Von Pfahlsiedlung zur Metropole: Zürich, die Stadt, die eine ehemalige römische Zollstation war, hat sich über die Zeit zu einer beliebten Reisedestination entwickelt. Die Spuren der Vergangenheit laden ein, die über 7’000 -jährige Geschichte von Pfahlbauern, Römern, Zünften , dem Reformator Zwingli und der Kunstbewegung Dada zu erkunden.
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Zürich, Schweiz.
Von der Pfahlbausiedlung zu r beliebten Metropole
Die älteste Tür der Welt (5000 – 1000 v.Chr.)
Seit rund 7 ’000 Jahren ist Zürich dauerhaft besiedelt. Das zeigen Funde an den Ufern rund um den Zürichsee. Bauteile von Häusern, Speisereste, hölzerne Werkzeuge und sogar Kleidungsstücke sind vorzüglich erhalten und beleuchten Wirtschaft und Umwelt vom 5. bis ins 1. Jahrtausend v.Chr. Beim Opernhaus wurde eine der ä lteste n Türe n der Welt entdeckt Ein Teil der Schätze ist im Archäologischen Fenster im Parkhaus Opéra zu betrachten.
➡ Archäologisches Fenster
Das römische Turicum (15 v.Chr. – 405 n.Chr.)
15 vor Christi erreichten die Römer Zürich und gründeten die Zollstation Turicum. Den antiken Namen der Siedlung belegt ein trauriger Fund: Auf dem Grabstein für den im Kleinkindalter verstorbenen Lucius Aelius Urbicus ist Turicum eingemeisselt . Die Römer brachten viele Innovationen über die Alpen in das damals von Kelten besiedelte Zürich, etwa das Geheimnis des Anbau s von Wein . Die römische Siedlung zählte zwischen 250 und 350 Menschen. Die Limmat war dabei nicht nur Lebensader, sondern auch Hauptverkehrs achse. Reisende Händler , die am Weinplatz ihre Waren für den Weitertransport auf kleinere Schiffe umladen liessen, hatten die Möglichkeit, ihre Wartezeit in den römischen Thermen zu verkürzen Übrigens haben die Römer auch das benachbarte Städtchen Baden mit seinen überaus mineralreichen Quellen zu einer wichtigen Bäderstadt gemacht. In Zürich erbauten die Römer neben eine r Zollbrücke und den genannten Thermen ein Kastell auf dem höchsten Punkt der linksufrigen Altstadt, dem Lindenhof. Etwa 40 5 nach Christu s sind die Römer wieder abgezogen. Beweise ihres Aufenthalts sind in der Thermengasse nahe der Kirche St. Peter zu besichtigen.
➡ Thermengasse
➡ Lindenhof
Zürich auf dem Weg zur Reichsfreiheit (400 – 1200)
Nach den Römern kamen Franken und Alemannen nach Zürich. Sie waren keine Städter, ihnen fehlte das Know -how für den Unterhalt der römischen Infrastruktur. Infolgedessen war kein Handel mehr möglich und das römische Geld wurde wertlos. Auf dem Lindenhof entstand eine Pfalz, eine burgähnliche Palastanlage, in der viele Kaiser und Könige Gericht hielten. Nach dem Aussterben des letzten Reichvogts 1218 wurde Zürich reichsfre i, das heisst, direkt dem Kaiser unterstellt. Die selbstbewusst gewordenen Zürcher schleiften die Pfalz auf dem Lindenhof und verlegten den weltlichen Sitz mit dem Bau des Rathauses an das Ufer der Limmat. Inzwischen steht dort der dritte Rathausbau, der a ktuelle Politik mit Geschichte verbindet. Jeweils montags tagt der Kantonsrat, mittwochs der Gemeinderat, die Parlamentssitzungen sind öffentlich. Die Fassade weist mit den Gemüse - und Früchtegehängen darauf hin, dass auf der Rathausbrücke einst der Gemüse - und Früchtemarkt stattgefunden hat. Im Volksmund wird die Rathausbrücke deshalb noch heute Gemüsebrücke genannt.
➡ Rathaus
Zürich Tourismus
Gessnerallee 3, CH -8001 Zürich
Geschichte
Zürich,
Schweiz.
Zürichs Stadtheilige: Die Legende von Felix und Regula Um 1300 war die erste Stadtmauer fertig gebaut. Klöster füllten die leeren Räume und halfen wesentlich mit, die Stadtmauer zu unterhalten. Jene Stelle in der Altstadt, wo heute die beiden Türme der Grossmünster -Kirche zum Himmel ragen, gilt als kraftvoller Ort, da die Stadtheiligen Felix und Regula hier begraben liegen sollen. Die Legende von Felix und Regula erzählt, dass das Geschwisterpaar aufgrund seines christlichen Glaubens in Zürich geköpft worden sei. Nach der Hinrichtung bei der heutigen Wasserkirc he sollen die beiden ihre Köpfe unter die Arme genommen haben und 40 Schritte bergwärts gegangen sein: Dorthin, wo sie begraben werden wollten. Als Karl der Grosse 500 Jahre später auf einer Verfolgungsjagd nach einem Hirsch von dieser Legende erfuhr, soll er kurzerhand eines der heutigen Wahrzeichen Zürichs dort erbaut haben, wo Felix und Regula begraben worden waren: das Grossmünster. Einer der beiden Türme ist nach ihm benannt – jener, auf den man hinaufsteigen und von obe n den Ausblick auf Stadt, Region und die schneebedeckten Alpen am Horizont geniessen kann. Aufgrund der Reliquien der Märtyrer Felix und Regula war Zürich vom 14. Jahrhundert bis zur Reformation im 16. Jh. ein bedeutender Pilgerort.
➡ Grossmünster
Bruns Zunftverfassung (1300 – 1500) 1336, rund 1'000 Jahre nach dem Märtyrertod von Felix und Regula , stürmte Ritter Rudolf Brun gemeinsam mit in Zünften organisierten Handwerkern das Rathaus und rief damit die Zunftverfassung ins Leben . 13 Stimmen gab er den Handwerksz ünften, ebenfalls 13 den edlen noblen Herrschaften, doch die alles entscheidende Stimme gab er sich selbst und ernannte sich so zum Bürgermeister auf Lebzeiten. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurden die Zünfte politisch einflussreich. Heute sind sie politisch nicht mehr aktiv, bestehen jedoch in Form von Vereinen fort. Jeden Frühling feiern sie ihr Frühlingsfest, das Sechseläuten. Zu diesem Anlass tragen sie ihre historischen Gewänder und verbrennen den symbolischen Schneemann «Böögg» auf dem Sechseläutenplatz beim Opernhaus. Der Mythos besagt, je schneller der Kopf des «Bööggs» explodiere, desto schöner werde der Sommer. Auf den Spuren der Zünfte kann man Zürich aber auch ausserhalb des Festaktes entdecken: Viele Zunfthäuser, wie das Zunfthaus zur Waag, betreiben öffentliche Restaurants, wo man in historischen Sälen typische Zürcher Spezialitäten wie das Zürcher Geschnetzeltes genie ssen kann.
➡ Zunfthaus Restaurants
➡ Sechseläuten
Zwingli reformiert Zürich 1519 kam Huldrych Zwingli als Priester ans Grossmünster. Der ehrgeizige Leutpriester brach mit der bisherigen katholischen Kirchentradition und begann, eine neue Auslegung der Bibel zu verkünden. Alles, was nicht in der Originalfassung der Heiligen Schrift erwähnt war, sollte aus dem religiöse n Leben verbannt werden. Zusammen mit der Stadtregierung, die an neuen, strengeren Regeln und dem damit verbundenen Machtausbau interessiert war, reformierte Zwingli die Kirche sowie das gesellschaftliche Leben. Ab 153 0 galten für Zürcher :innen strenge Sittenmandate, die unter anderem die Schliessung der Wirtshäuser um 21 Uhr vorschrieben. Huldrych Zwingli blieb bis zum Ende seines Lebens eine Kämpfernatur und fiel 1531 in der Schlacht bei Kappel, im ersten religiösen Krieg Europas
Zürich Tourismus Gessnerallee 3,
Geschichte Zürich, Schweiz.
zwischen den reformierten Kantonen unter Zürcher Führung und den heute noch katholischen Kantonen der Innerschweiz. Vor der Wasserkirche wurde ihm ein Denkmal gesetzt, das ihn nach Süden blickend, dem Vatikan und den katholischen Innerschweizern die Stirn bietend, darstellt. Sein Nachfolger
Heinrich Bullinger, der stille Denker, sicherte die Reformation. Ihm ist das Helvetische Bekenntnis zu verdanken und er war es auch, der den Austausch mit den Reformatoren Calvin und Luther suchte. Heinrich Bullinger ist an der Fassade des Grossmünsters abgebildet.
➡ Mehr zur Reformation
Aufschwung dank der Reformation und Alfred Escher (1819 – 1882)
Nach der Reformation flohen Menschen nach Zürich, weil sie aufgrund ihres reformierten Glaubens im Süden nicht akzeptiert wurden. Sie brachten Know -how und Geschäftsbeziehungen im Textilhandel mit und liessen sich im Schipfe -Quartier nieder. Damit verwande lte sich Zürich in ein Textil -Zentrum. Zürich erlebte jedoch nicht nur mit der Textilindustrie einen Aufschwung, sondern auch mit der Eisenbahn: Die Eisenbahn revolutionierte während der Industrialisierung das Reisen sowie den Warent ransport . Und der Haupt bahnhof Zürich wurde zum Eisenbahnzentrum der Schweiz. Dem grossen Schweizer Staatsmann und Initianten des Bahnhofbaus, Alfred Escher , ist es zu verdanken, dass der Bahnverkehr nicht um Zürich und um die Schweiz herum, sondern mitten hindurchführt. Er engagierte sich für ein flächendeckendes Eisenbahnnetz und initiierte den Bau des Gotthardtunnels, der die deutschsprachige Schweiz mit der italienischsprachigen verbindet. Um die finanziellen Mittel sowie den geeigneten Nachwuchs für seine ehrgeizigen Projekt e zu sichern, gründete er die Schweizerische Kreditanstalt (die ehemalige Credit Suisse ), die Schweizerische Lebensversicherungs - und Rentenanstalt sowie, gemeinsam mit seinem Freund und Architekten Gottfried Semper, das Eidgenössische Polytechnikum , die heutige Eidgenössische Technische Hochschule ETH . Gleichzeitig entstanden in Zürich -West Fabriken, in denen Schiffe gebaut, Bier gebraut, Seifen und vieles mehr produziert wurde. ➡ Zürich um 1800
Die Zürcher Kunstrichtung. Dada? Dada!
Während in Europa der Erste Weltkrieg wütet e, war die neutrale Schweiz ein Zufluchtsort für Künstler:innen, Intellektuelle und Kriegsgegner :innen. 1916 gründeten Hugo Ball und Emmy Hennings im Zürcher Niederdorf das Cabaret Voltaire, wo aus «Protest gegen den Wahnsinn der Zeit» die Kunstrichtung Dada entstand. Während sich hier internationale Maler :innen , Musiker :innen , Tänzer :innen und Schriftsteller :innen trafen, um die gesamte bestehende Kunst in Frage zu stellen, wohnte in unmittelbarer Nachbarschaft eine der bedeutendsten Figuren des 20. Jahrhunderts: Wladimir Lenin bereitete an der Spiegelgasse in Zürich die russische Revolution vor. Ein Schild über de m Eingang weist heute auf das damalige Wohnhaus Lenins hin.
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Stadt mit erstklassiger Lebensqualität
Ab den 1980er Jahren zog sich die Industrie kontinuierlich aus Zürich -West zurück. Kreative haben sich den Raum zu Nutzen gemacht und sich mit ihren Ideen hinter alten Fabrikmauern eingenistet. So prägen Kunstgalerien, kulinarische Trendlokale, Bars, Clubs und Theaterbühnen das Bild vom
Tourismus
Geschichte
Zürich, Schweiz.
ehemaligen Industriequartier Zürich -West. Als mehrsprachiges Land inmitten Europas ist die Schweiz stets kulturelles Sammelbecken. Einflüsse aus verschiedensten Ländern trafen hier schon früh aufeinander: Künstle r:innen , Literat :innen sowie Querdenker :innen fühlen sich von Zürich angezogen. Viele verschiedene Lebensstile und kulturelle Ausdrucksweisen prägen die Region. Trends werden schnell und unkompliziert gesetzt, aufgenommen und weiterentwickelt. Die Kulturaffinität der Bevölkerung ist hoch – ebenso di e Ansprüche an Qualität. So bietet Zürich erstklassige Lebensqualität und wurde vom international renommierten Beratungsunternehmen Mercer bereits mehrfach zur Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität ernannt, unter anderem in Bezug auf Sicherheit, Sauberkeit, kulturelles Angebot, Gastronomie und Naherholungsgebiete. Zürich gilt einerseits als kulturelles Zentrum der Schweiz. Andererseits schlägt auch d er Puls der Schweizer Wissenschaft und Wirtschaft dank den zahlreichen Forschungszentren, Hochschule n und internationalen Firmen in der Region Zürich.
Stadtführungen und Museen
Altstadt Geschichten – das historische Zentrum neu entdecken Nicht nur Gäste, sondern auch Einheimische erleben während dieser Führung Zürichs Vergangenheit und Gegenwart anhand ausgewählter Bauten, Geschichten und Anekdoten neu.
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Zunftstadt Zürich – Geschichten und Bräuche
Die Geschichte Zürichs wurde seit dem 14. Jahrhundert von den Zünften bedeutend geprägt. Diese Führung begibt sich auf die Spuren der historischen Zunfthäuser und alte n Bräuche.
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Stadtführung Zürich -West
Das heute sehr beliebte Stadtviertel war einst Industrie - und Arbeiterquartier und durchlebt bis heute einen stetigen Wandel. Diese Stadtführung taucht in die Geschichte von Zürich -West ein.
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Landesmuseum Zürich – Einfach Zürich
Die Dauerausstellung «Einfach Zürich» zeigt v om Modell einer Pfahlbauhütte über die Bircher Raffel bis zur Fahne einer Jugendbewegung Zürichs vielfältige Vergangenheit mit zahlreichen his torischen Objekte n, Installatio nen und modernster Technologie
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Cabaret Voltaire – Geburts ort des D ada
Das Cabaret Voltaire ist Geburtsstätte der Kunstbewegung Dada, die 1916 in Zürich entstand Auch heute noch ist Cabaret Voltaire eine Plattform für zeitgenössische Gunst und Debatten.
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Zürich
Geschichte
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