiche Marken: Gute Geschichten gehören nicht unter den Weihnachtsbaum – sie gehören ins Geschäftsmodell. Unternehmen wie Red Bull, Patagonia oder Lego zeigen seit Jahren, wie kraftvoll narrative Markenführung sein kann. Sie verkaufen nicht nur Produkte, sondern Haltung, Abenteuer, Verantwortung oder Zugehörigkeit. Wer hingegen glaubt, dass ein hübsches Logo und eine Weihnachtskarte reichen, bleibt in der Stille-Nacht-Kommunikation stecken, während andere längst ganze Welten erzählen
GESCHICHTEN KOMMEN NIE AUS DER MODE:
DIE 7 UR - GESCHICHTEN
Warum funktionieren Geschichten überhaupt so gut – trotz KI, Metaversum und der nächsten Kommunikationssau, die durchs Dorf getrieben wird? Weil Storytelling älter ist als jede Technologie! Menschen haben schon immer erzählt: um Wissen weiterzugeben, Kultur zu prägen, Gemeinschaft zu schaffen, Orientierung zu geben. Und obwohl wir heute in Content ertrinken, bleibt eines gleich: Unser Gehirn liebt dramaturgische Muster. Christopher Booker hat diese auf sieben Grundgeschichten reduziert – und Hollywood liefert seit Jahrzehnten die Beweise:
1. Die Überwindung des Monsters (Star Wars)
2. Vom Tellerwäscher zum Millionär (Rocky)
3. Die Mission (Der Herr der Ringe)
4. Reise & Rückkehr (Alice im Wunderland)
5. Komödie (Hangover)
6. Tragödie (Romeo und Julia)
7. Wiedergeburt (Die Schöne und das Biest)
Diese Muster sind universell – und deshalb funktionieren sie auch in der Markenkommunikation.
DIE ERFOLGSSTORY IM UNTERNEHMEN
Viele Unternehmen glauben, ihnen fehle nur Zeit oder Budget für gutes Storytelling. Tatsächlich fehlt oft etwas anderes:

Weihnachtszeit ist Geschichtenzeit. Aber Unternehmen sollten das ganze Jahr ins Storytelling investieren.
Haltung, Klarheit und Konsequenz. Gutes Storytelling ist kein Zufallsprodukt, sondern eine strategische Entscheidung – und harte Kommunikationsarbeit. Was macht also wirkungsvolle Brand Stories aus?
1. Konsistenz: Erfolgreiche Marken erzählen ein kohärentes Narrativ – auf Social Media genauso wie im Kundengespräch.
2. Glaubwürdigkeit: Nichts ist peinlicher als Hochglanzmärchen ohne Substanz. Patagonia beispielsweise bleibt glaubwürdig, weil der Naturschutz nicht nur Teil der Kommunikation, sondern auch des Geschäftsmodells ist.
3. Relevanz: Kund:innen interessiert nicht, wie toll ein Unternehmen sich selbst findet. Sie wollen wissen, welchen
Unterschied ein Produkt in ihrem eigenen Leben macht.
4. Rhythmus: Storytelling lebt von Kontinuität. Wer nur sporadisch erzählt, baut keine Beziehung auf. Marken brauchen einen wiederkehrenden erzählerischen Puls.
5. Mut: Gute Geschichten beinhalten Konflikte. Viele Unternehmen scheuen davor, Ecken und Kanten zu zeigen – dabei entsteht Bindung genau dort, wo Marken Position beziehen.
GROSSE GESCHICHTEN BEGINNEN
OFT GANZ KLEIN
Storytelling ist kein Trend, sondern ein Grundbedürfnis – menschlich wie wirtschaftlich. Marken, die das verstanden haben, gewinnen nicht nur Aufmerksamkeit, sondern Vertrauen, Identifikation und im besten Fall Loyalität. Und falls noch jemand ein Weihnachtsgeschenk sucht, das Ihren Liebsten in Erinnerung bleiben wird: Christopher Bookers „The Seven Basic Plots: Why We Tell Stories“. Vielleicht sorgt es ja dafür, dass 2026 noch mehr Tiroler Unternehmen Geschichten erzählen, die man nicht nur hört, sondern fühlt. In diesem Sinne: Frohes Erzählen!

Wie lautet Ihre Erfolgsstory im Marketing? Wir freuen uns auf Ihre Impulse!
Wachstum mit Weitblick: Erweiterte Partnerstruktur für starke Kompetenz und starke Zukunft.
Seit Jahren als eine der führenden Wirtschaftsprüfungsund Steuerberatungskanzleien in Tirol verankert, stehen wir mit einem 60-köpfigen Team, darunter 8 Wirtschaftsprüfern und 12 Steuerberatern, für unabhängige, kompetente und effiziente Beratung.

Stauder Kempf und Partner Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Wenn Tirols Gemeinden Alarm schlagen, landet vieles zuerst auf dem Schreibtisch von Karl-Josef Schubert. Der Gemeindeverbandspräsident erlebt täglich, wie die Aufgaben wachsen, die Mittel schrumpfen und die Belastung steigt. Doch für ihn liegt in der Krise auch eine Chance, endlich die Reformen anzupacken, die seit vielen Jahren warten.
TEXT: MARIAN KRÖLL
Kinder sind die Zukunft der Gesellschaft. Das ist eine Binse. Wie die Gesellschaft mit ihnen umgeht, verrät jedoch viel über diese Gesellschaft. Das Land Tirol hat sich vorgenommen, allen Kindern ab dem zweiten Geburtstag bei Bedarf einen Platz in einer Kinderkrippe, Kindergarten oder Hort zu vermitteln. Es besteht also – auf diese Unterscheidung legt Karl-Josef Schubert Wert – nicht das Recht auf einen Platz, sondern lediglich auf die Vermittlung eines solchen. Das ist nicht bloß ein semantischer Unter-
schied. Fest steht, dass dieses Recht Geld kostet. Das Land hat angeschafft, bleiben die Gemeinden nun auf der Rechnung sitzen?
Jein. „In manchen Gemeinden wird dadurch ein finanzieller Mehraufwand entstehen, in Summe sollten sich zusätzlicher Aufwand und finanzielle Zuwendungen allerdings für die Gemeinden die Waage halten“, sagt Schubert, der hinter dem grundsätzlichen Bekenntnis steht, jedem Tiroler Kind unabhängig von dessen Wohnortgemeinde eine ausreichende elementarpädagogische Betreuung anbieten zu können.
ÄUSSERST PREKÄRE FINANZLAGE „Den Tiroler Gemeinden geht es finanziell wirklich schlecht“, sagt Karl-Josef Schubert. Dieser Zustand ist nicht neu, aber anhaltend. Die Transferleistungen der Gemeinden an den Bund steigen wesentlich stärker als das, was wieder zurückfließt. „Da gab es Steigerungen zwischen fünf und acht Prozent, die Zunahme bei den Ertragsanteilen bleibt unter der Inflation“, erläutert Schubert. Das ist finanziell keine nachhaltige Situation. Es gibt in Tirol genügend Gemeindestuben, in denen die Budgeterstellung für 2026 auf mehr als wackeligen Beinen steht. Es geht den Gemeinden an die Substanz: Grundstücke werden verkauft, Reserven – sofern vorhanden –aufgelöst, Leistungen für die Bevölkerung teurer gemacht oder sogar zurückgenommen. Nicht nur die Investitionsfähigkeit der Zukunft ist gefährdet, sondern auch die Liquidität und damit die gegenwärtige Finanzierung. Schubert hofft, dass die Konjunktur bald anspringt, damit zumindest die Einnahmen aus der Kommunalsteuer steigen. Gegen die Ausgabendynamik ist das aber auch kein Mittel. Schubert kritisiert, dass in der Vergangenheit „der Bund und auch die Länder viele Aufgaben auf die Gemeinden abgewälzt haben, ohne dafür zu sorgen, dass sie finanziell bedeckt sind“. Minimalistisch betrachtet müsse sich eine Gemeinde von Rechts wegen nur um die Dinge kümmern, die unmittelbar die Daseinsfürsorge betreffen, sagt Schubert. Dazu zählen Kinderbetreuung, die Aufrechterhaltung grundlegender Infrastruktur –Wasser, Kanal, Müllabfuhr, Straßen- und

„Die Tiroler Gemeinden wirtschaften nicht schlecht. Sie haben nur so viele Aufgaben vom Gesetzgeber übertragen bekommen, ohne dass die finanziellen Mittel vorhanden wären, um das alles bewerkstelligen zu können.“
KARL - JOSEF SCHUBERT
Wegenetz, Sicherheit der Bevölkerung durch ein funktionierendes Feuerwehrund Rettungswesen – und die Altenbetreuung. Zwischen dieser Zuständigkeit der Gemeinde von der Wiege bis zur Bahre gibt es aber vieles, was nicht unbedingt notwendig ist. In die Kategorie „Nice-tohave“, sagt Schubert, fallen Dinge wie „ein toller Sportplatz, ein Fitnessparcours, ein Schwimmbad, mehr oder weniger alle Freizeitangebote, die Weihnachtsbeleuchtung,
SOLANGE DIE AUSGABEN SCHNELLER WACHSEN ALS DIE EINNAHMEN, WIRD SICH AN DER GELDNOT DER GEMEINDEN NICHTS ÄNDERN.
nicht einmal die Straßenbeleuchtung ist ein Muss.“ Gemeinden, die sich nur noch auf ihre Aufgaben in der Daseinsfürsorge beschränken, verlieren an Attraktivität. Und selbst notwendige Investitionen in diese Aufgaben werden auf später vertagt. „Was nicht unbedingt notwendig ist, wird in den meisten Gemeinden derzeit aufgeschoben“, weiß Schubert. Damit fallen die Gemeinden auch als Investitionsmotor für die regionale Wirtschaft aus. Karl-Josef Schubert neigt der Ansicht zu, dass die Gemeinden ihre Ausgaben durchforsten und nach höherer Effizienz streben sollten. Dann ließe sich auch bei annähernd gleichbleibender Dienstleistungsqualität etwas einsparen. „Die finanzielle Ressourcenknappheit bietet auch die Chance, Reformen anzugehen, vor denen man sonst zurückgescheut wä-
„Den Tiroler Gemeinden geht es finanziell wirklich schlecht.“
re“, hofft der Gemeindeverbandspräsident. Illusionen gibt er sich aber nicht hin. Dafür ist Schubert zu lange im Geschäft. „Wenn man in langen Verhandlungen und Überlegungen in der Verwaltung etwas wegbringt, kommt von anderer Seite wieder ein riesiger Verwaltungsbooster dazu.“
LICHT INS DUNKEL?
Konkret meint Schubert damit das Informationsfreiheitsgesetz (IFG), das seit September des Jahres in Kraft ist und den Zugang zu staatlichen Informationen regelt, indem es eine proaktive Veröffentlichungspflicht und ein Grundrecht auf Informationszugang schafft. Das ist zunächst einmal für die Bürger*innen eine positive Sache, weil das IFG Licht ins Dunkel bringt. Im Licht ist nicht gut munkeln und erst recht nicht mauscheln. „Information und Transparenz sind wichtig und gut, aber der finanzielle und zeitliche Aufwand, um Dokumente aus Gründen des Datenschutzes zu schwärzen, ist erheblich“, spricht Schubert aus eigener Erfahrung in seiner Gemeinde. Daher stellt sich für den Vomper Bürgermeister die Frage, ob dieser zusätzliche Verwaltungs- und Personalaufwand gerechtfertigt ist. Das Sprachrohr der Tiroler Bürgermeister rechnet damit, dass das IFG nach Evaluation auf mehr Praxistauglichkeit hin novelliert wird.
ZU TODE VERWALTET IST AUCH GESTORBEN
Gut gemeint, in der praktischen Umsetzung für die Gemeinden aber weniger gut getroffen dürfte auch die Energieeffizienzrichtlinie (EED) sein. Hier ortet Schubert „wie so oft ein Gold-Plating in der Umsetzung“, sprich die Übererfüllung von EU-Mindeststandards. Worum es geht: Der öffentliche Sektor muss laut EED jährlich mindestens drei Prozent seiner beheizten oder gekühlten Nutzfläche sanieren. „Mit dem guten Gedanken im Hintergrund, öffentliche Gebäude zu sanieren, ist die praktische Umsetzung der helle Wahnsinn“, sagt Schubert. Die Konsequenz: „Wir verwalten uns zu Tode. Und das kostet Geld.“ Für die Gemeinden sei in den letzten Jahrzehnten verwaltungstechnisch vieles sehr viel komplexer geworden. Dementsprechend steigt der Personalaufwand in den Gemeinden, die
KARL - JOSEF SCHUBERT
KINDERBETREUUNG IST STANDORTPOLITIK
Wer Familie und Beruf vereinbaren will, braucht Verlässlichkeit – nicht nur im Job, sondern auch bei der Kinderbetreuung. Für viele Eltern entscheidet ein passender Betreuungsplatz über den Wiedereinstieg ins Berufsleben, über Karrierewege und über die ökonomische Eigenständigkeit. Was für junge Eltern zählt, ist auch volkswirtschaftlich von Bedeutung: Ein flächendeckend verfügbares, qualitätsvolles Kinderbildungs- und -betreuungsangebot gehört längst zur Grundausstattung eines funktionierenden Arbeitsmarkts. Es mobilisiert Fachkräfte, gleicht Chancen aus und erschließt Beschäftigungspotenzial –ein Schlüsselthema für den heimischen Industrie- und Wirtschaftsstandort sowie die wirtschaftliche Teilhabe von jungen Elternteilen. Nicht immer kann eine Gemeinde eine Kinderbetreuung für alle gewährleisten. Ein vielversprechender Baustein für zukunftsfähige Kinderbildung und -betreuung ist daher die Betreuungsform der betrieblichen Tageseltern. Diese ist aktuell etwa bei der CURA COSMETICS GROUP in Innsbruck erfolgreich im Einsatz. Gemeinsam mit dem Trägerverein „Frauen* im Brennpunkt“ wurde dort eine flexible und qualitätsvolle Struktur geschaffen, die sich direkt am Bedarf der Mitarbeiter*innen orientiert. Qualifiziertes Personal, kleine Gruppen und geringe Einstiegshürden machen das Modell besonders attraktiv für Unternehmen, die in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf investieren möchten. Die Industriellenvereinigung Tirol unterstützt den Ausbau familienfreundlicher Lösungen im Schulterschluss mit Unternehmen und Politik. Modelle wie jenes bei der CURA COSMETICS GROUP zeigen, was möglich ist, wenn Betriebe, Politik und Träger gemeinsam an einem Strang ziehen: moderne Kinderbetreuung, die wirtschaftlich tragfähig ist – und gleichzeitig alltagstauglich für Familien. Klar ist jedoch auch: Kinderbildung und -betreuung ist keine Privataufgabe einzelner Betriebe – sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.
Kosten laufen nicht nur in der Verwaltung davon, sondern in allen Bereichen. Immer höhere Mindeststandards wollen schließlich nicht nur bestellt, sondern auch bezahlt werden.
GRUND ZUR REFORM
Die Gemeinden stehen zweifellos unter Druck, ihre Prozesse zu optimieren und effizienter zu gestalten. Doch auch einnahmenseitig hat man in der Anhebung der Grundsteuer ein Pflaster ausgemacht, das zumindest kurzfristig Linderung verschaffen soll. „Die Grundsteuer wurde seit den 1970er-Jahren nicht angepasst und gehört schon dem Grunde nach reformiert“, argumentiert Schubert. Er spricht sich dafür aus, nicht einfach den sogenannten Hebesatz zu erhöhen, sondern eine grundlegende Reform anzugehen. „Aus Sicht der Gemeinden stehen wir einer Reform positiv gegenüber, weil es ein Einnahmenpotenzial gibt“, formuliert Schubert. Man müsse dabei nur aufpassen, dass die Verhältnisse und Voraussetzungen in Ostösterreich völlig andere seien als im Westen. Dort ist Grund verhältnismäßig billig, hier nicht. „Die Grundsteuer muss mit Augenmaß und variabel reformiert werden, damit sich das Wohnen in Tirol dadurch nicht weiter verteuert“, so Schubert, der einmal mehr dafür eintritt, zunächst die Ausgabenseite unter die Lupe zu nehmen, ehe Steuern erhöht werden.
Die Lage bleibt herausfordernd. Gemeindezusammenlegungen könnten zur Entspannung beitragen, brauchen jedoch den breiten Rückhalt der Bevölkerung. Den gibt es (noch) nicht. Allheilmittel wären auch Fusionen nicht. Solange die Ausgaben schneller wachsen als die Einnahmen, wird sich an der Geldnot der Gemeinden nichts ändern. Der Gemeindeverbandspräsident rückt zur Verteidigung der Gemeinden aus: „Die Tiroler Gemeinden wirtschaften nicht schlecht. Sie haben nur so viele Aufgaben vom Gesetzgeber übertragen bekommen, ohne dass die finanziellen Mittel vorhanden wären, um das alles bewerkstelligen zu können.“ Dieser Spagat führt dazu, dass die Kategorie „Niceto-have“ immer weiter zusammengekürzt werden muss. Was muss, muss, alles andere wird in Tirols Gemeinden immer mehr zum Luxus.

Auto Meisinger GmbH
Innsbruckerstr. 57 - 59, 6176 Innsbruck-Völs
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www.meisinger.at
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Autohaus Brunner
Lofererstr. 10, 6322 Kirchbichl
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Hauptstr. 71, 6464 Tarrenz Tel.: 05412 - 64111 www.autohaus-krissmer.at
Auto Linser
Haller Str. 119a, 6020 Innsbruck Tel.: 0512 - 24 8 21 www.auto-linser.at
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St. Margarethen 152, 6220 Buch Tel.: 05244 - 62 4 34 www.auto-linser.at
CO2-Emissionen: 0 g/km, Reichweite: bis zu 625km, Gesamtverbrauch: 14,6 bis 14,8 kWh/100km1)
Autohaus Larl
Gewerbestr. 12, 6274 Aschau Tel: 05282 - 5746 www.larl.at
Symbolabbildung mit Sonderausstattung. Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Geräuschpegeldaten nach vorgeschriebenen Messverfahren gemäß der Verordnung (EU) Nr. 540/2014 und Regelung Nr. 51.03 UN/ ECE [2018/798] ermittelt: Kia EV4 Fahrgeräusch dB(A) 64.0 / Nahfeldpegel dB(A) /min-1 0. 1) 0g/km setzt Nutzung von Strom aus 100% regenerativen Quellen voraus. Angeführte CO2-Emission und kWh/100km gemessen laut WLTP-Testzyklus. Ladeleistung hängt ab von Faktoren wie z.B. Außentemperatur sowie Ladezustand und Temperatur der Batterie. Angegebene Zeiten beziehen sich auf Optimalbedingungen (Ladezustand 10-80%, HV Batterietemperatur 25-29°C) unter Ausschluss zusätzl. Nebenverbraucher (z.B. Sitzheizung, Klimaanlage). Verbrauchswerte sind WLTP-Idealwerte, tats. Verbrauch hängt von Fahrprofil, Umgebungstemperatur und Fahrbahnbedingungen ab. Stand: 11|2025. *) 7 Jahre/150.000km Herstellergarantie.
Österreich ist mittlerweile in einer ökonomischen Situation, in der sich Stimmung und Lage aneinander angenähert haben. Beide waren schon einmal besser.
TEXT: MARIAN KRÖLL
oste es, was es wolle, hieß das innenpolitische Mantra während der Pandemie, ausgerufen in der Regierung Kurz. Außenpolitisch gerierte sich Österreich dagegen lieber als sparsame schwäbische Hausfrau, gehörte in der EU zum Club der „Frugal Four“, der sparsamen Vier. Dabei hat sich nicht nur eine finanzielle Kluft zwischen der auf Sparsamkeit getrimmten Außendarstellung und dem innenpolitischen Prassen aufgetan, sondern auch eine ganz erhebliche Glaubwürdigkeitslücke. Heute wird Österreich in den meisten ökonomischen Rankings nach unten durchgereicht, der Trend ist negativ, die Stimmung am Boden. Der Wirtschafts- und Industriestandort steht an der Kippe. Eine Trendwende ist vorerst nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Es kommt budgetär sogar noch dicker, weil es in den Ländern offenbar auch eine eher unterentwickelte Ausgabendisziplin gibt und die Kosten den Einnahmen bzw. über den Finanzausgleich an die Länder weitergereichten Steuereinnahmen davonlaufen. Tirol hat sich in den letzten Jahren seit der Pandemie zwar stark verschuldet, ist aber dank seiner sehr guten finanziellen Ausgangsposition immer noch Musterschüler unter Österreichs Bundesländern.
WIRTSCHAFTSBREMSKLÖTZE
Wir haben die Universitätsprofessoren Jürgen Huber und Leonhard Dobusch von der Universität Innsbruck danach gefragt, was denn faul sein könnte im Staate Österreich. Bei den Diagnosen der Ökonomen haben sich unterschiedliche Weltbilder und Ansichten herauskristallisiert, aus denen dennoch überraschend ähnliche Warnungen hervorgegangen sind. Jürgen Huber betont den Reformstau, insbesondere im Pensionssystem, als eine Hauptursache der Neuverschuldung und hält strukturelle Ausgabenkürzungen für überfällig. Leonhard Dobusch
HISTORISCHE ERFAHRUNGEN ZEIGEN, DASS ERFOLGREICHE HAUSHALTSKONSOLIDIERUNGEN IN AUFSCHWUNGPHASEN GELINGEN. EINE SOLCHE IST NUR GERADE NICHT IN SICHT. argumentiert, Österreich würde „in die Krise hineinsparen“ und dadurch die ohnehin bereits stagnierende Wirtschaft weiter schwächen. „In so einer Situation einen Sparkurs zu fahren, würgt das Wachstum ab und führt dazu, dass sich die Situation kaum verbessern kann“, hält er fest, denn „es fehlt schlicht an Inlandsnachfrage“. Historische Erfahrungen würden zeigen, dass erfolgreiche Haushaltskonsolidierungen in Aufschwungphasen gelingen. Eine solche ist nur gerade nicht in Sicht. Jürgen Huber kritisiert den mangelnden Mut der Regierungen – dieser wie der vergangenen –, dringend nötige Reformen endlich entschlossen anzugehen. Das drängendste Reformvorhaben ist für Huber „eine Pensionsreform, bei der insbesondere das gesetzliche und tatsächliche Pensionsalter deutlich angehoben werden“. Dafür sieht der Ökonom einen Automatismus als bestgeeignete Methode an und warnt davor, die Zügel locker zu lassen: „Alleine die Zuschüsse zum Pensionssystem machen derzeit schon ein Viertel aller Staatsausgaben aus.“ Das macht den Spielraum zunehmend enger, weil die Bevölkerung bekanntermaßen nicht jünger wird.
FÖ ( R ) DERALISMUS UND VERANTWORTUNG
Der hierzulande praktizierte Verteilungsföderalismus, in dem der Staat seine Steuereinnahmen nach einem bestimmten Schlüssel an die Länder weiterreicht, ist für Huber kein wesentlicher Treiber der Verschuldung. „Betrachtet man die Verschuldungsquote von Ländern, so finden sich sowohl bei hochverschuldeten als auch bei niedrig verschuldeten sowohl stark zentralisierte als auch sehr föderalistisch aufgebaute Staaten, so dass der Grad an Föderalismus nicht als wesentlicher Treiber – oder Verhinderer – von Staatsverschuldung gesehen werden kann“, sagt Huber.

© MARIAN KRÖLL
„Alleine die Zuschüsse zum Pensionssystem machen derzeit schon ein Viertel aller Staatsausgaben aus.“
JÜRGEN HUBER
Dobusch verweist darauf, dass Österreich zu den Schlusslichtern gehört, was die finanzielle Eigenständigkeit der Bundesländer betrifft. Die Abhängigkeit von Geldquellen, die sie nicht selbst beeinflussen können, stellt die Länder vor große Herausforderungen. Denn gleichzeitig sind sie für besonders kostenintensive Aufgaben verantwortlich: Gesundheitsversorgung, Sozialleistungen oder Pflege zählen zu den teuersten Politikfeldern, in denen zudem eine Kostendynamik herrscht. „Demnach wäre es wünschenswert, wenn die Einnahmen auf Länderebene gestärkt werden würden“, sagt Dobusch. „Das würde nicht nur zu einem höheren Budget, sondern auch zu einer besseren Aufteilung der Verantwortung von Ausgaben und Einnahmen zwischen Bund und Ländern führen“, argumentiert der Ökonom und führt Einnahmequellen an: „Möglichkeiten für Länder- und Gemeindeeinnahmen wären etwa eine Leerstandsabgabe, eine Modernisierung der Grundsteuer oder eine Zweitwohnsitzabgabe.“
STATTLICHES STAATLICHES WACHSTUM
Es ist kein Geheimnis, dass die Staatsquote in Österreich hoch ist. Zu hoch, findet Jürgen Huber. In der EU liegt der Anteil der Staatsausgaben am BIP nur in Frankreich und Finnland noch höher. „Das ist problematisch, wenn der Staat in der Verwendung der Gelder ineffizienter ist, als es Private wären – und bei einigen Staatsausgaben, etwa im Gesundheitswesen und bei einigen Förderungen, ist das leider durchaus realistisch.“ Leonhard Dobusch bezweifelt indes die Aussagekraft der Staatsquote und betont, dass es relevanter sei, was mit staatlichen Mitteln finanziert werde. „In Österreich fließen gut zwei Drittel der Ausgaben des Staates in Soziales, Bildung und Gesundheit. Gleichzeitig liegt die Staatsquote nur geringfügig über dem EUSchnitt“, so der Ökonom, der einen Vergleich mit einem „Musterschüler“ anschließt: „In der Schweiz, die häufig als Beispiel für eine niedrige Staatsquote genannt wird, müssen die Haushalte viel mehr für Kinderbetreuung und private Krankenversicherung bezahlen
als in Österreich.“ Dementsprechend sagt die Staatsquote wenig darüber aus, „wie gut oder schlecht eine Volkswirtschaft funktioniert, aber einiges darüber, welche Leistungen als öffentliche Güter bereitgestellt werden“. Wer sich schweizerische Zustände wünscht, dem bleibt zwar am Ende des Monats mehr im Börserl, dafür heißt es aber bei allen möglichen Leistungen viel tiefer in die Tasche greifen.
Eine Trope, die immer wieder gerne bemüht wird, ist das „Sparen im System“. Hier wird viel hineingeheimnisst, es scheint die öffentliche Erwartungshaltung zu geben, dass hier wohl größere Schätze zu heben seien. So eindeutig ist das aber nicht. Huber verweist auf die vielen Doppelgleisigkeiten im österreichischen Föderalismus, darunter im Gesundheitswesen, bei den Schulen, in der Pflege und vor allem bei Sozialleistungen. Er mahnt eine „klare Aufgaben- und Kompetenzverteilung sowie entsprechende Budgetverantwortung“ an. „Würde man die Zuständigkeiten vereinheitlichen, könnten daraus deutlich weniger Bürokratie und weniger Parallelstellen resultieren“, so Huber. Doch damit nicht genug. Eine weitere große „Baustelle“ mit enormem Einsparungspotential sei das Pensionssystem, meint der Ökonom. „Das gilt besonders bei den derzeit großzügigen Regelungen bei Frühpensionen, Invalidität und Sonderpensionen.“
Dobusch verweist darauf, dass beim „Sparen im System“ häufig die Schlagworte „Struktur- und Verwaltungsreform“ fallen würden. „Konkreter“, sagt der Ökonom, „wird es meistens nicht.“ Wer Reform sage, meine überwiegend Leistungskürzung, „zum Beispiel durch eine generelle Anhebung des Pensionsantrittsalters.“ Dobusch begeistert das nicht, denn: „Das würde gerade ärmere Menschen besonders belasten, die heute im Schnitt schon viel früher sterben und ihre niedrigen Pensionen nur kurze Zeit – wenn überhaupt – beziehen.“ Auch von Verwaltungsreformen verspricht sich Leonhard Dobusch nicht allzu viel. „Verwaltungskosten machen nur einen kleinen Teil des österreichischen Budgets aus. Selbst dort, wo etwa über Verwaltungsdigitalisierung Kosten gesenkt werden könnten, sind oft zunächst einmal Investitionen und damit Mehrkosten erforderlich“, argumentiert er. Eine Gelegenheit sieht der Ökonom dennoch, die Staatsfinanzen zu verbessern. Einnahmenseitig, wohlgemerkt: „Es gibt in Österreich aktuell weder Erbschafts- noch Vermögenssteuer.“
DAS „SPAREN IM SYSTEM“. HIER WIRD VIEL HINEINGEHEIMNISST, ES SCHEINT DIE ÖFFENTLICHE ERWARTUNGSHALTUNG ZU GEBEN, DASS HIER WOHL GRÖSSERE SCHÄTZE ZU HEBEN SEIEN.
SO EINDEUTIG IST DAS ABER NICHT.
Als „besonders fatal“ bezeichnet er die Senkung der Körperschaftssteuer in den letzten beiden Jahren. „75 Prozent der Senkung kommen nur drei Prozent der Unternehmen zugute“, meint Dobusch und folgert: „Das sind die echten Strukturprobleme im österreichischen Steuersystem.“
Staatsschulden werden gerne mit Unternehmensschulden und den Schulden privater Haushalte in einen Topf geworfen. Dabei sind sie nicht ein und dasselbe. „Entscheidend ist, dass ein Staat langfristig die Zins- und Refinanzierungskosten der Schulden tragen kann. Das gelingt umso besser, wenn Staaten in Infrastruktur und Bildung ihrer Bevölkerung investieren. Staaten haben dabei den Vorteil, in Generationen denken zu können“, erklärt Leonhard Dobusch. Er argumentiert, dass es gerade in Zeiten der Klimakrise letztlich günstiger komme, wenn der Staat sich verschuldet, um relevante Investitionen frühzeitig zu tätigen. Jürgen Huber betont, dass Überschuldung sowohl für Staaten als auch Bürger*innen ein Problem sei, „da die Staatsverschuldung langfristig die Fähigkeit eines Staates, seine Ausgaben zu decken, beeinflusst, was sich auch auf private Haushalte auswirkt. Sowohl Staaten als auch Unternehmen als auch Private können sich überschulden und müssen Einnahmen und Ausgaben in Einklang bringen.“ Er plädiert dafür, dass – ähnlich wie bei Unternehmen und Privaten – die Nettoverschuldung betrachtet wird. „Der Staat besitzt rund 170 Milliarden Euro in Form von Unternehmensbeteiligungen und Grundstücken – rund zehn Prozent des Landes gehören dem Staat. Diese 170 Milliarden decken rund 40 Prozent unserer aktuellen Staatsschulden ab“, führt Huber aus. „Die tatsächliche Nettoverschuldung liegt eigentlich nicht bei 400 Milliarden Euro – 80 Prozent des BIP –, sondern bei rund 230 Milliarden Euro, das sind weniger als 50 Prozent des BIP.“ Auch Dobusch weist darauf hin, dass Staaten nicht nur Schulden, sondern auch Vermögenswerte vererben würden. Er ortet in erster Linie ein Verteilungsproblem,
solange Staaten primär bei der eigenen Bevölkerung verschuldet sind: „Die Zinszahlungen für Staatsschulden landen vor allem bei jenen, die Geld anlegen können. Wer sich die Pro-Kopf-Verschuldung eines Landes anschaut, sollte sich deshalb immer auch das Pro-Kopf-Vermögen anschauen.“
ALLE SPAREN = REZESSION
In Österreich wird gespart. Der Bund schnürt entsprechende Pakete, Bund, Länder und Gemeinden ringen um einen Stabilitätspakt. Unternehmen halten ihre Investitionen zurück und die Haushalte schnallen den Gürtel enger. Alle sparen. Volkswirt-
schaftlich ist das eine denkbar ungünstige Sache. „Prinzipiell entspricht das Sparen des einen immer den Schulden eines anderen. Wenn ich auf mein Sparbuch bei der Bank einzahle, schuldet mir die Bank diesen Betrag. So ist das auch in der Volkswirtschaft“, erklärt Dobusch. „Wenn jetzt in der Krise Unternehmen und Haushalte ohnehin sparen, wäre es fatal, wenn der Staat es ihnen gleichtun würde“, argumentiert er. „Wenn der Staat nun auch noch seine Ausgaben zurückfährt, entzieht er dem Markt weitere Nachfrage und befeuert das Sparen der Unternehmen und der Haushalte. Die Folge ist eine Rezessionsspirale, bei der unser ge-

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„In Krisenzeiten sind Staatsausgaben besonders effektiv darin, Nachfrage zu stabilisieren.“
LEONHARD DOBUSCH
meinsam erwirtschafteter Wohlstand sinkt.“
Wenn alle Seiten sparen, sieht auch Jürgen Huber Unbill heraufdräuen. Das illustriert er anhand einer Formel, die folgendermaßen aussieht:
(Staatssaldo)
+ (Unternehmenssaldo)
+ (Haushaltssaldo)
+ (Auslandssaldo)
= 0
Sieht zunächst kompliziert aus, ist es aber nicht. Huber erklärt: „Wenn also der Staat, Unternehmen und Haushalte alle positive Finanzierungssalden, das heißt Überschüsse, haben wollen, muss der Auslandssektor automatisch einen negativen Saldo aufweisen.“ Anders formuliert: Wird im Inland gespart, braucht Österreich enorme Exportüberschüsse. Das ist angesichts der globalen Lage nicht realistisch. Wie Dobusch kommt auch Jürgen Huber zur selben Schlussfolgerung: „Die Ausgaben eines Sektors sind die Einnahmen des anderen. Daher sinkt die Gesamtnachfrage, wodurch der Konsum
sinkt, die Investitionen einbrechen und in der Folge die Unternehmen weniger verdienen und daher Arbeiter kündigen müssen – im Ergebnis schlittert die Wirtschaft also in eine Rezession.“ Rezession: Wirtschaftskraft und Wohlstand sinken.
Das ist allerdings keine schicksalshafte Entwicklung. Hier ist wieder der Staat gefragt, Spardruck hin oder her. „In Krisenzeiten sind Staatsausgaben besonders effektiv darin, Nachfrage zu stabilisieren“, sagt Dobusch und bringt ein konkretes Beispiel: „In der Krise vermindert die Kurzarbeit den Rückgang im Konsum und reduziert gleichzeitig die langfristigen Kosten von Arbeitslosigkeit, weil Menschen in Beschäftigung bleiben können, bis die Krise überwunden ist.“ Jürgen Huber plädiert für „deficit spending“, um Rezessionen zu vermeiden bzw. zu verkürzen. „Wenn Unternehmen und Haushalte ihre Ausgaben reduzieren, sollte der Staat seine Ausgaben erhöhen, denn mit einer Rezession ist sicherlich niemandem gedient. Sie vergrößert die soziale Ungleichheit und bedroht im Extremfall die politische Stabilität.“
AUSTERITÄT OHNE AUFSCHWUNG –
EIN TEURER IRRTUM
Austeritätspolitik funktioniert unter den gegenwärtigen (volks-)wirtschaftlichen Vorzeichen nicht. „Austeritätspolitik funktioniert vor allem dann, wenn der Staat glaubwürdige Reformen umsetzt, die Wirtschaft nahe der Vollauslastung ist – was derzeit nicht der Fall ist – und wenn Exporte die Nachfrageausfälle kompensieren können. Auch das ist für Österreich derzeit nicht sehr realistisch“, analysiert Huber. Der Spielraum der EZB für Zinssenkungen ist auch begrenzt, weil sie naturgemäß nicht nur die österreichische Wirtschaft im Blick hat, sondern auch die Volkswirtschaften der gesamten Währungsunion. Auch Leonhard Dobusch hält Austerität in Zeiten der Krise für nicht angebracht: „Ein eingesparter Euro würgt die Wirtschaft in der Rezession stärker ab als in der Hochkonjunktur. Wir haben aktuell also das Risiko einer sich verfestigenden Krise, aus der Österreich nur schwer hinauskommt. Außerdem werden durch den Sparkurs notwendige Zukunftsinvestitionen vertagt. Dazu kommen Kosten durch kurzfristige Sparmaßnahmen: Wenn etwa im Sozialbereich gekürzt wird, dann hat das nicht nur ökonomische Folgekosten durch gestiegene Armut, sondern auch Kosten durch Wissen, das in den Belegschaften verloren geht.“ Er spricht sich dafür aus, zur Budgetkonsolidierung vor allem Maßnahmen zu setzen, „die Menschen mit hoher Sparquote erfassen.“ Dobusch argumentiert: „Höhere Steuern auf Vermögen oder für Spitzenverdiener würgen die Wirtschaft in Rezessionszeiten weniger stark ab als Ausgabenkürzungen, die finanziell Schwächere stärker treffen.“
HOFFNUNGSLOS, ABER
NICHT ERNST
Österreich ist in keiner guten Lage. Die guten Optionen, die niemandem weh tun, sind vom Tisch. Wenn alle gleichzeitig sparen, geht es nur noch weiter bergab. Es spricht dennoch wenig dafür, dass weitreichende Reformen umgesetzt werden. Zu groß sind die Widerstände – in Bund, Ländern, Gemeinden und Interessenvertretungen und nicht zuletzt in der Bevölkerung –, zu wichtig sind die eigenen Pfründe. Vielleicht ist auch der Leidensdruck noch zu gering. Österreich wurschtelt sich einer ungewissen Zukunft entgegen. Nicht alles ist schlecht, aber nur das Allerwenigste wird besser. Es gilt, was Alfred Polgar einst über Österreich gesagt haben soll: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

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Das Institut für Förderalismus (IFÖ) ist heuer 50 Jahre alt geworden, die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern 100. Wir haben uns mit IFÖDirektor Peter Bußjäger den Zustand des Föderalismus und den Raum für notwendige Reformen angesehen. Es gibt Sparpotenziale, allerdings sind sie nicht so groß, wie man gemeinhin annimmt. Der große Wurf ist nicht drin, Aufgabenreformen scheinen realistischer als Strukturreformen.
INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
Die Gemeinden müssen ohne finanzielle Abgeltung immer mehr Aufgaben übernehmen. Wir haben mit Gemeindeverbandspräsident Karl-Josef Schubert über die prekäre finanzielle Situation der Tiroler Gemeinden und die Krise als Chance für Reformen gesprochen. Schubert fordert, dass die Transferzahlungen durchleuchtet werden, die zwischen den Gebietskörperschaften hin- und hergeschickt werden, und bekennt: „Die Wahrheit ist, dass ich als Bürgermeister selbst nicht mehr alles im Detail durchblicke.“
ECO.NOVA: Welche Rolle spielt das föderale System in der aktuellen Budget- und Verschuldungsdynamik? Gibt es aus
Sicht der Föderalismusforschung strukturelle Einsparungspotenziale? PETER
BUSSJÄGER: Selbstverständlich wirkt sich die prekäre gesamtstaatliche Finanzsituation auch auf das föderale System aus. Es ist klar, dass nach Einsparungspotenzialen gesucht werden muss. Insbesondere ist danach zu trachten, die Behördenlandschaft zu lichten und Synergien durch Eingliederung von Sonderbehörden in die allgemeine Verwaltung zu erzielen. Als Beispiel wären etwa die Bildungsdirektionen zu nennen. Diese hybride Bund-Länder-Behörde sollte aufgelöst werden. Ihre Aufgaben können im Amt der Landesregierung erledigt werden. Ebenso könnte die Wildbach- und Lawinenverbauung mit der Wasserbauverwaltung der Länder
ZUR PERSON
Peter Bußjäger ist Verfassungsund Verwaltungsjurist. Er ist Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck, Direktor des Instituts für Föderalismus und Verfassungsrichter am Liechtensteinischen Staatsgerichtshof.
zusammengelegt werden, die Aufgaben der Arbeitsinspektorate könnten in die Bezirksverwaltungsbehörden integriert werden. Natürlich haben aber auch Bund und Länder ihre Förderungen zu durchforsten und besser abzustimmen.
Welche empirische Evidenz gibt es dafür, dass Zentralisierung – oder Dezentralisierung – Kosten spart oder erhöht? Langfristig betrachtet haben sich alle entwickelten Staaten in den letzten fünf Jahrzehnten in die Richtung einer Dezentralisierung bewegt. Durch die Übertragung von Aufgaben von Zentralstellen auf dezentralisierte Einheiten können diese bedarfsgerecht erledigt und an die spezifischen Verhältnisse angepasst werden. Selbstverständlich gibt es auch Bereiche, in denen Schwerpunkte zu bilden sind, wie insbesondere bei den Krankenanstalten. Aber auch hier ist die regionale Gesundheitsversorgung von großer Bedeutung.
Über den Finanzausgleich verteilt der Bund das Steuergeld, das er einnimmt. Die Länder und Kommunen geben es aus und haben – bis auf wenige Ausnahmen – keine Steuerhoheit. Halten Sie dieses System der vertikalen Aufgaben- und Einnahmenverteilung noch für zeitgemäß? Die Forderung nach einer echten Steuerhoheit der Länder wird von der finanzwissenschaftlichen Seite massiv getragen und ich unterstütze das. Leider besteht sowohl beim Bund als auch den Ländern und den Gemeinden nur ein geringes Interesse an einer solchen Steuerautonomie der subnationalen Einheiten.
Statt echter Reformen findet da und dort ein wenig Verwaltungsbereinigung statt. Woran scheitert eine grundlegende Reform? Von welchen Akteur*innen gibt es Widerstände und wie werden diese begründet? Je ambitionierter die Reformbestrebungen sind, umso größer ist das Risiko des Scheiterns. Ich halte eine

„SO ARG IST DAS KOMPETENZWIRRWARR AUCH WIEDER NICHT. MAN WEISS SEHR GENAU, WER FÜR WAS ZUSTÄNDIG IST.“
paketweise Vorgehensweise für die erfolgversprechendste. Je umfassender dagegen das Reformvorhaben ist, umso größer sind die Widerstände, ob diese nun aus den Bundesministerien oder den Ländern und Gemeinden kommen.
In welchen Politikfeldern wäre mehr Zentralisierung sinnvoll, in welchen mehr Dezentralisierung? Wie sähe eine optimale Aufgabenverteilung aus? Es gibt aus wissenschaftlicher Sicht keine optimale Aufgabenverteilung. Wir haben Bereiche, in denen durchaus mehr gesamtstaatliche Steuerung wünschenswert wäre. Das Gesundheitswesen ist eine solche Materie, ohne dass man dabei auf die Zuständigkeit der Länder für die regionale Gesundheitsversorgung verzichten muss. Umgekehrt ist das Bildungswesen im internationalen Vergleich viel zu stark zentralisiert. Hier müsste man die regionale Bildungsverantwortung stärken. Auch im Bereich des Wohnens sollten die Zuständigkeiten der Länder ausgebaut werden.
Anstrengungen für umfassende Verfassungsreformen werden in Österreich im Keim erstickt oder – wie beim Verfassungskonvent 2003 bis 2005 – schubladisiert. Halten Sie eine solche Reform für grundsätzlich realisierbar? Der Österreich-Konvent ist nur an seinem Anspruch
23 gescheitert, eine neue Verfassung für Österreich zu erarbeiten. Eine solche neue Verfassung ist auch nicht erforderlich, wohl aber partielle Erneuerungen. Der Österreich-Konvent hat für derartige Erneuerungen übrigens hervorragende Grundlagenarbeit geleistet. So zum Beispiel bei der Verwaltungsgerichtsbarkeit, die aufbauend auf den Ergebnissen des Österreich-Konvents umgesetzt werden konnte und wesentlich zur Modernisierung des österreichischen Rechtsstaates beigetragen hat.
Wo gibt es Doppelgleisigkeiten, wo könnte man entflechten und Kompetenzen zwischen den Ebenen bereinigen? Gibt es so etwas wie „Paradebeispiele“ für das österreichische Kompetenzwirrwarr? Na ja, so arg ist das Kompetenzwirrwarr auch wieder nicht. Man weiß sehr genau, wer für was zuständig ist. Ich würde wie bereits gesagt viele Behörden der unmittelbaren Bundesverwaltung in den Ländern in die Landesverwaltung integrieren, die Bürokratie im Bildungswesen lichten und für eine bessere Abstimmung im Gesundheitswesen sorgen.
Wie ist die vielzitierte Devise „Sparen im System“ aus Sicht der Governance-Forschung zu beurteilen? Man muss bedenken, dass die Einsparungspotenziale in der Verwaltung nicht so groß sind, wie gerne
„JE AMBITIONIERTER DIE REFORMBESTREBUNGEN SIND, UMSO GRÖSSER IST DAS RISIKO
vermutet wird. Ich frage immer: Wo wollen Sie denn gerne sparen? Beim Personal in den Krankenanstalten und Pflegeheimen, beim Lehrpersonal in den Schulen oder lieber bei der Polizei? Dann bleibt nur noch ein verhältnismäßig kleiner Rest, den man so als „Allgemeine Verwaltung“ bezeichnet. Aber es wäre ziemlich ignorant zu glauben, man könnte auf der Stelle sehr große Einsparungen erzielen. Durch bessere Nutzung der Digitalisierung und andere organisatorische Maßnahmen ist eine gewisse Reduktion der Ausgaben möglich, aber viel wichtiger ist eine Aufgabenreform. Die Struktur muss der Aufgabe folgen.
Wo sieht die Forschung so etwas wie „low hanging fruits“, realistische kurzfristige Einsparungsmöglichkeiten, die ohne große Verfassungsänderungen möglich wären? Die Quick-Wins erzielt man nur dadurch, dass sich der Staat – mit allen Konsequenzen, die das haben mag – aus bestimmten Aufgaben zurückzieht, beispielsweise indem er Förderungen streicht.
Wie bewerten Sie das Drei-Ebenen-Modell mit Bund, Ländern und Gemeinden? Leistet sich Österreich eine Verwaltungsebene zu viel? Bund und Länder sind keine Verwaltungsebene, sondern Träger von Gesetzgebungshoheit. Man muss da schon präzise sein. Der zentrale Irrtum besteht in der Annahme, dass ein Zwei-Ebenen-Modell günstiger sein soll. Das ist durch keinerlei empirische Ergebnisse gedeckt. Wieso soll ein Bundesgesetz günstiger sein als neun Landesgesetze? Kommt es nicht auf den Inhalt an? Ein einheitliches Gesetz kann viel mehr Bürokratie verursachen als neun Landesgesetze. Es hat also überhaupt keinen Sinn, sich mit der Eingangsfrage herumzuschlagen. Viel wichtiger ist es, zu analysieren, wie Bürokratie dadurch abgebaut werden kann, dass der Staat weniger Aufgaben wahrnimmt.
Wenn man Österreich auf einem leeren Blatt Papier neu ordnen könnte – wie könnte ein alternatives Bundesstaatsmodell aussehen? Man muss Österreich
Das Institut für Föderalismus (IFÖ) wurde 1975 auf Initiative der damaligen Landeshauptleute Eduard Wallnöfer (Tirol) und Herbert Kessler (Vorarlberg) gegründet und feiert heuer sein 50-JahrJubiläum. Die Kompetenzverteilung zwischen Ländern und Bund, ein zentraler Forschungsgegenstand des Instituts, ist heuer 100 Jahre alt geworden. Seit 2001 liegt die wissenschaftliche Leitung des IFÖ in den Händen von Peter Bußjäger. Zunächst von Tirol und Vorarlberg getragen, kamen später Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg als Trägerländer hinzu. Die nationale und internationale Zusammenarbeit mit weiteren renommierten Forschungsinstituten trägt maßgeblich zur Reputation der Einrichtung bei. Seit fünf Jahrzehnten liefert sie den Bundesländern wissenschaftlich fundierte Analysen, Gutachten und Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Bundesstaates. Die jährlich erscheinende Dokumentation zum Stand des Föderalismus in Österreich liefert laufend die Grundlage für politische Diskurse.
nicht neu ordnen, sondern die Bürokratie einbremsen, etwa dadurch, dass Wege gefunden werden, dass die österreichischen Beamten bei Verhandlungen in Brüssel dort nicht für strengere Vorschriften eintreten, die sie hier in Österreich nicht durchsetzen können. Es ist ein großes Problem, dass sich die Mitgliedstaaten in Brüssel Bürokratie bestellen, um sich dann auf die EU hinauszureden. Sinnvoll wäre eine gewisse Steuerautonomie von Ländern und Gemeinden, das würde das Verantwortungsbewusstsein steigern.
An welchen Ländern könnte sich Österreich in Sachen Kompetenzabgrenzung, effiziente Verwaltung und funktionierende Mehrebenensysteme ein Vorbild nehmen? Es gibt in allen föderalen Staaten Probleme mit der Kompetenzverteilung. Ich würde aber meinen, Österreich sollte von
der Schweiz lernen, wie man mit föderaler Verantwortung umgeht und für die Wahrnehmung der eigenen Zuständigkeiten einstehen kann.
Gibt es zuverlässige Indikatoren, mit denen man die Effizienz föderaler Strukturen messen kann? Seitens der Ökonomie wird immer wieder die Effizienz des Föderalismus betont, wenn dieser in die Richtung eines Wettbewerbsföderalismus ausgebaut ist. Leider besteht in Österreich an einem solchen Wettbewerbsföderalismus wenig Interesse.
Hat sich Österreich in den letzten 25 Jahren eher in Richtung Zentralisierung oder Dezentralisierung bewegt? Das ist gar nicht so leicht zu sagen. Verfassungsrechtlich gibt es ein Sowohl-als-auch. In finanzieller Hinsicht gilt dasselbe. Insgesamt würde ich sagen, die Länder haben sich besser gehalten, als ich erwartet hätte.
Welche politischen Anreizstrukturen, Wählererwartungen und parteipolitischen Interessen tragen dazu bei, dass grundlegende Reformen im Föderalismus so schwer durchsetzbar sind? Ich glaube, den Wähler*innen ist der Föderalismus eher von sekundärer Bedeutung. Sie wollen ihre Angelegenheit gut erledigt wissen, eine gute Gesundheitsversorgung und ein funktionierendes Bildungswesen haben. Auch den Parteien ist Föderalismus eigentlich weitgehend „wurscht“. Sie wollen ihre parteipolitischen Interessen durchgesetzt wissen. Und da hapert es.
Welche Auswirkungen hat die EU-Mitgliedschaft auf den Föderalismus in Österreich? Die EU-Mitgliedschaft hat den Föderalismus zunächst stärker unter Druck gesetzt, als ich es erwartet hätte. Mittlerweile hat das System aber gelernt, auf die Herausforderung zu reagieren. Leider funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Bund, der für die Europapolitik in erster Linie zuständig ist, nicht so gut. Hier gibt es in der gesamtstaatlichen Governance ordentlich Luft nach oben.


Das jährliche Sommerfest auf der Festung Kufstein ist für viele Mitarbeitende von STIHL Tirol ein attraktives, gemeinsames Highlight außerhalb des Unternehmens. Der Gartengerätehersteller punktet mit Wertschätzung und Zusammenhalt im Team.
Der Gartengeräte-Hersteller STIHL Tirol aus Langkampfen zum Thema Zusammenarbeit und Teamplay.
Ein Unternehmen ist mehr als die Summe von Mitarbeitenden, Gebäuden, Maschinen und Prozessen, mehr als Produktion oder Dienstleistung. Das sieht man auch beim Gartengerätehersteller STIHL Tirol so. Die Kraft der attraktiven Marke STIHL, die Fachkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das familiäre Betriebsklima machen das Unternehmen stark. Am Standort werden Rasen- und Aufsitzmäher, Motorsägen, Heckenscheren und zahlreiche weitere STIHL-Produkte hergestellt, viele davon mit Akkuantrieb.
Nicht nur die STIHL-Produkte made in Tirol – wie zahlreiche Rasenmäher – erzielten in dieser Gartensaison renommierte Testsiege, freuen durfte man sich 2025 auch über schöne Auszeichnungen und Erfolge der besonderen Art. Die Prämierung „Aus-
gezeichneter Tiroler Lehrbetrieb“ würdigt die herausragende Qualität der Ausbildung und bestätigte einmal mehr, dass STIHL Tirol ein attraktiver und verantwortungsbewusster Arbeitgeber für junge Talente ist. Das unterstreicht auch der Tiroler Landessieg des Mechatronik- und Automatisierungstechnik-Lehrlings Michael Sammer beim Lehrlingswettbewerb „Tyrolskills 2025“ sowie weitere tolle Platzierungen von Lehrlingen des Gartengeräteherstellers.
Besonders stolz ist man bei STIHL Tirol auch auf die Prämierung „Wir sind inklusiv“, die vom Sozialministeriumservice Tirol für vorbildliches Engagement bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen vergeben wird. Bereits 2015, 2019 und 2022 erhielt das Unternehmen die Anerkennung, 2025 wurde diese erneut bestätigt. PR
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Am 1. September 2025 ist das Informationsfreiheitsgesetz in Kraft getreten. Mit dem Inkrafttreten war die Abschaffung des Amtsgeheimnisses verbunden, mit dem Österreich einen grundlegenden Wechsel der bisherigen Pflichten vollzogen hat.
TEXT: DR. ESTHER PECHTL-SCHATZ
STAATEN MIT EINEM VERFASSUNGSRECHTLICH ABGESICHERTEN
AMTSGEHEIMNIS – EIN
KONTROLLE KRITISIERT WURDE.
Die verfassungsrechtliche Bedeutung des neuen Rechts ist besonders hervorzuheben. Die Informationsfreiheit kommt einer neuen Grundrechtsposition nahe und stärkt das demokratische Prinzip, indem sie Entscheidungsprozesse nachvollziehbarer macht und staatliches Handeln öffnet.
as seit 1925 im Bundesverfassungsgesetz (B-VG) verankerte Amtsgeheimnis verpflichtete alle mit Aufgaben der Bundes-, Landes- und Gemeindeverwaltung betrauten Organe sowie die Organe anderer Körperschaften des öffentlichen Rechts (beispielsweise Interessenvertretungen) zur Verschwiegenheit und prägte über Jahrzehnte eine Kultur der Geheimhaltung. Österreich gehörte damit zu den letzten europäischen Staaten mit einem verfassungsrechtlich abgesicherten Amtsgeheimnis – ein Zustand, der wiederholt als Hindernis für Transparenz und demokratische Kontrolle kritisiert wurde.
Das neue Informationsfreiheitsgesetz (IFG) kehrt die bisherigen Pflichten um und etabliert die Informationsfreiheit als verfassungsrechtliche Bestimmung. Bürgerinnen und Bürger erhalten ein subjektives Recht auf Zugang zu Informationen von allgemeinem Interesse; zugleich werden Behörden verpflichtet, Daten proaktiv zu veröffentlichen. Transparenz wird damit zur Regel, während Geheimhaltung nur mehr ausnahmsweise und verfassungsrechtlich begründbar zulässig ist. Dieser Paradigmenwechsel stärkt sowohl demokratische Teilhabe als auch die Kontrolle staatlichen Handelns.
Neben der vorgesehenen proaktiven Informationspflicht normiert das Gesetz außerdem unterschiedliche Gründe, weshalb gewisse Informationen nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind (Geheimhaltungsgründe). Als Geheimhaltungsgründe führt das Gesetz unter anderem die nationale Sicherheit, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, die Abwehr eines erheblichen wirtschaftlichen oder finanziellen Schadens der Organe, Gebietskörperschaften oder sonstigen Selbstverwaltungskörper sowie das überwiegende berechtigte Interesse eines Dritten, sofern dies zur Wahrung des Rechts auf Schutz der personenbezogenen Daten erforderlich und verhältnismäßig und gesetzlich nicht anderes bestimmt ist, an. Diese Geheimhaltungsgründe sind jedoch insofern beschränkt, als lediglich eine partielle Geheimhaltung von Informationen gesetzlich vorgesehen ist. Für den Fall, dass die Geheimhaltungsgründe nur auf einen Teil der Information zutreffen, so unterliegt auch nur dieser Teil der Geheimhaltung.
Neben der proaktiven Informationspflicht wird durch das IFG das verfassungsgesetzlich gewährleistete Recht auf Zugang zu Informationen statuiert. Hierbei handelt es sich um ein Jedermannsrecht, wo-
NEBEN DER PROAKTIVEN INFORMATIONSPFLICHT WIRD DURCH DAS IFG DAS VERFASSUNGSGESETZLICH GEWÄHRLEISTETE RECHT AUF ZUGANG ZU INFORMATIONEN STATUIERT.
nach jeder, unabhängig ob juristische oder natürliche Person sowie unabhängig von Staatsbürgerschaft und Alter, die Möglichkeit hat, gegenüber den mit der Besorgung von Geschäften beauftragten Organen den Zugang zu Information zu beantragen. Wird der Zugang zur Information nicht gewährt, so ist auf schriftlichen Antrag des Informationswerbers vom informationspflichtigen Organ binnen zwei Monaten mit Bescheid darüber zu entscheiden. Gegen einen negativen bzw. ablehnenden Bescheid kann der Informationswerber beim zuständigen Verwaltungsgericht eine Beschwerde erheben.
In der Rechtsanwendung rückt künftig die Abwägung zwischen Informationsinteresse und Schutzinteressen – etwa Datenschutz, nationale Sicherheit, laufende Verfahren oder Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse – in den Mittelpunkt. Behörden müssen diese Abwägung nachvollziehbar dokumentieren, während Juristinnen und Juristen neue Fragen wie die verfassungsrechtliche Einordnung des Informationsfreiheitsrechts, Rechtsmittel bei verweigerter Auskunft, die Schnittstelle zum Datenschutz sowie organisatorische Anforderungen an eine transparente Verwaltung zu klären haben werden.
Insgesamt markiert die Abschaffung des Amtsgeheimnisses weit mehr als eine gesetzliche Änderung: Sie bedeutet einen tiefgreifenden Wandel der Verwaltungskultur. Künftig steht nicht mehr im Vordergrund, warum Informationen geheim bleiben sollten, sondern ob Geheimhaltung im Einzelfall verfassungsrechtlich legitimierbar ist.
DR. ESTHER PECHTL- SCHATZ
Gerne stehen wir Ihnen mit unserer langjährigen Erfahrung zur Seite, um praktikable und schnelle Lösungen für Ihre Rechtsprobleme zu finden. Wir beraten und unterstützen Sie umfassend und persönlich. Terminvereinbarung unter 05412/63 030 oder imst@anwaelte.cc. www.anwaelte.cc
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Wenn im Betrieb die Zeit für Social Media fehlt, liegt die Lösung oft näher als gedacht. Lehrlinge können mit der richtigen Struktur zu echten Marketingtalenten werden. Warum KMU auf ihr eigenes Talent setzen sollten.

Viele Tiroler Unternehmen kämpfen damit, auf Social Media sichtbar zu bleiben. Inhalte fehlen, Zeit fehlt. Gleichzeitig sitzen im eigenen Betrieb junge Menschen, die täglich mit TikTok, Instagram und Co. umgehen. Lehrlinge bringen nicht nur Technikaffinität mit, sondern ein natürliches Gespür für Trends und Formate. Wird dieses Potenzial gezielt begleitet, können sie zu wertvollen Marketingstützen werden. Im BFI Tirol zeigt sich seit Jahren: Lehrlinge, die Verantwortung übernehmen, steigern nicht nur ihre eigenen Kompetenzen, sondern entlasten auch ihre Betriebe. Besonders in Tourismus, Handel, Industrie und Dienstleistung wächst der Bedarf nach einfachen, wiederholbaren Prozessen für die Content-Produktion.
DIE SPRINT - WERKSTATT ALS LÖSUNGSANSATZ
Genau hier setzt die neue Sprint-Werkstatt „Lehrlinge ins Marketing“ an. In nur vier Wochen entwickeln Lehrlinge einen funktionierenden Redaktionsprozess, der sofort im Betrieb anwendbar ist. Sie arbeiten an echten Inhalten, erstellen Posts, planen Veröffentlichungen und lernen, wie sie diesen Ablauf monatlich wiederholen. Das Ergebnis ist ein schlanker Workflow von der Zieldefinition bis zum Mini-Reporting. Entschei-
dend ist nicht teure Technik, sondern eine klare Struktur und ein anwendbarer Prozess. „Lehrlinge bringen eine Natürlichkeit in die digitale Kommunikation, die vielen Betrieben fehlt. Mit der richtigen Struktur werden sie zu echten Content-Motoren“, sagt Nina Fauland von der wiasano GmbH.
MESSBARE ERGEBNISSE FÜR KMU
Die Ergebnisse der Sprint-Werkstatt sind unmittelbar spürbar. Ein kompletter Redaktionsplan für einen Monat. Drei fertige Posts inklusive Text und Bild. Ein Kurzvideo zwischen neun und 20 Sekunden. Dazu ein Whiteboard mit allen Ideen und To-dos sowie ein Performancecheck nach sieben Tagen. Lehrlinge schaffen damit echten Mehrwert und neuen Schub fürs Marketing. Die Werkstatt richtet sich an Lehrlinge im zweiten bis vierten Lehrjahr und kann optional gemeinsam mit Ausbildungsverantwortlichen besucht werden. Das Duo aus Lehrling und Patenschaft sorgt dafür, dass Prozesse nachhaltig verankert werden.
Social Media wird nicht einfacher. Aber KMU müssen es sich nicht schwer machen. Mit klaren Abläufen, praxisnaher Begleitung und jungen Talenten, die Verantwortung übernehmen wollen, entsteht Marketing, das funktioniert und einen Mehrwert für alle bietet.
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INS MARKETING. SPRINT- WERKSTATT
26. Jänner 2026 bis 16. Februar 2026
Blended Learning (montags online, freitags in Präsenz)
Mo. von 17 bis 18:30 Uhr bzw. 17 bis 19 Uhr, Fr. von 14 bis 17 Uhr (8 UE)
345 Euro (vergünstigtes Duo-Ticket für Lehrling plus Pat*in bzw. Vorgesetzte*r auf Anfrage). Für weitere Infos scannen Sie bitte den QR-Code.
WEITERE AKTUELLE KURSE
• Berufsreifeprüfung Mathematik
Start am 16. Februar 2026
• Ausbildung zur Sicherheitsvertrauensperson
Start am 18. Februar 2026
• Ausbildung für Brandschutzbeauftragte
Start am 3. März 2026
• Ausbildung zum/zur Buchhalter*in
Start am 6. März 2026
• Gewaltfreie Kommunikation Start am 20. März 2026
• Ausbilder*innentraining Start am 13. April 2026
• KI in Marketing und Vertrieb: Grundlagen und Use Cases Live online am 14. April 2026

BFI TIROL
Ing.-Etzel-Straße 7 6020 Innsbruck Tel.: 050 9660 firmenservice@bfi-tirol.at www.bfi.tirol

Wir schaffen Lebensraum seit über 35 Jahren

Sichern Sie sich Ihren Wohntraum in zentrumsnaher Sonnenlage von Kufstein in unserem Neubauprojekt
„DAS 3“

42 Einheiten - verteilt auf 3 Baukörper
2 bis 4 Zimmerwohnungen
Sonnige Freiflächen
Hochwertige Ausstattung
Elektrischer Sonnenschutz
60 kWp Photovoltaikanlage
Kontrollierte Wohnraumlüftung
Pendling- und Festungsblick
Beste Infrastruktur - Zentrumsnähe
Baubeginn bereits erfolgt




Die Infrastruktur-Anforderungen einer Gemeinde können sehr unterschiedlich sein. Aber genau darauf sind wir spezialisiert: Mit maßgeschneiderten Lösungen bei der Planung und Umsetzung von Feuerwehrhäusern, Gemeindezentren, Nahversorgern oder Pflegeheimen. tiroler-wohnbau.at

Begegnung, Betreuung und Pflege in Ehenbichl.


Ein neues Ortszentrum für Wiesing.

Am Standort des alten Gemeindehauses entstand ein multifunktionales Gebäude in Schönberg.
Ob leistbares Zuhause für Familien, innovative Wohnformen für junge Menschen, betreubares Wohnen oder kommunale Infrastrukturprojekte –die NEUE HEIMAT TIROL (NHT) steht seit Jahrzehnten für nachhaltige Lösungen im gemeinnützigen Wohnbau.
ECO.NOVA: Inwieweit ist auch die NHT von der aktuellen Baukrise betroffen?
MARKUS POLLO: Wenn der gewerbliche Wohnbau stockt, sind die Gemeinnützigen noch mehr gefordert. Die Nachfrage – insbesondere nach leistbarem Wohnraum – ist ja in Tirol konstant hoch. Wir haben heuer wieder sämtliche unserer geplanten Projekte umgesetzt.
Was heißt das in konkreten Zahlen?
JOHANNES TRATTER: Mit einem Neubauvolumen von über 130 Millionen Euro und über 400 fertiggestellten Wohnungen bis Jahresende blickt die NHT wieder auf ein sehr arbeitsintensives Jahr zurück. Die Planungen für 2026 sind bereits abgeschlossen. Wir werden wieder deutlich mehr investieren. Damit ist sichergestellt, dass auch in den kommenden Jahren neuer Wohnraum zur Verfügung steht, und die NHT bleibt damit ein verlässlicher Partner für das leistbare Wohnen in Tirol.
In wie vielen Gemeinden ist die NHT derzeit tätig? JT: Mittlerweile steht in jeder dritten Tiroler Gemeinde eine Wohnanlage der NHT und es kommen immer wieder neue dazu. Zuletzt haben wir in der Gemeinde Fritzens unser erstes Projekt umgesetzt. Wir errichten aber nicht nur Miet- und Eigentumswohnungen, sondern es werden mittlerweile auch viele Infrastrukturprojekte im Auftrag der Gemeinden umgesetzt.
Zum Beispiel? MP: In Umhausen läuft aktuell eine Baustelle für das sogenannte „Haus der Kinder“ mit Kindergarten und Kinderkrippe unter einem Dach. Die neue Einrichtung bietet für bis zu 188 Kinder einen Betreuungsplatz. Neben dem betreubaren Wohnen stellen wir hier eine besonders große Nachfrage seitens der Gemeinden fest. Wir sind damit auch ein wichtiger Partner des Landes für die Etablierung eines modernen Betreuungsangebotes. JT: Gerade in Zeiten knapper Budgets sehen wir als Bauträger im Eigentum der öffentlichen Hand es in unserer Verantwortung, die Gemein-


Erfolgreiches Arbeitsjahr: die NHT-Geschäftsführer Markus Pollo (li.) und Johannes Tratter
den verstärkt zu unterstützen und damit auch einen Beitrag für das Allgemeinwohl zu leisten. Nicht zuletzt sind unsere Projekte auch ein wichtiger Motor für die regionale Bauwirtschaft. Wir arbeiten ausschließlich mit Tiroler Unternehmen zusammen.
Wie sieht es mit der Bau- und Wohnqualität aus? MP: Für uns ist klar: Auch leistbarer Wohnbau darf anspruchsvoll sein. Sämtliche unserer Projekte werden architektonisch begleitet und umgesetzt. Wir bauen keinesfalls billig, aber kostenbewusst, und sind grundsätzlich nicht gewinnorientiert, sondern arbeiten kostendeckend. Unsere Mieten liegen im Schnitt 50 Prozent unter dem Marktpreis. Nirgendwo sonst gibt es so hohe Wohnqualität zu diesem niedrigen Preis.
Auch die Energiepreise sind zuletzt stark gestiegen. Was tut die NHT dagegen? MP: Neben dem Neubau ist die thermische Sanierung unserer Bestandsgebäude ein zweites, wichtiges Standbein. Unser ambitioniertes Ziel ist die Klimaneutralität bis 2030. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch
unsere Kund*innen. JT: Bei einer großen Wohnanlage in Innsbruck haben wir heuer erstmalig ein sogenanntes Mieterstrommodell umgesetzt. Der auf den Dächern erzeugte Sonnenstrom wird primär für den Allgemein- und Technikstrom genutzt, der Überschussstrom kostenlos auf die teilnehmenden Haushalte verteilt. Dieses Modell wollen wir jetzt tirolweit ausrollen. PR

DIE NHT IN ZAHLEN Mit 21.165 verwalteten Wohnungen und Projekten in 123 Tiroler Gemeinden ist die NHT der mit Abstand größte Bauträger Westösterreichs. Die NEUE HEIMAT TIROL steht für mehr als nur Bauleistung. Sie ist ein strategischer Partner für Gemeinden, ein sozialer Akteur im Wohnungsmarkt und ein Innovationstreiber im Bereich nachhaltiger Architektur. www.neueheimat.tirol

Kindergarten & Kinderkrippe

Gemeinsam Wohnzukunft gestalten – verantwortungsbewusst und stabil

Sozialzentrum

Mit Verantwortung für die Menschen in Tirol und einem klaren Blick nach vorne sind wir ein verlässlicher Partner für die Tiroler Gemeinden – für leistbares Wohnen und nachhaltige Infrastruktur, die unseren Lebensraum aktiv und zukunftsfit gestaltet.

Gemeindezentrum

Haus der Generationen

Ing. Alexander Zlotek, Geschäftsführer Technik und Mag. (FH) Cornelia Springer, Geschäftsführerin Finanzen
Als gemeinnütziger Wohnbauträger verfügt die Alpenländische über langjährige Erfahrung und Expertise im Bereich der Wohnungswirtschaft.
Wir können Gemeinden bei der Planung und Umsetzung von nachhaltigen Wohnprojekten unterstützen, indem wir unser Fachwissen einbringen, den Bedarf analysieren und Lösungen zur zukünftigen Entwicklung einer Gemeinde erstellen.
Jede Gemeinde muss sich ständig mit ihrer Weiterentwicklung in vielen Bereichen beschäftigen und steht damit vor wichtigen Entscheidungen für die Zukunft. Nachdem viel Engagement, Zeit, Geld und Verantwortung in ein Projekt gesteckt werden, sollten alle Möglichkeiten, Anforderungen und Ziele untersucht werden, um schließlich auch zum erwünschten Ergebnis gelangen zu können.
Wir errichten unsere Projekte durchwegs klimaaktiv, nachhaltig und in energieeffizienter Passivhausbauweise!
Der Printnewsletter für faires Wohnen in Westösterreich

Mehrmals jährlich informieren wir im kompakten Format über unsere Arbeit, unsere Projekte und unser Team. Jetzt kostenlos abonnieren!
Gute Mitarbeiter*innen zu finden und langfristig ans Unternehmen zu binden, ist keine leichte Aufgabe mehr. Erst recht in wirtschaftlich angespannten Zeiten, in denen um jeden Prozent Gehaltserhöhung gefeilscht wird. Als steuersparende Option mit gleichzeitigem Mitarbeiterbenefit ist das Dienstradleasing vom BikeleasingService auf dem Vormarsch, bei Unternehmen wie Gemeinden gleichermaßen.
TEXT: DORIS HELWEG
Es ist ein gut durchdachtes Mitarbeiterangebot, das der Bikeleasing-Service vor einigen Jahren auf den Markt gebracht hat. Dieses betriebliche Leasingmodell für Diensträder bringt gleich eine ganze Reihe an Vorteilen für Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen gleichermaßen. Auf Unternehmerseite reduzieren sich im Falle einer Gehaltsumwandlung die Lohnnebenkosten, Mitarbeitende in der Privatwirtschaft ersparen sich bei der Anschaffung eines Fahrrads bis zu 44 Prozent gegenüber dem Barkauf. Nebst diesen steuerlichen Vorteilen positioniert sich das Unternehmen als nachhaltiger und attraktiver Arbeitgeber und leistet einen wertvollen Beitrag zur Mitarbeitergesundheit und Mobilitätswende. Den Betrieben entstehen durch das Dienstradleasing keine Kosten und auch kein Risiko – der Aufwand beschränkt sich auf minimale administrative Abwicklung und ist liquiditätsneutral, da die Räder auch nicht ins Anlagevermögen aufgenommen werden.
Die Belegschaft profitiert von der Nutzung eines persönlich konfigurierten Rades, das auch – und sogar ausschließlich – in der Freizeit gefahren werden kann. Für welches Rad sich die Mitarbeitenden entscheiden, ist allein ihnen überlassen, ganz egal, ob es sich dabei um ein Klapp- oder Rennrad, Mountainbike oder E-Bike handelt. Sobald das Unternehmen einen Rahmenleasingvertrag abgeschlossen hat, können interessierte Arbeitnehmer*innen bei einem der mehr als 1.100 Partnerhändler in Österreich ihr gewünschtes Bike abholen und losradeln. Einzige Voraussetzung: Es darf nicht über 25 km/h fahren und muss mit Pedalen betrieben werden. Um alles andere kümmert sich im Hintergrund das professionelle Bikeleasing-Team. Nach einer Leasinglaufzeit von 48 Monaten kann das Rad entweder zurückgegeben oder günstig übernommen werden.


Florian Themeßl-Huber, Bürgermeister von Nüziders, nutzt das Bikeleasing bereits in seiner Gemeinde.
BIKELEASING FÜR GEMEINDEN:
VORARLBERG MACHTS VOR Rund 5.700 Unternehmen in Österreich nutzen bereits das attraktive Angebot und die umfassenden Serviceleistungen des Bikeleasing-Service Österreich. Mit seinem neuen Standort in Innsbruck unterstreicht der Anbieter seine Serviceorientierung und würde diesen Mehrwert auch gerne an Gemeinden weitergeben. „Doch hier bedarf es noch einer
Änderung der Radverordnung. Während im Juli 2025 das Gesetz für die Landesbediensteten geändert wurde, können Gemeinden und ihre Bediensteten diesen attraktiven Mitarbeiterbenefit in Tirol noch nicht nutzen“, erklärt Helmut Schleich, Managing Director der Bikeleasing-Service Österreich GmbH. Die Nachfrage wäre vorhanden. Anders in Vorarlberg: Florian Themeßl-Huber, Bürgermeister der Gemeinde Nüziders, ist jedenfalls begeistert: „Bei uns ist das Angebot auf fruchtbaren Boden gefallen. Aus Sicht der Gemeinde fördern wir damit die sanfte Mobilität, bieten einen attraktiven Benefit für die Mitarbeitenden und sparen dabei auch noch Lohnnebenkosten. Die Bediensteten profitieren vom günstigeren Wunschfahrrad und in weiterer Folge schaffen wir damit auch einen wirtschaftlichen Impuls für Fahrradhändler in der Region – und das mit einer unkomplizierten Abwicklung mit sehr überschaubarem Aufwand.“ In diesem Sinne: Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen registrieren, Wunschrad beim Partnerhändler auswählen und nachhaltig in die Zukunft radeln. www.bikeleasing.at







Ihre Mitarbeitenden sind Ihr Erfolgsfaktor – besonders in Zeiten des Fachkräftemangels. Mit Bikeleasing steigern Sie die Zufriedenheit Ihrer Angestellten, deren Gesundheit, Motivation und Produktivität.
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Maximaler Nutzen bei minimalem Aufwand.
Als Arbeitgeber setzen Sie mit Bikeleasing ein Zeichen für die Zukunft. Für mehr nachhaltige Mobilität auf dem Weg zur Arbeit und im Alltag. Denn jedes Rad ist auch zu 100% privat nutzbar.

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Michael Gsaller (Hall in Tirol), Simon Franzoi (Wirtschaftskammer Tirol), Manfred Berkmann (Schwaz), Thomas Ebner (Kufstein), Petra Hohenauer (Standortagentur Tirol), Helmut Krösbacher (Fulpmes), Sophia Innerebner (Wirtschaftskammer Tirol), Gabriel Winkler (Landecker Kaufmannschaft), Angelika Hronek (St. Johann in Tirol), Michaela Hausberger (Hohe Salve-Wildschönau), Thomas Brandtner (Kitzbühel), Roman Eberharter (Wirtschaftskammer Tirol), Florian Schweiger (Landeck), Fides Laiminger (PillerseeTal)
Gutscheine sind das mit Abstand beliebteste Geschenk der Tirolerinnen und Tiroler. Besonders wenn es sich dabei um lokale Einkaufsgutscheine handelt, stärken diese den Wirtschaftsstandort Tirol und binden die Kaufkraft in der jeweiligen Region. Das erhält und belebt die Ortskerne und Einkaufsstraßen und schafft attraktive Arbeitsplätze in allen Tiroler Bezirken.
GESCHENKIDEE
Dabei sind regionale Einkaufsmünzen und -gutscheine nicht nur im privaten Bereich eine geniale Geschenkidee. Viele Unternehmen sind noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Dafür sind die Angebote der Tiroler Orts- und Stadtmarketingorganisationen ideal. Denn die Einkaufsmünzen und Gutscheine fördern nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern sind für Unternehmen zudem bis maximal 186 Euro jährlich pro Mitarbeiter*in steuerfrei. Mit freundlicher Unterstützung der Wirtschaftskammer Tirol und der Standortagentur Tirol. PR
Eine gemeinsame Werbeplattform bündelt regionale Gutscheinsysteme und macht damit Schenken noch einfacher.
Die folgenden Tiroler Orts- und Stadtmarketingorganisationen bieten lokale Einkaufswährungen an:
Brixental: Der Brixentaler
Fulpmes: Der Stubai-Taler Hall in Tirol: DER GULDINER
Kitzbühel: Kitz-Zehner
Kufstein: Kufsteiner Dukaten
Landeck: Gutscheine der Leistungsgemeinschaft Landeck-Zams
PillerseeTal: PillerseeTaler
Schwaz: Silberzehner
St. Johann in Tirol: St. Johanner Einkaufsgutscheine
Stadtmarkt Lienz: Stadtmarkt Lienz
Telfs: Telfer Gutsch(w)ein
Wattens: Einkaufsgutschein Kristallregion
Wipptal: Wipp-Taler
WiR Alpbachtal: WIR31-Gutscheinschecks Wirtschaft im westlichen Mittelgebirge: Regiotaler
WiWi - Wildschönauer Wirtschaft: Wildschönauer Drachentaler
www.wir-schenken-regional.tirol


HERZLICH WILLKOMMEN BEI TIROLS GRÖSSTEN EVENTS ALLE EVENTS AUF

09.01.2026
DER NUSSKNACKER
OLYMPIAHALLE
Das International Festival Ballet & Festival Orchestra präsentieren eine Feerie von Schönheit, Eleganz und Anmut – märchenhafte russische Ballettkunst für Groß und Klein. Ein vollendetes Kunstwerk mit Live-Orchester. Das Ballett „Der Nussknacker“ basiert auf Alexandre Dumas’ Version von E.T.A. Hoffmanns „Nussknacker und Mausekönig“.

16. – 18.01.2026
HOLIDAY ON ICE
OLYMPIAHALLE
Die neue Show HORIZONS verbindet die kreative Kraft von HOLIDAY ON ICE mit Eiskunstlauf der Spitzenklasse, atemberaubender Akrobatik und einer innovativen, technisch ausgefeilten Performance. Das dynamische und frei bewegliche Bühnenbild formt sich immer wieder zu neuen Szenerien und wird aktiv von den Darsteller:innen genutzt.

31.01.2026 90s SUPER SHOW
OLYMPIAHALLE Tirols größtes 90er Indoor Festival präsentiert von Life Radio Tirol. Die 90s Super Show holt die Musik und die Stars der Neunziger dahin zurück, wo sie hin gehören: auf die große Bühne! Zum ersten Mal geben sich die Stars der VIVAund MTV-Ära in der Olympiahalle das Mikro in die Hand und feiern mit euch die größte 90er Indoor-Party Tirols!
Zeile 1: aktuelle Zahlen (2024) / Zeile 2: Vergleichszahlen Vorjahr (2023) *) jeweils aktuellst verfügbare Zahl, VG = Verschuldungsgrad, j. E. = je Einwohner, Quelle: Gemeindefinanzbericht 2025




mit seinem
Wenn eine familiäre Leidenschaft für Architektur und Bauen hinter dem gesamten Schaffensprozess von Bauwerken und Quartiersentwicklungen steht, ist das in jedem Winkel der anspruchsvollen Objekte spürbar.
TEXT: DORIS HELWEG
Architektur ist ihre absolute Leidenschaft und das Bauen bis ins letzte Detail ihre Berufung. Vor 30 Jahren hat Hannes Unterluggauer mit Bauwerk Immobilien den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und seither zahlreiche Projekte umgesetzt. So wie kürzlich den WEST PARK in Innsbruck, ein wahres Schmuckstück an Businessobjekt, in das sich Bauwerk auch selbst mit seinem Innsbrucker Unternehmensstandort einquartiert hat. Mit einem klaren Bekenntnis zu einer nachhaltigen Standortentwicklung in Innsbruck wurde mit dem WEST PARK auf circa 13.000 Quadratmetern Mietfläche nicht nur eine hochwertige Infrastruktur geschaffen, sondern ein zukunftsweisender und umweltgerechter Arbeitsort für Menschen mit hohen Ansprüchen. Das klar und bis ins kleinste Detail durchdachte Konzept überzeugt auf allen Linien und beherbergt mit den Hauptmietern MED-EL und Health Hub Tirol innovationskräftige Unternehmen.
Es ist dieses Gespür, das Verständnis von Baukultur, das sich in sämtlichen Bauwerk-Bauwerken widerspiegelt und so den individuellen Idealvorstellungen der Nutzer nahekommt, vielleicht sogar übertrifft. „Jeder Gedanke, jeder Handgriff und jede Maßnahme folgt bei uns einer klaren, qualitätsorientierten Linie“, sagt Michael Scheidle, seit 2009 als Mitinhaber und Geschäftsführer mit an Bord im Unternehmen. Mit dieser Prämisse trifft man die Gründer auch heute noch immer wieder auf ihren Baustellen an, denn nur so lässt sich der hohe Qualitätsanspruch auf allen Ebenen ihres Tuns auch umsetzen. Über zweitausend Wohnungen wurden im bald 30-jährigen Bestehen des Unternehmens bereits errichtet und an zufriedene Käufer übergeben, so zufrieden, dass sogar die nächste Generation wieder auf Bauwerk-Objekte vertraut.
Im erfolgreichen Familienunternehmen steht mittlerweile auch die nächste Generation in
den Startlöchern: Tochter Theresa Spirk hat Immobilienmanagement studiert und zeigt sich maßgeblich für den Verkauf und die Vermarktung der Immobilien verantwortlich, Sohn Jakob Spirk hat nach seinem Bachelor in mobiler Informatik noch den Master in Immobilienmanagement drangehängt und ist vorrangig für die Baufirma zuständig. Zusätzlich bringt er das Unternehmen IT-technisch in die Zukunft, ein Bereich, der die Baubranche in den nächsten Jahren maßgeblich prägen wird.
Dennoch lernen und erleben beide alle Bereiche des Unternehmens mit dem Leitbild: „Demut ist für uns das wichtigste Wort in unserem Tun. Wir schaffen Wohnraum und Arbeitswelten für Menschen. Dabei ist es wichtig, gemeinsam etwas zu entwickeln und einen fairen Umgang mit allen Partnern zu pflegen.“ Diese Haltung haben Theresa und Jakob Spirk auch schon verinnerlicht. Besonders zeigt sich dieses Fairplay in den erfolgreichen Projekten mit Gemein-



Ästhetisch ansprechend und mit der Gold-Zertifizierung der ÖGNI bzw. DGNB ausgezeichnet: Der WEST PARK ist nicht nur eine architektonische Landmark, sondern auch ein Vorzeigeprojekt in Sachen Energieeffizienz und setzt somit ein starkes Zeichen für verantwortungsvolle Stadtentwicklung.
den, wo in gemeinsamer Zusammenarbeit schon zahlreiche gelungene Projekte realisiert worden sind, wie beispielsweise das Zentrum Kematen, MAX in Zirl oder auch in Schwechat bei Wien.
BAUWERKE IN TIROL UND WIEN
Von seinem zweiten Standort in Wien aus realisiert das insgesamt 16-köpfige Bauwerk-Team auch größere Wohnbauprojekte. Dabei pendelt es mindestens einmal wöchentlich von Innsbruck nach Wien und plant neben Projekttagen auch immer wieder Baustellenbesuche ein. Auf Grund der angespannten Lage am Markt sind diese Objekte derzeit besonders gefragt, denn aktuell werden in Wien nur wenige Wohnbauprojekte umgesetzt. Eines davon ist die JOSEPHINE, die sich im Bewusstsein traditioneller Baukunst und Linienführung und in ihrer Neuinterpretation gleichzeitig dem heutigen Zeitgeist entsprechend modern mit viel Glas für helle, luftdurchlässige Momente und ineinander übergehenden Innen- und Außenräumen präsentiert. Wie bei allen Bauwerken steht das Thema Nachhaltigkeit stets im Fokus und so wurde auch dieses Projekt bereits mit dem Zertifikat „klimaaktiv“ ausgezeichnet.
In Tirol befinden sich aktuell das Projekt FREYUNG in Zirl, das bereits zur Gänze verkauft ist, und das LARCH² in Aldrans in Bau, welches mit nur fünf Wohneinheiten zwischen 74 und 114 Quadratmetern Exklusivität und Privatsphäre verspricht. Die nachhaltige Bauweise und der intelligente Einsatz von hochwertigen Materialien vereinen handwerkliche Präzision, moderne Ansprüche und höchsten Wohnkomfort, und das alles in allerbester Lage. „Denn die berühmten drei L – Lage, Lage, Lage –

Projekt JOSEPHINE in Wien-Leopoldstadt. www.josephine-prater.at
stehen bei allen Bauwerken an erster Stelle“, ist Theresa Spirk überzeugt. Mit dem Rundum-Verständnis für sämtliche Gewerke eines Bauwerks und der Leidenschaft für ästhetische Architektur gelingt es dem Familienunternehmen auch in angespannten Zeiten mit ausgeklügelten Konzepten erfolgreiche Projekte umzusetzen. Immer mit der Prämisse, die Menschen und ihre Bedürfnisse zu verstehen. „Erfolg ist, wenn Leute bereits in zweiter Generation wieder ein Objekt von uns kaufen“, freut sich Jakob Spirk und so wird sich das Immobilienunternehmen in zweiter Generation mit innovativen Bauwerken weiterentwickeln. www.bauwerk.tirol PR


Projekt LARCH2 in Aldrans. Eine der fünf Einheiten ist aktuell noch frei.
Projekt FREYUNG in Zirl. Alle sechs Einheiten sind bereits verkauft.
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine markiert eine Zeitenwende, die in Europa zu einem neuen Denken geführt hat. Politikwissenschaftler Franz Eder erklärt, warum der Krieg wieder als Mittel der Politik zurückgekehrt ist, welche Fehler Europa gemacht hat und warum die Zeiten der sicherheitspolitischen Trittbrettfahrerei vorbei sind.
INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
ECO.NOVA: Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist eine Ära zu Ende gegangen. Es war von „Zeitenwende“ und „Epochenbruch“ die Rede. Würden Sie das auch so sehen? FRANZ EDER: Der Krieg ist zurück nach Europa gekommen. Deshalb ist der Begriff „Zeitenwende“ zutreffend. Krieg ist wieder ein Mittel der Politik geworden. In Europa hat man nach dem Zweiten Weltkrieg daran gearbeitet, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit das nicht mehr passiert. Durch Kooperation und wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Staaten. Man hat Strukturen aufgebaut, um gravierende Probleme erst gar nicht entstehen zu lassen, so dass eine Lösung mit kriegerischen Mitteln gar nicht erst in Frage kam. Europa hat das relativ gut gemacht, die „DNA“ des heutigen Europas baut auf
diesem Denken auf. Die Etablierung einer europäischen Friedensarchitektur ist der Erfolg der Europäischen Union. Fragen von Krieg und Frieden sind darin gar nicht mehr denkbar.
Man hat Europa deshalb auch Naivität vorgeworfen. Das Problem ist, dass es mit Russland einen Akteur gibt, der aufgrund
unterschiedlicher Dynamiken und auch des Erfolgs der EU wieder zu militärischen Mitteln greift. Die Idee war ursprünglich, Russland in die europäische Sicherheitsarchitektur einzubinden und es zu unterstützen, innere Strukturen – Demokratie, Stabilität, Wachstum – zu entwickeln, damit dieses aggressive Verhalten nach außen verschwindet.
„Eine mündige Gesellschaft braucht – angeleitet von der Politik – Diskussionsprozesse darüber, wie Sicherheit organisiert werden sollte.“

WIR WISSEN, WER’S WEISS.
„Europa war zu blauäugig, hat global betrachtet zu viele Aufgaben, die zur Ordnung der Welt geführt haben, den USA überlassen. Die USA haben von dieser von ihr garantierten Weltordnung profitiert, und die Europäer haben es sich unter diesem Schutzschirm gutgehen lassen.“
„MIGHT MAKES RIGHT“ – EIN ALTES DENKEN KEHRT ZURÜCK
Ging es um eine „Verwestlichung“ Russlands? Das würde ich so nicht sagen. Es ging nie darum, Russland eine andere Kultur aufzuzwingen. Südkorea oder Japan sind auch keine „westlichen“ Staaten – und trotzdem stabile Marktwirtschaften und funktionierende Demokratien. Das russische Narrativ einer versuchten „Verwestlichung“ sollte man nicht wiederholen. Russland verfolgt mittlerweile eine Außenpolitik, deren Wurzeln ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Eine, in der das Ordnungsprinzip auf internationaler Ebene nicht mehr Verregelung heißt, sondern das Recht des Stärkeren gilt.
Might makes right. Ja. Russland argumentiert damit, ein Anrecht auf die Kontrolle des umliegenden Auslands und der Staaten zu haben, von denen es umgeben ist.
Eine zutiefst imperialistische Ansicht, die auch in der Sowjetunion verbreitet war. Ja, das ist imperialistisches Denken. Man glaubt, den eigenen Einflussraum beherrschen zu können. Wer versucht, sich dort hineinzudrängen, wird gewaltsam zurückgedrängt. Das sehen wir nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Kasachstan, in Belarus. Wenn die Menschen sich frei entscheiden dürfen, wählen sie das Modell der Europäischen Union und nicht das Modell Russlands. Davor hat Russland Angst und deshalb versucht es, die Annäherung an Europa zu unterbinden bzw. dafür zu sorgen, dass politische Akteure in diesen Staaten eine Rolle spielen, die das nicht wollen.
FALSCHE ANNAHMEN, NEUES DENKEN
Wann ist Ihnen persönlich klar geworden, dass sich der Kreml endgültig aus
der europäischen Sicherheitsordnung verabschiedet hat? Offen gesagt habe ich das bis zum Tag der Invasion nicht geglaubt, weil es einfach unvorstellbar war. Man konnte annehmen, dass Russland einfach zu großes ökonomisches Interesse am Westen hat, um sich auf einen Konflikt einzulassen. Russland hat sich mehrfach verkalkuliert: Es ist davon ausgegangen, dass der Krieg schnell gewonnen sein würde. Zweitens war man der Meinung, dass Europa durch seine Rohstoffabhängigkeit keinen Widerstand leisten würde. Beides hat sich als völlig falsch herausgestellt. Europa hat sich – zwar zeitverzögert – von russischer Energie abgekoppelt. Trotz gravierender Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft wird Russland Europa als Energieabnehmer langfristig verlieren. Davon wird Russland nicht profitieren.
Welche anderen Konsequenzen erwachsen daraus? In Europa macht man sich Gedanken, wie die eigene Sicherheit allein organisiert werden kann. Europa rüstet auf. Österreich hatte bis vor kurzem ein Landesverteidigungsbudget von 0,7 Prozent des BIP, mit sinkender Tendenz. Mittlerweile geht es in Richtung 1,5 Prozent. Das wäre für NATO-Staaten immer noch zu wenig –für österreichische Verhältnisse ist es hoch. Mit Finnland und Schweden sind vormals blockfreie bzw. non-aligned Staaten binnen kürzester Zeit NATO-Vollmitglieder geworden. Finnland und Schweden bringen große militärische Fähigkeiten in das Bündnis ein. Das sind keine Nasenbohrer. Man geht sogar davon aus, dass Russland momentan einen konventionellen Krieg gegen Finnland nicht gewinnen würde.
Das alles spricht dafür, dass der Begriff „Zeitenwende“ absolut angebracht ist. Ja. Die Entwicklungen der letzten Jahre haben ein neues Denken mit sich gebracht. Europa will – nicht nur auf die militärische
Landesverteidigung reduziert – resilienter werden. Die Herausforderungen für die Staaten liegen nicht nur auf der konventionellen militärischen Ebene.
RESILIENZ
Es gibt heute vielfältige hybride Bedrohungen, denen sich Europa gegenübersieht. Militärische Antworten sind zu wenig. Nicht nur Russland, sondern auch andere Akteure versuchen, demokratische Staaten durch gezielte Desinformation oder Sabotage zu destabilisieren. Die skandinavischen Staaten sind diesbezüglich schon jetzt gut aufgestellt, weil sie Verteidigung und Resilienz umfassend, als gesamtgesellschaftliches Projekt, verstehen. Das haben wir in Österreich noch keineswegs verstanden. Hier kreisen die Debatten noch darum, ob die Wehrpflicht verlängert werden soll.
Das ist allerdings nur eine kleine Komponente von vielen. Resilienz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der jeder Bürger und jede Bürgerin einen Beitrag zu leisten hat – in unterschiedlichster Form. Wir müssen über die Organisation der konventionellen militärischen Verteidigung ebenso nachdenken wie über den Kontext, in dem diese stattfinden soll. Einerseits erwartet sich Österreich, im Rahmen der EU solidarisch verteidigt zu werden, andererseits möchte man selbst nichts zur Verteidigung beitragen. Das ist ein großes Problem. Das Militärische ist aber nur eine Dimension. Der Krisen- und Katastrophenschutz sind weitere. Was macht man bei einem Blackout? Wie sieht es mit dem Katastrophenschutz aus? Da geht es nicht nur um militärische Bedrohungen, sondern um Extremwetterereignisse. Wir müssen uns als Gesellschaft überlegen, wie wir mit den unterschiedlichen Bedrohungen umgehen und auf diese reagieren wollen.
Sie betonen die gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Da wird es wohl nicht reichen, wenn nur Männer – so wie derzeit über den Wehr- bzw. Zivildienst – herangezogen werden? Man wird um die Frage, inwiefern auch Frauen beteiligt werden, nicht herumkommen. Auch sie werden einen Beitrag leisten müssen. Das muss nicht zwangsläufig an der Waffe sein. Das ist nicht zuletzt eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit. Staaten, die gesellschaftlich in Sachen Gleichheit weiter sind, tun sich damit natürlich argumentativ leichter. Verteidigung muss groß gedacht werden.
Es gab immer wieder Diskussionen um eine Versicherheitlichung von Materien, die eigentlich nicht primär eine sicherheitspolitische Dimension haben. Wie stehen Sie zu diesem Vorwurf? Ist er durch die gegenwärtige Lage hinfällig geworden? Natürlich ist das eine Form von Versicherheitlichung, die dadurch zu erklären ist, dass es umfassende Herausforderungen und Bedrohungslagen gibt. Sicherheit ist ein wesentlicher Grund, warum Staaten überhaupt entstanden sind. Sicherheit ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, das Staaten erfüllen können, wenn man sie nur dazu befähigt.
DAS ENDE DER FRIEDENSDIVIDENDE
Die berühmte Formulierung des einflussreichen Militärhistorikers Carl von Clausewitz lautet: „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ Krieg wird von ihm als politisches Phänomen verstanden. Hat Europa die historischen Lehren zur Abschreckung und Machtprojektion vernachlässigt oder ist das dem großen Erfolg des Friedensprojekts Europa geschuldet? Eher Letzteres. Europa war wohl zu blauäugig, hat global betrachtet zu viele Aufgaben, die zur Ordnung der Welt geführt haben, den USA überlassen. Die Grundidee und das Erfolgsrezept der EU basieren gerade auch auf einem alternativen Ansatz.
Wenn wir auf Clausewitz blicken – hat Europa das Denken in Kategorien der Macht verlernt, weil es sich primär als Zivilmacht begriffen hat? Ja. Die Ressourcen wurden überwiegend in Bildung, Ökologie, Menschenrechte, Demokratie

„Die Entwicklungen der letzten Jahre haben ein neues Denken mit sich gebracht. Europa will resilienter werden.“
und den Wohlfahrtsstaat investiert. Das hat in Europa funktioniert. Europa ist dadurch der mit Abstand lebenswerteste Ort der Welt geworden. Wohin migrieren Menschen? Nicht nach China, nicht nach Russland. Europa gehört zu den Hauptzielen. Das hat mit dem Wohlstand und der – nicht zuletzt sozialen – Sicherheit zu tun. Es gibt aber auf der globalen Bühne Akteure, die durch diesen europäischen Erfolg, die Attraktivität seines Lebensmodells, unter Druck geraten sind. Russland ist einer davon, gleichwohl nicht der einzige. Russland versucht, eine völlig neue Weltordnung herbeizuführen.
Chinas Rolle und Position ist in diesem globalen Kräftemessen noch nicht ganz klar. Besteht die Gefahr, dass es zu einer Art Blockbildung zwischen Russ -
land und China kommt? Russland ist nicht auf einer Ebene mit China, das international gleichauf mit den USA die Richtung bestimmt. Russland kann froh sein, China auf seiner Seite zu haben.
NEUE WELT ( UN ) ORDNUNG
Ist diese neue Weltordnung wieder bipolar, wie es im Kalten Krieg mit den USA und der Sowjetunion gewesen ist, nur dass eben China an deren Stelle getreten ist? Es ist viel komplexer. Die USA sehen China als großen Herausforderer und treten gegenwärtig paradoxerweise international für eine Ordnung ein, die den eigenen Interessen zuwiderläuft. Das ist fast pervers. Donald Trump macht eine Außenpolitik, die sich in ihren Grundzügen gar nicht allzu sehr von jener Russlands
unterscheidet. Auch Trump glaubt an Einflusssphären, in denen der Stärkere mit dem Schwächeren verfahren kann, wie es ihm beliebt. Die USA und Russland betreiben gewissermaßen eine rechtspopulistische Außenpolitik, mit Skepsis gegenüber der Globalisierung und liberalen Ansätzen.
Liberales Gedankengut gilt gleich als „woke“. Ja, das propagieren sowohl die USA als auch Russland. Wir finden hingegen auch in Europa solche Haltungen, etwa in Ungarn mit Viktor Orbán. Auch Herbert Kickl würde wohl eine ähnliche Außenpolitik wie Trump und Orban verfolgen. Dabei ist gerade für Kleinstaaten eine Abkehr vom liberalen Internationalismus das Schlimmste. Kleinstaaten profitieren nämlich überproportional von einer Verregelung des internationalen Systems. Diese Weltordnung bevorzugt Kleinstaaten, sie schützt gleichsam ihre Existenz.
ABSCHRECKUNG, BITTE!
Europa muss sich wieder ernsthaft mit Abschreckung beschäftigen und erstmals wohl auch damit, wie diese auch ohne die Hilfe der USA wirksam sein kann? In Artikel 42 Absatz 7 des Vertrags über die Europäische Union ist der Bündnisfall definiert: Ein Angriff auf einen Mitgliedstaat führt dazu, dass alle anderen Mitglieder zur Hilfe kommen müssen. Es braucht eine Klärung, wie man diese Klausel mit Leben füllt. Die Mitgliedsländer müssen Verteidigung als kollektive, nicht individuelle Aufgabe begreifen. Das gilt auch für die Rüstungsindustrien, wo jeder Staat noch immer zu sehr sein eigenes Süppchen kocht.
Gerade in der Rüstungsindustrie und Beschaffung gäbe es große Synergien. Ja. Es braucht nicht 27 einzelne Armeen, die über alle Fähigkeiten verfügen müssen. Es braucht mehr Zusammenarbeit. Daran wird kein Weg vorbeiführen, weil das effektiver und ressourcenschonender ist. Europa hätte das Potenzial, jeden Gegner militärisch abzuschrecken. Wirksame Abschreckung funktioniert indes nur gemeinsam auf europäischer Ebene.
RUNTER VOM TRITTBRETT
In der EU ist die Gemeinsame Außenund Sicherheitspolitik (GASP) als zentrale Säule definiert. Sie wurde in den

„Wir müssen uns wieder bewusst machen, dass Freiheit keineswegs ein selbstverständlicher Zustand ist.“
letzten Jahrzehnten vernachlässigt. Ist mit der neuen Situation Bewegung hineingekommen? Da bewegt sich permanent etwas. Die EU ist heute viel weiter als vor 20 Jahren, wenn auch noch nicht so weit, wie man gerne wäre. Seit einigen Jahren gibt es einen gemeinsamen Europäischen Auswärtigen Dienst, es entstehen immer mehr gemeinschaftliche Strukturen, die Koordination nimmt zu. Die Geschwindigkeit der europäischen Integration war immer je nach Politikbereich unterschiedlich. Bei der GASP ging es in der Vergangenheit vielleicht auch deshalb etwas langsamer, weil sie den Kern der Staatlichkeit berührt. Die Richtung stimmt aber.
Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der den Europäern sicherheitspolitische Trittbrettfahrerei vorwirft. Wie gerechtfertigt ist dieser Vorwurf historisch? Er ist natürlich gerechtfertigt. Die Europäer haben ihre Verteidigungsausgaben nach dem Ende des Kalten Krieges massiv reduziert – die sogenannte Friedensdividende. Sie wurde in die Gesellschaft und den Wohlfahrtsstaat investiert.
Die Welt war nach dem Kalten Krieg aber nicht befriedet, die Kosten wurden den USA umgehängt.
Die USA haben die Rolle der Weltpolizei nicht aus Altruismus übernommen, sondern aus handfestem Eigeninteresse. Die USA haben von der von ihr garantierten Weltordnung profitiert, und die Europäer haben es sich unter diesem Schutzschirm gutgehen lassen. Die Herausforderungen der USA verschieben sich immer weiter nach Asien, nach Afrika und in den Nahen und Mittleren Osten. Deshalb werden auch Ressourcen aus Europa abgezogen und anderswo eingesetzt. Das ist keine Überraschung, schon unter Obama wurde der „Pivot to Asia“ als strategische Zielsetzung formuliert. Europa hat genügend Ressourcen, um seinerseits eine respektable Force zu sein.
Wo sehen Sie die größte Fähigkeitslücke? In der Force Projection bzw. Machtprojektion. Europa ist anders als die USA nicht in der Lage, seine Truppen schnell an fast jeden beliebigen Punkt zu verschieben.
Franz Eder ist assoziierter Professor für Internationale Beziehungen und Dekan der Fakultät für Soziale und Politische Wissenschaften an der Universität Innsbruck. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Außen- und Sicherheitspolitik, insbesondere in der Analyse amerikanischer Politik, Terrorismusbekämpfung und sicherheitspolitischer Entscheidungsprozesse.
Die NATO war in den Nullerjahren in einer Sinnkrise. Es gab ein Bündnis, aber keine Mission. Heute stellt niemand mehr die Frage nach ihrer Relevanz. Wird sie im Bündnisfall tatsächlich liefern können – militärisch wie politisch? Die NATO kann liefern und sie wird auch liefern. Dafür ist sie vorbereitet. Auf europäischer Ebene will man die NATO bewusst stärken, im Kontext der Europäischen Union geht es dagegen eher darum, die industriellen Grundlagen für die Rüstungsindustrie vorzuhalten. Für das Militärische ist die NATO zuständig, für das Politische und Ökonomische die EU. Diese Arbeitsteilung ist sinnvoll, kann für die Nicht-NATO-Länder in der EU, dazu gehört Österreich, allerdings zum Problem werden. Die europäischen NATO-Staaten können und wollen, und auch in den USA wird man zur Auffassung gelangen, dass man in einem Bündnis stärker ist als ohne. Bei Trump ist das schwer einzuschätzen, aber es wird auch eine Zeit nach ihm kommen.
Schweden und Finnland haben ihre Neutralität aufgegeben und sind der NATO beigetreten. Sollte sich Österreich daran ein Beispiel nehmen? Dort hat bereits vor einigen Jahren ein Umdenken eingesetzt, von einem reinen Neutralitätsdenken hin zu einer allianzfreien Einstellung. Im Unterschied zu Österreich hat man Diskussionen zugelassen, auch wenn es noch keine Mehrheiten in der Bevölkerung gab. In Österreich wird nicht einmal darüber diskutiert. Das halte ich für falsch! Eine mündige Gesellschaft braucht – angeleitet von der Politik – Diskussionsprozesse darüber, wie Sicherheit organisiert werden sollte. Die Politik hat Angst davor, diese Frage anzugehen. Parteien wie die FPÖ warten nur darauf, sie politisch auszuschlachten. Die SPÖ ist immer noch in der Nostalgie der 1970er-Jahre gefangen, wo man unter Kreisky als neutrales Österreich auf dem Parkett der internationalen Diplomatie jemand gewesen ist. Das geht heute vollkommen an der Realität vorbei. Die ÖVP weiß nicht, was sie will. Realpolitisch ist es heute so, dass wir im Rahmen der EU jedem europäischen Staat – auch militärisch – zur Hilfe kommen kön-
Investieren mit Geist und Haltung bedeutet: Ressourcen schonen, sozial handeln und faire Geschäfte tätigen.
Das wirkt und bewirkt!
„Ressourcen wurden überwiegend in Bildung, Ökologie, Menschenrechte, Demokratie und den Wohlfahrtsstaat investiert. Europa ist dadurch der mit Abstand lebenswerteste Ort der Welt geworden.“
nen, wenn er angegriffen wird. Die meisten Menschen wissen das nicht. Die Neutralität ist – wenn es den politischen Willen dazu gibt – in diesem Punkt bereits ausgehebelt.
Warum wird die Neutralität nicht zur Diskussion gestellt? Fühlt man sich als neutraler Staat unangreifbar? Nein! Das ist ja der Witz an der Sache. Was wir erforscht haben: Die Neutralität ist ganz tief in der Identität der meisten Österreicher verankert. Die Frage, ob die Neutralität auch vor militärischer Aggression schützt, verneint die Mehrheit der Menschen. Sie wissen, die Neutralität schützt uns nicht. Sie ist jedoch Teil unserer Identität. Die Menschen sind nicht dumm! Wenn die Politik es nicht schafft, das Für und Wider der Neutralität klar zu benennen, wird es auch für die Bevölkerung schwer, sich zu positionieren und die eigene Haltung zu wandeln. Wir brauchen dringend eine ganz nüchterne Diskussion über die Neutralität.
PATTSTELLUNG
Genau genommen hat der Krieg in der Ukraine bereits 2014 begonnen. Warum haben so viele Expert*innen, Politiker*innen und politische Beobachter Putins Russland über Jahre falsch eingeschätzt? Man konnte nicht glauben, dass sich Russland so sehr selbst beschädigen würde. Russland hat nicht geglaubt, dass die Ukraine, aber auch Europa und die USA, so widerstandsfähig und -willig sind. Das hat dazu geführt, dass es heute eine Pattstellung gibt, in der keine Seite mehr aufhören kann.
Russland hat auf Kriegswirtschaft umgestellt, das Putin-Regime kann sich ein Kriegsende gar nicht leisten. Ja. Wenn Putin damit durchkommt, wäre das für andere autoritäre Staaten ein klares Signal, dass mit kriegerischen Mitteln Politik gemacht werden kann. Das kann sich wiederum Europa nicht leisten. Bis zum Tag
der Invasion hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass Russland so weit gehen würde. Unmittelbar danach bin ich davon ausgegangen, dass der Krieg endet wie in Georgien. Die Ukraine wurde unter- und Russland überschätzt.
Autoritäre Kräfte sind weltweit am Vormarsch. Was braucht es, um eine Demokratie umfassend wehrhaft zu machen – institutionell, gesellschaftlich und politisch? Demokratien beziehen ihre Legitimation daraus, den Menschen mittel- und langfristig zu dienen. Grundsätzlich lebt jeder Mensch lieber selbstbestimmt in einer freien Welt mit freier Meinungsäußerung. Wenn die Demokratien es nicht mehr schaffen, einen gewissen Lebensstandard und Wohlstand zu garantieren, werden sie zunehmend in Frage gestellt. Krisenhafte Entwicklungen bringen die Demokratie unter Druck und wecken die Sehnsüchte nach dem „starken Mann“. Das ist brandgefährlich. Die Demokratie muss liefern. Den Populisten, die von links wie rechts kommen, geht es nur um Macht und Machterhalt. Die große Frage ist: Wie gehen wir als demokratische Gesellschaft mit gewaltigen Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Frage der sozialen Gerechtigkeit um? Werden darauf konsensuelle Lösungen gefunden, hat die Demokratie eine Zukunft.
Europa scheint global zwar an Bedeutung und Einfluss zu verlieren, verfügt aber über deutlich stärkere wirtschaftliche und militärische Ressourcen als Russland. Warum fürchten wir uns dennoch vor Putins Russland? Weil man sich nicht länger sicher sein kann, dass Russland nicht mit militärischen Mitteln agiert. So ein Konflikt verursacht immer Kosten und führt zu Verlusten auf beiden Seiten. Das Modell Europas als Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts wird durch das konträre Modell Russlands in seinen
Grundfesten erschüttert. Das erzeugt zu Recht Angst.
Der Politologe Herfried Münkler hat mit seiner These von der postheroischen Gesellschaft, die sich von der Idee des heldenhaften Opfers im Krieg abgewendet hat und stattdessen Krieg als eine polizeiliche Aktion versteht, mediale Aufmerksamkeit bekommen. Was halten Sie davon? Diese These ist eine Steilvorlage für die Medien. Sie ist griffig und klingt zunächst einmal bedeutend. Wissenschaftlich steht sie auf tönernen Beinen. Wir haben uns das angesehen: Die Staaten in Europa, die den höchsten Wehrwillen haben, sind laut Münklers Definition gerade die, die am meisten „postheroisch“ und verweichlicht sind – die skandinavischen Staaten. Dort, wo es dagegen den größten Machismo gibt, ist der Wille, für die Landesverteidigung zur Waffe zu greifen, am geringsten. In Österreich sind die formal höher Gebildeten – und damit eher Einkommensstarken – die Kohorte, die am ehesten zur Waffe greifen würde. Bei den ökonomisch schlechter gestellten Menschen ist diese Bereitschaft wesentlich geringer. Die sagen: „Was tut der Staat für mich?“ Die These von der postheroischen Gesellschaft ist Unsinn.
Kommen wir noch einmal zurück zur Zeitenwende. Wie geht es nun weiter? Wir müssen uns wieder bewusst machen, dass Freiheit keineswegs ein selbstverständlicher Zustand ist. Unser liberaler, demokratischer Gesellschaftsentwurf wird von außen und innen zunehmend in Frage gestellt. Die Rahmenbedingungen werden ungünstiger. Ich bleibe jedoch Optimist und glaube, dass wir am Ende des Tages in einer stärker verregelten Welt leben werden. Aus einer ganz einfachen Notwendigkeit heraus: Der Klimawandel macht keine Ausnahmen, ganz gleich ob man autoritär oder demokratisch ist. Er ist eine gigantische Herausforderung, die nur gemeinsam bewältigt werden kann.
Der Markt drängt zu Selbstverbrauch. Deshalb ist es umso wichtiger, eine Photovoltaikanlage von Anbeginn richtig zu planen und alle Nebenschauplätze zu berücksichtigen.

Ing. Ludwig Adolf Walch, Mitglied des Ausschusses der Fachgruppe der Tiroler Ingenieurbüros der Wirtschaftskammer Tirol
Neue Technologien bringen auch viele Fragezeichen mit sich“, weiß Ing. Ludwig Walch, Mitglied des Ausschusses der Fachgruppe der Tiroler Ingenieurbüros. So auch bei Photovoltaikanlagen. „Förderungen wurden abgeschafft oder reduziert und sind zudem bundesweit unterschiedlich geregelt. Einspeisetarife sind selbst zu verhandeln und auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Zudem überlasten Einspeisungen zum Teil die Netze, da der Strom zumeist dann produziert wird, wenn er gerade nicht verbraucht wird. Man wird dann vom Netz getrennt und futsch ist der Ertrag. Zudem gilt es zu beachten, dass Gewinne aus Einspeisung gegebenenfalls steuerpflichtig sind. Speicherlösungen sind zwar immer mehr ausgereift, aber kostspielig. Der Boom der vergangenen Jahre hat es mit sich gebracht, dass vielfach PV-Anlagen mit zu viel Leistung verkauft und indirekte Nebenkosten nicht mitbedacht werden“, so Walch. „Das beginnt bei der wiederkehrenden Anlagenprüfung, Instandhaltung und setzt sich fort bis zur Nachrüstung der Verteileranlage, Brandschutz und der Adaption der Blitzschutzanlage. Wir Ingenieurbüros raten daher zu fundierter Berechnung und Planung im Vorfeld. Planungsbüros bieten Gesamtkonzepte an, die alles beinhalten und somit auch die elektrotechnischen Gewerke miteinbeziehen. Denn die Nebenschauplätze bei der Errichtung einer PV-Anlage und die damit verbundenen Nebenkosten sind nicht unerheblich“, rät der Experte. Eine Auflistung aller Ingenieurbüros, die als starker Partner bei Fragen zur Implementierung von PV-Anlagen zur Seite stehen, finden Sie im Mitgliederservice auf www.ingenieurbueros.at


Ihre Tiroler Ingenieurbüros Kompetenz

Schlossermeister Peter Bruckner schlug in seinem Schaffen die Brücke zwischen Gestaltung und Ausführung wie selbstverständlich. Seit 2022 wird unter seinem Namen ein Designpreis verliehen.
Handwerk und Design werden oft als Gegensätze verstanden: Hier das Tun, dort das Denken. Der Peter Bruckner Preis zeigt, dass beides nur gemeinsam Sinn ergibt, als Wechselspiel von Wiederholung und Wandel, Technik und Imagination, Körperwissen und kultureller Offenheit. In Osttirol, wo Handwerk seit jeher Identität stiftet, entsteht daraus ein Dialog über das, was Gestaltung heute bedeuten kann.
GESAMTKOORDINATION: MARIAN KRÖLL
Katharina Bruckner und Stefan Moritsch sind Designer. Gemeinsam hat das Paar in Wien ein Designbüro gegründet, gemeinsam haben sich die beiden dazu entschlossen, in Osttirol ein Haus zu renovieren. Das geschah auch
aus dem Antrieb heraus, dem Leerstehenden einen Wert zu geben. Dieser Wert liegt in der Nutzung. Vorhandenes ungenutzt zu lassen, ist Verschwendung. Das gemeinsame Haus hat Bruckner und Moritsch die Gelegenheit gegeben, sich mit dem Bestehenden zu verwurzeln – „und nicht das Gefühl zu haben, auf Sand zu bauen und uns als Designer*innen in die Region einzubringen“, sagt Katharina Bruckner in ihrer Eröffnungsrede zum Peter Bruckner Preis 2025. Der Preis trägt den Namen ihres Vaters, des Schlos-
OSTTIROL IST EINE REGION MIT REICHER HANDWERKSTRADITION UND EINEM UNGEBROCHEN REGEN ERFINDERGEIST.
sermeisters Peter Bruckner, der weitum als schöpferischer Problemlöser galt.
Ein Designpreis also, benannt nach einem Handwerker? Das mag zunächst seltsam anmuten, ist aber folgerichtig. Denn Peter Bruckner schlug in seinem Schaffen die Brücke zwischen Gestaltung und Ausführung wie selbstverständlich. Und so spielt sich auch der Designpreis in jenem Spannungsfeld ab, das selten, zu selten, zusammenfindet und zusammengedacht wird: Handwerk und Design. Katharina Bruckner hat beides kennengelernt.
HANDWERK …
In der Werkstatt des Vaters wird Mechanik, Technik, Logik sichtbar. „Das gab mir das befriedigende Gefühl, mit Durchblick ein Stück Welt zu verstehen“, sagt sie. Sie erinnert sich an die Worte des Vaters: „Nicht Kraft, Technik – Rohr, Hebel, Übersetzung.“ Derart hat die spätere Designerin gelernt, wie Leichtigkeit und Schwere zusammenhängen, wie Routine und Wiederholung ein Körperwissen erzeugen. Können, das im Körper sitzt – wie beim Spielen eines Instruments oder im Ballett. „Handwerk“, argumentiert sie, „ist in diesem Sinn eine Schule der Resonanz, des direkten Dialogs mit dem Material, aber auch der Kundschaft und den Werkzeugen und Maschinen – eine Erfahrung von Beständigkeit.“ Der Soziologe und Kulturphilosoph Richard Sennett beschreibt Handwerk in seinem gleichnamigen Buch als „fundamentalen menschlichen Impuls“ und den „Wunsch, eine Arbeit um ihrer selbst willen gut zu machen“. Handwerkliches Können basiert auf hoch entwickelten Fähigkeiten und Fertigkeiten. Übung macht darin den Meister. Rohes, ungeschliffenes Talent kann die Übung nicht ersetzen. Der Erwerb dieser Fähigkeiten hält zwei emotionale Belohnungen bereit: eine Verankerung in der greifbaren Realität und Stolz auf die eigene Arbeit. Darin ist das Handwerk anderen, abstrakten
Mit dem Peter Bruckner Preis an der Schnittstelle zwischen Design, Handwerk und lokaler Produktion gibt es seit 2022 ein wiederkehrendes Format, das in die Region passt. Osttirol kann sich nicht auf seiner Lebensqualität, Handwerkstradition und seinen Vorzeigeunternehmen ausruhen, sondern muss Zukunftsperspektiven entwickeln und sich weiter öffnen. Der Adressatenkreis des international ausgeschriebenen Preises ist breit und umfasst sowohl Designer*innen, Handwerker*innen (und alles dazwischen) als auch Studierende und Lehrlinge. Gestalter*innen und Handwerker*innen können voneinander lernen. Was lange getrennt war, wächst wieder neu zusammen. Das kann nicht zuletzt dazu beitragen, ein offenes und in die Zukunft gewandtes Handwerk aufzuwerten. So verstanden ist der Peter Bruckner Preis viel mehr als eine weitere Auszeichnung für gute Gestaltung. Er ist ein Werkzeug, das Gestaltung und Produktion neu miteinander verbindet. Der Peter Bruckner Preis würdigt dabei keine schnellen Effekte, sondern nachhaltige Positionen. Er zeichnet Projekte aus, die in ihrer gestalterischen Qualität ebenso überzeugen wie in ihrer Kontextsensibilität. Und er macht sichtbar, dass Gestaltung kein elitäres Phänomen ist, sondern ein zutiefst menschlicher Akt – geprägt von Mut, Verantwortung und Neugier.
Tätigkeiten überlegen, die zur Entfremdung führen. Die Hand, wusste schon Immanuel Kant, sei das Fenster zum Geist, verfügt sie doch über das größte Repertoire unterschiedlicher und willentlich steuerbarer Bewegungen.
Mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union
Im Design verhält sich die Sache ein wenig anders. Die einzige Routine ist, dass man immer wieder nichts weiß und von vorne beginnt. „Design heißt, Unsicherheiten auszuhalten – und auch andere durch diesen Prozess zu begleiten“, sagt Bruckner. Zusammengefasst lässt sich sagen: Während das Handwerk auf Wiederholung, Technik, Körperwissen und Resonanz aufbaut, wird im Design die produktive Unsicherheit kultiviert, Leere ausgehalten, Neues imaginiert, nach Offenheit und Wandel gesucht. Der Peter Bruckner Preis bringt, führt die Designerin aus, „Handwerk und Design zusammen – nicht, indem er die Unterschiede verwischt, sondern indem er die Spannung hält. Wiederholung und Wandel. Idee und Machbarkeit. Region und Welt. Leere und Möglichkeit. Es geht dabei weniger um Formen – als um Beziehungen.“ Die Produkte, die in diesem Spannungsfeld entstehen können, müssen sich an ganz unterschiedlichen Kriterien messen lassen, im Juryentscheid ebenso wie in der späteren Praxis. Es geht dabei um Innovation, Nachhaltigkeit, nicht nur im Material, sondern auch im Denken; Funktion und Gebrauchswert; Marktchancen; materialgerechte Gestaltung; Originalität des Entwurfs und nicht zuletzt natürlich: die ästhetische Qualität. Osttirol ist eine Region mit reicher Handwerkstradition und – nachweislich – einem ungebrochen regen Erfindergeist. Der wurde früher dadurch angeregt, dass Mangel geherrscht hat. Die Leute mussten sich selbst zu helfen wissen. Aber auch heute noch wollen sich die Osttiroler am liebsten selbst helfen. Hier hat man auch schon immer Design gemacht, auch wenn man es nicht so genannt hat. Manch produzierender Gestalter wie Sepp Brugger (Porträt Seite 68) kann dem Begriff nach wie vor wenig abgewinnen, andere wie der gebürtige Osttiroler Martin Bergmann (Interview Seite 64) zählen zur internationalen Designerelite.
Stefan Moritsch zeigt, wie eng Gestaltung und Produktion miteinander verwoben sind – und warum das Verständnis materieller Kultur für Designer*innen heute wichtiger ist denn je.
Stefan Moritsch ist als Designer sowohl Praktiker als auch Universitätslehrender. Der PeterBruckner-Schwiegersohn hat in der „Metallklasse“ an der Angewandten in Wien Design studiert und dort auch seine Frau, Katharina Bruckner, kennengelernt.
Als Peter Bruckner noch aktiv war, unterstützte er das von Moritsch und Bruckner 2005 gegründete Designbüro bkm design working group beim Bau von Prototypen und mit seinem Netzwerk. Der Handwerker wurde gewissermaßen zum Vorbild für das, was Moritsch seit 2013 seinen Studierenden im Bachelor-Studiengang Design, Handwerk & materielle Kultur an der New Design University in St. Pölten näherbringen möchte.
„Ich habe Peter Bruckner als Schlosser mit blauem Arbeitsmantel und zerrissenen Hosen kennengelernt, aber rasch verstanden, dass er ein exzellenter Designer ist, der sich sein ganzes Arbeitsleben lang mit Fragen der Gestaltung auseinandergesetzt hat.“
Ob sich Bruckner selbst als Designer bezeichnen würde, ist fraglich. Zum einen wollten Stefan Moritsch und Katharina Bruckner diesen reichen Erfahrungsschatz angehenden Designer*innen ebenso wie Handwerker*innen mit Zug zur Gestaltung nicht vorenthalten, zum anderen ging es den beiden explizit darum, „Gestaltung und Produktion neu in Beziehung zu setzen“. Dabei geht es auch ein Stück weit um die Korrektur der Vorstellung, dass es möglich ist, mit einem Geistesblitz und wenigen Strichen genialische Produktentwürfe aus dem Ärmel zu schütteln und mit deren Produktion dann nichts mehr zu tun haben zu müssen. Dieses Design gibt es in der Realität so nicht, wenngleich nachvollziehbar ist, dass Industriedesign und Massenproduktion voneinander losgelöst nebeneinander existieren können. Es gab immer auch Menschen an der Schnittstelle zwischen Design und Produktion, wie Peter Bruckner einer ist. Handwerker*innen, die mit Mate-

rialeigenschaften und Produktionsmitteln ebenso vertraut sind wie mit Gestaltungsprinzipien. Dadurch sind diese Menschen, die Designkompetenz und Produktionswissen verbinden können, in der Lage, „Lösungen zu entwickeln, die jemand nicht finden kann, der nicht imstande ist, seine Entwürfe auch zu bauen.“ Moritsch beschreibt diesen Typus als „produzierenden Gestalter“ – jemanden, der sowohl entwirft als auch umsetzt. Man könnte ihn ebenso „gestaltenden Produzenten“ nennen, je nachdem, ob der Schwerpunkt stärker auf der Form oder der Fertigung liegt. Verklärung und Romantisierung gibt es in Moritschs Blick auf diesen Typus aber nicht. Wenn Inspiration, durchdachte Gestaltung und kompetentes Handwerk einander die Hand geben, kann aber nachhaltige Qualität entstehen.
MATERIELLE KULTUR UND GESTALTUNG
Im Handwerk sind Kulturtechniken aggregiert, die sich über Jahrtausende hindurch entwickelt haben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „materieller Kultur“. Designer*innen sind gut beraten, sich
bei den Ausführenden dieser materiellen Kultur zu informieren und sich deren Wissen anzueignen. Handwerk ist jedoch kein Relikt einer vergangenen Zeit, ganz im Gegenteil. „Vitales Handwerk hat sich stets den ökonomischen Rahmenbedingungen angepasst, sich weiterentwickelt, Nischen gefunden und neue Technologien integriert“, sagt Moritsch.
Designerinnen und Designer werden sich auch zunehmend ihrer Mitverantwortung für ökologische Zerstörung, soziale Spaltung und digitale Ausbeutung bewusst. Regionalität und Kreislaufwirtschaft werden immer öfter im Designprozess mitgedacht und in der Designlehre thematisiert. Es besteht durchaus Hoffnung, das neues Design aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und einen konstruktiven Beitrag zu den immer offensichtlicher und komplexer werdenden Herausforderungen unserer Zeit leisten kann. Das Handwerk mit seiner ganzheitlichen und pragmatischen Perspektive auf Gestaltung, Produktion und Verwertung kann als Orientierungshilfe dafür dienen, wie die Transformation unserer materiellen Kultur gelingen kann
„Im Design geht es um Leidenschaft – und darum, Dinge sinnlicher, besser und schöner zu gestalten“, hielt der international tätige Produktdesigner
Tino Valentinitsch in seinem Impulsvortrag im Rahmen des Peter Bruckner Preises fest, der 2025 zum vierten Mal verliehen wurde.
Tino Valentinitsch skizziert das wilde Spannungsfeld, in dem sich Design bewegt, wenn es etwas bewegen will: Wirtschaftlichkeit, Marketing, Innovation, Nachhaltigkeit, Trends, Branding, Akzeptanz, Ergonomie, User Experience … „Letztendlich geht es aber immer um den Menschen und all dessen Bedürfnisse.“ Und darum, ihn mit klugem Design darin zu unterstützen, sich in einer immer komplexer werdenden Welt zurechtzufinden. „Wilde Zeiten brauchen wilde Ideen“, argumentierte Valentinitsch und folgerte: „Wir brauchen Tiger!“ Den Einreichenden beim Peter Bruckner Preis (PBP) ist es bereits seit 2022 eindrucksvoll gelungen, den Tiger von der Leine zu lassen. „Die Qualität und Diversität der eingereichten Arbeiten sprechen für sich und spiegeln die komplexen Herausforderungen unserer Zeit wider.“ Drei Beispiele:

ABER HALLO!
Die vielfach ausgezeichnete Osttiroler Designschmiede Aberjung hat beim PBP 2025 aufgezeigt. Die first.era von 5ive Sports ist eine revolutionäre Ski-Tourenbindung, die speziell für das Freeride-Skifahren entwickelt wurde und leichter ist als jedes andere Modell auf dem Markt. Was die first.era auszeichnet, ist die Verbindung zwischen Skifahrer*in und Ski. Der direkte Kraftübertrag ermöglicht maximale Reaktionsfähigkeit und Kontrolle, besonders im anspruchsvollen Freeride-Gelände. Ob beim Carven durch tiefen Powder oder bei technischen Abfahrten – die first.era garantiert Präzision bei jeder Kurve.

Die INNOS GmbH stärkt Osttirol als Wirtschafts- und Lebensraum. Mit einem starken Fokus auf Begleitung und Mutmachen unterstützt die INNOS Unternehmen bei allen Entwicklungsschritten – von der Idee über die passende Förderung bis hin zu Projekten, die die Region nachhaltig stärken. Mit Angeboten wie Standortberatung, Fördermanagement und Projekten – etwa der Osttiroler Jobmesse oder dem Peter Bruckner Preis – schafft die INNOS sichtbare und wirksame Impulse für eine zukunftsfähige Region. Getragen wird die GmbH vom Land Tirol, der Osttirol Investment GmbH, der Wirtschaftskammer Tirol und elf führenden Unternehmen aus Osttirol. T: +43 4852 63527 | M: info@innos.at | W: www.innos.at
Der Osttiroler Künstler und Designer Daniel Leiter hat sich beim PBP 2025 mit einem Open-Source-Designforschungsprojekt hervorgetan, das Impulse für eine Kreislaufwirtschaft setzen kann. Beim Projekt NFCs (Natural Fiber Composites) geht es um die Entwicklung und Erprobung der Anwendung eines nichtpetrochemischen, nichttoxischen, biologisch abbaubaren und veganen Kompositmaterials, das sowohl kalt als auch heiß in dreidimensionale Formen gepresst werden kann. Dabei wird auf einen längst in Vergessenheit geratenen Klebstoff auf Sojaproteinbasis zurückgegriffen, der im 20. Jahrhundert kurzzeitig in der Sperrholzindustrie angewandt wurde und mittlerweile aufgrund seiner vielversprechenden Eigenschaften einer der zentralsten Klebstoffe in der Forschung ist.


Einer der drei Hauptpreise beim BPB 2025 ging an den Designer Erik Eltner und seine „24er Küche“. Im Herbst 2024 wurden große Teile des Tullnerfelds in Niederösterreich von einem Jahrhunderthochwasser überschwemmt und viele Küchen sind unbrauchbar geworden. Ziel der 24er Küche ist es, in Krisensituationen ein Stück Normalität wiederherzustellen. Das System ist auf Küchennormmaße angepasst und kann somit Einbaugeräte, die nicht beschädigt wurden, aufnehmen. Das simple Steck- und Keil-System sorgt dafür, dass die Küche von nur einer Person ohne Werkzeug binnen 24 Minuten aufgebaut werden kann. Weitere Infos und einen kurzen filmischen Rückblick finden Sie unter www.pb-design-handwerk.at

Martin Bergmann ist Mitgründer von EOOS, einem der international renommiertesten Designstudios des Landes. Er spricht darüber, was Design für ihn ausmacht, warum um gute Entwürfe gerungen werden muss und warum Handwerklichkeit und industrielle Fertigung am besten sind, wenn sie Hand in Hand gehen.

ECO.NOVA: Kaum ein Begriff wird heutzutage so inflationär gebraucht wie „Design“. Was ist damit eigentlich gemeint? MARTIN BERGMANN: Design hat eine große Breite. Wenn wir von Design sprechen, arbeiten wir immer an einem Objekt, an einem Produkt, einem Möbel, das nahe am Arbeiten oder Wohnen ist. Nachdem wir in unserem Studio dieses Objekt generiert, entworfen, skizziert und modelliert haben, kommt es als 3D-Datei und Modell zum Kunden. In der Regel ein Unternehmen, das eine Serielle Fertigung umsetzen kann. Das ist unser Designbegriff. Design hat für viele Menschen ganz unterschiedliche Bedeutungen.
Von Dieter Rams stammt angeblich die Aussage „Gutes Design bedeutet so wenig Design wie möglich“. Können Sie dem etwas abgewinnen oder sind Sie anderer Ansicht? Das ist ein großartiger Satz, den ich sogar noch verschärfen möchte. Wir sagen heute: „Weg mit dem Design.“
Was meinen Sie damit? Das ist entstanden, als wir für Bulthaup die Küche b2 entwickelt haben. Gerd Bulthaup hat ihn bei einem Prototypen-Event genau so formuliert. Dabei geht es uns darum, das Objekt auf das Allernotwendigste herunterzubrechen.
„NACH VIELEN ENTWICKLUNGSSTUFEN TEILT EINEM
DAS OBJEKT MIT, DASS ES HINAUS IN DIE WELT MÖCHTE.“
Das ist ein radikaler Ansatz. Das muss so sein, weil Design sonst beliebig wird. Es wird zum Selbstzweck, konsumig. So darf es unserer Meinung nach nicht sein. Wir versuchen, uns so zurückzunehmen, dass die Gestaltung mit dem Ausdruck, dem Material, der Fertigung und nicht zuletzt dem Bedienkonzept einhergeht. Jeder Millimeter, jedes Gramm zu viel darf nicht sein. Auch deshalb, weil dem Design ein industrieller Prozess angeschlossen ist, der wirtschaftlich sein muss.
Gerade die Reduktion auf das Wesentliche, den Kern der Sache, ist doch gewiss nicht einfach? Es ist ein Ringen. Mit sich selbst, mit den eigenen Schwächen. Nach vielen Entwicklungsstufen teilt einem das Objekt mit, dass es hinaus in die Welt möchte.
Das klingt beinahe esoterisch. Es ist aber genauso. Man spürt als Designer, wenn das Objekt hinaus muss. Hinaus in den Markt, um sich dort zu behaupten. Wir haben auch schon den Fehler gemacht, zu lange an einem Objekt zu arbeiten, immer weiter zu entwickeln. Dann fällt die Idee plötzlich ab. Man darf den richtigen Zeitpunkt nicht versäumen, das Objekt weiterzugeben an das Unternehmen, das es umsetzen soll.
Von allem das Nötige und das in der ersten Reihe. Um den tatsächlichen Stauraumbedarf einer Küche zu ermitteln, wurde eine herkömmliche Küche ausgeräumt und in der b2 für bulthaup Stauraum auf das Wesentliche komprimiert.
In der Ingenieurskunst spricht man von „Overengineering“. Kann man analog dazu etwas auch „overdesignen“? Absolut. Man kann so vieles dazugeben, wenn das Produkt das nicht will, dann ist das kontraproduktiv. Ich sage noch einmal: Weg mit dem Design!
Darf man sich als Designer selbst nicht allzu wichtig nehmen? Es darf niemals darum gehen, die eigene Eitelkeit zu befriedigen. Man muss drüberstehen. Es braucht zwar einen Willen zum Design, aber immer um des Objekts willen.
Wie sieht Ihr Designprozess aus? Es ist ein sehr langsamer Prozess. Unser Atelier ist wie ein Skulpturengarten. Da stehen viele große Tische, auf denen die aktuellen Arbeiten als Skizzen, Vormodelle und Modelle in unterschiedlichen Maßstäben herumstehen. Man kommt jeden Tag ins Studio und ist mit der eigenen Arbeit konfrontiert. Die verschwindet nicht im Computer. Wir begegnen unserer Arbeit, gehen mit unseren Mitarbeiter*innen von Tisch zu Tisch – wie durch einen Garten –, halten inne, schauen uns das an, reden darüber. Manchmal bekommt man dabei ein neues Gefühl, das man in der Vorwoche noch nicht hatte. Es
Gestaltungsidee des ST8 ist es, einen archetypischen Holzstuhl von innen nach außen grundlegend anders zu denken. Designt für Hussl.

kann auch sein, dass ich mir einen Kaffee hole und nur aus dem Augenwinkel bemerke, dass ein Stuhlbein um einen Grad verändert gehört und dadurch besser wird. Man muss Design sehen können. Im Computer verschwindet es.
Design ist also sowohl Kopf- als auch Bauchsache? Es ist essenziell, dass man etwas spürt. Das geht nur, wenn man die Entwürfe physisch vor sich hat. Dabei geht es oft um minimale Änderungen. Es braucht aber Zeit, damit man diesen Dingen begegnen kann. Im Studio bin ich permanent von tausenden Modellen umgeben. Als Designer brauche ich diese Begegnungszeit mit unserer Arbeit. Als Designer muss man Allrounder sein, um alle Facetten zu begreifen: Man muss etwas vom Entwerfen, von der Fertigung und der Technologie verstehen.
Technologisch hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Arbeiten Sie auch mit der virtuellen Realität, sei es als Augmented Reality oder Mixed Reality? Nein. Wir denken unsere Produkte von innen heraus. Dabei kann einem weder die virtuelle Realität noch Künstliche Intelligenz helfen. Ein Objekt in sich zu verstehen und entwickeln und für einen Industrieprozess aufzubereiten, muss meiner Ansicht nach immer noch ein Mensch machen.
Kann Design auch Selbstzweck sein oder muss es immer im Dienst einer Sache stehen? Design als Selbstzweck hat null Impact. Wir streben als Studio immer Impact an, poetisch, kulturell und sozial. Wer
dem Markt zu nahe kommt, verbrennt dabei. Man wird zu konsumig. Wer zu speziell und abgehoben ist, geht im Orbit verloren. Es ist unsere Aufgabe, dazwischen die richtige Flughöhe zu finden.
Was ist für Sie die wichtigste Eigenschaft und Kompetenz eines Designers? Die Ruhe bewahren und nicht irgendwelchen Trends hinterherlaufen. Das ist die größte Gefahr. Die große Kunst ist es, Partner und Unternehmen zu finden, die das auch so sehen.
Muss man als Designer teamfähig sein? Das ist ganz wichtig. Wir haben EOOS als Team begründet und sind im Möbeldesign groß geworden. Zusätzlich haben sich Produkt- und Social-Design als weitere Betätigungsfelder herauskristallisiert, die wir gemeinsam weiterentwickeln. Mein Schwerpunkt liegt im Möbeldesign. Designer müssen Teamplayer sein. Wir haben ein junges Team, die meisten unserer Mitarbeiter*innen haben an der Hochschule für angewandte Kunst Design studiert. Es ist sehr inspirierend, mit jungen Menschen zu arbeiten. Und schließlich haben wir auch in den Unternehmen, denen wir unsere Arbeiten zur Entwicklung und Fertigung weitergeben, mit Teams zu tun.

Unlängst hat mir ein Tischlermeister und Künstler in Bezug auf Möbeldesign sinngemäß gesagt: „Ein Stuhl ist ein Stuhl, ein Tisch ein Tisch.“ Was fasziniert Sie an der Arbeit mit Möbeln? Unser Professor an der Hochschule für angewandte Kunst, Paolo Piva, ein sehr berühmter Designer und Architekt, hat mein Interesse entfacht. Damals habe ich diese Leidenschaft für mich gefunden.
Mit welcher Ihrer zahlreichen Kreationen haben Sie die größte Freude? Immer mit der aktuellsten, an der wir gerade arbeiten. Immer. Das nimmt uns ein, verlangt uns alles ab, immer eine neue, noch bessere Idee zu entwickeln. Eine starke Idee erzeugt einen Pulleffekt und kann uns und ein ganzes Unternehmen vorwärts katapultieren. Eine gute Idee vermag eine enorme Kraft zu entfalten! Das ist der schönste Moment für einen Designer.
Sie haben den EOOS-Zugang als „Poetische Analyse“ definiert. Worum geht es Ihnen dabei? Die Poetische Analyse ist heute für uns ein Werkzeug, das uns dabei hilft, bei Beginn einer neuen Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, ein Feld zu erkennen, abzustecken und darin Orientierung zu finden. Sie gibt uns den Rahmen vor, in dem wir uns mit unserem Design bewegen.
„ES DARF NIEMALS DARUM GEHEN, DIE EIGENE EITELKEIT ZU BEFRIEDIGEN.“
„EINE
KRAFT ZU ENTFALTEN! DAS IST DER SCHÖNSTE MOMENT FÜR EINEN DESIGNER.“
Sie arbeiten bei EOOS seit vielen Jahren als Trio. Sind Sie eine Boyband oder eher eine Rockband? Wir sind eine Rockband, auch heute noch. Obwohl es um mehr geht als ein einziges Design, einen Stuhl oder ein anderes Objekt oder Produkt. Design ist mehr und kann einen größeren Impact erzeugen. Wir wollen einen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Beitrag leisten.
„Nachhaltigkeit“ ist ein gesellschaftlicher Megatrend, es gibt außerdem zarte Bestrebungen, die weitgehend lineare Wirtschaft in eine Kreislaufwirtschaft umzumodeln. Sehen Sie sich als Designer diesbezüglich auch in der Verantwortung? Ja, sehen wir uns. Wir haben vor über 15 Jahren begonnen, die Linearität zu brechen. Das wurde von den Unternehmen damals noch nicht gutgeheißen. Heute ist das völlig anders. So gut wie jeder Entwurf, der in den letzten Jahren entstanden ist, setzt auf diesem Paradigmenwechsel hin zu einer Kreislaufwirtschaft auf.
Hat sich dadurch für Designer ein großes, neues Betätigungsfeld aufgetan? Im Prinzip kann man jedes früher entwickelte Produkt unter diesem Gesichtspunkt neu denken. Arbeit gibt’s genug. Beim zirkularen Denken muss man nur darauf achten, dass das Produkt weiterhin gefällt und den Menschen hilft. Die Anforderungen an gutes Design bleiben bestehen, nur muss man es mit jenen der Kreislaufwirtschaft unter einen Hut bringen. Das ist nicht trivial.
Sie sind ein gebürtiger Lienzer. Was bedeutet Heimat für Sie heute? Ich komme viel in der Welt herum und erzähle allen, wie toll es dort ist. Heimat ist für mich dort, wo meine Familie ist. Die ist in Teilen immer noch in Osttirol und mittlerweile auch in Wien.
Wie ist Ihre Verbindung zum Handwerk? Ich sehe das Potenzial in der Verbindung zwischen Handwerk und Industrialisierung. Handcraft und Robot-Craft braucht es zu gleichen Teilen, um heute bestehen und Möbel produzieren zu kön-

Der Shinzo Lounge Chair für Walter Knoll entfaltet mit der Kraft des Handwerklichen seine eigenständige Ästhetik.

Crosshatch für Geiger ist ein beeindruckendes Zusammenspiel aus minimal verwendeten industriellen Materialien und handwerklichen Techniken.
Ein Stuhl wie eine Umarmung: Embrace für Carl Hansen & Søn.
nen. Handwerk ist weiterhin ganz wichtig, es sollte aber nach meinem Dafürhalten in Kombination mit serieller Produktion gedacht werden. Man spürt Handwerklichkeit, aber man spürt eben auch industrielle Fertigung. Handwerk ist wunderbar. Es hat eine Seele und ganz viel Energie, die spürbar wird. Es ist beachtlich, was beide – Handwerk wie Industrie – für sich betrachtet können, aber zusammen sind sie stark. Die besten Hersteller leben von dieser Dualität.

Was würden Sie jungen Designer*innen und Handwerker*innen raten, die kreativ arbeiten und sich dabei richtig spüren wollen? Durch den Paradigmenwechsel hin zur Kreislaufwirtschaft entsteht so viel Potenzial und Arbeit, die junge Menschen vielleicht sogar besser, schneller und zeitgemäßer leisten können. Es gibt so viele Produkte, die heute anders gedacht werden können. Design ist ein großes Gebiet, aber besonders da können sich junge Menschen mit ihren Stärken besonders einbringen.



Der 1944 in Matrei in Osttirol geborene Josef Sebastian Brugger ist ein außergewöhnlicher Mann. Sein Handwerk – die Tischlerei – und seine Kunst sind nicht voneinander zu trennen. Seine Werke verlangen dem Betrachter einiges ab: Lässt man sich auf sie ein und legt dabei die gewohnte Rolle des Kunstkonsumenten ab, wird man mit Freiheit und Lustgewinn belohnt.
Sepp Bruggers Arbeiten animieren zur Interaktion. Das ist vom Künstler und Handwerker so gewollt.
„Der Betrachter, der Beschauer, soll ins Objekt hereingeholt werden“, sagt er. Die Interaktionsskulpturen, die er in seiner Werkstatt erschafft, können sich der jeweiligen psychischen Verfasstheit ihres Gegenübers anpassen. Er erweckt seinen Werkstoff, das Holz, zum Leben, bringt ihn gleichsam zum Sprechen. Der erste Eindruck seiner Holzobjekte kann Ratlosigkeit hervorrufen – sie sind alles andere als konventionell, oft unorthodox, manchmal wider-
spenstig. Man spürt sofort: Hier drückt sich jemand handwerklich und künstlerisch so eigenwillig aus, dass er in keine Schablone passt. Holz, geschickt verzinkt. Holz, mit intellektuellem Anspruch versehen. Holz als Einladung, die Welt und den Raum, mit dem wir uns umgeben, einmal mit anderen Augen zu betrachten und – noch wichtiger – zu begreifen.
Dabei sieht sich Sepp Brugger nicht als Designer. Dem Begriff und seiner Geschichte kann er nicht viel abgewinnen. Design verbindet er mit Industrieprodukten, die „so umgeformt werden, dass sie verkaufs-
interessant sind.“ Als Handwerker versteht er es intuitiv, eine manuelle Qualität in die Sphäre der Kunst einzubringen, die man dort normalerweise kaum findet. Sepp Brugger sieht sich in der Pflicht, „etwas zu machen, was es noch nicht gibt“. Einen Schritt über das Bestehende hinauszugehen. Manchmal auch mehrere. Den Rezipienten seiner Kunst stellt er sich als „mündigen, sozialisierten Bürger“ vor, der handlungsfähig ist. Nicht als passiven Konsumenten, der Kunst nur über sich ergehen lässt. Bei ihm ist der Betrachter „Mitgestalter und Mitkünstler“.
Sepp Brugger trennt nicht zwischen Handwerk und Kunst, sondern versteht sie als zwei Ausdrucksformen desselben schöpferischen Impulses.
KUNST ALS BEFREIUNGSAKT
Funktion und Zweckorientierung sind Brugger keineswegs fremd, schließlich hat er 40 Jahre einen Tischlereibetrieb geführt. Dem Diktat der Funktion wollte er sich irgendwann aber nicht länger beugen. „Darin ist keine Entwicklung“, sagt er. Deshalb schaue heute auch alles gleich aus und Sepp Brugger ist kein Freund der Stagnation. „Die Funktion zwingt zur Form.“ Von diesen vermeintlichen Sachzwängen, oder vielmehr dem Zwang zur Form, hat Brugger sich befreit. Seine Werke, seien es Möbel, Köpfe oder Interaktionsskulpturen, wollen als „Befreiungskunst“ verstanden werden, die sich von Funktionalismus und Zweckdenken emanzipiert hat. „Die Funktion ist in meinen Arbeiten fast sekundär“, sagt er.
Mit seinen Werken will er auch der funktionalistischen Sterilität etwas entgegensetzen, die von den menschlichen Wohnräumen Besitz ergriffen hat. Brugger, der zwischen 1962 und 1968 an der Universität für Angewandte Kunst in Wien studiert hat, ist auch in der Innenarchitektur bewandert. „Man kann Räume so gestalten, dass sie nicht nur funktionstüchtig sind, sondern auch emotionale Umschließungs- und Wohlfühlarchitektur sind“, sagt er. Wohnräume, weiß Brugger, sind evolutionäre Schutzräume, die in ihrer Ursprungsfunktion Sicherheit und Geborgenheit boten. Die zeitgenössische Architektur vernachlässige dies. Analog zur Befreiungskunst fordert der Künstler eine Befreiungsarchitektur, in der das wohnende Subjekt mit seinen Wohnobjekten interagieren, sich gleichsam an diesen abarbeiten kann. „Wohnen ist“, sagt er, „primär ein emotionales Erlebnis und erst sekundär ein funktionelles.“ Brugger denkt den Raum anthropologisch und tritt dafür ein, der Emotion gegenüber der heute dominanten Ratio mehr Gewicht zu geben. Seine Befreiungskunst ist damit auch ein Plädoyer für eine befreite, sinnliche Architektur. Seine Werke könnten dazu dienen, die innerräumliche Reizunterforderung ein Stück weit zu kompensieren. „Das Ausschlaggebende ist das Agieren. Dieses Haptische und Taktile wirkt anziehend“, sagt er. „Es setzt Kreativität frei – und macht vor allem frei.“ Mit seinen Werken will Brugger – anders als die meisten anderen Künstler –nicht a priori etwas auslösen. Er will nichts

diktieren. „ Der Betrachter kann sich dem Werk annähern oder es ablehnen.“ Als Künstler und Handwerker stellt er ein Objekt in den Raum, „das sich verfügbar macht“. Kunst stellt sich im Verständnis von Sepp Brugger als offenes Angebot dar, nicht als programmatische Intervention. Die Deutungshoheit bleibt beim Betrachter.
Der Matreier sieht sich als Bildbauer, nicht als Bildhauer: Er haut nichts aus dem Material heraus, sondern fügt Teile zusammen, bis daraus ein Bild entsteht. Brugger, übrigens ein begnadeter Zeichner, sieht auch die fortschreitende Digitalisierung des Handwerks skeptisch. „Der Entwurf geht vom Kopf über den Arm ins Papier über und von dort ins Produkt“, skizziert er den bewährten Prozess. Digitalisierung geht für Brugger nicht bloß mit einem Verlust manueller Intelligenz, sondern auch mit einem Verlust an Kreativitätsbereitschaft einher. Deshalb sei er „zunehmend Analogiker“, wie er sich selbst mit einem Schmunzeln nennt. Wer also in dieser Lesart den unmittelbaren körperlichen Dialog mit dem Material ersetzt, verarmt zumindest handwerklich und möglicherweise auch künstlerisch. Viele Jahre war Sepp Brugger auch Lehrer – an der Tiroler Fachberufsschule in Lienz, am WIFI in Innsbruck und in der Meisterausbildung für Tischler in Tirol. Handwerkliches Können, manuelle Intelligenz, müsse in der Kunst jedenfalls eine Rolle spielen, meint Brugger. Jungen, handwerklich-gestalterisch tätigen Menschen gibt er den Rat, sich „zu entkrampfen und zu befreien“. Er ist überzeugt: „Alles Weitere kommt von selbst.“
ZUKUNFT AUS DER VERGANGENHEIT
Als Künstler ist Sepp Brugger ein Getriebener. Er kann nicht anders, es fließt aus ihm heraus. Missionieren will er bei alledem nicht, und auch das Rampenlicht sucht er nicht. Worte klingen ohnehin hohl, wo eigentlich Emotionen sind. „Allein schon darüber zu reden ist eine Fehlinterpretation, in Wirklichkeit müsste das eine nonverbale, emotionale Kommunikation sein“, sagt Brugger. Kunst muss man spüren können, sie muss unter die Haut gehen. Ein Anliegen ist ihm auch die Identität, die entweder unreflektiert bleibt oder überhaupt verschütt gegangen ist. Deswegen rekonstruiert er auch zeichnerisch am Papier das alte Matrei, Höfe und Häuser, die es längst nicht mehr gibt. „Ich hoffe, dass aus dieser Vergangenheitsaufarbeitung heraus sich auch ein Blick in die Zukunft entwickelt“, sagt er. Brugger zeichnet und malt gegen die Geschichtsvergessenheit unserer Zeit an. Die Tradition oder vielmehr noch die Bewusstmachung derselben ist ihm wichtig. „Ich will tradierte Dinge sichtbar machen, damit darüber gesprochen wird, Gegenwartsbezüge hergestellt und in die Zukunft projiziert werden.“ Die Beschäftigung mit dem Tradierten macht Sepp Brugger in gewisser Weise auch zum Chronisten.
Dem Bildbauer aus Matrei sitzt beizeiten auch der Schalk im Nacken. Seine Lust am Diskurs ist authentisch, er nimmt sich dabei nicht immer übertrieben ernst und kippt nicht ins Dogmatische ab. Der Tischlermeister, Innenarchitekt und Lehrer hat nach wie vor Lust an der Handarbeit, am Handwerk als „Ergebnis emotionaler, kognitiver und manueller Intelligenz“, an Formen und Farben, an der Auseinandersetzung mit dem Material und am kreativen Spiel mit seinen einzigartigen Holzobjekten. Sepp Brugger lädt mit ihnen zum Begreifen ein. Und dazu, sich von Zwängen freizumachen. Ein Designer mag er nicht sein, ein gestaltender Produzent – oder produzierender Gestalter – ist er allemal. Und so schließt sich der Kreis: Der Tischler und Künstler Sepp Brugger fügt Teile zusammen – aus Holz, Gedanken und Emotionen –, bis daraus beim Betrachter, der zugleich auch Benutzer ist, ein Bild entsteht.
Cybercraft von Architekt und Forscher Christophe Barlieb verbindet und vernetzt Mensch, Maschine und Idee. Und passt zu Osttirol. Die Region versteht sich als Ort, an dem Technik, Handwerk und Digitalisierung aufeinandertreffen. Ob das Ergebnis dieser neuen Allianz mehr sein kann als die Summe ihrer Teile, wird sich zeigen. Doch Osttirol wäre kein schlechter Ort, um es herauszufinden.
Die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche kann man durch die kritische Brille betrachten oder ihr sehenden Auges entgegengehen, um sie aktiv mitzugestalten. Sie ist eine Tatsache, der man sich nicht entziehen kann. Deshalb gibt es in Osttirol Initiativen der INNOS GmbH, die digitale Werkzeuge mit analogen, handwerklichen Tätigkeiten und Fertigkeiten vernetzen und verweben. Das kann durchaus inhaltliche ebenso wie kreative Mehrwerte schaffen, sofern man es denn auch schafft, die digitalen Werkzeuge reflektiert und zielgerichtet einzusetzen und sich vom schönen Schein der Dinge nicht blenden zu lassen.
DAS BESTE AUS BEIDEN WELTEN
Osttirol ist eine von mittlerweile 28 zertifizierten MINT-Regionen in Österreich und verfügt seit Anfang des Jahres über ein eigenes MINT-Labor, das bei der Tiroler Fachberufsschule angesiedelt ist. Eben dort hat Christophe Barlieb, er ist Professor an der Fakultät für Architektur der Technischen Hochschule in Regensburg, in die Cybercraft eingeführt. „Cybercraft ist die Verschmelzung von manuellen Bauprozessen, Handwerk und digitalen Tools. Die Verbindung von Leistungsfähigkeit und Kreativität“, definiert er. Barlieb lehrt Entwerfen und Konstruieren in virtueller und erweiterter Realität und mag und schätzt beides: Das Analoge wie das Digitale. „In der analogen Welt befinden wir uns in einem relativen Raum. Alles ist darin im Ungefähren. Die digitale Welt ist dagegen exakt“, sagt er. Cybercraft soll zwischen diesen unterschiedlichen Sphären vermitteln. Durch die Feedbackschleife zwischen der Brille, menschlicher Erfahrung und digitaler Information entstehen neue Handlungen. „Für mich war klar, dass diese Handlung kybernetischer Natur ist. Des-

Christophe Barlieb denkt Handwerk und Technologie neu. Mit seiner „Cybercraft“ verschränkt er analoge Bauprozesse mit digitalen Werkzeugen. Nicht als Gegensatz, sondern als kreative Symbiose. Zwischen Hand und Algorithmus, zwischen Erfahrung und Exaktheit entsteht so eine neue Form des Machens, die das Handwerk in die Zukunft führt, ohne seine Wurzeln zu kappen.
halb Cybercraft.“ Der Cybercraft-Architekt ist Schüler des Lienzer Architekten Raimund Abraham, Avantgardist und Architekturphilosoph von Weltrang.
Barlieb zeigte mit seinem Team in Lienz vor, wie eine – nicht die einzige – mögliche Zukunft des Handwerks aussehen könnte. Dazu muss man die rosarote Brille gegen eine VR-Brille austauschen. Die Realität kommt nunmehr als Videofeed beim Betrachter an und kann fast beliebig ergänzt – augmentiert – werden. Das Prinzip nennt sich Augmented bzw. Mixed Reality. Es mischt sich also das Greifbare, Physische mit dem Digitalen. Mixed Reality für die Werkstatt wird bei Christophe Barlieb unter anderem mittels der App Fologram verwirklicht. Das Spannendste dabei sei, dass man mittels Mixed Reality intuitiv und kollaborativ arbeiten könne, argumentiert Bar-
lieb. Es braucht keine Vorrichtungen und Schablonen mehr, man sieht durch die Brille, wo gebohrt und geschraubt werden muss. Für den praktischen Einsatz auf der Baustelle ist dieser Zugang, wie ein Workshop mit Handwerkern zeigte, allerdings noch nicht ausgereift. Die Präzision und Auflösung sind noch nicht so, wie sie im Praxisbetrieb gebraucht werden. Aber die Entwicklung macht rasante Schritte.
NEUE GESTALTUNGSPOTENZIALE
Barlieb will mit seiner Cybercraft auch für Handwerker das Tor zu den potenziellen Arbeitsprozessen der Zukunft weit aufstoßen. „Daraus entstehen neue Gestaltungspotenziale, weil man auf andere Art und Weise mit dem Werkstoff interagiert.“ Und er stellt mit Blick auf die technologische Entwicklung der letzten Jahrzehnte eine These in den Raum, die für Diskussionen sorgen kann: „Wir sind schon Cyborgs. Wir sind schon so stark mit unserer digitalen Umgebung verbunden, die unsere Sensorik erweitert.“ Die Künstliche Intelligenz sieht Barlieb gewissermaßen als das Sahnehäubchen auf dieser Entwicklung. Wo andere Gefahren sehen, sieht er einen digitalen Möglichkeitsraum sich herausbilden, der zur Gestaltung wie Umsetzung in Dienst genommen werden kann. Die Möglichkeiten werden gewiss größer, weil die Technologie immer billiger wird und damit mehr Anwender findet. Die Branchengrößen arbeiten an entsprechenden Software-Umgebungen für ihre VR-, AR- und MR-Angebote
Cybercraft, die Mensch, Maschine und Idee vernetzt, passt zu Osttirol. Die Region versteht sich als Ort, an dem Technik, Handwerk und Digitalisierung aufeinandertreffen. Ob das Ergebnis dieser neuen Allianz mehr sein kann als die Summe ihrer Teile, wird sich zeigen. Doch Osttirol wäre ein idealer Ort, um es herauszufinden.

Die Industrie ist nicht das große Andere des Handwerks, sondern seine Transformation. Osttirol zeigt mit seinen Industriebetrieben, wie aus Tradition Zukunft werden kann. Neben handwerklicher Meisterschaft prägen heute Forschung, Automatisierung und Industriedesign die Produktion am Standort.
Die Industrie ist nicht die bloße Fortsetzung, sondern die Transformation des Handwerks durch neue Technologien und Organisationsformen. Während es im Handwerk in der Regel um die Einzel- oder Kleinserienfertigung geht, die Individualisierung hoch und die Produktion arbeitsintensiv und dabei die persönliche „Meisterschaft“ des einzelnen Handwerkers gefragt ist, ist die industrielle Produktion durch Massenfertigung, Arbeitsteilung, hochautomatisierte Prozesse und Skaleneffekte gekennzeichnet. Dass es in Osttirol eine reiche Handwerkstradition gibt, ist evident. Doch auch der industrielle Output der dort ansässigen Unternehmen ist beachtlich. Der Durst-Kristall, der seit 15 Jahren das Forschungszentrum der Durst Austria GmbH in Lienz beherbergt, steht sinnbildlich für eine Art Renaissance in der Osttiroler Industrie. Am Standort setzt man auf Hochtechnologie, auch deshalb, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Österreich die Herstellung von Billigprodukten gar nicht erst erlauben. In den letzten 25 Jahren ist ein Ruck durch die Industrie gegangen, es wird am Puls der Zeit geforscht, entwickelt – und produziert. Bei den industriellen Leitbetrieben wie Durst, iDM, Euroclima, Loacker, Joast, Liebherr, Hella, Theurl Holz, der Tischlerei Forcher und einigen anderen
mehr ebenso wie bei den kleineren Unternehmen wie Micado Smart Engineering oder der Trost GmbH. Gemeinsam bilden die Osttiroler Industriebetriebe einen Kern, der kontinuierliche Investitionen und Innovation nicht als Schlagworte, sondern als Produktionsprinzipien versteht.
Im Industriedesign schließt sich der Kreis zwischen Design, Handwerk und lokaler Produktion. Industriedesign ist die nutzerorientierte, funktionale und ästhetische Gestaltung von Produkten für die industrielle Serienfertigung. Es verbindet technische Machbarkeit und wirtschaftliche Effizienz mit klarer Formgebung und guter Bedienbarkeit. Design ist in industriellen Prozessen wie Produkten obligatorisch. Es muss von Anfang an mitgedacht werden, kein industrielles Produkt kommt ohne Design aus. Das
ist auch den Osttiroler Industriebetrieben bewusst. Industrie kann nicht Nichtdesignen. Was nicht designt ist, performt nicht.
Apropos Performance: Die Zeichen stehen gut, dass der Wirtschaftsstandort Osttirol einer guten Zukunft entgegensehen darf. Das hängt damit zusammen, dass es eine kritische Masse an Akteur*innen gibt, die Zukunft nicht nur als etwas betrachten, das sich schicksalshaft ereignet, sondern aktiv gestaltet werden kann. Initiativen wie der Peter Bruckner Preis können pars pro toto für den neuen Geist stehen, der seit der Jahrtausendwende in Osttirol Einzug gehalten hat. Gestaltung ist – ganz gleich, ob auf Ebene des Produkts wie des gesamten Standorts – kein Zufall. Gestaltung braucht Wille und Kraft. Beides ist vorhanden.
Die Industrie ist der wichtigste Arbeitgeber im Bezirk Lienz, in der klassischen Industrieproduktion sind mehr als 4.000 Personen beschäftigt. Die Beschäftigungsstruktur ist bemerkenswert stabil, die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren vergleichsweise niedrig und sogar nahe an der Vollbeschäftigung. Osttirols Industrie bietet nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Ausbildungschancen und Karriereperspektiven. Der ausgewogene Branchenmix macht den Bezirk resilient. Über verschiedene Vereine herrscht ein institutionalisierter Austausch zwischen der Schul- bzw. Hochschullandschaft und Osttiroler Unternehmen.



Allenthalben findet gerade der Abgesang auf den Wirtschaftsstandort Österreich statt. Nun ist Osttirol gewiss keine Insel und auch kein gallisches Dorf, doch die wirtschaftliche Entwicklung des Bezirks Lienz in den letzten zwei Jahrzehnten ist zweifelsfrei eine Erfolgsgeschichte, die es sich zu erzählen bzw. skizzieren lohnt.
Der wirtschaftliche Erfolg Osttirols liegt an Unternehmen, die sich – im Wortsinn wie metaphorisch – auf ihr Handwerk verstehen und sich nicht auf ihrem Lorbeer ausgeruht, sondern nach immer neuen Möglichkeiten gesucht haben, ihre Produkte und damit auch ihre Marktchancen zu verbessern. Innovation, die auf einem gesunden Fundament aufsetzt, ist erfolgversprechend. Osttirol ist eine Erfolgsgeschichte, die erst von einzelnen Erfolgsgeschichten möglich gemacht wird.
TROST GMBH:
STAHL - UND ANLAGENBAU AUS OSTTIROL
Geht nicht gibt’s nicht, heißt es beim Stahl- und Anlagenbauer aus Matrei in Osttirol. In den letzten Jahren hat sich der Betrieb stark in Richtung Anlagenbau weiterentwickelt und ist ein starker und wichtiger Partner in der regionalen Zusammenarbeit. www.trost-gmbh.at
IDM ENERGIESYSTEME GMBH:
W ÄRMENDE ENERGIEFAMILIE
Der Wärmepumpenhersteller mit Hauptsitz in Matrei in Osttirol hat ein steiles Wachstum hingelegt und zeigt besonders in Sachen intelligenter Heiz- und Energiesteuerung, wohin die Reise gehen kann. Dabei setzt iDM mit Künstlicher Intelligenz, Verbrauchsdaten und Wetterprognosen auf maximale Effizienz und Wärme, die weit über Osttirol hinausstrahlt. www.idm-energie.at
THEURL HOLDING GMBH:
GESCHLOSSENER HOLZKREISLAUF
Seit über neun Jahrzehnten dreht sich beim Unternehmen alles um den nachwachsenden Rohstoff, der maximal ver-
wertet wird. Die vierte Generation arbeitet bereits im Unternehmen, Kreislaufwirtschaft und Innovation werden großgeschrieben. Seit kurzem ist Theurl auch Pelletsproduzent, damit wirklich nix ungenutzt übrig bleibt. So schließt sich der (Holz-)Kreislauf. www.theurl-holz.at
BRÜDER UNTERWEGER GMBH:
TRADITION UND MODERNE
Heute ist die Erste Tiroler Latschenölbrennerei ein modernes Unternehmen, das auf der Höhe der Zeit ätherische Öle produziert, die in 38 Länder weltweit geliefert werden. 95 Prozent der Gesamtproduktion gehen in den Export, 2019 wurde eine neue Rektifikationsanlage in Betrieb genommen. Die Innovationskraft reicht bis zum Kräuteranbau, der für bestmögliche Ölausbeute optimiert wird. www.unterweger-oils.com
EUROCLIMA APPARATEBAU GMBH:
LUFTQUALITÄT
Das Unternehmen mit Sitzen in Sillian und Bruneck entwickelt innovative, maßgeschneiderte und umweltfreundliche Klima- und Lüftungslösungen. Mit der Erweiterung 2020/21 und der Einführung eines vollautomatischen Biegesystems im Jahr 2023 sowie der Hallenerweiterung und Inbetriebnahme der automatischen Schweißanlage im Jahr 2025 setzt Euroclima kontinuierlich auf Innovation und Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Damit ist Euroclima schon heute bereit für die Zukunft. www.euroclima.com
GABRIEL FORCHER TISCHLEREI GMBH:
DESIGN ( MÖGLICH ) MACHER
Die Tischlerei Forcher hat sich mit ihrem Fokus auf Design




sehr gut entwickelt. Der Betrieb versteht sich dementsprechend als Design(möglich)macher von der Idee bis zum fertigen Möbel. Dabei entstehen unverwechselbare Unikate ebenso wie wunderbare Kollektionen. www.forcher.at
BÄCKEREI JOAST GMBH:
HABE DIE ÄHRE!
In Zeiten, in denen Bäckereien reihenweise schließen, hat die Bäckerei Joast eindrucksvoll gezeigt, dass auch Wachstum möglich ist, wenn man die richtigen Produkte und vor allem die Qualität und Regionalität bietet, die sich Konsument*innen wünschen. Hier wird bis heute mit Herz und Hand und regionalen Rohstoffen, teils aus regionalem Bioanbau, gebacken. www.joast.at
A. LOACKER KONFEKT GMBH:
NACHHALTIG GUT
Früher als andere hat Loacker auf nachhaltig produzierte Rohstoffe gesetzt, die zum Teil im Eigenanbau kultiviert werden. Dabei soll es nicht nur gut schmecken, sondern auch bekömmlich sein. Achtsame Verarbeitung hilft zudem dabei, die Ausschussware zu minimieren und Ressourcen einzusparen. www.loacker.com
DURST AUSTRIA GMBH:
HUNGER AUF INNOVATION
Durst ist ein weltweit führender Anbieter digitaler Produktionstechnologien und in der Branche erster Ansprechpartner für die Transformation industrieller Prozesse. Das familiengeführte Unternehmen blickt auf eine jahrzehntelange erfolgreiche Geschichte zurück, geprägt von Innovation, Kundennähe, Nachhaltigkeit und Qualität. 2024 hat die Nieder-


lassung in Lienz als Impulsgeber in Forschung und Innovation ihr 25-Jahr-Jubiläum gefeiert. www.durst-group.com
HELLA SONNEN- UND WETTERSCHUTZTECHNIK GMBH:
ERFOLGREICHE SCHATTENMACHER
Das Abfaltersbacher Vorzeigeunternehmen ist seit der Gründung 1959 zu einem der führenden europäischen Anbieter für Sonnen-, Licht- und Wetterschutzsysteme avanciert. Innovation und Nachhaltigkeit liegen in der DNA des Unternehmens. Mit ihren Shop-in-Shop-Lösungen HELLA CUBE und HELLA WALL ist ein innovatives Konfiguratorsystem zur Produktpräsentation entstanden, das sich durch perfekt abgestimmte Ton-, Licht- und Bildeffekte individuell auf den jeweiligen Nutzer abstimmen lässt. www.hella.info
HOLZBAU UNTERRAINER GMBH:
RADIUSHOLZ, SAWBOX & CO.
20.000 Festmeter Holz einschneiden pro Jahr – aber mit einem Zehntel der Mitarbeitenden und einem Zehntel der Fläche? Die SAWBOX definiert die Standards für die Schnittholzproduktion neu. Mit ihrer kompakten Bauweise ermöglicht sie sämtliche Arbeitsschritte innerhalb eines Bearbeitungszentrums, was zu einer effizienten Produktion mit minimalem Platzbedarf führt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sägewerken erfolgt bei der SAWBOX sämtliche Bearbeitung in einem einzigen Schritt und ermöglicht so eine effiziente Produktion mit nur einem Mitarbeiter. Die Verarbeitung von heimischem Holz spart Transportwege, hält die Wertschöpfung in der Region, ermöglicht langfristig kalkulierbare Preise und ist ein Beitrag zur Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit regionaler Produktion. www.holzbau-unterrainer.at



Es liegt etwas in der Luft. Ein ganz köstlicher Duft. In der Werkskantine des Metallwerk Deutsch in der Innsbrucker Rossau herrscht zu Mittag rege Betriebsamkeit. Das Besteck klappert, die Gläser klirren. Früher diente die Kantine vorwiegend dem Aufwärmen halbfertiger – man könnte auch sagen, halbgarer – Convenience-Produkte. Heute ist sie ein echtes kulinarisches Schmuckstück im Unternehmen, auf das nicht nur Geschäftsführer Michael Deutsch sichtlich stolz ist. Kantinenchef Markus Mair hat mit seinem Team, Maximilian Lechner und Sergio Faiella, daran wesentlichen Anteil.
Seit mittlerweile fünf Jahren rührt
Küchenchef Markus Mair in der Werkskantine im Topf und hat neuen Schwung und frischen Wind ins Haus gebracht. Sein Handwerk hat er in guten Häusern gelernt und im In- und Ausland perfektioniert. Convenience war gestern, heute stehen Frische und Regionalität im Zentrum.
DER UNTERNEHMENSKULTUR
Im Metallwerk Deutsch wurde in den letzten Jahren viel investiert – in moderne Produktionsanlagen, in eine zeitgemäße Hardware und in gute Arbeitsbedingungen, die zur Motivation der Mitarbeiter*innen beitragen sollen. Dazu gehört auch eine Verpflegung, die viel mehr ist als reine Kalorienaufnah-
me: In der Kantine geht es um Genuss. „Wir haben in unserer Kantine mittlerweile ein Niveau, das sich vor keinem Restaurant verstecken muss“, sagt Geschäftsführer Michael Deutsch. Mit Geschäftspartnern geht er längst nicht mehr außer Haus.
Das kulinarische Angebot ist mehr als konkurrenzfähig, die Preise sind mehr als fair: Mit den Erlösen wird lediglich der Wa-
„WIR HABEN IN UNSERER KANTINE MITTLERWEILE EIN NIVEAU, DAS SICH VOR KEINEM RESTAURANT VERSTECKEN MUSS.“
reneinsatz gedeckt, die Personalkosten trägt das Unternehmen. „Wir leisten uns das, weil wir wollen, dass unsere Mitarbeiter*innen bestens versorgt werden“, sagt Deutsch. Gerade in Zeiten, in denen die Rahmenbedingungen am Industriestandort Tirol alles andere als appetitlich sind, setzt das Unternehmen mit seiner Werkskantine einen bewussten Kontrapunkt.
KONZEPT MIT FREIRAUM
„Eigentlich“, sagt Küchenchef Markus Mair, „gilt die Arbeit in einer Kantine in unserem Berufsstand als verpönt.“ Aber gerade das hat ihn gereizt, es anders – besser – zu machen. Also entwickelte Mair ein Konzept – und bekam vom Unternehmen freie Hand. Es mag einfach klingen, ist in der Umsetzung jedoch alles andere als simpel: regional, frisch, täglich gekocht. Nichts anderes. Mit seinem eingespielten Team scheut er auch aufwändige Gerichte nicht. Die Grundprodukte kommen von langjährigen Partnern aus der Region, die dafür fair bezahlt werden. „Damit ist ihre Arbeit wertgeschätzt, und wir bekommen Qualitätsware“, sagt Markus Mair. Seine zweite Leidenschaft ist die Jagd – daher landet gelegentlich auch vom Koch selbst erlegtes Wild auf dem Teller. Fleisch, Gemüse, Obst, in der Werkskantine kommt nur Gutes auf den Herd. „Nose to Tail“, die kulinarische Verwertung aller Fleischteile, ist für den Küchenchef ohnehin selbstverständlich.
EIN ANGEBOT, DAS ÜBERZEUGT
In der Belegschaft weiß man längst, dass hier zu einem sehr fairen Preis viel geboten wird. Ein Beispiel? Ragout vom Hirschkalb mit Blaukraut und Kroketten oder Spätzle, dazu ein Vorspeisensalat: 7 Euro. Frisch gekocht, regional, in Portionen, die selbst den hungrigsten Produktionsmitarbeiter satt machen. Die günstigste Alternative in der Umgebung kostet rund das Doppelte, ist qualitativ jedoch nicht auf Augenhöhe. „Wir haben durchschnittlich 140 Essen pro Tag“, sagt der Küchenchef. Das ergibt jährlich rund 28.000 Kantinengäste, zusätzlich gehen rund 50.000 Jausensemmeln über die Theke. Wenn die Mitarbeiter*innen die Kantine mit einem Lächeln verlassen, ist auch
Michael Deutsch


das Unternehmen zufrieden. Denn beim Essen tauscht man sich in entspannter Atmosphäre über die Arbeit aus. Das ist gerade in herausfordernden Zeiten ein wichtiger Stimmungsaufheller.
Täglich gibt es zwei Menüs: eines vegetarisch, eines mit Fleisch oder Fisch. Beliebt ist auch der Besuch zum Mittagessen am Freitag, ehe die Mitarbeiter*innen gestärkt ins Wochenende gehen. Das Unternehmen setzt seit Jahren auf die Viereinhalb-Tage-Woche. Die Verpflegung in der Werkskantine ist so gut, dass auch die Nachfrage nach Take-away steigt.
In seiner Küche geht Mair unter anderem auch „Back to the Roots“ und bringt Klassiker auf den Tisch, die man von früher kennt – und die daheim oft nicht mehr gekocht werden, weil sie aufwändig sind. „Vor ei-
niger Zeit habe ich Blattln mit Kraut gemacht“, erzählt er. „Das lieben die Leute.“ Die Kantinenküche ist zugleich ein Beitrag zur Gesundheit. Im Gegensatz zu Convenience kommt sie ohne Konservierungsstoffe, Gärstoffe oder fragwürdige E-Nummern aus. „Allergien und Zivilisationskrankheiten hängen direkt mit der Ernährung zusammen“, weiß der Koch. Seine Spätzle macht er gern mit Dinkelmehl, das ist gesünder und sättigender.
EIN SIGNAL – WEIT ÜBER DIE KÜCHE HINAUS
Die Werkskantine zeigt es vor: Hier wird mehr getan als üblich – und zwar in besserer Qualität. Genauso hält es das Unternehmen übrigens auch in der Produktion: Top-Maschinenpark, State-of-the-Art-Technologie, moderne Infrastruktur. Das zieht sich von der Fertigung über die Verwaltung bis zur Kantine durch. Man investiert nicht in Gutscheine oder Obstkörbe, sondern in gute Küche, die glücklich macht. „Mir gefällt es, weil ich regional und frisch kochen kann, den Mitarbeiter*innen schmeckt’s, und der Chef freut sich, wenn alle zufrieden sind“, sagt Markus Mair. Wer motiviert ist, kann auch eine Werkskantine kulinarisch zum Aufblühen bringen und dort seine kulinarische Handschrift hinterlassen. Eine Situation, in der es nur Gewinner gibt – besonders wertvoll in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. PR


Wir holen das Gute zu uns. Ob sonnengereiftes Obst, aromatische Früchte oder exotische Highlights – bei uns dreht sich alles um Qualität, Frische und Geschmack. Wir legen hohen Wert darauf, zu wissen, woher unsere Lebensmittel kommen und wie sie produziert werden – egal, ob es sich dabei um Gemüse aus Thaur handelt, um Tomaten aus Italien oder um Mangos aus Brasilien. Es ist unser Anliegen, Ihnen das Beste zu bieten, handverlesen und sorgfältig ausgewählt. Unser Sortiment bewegt sich mit den Jahreszeiten und sorgt so immer wieder für kulinarische Überraschungen. Besuchen Sie uns und schmecken Sie den Unterschied.

Gutes Brot ist seit jeher das Ergebnis aus Wissen, Erfahrung und Geduld. Und doch ist das Bäckereihandwerk eines, das sich stetig weiterentwickelt – und mit ihm die Menschen, die es ausüben. Der gewachsene Ruf der Innsbrucker Bäckerfamilie Lener ist gleichzeitig ihr höchstes Gut. Die Brotbuben leben Handwerk bis ins Detail. Täglich pflegen sie ihre verschiedenen Sauerteige, bereiten Vorteige und Kochstücke und verfeinern kontinuierlich ihre Rezepte. Mit neuen Herstellungsweisen und einem klaren Ziel: Mit einem hohen Maß an Willen und Perfektionismus die Qualität auf ein neues Niveau zu heben. Ein bewusst kleineres Sortiment ermöglicht es dabei, jedes einzelne Produkt mit höchster Sorgfalt und echter Handwerkskunst zu perfektionieren.




Zum Jahresende laden wir Sie ein, besondere Genussmomente in stilvollem Ambiente zu erleben. Ob für eine Auszeit im vorweihnachtlichen Trubel oder einen entspannten Jahresausklang – an Bord des Fischiffs erwarten Sie Qualität, Gastfreundschaft und kulinarischer Genuss. Wir bedanken uns herzlich für Ihre Treue und wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit sowie einen erfolgreichen Start ins neue Jahr. Für unsere Weihnachtsöffnungszeiten scannen Sie den QR-Code.
Hörtnagl ist ein Traditionsunternehmen, das seit über 162 Jahren für beste Wurst- und Fleischwaren steht. Unser Fleisch stammt zu 100 % aus heimischer Landwirtschaft, und wir legen höchsten Wert auf Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit. Das Sortiment reicht von traditionellen Tiroler Wurstspezialitäten bis zu feinen Schinken- und Fleischprodukten. Jede unserer Kreationen wird nach bewährten Rezepten und mit modernen Techniken veredelt. Filialleiter Kay Schönherr und sein Team freuen sich darauf, Sie persönlich und kompetent zu beraten.



Bei AperOlivo verbindet sich mediterrane Lebensfreude mit Handwerkskunst. Unter dem neuen Namen – hervorgegangen aus Frank’s Oliven – präsentiert sich ein Sortiment, das für Frische, Qualität und Geschmack steht. Von sorgfältig ausgewählten Oliven aus den besten Anbaugebieten über aromatische Antipasti wie Artischocken, getrocknete Tomaten oder marinierten Schafskäse bis hin zu cremigen Dips und hausgemachten Aufstrichen: Jedes Produkt erzählt seine eigene Geschichte von Sonne, Tradition und Genuss. Besonderen Wert legen wir auf Transparenz und Herkunft. Unsere Spezialitäten werden frisch in der hauseigenen Produktion hergestellt, von Hand veredelt und so ausgewählt, dass sie jede Tafel bereichern. AperOlivo steht für eine kleine Auszeit vom Alltag und für eine Genusskultur, die man sieht, riecht und schmeckt.
Beste Stücke vom Rind aus dem Hause Hörtnagl, eine feinwürzige Rindfleischsuppe, Reisnudeln, knackiges Thai-Gemüse, Knoblauch, Rettich, Sternanis und frischer Koriander sind die Hauptzutaten für Pho Tái – die Nudelsuppe mit Rindfleisch. Das Thai-Kitchen-Team bereitet diese vietnamesisch-thailändische Spezialität täglich frisch zu. Man spürt, wie sich mit jedem Löffel Wohlbefinden und Wärme im ganzen Körper ausbreiten. Daran kommt kein Thailand-Urlauber vorbei: Sticky Rice mit Mango. Bei den Gerichten der Thai-Kitchen kommen die Urlaubsvibes zurück. Denn wer einmal den in Kokosmilch gegarten Reis probiert hat, der sich mit der Frische der Mango zu einer Geschmacksexplosion am Gaumen vereint, denkt bei dieser Nachspeise unmittelbar an weiße Strände und fernöstliche Abenteuer.
Weihnachten: Dienstag, 23.12.25: 06:30 – 19:00 Uhr
Mittwoch, 24.12.25: 06:30 – 13:00 Uhr


Silvester: Dienstag, 30.12.25: 06:30 – 19:00 Uhr Mittwoch, 31.12.25: 06:30 – 13:00 Uhr
VERANLAGEN & VERSICHERN
IMMOBILIEN
SPARBUCH / SPARKONTO / BAUSPAREN
AKTIEN / FONDS / ETFS / ANLEIHEN
VORSORGEPRODUKTE
KRYPTO
AKTIEN / FONDS / ETFS / ANLEIHEN
VORSORGEPRODUKTE
GOLD / EDELMETALLE
KRYPTO

SPARBUCH / SPARKONTO / BAUSPAREN 12,8 % 11,7 % 29,4 % 25,8 % 21,8 %
IMMOBILIEN
Obwohl die Börsen florieren, bleibt die Mehrheit der Österreicher*innen weiterhin auf Abstand. Eine neue Studie des Online Research Instituts Marketagent zeigt: Geldanlage ist für viele noch immer ein Buch mit sieben Siegeln, vor allem das vermeintliche Risiko schreckt ab. Aktien werden am ehesten mit einem „Spielcasino“ assoziiert, deshalb setzt man hierzulande nach wie vor lieber aufs Sparbuch. Generell beschäftigen sich nur drei von zehn Befragten überhaupt intensiv mit dem Thema – Männer (38 %) deutlich stärker als Frauen (23 %) und Jüngere (Generation Z: 45 %) deutlich ausführlicher als Ältere (Babyboomer: 19 %). Das eigene Wissen zu Aktien wird im Schnitt mit der Schulnote 3– bewertet, mehr als die Hälfte geben zu, schlechte bis sehr schlechte Aktienkenntnisse zu haben. „Die Aktie ist in Österreich ein Nischenprodukt. Der Zugang bleibt vielen verschlossen – sei es emotional, kognitiv oder finanziell. Vier von zehn Befragten berichten beispielsweise, dass ihnen schlicht und einfach kein Geld zum Investieren übrigbleibt. Ebenso viele scheuen sich, weil ihnen das Wissen fehlt oder weil sie das Risiko fürchten. So bleibt das Potenzial des Kapitalmarkts für große Teile der Bevölkerung ungenutzt“, analysiert Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent. Nur 22 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen sind aktuell bereit, künftig (mehr) in Aktien zu investieren. Besonders niedrig ist diese Bereitschaft bei Frauen und Babyboomern, jnge Generationen sind etwas offener, aber auch bei ihnen bleibt die Skepsis hoch. Bei jenen Anleger*innen, die aktuell in Aktien investiert sind, macht der Anteil an österreichischen Wertpapieren im Portfolio im Schnitt 27 Prozent aus. Die Hauptgründe für heimische Investments sind Empfehlungen und regionale Verbundenheit, 14 Prozent sagen, dass sie den österreichischen Markt einfach besser einschätzen können. Wer auf internationale Titel setzt, tut dies vor allem aufgrund der besseren Gewinnchancen am globalen Markt.
Der Weltspartag feierte heuer sein 100-jähriges Bestehen in Österreich und in Tirol ist das Sparen nach wie vor tief verankert. 81 Prozent der Bevölkerung halten laut einer aktuellen Studie der Tiroler Sparkasse Rücklagen für „sehr“ oder „ziemlich wichtig“. Dennoch zeigt sich ein rückläufiger Trend bei der Höhe der monatlichen Sparbeträge: Im Vergleich zu früheren Jahren legen die Tiroler*innen aktuell weniger Geld zur Seite. Mit durchschnittlich 294 Euro pro Monat (2023: 331 Euro) liegt Tirol auch unter dem österreichweiten Mittelwert von 320 Euro. Bei den Sparmotiven dominiert klar das Sicherheitsbedürfnis. Auch der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit und die Absicherung für die Zukunft sind wichtige Beweggründe. Konsumwünsche wie Urlaube oder größere Anschaffungen spielen ebenfalls eine große Rolle. Rund ein Drittel spart zudem für eine künftige Immobilienfinanzierung, ein Hinweis auf den hohen Stellenwert von Wohneigentum in Tirol. Sparbuch, -karte und -konto bleiben auch in Tirol auf Platz eins und obwohl das Interesse an Wertpapieren wächst, bleibt noch viel Luft nach oben. Vor allem die Generation Z ist – auch dem höheren Finanzbildungsniveau geschuldet – deutlich aktiver am Kapitalmarkt unterwegs. Besonders beliebt sind Aktien, auch ETFs haben sich etabliert. Generell gewinnenm auch Immobilien wieder mehr an Bedeutung: Mit 31 Prozent nutzt sie fast ein Drittel der Tiroler*innen als Anlageform, ein Plus von zwölf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Nils Kottke (Mitglied des Vorstandes Bankhaus Spängler), Hans-Kaspar von Schönfels (Chefredakteur Elite Report), Hans Scharfetter (Abgeordneter des Landes Salzburg), Harald Prinz (Leitung Family Office), Alexandra Nageler (Leitung Private Banking Salzburg), Werner G. Zenz (Sprecher des Vorstandes), Hans-Jürgen Jakobs (Senior Editor Handelsblatt) und Robert Hager (Bereichsleitung Private Banking)
Das Bankhaus Spängler mit zwei Niederlassungen in Tirol (Innsbruck und Kitzbühel) behauptet seine Spitzenposition unter den Vermögensmanagern im deutschsprachigen Raum. In der Marktstudie „TOPs 2026“ der renommierten Private-Banking-Prüfinstanz Fuchs | Richter erreichte die älteste Privatbank Österreichs erneut Platz eins und verteidigt damit auch ihre Führung in der „Ewigen Bestenliste“. Insgesamt 70 Anbieter stellten sich dem Markttest, der sich über 16 Monate erstreckte. Auch der aktuelle „Elite Report“ sieht das Bankhaus Spängler mit der Bewertung „Summa cum laude“ in der Topkategorie der deutschsprachigen Vermögensverwalter. Die Auswahl basiert dabei auf einem mehrstufigen Auswahlprozess, bei dem mehrere Hundert Institute systematisch analysiert und getestet werden.

Erben ist emotional, komplex und für viele Familien ein sensibles Thema. Eine aktuelle, repräsentative Studie von Ipsos im Auftrag von Helvetia zeigt: Mehr als ein Drittel der Österreicher*innen und mehr als die Hälfte der Tiroler*innen hat bereits geerbt. Doch diese Erfahrungen sind häufig konfliktbehaftet: Bei 36 Prozent hat das Thema schon zu Familienstreitigkeiten geführt – so gibt die Mehrheit der Österreicher*innen an, dass Erbschaften Familien mehr zerreißen als verbinden. Bei Tiroler*innen liegt dieser Wert sogar bei 85 Prozent, bei über einem Drittel gab es innerhalb der Familie bereits Streit um das Erbe. Die Ergebnisse der Studie zeigen ein gesellschaftliches Spannungsfeld: Hohen Vermögenswerten steht oft eine geringe Planung gegenüber. Obwohl sich 82 Prozent der Österreicher*innen wünschen, ihr Erbe individuell zu regeln, statt es dem Gesetz zu überlassen, haben bislang erst zwei von zehn ein Testament verfasst, in Tirol sind es immerhin vier von zehn. Generell planen 16 Prozent auch künftig keines zu erstellen. Doch fehlende Testamente, Unklarheiten bei Aufteilungen oder ungesicherte Wertgegenstände führen zu Konflikten und Verzögerungen bei Verfahren. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung jedenfalls gibt an, dass sie Vermögenswerte zum Vererben haben, darunter oft beträchtliche Summen. Bei der Frage, wer diese Vermögenswerte erben soll, steht vor allem das Wohl der Familie im Vordergrund: 70 Prozent der Österreicher*innen möchten an ihre Kinder vererben, Tiroler*innen liegen mit 83 Prozent dabei weit über dem Schnitt. Fast die Häfte der Tiroler*innen plant, das Erbe schon zu Lebzeiten zu verschenken oder zu übertragen – deutlich mehr als der Österreichschnitt von 23 Prozent. „Wer seine Erbsituation zu Lebzeiten klar regelt, kann mögliche Streitpunkte aus dem Weg räumen und auch die Verlassenschaft deutlich abkürzen“, sagt Thomas Neusiedler, CEO bei Helvetia, und weiter: „Sollte sich dennoch ein Streit ums Erbe abzeichnen, kann eine Rechtsschutzversicherung mit einem Erbstreitbaustein helfen.“
Die Renaissance eines uralten Vermögenswertes: Warum Gold im Gefüge einer geopolitisch angespannten Weltwirtschaft seine historische Rolle als Stabilitätsanker zurückerlangt hat.
TEXT: MARINA BERNARDI
„BEI DER PHYSISCHEN LAGERUNG VON GOLD SOLLTE AUF JEDEN FALL AUF DIE SICHERHEIT GEACHTET WERDEN. EIN INVESTMENT SOLLTE IMMER IN REINES GOLD MIT HÖCHSTEM FEINGEHALT (LONDON-BULLION-MARKET-ASSOCIATION-QUALITÄT) ERFOLGEN. DAS BEDEUTET IN FORM VON GOLDMÜNZEN ODER GOLDBARREN UND NICHT IN FORM VON SCHMUCK. NATÜRLICH KANN EIN GOLDINVESTMENT AUCH ÜBER WERTPAPIERE, WIE ZERTIFIKATE, ETFS ODER ETCS, ERFOLGEN. HIER GILT ES ALLERDINGS STEUERLICHE ASPEKTE ZU BEACHTEN.“
Mag. Christian Prugger, RLB Tirol AG
ber viele Jahre galt Gold als Randfigur der Finanzwelt: ein ehrwürdiges, allerdings etwas aus der Zeit gefallenes Relikt, belächelt von Befürworter*innen effizienter Märkte. 2025 jedoch zeigt sich ein völlig neues Bild. Gold bricht ein Allzeithoch nach dem anderen, bewegt sich in Kursregionen, die noch vor wenigen Jahren als Fata Morgana erschienen, und gewinnt an relativer Stärke gegenüber nahezu allen großen Assetklassen. „Gold erreichte im Oktober 2025 bei über 4.380 US-Dollar je Unze ein neues Rekordhoch. Mit einem Plus von aktuell 58 Prozent in US-Dollar seit Jahresbeginn schlägt das Edelmetall alle übrigen Assetklassen. Auch auf Eurobasis steht bis dato ein sattes Plus von rund 41 Prozent zu Buche“, sagt Prok. Mag. Christian Prugger, Direktor Private Banking der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG.
Gold rückt indes nicht nur preislich, sondern auch systemisch ins Zentrum globaler Kapitalströme, als Absicherung gegen geopolitische Risiken, Gegengewicht zu rekordhohen Schuldenbergen und vermeintlich neutrales Settlement-Asset in einer multipolaren Welt. In einer Phase, in der Vertrauen zur knappsten Ressource wird, wird das gelbe Metall zunehmend als dessen physische Verkörperung wahrgenommen. Die Autoren des renommierten „In Gold We Trust“-Reports sprechen dabei von einem möglichen Wendepunkt. Gold könnte, so ihre These, an den Beginn einer „goldenen Dekade“ treten – einer Phase, in der das Metall weit mehr ist als eine Krisenversicherung: nämlich ein strategischer Vermögenswert für eine neue wirtschaftliche Ära.
Um die gegenwärtige Goldrenaissance zu verstehen, lohnt ein Blick in die Geschichte. Keine andere materielle Ressource verbindet seit über 5.000 Jahren physische Eigenschaften, ökonomische Funktion und kulturelle Bedeutung so nahtlos miteinander wie Gold. Seine Unzerstörbarkeit, Teilbarkeit und begrenzte Verfügbarkeit machten es früh zum idealen Tausch- und Wertspeicher. Dass nahezu jeder Staat der Welt über Jahrhunderte hinweg Gold als Basis seines Währungssystems nutzte, erscheint unter diesem Blickwinkel weniger als Zufall denn als logische Konsequenz. Auch dass Gold schließlich zur „Krisenwährung“ wurde, kommt aus der Vergangenheit, als „wichtige Weltwährungen wie einst das britische Pfund oder auch der US-Dollar an den Goldpreis gekoppelt wurden“, sagt Mag. Stefan Nardin, Geschäftsleiter Private Banking Tirol und Südtirol bei der BTV VIER LÄNDER BANK.
Doch auch jenseits von Funktionalität spielt Psychologie eine Rolle. Gold steht
für Beständigkeit und damit für genau das, was in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit besonders begehrt ist. Während (digitale) Währungen, Staatsanleihen oder Bankeinlagen letztlich stets das Versprechen einer Gegenpartei darstellen, ist Gold „endgültiges Geld“. Es verkörpert Wert, ohne Wert sein zu müssen. Diese symbolische Kraft erweist sich erneut als entscheidend. In einer Welt, die von geopolitischen Verwerfungen, Währungskonflikten und einer schleichenden Vertrauenskrise geprägt ist, greifen Anleger*innen wieder verstärkt zu einem Asset, das gerade wegen seiner vermeintlichen Tradiertheit seinen Reiz nie verloren hat. „Angst und Unsicherheit treiben Anleger*innen zu Gold, oft unabhängig von fundamentalen Daten. Herdenverhalten und mediale Berichterstattung verstärken Preisspitzen. Gold ist daher weniger eine ‚rationale Versicherung‘ und mehr ein psychologisch getriebener Sicherheitsanker, der in unsicheren Zeiten Vertrauen schafft. Aus ökonomischer Sicht sprechen jedoch das fehlende Ausfallrisiko,
„GOLD WIRD VON ANLEGER*INNEN WEITERHIN ALS KLASSISCHE KRISENWÄHRUNG GENUTZT. ZUDEM HAT ES SICH ZUNEHMEND ALS ALTERNATIVE ZU STAATSANLEIHEN ETABLIERT. VOR ALLEM LÄNDER MIT HOHEN BESTÄNDEN AN US-STAATSANLEIHEN – ETWA CHINA – VERLAGERN IHRE INVESTITIONEN VERSTÄRKT IN GOLD. DIESE ENTWICKLUNG UNTERSTREICHT DIE WACHSENDE BEDEUTUNG DES EDELMETALLS ALS STRATEGISCHE RESERVE UND ALS SCHUTZ VOR GEOPOLITISCHEN UND FINANZIELLEN RISIKEN.“
Mag. Stefan Walde, Hypo Tirol
Ronald-Peter Stöferle ist Partner der Incrementum AG und einer der Autoren des renommierten „In Gold We Trust“ (IGWT)Reports. Wir haben beim Goldmann nachgefragt.
ECO.NOVA: Warum reagiert der Goldpreis oft so stark auf politische oder wirtschaftliche Ereignisse und welche Kräfte treiben die kurzfristigen Schwankungen tatsächlich an? RONALD - PETER STÖFERLE: Gold reagiert wie ein Seismograph fürs Finanzsystem: Zittern die Realzinsen oder der US-Dollar, schlagen ETF-Zu-/Abflüsse und Terminmarkt-Positionen sofort ins Orderbuch durch. In Stressphasen suchen Anleger*innen zudem nach gegenparteifreien Sicherheiten. Der Risikoabschlag auf Schuldenassets verwandelt sich in eine Prämie für Gold. Hinzu kommt, dass sich die Preisbildung zunehmend stärker nach Asien verlagert. Ob Spot-, Futures- oder ETF-Flows: Asien kaufte seit 2023 konstant, der Westen kehrte erst ab dem zweiten Halbjahr 2024 und dem ersten Quartal 2025 spürbar zurück. Kurzum: Liquidität + USD + Realzinsen + Flows = kurzfristige Volatilität.
Woran orientiert sich der Goldpreis konkret – Angebot und Nachfrage, Zinsentwicklung, Währungsbewegungen, Erwartungen der Anleger*innen? Taktisch dominieren Faktoren wie Dollarstärke, Realzinsen, Marktpositionierung und ETF-Ströme. Strategisch wirken jedoch tiefere Kräfte: eine anhaltend über zwei Prozent liegende Kerninflation, hohe Defizite und Schulden, strukturell negative Realzinsphasen und die Aufwertung von Gold als „neutrale“ Reserve durch Zentralbanken. Die 2020er-Jahre starteten mit tief negativen Realzinsen (zeitweise −5 bis −7 %). In der Marktlogik ist das Raketentreibstoff für Gold. Gleichzeitig ist der geld- und fiskalpolitische Mix klar inflationär, während der Handlungsspielraum für harte Zinserhöhungen („Volcker-Momente“) schrumpft. Das bildet den Nährboden für einen langfristigen Bullenmarkt, unseren „Big Long“.
Inwiefern hängen Goldpreis und Zinsniveau zusammen? Wer führt, wer folgt? Die binäre Formel „höhere Realzinsen = tieferer Goldpreis“ greift zu kurz. Entscheidend ist der Regimewechsel. Beginnen Zinssenkungszyklen, verbessert sich die Forward-Realrendite von Gold relativ zu Nominalanlagen. Heißt: Wenn die Notenbanken beginnen, die Zinsen zu senken, wirkt Gold im Vergleich zu klassischen verzinsten Anlagen wie Anleihen plötzlich attraktiver, weil deren zukünftige Realrendite sinkt, während

Gold davon profitiert. Historisch bekamen Rallyes folglich besonders bei kräftigen Zinssenkungen Rückenwind. Die 2020er-Jahre zeigen zudem, dass stark negative Realzinsen und hohe Staatsschulden den Spielraum der Notenbanken für aggressive Zinserhöhungen stark einengen. Zu kräftige Zinsanhebungen würden die ohnehin belasteten Staatsfinanzen unter Druck setzen und die Konjunktur gefährden, daher können die Währungshüter nicht mehr so „hawkish“ agieren wie in früheren Zyklen. Das Ergebnis ist ein asymmetrisches Chance-Risiko für Gold in Lockerungsphasen.
Welche Bedeutung haben die Goldreserven von Staaten und Zentralbanken für den weltweiten Goldpreis, und wie stark beeinflusst die geopolitische Lage die Preisentwicklung? Der offizielle Sektor ist vom Verkäufer zum strukturell wichtigen Käuferblock geworden. Die Gründe dafür sind laut WGC-Umfragen: Werterhalt, Inflationsschutz, Stabilität in Krisen und Diversifikation. In Schwellenländern kommen Sanktions- und Systemrisiken hinzu. Im Jahr 2024/25 zeigten Polen, China, Kasachstan und sogar der aserbaidschanische Staatsfonds mit Zukäufen die Breite dieses Trends. Diese konstante Nachfrage schafft eine stabile Grundlinie und verleiht Gold eine Art geopolitische Versicherungseigenschaft, die der Markt zunehmend einpreist.
„GOLD IST EIN BEGRENZT VERFÜGBARES GUT. ES LÄSST SICH SOMIT NICHT BELIEBIG VERMEHREN, KANN NICHT SANKTIONIERT WERDEN UND BEINHALTET AUCH KEIN GEGENPARTEIRISIKO. ALL DIES SIND EIGENSCHAFTEN, DIE DEM EDELMETALL
SEIT JEHER DEN STATUS DER ULTIMATIVEN KRISENWÄHRUNG VERLEIHEN. AKTUELL MANGELT ES NICHT AN GLOBALEN UNRUHEHERDEN UND DER ABSOLUTE REKORDSTAND VON ÜBER 4.200 USDOLLAR JE FEINUNZE – TROTZ DES JÜNGSTEN RÜCKSETZERS – OFFENBART, IN WELCH VOLATILEM UMFELD WIR UNS BEFINDEN.“
Christian Karasek, Tiroler Sparkasse
niedrige Realzinsen sowie der Diversifikationseffekt für Gold“, beschreibt Christian Karasek, Abteilungsleiter Private Banking der Tiroler Sparkasse. Das bestätigt auch Christoph Nöbl, Filialleiter der Hauptgeschäftsstelle Landeck der Volksbank Tirol: „Gold bleibt ein bevorzugter ‚sicherer Hafen‘ in Zeiten geopolitischer Unsicherheit, hoher Inflation und Marktvolatilität. Zentralbanken kaufen weiterhin massiv Gold, was die fundamentale Nachfrage stützt. Psychologische Faktoren spielen eine Rolle, aber die ökonomische Logik wie Werterhalt, geringe Korrelation zu Aktien und anderen Anlageklassen ist nach wie vor entscheidend.“
DIE ÖKONOMISCHE LOGIK
DES GOLDPREISES
Oft wird Gold als mystisches Anlagegut dargestellt, als wäre sein Preis das Ergebnis von Emotionen und kollektiver Symbolik. Nicht nur der „In Gold We Trust“-Report entmystifiziert diese Sichtweise. Gold folgt denselben Regeln wie jedes andere ökonomische Gut: Angebot und Nachfrage. Der Unterschied zu Fiatwährungen könnte jedoch kaum größer sein. Während die Geldmenge der USA allein seit dem Jahr 2000 nahezu explodiert ist, wächst das globale Goldangebot nur um ein bis zwei Prozent pro Jahr. Diese asymmetrische Dynamik ist einer der Hauptgründe, warum Gold langfristig seinen realen Wert hält. Es schützt nicht vor Inflation im Sinne steigender Preise, sondern vor Währungsabwertung im Sinne schwindender Kaufkraft. Hinzu kommt eine Besonderheit: Fast das gesamte jemals geförderte Gold existiert heute noch. Gold wird nicht verbraucht. Das macht
den Markt stabiler und berechenbarer als die meisten Rohstoffe, die starken konjunkturellen Schwankungen unterliegen.
Ein zentrales Argument für die strategische Bedeutung von Gold ist außerdem seine relative Performance gegenüber anderen Anlageklassen. Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die sogenannte Dow/Gold-Ratio, also das Verhältnis zwischen dem Aktienindex Dow Jones und dem Goldpreis. Historisch bedeuteten starke Rückgänge dieser Ratio immer zweierlei: eine Phase stagnierender oder fallender Aktienkurse und gleichzeitig stark steigender Goldpreise. Solche Phasen traten etwa in den 1930er-, 1970er- und 2000er-Jahren auf. Sie alle waren geprägt von Rezessionen, Inflation oder strukturellen Marktverwerfungen. Die Ratio des Jahres 2025 deutet darauf hin, dass wir uns erneut in einer solchen Transformationsphase befinden.
IM SCHATTEN STRUKTURELLER SCHULDEN
Staatsanleihen galten jahrzehntelang als sicherste aller Anlagen. Doch was passiert, wenn der Emittent, also die Staaten, strukturell überfordert wirkt? Allein die USA zahlen mittlerweile jährlich rund eine Billion Dollar an Zinsen. Damit übersteigen die Zinsausgaben sogar das Budget des Verteidigungsministeriums. Zugleich fällt die Zinsbelastung schneller, als das Wirtschaftswachstum steigt – ein klassischer Indikator für langfristig instabile Finanzarchitekturen. Gold verfügt über kein solches Risiko. Es verzinst sich zwar nicht, doch gerade in einem Umfeld negativer Realzinsen wird dieser vermeintliche Nachteil zum struk-
Christian Karasek, Tiroler Sparkasse, rät dazu, maximal fünf bis zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren, um eine sinnvolle Diversifikation zu erreichen: „Ob man sich dabei für physisches Gold oder alternative Anlageformen wie ETCs (Exchange Traded Commodities) oder Zertifikate entscheidet, hängt von den jeweiligen Präferenzen ab. Physisches Gold hat kein Ausfallrisiko, da es materiell vorhanden ist. Ein Emittent von Goldzertifikaten kann hingegen unter Umständen insolvent werden. Es gibt jedoch auch ETCs, bei denen physisches Gold hinterlegt wird und wie Wertpapiere an der Börse gehandelt werden kann.“ Und weiter: „Gold dient in erster Linie als Krisenschutz und zur Wertanlage, nicht als Ertragsbringer. Es zahlt weder Zinsen noch Dividenden; Gewinne entstehen ausschließlich durch Kurssteigerungen. Trotz seines Rufs als ‚sicherer Hafen‘ schwankt der Goldpreis stark. Langfristig lag die inflationsbereinigte Rendite von Gold historisch oft unter der von Aktien. Eine sinnvolle Strategie kann beispielsweise der mittel- bis langfristige Aufbau eines Golddepots durch automatisierte, monatliche Zukäufe sein. Physisches Gold verursacht jedoch Aufschläge, Lager- und Versicherungskosten und erfordert eine sichere Verwahrung (Safe, Schließfach oder Tresor zu Hause). Bei kleinen Stückelungen sind die Spreads besonders hoch. Eine Partizipation am Goldpreis kann auch über spezielle Wertpapiere erfolgen. Wenn Gold nicht bei einer Bank oder der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) bzw. der Münze Österreich gekauft wird, raten wir unseren Kund*innen zu großer Sorgfalt bei der Auswahl seriöser Händler*innen sowie zu einem genauen Check von Echtheitszertifikaten.“
turellen Vorteil. Bemerkenswert indes ist die derzeitige Entkopplung zwischen Gold und anderen Rohstoffen, insbesondere Öl. Historisch laufen beide Güter häufig in Superzyklen parallel: Erst steigt Gold, dann folgen Energie- und Industriemetalle. Die Autoren des Goldreports deuten darauf hin, dass geopolitische Entwicklungen wie Chinas wachsende Kontrolle über strategische Rohstoffe den nächsten Superzyklus vorbereiten könnten. Gold wäre dabei der Vorläufer eines breiteren Rohstoffbooms.
EINE WIRTSCHAFTSWELT
IM UMBRUCH
Kaum ein Wirtschaftsbericht der vergangenen Jahre widmet geopolitischen Themen so viel Raum wie die aktuelle Ausgabe von „In Gold We Trust“. Die Begründung ist simpel: Die globale Finanzordnung befindet sich in einem Zustand fortschreitender Erosion. Der US-Dollar ist seit dem Zweiten Weltkrieg die dominante Weltwährung, doch dieser Status wird zunehmend herausgefordert.
Staaten wie China, Russland, Saudi-Arabien und Brasilien suchen nach alternativen Handels- und Zahlungssystemen. Je mehr Reserven in anderen Währungen oder Rohstoffen gehalten werden, desto weniger kann der Dollar seine historische Funktion erfüllen, globale Krisen abzufedern.
Die BRICS-Gruppe arbeitet offen an einem multilateralen Weltwährungssystem.
Ein zentrales Element: eine teilweise rohstoffunterlegte Abrechnungsstruktur. Gold spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Mehrere Staaten haben in den vergangenen Jahren beträchtliche Mengen physischer Goldreserven aufgebaut. Nicht nur aus taktischen Gründen, sondern auch als strategisches Werkzeug: Gold ist das einzige globale Reserveasset, das weder von der westlichen Finanzinfrastruktur kontrolliert noch sanktionierbar ist. Zudem gilt China mittlerweile als Lieferant strategischer Stabilität. Oder Instabilität. China kontrolliert inzwischen etwa 60 Prozent der globalen Förderung und rund 90 Prozent der Verarbeitung seltener Erden – ein geopolitisches Machtinstrument von enormem Gewicht. Dazu kommt eine wachsende Dominanz in der Solar- und Batteriewirtschaft, den zentralen Industrien der Energiewende. Eine Welt, die immer stärker
„ES SIND NICHT NUR PRIVATE UND INSTITUTIONELLE KÄUFER, DIE DAS EDELMETALL SCHÄTZEN, SONDERN AUCH ZENTRALBANKEN, DIE IHRE GOLDRESERVEN KONTINUIERLICH AUFSTOCKEN. VOR ALLEM DIE ZENTRALBANKEN DER SCHWELLENLÄNDER SIND BESTREBT, IHRE GOLDRESERVEN AUFZUSTOCKEN UND GLEICHZEITIG IHRE USDOLLAR-RESERVEN ZU REDUZIEREN, UM SICH VOM US-DOLLAR UNABHÄNGIGER ZU MACHEN. DA ZENTRALBANKEN IN IHRER KAUFENTSCHEIDUNG WENIG PREISSENSIBEL SIND, DÜRFTEN MÖGLICHE GOLDPREISRÜCKSETZER FÜR NACHKÄUFE GENUTZT WERDEN, SODASS DIESE TEMPORÄRER NATUR BLEIBEN. GOLD BLEIBT DEMNACH WEITERHIN EIN ATTRAKTIVER PORTFOLIOBESTANDTEIL.“
Stefan Nardin, BTV
von Technologien abhängig wird, ist automatisch auch von China abhängig. Und damit steigt auch der strategische Wert von Gold als politisch neutralem Asset.
Die Nachfrage nach Gold ist aktuell sowohl von Staatenseite als auch von privaten Anleger*innen getrieben. Viele Zentralbanken zählen aktuell zu den aktivsten Käuferinnen. Auch einige staatliche Vermögensfonds wie der aserbaidschanische SOFAZ haben ihre Bestände zuletzt weiter aufgestockt. Bei den Privatinvestor*innen zeigen sich die stärksten Zuwächse in Asien. Begünstigt durch neue regulatorische Erleichterungen erlebt der Markt in Indien einen ETF-Boom, in China steigt vor allem die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen. Bemerkenswert ist außerdem die Trendwende im Westen: Seit der zweiten Jahreshälfte 2024 fließen wieder spürbar Gelder in Gold-ETFs. „Gold gilt als begrenzter Rohstoff und ist unabhängig von der Geldpolitik der Zentralbanken. Durch diese natürliche Knappheit führt eine höhere Nachfrage zu stärkeren Preisanstiegen. Da auch die Zentralbanken selbst einen Teil ihrer Reserven in Gold halten, ist die Bedeutung des gelben Edelmetalls in der Finanzwelt fest verankert. Die ersten beiden Plätze belegen hier die US-Notenbank Fed und die deutsche Bundesbank mit einem Goldanteil von ca. 75 Prozent gemessen am Gesamtportfolio“, so Nardin.
Gold ist nicht nur ein Krisenbarometer, sondern auch ein wirtschaftlicher Seismograph. Seine gegenwärtige Stärke sendet zwei Botschaften: Die Welt befindet sich in einer geldpolitischen und geopolitischen Übergangsphase, deren Ausgang offen ist, deren Risiken aber wachsen. Und Gold wird als neutraler, schuldfreier Vermögenswert wiederentdeckt, der sowohl institutionell als auch privat eine Renaissance erlebt. Für Anleger*innen
„DER GOLDPREIS LIEGT AKTUELL BEI
RUND 3.500 EURO PRO FEINUNZE
UND HAT SEIT JAHRESBEGINN ETWA 38 PROZENT ZUGELEGT. PROGNOSEN
SEHEN BIS ENDE 2025 EINEN ANSTIEG
AUF 3.600 EURO, MITTELFRISTIG
SOGAR ÜBER 4.200 EURO BIS 2026. ICH PERSÖNLICH GEHE VON EINEM
GOLDPREIS BEI RUND 3.100 EURO PRO FEINUNZE BIS ENDE 2026 AUS.“
Christoph Nöbl, Volksbank Tirol
deutet dies zweierlei: Absicherung wird wichtiger, aber auch Chance. Wer Gold lediglich als Notfallreserve betrachtet, unterschätzt möglicherweise sein Potenzial in einem Umfeld politisch gelenkter Märkte und struktureller Schulden. Ob nach der beeindruckenden Goldrally ein Einstieg noch lohnt? Christian Prugger: „Die strukturellen Treiber waren und sind der von Donald Trump losgetretene Handelskrieg, die regen Zukäufe der Notenbanken, anhaltende Inflationsängste und Sorgen um die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen. In den letzten Wochen wurde der Aufwärtstrend zudem von den wieder verstärkten Zinssenkungserwartungen in den USA unterstützt. Mit Blick auf 2026 sehen wir ein Anhalten dieser Faktoren und damit den Aufwärtstrend des Edelmetalls weiterhin intakt. Auch wenn der Anstieg deutlich verhaltener als im Jahr 2025 ausfallen sollte.“
Unterm Strich könnte Gold jedoch tatsächlich an den Beginn eines neuen monetären Kapitels gerückt sein. Nicht durch politische Entscheidung, sondern durch Marktkräfte: durch Vertrauen, das schwindet, und Stabilität, die gesucht wird. In dieser Gemengelage erscheint Gold als das, was es immer war: ein Anker in unruhigen Zeiten.
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Wer es ganz genau wissen will, dem sei an dieser Stelle der „In Gold We Trust“-Report von Incrementum und den Autoren Ronald-Peter Stöferle und Mark J. Valek empfohlen. Der Report gilt als Goldstandard aller Goldstudien und umfasst 460 Seiten. Er erscheint jährlich und ist frei zum Download erhältlich. Wer nicht ganz so viel lesen mag, lädt die 40 Seiten starke Kompaktversion herunter. Mit dem „Monthly Gold Compass“ erhalten Sie außerdem ein monatliches Update bezüglich Gold inklusive einer Auswahl der besten Charts und Ratios. Scannen Sie dafür einfach den QR-Code.


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Nachgefragt bei Dr. Nils Kottke, Mitglied des Vorstandes/Ressort Privatvermögen des Bankhauses Spängler.
ECO.NOVA: Welche Varianten der Verwahrung sind für physisches Gold sinnvoll und worauf sollte man bei den Themen Eigentumsnachweis und Zugriff/Verwertung achten? NILS KOTTKE: Für die Verwahrung von physischem Gold gibt es grundsätzlich drei gängige Möglichkeiten: die Aufbewahrung in den eigenen vier Wänden, im Bankschließfach oder in einem speziellen Golddepot, wie es beispielsweise das Bankhaus Spängler anbietet. Jede Variante hat spezifische Vor- und Nachteile, die Anleger*innen bei ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten.
Die Verwahrung zu Hause bietet den Vorteil, dass das Gold jederzeit direkt verfügbar ist und keine laufenden Verwahrungsgebühren anfallen. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko durch Diebstahl oder Verlust, da der Versicherungsschutz meist begrenzt ist und nur über spezielle Hausratversicherungen erweitert werden kann. Wichtig ist, dass Kaufbelege und gegebenenfalls Seriennummern sicher und getrennt vom Gold aufbewahrt werden, um den Eigentumsnachweis im Ernstfall erbringen zu können. Zudem sollte das Gold in einem hochwertigen Tresor gelagert werden, um das Risiko zu minimieren.
Die Verwahrung im Bankschließfach gilt als besonders sicher. Das Gold wird in professionellen Tresoranlagen gelagert und ist bis zu einem bestimmten Wert über die Bank versichert. Höhere Werte können über die eigene Hausratversicherung abgesichert werden. Der Eigentumsnachweis erfolgt durch den Schließfachvertrag und die Kaufbelege. Der Zugriff ist während der Banköffnungszeiten möglich, im Notfall auch durch Bevollmächtigte oder Erb*innen, sofern entsprechende Regelungen getroffen wurden. Das Golddepot bietet eine besonders komfortable und professionelle Lösung. Hier wird das Gold im Namen des Kunden von der Bank verwahrt. Der Eigentumsnachweis ist durch die Depotunterlagen und eine Bestätigung der Bank eindeutig geregelt.

„GOLD DIENT ALS ABSICHERUNGSINSTRUMENT GEGEN WIRTSCHAFTLICHE UND
GEOPOLITISCHE RISIKEN, INFLATION UND WÄHRUNGSABWERTUNG. ES WIRD ALS ‚KRISENWÄHRUNG’ GESCHÄTZT UND KANN ALS LIQUIDITÄTSRESERVE FUNGIEREN, DA ES WELTWEIT AKZEPTIERT IST.“
Ein großer Vorteil ist, dass die Veräußerung oder Umschichtung des Goldes unkompliziert über die Bank abgewickelt werden kann, ohne dass das Gold physisch bewegt werden muss. Der Versicherungsschutz ist durch die Bank gewährleistet und auch eine physische Auslieferung des Goldes kann jederzeit angestoßen werden.
Unabhängig von der gewählten Verwahrungsform ist es entscheidend, dass der Eigentumsnachweis jederzeit eindeutig erbracht werden kann – sei es durch Kaufbelege, Schließfachverträge oder Depotunterlagen. Ebenso sollten klare Regelungen für den Zugriff im Notfall, bei Vollmacht oder im Erbfall getroffen werden.
Welche steuerlichen Unterschiede bestehen zwischen physischem Gold und alternativen Veranlagungsformen? Worauf sollten Privatanleger*innen besonders achten? Physisches Gold ist in Österreich für Privatpersonen nach einer Haltefrist von einem Jahr von der Einkommensteuer befreit (Spekulationsfrist). Es fällt weder Umsatzsteuer noch Kapitalertragssteuer an. Bei ETFs, ETCs oder Fonds gelten die allgemeinen Regeln für Kapitalerträge, das heißt, sie unterliegen der Kapitalertragssteuer und gegebenenfalls der Einkommensteuer. Privatanleger*innen sollten insbesondere auf die Haltefristen achten und sich über die steuerliche Behandlung der jeweiligen Anlageform informieren.
Ist es für Unternehmen sinnvoll, (in welcher Form auch immer) in Gold zu investieren? Wie ist in diesem Fall die steuerliche/bilanzielle Behandlung und wo verläuft die Grenze, zwischen Liquiditätsreserve und Spekulationsgeschäft? Für Unternehmen kann Gold als Liquiditätsreserve oder zur Diversifikation sinnvoll sein, insbesondere in unsicheren Zeiten. Die bilanzielle Behandlung hängt von der Zielsetzung ab: Wird Gold als Liquiditätsreserve gehalten, erfolgt die Bilanzierung meist zu Anschaffungskosten. Bei spekulativer Absicht (z. B. kurzfristiger Handel) ist eine Bewertung zum Marktwert erforderlich. Die Grenze verläuft dort, wo das Investment nicht mehr der Sicherung der Liquidität, sondern der Gewinnerzielung durch Kurssteigerungen dient. Steuerlich sind Gewinne aus dem Verkauf von Gold für Unternehmen grundsätzlich zu versteuern; Details hängen von der Rechtsform und Bilanzierung ab.
Welche Rolle spielt heute die Herkunft und Nachhaltigkeit des Goldes (Stichwort Responsible Mining) und wie können Anleger*innen sicherstellen, dass ihr Investment ethischen Standards entspricht?
Die Herkunft und Nachhaltigkeit des Goldes gewinnen zunehmend an Bedeutung. Responsible Mining und Zertifizierungen (z. B. LBMA Responsible Gold Guidance) stellen sicher, dass Gold unter Einhaltung ethischer und ökologischer Standards gefördert wird. Anleger*innen sollten beim Kauf auf entsprechende Zertifikate achten und bevorzugt Anbieter wählen, die sich zu nachhaltigen Standards verpflichten. Viele Banken und Händler bieten mittlerweile ausschließlich Gold aus verantwortungsvoller Produktion an.
PHYSISCHES GOLD (Barren, Münzen) gilt als klassische Krisenwährung, da es nicht beliebig vermehrbar ist und in Extremsituationen (z. B. Währungsreformen, Hyperinflation) einen realen Wert behält. Es bietet steuerliche Vorteile: Nach einer Haltefrist von einem Jahr ist der Verkauf steuerfrei. Die Preisbildung ist transparent und die Kosten für den Kauf/Verkauf sind relativ niedrig. Allerdings muss die sichere Verwahrung organisiert werden, und es fallen gegebenenfalls Lagerund Versicherungskosten an.
ETFS, ETCS UND FONDS bieten eine einfache Handelbarkeit, hohe Liquidität und Diversifikation. Sie sind besonders für Anleger*innen geeignet, die keine physische Lagerung wünschen oder kleinere Beträge investieren möchten. Allerdings unterliegen sie – je nach Ausgestaltung – der Kapitalertragssteuer. Zudem besteht ein Emittentenrisiko bei Zertifikaten und ETCs. Goldminenaktien wiederum sind neben dem Goldpreis selbst stark von der wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Unternehmen abhängig und weisen eine höhere Volatilität auf.
FAZIT:
Wer Gold als „Krisenwährung“ und Inflationsschutz betrachtet, sollte physisches Gold bevorzugen. Für kurzfristige, taktische oder gar spekulative Engagements sowie zur Diversifikation eignen sich ETFs, ETCs oder Fonds besser.

Mag. Oskar Platter ist öffentlicher Notar in Landeck und Präsident der Notariatskammer Tirol und Vorarlberg.
Mediation und Schlichtung im Notariat.
Gerade bei komplexen rechtlichen und familiären Angelegenheiten, wie Unterhaltsfragen, Vermögensaufteilungen oder Erbstreitigkeiten, ist es oft sinnvoller, eine einvernehmliche Lösung zu finden, anstatt einen langen, belastenden Prozess zu führen. Ein Weg zu dieser Lösung ist eine Mediation bei Ihrer Notarin bzw. Ihrem Notar.
Die Notarin oder der Notar tritt dabei als neutraler Berater auf und fördert die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien. Die Mediatorinnen und Mediatoren entwickeln ein Verständnis für die jeweiligen Interessen und helfen dabei, eine Lösung zu erarbeiten, die für alle Seiten akzeptabel ist. Eine Mediation ist immer freiwillig, was bedeutet, dass alle Parteien das Verfahren auch jederzeit wieder verlassen können. Das Besondere an der notariellen Mediation ist, dass die Lösung – falls sich alle Parteien einigen – auch sofort in eine rechtlich verbindliche Vereinbarung umgesetzt werden kann. Diese rechtlich verbindliche Vereinbarung wird dann notariell beurkundet. Das gibt den Beteiligten zusätzliche Sicherheit und Klarheit.
Auch die Schlichtung verfolgt ein ähnliches Ziel, unterscheidet sich jedoch in ihrer Herangehensweise. Notarinnen und Notare können bei der Schlichtung als neutrale Instanz eingreifen, wenn bereits ein Rechtsstreit vorliegt. Die Parteien dürfen sich aber noch nicht ans Gericht gewandt haben. Die Schlichter schlagen Lösungen vor und versuchen, die Parteien zu einer außergerichtlichen Einigung zu führen. Bei der Schlichtung wird die Lösung meistens nicht direkt von den Parteien erarbeitet, sondern vom Notar, der konkrete Vorschläge unterbreitet. Das Ziel beider Verfahren – Mediation und Schlichtung – ist ein Interessensausgleich, der für alle Seiten akzeptabel ist, ohne dass ein Gerichtsurteil gefällt werden muss. In beiden Fällen gilt die Objektivität und Unparteilichkeit der Notarinnen und Notare, die für das Recht außer Streit sorgen. PR
FÜR TIROL UND VORARLBERG
Maximilianstraße 3, 6020 Innsbruck ihr-notariat.at
Wir haben bei Tirols Banken nachgefragt, ob nach der historischen Goldrally ein Einstieg überhaupt noch lohnt, ob der Status als „Krisenwährung“ noch gerechtfertigt ist, welchen Stellenwert Gold im Portfolio einnehmen sollte und was sich als Alternative anböte.

CHRISTOPH NÖBL, FILIALLEITER DER HAUPTGESCHÄFTSSTELLE
LANDECK, VOLKSBANK TIROL
In welcher Form lässt sich in Gold investieren? Ich empfehle grundsätzlich das Vermögen so breit wie möglich zu streuen. Neben Liquidität (Sparkonto, Girokonto), Substanzwerten (Aktien, Fonds, ETFs), Geldwerten (Anleihen) und Sachwerten (Immobilien) gehören auch alternative Anlagen wie Gold ins Portfolio. Der Anteil im Portfolio sollte bei circa fünf bis zehn Prozent liegen. Als Beimischung in einem ausgewogenen Portfolio neben Liquidität, Geld-, Sach- und Substanzwerten hat Gold auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung. Ich würde aber ein stufenweises Investieren (Cost-Average-Effekt) empfehlen. Das Wichtigste in der Geldanlage ist und bleibt eine langfristige Perspektive.
Empfehlen Sie eher Investitionen in physisches Gold oder alternative Anlageformen? Ich empfehle tendenziell den Kauf von physischem Gold, da dies gewisse Vorteile mit sich bringt. Gold in physischer Form kann ohne Mehrwertsteuer erworben werden, und es besteht eine Steuerfreiheit für Gewinne aus dem Verkauf, wenn das Gold mindestens ein Jahr gehalten wurde (Kaufbeleg gut aufbewahren). Weiters sehe ich eine gewisse Unabhängigkeit vom Finanzsystem. Ein Nachteil ist allerdings die Lagerung.
Was könnten künftig alternative Safe-Haven-Anlagen werden? Alternativen zu Gold können einerseits andere Edel- oder Industriemetalle wie Platin oder Silber sein. Letzteres ist aufgrund der hohen industriellen Nachfragen (Solar, Elektronik) interessant, jedoch auch deutlich volatiler als Gold. Weitere Alternativen sehe ich in der Investition in Kryptowährungen wie Bitcoin. Diese bieten neben einem hohen Risiko durchaus auch Potential hoher Renditen. Parallelen sehe ich in der Unabhängigkeit vom Finanzsystem Vorteile.
MAG. STEFAN WALDE, LEITER ASSET MANAGEMENT, HYPO TIROL
In welcher Form lässt sich in Gold investieren? Neben klassischen Goldmünzen und Barren bietet sich auch die Anlage über das Depot an – etwa in Form von Gold am Depot oder Zertifikaten, die den Goldpreis abbilden. Viele dieser Produkte sind sogar mit physischem Gold hinterlegt.
Lohnt ein Einstieg in Gold nach der Rally noch? Die Nachfrage ist weiterhin hoch: Vor allem Notenbanken bauen ihre Bestände kontinuierlich aus. Gleichzeitig zeigt sich bei privaten Anleger*innen ein ungebrochenes Interesse. Diese beiden Faktoren stützen den Markt nachhaltig und lassen erwarten, dass die Notierungen mittelfristig weiter steigen werden. Trotz des positiven Ausblicks ist die Veranlagung in Gold mit Risiken verbunden und Kursschwankungen sind jederzeit möglich.
Welchen Stellenwert sollten Goldinvestments in einem Portfolio einnehmen? Gold kann im Depot als Instrument zur Diversifikation genutzt werden. Als Beimischung zu Aktien und Anleihen trägt es dazu bei, das Rendite-Risiko-Verhältnis zu verbessern. Eine Möglichkeit sind Zertifikate, die mit physischem Gold hinterlegt sind, da sie eine transparente und einfache Möglichkeit bieten, von der Wertentwicklung des Edelmetalls zu profitieren, wobei die Goldanlage auch Risiken birgt.

Ist eine Investition in Silber oder andere Edelmetalle eine Alternative? Silber und andere Edelmetalle unterliegen stärkeren Wertschwankungen, weshalb Gold die bevorzugte Wahl zur Portfoliobeimischung bleibt. Bei größeren Anlagesummen kann es jedoch sinnvoll sein, neben Gold auch weitere Edelmetalle ins Depot aufzunehmen. Dafür stehen spezielle Fonds oder Zertifikate zur Verfügung, die gleich in mehrere Edelmetalle investieren. Der Vorteil: Mit nur einem Wertpapier erhält man Zugang zu einer breiten Edelmetallstreuung.

PROK. MAG.
CHRISTIAN PRUGGER,
DIREKTOR PRIVATE BANKING, RAIFFEISENLANDESBANK TIROL AG
Gold hat sich historisch zur sogenannten „Krisenwährung“ entwickelt. Ist dieser Status heute noch gerechtfertigt? Währungssysteme und Regime sind gekommen und wieder gegangen, aber Gold hat nie seinen Wert vollständig verloren. Aus diesem Fakt heraus ist sein Ruf durchaus gerechtfertigt. Da der Goldhandel ein globaler Markt ist und dieser von vielen Faktoren beeinflusst wird, ist die Bemessung eines „fairen Werts“ aus ökonomischer Sicht für Gold von der Methode her nicht vergleichbar mit anderen Assets, wie etwa bei Aktien oder Anleihen. Daher spielen psychologische Faktoren eine durchaus große Rolle und sind sicher mitverantwortlich für den starken Preisanstieg der letzten Monate.
Welchen Stellenwert sollten Goldinvestments in einem Portfolio einnehmen? Dies hängt von der Risikoneigung und vom Anlagehorizont des Anlegers ab. Trotz der rasanten Anstiege der letzten Zeit, darf nicht vergessen werden, dass Gold ein „Risky Asset“ ist und damit in seiner Schwankungsfreude durchaus vergleichbar mit der von Aktien. Da es in turbulenten Marktphasen einen stabilisierenden Effekt im Portfolio hat, sollte und kann ein gewisser Prozentsatz im Ausmaß von circa fünf bis zehn Prozent des veranlagten Vermögens durchaus in Gold sein.
Ist eine Investition in Silber oder andere Edelmetalle eine Alternative? Während die Nachfrage bei Silber zu etwa zwei Drittel auf den Industriebereich entfällt, sind dies bei Gold gerade einmal sieben Prozent. Daher ist Silber von der Nachfrageseite her wesentlich konjunkturabhängiger als Gold. Ein großer Nachteil von Silber ist zudem, dass die Direktinvestition in Münzen oder Barren in Österreich der Umsatzsteuer in Höhe von 20 Prozent unterliegt. Dieser Startnachteil müsste zuerst bei einem möglichen Kursanstieg aufgeholt werden.
CHRISTIAN KARASEK , ABTEILUNGSLEITER PRIVATE BANKING, TIROLER SPARKASSE BANK AG INNSBRUCK
Gold hat in der jüngsten Vergangenheit eine beeindruckende Rally hingelegt – lohnt ein Einstieg nach wie vor? Nach einer derart starken Kursentwicklung ist durchaus Vorsicht geboten. Eine Verschnaufpause, wie sie zuletzt zu beobachten war, ist in jedem Fall förderlich für die Marktgesundheit. Mittelfristig ist dennoch ein gewisses Potenzial gegeben, denn anders als bei früheren Goldrallys, beispielsweise in den 1970er-Jahren, wird der Goldpreis aktuell nicht vorrangig von Kleinanleger*innen in der Hoffnung auf schnelle Gewinne getrieben. Ganz im Gegenteil: Die mit Abstand größte Käufergruppe sind globale Notenbanken, die ihre Goldkäufe in den letzten Jahren kontinuierlich aufgestockt haben. Mittlerweile lagern Notenbanken weltweit mehr als 36.000 Tonnen Gold in ihren Tresoren. Damit übersteigt der Goldbestand sogar den von US-Staatsanleihen. Einhergehend mit den steigenden Zweifeln am US-Dollar dürfte somit mittelfristig eine starke Käuferschicht erhalten bleiben.

Welche „sicheren“ Alternativen bieten sich zur Veranlagung in Gold an? Die Frage lautet nicht mehr nur „Was ist sicher?“, sondern „Wovor soll es schützen?“ – vor Inflation, Währungsrisiken, geopolitischen Schocks oder technologischen Umbrüchen. Die Definition des sicheren Hafens wird dynamischer und hängt stark vom Krisentyp ab. Die Zukunft der Safe-Haven-Strategie wird multidimensional sein und eine Kombination aus bisherigen Assets wie Gold, Staatsanleihen bester Bonität und Hartwährungen (z. B. Schweizer Franken), Beteiligungen an Infrastrukturprojekten und Immobilien sowie selektiven digitalen Assets (Kryptowährungen und Co.) und Private-Equity-Veranlagungen umfassen. Defensive Aktien können ebenfalls eine Alternative darstellen, denn gekocht, geputzt und Strom verbraucht wird auch in Krisenzeiten.

MAG. STEFAN
NARDIN, GESCHÄFTSLEITER PRIVATE BANKING TIROL UND SÜDTIROL, BTV VIER LÄNDER BANK
Wie betrachten Sie die aktuelle/künftige Goldentwicklung? Gold hat in den vergangenen zwei Jahren eine beachtliche Entwicklung durchlaufen und steht seit Jahresanfang in US-Dollar über ca. 50 Prozent im Plus. Da sich die Preistreiber nicht verändert haben, bleibt unser BTV-Goldausblick positiv. Geopolitische Unsicherheiten, die mangelnde Einschätzbarkeit der US-Politik durch Präsident Donald Trump sowie US-Inflationsrisiken sprechen nach wie vor für das gelbe Edelmetall. Zusätzlich dazu macht die Aussicht auf tiefere US-Leitzinsen das zinslose Gold attraktiver.
Welche Überlegungen sollten Anleger*innen anstellen, wenn sie zwischen physischem Gold (Barren, Münzen) und Anlageformen wie ETFs, ETCs oder Fonds wählen? Die leichte Handelbarkeit, keine Kosten für die Verwahrung oder Versicherung und kein Transportaufwand sprechen auf alle Fälle für ein Investment in börsengehandelte Anlageformen wie ETFs oder ETCs. Verwaltungs-, Handels- bzw. Depotkosten müssen aber einkalkuliert werden. ETCs gelten als Schuldverschreibungen, die es Anleger*innen ermöglichen, direkt in einen Rohstoff zu investieren. Hierbei ist allerdings auf eine Besicherung des ETCs mit physischen Goldbeständen zu achten. ETFs sind an der Börse gehandelte Fonds, die in mehr als einen Rohstoff investieren. Ein reines Goldinvestment wird demnach immer über einen ETC
abgebildet. Wenn Anleger*innen Münzen oder Barren kaufen möchten, empfehlen wir die Lagerung in einem Banksafe. Für österreichische Anleger*innen entfällt nach einjähriger Haltedauer, der sogenannten Spekulationsfrist, die Kapitalertragssteuer auf Wertzuwächse –der größte Vorteil eines physischen Investments. In der BTV Schweiz besteht die Möglichkeit, physisches Gold im Wertpapierdepot zu integrieren. Im Vermögensbericht erfolgt dann die Darstellung der Edelmetallposition und die Lagerung erfolgt außerhalb der BTV.
Welchen Stellenwert sollten Goldinvestments in einem Portfolio einnehmen? Gold macht in jedem Portfolio aus Diversifikations- und Absicherungsaspekten Sinn. Durch ein Goldinvestment bekommen Anleger*innen Zugang zu einer weiteren Renditequelle, die anderen Preistreibern unterliegt als der Aktien- oder der Anleihemarkt. Gold weist zwar eine ähnlich hohe Schwankungsbreite wie der Aktienmarkt auf, zeigt dafür aber nur geringen Zusammenhang mit dem Anleihenoder dem Aktienmarkt. Durch eine Goldbeimischung kann damit das Portfolio stabiler aufgestellt und Verluste können in Krisenzeiten verringert werden. In weniger turbulenten Zeiten sollte Gold eher als wertbeständige Geldanlage und nicht als Renditetreiber gesehen werden, die Diversifikation im Portfolio bietet.
Ist eine Investition in Silber oder andere Edelmetalle eine Alternative? Zu Edelmetallen gehören neben Gold auch Silber, Platin und Palladium. Alle vier weisen Edelmetallcharakteristika auf und werden zum Beispiel als Schmuck oder als Münzen verarbeitet. Dennoch muss hier klar differenziert werden: Der Goldpreis wird zum Großteil von der Investoren- und kaum von der industriellen Nachfrage beeinflusst. Silber hat durch seine Geschichte als Zahlungsmittel bzw. durch den Silberstandard im 19. Jahrhundert nach Gold noch den stärksten Edelmetallcharakter. Die Silberpreisentwicklung ist damit stark an die Goldpreisentwicklung gekoppelt. Silber, Platin und Palladium werden allerdings auch verstärkt in der Industrie eingesetzt und spielen eine wichtige Rolle im Rohstoffbedarf für die Energiewende. Diese drei Edelmetalle können daher auch durch eine starke Nachfrage aus dem Industriesektor profitieren. Gold ist hingegen hauptsächlich von der Investorennachfrage getrieben und fungiert im Portfolio als klassisches Edelmetall, das Diversifikation und Absicherung liefern soll. Damit sind andere Edelmetalle keine gute Alternative zu Gold, wenn der Absicherungsgedanke im Vordergrund steht.
Diese Marketingmitteilung/Werbemitteilung ist keine individuelle Anlageempfehlung, kein Angebot zur Zeichnung bzw. zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten und ersetzt keine Anlageberatung. Beachten Sie bitte, dass ein Investment in Finanzinstrumente mit Risiken, wie Kursschwankungen oder Vermögensverlusten, verbunden sein kann. Wertentwicklungen der Vergangenheit bieten keine Gewähr für künftige Ereignisse oder Wertentwicklungen. Sämtliche Beiträge in dieser Publikation dienen lediglich der Information. Die Geldinstitute prüfen ihr Informationsangebot sorgfältig. Dennoch bitten wir um Verständnis, dass wir diese Informationen ohne Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit zur Verfügung stellen. Bitte beachten Sie, dass Einschätzungen und Bewertungen die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt der Erstellung bzw. der Ausarbeitung reflektieren und für die Richtigkeit und den Eintritt eines bestimmten Erfolges keine Gewähr übernommen wird.

Kale Orhan, Geschäftsführer der Kale Group GmbH, betreut mit seinem motivierten Team der KCSGEBÄUDEREINIGUNG von den Standorten Hall und Salzburg aus seit vielen Jahren verschiedenste TOP-Unternehmen. Mit seinen ausgebildeten Experten unterstützt er in unterschiedlichsten Branchen –vom Arzt bis zum Industriebetrieb –seine begeisterten Kunden bei deren verschiedensten Anliegen in Bezug auf Sauberkeit und Hygiene.
Weiters hat er die KALEVERA Gastronomie ins Leben gerufen und begeistert in Innsbruck und in Hall täglich seine Kunden mit frischen Mehlspeisen, Torten und verschiedenen Brotsorten, beliebten Mittagsmenüs, Eis und Snacks. Derzeit baut er gerade dieses Konzept als Franchisesystem auf und setzt auch hier auf Expansion.
Gebäudereinigung | Unterhaltsreinigung | Fensterreinigung | Sonderreinigungen | Hotelreinigung | Ordinationsreinigung | Bauendreinigung | Fassadenreinigung | Industriereinigung
KALE Group GmbH, GF Kale Orhan, Milser Straße 41, A-6060 Hall i. T., www.kale-group.at +43 660 148 74 00

Wie viel Gold gibt es auf der Erde und wie ist es verteilt? Zahlen, Daten, Fakten.

216.000 TONNEN GOLD WURDEN BISHER GEFÖRDERT. JÄHRLICH KOMMEN

17 %
DES WELTWEITEN GOLDES ENTFALLEN AUF ZENTRALBANKEN
83 %
DES GOLDES WERDEN PRIVAT GEHALTEN
DER GROSSTEIL MIT RUND 45 % WIRD ZU SCHMUCK VERARBEITET, 22 % LIEGEN IN PRIVATVERMÖGEN (BARREN UND MÜNZEN INKL. ETF-HINTERLEGTEM METALL)
2.810 TONNEN BETRÄGT DER GOLDBESTAND DES INTERNATIONALEN WÄHRUNGSFONDS (IWF)

Mit gleich drei Baustarts in Innsbruck-Pradl, Innsbruck-Hötting und in St. Johann setzt der Immobilienentwickler ZIMA noch vor Jahresende ein starkes Zeichen für den Tiroler Wohnungsmarkt.
Mit dem Start der Bauarbeiten für drei Neubauprojekte setzt ZIMA Tirol im Herbst 2025 wichtige Impulse für den regionalen Immobilienmarkt. Die Projekte decken dabei ein breites Spektrum ab: von urbanen Wohnungen mit integriertem Kindergarten in der Egerdachstraße in Innsbruck-Pradl über
exklusive Wohneinheiten und eine Kinderkrippe in der Karl-Innerebner-Straße in Innsbruck-Hötting bis hin zur exklusiven Wohnanlage „Elbogen Höfe“ in St. Johann in Tirol. Gemeinsam ist allen Projekten der Anspruch, zeitgemäße Architektur, hohe Lebensqualität und attraktive Anlagechancen zu vereinen. www.zima.at PR
Das Projekt in der Egerdachstraße im Innsbrucker Stadtteil Pradl umfasst zwei architektonisch verbundene Wohngebäude. Die klar strukturierte Fassadengestaltung verleiht dem Ensemble einen zeitlosen Charakter, während die durchdachte Anordnung der Bauteile einen ruhigen Innenhof schafft. Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Realisierung von Begegnungszonen und nachhaltigen Wohnformen. Die großzügig angelegten Dachgärten bieten den Bewohner*innen einen Rückzugsort und die Möglichkeit, Obst, Gemüse und Kräutergärten anzulegen. Die hochwertige Ausstattung erfüllt höchste Erwartungen und spricht sowohl Familien als auch Investor*innen an. Neben einem Kindergarten werden zudem 21 wohnbaugeförderte Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen errichtet.


In der Höttinger Karl-Innerebner-Straße und damit in Bestlage von Innsbruck entstehen hochwertige Zwei- bis Fünf-Zimmer-Premium-Eigentumswohnungen. Die geschickte Höhenstaffelung des Geländes sorgt für eine optimale Südausrichtung und eröffnet einen unverbaubaren Blick auf Innsbruck und die umliegende Bergwelt. Jede Wohnung überzeugt mit einer Topausstattung und hebt das Wohnerlebnis auf ein neues Level. Im Sockelbereich des Gebäudes entsteht eine Kinderkrippe für die Stadt Innsbruck, die baulich klar vom Wohnbereich getrennt ist und damit einen Mehrwert schafft, ohne die Wohnnutzung einzuschränken.
In St. Johann im Tiroler Unterland fiel Ende September der Startschuss für den Bau der „Elbogen Höfe“. In drei Punkthäusern entstehen Zwei- bis Fünf-Zimmer-Premium-Eigentumswohnungen, die mit hochwertiger Ausstattung, großzügigen Grundrissen, großen Gärten und zentraler Lage überzeugen. Jede Einheit verfügt entweder über einen Garten, eine Terrasse oder einen Balkon. Die weitläufigen Penthouse-Wohnungen mit Dachterrassen eröffnen einen einzigartigen Blick auf den Wilden Kaiser. Neben der Ausstattung im Premium-Segment wird in den Elbogen Höfen besonderer Wert auf regionale Qualität und Nachhaltigkeit gelegt. Eine großzügige Tiefgarage, Photovoltaikanlagen auf den Dächern und eine aufwendig gestaltete Grünanlage runden das Konzept ab und schaffen ein modernes, nachhaltiges Wohnumfeld.

Alle Jahre wieder ... Machen Sie hier Ihren persönlichen Steuercheck 2025 und lesen Sie, wo Sie heuer noch profitieren können und wie Sie steuerlich gut ins neue Jahr rutschen.
TEXT: VERENA MARIA ERIAN, RAIMUND ELLER
C HECK 1:
GEWINN - UND
STEUERPLANUNG 2025
Insbesondere Einnahmen-Ausgaben-Rechner (in der Regel bei Ärzten der Fall) können ihren Gewinn ganz einfach planen, indem zum Beispiel Einnahmen in das Folgejahr verschoben werden. Gegen Jahresende sollte das Timing der Rechnungslegung daher wohl überlegt sein. Zahlungseingänge, die erst nach dem 31. Dezember 2025 erfolgen, müssen erst ein Jahr später versteuert werden. Je nach Gewinnsituation kann mitunter auch eine Verschiebung in die andere Richtung Sinn machen. Um dafür die notwendige Entscheidungsgrundlage parat zu haben, empfehlen wir gegen Jahresende eine entsprechende Hochrechnung bzw. Planungsrechnung zu beauftragen.
C HECK 2:
I NVESTITION SPLANUNG
Für Investitionen im ersten Halbjahr kann die Abnutzung für ein ganzes Jahr steuerlich geltend gemacht werden. Anschaffungen nach dem 30. Juni schlagen mit einer Halbjahresabschreibung zu Buche. Das gilt auch dann, wenn die Inbetriebnahme erst am 31. Dezember erfolgt. Das Datum der Zahlung spielt dabei keine Rolle.
» TIPP : Sind für Anfang 2026 Investitionen geplant, kann ein Vorziehen dieser in den Dezember 2025 Steuervorteile bringen. Zudem kann heuer noch ein 20-prozentiger Investitionsfreibetrag (IFB) – im Bereich Ökologisierung sogar 22 Prozent – geltend gemacht werden. Für Gebäudeinvestitionen gibt es zwar keinen IFB, dafür kann im Jahr der Anschaffung eine beschleunigte Gebäude-
abschreibung mit dem dreifachen Abschreibungssatz vorgenommen werden. Dies gilt auch dann, wenn die Anschaffung erst im zweiten Halbjahr erfolgt.
C HECK 3: T IMING BEI GERINGWERTIGEN WIRTSCHAFTSGÜTERN
Die Grenze für sofort zur Gänze steuerlich absetzbare Anschaffung beträgt 1.000 Euro. Bis zu dieser Größenordnung können einzelne Investitionen, die noch heuer getätigt werden, auch in diesem Jahr zur Gänze steuerwirksam werden.
C HECK 4: S VS - BEI TRÄGE STEUERWIRKSAM VORZIEHEN: DAS KÖNNEN AUCH EINNAHMEN - AUSGABEN - RECHNER
INSBESONDERE EINNAHMEN-AUSGABENRECHNER KÖNNEN IHREN GEWINN GANZ EINFACH
PLANEN, INDEM ZUM BEISPIEL EINNAHMEN IN DAS FOLGEJAHR VERSCHOBEN WERDEN.
Es besteht die Möglichkeit, bei der Sozialversicherung der Selbständigen einen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen zu stellen. Hier kann es vorteilhaft sein, anhand einer Planungsrechnung gemäß Check 1 eine korrekte Einstufung noch für das laufende Jahr zu beantragen. Sollte die entsprechende Vorschreibung heuer nicht mehr ergehen, können Einnahmen-Ausgaben-Rechner den errechneten Betrag dennoch heuer steuerwirksam einzahlen, wenn auch ein Antrag auf Höherreihung noch in diesem Jahr eingebracht wird. Das ist allemal besser, als eine steuerunwirksame Rücklage für eine spätere Nachzahlung zu bunkern oder gar zum falschen Zeitpunkt eine unliebsame Überraschung zu erleben. Demgegenüber müssen Bilanzierer ohnehin eine Rückstellung bilden, die unabhängig vom Zahlungsfluss noch im betreffenden Jahr steuerwirksam ist.
C HECK 5:
B EFREI UNG VON DER SOZIALVERSICHERUNG: ANTRAGSTELLUNG
BIS 31. DEZEMBER 2025
Konträr zu Check 4 kann es auch sein, dass SVS-Beiträge zur Gänze vermeidbar sind. Selbständige können sich für das gesamte Jahr 2025 noch rückwirkend von der Beitragspflicht zur Kranken- und Pensionsversicherung der SVS ausnehmen lassen, wenn: • die selbständigen Einnahmen insgesamt nicht über 55.000 Euro liegen UND
• die steuerlichen Einkünfte 2025 daraus nicht mehr als 6.613,20 ausmachen. Zudem darf in den letzten fünf Kalenderjahren in der Regel nicht mehr als ein Jahr Sozialversicherungspflicht bestanden haben. Hinsichtlich der Krankenversicherung ist eine rückwirkende Befreiung nur dann möglich, wenn noch keine Leistungen aus der Krankenversicherung bezogen wurden. Der Antrag muss bis zum Jahresende eingebracht werden, damit er für das laufende Jahr noch gilt.
C HECK 6:
B ESTEH ENDE GSVG - BEFREIUNG CHECKEN
Hat man nun schon einen Antrag gemäß Check 5 eingebracht und zeichnet sich ab, dass eine der Grenzen wider Erwarten überschritten wird, so kann dies bis zu acht Wochen nach Ergehen des maßgeblichen Steuerbescheides gemeldet werden. Erfolgt keine rechtzeitige Meldung, so kommt es zu einem Strafzuschlag von 9,3 Prozent.
» TIPP : Ob so oder so – rechtzeitig melden zahlt sich aus.
K ASSIEREN
Auf Basis der Planung und Maßnahmen gemäß Check 1 bis 4 können Sie mit dem Gewinnfreibetrag (GFB) auch heuer wieder einen guten Teil Ihrer Gewinne steuerfrei lukrieren, wenn Sie entsprechend investieren. Alles, was Sie dazu brauchen, ist eine entsprechende Berechnung von Ihrem Steuerberater. Dann heißt es nur noch investieren und kassieren. Begünstigt sind Neuanschaffungen abnutzbarer, körperlicher Anlagegüter (Ausnahmen: Luftfahrzeuge, PKW und Software) und bestimmte Wertpapiere. Weitere Voraussetzung ist die Einhaltung einer vierjährigen Behaltefrist. Das Wichtigste ist, dass die begünstigten Positionen jedenfalls spätestens am 31. Dezember 2025 in Ihrer Verfügungsmacht bzw. auf Ihrem Depot sind.
» TIPP: Da es auch einen Investitionsfreibetrag für die Anschaffung bestimmter körperlicher Wirtschaftsgüter bis zu einer Million Euro gibt, sollte der GFB ausschließlich mit Wertpapieren oder baulichen Investitionen abgedeckt werden. Eine Doppelbelegung einer Position mit beiden Freibeträgen ist nämlich nicht möglich. Für Gebäudeinvestitionen kann kein Investitionsfreibetrag, wohl aber ein Gewinnfreibetrag, in Anspruch genommen werden.
PAUSCHALIEREN UND BIS ZU
R UND 53 PROZENT STEUERFREI
K ASSIEREN
Kleinunternehmer mit einem Umsatz von maximal 55.000 Euro per anno können oh-
ne Nachweis der tatsächlichen Kosten unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 45 Prozent der Betriebseinnahmen pauschal als Ausgaben geltend machen. Bei Dienstleistungsbetrieben reduziert sich dieser Satz auf 20 Prozent. Zusätzlich seht ein Gewinnfreibetrag von bis zu 15 Prozent zu, sodass bei dieser Variante bis zu rund 53 Prozent (bei Dienstleistern rund 32 Prozent) steuerfrei bleiben können. Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung sowie Steuerberatungskosten können dabei zusätzlich in Ansatz gebracht werden. Wird die Kleinunternehmergrenze überschritten, so ist es möglich, die Ausgaben pauschal in Höhe von zwölf Prozent der Einnahmen anzusetzen. In bestimmten Fällen (z. B. bei schriftstellerischer, vortragender, wissenschaftlicher, unterrichtender oder erzieherischer Tätigkeit) reduziert sich dieser Pauschalsatz auf sechs Prozent. Neben diesen Pauschalsätzen können zudem Steuerberaterkosten, Sozialversicherungsbeiträge, Waren- und Materialkosten, Fremdleistungen und Personalaufwendungen in Ansatz gebracht werden. Und last, but not least gibt es für bestimmte Branchen wie Drogisten, Gastwirte, Handelsvertreter, Lebensmitteleinzel- und Gemischtwarenhändler, Sportler und Künstler etc. weitere, zum Teil noch interessantere Pauschalierungsmöglichkeiten. Eine Pauschalierung macht immer dann Sinn, wenn die tatsächlichen Ausgaben geringer sind als die Pauschalbeträge.
» TIPP : Lassen Sie von Ihrem Steuerberater einen Günstigkeitsvergleich unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte machen. Dabei kann sich auch herausstellen, dass Sie mit dem Ansatz der Echtkosten günstiger fahren. Allerdings ist zu bedenken, dass auch bei den Pauschalvarianten mitunter ein Teil der Echtkosten zusätzlich als so genannte Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen von eventuell bestehenden Gehaltseinkünften abgesetzt werden können. Dafür kommen insbesondere Fachliteratur, Mitgliedsbeiträge, Aus- und Fortbildungskosten sowie auch Kosten für eine doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten etc. in Frage.
E LEKTROAU TOS
Elektroautos sind von der so genannten Normverbraucherabgabe (NoVA) befreit. Den Dienstnehmern können Elektroautos auf Betriebskosten steuerfrei (ohne abgabenpflichtigen Sachbezug) zur Verfügung gestellt werden. Von diesem reinen Dienstnehmerfahrzeug ist kein Privatanteil auszuscheiden. Anders als PKW mit herkömmlichem Antrieb kommen Elektroautos im betrieblichen Bereich in den Genuss des neuen Investitionsfreibetrages von 22 Prozent. Bitte konsultieren Sie vor der konkreten Umsetzung unbedingt Ihren persönlichen Steuerberater.
C HECK 10:
K ILOMETERSTAND
Bitte notieren Sie am 31. Dezember 2025 den Kilometerstand Ihres Autos. Dies ist für steuerrelevante Berechnungen sehr nützlich und dient auch für den Fall einer Steuerprüfung als Prophylaxe zur Verteidigung der angesetzten Autokosten.
C HECK 11:
R EISEKOS TEN ABRECHNEN
Dazu verwenden Sie am besten vorgefertigte Checklisten Ihres Steuerberaters. So können Sie sicherstellen, dass Ihnen auch wirklich nichts durch die Lappen geht. Auch Besorgungsfahrten, Fahrten zu Vorstellungsgesprächen und zum fachlichen Erfahrungsaustausch sowie zu Arbeitskreisen zur gemeinsamen Fortbildung mit Fachkollegen und Ähnliches sind beruflich bzw. betrieblich veranlasste Reisen. Checken Sie, ob Sie hier auch wirklich keine Fahrten vergessen haben. » TIPP : Um bei so genannten Mischreisen (z. B. einer beruflichen Reise wird ein Privaturlaub angehängt oder umgekehrt) den betrieblichen Teil steuerlich unterzubekommen, sollte die vorrangige berufliche Veranlassung sowie das Vorliegen getrennter Reiseabschnitte dokumentiert und belegt werden.
C HEC K 12:
S CHENKU NGEN MELDEN
Schenkungen zwischen nahen Verwandten in einem Wert von mehr als 50.000 Euro innerhalb eines Jahres und zwischen Fremden von mehr als 15.000 Euro innerhalb von fünf Jahren sind meldepflichtig. Die Meldepflicht ist innerhalb von drei Monaten wahrzunehmen und trifft sowohl den Geschenkgeber als auch den Geschenknehmer. Bei Nichtmeldung kann es Strafen von bis zu zehn Prozent der Zuwendung für beide Beteilig-
ten, somit also bis zu 20 Prozent, setzen. Haben Sie eine solche Meldepflicht heuer übersehen, so können Sie innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Meldefrist noch eine strafbefreiende Selbstanzeige einbringen.
C HECK 13:
V ERANLAGUNG SFREIBETRAG NÜTZEN
Steuerzahler, die ausschließlich über Einkünfte aus unselbständiger Tätigkeit verfügen, können pro Jahr bis zu 730 Euro außerhalb eines Dienstverhältnisses dazuverdienen, ohne dies in ihrer Steuererklärung angeben zu müssen. Haben solche Personen für Ihr Unternehmen Leistungen erbracht, so können Sie solche Rechnungen noch heuer begleichen, ohne dass es für den Empfänger zu einer Steuerbelastung kommt.
» TIPP : Achten Sie auf eine korrekte Rechnungslegung zur steuerlichen Absetzbarkeit.
C HECK 14:
W EIHNA CHTSFEIER, - GESCHENKE, PRÄMIEN & CO
Für Weihnachtsfeiern und andere Betriebsfeiern sowie für Betriebsausflüge können pro Mitarbeiter jährlich bis zu 365 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei abgesetzt werden. Zudem darf jeder Mitarbeiter pro Jahr Sachgeschenke im Wert von 186 Euro von seinem Dienstgeber steuerfrei im Rahmen von Feierlichkeiten entgegennehmen.
» ACHTUNG! Bargeld ist ausgenommen. Lösung: Gutscheine.
Weiters ist die Bezahlung von Prämien für die Zukunftssicherung der Mitarbeiter (z. B. Er- und Ablebensversicherungen) bis zu 300 Euro pro Jahr und Mitarbeiter steuerfrei und voll betrieblich absetzbar. Dabei ist der Gleichheitsgrundsatz zu beachten, solche Zuwendungen können also nur allen zusammen oder nach bestimmten Kriterien festgelegten Mitarbeitergruppen angeboten werden. Ähnliches gilt für Direktzahlungen an Kindergärten und Kinderkrippen für die Kinder Ihrer Mitarbeiter. Hier liegt die Grenze jährlich bei 2.000 Euro pro Kind. Weiters besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, den Mitarbeitern eine steuerfreie Mitarbeiterprämie in Höhe von jährlich bis zu 1.000 Euro zu gewähren. » WICHTIG! Bei Inanspruchnahme ist eine Meldung an die Personalabrechnung unbedingt notwendig!
C HECK 15:
A USBILD UNGSKOSTEN FÜR KINDER UND KINDERBONUS
Auch dafür gibt es unter bestimmten Voraussetzungen einen steuerlichen Absetzposten von bis zu 1.320 Euro bei auswärtiger Berufsausbildung pro Kind und Jahr. Zudem kann mit dem sogenannten Kinderbonus Plus ohne Nachweis tatsächlicher Kosten ein Betrag von jährlich bis zu 2.000 Euro pro Kind (ab dem 18. Lebensjahr 700 Euro) als Absetzbetrag von der Gesamtsteuerbelastung in Abzug gebracht werden.
C HECK 16:
S PEND EN & CO – EXAKTE
ANGABE NOTWENDIG
Für Spenden, Kirchenbeiträge, Beiträge zur freiwilligen Weiterversicherung und zum Nachkauf von Versicherungszeiten gilt ein verpflichtender, automatischer Datenaustausch zwischen der empfangenden Organisation und der Finanzverwaltung. Dazu müssen Sie Ihren Vor- und Zunamen sowie Ihr Geburtsdatum bei der Einzahlung bekannt geben. Da Ihr Name mit den Daten aus dem Melderegister abgeglichen wird, empfiehlt es sich, die Schreibweise an jene auf dem aktuellen Meldezettel anzupassen. Via FinanzOnline besteht die Möglichkeit, sich schon vor Abgabe der Steuererklärung zu informieren, ob eine korrekte Datenübermittlung stattgefunden hat. Kontrollieren Sie daher rechtzeitig, ob alles korrekt gemeldet wurde, und veranlassen Sie bei der empfangenden Organisation gegebenenfalls entsprechende Nachmeldungen. Unternehmer können auch über ihre Geschäftskonten Spenden tätigen. Damit liegen Betriebsausgaben vor, die nach wie vor im Zuge der Buchhaltung ohne das ganze Brimborium steuerwirksam geltend gemacht werden können.
C HECK 17:
R EGISTR IERKASSE ABSCHLIESSEN: JAHRESBELEG MIT APP HERUNTERLADEN
Der Monatsbeleg Dezember muss ausgedruckt, aufbewahrt und mit der Belegcheck-App geprüft werden. Bei dieser Gelegenheit können Sie auch gleich die ebenso vorgeschriebene Quartalssicherung des letzten Quartals 2025 auf einem externen Datenträger vornehmen.
» ACHTUNG ! Der Monatsbeleg Dezember muss mit dem Jahresbeleg übereinstimmen.
C HECK 18:
R ÜCKFÜHRUNG VON DEPOTS
A US DER SCHWEIZ UND AU S LIECHTENSTEIN
Nachdem die Steuerabkommen zur anonymen Abgeltung von Zinserträgen mittlerwei-
le schon seit mehreren Jahren nicht mehr bestehen, empfehlen wir zur Vermeidung einer steuerlich komplexen Veranlagung eine Rückholung nach Österreich. Passiert dies noch 2025, so können Sie ab 2026 wieder von der automatischen Endbesteuerungswirkung profitieren. Bei sehr profitablen Veranlagungen ist allerdings zu hinterfragen, ob der Verbleib der Papiere im Ausland trotz des erhöhten Verwaltungsaufwandes nicht doch lukrativer ist.
C HECK 19:
V ERLUST BETEILIGUNGEN
Verluste aus einer Beteiligung an einem verlustbringenden Unternehmen oder einer Liegenschaftsvermietung (Vorsorgewohnung, Bauherrenmodell) können steuerlich abgesetzt werden.
» ACHTUNG ! Die Finanz akzeptiert nicht alles!
» TIPP : Suchen Sie sich ein Projekt nach Ihrem Geschmack und lassen Sie es vor Unterfertigung auf steuerliche Verwertbarkeit prüfen. Bedenken Sie bitte auch, dass es sich hier um Veranlagungen mit erheblichem Risiko handeln kann.
C HECK 20:
S PEKULI EREN – TIMING BEACHTEN Kursgewinne aus Kapitalveranlagungen sind steuerpflichtig. Kursverluste können ausschließlich mit Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Ein Vortrag ins nächste Jahr ist nicht möglich.
» TIPP: Bei absehbar nachhaltigen Kursverlusten ist eine gezielte Kompensation mit Kursgewinnen im selben Jahr möglich, wenn die fraglichen Titel noch vor Jahresende verkauft und die korrespondierenden Kursverluste somit im selben Jahr realisiert werden wie die Kursgewinne.
C HECK 21:
G ELD VO M FINANZAMT ZURÜCKHOLEN
Steuerpflichtige, die keine selbständigen Einkünfte haben und nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, können freiwillig eine so genannte Arbeitnehmerveranlagung beim Finanzamt einreichen und so steuerlich absetzbare Ausgaben geltend machen. Dies kann bis zu fünf Jahre rückwirkend gemacht werden. Somit ist es heuer noch möglich, bis ins Jahr 2020 zurück Steuern zu sparen. Ebenso gibt es Fälle, in denen von Amts wegen eine sogenannte automatische Arbeitnehmerveranlagung ergeht. Sollten Sie davon betroffen sein

Die Ärztespezialisten vom Team Jünger: StB Mag. Dr. Verena Maria Erian und StB Raimund Eller
und stellt sich nun heraus, dass es darüber hinaus noch weitere steuerlich absetzbare Positionen gibt, so können Sie innerhalb einer Frist von fünf Jahren dennoch ohne Weiteres eine Steuererklärung abgeben. In der Folge entscheidet die Finanz unter Berücksichtigung Ihrer Erklärung automatisch neu.
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Ganz egal, ob mining, staking oder lending, die diesbezügliche Erfassung in der Steuererklärung ist komplex. Die Zeiten, in denen Gewinne aus dem An- und Verkauf von Kryptos bei Einhaltung einer einjährigen Behaltefrist (Spekulationsfrist) steuerfrei waren, sind längst vorbei. Diese Gewinne werden seit 1. März 2022 wie Kapitalerträge unabhängig vom Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung, generell mit 27,5 Prozent besteuert. Dies gilt für alle Kryptowährungen, die nach dem 28. Februar 2021 (Neuvermögen) angeschafft wurden.
» TIPP: Um hier stundenlange Vorbereitungen sowie Berechnungen und vor allem auch Steuerberatungskosten zu sparen, empfehlen wir Ihnen, den Service von Blockpit oder ähnlichen Anbietern in Anspruch zu nehmen. Dort bekommen Sie eine Jahresaufstellung zur direkten Übernahme in die Steuererklärung, die Sie bitte Ihrem Steuerberater weitergeben.
C HECK 23:
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Investitionen bis 1.000 Euro können unabhängig von der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer sofort zur Gänze abgeschrieben werden.
» TIPP: Vor diesem Hintergrund schlägt sich eine solche geringwertige Anschaffung mit Anschaffungsdatum 31. Dezember noch voll zu Buche. Mitunter kommt es vor, dass der Grenzwert nur wegen eines inkludierten Zubehörs überstiegen wird. Dies kann durch getrennte Rechnungslegung leicht vermieden werden.
C HECK 24:
B ALLAST A BWERFEN
Am 31. Dezember 2025 endet auch die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für die Unterlagen des Jahres 2018. Das heißt, beim Weihnachtsputz können Sie jedenfalls aus steuerlicher Sicht alle Unterlagen aus 2017 und Vorjahren entsorgen. Gleich nach Silvester können Sie die Belege 2018 hinterherwerfen.
» AUSNAHME: Für Unterlagen zu Immobilien gilt in bestimmten Fällen (in Zusammenhang mit geltend gemachten Vorsteuern) eine Frist von bis zu 22 Jahren. Immobilienunterlagen betreffend Neuzugänge, Instandhaltungen und Instandsetzungen ab 2002 sind auf Grund der Immobilienertragsteuer im Privatbereich gar für immer und ewig aufzubewahren. Zudem müssen Unterlagen für ein anhängiges behördliches oder gerichtliches Verfahren jedenfalls auch weiterhin aufbewahrt werden.
» TIPP: Darüber hinaus sollten freilich wichtige Geschäftsunterlagen wie Kauf-, Miet-, Leasingverträge mit aktueller Gültigkeit, Lohn- und Gehaltsverrechnungsunterlagen etc. aufbewahrt werden. Bei diesen Fristen handelt es sich lediglich um abgabenrechtliche Fristen. Davon unberührt bleiben sämtliche berufsrechtlichen Aufbewahrungs- und Dokumentationspflichten.
Warum Planung heute neu gedacht werden muss.
TEXT: MARTIN WOLF & ANDREAS KAPFERER
leine und mittlere Unternehmen (KMU) sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft – kundenorientiert, anpassungsfähig und oft werteorientiert geführt. Doch die Rahmenbedingungen verändern sich rasant: steigende Energie- und Rohstoffpreise, volatile Märkte, Fachkräftemangel und ein immer komplexeres regulatorisches Umfeld stellen Unternehmerinnen und Unternehmer vor neue Herausforderungen. In dieser Situation reicht es nicht mehr, nur jährlich ein Budget zu erstellen oder auf spontane Entscheidungen zu vertrauen. Wer den Überblick behalten will, braucht eine durchgängige, integrierte Unternehmensplanung, die alle Bereiche miteinander verbindet und ein realistisches, zukunftsorientiertes Gesamtbild liefert.
WAS BEDEUTET INTEGRIERTE
Unter integrierter Unternehmensplanung versteht man die systematische Verknüpfung aller Teilpläne eines Unternehmens, wie
Absatz-, Produktions-, Investitions-, Personal- und Finanzplanung, über strategische, taktische und operative Planungsprozesse hinweg, um Wechselwirkungen zwischen den Bereichen abzubilden und ein konsistentes, zukunftsorientiertes Gesamtbild für fundierte Entscheidungen zu schaffen. Ziel ist es, ein zusammenhängendes, aufeinander abgestimmtes Zahlenwerk zu schaffen, das zeigt, wie sich unternehmerische Entscheidungen finanziell auswirken. Änderungen in einem Bereich, beispielsweise eine Anpassung der Absatzmenge, führen automatisch zu neuen Werten in den Kosten-, Liquiditätsund Ergebnisplänen.
Die integrierte Planung stellt das Unternehmen als ein zusammenhängendes System dar und macht dabei die Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen den Bereichen deutlich. Dadurch können Unternehmerinnen und Unternehmer frühzeitig einschätzen, ob gesetzte Ziele realistisch sind, welche (finanziellen) Ressourcen erforderlich sind und wie sich Investitionen oder Preisänderungen auf die Finanzlage des Unternehmens auswirken.
WARUM KMU INTEGRIERTE PLANUNG BRAUCHEN
Viele kleine und mittelständische Unternehmen planen nach wie vor konventionell, häufig mit separaten Excel-Tabellen für einzelne
Teilbereiche (Einzelbudgets) und getrennten Zuständigkeiten. Während dieses Vorgehen in stabilen Zeiten ausreichend sein kann, steigt in unruhigen Phasen das Risiko von Fehlentscheidungen erheblich. Die integrierte Unternehmensplanung bietet hier entscheidende Vorteile:
• Ganzheitliche Sichtweise statt Zahleninseln: Statt isolierter Pläne für Vertrieb, Produktion oder Finanzen zu erstellen, werden alle Bereiche miteinander verknüpft. So entsteht ein vollständiges Bild, das Zusammenhänge sichtbar macht, wie Umsatzentscheidungen die Liquidität beeinflussen. Darüber hinaus steigt die Planungsqualität durch durchgängige und nachvollziehbare Ergebnisse.
• Frühzeitige Risikokontrolle: Durch die Verbindung von GuV, Bilanz und Cashflow können Risiken frühzeitig erkannt werden. Beispielsweise zeigt sich ein Rückgang im Umsatz nicht erst am Jahresende im Ergebnis, sondern sofort in den Liquiditätsprognosen.
• Bessere Entscheidungsqualität: Einzelbudgets können dazu führen, dass Entscheidungen oft reaktiv und intuitiv getroffen werden. Eine integrierte Planung ermöglicht hingegen datenbasierte Entscheidungen auf Basis von Simulationen und Szenarien zur Zielerreichung. Zum Beispiel werden Auswirkungen (strategischer) Ent-
scheidungen unmittelbar sichtbar und können gezielter gesteuert werden.
• Transparenz gegenüber Banken und Investoren: Strengere Vergabekriterien führen dazu, dass Kreditanträge umfassender geprüft werden. Eine integrierte Planung kann Professionalität zeigen und die Chancen bei Kreditverhandlungen verbessern.
• Effizienz durch klare Strukturen: Eine einheitliche Datenbasis reduziert den Abstimmungsaufwand, minimiert Fehlerquellen und sorgt für mehr Transparenz. Zeit, die bisher für Zahlenabgleiche benötigt wurde, steht für Analyse und Strategie zur Verfügung.
INTEGRATION DES PLANUNGSPROZESSES IN EINEM KMU?
Die Einführung einer integrierten Unternehmensplanung ist ein eigenes Projekt und bedeutet eine Neuausrichtung der Unternehmenssteuerung. Für kleine und mittlere Betriebe empfiehlt sich ein pragmatisches, schrittweises Vorgehen.
• Status quo analysieren: Zu Beginn steht eine gründliche Bestandsaufnahme. Dabei wird analysiert, welche Planungen bereits existieren, welche Datenquellen genutzt werden bzw. welche Daten noch benötigt werden und wo Abstimmungsprobleme zwischen den einzelnen Abteilungen auftreten. Arbeiten die Abteilungen mit unterschiedlichen Annahmen, kann dies eine wesentliche Quelle für Inkonsistenzen im Planungsprozess sein. Eine sorgfältige Bestandsaufnahme ist daher entscheidend, um diese Unterschiede zu erkennen und eine einheitliche, verlässliche Grundlage für die weitere Planung zu schaffen.
• Strukturen und Planungslogik festlegen: Im nächsten Schritt werden die zentralen Planungsgrößen, die relevanten Kennzahlen und Parameter, festgelegt und die logischen Zusammenhänge definiert. Ziel ist ein Modell, das die wesentlichen Finanzbeziehungen zwischen GuV, Bilanz und Cashflow / Liquidität abbildet und miteinander verknüpft. Wichtig: Das Modell sollte einfach, nachvollziehbar und erweiterbar bleiben. Zu komplexe Strukturen führen schnell dazu, dass es in der Praxis nicht genutzt wird.
• Daten zusammenführen: Eine integrierte Planung setzt konsistente Daten voraus. Dazu gehört, dass Stammdaten (z. B. Kunden, Kostenstellen, Produkte) einheitlich gepflegt und die Planungsannahmen abgestimmt werden. Nur so entstehen belastbare Ergebnisse. Besonders KMU profitieren von kurzen Kommunikationswegen: Wer-


den die Verantwortlichen direkt zusammengebracht, können gemeinsame Annahmen schnell festgelegt werden.
• Szenarien und Forecasts etablieren: Die eigentliche Stärke der integrierten Planung liegt in ihrer Flexibilität. Unternehmen können verschiedene Szenarien wie „optimistisch“, „realistisch“ und „konservativ“ durchspielen und so ihre Strategien auf unterschiedliche Marktentwicklungen vorbereiten. Zudem lassen sich rollierende Forecasts einführen: Statt einmal jährlich zu planen, werden die Annahmen regelmäßig überprüft und angepasst, sodass die Planung stets aktuell und handlungsrelevant bleibt.
• Menschen einbeziehen: Die beste Planung bleibt wirkungslos, wenn sie von den Mitarbeitenden und Führungskräften nicht akzeptiert oder genutzt wird. Alle Beteiligten müssen den Mehrwert, den die neu geschaffene Transparenz mit sich bringt, verstehen. Kommunikation und Schulung sind dabei entscheidend für den Erfolg. Planung ist kein reines Controllingthema, sondern eine gemeinsame Verantwortung aller Unternehmensbereiche.
Damit die integrierte Planung langfristig funktioniert, sollten KMU einige Grundprinzipien beachten:
• Realistische Erwartungen: Es geht nicht um Perfektion, sondern um Transparenz zu gewinnen und die Steuerungsfähigkeit zu verbessern. Lieber mit einem einfachen Modell starten und schrittweise ausbauen.
• Regelmäßige Pflege: Planung ist ein kontinuierlicher Prozess, kein einmaliges Ereignis. Nur wenn die Daten laufend aktu-
alisiert werden, können die gewonnenen Erkenntnisse wirklich genutzt werden.
• Verknüpfung mit der Strategie: Die integrierte Planung ist mehr als ein Zahlenwerk. Sie übersetzt strategische Ziele in messbare Größen und macht deren Umsetzung steuerbar.
• Top-Management-Engagement: Die Geschäftsführung bzw. das Management muss den Planungsprozess aktiv unterstützen, klare Verantwortungs- und Aufgabenbereiche definieren und die Planung als Führungsinstrument verstehen. Gerade in KMU ist der persönliche Einsatz der Unternehmensleitung oft der entscheidende Erfolgsfaktor.
FAZIT: PLANUNG WIRD ZUM STEUERUNGSINSTRUMENT Integrierte Unternehmensplanung geht weit über klassische Controllinginstrumente hinaus, sie schafft Transparenz, fördert Effizienz und ermöglicht vorausschauendes Handeln. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet sie den Schritt von der reaktiven zur proaktiven Unternehmensführung. Durch die Verbindung von Planung, Kommunikation und Risikobetrachtung lassen sich Chancen und Gefahren frühzeitig erkennen, die Kommunikation mit Mitarbeitenden, Stakeholdern und Kapitalgebern verbessern und in unsicheren Zeiten sicherer navigieren. Damit wird deutlich: Integrierte Planung ist kein theoretisches Konzept, sondern ein praxisnahes Werkzeug, das den Unternehmensalltag aktiv unterstützt. Letztlich zeigt sich: Integrierte Planung bedeutet bewusstes Steuern, nicht passiv reagieren. www.deloitte.at/tirol
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STEUER
Fallstricke im Internationalen Ertragsteuerrecht.
TEXT: BERNHARD HÄUSLER & OLIVER KEMPF
Grenzüberschreitende unternehmerische Tätigkeiten und Lebenssachverhalte sind schon längst keine exotischen Ausnahmeerscheinungen mehr. Dennoch lauern besonders im Steuerrecht nach wie vor viele Fehlerquellen. Beratungsbedarf lässt sich in der Praxis insbesondere etwa bei folgenden Fragestellungen feststellen.
AUSLÄNDISCHES KAPITALVERMÖGEN
Ein klassischer Fehler insbesondere bei Zuzügen aus dem Ausland ist die Nichtberücksichtigung von Auslandsdepots in der österreichischen Einkommensteuererklärung. Häufig werden trotz Ansässigkeit in Österreich weiterhin ausländische Depots, Sparbücher oder Bausparverträge beibehalten und führt die ausländische Bank weiterhin ausländische Kapitalertragsteuer ab. Im Glauben, dass damit den steuerlichen
Verpflichtungen wie vor dem Zuzug Genüge getan sei, werden die ausländischen Kapitaleinkünfte in Österreich vom Steuerpflichtigen nicht erklärt.
Dies ist allerdings fatal, da in der Regel der Ansässigkeitsstaat (also Österreich) das ausschließliche Besteuerungsrecht für Kapitaleinkünfte hat und es steuerrechtlich keine Relevanz hat, in welchem Land das Depot geführt wird. Allenfalls sind ausländische Quellensteuern etwa bei Dividenden anzurechnen, doch auch hier ist nicht relevant, wo das Depot geführt wird, sondern nur, in welchem Land die ausschüttende Gesellschaft ansässig ist. Die Nichterklärung der ausländischen Kapitaleinkünfte in Österreich kann daher sowohl zu empfindlichen Steuernachzahlungen als auch zu Strafen nach dem Finanzstrafgesetz führen. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die von der ausländischen Bank abgeführte ausländische Kapitalertragsteuer aufgrund von
ausländischen Verjährungsbestimmungen im Nachhinein nicht mehr zurückgefordert werden kann und es damit zur effektiven Doppelbesteuerung kommt. Da die Daten über Kapitaleinkünfte (und ab 2026 auch über Kryptoeinkünfte) zudem automatisiert zwischen den Finanzverwaltungen ausgetauscht werden, ist auch das Entdeckungsrisiko äußerst hoch.
AUFTEILUNG NICHTSELBSTÄNDIGER EINKÜNFTE
Ein ebenfalls in der Praxis immer wiederkehrendes Thema bei grenzüberschreitender Tätigkeit ist die korrekte Aufteilung und Versteuerung von Gehältern. Ein typisches Beispiel ist die vorübergehende Entsendung eines in Österreich ansässigen Mitarbeiters durch ein österreichisches Unternehmen zu einer Betriebsstätte in Deutschland. Aufgrund der deutschen Betriebsstätte ist nach dem Doppelbesteuerungsabkommen


AUSLÄNDISCHEN KAPITALEINKÜNFTE IN ÖSTERREICH KANN SOWOHL ZU EMPFINDLICHEN STEUERNACHZAHLUNGEN ALS AUCH ZU STRAFEN NACH DEM FINANZSTRAFGESETZ FÜHREN.
(DBA) zwischen Deutschland und Österreich der auf die Tätigkeit in Deutschland entfallende Teil grundsätzlich in Deutschland zu versteuern und in Österreich freizustellen. Arbeitet der Mitarbeiter aber trotz Entsendung tageweise in Österreich (z. B. im Homeoffice) oder aufgrund einer Dienstreise in einem dritten Land, so sind diese Tage nach dem DBA mangels physischer Tätigkeit in Deutschland steuerlich nicht Deutschland zuzuordnen, sondern ausschließlich Österreich und ist für diesen Teil das österreichische Unternehmen daher trotz Entsendung und Zuordnung zur deutschen Betriebsstätte zum Lohnsteuerabzug in Österreich verpflichtet.
Dementsprechend wichtig ist es bei grenzüberschreitenden Tätigkeiten, immer den genauen Sachverhalt und das individuelle DBA im Detail zu berücksichtigen.
BETRIEBSSTÄTTEN
Für einen Mitarbeiter im Ausland wird ein Büro angemietet, der Außendienstmitarbeiter im Ausland kann selbst entscheidend am Vertragsabschluss mit Kunden mitwirken oder die nur für fünf Monate geplante Baustelle verzögert sich unerwartet – relativ
schnell kann ungewollt eine Betriebsstätte im Ausland entstehen. Häufig ist dabei das eigentliche Problem gar nicht die Steuerpflicht im anderen Land (da der Betriebsstätte oft wenig Gewinn zuzuweisen ist), sondern die Verletzung von Verfahrensvorschriften im Ausland und die Folgewirkungen einer Betriebsstätte, wie etwa deren Auswirkung auf die Zuteilung von Besteuerungsrechten für die Gehälter der im anderen Land eingesetzten Mitarbeiter. Umso wichtiger ist daher eine Abklärung im Vorhinein, um ungewollte Betriebsstätten zu vermeiden. Zumindest für das in den letzten Jahren besonders brisante Thema der Homeoffice-Betriebsstätte dürfte es in vielen Fällen nun etwas Entwarnung geben, da die OECD erst jüngst eine Aktualisierung ihres Musterkommentars beschlossen hat und zumindest demnach eine Homeoffice-Betriebsstätte deutlich später anzunehmen wäre, als dies bisher vom österreichischen Fiskus gesehen wurde. Ob die Finanzverwaltung dieser Sichtweise folgen wird, bleibt allerdings abzuwarten.
Besonders brisant ist schlussendlich das
Thema der Abzugssteuer bei Zahlungen an ausländische Empfänger. Das nationale Steuerrecht sieht diverse Abzugssteuerverpflichtungen vor, etwa für wirtschaftliche oder technische Beratungsleistungen, Zahlungen für Lizenzrechte oder für Ausschüttungen von Kapitalgesellschaften. Häufig entzieht oder beschränkt zwar ein anwendbares DBA das Besteuerungsrecht Österreichs, aber auch in diesen Fällen darf nur dann auf den Steuerabzug verzichtet werden, wenn die entsprechenden Formalvorschriften, etwa nach der DBA-Entlastungsverordnung, eingehalten werden.
Hat Österreich ein Besteuerungsrecht nach dem DBA oder liegen die Voraussetzungen für eine Entlastung an der Quelle nicht vor, muss bei der Zahlung unbedingt die Abzugssteuer einbehalten und ans Finanzamt abgeführt werden. Geschieht dies nicht, besteht neben finanzstrafrechtlichen Risiken das finanzielle Risiko, dass die Abzugssteuer nachträglich vom Finanzamt im Rahmen einer Prüfung eingefordert wird und gleichzeitig eine Rückforderung beim Zahlungsempfänger nicht mehr möglich ist.
Wie unschwer zu erkennen ist, kann besonders im internationalen Kontext schnell Wesentliches übersehen werden. Umso wichtiger ist daher eine entsprechende Abklärung im Vorhinein, um unliebsame Überraschungen im Nachhinein zu vermeiden. Auch kann bei entsprechend rechtzeitiger Beratung im Vorhinein der Sachverhalt häufig noch entsprechend gestaltet werden, was bei der Entdeckung erst im Rahmen einer Betriebsprüfung naturgemäß nicht mehr möglich ist.
Recht haben und Recht bekommen – zwei Formulierungen, die sich ähnlich anhören, doch unterschiedlicher kaum sein könnten. Nicht nur im Wirtschaftsleben kennt man diesen feinen Unterschied nur zu gut. Denn Recht ist nicht nur eine Frage von Paragrafen und Präzedenzfällen. Es ist ein System aus Erwartungen, Verantwortlichkeiten, Risiken, Chancen –und nicht zuletzt ein Terrain, in dem Erfahrung mindestens gleich viel wert ist wie reines Fachwissen.
WER LANGFRISTIG ERFOLGREICH SEIN WILL, BRAUCHT MEHR ALS NUR GUTE ARGUMENTE: ER BRAUCHT RECHTLICHE KLARHEIT.
DENN RECHT IST KEIN THEORETISCHES KONSTRUKT, SONDERN EIN TÄGLICHES WERKZEUG – MANCHMAL KOMPASS, MANCHMAL SCHUTZSCHILD, GELEGENTLICH AUCH STOLPERSTEIN.
ber die Jahre hinweg hat sich der Umgang mit Recht verändert. Die Zeiten, in denen rechtliche Fragen erst zum Thema wurden, wenn etwas schiefging, sind vorbei. Unternehmen, Gründer*innen und Investor*innen agieren heute in einem Umfeld, das schneller, digitaler und vernetzter ist als je zuvor. Entscheidungen werden in Wochen, manchmal Tagen getroffen, ihre juristischen Konsequenzen begleiten uns hingegen über Jahre. Das Recht wird so zu einem unsichtbaren, aber allgegenwärtigen Begleiter, der sich ständig wandelt und dessen Bedeutung man erst wirklich erkennt, wenn man versucht, ihm auszuweichen.
Recht ist kein statisches Korsett, sondern ein lebendiges Spielfeld. Es entwickelt sich weiter, interpretiert sich neu, fordert heraus. Wer wirtschaftlich agiert, bewegt sich unweigerlich in diesem Spannungsfeld aus Freiheit und Verantwortung. Und genau deshalb lohnt es sich, regelmäßig einen Schritt zurückzutreten und sich zu fragen: Welche Regeln formen eigentlich unser Handeln? Welche schützen uns? Welche bremsen uns? Und bei welchen müssen wir schlicht besser hinschauen?
Nicht alles, was logisch erscheint, ist auch rechtlich richtig. Und nicht alles, was rechtlich zwingend ist, wirkt auf den ersten Blick logisch. Das Recht folgt eigenen Denkweisen, Systematiken und Abwägungen – manchmal historisch gewachsen, manchmal politisch geprägt. Genau hier entstehen jene Momente, in denen Selbstsicherheit ins Wanken gerät: Wenn der Hausverstand sagt „Das muss doch so sein!“, die Rechtslage jedoch mit einem klaren „Ganz im Gegenteil“ antwortet. Gerade in der Wirtschaft kann dieser Unterschied entscheidend sein. Und teuer werden.
Immer wieder greifen in der eco.nova Expertinnen und Experten unterschiedliche
aktuelle Rechtsthemen auf und versuchen, Antworten auf die verschiedensten Fragen zu geben. Sie sollen Impulse geben, Orientierung stiften und zeigen, dass Recht mehr ist als Pflichtlektüre im Ernstfall. Das Recht kann zum strategischen Vorteil werden, fundierte Expertise über Erfolg und Scheitern entscheiden. Vor allem ist das Recht ein gemeinsamer Nenner in einer Wirtschaft, die immer komplexer wird: Egal ob Start-up, Familienbetrieb oder Konzern: Am Ende gelten für alle dieselben Spielregeln. Und wer sie versteht, ist klar im Vorteil.
Traditionell geben wir in der letzten Ausgabe des Jahres dem Serviceteil mehr Raum.
So auch heuer. Wir schauen uns an, wie die EU-Kommission mit ihrem Digital-Omnibus die digitale Rechtsakte modernisieren will, wann und wie Geschäftsführer haften, wir werfen einen Blick aufs Immobilienrecht und wie man der Besitzstörungsindustrie den Garaus machen will. Und wir schauen, ob man doch noch irgendwie an René Benkos Stiftungsvermögen kommt.
Kein Beitrag kann eine persönliche Rechtsberatung ersetzen. Vielmehr möchten wir dazu anregen, rechtliche Fragen als Teil guter Unternehmensführung zu sehen und sie nicht als Last, sondern als strategische Chance zu begreifen.
„Die Wurzel des Problems ist der Anfang der Lösung.“











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Wo liegen die Grenzen des Vermögensschutzes mithilfe von Stiftungen?
TEXT: HERMANN HOLZMANN

Der Fall Benko erweckt bei der Allgemeinheit den Eindruck, Stiftungen seien ein unantastbares Bollwerk für Vermögensschutz. Unter gewissen Voraussetzungen können Vermögensübertragungen an die Stiftung angefochten und Stiftungen aus gläubigerschutzrechtlichen Erwägungen aufgelöst und abgewickelt werden.
DAS PRIVATSTIFTUNGSGESETZ
Mit der Einführung des Privatstiftungsgesetzes im Jahr 1993 hat der österreichische
Dr. Hermann Holzmann ist seit 1984 als selbständiger Rechtsanwalt in Innsbruck tätig. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen in den Fachbereichen Wirtschaftsrecht, Strafrecht, Allgemeines Zivilrecht, Scheidungsrecht und Vertragsrecht.
Gesetzgeber eine moderne Stiftungsform für Österreich geschaffen, die insbesondere der Absicherung des Vermögens, der Vermeidung der Zersplitterung durch Erbschaften, der geordneten Unternehmensnachfolge und der langfristigen Begünstigung von Familienmitgliedern, Mitarbeiter*innen oder anderen Zielgruppen dienen soll.
Das Privatstiftungsgesetz definiert die Privatstiftung als einen Rechtsträger, dem vom Stifter ein Vermögen gewidmet ist, um durch dessen Nutzung, Verwaltung oder Verwertung der Erfüllung eines erlaubten, vom
DER ANFECHTUNG UNTERLIEGEN.
Stifter bestimmten Zwecks zu dienen. Der Stiftungszweck darf nicht gegen zwingendes Recht verstoßen oder sittenwidrige Zwecke verfolgen. Im Gegensatz zu den meisten anderen juristischen Personen wie einer GmbH hat die Privatstiftung weder Eigentümer*innen noch Mitglieder oder Gesellschafter*innen. Es wird dem „eigentümerlosen“ Vermögen Rechtspersönlichkeit zuerkannt. Am Stiftungsvermögen ist auch der Stifter weder Beteiligter noch Teilhaber. Die Errichtung einer Privatstiftung führt durch die Vermögenswidmung zu einer wirtschaftlichen Verselbständigung des Vermögens, welches in weiterer Folge ausschließlich auf Grundlage des Stiftungszwecks und dem erklärten Willen des Stifters sowie nach dem Ermessen des Stiftungsvorstands zu verwenden ist. Durch die Errichtung der Privatstiftung verliert auch der Stifter den Zugriff auf das Vermögen. Er kann in das Stiftungsgeschehen grundsätzlich nicht mehr eingreifen. Einflussmöglichkeiten können sich nur aus der Stiftungserklärung, so insbesondere aus dem Recht zur Änderung der Stiftungserklärung und zum Widerruf der Privatstiftung, darüber hinaus aus sonstigen vorbehaltenen Stifterrechten ergeben. Für die Privatstiftung gilt wie für andere Körperschaften das Trennungsprinzip. Dies bedeutet, dass ein Durchgriff durch die Rechtsform der Privatstiftung und eine Zurechnung der Einkünfte an die dahinterstehenden Personen (Stifter, Begünstigte oder auch sonstige Personen) in der Regel ausgeschlossen sind. Vermögenszuwendungen an die Privatstiftung können nach allgemeinen Bestimmungen der Anfechtung unterliegen. Dadurch wird verhindert, dass sich ein Schuldner zulasten seiner Gläubiger*innen seines Vermögens durch entsprechende Widmung an eine Privatstiftung entledigt. Relevant sind hier der Zeitpunkt der Errichtung der Stiftung und der Zeitpunkt von Vermögensübertragungen an die Stiftung, da diese für insolvenzrechtliche Fristen im Fall der Privatinsolvenz des Stifters eine Rolle spielen können. Einschlägig sind hier insbesondere die Anfechtung wegen Benachteiligungsabsicht und die Anfechtung unentgeltlicher und ihnen gleichgestellter Verfügungen. Unentgeltlichkeit liegt vor, wenn der Zuwendung nach dem Inhalt des Rechtsgeschäftes keine wirkliche Gegenleistung gegenübersteht. Beispiele für unent-
geltliche Verfügungen sind Geschenke oder Spenden, die in den zwei Jahren vor der Insolvenz erfolgten. Benachteiligungsabsicht liegt vor, wenn der Schuldner mit Wissen um die drohende Zahlungsunfähigkeit wissentlich und willentlich Vermögenswerte verschiebt, um sich oder andere zu begünstigen.
Im Fall Benko gibt es bekanntlich mehrere Stiftungen, im Rahmen derer Vermögensübertragungen einer Anfechtung unterliegen könnten. Die von René Benko und seiner Mutter mit Stiftungsurkunde vom 22. Dezember 2006 errichtete und am 30. Jänner 2007 eingetragene „Laura Privatstiftung“ enthält einen Großteil des Benko-Vermögens und dient dem Zweck der Förderung der begünstigten Personen. Ein kritischer Blick ist insbesondere auf den tatsächlich verfolgten Zweck dieser Stiftung, deren mehrfache Änderungen der Satzungsurkunde und deren Motivation zu legen, die nach ihrer Gründung erfolgt sind. Auch ist in einer Gesamtschau zu den jeweiligen Zeitpunkten der Stiftungserrichtung den folgenden Satzungsänderungen und Zuwendungen ein kritischer Blick auf die von Rene Benko gegründeten mehr als 1.130 Gesellschaften zu richten, weil sich hier die Frage stellt, warum ein Unternehmer wie René Benko bei Schaffung seiner Signa-Gruppe eine derart hohe Anzahl an GmbHs gründet und dabei ungeachtet der mit der starken Zersplitterung einhergehenden mangelnden Transparenz auf eine konsolidierte Konzernbilanz verzichtet hat.
Es stellt sich auch die Frage, ob die Stiftung als verlängerter Arm des insolventen Schuldners René Benko genutzt wurde und er die faktische Kontrolle über die Stiftung ausübte. Dann könnten möglicherweise auch bestimmte Rechtsgeschäfte innerhalb der Stiftung vom Insolvenzverwalter angefochten werden. Aber könnte in diesem Zusammenhang auch die gesamte Konstruktion der Stiftung in Frage gestellt werden, denn das Privatstiftungsgesetz schreibt beispielsweise auch vor, dass ein Begünstigter, dessen Ehegatte, dessen eingetragener Partner, dessen Lebensgefährte und Personen, die mit dem Begünstigten in gerader Linie oder bis zum dritten Grad der Seitenlinie verwandt sind (nahe Angehörige), nicht Mitglieder
des Stiftungsvorstandes sein können. In der Stiftungsurkunde der Laura Privatstiftung findet sich die Bestimmung, dass die Stifter, mithin René Benko und Ingeborg Benko, und die Nachkommen von René Benko unter Einschluss von Wahlkindern die Begünstigten sein werden. René Benko übte zwar nicht offiziell eine Vorstandstätigkeit aus, aber wenn sich im Zuge der angestrengten Gerichtsverfahren herausstellen sollte, dass er in seiner Insolvenz faktisch wie einer agierte und gleichzeitig auch dem Kreis der Begünstigten zugehörig ist, wäre dies in seiner Gesamtkonstruktion schon per se rechtswidrig. Gegebenenfalls wäre dann eine Auflösung und Abwicklung der Privatstiftung unter Beachtung der gläubigerschutzrechtlichen Bestimmungen in Gesamtanalogie zu § 216 AktG iVm § 40 FBG und § 35 PSG denkbar.
Außerdem wäre auch unbedingt zu hinterfragen bzw. zu überprüfen, ob es möglicherweise mit der Gründung der zahlreichen GesmbH ́s überhaupt möglich gewesen ist, einen derartigen Schuldenstand von immerhin mehr als 40 Milliarden Euro (!!!) anzuhäufen. Hier könnte möglicherweise der Vorsatz für einen möglichen strafrechtlich relevanten Tatbestand wie z.B. den des Betruges festgestellt werden.
Auch wäre zu prüfen, ob hier nicht eine gesetzliche Änderung notwendig wäre, da ja der zuständige Richter des Firmenbuches des jeweiligen Landesgerichtes zu verpflichten wäre, zu hinterfragen bzw. zu überprüfen, warum eine Einzelperson überhaupt so viele GesmbH ́s registrieren lässt (hier müsste z.B.eine schlüssige sowie nachvollziehbare und begründete Erklärung eingeholt werden...!). Immerhin sollen z.B. beim Landesgericht Innsbruck mehr als 400 GesmbH ́s registriert worden sein.
Es bleibt sohin viel zu tun, und zwar nicht nur für die ermittelnden Behörden und Gerichte, sondern auch für die Politik sowie den zuständigen parlamentarischen Institutionen
HERMANN HOLZMANN
Kanzlei Dr. Hermann Holzmann Bürgerstraße 17 6020 Innsbruck www.ra-holzmann.at

Die schlimmsten Fehler beim Immobilienkauf –und wie Sie sie vermeiden.
TEXT: DAN KATZLINGER
Dr. Dan Katzlinger ist seit 2013 Spezialist für Immobilienrecht und berät Klient*innen aus dem Inund Ausland beim An- und Verkauf von Immobilien in ganz Österreich.
DER IMMOBILIENKAUF IST KOMPLEXER GEWORDEN – ABER MIT DER RICHTIGEN VORBEREITUNG AUCH DEUTLICH SICHERER.
FEHLER SIND VERMEIDBAR, WENN MAN DIE IMMOBILIE SOWOHL TECHNISCH ALS AUCH RECHTLICH UMFASSEND PRÜFT.
ine Immobilie zu kaufen gehört zu den finanziell bedeutendsten Entscheidungen im Leben. Gleichzeitig ist kaum ein Rechtsbereich so unübersichtlich wie das Immobilienrecht: Grundbuch, Finanzierung, Nutzungsrechte, Gewährleistung, Baurecht – viele Käufer*innen fühlen sich mit der Fülle an Informationen schnell überfordert. Fehler passieren daher vor allem dann, wenn Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen werden oder man sich auf unvollständige Informationen verlässt.
In unserer täglichen Arbeit sehen wir immer wieder dieselben problematischen Muster – Fehler, die oft leicht vermeidbar wären, aber enorme wirtschaftliche Schäden verursachen können. Die folgenden fünf gehören zu den schwerwiegendsten.
Eigentümerversammlungen, Betriebskostenabrechnungen etc. – die Liste ist lang, aber absolut entscheidend.
» EIN BEISPIEL AUS UNSERER PRAXIS: Eine Käuferin entschied sich für eine Wohnung mit „riesigem Garten“, bis das Nutzwertgutachten zeigte, dass ein erheblicher Teil des Gartens gar nicht dieser Wohnung zugeordnet war. Ein teurer Irrtum – aber ein häufiger.
» UNSER RAT: Keine Entscheidung ohne vollständige Unterlagen – und ohne professionelle Prüfung.
„GEFÜHLT“ PRÜFEN
Fotos und schöne Grundrisse können täuschen. Genauso der erste Eindruck. Besonders heikel ist es, wenn Anlageobjekte ohne Besichtigung gekauft werden – ein Phänomen, das erstaunlich häufig vorkommt, besonders bei vermeintlichen „Schnäppchen“. Dabei offenbaren persönliche Besichtigungen Dinge, die kein Inserat zeigt:
• Feuchtigkeit
• Schimmel hinter frisch ausgemalten Wänden
• alte Leitungen
• marode Dächer
• Lärmquellen, die erst am Abend hörbar werden
KAUFEN OHNE VOLLSTÄNDIGE
UNTERLAGEN – DER KLASSIKER
Viele Entscheidungen werden allein aufgrund einer Besichtigung oder eines Exposés getroffen. Doch oft können wichtige Informationen über eine Immobilie nicht in einem Inserat aufgelistet werden, sondern sind erst in speziellen Urkunden zu finden. Und davon gibt es einige: Grundbuch, Nutzwertgutachten, Wohnungseigentumsvertrag, Baubescheid, Protokolle der
» UNSER RAT : Lassen Sie sich professionell begleiten. Ein Bausachverständiger erkennt Mängel, die dem Laien verborgen bleiben. Die Investition von einigen hundert Euro spart oft fünfstellige Beträge.
3. DIE NACHBARSCHAFT
IGNORIEREN – EIN UNTERSCHÄTZTER RISIKOFAKTOR
Die Lage entscheidet, ob wir uns in einer Immobilie langfristig wohlfühlen. Gemeint ist aber nicht nur die Infrastruktur, sondern vor allem die unmittelbare Nachbarschaft. Gerade in Wohnanlagen kann ein einziger schwieriger Miteigentümer Umbaupläne verhindern, Konflikte auslösen oder den Wert einer Wohnung erheblich schmälern. Besonders heikel sind folgende Situationen:
• Für Umbauten braucht man die Zustimmung der Miteigentümer*innen.
• Zukünftige Bauprojekte in der Nähe können die Wohnqualität drastisch verändern.
• Hellhörige Wohnungen werden oft erst abends zum Problem.
• Schlechte Stimmung in der Eigentümergemeinschaft wirkt sich direkt auf die Lebensqualität aus.
» UNSER RAT: Vorab mit Nachbarn sprechen, Protokolle der Eigentümerversammlungen lesen und, wenn möglich, abends nochmals in der Wohnung vorbeischauen.
DR. DAN KATZLINGER
Marktgraben 1, 6020 Innsbruck office@dk-legal.at www.dk-lega.at

Claudia Elzenbaumer
claudia.elzenbaumer@raiffeisen-immobilien-tirol.at +43 664 6211156
DER „TEURE“ KAUFPREIS. IN WAHRHEIT SIND
ES OFT RECHTLICHE UNSICHERHEITEN, DIE DEN KAUF ZUR KOSTENFALLE MACHEN.
5. DAS EIGENTLICHE RISIKO UNTERSCHÄTZEN: FEHLENDE
RECHTLICHE KLARHEIT
Viele glauben, der größte Fehler sei der „teure“ Kaufpreis. In Wahrheit sind es oft rechtliche Unsicherheiten, die den Kauf zur Kostenfalle machen: nicht eingetragene Rechte, fehlende Widmungen, strittige Grenzen, vermietete Objekte ohne klare Übergaberegelung oder baurechtliche Verstöße, die zu nachträglichen Auflagen führen können.
4. KAUFVERTRÄGE UNTERSCHREIBEN, DIE MAN NICHT VOLLSTÄNDIG VERSTEHT
Kaufverträge sind heute komplexer denn je. Sie enthalten Gewährleistungsklauseln, Übergaberegelungen, Fristen, Treuhandbestimmungen, Regelungen zu Pfandrechten, Nutzungsvereinbarungen und steuerliche Themen. Fehler entstehen vor allem durch:
• unklare Formulierungen
• einseitige Haftungsbestimmungen
• fehlende Regelungen zur Übergabe
• nachteilige Treuhandbestimmungen
• fehlende Klarstellung zur Löschung von Lasten
Viele Käufer*innen und auch Verkäufer*innen vertrauen darauf, dass „schon alles seine Richtigkeit hat“, ohne Verträge wirklich genau zu verstehen.
» UNSER RAT : Jeder Vertrag muss verständlich sein – und wirtschaftlich sinnvoll. Verstehen Käufer*innen ihre Verträge, treffen sie bessere Entscheidungen.
» EIN BEISPIEL : Ein Käufer erwarb ein Einfamilienhaus, dessen Dachgeschoss ausgebaut war – allerdings nicht bewilligt. Erst als der Nachbar bauen wollte, stellte die Behörde die Verletzung der Bauvorschriften fest. Das Ergebnis: ein teurer Rechtsstreit und ein verpflichtender Rückbau.
» UNSER RAT : Solche Fälle lassen sich vermeiden. Rechtliche Klarheit ist kein bürokratischer Luxus – sie ist der Schlüssel zu einer sicheren Investition.
FAZIT: WER DIE HÄUFIGSTEN
FEHLER KENNT, KAUFT SICHERER!
Der Immobilienkauf ist komplexer geworden – aber mit der richtigen Vorbereitung auch deutlich sicherer. Fehler sind vermeidbar, wenn man die Immobilie sowohl technisch als auch rechtlich umfassend prüft und alle Informationen einholt, bevor man unterschreibt. Als spezialisierte Kanzlei für Immobilientransaktionen sehen wir unsere Aufgabe darin, Käufer*innen vor Fehlentscheidungen zu schützen, Risiken klar zu benennen und Sicherheit in einer Entscheidung zu schaffen, die oft jahrzehntelang wirkt. Wer eine Immobilie kauft – privat oder als Investor –, braucht vor allem eines: eine verlässliche und spezialisierte Beratung, die Klarheit schafft.

Für Immobilientransaktionen sind Sie bei uns richtig. Zufriedene Kunden aus ganz Österreich vertrauen auf uns als ihre Spezialkanzlei für Immobilienrecht.
Unsere Expertise:
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Dr. Dan Katzlinger – Immobilienanwalt office@dk-legal.at | +43 512 327 111
Was muss ich beim Immobilienkauf in Österreich beachten? – Wie vermiete ich eine Wohnung richtig? – Wann kann ich steuerfrei verkaufen?

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Mit Wiener Know-how in Tirol erfolgreich.

Die Kanzlei rund um Jakob Grüner und Roswitha Seekirchner ist insbesondere auf Liegenschaftsrecht, Gesellschaftsrecht, Öffentliches Recht sowie allgemeines Zivilrecht spezialisiert.
Zehn Jahre Freundschaft, die in einer gemeinsamen Kanzlei gipfelte: Rechtsanwältin Roswitha Seekirchner und Rechtsanwalt Jakob Grüner bringen nach erstklassiger Ausbildung und weiteren Karrierestationen in Wien ihr Know-how und hohe Qualitätsansprüche zurück nach Tirol.
ECO.NOVA: Was hat Sie dazu bewogen, gemeinsam in Tirol eine Kanzlei zu gründen? JAKOB GRÜNER: Roswitha und ich haben uns vor knapp zehn Jahren in einer Innsbrucker Kanzlei kennengelernt, wo wir sehr viel gelernt haben. Wir merkten schnell, dass wir fachlich und menschlich auf einer Wellenlänge liegen, und haben damals schon von einer eigenen Kanzlei geträumt. ROSWITHA
SEEKIRCHNER: Diese gemeinsame Vision haben wir nie aus den Augen verloren, auch als wir später an unterschiedlichen Stationen Erfahrung sammelten. Als Jakob damals 2023 seine Kanzlei eröffnete, war ich noch nicht bereit, von der Großstadt in das „Dorf“ Innsbruck heimzukehren. Wir waren immer in Kontakt, irgendwann ist der rich-
tige Zeitpunkt für die gemeinsame Kanzlei gekommen.
Was nehmen Sie beide aus Ihrer Zeit in Wien mit und wie profitieren Ihre Tiroler Mandanten davon? JG: In Wien haben wir in renommierten Kanzleien gelernt, den höchsten Qualitätsmaßstab anzulegen. Dabei haben wir uns auf Rechtsmaterien konzentriert, die uns Spaß machen. „Ich kann alles und mache alles“, hört man immer wieder, stimmt aber bei keinem Rechtsanwalt. Der Stil Wiener Kanzleien ist ein anderer. Und diesen vermitteln wir jetzt in Tirol. Unsere Mandanten profitieren davon, dass wir stets auf dem neuesten Stand und bei komplexen Fällen mittendrin statt nur dabei gewesen sind, sowie von einem modernen Kommunikationsansatz. RS: Wir kombinieren das GroßstadtKnow-how mit unserem Verständnis über die Tiroler Wirtschaft. So bieten wir Beratung, die fachlich auf dem Punkt ist und gleichzeitig zur Region passt. Wir sind lösungsorientiert. Wir haben kein Interesse an ewigen Akten.
Was schätzen Ihre Mandanten an Ihrer Beratung? RS: Bei uns steht immer der Mensch im Mittelpunkt. Jeder Mandant ist anders, und darauf stellen wir uns ein. Konkret heißt das: erst einmal gut zuhören. Die Anliegen eines Start-ups sind ganz andere als die eines traditionellen Familienbetriebs. Wir nehmen uns Zeit, die Ziele und Sorgen zu verstehen, bevor wir juristisch beraten. Nur so finden wir wirklich passende Lösungen. JG: Wir bilden uns in unseren jeweiligen Spezialgebieten laufend fort, verfügen durch unseren bisherigen Werdegang über ein großes Netzwerk und setzen auch in unserer täglichen Arbeit einen Fokus auf neue Technologien und KI. Unsere Mandanten merken, dass wir bei unserer Beratung nicht nach Schema F vorgehen, effizient sind und uns nach ihren Bedürfnissen richten. So wurde unsere Kanzlei kürzlich bei der unabhängigen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Statista und der Tageszeitung Der Standard zu einer der „Top-Anwaltskanzleien Österreich 2026“ gewählt, und dies in der Kategorie „Immobilienwirtschaft“ sowie im Bereich „Gesellschaftsrecht/M&A“, jeweils mit der Bestplatzierung.
Was sind bislang Ihre größten Herausforderungen in der Kanzleipartnerschaft? JG: Wir sind in erster Linie Rechtsanwälte, aber als Gesellschafter und Geschäftsführer auch Unternehmer und tragen Verantwortung für unser Team. Wie in jeder Branche haben auch wir uns mit Themen wie Mitarbeiterführung und Außenauftritt auseinanderzusetzen. Unternehmer sein bedeutet Freiheit, aber auch Verantwortung. RS: Die Kanzleipartnerschaft erfordert wie jede Art von Partnerschaft Vertrauen, Ehrlichkeit und respektvolle, offene Kommunikation. Zwischen uns passt kein Blatt. Dass Jakob und ich seit Jahren befreundet sind, hilft uns dabei, wenngleich sein Ötztaler und mein Zillertaler Dialekt doch recht unterschiedlich sind. Das sind wir auch, und das ist unsere Stärke. www.gsr.law

BESITZSTÖRUNGSINDUSTRIE:
MMag. Jakob
Grüner, LL.M., ist Partner der GSR Grüner Seekirchner Rechtsanwälte GmbH in Innsbruck und auf Immobilienrecht und öffentliches Recht spezialisiert. Seit März 2025 ist er Abgeordneter zum Nationalrat.
In den vergangenen Jahren sind Besitzstörungen vielfach zu einem lukrativen Geschäftsmodell geworden.
TEXT: JAKOB GRÜNER
Betroffene zahlen, weil sie ein Gerichtsverfahren und hohe Kosten fürchten – selbst, wenn in vielen Fällen keine Störung des ruhigen Besitzes vorliegt. Dieses unlautere System nützt rechtliche Unsicherheiten aus, etwa zur Eingriffsintensität oder zur Wiederholungsgefahr. Das Regierungsprogramm sieht Maßnahmen gegen „Abzocke bei Besitzstörung“ vor. Ein neuer Gesetzesentwurf, kürzlich im Ministerrat beschlossen, setzt diese Vorgaben um. Kern der Reform ist die Öffnung des Instanzenzugs zum Obersten Gerichtshof. Bisher entschieden die Landesgerichte in zweiter Instanz endgültig. Durch die neue Möglichkeit, auch in derartigen Fällen den OGH anzurufen, sollen Leitentscheidungen geschaffen und die bisher uneinheitliche Rechtsprechung vereinheitlicht werden. Mehr Klarheit bedeutet weniger Raum für Drohkulissen und weniger Verunsicherung durch unlautere Abmahnbriefe.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Senkung der Kosten im anwaltlichen Tarifrecht und bei den Gerichtsgebühren. Diese Kosten wurden häufig als Druckmittel genutzt. Künftig soll eine gerichtliche Klärung deutlich günstiger werden, wodurch überhöhte außergerichtliche „Prozesskostenablösen“ an Wirkung verlieren.
Mit der Novelle ist die Erwartungshaltung verbunden, dass das Höchstgericht eine einheitliche Linie vorgeben wird. Der Gesetzgeber greift damit selbst nicht in das materielle Recht ein, sondern lagert die Klärung an den OGH aus. Er tut dies auch in der Hoffnung, dass dieser festhält, dass geringfügige Eingriffe, die kein vernünftiger Mensch als Nachteil empfindet, keine Besitzstörung darstellen und deren Geltendmachung dem Schikaneverbot widerspricht. Kurzfristiges Anhalten, Befahren oder Umdrehen ohne Behinderung oder Schaden soll keine Störungshandlung sein.
Ein sogenanntes Mandatsverfahren, eine vereinfachte Verfahrensart, das viele Praktikerinnen und Praktiker bevorzugt hätten, bringt die vorliegende Gesetzesnovelle vorerst nicht. Dennoch stellt der Entwurf einen wesentlichen Fortschritt dar. Er schützt den legitimen Besitz, bremst jedoch missbräuchliche Geschäftsmodelle und ermöglicht eine höchstgerichtliche Klärung der strittigen Fragen. Die Novelle befindet sich aktuell im parlamentarischen Prozess. Änderungen sind noch möglich, die Grundlinien stehen jedoch fest. Sollte sich in weiterer Folge zeigen, dass die gesetzlichen Maßnahmen nicht ausreichen, wird der Gesetzgeber nachschärfen müssen. Für den Moment ist das Paket jedoch ein sinnvoller Schritt zu mehr Rechtsklarheit – und zu einem fairen Ausgleich zwischen Besitzschutz und Missbrauchsabwehr. Dies freilich in der Erwartung, dass das Höchstgericht die Linie bestätigt, die der Gesetzgeber intendiert. www.gsr.law

Reform oder Risiko für Europas Datenzukunft?
TEXT: PHILIPP JAUD
Mit dem „Digital-Omnibus“ will die EU-Kommission zentrale digitale Rechtsakte modernisieren und besser miteinander verzahnen. Weniger Komplexität, weniger Bürokratie, mehr Innovationsraum – so lautet das politische Ziel. Der nun vorliegende Entwurf zeigt jedoch, dass diese Vereinfachung nicht ohne substanzielle Eingriffe in den Datenschutz auskommt. Für Unternehmen könnten sich durchaus Erleichterungen ergeben, gleichzeitig wirft der Vorschlag Fragen zur langfristigen Stabilität des europäischen Datenschutzmodells auf. Besonders diskutiert wird die geplante Anpassung der Definition personenbezogener Daten. Künftig soll entscheidend sein, ob der jeweils verarbeitende Akteur selbst eine Person identifizieren kann. Das schafft in bestimmten Fällen Klarheit und könnte kleinen Akteuren administrative Lasten nehmen. Gleichzeitig birgt dieser Ansatz das Risiko, dass Daten, die für andere Stellen durchaus identifizierbar sind, formal aus dem Schutzbereich der DSGVO herausfallen. Damit entsteht eine Grauzone: Die Verantwortung wird stärker fragmentiert, wäh-
Dr. Philipp Jaud ist Rechtsanwaltsanwärter bei der GSR Grüner Seekirchner Rechtsanwälte GmbH.
rend für Betroffene weniger nachvollziehbar wird, wer ihre Daten tatsächlich in welcher Form verarbeitet.
Auch die Neudefinition sensibler Daten, darunter fallen auch Gesundheitsdaten, wird kontrovers gesehen. Die derzeitige DSGVO schützt auch Informationen, aus denen mittels Analyse oder KI sensible Merkmale abgeleitet werden können. Der Entwurf möchte diesen Schutz enger fassen und auf Daten beschränken, die sensible Eigenschaften direkt erkennen lassen. Das könnte für Unternehmen Praktikabilität schaffen – etwa wenn alltägliche Daten heute allein wegen theoretischer Rückschlussmöglichkeiten als sensibel gelten. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob dieser Schritt im Zeitalter immer leistungsfähigerer KI-Modelle realistisch ist. Gerade moderne Systeme gewinnen ihre Aussagekraft aus eben jenen Ableitungen, die künftig weniger reguliert wären.
Zusätzlich sieht der Entwurf eine weitreichende Ausnahme vor, die die Verarbeitung sensibler Daten zur Entwicklung und zum Betrieb von KI-Systemen erleichtern soll, solange „angemessene Maßnahmen“ umgesetzt werden. Das kann Forschung und
Innovation beschleunigen. Gleichzeitig entsteht die Sorge, dass unterschiedlich ausgestattete Marktteilnehmer diese Ausnahme sehr ungleich nutzen können: Während große Anbieter über Ressourcen zur Umsetzung „angemessener Maßnahmen“ verfügen, könnten KMU hier eher mit Unsicherheit als mit Erleichterung konfrontiert sein.
Damit eröffnet der „Digital-Omnibus“ eine grundlegende Frage: Wie viel regulatorische Flexibilität verträgt ein System, das bislang auf starke Grundrechtsbindung setzt? Die Chancen – weniger Doppelregulierung, effizientere Prozesse, neue Innovationsräume – liegen auf der Hand. Doch ebenso deutlich wird, dass die vorgeschlagenen Änderungen Kernelemente der DSGVO berühren. Die kommenden Diskussionen auf EU-Ebene werden entscheidend sein. Der „Digital-Omnibus“ kann ein Schritt hin zu mehr Klarheit und Wettbewerbsfähigkeit sein – oder zu einer Abschwächung zentraler Schutzmechanismen. Für Europa geht es dabei nicht nur um Effizienz, sondern um die Frage, wie digitale Innovation und Grundrechte dauerhaft zusammengedacht werden sollen. www.gsr.law
Wer die Geschäftsführung einer österreichischen GmbH übernimmt, sollte dies nicht leichtfertig tun.
TEXT: ROSWITHA SEEKIRCHNER
Die Pflichten eines Geschäftsführers sind vielfältig, eine Verletzung dieser Pflichten kann schnell zu einer persönlichen Haftung führen. Dieser Beitrag soll einen Überblick über zentrale Pflichten und Haftungsrisiken geben und zeigt, wie man das Haftungsrisiko verringern kann.
SORGFALTSPFLICHT UND BUSINESS JUDGEMENT RULE
Geschäftsführer müssen die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes walten lassen, haften jedoch nicht für jede Fehlentscheidung. Die Business Judgement Rule (BJR) schützt Entscheidungen, die ohne Eigeninteresse, auf ausreichender Informationsbasis und zum Wohl der Gesellschaft getroffen werden. Wichtig: Die BJR gilt nur für Ermessensentscheidungen; bei klaren Rechtsverstößen oder Missachtung zwingender Vorschriften (etwa fehlende Zustimmungen) greift sie nicht. In solchen Fällen bleibt der Geschäftsführer voll verantwortlich.
TYPISCHE
HAFTUNGSFALLEN
• Bestimmungen des GmbH-Gesetzes: Das GmbH-Gesetz enthält einige spezielle Bestimmungen, die eine Haftung des Geschäftsführers begründen können, zum Beispiel für die Erklärung über die Einzahlung der Stammeinlagen, bei Auszahlung trotz des Verbots der Einlagenrückgewähr oder für falsche oder verspätete Firmenbuchanmeldungen.
• Krise und Insolvenz: Besondere Pflichten treffen den Geschäftsführer, wenn die Gesellschaft sich in einer Krise befindet. Bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung besteht eine Insolvenzantragspflicht des Geschäftsführers. Außerdem ist darauf zu achten, dass es zu keiner Gläubigerbenachteiligung kommt.

Mag. Roswitha Seekirchner, MBL, ist Partnerin der GSR Grüner Seekirchner Rechtsanwälte GmbH in Innsbruck und auf Gesellschafts- und Unternehmensrecht spezialisiert. Sie berät Geschäftsführer und bietet Schulungen für Unternehmen in Haftungsfragen.
• Strafrechtliche Verantwortlichkeit: Verstößt das Unternehmen gegen gesetzliche Vorschriften, drohen dem Geschäftsführer unter Umständen auch strafrechtliche Konsequenzen, etwa bei Verstößen gegen Finanzstrafrecht, Wirtschaftsstrafrecht oder bei verwaltungsstrafrechtlicher Verantwortlichkeit.
Kein Geschäftsführer kann jedes Risiko ausschalten – doch es gibt Maßnahmen, um das Haftungsrisiko zu verringern:
• Organisation: Klare Zuständigkeiten (Ressortverteilung) sind sinnvoll, aber Kernpflichten wie Buchführung oder die Pflicht zu Stellung eines Insolvenzantrags bleiben bei allen – die Gesamtverantwortung lässt sich nicht abwälzen.
• Internes Kontrollsystem: Ein internes Kontrollsystem (IKS) und Compliance-Regeln stellen sicher, dass im Unternehmen alle Vorschriften eingehalten werden. Die Einführung eines angemessenen IKS ist gesetzlich vorgeschrieben.
• Dokumentation: Sorgfältige Dokumentation wichtiger Entscheidungen hilft, die Erfüllung der Sorgfaltspflichten nachzuweisen.
• Weisung einholen: Zur Absicherung bestimmter Maßnahmen kann eine Weisung der Gesellschafter eingeholt werden. Achtung: Unrechtmäßige Weisungen von Gesellschaftern entbinden nicht von der Verantwortung! Der Geschäftsführer darf gesetzwidrige Anordnungen nicht befolgen – notfalls bleibt nur der Rücktritt.
• D&O-Versicherung: Die persönliche Haftung des Geschäftsführers kann durch Abschluss einer D&O-Versicherung vermindert werden. www.gsr.law
D&O -VERSICHERUNG
Die D&O-Versicherung (Directors&-Officers-Versicherung) ist eine spezielle Haftpflichtversicherung, die Führungskräfte vor den finanziellen Folgen von Managementfehlern schützt. Sie übernimmt im Versicherungsfall die Kosten der Rechtsverteidigung sowie allfällige Schadenersatzzahlungen.

Der Eduard-Wallnöfer-Preis zeichnet Forschungs- und Studienprojekte aus, die zur gesellschaftlichen, technologischen oder wirtschaftlichen Entwicklung Tirols beitragen – sei es im technischen, wissenschaftlichen oder kulturellen Bereich. Im Mittelpunkt stehen Ideen, die aktuelle Herausforderungen lösen und damit die Weiterentwicklung des Landes nördlich und südlich des Brenners aktiv mitgestalten. Vergeben wird der Preis im Namen der Eduard-Wallnöfer-Stiftung, die 1978 als Geschenk der Tiroler Industrie zum 65. Geburtstag des ehemaligen Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer gegründet wurde. Seitdem wurden über 360.000 Euro an Preisgeldern vergeben – getragen vom Stiftungskapital der Industriellenvereinigung Tirol, das im Jahr 2003 durch die Stiftung Südtiroler Sparkasse erweitert wurde. 2025 gehen die Preise, die jeweils mit 10.000 Euro dotiert sind, an zwei Forschungsteams, die wissenschaftlichen Anspruch mit gesellschaftlicher Relevanz verbinden.
KATEGORIE TECHNIK & WISSENSCHAFT
Ein Team der Medizinischen Universität Innsbruck, bestehend aus David Wippel, Florian Enzmann und Sabine Wipper, hat ein realitätsnahes Gefäßmodell entwickelt, das künftig für das chirurgische Training in der Gefäßmedizin eingesetzt werden soll. Die 3D-gedruckten Modelle bilden sowohl anatomische Strukturen als auch haptische Eigenschaften der Gefäße realitätsgetreu nach und ermöglichen dadurch ein risikofreies und praxisnahes Üben – etwa bei der Behandlung von Aneurysmen. Ziel des Projekts ist es, die Patient*innensicherheit zu verbessern, Tierversuche zu reduzieren sowie die Facharztausbildung zu modernisieren. Derzeit arbeitet das Forschungsteam gemeinsam mit zwei Tiroler Unternehmen an der Weiterentwicklung von Prototypen für den klinischen Einsatz.
KATEGORIE GESELLSCHAFT, GEIST & ZUKUNFT
Ein interdisziplinäres Team der Universität Innsbruck rund um Katrin Schmiderer, Carmen Konzett-Firth, Nicola Brocca und Anna Romano hat mit „OPTIMIST“ ein digitales Werkzeug entwickelt, das den Sprachunterricht an Mittelschulen nachhaltig verbessern kann. Im Zentrum steht die DIGITASK-Web-App, die Lehrpersonen bei der Gestaltung kommunikativer Sprachlernaufgaben unterstützt – mit Fokus auf mündliche Interaktion, alltagsnahe Sprachverwendung und unterschiedliche Lernniveaus. Die Anwendung basiert auf umfassenden Bedarfsanalysen und adressiert die Vielfalt in den Klassen sowie die digitale Transformation des Unterrichts. Die App wird in internationaler Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten in Österreich, der Türkei und Italien weiterentwickelt und wissenschaftlich begleitet.

Albert Rössler (Geschäftsleiter F&E), Bettina Delmonego und Wilfrid Jochum (Gestalter des Nachhaltigkeitsberichts) sowie Georg Hasibeder (Unternehmenskommunikation)
Anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums des europäischen Umweltmanagementsystems EMAS wurden herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Der Hauptpreis in der Kategorie „Kommunikation und Beteiligung“ ging dabei an EMAS-Pionier ADLER. Der österreichische Lackhersteller setzt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Oberflächenveredelung eine Vielzahl konkreter Maßnahmen um und gleichzeitig auf eine breite Kommunikation. Ein Kernbestandteil ist der Nachhaltigkeitsbericht, den ADLER seit mehr als 25 Jahren veröffentlicht. Zum Download unter www.adler-lacke.com

MECO-Geschäftsführer Peter Krimbacher (li.) und Kundenberater Mario Hofer (re.) mit Markus Told (Geschäftsführer Seniorenheim St. Raphael)
Das privat geführte Seniorenheim Sankt Raphael im Innsbrucker Stadtteil Saggen zeigt mit seinem Einsatz für Klimaschutz und Energieeffizienz klar, wohin die Reise gehen soll. Nach einer umfassenden, über mehrere Jahre laufenden Planungs- und Bauphase wurde die gesamte Einrichtung auf nachhaltige Energietechnik umgerüstet. Damit übernimmt das Haus eine Vorreiterrolle: Es ist das erste Alten- und Pflegeheim in Innsbruck, das komplett ohne fossile Energieträger betrieben wird. Diese umfassende Modernisierung samt neuer Grundwasserwärmepumpenanlage soll die Betriebskosten des Hauses um über 50.000 Euro pro Jahr senken. Geplant, umgesetzt und in Betrieb genommen wurde die Anlage von MECO als Generalunternehmer. Wer mehr über das Projekt wissen will, scannt einfach den QR-Code. Unter anderem findet sich dort ein kurzes Infovideo.

Seit 1. Oktober 2025 wird die Medizin-Uni Innsbruck von einem neuen, vierköpfigen Rektoratsteam geleitet. Der Internist und Forscher Gert Mayer hat dabei erstmals das Amt des Rektors inne. Die Professorin für Experimentelle Dermatologie Patrizia Stoitzner übernimmt als Vizerektorin die Agenden Forschung und Internationales. Für das Ressort Finanzen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit ist Irene Häntschel-Erhart zuständig, die zuletzt Teil des Rekoratsteams der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck war. Für den Bereich Lehre und Studienangelegenheiten setzt Mayer weiterhin auf die Erfahrung von Wolfgang Prodinger, der seit 1. Oktober 2021 als Vizerektor für die Medizin-Uni Innsbruck tätig ist. Das Team präsentierte kürzlich seine Schwerpunkte für die kommenden Jahre, im Mittelpunkt stehen dabei der Wandel der Medizin, der Ausbau digitaler Kompetenzen sowie eine gezielte Stärkung des wissenschaftlichen Profils.
Die Gebirgslandschaft verändert sich und mit ihr auch die Risiken, denen Bergsportler*innen ausgesetzt sind. Der Tiroler Bergsportführerverband sorgt gemeinsam mit dem Institut für Geographie der Universität Innsbruck und dem Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) mit einer digitalen Innovation für mehr alpine Sicherheit: Über die Web-App AlpsWatch kategorisieren Alpinexpert*innen und Bergsportler*innen Gefahren im alpinen Gelände und stellen diese Informationen einem breiten Nutzer*innen-Kreis zur Verfügung. Die App wurde auf der der heurigen Alpinmesse in Innsbruck vorgestellt und ist ab sofort öffentlich zugänglich. Unter www.alpswatch.info können sich Nutzer*innen registrieren und vorhandene inträge einsehen.

Die Agrarmarketing Tirol entwickelt und betreut Projekte zur Stärkung der Marktposition regionaler, bäuerlicher Lebensmittel. Als neueste Initiative wurde mit „Erntereif“ ein Ideenwettbewerb für Lebensmittel von morgen ins Leben gerufen. Ziel davon ist es, konkrete Ideen für die Tiroler Landwirtschaft zu entwickeln – von der Wertschöpfung am Hof über Ressourceneffizienz bis hin zu neuen Einkommensmöglichkeiten für bäuerliche Betriebe. Der Ideenreichtum war groß. Als Sieger ging schließlich Harald Stoiber mit seinem „WetHop-Verfahren“ hervor, einem besonders natürlichen und innovativen Brauverfahren. Mehr dazu unter www.qualitaet.tirol
Lithium-Ionen-Akkus sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, doch ihre unsachgemäße Entsorgung verursacht immer wieder gefährliche Situationen und Brände in Haushalten und Industrie. Der Entsorgungsspezialist Freudenthaler begegnet dieser Herausforderung mit einem innovativen Produkt, das im Brandfall Schlimmeres verhindern soll: der LiPo-Bag, ein Transport- und Aufbewahrungsbeutel für Akkus und Batterien. Er besteht aus feuerfestem Material, das im Brandfall schmilzt und den Akku luftdicht verklebt. In einem ersten Schritt werden Stammkunden mit diesem Schutzbeutel ausgestattet, in weiterer Folge ist eine flächendeckende Verbreitung geplant.


Die Stadt Lienz und das AIT Austrian Institute of Technology wurden mit dem renommierten ÖGUT-Umweltpreis in der Kategorie „Nachhaltige Kommune“ ausgezeichnet. Prämiert wurde das gemeinsame Engagement für eine ganzheitliche, wissenschaftlich fundierte und zukunftsorientierte Stadtentwicklung, die Lienz konsequent auf Klimaneutralität bis 2040 ausrichtet. Mit einem integrierten Innenstadtentwicklungskonzept, der aktuellen Energie- und THG-Bilanz (Basisjahr 2023) sowie einem umfassenden Klimaneutralitätsfahrplan zählt Lienz zu den österreichischen Vorreitern einer strategischen, nachhaltigen Stadtentwicklung.

Studienleiterin Barbara Scheibert
Motorische Auffälligkeiten bei Kindern werden oft nicht als solche erkannt. Das zeigt eine Studie in 25 Tiroler Kindergärten mit über 750 Kindern. In einem Test zeigten fast fünf Prozent der Kinder Defizite in ihrer motorischen Entwicklung. Die zuvor befragten Eltern äußerten in keinem der Fälle entsprechende Sorgen. „Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass motorische Entwicklungsprobleme oft still verlaufen. Kinder lernen, sich anzupassen oder ihre Schwierigkeiten zu kompensieren, was jedoch langfristig Auswirkungen auf die soziale Teilhabe, das Lernverhalten, die Freude an der Bewegung und das Selbstvertrauen haben kann. Ein frühzeitiges Erkennen ist daher zentral, um rechtzeitig gezielt fördern zu können; idealerweise schon im Kindergarten, wenn motorische Kompetenzen noch sehr gut beeinflussbar sind“, so Studienleiterin Barbara Scheiber, Studiengangsleiterin des FH-Bachelor-Studiengangs Physiotherapie an der fh gesundheit und Dissertantin am Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass das zweistufige Screening, also eine Kombination aus einem einfachen Bewegungsparcours und einer gezielten Testung durch Physiotherapeut*innen, gut in den Kindergartenalltag integrierbar ist. Der nächste Schritt wäre, diese Abläufe systematisch zu verankern, etwa durch Fortbildungen und klare Kooperationsstrukturen zwischen Bildungseinrichtungen, Gesundheitsdiensten und Therapeut*innen. Früh erkannte motorische Schwierigkeiten lassen sich häufig mit relativ wenig Aufwand positiv beeinflussen.“

Investitionsförderung
für Investitionen in Einrichtungen oder Ausrüstungen
■ bis zu 30 Prozent der förderbaren Kosten
■ maximal 15.000 Euro
Übernahmebonus
Handwerksbetrieb wird von NachfolgerIn übernommen und für mindestens fünf Jahre weitergeführt
■ maximal 20.000 Euro pro Übernahme
Infos und Antragsformular:
www.tirol.gv.at/alteshandwerk

Fabian Rauch ist Gründer der Digital-Performance-Marketingagentur Growth DNA, die auch den gemeinsamen Nenner aller Unternehmen in der Mühle bildet.
Hannah Erdmann hatte ihr eigenes Start-up, bevor sie Partnerin und Geschäftsführerin der Growth DNA wurde.

Fabian Rauch, Founder und Partner der Agentur Growth DNA und des Start-ups Crqlar, mäandert im alten Bürogebäude der Rauch Mühle in Innsbruck zwischen Unternehmensgründungen, Datenbergen und einer ewigen Liste an Ideen. Warum er lieber Firmen gründet als Gitarre spielt und warum wir alle mehr Prosecco trinken sollten.
TEXTE: MARINA BERNARDI // FOTOS: DINO BOSSNINI
abian Rauch ist jemand, der nicht stehen bleibt. Seit er 18 Jahre alt ist, gründet er Unternehmen, erkennt Probleme und löst sie. Er hat viele Ideen, manche davon sind gut, manche nicht so. Jedenfalls wirkt er nicht wie jemand, der lange überlegen muss, bevor er etwas Neues beginnt. Er „baut Firmen“, wie er sagt, weil es ihm Spaß macht. Heute führt er die Digital-Performance-Marketingagentur Growth DNA und mit Crqlar ein Start-up, das im besten Fall die Hotelbranche weltweit verändert.
ECO.NOVA: Sie sind viel herumgekommen und nun in der Rauch Mühle in Innsbruck sesshaft geworden. Wie kam’s? FABIAN RAUCH: Ich wurde heuer 40 und war mein ganzes Leben lang selbständig. Meine erste Firma habe ich mit 18 gegründet und es hat mich immer angetrieben, Dinge voranzubringen. Ich denke, jeder Mensch verfügt über eine gewisse Grundkreativität – andere malen, musizieren oder töpfern, ich baue Firmen. Es macht mir wahnsinnigen Spaß, ein Problem zu erkennen und zu überlegen, wie es sich lösen lässt, und herauszufinden, ob Menschen bereit sind, für diese Lösung auch Geld zu bezahlen. Zugegeben, diese Reise war nicht immer von Erfolg geprägt, doch der Drang zu kreieren hat nie aufgehört.
„WIR HABEN KEINE LANGFRISTIGEN PLÄNE, ABER WIR HABEN VISIONEN.“
Aktuell haben wir zwei Firmen: Einerseits die Digital-Performance-Marketingagentur Growth DNA, bei der wir alles auf Conversion drehen. Wir sind keine Designer, uns geht es ausschließlich um den Nutzen. Hauptsache, der Kunde verkauft sein Produkt. Andererseits gibt es unser Start-up Crqlar, mit dem wir Software für Hotels entwickeln.
Crqlar ist ein datengetriebenes TechStart-up und explizit in der Hotellerie tätig. Warum? Alle meine Businessideen entstehen irgendwie zufällig. Mein erstes Start-up war eine Taxi-App, gegründet zwei Jahre, bevor Uber auf den Markt kam. Die Idee entstand, als wir vor dem Weg in die Stadt bei mir gegrillt haben. Wir waren damals jung, haben ein Taxi gerufen, es dann aber vergessen, bis plötzlich der Fahrer bei mir im Garten stand und sagte, er würde schon lange warten. Und wir dachten: Wir haben jetzt Smartphones. Warum nutzt das niemand dafür? Wir haben damals in Innsbruck gegründet, was rückblickend ziemlich ambitioniert war. Crqlar entstand schließlich ebenfalls aus einem Zufall. Ich wurde eingeladen, mit meiner Agentur in einem Ho-
tel einen Workshop über datengetriebenes Marketing abzuhalten. Die Hotelchefin hat mir dann erzählt, auf welchen Datenbergen Hotels eigentlich sitzen – und dass sie diese Informationen kaum nutzen können, weil alles in irgendwelchen Datensilos verschwindet. Und ich dachte mir: Wow, ein Hotel weiß unfassbar viel über seine Gäste: Namen, Mitreisende, Allergien, Essgewohnheiten, Anreise, Ausgaben, Haustiere, Lieblingsgetränke. Das sind Datensätze, von denen andere Branchen nur träumen können. Ein solches Gästeprofil kann seitenweise Notizen haben. Vor allem bei Stammgästen. Ein Mitarbeiter müsste eigentlich jeden Tag hineinschauen und sich durch zehn Jahre Notizen wühlen, um herauszufiltern: Was ist relevant für den morgigen Check-in? Das macht natürlich niemand. Wir bauen aus diesen Daten mit unserer Software nutzbare, saubere Profile und ermöglichen Hotels auf diese Weise besseres Marketing und eine bessere Gästekommunikation. In der gehobenen Hotellerie ist das ein massiver Mehrwert. Der Infinity-Pool hebt mich von meinem Nachbarn nicht ab, aber personalisierte Gastaufmerksamkeit birgt echtes Differenzierungspotenzial.

Sie meinten, Innsbruck war als Gründungsstandort für Ihre Taxi-App suboptimal. Wie bewerten Sie Tirol generell als Kreativstandort? Wir haben richtig coole Leute hier – gut ausgebildet, schlau, motiviert. Doch wir haben aufgrund der traumhaften Location auch ein großes Life-Life-Balance-Thema. Work kommt bei vielen kaum mehr vor und wird oft als negativ empfunden. Das ist nicht wertend, einfach eine Beobachtung. Und: Wir Europäer*innen sind generell risikoavers. Im
Vergleich zu den USA, UK, Israel oder Singapur sind wir extrem vorsichtig. Und eigentlich mag ich über das Thema gar nicht sprechen, doch auch die Regulierungsthematik ist ein Problem. Wir neigen stark zur Überregulation und zerbrechen uns den Kopf über Cookie-Banner, während US-Konzerne mit ihrem gigantischen Krakenarmen Unmengen von Daten abgreifen. Ich bin absolut für Datenschutz, doch wie dieser aktuell gestaltet ist, ist er ein Innovationshemmnis.
Haben Sie je überlegt, mit Ihren Unternehmen aus Innsbruck oder Tirol wegzugehen? Das war ich. Ich war sechs Jahre in Mailand und Wien und bin bewusst zurückgekommen. Ich habe mittlerweile zwei kleine Töchter und bin sehr dankbar dafür, mit ihnen in Innsbruck zu leben. Aus Unternehmersicht ist das etwas anders. Nach einer anfänglichen Test- und Entwicklungsphase müsste man wahrscheinlich hier weggehen, im Minimum nach Wien, wahrscheinlich noch weiter weg, wenn es sich
„ES MACHT MIR WAHNSINNIGEN SPASS, EIN PROBLEM ZU ERKENNEN UND ZU ÜBERLEGEN, WIE ES SICH LÖSEN LÄSST UND HERAUSZUFINDEN, OB MENSCHEN BEREIT SIND, FÜR DIESE LÖSUNG AUCH GELD ZU BEZAHLEN.“
um ein Consumeprodukt handelt. In großen Städten entstehen ganz andere Ökosysteme. Ein Start-up wird groß, die ersten Mitarbeiter*innen gründen neue Firmen aus, daraus wachsen wieder welche … In Tirol fehlt das noch. Meine heimliche Ambition wäre, dass wir in der Mühle dieses Ökosystem mit aufbauen.
Wie viele Leute sind aktuell im Umfeld der Growth DNA beschäftigt? Der gemeinsame Nenner aller Unternehmen in der Mühle ist die Growth DNA. Uns alle eint ein ähnliches Mindset und ein hoher Grad an Know-how. Das heißt, wir können mit relativ geringem Aufwand einen sehr großen Mehrwert für unsere Kund*innen liefern. Gleichzeitig hat jeder den Freiraum, daneben eigene Projekte auszuprobieren. Die Growth DNA bietet dafür auch die entsprechende finanzielle Freiheit. Wir möchten in der Agentur außerdem eine Form von Risikobereitschaft trainieren, die hierzulande vielfach abhandengekommen ist. Wer bei uns anfängt zu arbeiten, wird natürlich begleitet, aber auch massiv ins kalte Wasser geworfen. Man muss lernen, selbst für sich einzustehen.
Wie viele konkrete Projekte und Ideen sind in der Mühle derzeit in Umsetzung? Neben der Growth DNA und Crqlar ist Lina Graf mit ihrem Start-up Doc2Me bei uns in der Mühle, dazu kommen Projekte einzelner Teammitglieder. Doch die ewige Liste an Ideen ist lang. Unser Backlog ist gut gefüllt, aktuell fehlt uns allerdings die Zeit, sie auch umzusetzen. Und manchmal passiert es dann, dass man seine eigene Idee plötzlich als fertiges Produkt am Markt sieht und sich denkt: Sch****.
Haben Sie Pläne für die Zukunft? Als Startup können wir kaum länger als sechs Monate in die Zukunft planen. Auch die Technologien verändern sich derzeit so rasant, dass langfristige Pläne in unserem Bereich fast absurd wären. Doch wir haben Visionen. Wir kennen unser Produkt und den Markt. Mit Crqlar ist unsere Ambition, ein globaler
Player in der Hotellerie zu werden. Das ist unser Anspruch und den braucht es auch, ansonsten würde man die Energie nicht aufbringen, die es kostet. Ich bin ein Familienmensch und arbeite gleichzeitig sieben Tage die Woche. Damit man das auf Dauer durchziehen kann, braucht es ein großes Ziel, sonst tut man sich das nicht an.
Sie haben einige Unternehmen gegründet, manche erfolgreich, manche nicht. Wenn ein Vorhaben nicht funktioniert, werten Sie das als persönliches Scheitern, und macht es auf der anderen Seite stolz, wenn es funktioniert, oder ist das ohnehin das Ziel und sohin selbstverständlich? Scheitern ist etwas, das dazugehört. Der wichtigste Teil ist die Retrospektive –und zwar bei Erfolgen wie bei Misserfolgen gleichermaßen: Was ist passiert? Warum ist es so gekommen? Was kann man daraus lernen? Meine schwerste Zeit war, als ich mein erstes Unternehmen verkauft habe. Ich habe Tag und Nacht gearbeitet und meine damalige Freundin und heutige Frau eigentlich nur beim Ausgehen im Club gesehen, weil wir sonst keine gemeinsame Zeit hatten. Und nach dem Verkauf war plötzlich … nichts. Ein Burn-out hatte ich nie, bin dann aber in ein richtiges Bore-out gefallen. Von tausend auf null, das war hart und hat mich mehr mitgenommen als jeder Misserfolg. Zum Glück konnte ich dann unsere Hochzeit planen und hatte wieder etwas zu tun.
Scheitern wird vielfach noch mit Versagen assoziiert. Wie schätzen Sie die Fehlerkultur hierzulande ein? Wir sind in der Kultur des Scheiterns deutlich entspannter geworden. Ein Fehlschlag ist nicht mehr so dramatisch, wenngleich es einen Unterschied gibt zwischen einem ehrlichen Versuch, der nicht aufgeht, und wirklichem Fehlverhalten. Dieses Ausprobieren leben wir sehr bewusst. Wir hatten zum Beispiel lange unseren PPT, den Prosecco-Projekt-Tag, der in letzter Zeit leider etwas eingeschlafen ist, weil wir mit unseren Start-ups gerade gut ausgelastet sind, aber früher war das fix: In der Früh setzen wir uns zusammen, pitchen uns gegenseitig
Ideen und versuchen dann, innerhalb eines einzigen Tages ein komplettes Produkt aufzubauen – Website, Funktion, Marketing. Am besten so, dass wir noch am selben Tag live gehen können. Und dann sehen wir sofort: Will das jemand? Funktioniert das? Kauft das wer? So ist auch unser Widget für barrierefreie Websites entstanden. Andere Agenturen verlangen dafür Tausende Euro, wir haben uns angeschaut, wie das Barrierefreiheitsgesetz aktuell ausgelegt wird, und festgestellt: Man muss nicht alles perfekt machen, aber man muss erste sinnvolle Schritte setzen. Also haben wir in einem Tag ein kleines Tool gebaut, das man in fünf Minuten auf jeder Website installieren kann und das Schriftgrößen, Kontraste und Vorlesefunktionen ermöglicht. Inzwischen nutzen das viele unserer Kund*innen. Natürlich hatten wir auch schon richtig blöde Ideen – doch genau das macht den Spaß aus. Diese Leichtigkeit, dieses „Probieren wir’s einfach“, prägt die ganze Mühle. Was soll im schlimmsten Fall passieren? Wir sind stark softwaregetrieben, das heißt, wir können mit relativ wenig Risiko testen. Bei Produktionsbetrieben wäre das naturgemäß anders, dort sind Dummies mit hohen Investitionskosten verbunden.
Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Eigenschaft, die man als Selbständiger mitbringen sollte? Durchhaltevermögen. Nicht aufgeben. Wenn man gegen eine Wand läuft, analysieren, warum das passiert ist und ob sich nebenan nicht doch eine Tür öffnet. Und gerade für Start-ups ist es wichtig, sich mit dem Markt und seinen Kund*innen zu beschäftigen. In klassischen Branchen gibt es meist einen definierten Zielmarkt, Start-ups betreten Neuland. Das Problem ist, dass viele nicht mit ihren potenziellen Kund*innen reden und jahrelang für imaginäre Zielgruppen und völlig am Markt vorbei entwickeln. Am Ende hat man ein Produkt, das niemand will oder braucht. Man muss also laufend kommunizieren, zuhören, testen, anpassen. Das ist eines der wohl größten Learnings aus meinen Start-ups: Man muss reden, reden, reden – im Team und mit den Kund*innen.

Hannah Erdmann ist eine jener jungen Wilden, die von Fabian Rauch und seiner Growth DNA ins zitierte kalte Wasser geworfen wurden. Sie hat rasch gelernt, zu schwimmen, und ist mittlerweile gemeinsam mit Daniel Steiner Partnerin und auch Geschäftsführerin der Agentur.
„Ich glaube, dass jeder Mensch Kreativität in sich trägt. Wichtig ist, Räume zu schaffen, die diese Kreativität fördern.“
HANNAH ERDMANN
bleiben, und damit Räume schafft, in denen Ideen ausgesponnen werden dürfen, was vermutlich der Inbegriff unternehmerischer Freiheit ist.
n jeder Generation gibt es Deppen. Und es gibt Hannahs“, sagt Fabian Rauch und macht ihr damit eines der vermutlich charmantesten Komplimente überhaupt. Hannah Erdmann ist als Quereinsteigerin in der Growth DNA gelandet. Geplant war das nicht, wahrscheinlich passt sie deshalb so gut dorthin. Ihr Geschichte beginnt im Tourismus, zwischen operativen Routinen und dem Gefühl, dass da noch etwas anderes auf sie wartet. Sie bewarb sich vielerorts, bekam viele Absagen, fast so, als wolle man sie von etwas fernhalten. Oder zu etwas hinlenken. Zu Fabian Rauch und Daniel Steiner nämlich, durch die sie fast automatisch in die wilde Welt der Start-ups hineinglitt. Sie gründete ihr eigenes Unternehmen VINtech, mit dem sie sich mit der Rearomatisierung von alkoholfreien Weinen beschäftigt hat. Sie hat probiert und experimentiert und irgendwann entschieden, es wieder sein zu lassen. Weil es nicht funktionierte und das Umfeld der Kreativen in der Mühle sie gelehrt hat, dass Scheitern kein Drama ist, sondern ein Preis fürs Probieren. „Natürlich ist das kein schönes Gefühl“, sagt sie. „Doch es hilft sehr, in einem Umfeld zu arbeiten, wo das okay ist und wo man weiß, das ist Teil des Prozesses und der eigenen Weiterentwicklung.“
Heute ist Hannah Erdmann Partnerin und Geschäftsführerin der Growth DNA. Die Digital-Performance-Marketingagentur ist eine Art kreatives Nest voller Menschen, die Ideen nicht nur denken, sondern testen. Ein Hub, in dem jeder seine eigenen Projekte verfolgen darf und in dem das Marketing-Know-how nicht nur nach außen verkauft wird, sondern das eigene Ökosystem am Laufen hält. Ein Unternehmen, das nicht darauf ausgelegt ist, möglichst groß zu werden, sondern möglichst beweglich zu
In vielen Unternehmen existieren nach wie vor Strukturen, die so starr und absichernd gebaut sind, dass Kreativität gar nicht erst entstehen kann. Kaum irgendwo ist Zeit dafür, stundenlang über einem Problem zu brüten, und schon gar nicht, Ideen in die Welt zu werfen, die vielleicht nicht funktionieren. Doch ohne Kreativität keine Innovation. „Ich glaube, dass jeder Mensch Kreativität in sich trägt. Wichtig ist, Räume zu schaffen, die diese Kreativität fördern. Dazu braucht es ein sicheres Umfeld, in dem man seine Gedanken und Visionen frei und ohne Scham äußern kann, auch wenn sie vielleicht verrückt klingen. Und man muss seine Mitarbeiter*innen dazu ermächtigen, mit dieser Freiheit umzugehen“, ist Erdmann überzeugt. Einfach ist das nicht, ist sie sich auch selbst bewusst. Auch sie, die längst im kreativen Alltag angekommen ist, kennt diese innere Stimme, die einen zweifeln lässt. Und trotzdem weiß sie: Wer nie etwas ausspricht, erzeugt auch nie etwas Neues: „Ich bin überzeugt, dass in vielen Unternehmen deutlich mehr steckt. Dieses Mehr jedoch aus ihnen herauszukitzeln, ist schwierig, weil innovativ zu sein immer auch bedeutet, ein Risiko einzugehen.“
Wenn gewachsene Strukturen zu Engpässen und Hierarchien zu Filtern werden, Risiko stets als Gefahr statt als Chance gesehen wird, dann bleibt Innovation allerdings nicht mehr als ein Buzzword. Das ist auch der Grund, warum so viele Firmen lieber Business as usual bestellen statt echten Fortschritt, wie Erdmann aus Erfahrung weiß: „Wir haben mit der Growth DNA versucht, Rapid-MVP-Testing als Dienstleistung anzubieten, also Produkte schnell zu prototypisieren, sie sofort zu testen und somit frühzeitig Kundenfeedback zu sammeln. Die Unternehmen wollten das nicht. Sie wollten
keine neuen Ideen, sondern dass das Bekannte hübsch verpackt nach außen getragen wird. Keine Experimente, keine Überraschungen, keine Unruhe, also haben wir es wieder gelassen.“ Was echt schade ist, das Dilemma allerdings ganz gut beschreibt: Alle reden über Innovation, aber kaum jemand will die Veränderungen, die dafür notwendig sind. Innovation bedeutet oft auch das Loslassen von Dingen, die bisher gut funktioniert haben. Für die meisten klingt das eher nach Bedrohung als nach Potenzial. Um Kreativität und Innovation zu fördern, muss man Räume öffnen, Hierarchien temporär auflösen, Mut nicht nur erwarten, sondern ermöglichen. Und man muss die Mitarbeiter*innen mitnehmen. Das hat Hannah Erdmann auch in ihrer Masterarbeit gesehen: Ein KI-Tool kann großartig sein – wenn es niemand nutzt, ist es wertlos. Innovation ist also nicht nur eine Frage der Technik, sondern in hohem Maße der Akzeptanz. Die Growth DNA ist ein Beispiel dafür, wie es funktionieren kann. Dort wird nicht geplant und verwaltet, sondern ausprobiert und angepasst. Ideen entstehen aus dem echten Leben. Man entwickelt kleine Versionen, testet schnell, erkennt früh, ob Potenzial vorhanden ist … und entscheidet dann. Manchmal geht ein Prototyp viral, manchmal verschwindet er kommentarlos in der Schublade. Niemand macht ein Drama daraus. Das erzeugt mitunter durchaus Chaos, doch Weiterentwicklung entsteht nicht in perfekten Systemen, sie entsteht, wo Bewegung erlaubt ist. „Perfektion ist nett“, sagt Hannah Erdmann, „aber sie ist selten der Anfang von etwas Neuem.“ Es geht nicht immer um die eine, brillante Idee, es ist die Bereitschaft, viele unperfekte Ideen zuzulassen. Es zählt nicht der große Masterplan, sondern das flexible Reagieren, wenn sich der Plan ändert; nicht das Vermeiden von Fehlern, sondern das Verstehen, dass man ohne sie keine neuen Wege findet. Innovation lebt von Menschen, die nicht vorgeben, alles zu wissen, aber bereit sind, alles herauszufinden. In der Mühle gibt’s einige davon.
Lina Graf fragt nicht, was schiefgehen könnte, sondern was möglich ist, und formt damit die medizinische Informationswelt der Zukunft neu. Gemeinsam mit GrowthDNA-Partner Daniel Steiner und Thomas Schwarz hat sie das HealthTech-Start-up femble gegründet, aus dem mittlerweile Doc2Me geworden ist.
Lina Graf ist eine jener Gründerinnen, die nicht nur ein Unternehmen aufbauen, sondern echte Probleme lösen. Sie studierte Internationale Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck und Südafrika, sammelte in unterschiedlichsten Start-ups Erfahrungen und schärfte damit den Blick dafür, wie und wo Innovation entsteht. Selten aus abstrakten Ideen nämlich, vielmehr aus persönlichen Erfahrungen. Lina Graf kämpfte selbst mit gesundheitlichen Herausforderungen und suchte online verzweifelt nach verlässlichem Wissen, doch statt Klarheit fand sie das, was Millionen Menschen täglich erleben: einen undurchsichtigen Dschungel aus Meinungen, Clickbaits und Fehlinformation. „Ich bin ständig in diese Rabbit Holes geraten“, sagt sie und aus dieser Suche wuchs ein Bedürfnis. Und daraus ein erstes Produkt. Gemeinsam mit ihrem Team entwickelte sie femble, eine Zyklus-Tracking-App, die Frauen nicht nur Daten, sondern echte medizinische Expertise liefern sollte. Über 50.000 Nutzerinnen griffen weltweit auf die App zu. Doch während die Community wuchs, wurde auch ein strukturelles Problem sichtbar: Ärtz*innen hatten zwar enormes Wissen, aber kaum digitale Instrumente, um dieses effizient, sichtbar und skalierbar zu teilen. Was folgte, war ein Perspektivenwechsel. Statt weiter ein B2C-Produkt zu optimieren, stellte das Team eine fundamentale Frage: Wie kann medizinisches Wissen überhaupt seinen Weg ins Digitale finden? Die Antwort war Doc2Me, die das Spielfeld komplett änderte. Doc2Me ist eine Software, die es Ärzt*innen ermöglicht, mit minimalem Aufwand hochwertige Inhalte zu produzieren und medizinisches Fachwissen erstmals in großem

Lina Graf pendelt für Doc2Me zwischen Innsbruck und Amerika und war beim Fototermin aus Manhattan zugeschalten.
Stil digital verfügbar, mit dem langfristigen Ziel, damit Large-Language-Models zu trainieren. „Derzeit gibt es nur sehr, sehr wenige Datenquellen, die direkt aus primären Quellen von Ärztinnen und Ärzten stammen. Mit Doc2Me setzen wir genau hier an. Wir holen die Informationen an ihrem Ursprung ab und bereiten sie so auf, dass sie universell nutzbar sind und künftig auch als Datengrundlage für KI-Modelle dienen können“, erklärt Lina Graf. Der Anspruch dahinter ist visionär: Man möchte die weltweit größte Datenquelle für medizinische Inhalte aufbauen und einen Ort schaffen, an dem Wissen authentisch, echt und überprüfbar von Expert*innen stammt. Für Graf und ihr Team ist das nicht weniger als ein notwendiger Schritt in die Zukunft: „Missinformation macht vor Landesgrenzen nicht Halt. Wenn wir eine verlässliche digitale Gesundheitswelt wollen, müssen wir sie auf echten Daten aufbauen. Und wir müssen global denken.“ Deshalb ist Lina Graf mit ihren zwei Mitgründern Daniel Steiner und Tho-
mas Schwarz im Oktober 2024 für drei Monate nach Manhattan gezogen, um Doc2Me weiterzudenken. Mittlerweile hat das Startup auch Kund*innen in den USA, ebenso in der Schweiz oder Deutschland. „Wir werden bestimmt ein zweites Standbein in den USA aufbauen“, ist sich Graf sicher. „Der Hauptsitz soll jedoch in Innsbruck bleiben. Es ist uns wichtig, vor allem in Sachen Datenschutz mit europäischen Standards zu arbeiten.“
Die Technologie ist jedoch nur eine Seite der Geschichte. Die andere ist das Umfeld, in dem Innovation entsteht. Graf findet, Österreich habe enormes Potenzial, gleichzeitig aber die Tendenz, große Ideen kleinzureden. Vor allem in der Start-up-Szene sei das so genannte „Mohnblumen-Syndrom“, bei dem herausragende Ansätze schnell auf den Durchschnitt zurückgestutzt werden, besonders ausgeprägt. Amerika ist das genaue Gegenteil davon mit der Überzeugung, dass Größe nicht gefährlich, sondern notwendig ist.
Die Sieger*innen des Tiroler Innovationspreises 2025 stehen fest: Die Projekte von AV-Comparatives, MirakelBox und Healink sind vielfältig und verdeutlichen, wie breit Innovation gefasst werden kann und welche enorme kreative und technologische Energie in Tirols Unternehmen und Start-ups steckt.
Europas erste skalierbare Internet-of-Things (IoT)-Zertifizierungsplattform von AV-Comparatives, vollautomatisierte Escape Rooms von MirakelBox und ein nichtinvasives System zur präzisen Glukosemessung von Healink sind ein starkes Signal dafür, warum innovative Denkweisen und mutige Entwicklungsarbeit für den Wirtschaftsstandort Tirol von höchster Bedeutung sind.
Mit 50 Einreichungen war das Niveau heuer nicht nur quantitativ hoch, sondern auch qualitativ herausragend. Die Siegerprojekte wurden von einer sechs-
D IE NOMINIERTEN
HELIOTHERM WÄRMEPUMPENTECHNIK GMBH
köpfigen Fachjury, bestehend aus Vertreter*innen der Wirtschaftskammer Tirol, der Universität Innsbruck, des Austria Wirtschaftsservice (aws), der Standortagentur Tirol und des Landes Tirol, gewählt. Die Gewinner*innen erhielten nebst der Trophäe ein Preisgeld von bis zu 7.500 Euro, zudem werden sie für den renommierten Staatspreis Innovation des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus nominiert. Ein weiterer Schritt, um Tiroler Kreativität und Erfindergeist auf nationaler Bühne sichtbar zu machen.
Die Heliotherm Wärmepumpentechnik Ges.m.b.H. hat mit „HYlectric 1“ die weltweit erste Wärmepumpe entwickelt, die flexibel mit Strom, Wasserstoff oder Gas betrieben werden kann und damit Effizienz und Versorgungssicherheit vereint.
OPTICAL DESIGN UNIT GMBH ( o3u )
Die optical design unit gmbh (o3u) bringt mit der „[o3u]-cam“ ein kamerabasiertes Echtzeitmesssystem für Leuchten und optische Komponenten auf den Markt, das Lichtverteilungen sofort erfasst und Entwicklungs- wie Prüfprozesse schneller, günstiger und nachhaltiger macht.
PEET GMBH
Die PEET GmbH mit ihrer Marke ZAPe bietet mit „STAY+“ ein Abo-Modell für Ladeinfrastruktur, das Hotellerie und Tourismus CO₂-neutrale E-Tankstellen ohne Investitionskosten schlüsselfertig bereitstellt.
SAMEN SCHWARZENBERGER GMBH
Die Samen Schwarzenberger GmbH hat mit einem digitalen Konfigurator erstmals individuelle Saatmischungen online verfügbar gemacht, wodurch Biodiversität gefördert wird und Fehlkäufe vermieden werden.
SERWAS
Das Start-up Serwas hat ein System entwickelt, das Serverabwärme zur Gebäudebeheizung nutzt und zugleich Rechenleistung vermarktet – eine doppelte Verwendung bisher ungenutzter Energie.
Weitere Informationen unter tiroler-innovationspreis.at


KATEGORIE TECHNISCHE INNOVATION
CYBERSECURITY IoT
Die AV-Comparatives GmbH aus Innsbruck hat mit „CyberSecurity IoT“ Europas erste skalierbare IoT-Zertifizierungsplattform entwickelt. Die Lösung ermöglicht eine automatisierte, normkonforme Sicherheitsbewertung vernetzter Geräte nach EU Cyber Resilience Act. Hersteller erhalten konkrete Handlungsempfehlungen, Konsument*innen mehr Schutz. Aktuell wird die Methodik auf Smart Cities ausgeweitet, um kritische Infrastrukturen resilient gegen Angriffe zu machen. www.av-comparatives.org


K ATEGORIE DIENSTLEISTUNGSINNOVATION
ESCAPE ROOM 2.0
Die MirakelBox GmbH aus Innsbruck hat mit „Escape Room 2.0“ vollautomatisierte Escape Rooms auf nur sechs Quadratmetern entwickelt, die ohne Personal laufen, Kosten sparen und Spieler*innen ein hervorragendes Erlebnis bieten. Rätsel setzen sich selbst zurück, Spielverläufe werden überwacht und Hinweise automatisch integriert. www.mirakelbox.com


K ATEGORIE KONZEPT MIT POTENZIAL
LIFESENSE
Das Innsbrucker Start-up Healink entwickelt mit LifeSense ein nichtinvasives System zur präzisen Glukosemessung. Multisensorik, KI-gestützte Modellierung und eine Hauttyp-Kalibrierung ermöglichen höchste Genauigkeit – ohne Stechen, Pflaster oder Verbrauchsmaterialien. LifeSense verbindet Komfort, Nachhaltigkeit und Alltagstauglichkeit, senkt Kosten und verbessert Prävention sowie Diabetesmanagement. Damit leistet Healink einen Beitrag zu mehr Lebensqualität und reduzierten Gesundheitskosten. www.healink.at


H2Alpin erforscht die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoffmobilität im alpinen Raum.
Wie gelingt emissionsfreie Mobilität dort, wo große Steigungen, enge Täler, Schnee und große logistische Herausforderungen aufeinandertreffen?
Mit dieser Frage beschäftigte sich das Tiroler Forschungsprojekt H2Alpin unter der Projektleitung der Standortagentur Tirol.
Tirol ist Verkehrs- und Transitland. Pendelverkehr, Tourismus sowie eine der wichtigsten Nord-SüdAchsen Europas bestimmen den hohen Mobilitätsbedarf. Gleichzeitig verfolgt das Land Tirol mit dem Programm „Tirol 2050 energieautonom“ ehrgeizige Klimaziele. „Mit H2Alpin verfolgen wir das Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, ob und wie die Wasserstoffmobilität im Güterschwer- und Personennahverkehr in Tirol angewandt werden kann“, erklärt Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. Konkret wurden dazu Brennstoffzellen-Lkw und -Busse unter realen Bedingungen auf gebirgigen Strecken getestet. Dies ist deshalb bedeutsam, da viele bestehende Pilotprojekte in städtischen Regionen stattfinden. Deshalb fehlten bislang Daten für alpin geprägte Gebiete.
Die enorme Bedeutung von H2Alpin zeigt sich unter anderem daran, dass 13 Partner*innen am Projekt mitwirken. Ein besonderer Meilenstein des Projekts ist der Demobetrieb eines Hyundai Xcient Fuel Cell Trucks von Projektpartner JuVe Automotion GmbH im Rahmen des Projektes WIVA P&G HyWest. Der Schwerlastwagen wird bei MPREIS voll integriert in die tägliche Lebensmittel-Logistikflotte eingesetzt. Damit ist Tirol neben der Schweiz einer der ersten Standorte Europas, an dem ein FCE-Truck
unter realen Nutzungsbedingungen im alpinen Raum dauerhaft betrieben wird. Im Realbetrieb zeigte sich, dass diese Brennstoffzellen-Lastwagen voll alpintauglich sind. Jedenfalls, sofern Infrastruktur und Betriebskonzepte passen, um einen wirtschaftlichen Einsatz zu ermöglichen.
Der Verkehrsverbund Tirol hat sich im Rahmen des Projektes die Marktlage für Wasserstoffbusse laufend angesehen. Diese könnten dort zum Einsatz kommen, wo Batteriebusse an ihre Grenzen stoßen. 2022 wurde in Kooperation mit dem Schwesterprojekt HyBus der Stadtbus Hyundai Elec City FC auf einer der anspruchsvollsten Linien Tirols getestet, der Strecke ins Kühtai. Dieser Bus kann allerdings aufgrund sicherheitstechnischer Themen mit den Bremsen nicht im Linienbetrieb eingesetzt werden. Kürzlich fand nun eine Testfahrt mit dem Prototyp eines Überlandbusses des Herstellers MCV ebenfalls in Richtung Kühtai statt. Der Bus mit 300 kW Dauerleistung, einer 100-kW-Brennstoffzelle, einer 100-kWh-Pufferbatterie und einem 40-Kilogramm-Wasserstofftank meisterte alle Steigungen und anspruchsvollen Haltestellen problemlos. Für den Betrieb von Wasserstoffbussen bleiben jedoch die wirtschaftlich schwierig darzustellenden Betriebs- und Betankungskosten eine Herausforderung für den Linienbetrieb. Für Tirol ist H2Alpin jedenfalls ein wichtiger Schritt
in Richtung Null-Emission-Mobilität. Das Projekt zeigt, dass Wasserstoff eine realistische Option für klimafreundliche Schwerlastmobilität im alpinen Raum ist und dass die Entwicklung robuster Geschäftsmodelle und Planungsgrundlagen entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung ist.
H2ALPIN
• Projektleitung: Standortagentur Tirol
• Partner*innen: FEN Research am Green Energy Center Europe, Gebrüder Weiß, Innsbrucker Verkehrsbetriebe, JuVe Automotion, Management Center Innsbruck, Postbus AG, TIWAG, Universität Innsbruck, Verkehrsverbund Tirol, Wirtschaftskammer Tirol, Energieagentur Tirol, Zillertaler Verkehrsbetriebe.
Ziel des gemeinsamen Forschungsverbundes ist es, Brennstoffzellen-Lkw und -Busse unter realen Bedingungen auf Gebirgsstrecken zu testen. H2Alpin untersucht Fahrverhalten, Energieverbrauch, Wartung und technische Performance der beteiligten Fahrzeuge. Gleichzeitig werden Geschäftsmodelle, Beschaffungsplattformen und ein regionaler Umsetzungsplan erarbeitet, um Betrieben und Verkehrsorganisationen Planungssicherheit zu geben. H2Alpin wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Zero Emission Mobility Implementation“ durchgeführt.
Mit dem Health Hub Tirol hat das Land ein Zentrum geschaffen, das LifeSciences-Unternehmen den Weg von der Idee zum Markt erleichtert. Der Hub bietet Infrastruktur, Beratung und Zugang zu Kapital.
Der Life-Sciences-Bereich – von Pharma über Biotechnologie bis Medizintechnik
– steht in Tirol für mehr als 10.000 Arbeitsplätze und rund vier Milliarden Euro Jahresumsatz.
Mit der Eröffnung des Health Hub Tirol Mitte November 2025 setzt das Land Tirol gemeinsam mit der Standortagentur Tirol einen kraftvollen Impuls für die Zukunft der Life Sciences. Die hundertprozentige Tochter der Standortagentur vereint auf 4.000 Quadratmetern modernste Labor- und Büroräume, Werkstätten, Beratungsservices sowie Zugang zu einem internationalen Investorennetzwerk.
Bereits heute zählt Tirol zu den dynamischsten Life-Sciences-Regionen Europas. Über 80 spezialisierte Unternehmen, acht Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen sowie fast 10.000 Student*innen formen ein leistungsstarkes Ökosystem. Genau hier setzt der neue Hub an: Er soll Laborlücken schließen, Ausgründungen beschleunigen und innovative Ideen schneller auf den Markt bringen. „Life Sciences stehen in Tirol für mehr als 10.000 Arbeitsplätze und nahezu vier Milliarden Euro Jahresumsatz“, erläutert Mario Gerber, Landesrat für Wirtschaft, Tourismus und Digitalisierung, die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors. Der Health Hub Tirol vernetzt Talente, Wissenschaft und Kapital und beschleunigt somit Ausgründungen sowie Unternehmenswachstum.
HERVORRAGENDES UMFELD FÜR INNOVATION
Das Gebäude des Health Hub Tirol befindet sich in der Exlgasse in Innsbruck. Der moderne Neubau bietet Start-ups, Spin-offs und Forschungsunternehmen nicht nur Platz, sondern vor allem ein Umfeld, das den langen Entwicklungszyklen der Branche gerecht wird. Neun Unternehmen haben

Der Health Hub Tirol ist mehr als die Infrastruktur in der Innsbrucker Exlgasse. Als Initiative des Landes Tirol unterstützt er Gründungen, Unternehmensansiedlungen und die Weiterentwicklung bestehender Geschäftsmodelle im LifeSciences-Sektor, indem er optimale Rahmenbedingungen dafür schafft. Mit untenstehenden Servicebereichen ist er zentrale Anlaufstelle für alle, die in den Life Sciences, der Medizintechnik, Pharmazie, Biotechnologie oder im E-Health-Bereich Innovation vorantreiben wollen:
• Infrastruktur: Modernste Labore, Büros, Werkstätten, Meetingräume und Gemeinschaftsbereiche bieten genau die Umgebung, die forschungsintensive Projekte benötigen.
• Beratung: Unternehmen profitieren von umfassender Begleitung, z.B. von Hilfe bei der Suche nach geeigneten Technologie- und Kooperationspartnern, Förderund Finanzierungsberatung sowie Business-Model-Coaching.
• Kapital: Der Health Hub Tirol stellt den Kontakt zu Investor*innen und Investoren her, u.a. zu internationalen Life-Sciences-Fonds sowie zum Tiroler Investor*innen-Netzwerk.
sich bereits angesiedelt, darunter Hightech-Teams aus Medizintechnik, E-Health und Biotechnologie. Namen wie Cyprumed, das Medikamente von der Injektion zur Tablette transformiert, oder Sola Diagnostics, das an der Früherkennung gynäkologischer Krebserkrankungen arbeitet, zeigen, welches Potenzial hier entsteht. Und mit Josef Penninger wirkt einer der renommiertesten Forscher Europas im Hub mit. Seine Firma Angios bildet menschliche Blutgefäße im Labor nach, um neue Therapien voranzutreiben.
Für Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, ist der Health Hub Tirol ein entscheidender Schritt, um Tirol international als Life-Sciences-Region zu positionieren: „Mit dem Health Hub Tirol schließen wir nicht nur die bestehende Infrastrukturlücke, sondern bieten zudem praxisnahe Services und Zugang zu Kapital, damit gute Ideen in Tirol bleiben und das Land weiterhin die erste Adresse für Life-Sciences-Wachstum bleibt.“

Ob mit E-Dienstautos oder E-LKW: SONNENTOR elektrifiziert seinen Fuhrpark konsequent.
Klimaziele abschwächen? Keine Option für SONNENTOR!
Während auf europäischer Ebene die Klimaziele relativiert werden und die Weltklimakonferenz im November weiter versuchte, eine globale Lösung zu finden, hält SONNENTOR an seiner Mission Null-Emission fest. In den vergangenen drei Jahren konnte der Bio-Pionier seine Emissionen bereits um knapp 25 Prozent reduzieren. Bis April 2028 soll der Hauptstandort in Sprögnitz frei von fossilen Emissionen sein. Die Schwesterunternehmen in Tschechien und Rumänien möchten diesem Ziel bis 2030 folgen. „Ein Blick auf die aktuelle Treibhausgasbilanz von SONNENTOR zeigt nur mehr zwei wesentliche Hebel, wo wir aber noch einiges bewegen können: Energieträger und Mobilität. Genau hier setzen wir mit konkreten Maßnahmen an“, erklärt CSR-Teamleiter und Wertehüter Florian Krautzer.

VOLLE ENERGIE VORAUS
Erneuerbare Energie ist bei SONNENTOR kein Schlagwort, sondern Alltag. Statt Öl oder Gas kommen beim Heizen Hackschnitzel aus regionalem Holz zum Einsatz –ergänzt durch Kräuterstängel aus der Produktion. Der Strombedarf wird dank Photovoltaikanlagen auf dem Dach bereits fast zur Hälfte von der Kraft der Sonne generiert. Die andere Hälfte stammt aus zertifiziertem Ökostrom. Ein smartes Energiemonitoring hilft zusätzlich beim Stromsparen, indem es Lastspitzen sichtbar macht und Abläufe – wie das Laden der E-Autos – in Zukunft noch smarter gesteuert werden können. Im Lagerschutz sorgt zudem ein innovatives CO₂-Kompressorsystem dafür, dass das eingesetzte und 100 Prozent biogene CO₂ mehrfach genutzt werden kann –ein echtes Kreislaufbeispiel.

Geladen werden die Fahrzeuge bevorzugt mit selbst erzeugtem Sonnenstrom.

Der Strombedarf wird dank Photovoltaikanlagen auf dem Dach bereits fast zur Hälfte von der Kraft der Sonne generiert.
DEM ERSTEN SCHRITT – UND MUSS KONSEQUENT WEITERGEHEN.
MOBILITÄT MIT VERANTWORTUNG
Ob mit dem E-Dienstauto zu den Feldern der Anbaupartner*innen oder mit dem E-LKW zur regionalen Auslieferung der Kräuterschätze: SONNENTOR elektrifiziert seinen Fuhrpark konsequent – und lädt die Fahrzeuge natürlich bevorzugt mit selbst erzeugtem Sonnenstrom. Über 40 E-Ladepunkte stehen am Standort Sprögnitz für Mitarbeitende und Besucher*innen zur Verfügung – zum Großteil kostenlos. Und dort, wo E-Mobilität noch keine Option ist, setzt man übergangsweise auf HVO, einen fossilfreien Kraftstoff aus Abfällen der Lebensmittel- und Landwirtschaft. Das stolze Ergebnis: 36 Prozent weniger Emissionen im Fuhrpark und das allein im vergangenen Geschäftsjahr. Dadurch ist SONNENTOR dem Ziel Null-Emission einen großen Schritt nähergekommen.
Statt auf politische Kompromisse zu warten, wird bei SONNENTOR gehandelt, mit Überzeugung und Wirkung. Denn klar ist: Der Klimawandel lässt sich nicht mit halbherzigen Zielen stoppen – sondern nur mit entschlossenen Maßnahmen.
UND WAS, WENN NICHTS PASSIERT WÄRE?
Diese Frage hat man sich bei SONNENTOR gestellt – und durchgerechnet. Die Wertehüter*innen des Unternehmens wollten wissen: „Hat unser Einsatz gegen den Klimawandel tatsächlich Wirkung gezeigt?“ Die Antwort ist ein klares „Ja“ und Wertehüter
Florian Krautzer nennt eine eindrucksvolle Zahl dazu: „Würden wir nicht schon seit Jahren auf Wärme aus Biomasse und Erdwärme, Ökostrom, PV-Anlagen, E-Mobilität, biogenes CO2 in der Qualitätssicherung und geschlossene Kreisläufe setzen, lägen die Emissionen am Standort Sprögnitz heute fast neunmal höher. Das zeigt: Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man den Wandel gestaltet – oder ihm beim Fortschreiten zusieht.“ PR
Alle Zahlen, Fakten und Details zur Mission Null-Emission finden Sie unter www.sonnentor.com/co2



Warum die Werte und Vorstellungen der Gen Z eine logische Reaktion auf steigende Unsicherheiten und eine sich verändernde Welt sind.
VON KIMBERLY KINZEL UND JUDITH FREIGANG
Wenig tun und viel Geld verdienen“ lautet ein Zitat von Miroslav Klose, veröffentlicht in der Zeit Campus in einem Artikel über Mythen rund um die Arbeitsmoral der Generation Z. Die jungen Menschen, geboren zwischen 1995 und 2010, treten aktuell ins Erwachsenenalter ein und beeinflussen den Arbeitsmarkt sichtbar. Ihr Auftreten sorgt für Irritationen: Eine Generation, die materiell vergleichsweise gut aufgewachsen ist, tut sich schwer, denn sie bewegt sich in einer Realität, die geprägt ist von Unsicherheit, sozialem Druck und wachsender Erschöpfung. Eine Langzeitstudie aus dem Jahr 2023 zeigt: 65 Prozent der Gen Z berichteten, in den letzten zwei Jahren mindestens ein Mental-Health-Problem erlebt zu haben –deutlich mehr als die älteren Generationen.
Um das Paradox der Generation Z zu verstehen, betrachten wir sie im Folgenden ganzheitlich und besprechen neben psychologischen Beweggründen die Rolle externer Faktoren.
WORAUF ES GEN Z IM ARBEITSLEBEN
ANKOMMT
Der aktuelle Arbeitskräftemangel verschafft der Gen Z eine starke Verhandlungsmacht, die sie nutzt, um eigene Werte
in die Arbeitswelt einzubringen. Studien zeigen: 86 Prozent wünschen sich Sinn im Beruf, 72 Prozent priorisieren WorkLife-Balance und 26 Prozent würden dafür Gehalt reduzieren. 85 Prozent erwarten, ihren ersten Job höchstens zwei Jahre auszuüben, und schon im Studium denken rund 50 Prozent über eine berufliche Neuorientierung nach, auch weil 40 Prozent die Entwicklungen rund um KI verunsichern. Diese Vorstellungen stehen im Spannungsfeld zu traditionellen Vorstellungen älterer Generationen, die sie nicht selten als verwöhnt oder zu fordernd wahrnehmen.
IN EINEM ARBEITSMARKT, DER SICH PERMANENT NEU ERFINDET, IST BERUFLICHE FLEXIBILITÄT KEINE UNENTSCHLOSSENHEIT, SONDERN EINE RATIONALE ANTWORT AUF EIN INSTABILES SYSTEM.
SIE MÖCHTE ARBEITEN, ABER MIT EINEM ANDEREN ANSPRUCH. DABEI GEHT ES UM AUTONOMIE, FLEXIBILITÄT, WIRKSAMKEIT UND SINN. SIE WILL DINGE ZUM GUTEN VERÄNDERN, FÜR SICH SELBST UND FÜR DIE WELT.
Die Gen Z lebt in einer Welt, die von permanentem Wandel geprägt ist. Jobs von gestern sind morgen wieder verschwunden und niemand weiß, was übermorgen gefragt ist. Gerade mit Blick auf die Unsicherheiten am Arbeitsmarkt stellt sich die Frage, warum man sich früh festlegen sollte. In einem Arbeitsmarkt, der sich permanent neu erfindet, ist berufliche Flexibilität keine Unentschlossenheit, sondern eine rationale Antwort auf ein instabiles System.
Eine Generation zu sein, die von klein auf mit einer Online-Identität lebt, hat Folgen: Studien zufolge steht Social Media in engem Zusammenhang mit mentalen Belastungen, und trotz ständiger Vernetzung steigt die Einsamkeit. Unendliche Möglichkeiten führen zu Orientierungslosigkeit, die gesellschaftliche Oberflächlichkeit nimmt zu. Gemeinschaft geht verloren und damit das Gefühl, irgendwo wirklich anzukommen. Die Lebensphase zwischen 18 und 29 Jahren, in der sich die Generation Z befindet, nennt man „Emerging Adulthood“. In ihr entstehen Identität, berufliche Orientierung und Rollen. Es ist normal, verschiedene Wege auszuprobieren, Entscheidungen zu hinterfragen oder Jobs zu wechseln, da Selbstverständnis und Kompetenzen noch nicht vollständig ausgebaut sind. Durch Einflüsse wie KI, Globalisierung und gesellschaftliche Komplexität wird diese Suchbewegung verstärkt, da Lebens- und Karrierewege weniger planbar sind. Häufige Jobwechsel oder die Suche nach sinnvoller Arbeit sind daher keine Illoyalität, sondern adaptive Strategien.
DIE AUSSENWAHRNEHMUNG
PSYCHOLOGISCH ERKLÄRT
Kommen wir zurück zum Zitat von Miroslav Klose. Solche Verurteilungen einer jungen Generation sind kein neues Phänomen. Sie stehen in langer Tradition und werden von Psychologen als „Kids these days“-Effekt bezeichnet. Er beschreibt die Tendenz älterer Generationen, jüngere als weniger kompetent, motiviert oder moralisch wahrzunehmen. Er zeigt sich durch eine idealisierte Rückschau auf die eigene Jugend und das Bedürfnis, das eigene Selbstbild aufzuwerten. Der Effekt tritt kultur- und epochenübergreifend auf und wiederholt sich unabhängig davon, wie sich die junge Generation tatsächlich verhält.
Die Annahme, dass Gen Z weniger arbeiten möchte, beruht unter anderem auf einem weiteren psychologischen Konzept, dem „fundamentalen Attributionsfehler“. Dieser führt dazu, dass das Verhalten anderer vor allem auf deren Charaktereigenschaften oder Einstellungen zurückgeführt wird, ohne äußere Umstände zu berücksichtigen. Statisti-
ken zeigen ein anderes Bild: Die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen steht aktuell auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten. Sie ist seit 2015 um über sechs Prozentpunkte auf rund 76 Prozent gestiegen. Besonders Studierende arbeiten heute deutlich häufiger, ihre Erwerbsquote nahm im gleichen Zeitraum um 19,3 Prozent zu. Die Gen Z möchte kein bequemes Leben, sie möchte arbeiten, aber mit einem anderen Anspruch. Dabei geht es um Autonomie, Flexibilität, Wirksamkeit und Sinn. Sie will Dinge zum Guten verändern, für sich selbst und für die Welt.
WAS DAS FÜR ARBEITGEBER BEDEUTET
Ältere Generationen verpassen eine Chance, wenn sie jungen Menschen keinen Raum geben, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Wer der Gen Z Entwicklungsmöglichkeiten bietet, bekommt Engagement und Ideen zurück. Die Rücksicht auf ihre Bedürfnisse ist entscheidend, um die besten Arbeitskräfte zu gewinnen, und ihre Perspektiven sind wertvoll, um in einem sich schnell verändernden und komplexen Markt innovativ zu bleiben. Dieser Artikel lädt dazu ein, gängige Narrative differenzierter zu betrachten, Schwarz-Weiß-Denken abzulegen und Stereotype nicht weiter zu bedienen. Wenn Verstehen statt Verurteilen im Mittelpunkt steht, entstehen Synergien und eine (Arbeits-) Welt, die wirklich zukunftsfähig ist.
ICONS
Im Jahr 2006 von einer Gruppe Studierender als Innsbruck CONsulting gegründet und inzwischen mit insgesamt drei Standorten in Innsbruck, Wien und Graz vertreten, ist icons – consulting by students eine studentische (und damit von konventionellen Unternehmen unterscheidbare) Unternehmensberatung. Das Ziel der Organisation ist es, Unternehmen innerhalb von Beratungsprojekten bei Problemen und Ambitionen von der Gründung bis hin zu Fragen des Alltags in großen Konzernen zu unterstützen. www.icons.at
QUELLEN: Arnett, J. J. (2007). Emerging adulthood: What is it, and what is it good for? Child Development Perspectives, 1(2), 68–73. https://doi.org/10.1111/ j.1750-8606.2007.00016.x • Schleithoff, A. K., & Schreiber, A. (2025, 18. November). Arbeitsmoral der Generation Z: Was wollen die denn nun? ZEIT Campus, (04/2025). https:// www.zeit.de/campus/2025/04/arbeitsmoral-generation-z-new-work-vorurteile-klischees • Haidt, J., Rausch, Z., & Twenge, J. (ongoing). Social media and mental health: A collaborative review. Unpublished manuscript, New York University. Accessed at tinyurl.com/ SocialMediaMentalHealthReview • Attributionsfehler, fundamentaler. (o. J.). In Lexikon der Psychologie. Springer. Abrufbar unter https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/ attributionsfehler-fundamentaler/1590 • Generation Z – noch ein Klischee weniger. (2025, 17. Februar). IAB-Forum – Das Magazin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. https://iab-forum.de/generation-z-noch-ein-klischee-weniger/https://iab-forum. de/generation-z-noch-ein-klischee-weniger/ - 10.48720/IAB.FOO.20250217.01 • Wirtschaftsberatung Peter Fissenewert GmbH. (2024, März). Berufseinsteiger:innen sehen sich nur ein Jahr im ersten Job. Wir sind der Wandel. https://wirsindderwandel.de/arbeit/ berufseinsteigerinnen-sehen-sich-nur-ein-jahr-im-ersten-job/
Innotope, ein Spin-off-Unternehmen der Universität Innsbruck, entwickelt maßgeschneiderte chemische Bausteine für die Analyse und Herstellung von RNA.
AUS: MAGAZIN „ZUKUNFT FORSCHUNG“ DER UNIVERSITÄT INNSBRUCK
Das Interesse an der Beforschung von RNA, kurz für Ribonukleinsäure, rückte Ende 2020 durch die erstmalige Zulassung von mRNA-Impfstoffen gegen Covid-19 in die Mitte der Gesellschaft. Doch schon lange vor Ausbruch der Pandemie sind die drei Buchstaben zu einem Hoffnungsträger in der Pharmazie, Medizin und weiteren Forschungsbereichen avanciert.
Innotope bietet sowohl akademischen als auch industriellen Partnern chemische Bausteine an, welche eine präzise Strukturaufklärung von Nukleinsäuren ermöglichen und zur Herstellung von maßgeschneiderten RNA- sowie DNA-Strängen eingesetzt werden. Die Grundlagenforschung zu den Produkten und Serviceleistungen, die Innotope anbietet, entstammt der Forschungsgruppe von Christoph Kreutz, außerordentlicher Professor am Institut für Organische Chemie. Seit mehr als zehn Jahren liegt der Fokus des Chemikers auf der chemo-enzymatischen Isotopenmarkierung von Nukleinsäuren für NMR-spektroskopische und massenspektrometrische Anwendungen. „Da wir im Laufe der Zeit immer mehr Anfragen zu Kooperationen bekommen haben, stand die Frage im Raum, ob nicht ein kommerzieller Nutzen möglich wäre“, schildert Kreutz. Felix Nussbaumer und Michael Juen promovierten in der Forschungsgruppe von Kreutz im Bereich der Nukleinsäuren-Chemie bzw. -Strukturbiologie. Gemeinsam mit Kreutz und Unterstützung der Universität gründeten sie im Jahr 2020 das Spin-off-Unternehmen. Operativ im Unternehmensgeschäft tätig ist Felix Nussbaumer als CEO und Produktentwickler. Seit dem Frühjahr 2022 wird er von Raphael Plangger, ebenfalls Doktorand aus der Forschungsgruppe Kreutz, unterstützt.
MRT FÜR RNA - MOLEKÜLE
Ribonukleinsäure besteht aus einer Kette von Nukleotiden. Will man markierte

RNA-Stränge künstlich im Labor herstellen, kommen hierfür stabil isotopenmarkierte RNA-Phosphoramidite und -Triphosphate zum Einsatz. Innotope bietet diese Bausteine Universitäten und Unternehmen zur Weiterverwendung an. „Die Produkte, die auf der Webseite zu finden sind, werden quasi routinemäßig in der Forschung eingesetzt“, schildert CEO Felix Nussbaumer. Auf Kundenwunsch entwickelt Innotope auch das fertige biologische Konstrukt, die RNA-Stränge, selbst, welche als Ausgangpunkt für viele Anwendungen der Molekular- und der synthetischen Biologie dienen.
Bestimmte natürliche Atome in den RNA-Bausteinen werden von den Chemikern durch stabile Isotope ersetzt, beispielsweise Kohlenstoff-13 (13C), Stickstoff-15 (15N) oder Deuterium (2H, schwerer Wasserstoff). Durch die Isotopenmarkierung werden die
Nukleotide schwerer und magnetisch, was eine Analyse der einzelnen Moleküle durch die Magnetische Kernspinresonanz (NMR) ermöglicht. „Mithilfe der NMR wird das Innere der Moleküle abgebildet und kann analysiert werden. Das funktioniert im Prinzip wie in der Medizin, wo man mit Hilfe einer MRT ein Bild des Körperinneren erstellt“, so Christoph Kreutz.
Drug Targeting ist eine der Anwendungen, bei der diese Markierungen in den Nukleotiden eine wichtige Rolle spielen. Es geht dabei um die Interaktion von RNA mit kleinen Molekülen, die als Medikament funktionieren: „Durch die Isotopenmarkierungen sieht man genau, wo sich das Molekül an die RNA bindet, dadurch kann der Prozess optimiert und die Krankheit gezielter ausgeschaltet werden“, erklärt Kreutz.

oder unseren anderen Plattformen:
Kurz vor dem Jahreswechsel werden in vielen Betrieben die Budgets für das kommende Jahr festgelegt. Damit verbunden ist die Frage, welche Investitionen sinnvoll und finanzierbar sind und wie viel Liquidität tatsächlich zur Verfügung steht. Dabei dürfen neben den aktuell verfügbaren Kassa- und Bankguthaben auch etwaige Nachzahlungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen nicht außer Acht gelassen werden.
TEXT: PHILIPP HAGELE & ANDREAS MRASS
Aus steuerlicher Sicht bietet sich eine Ergebnishochrechnung kurz vor dem Jahresende an. Dabei wird das bisherige Ergebnis des laufenden Jahres aus dem laufenden Rechnungswesen übernommen und sämtliche noch zu erwartende Umsätze und Aufwendungen ergänzt. So lässt sich bereits vor Jahresende abschätzen, welche Abgabennachzahlungen im Folgejahr anfallen werden und wie sich geplante oder etwaig vorgezogene Investitionen, insbesondere Innovations- und Modernisierungsprojekte, auf diese Zahlungen auswirken. Dies schafft zum einen die Sicherheit, keine ungeplanten Abgabennachzahlungen im Folgejahr stemmen zu müssen, zum anderen kann man so abschätzen, wie stark sich steuerliche Investitionsanreize auf die persönliche Steuerlast auswirken.
Abhängig von der Rechtsform des Unternehmens gibt es hierbei unterschiedliche steuerliche Anreize für Investitionen. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen gibt es den sogenannten Gewinnfreibetrag, dieser ist abhängig vom Gewinn des Unternehmens und gliedert sich in einen investitionsunabhängigen Teil und einen investitionsbedingten Teil. Liegt der Gewinn über 33.000 Euro Be-
messungsgrundlage, bedarf es zur vollen Ausschöpfung des Freibetrags begünstigte Investitionen in Höhe des individuell errechneten Freibetrags. Errechnet sich beispielsweise durch die anzuwendende Staffelung, dass ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag in Höhe von 15.000 Euro möglich ist, kann man bei Anschaffung eines begünstigten Anlageguts in dieser Höhe nicht nur die übliche Abschreibungstangente steuerlich geltend machen, sondern zusätzlich die 15.000 Euro als investitionsbedingten Gewinnfreibetrag (= zusätzliche Betriebsausgabe) im Jahr der Inbetriebnahme. Im Ergebnis wird die Investition zweimal steuerlich geltend gemacht, einmal über die laufende Abschreibung und einmal über den Gewinnfreibetrag.
Da es sich bei diesem Instrument um eine gewinnabhängige Investitionsförderung handelt, spielt die Ergebnishochrechnung eine zentrale Rolle, um aus steuerlicher Sicht die Investition zum günstigsten Zeitpunkt zu tätigen und etwaigen Investitionsbedarf noch vor dem Jahresende zu decken bzw. gegebenenfalls vorzuziehen oder zu verschieben, sollte im Folgejahr ein besseres Ergebnis erwartet werden.
Demgegenüber steht die zweite steuerliche Investitionsförderung, der sogenannte Investitionsfreibetrag (IFB). Dieser Freibetrag steht allen Betrieben zur Verfügung, somit auch den weit verbreiteten GmbH. Beim IFB handelt es sich um eine gewinnunabhängige Förderung, die sich rein am Anschaffungswert des Anlageguts orientiert. Er kann sogar als zusätzliche Betriebsausgabe den steuerlichen Verlust erhöhen, was besonders interessant für Unternehmen ist, die in den Anfangsjahren investieren, um ihre Innovationskraft auszubauen, aber erst später Gewinne erzielen.
Um den IFB in Anspruch nehmen zu können, muss man begünstigte Anlage-


güter anschaffen, die Kriterien sind im Wesentlichen sehr ähnlich zu den Kriterien der begünstigten Anlagegüter des Gewinnfreibetrags. Beispielsweise muss das Anlagegut gekauft werden, nicht geleast, es muss sich um neue Güter handeln und keine gebrauchten Anschaffungen, außerdem dürfen die entsprechenden Anschaffungen gerade nicht für den Gewinnfreibetrag verwendet worden sein. Die beiden Förderungen schließen sich somit gegenseitig aus. Der Gesetzgeber hat zudem einen erhöhten Freibetrag für Wirtschaftsgüter, die dem Bereich der Ökologisierung zugeordnet werden können, vorgesehen. Im Detail regelt eine eigene Verordnung die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe, zum Beispiel die Anschaffung von Elektroautos und Anlagen zur Stromspeicherung.
Da der IFB als gewinnunabhängige Fördermaßnahme konzipiert ist, gibt es auch keinen gewinnabhängigen Maximalbetrag
DES ANLAGEGUTS ORIENTIERT.
des Freibetrags, sondern eine generelle Grenze, die besagt, dass der IFB maximal für Anschaffungen von 1.000.000 Euro pro Wirtschaftsjahr verwendet werden kann. Der Freibetrag betrug für Anschaffungen bis 31. Oktober 2025 10 Prozent der Anschaffungskosten und für ökologisch begünstigte Anschaffungen 15 Prozent der Bemessungsgrundlage. Dieser Wert wurde per 1. November 2025 für sämtliche Wirtschaftsgüter auf 20 Prozent erhöht, ökologisch begünstigte Wirtschaftsgüter können nun 22 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten absetzen. Diese seit 1. November 2025 in Kraft getretene Erhöhung ist jedoch nur bis 31. Dezember 2026 befristet. Mit einer sorgfältigen Ergebnishochrechnung am Jahresende lassen sich Investitionen sinnvoll planen, um die eigene Steuerlast gegebenenfalls merklich zu senken. So entsteht ein Raum, in dem Zukunftsprojekte nicht aufgrund von Unsicherheit verschoben werden müssen, sondern gezielt umgesetzt werden können. Am Ende bedeutet das nicht nur Steueroptimierung, sondern vor allem eines: Sicherheit für unternehmerisches Wachstum und die Fähigkeit, innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben.
DR. PHILIPP HAGELE ANDREAS MRASS, LL.B. Steuerberater bei Bangratz & Hagele Lieberstraße 3, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/59 55 50 www.bangratz-hagele.at

Derzeitiger Gültigkeitsbereich des Übereinkommens über das Einheitliche Patentgericht, mit freundlicher Genehmigung des Europäischen Patentamts
Der Turbo für den Schutz technischer Innovationen in Europa.
TEXT: FLORIAN ROBL
DER ENTSCHEIDUNGEN DES UPC IN DERZEIT MAXIMAL 18 EU-MITGLIEDSTAATEN.
Das Grundkonzept des Patentrechts ist es, diejenigen Wirtschaftstreibenden für technische Innovationen mit einem territorial und zeitlich beschränkten Schutz der Innovation zu belohnen, damit sich Investitionen in Forschung und Entwicklung rechnen. Dieses Konzept gewinnt an Stärke, je effektiver der Schutz der Innovation ist. Das Einheitliche Patentgericht ist auf genau diesen Schutz spezialisiert und damit weltweit ein Unikat. Aus politischer Perspektive markiert seine Einführung am 1. Juni 2023 einen bedeutenden Erfolg, weil es einer großen Gruppe von EU-Mitgliedsstaaten gelungen ist, einen über Jahrzehnte kontrovers diskutierten Gedanken Realität werden zu lassen: eine einheitliche Wirkung eines Europäischen Patents in einem Großteil der EU samt ebenso einheitlicher und patentrechtlich spezialisierter Gerichtsbarkeit.
Dass das Einheitliche Patentgericht, das unter Praktikern nur kurz als der UPC für Unified Patent Court bezeichnet wird, selbst als moderne und effektive Gerichtsbarkeit konzipiert ist, zeigen einige Eckdaten: kurze Verfahrensdauern von einem Jahr für eine Instanz, Gültigkeit der Entscheidungen in einem Großteil der EU (siehe die in Blau gehaltenen Staaten), moderne Vertretungsregelungen, die Rechtsanwält*innen und Patentanwält*innen im Wesentlichen gleichstellen, sowie Gebührenreduktionen für kleine und mittlere Unternehmen.
EFFIZIENTE STRUKTUREN
Um zu verstehen, wie der UPC auch das europäische Patentsystem insgesamt effektiver macht, lohnt sich ein kurzer Blick auf dessen Struktur. Für die Prüfung und die Erteilung Europäischer Patente ist zentral das Europäische Patentamt, kurz EPA, mit Hauptsitz in München zuständig. Europäischen Patente werden vom EPA nicht nur für die Mitgliedsstaaten der EU, sondern auch für weitere Staaten im geografischen Europa erteilt, darunter die Schweiz, Großbritannien und die Türkei. Nach der Erteilung oder nach einem allfälligen Einspruchsver-
fahren vor dem EPA fällt die Zuständigkeit für das Europäische Patent im jeweiligen Land grundsätzlich den jeweiligen nationalen Ämtern und Gerichten zu.
Bevor der UPC die Möglichkeit eröffnete, für die Durchsetzung eines Europäischen Patents ein spezialisiertes Gericht mit länderübergreifendem Geltungsgebiet anzurufen, mussten sich die Patentinhaber*innen für die Verfolgung von Patentverletzungen an die nationalen Gerichte wenden, notfalls in jedem einzelnen Staat. Im Einzelfall zog dies schwierige Fragen zur Wahl des Gerichtsstands und teilweise divergierende Entscheidungen in verschiedenen Staaten nach sich.
Zentraler Baustein der Effizienzsteigerung des europäischen Patentsystems ist der breite territoriale Geltungsbereich der Entscheidungen des UPC in derzeit maximal 18 EU-Mitgliedstaaten einschließlich Deutschland, Italien und Österreich, gepaart mit den kurzen Verfahrensdauern. Zwar kann man sich immer noch die Frage stellen, bei welcher Kammer des UPC eine Klage eingereicht werden soll, beispielsweise bei einer der Lokalkammern in Wien oder München. Diese Entscheidung ist aber ungleich einfacher zu treffen, weil der territoriale Geltungsbereich der Entscheidung von dieser Wahl unabhängig ist.
Für sich würde das noch nicht notwendigerweise dazu führen, dass sich Patentinhaber*innen – oder Nichtigkeitskläger*innen, die ein Europäisches Patent anfechten wollen – mehrheitlich die UPC-Gerichtsbarkeit zunutze machen. Die Hinwendung zum UPC anstelle der nationalen Gerichte bei Klagen aus Europäischen Patenten dürfte eine Folge der fast ausnahmslos exzellenten Rechtsprechung sein, die der UPC in seiner jungen Geschichte abgeliefert hat.
Das gilt einerseits für die Kammern der ersten Instanz des UPC, was bei der inzwischen herausgegebenen Anzahl der Entscheidungen äußerst beachtlich ist. Es gilt aber im Besonderen für das Berufungsgericht mit Sitz in Luxemburg. Trotz der noch beschränkten Anzahl der Entschei-
dungen des Berufungsgerichts zeichnet sich dessen Rechtsprechung durch eine klare Linie aus, die weder den effektiven Innovationsschutz für die Patentinhaber noch den legitimen Wunsch nach Rechtssicherheit für Dritte außer Acht lässt. In Bezug auf patentrechtlich wichtige Fragestellungen vor allem zur erfinderischen Tätigkeit gelingt es dem Berufungsgericht, die etablierte Entscheidungspraxis des EPA nuanciert zu verbessern, ohne dabei mit gefestigten patentrechtlichen Grundsätzen zu brechen. Genau diese Leistung schafft bei Unternehmen das Vertrauen, den Schutz und die Durchsetzung der eigenen Innovation in die Hand des UPC zu legen. Vor diesem Hintergrund ist die rasante Entwicklung der Fallzahlen beim UPC keine Überraschung.
Tatsächlich hat der Erfolg des UPC auch beim EPA seine Spuren hinterlassen. Die durchschnittlichen Verfahrensdauern sowohl bei den Einspruchsverfahren als auch bei der Beschwerdeinstanz haben deutlich abgenommen. So erweist sich der UPC als Turbo, der dem europäischen Patentsystem zusätzliche Energie verleiht.

FLORIAN ROBL, PHD Partner bei Torggler & Hofmann Patentanwälte Wilhelm-Greil-Straße 16 6020 Innsbruck www.th-patent.at

Österreich ist laut EU-Forecast Wachstumsschlusslicht Europas. Drei Jahre Industrierezession sollten 2025 enden – doch statt Erholung treten strukturelle Defizite offen zutage. Sinkende Wettbewerbsfähigkeit, verlorene Jobs und ein Standort, der dringend einen Kurswechsel braucht.
Wenn der internationale Aufschwung einsetzt und der Standort trotzdem nicht anspringt, stimmt etwas Grundlegendes nicht“, analysiert
IV-Tirol-Präsident Max Kloger. „Das liegt nicht an äußeren Schocks – unsere Unternehmen sind robust. Das Problem sind hausgemachte Standortdefizite: zu hohe Lohnstückkosten, energiepolitische Unsicherheiten, ein Übermaß an Bürokratie und ein Genehmigungsrecht, das Investitionen verzögert statt ermöglicht. Und wir hängen exportseitig viel zu stark an Deutschland – an einem Wirtschaftsraum, der selbst seit Jahren an Schwung verliert. Diese Kombination bremst die Industrie inzwischen systematisch aus.“
WENN DER STANDORT AN SEINE GRENZEN KOMMT
Dass diese Standortschwächen längst wirtschaftliche Realität sind, zeigt sich in sämtlichen volkswirtschaftlichen Kennzahlen: stagnierende Produktivität, ein Energiepreisniveau über dem europäischen Vergleich, steigende Kosten und Verfahren, die Projekte über Monate oder Jahre blockieren. Kloger sieht die Auswirkungen deutlich: „Während andere Länder gezielt modernisieren, verlieren österreichische Betriebe Zeit, die sie im Wettbewerb nicht haben. Ohne Entlastung bei den Arbeitskosten, ohne planbare Energiepreise und ohne echte Entbürokratisierung lassen sich die Kostennachteile gegenüber unseren Mitbewerbern nicht mehr ausgleichen.“
Die Zahlen unterstreichen diese Entwicklung: In Tirol sind seit 2023 rund 2.500 Industriearbeitsplätze verloren gegangen, österreichweit sinkt die Investitionsbereitschaft spürbar. Nicht wegen fehlender Innovation, sondern weil Vorhaben im Dickicht der Verfahren stecken bleiben oder durch hohe Standortkosten unattraktiv werden.
INDUSTRIE ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT
Die aktuellen Personalmaßnahmen in Teilen der heimischen Industrie zeigen, wie eng die Spielräume geworden sind. Die Ursachen der Unternehmen mögen unterschiedlich sein – strukturell ist das Muster jedoch identisch: Wenn Investitionen nicht mehr darstellbar sind und Kostenrisiken steigen, greifen Betriebe schneller zu Maßnahmen, die sie unter besseren Rahmenbedingungen nicht setzen müssten. Für Max Kloger ist das ein ernstes Standortsignal: „Stellenabbau passiert nicht, weil Betriebe plötzlich weniger leisten – er passiert, weil neue Projekte und mutige Innovationsschritte sich am Standort nicht mehr rechnen. Das ist das eigentliche Problem.“ Österreichs Industrie sei stark genug, um Wachstum zu erzeugen, so Kloger – doch dafür brauche es politische Voraussetzungen, die Investitionen ermöglichen. „Unsere Unternehmen wollen modernisieren, automatisieren, expandieren – aber sie können es zu oft nicht dort, wo sie es wollen: am heimischen Standort.“ Wenn Kosten, Verfahren und Energiepolitik Investitionen bremsen, verliere der Standort jene Dynamik, die er für die nächsten Jahre dringend brauche.
Während Österreich mit strukturellen Bremsen kämpft, entsteht in Europa ein industrielles Wachstumsfeld, das in dieser Dimension seit Jahrzehnten nicht existierte. Mit „ReArm Europe“ und „Readiness 2030“ mobilisiert die EU bis 2030 rund 800 Milliarden Euro für Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit. Deutschland investiert zusätzlich rund 500 Milliarden Euro über sein Sondervermögen. Entlang dieser Programme entstehen neue Märkte: Sensorik, Cybertechnologie, Robotik, Software, industrielle Systeme – alles Bereiche, in denen österreichische Unternehmen eigentlich stark po-

„UNSERE UNTERNEHMEN WOLLEN MODERNISIEREN, AUTOMATISIEREN, EXPANDIEREN –ABER SIE KÖNNEN ES ZU OFT NICHT DORT, WO SIE ES WOLLEN: AM HEIMISCHEN STANDORT.“
IV-Tirol-Präsident Max Kloger
sitioniert sind. Für den IV-Tirol-Präsidenten ist klar: „Europa investiert in einem Umfang, der unsere technologischen Stärken perfekt adressiert. Es wäre fahrlässig, wenn Österreich seine Unternehmen durch alte Export- und Genehmigungsregeln aus diesen Zukunftsfeldern ausschließt.“ Moderne, rechtssichere Rahmenbedingungen seien Voraussetzung dafür, dass heimische Betriebe an europäischen Beschaffungen teilnehmen können und Wertschöpfung im Land bleibt.
WETTBEWERBSFÄHIG ZUR NATIONALEN PRIORITÄT MACHEN Österreich steht an einem industriepolitischen Wendepunkt. Drei Jahre Rezession wären verkraftbar gewesen – die eigentliche Bewährungsprobe beginnt jetzt: Die Erholung kommt nicht in der Industrie an. Nicht weil die Unternehmen zu schwach wären, sondern weil der Standort zu wenig Möglichkeiten bietet, Stärke in Wachstum zu verwandeln. Für Kloger ist der Befund eindeutig: „Wir brauchen keinen Überlebensmodus –wir brauchen einen Zukunftsmodus. Unsere Industrie kann Wachstum erzeugen, aber dafür müssen wir sie endlich in die Lage versetzen.“ Die kommenden Jahre würden darüber entscheiden, ob Österreich ein Industrieland mit Wertschöpfung, Exportkraft und hochwertigen Arbeitsplätzen bleibe – oder ob es weiter an Tempo verliere. Er knüpft diese Diagnose direkt an die anstehende Industriestrategie der Bundesregierung. Für Kloger steht fest: „Diese Strategie darf kein Sammelsurium an Überschriften sein. Sie muss die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zur nationalen Toppriorität machen – klar, verbindlich und mit konkreten Maßnahmen.“ PR
WAS DIE INDUSTRIE
JETZT BRAUCHT:
A RBEIT & KOSTEN
• Senkung der Lohnnebenkosten
• Entlastung produktiver Arbeit
• Attraktivere und schnellere Abschreibungen für Investitionen
E NERGIE & VERSORGUNGSSICHERHEIT
• Planbarer Industriestrompreis
• Beschleunigter und politisch priorisierter Wasserkraftausbau
• Rascher Netzausbau für Industrie- und Standortentwicklung
B ÜROKRATIE & VERFAHREN
• Durchgängig digitale und automatisierte Genehmigungsprozesse
• Verbindliche Fristen und klare Zuständigkeiten
• Ende der Übererfüllung europäischer Vorgaben („Gold Plating“)
H ANDEL & MÄRKTE
• Ratifizierung internationaler Abkommen (z. B. Mercosur)
• Konsequente Exportdiversifikation
• Europäischer Marktzugang auch für sicherheitsrelevante Technologien

Finally! Porsche hat es geschafft und seinen Cayenne als Vollelektro-Version lanciert. Damit ist es den Stuttgartern erstmals gelungen, den Mythos der Sportwagenmarke erfolgreich auf ein neues Marktsegment zu übertragen. Schon kurz nach seiner Weltpremiere im September 2002 wurde der sportliche Allrounder zum Erfolgsmodell. Nun beginnt mit dem Electric eine neue Ära. Erhältlich ist der Neue in zwei Ausführungen: Der Cayenne Electric und der Cayenne Turbo Electric kommen beide mit Allradantrieb sowie dem elektronischen Porsche-Traction-Management. Die Fahrleistungen sind beeindruckend. Der Turbo beschleunigt aus dem Stand in 2,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h. Möglich wird diese starke E-Performance durch ein neu entwickeltes Antriebssystem, das bei Aktivierung der Launch Control bis zu 850 kW (1.156 PS) Leistung und bis zu 1.500 Nm Drehmoment entwickelt. Das System ist eine Innovation aus dem Motorsport. Im normalen Fahrbetrieb stehen bis zu 630 kW (857 PS) zur Verfügung. Die maximale Reichweite soll laut Angaben bei 642 Kilometern liegen, die Rekuperation liegt auf Formel-1-Niveau. Das hat allerdings seinen Preis. Eingesteigen wird in der Turbo-Version bei 170.000 Euro. Der „herkömmliche“ Cayenne Electric verfügt über einen 300-kW-Elektromotor, der sich mit der Launch Control auf 325 kW pushen lässt (408 / 442 PS). Der Startpreis liegt bei rund 110.000 Euro. Zum Design und zur Verarbeitung braucht es nicht viele Worte. Der neue Cayenne ist unverkennbar ein Porsche.

Mit geschärftem Design, aufgewertetem Interieur und einer besonders sportlichen Ausstattungsvariante ist der neue Toyota Corolla Cross ins 2025er-Modelljahr gestartet. Rund drei Jahre nach Markteinführung erhält der Corolla Cross damit seine Frischzellenkur: Die Frontpartie schmückt nun ein wabenförmiger Kühlergrill, der nicht nur optische Akzente setzt, sondern auch die Luftzufuhr zum Motor verbessert. Neben LED-Scheinwerfern kommt im Topmodell zudem adaptives Fernlicht zum Einsatz, das für optimale Sicht und Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgt, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Den Vortrieb übernimmt der nach wie vor in zwei Leistungsstufen erhältliche Hybridantrieb, der auf Wunsch mit einem erweiterten Allradsystem vorfährt. Das Basismodell bildet ein 1,8 VVT-i Hybrid mit einer Systemleistung von 140 PS. Zu haben ab 34.000 Euro.

Seit mehreren Jahrzehnten ist Peugeot ein wichtiger Akteur auf dem europäischen Markt für Limousinen und Kombis im C-Segment. Der 308 ist Teil der Erfolgsgeschichte und zählt in zahlreichen Ländern zu den meistverkauften Modellen in seinem Segment. Die Neuauflage hebt das ohnehin schon hohe Fahrvergnügen abermals auf ein neues Niveau, eine große Auswahl an Motorisierungen bedient dabei ein breites Feld an Kundenschichten. Mit dabei ist auch ein effizienter E-308. Optisch hüllt sich der neue 308 in elegantes, französisches Flair: Als Erster der Produktpalette trägt er ein beleuchtetes Markenemblem – ein echtes Markenzeichen (ab Ausstattungsversion GT). Die neue Frontpartie umfasst außerdem einen neu gestalteten Kühlergrill sowie eine neue charakteristische Drei-Krallen-Lichtsignatur. Die Kompaktlimousine ist ab rund 22.000 Euro erhältlich.


Sina Dobler (Assistenz Marketing), Maximilian Mayr (Markenleitung Peugeot & Citroën), Markus Geiger (Assistenz Gesamtverkaufsleitung & Marketing), MichaEmanuel Hauser (Gesamtverkaufsleitung), Mag. Michael Mayr (Geschäftsführer & Inhaber) und Viktoria Mayr (Personalmanagement)
Einmal mehr befindet sich der Autopark rund um Geschäftsführer und Inhaber Michael Mayr auf Wachstumskurs. Unmittelbar zur Zentrale am Langen Weg in Innsbruck eröffnete in der Andechsstraße der sechste eigene Standort des Familienbetriebs, außerdem zogen bei Tirols ältestem Ford- und mittlerweile Mehrmarkenhändler mit Peugeot und Citroën 2025 zwei zusätzliche Marken ein, die das bestehende Sortiment aus Ford, Volvo, Suzuki und Polestar strategisch ergänzen. Das KIA- und Madza-Service bleibt selbstverständlich erhalten, außerdem ist der Autopark größter Anbieter für Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen in Tirol. Im vergangenen Jahr wurde mit 240 Mitarbeiter*innen ein Umsatz von rund 104 Millionen Euro erzielt, etwa 21,5 Millionen Euro stammen dabei aus dem After-Sales-Bereich. Mit den Verkaufszahlen im heurigen Jahr liege man auf Kurs, so Mayr, etwa 5.000 Firmenkund*innen im Bestand bilden dafür eine solide Basis. Von Jänner bis Oktober wurden 2.533 Fahrzeuge verkauft, der E-Anteil liegt bei 15 Prozent. Mit über 100 Fahrzeugen ist der Ford Explorer EV der definitive Bestseller. Mit 518 kWp Photovoltaikleistung, 44 Ladepunkten, zwei Superchargern und rigoroser LED-Umrüstung setzt der Autopark außerdem konsequent auf Energieeffizienz und Elektromobilität.

Dass Kia in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen hat, hat nicht nur mit dem Imagewechsel und der Einführung nachhaltiger Antriebsstränge, sondern vor allem mit ihrer Stärke für das Erkennen von Angebotslücken zu tun. Insofern ist Kia mit dem neuen EV4 nur den logischen Schritt dahingehend gegangen, auch einen Elektro-Kompaktwagen anzubieten.
TEXT: FELIX KASSEROLER // FOTOS: TOM BAUSE
Während Kias EV3 eher in Richtung Kompakt-SUV tendiert, kommt mit dem EV4 nun ein – wenn auch leicht erhöhter –Kompaktler, sowohl als Fast- als auch Hatchback. Wir haben uns den neuen EV4 Hatchback in der Topausstattung GT-Line näher angeschaut und bereits am Exterieur wird deutlich, dass sich die Ingenieure bei Kia auch beim EV4 ordentlich angestrengt haben. Großzügig verteilte, in Hochglanzschwarz gehaltene Designelemente bilden einen sauberen Kontrast zum Weiß und verleihen dem Gesamtkonzept etwas mehr Tiefe und Ausdruck. Breite Schultern erhält der EV4 im Übrigen durch die weit außen angesiedelten Voll-LED-Frontscheinwerfer, deren Vertical-Cube-Signatur der Frontansicht einen futuristischen, beinahe angriffslustigen Blick verleiht. Dasselbe gilt für das Heck. Auch hier wird die Zugehörigkeit zur Kia-EV-Familie durch die Formgestaltung deutlich. Wem die Hatchback-Variante mit ihrer lang nach hinten gezogenen, kaum abfallenden Dachlinie und fast senkrechtem Heck nicht gefällt, dem liegt vielleicht die Fastback-Variante, wenngleich man hier aufgrund des sportlicheren Designs etwas an Platz im Fond verzichten muss. Dank GT-Line fußt der EV4 in unserem Fall auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, serienmäßig kommt er mit 17-Zöllern.
Ob Hatch- oder Fastback: Das Interieur gibt sich in jedem Fall modern, obgleich großteils bekannt aus Schwestermodellen. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Dreierbildschirm-Gespann, bestehend aus einem 12,3 Zoll großen Instrumentencluster, einem ident großen Navigations- und Entertainmentdisplay sowie einem die bei-
den Bildschirme nahtlos verbindenden 5,3 Zoll großen Display zur Einstellung der Klimaautomatik. Die Handhabung erfolgt intuitiv und einfach, besonders toll ist, dass sich das Entertainment nahezu unbegrenzt individualisieren lässt, sodass sich jeder sein eigenes Setup konfiguieren kann. Und für die wichtigsten Einstellungen gibt es erfreulicherweise noch haptische Tasten und Regler über der Mittelkonsole.
Highlights der großzügig ausgestatteten GT-Line-Ausstattung sind die beheiz- und belüftbaren Premium-Relaxation-Kunstledersitze in der ersten Sitzreihe sowie das Harman-Kardon-Premium-Soundsystem. Auch ein Head-up-Display gibt es für den Preis ab 55.040 Euro mit dazu. Die Platzverhältnisse fallen trotz der eher kompakt gehaltenen Abmessungen von 4,43 Metern Länge, 1,86 Metern Breite und rund 1,5 Metern Höhe ungewöhnlich großzügig aus, was nicht zuletzt an der fast horizontal verlaufenden Dachlinie liegt. Das betrifft sowohl Kopf- als auch Beinfreiheit und gilt im Übrigen für die erste Sitzreihe als auch den Fond. Und auch das Kofferraumvolumen lässt mit 435 bis 1.391 Litern so manchen Kompakt-SUV links liegen. Die Fastback-Variante fasst ganze 490 Liter im Ladeabteil, was der knapp 30 Zentimeter längeren Karosserie zu verdanken ist.
DIE MOTORISIERUNG STIMMT
Angetrieben wird der EV4 in jedem Fall von einem Elektromotor an der Vorderachse mit einer maximalen Leistung von 150 kW (204 PS) und einem maximalen Drehmoment von 283 Newtonmetern. Dadurch beschleunigt der knapp 1,9 Tonnen schwere EV4 in 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 170 km/h elektro-


KIA EV4 GT- LINE
Antrieb: Front
Leistung: 150 kW/204 PS
Drehmoment: 283 Nm
Beschleunigung: 0–100 km/h: 7,7 sec
Spitze: 174 km/h
Reichweite (lt. WLTP): 440 km
Ladedauer (von 10 auf 80 %): 31 Min.
Spaßfaktor: 8 von 10
Testwagenpreis: 55.040 Euro
nisch abgeriegelt. Was auf den ersten Blick etwas untermotorisiert wirkt, bestätigt sich im Praxistest nicht. Die Leistung des Elektromotors ist für den Alltagsgebrauch völlig ausreichend. So lädt der EV4 lädt nicht nur zum entspannten Cruisen ein, sondern meistert besonders im Sportmodus auch raschere Überholmanöver ohne größeren Widerstand. Auch in Sachen Reichweite macht der EV4 Freude. Die GT-Line kommt stets mit der größeren 81,4-kWh-Batterie, daneben gibt es eine 58,3-kWh-Variante. Damit lassen sich bei einem angegebenen Verbrauch um die 15 kWh/100 km zumindest laut Datenblatt 625 bzw. 440 Kilometer zurücklegen. Aufgrund der vergleichsweise geringen Ladeleistung von nur 128 kW bzw. 101 kW dauert der Ladevorgang an der Schnellladesäule von zehn auf 80 Prozent 31 bzw. 29 Minuten, an der heimischen Wallbox gelingt die Vollladung bei 11 kW in sieben bzw. fünf Stunden. Das Fahrwerk ist generell auf Komfort ausgerichtet und bleibt trotzdem straff in den Kurven, sodass man den EV4 jederzeit unter Kontrolle hat. Dasselbe gilt für die Lenkung, direkt und straff, ohne durch zu viel sportliche Abstimmung das Fahrgefühl abzuwerten. Im Ergebnis also ein fein abgestimmter Kompaktwagen, der sich dank des kleinen Wendekreisradius von nur 5,4 Metern auch in der Stadt wunderbar rangieren lässt. Zu haben gibt es den stylischen Kompaktler in der Einsteigervariante ab 39.590 Euro, in der beinahe vollausgestatteten GT-Line sind die angegebenen 55.040 Euro fällig. Für Letztere sind überhaupt nur das Panoramadach und Lackierungen als Option erhältlich, sodass sich der Preis selbst bei deren Auswahl nur minimal nach oben korrigieren wird. Unterm Strich liefert Kia mit dem EV4 einen konkurrenzfähigen Kompaktwagen zu einem soliden Preis, der sich in sämtlichen Alltagssituationen wunderbar zurechtfindet.




Oben links: Julia Knoll aus dem Hotel Marent in Fiss ist Patissière des Jahres // Rechts: Wirtin Barbara Hirner von der Grawandhütte im Zillertal, die zur „Hütte des Jahres 2026“ gewählt wurde // Unten links: Maximilian Stocker ist Küchenchef in der Genießerstube im Alpenhof in Hintertux und steht stellvertretend für die vielfältige Spitzenkulinarik des Zillertals // Rechts: Das Schloss Mitterhart in Vomp unter der Leitung von Andreas und Yvonne Mair erkochte sich seine erste Haube
Welche Restaurants steigen ein, auf und aus, welche Gastronom*innen und Winzer*innen werden ausgezeichnet und schließlich: Wer wird neuer Koch des Jahres? Antworten darauf liefert der neue Gault&Millau-Guide 2026, der Mitte November präsentiert wurde. Auf letztere lautet sie übrigens Vitus Winkler aus St. Veit im Pongau. Er zählt heute zu den spannendsten Köchen Österreichs – und das nicht nur wegen seiner Kreativität am Herd, sondern auch wegen seiner klaren Haltung zur Kulinarik. Die Patissière des Jahres kommt übrigens aus Tirol und werkt im Bruderherz Fine Dine, dem À-la-carte-Restaurant des Marent in Fiss. Die Patisserie gilt als die Königsdisziplin der Küche, verbinden sich in ihr doch Präzision, Kreativität und Sinn für Ästhetik. Die Desserts von Julia Knoll haben die Tester*innen besonders überzeugt. Und auch die „Hütte des Jahres“ steht mit der Grawandhütte in Tirol. Generell zeigt sich, dass die Anzahl der Spitzenbetriebe in Österreich weiter steigt. Im Restaurantguide 2026 wurden insgesamt 780 Restaurants mit einer oder mehreren Hauben ausgezeichnet, Tirol liegt dabei an der kulinarischen Spitze. Unser Bundesland verzeichnete mit fünf neuen Restaurants den größten Zuwachs an Spitzenbetrieben mit 17 Punkten oder mehr, auch die Hitparade der Spitzenbetriebe mit vier oder fünf Hauben führt heuer wieder Tirol (25) vor Wien (15) und Salzburg (14) an. Höchster Neueinsteiger der ingesamt 69 Neuzugänge ist der Tannerhof in St. Anton mit 18 Punkten und vier Hauben.





Le Temps (französisch: Zeit) steht bei Alexander Schreiner, Inhaber des gleichnamigen Geschäfts „LE TEMPS BY ALEXANDER SCHREINER“, nicht nur für die Anzeige der Zeit, vielmehr geht es um exklusive und edle Begleiter mit zeitlosem Design und der Präzision vergangener Tage. Sein Unternehmen hat sich vorwiegend auf Vintageuhren im Luxussegment spezialisiert.
Die Leidenschaft für Uhren begleitet
Alexander Schreiner seit früher Kindheit. Damals war es üblich, zur Firmung eine schöne Uhr geschenkt zu bekommen, die einen ein Leben lang begleiten und an dieses besondere Ereignis erinnern sollte. Im Jahr 2010 wurde aus dieser Leidenschaft sein Business – als Teilhaber eines Uhrengeschäfts in der Innsbrucker Innenstadt. Seit 2023 führt der Uhrenexperte Alexander Schreiner nun sein eigenes Geschäft in der Haller Rosengasse. Hier finden Liebhaber schöner und edler Zeitmesser Uhren der Luxusklasse wie Patek Philippe, IWC, Breguet, Rolex, Omega, Cartier und von vielen weiteren, gefragten Marken. Dabei handelt es sich vorwiegend um Uhren aus der Zeit von 1950 bis 1990, von denen nur wenige produziert wurden, bzw. um Exemplare, die als sogenanntes „Full Set“ angeboten werden. Diese Uhren werden mit der origi-
nalen Auslieferungsbox sowie den originalen Dokumenten verkauft. Das Ausschlaggebendste bei einer Vintageuhr sind und bleiben jedoch der Gesamtzustand sowie kleine Details wie seltene Aufdrucke auf den Zifferblättern oder spezielle Kaliber (Uhrwerke). So kann eine Uhr 5.000 Euro kosten und dieselbe im nahezu ungetragenen Zustand das Doppelte. Ein breites Netzwerk sowie gute Kontakte ermöglichen es außerdem, auch begehrte und am Markt schwer erhältliche Uhren für Kunden aufzutreiben. Für solche Unternehmungen nimmt Alexander Schreiner oft Reisen bis zu 1.000 Kilometer in Kauf, um die Stücke vor Ort zu begutachten. Selbstverständlich finden sich im Geschäft auch Uhren aus aktueller Produktion.
In seinen individuellen Beratungen unterstützt der Uhrenexperte feinfühlig, um genau jenen Zeitmesser auszuwählen, der zum
Stil und der Persönlichkeit des Trägers passt. Das gesamte Sortiment findet sich auf der Website. Als Spezialist mit jahrzehntelanger Erfahrung betreut Alexander Schreiner zudem einen Uhrenfonds für eine bekannte Tiroler Unternehmerfamilie, die in den letzten Jahren einen beachtlichen Wertzuwachs erfahren hat. Edle Uhren sind nicht nur im Trend, sondern stellen auch eine interessante Anlageform dar. PR

BY ALEXANDER SCHREINER
Rosengasse 7, 6060 Hall in Tirol Tel.: 0664/3307548, info@letemps.watch www.letemps.watch

Herbert Pixner, Gregor Bloéb, Volksschauspiele-Geschäftsführerin Julia Neuner, Regisseur Thomas Gassner und Dramaturg Florian Hirsch
Viele Worte braucht’s nicht zum Programm 2026 der Tiroler Volksschauspiele in Telfs. Seit Gregor Bloéb deren Leitung übernommen hat, war jedes Stück fulminant. Wir erwarten also auch für kommendes Jahr Großes und wir sind sicher, das wird‘s. Für Felix Mitterers „Feuernacht“ wird die Südtiroler Siedlung in Telfs dabei zur Open-Air-Bühne, der grandiose Herbert Pixner liefert die Live-Musik dazu. In Koproduktion mit den Vereinigten Bühnen Bozen findet zudem wieder eine Marathonlesung statt, die in der Vergangeneheit erstaunlich großen Anklang fand. Tickets sind bereits zu haben, viele davon auch schon verkauft. Also schnell sein! www.volksschauspiele.at

Sag noch einer, dass Essen aus der Dose nix ist. Eingelegte Sardinen haben mittlerweile Kultstatus erreicht und sogar Einzug in die gehobene Gastronomie gehalten. Im Grander Restaurant in Wattens stehen sie etwa als „gin&tin“ oder „vin&tin“ auf der Barkarte. Dann sucht man sich sein Lieblingsdöschen aus und bekommt einen Gin Tonic oder wahlweise ein Glas Wein dazu. Und wer Sardine sagt, der muss auch NURI sagen. Im Atlantik vor der Küste Portos am Morgen gefangen, werden die Sardinen für die Nuri-Dosen tagesfrisch in 14 aufwendigen Arbeitsschritten noch komplett per Hand verarbeitet. Wir können bestätigen: Das schmeckt man. In seinem NURI-Buch zeichnet Jakob Glatz den Weg der Sardine vom Meer auf den Teller nach und liefert auch gleich Rezepte mit, was man mit den Fischleins anstellen kann, wenn man sie mal nicht pur mit knackig-frischem Brot genießen möchte. Wir haben uns schon reingekostet und rundum Freude.

Das Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau zählt mit 114 Pistenkilometern, modernen Liftanlagen und zahlreichen Highlights zu den beliebtesten Skigebieten Tirols. Um Wintersportler*innen auch künftig bestmögliche Bedingungen zu bieten, wurde auch für die kommenden Wintersaison kräftig in die Infrastruktur investiert – insgesamt rund drei Millionen Euro flossen unter anderem in optimierte Pistenqualität und innovative Zugangssysteme. Verbesserungen gibt’s auch für Kinder und Skianfänger. Unser Tipp: Am besten selbst ausprobieren! Wir freuen uns besonders aufs Nachtskifahren am Reither Kogel (donnerstags und freitags) und lässige Events. Weitere Infos unter www.skijuwel.com/winter
TIPP

DAS GROSSE NURI SARDINEN KOCHBUCH Wie der Fisch in die Dose und die Dose auf den Teller kam.
Jakob Glatz, Brandstätter Verlag 208 Seiten, EUR 35,–

Was schenkt man Menschen, die schon alles haben? Unser Tipp: Ein Stück vom Glück. Die Dinner-&-Casino-Gutscheine der Casinos Austria sind ein besonderes Geschenk, das Stil und Genuss vereint. Für 79 Euro pro Person erwartet Sie dabei ein rundum gelungenes Erlebnis: Ein exklusives 4-Gänge-Menü, das alle Sinne verwöhnt, Begrüßungsjetons im Wert von 10 Euro, ein Glas Sekt oder eine alkoholfreie Alternative zum Anstoßen – und als Highlight ein „1.000-Euro-Chance-Jeton“, mit dem das Glück beim Roulette vielleicht gleich doppelt lächelt. Ob romantischer Abend zu zweit, Überraschung für einen Lieblingsmenschen oder stilvolles Dankeschön: Dinner & Casino ist weit mehr als nur ein Gutschein. Es ist ein Abend voller Genuss, Lachen, Spannung und unvergesslicher Momente. Zum Bestellen scannen Sie einfach den QRCode. Und weil man die Gutscheine auch selbst ausdrucken kann, sind sie das optimale Last-Minute-Geschenk.


Unisex-Daunenjacke im Anorak-Design, 669 Euro

Unisex-Cordhemd mit Brusttaschen, 199 Euro

275 Euro

Die aktuelle Winterkollektion von Colmar vereint urbane Klarheit, frische Farben und sportliche Inspiration. Mit dem Fokus auf innovative Silhouetten und Details präsentiert die Marke eine Vielfalt an Styles, von den ikonischen Daunenjacken bis hin zu modernen Wendejacken und Oversize-Looks.

449 Euro

Midirock aus Kunstleder, 319 Euro Glänzende Daunenjacke für Damen mit hohem Kragen, 455 Euro

THE WINTERLOOK YOU’VE BEEN WAITING FOR BY COLMAR
Neue Materialien, Hybriddesigns und trendbewusste Highlights machen die Winterkollektion zum perfekten Begleiter für alle, die Stil, Wärme und Originalität gleichermaßen lieben. Die neue Kollektion ist im Colmar Store Innsbruck, Rathaus Galerien, Anichstraße 8 erhältlich.
Beim Lesen wächst Seite um Seite neuer Raum. Bücher begleiten, inspirieren, öffnen – neue Perspektiven und neue Gedanken.

PAULO COELHO, DIOGENES VERLAG, 128 SEITEN, EUR 15,99
Ein Nachtfalter verliebt sich hoffnungslos in einen Stern am Himmel. Als er ihn zu erreichen versucht, entdeckt er die Schönheit der Welt. Paulo Coelho scheibt wie immer: schön, elegant, mit Stil. 33 Geschichten auf 128 Seiten – für eine kurze Pause zwischendurch.

Karsten Thormaehlen
Knesebeck Verlag, 136 Seiten, EUR 30,80
Was bedeutet es, ein ganzes Jahrhundert zu leben? Der Fotograf Karsten Thormaehlen porträtiert in seinem Bildband mehr als 50 Hundertjährige aus aller Welt, Mit seinen reduzierten, persönlichen Aufnahmen macht er Weisheit, Kraft und Schönheit des Alters sichtbar. Begleitet werden die Fotografien von kurzen Texten von Constanze Kleis, in denen die Porträtierten ihre Erfahrungen und ihr Wissen über Liebe, Gesundheit und ein erfülltes Leben teilen. „100 Jahre Lebensglück“ ist eine eindrucksvolle Hommage an das lange Leben und ein Plädoyer für das Altern in Würde. Schön!

KNÄCKEBLUT
BJÖRN BERENZ, BLANVALET VERLAG, 448 SEITEN, EUR 13,40
Schweden können Thriller, und sie können Humor. Björn Berenz verbindet in seiner „Knäcke“Serie spannend-skurrile Geschichten mit einem Schreibstil, den man einfach gerne liest. Perfekt für den Weihnachtsurlaub.
RUTH KVARNSTRÖM-JONES BLANVALET VERLAG, 576 SEITEN, EUR 18,50
1912: Stockholm ist eine Stadt im Aufschwung, mitten im Zentrum an der Hamngatan wurde soeben das prunkvollste Kaufhaus Nordeuropas errichtet. Märtas Freude über ihre dortige Anstellung wird getrübt, als ihr deutscher Verlobter inmitten der aufziehenden Kriegswirren nach Hause zurückkehren muss, um seinem Land zu dienen.
Doch sie gibt die Hoffnung nicht auf. Einfach ein schönes Buch.

„WENN ES MIR SCHLECHT GEHT, GEHE ICH NICHT IN DIE APOTHEKE, SONDERN ZU MEINEM BUCHHÄNDLER.“
Philippe Dijan

SY MONTGOMERY, DIOGENES VERLAG, 432 SEITEN, EUR 26,80
Sy Montgomery ist eine vielfach ausgezeichnete amerikanische Naturforscherin, Drehbuchautorin und Verfasserin von über 20 Sachbüchern. Und sie ist eine wunderbare Geschichtenerzählerin. Das hat sie bereits in „Rendezevous mit einem Otkopus“ bewiesen, mit den Schildkröten macht sie es einmal mehr.


Wenn sich vom 30. Jänner bis 8. März 2026 Tanz in all seinen Facetten über Innsbruck entfaltet, ist es wieder so weit: Das Innsbruck Winter Dance Festival (IWDF) geht in die dritte Runde. Enrique Gasa Valga präsentiert als künstlerischer Leiter ein Programm voller Leidenschaft, Surrealismus und Energie.
as Winter Dance Festival geht 2026 in seine dritte Saison und ist quasi seit Beginn nicht mehr aus dem Kulturkalender wegzudenken. Und das Programm, das Enrique Gasa Valga mit seiner Limonada Dance Company auf die Beine gestellt hat, ist wieder so reichhaltig wie spannend: Mehr als ein Monat lang werden begnadete Tänzerinnen und Tänzer sämtliche Spielarten der Emotion auf die Bühne bringen. Enrique Gasa Valga wird dabei auch wieder selbst auf der Bühne zu sehen sein.
Den feierlichen Beginn der drei Hauptshows markiert Gasa Valgas neu überarbeitete Fassung von „Carmen“. Der spanische Choreograf zeigt den weltbekannten Stoff in einer energiegeladenen Version, unterstützt von der renommierten spanischen Company Factoria de Dansa von LaFACT aus Katalonien. Zwei Gasttänzerinnen bereichern das Ensemble und setzen mit ihren Einflüssen neue Akzente.
WELTURAUFFÜHRUNG
Nur wenige Tage später folgt das nächste
Highlight: Am 26. Februar feiert „Saving Sal-
• 15. Februar 2026: Öffentliche Probe, Studio Linedancemoves, Telfs
• 18. bis 22. Februar 2026: „Carmen“, Limonada Dance Company, Congress Innsbruck
• 26. Februar bis 5. März 2026: „Saving Salvador – Ein Tribut an Dalí“ (Uraufführung), Limonada Dance Company, Congress Innsbruck
• 7. & 8. März 2026: „Los Bailes Robados“, Compañía David Coria, Congress Innsbruck
Tickets sind bei der Innsbruck Information am Burggraben 3 erhältlich oder scannen Sie einfach den QR-Code. www.innsbruck.dance
vador – Ein Tribut an Dalí“ Weltpremiere. Inspiriert vom Leben Salvador Dalís erzählt Enrique Gasa Valga eine tief bewegende Geschichte zwischen Traum und Realität, zwischen Künstler und Mensch. Mit dem einfachen katalanischen Zuhause und dem glitzernden Zeitalter des Ruhms prallen dabei zwei Welten aufeinander. Die italienischen Bühnenbildner Alberto Talarico und Valeria Angesi verwandeln die Bühne der Dogana in Innsbruck dafür in eine surreale Traummaschine aus Bewegung, Licht und Symbolik. Inspiriert von katalanischer Volksmusik über Pariser Chansons bis hin zu Jazz und Broadway erschafft Roberto Tubaro eine eigens komponierte Klanglandschaft, die von Greta Marcolongo und einem Ensemble weiterer brillanter Musiker*innen live vertont wird. Die Rolle des Dalí teilen sich Simone Centonze und Enrique Gasa Valga selbst – zwei Gesichter, ein Geist. Zum Abschluss holt der künstlerische Leiter die gefeierte Compañía David Coria nach Tirol, die mit „Los Bailes Robados“ die Leidenschaft und Kraft des zeitgenössischen Flamencos auf die Bühne bringt – intensiv, expressiv und gesellschaftlich relevanter denn je.

Wie in der Kellerei Kurtatsch mit vereinten Kräften nachhaltig Weingeschichte geschrieben wird.
ie Kellerei Kurtatsch befindet sich direkt an der Südtiroler Weinstraße im gleichnamigen Dorf, umgeben von den beeindruckendsten Lagen des italienischen Weinbaus. Sie ist eine der ältesten und kleinsten Kellereigenossenschaften Südtirols und gehört heute zu den besten Weinproduzenten der Region. Ihre Lagen reichen dabei von 220 bis 900 Höhenmeter. Der Höhenunterschied von fast 700 Metern in einem Weinbaudorf ist einzigartig in Europa, die unterschiedlichen Lagen geben die Philosophie der südlichsten Genossenschaft der Provinz vor: unverwechselbare Weine zu produzieren, die ihren Standort optimal widerspiegeln.



Das außergewöhnliche Terroir, also die geografischen, geologischen und klimatischen Eigenschaften der Kurtatscher Weinberge, ist das Markenzeichen der Kellerei. In den steilen Kurtatscher Weinbergen findet jede Rebsorte ihre optimalen Bedingungen. Die tiefer gelegenen, sehr warmen und steil abfallenden Lagen auf Lehm- und Schotterböden mit Temperaturen bis zu 40 Grad im Sommer gehören zu den heißesten Orten Italiens und sind prädestiniert für die Produktion von internationalen Spitzenrotweinen mit alpinem Charakter. Die Weißweintrauben wachsen vorwiegend auf steilen, kalkhaltigen Böden in luftigen Höhen bis zu 900 Meter über dem Meer und profitieren stark von den abkühlenden nächtlichen Fallwinden. Das Ergebnis: unverwechselbare Gebirgsweine mit einzigartiger Ausdruckskraft. Die jähr-



liche exzellente Traubenqualität und die lange Tradition, verbunden mit moderner Technologie und Know-how, haben die Weine der im Jahr 1900 gegründeten Kellerei international bekannt gemacht. Das junge Team um Obmann Andreas Kofler und Kellermeister Erwin Carli hat sich dem Weg des kompromisslosen Strebens nach höchster Qualität verschrieben.
GEMEINSCHAFT UND HERKUNFT
ALS ERFOLGSFAKTOREN
Die 190 Weinberge befinden sich zu 80 Prozent im Gemeindegebiet von Kurtatsch und werden von 190 Mitgliedern bewirtschaftet. Diese kleine Struktur garantiert hand-
werkliches Arbeiten und eine hohe Flexibilität im Weinberg. Jedes Mitglied hat einen besonderen Bezug zum eigenen Weinberg und kennt jede einzelne Rebe. Dieses unschätzbar wertvolle Wissen, welches seit 125 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wird, gepaart mit der kleinen Struktur der Kellerei (1 ha Rebfläche pro Mitglied) bietet beste Voraussetzungen für die Produktion einzigartiger und charaktervoller Terroirweine.
Die Vorteile einer solch kleinstrukturierten Genossenschaft sind zahlreich. Nicht umsonst hat die Kellerei Kurtatsch seit ihrer Gründung im Jahr 1900 so einige schwere Rückschläge und Krisen erfolgreich meis-
Kurtatsch liegt direkt an der Südtiroler Weinstraße. Rund um den Ort bestimmen steile, der Sonne zugwandte Weinberge das Bild. Insgesamt bewirtschaften die 190 Mitglieder der Kellerei Kurtatsch in behutsamer Handarbeit 190 Hektar Weinberge, 80 Prozent davon liegen im Gemeindegebiet.

tern können. Alles dank dem gelebten Leitsatz: mit vereinten Kräften. „Unser Ansatz ist es, gemeinsam mit unseren Mitgliedern eine nachhaltige Zukunft zu gestalten“, so Kofler. Dass dies mit einer hervorragenden Qualität der Weine einhergehen kann, zeigen die unzähligen Auszeichnungen und Prämierungen
Die rigorose Lagenphilosophie der Kellerei ist auch in der Vinothek und in den angebotenen Erlebnissen spürbar. Neben der beeindruckenden Dolomitfassade, einer stilisierten Nachbildung der charakteristischen Felswände in Kurtatsch, ist die Verbundenheit zum Terroir im TERROIR-Parcours erlebbar. Die Spitzenweine der Kellerei können beim Erlebnis „Top of Kurtatsch“ verkostet werden, eine Zeitreise in die Geschichte erlebt man beim Angebot „Back in time“, einer exklusiven Vertikalverkostung gereifter Jahrgänge im Gründungsort, dem Ansitz Freienfeld. Terroir hautnah erleben kann man bei der Weinexpedition, einer Ganztagestour durch die Kurtatscher Weinberge, bei der die Weine direkt an ihrem Ursprungsort verkostet werden. Der Geheimtipp für Ihren nächsten Südtirol-Aufenthalt.
KELLEREI KURTATSCH
Weinstraße 23, I-39040 Kurtatsch Tel.: 0039/0471/880 115 info@kellerei-kurtatsch.it www.kellerei-kurtatsch.it




Im Rahmen der Initiative „Innovation mit Weitblick“ lud die Hypo Tirol zu einer feierlichen Prämierung in die Zentrale am Bozner Platz. Ausgezeichnet wurden Tiroler Unternehmerpersönlichkeiten für besonderes Engagement in den Bereichen Nachhaltigkeit, Innovation und Digitalisierung sowie als Hidden Champion.

Seit 2014 vergibt die Hypo Tirol Bank die Auszeichnung, verbunden mit der Übergabe einer einzigartigen Skulptur. Jeder „Flügel der Inspiration“ ist ein Unikat des Tiroler Künstlers Alois Schild. Damit würdigt die Bank Tiroler Unternehmerinnen und Unternehmer, die Visionen entwickeln, konsequent umsetzen und so aktiv Zukunft gestalten, wie Vorstand Christian Jäger betonte. Er stimmte die Gäste auf den Abend ein und leitete auf die Laudationen über.
BEFLÜGELNDER ABEND
In der Kategorie Nachhaltigkeit geehrt wurden Erwin und Yannik Otterbein, Inhaber der Paul Stöckl GmbH in Erpfendorf. Das auf die Herstellung von Beton spezialisierte Unternehmen betreibt eigene Kieswerke, investierte in eine hochmoderne Mischanlage und ein Photovoltaiksystem, das rund 75 Prozent des Strombedarfs deckt, und setzt auf Green-Zement – ein Beispiel dafür, wie ökologisches Denken auch in einer ressourcenintensiven Branche wirkt, so Vorstand Andreas Stadler.
Vorstand Anton Wibmer überreichte den Preis in der Kategorie Hidden Champions an Christian Peintner, Geschäftsführer der Firma Spiegltec in Brixlegg. Der Generalplaner für Industrieanlagen in Pharmazie und Chemie hat sich von Brixlegg aus international etabliert. Das klare Bekenntnis zum Standort und die starke regionale Verankerung bei gleichzeitiger technologischer Exzellenz machen Spiegltec zu einem würdigen Preisträger.
Vorstand Christian Jäger zeichnete den Innsbrucker Unternehmer Christof Stocker aus. Die von seinem Vater gegründete Firma Stasto ist ein Familienbetrieb, der langjährigen Mitarbeitenden Beteiligungen anbietet. Das Unternehmen setzt neue Maßstäbe im Großhandel für Industriearmaturen und Pneumatik und verfügt über ein vollautomatisiertes Warenlager. Zudem wurden Hauptsitz und Tochterunternehmen auf ein komplexes ERP-System (Enterprise Resource Planning) umgestellt – die Grundlage für die Auszeichnung in der Kategorie Innovation und Digitalisierung.
Nach den Laudationen am Marktplatz der Hypo-Tirol-Zentrale ging es für die Gäste in das hauseigene Panoramarestaurant mit Blick auf den neu gestalteten Bozner Platz. Bei einem Fünf-Gänge-Menü tauschten sich die Preisträger, ihre Familien, Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen mit Verantwortlichen der Hypo Tirol aus. Begleitet wurde der Abend von erlesenen Weinen, präsentiert von Diplomsommelier Erwin Fender-Haselberger, und Musik von „Mavie und Elie“. PR




















Die Autowelt Innsbruck lud kürzlich zur Feier der exklusiven Partnerschaft mit Range Rover SV in Innsbruck am Griesauweg. Gemeinsam mit den Partnern eco.nova, Emerson Renaldi, Gebrüder Armbruster, out of office und Gosset Champagner wurde die Kunst des Besonderen gefeiert – elegant, inspiriert und unverwechselbar. Kulinarische Highlights, erlesener Champagner und inspirierende Gespräche in einer Atmosphäre, die Luxus lebendig werden ließ, prägten den besonderen Abend. Unter anderem gesehen: Harald Gohm (Alperis), Bettina Villinger (Engel & Völkers), Claudia Elzenbaumer (Raiffeisen Immobilien), Notar Lukas König, das Anwaltsduo Roswitha Seekirchner und Jakob Grüner, Dietmar Meraner (Weinkellerei Meraner), Immobilienmakler Andreas Kössler, Petra und Markus Rupprechter (Geisler & Trimmel), Sandra und Franz Wieshaber (Milano), Alexandra und Andreas Bankler (Zahnklinik Kramsach), Daniel Abenthung (Freihand SVD) und Rechtsanwältin Daniela Entner.































Das Moonlight Shopping in den Wetscher Wohngalerien in Fügen Mitte November versprach wieder einen Abend voller Überraschungen, Genussmomente und Gewinnchancen – und die über 300 Besucher*innen wurden nicht enttäuscht. Ein besonderes Highlight war der Auftritt eines Flechtmeisters des dänischen Traditionsunternehmens Carl Hansen & Søn, der live vor Ort den ikonischen Wishbone Chair fertigte. Am Ende des Abends durfte ein glücklicher Gewinner das einzigartige Stück mit nach Hause nehmen. Bis spät in die Nacht hinein genossen die Gäste die festliche Atmosphäre und inspirierenden Gespräche.

Martin Lengauer-Stockner (Vorstandsvorsitzender von htt15), Architekt Josef Wurzer und Rüdiger Lex
T ECHNOLOGIEGESPRÄCHE
Über 60 Baufachleute folgten Ende November 2025 der Einladung zu den htt15-Technologie-Gesprächen zum Thema „Weiterbauen und Sanieren im historischen Bestand am Beispiel Rattenberg“. Auf dem Programm standen Führungen durch drei aktuelle Revitalisierungsprojekte der kleinsten Stadtgemeinde Österreichs. Besichtigt wurden das Boutiquehotel, weiter ging es zur Generalsanierung der Sparkasse Rattenberg, das Mesnerhaus bildete den Abschluss. Beim anschließenden Vortrag von Architekt Josef Wurzer standen Gestaltung, Technik und Denkmalpflege im Spannungsfeld historischer Ortskerne im Mittelpunkt.

WK-Fachkräftekoordinator David Narr, Spartengeschäftsführerin Karolina Holaus und die stellvertretenden Obleute der Sparte Gewerbe und Handwerk, Veronika Opbacher-Egger und Alexander Gartner
Das Tiroler Gewerbe und Handwerk feiert seine Meister*innen: Bei der Meisterfeier 2025 wurden rund 400 neue Meister*innen für ihr Können und ihre Ausdauer ausgezeichnet. In festlichem Rahmen und begleitet von Familie und Wegbegleiter*innen wurde ein Etappenziel gefeiert, das nicht nur beruflich, sondern auch persönlich von großer Bedeutung ist. Die Vielfalt der Gewerbe, die Bandbreite der Altersgruppen und die hohe Erfolgsquote spiegeln die Stärke im Tiroler Gewerbe und Handwerk wider: 23 Teilnehmer*innen schlossen mit gutem, neun mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Die Altersspanne der Absolvent*innen reichte von 20 bis 53 – ein Zeichen dafür, dass der Meistertitel in jeder Lebensphase eine relevante und angesehene Qualifikation darstellt.

AK-Präsident Erwin Zangerl, Wirtschaftslandesrat Mario Gerber, TIWAG-Personalleiterin Lisa Gruber und Arbeitslandesrätin Astrid Mair
Die Tiroler Landesregierung hat kürzlich abermals die besten Lehrbetriebe des Landes ausgezeichnet. Einer davon ist die TIWAG, die 2011 zum ersten Mal als „Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb“ prämiert wurde und das Prädikat nun zum wiederholten Mal verlängert hat. Die Betriebe müssen dabei strenge Qualitätskriterien erfüllen, von dokumentierten Ausbildungsplänen über Unterstützung in der Persönlichkeitsentwicklung bis zu außerordentlichen Lehrlingserfolgen in der Berufsschule, bei Wettbewerben und der Lehrabschlussprüfung. Zuletzt haben wieder acht von neun TIWAG-Lehrlingen ihre Ausbildung mit „gutem“ oder „ausgezeichnetem Erfolg“ abgeschlossen. Auch bei den TyrolSkills räumten TIWAG-Lehrlinge ordentlich ab. Aktuell werden in der TIWAG 62 Lehrlinge in sieben Lehrberufen ausgebildet.


Mit unserer vinophilen Geschenke Vielfalt bringen Sie die Augen der Weinliebhaber*innen zum Leuchten! Von gehaltvollen Champagnern wie Charles Heidsieck bis hin zu kraftvollen Rotweinen aus dem Hause Salzl – bei uns finden Sie für jeden Geschmack die passenden Weihnachtsgeschenke.
Große Flaschen, großer Genuss! Wenn die Familie zum Weihnachtsfest oder die Freundesgruppe zum Jahreswechsel kommt, kann man die Chance für exklusiven Weingenuss aus Großformaten nützen – zum Beispiel die Magnum Villa Antinori Chianti Classico DOCG Riserva 2022 vom Weingut Marchesi Antinori.
Unsere exklusiven Selektionen stehen für höchste Qualität, außergewöhnlichen Genuss und stilvolle Geschenkideen – für eine Festzeit voller Eleganz und Geschmack.
















Oben – Hotel Sailer: Franz Hofbauer (Weingut Grabenwerkstatt), Winzer Michael Auer, Tina Morandell, Joschi Sailer und Mario Morandell | Mitte links –Paninothek: Winzer Bernhard Schauer, Cingis Überbacher (Paninothek), Lorenzo Barzanti (Caparzo), Sophia Haidegger und Andreas Weber (beide Morandell) | Mitte rechts – Das Schindler: Michael Kerschbaum, Bernhard Baumann (Schindler) und Max Schreiner (Laurent Perrier) | Unten links – Arkadenhof: Thomas Koppensteiner, Heinz Weixelbaum, Christina Tschoner (Arkadenhof), Thomas Schabl (Weingut Gross) und Mario Muskari (Morandell) | Unten rechts – Lichtblick: Hannes Nocker (Weingut Alois Lageder), Simon Triebaumer, Lukas Walter (Lichtblick) und Lukas Plöckinger (Tinhof)
Anfang November luden sieben Locations im Herzen Innsbrucks –ADLERs Restaurant, Das Schindler, Hotel Sailer, Restaurant Lichtblick, Paninothek, Auis und Arkadenhof – wieder zu WINE@INNSBRUCK. Bei einem Flying Dinner wurden Topweine aus Österreich unter anderem von Salzl, Malat, Bründlmayer, Kerschbaum oder Goldenits sowie internationale Highlights von Antinori, Lageder, Caparzo, Laurent Perrier oder Heidsieck verkostet. Insgesamt konnten quer über die teilnehmenden Restaurants über 150 Weine probiert werden.




Die Veranstaltung „Rossau gestalten! Gewerbeareale bedarfsgerecht entwickeln“ zog rund 70 Teilnehmer*innen an und verdeutlicht das große Interesse am Themenkomplex „Bauen in der Rossau“. Das Quartiersmanagement Rossau bot damit in Kooperation mit der Standortagentur Tirol und P&R-Veranstaltung neuerlich die Möglichkeit, sich zu informieren, offen auszutauschen und Herausforderungen gemeinsam in Angriff zu nehmen. Das Ergebnis einer Umfrage zeigt dabei: Unternehmen wollen am Standort Rossau wachsen. Wichtig dafür sind Faktoren wie Standortattraktivität, Erreichbarkeit und Mobilität sowie eine gute Infrastruktur. Mit der Standortoffensive Rossau und der Arbeit des Quartiersmanagements werden diese Themen bereits Schritt für Schritt aufgegriffen und weiterentwickelt. Das Herz der Veranstaltung indes war das Podiumsgespräch mit Publikumsbeteiligung, das den Dialograum zwischen Politik, Verwaltung, Unternehmer*innen und Expert*innen eröffnete und klar gezeigt hat: Es braucht vor allem Transparenz, Offenheit und eine Beteiligung aller bei der strategischen Planung der Stadt. www.quartier-rossau.at
Am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, rückte MPREIS das Frauenhaus Tirol in den Fokus. Mit einer gemeinsam entworfenen Tragetasche lenkt der Nahversorger die Aufmerksamkeit auf die Leistungen der Organisation, die Frauen und Kindern in Not Schutz und Unterstützung bietet. Die „Trag was bei Tasche“ ist seitdem in allen MPREIS-Filialen erhältlich und schafft Bewusstsein gegen häusliche Gewalt. Die klare Botschaft: Niemand wird mit Gewalterfahrungen allein gelassen. Als weitere Maßnahme werden noch den ganzen Dezember der Polizeinotruf 133, die Nummer der Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/ 222 555 sowie die Nummer des Gewaltschutzzentrums 0800/700 217 und der Opfer-Notruf der Österreichischen Justiz 0800/112 112 auf alle Kassabons gedruckt. Im Bild: Erika Habitz (Frauenhaus Tirol, Kinder- und Jugendbereich) und MPREIS-Geschäftsführer David Mölk

Unter dem Motto „A Love Letter to Christmas“ lud Petera gemeinsam mit Rettet das Kind Tirol und der Caritas zu einem Abend für Krimifans und Menschen mit Herz. Autor Bernhard Aichner begeisterte das Publikum mit einer Lesung aus seinen Büchern „John“ und „Man sieht nur mit der Schnauze gut“. Im Fokus des Abends stand jedoch die Brief-Charity-Aktion, über die die gesamte Weihnachtszeit für bedürftige Familien gespendet werden kann. Der Erlös des Abends, den petera-Chefin Anna Striessnig auf 5.000 Euro aufrundete, kommt zu 100 Prozent Rettet das Kind Tirol zugute. Sie möchten auch Gutes tun? Infos und Spendenmöglichkeit unter www.rettet-das-kind.tirol

Die Vorstandsduos der TIROLER VERSICHERUNG (Isolde Stieg – ganz links und Franz Mair – ganz rechts,) sowie der Sparkasse (Karin Svoboda und Patrick Götz) beim Lokalaugenschein in der neuen Ganztageskinderkrippe
Ganztägig, ganzjährig und mit individuell anpassbaren Betreuungsmodellen – die Ganztageskinderkrippe „TIROLER Sprossen“ der TIROLER VERSICHERUNG wurde Ende November offiziell eröffnet. Seit September werden dort elf Kinder von eins bis zum Kindergartenalter betreut. Gemeinsam mit der Tiroler Sparkasse als gleichwertiger Partnerin und der Volkshilfe Tirol, Trägerin und pädagogische Leitung, entstand zentral in der Innenstadt eine moderne Einrichtung samt Garten und Spielplatz. Insgesamt stehen zwölf Ganztagesplätze zur Verfügung, inklusive Mittagsangebot.

Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die gesunde Alternative zu ungesunden Snacks. Ganz unkompliziert liefern wir Ihnen – egal ob einmalig oder als Abo – Ihren individuellen Obstkorb. Ein kleines Zeichen mit großer Wirkung. Laufend für die tägliche Gesundheit oder als Geschenk für zwischendurch.





1. Christoph Hofmann (Fachgruppen-Geschäftsführer Elektro und Einrichtungshandel), die Hausherren Christian, Philipp und Clemens Mühlthaler, Roman Eberharter und Simon Franzoi (Obmann und Geschäftsführer der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Tirol)
2. Georg Giner, Gerhard und Andrea Kirchmair, Sandra Mühlthaler und Christian Ebenbichler
3. Manfred Alt mit Gattin und Martin Eberharter
4. Angelika Moser, Alexandra Egartner und Margit Heiss
Bei IQ-TEC in Rum gab es kürzlich gleich zwei Gründe zum Feiern: 36 Jahre IQ TEC und 100 Jahre Bang & Olufsen. Das ließen sich zahlreiche Gäste nicht entgehen. Das Elite Brass Ensemble CMM hat den Abend dabei mit einem Kurzkonzert veredelt, Cocktails gab‘s vom Team der Stage Bar rund um Daniel Penz. Dolce Vita by Sara Colussi sorgte für feines Fingerfood. So wurde es ein wunderbarer Abend voller Begegnungen, guter Gespräche und stimmungsvoller Momente.




Oben links: Markus Erler (spectrum), Stanglwirt Balthasar Hauser, Daniela Erler (spectrum) und SPAR-CEO Hans K. Reisch | rechts: Bettina Reisch (SPAR), Tennisprofi Alexander Erler | unten links: Jens Wilke (Health Performance Institute), Harald Draxl (Infina) und Reini Huber (Motum I Sporttherapie) | rechts: Chamelion-Boss Sebastian Türkdogan, Primar Markus Reichkendler und Alpha-Logistiker Harry Greiderer
Zur wieder ausverkauften 27. Auflage der viertägigen Kultveranstaltung Business Open begrüßten die Gastgeber Daniela und Markus Erler knapp 70 Gäste aus Wirtschaft und Sport im Stanglwirt. Unter dem Motto „Ballance your life“ wurde den Wirtschaftskapitänen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz ein Programm-Mix aus sportiven Highlights, Vorträgen und Workshops sowie gesellschaftlichen Highlights geboten. Mit seiner Keynote „Der Erfolg einer Idee“ begeisterte unter anderem CEO und SPAR-Vorstandsvorsitzender Hans K. Reisch das hochkarätige Publikum.

Mit viel Energie starteten die Kinder der Volksschule und des Kindergartens Strass im Zillertal in den Herbst. Bei der Charity-Lauf-Challenge legten sich die jungen Sportler*innen richtig ins Zeug und sammelten 7.200 Euro für den Verein „Helfen mit Herz“. Die Idee kam Direktorin Martina Feix und sie konnte damit gleich ein ganzes Dorf begeistern: „Es war schön zu sehen, wie die Kinder voller Motivation mitgewirkt haben und ganze Familien dabei waren, die Kinder bei der Umsetzung zu unterstützen!“ Die Kinder begaben sich im Vorfeld selbst auf Sponsorensuche und fanden viele Verwandte und Bekannte mit großem Herz, die bei dieser guten Sache mit dabei sein wollten. Sie wollen auch helfen? Reinklicken unter www.helfenmitherz.at

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* Preisvergleich des netto Arbeitspreises der österreichischen Landesenergieversorger.
Quelle: Tarifkalkulator E-Control und Websites der EVU, Stand 01.11.2025
Details unter www.tiwag.at/tutwas