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Katharina Rilling: Lovely King Walter

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Im abgelegenen Kurhotel Valcruna wartet er auf ihre Ankunft. Die Zeit verschwimmt zwischen Berggipfeln und Funklöchern, Vorsätzen und Missgeschicken, neuen Bekanntschaften und alter Einsamkeit. Und Zweifel werden laut: Kommt sie wirklich? Ist sie wirklich? Doch das Warten ist erst der Anfang.

ISBN 978-3-7296-5229-3

9 783729 652293

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L o v e l y K i n g WALTER

Katharina Rilling

W A L T E R

Lovely King

Walter wartet auf Huyen, die junge Frau aus Vietnam. Seit Monaten schreiben sie sich Nachrichten. Nacht für Nacht. Tag für Tag. Aus der Ferne ist sie ihm nah; mit ihr wird er neu anfangen. Als Liebhaber, als Versorger, als Mann, der zählt.

Katharina Rilling

«Huyen schenkte ihm mit ihren Nachrichten eine leicht verdauliche Kost, die den Kopf angenehm verklebte. Aber er merkte auch: Sie machten nicht satt. Die süßen Nachrichten brannten ihm im Herzen weg wie Weißbrot im Blut. Er brauchte immerzu mehr davon. Er wollte sie in riesigen Mengen. Huyen wusste das. Und sie fütterte ihn, ihren König, tapfer.»

Roman

18.08.26 18:00


Der Zytglogge Verlag in der Schwabe Verlagsgruppe AG wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2026 – 2028 unterstützt.

© 2026 Zytglogge Verlag, Schwabe Verlagsgruppe AG, Basel Alle Rechte vorbehalten Lektorat : Thomas Gierl Korrektorat : Korrekturservice Ute Wendt Umschlaggestaltung : Peter Kruppa / Studio Edit Layout/Satz : rdz IMA GmbH, Bonn Druck : BALTO print, Vilnius Printed in the EU Herstellerinformation : Zytglogge Verlag, Schwabe Verlagsgruppe AG, St. Alban-Vorstadt 76, CH-4052 Basel, info@zytglogge.ch Verantwortliche Person gem. Art. 16 GPSR : Schwabe Verlag GmbH, Marienstraße 28, D-10117 Berlin, info@schwabeverlag.de ISBN : 978-3-7296-5229-3 www.zytglogge.ch


Katharina Rilling

Lovely King Walter Roman


ERSTER TEIL


Die Bergterrasse Sein Handy vibrierte – zwei, drei, vier –, und wenn er nicht innerhalb von drei Sekunden ranging, würde der Klingelton einsetzen. Triumphierend und immer zu feierlich für den Moment. Trompeten im Café, Trompeten in der Bibliothek, Trompeten in der Straßenbahn. Joachim Walter aber behielt sie bei: die Hymne der USA. Jetzt erst recht. Trump war jenseits, klar, aber irgendwie auch gut. Ziemlich gut sogar. Man konnte sich zurücklehnen und genießen. Hammershow statt Trauerspiel. Diese Pfeifen in Deutschland. Walter hatte fünf große Reisen in seinem Leben gemacht und alle nach Amerika: Florida, die West-Tour, Route 66, New York – und Kanada zählte er jetzt mal dazu. Sein Klingelton rief ausschließlich Großartiges in ihm wach: Kentucky Fried Chicken, Hooters, Aspirin in der 1000er-Packung, die Gameboy-Classic-Konsole, den Geschmack von Steak und Kirschcola auf der Zunge. Hellblaue Tommy-Hilfiger-Jeans, rote Marlboro-Stangen und: den gelben Trump. Gelb stand für Neid. Und Neid war hierzulande das große Thema. Wer wählte schon eine Witzfigur wie Trump, hieß es im Mainstream – liebe Gutmenschen, dachte Walter, so einige. Er war gut gelaunt. Heute spielten seine Trompeten auf der Bergterrasse. Diesmal vor kleinem Publikum. Walter tastete nach dem Handy in der Tasche, stellte genüsslich lauter. Drei Nasen drehten sich zu ihm um. Sie gehörten einem älteren Ehepaar in Filzhüten, das kopfschüttelnd Kräutertee trank, und einem Dackel, der jetzt kläffte. Kleinkariert, allesamt (sogar das Halsband). Das Herrchen warf dem Tier einen Brocken gepfeffertes Schwei-

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zerdeutsch hin. Die Frau schluckte runter. Und Walter drückte doch noch weg. Länger aushalten, das ging nicht. Stille nach Lärm war immer seltsam, als wüsste niemand mehr weiter, so plötzlich auf sich zurückgeworfen. Sie stand jetzt verquer da, die Ruhe nach dem Sturm. Als wäre die Bergwelt beleidigt von der amerikanischen Intervention. Walter nickte dem Paar zu und zog sich eine der Decken über die Beine, die in solchen Hotels im Frühling noch überall griffbereit lagen. Er wusste, dass es eine klassische Schweizer Militärdecke aus dichter Schurwolle war. In den Stoff waren der rote Streifen und das Kreuz eingewebt. Walter mochte das Gewicht auf seinem Körper; die Decke wirkte unverwüstlich. Wenn die Schweiz schon ein Militär hatte – ein Land, in dem es quasi nie brannte, das seinen letzten Krieg auf eigenem Boden 1847 geführt hatte –, dann war sein Equipment wenigstens auf der Hotelterrasse sinnvoll eingesetzt. Nie mehr Frösteln beim Kräutertee. Zivilschutz at its best. Er hatte mindestens fünfzig kleine Reisen in seinem Leben gemacht, fast alle hierher. Was er mit der Schweiz verband? Wohlstand. Kurvige Autofahrten. Das Erbrochene seiner Schwester auf dem Rücksitz. Hefegipfel mit saurer Buttermilch. Den Geruch nach Mist und gemähtem Gras. Pflaster an den Fersen und Sportgeschäfte. Erster-August-Nächte mit Feuerwerksverbot. Enttäuschend still. Rivella blau. Parisienne orange. Und dann war da noch: Walter, grau. Grau stand für Granit und Regenwetterwolken. Straßen, die sich im Nebel verlieren, und Pausen mit Zigarettenrauch. Grau, das war die Tarnfarbe, in der man im Laufe des Lebens unfreiwillig verschwand. Es sei denn, man ließ ab und zu US-amerikanische Trompeten für sich schmettern. So wie jetzt. Walter war wer, weltmännisch, gereist. Das durfte man hier schon merken.

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In den USA sprachen die Menschen in Großbuchstaben ohne Punkt und ohne Komma. In der Schweiz: Flüstern, sodass man die Uhren ticken hörte. Und genau das brauchte er jetzt. Ruhe und Diskretion. Einatmen, ausatmen, Bergluft genießen. Warten. Das war das, was man hier so machte. Den Frieden annehmen und spüren, wie die Stille die Schwere der Gedanken an die Oberfläche schwemmte und dann, so hofften alle Gäste, ganz wegwusch. Jetzt war die Zeit im Jahr, in der es ihm aber ohnehin wieder besser ging. Es fühlte sich an, als würde sein Körper langsam auftauen. Unter den ersten warmen Sonnenstrahlen wurde er wachsweich und nachgiebig. Etwas in ihm erinnerte sich daran, wie sich Leichtigkeit anfühlte – vielleicht sogar Jugend. Das Gewicht auf seiner Brust, das ihn den Winter hindurch niedergedrückt hatte, zog sich zurück. Wie ein Quälgeist, der sich in seinen Bau verkroch und ihn in Ruhe ließ – vorerst. Morgens fiel es Walter leichter aufzustehen, wenn die Luft schon nach einem sonnigen Tag roch. Das erste Bier draußen schmeckte nicht mehr nur nach Betäubung, sondern war Erfrischung. Und die dunklen Vorboten der jährlichen Winterdepression waren weit weg: die langen Stunden im Bett, weil er irgendwann einfach liegen blieb. Die dosierten Nachrichten, weil ihn die Weltlage erschöpfte – Terror, Migration, Autoindustrie. Größere Mengen an Fett, Zucker und Alkohol – nicht selten als Mahlzeitenersatz. Doch das war jetzt weit weg. Ja, er hatte sich wirklich selten besser gefühlt. Walter atmete ein, aus und genoss die Bergluft. Warten auf Huyen. Warten auf die junge, begehrenswerte Frau, die er mit nach Hause nehmen würde. Bergkulisse, die Gipfel noch weiß, sonst exotische Farben wie Alpenwiesendunkelgrün, Fuchsschwanzrot und Schnee-

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wolkenschiefergrau. Kuhglocken, zerstreut auf der anderen Seite des Hügels. Ein Turmfalke hoch oben, im Streit mit zwei Krähen. Hinter dem Kurhaus rauchte ein Bach. Rauschte! Er dachte immerzu an Zigaretten, wenn es gemütlich wurde. Walter hatte seine Packung im Zimmer gelassen. Weniger qualmen für Huyen. Dann lieber ein Bier, um runterzukommen. Damit lebte es sich länger. «Hallo?», rief er der Kellnerin zu, die in ihr Handy tippte. «Hallo!?» Wieder vibrierte seines, diesmal reagierte er schneller und drückte gleich weg. Unwichtig, es war nicht Huyen. Er drehte es um, sodass es mit dem Bildschirm nach unten auf dem Bistrotisch lag. «Recht haben Sie», sagte die Bedienung mit östlichem Akzent, stand plötzlich nah an seinem Bein. «Sonst müssen wir Sie noch verhaften.» «Wie bitte?» «Nicht mitbekommen? In Valcruna herrscht Handy- und Fotografierverbot. Wurde mit sechsundvierzig zu zwei Stimmen bei fünf Enthaltungen klar verabschiedet. Dahinten hängt auch ein Schild.» Sie zeigte auf den Trampelpfad, der runter zum kleinen Wasserfall führte. «Lustig.» «Oder? Ein PR-Gag. Die Leute sollen selbst schauen, statt bloß Fotos zu machen. Neugierig werden. Und hier einfach mal abschalten. Also Achtung, wenn wir Sie nicht verhaften, konfiszieren wir vielleicht Ihr Handy. Manche bekommen es am nächsten Morgen zurück, manche erst beim Check-out. Je nachdem, wie einsichtig sie sind.» «Und Sie selbst?» Er wies auf das iPhone in ihrer Hand. «Höchst beruflich.» «Klar. Ein Bier bitte. Eins von hier.» «Kommt noch jemand? Oder sind Sie allein?»

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«Eine Frau, die mir so oft schreibt, dass mein Handy nicht stillsteht und mich damit an diesem Ort höchstwahrscheinlich in Schwierigkeiten bringt», sagte Walter. «Aber erst in ein paar Tagen. Meine Verlobte.» «Gratuliere! Falls Sie ihr doch ein Bild schicken wollen: Ich verrate nichts. Das Licht ist gerade so schön.» Sie verschwand im Haus. Walter sah ihrem prächtigen Arsch nach, der aus der Schürze ragte und in der Abendsonne für ihn tanzte. Vielleicht gab es doch einen Gott. Es war der erste Abend und damit der beste. Am Anfang jeder Reise machte er sich diese Tatsache rituell beim ersten Bier bewusst. Und diesmal war es noch intensiver: warten auf Huyen. Jetzt. Das hier. Dieser Moment. Besser wurde es nicht mehr. Die nächsten Tage lagen vor ihm wie weiße Seiten. Der Stift aber war nicht nur zum Greifen nahe, sondern er lag schon angespitzt in seiner Hand. Walter war mittendrin, und doch hatte die Realität noch nicht abgefärbt und hässliche Flecken darauf hinterlassen, was er sich seit zwei Jahren ausmalte. Jetzt war sie es noch: perfekt, seine Geschichte mit dieser wunderbaren Asiatin. Er zog ein Foto in Passbildgröße aus seiner Brusttasche. Er hatte es im Supermarkt entwickeln lassen, High-Gloss, maximale Farbintensität und Detailtreue. Ein Abbild zum Festhalten. Es brachte Glück, glaubte er, trug es nah am Körper. Huyen, sein Mädchen, hier noch etwas jünger und mit lilafarbenem Schimmer im Haar. Eine glänzende Aubergine. Festgefroren im Augenblick, konserviert, bereit zum Verzehr – oder zumindest dazu, jeden Moment aus dem Papier zu springen. Wie schön wäre es, dachte er, wenn das ginge. Die pastellgelbe Wolle ihrer Strickjacke erinnerte ihn an die Daunen eines frisch geschlüpften Kükens. Er hatte das

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Bild so oft betrachtet, dass er nun glaubte, unter dem Lochmuster die winzigen Härchen einer Gänsehaut zu erkennen. Fror Huyen etwa? Durch die groben Maschen musste Wind pfeifen. Sie saß an einem niedrigen Tischchen draußen auf der Straße. Er hatte es gegoogelt: In Vietnam konnte es unter zehn Grad werden, und bei hoher Luftfeuchtigkeit kühlte man besonders schnell aus. Aber sie hatte sich zu diesem Zeitpunkt offenbar entschieden: Frühling war Frühling, und damit hatte es warm genug zu sein, um auf die Jacke zu verzichten. Seine Schmetterlinge im Bauch gaben ihr recht: Huyen war der Frühling. Sein zweiter. Das Bild war kein Selfie. Ihre Hände lagen vor ihr auf der laminierten Tischdecke verschränkt. Es beschäftigte ihn, aber er hatte nie nachgefragt. Ein früherer Liebhaber? Huyen hätte es ihm ohnehin nicht gesagt. Warum auch? Das war Vergangenheit. Wem aber hatte sie dieses Lächeln geschenkt, bevor sie es ihm, Walter, mit diesem Bild nur noch ausborgen konnte? Es war ein besonderes Lächeln, nicht aufgesetzt, sondern ehrlich und zärtlich. Wer saß da in Griffnähe, während es Walter und Huyen noch nie gleichzeitig auf denselben Kontinent geschafft hatten? Eifersucht legte sich auf seine Brust. Der Frühling in ihm war in Sekundenschnelle zum Sommer geworden: heiß, stickig, lähmend, drückend, schwer. Einatmen, ausatmen, die frische Bergluft nicht vergessen. Es war nur ein Gefühl. Warten, bis es vorbeizog wie Landschaften im Schnellzug. Er verscheuchte den surrenden Zweifel wie eine lästige Mücke. Wie viel Glück er doch eigentlich hatte, besann er sich. In der Frühlingssonne zu sitzen und auf seine Traumfrau zu warten. Dafür lebte er doch. Wenn er auf seine fast siebzig Jahre zurückblickte, dann waren es immer diese Zeiten gewesen, die ihn erfüllt hatten – das Hinfiebern, das Zählen der

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Tage, das Schweben zwischen jetzt und bald. Die eigentliche Freude lag für ihn nie im Ziel, sondern auf dem Weg dorthin. Nur waren Meilensteine selten geworden. Weggefallen war, was seine Jahre natürlich und ohne eigenes Zutun strukturiert hatte: die Einschulung, die Konfirmation, das Abitur. Der erste Sex, die erste Vorlesung, der erste Job, der erste Lohn. Dann seine Hochzeit, die Geburt seines Sohnes Eduards, die Scheidung. Und später wiederum die Einschulung, Konfirmation und das Abitur seines Jungen, die ihn beschäftigten. Ja, das Leben war eine Verkettung automatischer Ereignisse gewesen, Perlen, an denen er sich entlangzuhangeln gewusst hatte. Und was blieb davon am Ende übrig? Kein glänzender Erfahrungsschatz, den er nun stolz vor sich hertragen konnte. Er hatte seit Jahren keinen richtigen Kontakt mehr zu seinem Sohn, Streit mit seiner Exfrau, war pensioniert. Sein Gehör wurde schlechter, der Bauch schwabbeliger und die Erektion schwächer. Und doch begehrte er Frauen, die noch mittendrin waren, gierig nach den Perlen des Lebens griffen und dabei – bisher – andere Männer schmückten. Die Kette seiner eigenen Ereignisse? Ausgefranst. Und die letzten Meilensteine, die vor ihm lagen? Keine mehr, die ihn durchs Leben trugen. Vielmehr ragten sie vor ihm auf wie Barrikaden! Gut, er konnte das Erbe seiner Eltern erwarten, wenn Mutter auch noch starb. Irgendwann aber stand der eigene Umzug ins Heim an und damit Bastelnachmittage, Gesellschaftsspiele (wie hasste er die schon als Kind!), das Pilgern zur Kaffeemaschine. Und dann das Ende. Natürlich. Die große Unbekannte, ein Raum ohne Fenster. Manchmal wunderte er sich, wie wenig Neugierde er dem Tod entgegenbrachte. Dass er sich selbst in dunkelsten Stunden nie auf die Auflösung dieses Rätsels freute. Dabei gehörte es zu seiner Natur, Dingen auf den Grund zu gehen. Physika-

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lische Grenzen auszuloten – das war sein Ding gewesen. Ein Leben lang hatte er Brücken entworfen, Bauwerke, die Abgründe überwanden. Statik. Traglast. Stabilität. Total berechenbar. Doch der Tod war Dekonstruktion. Uferlos und selbst die Last. Die Gedanken daran schnürten Walter die Luft ab. Noch nicht so bald! Einatmen, ausatmen, Bergluft genießen. Die Lungen öffnen, Sauerstoff tanken, aber jetzt nicht hyperventilieren. Seit Huyen auf ihn zugegangen war, ihn vor drei Jahren auf Facebook angestupst und sein träg gewordenes Universum ins Wanken gebracht hatte, fühlte er sich wieder als Mann. Sie hatte ihn, das Fossil, ausgegraben und offenbar dessen Wert als Schatz erkannt. Ein Kribbeln durchfuhr ihn. Nicht mehr in Jahren, nicht mehr in Monaten, nicht in Wochen. In drei Tagen und drei Nächten. Er würde Huyen in die Decken einwickeln, einen Kräutertee bestellen und mit ihr anstoßen. Sie hasste Bier. Huyen hatte sicher noch nie einen Dackel gesehen oder Kuhglocken gehört. Und sie träumte von den Bergen, die sie nur aus Filmen und von Bildern aus dem Internet kannte. Sie hatte ihm geschrieben, wie sehr sie Heidi mochte, das Bergmädchen mit den Ziegen, das immerzu barfuß über die Wiesen rannte und dennoch niemals sonnenbraun wurde. Die japanische Trickfilmvorstellung von Alpenglück. Walter hatte lachen müssen, als sie ihm davon erzählte. Er würde mit ihr wandern gehen, ihr die echten Berge zeigen, die in Wahrheit noch viel schöner und imposanter waren, als sie es sich erträumen konnte. «Wer hier einmal auf einem Gipfel steht», schrieb er ihr mal in möglichst einfachem Englisch, «mit beiden Beinen im Schnee und die Welt von oben sieht! Das vergisst du nie mehr.»

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Zuallererst aber würde er ihr das Poolhaus zeigen. Er freute sich, Huyen einen Tag am Pool ermöglichen zu können. (Und ihr danach die Wassertropfen von den Schläfen zu küssen und die Knoten aus den feuchten Haaren zu kämmen.) In drei Tagen und drei Nächten. Es war wie Weihnachten: Huyen im Bikini. Sicherlich trug sie einen Bikini. 25-jährige Frauen trugen alle Bikinis, wenn sie es konnten. Nein, sogar, wenn nicht, hatte er festgestellt. Fette und behaarte Frauen zeigten sich heute ebenso her. Also würde sie auf jeden Fall Bikini tragen – Huyen war glatt und zierlich, hatte nichts zu verbergen. Ein Prickeln strömte ihm durch die Brust nach unten. Ein Griff unter die Decke, zurechtrücken. Er mochte Frauen an gewissen Stellen allerdings fleischiger. Walter würde sie mit Keksen und Schokolade füttern, um sie aufzupäppeln. Er würde mit Huyen essen, mit ihr sprechen und schlafen können. Er würde sie endlich anfassen dürfen. Wann immer er wollte. Die Kellnerin riss ihn raus. Sie lächelte und stellte ein Calanda-Bier mit einem Korb Paprikachips vor ihm ab. Sie schien nichts über ihn und seine Familie zu wissen; wusste nicht, wer er war. Trotzdem kümmerte sie sich mehr als rührend um ihren Gast. Er liebte slawische Frauen dafür. Gastfreundschaft nahmen sie offenbar mit der Muttermilch auf. «Prima, danke. Dürfte ich Sie etwas fragen?», fragte Walter. «Machen Sie sich für mich strafbar und schießen ein Foto?» «Sicher schon! Also los, los.» Sie blickte sich bedeutungsschwer um und winkte das Handy aus seiner Hand zu sich. «Lassen Sie uns etwas Verrücktes tun! Mit oder ohne Bein?» «Mit!»

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Er nahm das Glas in die Hand und prostete der Linse zu, hob dabei den linken Fuß zum Kick wie auf einem Karatefilmplakat. Er trug zum ersten Mal die neuen On-Schuhe, die er bei der Durchfahrt in Zürich gekauft hatte. Sie waren jungfräulich weiß – noch –, es reute ihn jetzt schon, dass er sie zwangsläufig beschmutzen würde. Er hatte sie bewusst erst im Hotel angezogen. Auf den Bergstraßen, die sich tollkühn in die Felsen schlugen und steil in die Albulaschlucht abfielen, hätte er sich unsicher gefühlt, da die Schuhe anders saßen, als er es gewohnt war. Jetzt war er froh über diese Entscheidung, vor allem aber, weil er sich auf diese Weise keine Steinchen in der Auffahrt eingetreten hatte und er sich ihre Jungfräulichkeit noch etwas länger bewahren konnte. Er hatte noch nie Schuhe besessen, die sich wie Socken trugen und gleichzeitig elegant wirkten. Die Plastikwaben an den Sohlen waren einzigartig, gaben ihm das Gefühl, über den Boden zu schweben und drei Kilo leichter zu sein. Nach seiner Ankunft hatte er sich gleich frisch gemacht. Die dunkelblaue Cordhose und das weinrote Leinenhemd angezogen – klassisch, zeitlos, genau richtig. Dann die braune Tweedjacke seines Vaters, eines seiner Lieblingserbstücke. Aber erst die Turnschuhe gaben seinem Auftritt den Pfiff, der es ausmachte. Walter mochte die Vorstellung, dass die Leute zweimal hinschauen würden. Es war eine mutige Kombination. An der Kasse des Zürcher Flagship-Stores von On war ihm ein Text aufgefallen, weil er ihn in letzter Konsequenz nicht verstand und der ihm jetzt wieder in den Sinn kam. Sooft er die Worte auch gelesen hatte, waren sie in seinem Kopf zerfranst. Aber er verpasste ihre Bedeutung nur knapp. Es machte ihn rasend. War er zu dumm oder zu alt, um es verstehen?

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Bei On sind wir überzeugt, dass Unglaubliches passiert, wenn Menschen sich bewegen. In Bewegung zu sein bedeutet, auf unterbewusste Inspiration zuzugreifen. Man nennt es den Flow State: ein Zustand, bei dem Realität und Gedanken so verschmelzen, dass wir uns voll und ganz auf den Moment konzentrieren können. Ein Bewusstseins-Hack, der uns größer und besser träumen lässt. Der Werbetexter hatte es geschafft, ihn damit bis jetzt zu beschäftigen. Walter schätzte, dass das Ziel schon allein dadurch mehr als erreicht war. «Unglaubliches passiert, wenn sich Menschen bewegen.» So weit, so klar. Anders ging es ja auch nicht. Vielleicht berührte ihn der Satz trotzdem, weil er in den letzten Jahren so wenig in Bewegung gewesen war. Wer behäbig stillstand, der grub sich nur tiefer in den eigenen Abdruck hinein. Und er hatte definitiv festgesteckt. Mit dem Kopf im Sand und mit Staub in der Fresse. Ihm kamen jetzt beinahe die Tränen. Er merkte den Alkohol, war mehr als bewegt vom Unglaublichen, das anstand. Unglaubliche Dinge, weil sie so selten waren, wie aus einem Märchenland oder diesem Flow State oder wie man es heutzutage nennen wollte. Das Licht, die Berge, ein kühler Schluck Bier – all das konnte ihn jetzt nicht mehr erreichen, als wäre er in sich mit all seinen Gefühlen eingeschlossen. Kurz vor dem Zerplatzen. Er. War. So. Aufgeregt. Zurück in der Vergangenheit, hallo Teenagerdasein. Er scrollte durch die neuen Bilder in der Galerie, wählte das Beste aus – dynamischer Kick, frischer Blick – und schickte es an Huyen. Kickstart in Valcruna. Can’t wait, LOVE YOU! Und, nach kurzem Überlegen:

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YOUR LOVELY KING. Zwinkerndes Emoji. Das war ihr gemeinsames Ding. «Coole Schuhe haben Sie da», sagte die Kellnerin, die inzwischen angefangen hatte, den Nachbartisch abzuräumen, und ihn anstrahlte. Walter kam zurück in die Wirklichkeit. Er freute sich über das Kompliment dieser jungen Frau. Und erst jetzt bemerkte er, dass er ihr wahrscheinlich schon die ganze Zeit über gefallen hatte. Seit Huyen ihn begehrte, hatte er sich verändert, wirkte selbstbewusster und attraktiver, das merkte er vor allem an den Blicken der Frauen, denen er wieder auffiel. «In der Schweiz tragen die alle Pflegeleute im Spital. Und mein Opa hat sie sich auch gekauft. Sollen gut für den Rücken sein. Wegen der Sohle. Helfen Ihnen sicher auch, beweglich zu bleiben.» Die Kellnerin streckte den Arm aus und gab ihm ein Daumenhoch.

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Die Apotheke Beim Eintreten hörte Walter das Läuten einer Glocke. Die Luft in der Apotheke an der Hauptstraße war für eine Institution, in der es um die Gesundheit ging, unerwartet dicht. Er wollte die Tür am liebsten noch einmal aufreißen. Abgestandener Atem, der schwer zwischen den Regalen hing. Die Apotheker mussten jeden Abend mit Kopfschmerzen nach Hause gehen. Bald würde er auch welche haben. Er hatte auf der Terrasse des Kurhauses zu viel getrunken. Er dachte an all die Menschen, die hier geschwitzt, aber den peinlichen Gang schon hinter sich gebracht hatten. Mit Abführmittel, Hämorrhoidencreme oder Pickelsalbe in der Tasche. Der Körper war eine Ansammlung schambehafteter Zonen. Und das hier die Beichtkammer. Na, hoffentlich mit Absolution. Ein Husten von irgendwoher, ein Räuspern, dann tauchte die schmale Gestalt der Apothekerin auf. Sie hatte wohl niemanden mehr erwartet, sich deswegen schon ein Stück Brot in den Mund geschoben und den Mantel übergestreift. «Allegra.» Zerkautes Rätoromanisch. Sie gefiel ihm nicht. Die Frau war wahrscheinlich Mitte dreißig, hätte aber auch als große Zwölfjährige durchgehen können. Sonderbar alterslos mit ihrem bleichen Trotzgesicht. Hier vor den Regalen, eine kindliche Hexe in langem Mantel. Als hätte sie die Jahre mit dem Sandwich verschluckt. «Guten Abend», antwortete Walter. Ihre Augen musterten ihn, professionell, sie wartete. Er schaute sich um, griff zu einem Päckchen Irgendwas – Bonbons, Augentropfen, Pflaster –, nuschelte: «Und Viagra und Kondome.»

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Jetzt wusste sie, was er war. Ein alter Mann mit einem Rezept für Geschlechtsverkehr. Vielleicht knipste das ihr Kopfkino an, eine Komödie oder ein Drama. Er spürte das Brennen in seinem Gesicht, das Blut, das ihm in die Wangen schoss. «Für den persönlichen Gebrauch?» Ohne die Antwort abzuwarten, holte sie die Tabletten hervor und legte die Packung auf die Theke – mit dem blauen Schriftzug nach oben. In diesem Moment kam ein Kind herein und lachte. «Mama, darf ich eins haben?» Streckte die schmutzige Hand nach dem Traubenzucker im Glas aus. Es hatte seinen Roller mit reingeschoben, die Haare unter dem Helm klatschnass. Ganz die Apothekerin, ignorierte sie ihr Kind für den Moment. «Wird das alles sein? Und das Rezept?» Er nickte, suchte den Schein zwischen seinen Visitenkarten und Zetteln. Ging den Stapel noch mal durch wie ein Kartenspiel. Legte alles auf der Theke aus. «Tschuldigung.» Jetzt war er hoffnungslos verloren. «Geht’s auch ohne? Ich finde es gerade nicht.» Das Kind klackerte mit dem Lenkrad uhrenhaft ans Holz. Ticktackticktack. «Ungern.» «Nicht mal ausnahmsweise?» «Ungern.» «Aber ungern geht’s trotzdem, oder wie?» Die Apothekerin überlegte, meinte dann achselzuckend: «Sie können das Rezept daheim suchen und morgen vorbeibringen. Wir haben ab acht geöffnet. Wenn Sie schon eins haben …» Walter wurde unruhig. «Es liegt wahrscheinlich in Deutschland auf meinem Arbeitstisch. Ich wäre froh …» «Ist es denn so dringend?» Sie verzog keine Miene.

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«Ja.» Er packte den Inhalt seines Geldbeutels wieder ein, legte eine schwungvolle Drehung hin. Jetzt gehen! So viel Stolz hatte er noch. Sie seufzte. «Gut, dass Sie überhaupt gekommen sind. Im Internet ist die Hälfte gefälscht. Meist werden die Potenzmittel illegal aus Indien importiert. Ziemlich gefährliches Zeug, weil die Wirkung um ein Vielfaches stärker ist.» Sie sah ihn an. «Ah, darum vermehren sie sich dort wie die Karnickel.» Das Klackern im Hintergrund stoppte. Einen Moment lang schwebten die Worte zwischen ihnen schwarz in der Luft. In Walters Gesicht rührte sich nichts. Dann: heftiges Lachen. Nur das Kind noch eingefroren. «Sie sind ja wild. Typisch deutsch. Hat was.» Die Apothekerin zog sich die Jacke aus, gab gleich drei Traubenzucker über die Theke. Jetzt doch ganz die Mutter. «Sie auch eins?», fragte sie freundlich. «Gern. Sie geben Ihrem Kind noch Zucker? Dann sind Sie aber wild. Hatte es schon seine Kuhmilch vor dem Fernseher? Ich dachte, das geht alles nur noch hinter verschlossenen Türen. Und das in der Apotheke. Ich bin empört.» Walter zwinkerte. Er merkte: Das ging jetzt. «Im Ernst», fuhr er fort: «Hier will niemand mehr Kinder machen und falls doch, sind alle am Rotieren, weil es ach so anstrengend mit ihnen sei. Job und Karriere, Holzspielzeug und frisches Gemüse – und der Rest der Welt? Das Gegenteil! Manchmal frage ich mich, was los ist. Die lassen doch alles und alle rein. Und hier werden die immer mehr.» Er ließ sich den Traubenzucker auf der Zunge zergehen. «Das klappt doch nicht. Das merkt doch jeder. Das geht doch nicht auf. Gift für uns alle! Und ich spreche nicht von den gepanschten Medikamenten.»

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«In Deutschland ist es wohl schlimmer», sagte die Apothekerin und legte die Packung Viagra sachte in eine Papiertüte. «Noch.» «Ich danke Ihnen, dass Sie diesmal eine Ausnahme machen.» Walter tippte auf die Tüte. Er meinte es ernst. Er war wirklich froh. Es war schön, dass es solche Menschen noch gab. Menschen, die einem etwas gönnten und nicht allein an Paragrafen und Regeln festhielten. «Ist in Ordnung. Kondome auch, nicht? Ich schenke Ihnen ein paar Probepackungen, wenn es recht ist. Neue Sorten, verschiedene Größen, einmal mit und einmal ohne Latex. Probieren Sie sich gerne durch.» «Das ist ja großartig. Danke!» Walter schnappte nach der Tüte wie ein Hund nach der Fleischwurst, da zog sie die Apothekerin doch noch einmal zurück. «Wissen Sie schon, wie die Pille funktioniert?» «Im Prinzip ja. Man schluckt sie runter, und dann wirkt’s, nehme ich an.» Er versuchte, das Ganze jetzt abzukürzen. Hielt sich fest, um nicht zu schwanken. «Wenn Sie die Tablette einfach schlucken und dabei Zeitung lesen, passiert nichts», sagte sie sachlich. «Die sexuelle Stimulation braucht es weiterhin.» «Das trifft sich gut. Ich habe aufgehört, Zeitung zu lesen.» «Ich hoffe, mit dem Trinken auch. Zumindest sollten Sie es in Kombination mit dem Mittel lassen. Und: Wenn Sie Herzmedikamente einnehmen, besonders Nitrate, wäre das problematisch.» «Wenigstens mein Herz funktioniert zuverlässig. Nur manchmal verliere ich es zu schnell.» Lallte er plötzlich? Wieder ihr lautes Lachen. Das Kind schreckte über dem Handy hoch – YouTube.

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«Erektile Dysfunktion wertet man oft als ebenso wenig behandlungsbedürftig wie Übergewicht oder Haarausfall. Dabei leiden die Menschen darunter. Sie machen das gut. Nehmen es in die Hand», sagte sie. «Und noch etwas: Falls die Wirkung einmal länger anhält als vier Stunden, dann bitte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das ist selten, aber sicherheitshalber erwähne ich es.» Walter nickte. «Dann komm ich bei Bedarf lieber zu Ihnen, da vertraue ich ganz auf Ihr Fingerspitzengefühl.» Okay, ein bisschen dick aufgetragen, dachte er, jetzt zahlen und gehen. Sein Handy vibrierte, er nahm es aus der Hosentasche und drückte weg. «Gut, dann wünsche ich Ihnen», begann sie und zögerte: «Einen angenehmen Abend.» Keine Pille würde gegen die unerträgliche Schwere des Wartens helfen. Aber Ablenkung, merkte er beschwingt. Nicht ständig nur denken, denken, denken. Tag und Nacht, ohne Ende denken. Aktiv werden, was tun. Aufs Ziel hinarbeiten. Und das tat er. Jetzt. Die Straßen waren leer und der Wind wehte kühl; die Dämmerung umschloss ihn langsam – er aber war wie angeknipst. Mit fast siebzig stand er da, hatte gerade zum ersten Mal Viagra und Kondome gekauft.

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Im abgelegenen Kurhotel Valcruna wartet er auf ihre Ankunft. Die Zeit verschwimmt zwischen Berggipfeln und Funklöchern, Vorsätzen und Missgeschicken, neuen Bekanntschaften und alter Einsamkeit. Und Zweifel werden laut: Kommt sie wirklich? Ist sie wirklich? Doch das Warten ist erst der Anfang.

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Walter wartet auf Huyen, die junge Frau aus Vietnam. Seit Monaten schreiben sie sich Nachrichten. Nacht für Nacht. Tag für Tag. Aus der Ferne ist sie ihm nah; mit ihr wird er neu anfangen. Als Liebhaber, als Versorger, als Mann, der zählt.

Katharina Rilling

«Huyen schenkte ihm mit ihren Nachrichten eine leicht verdauliche Kost, die den Kopf angenehm verklebte. Aber er merkte auch: Sie machten nicht satt. Die süßen Nachrichten brannten ihm im Herzen weg wie Weißbrot im Blut. Er brauchte immerzu mehr davon. Er wollte sie in riesigen Mengen. Huyen wusste das. Und sie fütterte ihn, ihren König, tapfer.»

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