Band 2
Joachim Poeschke
All’antica
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Bauornamentik der Frührenaissance in Italien
Zu den profundesten Kennern des antiken Bauornaments im 15. Jahrhundert gehörten führende Bildhauer der Epoche wie Donatello (1386–1466) ebenso wie Leon Battista Alberti (1404–1472), der als Humanist und vielseitiger Autor sowie als Architekt und Architek turtheoretiker Berühmtheit erlangte. Wie vor ihm bereits Vitruv, zählte auch er zu den hauptsächlichen Anforderungen, denen ein gelungenes Bauwerk zu genügen habe, die Festigkeit, die Zweck mäßigkeit und die Schönheit. Konsequenter noch als Vitruv legte er diese Trias seinem Traktat über die Baukunst (»De re aedificatoria«) zugrunde und nachdrücklicher als der antike Autor erkannte er dabei der Schönheit des Bauwerks den obersten Rang zu. An dieser hatte maßgeblichen Anteil nicht zuletzt das Ornament, so Alberti, der dabei von einem sehr weiten Ornamentbegriff ausging. Dieser umfasste die Lage einer Stadt und die Umgebung des Bauwerks ebenso wie den von Menschenhand geschaffenen plastischen Architekturdekor, von dem in Albertis Traktat eindringlich die Rede ist.
Joachim Poeschke
All’antica
Bauornamentik der Frührenaissance in Italien
11.10.2024 14:43:39