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Zugerbieter 40 - 03.10.2023

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P.P.A 6002 Luzern, Post CH AG – Nr. 40, Jahrgang 118

Dienstag, 3. Oktober 2023

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Private Gärten

«Nun wächst das Bewusstsein allmählich» Diverse Zuger Gemeinden sensibilisieren Private, rund um ihre Häuser mehr für die Umwelt zu tun. Was unternimmt Baar?

Ortsplanung

Claudia Schneider

«Bis Ende der letzten Legislatur war die Fachstelle Energie und Umwelt mit einem Pensum von 50 Prozent zu bewältigen. Cham und Zug verfügen je über 200 Prozent für diese Aufgaben», sagt Bauvorsteher Zari Dzaferi. Deshalb habe Baar manche Initiative, wie sie Nachbargemeinden unternehmen, bisher nicht umsetzen können. Wobei auch Baar nicht ganz untätig ist. Kürzlich fand beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein geführter Rundgang zum Thema «Wilde Nachbarn» durch Baar statt. Gut 30 Personen interessierten sich dafür, was man in den eigenen Gärten für den Erhalt der vielfältigen Tierwelt tun kann. Im vergangenen Jahr stellte der Werkhof der Bevölkerung Baumaterial für Wildbienenhotels zur Verfügung und führte einen Wettbewerb durch. «Im kommenden Jahr organisieren wir für Private eine Aktion mit einheimischen Wildstauden, die Nahrung für Insekten bieten», stellt Hans Küng, Vorsteher der Abteilung Werkdienst / Sicherheit, in Aussicht.

Auch Massnahmen ohne grossen Aufwand können hilfreich sein Hans Küng kann sich vorstellen, künftig in Zusammenarbeit mit externen Fachpersonen die Bevölkerung noch aktiver zu motivieren, in den eigenen Gärten Massnahmen zu treffen, die der Reduktion von Hitze, der Durchlässigkeit der Böden und der Biodiversität dienen. Zumal das Bewusstsein für solche Themen wächst.

Oft braucht es keine enorm aufwendigen Massnahmen, um der Umwelt Gutes zu tun. Man kann etwa attraktive Blumen pflanzen, die den Insekten auch Nahrung bieten. Die Gemeinderäte Zari Dzaferi (links) und Hans Küng möchten die Bevölkerung vermehrt zu entsprechenden Massnahmen motivieren. Bild: Claudia Schneider Vermehrt sieht man etwa in privaten Gärten für die Biodiversität nützliche Laubhaufen oder aufgehäufte Äste am Boden liegen. «Es ist wichtig, dass die Gemeinde diesbezüglich als Vorbild vorangeht», ist Hans Küng überzeugt. So wird die Bepflanzung im öffentlichen Raum hinsichtlich Ökologie und Ökonomie fortlaufend verbessert. Bauvorsteher Zari Dzaferi ist erfreut, dass die Gemeinde ab Januar 2024 im Umweltbereich um eine Vollzeitstelle verstärkt sein wird. «Der neue Mitarbeiter bringt den idealen Rucksack mit, um unter anderem das Landschaftsentwicklungskonzept (LEK) umzusetzen.» Dieses wurde 2018 erarbeitet

Inhalt

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Forum

2, 4

Baar

3

Nicht verpassen

3

Zum Gedenken

4

Aus dem Rathaus

5

Sport

7

Impressum

7

Kultur

9

Das läuft in der Region

11

Rätsel

12

und sieht 24 Massnahmen vor, um die Qualitäten der Baarer Landschaft zu erhalten und zu fördern. Aktuell werden auch die Regeln für die Bepflanzung der privaten Grundstücke revidiert (siehe blaue Spalte).

Man kann in Privatgärten nicht tun und lassen, was man will Für die Gemeinde wie auch Private stellt sich natürlich auch immer die Frage nach den Kosten für eine Investition zum Wohl der Umwelt. Gerade beim Unterhalt schneiden umweltfreundliche Massnahmen oft gut ab; so muss etwa eine Wildstaude weniger aufwendig geschnitten werden als ein Buchsbusch. Für eine Wildblumenwiese ist zwar der Ini-

tialaufwand kostspieliger, der Unterhalt jedoch weit weniger aufwendig als bei einem klassischen Rasen. Um Unterhaltskosten zu sparen, sieht man allerdings auch in Baar vermehrt Schottergärten. Im Kanton Luzern haben mehrere Gemeinden das Anlegen dieser Steinwüsten bereits untersagt. In Baar ist eine solche Gestaltung oder Veränderung eines bestehenden Gartens bewilligungspflichtig, denn für einzelne Häuser wie auch grössere Überbauungen wird neben dem Baugesuch stets eine Planung für die Umgebungsgestaltung eingegeben. Dafür gibt es Vorschriften. Etwa, dass einheimische, ortsübliche

Pflanzen zu wählen sind. Auch die Anzahl Bäume ist verbindlich auf den Plänen eingezeichnet – sie können also nicht nach Belieben entfernt werden. «Es kommt gelegentlich vor, dass an privaten Gärten Veränderungen ohne Baubewilligung vorgenommen werden», weiss Zari Dzaferi. In einigen Fällen könnten die Veränderungen mit einer nachträglichen Baubewilligung legalisiert, in anderen Fällen müssten sie zurückgebaut werden. «Solche Fälle landen beim Gericht, was Aufwand und Kosten sowohl bei der Gemeinde als auch bei den Privaten auslöst», gibt der Bauvorsteher zu bedenken.

Verbindung

Zusammenspiel

Kombination

Weitere Investitionen in Infrastruktur

Dank klarem Sieg weiterhin Leader

Suche nach Klarheit in der Unschärfe

Das Behindertengleichstellungsgesetz sieht eine behindertengerechte Anpassung aller Bushaltestellen in der Schweiz bis Ende Jahr vor. Die Busse sind bereit dafür, doch es funktioniert nur in Verbindung mit erhöhten Haltekanten. Baar will nun Anpassungen vornehmen und plant weitere Investitionen im Tiefbau. Seite 3

Die erste Herrenmannschaft des FC Baar war in den letzten Jahren kein Glanzlicht. Die Motivation zum Mitmachen war für manche Spieler mehr der Sold als der sportliche Ehrgeiz. Jetzt haben vermehrt junge Spieler aus den eigenen Reihen eine Chance erhalten – und das Zusammenspiel mit den Erfahrenen zeigt Erfolg. Seite 3

Die Kombination von Himmel, Licht und Berg fasziniert Guido Baselgia. Insbesondere seit der Fotograf Baar nach 40 Jahren verliess und in seine Heimat Graubünden zurückkehrte. Aktuell würdigt das Kunstmuseum Zug sein Schaffen mit einer umfangreichen Ausstellung: 200 Arbeiten aus vier Jahrzehnten. Seite 9

Als Grundlage für die Ortsplanungsrevision (OPR) dient neben dem «Baar 5×5» sowie dem «Kommunalen Gesamtverkehrskonzept» auch die 2022 vorgestellte «Strategie zum Umgang mit Hitze». Es geht darum, insbesondere in Siedlungsgebieten den Anstieg der Temperaturen durch diverse Massnahmen zu bremsen, etwa durch eine vermehrte Begrünung und weniger versiegelte Böden. Auch die Förderung der Biodiversität gewinnt an Gewicht. In einem eng getakteten Sitzungsprogramm erarbeitete die Gemeinde gemeinsam mit einem Begleit- und einem Reflexionsgremium aus der Bevölkerung den Entwurf für die Bauordnung und den Nutzungsplan. Die erarbeiteten Bestimmungen legt die Abteilung Planung / Bau noch im November dem Gemeinderat vor. Danach erfolgt eine Vorprüfung durch den Kanton. Allfällige Anmerkungen werden danach verarbeitet, sodass die Nutzungsplanung und die Bauordnung 2024 öffentlich aufgelegt werden können. Aufgrund der Rückmeldungen werden sie abermals überarbeitet und der Stimmbevölkerung voraussichtlich 2025 zur Schlussabstimmung vorgelegt. «Sofern der Souverän zustimmt, werden die Themen Hitze, Starkregen, Biodiversität und Aufenthaltsqualität mehr Gewicht erhalten», erklärt Bauvorsteher Zari Dzaferi. Die Vorgaben im Nutzungsplan sowie der Bauordnung sind letztlich verpflichtend für Bauherrschaften. csc

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