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Basisschulung SINN GESUCHT Gott erfahren

In unseren Veröffentlichungen bemĂŒhen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie allen Menschen gerecht werden, dass sich alle Geschlechter angesprochen fĂŒhlen, wo alle gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verstĂ€ndlich bleibt. In diesen FĂ€llen geben wir der Lesbarkeit und VerstĂ€ndlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrĂŒcklich keine Benachteiligung einzelner Geschlechter.

Die im Titel enthaltenen Bibeltexte sind i. d. R. zitiert aus Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

FĂŒr in diesem Titel enthaltene Links auf Websites/Webangebote Dritter ĂŒbernehmen wir keine Haftung, da wir uns deren Inhalt nicht zu eigen machen, sondern sie lediglich Verweise auf den Inhalt darstellen. Die Verweise beziehen sich auf den Inhalt zum Zeitpunkt des letzten Zugriffs: 05.05.2025

Dieser Titel ist entstanden in Zusammenarbeit mit Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Evangelische Landeskirche in Baden, Evangelische Gemeindejugend in Baden, Projektgruppe ErlebnispÀdagogik des CVJM Deutschland.

Impressum

© 1. Auflage 2025

Praxisverlag buch+musik bm gGmbH, Stuttgart 2025

Printed in Germany. All rights reserved.

Praxisverlag buch+musik bm gGmbH

Haeberlinstraße 1–3, 70563 Stuttgart, kontakt@praxisverlag-bm.de www.praxisverlag-bm.de

ISBN Buch 978-3-86687-407-7 | ISBN E-Book 978-3-86687-408-4

Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH

Andreas-BrÀm-Str. 18/20, 47506 Neukirchen-Vluyn, info@neukirchener-verlage.de www.neukirchener-verlage.de

ISBN Buch 978-3-7615-7086-9 | ISBN E-Book 978-3-7615-7087-6

Lektorat: buch+musik – Dorothea Zarbock, Gießen

Umschlaggestaltung: buch+musik – Toby Wolf, Stuttgart

Satz: buch+musik, Stuttgart – unter Verwendung von parsX, pagina GmbH, TĂŒbingen

Satz Downloads: buch+musik – Toby Wolf, Stuttgart

Bildrechte Umschlag: Tyler Olson/stock.adobe.com; Westhauser: CVJM-Hochschule, 2023

Bildrechte Illustrationen: Grafik+Illustration Simone Struve, Renningen

Bildrechte Autorenfotos: Göltzner: Fruchsfotos, Erfurt; Teich: Jan-Paul Herr CVJM Karlsruhe; andere: beim Autor

Druck und Gesamtherstellung: Pustet, Regensburg

Vorwort

Zeitreise in die Vergangenheit. Es ist der Sommer 1998. Das traditionelle Jungscharzeltlager meines Heimat-CVJM in Lauben im UnterallgĂ€u stand an. Ich war zum zweiten Mal als ehrenamtlicher Mitarbeiter mit von der Partie. Und mit 19 Jahren noch ziemlich grĂŒn hinter den Ohren, zumindest was pĂ€dagogische Grundkenntnisse angeht. Und damit war ich nicht allein. Was wir jedoch hatten: jede Menge Begeisterung, KreativitĂ€t und Motivation, fĂŒr die Kinder eine unvergessliche Woche zu gestalten. In diesem besagten Sommer 98 kam dann ein Mitarbeiter mit der Idee um die Ecke, wir könnten ja einen erlebnispĂ€dagogischen Tag fĂŒr die rund 80 Kinder durchfĂŒhren. Erlebnis klang ziemlich gut fĂŒr uns. Also haben wir ein kleines Team gebildet, in dem wir diesen Tag ausgearbeitet und vorbereitet haben. Dabei haben wir versucht, alles in diesen Tag zu packen, was wir an erlebnispĂ€dagogischen AktivitĂ€ten in Erfahrung bringen konnten und wovon wir selbst begeistert waren. Am Ende standen 10 Stationen: Abenteuerliche KooperationsĂŒbungen, eine Riesenschaukel, Kanu-Challenge, Baumklettern und vieles mehr.

Der Tag war ein voller Erfolg. Die Kinder hatten außergewöhnliche und prĂ€gende Erlebnisse und auch die Mitarbeitenden waren begeistert.

Wenn ich heute, fast 30 Jahre spĂ€ter zurĂŒckblicke, habe ich vor allem zwei Gedanken:

1. Begeisterung und Stolz. Über das, was wir damals gemeinsam auf die Beine gestellt haben und was wir damit fĂŒr die Kinder ermöglicht haben.

2. Gott sei Dank! Dass das alles gut ausgegangen ist. Denn ich muss mir eingestehen, dass wir eigentlich nicht wirklich Ahnung von Sicherheit und ErlebnispÀdagogik hatten und ich bin froh, dass nichts passiert ist.

Heute ist die ErlebnispĂ€dagogik deutlich bekannter und etablierter, als noch in den spĂ€ten 90er Jahren. Und ich freue mich, dass viele CVJMs, Kirchen und Gemeinden diese vielfĂ€ltigen Möglichkeiten der ErlebnispĂ€dagogik entdeckt haben und einsetzen. Wenn ich heute mit Haupt- und Ehrenamtlichen aus der Jugendarbeit spreche, dann spĂŒre ich immer noch die gleiche Begeisterung und die Motivation, fĂŒr Kinder und Jugendliche unvergessliche und prĂ€gende Erfahrungen zu ermöglichen. Gleichzeitig stelle ich hĂ€ufiger fest, dass ein tiefergehendes VerstĂ€ndnis fehlt, was ErlebnispĂ€dagogik eigentlich ist. Und wie diese Methoden sicher und gewinnbringend eingesetzt werden können. Und das ist kein Vorwurf, sondern sollte vielmehr Ansporn sein, dieses Wissen ĂŒber die ErlebnispĂ€dagogik noch stĂ€rker an die Basis der Kinder- und Jugendarbeit zu bringen. Damit Menschen sich in erlebnispĂ€dagogischen AktivitĂ€ten sicher fĂŒhlen, dass sie unvergessliche Erlebnisse haben und daraus wertvolle Erkenntnisse ĂŒber sich, den Glauben und das Leben gewinnen.

Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir Menschen, die dieses Wissen verbreiten und wir brauchen gutes Handwerkszeug, das Haupt- und Ehrenamtlichen dabei hilft, sich dieses tiefergehende VerstĂ€ndnis ĂŒber die ErlebnispĂ€dagogik anzueignen.

Das vorliegende Buch ist ein solches Handwerkszeug. Ein Hervorragendes noch dazu. Die Autorin und Autoren haben ein fundiertes Theorie- und Praxiswerk entwickelt, das einen praxistauglichen Leitfaden fĂŒr eine qualitativ hochwertige Basisschulung ErlebnispĂ€dagogik gibt. Auf verstĂ€ndliche Weise wird Schritt fĂŒr Schritt beschrieben, wie diese Schulung sinnvoll aufgebaut und welche Inhalte und Methoden vermittelt werden sollten. Man merkt dem Buch deutlich an, dass es von Menschen geschrieben wurde, die selbst professionell in der ErlebnispĂ€dagogik ausgebildet wurden und zugleich ĂŒber ein hohes Maß an Praxiserfahrung verfĂŒgen. Also beste Voraussetzungen, dass das Buch nicht in einem Regal verstaubt, sondern die Inhalte auch wirklich praktisch angewandt werden.

Viel VergnĂŒgen beim Lesen und viel Erfolg beim DurchfĂŒhren von erlebnispĂ€dagogischen Basisschulungen!

Leitung Institut fĂŒr ErlebnispĂ€dagogik der CVJM-Hochschule

Tag 1: Kooperation

Tag 2: Kommunikation und Vertrauen

Tag 3: ErlebnispĂ€dagogik als BrĂŒcke zum christlichen Glauben

Tag 4: Skills fĂŒr den Pfarrgarten Übersicht

Navigator durch Sinn gesucht –Gott erfahren Basisschulung

Es gibt drei Arten, wie du dieses Buch nutzen kannt. Als Vorlage, um selbst eine ErlebnispĂ€dagogik-Schulung durchzufĂŒhren (in diesem Fall solltest du bereits Vorwissen und praktische Erfahrungen in der ErlebnispĂ€dagogik haben). Als Begleitbuch, wenn du als Teilnehmerin/Teilnehmer auf einer solchen Schulung bist. Oder zum Selbststudium, falls du auf deine Grunderfahrungen in der ErlebnispĂ€dagogik aufbauen möchtest.

Das Buch startet mit einer EinfĂŒhrung zur ErlebnispĂ€dagogik und ihren Merkmalen im christlichen Kontext. Der restliche Teil des Buches ist in vier Schulungstage untergliedert. Am ersten Tag geht es um Kooperation und um grundlegende Prinzipien der ErlebnispĂ€dagogik. Am zweiten Tag drehen sich die Übungen um Kommunikation und Vertrauen. Der dritte Tag richtet seinen Fokus darauf, wie ErlebnispĂ€dagogik eine BrĂŒcke zum christlichen Glauben bilden kann. Und am vierten Tag gibt es noch grundlegende Outdoor-Skills zu erlernen.

Ein einzelner Tag ist so aufgebaut, dass es zunĂ€chst eine Übersicht ĂŒber die verschiedenen Übungen und Lernimpulse (Theorie-Einheiten, die mit den Übungen verknĂŒpft sind) gibt, sodass auch die jeweilige Dauer gut eingeschĂ€tzt werden kann. (Hier werden z. T. andere Zeiten angegeben, als bei den Übungen selbst. Das liegt daran, dass es hier um die Tagesplanung geht und auch Zeiten fĂŒr die Metaebene berĂŒcksichtigt wurden.) Außerdem gibt es eine EinfĂŒhrung zum Tag mit Lernzielen und Anker-Vers. Diese EinfĂŒhrung richtet sich an die Trainingsleitung. Anschließend folgen die Übungen und Lernimpulse, in verschiedene Blöcke unterteilt. Die Übungen selbst enthalten eine Illustration, die das Geschehen verbildlicht, die wichtigsten Rahmendaten, den Aufbau, die Instruktion an die Teilnehmenden, die Zielsetzung der Übung und – wo möglich – auch eine Auswertung und Varianten. Manchmal gibt es auch noch Expertentipps. FĂŒr dich noch gut zu wissen: Wann immer etwas in grauer Schrift ist, dann handelt es sich um eine ErklĂ€rung/Instruktion, die sich an die Teilnehmenden richtet und vorgelesen werden kann.

Aus den verschiedenen Nutzungsarten des Buches ergibt sich, dass einige Teile eine Doppelrolle erfĂŒllen: Die Übungen im Buch richten sich bspw. in erster Linie an die Teilnehmenden der Schulung, sind aber gleichzeitig so aufgebaut, dass die dann geschulten Teilnehmenden sie selbst in ihren Gruppen mit Kindern und Jugendlichen durchfĂŒhren können. Wenn also im Buch von „Trainingsleitung“ oder „Teilnehmenden“ die Rede ist, kann sich das letztlich auf beide Kontexte beziehen: Den Schulungskontext (an erster Stelle), aber auch den Kontext der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in deiner Heimat-Gruppe, Freizeit, o. Ä.

An manchen Stellen im Buch verweisen wir auf den Downloadbereich. Dort gibt es die Ablauf-Tabellen und weitere Vorlagen zum Ausdrucken. Diese Vorlagen können mithilfe des Passworts L7&F7cq unter download.praxisverlag-bm.de und ebenso unter www.neukirchener-verlage.de/zusatzmaterial als digitale Daten heruntergeladen werden. Dieses Passwort darf nicht weitergegeben werden. Nur der Kauf des Buches berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden dieser Daten, sofern sie zur Vorbereitung und DurchfĂŒhrung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine VervielfĂ€ltigung, Verwendung oder Weitergabe darĂŒber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrĂŒcklich nicht gestattet.

Übersicht ĂŒber den Ablauf des Tages

Dauer Einheit

3:00 h KooperationsĂŒbungen Block I

20 min BegrĂŒĂŸung und EinfĂŒhrung

20 min Schneller Ball

30 min Erwartungsrunde

30 min LĂŒgenwappen

20 min Quietschendes Durcheinander

30 min Schwingseil

30 min Definition und Grundprinzipien der ErlebnispÀdagogik 1/4 Mittagspause

2:20 h KooperationsĂŒbungen Block II

20 min Evolution

90 min Zahlenflut und Verkehrsschilder

30 min Definition und Grundprinzipien der ErlebnispÀdagogik 2/4 Kaffeepause

1:50 h KooperationsĂŒbungen Block III

20 min Fan Schnick-Schnack-Schnuck

60 min Marshmallow Challenge und Daumenreflexion

30 min Definition und Grundprinzipien der ErlebnispÀdagogik 3/4 Abendessen

1:30 h Reflexion des Tages am Lagerfeuer

EinfĂŒhrung zum ersten Tag

Handlungsorientierte und erlebnispĂ€dagogische Methoden sind ein unverzichtbares Werkzeug fĂŒr pĂ€dagogische FachkrĂ€fte (sowohl ehrenamtlich als auch hauptamtlich tĂ€tige Personen). Dabei braucht es weder einen Kletterschein noch spektakulĂ€re Kanutouren, um junge Menschen herauszufordern und zu begeistern. Der Grundsatz lautet: ErlebnispĂ€dagogik findet dort statt, wo wir mit unseren Teilnehmenden sind.

An diesem ersten Schulungstag lernen wir moderne, kooperative AbenteuerĂŒbungen kennen, die sich ideal fĂŒr den Alltag der Kinder- und Jugendarbeit eignen, sei es im Seminarraum, im Gemeindehaus, auf dem Sportplatz oder im Pfarrgarten. Überall können wir junge Menschen auf kreative und inspirierende Weise herausfordern. Mit minimalem Materialaufwand ermöglichen die vorgestellten Übungen vom ersten Tag, dass die Teilnehmenden ihre persönlichen Grenzen erfahren und daran wachsen können.

Die Inhalte des Tages umfassen dabei eine breite Palette: Von praktischen Übungen ĂŒber erste Reflexions- und Transfermethoden bis hin zu Warming-ups sowie einer grundlegenden EinfĂŒhrung in die Rahmung der ErlebnispĂ€dagogik. So versuchen wir uns einem gemeinsamen VerstĂ€ndnis von und fĂŒr ErlebnispĂ€dagogik anzunĂ€hern. Dazu gehört der Blick auf eine Definition der ErlebnispĂ€dagogik (s. Kap. „Was ist ErlebnispĂ€dagogik und was will sie?“) sowie auf die inhaltlich leitenden Grundprinzipien. Dieser theoretische Exkurs soll fĂŒr die Teilnehmenden möglichst kompakt und nah an der Praxis („erleben und darĂŒber reden“) gehalten werden. Wir schlagen daher vor, die theoretischen Impulse aufzuteilen und organisch in den Schulungstag zu integrieren.

Ziel ist es fĂŒr diesen Tag, Werkzeuge, AnsĂ€tze und Wissen zu vermitteln, das leicht in der alltĂ€glichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen angewendet und umgesetzt werden kann.

Biblischer Anker-Vers

„Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des anderen Glied“ (Röm 12,4-5 Lu).

Dieser Vers verdeutlicht uns, dass Kooperation nicht bedeutet, dass alle dasselbe tun, sondern dass jede und jeder mit ihren/seinen individuellen Gaben zum Gelingen der Gemeinschaft beitrÀgt. So wie jedes Glied des Körpers eine spezifische Funktion hat, so ist auch in der Gruppe die Vielfalt der FÀhigkeiten und Perspektiven ein Reichtum. Nur wenn diese zusammenkommen, wird der Leib, die Gemeinschaft, stark und entwicklungsfÀhig.

KooperationsĂŒbungen Block I

BegrĂŒĂŸung und EinfĂŒhrung

Zu Beginn jedes Schulungstages ist es wichtig, die Teilnehmenden erst mal herzlich willkommen zu heißen und sie sowohl inhaltlich als auch emotional auf den bevorstehenden Schulungstag vorzubereiten. Wir empfehlen daher zunĂ€chst eine kurze Vorstellung der Referentinnen und Referenten, gefolgt von einer prĂ€gnanten Übersicht der Tagesziele in zwei bis drei SĂ€tzen. Was kommt auf die Teilnehmenden zu? Dieser Einstieg sollte bewusst knapp gehalten werden, da der Tag praxisorientiert gestaltet ist und die Teilnehmenden schnell in die aktiven Übungen einsteigen sollen.

Bevor jedoch mit den AktivitÀten begonnen wird, ist es entscheidend, alle organisatorischen Rahmenbedingungen klar zu kommunizieren. Folgende Fragen sollten zu Beginn geklÀrt werden: Wie lang dauert der Schulungstag? Wann sind Pausen eingeplant? Wo befinden sich die Toiletten? Gibt es wichtige Informationen zur Unterkunft? Wie verhÀlt es sich mit dem Mitschreiben? Gibt es noch offene Fragen, die die Teilnehmenden beschÀftigen?

Nachdem diese logistischen Punkte geklÀrt sind, kann der erste praktische Teil des Tages beginnen: der QuickCheck.

Der QuickCheck

Instruktion

„Bevor wir richtig starten, möchte ich eine Methode einfĂŒhren, die wir den QuickCheck nennen. Diese Methode ist besonders nĂŒtzlich, wenn wir eine grĂ¶ĂŸere Gruppe sind, da sie uns hilft, den Überblick zu wahren. Schlicht, um zu schauen ob jede und jeder da ist.

Das Prinzip ist einfach: Jede und jeder von euch merkt sich ab sofort zwei Personen aus dieser Runde. Konkret die Person links und die Person rechts von sich. Falls ihr den Namen einer dieser Personen noch nicht kennt, ist jetzt die Gelegenheit, danach zu fragen.

Sobald ich oder jemand anderes in Zukunft laut ‚QuickCheck‘ ruft, prĂŒft bitte, ob diese beiden Personen anwesend sind. Dabei spielt es keine Rolle, wo sie sich im Raum befinden. Wenn die Personen anwesend sind, ruft laut ‚Check!‘. Sollte eine Person fehlen, denkt euch ein anderes Signal aus.

Lasst uns das jetzt einmal ausprobieren!“

Schneller Ball

Art der Übung: Kooperation

GruppengrĂ¶ĂŸe: 6–20 Personen

Dauer: 10–15 min

Vorbemerkung

GelĂ€nde: freie FlĂ€che oder großer Raum, Indoor oder Outdoor

Material: 1 Tennisball

Worum geht es bei der Übung: Der „schnelle Ball“ dient an diesem Tag dazu, die Namen zu lernen. Alle Teilnehmende werden animiert, im Zuge der Übung ihre Namen zu nennen. Die Namensinformation kann mit einer weiteren Information wie mit der Herkunft der Teilnehmenden kombiniert werden, muss aber nicht. So stellen sich alle Teilnehmenden kurz vor, sobald sie den Ball in der ersten Runde der Übung (s. Instruktion) in die Hand bekommen.

Aufbau

Die Teilnehmenden stellen sich in einen Kreis. Zu Beginn ist die Trainingsleitung noch Teil dieses Kreises, fĂŒr die ErklĂ€rung macht dies Sinn. Danach tritt die Trainingsleitung jedoch einen Schritt nach hinten.

Instruktion

„Ich habe euch etwas mitgebracht, und zwar diesen ‚Tennisball‘. Eure Aufgabe ist es, den ‚Ball‘ von Person zu Person zu werfen. Kreuz und quer. Das Ziel ist, dass jede Person den Ball einmal hatte. Zu Beginn startet der Ball beim Startspieler XY (Ball direkt dem Spieler in die Hand geben) und dort endet er auch. Startspieler ist also direkt auch ‚finaler Spieler‘. Ich werde nicht mitmachen und gehe gleich einen Schritt nach hinten. Jeder der den Ball hat, sagt bitte einmal seinen Namen und wirf ihn weiter. Merkt euch bitte, von wem ihr den Ball bekommen habt und zu wem ihr den Ball werft.

Nun startet die eigentliche Übung. Eure Aufgabe war es, den Ball von Person zu Person zu werfen. Jetzt verwandeln wir diesen Ball in den ‚schnellen Ball‘. Eure neue Aufgabe ist es,

den Ball so schnell wie möglich von Person zu Person zu transportieren, und zwar in der von euch festgelegten Reihenfolge. Die Namen können wir nun weglassen.

Dabei gibt es ein paar wichtige Regeln:

1. Jeder Spieler muss den Ball mit beiden HandflĂ€chen berĂŒhren.

2. Zeitgleich darf nur eine Person den Ball berĂŒhren.

3. Der Ball darf den Boden nicht berĂŒhren.

Verstoßt ihr gegen eine der Regeln, beginnt die Übung wieder von vorn.

Ich starte mit meiner Stoppuhr, sobald der Ball die Hand des Startspielers verlĂ€sst, und stoppe die Zeit, sobald die HĂ€nde den Ball erneut berĂŒhren.“

Zielsetzung der Übung

Die Übung dient dazu, dass die Teilnehmenden erste Erfahrungen damit machen, miteinander zu kooperieren.

Auswertungsmethode

Diese Übung kann natĂŒrlich unterschiedlich intensiv ausgewertet werden (wie fast jede EPÜbung). Wir empfehlen im Kontext dieses Schulungskonzepts, auf eine tiefergehende Auswertung zu verzichten. Vielmehr dient diese Übung der Trainingsleitung fĂŒr ein erstes Abklopfen der Gruppe. Wie verhĂ€lt sich die Gruppe? Was gibt es fĂŒr Themen? Wie ist das Klima untereinander? Was kann der Gruppe zugetraut werden (siehe kommende Übungen) und was evtl. auch noch nicht? Was ist zielfĂŒhrend und was nicht?

Expertentipp

Achtet bei dieser Übung darauf, zu Beginn als Trainingsleitung bei der DurchfĂŒhrung nicht im Kreis zu stehen, sonst wird euch der Ball zugeworfen, was die Übung durcheinander bringt.

Bei dieser Übung sollte man den Teilnehmenden vor allem zu Beginn viel Freiraum zum Ausprobieren, Testen und Neupositionieren (der Gruppe) lassen. Irgendwann, wenn die Teilnehmenden die ersten Versuche hatten, könnte eine Ziel-Zeit in den Prozess eingestreut werden, die von den Teilnehmenden selbst vorgegeben wird. Folgende Frage bietet sich an: „Stellt euch vor, ihr beobachtet euch von außen. Welche schnellste Zeit, also wirklich die maximal schnellst mögliche Zeit, wĂŒrdet ihr veranschlagen fĂŒr diese Übung?“ Diese Zeit gilt es ab sofort zu schlagen ...

Erwartungsrunde

Wir empfehlen, nach der Vorstellungsrunde mit dem „schnellen Ball“ noch einmal einen Kreis mit den Teilnehmenden zu bilden. In diesem Kreis sollen nun die Erwartungen und WĂŒnsche an die bevorstehende Schulung formuliert werden. Methodisch empfehlen wir,

eine Visualisierung in Form von Bildkarten zu nutzen, die in der Mitte des Kreises auf den Boden gelegt werden. Bildkarten fĂŒr Trainings und Workshops gibt es von vielen Anbietern.

Es sollten ausreichend Karten in der Mitte des Kreises platziert werden. Die Teilnehmenden werden dann instruiert, in sich hinein zu hören, welche Erwartungen sie an die Schulung haben. Anschließend sollen sie sich in der Mitte eine Karte aussuchen, die diese Erwartungen am ehesten widerspiegelt. Diese Karten können sie sich auf das Signal der Trainingsleitung hin nehmen.

Sobald alle Teilnehmenden eine Karte haben, ist jede/jeder eingeladen, etwas zu ihrer/seiner Karte zu sagen. Wir empfehlen, hierbei keine feste Reihenfolge vorzugeben, sondern die Teilnehmenden zu motivieren, nacheinander zu sprechen.

LĂŒgenwappen

Art der Übung: Warming-up

GruppengrĂ¶ĂŸe: 4–99 Personen

Dauer: 20 min

Aufbau

GelĂ€nde: großer Raum oder Outdoor mit Sitzmöglichkeiten

Material: 1 ausgedrucktes Wappen pro Person (s. Downloadbereich), 1 Stift pro Person

Die Teilnehmenden setzen sich am Besten in einen Kreis.

Instruktion

„Wir wollen euch nun noch einmal die Gelegenheit geben, euch vorzustellen. Und das tun wir in einer Art und Weise, die Menschen bereits seit Jahrtausenden nutzen, mittels einer bestimmten Visualisierung. Im Laufe der Jahrhunderte haben Menschen Möglichkeiten gefunden, ĂŒber Visualisierungen miteinander zu kommunizieren. Dabei hat sich eine Form herauskristallisiert, die wir heute ĂŒbernehmen wollen. Möglicherweise kennt ihr diese Art der „Kommunikation“. Manche Familien nutzen sie noch, sogar ganze StĂ€dte,

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