BERNHARD CHIQUET Geboren 1953, Konzeptkünstler. Lebt und arbeitet in Riehen. Nach Jahren als Kunstpädagoge an Schulen und als Dozent an der Fachhochschule realisiert er Kunstprojekte, mit Vorliebe partizipativ und im öffentlichen Raum. Schreiben gehört seit 2000 dazu. Nach seinem literarischen Debüt «Nach Manhattan» (2023) ist «Mann, Härri!» sein zweiter Roman bei Zytglogge.
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9 Foto: Franziska Chiquet-Vogler
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BERNHARD CHIQUET
Mann, Härri!
«Als ich von Härri erzählt habe und dass ich den seit einer Weile kenne, wurden sie komisch. Habe ich gedacht: Scheiße, Mann! Ist der vielleicht gar nicht so der beliebte Lehrer, wie ich gemeint habe. War aber nicht so. Zwei oder drei von denen hatten bei ihm ihr Diplom gemacht und die fanden ihn alle super. Aber es gehe so ein Gossip um, Härri habe Stress mit der Leitung. Dass sie ihn kicken wollten. Ja, Alter! Warum sagt er mir nichts davon, ey? Von mir weiß er alles! Aber alles! Ich werde ihn hart anmotzen deswegen. Geht gar nicht, find ich.»
BERNHARD CHIQUET
Mann, Härri!
Roman
Lukas Härri, 56 Jahre alt, Maler und Kunsthochschuldozent, erlebt große Umwälzungen. Er fürchtet, den Anschluss zu verlieren, sowohl in der Kunstszene, wo er einst als «Junger Wilder» galt, als auch an seinem Institut «Art Gender Planet», das von der koreanischen Künstlerin Da-ra Baek geleitet wird. Zwischen ihr und Härri entwickelt sich eine ambivalente Liebesbeziehung. Hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Ablehnung, Anpassung und Widerstand, ringt er um Orientierung. Auch die Wege seiner zwei erwachsenen Kinder sind für ihn schwer nachvollziehbar. Sein Sohn Bruno hadert mit dem Berufseinstieg, und mit seiner in den USA lebenden Tochter Sofia scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Mit dem Jugendlichen Noah, der am TouretteSyndrom leidet und die Dinge sehr direkt auf den Punkt bringt, verbindet ihn eine ungewöhnliche Freundschaft. Beide sind von den Figuren des chinesischen Romans «Die Reise in den Westen», insbesondere von Sun Wukong, dem Affenkönig, fasziniert. Noah als Gamer, Härri als Künstler. Als er einen Fehltritt begeht, kommt es zum Eklat.