Unikat
KUNST
KREATIVITÄT
KÖNNEN
DER HOLZFLÜSTERER
Zu Besuch beim Bildhauer und Maskenkünstler Simon Stiegeler
DIALEKT IST HEIMAT
Wie die Mundart Menschen über Grenzen hinweg verbindet


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Unikat
KUNST
KREATIVITÄT
KÖNNEN
Zu Besuch beim Bildhauer und Maskenkünstler Simon Stiegeler
DIALEKT IST HEIMAT
Wie die Mundart Menschen über Grenzen hinweg verbindet



Lust auf … 06 – 07
Impressionen
Eiszauber am See 08 – 09
Erkunden & Erleben
Mit urigem Einkehrschwung: Wanderung zur Hinterwaldkopfhütte 10 – 13

Titelthema
Handgemacht: Unikate statt Einheitsware 14 – 19
Schmuckdesignerin Katalin Jung aus Niederrotweil 15
Schwarzwälder Kuckucksuhren von Gerhard Schmieder 16
Anzüge nach Maß von Marco Mesler aus Freiburg 17
Hutmacherin Sabine Combé aus Denzlingen 18
Schwarzwald-Couture der Freiburgerin Kim Schimpfle 19

Land & Leute
Werkstattbesuch beim Maskenschnitzer Simon Stiegeler 20 – 21
Kolumnen 13, 21, 25
Haus & Garten
Schnitt für Schnitt: Tipps & Tricks zum Obstbaumschnitt 22 – 25
Gesund & fit
Wasser, Wellness, Wohlgefühl: die schönsten Bäder & Thermen in der REGIO 26 – 29

























Schlemmen & Sürpfeln
„Stella“: neues vegan-vegetarisches Restaurant in Freiburg 30 – 33
Einfach raffinierte Rezepte für die schnelle Wohlfühlküche 34 – 37
Merkles Küchenliebling: Klare Fischsuppe 37

Kunst & Kultur
Sprachliche Vielfalt feiern & fördern: der internationale Tag der Muttersprache 38– 39
Pure Freude an der Mundart: Geschichten & Gedichte von Karl-Heinz Debacher 39

Ausstellungen, Messen, Märkte, Theater, Kino und Konzerte: Termine in der REGIO 40 – 49

Horche se mol!
Dialektforscher Hubert Klausmann über Mundart und Heimat 50














Der Keramikgrill Big Green Egg ist seit 1974 auf dem Markt und steht für jahrzehntelange Erfahrung im Bereich Kamado-Grills. Gründer Ed Fisher begann damals mit dem Verkauf traditioneller Modelle und entwickelte diese kontinuierlich weiter – von Ton hin zu besonders widerstandsfähiger Keramik. Heute überzeugt der Grill mit exzellenter Hitzespeicherung, präziser Temperaturkontrolle und enormer Vielseitigkeit. Grillen, Smoken, Backen oder Garen gelingt gleichmäßig, effizient und mit intensivem Geschmack.
Gesehen bei Die Küche
Wallstraße 12–14a, Freiburg oder im Online-Shop egg-spezialist.de
Preis: 999 Euro
Foto: © Big Green Egg
Das Grillset mit Tasche ist ein hochwertiges BBQ-Set, ideal für Garten, Balkon oder unterwegs. Es umfasst ein 4-teiliges Edelstahl-Grillbesteck mit Fleischspalter, Grillgabel, Messer und Messerschärfer sowie ein stabiles Schneidebrett aus Bambus. Alle Teile sind sicher in einer strapazierfähigen Tasche verstaut und leicht zu transportieren.
Eine individuelle Gravur mit Name oder Wunschtext macht das Set besonders. Robust, langlebig und stilvoll – perfekt für BBQ-Partys und als Geschenk für Grill- und Outdoor-Fans.
Gesehen im Online-Shop abenteuernah.de
Preis: 34,90 Euro
Foto: © abenteuernah.de

Grillen mit Handschuhen bietet zuverlässigen Schutz vor Hitze und Funken und sorgt für einen sicheren Griff am Rost. Aus robustem Echtleder mit weichem Baumwollfutter gefertigt, schützt der Handschuh auch vor heißen Oberflächen. Der lange Unterarmschutz erhöht die Sicherheit zusätzlich. Das hochwertige Grill-Accessoire ist
in drei Farben erhältlich und wahlweise für rechts, links oder als Paar bestellbar. Pflegeleicht, langlebig und ideal für jede Grillsession.
Gesehen im Online-Shop abenteuernah.de
Preis: 44,90 Euro (im Paar) 24,90 Euro (einzeln)
Foto: © abenteuernah.de


Wie Panettone im Speckmantel, Rehrücken in Glühweinsauce oder der ultimative Winterburger selbst bei Minusgraden perfekt gelingen, zeigt Wintergrill-Pionier Tom Heinzle. In seinem neuesten Werk verbinden sich winterliche Aromen von Lebkuchen, Zimt und Anis mit heißer Glut, wärmenden Getränken, kleinen Snacks und kreativen Rezepten aus saisonalem Gemüse, Fleisch und Fisch.
Mitmachen und gewinnen! Lust auf REGIO verlost 2x das Buch „Tom‘s Winter Grillen“.
Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Wintergrillen“ bis zum 15.02.26 senden an: redaktion@lust-auf-regio.de Anschrift nicht vergessen!
Foto: © Heel Verlag GmbH
Für die Zubereitung von Loimulohi, dem „lodernden Lachs“, wird Lachs an offener Flamme gegart. Das hochwertige Set begeistert Flammlachs-Fans ebenso wie Gourmets und macht das Lachsgrillen zu einem besonderen Geschmackserlebnis. Ideal für Liebhaber der Feuerküche und für alle, die gemeinsame Genussmomente am knisternden Feuer schätzen.
Gesehen bei Finnwerk, Adelhauser Str. 19, Freiburg oder im Online-Shop finnwerk.de
Preis: 109 Euro
Foto: © finnwerk.de


Verschneites Traumziel: die Hinterwaldkopfhütte




o p f ettüh
Wenn unten in Freiburg, Kirchzarten oder im Dreisamtal der Nebel zäh in den Straßen hängt, genügt oft schon eine kurze Fahrt in den Hochschwarzwald, um in eine andere Welt einzutauchen. Die Winterwanderung zur Hinterwaldkopfhütte gehört zu jenen Touren, die genau dann ihren besonderen Reiz entfalten: mit klarer Luft und Sonnenschein.
Text: Jannis Jäger
Ausgangspunkt ist der Bahnhof Hinterzarten, bequem erreichbar mit der Höllentalbahn. Kaum hat man den Ort hinter sich gelassen, wird es stiller. Der Weg führt über den Ort Alpersbach hinauf zum Hanselehof und weiter Richtung Hinterwaldkopf. Wer mit dem Auto anreist, wählt den Parkplatz am Rinken und steigt von dort über den Dr.-GanterWeg ein. Beide Varianten haben ihren eigenen Reiz und beide führen auf gut ausgebauten Forst- und Wanderwegen durch dichten Wald, vorbei an offenen Lichtungen, die an verschneiten Wintertagen glitzern wie mit Puderzucker bestäubt.
Die Strecke ist moderat, auch bei Schnee gut begehbar und damit ideal für eine Winterwanderung ohne alpinen Anspruch. Feste Schuhe genügen meist, bei tieferem Schnee oder eisigen Passagen können Stöcke oder Schneeschuhe sinnvoll sein. Der Weg steigt gleichmäßig an, ohne steil zu werden – Zeit zum Schauen bleibt genug. Immer wieder öffnen sich kleine Fenster zwischen den Bäumen, die den Blick hinüber zum Feldberg oder ins obere Dreisamtal freigeben.


Außergewöhnliche Unik a et
Alles andere als altmodisch! Ob Kuckucksuhr, Couture-Rock, Maßanzug, Filzhut oder funkelnder Schmuck: In der REGIO zeigen kreative Köpfe, wie viel Persönlichkeit, Mut und Leidenschaft in echtem Handwerk stecken.



Katalin Jung (l.) in ihrer Werkstatt.
„Bei mir macht es Bling.“ So beschreibt Katalin Jung ihren Schmuck. Wenn es glitzert und glänzt, ist für die Schmuckdesignerin die Welt in Ordnung. In ihrer Werkstatt im Vogtsburger Ortsteil Niederrotweil stehen Schränke und Vitrinen mit ihren Kreationen. Geschmiedete Goldringe liegen neben glitzernden Ohrsteckern und Ketten. Die Schmucksteine gibt es in Herzform oder als Sternchen, Brillanten umfassen TurmalinTropfen und Morganit-Anhänger. Katalin Jung kombiniert Gold mit Silber, Perlen mit Edelsteinen. Die Schmuck designerin hat ihren ganz eigenen Stil gefunden, mit vielen Kombinationsmöglichkeiten. „Jedes Stück ein Unikat“, verspricht sie. Und ergänzt: „Ich habe so viele neue Ideen.“
Jedes Jahr eine neue Kollektion
Einige davon münden in die jährliche Kollektion, alle anderen werden in Kladden notiert und bei Gelegenheit wieder hervorgeholt. „Gerade ist es etwas ruhiger“, erzählt Katalin Jung: Sie habe die Werkstatt aufgeräumt, neues Material eingekauft. Bald starte sie mit der Arbeit für die Kollektion 2026, die sie wie jedes Jahr am 3. Wochenende im Juli mit einer „Vernissage im Gärtle“ den Kundinnen und Kunden präsentiert. „Dieses Jahr greife ich ein Thema aus früheren Jahren wieder auf“,

erklärt sie. Eine Kundin habe sie auf die Idee gebracht. „Es wird bunt und verspielt“, verspricht Jung. „Viele Blumen und Blüten.“ Mehr wird nicht verraten.
Seit 13 Jahren arbeitet Katalin Jung in ihrer Werkstatt in Niederrotweil, im Keller des Wohnhauses, das sie mit ihrem Mann und den zwei Kindern bewohnt. Der Garten vor dem Fenster, die Weinberge ganz nahe: ein kleines Paradies. Der Start als Schmuckdesignerin war nicht so romantisch. Eigentlich wollte Katalin Jung Lehrerin werden. Als 2003 das Referendariat anstand, kam eine Schwangerschaft dazwischen – und der Schmuck. Zwei Jahre jobbte sie in einer Schmuckwerkstatt. 2005 meldete sie ein Gewerbe an. Bald stellte sich der Erfolg ein. Für eine Berufsausbildung zur Goldschmiedin war keine Zeit. Zwanzig Jahre, zwei Ladengeschäfte und unzählige Kunsthandwerkermärkte später verwendet Katalin Jung weniger
Naturmaterialien, sondern vor allem Perlen, Edelsteine und Brillanten. Der Schmuck ist ihre Passion. „In einer Schule zu unterrichten, das kann ich mir nicht mehr vorstellen.“ Lieber pflegt sie ein offenes, gastfreundliches Haus. „In meiner Werkstatt sind Besucher immer willkommen.“
In Niederrotweil hat die Schmuckdesignerin einen Ruhepunkt gefunden. „Früher bin ich zu den Menschen gefahren, heute kommen diese zu mir.“ Von weiter her kommen immer mehr Kunden, die in einem der beiden Gästehäuser übernachtet haben, die 2020 und 2022 von ihrer Familie eröffnet wurden. Wie schafft Katalin Jung das alles? „Ich arbeite viel und gerne“, sagt sie. „Wenn es sein muss bis in die Morgenstunden.“
Marianne Ambs
KATALIN JUNG
Ziegelfeld 17 79235 Vogtsburg-Niederrotweil
Tel.: 07662/947369
E-Mail: info@kj-schmuckdesign.de kj-schmuckdesign.de
Vernissage im Gärtle am 18. und 19. Juli 2026


„Ich bin damit aufgewachsen“, antwortet Gerhard Schmieder auf die Frage, was ihn bewogen habe, mit 16 Jahren eine Ausbildung zum Holzschnitzer und -bildhauer zu absolvieren und sich dabei auf Kuckucksuhren zu spezialisieren. Noch vor 50 Jahren, sagt der 63-Jährige, hätten fast alle Menschen in Schonach mit diesem traditionellen Gewerbe zu tun gehabt, oft auch in Heimarbeit. Sein Großvater habe etwa die Vögel geschnitzt, die stündlich laut rufend die Uhrzeit verkünden. Und seine Mutter habe die tongebenden Kuckuckspfeifen geleimt.
Viele Schonacher arbeiteten damals in Betrieben, die Kuckucksuhren produzierten. Heute gibt es weltweit nur noch eine Firma, die mechanische Kuckucksuhrwerke herstellt. Von dieser bezieht Schmieder die Uhrwerke für seine Manufaktur, die er vor 20 Jahren eröffnete. Er arbeitet auch mit einem Uhrmacher zusammen, der für die Justierung von Uhrwerk, Zifferblatt, Zeigern, des Kuckucks und der Gewichte zuständig ist. Und mit einem Schreiner, der für die bis zu eineinhalb Meter hohen Uhren die stabilen MassivholzGehäuse baut, die er mit seinen Schnitzereien in feinmotorischer Handarbeit in ganz unterschiedliche Unikate verwandelt.
Dazu macht er erst einmal eine papierne Schablone – oder sucht aus seiner inzwischen beträchtlichen Sammlung das dem Auftrag oder seiner neuen Idee entsprechende Modell heraus, überträgt es auf ein


Mit einer Schablone (o.) überträgt Schmieder (u.) den Umriss auf das Holz, sägt die Einzelteile aus und bearbeitet sie mit dem Schnitzmesser (l.).
massives, auf die Größe der späteren Uhr zugeschnittenes Brett aus dem Stamm der Weymouth-Kiefer, die seit langem in hiesigen Wäldern heimisch ist. Mit einer Dekupiersäge bringt er das gut zu bearbeitende Holz in die grobe Form und schnitzt die jeweiligen Motive dann heraus. Das fertig bearbeitete und verleimte, mit weiteren geschnitzten Figuren versehene Stück wird vor dem Einbau des Uhrwerks noch gebeizt und lackiert – mit schonenden Materialien.
Bei den beliebten „Pilz-Uhren“, die einen der Baumpilze, die er selbst im Wald sammelt, als Dach haben und die oft mit bunten Märchenmotiven geschmückt sind, baut er das Gehäuse selbst und schnitzt es dann am Stück in die Endform. Diese kleineren, oft mit Zwergen, Hobbits und anderen Fantasiewesen versehenen Uhren sind – wie auch so manch
schwarzwald-klassisches Modell aus seiner Hand – auf Gerhard Schmieders Homepage und in Olis Schnitzerstube in Triberg zu bewundern und zu erwerben. Einige Uhren sind exklusive Auftragsarbeiten – von Privatleuten weltweit oder von Herstellern in Titisee-Neustadt.
Wie viele Uhren jährlich seine Werkstatt verlassen, hat er noch nicht gezählt. Erika Weisser
GERHARD SCHMIEDER
Winterbergstraße 9 78136 Schonach Tel.: 07 72/2 73 47 kuckucksuhrenmeisterwerkstatt.de



Tradition trifft auf modernen Stil
In einer Zeit, in der Mode oft von Schnelllebigkeit und Massenproduktion geprägt ist, setzt ein kleines Atelier im Herzen Freiburgs bewusst auf das Gegenteil: Persönlichkeit, Handwerk und individuelle Perfektion. Unter dem Namen Maßmacher hat sich hier ein Betrieb etabliert, der klassische Schneiderkunst mit modernem Stil verbindet und damit eine wachsende Kundschaft weit über Freiburg und den Breisgau hinaus begeistert.
Nicht weit vom Schwabentor, in Oberlinden 15, empfängt Inhaber Marco Mesler seine Kunden. Was einst als Laden für maßgeschneiderte Anzüge begann, hat sich heute zu einem vielseitigen Modeanbieter entwickelt, der komplette Outfits im Angebot hat – vom klassischen Businessanzug über Hochzeitsgarderobe bis zu Accessoires wie Hemden, Schuhe oder stylische Burlington-Socken. „Wir machen eigentlich alles außer Unterwäsche“, erklärt Mesler.

Marco Mesler (r.) belebt das Schneiderhandwerk mit neuen Ideen.



Im Zentrum der Markenphilosophie steht die Idee, Kleidung als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit zu verstehen. Maßmacher kombiniert traditionelle Schneidertechniken mit modernen Fertigungsprozessen, um jedem Kunden ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Die Anfertigung eines Anzugs folgt einem personalisierten Ablauf: qualifizierte Beratung, sorgfältiges Maßnehmen und
schließlich die präzise Anprobe, bist das fertige Stück perfekt sitzt und die Persönlichkeit seines Trägers widerspiegelt. Haltung, Bewegungen oder Stilvorlieben fließen in das Konzept der Schnittteile ein. Kleidung wird hier nicht konsumiert, sondern kultiviert. Gut Ding will Weile haben: Der gesamte Fertigungsprozess eines Anzugs kann bis zu sechs Wochen dauern.
Der Wohlfühlfaktor ist Mesler besonders wichtig: „Der Kunde soll hier nicht rauslaufen und denken, dass er auch nur einen Euro zu viel bezahlt hat für das, was er hier bekommt.“ Für viele ist der maßgeschneiderte Anzug mehr als nur ein Kleidungsstück – es ist ein sorgfältig ausgewähltes, persönliches Stück Mode.
In einer Welt kurzlebiger Mode(n) ist Maßmacher ein Ort für Nachhaltigkeit, Qualität und guten Stil – ein Modeanbieter, der der Tradition des Schneiderhandwerks neuen Schwung verleiht. Für Marco Mesler hat sein Beruf

noch einen anderen, besonderen Reiz: Wenn etwa prominente Persönlichkeiten in sein Geschäft kommen, „Menschen, die viel erreicht haben in ihrem Leben – und du darfst die dann ausstatten.“
Jannis Jäger
MARCO MESLER
Maßmacher Oberlinden 15 79098 Freiburg
Tel.: 07 61/42 96 20 29
massmacher.com



Werkstattbesuch beiSimon S t gei e rel
Unweit der Glottertäler Weinhänge jubilieren Simon Stiegelers Rebengel im Feld, während in der Werkstatt des Holzvirtuosen wilde, mythische Wesen, Fratzen und Masken Gestalt annehmen – als seien sie geradewegs der Unterwelt entstiegen. Hochkonjunktur haben derzeit die Fasnachtsmasken.
Text: Kornelia Stinn
Wer die Werkstatt des Holzbildhauers Simon Stiegeler in Grafenhausen betritt, trifft den Meister inmitten einer Welt voller mysteriöser Gestalten an: Mit einem Schnitzmesser über eine Maske gebeugt, haucht er dem Holz Leben ein. Rund 250 Exemplare muss er bis zu den Umzügen fertigstellen, manche auch reparieren. Die Anfragen kommen von Vereinen und Einzelpersonen zwischen Bodensee und Karlsruhe. Darunter etliche von Hästrägern mit kunstvoll geschnitzten Masken, wie sie für die Schwäbisch-Alemannische Fasnacht typisch sind, die 2014 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.
Stiegeler schaute bereits als Kind seinem Vater in der Holzschnitzerwerkstatt beim Maskenbau über die Schulter. „Es steckt in mir drin!“, sagt er. Später besuchte er eine Bildhauerschule in Tirol und studierte Kunst in Freiburg.
Ausschließlich Lindenholz verwendet der Fünfzigjährige für seine Masken, weil dieses weich ist und eine feine Maserung hat. Um Erhöhungen ausarbeiten zu können,


verleimt er das ausgewählte Holzstück mit einem kleineren Holzpflock. Mit grobem Schnitzmesser und Klöpfel haut er als Erstes grob Rundungen und Strukturen an. Anschließend legt er die Gesichtskonturen fest und arbeitet sich dann mit feineren Schnitzmessern immer detailreicher vor. Das kleinste Messer erlaubt Präzisionsarbeiten im Millimeterbereich, gut geeignet etwa, um Gesichtsfalten herauszuarbeiten. Schließlich höhlt er das beinahe fertige Werk mit einem löffelförmigen Schnitzmesser aus. Nach zwei bis drei Tagen kann er es seiner Frau Lillian übergeben, die das Gesicht mit Acrylfarben bemalt.

Weltumspannende
Bildwelten
Viele neu entstandene Fasnachtsvereine schätzen es, wenn der Bildhauer seine unkonventionellen Ideen einbringt. Da kann seine Fantasie richtig aufblühen. Wichtig aber ist für den Kunstschaffenden stets der Bezug zur Region und dass eine Geschichte damit verbunden ist.
So, als wolle er seinem Schaffen zusehen, macht es sich ein wilder Waldgeist auf seinem Stammplatz in der Werkstatt gemütlich. „Er ist der Hauswächter“, erklärt Stiegeler, „und steht für die Kraft der Natur.“ „Blackest Forest“, heißt das Logo, das der Meister eigens für seine T-Shirt-Marke ersann, es passt auch gut zu diesem wüsten Burschen. Direkt vor dessen Nase schweben zarte Flügelwesen. Die Schönen promenieren schwebend wie auf einem Laufsteg durch himmlische Sphären. So tummeln sich in Stiegelers Kosmos wüste Gestalten neben sanften Flügelwesen.
Sein Kosmos weitet sich nur wenige Meter von seinem Haus entfernt auf dem Hügel der Grafenhausener Skulpturenwiese. Dort blicken Stiegelers Sternensucher ins Universum. Den Sphären, in denen Raum und Zeit ihre Unfassbarkeit entfalten, widmen sich auch seine Arbeiten im Haus der Sinne, gleich nebenan. Stiegelers weltumspannende Gedanken umfassen zudem nicht nur sein Engagement für plastikfreie Ozeane, auch für die Vereinigung
Waldgeist und Flügelwesen (u.) in Simon Stiegelers Werkstatt, wo eine Maske den letzten Schliff bekommt (l.), während seine Rebholzengel im Glottertal auf den Frühling warten.

Kinderhospiz e.V. sind er und seine Frau aktive Botschafter.
Wundert es da, dass der Ruf des Holzschnitzers als Botschafter des Schwarzwalds längst in die Welt hinausgeht? Inzwischen sind seine Werke bei Museen und Sammlern gefragt. Für die Sendung „The Masked Singer, Germany“ sowie die Spiele-Show „Murmel-Mania“ stellte er die Siegerpokale her. Harry Styles zählte zu seinen Kunden ebenso wie Heavy-Metal-Bands, die auf seine Masken schwören.
So grüßt aus dem „Blackest Forest“ der Kosmos des Holzflüsterers in die weite Welt hinein.
Simon Stiegeler
InfoKirchsteig 5 79865 Grafenhausen Tel.: 07748/283
www.holzkunst-schwarzwald.de www.fluegelwesen-stiegeler.de


Der Mundart-Autor aus Schallstadt spielt mit Unterschieden
In de Mundart klingt un liest sich alles andersch un kummt au andersch aa. Beispiele sin:
„Sich in Zornspiralen hineindrehen“ (Do steigersch dich in ä allwiil noch größeri Wut iine) // „Das Erregungslevel befindet sich permanent am Anschlag“ (Do bisch mit de Nerve endlos uff Hundert) // „Widersprüchlichkeiten eskalieren“ (Brusch bloß ä anderi Meinung haa un schun gits Stritt) // „Ständig frische Eskalationsstufen“ ( s wurd jedsmol schlimmer) // „Das journalistische Gewerbe steht unter dem Imperativ der Gewinnorientierung“ (D Presse will bloß Geld mache) // „Defekte Debattenkultur“ (Unfairi Diskussion) // „Allgemeine Verunsicherung“ (S weiß ball keiner meh, was stimmt un was nit) // „Die Zahlen des deutschen Arbeitsmarktes sind drastisch“ (Uffem Arbeitsmarkt sieht s arg schlecht uss) // „Das kommende Jahr könnte ein Ruckjahr werden“ (Ä Ruck vorwärts oder ruckwärts?) // „Wir haben Leerstellen im Koalitionsvertrag“ (Do hängt ebbis schief) // „Früher war der politische Gegner ein Konkurrent“ (Hit: Was andri meine, isch immer grottefalsch)
In de Mundart klingt un liest sich alles andersch un kummt au andersch aa. Des soll kei Urteil sii.

Schnittfür Schnitt zumObst b a u -
Einen Obstbaum zu pfanzen ist nicht schwer. Doch wie schneidet man ihn richtig? Für eine reiche Ernte, eine stabile Krone und einen gesunden Wuchs braucht jeder Baum seinen jährlichen Schnitt. Am Beispiel von Äpfeln und Birnen, die als Halb- oder Hochstamm gepfanzt wurden, lassen sich die wichtigsten Regeln anschaulich erklären.
Text: Heide Bergmann


Da steht man nun mit der Astschere vor dem Baum und blickt auf ein Gewirr von Ästen. Wo fängt man an? Was muss weg? Was soll bleiben? „Viele Leute pflanzen einen Baum in den Garten und warten ab. Nach drei Jahren herrscht meist Chaos“, weiß Agraringenieur Bernhard Nägele, Leiter des Bildungshauses Kloster St. Ulrich. „Dabei ist es wichtig, gleich am Anfang das Gerüst anzulegen und die Krone aufzubauen.“
Beim Schnitt hilft es, sich klarzumachen, wie ein Baum wächst. Es gibt mittel- und starkwüchsige Obstbäume. Bei einem Mittelstamm beginnt die Krone in circa 1,20 Meter Höhe, beim Hochstamm in 1,80 Meter. Hochstammbäume können sehr alt werden und viele Jahre tragen.

Beim jährlichen Rückschnitt eines Obstbaumes sollte man immer seinen natürlichen Wuchs unterstützen. Gutes Werkzeug sorgt für einen sauberen Schnitt.

Der regelmäßige Schnitt sorgt dafür, dass sich eine stabile Krone bildet, stets junges Holz nachwächst und sich in Fruchtholz verwandelt. Kernobst wie Äpfel und Birnen tragen an zwei- bis dreijährigen waagerecht abgehenden Ästen. Die Fruchttriebe, die über die ganze Krone verteilt sind, erkennt man an den dicken, prall gefüllten Blütenknospen, die sich deutlich von den Blattknospen unterscheiden.
Mit dem Schnitt die Weichen stellen
Bereits beim Pflanzen eines Mittel- oder Hochstamms werden die Weichen gestellt. Kauft man einen Obstbaum in einer Baumschule, ist
er meist fachgerecht beschnitten und weist einen Mitteltrieb, also die Stammverlängerung, sowie drei nach außen gehende Seitentriebe auf, die späteren Leitäste. Verbindet man die Schnittstellen mit einer gedachten Linie, bildet die Krone die Form einer flachen Pyramide.
In den Jahren nach der Pflanzung ist der Erziehungsschnitt entscheidend. Konkurrenztriebe des Mittel- und der drei Seitentriebe werden entfernt. „Einer führt, da muss man sich klar entscheiden“, sagt Gärtnermeister Fritz Haberzettl. „Man lässt den stehen, der gesund ist und möglichst im 45-Grad-Winkel nach außen wächst.“ Etwa ab dem dritten, vierten Jahr beginnt der Baum zu tragen. Dann werden der Mittel- und die Leittriebe nicht mehr

Möglichst direkt über einer Astverzweigung schneiden. So werden seitlich stehende Triebe gefördert, denn sie tragen Früchte.

»eingekürzt. Das Kürzen würde nur das vegetative Wachstum fördern. Gewünscht ist aber Fruchtholz. Daher werden sie auf seitliche, waagerecht stehende Triebe abgeleitet, denn „senkrecht wächst, waagerecht trägt“, so Haberzettl. „Dabei ist es wichtig, dass wir die Äste
direkt über einer Abzweigung abschneiden, so kann der Saftstrom ungehindert in den Seitentrieb weiterfließen.“ Ein sauberer Schnitt bis etwa einen Zentimeter über dem Astring ist ideal. Muss man doch mal Triebe einkürzen, sollte der Schnitt immer über einer Knospe sein, die nach außen zeigt.
Ein Fehler, der beim Schneiden oft gemacht wird, ist, dass man Zapfen stehen lässt. An den Schnittstellen, die auch immer Eintrittsstellen für Pilze und Krankheiten sind, treiben meist nur vegetative Triebe aus. Man sollte einen Baum nie einfach
In den ersten Jahren sollte die Krone des jungen Baumes geformt werden, im Idealfall wie eine Pyramide. In diesem Beispiel wurden die orangefarbenen Äste entfernt.
stutzen oder radikal herunterschneiden, sondern immer seine natürliche Wuchsform berücksichtigen. Jeder Obstbaum hat einen speziellen Habitus, den wir gezielt unterstützen.
Eine Bauernregel besagt, dass man nach dem Schnitt einen Hut durch die Krone werfen kann. Der Schnitt sollte jedenfalls die Krone auslichten, denn nur so entwickeln sich hochwertige Früchte. Natürlich belässt man zwischen den Leitästen auch Zwischenäste. Sie sollten aber genügend Luft dazwischen haben und gleichmäßig verteilt sein. Treten Sie öfter mal ein paar Schritte zurück und begutachten Sie Ihr Werk. Stehen Stammverlängerung und Leitäste im richtigen Verhältnis zueinander? Erkennt man die Pyramidenform? Enden die Leitäste auf der gleichen Höhe? Das nennt man Saftwaage. Sie bewirkt eine gleichmäßige Entwicklung der Krone. Sind die senkrechten oder nach innen wachsenden Jungtriebe entfernt? „Kneifen Sie die Augen etwas


Meist braucht man eine Baumsäge dazu. Entfernt werden auch die vielen nach unten hängenden, abgetragenen Fruchtäste. Schneiden Sie jedoch nicht zu viel oder besser: Schneiden Sie über Jahre verteilt. Denn je stärker der Rückschnitt, desto stärker der Austrieb, vor allem von Wasserschossen. Nutzen Sie auch die möglichen Schnittzeitpunkte: Der Winterschnitt regt das Wachstum an, der Sommerschnitt beruhigt. Im Juli, August ist ein guter Zeitpunkt, um die noch weichen Wasserschosse sowie Wildtriebe am Stamm zu entfernen.
Der Obstbaumschnitt ist ein Handwerk, das Erfahrung erfordert. Wer an einem Baumschnittkurs teilnimmt, versteht die Lebensform der Obstbäume und lernt die verschiedenen Schnitttechniken kennen. Der Baum zeigt, wo die Schere angesetzt werden muss. Wir schneiden, der Baum reagiert, wir beobachten und lernen. Es entsteht ein Dialog, bei dem man Schnitt für Schnitt sicherer und vielleicht bald selbst zum Profi wird. zusammen. So erkennen Sie sofort dunkle und helle Stellen in der Krone und können korrigieren“, rät Haberzettl.
Nach fünf bis acht Jahren ist die Krone fertig ausgebildet. Dann beginnt der Erhaltungsschnitt. Damit wird die Bildung von stets neuem Fruchtholz angeregt, was den Baum vital hält. Jetzt sind bei vielen Bäumen vegetatives Wachstum und Fruchtbildung in der Balance.
Wer einen alten Garten übernommen hat, hat vielleicht auch einen alten, knorrigen Obstbaum im Bestand? Solange er noch vital ist, kann man mit einem Verjüngungsschnitt wahre Wunder wirken. Oft trägt der Baum nur noch kleine Früchte, weil kein Licht ins Kroneninnere gelangt. Die besenartigen Verzweigungen an den Astenden, die sogenannte Überbauung, überschattet alles. Sie muss weg. Dazu werden die überlangen Leitäste auf weiter innen wachsende, junge Äste abgeleitet. Denken Sie dabei an die 45-Grad-Regel.

Selber gärtnern – Kleine Gartenschule – ein Jahreskurs im Bildungshaus Kloster St. Ulrich
Ob Aussäen von Gemüse, Kräutern und Salat, Pflanzen von Obstgehölzen, Vermehren von Stauden oder Gewinnen von Saatgut – der Praxiskurs zeigt, was wir in Kästen, Hochbeet oder Gartenbeet erfolgreich anbauen können und wie wir mit guten Ideen dem Klimawandel trotzen und die biologische Vielfalt fördern. An insgesamt vier Blöcken mit je zwei Kurstagen vermitteln die beiden Kursleiterinnen jede Menge Basiswissen und geben Tipps, wie das Gärtnern noch mehr Freude macht.
Info und Anmeldung: bildungshaus-kloster-st-ulrich.de
Kräuterpädagogin
Monika Wurft über den heißgeliebten Bärlauch
Kaum kündigt sich das Ende des Winters an, drücken bereits die grünen Spitzen des Bärlauchs (Allium ursinum) ans Tageslicht. Das lichthungrige Lauchgewächs hat’s eilig: Es nutzt die kurze Zeitspanne von Februar bis April, solange die Laubbäume über ihm noch kahl sind und Sonnenlicht den Waldboden erreicht. Zur Bärlauchernte muss man daher Laubwälder durchstreifen – in reinen Nadelwäldern ist es ihm zu dunkel.
Zur Ernte bieten sich zunächst die lanzettlichen Blätter an, später die weißen, kugeligen Blütenstände, die aus zahlreichen sternförmigen Einzelblüten bestehen. Sein einzigartiger Knoblauchgeschmack hat den Bärlauch berühmt gemacht, und er ist in Pesto, Kräuterbutter, Salaten und Suppen eine feste Größe.
Lust auf Grün? Dann einfach gemixte Bärlauchblätter in einen Pfannkuchenteig rühren und ausgebacken damit einen Augenund Gaumenschmaus zaubern. Eine Frühjahrskur lohnt sich, denn ganz nebenbei kann Bärlauch den Blutdruck senken und die Verdauung anregen.

Kaum hat das neue Jahr begonnen, stellt sich schon wieder Hektik ein? Dann ist ein Besuch im Spa oder im Thermalbad genau das Richtige! Ein Wellnesstag entspannt Körper und Seele, sorgt für mehr Gelassenheit im Alltag. Hier sind die passenden Hot-Spots dazu.
Text: Marianne Ambs




Bäder in

Von der gepflegten Saunalandschaft bis zum großzügigen FKK-Bereich mit Dachterrasse: Die Cassiopeia Therme ist eine vielfältige Wellness-Oase mit historischem Flair. Besonders beliebt ist das textilfreie Römisch-Irische Bad. Dieses verbindet die Traditionen Roms und Irlands in einem wohltuenden, aufeinander abgestimmten Badeablauf aus Heißluftbädern, Dampfbädern und Ruhephasen. Das historische Baderitual fördert die Durchblutung und sorgt für tiefe Entspannung. Die Therme zeigt sich somit als perfekter Rückzugsort für Körper und Seele.
staatsbad-badenweiler.de

Wasserwelt Rulantica
Europa-Park Rust
Das ganze Jahr über ist die nordische Wasserwelt „Rulantica“ für Badegäste geöffnet. Hier begegnen sich Action und Entspannung: Das garantiert Wasserspaß für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Im freien Fall beim Rutsch-Duell mit Freunden oder mit dem Reifen in der Halfpipe, im Wasser-Karussell „Tønnevirvel“ mit neun Rundbooten, im durch einen Glasgang mit dem Bad verbundenen wohltemperierten Outdoor-Pool „Svømmepøl“, wo leckere Drinks an der im Winter überdachten „Svømme-Bar“ auf die Gäste warten –überall ist außergewöhnliches Badevergnügen möglich.
Bis zum 27. März wird Rulantica zudem beim nordischen Lichterfest in magischen Glanz getaucht. Besonders in den Abendstunden verwandelt sich die Wasserwelt in ein funkelndes Lichtermeer. Zauberhafte Illuminationen, Shows und Entertainment lassen die Besucherinnen und Besucher staunen. Besonders spektakulär wird es rund um das Wellenbad: Erstmals präsentiert Rulantica eine abendliche Show mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern,

die zweimal täglich unvergessliche Momente kreieren. Auf insgesamt 1000 Quadratmetern erstreckt sich über dem Restaurant „Lumålunda“ eine nordische Wohlfühloase mit Blick über die Wasserwelt. Drei Saunen, ein Dampfbad, Außenterrassen und bequeme Liegemöglichkeiten lassen keine Wünsche offen.
Ein etwas anderes Sauna-Erlebnis bietet das „KOTA Sauna Chalet“: Hier können die Gäste an rustikalen Tischen zünftig saunieren und dabei ein leckeres Weißbier genießen. Darüber hinaus bietet die „Hygge Sauna-Bar“ für die Gäste des Sauna- und Wohlfühlbereichs Hyggedal ein frisches gastronomisches Angebot.
europapark.de/rulantica
In aller Ruhe seine Bahnen ziehen oder im 29 Grad warmen Wasser entspannen: Das Obermattenbad bietet auch im Winter Wasserspaß für die Familie. Das Kombibecken mit vier 25-MeterSchwimmbahnen wird ergänzt vom Ein-Meter-Sprungbrett und einem Drei-Meter-Sprungturm. In den Nichtschwimmerbereich führt eine Treppe, mit der Kinder und Badegäste mit Handicap bequem ins Wasser gelangen. Wasserspaß für Kleinkinder gibt es im 34 Grad warmen Planschbecken. Die Wasseraufbereitungsanlage sorgt für eine exzellente Wasserqualität.
obermattenbad-gundelfingen.de







Eigentlich suchten Samantha Poser und Florian Feckl in Freiburg nach einer geeigneten Produktionsstätte, um sich mit ihrem veganvegetarischen Catering selbstständig zu machen.
Als sie dabei auf die freien Räumlichkeiten eines ehemaligen Restaurants im Rieselfeld stießen, wurde daraus ganz spontan die Geburtsstunde von „Stella“, ihres ersten eigenen gemeinsamen Restaurants.
Text & Fotos: Reinhold Wagner
Wie der Zufall manchmal so spielt: Samantha Poser und Florian Feckl wollten „nur“ Catering, Kochkurse und Gastro-Coaching anbieten. Selbstständig arbeiten, am liebsten direkt in Freiburg. Ihr Ziel: gute vegane und vegetarische Küche zu den Menschen bringen. Diese Pläne stehen auch heute noch. Doch auf der Suche nach passenden Räumen fanden die beiden gelernten Gastronomen nicht nur eine Küche, sondern gleich ein ganzes leerstehendes Restaurant im Rieselfeld. Ein Ort, der auf neue Pächter wartete. Die Entscheidung fiel spontan. Das Restaurant wurde übernommen und kurzerhand zum vegan-vegetarischen Lokal umgewidmet. Nach Umzug, Streicharbeiten und einigen Neuanschaffungen – von Stühlen bis Dekor – startete das Duo im Dezember den Probebetrieb. Am 3. Januar öffnete „Stella“ – lateinisch für „Stern“ – offiziell die Türen für die Gäste.
Seither strahlen die Räumlichkeiten: Große Panoramafenster, gerahmt von hellem Holz, goldbraune Kacheln um die Theke in frischen Farben. Auf den Tischen bunte Blumen. An den Wänden Gemälde, die von Fernweh erzählen: Lieblings- und Sehnsuchtsorte der weitgereisten Wirtsleute. Im langgezogenen, um drei Ecken gewundenen Raum sind
die Tische so verteilt, dass fast jeder Gast einen Fensterplatz hat. Niemand sitzt beengt. Selbst wenn alle 50 bis 60 Sitzplätze besetzt sind, genießt dennoch jeder seine Privatsphäre. Im Sommer kommen auf der Terrasse noch einmal 20 bis 30 Plätze dazu.
„Gute Vorbereitung ist das A und O“
Etwas enger hat es dagegen der Küchenchef. Florian Feckl arbeitet in einer kleinen Küche. Hier ist alles organisiert, alles hat seinen Platz. „Gute Vorbereitung ist das A und O“, sagt der 35-Jährige. Die meisten Zutaten bezieht er frisch und verarbeitet sie umgehend. Momentan kocht er noch allein, doch erste Bewerbungen für Küchenhilfen und Servicekräfte sind schon in Aussicht. Dann sollen auch Catering, Kochkurse nebst Hochzeiten und anderen Feiern anlaufen – mittelbis langfristig. Vorerst aber läuft die Restaurantküche auf Hochtouren. Schon kurz nach Eröffnung sind vor allem die Abende und der vegane und vegetarische Sonntagsbrunch regelmäßig ausgebucht.


Das Power-Duo im Stella: Samantha Poser und Florian Feckl


„Wir kochen alles selber“, betont der gelernte Koch und überzeugte Veganer. Als Kind zweier Eltern, die in Ehningen bei Stuttgart ihr eigenes Landhaus mitsamt SterneRestaurant betreiben, wuchs er praktisch in der Küche auf. Sein Handwerk lernte er bei Douce Steiner und Udo Weiler im renommierten Sterne-Restaurant „Hirschen“ in Sulzburg. Es folgten ein Auslandsjahr in Neuseeland und Stationen in weiteren Sterne küchen: im Tantris und im vegetarischen Gourmet-Restaurant Tian in München.
Seine heutige Geschäftspartnerin Samantha Poser (35) lernte er im Bürgerstüble in St. Peter kennen, wo beide bis Ende 2024 Seite an Seite arbeiteten. Die aus St. Peter stammende Gastronomin, die Stationen in Freiburg, Hamburg und München durchlief, kümmert sich im „Stella“ um Theke und Service, unterstützt von einer weiteren Servicekraft. Sie ist das kommunikative Herz des Lokals, organisiert Abläufe und sorgt dafür, dass sich die Gäste willkommen fühlen. Zug um Zug soll das kleine Team wachsen,
damit künftig auch externes Catering angeboten werden kann.
Erste positive Erfahrungen mit zunächst fleischarmer, später rein vegetarischer und veganer Ernährung machte Florian Feckl vor rund zehn Jahren. Als er merkte, wie gut ihm das tat, stellte er sich und seine Küche konsequent um. Irgendwann war ihm klar: Diese Art zu kochen ist mehr als ein Trend. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Gelegenheit ergab, die Liebe und Leidenschaft so an seine Gäste weiterzugeben, wie er sie selbst
versteht: als eine Haltung. Und einen Beitrag zu mehr Tierwohl, zu Gesundheit, zu bewusster Ernährung und zum Klimaschutz.
Auf der Karte des „Stella“ stehen heute sogenannte „Klassiker“, darunter Arancini auf Fenchel-Grapefruit-Petersilien-Salat und ZitronenAioli als Vorspeise oder SafranRisotto mit gebackener Zucchini, confierten kleinen Tomaten und Nussparmesan als Hauptgericht. Alles ist vegan, Letzteres gibt es optional auch vegetarisch mit Parmesan. Wechselnde saisonale Gerichte ergänzen das Angebot: Jetzt im Winter ist Feldsalat-Zeit. Als Vorspeise wird er mit gebratenem Serviettenknödel und Granatapfel serviert. Als Hauptspeise stehen neben anderen fantasievollen Kreationen Agnolotti von der Erbse auf ZuckerschotenGemüse mit Pinienkernsauce und knusprigem Buchweizen auf der Karte.
Die Gäste stellen sich ihr WunschMenü aus dem vielseitigen Angebot frei zusammen – das ist preislich


Rezept desMonat
s
fair und kommt gut an. Eine Tageskarte ist geplant. Eine Kinderkarte gibt es bereits. Dazu Lese-, Mal- und Spielsachen. Denn: Alle im Team haben selbst Kinder. „Wir wollen bewusst kein Schickimicki-Restaurant sein“, sagt Fleckl, „sondern eines mit gutem PreisLeistungs-Verhältnis, das alle anspricht.“
Das „Stella“-Team setzt auf Qualität, Genuss und bewusst pflanzliche Küche. Alles, was auf den Teller kommt, ist frisch, saisonal und überwiegend vegan – wenige Gerichte können auf Wunsch auch vegetarisch serviert werden. Auch beim Wein achtet das Team auf sorgfältige Auswahl: Der wird derzeit noch mündlich empfohlen, bis es eine eigene Karte gibt. Neben regionalen und mediterranen Tropfen ist auch einer aus Neuseeland im Sortiment – als Erinnerung an Feckls Auslandsjahr. Und als stilles Versprechen, dass sich im „Stella“ – dem Stern – kulinarische Weltoffenheit und Kreativität mit regionaler Verwurzelung aufs Beste verbinden.

Geschmorter Spitzkohl mit Kartoffelpüree, Zwiebelsauce und karamellisierten Äpfeln
1 junger Spitzkohl (500–600 g)
3–4 getrocknete Tomaten
3–4 getrocknete Shiitakepilze
2 Zwiebeln
2 Lorbeerblätter, getrocknet
750 ml Gemüsebrühe
150 ml Weißwein
50 ml Sojasauce
1 EL Tomatenmark
1 EL dunkle Miso-Paste
150 ml Rotwein
250 g Margarine
ca. 100 ml Bratöl (Sonnenblumenöl)
400 g geschälte, mehlige Kartoffeln fürs Püree
150 ml Hafersahne o. Ä.
1 Apfel (z. B. Elstar)
Salz, Pfeffer, Zucker, Muskat (gem.)
Pfeffer anbraten. Tomatenmark und Miso zufügen und kurz mitbraten. Mit Rotwein ablöschen und diesen fast vollständig reduzieren lassen. Mit 250 ml Gemüsebrühe auffüllen und kurz köcheln lassen. Alles mit einigen Flocken Margarine aufmontieren (einmixen mit einem Pürierstab o. Ä.).
Die Kartoffeln für das Püree in etwas Salzwasser garkochen, abschütten, kurz ausdampfen lassen, durchdrücken (Kartoffelpresse) und mit etwas heißer Hafersahne, ein paar Flocken Margarine und etwas Muskat mit einem Schneebesen durchmischen.
Zum Schluss den Apfel schälen, achteln, entkernen. In einer beschichteten Pfanne mit 1 EL Zucker ein leichtes Karamell ansetzen, eine Flocke Margarine dazu und einen Schuss Weißwein. Kurz alles einmal aufköcheln lassen, Apfelspalten einlegen und für 2 Minuten in der Glasage garen/schwenken.
STELLA FREIBURG
Johanna-Kohlund-Straße 24 79111 Freiburg
Tel.: 01 51/59 99 80 01 vegan-vibes@web.de
instagram: restaurant_stella_freiburg
Warme Küche
Di.–So.: 11.30–14 Uhr und Di., Fr., Sa.: 17.30–21 Uhr
Sonntag 9–12 Uhr Brunch (vegan und vegetarisch)
Montag Ruhetag

Spitzkohl längs vierteln (Strunk bleibt dran) und in eine Backform legen. 500 ml Gemüsebrühe, 100 ml Weißwein, eine Zwiebel, Lorbeerblätter, Tomaten, Shiitakepilze, Sojasauce, eine Flocke Margarine, Salz und Pfeffer dazugeben. Backform abdecken und bei 170 Grad für ca. 2 Std. im Ofen schmoren, bis der Kohl butterweich ist und eine leichte Röstfarbe annimmt.
Für die Sauce: Eine Zwiebel würfeln, in einem Topf in Bratöl mit einer Prise Salz und etwas
Als Garnitur wären Schnittlauch, knusprige Röstzwiebeln oder gerösteter Buchweizen gut geeignet.






Simple Zutaten, einfache Zubereitung, große Aromen: Die Köchin und Rezeptentwicklerin Gina Kaas liebt diesen Dreiklang. In ihrem Kochbuch teilt sie ihre Lieblingsrezepte – bodenständig und immer gelingsicher. Für gemeinsame Genussmomente, die Spaß machen.
Rezepte: Gina Kaas
Fotos: Thorsten kleine Holthaus
Für 4 Personen
Zubereitung: ca. 15 Minuten
Backzeit: 55–60 Minuten
4 Hähnchenschenkel (insg. ca. 1,2 kg)
1 kg festkochende Kartoffeln
150 ml natives Olivenöl extra
Saft von 2 Zitronen, Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 TL Paprikapulver edelsüß
Je 1 TL Knoblauch- und Zwiebelpulver
1 Biozitrone, in Scheiben
1 Handvoll gemischte Kräuter (z. B. Salbei, Rosmarin und Thymian)
Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Die Hähnchenschenkel abspülen, mit Küchenpapier trocken
tupfen und in eine große Schüssel geben.
Die Kartoffeln gut waschen, ungeschält je nach Größe vierteln oder halbieren und zu den Schenkeln geben. Olivenöl und Zitronensaft hinzufügen, kräftig salzen und pfeffern, die Gewürze darüberstreuen und alles gut vermischen.
In eine große Auflaufform geben, gut mit Alufolie abdecken und in den vorgeheizten Ofen (mittlere Schiene) schieben. 55–60 Minuten goldbraun backen, dabei nach 45 Minuten die Folie abnehmen, Zitronenscheiben und Kräuter dazwischenstecken und offen zu Ende backen.
Zitronenhuhn und Kartoffeln aus dem Ofen nehmen und heiß in der Auflaufform servieren.


Für 4 Personen
Zubereitungszeit: 15–20 Minuten
2 EL Pflanzenöl zum Anbraten (z. B. Sonnenblumenöl)
500 g geschälte TK-Riesengarnelen (Gambas), aufgetaut, Salz schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Prise Chiliflocken, 1 Prise Zucker
1 Zwiebel, klein gewürfelt
4 Knoblauchzehen, fein gehackt
1/2 rote Paprikaschote, entkernt, fein gewürfelt
2 EL Tomatenmark
200 ml Gemüsebrühe, 200 g Sahne
Saft von 1/2 Zitrone
1–2 Prisen Paprikapulver edelsüß einige Petersilienblätter zum Garnieren
4 Zitronenspalten zum Servieren
Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Garnelen darin bei hoher Hitze von beiden Seiten jeweils circa 2 Minuten scharf
anbraten, bis sie rosa durchgegart sind. Mit Salz, Pfeffer, Chiliflocken und Zucker würzen und aus der Pfanne nehmen.
Zwiebel, Knoblauch und Paprika in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze 1–2 Minuten anbraten. Das Tomatenmark dazugeben und leicht anrösten. Mit der Brühe ablöschen, Sahne, Zitronensaft und Paprikapulver einrühren und 3–4 Minuten einkochen lassen.
Die Garnelen in die Sauce geben und kurz erhitzen. Die Gambas nach Belieben mit Petersilie garnieren und mit Zitronenspalten servieren.

Einfach zu gut kochen. genießen. leben. von Gina Kaas
Verlag: Becker Joest Volk
Verlag, 2025
256 Seiten, Hardcover
Preis: 35 Euro
Für dieses Rezept habe ich mich von der spanischen Küche inspirieren lassen, dort werden Riesengarnelen Gambas genannt. Sie schmecken fantastisch auf Pasta oder mit frischem Baguette zum Auftunken der leckeren Sauce.

Für 12 Stücke
Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten
Backzeit: 35–45 Minuten + Abkühlen
Für den Kuchen
200 g brauner Zucker
1 Pck. Vanillezucker
180 g neutrales Öl (z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
3 EL Joghurt Natur (3,5 % Fett)
3 Eier (M), 250 g Weizenmehl Type 405
1 TL Backpulver
2 TL gemahlener Zimt
1/4 TL geriebene Muskatnuss
1/2 TL Salz
300 g Karotten, fein geraspelt
Für das Frosting
300 g Doppelrahmfrischkäse
100 g weiche Butter
180 g Puderzucker
Außerdem
Kastenform (30 cm Länge) oder Auflaufform (20 x 30 cm)

Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Die Kastenoder Auflaufform mit Backpapier auslegen.
Für den Kuchen Zucker, Vanillezucker, Öl, Joghurt und Eier in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und mit dem Schneebesen cremig rühren (alternativ das Handrührgerät verwenden).
Mehl, Backpulver, Zimt, Muskatnuss und Salz dazugeben und alles zu einem cremigen Teig verrühren. Zum Schluss die Karotten unterheben.
Den Teig in die vorbereitete Form füllen, glatt streichen und im vorgeheizten Ofen (mittlere Schiene) 35–45 Minuten goldbraun backen (die Backzeit ist abhängig von der Form). Am besten einen Stäbchentest durchführen.
Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Dann mithilfe des Backpapiers aus der Form heben und vollständig erkalten lassen.
Für das Frosting Frischkäse, Butter und Puderzucker in einer Schüssel verrühren und den Karottenkuchen damit bestreichen.

om a s
1 Zwiebel, geschält und geschnitten
1 Fenchelknolle, in Würfel geschnitten
2 Knoblauchzehen, geschält und geschnitten, 1 Stk Sellerie
1 TL Tomatenmark, 1 l Fischfond
200 ml Schältomaten, gemixt
4 Eiweiß
50 g Fischabschnitte, fein gewürfelt oder gewolft
Olivenöl
Lorbeer, Basilikum, Rosmarin, Thymian, Korianderkörner, Safran
Olivenöl in einem Topf erhitzen und das geschnittene Gemüse darin andünsten. Tomatenmark zugeben und mitdünsten, mit Fischfond und Schältomaten auffüllen. Kräuter und Gewürze zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eine Stunde köcheln lassen.
Sehr attraktiv sieht es aus, wenn du den Kuchen mit frischen Karottenraspeln und/oder gehackten Pistazien dekorierst. Die Karottenraspel vorher mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.


Fischabschnitte und das leicht angeschlagene Eiweiß mischen. Vorsichtig in die heiße, jedoch nicht kochende Brühe einrühren, wieder bis zum Köcheln bringen und 30 Minuten ziehen lassen. Die Brühe dann vorsichtig durch ein Leinentuch in einen anderen Topf passieren, eventuell nochmals reduzieren. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken und die Safranfäden zugeben.
Als Einlage gebratene Edelfische, Basilikumblätter, Korianderblätter, geschnittene, abgezogene Tomatenwürfel. Mit Knoblauchbrot und Aioli servieren.

Das Alemannische ist seine Muttersprache, Dialekt bedeutet für ihn Zugehörigkeit: der Comedian Cossu alias Lukas Staier aus dem Kinzigtal

Seit 25 Jahren ist der 21. Februar der Internationale Tag der Muttersprache. Er wurde von der UNESCO „zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“ ausgerufen. Damit soll auch auf die vielen vom Aussterben bedrohten Sprachen aufmerksam gemacht werden. Und darauf, wie dies zu verhindern ist.
Text: Erika Weisser
Als der aus Sélestat stammende Schriftsteller Pierre Kretz im Juni 2024 in Hausen im Wiesental den Johann-Peter-Hebel-Preis erhielt, bedankte er sich dafür ganz selbstverständlich auf Elsässisch. Und die anwesenden Schweizer, Badener und sogar Schwaben verstanden ihn auf Anhieb. In seiner Rede brachte der inzwischen 75-Jährige
nicht nur seine „immansi Freijd“ über diese „gànz bsunderi“ Auszeichnung zum Ausdruck, sondern auch seine Sorge, „àss d’Sproch, wo-n-am s’erscht Wort uff d’Zung leijt“ in einer der nächsten Generationen verschwinden könnte. Dabei, hob er hervor, sei gerade das Elsässisch als über Generationen gesprochene Muttersprache
Heimat und Brücke zugleich: Es stärke die regionale und kulturelle Identität, überwinde die deutschromanische Sprachgrenze und eröffne seinen Sprechern sogar die Möglichkeit zur Dreisprachigkeit: Wer im Alltag neben dem Französischen auch das Elsässische pflege, finde sich viel schneller im Standarddeutschen zurecht als ein

„nur-französisch-Sprecher“. Folgerichtig ist sein jüngstes, 2025 im Verlag La Nuée Bleue erschienenes Buch zweisprachig: „Le vieux, la méchante et les autres; D’r àlt, d’bees Frau un àlli àndera“ lautet der Titel. Er hat es auf Elsässisch verfasst und selbst ins Französische übersetzt.
Vom Verschwinden bedroht: Dialekte
Nach den Erkenntnissen von ZEIT-Wissen-Redakteur Arnfrid Schenk (der in Freiburg studierte) und Professor Stefan Schnell (der am Zürcher Institut für vergleichende Sprachwissenschaft forscht), werden weltweit 7000 Sprachen gesprochen. „Noch“, schreiben sie in ihrem „Atlas der vom Aussterben bedrohten Sprachen“: Nach Schätzungen der UNESCO sei mindestens die Hälfte davon gefährdet, „und zwar so sehr, dass sie schon bis zum Ende dieses Jahrhunderts endgültig verstummt sein könnten“. Weniger pessimistische Studien, schreiben sie weiter, gingen zwar „nur“ von 1500 verschwindenden Sprachen aus, doch ohne entsprechende Gegensteuerung könne sich ihr Sterben beschleunigen. Das gelte besonders für Sprachen, die als Dialekte größerer Sprachfamilien immer weniger Sprecher hätten und gegebenenfalls auch von keinem Schriftsystem erfasst seien. 50 dieser Sprachen dokumentieren sie in ihrem Buch. Das Elsässische ist nicht darunter.
In Deutschland zählen sie lediglich die verschiedenen Variati-
sowie das Niedersorbische dazu, in Frankreich das Baskische und in der Schweiz das Rätoromanische. Offenbar sind die diversen alemannischen Dialekte noch ziemlich lebendig – so mancher Leser des Lust auf REGIO wird das aus eigener Erfahrung bestätigen. Die Schweiz mit ihren im Alltag selbstverständlich gesprochenen – und gut dokumentierten – unterschiedlichen Alemannisch-Varianten wird dabei gar als beispielhaft hervorgehoben. Und obwohl in Südbaden schon längst nicht mehr jeder sagen kann, dass „die erste erlernte Fremdsprache das Hochdeutsche“ sei, ist das Alemannische hier auch bei jungen Menschen präsent, wie etwa das Beispiel des im Kinzigtal aufgewachsenen Comedians Cossu alias Lukas Staier zeigt. Wie Pierre Kretz spricht auch der 36-Jährige von Heimat, Vertrauen und Zugehörigkeit, die bei ihm mit dem Dialekt verbunden seien.
Es ist also wichtig, Muttersprache, Dialekt oder Mundart – wie auch immer man es nennt – aktiv zu sprechen. Und das passiert derzeit offenbar auch wieder mit dem Elsässischen: In speziellen Grundschulprogrammen wird es gefördert, Schreib- und Theaterworkshops werden angeboten, die Namen von Straßen und öffentlichen Plätzen zweisprachig ausgeschildert. Die Möglichkeiten der von der UNESCO angestrebten regionalen Mehrsprachigkeit werden neu entdeckt; Entwarnung ist also möglicherweise angesagt.

allewäg!
von Karl-Heinz Debacher Verlag: Ebubli, 2025
100 Seiten, gebunden
Preis: 19,80 €
DIE GANZE FREUDE AN DER MUNDART
Karl-Heinz Debacher, der promovierte Historiker und pensionierte Rektor aus Rust, legt sein zweites Büchlein in alemannischer Sprache vor: In Jo allewäg! ist auf jeder Seite zu spüren, wie viel Freude ihm die Mundart selbst und die damit verbundenen Geschichten aus seinem Dorf bereiten. 80 Titel zeugen von der Vielfalt des Erlebten, Beobachteten, darunter „Ein Freund, ein guter Freund“ (meine Lieblingsgeschichte) oder die köstliche Rektor-SchülerGeschichte mit dem Titel „Zeugen“. Wie viel Humor in allem! Menschliches Verhalten im Alltag, Charaktere, menschliche Käuze, Auffälligkeiten, Eigenheiten, durch mundartliche Übernamen festgehalten. Festgehalten werden auch Vergangenheit, Erziehung, Kirche, Familie, Verwandtschaft, Traditionen wie zum Beispiel in „Üsgschdorweni Kunscht“ das Schicken mit Kautabak.


Für Pierre Kretz ist das Elsässische Heimat und Brücke zugleich.
Besonders gelungen sind die Kurzgedichte mit Lebensweisheiten, Nachdenklichem und Sprachspielereien. Sie unterstreichen die Lust an der Mundart. Karl-Heinz Debacher hat es geschafft, Ruster Lebenszeiten und Lebensformen auf unterhaltsamste Weise in der eigenen Mundart zu überliefern.
Das verdient Dank und Gratulation! Stefan Pflaum

Ausstellungen
ARKANA FORUM
Take Your Playfulness Seriously Farbe & Linie werden zu einer Sprache, die im Inneren spricht Emmendingen, bis 12.4. www.kunst.wuerth-ag.ch
MUSEUM DER KULTUREN
Der Weg ins Jenseits Wie gestalten Gesellschaften das „Dazwischen“?
Basel, bis 26.4. www.mkb.ch
FONDATION BEYELER
Cézanne
Bahnbrechende Werke des Pioniers Basel/Riehen, bis 25.5. www.fondationbeyeler.ch
NATURHISTORISCHES
MUSEUM
Wildlife Photographer of the Year
Die 100 weltbesten Naturfotografien Basel, bis 28.6. www.nmbs.ch
MUSEUM LA8
Memory of Colors
Fotografien von Jamie OcampoRangel
Baden-Baden, bis 8.3. www.la8.de/museum
KUNSTHALLE BASEL
Coumba Samba
Zwischen Mainstream-Kultur & subversiven Praktiken Basel, bis 23.8. www.kunsthallebasel.ch
KUNSTMUSEUM BASEL
Geister
Dem Übernatürlichen auf der Spur Basel, bis 8.3. www.kunstmuseumbasel.ch
FONDATION FRANÇOIS
SCHNEIDER
Métamorphose
Gewinner·innen des Wettbewerbs 2024 Wattwiller, bis 29.3. fondationfrancoisschneider.org
GALERIE HEITZ, PALAIS ROHAN
Eine unumgängliche Vergangenheit
Archäologische Entdeckungen auf der A355 Straßburg, bis 21.6. www.musees.strasbourg.eu
MUSEUM IM RITTERHAUS
Gesichtslos
Frauen in der Prostitution
Offenburg, bis 22.3. www.museum-offenburg.de
HISTORISCHES
MUSEUM BASEL
Schatzfunde
Versteckt, verschollen, entdeckt Barfüsserkirche, Basel, bis 28.6. www.hmb.ch
NS-DOKUZENTRUM
Ende der Zeitzeugenschaft? Was bleibt jenseits persönlicher Begegnungen? Vom Erzählen zum Bewahren
Freiburg, bis 13.9. www.museen.freiburg.de
CARTOONMUSEUM
Paradis perdus
Retrospektive des französischen Comicstars Christophe Blain
Basel, bis 15.3. www.cartoonmuseum.ch
TROMPETENMUSEUM
400 Jahre Trompetengeschichte
Das breite Spektrum der Trompetenbaukunst
Bad Säckingen www.trompetenmuseum.de
ARCHÄOL. MUSEUM COLOMBISCHLÖSSLE
Urformen
Figürliche Eiszeitkunst Europas Freiburg, bis 8.3. www.museen.freiburg.de
MUSEUM FÜR NEUE KUNST
Mal er, Mal sie
Artur Stoll & Olga Jakob Freiburg, bis 22.2. www.museen.freiburg.de
KUNSTHALLE MESSMER
Le Corbusier
Visionär der Moderne Riegel, bis 15.3. www.kunsthallemessmer.de
DREILÄNDERMUSEUM
Manfred Weil: „Leben!“
Malerei & Grafik des jüdischen Künstlers
Lörrach, bis 1.3. www.dreilaendermuseum.eu
E-WERK
Weep Holes & Support Structures
Solopräsentationen von Sarah Entwistle & Hanna Stiegler Freiburg, 6.2. bis 22.3. www.ewerk-freiburg.de
KERAMIKMUSEUM
Jugendstil international Keramische Kunst ohne Grenzen Staufen, 6.2. bis 28.11.2027 www.landesmuseum.de
MUSEUM NATUR & MENSCH
Vom Ei zum Küken
Sie wuseln wieder Freiburg, 21.2. bis 12.4. www.museen.freiburg.de
SONNTAG, 1.2.2026
Florian Wagner
„The Flo Must Go On“ Vorderhaus, Freiburg, 19 Uhr www.vorderhaus.de
MONTAG, 2.2.2026
Bülent Ceylan
„Diktatürk“ Europa-Park, Rust, 19 Uhr, auch am 3.2. www.europapark.de
DONNERSTAG, 5.2.2026
Max Goldt
„Aber?“
Theater im Teufelhof, Basel, 20.15 Uhr
www.theater-teufelhof.ch
MITTWOCH, 11.2.2026
Claus von Wagner
„Projekt Equilibrium“ Burghof, Lörrach, 20 Uhr www.burghof.com
FREITAG, 13.2.2026
Luise Kinseher
„Mary from Bavary – Endlich Solo“ Vorderhaus, Freiburg, 20 Uhr www.vorderhaus.de
DONNERSTAG, 19.2.2026
Sarah Hakenberg
„Mut zur Tücke“ Vorderhaus, Freiburg, 20 Uhr, auch am 20.2. im Burghof, Lörrach www.vorderhaus.de
Johann König
„Wer Pläne macht wird ausgelacht!“ Konzerthaus, Freiburg, 20 Uhr www.vaddi-concerts.de
SAMSTAG, 21.2.2026
Christl Sittenauer
„Komplizin“ Vorderhaus, Freiburg, 20 Uhr www.vorderhaus.de
SAMSTAG, 28.2.2026
ONKel fISCH
„Hoffnung – ein Serviervorschlag“ Vorderhaus, Freiburg, 20 Uhr www.vorderhaus.de
Bis 22. Februar, Di.–Fr.,10–17 Uhr, So. und Feiertag, 12–17 Uhr WaldHaus Freiburg, Wonnhaldestraße 6, Freiburg www.waldhaus-freiburg.de

GESCHNITZT, GESCHNEFELT,
Erstmals zeigt das Waldhaus eine Werkschau von Gegenständen, Objekten und Bildern, die in den Workshops des Waldhauses von Hand gefertigt wurden. Die Ausstellungsstücke wurden von Referenten und Kursteilnehmern „geschnitzt, geschnefelt, geflochten“. Besucherinnen und Besucher entdecken, was den besonderen Reiz der Werkstücke ausmacht und welche Rolle das Holz als Werkstoff dabei spielt.
Zu sehen sind Löffel, Schalen und Skulpturen aus Holz, Weidenkörbe und Grünholzhocker, aber auch gedruckte Holzschnitte sowie Fotos aus Fotoseminaren. Vielleicht weckt der Besuch der Ausstellung Interesse und macht Lust darauf, selbst an einem der Kurse teilzunehmen, die das Waldhaus auch dieses Jahr anbietet.
Ausstellung: Jugendstil international
6.2.2026 bis 28.11.2027, Mi.–Sa., 14–17 Uhr, So., 12–17 Uhr
Keramikmuseum Staufen, Wettelbrunner Straße 3, Staufen www.landesmuseum.de/weitere-standorte/keramikmuseum-staufen

Die Begriffe „Raumkunst“, „Gesamtkunstwerk“ und „Universalkünstler“ sind typisch für die Ära des Jugendstils, einer gesellschaftlichen Gegenbewegung zum konservativen Wilhelminismus und künstlerische Reaktion auf den tradierten Historismus um 1895. Die Epoche war gekennzeichnet durch eine unbändige Experimentierfreude – verschiedenste gestalterische Ausdrucksweisen traten nebeneinander.
Das Keramikmuseum zeigt in seiner Ausstellung Jugendstil-Keramik von Künstlern wie Émile Gallé, Henry van de Velde, Richard Riemerschmid, Peter Behrens, Joseph Maria Olbrich oder Max Laeuger. Sie alle waren „Alleskünstler“, wagten sich über ihre ursprüngliche Ausbildung hinaus in neue künstlerische Gebiete.
Dies war eine Leseprobe der Februar-Ausgabe 2026.
Das komplette Heft ist ab dem 30. Januar im Handel erhältlich.