Zu Besuch beim Bildhauer und Maskenkünstler Simon Stiegeler
DIALEKT IST HEIMAT
Wie die Mundart Menschen über Grenzen hinweg verbindet
Im Februar streckt der Winter noch seine eisigen Fühler aus. Doch im Verborgenen sind die Kräfte des Frühlings am Werk: Nicht mehr lange und die ersten Knospen drängen ans Licht.
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,
die Hand streicht leicht über feinste Merinowolle, Brillanten werden vorsichtig neben einem Smaragd platziert. Aus bunten Tüllkugeln entsteht in stundenlanger Tüftelei ein modern interpretierter Bollenhut. Die kreativen Menschen, die wir in unserer Titelstrecke porträtieren, sind Meister und Meisterinnen ihres Handwerks. In ihren Ateliers und Werkstätten entstehen Unikate von zeitlosem Wert, geschaffen mit Geduld, Können und Leidenschaft.
Für kreative Kochkunst steht Florian Feckl. Der Veggie-Koch ist überzeugt: Diese Art zu kochen ist mehr als ein Trend. Nach Lehrjahren in Sternerestaurants möchte er gemeinsam mit Restaurantleiterin Samantha Poser seine Leidenschaft für vegane Küche im „Stella“ an seine Gäste weitergeben. REGIO-Autor Reinhold Wagner hat sich durch die Karte probiert.
Ein Apfelbaum steht für Beständigkeit und Lebensfreude. Einmal gepflanzt, kann er über Jahre hinweg Generationen verbinden – vorausgesetzt, er wird richtig gepflegt. Wer sich an saftigen Früchten erfreuen will, kommt um den Obstbaumschnitt nicht herum.
REGIO-Autorin Heide Bergmann zeigt, wie der Dialog mit dem Baum gelingt.
Mir geht es wie vielen Dialektsprechern: Die alemannische Mundart ist meine Muttersprache, Hochdeutsch die erste Fremdsprache. Doch Sprache ist im Wandel, Dialekte verändern sich, manche drohen zu verschwinden. REGIO-Redakteurin Erika Weisser nimmt den internationalen Tag der Muttersprache zum Anlass für eine Bestandsaufnahme: Hat das Alemannische Zukunft? Es gibt Hoffnung.
„Stella“: neues vegan-vegetarisches Restaurant in Freiburg 30 – 33
Einfach raffinierte Rezepte für die schnelle Wohlfühlküche 34 – 37
Merkles Küchenliebling: Klare Fischsuppe 37
Kunst & Kultur
Sprachliche Vielfalt feiern & fördern: der internationale Tag der Muttersprache 38– 39
Pure Freude an der Mundart: Geschichten & Gedichte von Karl-Heinz Debacher 39
Kalender
Ausstellungen, Messen, Märkte, Theater, Kino und Konzerte: Termine in der REGIO 40 – 49
Horche se mol!
Dialektforscher Hubert Klausmann über Mundart und Heimat 50
Individuelle Lieblingsstü
LUST AUF …
Ein Must-have für Grillprofis
Der Keramikgrill Big Green Egg ist seit 1974 auf dem Markt und steht für jahrzehntelange Erfahrung im Bereich Kamado-Grills. Gründer Ed Fisher begann damals mit dem Verkauf traditioneller Modelle und entwickelte diese kontinuierlich weiter – von Ton hin zu besonders widerstandsfähiger Keramik. Heute überzeugt der Grill mit exzellenter Hitzespeicherung, präziser Temperaturkontrolle und enormer Vielseitigkeit. Grillen, Smoken, Backen oder Garen gelingt gleichmäßig, effizient und mit intensivem Geschmack.
Gesehen bei Die Küche
Wallstraße 12–14a, Freiburg oder im Online-Shop egg-spezialist.de
Das Grillset mit Tasche ist ein hochwertiges BBQ-Set, ideal für Garten, Balkon oder unterwegs. Es umfasst ein 4-teiliges Edelstahl-Grillbesteck mit Fleischspalter, Grillgabel, Messer und Messerschärfer sowie ein stabiles Schneidebrett aus Bambus. Alle Teile sind sicher in einer strapazierfähigen Tasche verstaut und leicht zu transportieren.
Eine individuelle Gravur mit Name oder Wunschtext macht das Set besonders. Robust, langlebig und stilvoll – perfekt für BBQ-Partys und als Geschenk für Grill- und Outdoor-Fans.
Grillen mit Handschuhen bietet zuverlässigen Schutz vor Hitze und Funken und sorgt für einen sicheren Griff am Rost. Aus robustem Echtleder mit weichem Baumwollfutter gefertigt, schützt der Handschuh auch vor heißen Oberflächen. Der lange Unterarmschutz erhöht die Sicherheit zusätzlich. Das hochwertige Grill-Accessoire ist
in drei Farben erhältlich und wahlweise für rechts, links oder als Paar bestellbar. Pflegeleicht, langlebig und ideal für jede Grillsession.
Wie Panettone im Speckmantel, Rehrücken in Glühweinsauce oder der ultimative Winterburger selbst bei Minusgraden perfekt gelingen, zeigt Wintergrill-Pionier Tom Heinzle. In seinem neuesten Werk verbinden sich winterliche Aromen von Lebkuchen, Zimt und Anis mit heißer Glut, wärmenden Getränken, kleinen Snacks und kreativen Rezepten aus saisonalem Gemüse, Fleisch und Fisch.
Mitmachen und gewinnen! Lust auf REGIO verlost 2x das Buch „Tom‘s Winter Grillen“.
Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Wintergrillen“ bis zum 15.02.26 senden an: redaktion@lust-auf-regio.de Anschrift nicht vergessen!
Für die Zubereitung von Loimulohi, dem „lodernden Lachs“, wird Lachs an offener Flamme gegart. Das hochwertige Set begeistert Flammlachs-Fans ebenso wie Gourmets und macht das Lachsgrillen zu einem besonderen Geschmackserlebnis. Ideal für Liebhaber der Feuerküche und für alle, die gemeinsame Genussmomente am knisternden Feuer schätzen.
Gesehen bei Finnwerk, Adelhauser Str. 19, Freiburg oder im Online-Shop finnwerk.de
›› Die Amalienruhe, ein kleiner Felsvorsprung am Schluchsee, ist über den Seerundweg leicht zu erreichen. Der offene Holzpavillon auf der Halbinsel gegenüber dem Ort Schluchsee bietet eine willkommene Gelegenheit zum Verweilen und ist ein beliebter Fotopunkt mit traumhaften Ausblicken. Im Sommer oft überlaufen, macht die Amalienruhe in der Stille des Winters ihrem Namen alle Ehre und wird selbst zum Fotomotiv.
DURCH SCHNEE UND LICHT
Verschneites Traumziel: die Hinterwaldkopfhütte
Wanderung zur Hinterwaldk
o p f ettüh
Wenn unten in Freiburg, Kirchzarten oder im Dreisamtal der Nebel zäh in den Straßen hängt, genügt oft schon eine kurze Fahrt in den Hochschwarzwald, um in eine andere Welt einzutauchen. Die Winterwanderung zur Hinterwaldkopfhütte gehört zu jenen Touren, die genau dann ihren besonderen Reiz entfalten: mit klarer Luft und Sonnenschein.
Text: Jannis Jäger
Ausgangspunkt ist der Bahnhof Hinterzarten, bequem erreichbar mit der Höllentalbahn. Kaum hat man den Ort hinter sich gelassen, wird es stiller. Der Weg führt über den Ort Alpersbach hinauf zum Hanselehof und weiter Richtung Hinterwaldkopf. Wer mit dem Auto anreist, wählt den Parkplatz am Rinken und steigt von dort über den Dr.-GanterWeg ein. Beide Varianten haben ihren eigenen Reiz und beide führen auf gut ausgebauten Forst- und Wanderwegen durch dichten Wald, vorbei an offenen Lichtungen, die an verschneiten Wintertagen glitzern wie mit Puderzucker bestäubt.
Die Strecke ist moderat, auch bei Schnee gut begehbar und damit ideal für eine Winterwanderung ohne alpinen Anspruch. Feste Schuhe genügen meist, bei tieferem Schnee oder eisigen Passagen können Stöcke oder Schneeschuhe sinnvoll sein. Der Weg steigt gleichmäßig an, ohne steil zu werden – Zeit zum Schauen bleibt genug. Immer wieder öffnen sich kleine Fenster zwischen den Bäumen, die den Blick hinüber zum Feldberg oder ins obere Dreisamtal freigeben.
ZUR HINTERWALDKOPFHÜTTE
Start: Bahnhof Hinterzarten
Dauer: 2,5 bis 3 Stunden
Länge: 8,3 Kilometer
Auf- und Abstieg: 440 Meter
Start: Wanderparkplatz
Rinkenstraße
Dauer: etwa 1,5 Stunden
Länge: 5,4 Kilometer
Auf- und Abstieg: 116 Meter
Nach rund anderthalb bis zwei Stunden erreicht man die Hinterwaldkopfhütte auf etwa 1120 Metern Höhe. Die Almgaststätte liegt etwas unterhalb des Gipfels und ist im Winter samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. An wärmeren Tagen ist die Terrasse gut besetzt, doch auch drinnen herrscht eine warme, urige Atmosphäre. Viele kommen nicht nur wegen der Aussicht, sondern auch
wegen der Küche: Der Schweinebraten der Hütte erfreut sich seit Langem großer Beliebtheit – deftig, ehrlich und genau das Richtige nach einem Marsch durch die Kälte. Dazu ein Getränk, vielleicht ein kurzer Blick in die Runde – da sind Wanderer, Familien, Schneeschuhgeher –, und man versteht schnell, warum diese Hütte seit Jahrzehnten ein Ausflugsziel mit Kultstatus ist.
Der Gipfel als Zugabe
Wer nach der Einkehr noch Lust auf Bewegung hat, kann den Hinterwaldkopfgipfel (1198 Meter Höhe) in Angriff nehmen. Der zusätzliche Aufstieg ist kurz, bei winterlichen Bedingungen jedoch anspruchsvoller. Mit Schneeschuhen oder bei festgetretenem Schnee lohnt sich der Abstecher: Oben eröffnet sich ein weiter Rundblick über den Hochschwarzwald, bei
Den Blick ins verschneite Tal gerichtet, die Brust gefüllt mit kalter, klarer Luft – eine Winterwanderung hat ihre besondere Magie.
Alles, was es braucht, ist adäquates Schuhwerk, um den Zauber des winterlichen Schwarzwalds zu erleben. Mitunter können allerdings ein Paar Schneeschuhe notwendig sein.
klarer Sicht bis zu Feldberg, Kandel und Vogesen. Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast an Inversionstagen – unten das graue Nebelmeer, oben strahlender Himmel.
Die Wanderung zur Hinterwaldkopfhütte hat ihren ganz besonderen Charme und gilt als ein Klassiker: Sie ist gut erreichbar, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, landschaftlich abwechslungsreich und auch kulinarisch verlockend. Eine Tour, die zeigt, dass das nächste große Wintererlebnis nicht zwingend einer langen Anreise bedarf. Manchmal reicht ein Zugticket nach Hinterzarten –und ein wenig Lust, dem trüben Februarwetter davonzuwandern.
EinkehrTipp
Die Hinterwaldkopfhütte lädt auf 1120 Metern Höhe unterhalb des Hinterwaldkopf-Gipfels zum wohlverdienten Vesper und mehr.
Winter-Öffnungszeiten
Sa. und So.: 10 – 17 Uhr
Tel.:07661/3314
www.hinterwaldkopf-huette.de
Grüezi
BLICK AUS DER SCHWEIZ
Beat Eglin lebt in Muttenz bei Basel. Fürs Lust auf REGIO Magazin schaut er sich regelmäßig im Dreiländereck um. Das Preiswirrwarr beim Laden von E-Autos ist in dieser Ausgabe sein Thema.
Nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa ist das Aufladen eines E-Autos unbefriedigend. Eine Ausnahme ist Tesla. Diese Marke baute ein internationales Ladenetz auf und die Software im Auto sorgt für eine effiziente und transparente Stromversorgung.
Alle anderen müssen sich an die öffentlichen Ladestationen oder ein eigenes System halten. Bei der privaten Säule ist der Tarif des Stromanbieters bekannt. In unserer Region kostet die Kilowattstunde circa 39 Cents. Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist. Dafür erhält man eine Entschädigung, die quartalsweise festgelegt wird. Momentan beträgt sie circa 7 Cent. Der tiefe Betrag macht die Investition in Batterien, die immer billiger werden, attraktiver. Auch das eigene Fahrzeug kann zu diesem Preis geladen werden. Man fährt je nach Jahreszeit 100 Kilometer für 1 bis 2 Euro! Mit einer bidirektionalen Ladestation kann man den billigen Tagesstrom nachts vom Auto in das Haus leiten. Eine Software sorgt dafür, dass tagsüber nur überschüssiger Solarstrom ins
Auto fliesst und am Morgen noch genügend Strom in der Batterie ist.
Die Probleme und die hohen Kosten beginnen erst unterwegs. Benzin tankt man neben dem Tankstellenshop unter einem Dach, das vor Regen schützt. Ein Eimer Wasser steht parat und auch Luft für die Reifen ist kein Problem. Ein Stromer muss meistens ans Ende des Parkplatzes fahren und sein Kabel unter freiem Himmel anschliessen. Wasser ist weit und breit nicht zu sehen. Auch die Stromtarife sind nicht öffentlich angeschrieben. Und je nach Ladeoder Kreditkarte bezahlt man bis 100 Prozent oder mehr Roaminggebühren auf den Grundtarif!
Die Bandbreite geht von 30 bis 130 Cent, je nach Anbieter und Ladegeschwindigkeit. Und dazu kommt eventuell noch eine Parkoder Grundgebühr. Kein Verbrennerfahrer würde solche Zustände akzeptieren!
Der schweizerische Preisüberwacher und der Konsumentenschutz verlangen nun Massnahmen gegen den Preiswirrwarr. Gefordert wird eine VergleichsApp für mehr Transparenz.
Foto:
Außergewöhnliche Unik a et
HANDGEMACHT
Alles andere als altmodisch! Ob Kuckucksuhr, Couture-Rock, Maßanzug, Filzhut oder funkelnder Schmuck: In der REGIO zeigen kreative Köpfe, wie viel Persönlichkeit, Mut und Leidenschaft in echtem Handwerk stecken.
KATALIN JUNG
Schmuckdesignerin
Wo es glitzert und glänzt
Katalin Jung (l.) in ihrer Werkstatt.
„Bei mir macht es Bling.“ So beschreibt Katalin Jung ihren Schmuck. Wenn es glitzert und glänzt, ist für die Schmuckdesignerin die Welt in Ordnung. In ihrer Werkstatt im Vogtsburger Ortsteil Niederrotweil stehen Schränke und Vitrinen mit ihren Kreationen. Geschmiedete Goldringe liegen neben glitzernden Ohrsteckern und Ketten. Die Schmucksteine gibt es in Herzform oder als Sternchen, Brillanten umfassen TurmalinTropfen und Morganit-Anhänger. Katalin Jung kombiniert Gold mit Silber, Perlen mit Edelsteinen. Die Schmuck designerin hat ihren ganz eigenen Stil gefunden, mit vielen Kombinationsmöglichkeiten. „Jedes Stück ein Unikat“, verspricht sie. Und ergänzt: „Ich habe so viele neue Ideen.“
Jedes Jahr eine neue Kollektion
Einige davon münden in die jährliche Kollektion, alle anderen werden in Kladden notiert und bei Gelegenheit wieder hervorgeholt. „Gerade ist es etwas ruhiger“, erzählt Katalin Jung: Sie habe die Werkstatt aufgeräumt, neues Material eingekauft. Bald starte sie mit der Arbeit für die Kollektion 2026, die sie wie jedes Jahr am 3. Wochenende im Juli mit einer „Vernissage im Gärtle“ den Kundinnen und Kunden präsentiert. „Dieses Jahr greife ich ein Thema aus früheren Jahren wieder auf“,
erklärt sie. Eine Kundin habe sie auf die Idee gebracht. „Es wird bunt und verspielt“, verspricht Jung. „Viele Blumen und Blüten.“ Mehr wird nicht verraten.
Ein gastfreundliches Haus
Seit 13 Jahren arbeitet Katalin Jung in ihrer Werkstatt in Niederrotweil, im Keller des Wohnhauses, das sie mit ihrem Mann und den zwei Kindern bewohnt. Der Garten vor dem Fenster, die Weinberge ganz nahe: ein kleines Paradies. Der Start als Schmuckdesignerin war nicht so romantisch. Eigentlich wollte Katalin Jung Lehrerin werden. Als 2003 das Referendariat anstand, kam eine Schwangerschaft dazwischen – und der Schmuck. Zwei Jahre jobbte sie in einer Schmuckwerkstatt. 2005 meldete sie ein Gewerbe an. Bald stellte sich der Erfolg ein. Für eine Berufsausbildung zur Goldschmiedin war keine Zeit. Zwanzig Jahre, zwei Ladengeschäfte und unzählige Kunsthandwerkermärkte später verwendet Katalin Jung weniger
Naturmaterialien, sondern vor allem Perlen, Edelsteine und Brillanten. Der Schmuck ist ihre Passion. „In einer Schule zu unterrichten, das kann ich mir nicht mehr vorstellen.“ Lieber pflegt sie ein offenes, gastfreundliches Haus. „In meiner Werkstatt sind Besucher immer willkommen.“
In Niederrotweil hat die Schmuckdesignerin einen Ruhepunkt gefunden. „Früher bin ich zu den Menschen gefahren, heute kommen diese zu mir.“ Von weiter her kommen immer mehr Kunden, die in einem der beiden Gästehäuser übernachtet haben, die 2020 und 2022 von ihrer Familie eröffnet wurden. Wie schafft Katalin Jung das alles? „Ich arbeite viel und gerne“, sagt sie. „Wenn es sein muss bis in die Morgenstunden.“
„Ich bin damit aufgewachsen“, antwortet Gerhard Schmieder auf die Frage, was ihn bewogen habe, mit 16 Jahren eine Ausbildung zum Holzschnitzer und -bildhauer zu absolvieren und sich dabei auf Kuckucksuhren zu spezialisieren. Noch vor 50 Jahren, sagt der 63-Jährige, hätten fast alle Menschen in Schonach mit diesem traditionellen Gewerbe zu tun gehabt, oft auch in Heimarbeit. Sein Großvater habe etwa die Vögel geschnitzt, die stündlich laut rufend die Uhrzeit verkünden. Und seine Mutter habe die tongebenden Kuckuckspfeifen geleimt.
Viele Schonacher arbeiteten damals in Betrieben, die Kuckucksuhren produzierten. Heute gibt es weltweit nur noch eine Firma, die mechanische Kuckucksuhrwerke herstellt. Von dieser bezieht Schmieder die Uhrwerke für seine Manufaktur, die er vor 20 Jahren eröffnete. Er arbeitet auch mit einem Uhrmacher zusammen, der für die Justierung von Uhrwerk, Zifferblatt, Zeigern, des Kuckucks und der Gewichte zuständig ist. Und mit einem Schreiner, der für die bis zu eineinhalb Meter hohen Uhren die stabilen MassivholzGehäuse baut, die er mit seinen Schnitzereien in feinmotorischer Handarbeit in ganz unterschiedliche Unikate verwandelt.
Dazu macht er erst einmal eine papierne Schablone – oder sucht aus seiner inzwischen beträchtlichen Sammlung das dem Auftrag oder seiner neuen Idee entsprechende Modell heraus, überträgt es auf ein
Mit einer Schablone (o.) überträgt Schmieder (u.) den Umriss auf das Holz, sägt die Einzelteile aus und bearbeitet sie mit dem Schnitzmesser (l.).
massives, auf die Größe der späteren Uhr zugeschnittenes Brett aus dem Stamm der Weymouth-Kiefer, die seit langem in hiesigen Wäldern heimisch ist. Mit einer Dekupiersäge bringt er das gut zu bearbeitende Holz in die grobe Form und schnitzt die jeweiligen Motive dann heraus. Das fertig bearbeitete und verleimte, mit weiteren geschnitzten Figuren versehene Stück wird vor dem Einbau des Uhrwerks noch gebeizt und lackiert – mit schonenden Materialien.
Märchenmotive vom Waldspaziergang
Bei den beliebten „Pilz-Uhren“, die einen der Baumpilze, die er selbst im Wald sammelt, als Dach haben und die oft mit bunten Märchenmotiven geschmückt sind, baut er das Gehäuse selbst und schnitzt es dann am Stück in die Endform. Diese kleineren, oft mit Zwergen, Hobbits und anderen Fantasiewesen versehenen Uhren sind – wie auch so manch
schwarzwald-klassisches Modell aus seiner Hand – auf Gerhard Schmieders Homepage und in Olis Schnitzerstube in Triberg zu bewundern und zu erwerben. Einige Uhren sind exklusive Auftragsarbeiten – von Privatleuten weltweit oder von Herstellern in Titisee-Neustadt.
Wie viele Uhren jährlich seine Werkstatt verlassen, hat er noch nicht gezählt. Erika Weisser
In einer Zeit, in der Mode oft von Schnelllebigkeit und Massenproduktion geprägt ist, setzt ein kleines Atelier im Herzen Freiburgs bewusst auf das Gegenteil: Persönlichkeit, Handwerk und individuelle Perfektion. Unter dem Namen Maßmacher hat sich hier ein Betrieb etabliert, der klassische Schneiderkunst mit modernem Stil verbindet und damit eine wachsende Kundschaft weit über Freiburg und den Breisgau hinaus begeistert.
Nicht weit vom Schwabentor, in Oberlinden 15, empfängt Inhaber Marco Mesler seine Kunden. Was einst als Laden für maßgeschneiderte Anzüge begann, hat sich heute zu einem vielseitigen Modeanbieter entwickelt, der komplette Outfits im Angebot hat – vom klassischen Businessanzug über Hochzeitsgarderobe bis zu Accessoires wie Hemden, Schuhe oder stylische Burlington-Socken. „Wir machen eigentlich alles außer Unterwäsche“, erklärt Mesler.
Kleidung als Ausdruck der Persönlichkeit
Marco Mesler (r.) belebt das Schneiderhandwerk mit neuen Ideen.
Im Zentrum der Markenphilosophie steht die Idee, Kleidung als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit zu verstehen. Maßmacher kombiniert traditionelle Schneidertechniken mit modernen Fertigungsprozessen, um jedem Kunden ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Die Anfertigung eines Anzugs folgt einem personalisierten Ablauf: qualifizierte Beratung, sorgfältiges Maßnehmen und
schließlich die präzise Anprobe, bist das fertige Stück perfekt sitzt und die Persönlichkeit seines Trägers widerspiegelt. Haltung, Bewegungen oder Stilvorlieben fließen in das Konzept der Schnittteile ein. Kleidung wird hier nicht konsumiert, sondern kultiviert. Gut Ding will Weile haben: Der gesamte Fertigungsprozess eines Anzugs kann bis zu sechs Wochen dauern.
Der Wohlfühlfaktor ist Mesler besonders wichtig: „Der Kunde soll hier nicht rauslaufen und denken, dass er auch nur einen Euro zu viel bezahlt hat für das, was er hier bekommt.“ Für viele ist der maßgeschneiderte Anzug mehr als nur ein Kleidungsstück – es ist ein sorgfältig ausgewähltes, persönliches Stück Mode.
In einer Welt kurzlebiger Mode(n) ist Maßmacher ein Ort für Nachhaltigkeit, Qualität und guten Stil – ein Modeanbieter, der der Tradition des Schneiderhandwerks neuen Schwung verleiht. Für Marco Mesler hat sein Beruf
noch einen anderen, besonderen Reiz: Wenn etwa prominente Persönlichkeiten in sein Geschäft kommen, „Menschen, die viel erreicht haben in ihrem Leben – und du darfst die dann ausstatten.“
Jannis Jäger
MARCO MESLER
Maßmacher Oberlinden 15 79098 Freiburg
Tel.: 07 61/42 96 20 29
massmacher.com
SABINE COMBÉHutmacherin
Gut behütet
Die Hände sind Sabine Combés wichtigstes Werkzeug. Für ihr Handwerk braucht die Hutdesignerin Kreativität, Ausdauer und ganz viel Kraft. „Abends tun mir schon mal die Hände weh“, erzählt sie in ihrer Filz-Werkstatt in der Waldkircher Straße 64 in Denzlingen. Hier entstehen individuelle Filzhüte für Frauen und Männer – jedes Stück ein handgefilztes Unikat. Alle Hüte haben eines gemeinsam: Sie werden aus einem Stück ohne Naht gefertigt. Sabine Combé ist überzeugt: „Jeder und jede kann Hut tragen.“ Sie selbst trägt ihre Hüte das ganze Jahr über. „Im Winter schützen sie besser als jede Mütze vor Kälte, im Sommer vor der Sonne.“ Eigenschaften, die ihre Leidenschaft für das Filzen vor mehr als 30 Jahren geweckt haben.
Als Sabine Combé ihre Liebe zum Filzen entdeckte, war die uralte Technik noch lange nicht en vogue. „Eigentlich wollte ich Weberin werden“, erzählt die Bayerin. Deshalb entschied sie sich für eine Ausbildung an der Freien Kunstschule Nürtingen. Hier lernte sie in der Materialkunde Filz kennen
und begeisterte sich für die Herstellung des besonderen Materials. Mit Hilfe eines Bastelheftes brachte sie sich die Grundtechniken bei.
Leichtigkeit zum Aufsetzen
Aber kann Frau damit Geld verdienen? „Mit einem Korb gefilzter Handschuhe habe ich mich in München auf die Straße gestellt und ja, es lief“, erinnert sich Sabine Combé an die Anfänge. Bald machte sie sich selbstständig und entschied sich, nur noch Hüte zu fertigen. Durch Freunde kam sie nach Freiburg und fand ein Haus am Ortsrand von Denzlingen. Seit 1987 betreibt sie dort ihre kleine Werkstatt mit Atelier im Garten ihres Grundstücks, da, wo früher ein alter Schuppen stand.
Sabine Combé (o.) stellt den Filz für ihre Hutkreationen selbst her.
ihre Form. Zudem ist Filz ein dichtes Gewebe, das auch Regen standhält. Als Grundstoff verwendet die Hutmacherin feinste Merinowolle, eine Naturfaser, die temperaturund feuchtigkeitsregulierend wirkt. In einem langwierigen Prozess wird aus dem Rohstoff ein Filzhut. Zunächst wird die Wolle auf ein Schnittmuster gelegt, dann mit Seifenwasser verrieben, mehrmals unter Druck auf dem Waschbrett gerieben, auseinandergezogen, wieder gerieben und immer weiter verdichtet, bis der dichte Filz entsteht, den die Hutmacherin zu individuellen Hüten formt. Etwa sechs bis sieben Stunden Arbeit braucht sie, bis ein Filzhut fertig ist.
Combés Hüte haben es sogar bis auf den amerikanischen Kontinent geschafft: „Eine Kundin hat ihren Filzhut mit nach Kanada genommen und wurde dort oft darauf angesprochen.“
Marianne Ambs
Sabine Combés Hüte sind zeitlos, passen sich der Kleidung an, egal ob sportlich oder elegant. Sie sind federleicht und angenehm zu tragen, gleichzeitig pflegeleicht und robust. Die Unikate können geknautscht und in die Tasche gesteckt werden, sie behalten
SABINE COMBÉ Waldkircher Straße 64 79211 Denzlingen
Tel.: 07666/4312
sabine-combe-hutdesign.de
Extravagante Ensembles
„O Schwarzwald o Heimat, wie bist du so schön“ ist rundherum auf dem schillernden Rock zu lesen, der selbst an der Schneiderpuppe in Kim Schimpfles Atelier recht schwungvoll wirkt. Die Gründerin des Labels „Schwarzwald Couture“ hat das Muster für den Stoff selbst entworfen und in einer Stoffdruckerei in Holland herstellen lassen. Zusammen mit dem Oberteil mit traditionellen Trachten-Elementen und einem aus künstlichen Fichtenzweigen, Rehbockgeweih und einem stilisierten Kuckuck bestehenden Hut namens „Schwarzwaldpunk“ bildet er ein ziemlich extravagantes Ensemble.
Es ist nicht das einzige außergewöhnliche Stück im kleinen Laden in der Hildastraße 62 in Freiburg: Hier finden sich auch zwei voluminöse Röcke aus üppig gerafftem und gerüschtem Tüll. Einer ist in Rosa-Tönen gehalten, der andere in Ockerfarben. Je 32 Meter Tüll hat Kim Schimpfle verarbeitet und „in stundenlanger Tüftelei“ andersfarbigen Tüll als großformatige Blütenmotive eingearbeitet. In Kombination mit farblich abgestimmten, ebenfalls von ihr selbst entworfenen
und in Thüringen gestrickten Pullovern aus Merinowolle wird daraus ein Modell, dem die Trägerin kein zweites Mal begegnet.
Bollenhut-Varianten aus bunten Tüll-Kugeln
Ein Unikat ist auch der auf Figur gearbeitete Janker aus leuchtend frühlingsgrasgrünem Lodenstoff: Er hat eine Kapuze, die – „als kreative Variation des Bollenhuts“ – über und über mit Tüll-Kugeln in verschiedenen Größen und Farben bestückt ist. Ein echter Hingucker, den die Designerin mit viel Experimentiergeist sowie Materialund Zeitaufwand von der ersten Idee in ein bestens tragbares Einzelstück verwandelt hat.
Kim Schimpfle, die als Sechsjährige vom Bodensee nach Freiburg kam und seither in der Wiehre lebt, experimentiert gern und viel. Das, erzählt sie, habe sie schon als Schülerin gemacht, als sie „für den Eigenbedarf immer besondere Sachen
genäht“ hat. Und vor genau 30 Jahren hat sie, die „eigentlich gar nicht in Richtung Mode gehen“ wollte, damit ihre erste Modenschau veranstaltet. Seither ist sie dabeigeblieben, hat sich mit ihren stylischen Dirndln und den mit modernen Elementen neu interpretierten Trachtenkleidern längst einen Namen gemacht. Und obwohl die Autodidaktin „laufend neue Ideen“ hat und ständig ihr Repertoire erweitert, fertigt sie dieses immer noch gern an – nach Maß, auf Bestellung oder auch „für die Stange im eigenen Laden“.
Hier ist sie von Dienstag bis Samstag anzutreffen – und freut sich über Besuch. Und darüber, dass sie von ihrer Arbeit, die ihr großen Spaß macht, „immer noch leben kann“.
Erika Weisser
KIM SCHIMPFLE
Hildastraße 62
79102 Freiburg
Tel.: 07 61/70 59 99 75
schwarzwaldcouture.de
Kim Schimpfle (u.) interpretiert das Thema Tracht neu.
DER HOLZFLÜSTERER
Werkstattbesuch beiSimon S t gei e rel
Unweit der Glottertäler Weinhänge jubilieren Simon Stiegelers Rebengel im Feld, während in der Werkstatt des Holzvirtuosen wilde, mythische Wesen, Fratzen und Masken Gestalt annehmen – als seien sie geradewegs der Unterwelt entstiegen. Hochkonjunktur haben derzeit die Fasnachtsmasken.
Text: Kornelia Stinn
Wer die Werkstatt des Holzbildhauers Simon Stiegeler in Grafenhausen betritt, trifft den Meister inmitten einer Welt voller mysteriöser Gestalten an: Mit einem Schnitzmesser über eine Maske gebeugt, haucht er dem Holz Leben ein. Rund 250 Exemplare muss er bis zu den Umzügen fertigstellen, manche auch reparieren. Die Anfragen kommen von Vereinen und Einzelpersonen zwischen Bodensee und Karlsruhe. Darunter etliche von Hästrägern mit kunstvoll geschnitzten Masken, wie sie für die Schwäbisch-Alemannische Fasnacht typisch sind, die 2014 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.
Stiegeler schaute bereits als Kind seinem Vater in der Holzschnitzerwerkstatt beim Maskenbau über die Schulter. „Es steckt in mir drin!“, sagt er. Später besuchte er eine Bildhauerschule in Tirol und studierte Kunst in Freiburg.
Präzisionsarbeit in weichem Holz
Ausschließlich Lindenholz verwendet der Fünfzigjährige für seine Masken, weil dieses weich ist und eine feine Maserung hat. Um Erhöhungen ausarbeiten zu können,
verleimt er das ausgewählte Holzstück mit einem kleineren Holzpflock. Mit grobem Schnitzmesser und Klöpfel haut er als Erstes grob Rundungen und Strukturen an. Anschließend legt er die Gesichtskonturen fest und arbeitet sich dann mit feineren Schnitzmessern immer detailreicher vor. Das kleinste Messer erlaubt Präzisionsarbeiten im Millimeterbereich, gut geeignet etwa, um Gesichtsfalten herauszuarbeiten. Schließlich höhlt er das beinahe fertige Werk mit einem löffelförmigen Schnitzmesser aus. Nach zwei bis drei Tagen kann er es seiner Frau Lillian übergeben, die das Gesicht mit Acrylfarben bemalt.
Weltumspannende
Bildwelten
Viele neu entstandene Fasnachtsvereine schätzen es, wenn der Bildhauer seine unkonventionellen Ideen einbringt. Da kann seine Fantasie richtig aufblühen. Wichtig aber ist für den Kunstschaffenden stets der Bezug zur Region und dass eine Geschichte damit verbunden ist.
So, als wolle er seinem Schaffen zusehen, macht es sich ein wilder Waldgeist auf seinem Stammplatz in der Werkstatt gemütlich. „Er ist der Hauswächter“, erklärt Stiegeler, „und steht für die Kraft der Natur.“ „Blackest Forest“, heißt das Logo, das der Meister eigens für seine T-Shirt-Marke ersann, es passt auch gut zu diesem wüsten Burschen. Direkt vor dessen Nase schweben zarte Flügelwesen. Die Schönen promenieren schwebend wie auf einem Laufsteg durch himmlische Sphären. So tummeln sich in Stiegelers Kosmos wüste Gestalten neben sanften Flügelwesen.
Sein Kosmos weitet sich nur wenige Meter von seinem Haus entfernt auf dem Hügel der Grafenhausener Skulpturenwiese. Dort blicken Stiegelers Sternensucher ins Universum. Den Sphären, in denen Raum und Zeit ihre Unfassbarkeit entfalten, widmen sich auch seine Arbeiten im Haus der Sinne, gleich nebenan. Stiegelers weltumspannende Gedanken umfassen zudem nicht nur sein Engagement für plastikfreie Ozeane, auch für die Vereinigung
Waldgeist und Flügelwesen (u.) in Simon Stiegelers Werkstatt, wo eine Maske den letzten Schliff bekommt (l.), während seine Rebholzengel im Glottertal auf den Frühling warten.
Alemannisches vonStef
KOLUMNE
Kinderhospiz e.V. sind er und seine Frau aktive Botschafter.
Wundert es da, dass der Ruf des Holzschnitzers als Botschafter des Schwarzwalds längst in die Welt hinausgeht? Inzwischen sind seine Werke bei Museen und Sammlern gefragt. Für die Sendung „The Masked Singer, Germany“ sowie die Spiele-Show „Murmel-Mania“ stellte er die Siegerpokale her. Harry Styles zählte zu seinen Kunden ebenso wie Heavy-Metal-Bands, die auf seine Masken schwören.
So grüßt aus dem „Blackest Forest“ der Kosmos des Holzflüsterers in die weite Welt hinein.
Der Mundart-Autor aus Schallstadt spielt mit Unterschieden
In de Mundart klingt un liest sich alles andersch un kummt au andersch aa. Beispiele sin:
„Sich in Zornspiralen hineindrehen“ (Do steigersch dich in ä allwiil noch größeri Wut iine) // „Das Erregungslevel befindet sich permanent am Anschlag“ (Do bisch mit de Nerve endlos uff Hundert) // „Widersprüchlichkeiten eskalieren“ (Brusch bloß ä anderi Meinung haa un schun gits Stritt) // „Ständig frische Eskalationsstufen“ ( s wurd jedsmol schlimmer) // „Das journalistische Gewerbe steht unter dem Imperativ der Gewinnorientierung“ (D Presse will bloß Geld mache) // „Defekte Debattenkultur“ (Unfairi Diskussion) // „Allgemeine Verunsicherung“ (S weiß ball keiner meh, was stimmt un was nit) // „Die Zahlen des deutschen Arbeitsmarktes sind drastisch“ (Uffem Arbeitsmarkt sieht s arg schlecht uss) // „Das kommende Jahr könnte ein Ruckjahr werden“ (Ä Ruck vorwärts oder ruckwärts?) // „Wir haben Leerstellen im Koalitionsvertrag“ (Do hängt ebbis schief) // „Früher war der politische Gegner ein Konkurrent“ (Hit: Was andri meine, isch immer grottefalsch)
In de Mundart klingt un liest sich alles andersch un kummt au andersch aa. Des soll kei Urteil sii.
Einen Obstbaum zu pfanzen ist nicht schwer. Doch wie schneidet man ihn richtig? Für eine reiche Ernte, eine stabile Krone und einen gesunden Wuchs braucht jeder Baum seinen jährlichen Schnitt. Am Beispiel von Äpfeln und Birnen, die als Halb- oder Hochstamm gepfanzt wurden, lassen sich die wichtigsten Regeln anschaulich erklären.
Text: Heide Bergmann
Da steht man nun mit der Astschere vor dem Baum und blickt auf ein Gewirr von Ästen. Wo fängt man an? Was muss weg? Was soll bleiben? „Viele Leute pflanzen einen Baum in den Garten und warten ab. Nach drei Jahren herrscht meist Chaos“, weiß Agraringenieur Bernhard Nägele, Leiter des Bildungshauses Kloster St. Ulrich. „Dabei ist es wichtig, gleich am Anfang das Gerüst anzulegen und die Krone aufzubauen.“
Beim Schnitt hilft es, sich klarzumachen, wie ein Baum wächst. Es gibt mittel- und starkwüchsige Obstbäume. Bei einem Mittelstamm beginnt die Krone in circa 1,20 Meter Höhe, beim Hochstamm in 1,80 Meter. Hochstammbäume können sehr alt werden und viele Jahre tragen.
Beim jährlichen Rückschnitt eines Obstbaumes sollte man immer seinen natürlichen Wuchs unterstützen. Gutes Werkzeug sorgt für einen sauberen Schnitt.
Der regelmäßige Schnitt sorgt dafür, dass sich eine stabile Krone bildet, stets junges Holz nachwächst und sich in Fruchtholz verwandelt. Kernobst wie Äpfel und Birnen tragen an zwei- bis dreijährigen waagerecht abgehenden Ästen. Die Fruchttriebe, die über die ganze Krone verteilt sind, erkennt man an den dicken, prall gefüllten Blütenknospen, die sich deutlich von den Blattknospen unterscheiden.
Mit dem Schnitt die Weichen stellen
Bereits beim Pflanzen eines Mittel- oder Hochstamms werden die Weichen gestellt. Kauft man einen Obstbaum in einer Baumschule, ist
er meist fachgerecht beschnitten und weist einen Mitteltrieb, also die Stammverlängerung, sowie drei nach außen gehende Seitentriebe auf, die späteren Leitäste. Verbindet man die Schnittstellen mit einer gedachten Linie, bildet die Krone die Form einer flachen Pyramide.
In den Jahren nach der Pflanzung ist der Erziehungsschnitt entscheidend. Konkurrenztriebe des Mittel- und der drei Seitentriebe werden entfernt. „Einer führt, da muss man sich klar entscheiden“, sagt Gärtnermeister Fritz Haberzettl. „Man lässt den stehen, der gesund ist und möglichst im 45-Grad-Winkel nach außen wächst.“ Etwa ab dem dritten, vierten Jahr beginnt der Baum zu tragen. Dann werden der Mittel- und die Leittriebe nicht mehr
Möglichst direkt über einer Astverzweigung schneiden. So werden seitlich stehende Triebe gefördert, denn sie tragen Früchte.
»eingekürzt. Das Kürzen würde nur das vegetative Wachstum fördern. Gewünscht ist aber Fruchtholz. Daher werden sie auf seitliche, waagerecht stehende Triebe abgeleitet, denn „senkrecht wächst, waagerecht trägt“, so Haberzettl. „Dabei ist es wichtig, dass wir die Äste
direkt über einer Abzweigung abschneiden, so kann der Saftstrom ungehindert in den Seitentrieb weiterfließen.“ Ein sauberer Schnitt bis etwa einen Zentimeter über dem Astring ist ideal. Muss man doch mal Triebe einkürzen, sollte der Schnitt immer über einer Knospe sein, die nach außen zeigt.
Ein Fehler, der beim Schneiden oft gemacht wird, ist, dass man Zapfen stehen lässt. An den Schnittstellen, die auch immer Eintrittsstellen für Pilze und Krankheiten sind, treiben meist nur vegetative Triebe aus. Man sollte einen Baum nie einfach
In den ersten Jahren sollte die Krone des jungen Baumes geformt werden, im Idealfall wie eine Pyramide. In diesem Beispiel wurden die orangefarbenen Äste entfernt.
stutzen oder radikal herunterschneiden, sondern immer seine natürliche Wuchsform berücksichtigen. Jeder Obstbaum hat einen speziellen Habitus, den wir gezielt unterstützen.
Licht, Luft und Sonne für die Krone
Eine Bauernregel besagt, dass man nach dem Schnitt einen Hut durch die Krone werfen kann. Der Schnitt sollte jedenfalls die Krone auslichten, denn nur so entwickeln sich hochwertige Früchte. Natürlich belässt man zwischen den Leitästen auch Zwischenäste. Sie sollten aber genügend Luft dazwischen haben und gleichmäßig verteilt sein. Treten Sie öfter mal ein paar Schritte zurück und begutachten Sie Ihr Werk. Stehen Stammverlängerung und Leitäste im richtigen Verhältnis zueinander? Erkennt man die Pyramidenform? Enden die Leitäste auf der gleichen Höhe? Das nennt man Saftwaage. Sie bewirkt eine gleichmäßige Entwicklung der Krone. Sind die senkrechten oder nach innen wachsenden Jungtriebe entfernt? „Kneifen Sie die Augen etwas
Meist braucht man eine Baumsäge dazu. Entfernt werden auch die vielen nach unten hängenden, abgetragenen Fruchtäste. Schneiden Sie jedoch nicht zu viel oder besser: Schneiden Sie über Jahre verteilt. Denn je stärker der Rückschnitt, desto stärker der Austrieb, vor allem von Wasserschossen. Nutzen Sie auch die möglichen Schnittzeitpunkte: Der Winterschnitt regt das Wachstum an, der Sommerschnitt beruhigt. Im Juli, August ist ein guter Zeitpunkt, um die noch weichen Wasserschosse sowie Wildtriebe am Stamm zu entfernen.
Lernen vom Baum
Der Obstbaumschnitt ist ein Handwerk, das Erfahrung erfordert. Wer an einem Baumschnittkurs teilnimmt, versteht die Lebensform der Obstbäume und lernt die verschiedenen Schnitttechniken kennen. Der Baum zeigt, wo die Schere angesetzt werden muss. Wir schneiden, der Baum reagiert, wir beobachten und lernen. Es entsteht ein Dialog, bei dem man Schnitt für Schnitt sicherer und vielleicht bald selbst zum Profi wird. zusammen. So erkennen Sie sofort dunkle und helle Stellen in der Krone und können korrigieren“, rät Haberzettl.
Nach fünf bis acht Jahren ist die Krone fertig ausgebildet. Dann beginnt der Erhaltungsschnitt. Damit wird die Bildung von stets neuem Fruchtholz angeregt, was den Baum vital hält. Jetzt sind bei vielen Bäumen vegetatives Wachstum und Fruchtbildung in der Balance.
Verjüngungsschnitt
Wer einen alten Garten übernommen hat, hat vielleicht auch einen alten, knorrigen Obstbaum im Bestand? Solange er noch vital ist, kann man mit einem Verjüngungsschnitt wahre Wunder wirken. Oft trägt der Baum nur noch kleine Früchte, weil kein Licht ins Kroneninnere gelangt. Die besenartigen Verzweigungen an den Astenden, die sogenannte Überbauung, überschattet alles. Sie muss weg. Dazu werden die überlangen Leitäste auf weiter innen wachsende, junge Äste abgeleitet. Denken Sie dabei an die 45-Grad-Regel.
Pfanzenwissen
Tipp
Selber gärtnern – Kleine Gartenschule – ein Jahreskurs im Bildungshaus Kloster St. Ulrich
Ob Aussäen von Gemüse, Kräutern und Salat, Pflanzen von Obstgehölzen, Vermehren von Stauden oder Gewinnen von Saatgut – der Praxiskurs zeigt, was wir in Kästen, Hochbeet oder Gartenbeet erfolgreich anbauen können und wie wir mit guten Ideen dem Klimawandel trotzen und die biologische Vielfalt fördern. An insgesamt vier Blöcken mit je zwei Kurstagen vermitteln die beiden Kursleiterinnen jede Menge Basiswissen und geben Tipps, wie das Gärtnern noch mehr Freude macht.
Info und Anmeldung: bildungshaus-kloster-st-ulrich.de
LAUCHZEIT IM LAUBWALD
Kräuterpädagogin
Monika Wurft über den heißgeliebten Bärlauch
Kaum kündigt sich das Ende des Winters an, drücken bereits die grünen Spitzen des Bärlauchs (Allium ursinum) ans Tageslicht. Das lichthungrige Lauchgewächs hat’s eilig: Es nutzt die kurze Zeitspanne von Februar bis April, solange die Laubbäume über ihm noch kahl sind und Sonnenlicht den Waldboden erreicht. Zur Bärlauchernte muss man daher Laubwälder durchstreifen – in reinen Nadelwäldern ist es ihm zu dunkel.
Zur Ernte bieten sich zunächst die lanzettlichen Blätter an, später die weißen, kugeligen Blütenstände, die aus zahlreichen sternförmigen Einzelblüten bestehen. Sein einzigartiger Knoblauchgeschmack hat den Bärlauch berühmt gemacht, und er ist in Pesto, Kräuterbutter, Salaten und Suppen eine feste Größe.
Lust auf Grün? Dann einfach gemixte Bärlauchblätter in einen Pfannkuchenteig rühren und ausgebacken damit einen Augenund Gaumenschmaus zaubern. Eine Frühjahrskur lohnt sich, denn ganz nebenbei kann Bärlauch den Blutdruck senken und die Verdauung anregen.
Kaum hat das neue Jahr begonnen, stellt sich schon wieder Hektik ein? Dann ist ein Besuch im Spa oder im Thermalbad genau das Richtige! Ein Wellnesstag entspannt Körper und Seele, sorgt für mehr Gelassenheit im Alltag. Hier sind die passenden Hot-Spots dazu.
Text: Marianne Ambs
Bäder in
Cassiopeia Therme Badenweiler
Von der gepflegten Saunalandschaft bis zum großzügigen FKK-Bereich mit Dachterrasse: Die Cassiopeia Therme ist eine vielfältige Wellness-Oase mit historischem Flair. Besonders beliebt ist das textilfreie Römisch-Irische Bad. Dieses verbindet die Traditionen Roms und Irlands in einem wohltuenden, aufeinander abgestimmten Badeablauf aus Heißluftbädern, Dampfbädern und Ruhephasen. Das historische Baderitual fördert die Durchblutung und sorgt für tiefe Entspannung. Die Therme zeigt sich somit als perfekter Rückzugsort für Körper und Seele.
staatsbad-badenweiler.de
Wasserwelt Rulantica
Europa-Park Rust
Das ganze Jahr über ist die nordische Wasserwelt „Rulantica“ für Badegäste geöffnet. Hier begegnen sich Action und Entspannung: Das garantiert Wasserspaß für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Im freien Fall beim Rutsch-Duell mit Freunden oder mit dem Reifen in der Halfpipe, im Wasser-Karussell „Tønnevirvel“ mit neun Rundbooten, im durch einen Glasgang mit dem Bad verbundenen wohltemperierten Outdoor-Pool „Svømmepøl“, wo leckere Drinks an der im Winter überdachten „Svømme-Bar“ auf die Gäste warten –überall ist außergewöhnliches Badevergnügen möglich.
Bis zum 27. März wird Rulantica zudem beim nordischen Lichterfest in magischen Glanz getaucht. Besonders in den Abendstunden verwandelt sich die Wasserwelt in ein funkelndes Lichtermeer. Zauberhafte Illuminationen, Shows und Entertainment lassen die Besucherinnen und Besucher staunen. Besonders spektakulär wird es rund um das Wellenbad: Erstmals präsentiert Rulantica eine abendliche Show mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern,
die zweimal täglich unvergessliche Momente kreieren. Auf insgesamt 1000 Quadratmetern erstreckt sich über dem Restaurant „Lumålunda“ eine nordische Wohlfühloase mit Blick über die Wasserwelt. Drei Saunen, ein Dampfbad, Außenterrassen und bequeme Liegemöglichkeiten lassen keine Wünsche offen.
Ein etwas anderes Sauna-Erlebnis bietet das „KOTA Sauna Chalet“: Hier können die Gäste an rustikalen Tischen zünftig saunieren und dabei ein leckeres Weißbier genießen. Darüber hinaus bietet die „Hygge Sauna-Bar“ für die Gäste des Sauna- und Wohlfühlbereichs Hyggedal ein frisches gastronomisches Angebot.
europapark.de/rulantica
Obermattenbad Gundelfingen
In aller Ruhe seine Bahnen ziehen oder im 29 Grad warmen Wasser entspannen: Das Obermattenbad bietet auch im Winter Wasserspaß für die Familie. Das Kombibecken mit vier 25-MeterSchwimmbahnen wird ergänzt vom Ein-Meter-Sprungbrett und einem Drei-Meter-Sprungturm. In den Nichtschwimmerbereich führt eine Treppe, mit der Kinder und Badegäste mit Handicap bequem ins Wasser gelangen. Wasserspaß für Kleinkinder gibt es im 34 Grad warmen Planschbecken. Die Wasseraufbereitungsanlage sorgt für eine exzellente Wasserqualität.
Zwischen Schwarzwald und Vogesen, eingebettet in eine von Wein- und Obstbau geprägte Kulturlandschaft, liegt die Kreuz-Post der Familie Gehr mit dem Kaiserstuhl-Spa. Der Kaiserstuhl gab dem Spa-Bereich des Hotels nicht nur seinen Namen, der vor Jahrmillionen erloschene Vulkan inspirierte auch das Wellness-Konzept des Hauses. Von Pool und Liegewiese, aus Sauna und Ruheraum schweift der Blick über die Weinberge. Hier ist der perfekte Ort zum Entspannen, nicht nur für Hotelgäste. Das Spa-Team bietet den Besuchern eine Vielfalt an Angeboten weit weg vom Alltag.
Neben Massagen sind die Anwendungen in der Schwebeliege besonders beliebt. Bei den Pflegeritualen auf einem warmen, sanft wogenden Wasserbett entfaltet sich die Leichtigkeit des Seins. Der Weinbau und die damit verbundene Brenntradition haben auch den SaunaBereich inspiriert: Das Wasser für die Aufgüsse wird in einer kupfernen Brennblase erwärmt und auf heißem Vulkangestein verdampft. Für alle, die rundum entspannen wollen, gibt es das passende Angebot. Das Programm reicht von Männer-Auszeiten und Freundinnen-Specials bis zu einer Woche „Kaiserstuhl Pur“.
hotel-kreuz-post.de
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Schwarzwald-Resort Rößle, Todtmoos-Strick
Gerade in der ruhigen Zeit nach dem Jahreswechsel entfaltet der Wellnessbereich im Hotel Schwarzwald-Resort Rößle seinen besonderen Zauber. Ein Aufenthalt dort ist perfekt für alle, die bewusst entspannen und dem Winter mit Wärme begegnen möchten. Abtauchen, relaxen, den Alltag hinter sich lassen: In der vielseitigen Wellnessanlage ist es im Februar und März besonders schön.
Wenn der Alltag zurücktritt und der Schwarzwald zur Ruhe kommt, rückt hier das eigene Wohlbefinden in den Mittelpunkt. Der kürzlich modernisierte großzügige Wellnessbereich des familiengeführten Hotels begeistert Erholungssuchende mit mehreren Saunen, einem Dampfbad,
Erlebnisduschen, einem Sanarium, einem Ruheraum sowie einer neuen Außensauna. Hier können Gäste wohltuende Wärme genießen und neue Energie tanken.
Im lichtdurchfluteten Panoramaschwimmbad mit herrlichem Blick in den winterlichen Schwarzwald können Besucherinnen und Besucher zudem entspannt ihre Bahnen ziehen oder einfach mal abtauchen. Verschiedene wohltuende Massagen und Anwendungen, die Körper und Geist harmonisieren, machen die Oase der Ruhe im Wellness-Resort perfekt. Für Hotelgäste ist die Nutzung des Wellnessbereichs in der Regel inbegriffen. Wer nicht im „Rößle“ übernachten will, kann einen Verwöhn-Tag
im Wellnessbereich buchen, inklusive 3-Gang-Menü und Cocktail an der Bar.
hotel-roessle.de
Foto:
VEGANE STERNSTUNDEN
Kleine Küche, großer Geschmack: Florian Feckl in seinem Element
Eigentlich suchten Samantha Poser und Florian Feckl in Freiburg nach einer geeigneten Produktionsstätte, um sich mit ihrem veganvegetarischen Catering selbstständig zu machen.
Als sie dabei auf die freien Räumlichkeiten eines ehemaligen Restaurants im Rieselfeld stießen, wurde daraus ganz spontan die Geburtsstunde von „Stella“, ihres ersten eigenen gemeinsamen Restaurants.
Text & Fotos: Reinhold Wagner
Wie der Zufall manchmal so spielt: Samantha Poser und Florian Feckl wollten „nur“ Catering, Kochkurse und Gastro-Coaching anbieten. Selbstständig arbeiten, am liebsten direkt in Freiburg. Ihr Ziel: gute vegane und vegetarische Küche zu den Menschen bringen. Diese Pläne stehen auch heute noch. Doch auf der Suche nach passenden Räumen fanden die beiden gelernten Gastronomen nicht nur eine Küche, sondern gleich ein ganzes leerstehendes Restaurant im Rieselfeld. Ein Ort, der auf neue Pächter wartete. Die Entscheidung fiel spontan. Das Restaurant wurde übernommen und kurzerhand zum vegan-vegetarischen Lokal umgewidmet. Nach Umzug, Streicharbeiten und einigen Neuanschaffungen – von Stühlen bis Dekor – startete das Duo im Dezember den Probebetrieb. Am 3. Januar öffnete „Stella“ – lateinisch für „Stern“ – offiziell die Türen für die Gäste.
Seither strahlen die Räumlichkeiten: Große Panoramafenster, gerahmt von hellem Holz, goldbraune Kacheln um die Theke in frischen Farben. Auf den Tischen bunte Blumen. An den Wänden Gemälde, die von Fernweh erzählen: Lieblings- und Sehnsuchtsorte der weitgereisten Wirtsleute. Im langgezogenen, um drei Ecken gewundenen Raum sind
die Tische so verteilt, dass fast jeder Gast einen Fensterplatz hat. Niemand sitzt beengt. Selbst wenn alle 50 bis 60 Sitzplätze besetzt sind, genießt dennoch jeder seine Privatsphäre. Im Sommer kommen auf der Terrasse noch einmal 20 bis 30 Plätze dazu.
„Gute Vorbereitung ist das A und O“
Etwas enger hat es dagegen der Küchenchef. Florian Feckl arbeitet in einer kleinen Küche. Hier ist alles organisiert, alles hat seinen Platz. „Gute Vorbereitung ist das A und O“, sagt der 35-Jährige. Die meisten Zutaten bezieht er frisch und verarbeitet sie umgehend. Momentan kocht er noch allein, doch erste Bewerbungen für Küchenhilfen und Servicekräfte sind schon in Aussicht. Dann sollen auch Catering, Kochkurse nebst Hochzeiten und anderen Feiern anlaufen – mittelbis langfristig. Vorerst aber läuft die Restaurantküche auf Hochtouren. Schon kurz nach Eröffnung sind vor allem die Abende und der vegane und vegetarische Sonntagsbrunch regelmäßig ausgebucht.
Das Power-Duo im Stella: Samantha Poser und Florian Feckl
„Wir kochen alles selber“, betont der gelernte Koch und überzeugte Veganer. Als Kind zweier Eltern, die in Ehningen bei Stuttgart ihr eigenes Landhaus mitsamt SterneRestaurant betreiben, wuchs er praktisch in der Küche auf. Sein Handwerk lernte er bei Douce Steiner und Udo Weiler im renommierten Sterne-Restaurant „Hirschen“ in Sulzburg. Es folgten ein Auslandsjahr in Neuseeland und Stationen in weiteren Sterne küchen: im Tantris und im vegetarischen Gourmet-Restaurant Tian in München.
Seine heutige Geschäftspartnerin Samantha Poser (35) lernte er im Bürgerstüble in St. Peter kennen, wo beide bis Ende 2024 Seite an Seite arbeiteten. Die aus St. Peter stammende Gastronomin, die Stationen in Freiburg, Hamburg und München durchlief, kümmert sich im „Stella“ um Theke und Service, unterstützt von einer weiteren Servicekraft. Sie ist das kommunikative Herz des Lokals, organisiert Abläufe und sorgt dafür, dass sich die Gäste willkommen fühlen. Zug um Zug soll das kleine Team wachsen,
damit künftig auch externes Catering angeboten werden kann.
Erste positive Erfahrungen mit zunächst fleischarmer, später rein vegetarischer und veganer Ernährung machte Florian Feckl vor rund zehn Jahren. Als er merkte, wie gut ihm das tat, stellte er sich und seine Küche konsequent um. Irgendwann war ihm klar: Diese Art zu kochen ist mehr als ein Trend. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Gelegenheit ergab, die Liebe und Leidenschaft so an seine Gäste weiterzugeben, wie er sie selbst
versteht: als eine Haltung. Und einen Beitrag zu mehr Tierwohl, zu Gesundheit, zu bewusster Ernährung und zum Klimaschutz.
Fantasievolle saisonale Kreationen
Auf der Karte des „Stella“ stehen heute sogenannte „Klassiker“, darunter Arancini auf Fenchel-Grapefruit-Petersilien-Salat und ZitronenAioli als Vorspeise oder SafranRisotto mit gebackener Zucchini, confierten kleinen Tomaten und Nussparmesan als Hauptgericht. Alles ist vegan, Letzteres gibt es optional auch vegetarisch mit Parmesan. Wechselnde saisonale Gerichte ergänzen das Angebot: Jetzt im Winter ist Feldsalat-Zeit. Als Vorspeise wird er mit gebratenem Serviettenknödel und Granatapfel serviert. Als Hauptspeise stehen neben anderen fantasievollen Kreationen Agnolotti von der Erbse auf ZuckerschotenGemüse mit Pinienkernsauce und knusprigem Buchweizen auf der Karte.
Die Gäste stellen sich ihr WunschMenü aus dem vielseitigen Angebot frei zusammen – das ist preislich
Rezept desMonat
s
fair und kommt gut an. Eine Tageskarte ist geplant. Eine Kinderkarte gibt es bereits. Dazu Lese-, Mal- und Spielsachen. Denn: Alle im Team haben selbst Kinder. „Wir wollen bewusst kein Schickimicki-Restaurant sein“, sagt Fleckl, „sondern eines mit gutem PreisLeistungs-Verhältnis, das alle anspricht.“
Das „Stella“-Team setzt auf Qualität, Genuss und bewusst pflanzliche Küche. Alles, was auf den Teller kommt, ist frisch, saisonal und überwiegend vegan – wenige Gerichte können auf Wunsch auch vegetarisch serviert werden. Auch beim Wein achtet das Team auf sorgfältige Auswahl: Der wird derzeit noch mündlich empfohlen, bis es eine eigene Karte gibt. Neben regionalen und mediterranen Tropfen ist auch einer aus Neuseeland im Sortiment – als Erinnerung an Feckls Auslandsjahr. Und als stilles Versprechen, dass sich im „Stella“ – dem Stern – kulinarische Weltoffenheit und Kreativität mit regionaler Verwurzelung aufs Beste verbinden.
RESTAURANT STELLA
Geschmorter Spitzkohl mit Kartoffelpüree, Zwiebelsauce und karamellisierten Äpfeln
1 junger Spitzkohl (500–600 g)
3–4 getrocknete Tomaten
3–4 getrocknete Shiitakepilze
2 Zwiebeln
2 Lorbeerblätter, getrocknet
750 ml Gemüsebrühe
150 ml Weißwein
50 ml Sojasauce
1 EL Tomatenmark
1 EL dunkle Miso-Paste
150 ml Rotwein
250 g Margarine
ca. 100 ml Bratöl (Sonnenblumenöl)
400 g geschälte, mehlige Kartoffeln fürs Püree
150 ml Hafersahne o. Ä.
1 Apfel (z. B. Elstar)
Salz, Pfeffer, Zucker, Muskat (gem.)
Pfeffer anbraten. Tomatenmark und Miso zufügen und kurz mitbraten. Mit Rotwein ablöschen und diesen fast vollständig reduzieren lassen. Mit 250 ml Gemüsebrühe auffüllen und kurz köcheln lassen. Alles mit einigen Flocken Margarine aufmontieren (einmixen mit einem Pürierstab o. Ä.).
Die Kartoffeln für das Püree in etwas Salzwasser garkochen, abschütten, kurz ausdampfen lassen, durchdrücken (Kartoffelpresse) und mit etwas heißer Hafersahne, ein paar Flocken Margarine und etwas Muskat mit einem Schneebesen durchmischen.
Zum Schluss den Apfel schälen, achteln, entkernen. In einer beschichteten Pfanne mit 1 EL Zucker ein leichtes Karamell ansetzen, eine Flocke Margarine dazu und einen Schuss Weißwein. Kurz alles einmal aufköcheln lassen, Apfelspalten einlegen und für 2 Minuten in der Glasage garen/schwenken.
STELLA FREIBURG
Johanna-Kohlund-Straße 24 79111 Freiburg
Tel.: 01 51/59 99 80 01 vegan-vibes@web.de
instagram: restaurant_stella_freiburg
Warme Küche
Di.–So.: 11.30–14 Uhr und Di., Fr., Sa.: 17.30–21 Uhr
Sonntag 9–12 Uhr Brunch (vegan und vegetarisch)
Montag Ruhetag
Spitzkohl längs vierteln (Strunk bleibt dran) und in eine Backform legen. 500 ml Gemüsebrühe, 100 ml Weißwein, eine Zwiebel, Lorbeerblätter, Tomaten, Shiitakepilze, Sojasauce, eine Flocke Margarine, Salz und Pfeffer dazugeben. Backform abdecken und bei 170 Grad für ca. 2 Std. im Ofen schmoren, bis der Kohl butterweich ist und eine leichte Röstfarbe annimmt.
Für die Sauce: Eine Zwiebel würfeln, in einem Topf in Bratöl mit einer Prise Salz und etwas
Als Garnitur wären Schnittlauch, knusprige Röstzwiebeln oder gerösteter Buchweizen gut geeignet.
VOLLER GESCHMACK
Einfachzugut
Simple Zutaten, einfache Zubereitung, große Aromen: Die Köchin und Rezeptentwicklerin Gina Kaas liebt diesen Dreiklang. In ihrem Kochbuch teilt sie ihre Lieblingsrezepte – bodenständig und immer gelingsicher. Für gemeinsame Genussmomente, die Spaß machen.
Rezepte: Gina Kaas
Fotos: Thorsten kleine Holthaus
Zitronenhuhn aus dem Ofen
Für 4 Personen
Zubereitung: ca. 15 Minuten
Backzeit: 55–60 Minuten
4 Hähnchenschenkel (insg. ca. 1,2 kg)
1 kg festkochende Kartoffeln
150 ml natives Olivenöl extra
Saft von 2 Zitronen, Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 TL Paprikapulver edelsüß
Je 1 TL Knoblauch- und Zwiebelpulver
1 Biozitrone, in Scheiben
1 Handvoll gemischte Kräuter (z. B. Salbei, Rosmarin und Thymian)
Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Die Hähnchenschenkel abspülen, mit Küchenpapier trocken
tupfen und in eine große Schüssel geben.
Die Kartoffeln gut waschen, ungeschält je nach Größe vierteln oder halbieren und zu den Schenkeln geben. Olivenöl und Zitronensaft hinzufügen, kräftig salzen und pfeffern, die Gewürze darüberstreuen und alles gut vermischen.
In eine große Auflaufform geben, gut mit Alufolie abdecken und in den vorgeheizten Ofen (mittlere Schiene) schieben. 55–60 Minuten goldbraun backen, dabei nach 45 Minuten die Folie abnehmen, Zitronenscheiben und Kräuter dazwischenstecken und offen zu Ende backen.
Zitronenhuhn und Kartoffeln aus dem Ofen nehmen und heiß in der Auflaufform servieren.
Gambas in cremiger Tomatensauce
Für 4 Personen
Zubereitungszeit: 15–20 Minuten
2 EL Pflanzenöl zum Anbraten (z. B. Sonnenblumenöl)
500 g geschälte TK-Riesengarnelen (Gambas), aufgetaut, Salz schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Prise Chiliflocken, 1 Prise Zucker
1 Zwiebel, klein gewürfelt
4 Knoblauchzehen, fein gehackt
1/2 rote Paprikaschote, entkernt, fein gewürfelt
2 EL Tomatenmark
200 ml Gemüsebrühe, 200 g Sahne
Saft von 1/2 Zitrone
1–2 Prisen Paprikapulver edelsüß einige Petersilienblätter zum Garnieren
4 Zitronenspalten zum Servieren
Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Garnelen darin bei hoher Hitze von beiden Seiten jeweils circa 2 Minuten scharf
anbraten, bis sie rosa durchgegart sind. Mit Salz, Pfeffer, Chiliflocken und Zucker würzen und aus der Pfanne nehmen.
Zwiebel, Knoblauch und Paprika in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze 1–2 Minuten anbraten. Das Tomatenmark dazugeben und leicht anrösten. Mit der Brühe ablöschen, Sahne, Zitronensaft und Paprikapulver einrühren und 3–4 Minuten einkochen lassen.
Die Garnelen in die Sauce geben und kurz erhitzen. Die Gambas nach Belieben mit Petersilie garnieren und mit Zitronenspalten servieren.
Diese
& weitere Rezepte:
Einfach zu gut kochen. genießen. leben. von Gina Kaas
Verlag: Becker Joest Volk
Verlag, 2025
256 Seiten, Hardcover
Preis: 35 Euro
Für dieses Rezept habe ich mich von der spanischen Küche inspirieren lassen, dort werden Riesengarnelen Gambas genannt. Sie schmecken fantastisch auf Pasta oder mit frischem Baguette zum Auftunken der leckeren Sauce.
Karottenkuchen mit Frischkäsefrosting
Für 12 Stücke
Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten
Backzeit: 35–45 Minuten + Abkühlen
Für den Kuchen
200 g brauner Zucker
1 Pck. Vanillezucker
180 g neutrales Öl (z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
3 EL Joghurt Natur (3,5 % Fett)
3 Eier (M), 250 g Weizenmehl Type 405
1 TL Backpulver
2 TL gemahlener Zimt
1/4 TL geriebene Muskatnuss
1/2 TL Salz
300 g Karotten, fein geraspelt
Für das Frosting
300 g Doppelrahmfrischkäse
100 g weiche Butter
180 g Puderzucker
Außerdem
Kastenform (30 cm Länge) oder Auflaufform (20 x 30 cm)
Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Die Kastenoder Auflaufform mit Backpapier auslegen.
Für den Kuchen Zucker, Vanillezucker, Öl, Joghurt und Eier in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und mit dem Schneebesen cremig rühren (alternativ das Handrührgerät verwenden).
Mehl, Backpulver, Zimt, Muskatnuss und Salz dazugeben und alles zu einem cremigen Teig verrühren. Zum Schluss die Karotten unterheben.
Den Teig in die vorbereitete Form füllen, glatt streichen und im vorgeheizten Ofen (mittlere Schiene) 35–45 Minuten goldbraun backen (die Backzeit ist abhängig von der Form). Am besten einen Stäbchentest durchführen.
Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Dann mithilfe des Backpapiers aus der Form heben und vollständig erkalten lassen.
Für das Frosting Frischkäse, Butter und Puderzucker in einer Schüssel verrühren und den Karottenkuchen damit bestreichen.
KÜCHENLIEBLING
om a s
elkreM
Klare Fischsuppe
1 Zwiebel, geschält und geschnitten
1 Fenchelknolle, in Würfel geschnitten
2 Knoblauchzehen, geschält und geschnitten, 1 Stk Sellerie
1 TL Tomatenmark, 1 l Fischfond
200 ml Schältomaten, gemixt
4 Eiweiß
50 g Fischabschnitte, fein gewürfelt oder gewolft
Olivenöl in einem Topf erhitzen und das geschnittene Gemüse darin andünsten. Tomatenmark zugeben und mitdünsten, mit Fischfond und Schältomaten auffüllen. Kräuter und Gewürze zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eine Stunde köcheln lassen.
Sehr attraktiv sieht es aus, wenn du den Kuchen mit frischen Karottenraspeln und/oder gehackten Pistazien dekorierst. Die Karottenraspel vorher mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.
Fischabschnitte und das leicht angeschlagene Eiweiß mischen. Vorsichtig in die heiße, jedoch nicht kochende Brühe einrühren, wieder bis zum Köcheln bringen und 30 Minuten ziehen lassen. Die Brühe dann vorsichtig durch ein Leinentuch in einen anderen Topf passieren, eventuell nochmals reduzieren. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken und die Safranfäden zugeben.
Als Einlage gebratene Edelfische, Basilikumblätter, Korianderblätter, geschnittene, abgezogene Tomatenwürfel. Mit Knoblauchbrot und Aioli servieren.
Das Alemannische ist seine Muttersprache, Dialekt bedeutet für ihn Zugehörigkeit: der Comedian Cossu alias Lukas Staier aus dem Kinzigtal
S’ERSCHT WORT UFF DE ZUNG
Seit 25 Jahren ist der 21. Februar der Internationale Tag der Muttersprache. Er wurde von der UNESCO „zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“ ausgerufen. Damit soll auch auf die vielen vom Aussterben bedrohten Sprachen aufmerksam gemacht werden. Und darauf, wie dies zu verhindern ist.
Text: Erika Weisser
Als der aus Sélestat stammende Schriftsteller Pierre Kretz im Juni 2024 in Hausen im Wiesental den Johann-Peter-Hebel-Preis erhielt, bedankte er sich dafür ganz selbstverständlich auf Elsässisch. Und die anwesenden Schweizer, Badener und sogar Schwaben verstanden ihn auf Anhieb. In seiner Rede brachte der inzwischen 75-Jährige
nicht nur seine „immansi Freijd“ über diese „gànz bsunderi“ Auszeichnung zum Ausdruck, sondern auch seine Sorge, „àss d’Sproch, wo-n-am s’erscht Wort uff d’Zung leijt“ in einer der nächsten Generationen verschwinden könnte. Dabei, hob er hervor, sei gerade das Elsässisch als über Generationen gesprochene Muttersprache
Heimat und Brücke zugleich: Es stärke die regionale und kulturelle Identität, überwinde die deutschromanische Sprachgrenze und eröffne seinen Sprechern sogar die Möglichkeit zur Dreisprachigkeit: Wer im Alltag neben dem Französischen auch das Elsässische pflege, finde sich viel schneller im Standarddeutschen zurecht als ein
Welttag der Mutterspra
„nur-französisch-Sprecher“. Folgerichtig ist sein jüngstes, 2025 im Verlag La Nuée Bleue erschienenes Buch zweisprachig: „Le vieux, la méchante et les autres; D’r àlt, d’bees Frau un àlli àndera“ lautet der Titel. Er hat es auf Elsässisch verfasst und selbst ins Französische übersetzt.
Vom Verschwinden bedroht: Dialekte
Nach den Erkenntnissen von ZEIT-Wissen-Redakteur Arnfrid Schenk (der in Freiburg studierte) und Professor Stefan Schnell (der am Zürcher Institut für vergleichende Sprachwissenschaft forscht), werden weltweit 7000 Sprachen gesprochen. „Noch“, schreiben sie in ihrem „Atlas der vom Aussterben bedrohten Sprachen“: Nach Schätzungen der UNESCO sei mindestens die Hälfte davon gefährdet, „und zwar so sehr, dass sie schon bis zum Ende dieses Jahrhunderts endgültig verstummt sein könnten“. Weniger pessimistische Studien, schreiben sie weiter, gingen zwar „nur“ von 1500 verschwindenden Sprachen aus, doch ohne entsprechende Gegensteuerung könne sich ihr Sterben beschleunigen. Das gelte besonders für Sprachen, die als Dialekte größerer Sprachfamilien immer weniger Sprecher hätten und gegebenenfalls auch von keinem Schriftsystem erfasst seien. 50 dieser Sprachen dokumentieren sie in ihrem Buch. Das Elsässische ist nicht darunter.
In Deutschland zählen sie lediglich die verschiedenen Variati-
sowie das Niedersorbische dazu, in Frankreich das Baskische und in der Schweiz das Rätoromanische. Offenbar sind die diversen alemannischen Dialekte noch ziemlich lebendig – so mancher Leser des Lust auf REGIO wird das aus eigener Erfahrung bestätigen. Die Schweiz mit ihren im Alltag selbstverständlich gesprochenen – und gut dokumentierten – unterschiedlichen Alemannisch-Varianten wird dabei gar als beispielhaft hervorgehoben. Und obwohl in Südbaden schon längst nicht mehr jeder sagen kann, dass „die erste erlernte Fremdsprache das Hochdeutsche“ sei, ist das Alemannische hier auch bei jungen Menschen präsent, wie etwa das Beispiel des im Kinzigtal aufgewachsenen Comedians Cossu alias Lukas Staier zeigt. Wie Pierre Kretz spricht auch der 36-Jährige von Heimat, Vertrauen und Zugehörigkeit, die bei ihm mit dem Dialekt verbunden seien.
Das Elsässische wird aufgewertet & gefördert
Es ist also wichtig, Muttersprache, Dialekt oder Mundart – wie auch immer man es nennt – aktiv zu sprechen. Und das passiert derzeit offenbar auch wieder mit dem Elsässischen: In speziellen Grundschulprogrammen wird es gefördert, Schreib- und Theaterworkshops werden angeboten, die Namen von Straßen und öffentlichen Plätzen zweisprachig ausgeschildert. Die Möglichkeiten der von der UNESCO angestrebten regionalen Mehrsprachigkeit werden neu entdeckt; Entwarnung ist also möglicherweise angesagt.
Jo
allewäg!
von Karl-Heinz Debacher Verlag: Ebubli, 2025
100 Seiten, gebunden
Preis: 19,80 €
DIE GANZE FREUDE AN DER MUNDART
Karl-Heinz Debacher, der promovierte Historiker und pensionierte Rektor aus Rust, legt sein zweites Büchlein in alemannischer Sprache vor: In Jo allewäg! ist auf jeder Seite zu spüren, wie viel Freude ihm die Mundart selbst und die damit verbundenen Geschichten aus seinem Dorf bereiten. 80 Titel zeugen von der Vielfalt des Erlebten, Beobachteten, darunter „Ein Freund, ein guter Freund“ (meine Lieblingsgeschichte) oder die köstliche Rektor-SchülerGeschichte mit dem Titel „Zeugen“. Wie viel Humor in allem! Menschliches Verhalten im Alltag, Charaktere, menschliche Käuze, Auffälligkeiten, Eigenheiten, durch mundartliche Übernamen festgehalten. Festgehalten werden auch Vergangenheit, Erziehung, Kirche, Familie, Verwandtschaft, Traditionen wie zum Beispiel in „Üsgschdorweni Kunscht“ das Schicken mit Kautabak.
Für Pierre Kretz ist das Elsässische Heimat und Brücke zugleich.
Buchtipp
Besonders gelungen sind die Kurzgedichte mit Lebensweisheiten, Nachdenklichem und Sprachspielereien. Sie unterstreichen die Lust an der Mundart. Karl-Heinz Debacher hat es geschafft, Ruster Lebenszeiten und Lebensformen auf unterhaltsamste Weise in der eigenen Mundart zu überliefern.
Das verdient Dank und Gratulation! Stefan Pflaum
KALENDERFebruar
Ausstellungen
ARKANA FORUM
Take Your Playfulness Seriously Farbe & Linie werden zu einer Sprache, die im Inneren spricht Emmendingen, bis 12.4. www.kunst.wuerth-ag.ch
MUSEUM DER KULTUREN
Der Weg ins Jenseits Wie gestalten Gesellschaften das „Dazwischen“?
Basel, bis 26.4. www.mkb.ch
FONDATION BEYELER
Cézanne
Bahnbrechende Werke des Pioniers Basel/Riehen, bis 25.5. www.fondationbeyeler.ch
NATURHISTORISCHES
MUSEUM
Wildlife Photographer of the Year
Die 100 weltbesten Naturfotografien Basel, bis 28.6. www.nmbs.ch
MUSEUM LA8
Memory of Colors
Fotografien von Jamie OcampoRangel
Baden-Baden, bis 8.3. www.la8.de/museum
KUNSTHALLE BASEL
Coumba Samba
Zwischen Mainstream-Kultur & subversiven Praktiken Basel, bis 23.8. www.kunsthallebasel.ch
KUNSTMUSEUM BASEL
Geister
Dem Übernatürlichen auf der Spur Basel, bis 8.3. www.kunstmuseumbasel.ch
FONDATION FRANÇOIS
SCHNEIDER
Métamorphose
Gewinner·innen des Wettbewerbs 2024 Wattwiller, bis 29.3. fondationfrancoisschneider.org
GALERIE HEITZ, PALAIS ROHAN
Eine unumgängliche Vergangenheit
Archäologische Entdeckungen auf der A355 Straßburg, bis 21.6. www.musees.strasbourg.eu
MUSEUM IM RITTERHAUS
Gesichtslos
Frauen in der Prostitution
Offenburg, bis 22.3. www.museum-offenburg.de
HISTORISCHES
MUSEUM BASEL
Schatzfunde
Versteckt, verschollen, entdeckt Barfüsserkirche, Basel, bis 28.6. www.hmb.ch
NS-DOKUZENTRUM
Ende der Zeitzeugenschaft? Was bleibt jenseits persönlicher Begegnungen? Vom Erzählen zum Bewahren
„Hoffnung – ein Serviervorschlag“ Vorderhaus, Freiburg, 20 Uhr www.vorderhaus.de
Ausstellung: Handmade im Waldhaus
Bis 22. Februar, Di.–Fr.,10–17 Uhr, So. und Feiertag, 12–17 Uhr WaldHaus Freiburg, Wonnhaldestraße 6, Freiburg www.waldhaus-freiburg.de
GESCHNITZT, GESCHNEFELT,
GEFLOCHTEN
Erstmals zeigt das Waldhaus eine Werkschau von Gegenständen, Objekten und Bildern, die in den Workshops des Waldhauses von Hand gefertigt wurden. Die Ausstellungsstücke wurden von Referenten und Kursteilnehmern „geschnitzt, geschnefelt, geflochten“. Besucherinnen und Besucher entdecken, was den besonderen Reiz der Werkstücke ausmacht und welche Rolle das Holz als Werkstoff dabei spielt.
Zu sehen sind Löffel, Schalen und Skulpturen aus Holz, Weidenkörbe und Grünholzhocker, aber auch gedruckte Holzschnitte sowie Fotos aus Fotoseminaren. Vielleicht weckt der Besuch der Ausstellung Interesse und macht Lust darauf, selbst an einem der Kurse teilzunehmen, die das Waldhaus auch dieses Jahr anbietet.
Ausstellung: Jugendstil international
6.2.2026 bis 28.11.2027, Mi.–Sa., 14–17 Uhr, So., 12–17 Uhr
Keramikmuseum Staufen, Wettelbrunner Straße 3, Staufen www.landesmuseum.de/weitere-standorte/keramikmuseum-staufen
KERAMISCHE KUNST OHNE GRENZEN
Die Begriffe „Raumkunst“, „Gesamtkunstwerk“ und „Universalkünstler“ sind typisch für die Ära des Jugendstils, einer gesellschaftlichen Gegenbewegung zum konservativen Wilhelminismus und künstlerische Reaktion auf den tradierten Historismus um 1895. Die Epoche war gekennzeichnet durch eine unbändige Experimentierfreude – verschiedenste gestalterische Ausdrucksweisen traten nebeneinander.
Das Keramikmuseum zeigt in seiner Ausstellung Jugendstil-Keramik von Künstlern wie Émile Gallé, Henry van de Velde, Richard Riemerschmid, Peter Behrens, Joseph Maria Olbrich oder Max Laeuger. Sie alle waren „Alleskünstler“, wagten sich über ihre ursprüngliche Ausbildung hinaus in neue künstlerische Gebiete.
Was passiert, wenn Farbe und Linie zu einer Sprache werden, die tief im Inneren spricht? Anna-Katharina Rintelen öffnet mit ihrer Malerei und ihren Zeichnungen Fenster zu emotionalen Welten –mal zart und fragil, mal kraftvoll und expressiv. Ein blauer Schwall rauscht wie Wasser durch das Bild, Laub knistert in leuchtenden Farben, ein Teppich aus Blüten wirbelt durch den Himmel, leuchtendes Gras spiegelt sich im Gegenlicht. Diese Malerei zielt auf die Sinne. Rintelens Zeichnungen – mit Tuschpinsel auf Papier – sind ein Wechselspiel zwischen konkret und abstrakt. In ihnen lebt die Bewegung des Tuschpinsels, der freie Schwung. Die Werkschau ist unter dem Titel „Take Your Playfulness Seriously“ im ARKANA-Forum in Emmendingen zu sehen.
Sonderausstellung: MAL ER, MAL SIE
Bis 12. April 2026, Di.–So., 10–17 Uhr, Do., 10–19 Uhr Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, Freiburg www.museen.freiburg.de/mnk/sonderausstellungen-mnk
KUNST IM DIALOG: ARTUR STOLL UND OLGA JAKOB
Werke von Artur Stoll und Olga Jakob sind derzeit in der Sonderausstellung „MAL ER, MAL SIE“ im Museum für Neue Kunst zu sehen. Die Werke des Künstlers und der Künstlerin stammen zwar aus unterschiedlichen Zeiten, begegnen sich aber in einer gemeinsamen Fragestellung: Wie lässt sich Malerei denken, erleben und erfahren?
Den gebürtigen Freiburger Artur Stoll (1947–2003) und die in Köln aufgewachsene Olga Jakob, die 1985 in Kyjiw geboren wurde, verbindet das Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe – rund 40 Jahre liegen zwischen ihren Studienzeiten und ihren künstlerischen Ansätzen. Die Ausstellung bringt erstmals ihre unterschiedlichen Positionen miteinander in Dialog.
Musical
SONNTAG, 1.2.2026
Ewig Jung
Pop als Lebenselixier E-Werk, Freiburg, 19 Uhr, Fr., Sa. & So. bis 28.3. www.dieschoenen.com
Wasserwelt. Das Musical
La La Land am Meeresgrund: ein kleiner Krebs auf großer Reise Theater Freiburg, 19 Uhr, auch am 15. & 22.2. www.theater.freiburg.de
SAMSTAG, 7.2.2026
Zum letzten Mal: Die Addams Family Witziges Grusel-Musical Theater Baden-Baden, 20 Uhr www.theater-baden-baden.de
FREITAG, 13.2.2026
Falco meets Amadeus Bildgewaltiges Bühnenspektakel Konzerthaus, Freiburg, 20 Uhr, auch am 22.2. im Musical Theater Basel www.vaddi-concerts.de
MITTWOCH, 18.2.2026
Elvis – das Musical Hommage an den „King of Rock 'n' Roll“ Konzerthaus, Freiburg, 20 Uhr, am 21.2. im Musical Theater Basel www.vaddi-concerts.de
Oper/Operette
SONNTAG, 1.2.2026
Rigoletto
Bis eine·r stirbt: Ein Hofnarr zwischen Lachzwang & Selbstdemontage Theater Freiburg, 15 Uhr, auch am 28.2. www.theater.freiburg.de
Das Wunder der Heliane Oper in drei Akten von Erich Korngold Opéra, Straßburg, 15 Uhr www.operanationaldurhin.eu
Macbeth
Poetischer Totentanz zwischen Macht und Wahnsinn Theater Basel, 18.30 Uhr, auch am 7. & 14.2. www.theater-basel.ch
MONTAG, 2.2.2026
The Loser
Schimpftirade gegen die Zumutungen des Lebens Theater Freiburg, 20 Uhr, auch am 9.2. www.theater.freiburg.de
DONNERSTAG, 12.2.2026
Premiere: Volare – fliegen sollst du!
Frei nach „The Rover“ von A. Behn Theater Basel, 20 Uhr, auch am 13.2. www.theater-basel.ch
MITTWOCH, 18.2.2026
Doctor Atomic
Der erste Atombombentest als musikalisches Wissenschaftsdrama Theater Freiburg, 19.30 Uhr www.theater.freiburg.de
SAMSTAG, 21.2.2026
Premiere: Heute Abend: Lola Blau Musical für eine Sängerin Theater Basel, 19.30 Uhr, auch am 15.2. www.theater-basel.ch
Poetry-Slam
MONTAG, 2.2.2026
Slam 46 Poet·innen im Wettstreit TheaterBar, Freiburg, 20 Uhr www.theater.freiburg.de
FREITAG, 13.2.2026
Jahresfinale: Slammassel
Nellies Poetry Slam Kulturkneipe im Nellie, Lörrach, 20 Uhr www.nellie-nashorn.de
MITTWOCH, 25.2.2026
Poetry Slam – Hosted by Ansgar Hufnagel
Wortkunst live auf der Bühne Egon54, Freiburg, 20 Uhr www.ansgarhufnagel.de
Performance über die Fragilität und Kraft von Beziehungen E-Werk, Freiburg, 18.30 Uhr, auch am 6. & 7.2.
www.ewerk-freiburg.de
Premiere: New Works: Hakobyan/Jung
Neukreationen von Lilit Hakobyan & Anne Jung Theater Basel, 19.30 Uhr, auch am 9., 12., 13., 15. & 20.2. www.theater-basel.ch
SONNTAG, 8.2.2026
Hamlet
Sein oder Nichtsein
Opéra, Straßburg, 15 Uhr, auch am 10., 11., 12. & 13.2. www.operanationaldurhin.eu
SAMSTAG, 21.2.2026
Non + Ultras
Fanatische Fankultur trifft auf politische Protestbewegungen Theater Freiburg, 19.30 Uhr www.theater.freiburg.de
SAMSTAG, 28.2.2026
Doisri – Jonas Frey auf tänzerischer Spurensuche Interdisziplinäre Performance E-Werk, Freiburg, 20.30 Uhr www.ewerk-freiburg.de
MITTWOCH, 4.2.2026
Die Wiedervereinigung der beiden Koreas Variationen über die Unmöglichkeit der Liebe Theater Baden-Baden, 20 Uhr, auch am 5. & 13.2. www.theater-baden-baden.de
FREITAG, 6.2.2026
Premiere: „Jeffrey ist unpässlich“ Ein Mann, eine Kneipe, eine Nacht Theater am Kastelberg, Waldkirch, 20 Uhr, auch am 8.2. www.theater-am-kastelberg.de
Der Sandmann
E.T.A. Hoffmann trifft KI
Theater der Immoralisten, Freiburg, 20 Uhr, auch am 7., 13., 14., 19.–21., 26. & 27.2. www.immoralisten.de
Nein zum Geld
Komödie von Flavia Coste Theater Harrys Depot, Freiburg, 20 Uhr, auch am 8., 14., 15., 21., 22. & 28.2. www.ensemble-harry.de
Balkongeflüschter
Oder wenn de Nochbar zwei
Mol klingelt
Alemannische Bühne, Freiburg, 20.15 Uhr, zum letzten Mal am 7.2. www.alemannische-buehne.de
SAMSTAG, 7.2.2026
Der zerbrochne Krug
Theater
SONNTAG, 1.2.2026
Die Wahlverwandtschaften Frei nach Goethe Theater Basel, 18.30 Uhr, auch am 6. & 11.2. www.theater-basel.ch
DIENSTAG, 3.2.2026
Achtsam Morden
Actionreiche Krimikomödie Wallgraben Theater, Freiburg, 20 Uhr, auch am 4., 6.–8., 10.–13. & 14.2. www.wallgraben-theater.com
Neo-Hippie-Pop
Do., 5. Februar, 20 Uhr Jazzhaus Freiburg
Schnewlinstraße 1, Freiburg www.jazzhaus.de
NEUE MUSIK VON 2ERSITZ
Was darf der Zuhörer erwarten von einer Band, die mit dem Rio-Reiser-Preis und dem Panikpreis von Udo Lindenberg ausgezeichnet wurde? So einiges! Die vier Freunde aus Leipzig bringen eine vielseitige Klangwelt auf die Bühne – mal albern und lustig, mal sehr intim und persönlich oder einfach nur schnell und fröhlich. Auch neue Songs sind dabei: Es wird an einem neuen Album gearbeitet.
Pyjama-Party gone wrong Theater Freiburg, 19.30 Uhr, auch am 26. & 27.2. www.theater.freiburg.de
Als „Komplizin“ ihres Publikums outet sich die Kabarettistin in ihrem zweiten Bühnenprogramm. Sie ist überzeugt: Um ein Leben zu meistern, braucht es Komplizinnenschaft. Deshalb macht sich Christl Sittenauer auf die Suche nach den Verbündeten in ihrem Alltag. Nach denen, die schon lange da sind, die sie noch braucht, und auch nach denen, auf die sie lieber verzichten möchte.
Verdammt verwandt. Eine mythische Familie
Die Dramen der Ahnen frisch aufgetischt
Theater Freiburg, 20 Uhr, auch am 8.2. www.theater.freiburg.de
„Absurd“, „verrückt“, so Reaktionen auf Jan Philipp Zymnys Comedy. Mit dem neuen Programm „Illegale Straßentherapie“ schlägt der Bochumer Humor-Künstler nun im Burghof auf. Für alle, die sich nicht scheuen, das Leben auf die Schippe zu nehmen, ist der Abend genau richtig. Zymny kombinert treffenden Witz mit tiefgründiger Ironie. Der Comedian versteht es mit feinem Gespür für das Absurde, die Realität zu zerpflücken und gleichzeitig den Verstand herauszufordern. Das Publikum wird in die verrückte Welt des Alltags entführt – scharfsinnig und voller unvorhersehbarer Wendungen. Zymny spielt mit den vielen Facetten des Humors und liefert eine Comedy-Show mit Intellekt und Überraschung.
Küchenparty: Schlemmen und Tanzen
Sonntag, 22. Februar 2026, ab 17 Uhr Parkhotel Adler, Adlerplatz 3, Hinterzarten www.parkhoteladler.de/kuechenparty
NEUAUFLAGE EINES
LEGENDÄREN EVENTS
Das 580. Jubiläum als Gastgeberbetrieb feiert das Parkhotel Adler mit einer Neuauflage der legendären Küchenparty. In der 120 Quadratmeter großen Hotelküche im Schwarzwaldhaus von 1639 kann den ganzen Abend über geschlemmt und getanzt werden. Für die Musik sorgt Katja Newman, Hotelchefin in der 16. Familiengeneration und Sängerin, die mit ihrem Ehemann Jimmy und Band auftritt. Nach einem Champagnerempfang wird gekocht. Das Team von Küchendirektor Bernhard König und Küchenchef Alexander Kolodziej lässt sich dabei über die Schulter schauen. Unterstützt wird die Mannschaft vom Freiburger Sternekoch Christoph Kaiser. Namhafte Winzer des Kaiserstuhls reichen zum Essen feine Weine.
FREITAG, 13.2.2026
Der eingebildete Kranke Freiburger Theater Compagnie, frei nach Molière E-Werk, Freiburg, 19.30 Uhr, auch am 14.2. www.ewerk-freiburg.de
Premiere: Kasimir & Karoline & der Tanz mit dem Tod Ballade voll stiller Trauer mit Humor Theater Basel, 19.30 Uhr, auch am 15.2. www.theater-basel.ch
SAMSTAG, 14.2.2026
Premiere: Farm Fatale Vogelscheuchen-Band beschwört den Neuanfang Theater Freiburg, 19.30 Uhr, auch am 19.2. www.theater.freiburg.de
FREITAG, 20.2.2026
Premiere: Hamlet Unmittelbar, direkt, ansteckend Theater Freiburg, 20 Uhr, auch am 21. & 28.2. www.theater.freiburg.de
Premiere: Endlose Aussicht Monolog von Theresia Walser Wallgraben Theater, Freiburg, 19 Uhr, auch am 21., 24., 25., 27. & 28.2. www.wallgraben-theater.com
FREITAG, 27.2.2026
Schampus für Alle 30 Jahre LinkMichel Theater am Mühlenrain, Weil am Rhein, 20.15 Uhr www.tam-weil.de
SAMSTAG, 28.2.2026
S’ Weiße Rössl Frei nach dem Lustspiel von Oskar Blumenthal Theater am Kastelberg, Waldkirch, 20 Uhr www.theater-am-kastelberg.de
Heimsuchung
Nach dem Roman von Jenny Erpenbeck Theater im Marienbad, Freiburg, 20 Uhr www.marienbad.org
Gastro & Gusto
SONNTAG, 1.2.2026
25. Jubiläumsausgabe: Dinner-Show
Brillante Show & kulinarisches Verwöhnprogramm
Europa-Park, Rust, 19.30 Uhr, auch am 4.–8., 12.–15., 19.–22., 24. & 26.–28.2. www.europapark.de
MUSIKALISCHE SCHIMPFTIRADE GEGEN DIE ZUMUTUNGEN DES LEBENS
Der österreichische Autor Thomas Bernhard war ein Übertreibungskünstler. Er selbst hätte von sich gesagt, dass er gar nicht übertreiben kann und will. Und doch sind seine Texte voll von kunstvollen Übersteigerungen, Zuspitzungen und Zumutungen. So blickt der Erzähler in Bernhards Roman „Der Untergeher“ in langen Strömen von Gedanken zurück auf die Beziehungen eines Lebens. Der amerikanische Komponist David Lang hat aus Thomas Bernhards Roman eine Oper gemacht, die im Theater Freiburg als europäische Erstaufführung (in englischer Sprache) zu sehen ist. Es spielt
das Philharmonische Orchester Freiburg. Die musikalische Leitung hat André de Ridder, szenische Einrichtung: Friederike Scheunchen.
Die Oper von David Lang thematisiert Thomas Bernhards kraftvolle Erinnerungen, die wie der Versuch wirken, sich die Verzweiflung von der Seele zu schimpfen. Wo ist der Ort, an dem ich es aushalten kann?, fragt der Untergeher. Wie kann ich mit mir selbst zurechtkommen? Und wann habe ich den Moment überholt, in dem mir die Zukunft noch offenstand?
David Lang übernimmt die Fragen in seine Solo-Performance für Bariton-
Stimme. In Freiburg bringt der nordirische Bariton Timothy Connor, seit der Spielzeit 2025/26 neues Ensemblemitglied am Theater Freiburg, „The Loser“ kraftvoll und doch auch zerbrechlich auf die Bühne.
David Langs Musik lässt Bernhards Wut immer wieder in sich zusammenfallen und ihre Unsicherheit hervortreten. Die Fragen bleiben dieselben. Naturgemäß erwarten wir keine Antworten. Es gibt sie nicht. Und doch lauscht das Publikum fasziniert den Schreien und Hilferufen des Untergehers. Wir alle haben Unterstützung ja selbst bitter nötig.
Mit anschließendem Leichenschmaus Fischmarkt, Offenburg, ab 15.30 Uhr www.althistorische.de
MITTWOCH, 18.2.2026
Geldbeutelwäsche
Das närrische Treiben geht zu Ende Rathausplatz, Freiburg, 10 Uhr www.breisgauer-narrenzunft.de
FREITAG, 22.2.2026
Internationaler Karneval Parade, Umzug, akrobatische Karnevalsensembles u v. m. Centre ville, Mulhouse, 10 Uhr, auch am 21. & 22.2. www.tourisme-mulhouse.com
MONTAG, 23.2.2025
Morgenstreich & Cortège
Über 10.000 aktive Fasnächtler·innen Innenstadt, Basel, ab 4 Uhr & ab 13.30 Uhr www.basel.com
Schnitzelbängg
Das Konzentrat des Basler Fasnachtswitzes
Theater Basel, 19 Uhr, auch am 25.2. www.basel.com
MITTWOCH, 25.2.2025
Endstreich
Abschied nehmen & auf die nächste Fasnacht vorfreuen Theater Basel, 24 Uhr www.basel.com
Kino
SONNTAG, 1.2.2026
„Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ Flucht vor den Nazis, OF Kommunales Kino, Freiburg, 15 Uhr www.koki-freiburg.de
„Die Wiehre im Film“ 150 Jahre Wiehremer Bürgervereine Kommunales Kino, Freiburg, 19 Uhr www.koki-freiburg.de
In seinem neuen Programm stellt der Kabarettist, der eigentlich Lehrer werden wollte, die drängenden Fragen der Zeit: Wird das Haus wirklich kleiner, wenn die Kinder größer werden? Wie gendert man ein herrenloses Damenfahrrad? Und darf man „was darf man eigentlich noch sagen?“ noch sagen? Am besten sei es, mit 50 keine Pläne mehr zu machen. Ob Johann König das durchhält?
Eine psychedelische Klamotte hat das Theater Basel als Uraufführung auf die Bühne gebracht. Rocko Schamoni und Jörg Pohl nehmen das Publikum mit auf eine urkomische Reise quer durch Basel und weiter in eine Welt jenseits der Pforten der Wahrnehmung. Das künstlerische Team hat sich intensiv mit der Geschichte von LSD in Basel auseinandergesetzt und den kulturgeschichtlichen und wirtschaftlichen Verflechtungen, die die Entdeckung von LSD durch Albert Hofmann überhaupt erst möglich machten. Parallel dazu war die Geschichte des Mutterkorns in der Schweiz zentral: jenes Pilzes, der einst Getreide vergiftete und später – als Grundlage für die Synthese von LSD – zu einem Schlüsselmoment der modernen Pharmakologie wurde.
Attraktiver Rabatt auf die Tageskarte Gruppe in der App www.rvf.de
GEMEINSAM FASNET FEIERN, SICHER ANREISEN
Fasnetumzüge und Guggetreffen allerorten: Die fünfte Jahreszeit lockt im Februar mit Fasnachtshöhepunkten in der REGIO. Wer gerne gemeinsam Fasnet macht, der kann die Bahn- und Busverbindungen des Regio-Verkehrsverbundes Freiburg RVF nutzen. Für Gruppen bieten sich die Fahrscheine Solo+ oder Duo+ an, bis zu vier Kinder bis einschließlich 14 Jahre fahren hier kostenlos. Für Gruppen bis zu 5 Personen lohnt sich die Tageskarte Gruppe. Preislich noch attraktiver wird diese, wenn sie in den Apps RVF mobil oder VAG mobil gekauft wird, denn vom 12. bis zum 17. Februar gibt es dort 11 Prozent Rabatt. Am 9. Februar startet der Vorverkauf: Einfach die passende Tageskarte per App auswählen und den Gutscheincode FASNET26 eingeben.
Breisach am Rhein auf. Nach dem Studium arbeitete er als Lehrer für Deutsch und Französisch in Ellwangen an der Jagst. Als Dialektforscher war er am „Vorarlberger Sprachatlas“ beteiligt und arbeitete als Professor an den Universitäten Bayreuth und Tübingen, wo er zuletzt die Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“ leitete.
Herr Klausmann, was ist Ihre Muttersprache?
Als Kind habe ich den Breisacher Dialekt gesprochen. Durch meinen Umzug nach Ostwürttemberg habe ich mir dann eine Art süddeutsche Standardsprache angeeignet, wie es die meisten Menschen im Süden heute tun.
Warum haben Sie sich der Erforschung der alemannischen Dialekte verschrieben?
An den Dialekten kann man hautnah erleben, wie Sprache sich entwickelt, wie sie funktioniert, das hat mich unglaublich interessiert. Man erkennt, dass es für jeden Dialekt eine klare Grammatik gibt, und wer beim Sprechen davon abweicht, wird als „Nachmacher“ entlarvt. Unsere Aufgabe in der Dialektforschung ist es, diese Grammatik genau zu beschreiben.
Haben Dialekte heute noch eine Berechtigung?
Für alle, die noch einen Dialekt oder einen großräumigen Dialekt, einen Regiolekt, sprechen, ist der Dialekt mit Heimat verbunden. Daher ist er äußerst schützenswert. Den Dialekt darf man den Menschen nicht wegnehmen, denn Heimat ist ein ganz wichtiges Gut.
Können wir es schaffen, dass die alemannische Mundart in der REGIO nicht verschwindet?
Die alemannische Mundart wird sich aufgrund der Mobilität unserer Gesellschaft verändern und nicht mehr der alte Ortsdialekt der Großeltern sein. Aber auch in diesem neuen Gewand ist es noch ein Dialekt. Von Vorteil ist, dass im Süden der Übergang von Dialekt zur Standardsprache fließend ist, so dass wir je nach Situation eine Zwischenstufe wählen können. Der Dialekt ist dann dem familiären, vertrauten Bereich vorbehalten, wo er sich noch halten kann, wenn er dort weiterhin gesprochen wird. Wichtig ist auch, dass Schule und Medien besser mit der regionalen Variation von Sprache umgehen und süddeutsche Wörter oder Lautungen akzeptieren, so wie es der Duden schon macht.