NACHT SPRUNG
Eine Zukunftsstudie
Die Studie „Nachtsprung Zürich 2040“ ist ein gemeinsames Projekt des Umwelt- und Gesundheitsschutzes der Stadt Zürich und Zürich Tourismus.
Zürich NachtSprung
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Die Studie „Nachtsprung Zürich 2040“ ist ein gemeinsames Projekt des Umwelt- und Gesundheitsschutzes der Stadt Zürich und Zürich Tourismus.
Zürich NachtSprung
Nachtsprung Zürich 2040
Januar 2026
Erstellt im Auftrag von
Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ)
René Estermann
Direktor Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich
Eggbühlstrasse 23
CH-8050 Zürich
Tel. +41 44 412 20 20 www.stadt-zuerich.ch
Zürich Tourismus
Thomas Wüthrich
Direktor Zürich Tourismus
Gessnerallee 3
CH-8001 Zürich
Tel. +41 44 215 40 00 www.zuerich.com
Projektleitung
White Octopus GmbH
Dr. Ingo Kucz, Laura Abbate
Große Hamburger Str. 28 10115 Berlin
question@whtctps.com
Projektteam und Autor:innen
René Estermann, UGZ
Dr. Berko Sierau, UGZ
Thomas Wüthrich, Zürich Tourismus
Marc Scheurer, Zürich Tourismus
Barbara Walther, Zürich Tourismus
Laura Abbate, White Octopus
Dr. Ingo Kucz, White Octopus
Prof. Dr. Thomas Sauter-Servaes, ZHAW
Prof. Dr. Stephan Rammler
Illustration & Satz
Laura Abbate
Jadwiga Slezak
Vorworte von Thomas Wüthrich und René Estermann zu Motivation und Zielen der Studie
WICHTIGE
Zusammenfassung relevanter Daten & Fakten zum Nachtsprung
STRATEGISCHE POTENZIALE
Zusammenfassung von Ablauf und Ergebnisformat der Studie
DATEN & FAKTEN DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK ÜBER DIESE STUDIE
Zusammenfassung von Hintergrund, Zielsetzung, Methodik und Akteuren der Studie
Hintergrund zu Projektverlauf und Phasen
SZENARIO: IM NACHTSPRUNG DURCH EUROPA
Überblick zu Gestaltungspotenzialen im Nachtsprung 06 05
Die Geschichte der Journalistin Carla und ihrem KI-Avatar João 07
08
DANK AN DIE EXPERT:INNEN
Diese Studie wäre nicht möglich gewesen ohne die wertvollen Beiträge zahlreicher Expert:innen
LITERATUR
Leseempfehlung für den tieferen Einstieg in die Thematik 09
„Der Nachtsprung bietet enormes Potenzial für die Tourismusdestination Zürich. Er erschliesst neue Zielgruppen und schafft Raum für innovative Reiseerlebnisse. Damit Zürich ein angesagtes Reiseziel bleibt, sind Nachtbus- und Nachtzugverbindungen ein zentraler Bestandteil einer gut vernetzten Destination.“
Thomas Wüthrich
„Das internationale Reisen trägt heute noch einen enorm grossen Anteil zu unserem Klimafussabdruck bei. Als Stadt wollen wir hier z.B. mit KlimUp Innovationen fördern, die diesen massiv reduzieren.
Der Nachtsprung ist ein Baustein dazu. Mit innovativen Anbietern und anderen europäischen Städten wollen wir gezielt zusammenarbeiten und ein Nachtsprung-Netzwerk etablieren.“
René Estermann
EINE ZUKUNFTSSTUDIE
René Estermann
Direktor Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich
Das internationale Reisen trägt heute noch einen enorm grossen Anteil zu unserem Klimafussabdruck bei. Als Stadt haben wir uns ambitionierte Klimaziele gesetzt und suchen aktiv nach Innovationen, die unseren ökologischen Fussabdruck reduzieren.
Der Nachtsprung ist ein wichtiger Baustein dieser Strategie. Diese Studie ist mehr als ein Konzeptpapier – sie ist ein Aufruf zum Handeln. Die Herausforderungen der Klimakrise erfordern mutige Schritte und neue Allianzen. Indem wir mit anderen europäischen Städten, innovativen Anbietern und engagierten Bürgerinnen und Bürgern zusammenarbeiten, können wir ein NachtsprungNetzwerk etablieren, das nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch wirtschaftliche und soziale Vorteile bietet.
Wir stehen an einem Wendepunkt, an dem Visionen zu Realitäten werden können. Diese Studie zeigt, dass der Nachtsprung nicht nur ein Verkehrsmittel ist, sondern ein Schlüssel zu einem nachhaltigeren und verbundenen Europa mit Zürich als zentralem Hub. Gemeinsam können wir den Nachtsprung zum Erfolg führen und damit einen wichtigen Beitrag zu einer klimafreundlichen Zukunft leisten.
Thomas Wüthrich Direktor Zürich Tourismus
Die Zukunft des Reisens liegt nicht nur in der Luft, sondern auch auf der Schiene und Strasse. Als Tourismusdestination strebt Zürich danach, nicht nur ein Ziel zu sein, sondern auch ein Ausgangspunkt für nachhaltiges Reisen in Europa.
Der Nachtsprung bietet enormes Potenzial für unsere Stadt – er erschliesst neue Zielgruppen und schafft Raum für innovative Reiseerlebnisse. Unsere zentrale Lage im Herzen Europas prädestiniert uns als Drehkreuz eines modernen Nachtsprung-Netzwerks.
Mit dieser Studie möchten wir nicht nur Visionen aufzeigen, sondern konkrete Schritte einleiten, um Zürich als Pionier im Bereich des Nachtzug- und Nachtbusverkehrs zu positionieren. Durch die Verknüpfung unserer traditionellen touristischen Stärken mit zukunftsorientierten Mobilitätskonzepten schaffen wir ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Destination. Zürich kann und soll ein Knotenpunkt sein, an dem Reisende aus aller Welt ankommen, um von hier aus Europa nachhaltig zu entdecken.
Hohe Akzeptanz für den Nachtsprung
Die Reise im Nachtzug verlangt heute noch eine gesunde Portion Pragmatismus. Von der Buchung bis zur Ankunft läuft nicht immer alles geschmeidig. Doch der Wandel ist spürbar: Innovative Start-ups präsentieren neue Fahrzeug- und Service-Konzepte, die eine deutlich verbesserte User Experience versprechen.
Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist bereits beeindruckend hoch. Prof. Dr. Sauter-Servaes erklärt:
„Wir wissen von jeder Befragung: Es ist ein Unterschied, ob die Menschen den Nachtzug gut finden, oder ihn auch tatsächlich nutzen. In der Wissenschaft nennen wir das Attitude- Behavior Gap. Trotz dieser Einschränkung zeigen die letzten Erhebungen insbesondere ange- sichts der aktuellen Angebotsquali-
tät eine enorme Zustimmung: 62% der Schweizerinnen und Schweizer würden Nachtzug fahren. Das ist ein riesiges Potenzial.“
Der Nachtzug erlebt eine Renaissance. Die Kombination aus komfortabler Nachtfahrt und geringem CO2-Fussabdruck macht ihn attraktiv. Der Klimavorteil ist dabei ein zentrales Argument. Zwar ist ein pauschaler Vergleich des CO2-Verbrauchs verschiedener Verkehrsmittel komplex – zu viele Parameter wie Stromerzeugung, Distanz und Auslastung spielen eine Rolle.
Als Orientierungswert lässt sich festhalten: Der CO2-Fussabdruck von Nachtbus und Nachtzug ist etwa 10bis 20-mal kleiner als beim Flugzeug.
Der Markt wird wachsen, wir brauchen Alternativen für die Anreise. +40%
beträgt das Wachstum internationaler Ankünfte in Europa bis 2035
„Wir erwarten ein weiterhin starkes Wachstum im Tourismus. Um diesen Anstieg rein quantitativ bewältigen zu können, setzen wir auch auf Nachtzug und Nachtbus.“
Thomas Wüthrich
Ziele in Europa, die innerhalb von 10 Stunden mit dem Nachtsprung erreichbar sind
„Der Nachtsprung ist zusammen mit dem massiven Ausbau der europäischen ÖV-Tagverbindungen eines der wichtigsten Potenziale zum Erreichen der Klimaziele. Wir sehen darin eine entscheidende Chance nicht nur für die Stadt Zürich, sondern für die gesamte Schweiz und ganz Europa.“
Der Nachtsprung verbindet Europa
Von Zürich aus sind mit dem Nachtsprung weite Teile Europas erreichbar. Doch die reine Erreichbarkeit ist nur ein Teil der Geschichte. Prof. Dr. Sauter-Servaes erklärt: „Was wir aktuell erleben, ist möglicherweise eine beginnende Neuordnung der europäischen Reisemuster.“
Die zentrale Lage Zürichs eröffnet neue Möglichkeiten für den Geschäftstourismus. Die Stadt kann morgens Geschäftsreisende aus ganz Europa empfangen, die ausgeruht direkt in ihre Termine starten. Abends steigen sie wieder in den Nachtzug und sind am nächsten Morgen zurück im Heimatbüro.
Immer mehr Schweizer Unternehmen passen ihre Reiserichtlinien diesem Trend an und setzen darauf, dass Mitarbeitende für Dienstreisen verstärkt Zug- bzw. Nachtzugreisen nutzen. Auch Kommunen passen ihre Reiserichtlinien an. So schreibt die
Stadt Zürich bei Dienstreisen bis 8 Stunden den Zug vor. Bei Verfügbarkeit eines Nachtzugs sind dies 16 Stunden. Das ist keine Symbolpolitik – Unternehmen und Kommunen haben erkannt, dass ihre Mitarbeitenden die Reisezeit produktiv nutzen oder zur Erholung verwenden können.
Für die Destinationsentwicklung eröffnen sich neue Möglichkeiten: Reisende, die nach Zürich fliegen, können von dort per Nachtbus oder Nachtzug weiter reisen. Zum Beispiel in die Toskana oder andere Regionen, wie Sardinien, die mit der Fähre erreichbar sind.
Vergleich aktueller Nachtzug Kapazität mit Zukunftskonzepten
ÖBB Nightjet - Neue Generation
254 Passagiere
200 m Zuglänge
• 1 Sitzwagen = 72 Plätze
• 1 Multifunktionswagen = 22 Plätze
• 28 dreier Liegewagen Minicabins = 84 Plätze
• 3 Liegeabteile = 36 Plätze
• 2 Schlafwagen = 40 Plätze
ÖBB Nightjet - Neue Generation Double
508 Passagiere
400 m Zuglänge
• 2 Sitzwagen = 144 Plätze
• 2 Multifunktionswagen = 44 Plätze
• 56 dreier Liegewagen Minicabins = 168 Plätze
• 6 Liegeabteile = 72 Plätze
• 4 Schlafwagen = 80 Plätze
ÖBB Nightjet - Neue Generation Jumbo
712 Passagiere
740 m Zuglänge
LunaRail - Basis Konzept
376 Passagiere
200 m Zuglänge
• 2 HotelPod-Wagen =76 Plätze
• 5 SeatPod-Wagen = 300 Plätze
Innovationskorridor im Nachtzug
LunaRail - Double Konzept
752 Passagiere
400 m Zuglänge
• 4 HotelPod-Wagen = 152 Plätze
• 10 SeatPod-Wagen = 600 Plätze
Heutige Nachtzüge bieten Platz für etwa 250 Personen – doch das Potenzial ist bei weitem nicht ausgeschöpft. Mit dem wachsenden Interesse am Nachtsprung sind innovative Unternehmen entstanden, die neue Waggon- und Betreiberkonzepte entwickeln. Sie zeigen eindrücklich, welche Kapazitäts- und Komfortsprünge möglich sind. Prof. Dr. Sauter-Servaes ordnet diese Entwicklung ein: „Der aktuelle Nightjet der ÖBB fasst 254 Passagiere in einem 200 Meter langen Zug.
maximale Zuglänge von 740m voll ausnutzt, böte sogar Platz für über 1.500 Reisende. Das entspräche einer Kapazität, mit der theoretisch 75% der täglichen Fluggäste zwischen Berlin und Zürich in einem einzigen Zug transportiert werden könnten.
• 2 Schlafwagen = 40 Plätze
• 24 Minicabins-Wagen = 672 Plätze
LunaRail - Jumbo Konzept
1.516 Passagiere
740 m Zuglänge
• 2 HotelPod-Wagen = 76 Plätze
• 24 SeatPod-Wagen = 1.440 Plätze
Mit einem innovativen Konzept, wie es zum Beispiel LunaRail vorgestellt hat, schaffen wir bei gleicher Zuglänge direkt 376 Passagiere.“
Die Möglichkeiten gehen aber noch viel weiter. Bei doppelter Zuglänge könnten bereits 752 Passagiere befördert werden. Ein Jumbo-Konzept, das die infrastrukturseitig definierte
Die technische Innovation für solche Jumbo-Konzepte liegt in der intelligenten Zugteilung: Vor dem Zielbahnhof würde der Zug geteilt, um die begrenzte Bahnsteiglänge optimal zu nutzen. Diese Lösungen sind keine Zukunftsmusik – sie sind technisch realisierbar und warten auf ihre Umsetzung.
Was es braucht, ist eine gemeinsame Anstrengung aller Akteure: neues Wagenmaterial, innovative Services und intelligente Betreiberkonzepte. Die Grundlagen sind vorhanden, jetzt geht es um die Umsetzung.
NACHTZUG IM VERGLEICH
Vergleich auf Basis von Twiliner & ÖBB Nightjet
Nachtbus Konzept - Twiliner
252 Passagiere
12 Nachtbusse mit je 21 Sitz-/Liegeplätzen
Schnell skalierbar und vielseitig einsetzbar
Neben dem Nachtzug hat aber auch der Nachtbus ein immenses Kapazitätspotenzial. Prof. Sauter-Servaes:
„Je nach Konzept hat ein Nachtbus bis zu 21 Plätze, wie etwa das Konzept des Schweizer Startups Twiliner. Für die Kapazität eines JumboNachtzugs bräuchten wir etwa 78 Busse.
Das klingt vielleicht erstmal viel – in Bezug auf das tägliche Verkehrsaufkommen ist das aber fast nichts. Und: Nachtbusse haben zwei wichtige Vorteile gegenüber dem Nachtzug. Sie können Ziele anfahren, deren Nachfrage für eine Nachtzugverbindung nicht ausreicht. Ausserdem gibt es eine grosse und sehr effiziente Bus-Industrie. Heisst: Wir könnten wegen der bestehenden Produktionskapazitäten sehr schnell sehr viele Nachtbusse bauen.”
Der Nachtbus ist ein noch junges Konzept in Europa, das enormes Potenzial birgt. Während in anderen
Teilen der Welt Nachtbusse längst etabliert sind, entdeckt Europa gerade erst diese Reiseform. Mit Anschaffungskosten von rund 750.000 CHF pro Fahrzeug ist der Nachtbus deutlich günstiger als Schienenfahrzeuge.
Seine Flexibilität macht ihn besonders attraktiv: Sofortiger Einsatz ohne Trassenzeiten, problemlose Anpassung an saisonale Schwankungen, Erschliessung kleinerer Destinationen.
Nachtzug und Nachtbus ergänzen sich ideal: Der Zug verbindet effizient die grossen Zentren auf den Hauptstrecken, der Bus erschliesst die Fläche und sorgt für die feinere Verteilung. Gemeinsam können sie ein dichtes Nachtreise-Netzwerk bilden, das Europa neu verbindet –nachhaltig, komfortabel und für alle erreichbar.
ÖBB Nightjet - Neue Generation
254 Passagiere
200 m Zuglänge
• 1 Sitzwagen = 72 Plätze
• 1 Multifunktionswagen = 22 Plätze
• 28 dreier Liegewagen Minicabins = 84 Plätze
• 3 Liegeabteile = 36 Plätze
• 2 Schlafwagen = 40 Plätze
Die Studie „Nachtsprung Zürich 2040“ untersucht das Potenzial des Nachtsprungs – des Reisens mit Nachtzügen und Nachtbussen –für Reisedistanzen bis zu 1.500 km, wobei nicht nur die Transportmittel selbst, sondern auch ein umfassendes Service-Ökosystem im Fokus stehen, wie z.B. Gepäcklogistik, Anschluss-Services oder digitale Integration.
Als gemeinsames Projekt des Umwelt- und Gesundheitsschutzes der Stadt Zürich und Zürich Tourismus verfolgt die Studie das Ziel, Zürich als zentralen Hub in einem europaweiten Nachtsprung-Netzwerk zu etablieren und damit gleichzeitig klimapolitische Ziele zu erreichen und die touristische Attraktivität der Stadt zu steigern.
Die gewählte Szenario-Methodik ermöglicht einen emotionalen Zugang zu einer gelingenden Zukunft im Jahr 2040, in der der Nachtsprung selbstverständlicher Teil des europäischen Mobilitätssystems geworden ist –erzählt durch die fiktive Geschichte der brasilianischen Journalistin Carla Rodriguez, die Europa im Nachtsprung bereist.
Durch den narrativen Ansatz wird das komplexe Zusammenspiel von gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen greifbar, was abstrakte Zukunftsvorstellungen in konkret erfahrbare Alltagssituationen übersetzt und die Vorteile des Nachtsprungs anschaulich vermittelt.
„Als gemeinsames Projekt des Umweltund Gesundheitsschutzes der Stadt Zürich und Zürich Tourismus verfolgt die Studie das Ziel, Zürich als zentralen Hub in einem europaweiten Nachtsprung-Netzwerk zu etablieren.“
„Für Zürich als Tourismus-Destination bietet der Nachtsprung enormes Potenzial für die Stadt. Er kann neue Zielgruppen erschliessen und Raum für innovative Reiseerlebnisse schaffen.
Die zentrale Lage im Herzen Europas prädestiniert Zürich als Drehkreuz eines modernen Nachtsprung-Netzwerks.“
Die Studie basiert auf einem mehrstufigen Prozess, in den 48 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Tourismus, Mobilität, Nachhaltigkeit, Politik und Placemaking eingebunden waren, deren Wissen und Visionen in Umfragen und Workshops die Basis für realisierbare und wünschenswerte Zukunftspfade bildeten.
Für Zürich als Tourismus-Destination bietet der Nachtsprung enormes Potenzial für die Stadt. Er kann neue Zielgruppen erschliessen und Raum für innovative Reiseerlebnisse schaffen. Die zentrale Lage im Herzen Europas prädestiniert Zürich als Drehkreuz eines modernen Nachtsprung-Netzwerks. Der Nachtsprung kann zur Erreichung der städtischen Klimaziele beitragen. Durch gezielte Initiativen und neue Allianzen mit
anderen europäischen Städten kann Zürich hier eine aktive und treibende Rolle einnehmen.
Die Studie formuliert zehn strategische Potenziale. Diese zeigen auf, wie die Vision eines erfolgreichen Nachtsprungs Realität werden kann.
Als Grundlage für weitere Diskussionen und Aktivitäten richtet sich die Publikation an Entscheidungsträger:innen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie an die interessierte Öffentlichkeit und bietet neben Denkanstössen konkrete Handlungsempfehlungen zur Förderung und Etablierung des Nachtsprungs als nachhaltiges Reisekonzept.
Phase 1: Fundament legen
Von der Idee zur Analyse In kreativen Workshops sammelte das Projektteam zahlreiche Einflussfaktoren, die den Nachtsprung bis 2040 prägen könnten. Das Ergebnis: Eine umfassende Landkarte möglicher Entwicklungen und Einflussfaktoren für nachhaltige Nachtreisen in Europa.
Phase 2: Fokussierung auf Schlüsselfaktoren
Vom Grossen ins Wesentliche Aus der Vielzahl der Einflussfaktoren filterte das Projektteam gemeinsam mit Expert:innen die entscheidenden Schlüsselfaktoren heraus. Diese wurden strukturiert und kategorisiert, um die wichtigsten Handlungsfelder zu identifizieren.
Phase 3: Entwicklung strategischer Optionen Zukunftsräume öffnen Für jeden Schlüsselfaktor entwickelte das Projektteam mehrere alternative Zukunftsprojektionen. Diese hat das Projektteam in einem Optionenraum zusammengeführt, der die Vielfalt möglicher Entwicklungsrichtungen aufzeigte.
Phase 4: Expert:innen-Dialog Wissen und Visionen vereinen
In einer breit angelegten OnlineBefragung bewerteten Expert:innen aus Tourismus, Mobilität, Nachhaltigkeit und Politik die entwickelten Zukunftsprojektionen. Die Ergebnisse flossen in einen Design Sprint ein, bei dem erste Szenarien und Zukunftsbilder für den Nachtsprung 2040 entstanden.
Phase 5: Massnahmen ableiten
Von der Vision zur Umsetzung
In einem Design Sprint entwickelte das Projektteam mit den Expert:innen strategische Potenziale und konkrete Massnahmen, um ein wünschenswertes Szenario Realität werden zu lassen. Als Ergebnis entstanden zehn konkrete strategische Potenziale für Zürich.
Phase 6: Narrative entwickeln Zukunft erlebbar machen Aus allen gesammelten Erkenntnissen entwickelte das Projektteam ein Narrativ, das die Vision des Nachtsprungs Zürich 2040 anschaulich vermittelt. Die Geschichte der brasilianischen Journalistin Carla Rodriguez, die Europa im Nachtsprung bereist, macht die strategischen Potenziale greifbar und emotional erfahrbar.
Phase 7: Veröffentlichung
Dialog und Impulse setzen
Mit der Veröffentlichung der Studie im Juli 2025 setzt das Projektteam einen Impuls für die europäische Diskussion zum Nachtsprung. Die Studie bildet den Startpunkt für die Diskussion der identifizierten Potenziale und lädt alle relevanten Akteure zur aktiven Beteiligung ein.
„Die Geschichte der brasilianischen Journalistin Carla Rodriguez, die Europa im Nachtsprung bereist, macht die strategischen Potenziale greifbar und emotional erfahrbar.“
„Ein Ergebnis der Studie sind strategische Potenziale. Diese sind in einer umfassenden Analyse entstanden und zeigen, wie Zürich bis 2040 zu einem zentralen Hub in einem europaweiten Nachtsprung-Netzwerk werden kann.“
EUROPÄISCHES STÄDTEBÜNDNIS: Zürich verbindet sich mit führenden europäischen Metropolen zu einem kreativen und finanziellen Impulsgeber für hochwertige Nachtverkehre.
EUROPÄISCHES PILOTPROJEKT FÜR NACHTBUS-VERBINDUNGEN: Zürich etabliert ein skalierbares Ergänzungsangebot zum Nachtzug durch Testprojekte auf ausgewählten europäischen Strecken.
NACHTSPRUNG-START-UP-CLUSTER: Zürich entwickelt sich zum dynamischen Ökosystem für innovative Gründer:innen im Bereich des komfortablen und nachhaltigen Nachtreisens.
INVESTITIONSFONDS FÜR NACHTSPRUNG-INNOVATIONEN: Zürich entwickelt sich durch gezielte Investitionen in neue Fahrzeugkonzepte, Services und Infrastrukturlösungen zu einem Zentrum von Nachtsprung-Innovationen.
DESTINATIONSENTWICKLUNG IM NACHTSPRUNG: Zürich etabliert sich als zentraler Hub eines europäischen Nachtsprung-Netzwerks durch systematische Analyse und Entwicklung attraktiver Verbindungen.
NACHTSPRUNG-LIFESTYLE-KAMPAGNE: Zürich etabliert den Nachtsprung als attraktives und nachhaltiges Lifestyle-Erlebnis durch zeitgemässe Positionierung und gezielte Kommunikation.
NACHTSPRUNG IN GLOBALEN REISEKETTEN: Zürich positioniert sich als Gateway für internationale Gäste aus anderen Kontinenten, die von hier aus Europa per Nachtsprung erkunden.
INTEGRATION VON NACHTSPRUNG-ANGEBOTEN IN DIGITALE BUCHUNGSPLATTFORMEN: Zürich profitiert von integrierten digitalen Plattformen, die Nachtsprung-Angebote mit echten Reisezeiten, Komfortlevels und CO2-Bilanzen vergleichbar machen.
ANSCHLUSS-SERVICES FÜR DEN NACHTSPRUNG: Zürich schafft ein lückenloses Reiseerlebnis durch integrierte Anschluss-Services wie Duschen, Gepäcklogistik und Frühstücksangebote.
ZÜRCHER NACHTBUS-FLOTTE: Zürich ermöglicht neue Verbindungen mit geringem Investitionsrisiko durch die Bereitstellung moderner, komfortabler Nachtbusse.
„Die Potenziale bieten Denkanstösse für die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema Nachtsprung.“
SZENARIO UND DETAILLIERTE STRATEGISCHE POTENZIALE
Zum Verständnis des Szenarios
Das folgende Kapitel präsentiert unsere Vision für den Nachtsprung im Jahr 2040 in Form eines narrativen Szenarios. Diese Erzählform eines wissenschaftsbasierten Storytellings haben wir gewählt, um die komplexen Zusammenhänge einer erfolgreichen Nachtsprung-Zukunft greifbar zu machen.
Das Narrativ erfüllt dabei mehrere Funktionen: Es lässt uns in eine mögliche Lebenswelt der Zukunft eintauchen und macht abstrakte Entwicklungen konkret erfahrbar. Durch die Geschichte der brasilianischen Journalistin Carla Rodriguez und ihres digitalen Assistenten João übersetzen wir wissenschaftliche und technische Zusammenhänge in nachvollziehbare Alltagserfahrungen. So entsteht ein emotionaler Zugang zu einer gelingenden Zukunft, in der der Nachtsprung selbstverständlicher Teil des europäischen Mobilitätssystems geworden ist.
Die szenische Darstellung ermöglicht es uns, das komplexe Zusammenspiel von gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen aufzuzeigen.
Wir sehen, wie sich verschiedene Faktoren gegenseitig bedingen und verstärken – von der europäischen Städteallianz über innovative Startups bis hin zu neuen Buchungsplattformen.
Zwischen die Reiseberichte eingestreut finden Sie strategische Potenziale, die den Weg zu dieser Vision ebnen sollen. Sie zeigen auf, welche Schritte wir heute gehen müssen, um die beschriebene Zukunft Wirklichkeit werden zu lassen.1
Europa hat im Jahr 2040 zu einer neuen und starken Einheit gefunden. Im Jahr 2040 leben fast 520 Millionen Menschen in einer nachhaltig und technologisch aufblühenden Region. Die Europäer:innen haben verstanden, welche zentrale historische Rolle sie in der Epoche der Erderwärmung und Klima-Resilienz spielen können. Europa ist dabei so erfolgreich, dass es das Interesse von Journalist:innen und Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt auf sich zieht. Wie hat sich Europa mit der Erderwärmung eingerichtet und angepasst? Welche Innovationen wurden im Bereich der Mobilitätswirtschaft, der Logistik und des Tourismus umgesetzt?
Antworten auf diese Fragen hat für uns die brasilianische Journalistin Carla Rodriguez aufgeschrieben, die für die Tageszeitung O Globo arbeitet. Sie ist spezialisiert auf die Auslandsberichterstattung, insbesondere mit dem Fokus auf innovative Verkehrssysteme.
Im Sommer 2040 arbeitet sie an einer grossen Recherche zur europäischen Aufbruchsstimmung. Es geht ihr um die Bedeutung der grundlegenden Modernisierung des europäischen Verkehrssystems. Ein Netzwerk von
Nachtzügen und Nachtbussen verbindet die Menschen und Regionen Europas heute kostengünstig, nachhaltig und kundenfreundlich.
Carla Rodriguez wird auf ihrer Reise begleitet von ihrem digitalen Helfer, einem KI-Avatar namens João. Er ist ihr persönlicher, digitaler Assistent für alle Wege und Zwecke, besonders hilfreich bei der Recherche und Reiseorganisation im Nachtsprung.
Carla, 14.7. 2040, Zürich... Das wird also das Thema der nächsten Wochen für João und mich sein: Das klimaangepasste Europa. Ich werde Interviews mit Verkehrs- und Städteplaner:innen, Politiker:innen und Wissenschaftler:innen, in ganz Europa führen, werde einen Schwerpunkt auf das neue Verkehrssystem legen und ansonsten diesen schönen Kontinent geniessen.
Bevor wir unsere Reise durch das neue Europa hier in Zürich starten, soll João zu Wort kommen. Ich habe ihm die Aufgabe gestellt, alle Informationen über die Bewegung zusammenzutragen, die heute unter dem Namen „Europäisches NachtsprungSystem“ bekannt ist.
Recherche João, 14. Juli 2040
Der Nachtsprung ist ein digital hochintegriertes System von aufeinander abgestimmten Nachtzug- und Schlafbusverbindungen, das ganz Europa verbindet – vom Nordkap bis Gibraltar, von Kyjiw bis Galway, von Stockholm bis Barcelona. Dabei sind nicht nur Nachtverbindungen untereinander, sondern auch auf Tagesanschlussverkehre abgestimmt.
Für Distanzen bis zu 1.500 km sind Nachtzüge und Nachtbusse eine ökologische und komfortable Alternative zum innereuropäischen Flugverkehr. Aufgrund der hohen Attraktivität werden aber auch weitaus längere Distanzen mit dem Nachtsprung bereist.
Die Nachtsprung-Maschinerie wird konsequent mit regenerativer Energie betrieben.
Der Nachtsprung und der Geist des europäischen Aufbruchs
Der Nachtsprung ist nicht allein ein neues Verkehrsangebot, sondern Ausdruck einer neuen, terranen Reisekultur. Hier konvergieren digitale Modernität, Nachhaltigkeit und kundenorientierte Convenience mit der wachsenden Lust am achtsamen Reiseerleben.
Mobilität spiegelt stets die Gesellschaft. Der Nachtsprung trägt den Geist des europäischen Aufbruchs in eine klimaresiliente Moderne in sich, vorangetrieben von einer Allianz europäischer Metropolen – dem „Nachtsprung-Bündnis der Bürgermeister:innen“.
Die Europäer lieben ihren „Nachtsprung“. Zuletzt nutzten sogar zahlreiche Staffeln erfolgreicher europäischer Netflix-Produktionen den Nachtzug als Handlungselement. Er macht das Reisen einfach und günstig, konkurriert mit dem Luftverkehr und dem Auto, macht den Tourismus grün und spielte eine wichtige Rolle bei der Neubegründung einer gemeinsamen europäischen Identität.
NEUPOSITIONIERUNG DES NACHTREISENS ALS ATTRAKTIVES, TOURISTISCHES ERLEBNIS
Die Fahrzeuge und Infrastrukturen des Nachtsprungs sind durch ein markantes, einheitliches Design geprägt. Sie sind freundlich gestaltet, und die visuelle Identität erstreckt sich auf alle Berührungspunkte: Website, Tickets, Uniformen oder die Gebäude der Nachtsprung-Hubs. Alle Elemente folgen diesem durchgängigen Designkonzept.
Im übertragenen Sinn zeichnen sich die Fahrzeuge durch ein vielseitiges Design aus, wenn es zu Themenwaggons oder ganzen Themenzügen kommt. So gibt es unter anderem einen Westernexpress-Themenzug, einen «Mare Nostrum»-Express und viele weitere thematische Angebote:
STRATEGISCHES POTENZIAL: NACHTSPRUNG-LIFESTYLEKAMPAGNE
Die Etablierung des Nachtsprungs als neuer Reise-Trend bietet ein wichtiges strategisches Potenzial. Eine Lifestyle-Kampagne zeigt, wie zeitgemäss, entspannt und nachhaltig Nachtreisen ist.
Durch Zusammenarbeit mit Tourismuspartnern, Reise-Influencer:innen und Stadtmarketing positioniert sich der Nachtsprung als attraktives Reiseerlebnis.








Ein Zuggespann kann durch Themenwaggons ergänzt werden, die in der Gestaltung fast völlig frei sind, solange sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Auch NachtbusAnbieter nutzen dieses Prinzip und gestalten Fahrzeuge nach Themen.
Eine wirksame und abgestimmte Kommunikation schafft einen hohen Wiedererkennungswert. Events, Social Media und Erlebnisberichte tragen dazu bei, das nachhaltige Reisen in der Nacht zum Statement zu machen.




SCHAFFUNG EINES NAHTLOSEN, DIGITALEN ÖKOSYSTEMS FÜR BUCHUNG UND SERVICES
Zeit
Komfort
Preis Ziel
CO2
Buchung erfolgreich!
Wie wollen Sie reisen?
Welche Services möchten Sie buchen?
An der Rückkehr zum bodengebundenen Verkehr hatte das digitalisierte Infrastruktur- und Betriebskonzept erheblichen Anteil. Die wichtigste Innovation: die digitale Integration der verschiedenen nationalen Systeme in einem europäischen Ökosystem. Der historische Flickenteppich nationaler Bahnnetze wurde durch einen virtuellen Überbau vereint und mit dem System Strasse verknüpft.
Die Anschlüsse sind digital perfekt aufeinander abgestimmt. Bus und Bahn, Strasse und Schiene verschmelzen zu einem hybriden Gebilde aus Infrastrukturen, Informationsflüssen und Wegeketten. Nachtzüge und Nachtbusse sind qualitativ überzeugend. Die Hardware ist schlicht, aber bequem, zeitlos und akustisch geräuscharm, die Software intuitiv nutzbar. Die Kosten sind niedrig, die Preise konkurrenzfähig.
Der Erfolg des Nachtsprungs ist auch auf günstige Rahmenbedingungen
zurückzuführen. So ist der Nachtsprung als nachhaltige Mobilität von CO2-Steuern ausgenommen. Neben der innovativen Kraft der Nachtsprung-Anbieter in puncto Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit senkt die Befreiung vom Emissionshandel die Kosten.
Ein Fokus der Nachtsprung-Anbieter sind Service Levels – also Hygienestandards, Privatsphäre, Sicherheit, Schlafqualität. Diese sind hochwertig und werden bei der Buchung klar kommuniziert. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Reisenden nicht wussten, welche Art von Schlafwagenabteil sie vorfinden werden.
Neben den konkurrenzfähigen Preisen entspricht die Leistung somit den Erwartungen der Reisenden. Neue Akteure haben mit Knowhow aus anderen Branchen, wie der Hospitality- oder Automotive-Branche das Reiseerlebnis in der Nacht neu erfunden.
Zentral waren hier ein starker Nutzerfokus, innovative Fahrzeugkonzepte und Serviceangebote. Das Hauptaugenmerk der Produktgestaltung lag beim Mobilitätsmanagement und dem Reiseerlebnis, also bei Usability und Design.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Nachtsprungs war die Integration aller NachtsprungVerbindungen in die wichtigen digitalen Auskunfts- und Buchungsplattformen.
Damit wurde der Nachtsprung sichtbarer und konnte sich auch dadurch zu einem weithin akzeptierten Reisestandard entwickeln. Sämtliche gängigen Plattformen vergleichen nicht nur Preise, sondern zeigen Reisezeiten von Tür zu Tür, Komfortlevels und CO2-Emissionen konkurrierender Reiseoptionen auf einen Blick. Ein besonderes Feature ist die „Sleep Quality Experience“-Bewertung, die Reisenden einen Eindruck vom Schlafkomfort gibt. Wichtig war auch: Die Plattformen integrierten nicht nur die Nachtsprung-Buchung, sondern auch alle AnschlussServices wie Frühstücksangebote, Gepäckservices und Optionen für die letzte Meile.
Besonders die europaweite Standardisierung der digitalen Reisebuchung ermöglichte eine hohe
Akzeptanz der Nutzenden – auch bei kurzfristigen Spontanreisen. Denn es gab immer qualitativ hochwertige Kapazitäten für Kurzentschlossene, die über Nacht in eine andere Stadt wollten.
STRATEGISCHES POTENZIAL: INTEGRATION VON NACHTSPRUNG-ANGEBOTEN IN DIGITALE BUCHUNGSPLATTFORMEN
Die Vereinfachung der Buchung von Nachtsprüngen erschliesst ein wichtiges strategisches Potenzial. Nachtsprung-Angebote nach und von Zürich-Reisen werden im Rahmen von Pilotprojekten in Buchungsplattformen integriert, die den Komfort und die echten Reisezeiten von Tür zu Tür vergleichen. Damit wird der Nachtsprung in der Buchungsexperience gleichwertig zu anderen Reiseoptionen.
Nutzer:innen sehen auf einen Blick Zeit, Komfort, Preis und Klimaauswirkungen jeder Option. Die Verknüpfung von Tickets für Nachtsprünge mit Anschluss-Services wie Frühstück oder Stadtverkehr fördert ein digitales Ökosystem, das den Nachtsprung für alle zugänglich, attraktiv und einfach buchbar macht.
ANGEBOTE FÜR INTERNATIONALEN ÜBERSEE-TOURISMUS
Zürich
Nachtsprung


















Europa wird nach wie vor mit dem Flugzeug von Tourist:innen aus der ganzen Welt bereist. Sind sie in Europa angekommen, wollen viele Touristen mit dem Nachtzug oder dem Nachtbus weiterreisen – nicht nur weil es günstig ist und man nach einer Nacht mitten in der Innenstadt ankommt, sondern auch weil es einen attraktiven Erlebniswert hat, der vom Tourismusmarketing in den Fokus gerückt wird. Zürich Tourismus war der Vorreiter, die Inbound-Fernreisen nach Europa mit dem Nachtsprung zu verbinden und als Kombi-Paket zu vermarkten. Nach den ersten Erfolgen Zürichs übernahmen Berlin, Paris, Wien und andere die Idee der touristischen Kombination von Flugreise und Nachtsprung. Heute kommen viele Reisende extra, um den europäischen Nachtsprung kennenzulernen, der weltweit als einzigartiges Beispiel eines vernetzten Verkehrssystems gilt.
Die globale Jugend im Blick –Tour d‘Europe im Nachtsprung
Für junge Reisende aus Übersee war die grosse Europatour schon immer eine wichtige biographische Erfahrung. Erst waren es junge Adlige aus England, später Highschool-Absolvent:innen aus den USA und dann
junge Asiaten. Das neue Nachtsprung-Marketing setzt an dieser Tradition an. Besonders innovativ waren die Zürcher Touristiker, die die zentrale Lage der Schweiz zu einem grossen Tour d‘Europe-Revival ausbauten: Mit dem Flugzeug nach Zürich und zurück und dazwischen einige Wochen mit dem Nachtsprung durch Europa. Von AllInclusive-Touren bis zu individualisierbaren Varianten ist alles möglich. Auch für das klassische junge Interrail-Klientel wurden entsprechende Angebote ins Nachtsprung-System integriert.
STRATEGISCHES POTENZIAL: NACHTSPRUNG IN GLOBALEN REISEKETTEN
Die Verknüpfung des Nachtsprungs mit dem internationalen Tourismus eröffnet ein wesentliches strategisches Potenzial.
Für Gäste aus Asien, Amerika oder dem Nahen Osten entstehen attraktive „Fly Once, Explore Widely“-Pakete: einmal mit dem nachhaltigsten Angebot nach Zürich fliegen und dann Europa im Nachtsprung entdecken. Diese Kombination spart Zeit, reduziert CO2-Emissionen und bietet ein einzigartiges Reiseerlebnis.
In Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern werden diese Packages entwickelt und international vermarktet. Dadurch positioniert sich Zürich als ideales Eingangstor für nachhaltige Europa-Entdeckungen mit Destinationen, die durch den Nachtsprung erreichbar werden.
FÖRDERUNG INNOVATIVER FAHRZEUGKONZEPTE, SERVICES UND INFRASTRUKTURLÖSUNGEN FÜR KOMFORTABLES NACHTREISEN
Fahrzeuge
START-UPS
PRIVATE MITTEL
ÖFFENTLICHE MITTEL
Services
Infrastruk t u r
Carla, 16. Juli 2040, 0.30 Uhr.
Ich bin im »Nachtsprung« von Kopenhagen nach Zürich unterwegs und kann nach einem aufregenden Tag noch nicht schlafen.
Zürich ist mein nächstes Ziel, nachdem ich in Kopenhagen Gespräche über die grosse europäische Klimabewegung geführt habe. In Zürich werden die wichtigsten Termine für die Nachtsprung-Recherche sein, denn die Schweizer haben das Ganze massgeblich vorangetrieben. Danach wird es von Zürich aus nach Wien und Warschau weitergehen…. dabei werden wir auch über die Nachtbusse recherchieren.
Wir rollen aus dem NachtsprungTerminal am Kopenhagener Hauptbahnhof. Mit dem digitalen Ticket erfolgt der Einlass automatisch, das Gepäck gibt man in die Arme eines autonomen Logistikroboters, der es im Postwaggon einlagert. Währenddessen leitet mich João zum richtigen Abteil, dessen Ausstattung er meinen Vorlieben entsprechend gebucht hat. Ich habe ein separiertes Schlafabteil, das mir ein angenehmes Gefühl von Sicherheit und Privatsphäre gibt.
STRATEGISCHES POTENZIAL: INVESTITIONSFONDS FÜR NACHTSPRUNG-INNOVATIONEN
Die Einrichtung eines speziellen Investitionsfonds für den Nachtsprung bietet ein vielversprechendes strategisches Potenzial.
Gezielte Investitionen fördern neue Fahrzeugkonzepte, Serviceangebote und Infrastrukturlösungen, die den Nachtsprung komfortabel und wirtschaftlich machen. Ein solcher Fonds ermöglicht Start-ups, schnell Prototypen zu entwickeln und im Realbetrieb zu testen.
Dadurch werden Markteintrittshürden gesenkt und Innovationen beschleunigt. Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung innovativer Lösungen für einen hohen Reisekomfort zu wettbewerbsfähigen Preisen.
Eine Bündelung öffentlicher und privater Mittel macht Zürich zum Zentrum von Nachtsprung-Innovationen.
Recherche João, 16. Juli 2040 Norwegens als Ölfonds bezeichneter staatlicher Pensionsfonds gilt als einer der grössten Staatsfonds der Welt. Er fungiert als Finanzreserve für künftige Generationen, wenn nicht mehr nach Öl gebohrt werden kann.
Im Zuge der veränderten geopolitischen Lage entschieden die Norweger, einen Teil dieser Renditen innerhalb Europas zu investieren, zur Stärkung des europäischen Projektes und im Sinne der europäischen Klimabewegung.
Eine systematische Sichtung europäischer Anlageoptionen führte die Fondsmanager zur europäischen Städteallianz und zu den schweizer Initiator:innen der Nachtsprung-Idee in Zürich.
Die von Zürich aus gesteuerte Nachtsprung-Allianz ermöglichte
mit dieser Unterstützung zunächst das industriepolitisch für die Schweiz wichtige Zürich-Waggon-Lits-Projekt, der Neugründung einer europäischen Schlafwagengesellschaft.
Zudem investierte der Staatsfonds gemeinsam mit Schweizer Pensionskassen in die Entwicklung des neuen Nachtbus-Prototypen eines Zürcher Start-ups, das sich zum Ziel gesetzt hatte, das terrestrische Fernreisen mit Premium-Nachtbusreisen neu zu erfinden.
AUFBAU EINER STRATEGISCHEN ALLIANZ EUROPÄISCHER STÄDTE ZUR FÖRDERUNG DES NACHTSPRUNGS
Recherche João, 16. Juli 2040 Mit seinem Buch „If Mayors Ruled the World“ brachte der Politikwissenschaftler Benjamin Barber die Idee auf, ein Weltparlament der Bürgermeister:innen zu gründen. Sein Argument: Städte reagieren schneller und bürgernäher auf die grossen Krisen der Gegenwart.
Seine Idee wurde in der globalen Variante nicht umgesetzt, inspirierte aber die Bürgermeister:innen in Europa ab 2025. Zunächst griffen Zürich, Kopenhagen, Paris, London, Berlin und Wien die Idee auf und fokussierten auf Klimaanpassung und urbane Mobilität. Später kamen fast alle anderen europäischen Metropolen dazu. Das Städtenetzwerk war eine zivilgesellschaftliche „Bottom-Up“Innovation, deren Initiativen eine grosse Wirkkraft für den Nachtsprung entwickeln konnte.
Es war das von der Stadt Zürich initiierte Städtenetzwerk, das ab 2026 die Idee eines europaweiten Nachtsprung-Netzwerkes mit der Schweiz als zentralem Drehkreuz vorangebracht hat. Der Ansatz war, das
Nachtsprung-Netz Schritt für Schritt auszubauen, beginnend mit reiseintensiven Hauptstrecken. Kopenhagen, Berlin, Paris und Wien waren die ersten, die sich mit Zürich zusammenschlossen. Als Hauptstädte hatten sie eine Schaufensterfunktion und wirkten als Impulsgeber in die nationalen Regierungen hinein. So gelang es, die Unterstützung der nationalen Regierungen und später der europäischen Kommission zu gewinnen.
STRATEGISCHES POTENZIAL: EUROPÄISCHES STÄDTEBÜNDNIS
Die Schaffung eines starken Bündnisses mit führenden europäischen Städten für den Nachtsprung eröffnet ein wesentliches strategisches Potenzial. Als kreative und finanzielle Impulsgeber erreichen die Städte gemeinsam ein neues Qualitätsniveau für europäische Nachtverkehre.
Ein solches Netzwerk startet Pilotprojekte und etabliert Städteverbindungen. Dadurch werden der Tourismus, die Wirtschaft und die Verkehrssysteme gestärkt. Zürich initiiert eine umsetzungsstarke Allianz mit anderen Städten und etabliert sich dabei als zentraler NachtsprungHub.
ENTWICKLUNG EINES INTEGRIERTEN ÖKOSYSTEMS FÜR ANSCHLUSS-SERVICES FÜR DEN NACHTSPRUNG
Café Nachtsprung
Gepäckservice
Carla, 17. Juli 2040, 7.30 Uhr, Anreise Zürich... Hatte bereits ein kleines Frühstück, frisches Gebäck, frischen Kaffee und frisches Obst. Alles direkt in der Nähe des Bahnhofs, bei einem Partnerhotel des Nachtzuganbieters. Die Nacht war sehr gut, keine Störungen durch Geräusche oder Lichter.
Nach dem Aussteigen hat mir João den Weg zum Service-Zentrum am Hauptbahnhof Zürich gezeigt. Hier sind Informationen gebündelt, welche Servicedienstleister in Zürich für Nachtsprung-Reisende interessant sind: Hotels oder Gastronomen mit Frühstücksangeboten, Gepäckaufbewahrung, Fitnessstudios mit Duschen und Co-Working Spaces mit Meetingräumen.
Nachdem ich mein Gepäck abgeholt und João mir einen autonomen Elektro-Logistikroboter gemietet hat, spielt er mir die Route zu meinen Gesprächspartner:innen in der City auf die Brille. Die Zürcher legen grossen Wert auf Ordnung beim Management der Service-Roboter, Leihräder und Leihroller.
Es geht zu Zürich Tourismus. Ich werde dort einen der früheren Manager treffen, der vor fünfzehn Jahren massgeblich daran beteiligt war, das Zürcher Nachtsprung-Startup-Cluster aufzubauen, sowie den damaligen Direktor des Umwelt- und Gesundheitsschutzes der Stadt.
Neben den offensichtlichen Vorzügen des Nachtsprungs für die Reisenden werden wir auch über Anschluss-Services sprechen, die erst auf den zweiten Blick den Erfolg des Nachtsprungs gefördert haben –nämlich Logistikdienstleistungen für Reisende, aber auch für OvernightLogistik für Post- und Paketdienstleister.
Ein grosser Pluspunkt des neuen Nachtsprungs ist die Gepäcklogistik. Der Nachtsprung bietet einen sicheren Gepäcktransport von standard-
mässig gechippten Gepäckstücken. Die günstigen Preise werden durch effektive KI-Logistiktools ermöglicht.
Wer mit seinem Gepäck anreist, gibt dieses vor dem Start am Bahnsteig an einen Elektro-Logistikroboter, der es in einen gesonderten Gepäckwagen verlädt. Beim Nachtsprung im Bus wird das Gepäck meist in einem Gepäckanhänger mittransportiert. In beiden Fällen wird das Schlafabteil vom Gepäckstau entlastet, und die Reisenden müssen sich beim Gepäck nicht einschränken.
Neben der Gepäckbeförderung hat sich ein florierendes Geschäft mit Warentransporten entwickelt. Die Logistiksysteme des Nachtsprungs befördern Waren aller Art über Nacht – von Postsendungen über Ersatzteile bis zu frischen Lebensmitteln.
Dieser integrative Ansatz nutzt die vorhandene Infrastruktur optimal aus und generiert zusätzliche Einnahmen, die zur Senkung der Passagierpreise beitragen. Damit konnte das sehr erfolgreiche "belly load"-Konzept der Passagierluftfahrt geschickt für den Nachtsprung adaptiert werden, wie es bereits französische Studien Anfang der 2020er vorgeschlagen hatten.
STRATEGISCHES POTENZIAL: ANSCHLUSS-SERVICES FÜR DEN NACHTSPRUNG
Ein perfekter Nachtsprung benötigt mehr als nur die Fahrt. Als strategisches Potenzial erweist sich die Entwicklung eines kompletten Service-Ökosystems: Duschen und Umkleiden am Morgen, flexible Gepäckaufbewahrung und -logistik, erstklassige Frühstücksangebote und nahtlose Weitertransporte. Diese Services sind direkt mit dem Ticket buchbar.
Neben Nachtsprung-Service-Centern bieten auch Hotels in der Nähe von Bahnhöfen und Busankunftspunkten diese Services an und werden so zu wichtigen Partnern.
Diese Massnahmen machen den Nachtsprung besonders für Geschäftsreisende attraktiv und steigern das Reiseerlebnis für alle Gäste. Als ergänzender Service transportiert der Nachtsprung auch Waren und steigert damit seine Wirtschaftlichkeit.
POSITIONIERUNG DES NACHTBUSSES ALS KOMFORTABLE, FLEXIBLE UND SCHNELL SKALIERBARE LÖSUNG
2024 bis 2025 prüften die Partner von Stadt und Stadtmarketing in einer Nachtsprung-Studie die Umsetzbarkeit des Nachtsprung-Ansatzes - mit der Idee, die Interessen Zürichs, der Schweiz und ganz Europas zu konvergieren. Sie spürten, dass sich etwas „dreht“ in Europa.
Aus dem Strategieprojekt entstand eine starke Zukunftsgeschichte, die sie mit dem Rückenwind der geopolitischen Verwerfungen und der Erderwärmung geschickt weiterentwickelten. Das führte zu einer stärkeren Beteiligung der Stadt Zürich, welche die Aktivierung der europäischen Städteallianz für Demonstrationsprojekte und die Förderung des Startup-Clusters für Nachtsprung-Lösungen ermöglichte. Das kommunikative Vehikel war eine Nachtsprung-Lifestyle-Kampagne zur Neupositionierung des Nachtreisens als attraktives touristisches Erlebnis.
Es kam dazu, dass Berlin, Paris, Wien, Kopenhagen und Zürich sich auf Demonstrationsprojekte auf Test-
strecken zwischen den Metropolen einigten und neben eigenen Mitteln Unterstützung durch die Schweizer Nationalregierung und die EU-Kommission erwirkten, die sich von den industrie- und tourismuspolitischen Versprechungen angezogen fühlten.
Da der Nachtsprung mit dem Bus schneller zu skalieren war als auf der Schiene, kam es im Sommer 2026 zur Anschubfinanzierung für einen Nachtbus-Prototypen mit einem Zürcher Nachtbus-Start-up. Ziel war der Test der Marktlage: Wie attraktiv ist das Angebot eines Nachbusses in Europa? Welche Zielgruppen sind interessiert? Welche Aspekte im Bereich Convenience sind entscheidend?
Etwas mehr Zeit benötigte der Anschub eines Pilot- und Demonstrationsprojektes für den Nachtsprung auf der Schiene. Hier kam es ab 2026 zu einer Kooperation mit einem Berliner Nachtzug-Start-up für einen Nachtzug-Prototypen zwischen Berlin und Zürich, der ab 2029 seinen
Betrieb aufnahm. In seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen war das dritte Forschungsprojekt einer KI-basierten Modellierung eines gesamteuropäischen Nachtsprung-Systems. Nach zweijähriger Arbeit entstand mit Hilfe von KI das überzeugende Modell einer flächendeckenden Optimierung von Erreichbarkeit in ganz Europa durch die Verknüpfung von Schienen- und Strassenverkehren.
Es versprach – trotz längerer Reisezeiten im Vergleich zum Luftverkehr – eine bessere Anbindungsqualität aller europäischen Regionen und eine gerechtere Allokation regionaler Wertschöpfung. Der Clou des Systems liegt in der Kombinatorik von Strassen- und Schienenverkehren mit gegenseitigen Spillover-Effekten. So haben der Nachtzug und der Nachtbus nicht unabhängige Reisesysteme geschaffen. Vielmehr haben Anbieter von Nachtbus und Nachtzug gemeinsam ein Netzwerk sich gegenseitig ergänzender Angebote entwickelt.
STRATEGISCHES POTENZIAL: EUROPÄISCHES PILOTPROJEKT FÜR NACHTBUS-VERBINDUNGEN
Ein europäisches Testprojekt für den Betrieb und Reisekomfort von Nachtbussen bietet ein erfolgversprechendes, strategisches Potenzial. Nachtbusse ergänzen das Nachtzugnetz, erschliessen flexibel neue Regionen und können schnell skalieren.
Im Pilotbetrieb werden ausgewählte Strecken zwischen Zürich und europäischen Zielen getestet. Die Nachtbusse bieten einen hohen Schlaf- und Reisekomfort zu attraktiven Preisen. Das Projekt zeigt, welche Routen besonders gefragt sind und welche Komfortmerkmale die Reisenden schätzen.
Daraus entsteht die Grundlage für ein europaweites Nachtbus-Netzwerk mit Zürich im Zentrum.
FÖRDERUNG EINES INNOVATIONSÖKOSYSTEMS FÜR NACHHALTIGE NACHTSPRUNG-LÖSUNGEN
SPRUNG-START-UPCLUSTER ZÜRICH:
Parallel zu den ersten Erfolgen der Demonstrationsprojekte gründete die Stadt Zürich 2027 das „Nachtsprung-Start-up-Cluster“. In einer ehemaligen Industriehalle nahe dem Hauptbahnhof entstand ein Zentrum für über 50 Start-ups, die innovative Lösungen für den Nachtsprung entwickelten.
Das Cluster bot kostengünstige Arbeitsräume, spezialisierte Labore und ein einzigartiges Testfeld mit alten Waggons und Bussen als Experimentierplattformen. Besonders innovativ war das „Sleep Lab“, in dem Unternehmen Schlafkonzepte unter realistischen Bedingungen testen konnten.
Die Verbindung von digitalen und physischen Innovationen wurde zum Erfolgsfaktor. Software-Entwickler:innen, Designer:innen Fahrzeugbau-Ingenieur:innen und Schlafforscher:innen schufen durch interdisziplinäre Zusammenarbeit neue Lösungsansätze.
Zu den erfolgreichsten Ausgründungen zählten: „SleepTech“, das neuartige Materialien für geräuschfreies Reisen entwickelt, „NightSync“ mit KIgesteuerten Beleuchtungssystemen für den Biorhythmus oder „ConnectServices“, das die Integration von Anschluss-Services revolutioniert hat.
Das Cluster schuf zahlreiche Arbeitsplätze und zog mehrere Millionen Euro Risikokapital an. Seine Erfolgsgeschichte diente als Vorbild für ähnliche Zentren in anderen europäischen Städten.
Recherche João, 17. Juli 2040 ZIWL (Zurich Compagnie Internationale des Wagons-Lits) ist die Neugründung einer europäischen Schlafwagengesellschaft am Standort Zürich, die mit den Markenrechten und in der Tradition der historischen Compagnie Internationale des Wagons-Lits arbeitet.
Ziel der Neugründung war die Entwicklung zeitgemässen Materials für das europäische Nachtsprung-System, zunächst mit Unterstützung des norwegischen Staatsfonds zur Entwicklung von Prototypen, Teststrecken und eines digitalen Ökosystems für Buchung und Services.
ZIWL ist ein nachhaltiges Unternehmen, das seine Produktion nach den Prinzipien der Materialkreislaufwirtschaft ausgerichtet hat. Zum Einsatz kommen nachhaltige und regenerative Rohstoffe aus der Kreislaufwirtschaft. Die Waggongestaltung wird in einem nutzerzentrierten Ansatz kontinuierlich getestet und adaptiert.
STRATEGISCHES POTENZIAL: NACHTSPRUNG-START-UP-CLUSTER
Der Aufbau eines dynamischen Start-up-Clusters für den Nachtsprung in Zürich eröffnet ein vielversprechendes strategisches Potenzial.
Durch gezielte Förderung werden innovative Gründer:innen unterstützt, die neue Lösungen für komfortables und nachhaltiges Nachtreisen entwickeln. Coworking-Spaces, Mentoring-Programme und Zugang zu Testmärkten helfen dabei.
Das Cluster vernetzt Start-ups mit etablierten Unternehmen, Investoren und Forschungseinrichtungen. Zürich wird dadurch zum Innovationszentrum für den Nachtsprung und profitiert von neuen Arbeitsplätzen, Technologien und internationaler Aufmerksamkeit.
SICHERUNG STRATEGISCHER VERBINDUNGEN DURCH EIGENE FAHRZEUGE







Eine bemerkenswerte Innovation ist die Nachtbus-Flotte der Stadt Zürich, die 2028 mit fünf Fahrzeugen startete und heute über 30 Fahrzeuge umfasst.
Die Stadt erkannte früh, dass der Erfolg des Nachtsprungs nicht allein vom Schienenverkehr abhängen konnte. Für ein vollständiges Netz und das kurzfristige Testen neuer Städteverbindungen war die Flexibilität des Nachtbusverkehrs unverzichtbar.
Die Flotte besteht aus verschiedenen Fahrzeugtypen, von 20-PersonenBussen mit Luxusschlafsesseln bis hin zu Doppeldeckern mit unterschiedlichen Komfortklassen. Alle Fahrzeuge sind charakteristisch und einheitlich im Nachtsprung-Design gestaltet.
Das Besondere am Zürcher Modell: Die Stadt ist Eigentümerin der Fahrzeuge, betreibt diese aber nicht
selbst. Die Busse werden an qualifizierte Betreibergesellschaften zu günstigen Konditionen verliehen, gekoppelt an Qualitäts- und Servicestandards. Besonders beliebt bis heute ist das Programm „ZüriNachtbus für alle“, bei dem Schulen, Vereine und gemeinnützige Organisationen die Busse vergünstigt für Gruppenreisen nutzen können.
Das Zürcher Modell wurde von mehr als 40 europäischen Städten adaptiert und gilt als Vorzeigebeispiel für kommunale Mobilitätssteuerung.
Die Fahrzeuge werden in der Region hergestellt - in einer Kooperation zwischen etablierten Busherstellern und Start-ups aus dem Nachtsprung-Cluster.
Carla, 18. Juli 2040, 22:20 Uhr, Abreise Zürich nach Wien. Für die Fahrt nach Wien mache ich heute Nacht eine neue Erfahrung, denn ich werde mit dem Nachtbus reisen. Nach Wien fahre ich für Recherchen zur Klimaanpassung der Alpenrepublik, die sich aufgrund des ausbleibenden Schnees im Winter und der Starkwetterbedrohung in den Bergen wirtschaftlich neu erfinden muss, einschliesslich klimaangepasster Tourismusstrategien.
Heute Abend geht es dann wieder mit dem Nachtbus zurück nach Zürich. So komme ich ausgeruht in Wien an und kann auf der Rückfahrt heute Abend wieder schlafen. Der Nachtbus ist pragmatisch, funktional und ein echtes Raumwunder.
Im Mittelpunkt der Serviceerfahrung stehen die Sitze, die sich auf Knopfdruck vollständig in ein Bett verwandeln und so enormen Komfort zum Arbeiten, Entspannen oder Schlafen bieten – so wie in der Business Class im Flugzeug.
STRATEGISCHES POTENZIAL: ZÜRCHER NACHTBUS-FLOTTE
Die Schaffung einer städtischen Nachtbus-Flotte für Zürich bietet ein interessantes strategisches Potenzial. Moderne, komfortable Busse stehen Betreibern zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Betreiber können dadurch mit geringem Risiko und geringem Invest neue Verbindungen testen und etablieren. Auch Schulen, Vereine und kulturelle Einrichtungen nutzen die Busse für Gruppenreisen.
Die Flotte sichert wichtige Verbindungen, schafft Flexibilität und macht den Nachtsprung für alle zugänglich. Zürich wird so zum Vorbild für aktive städtische NachtsprungFörderung. Zuvor kann man sich in einer Umkleidekabine etwas Bequemeres anziehen. Es gibt Funktionsräume, z.B. eine geräumige Toilette, einen Umkleideraum und eine Snackbar.
ERSCHLIESSUNG NEUER REISEZIELE
Eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen Zürichs war die aktive Erschliessung neuer Nachtsprung-Destinationen ab 2029. Ein spezialisiertes Team bei Zürich Tourismus identifizierte die vielversprechendsten Verbindungen basierend auf Daten von Geschäftsreisen, touristischen Trends und kulturellen Verbindungen.
Die Strategie folgte der Erkenntnis, dass Nachfrage aktiv geschaffen werden konnte. Zürich und Zürich Tourismus kontaktierten systematisch europäische Städte und schlugen massgeschneiderte Nachtsprung-Verbindungen vor.
Die Stadt schuf ein attraktives Anreizprogramm für NachtsprungBetreiber: Reduzierte Terminalgebühren, Marketingmassnahmen und Betriebskostenzuschüsse in der Anfangsphase. Eine digitale Plattform lieferte Echtzeitdaten zu Trends, Auslastungen und Kundenfeedback.
2030 wurde Zürich mit über 120 direkten Nachtsprung-Verbindungen zum führenden Hub im europäischen
Netz. Der Nachtsprung hat nicht nur Europa physisch neu vernetzt, sondern auch gesellschaftlich näher zusammengebracht.
Carla, 20. Juli 2040, Abfahrt Zürich, 19.30 Uhr, eine Nacht, um auf der Fahrt nach Warschau das Flair des Premiumnachtzugs Swiss Express kennenzulernen.
Wie mir in Zürich erläutert wurde, war es aus Marketingsicht einer der hilfreichen Ansätze, diese Idee mit dem Nachtsprung-Relaunch zu verbinden und einen symbolisch aufgeladenen Demonstrationszug auf die Schiene zu schicken.
In Warschau werde ich über die polnische Situation als Ostsee-Anrainerstaat sprechen und die Bemühungen, die Ostsee zusammen mit Finnland, Schweden, Dänemark und den baltischen Staaten zu rekultivieren, nachdem deren ökologisches Gleichgewicht seit Beginn der 2030er-Jahre stark gefährdet war.
Recherche João, 20. Juli
Dieser Premiumnachtzug ist ein Nischenprodukt im Genre des Thementourismus, ergänzt um neu nachempfundenes, klassisches Wagenmaterial.
Der historische Orientexpress ist das Vorbild – ein aus Schlaf- und Speisewagen gebildeter Luxuszug der Compagnie Internationale des Wagons-Lits, der zum ersten Mal 1883 von Paris nach Konstantinopel fuhr. Bekannt wurden die Züge des historischen Orient-Express-Systems nicht nur durch ihren Luxus und das Publikum aus dem europäischen Hoch- und Finanzadel, sondern auch durch ihre populärkulturelle Rolle.
Der Orient-Express galt bald als Zug der Diplomat:innen, Spion:innen und Abenteurer:innen – der Inbegriff des luxuriösen Reisens, verbunden mit einem geheimnisvollen Zauber.
Der historische Orientexpress war ein Angebot der Superlative, und so ist auch der neue Swiss Express
mit zeitgemässen Vorzügen ausgestattet: Edle Wasserspender, beste Luftfilter, klimaneutrales Essen auf Sternekoch-Niveau, vorab buchbare Wellness-Anwendungen, sehr gute Netzanbindung, Kinder- und Haustierbetreuung und vieles mehr.
Mit der positiven Imageexplosion des Nachtsprungs wurde die exklusive Zugreise auch wieder zum Symbol und Medium der internationalen Diplomatie in Europa.
STRATEGISCHES POTENZIAL: DESTINATIONSENTWICKLUNG IM NACHTSPRUNG
Die Entwicklung Zürichs zum führenden Nachtsprung-Hub Europas bietet ein zentrales strategisches Potenzial. Ähnlich wie bei Flughäfen werden aktiv neue Reiseziele und Routen entwickelt.
Zusammen mit Reiseveranstaltern werden dazu Marktanalysen durchgeführt und die attraktivsten Städteverbindungen mit dem Nachtsprung identifiziert. Betreiber erhalten Unterstützung bei der Erschliessung dieser Strecken. Innovative Angebote werden initial gefördert, sodass ein dichtes Netz an direkten Nachtsprung-Verbindungen von Zürich nach ganz Europa entsteht. Reisende profitieren von einer breiteren Auswahl, besseren und neuen Verbindungen zu attraktiven Zielen.
„Diese Studie wäre nicht möglich gewesen ohne die wertvollen Beiträge zahlreicher Expert:innen, die ihr Wissen und ihre Visionen mit uns geteilt haben.“
Philipp Albrecht
Direktor bei Park Hotel Winterthur
Romy Bacher
Leiterin Nachhaltigkeit STV FST Schweizer Tourismus-Verband
Lia Batschelet
Projektleiterin Internationaler Personenverkehr SBB
Saskia Bilang Geschäftsleitung Simpletrain
Michael Böhler
Inhaber Swiss Urban & Mountain Hospitality AG
Daniel Bormann
Geschäftsführer REALACE
Luca Bortolani
Gründer & CEO Twiliner
Joel Bourgeois
Gründer & CEO Twiliner
Nicole Brändle
Direktorin HotellerieSuisse
Cristina Cortellini Kantonsrätin Zürich
Leonard Creutzburg Ko-Leiter One Planet Lab WWF Schweiz
Dr. Peter de Haan Head of Climate Change and Consumption Group Ernst Basler + Partner AG
Anton Dubrau Gründer & CEO Luna Rail
Lena Eberle Environmental Specialist Siemens Mobility Schweiz
Kilian Elsasser
Geschäftsführer EUROBUS Reisen
Mirjam Frei
Managerin Business Intelligence bei Zürich Tourismus
Markus Freitag Gründer Freitag-Taschen & FLINC
Gregory Germann
Project Lead Climate Policy swisscleantech
Corina Gilgen
Director Sales - Mitglied des Managementteams bei Schweizer Jugendherbergen
Dr. Susann Görlinger CEO iilo GmbH
Melanie Heiniger
Director CSR Swiss International Air Lines
Dr. Patrick Hofstetter Klimaschutz- und Energieexperte WWF Schweiz
Raphael Hörler
Projektleiter Mobilität UGZ
Jan Lisner
Geschäftsführer REALACE Schweiz
Susanne Lutz
Leitung Marketing Opernhaus Zürich
Ewa Mikulska Sustainability Director Northern Europe Accor Europe & North Africa
Tiana Angelina Moser
Ständerätin Zürich
Gabriel Müller
Corporate Responsibility Manager Swiss International Air Lines
Philipp Niederberger
Direktor STV FST Schweizer Tourismus-Verband
Verena Kern Nyberg
Commercial Director bei Sinn & Gewinn Hotels
Prof. Timo Ohnmacht
Professor am Institut für Tourismus und Mobilität / Hochschule Luzern
Ariane Oswald
General Manager Sorell Hotel Rütli, Rex und Rigiblick
Raphael Pedroncelli
General Manager Ameron Bellerive au Lac
Stéphanie Penher
Geschäftsführerin VCS Verkehrs-Club der Schweiz
Barbara Schaffner Nationalrätin
Gerd Scheller CEO Siemens Mobility Schweiz
Anna Schindler Direktorin Stadtentwicklung Zürich
Thomas Sos
Inhaber Tobesos Holding AG
Martin von Moos
Präsident HotellerieSuisse
Véronique Stephan Leiterin Markt Personenverkehr SBB
„Für alle, die tiefer in die Thematik einsteigen möchten, empfehlen wir folgende Literatur.“
Barber, Benjamin R. (2013): „If Mayors Ruled the World: Dysfunctional Nations, Rising Cities“. Yale University Press. Ein wegweisendes Werk zur Rolle der Städte bei der Lösung globaler Probleme.
Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (Hrsg., 2024): Studie zur Betrachtung der ökologischen und gesamtgesellschaftlichen Bilanz von Nachtzugverkehren auf der Schiene im inter- und intramodalen Vergleich. Berlin.
Bundesministerium Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (Hrsg., 2024): TANA. KundInnengerechte multifunktionale Zugkonzepte für den kombinierten Einsatz im Tag- und Nachtreisezugverkehr. Wien.
Weisshaar, T.C. (2024): Unravelling night train travel behaviour. A stated preference survey into the influence of operational and personal factors. Delft.
Gerosa, Tiziano; Cellina, Francesca (2024): Who uses night trains and why? A mixed-method study profiling night train users in Switzerland. In: Travel Behaviour and Society, Vol. 37,https://doi.org/10.1016/j. tbs.2024.100854
Dubrau, Anton (2023): Levers for the Sleeper Renaissance. Decarbonizing Long Distance Mobility by Improving the Economic Viability of Sleeper Rail Services. Berlin.
rail concept (Hrsg., 2021): Étude de faisabilité de la création d’un train mixte voyageurs/fret entre Barcelone et Francfort. Les Angles.
Naskovic, Milos; Bode, Jannis; Bormann, Rober; Fischbach, Mario; Ghotra, Sandio Karl; Hebenstreit, Jan (2025): Skaleneffekte zur Kostensenkung beim Betrieb von Nachtzügen nutzen. In Eisenbahntechnische Rundschau, Nr. 4, S. 55-59.
Fiedler, Julius G. (2024): Einzelkabinen für Tag- und Nachtverkehr: Luna Rail entwickelt neues Wagenkonzept. In: bahn manager, Nr. 6, S. 14-15.
ETR (Hrsg., 2024): Gegenwart und Zukunft der Nachtreisezüge in Europa. Interview mit Kurt Bauer, Leiter Fernverkehr & New Rail Business bei der ÖBB Personenverkehr AG. In: Eisenbahntechnische Rundschau, Nr. 1+2, S. 44-48.