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top.tirol Top 250 (Juli 2026)

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EINFLUSSREICHSTEN TIROLERINNEN UND TIROLER

BRENNPUNKT WERKSTÄTTE

Über einen schiefen Haussegen CBD-BRANCHE IM UMBRUCH Hype, Verkaufsverbot, Ungewissheit

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Editorial

Tadaaaaa!

Die Schlacht ist geschlagen. Wenig überraschend führt unser Landeshauptmann auch heuer wieder das Feld der „250 einflussreichsten TirolerInnen“ an. Doch dahinter wird es spannend, wie Sie beim Umblättern entdecken werden.

An dieser Stelle schon ein paar Spoiler. Der Rauswurf von Georg Dornauer hat der SPÖ – zumindest im top.tirol­Ranking – nicht gerade gutgetan. Der neue Landeshauptmann­Stellvertreter Philip Wohlgemuth stürzt ganze 43 Plätze ab und findet sich gerade noch auf Platz 60. Elisabeth Blanik, SPÖ ­Bürgermeisterin von Lienz, verliert 25 Plätze und landet damit auf Platz 38. SPLandesrätin Eva Pawlata büßt 42 Plätze ein und scheint nun auf Platz 85 im Ranking auf. Rene Zumtobel, ebenfalls SP­Landesrat, rundet den roten Abwärtstrend ab, für ihn gibt es Platz 34 (letztes Jahr noch Platz 9). Fun Fact: Der Auslöser des Abwärtstrends, Georg Dornauer selbst, findet sich nach letztjähriger Absenz wieder im Ranking, Platz 233 ist es geworden.

Aber auch beim schwarzen Koalitionspartner gibt es Verluste zu verbuchen. Josef Hechenberger rutscht 25 Plätze auf Rang 53 ab, Landesrätin Astrid Mair verliert gleich 90 Plätze und findet sich nun an 144. Stelle wieder. Neben dem Landeshauptmann schafft es nur Cornelia Hagele in die Top 10 des Rankings – Platz 8 ist es heuer geworden.

Weitere Auffälligkeiten: Gleich drei ORFler belegen Top­Platzierungen. Armin Wolf erreicht den 6. Rang, sein künftiger Chef Clemens Pig reüssiert auf dem 10. Platz. Und das wohlgemerkt, obwohl unsere Jury ihre Entscheidung deutlich vor der Wahl Pigs zum neuen Generaldirektor getroffen hat. Gleich dahinter – auf Platz 11 –schließt Landesdirektorin Esther Mitterstieler das ORF­Triumvirat ab.

Der angekündigte Reformprozess in der Wirtschaftskammer scheint sich positiv auszuwirken. So findet sich die Präsidentin der WKO – Martha Schultz – gleich hinter dem Landeshauptmann auf Platz 2 im Ranking. Auf Platz 4 folgt ihr die WKT­Präsidentin Barbara Thaler. Getrennt werden die beiden nur von Erwin Zangerl, dem AK­Präsidenten. Drei Kämmerer unter den ersten vier, könnte man auch sagen.

Unsere besondere Gratulation gilt dem höchsten Neueinstieg. Eduard Fröschl junior schaffte es 2026 auf Anhieb auf Platz 13. Sein Vater Eduard muss sich heuer mit Platz 32 begnügen, seine Tante Brunhilde mit Platz 55. Für die Wahl zur einflussreichsten Familie haben sich die Fröschls damit allemal qualifiziert.

Viel Spaß bei Ihrer ganz eigenen Analyse unseres Rankings wünscht Ihnen jedenfalls

Ihr Michael Steinlechner Herausgeber top.tirol

Inhalt

12 RANKING

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

52 Werkstätte Wattens im Fokus

Was vom Start-upEldorado übrig blieb

70

Das neue Health-Mekka

Tirol zwischen SaaSpocalypse und Chancen für die Zukunft

60

Die CBD-Krux

Von der Blüte übers Verbot bis zu einer Zwischenlösung

Impressum: top.tirol – Juli 2026

Medieninhaber und Verleger: target group publishing gmbh, Brunecker Straße 1, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/586020, office@target-group.at, www.target-group.at • Chefredaktion: Haris Kovacevic • MitarbeiterInnen dieser Ausgabe: Anna Füreder, Max Hofer, Jutta Steinlechner, Michaela Ehammer, Markus Wechner, Barbara Kluibenschädl, Isabella Walser-Bürgler, Lisa Schwarzenauer (redaktion@top.tirol) • Grafik: Thomas Bucher • Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: Franz Oss, Gerhard Berger • Cover: Ai generated • Gesamtverkaufsleitung: Wolfgang Mayr (verkauf@target-group.at) • Druck: Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Horn

Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

78

In Gefahr

Spendenaktion für Frühförderung sehbehinderter Kinder

82 Innovation

Neues aus der Transplantationsmedizin: Eine Innovation made in Tirol

98

Blick nach außen

Kuriositäten aus der Welt des Geldes

Potenzieller mehr facher Sachbezug bei Poolautos

Stehen einem Arbeitnehmer oder GesellschafterGeschäftsführer mehrere betriebseigene Kraftfahrzeuge für die private Nutzung zur Verfügung, kommt es nach Ansicht der Finanzverwaltung zu einer mehrfachen Sachbezugsbesteuerung. Zwei aktuelle Erkenntnisse des BFG bestätigen diese strenge Praxis! Eine Deckelung auf den Maximalbetrag für das teuerste Fahrzeug allein greift nicht.

Das logisch klingende Argument der Steuerpflichtigen, man könne ohnehin nur ein Auto zur selben Zeit lenken und daher müsse der Sachbezug pro Person insgesamt durch den Maximalbetrag für das teuerste Auto gedeckelt sein, greift leider nicht. Das BFG argumentiert im Kern wie folgt: Der geldwerte Vorteil entsteht nicht durch das physische Lenken des Fahrzeuges auf einer konkreten Privatfahrt, sondern durch die Möglichkeit der jederzeitigen Privatnutzung. Stehen mehrere Fahrzeuge zur Verfügung, wird der Vorteil auch mehrfach konsumiert! Die monatlichen Maximalgrenzen gelten streng pro Fahrzeug, das dem Arbeitnehmer zur privaten Nutzung zur Verfügung steht. Poolfahrzeuge vor ungewollten Sachbezügen absichern! Im Extremfall könnte es, im Hinblick auf die o. g. Rechtsprechung, in Zukunft vorkommen, dass für ein Poolfahrzeug, das mehreren MitarbeiterInnen zur Verfügung steht, jeweils ein Sachbezug pro MitarbeiterIn anfällt. Die Absicherung gegen eine solche Mehrfachbesteuerung gelingt am besten durch ein vertragliches Privatnutzungsverbot, eine dokumentierte Schlüsselverwaltung und das Führen eines lückenlosen Fahrtenbuches, welches die ausschließlich betriebliche Nutzung belegt!

Fidas Innsbruck Steuerberatung GmbH & Co KG Mitterweg 16/II, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/294439, office@fidas-innsbruck.at https://fidas.at/innsbruck/

Mag. (FH) Daniel Nöbauer, Geschäftsführer

Saunalandschaft

Gratis Peelings & Show-Aufgüsse

Gourmet-Genuss

Grill-Lounge und Trattoria

Erfrischung mit Ausblick

FILMERLEBNISWELT

Am Dorfplatz in Going am Wilden Kaiser ist gerade eine „Filmerlebniswelt“ rund um den „Bergdoktor“ im Entstehen. Diese soll Fans aus aller Welt künftig neben den drei Hauptdrehorten – dem Bauernhof Hinterschnabel in Ellmau, dem Köpfinghof in Söll und dem Gasthof Wilder Kaiser in Going – einen weiteren Anlaufpunkt bieten.

PROJEKT B3

Lifestylehotel und MitarbeiterInnenhaus, Supermarkt, Büros und ÄrztInnenzentrum: In Kirchberg entsteht seit August 2025 ein Großprojekt mit wirtschaftlicher Strahlkraft. Der Supermarkt soll im Herbst 2026 eröffnen, die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Mitte 2028 vorgesehen.

neue Arbeitsplätze

Hotelzimmer und 70 Personalwohnungen

STARKER AUFTAKT

AN DER WALL STREET

Der Tiroler Gasmotorenhersteller Innio hat ein erfolgreiches Börsendebüt an der US­Technologiebörse NASDAQ gefeiert. Das Unternehmen profitiert vom weltweiten KI­Boom, da seine Jenbacher Gasmotoren bei der Stromversorgung und Kühlung von Rechenzentren stark gefragt sind.

+23 %

stieg die Innio-Aktie am ersten Handelstag

Auf 25 Milliarden

US ­ Dollar wurde das Unternehmen nach dem Börsenstart bewertet

2,43 Milliarden

Dollar Erlös erzielte der Haupteigentümer AI Alpine beim Börsengang durch den Verkauf von 90 Millionen Aktien zu je 27 Dollar

BISTRO 4.0

Im Landeskrankenhaus Hall sorgt ein Küchenroboter für eine kleine Revolution: Im neuen „RoboBistro14“ stellt der vollautonome Roboter „luca.“ rund um die Uhr frische Bowls zusammen. Erstmals sind damit auch MitarbeiterInnen im Nachtdienst frisch versorgt.

pro Stunde

Zutaten stehen zur Auswahl

im Einsatz

EINFLUSSREICHSTEN TIROLERINNEN UND TIROLER

DAS GROSSE RANKING 2026

Andrea Zanier

Zett Kommunikation

Bettina Wenko Fuckup Nights Tirol

Elisabeth Frontull

TVB Silberregion

DIE JURY

Barbara Hoffmann-Ammann Med Uni

Claudia Sojer Schloss Ambras

Elisabeth Rathgeb Caritas

Barbara Moser Spar

Daniel Nöbauer Fidas

Eva Schwienbacher CR 20er

Barbara Schmidt Schmidt Strategie

David Prieth p.m.k

Hannes Treichl Rauchzeichen

Bernhard Hofer Cemit

Elisabeth Berger-Rudisch Moser Holding

Jennifer Koller

Jenny Koller Unternehmensberatung

Manuel Lutz Vitalpin

Peter Hauser HWXB

Stefan Kröll pro.media

Wolfgang Novak WAT

Markus Kirchmair KIKOM

Rainer Körber InterWork

Stefanie Höllwarth Uniqa

Michael Mairhofer IV Tirol

Rebecca Schett Villgratter Natur

Thomas Brandtner Gemeinsinn

Susanne Neuhauser Idealtours

Robert Pacher Little Talks

Uwe Steger Universität Innsbruck

Othmar Tamerl BFI Tirol

Roland Wegleiter CHG

Ultsch harry’s home

Joschi Sailer Hotel Sailer
Josef Grill TIWAG
Katharina Zach Hotel Zach
Katharina Zierl Tirolerin
Lena Obermair Impact Hub
Valentina

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

1. Anton Mattle

Landeshauptmann Tirol =

Schultz-Gruppe, Präsidentin Wirtschaftskammer Österreich

2.

Erwin Zangerl

Präsident AK Tirol

Wie kommt das Ranking zustande?

Die Grundlage des Rankings bildet eine Liste von Persönlichkeiten aus Tirol oder mit Wurzeln in Tirol, die in ihren Bereichen Spuren hinterlassen und aktiv an der Gestaltung Tirols teilhaben. Diese basiert auf Recherche, Medienbeobachtung und Inputs von KennerInnen und InsiderInnen aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Leben. Die Jury stimmt mittels eines eigens entwickelten Software-Tools anonymisiert ab und teilt jeder Person Punkte in den Aspekten „Einfluss“, „Charisma“ und „Relevanz für die Zukunft Tirols“ zu. Die Gesamtbewertung setzt sich zu 75 Prozent aus dieser Abstimmung und zu 25 Prozent aus der Einschätzung der top.tirolRedaktion zusammen.

Barbara Thaler

Präsidentin

Wirtschaftskammer Tirol, Obfrau Wirtschaftsbund Tirol

Johannes Anzengruber

Bürgermeister Stadt Innsbruck

5.

4.

6.

Hans Peter Haselsteiner

Strabag

Cornelia Hagele

Landesrätin

Clemens Pig

Geschäftsführender

Vorstand APA, designierter ORFGeneraldirektor

Esther

Mitterstieler

Landesdirektorin

ORF Tirol

Eduard

Fröschl

junior

Fröschl

Anton Pletzer

Pletzer Gruppe

Christoph Swarovski

Multi-Unternehmer

Heinz Schultz

Schultz-Gruppe

Eduard Wallnöfer

Aufsichtsratsvorsitzender

Manfred

Pletzer

Pletzer Gruppe

Norbert Totschnig

Landwirtschaftsminister

Joe Empl

Empl, Vizepräsident

Tiroler Adler Runde

Hans K.

Reisch

Spar

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

26. Karlheinz Wex Plansee Group

27. Elisabeth Mayr Vizebürgermeisterin Innsbruck

28. Daniela Kampfl Bürgermeisterin Mils, Vizepräsidentin Österreichischer Gemeindebund

29. Karl Christian Handl Handl Speck, Präsident Tiroler Adler Runde

30. Sophia Kircher Mitglied des Europäischen Parlaments

31. Josef Geisler Landeshauptmannstellvertreter, Obmann Tiroler Bauernbund

32.

Eduard Fröschl Fröschl

16

22

33. Andreas Altmann Rektor MCI

25 34. Rene Zumtobel Landesrat

25

35. Fritz Unterberger Gründer Unterberger Gruppe

36. Dieter Unterberger Unterberger Gruppe

31

37. Franz Hörl Abgeordneter zum Nationalrat, Obmann Fachverband Seilbahnen WKÖ

38.

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

Elisabeth Blanik

Zweite Landtagsvizepräsidentin, Bürgermeisterin Lienz

39. Thomas Wass

Vorstandsvorsitzender RLB Tirol

40. Helmut Thöni Thöni Gruppe

7

41. Corinna Milborn Info-Chefin Puls 4

42. Gert Mayer Rektor Medizinische Universität Innsbruck

43. Hermann Glettler

Diözesanbischof Innsbruck

44. Evelyn Geiger-Anker

Direktorin Wirtschaftskammer Tirol

45. Arthur Thöni Thöni Gruppe

20

46. Fritz Egger Egger Gruppe

14

47. Reinhard Klier

Vorstand Stubaier Gletscher, Obmann Tiroler Seilbahnen

48. Franz Pegger GPK Pegger Kofler & Partner Rechtsanwälte

49. Isolde Stieg

Vorstandsdirektorin Tiroler Versicherung

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

50. Michael Kraxner Vorstandsmitglied TIWAG

51. Diana Langes-Swarovski Präsidentin WSG Tirol, Unternehmerin

52. Sabine Platzer-Werlberger GF AMS Tirol

53. Josef Hechenberger Abgeordneter zum Nationalrat, Präsident Landwirtschaftskammer Tirol

54. Franz Fischler Ehemaliger Präsident Europäisches Forum Alpbach, ehemaliger Bundesminister und EU-Kommissar

55. Brunhilde Fröschl Fröschl

56. Simon Meinschad Hollu Systemhygiene

57. Anton Rieder Rieder Bau

58. Franz Dengg Zillertaler Gletscher

59.

Benjamin Kneisl

Vorstandsvorsitzender Verband der Tiroler Tourismusverbände, Obmann Ötztal Tourismus

60. Philip Wohlgemuth 1. Landeshauptmannstellvertreter und Vorsitzender der SPÖ Tirol

61. Herbert Empl Empl

Martha Schultz

Schultz-Gruppe, Präsidentin Wirtschaftskammer Österreich

Bergluft in der WKÖ

Seit November 2025 führt Martha Schultz als erste Frau die WKÖ und leitet nebenbei Österreichs größten privaten Seilbahnbetrieb. Wenig bekannt: Sie hat ihren Sohn als Alleinerzieherin großgezogen und vor knapp 35 Jahren die erste private Kinderbetreuung im Zillertal ins Leben gerufen – damals belächelt, heute Pionierleistung. Ihr angekündigter Reformkurs wird sie nun aber länger beschäftigen.

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

62. Carina Schiestl-Swarovski Aufsichtsrätin Swarovski

63.

74.

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

Martina Entner Vizepräsidentin Wirtschaftskammer Tirol, Entners am See

75. Anton Seeber High Technology Industries

76. David Lindner Lindner Traktorenwerke

77. Christian Ruetz junior Bäcker Ruetz

Claudia Höller Vorstandssprecherin Hypo Bank Tirol

79. Klaus Mark MK Illumination

80. Christoph Huber Mitbegründer BioNTech, Multi-Unternehmer

81. Stefan Kastner Präsident Tiroler Ärztekammer

Karin Seiler GF Tirol Werbung

Franz Mair Vorstandsvorsitzender Tiroler Versicherung

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

86. Francesca Ferlaino Universität Innsbruck

Armin Wolf ORF

Der Wolf aus Innsbruck

Armin Wolf bringt seit 2002 die ZIB 2 auf Trab. Der 1966 geborene Innsbrucker startete seine ORF-Karriere als freier Mitarbeiter im Tiroler Landesstudio – und gilt heute als schärfster Interviewer des Landes, dem sogar Wladimir Putin Rede und Antwort stehen musste. Eine Randnotiz: Wolf wuchs als Sohn einer Lebensmittelverkäuferin und eines Hausmeisters im Innsbrucker O-Dorf auf – eine Herkunft, die seinem Ruf als unbestechlicher Fragensteller eine schöne Bodenhaftung gibt.

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

Alois Schranz Medalp Gruppe

Andrea Berghofer Adler Lacke

Hansjörg Felder Felder Group

Wilfried Stauder Stauder Kempf und Partner

durstige Gärten.

Mir haltn zamm. Gegenseitig versichert. Seit 1821.

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

114. Viktoria Veider-Walser GF TVB Kitzbühel

115. Alexander von der Thannen Obmann TVB Paznaun-Ischgl, Trofana Royal

116. Peter Paul Mölk Obmann TVB Innsbruck

Reinhard Binder Binderholz Gruppe

118. Günther Bonn Leiter Institut für Analytische Chemie und Radiochemie Universität Innsbruck

119. Attila Scheiber Multi-Unternehmer

120. Severin Schwan Roche

121. Günther Platter Ehemaliger Landeshauptmann Tirol

Georg Willeit Lebenshilfe Tirol

123. Marco Pernetta Flughafen Innsbruck

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen Name

126. Andrea Haselwanter-Schneider Landtagsabgeordnete

127. Marianne Hengl RollOn Austria

128. Christian Switak Tiroler Wohnbau

129. Georg Willi Vizebürgermeister Innsbruck

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Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

Esther Mitterstieler

Landesdirektorin ORF Tirol

Die Südtirolerin an der ORF-Spitze

Nach mehreren journalistischen Stationen – u. a. als Chefredakteurin beim „Wirtschaftsblatt“ und bei „News“ – darf sich die ehrgeizige Südtirolerin seit 2022 Landesdirektorin des ORF Tirol nennen. Berühmt dafür, komplizierte Situationen schlicht und elegant aufzulösen, musste sie das 2023 auch mit dem eigenen CV machen: Jahrelang führte sie dort nämlich einen „Brennerdoktor“ als Titel. Den musste sie nach öffentlich gewordener Kritik entfernen. Ein kleiner Stolperstein in einer sonst einwandfreien Karriere.

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

142. Marcus Hofer GF Standortagentur

143. Michael Pfeifer Pfeifer Group

144. Astrid Mair Landesrätin

145. Matthias Zitterbart DAKA

146. Klaus Winkler Bürgermeister Kitzbühel

147. Bernhard Aichner Autor

148.

Ekkehard Allinger-Csollich Innsbrucker Verkehrsbetriebe

149. Jakob Wolf Landtagsabgeordneter, Klubobmann ÖVP Tirol, Bürgermeister Umhausen

150. Thomas Friess Tyrolit

151. Markus Schröcksnadel Feratel

152. Patrick Taxacher Direktor Tiroler Wirtschaftsbund

153. Ernst Derfeser Ernst Derfeser

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

154. Katharina Pirktl Alpenresort Schwarz

155. Hannes Parth Touristiker

156. Michael Zentner UNIQA

157. Gregor Bloéb Schauspieler, künstlerischer Leiter der Tiroler Volksschauspiele

158. Markus Sint Landtagsabgeordneter

161. Gebi Mair Klubobmann Die Grünen Tirol, Landtagsabgeordneter

162. Margit Holzhammer Innsbrucker Soziale Dienste

Iris Ortner IGO Industries

Alois Rieder Rieder Zillertal

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

Eduard Fröschl junior

Fröschl

Vom Familienbetrieb an die Bundesspitze

Nicht nur ist Eduard Fröschl junior in der Geschäftsführung bei Fröschl, auch Vorsitzender der Jungen Industrie seit 2023 und seit Feber dieses Jahres Bundesvorsitzender der Jungen Industrie. Der geschickte Netzwerker sitzt außerdem im Aufsichtsrat von Innsbruck Tourismus sowie im Vorstand der WSG Tirol. Die junge Ader kommt nicht nur auf der Karriereleiter, sondern auch in seinen Taten zum Vorschein: Bei Fröschl kündigt er den Einsatz weiterer E-Lkw an – Schottertransporte mit 800 PS, nahezu lautlos.

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

178. Markus Abwerzger Klubobmann FPÖ Tirol, Landtagsabgeordneter

179. Hannes Kronthaler Lang Bau

180. Klaus Lässer ILF Consulting Engineers Austria

181. Christoph Morandell Morandell International

182. Klaus Ortner Ehemaliger GF IGO Industries

183. Benjamin Parth Spitzenkoch

184. Signe Reisch Hotel Rasmushof Kitzbühel

185. Hans-Dieter Toth Eurotours International Kitzbühel

186. Peter Krug Eurogast

187. Michaela Hysek-Unterweger Unterweger Früchteküche

188. Martin Holzer Volksbank Tirol

189. Nikolaus Huter Huter Invest

190. Andreas Knoll ORF

191. Michael Huber Präsident Kitzbüheler Ski Club

192. Christian Steinmayr Steinmayr & Co Versicherung

193. Martin Krumschnabel Bürgermeister Kufstein

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

Thomas Wass

Ein Salzburger am Gipfel der RLB

Mit Rekordergebnis im Rücken setzte sich Thomas Wass am 1. Mai 2025 in den Chefsessel der Raiffeisen-Landesbank Tirol. Der gebürtige Salzburger studierte in Innsbruck Betriebswirtschaft und war seit 1997 für die RLB tätig – auf den Chefposten musste er also fast 30 Jahre hinarbeiten. Das Langsame, Zielstrebige ist auf jeden Fall eher seine Maxime als schnelle Bauchentscheidungen –„Evolution statt Revolution“, wie er es selbst ausdrückt.

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

206. Irene Girkinger

Tiroler Landestheater

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

218. René Tiefenbacher EGLO Gruppe

219. Ludwig Obwieser EGLO Gruppe

220. Stefan Pleger Obmann Kindern eine Chance

221. Alban Scheiber Multi-Unternehmer

222. Markus Schafferer PEMA Holding

223. Günter Salchner Bürgermeister Reutte

224. Josef Geisler Präsident Tiroler Fußballverband, ehemaliger Richter

225. Christian Scherer GF ÖSV

226. Fabio Wibmer Extremsportler, Influencer

227. Leonhard Neuner Fiegl + Spielberger

228. Thomas Saurer Protokollchef des Landes Tirol, Landesschützenkommandant

229. Mariella Lutz Stadträtin Stadt Innsbruck

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

230. Richard Hauser Kitzbühel Country Club

231. Thomas Thurner Franz Thurner Baumeister

232. Jasmin Güngör Onsight Ventures

233. Georg Dornauer Landtagsabgeordneter, ehemaliger Landeshauptmannstellvertreter

234. Stefan Theurl Brüder Theurl

235. Stefan Weirather Landtagsabgeordneter, Bürgermeister Imst

236. Stefan Lassnig Missing Link Media

237. Johannes Thurner Fiegl + Spielberger

238. Erwin Bouvier Luzian Bouvier

239. Michael Deutsch Friedrich Deutsch Metallwerk

240. Arthur Bellutti Bellutti Gruppe

241. Alois Wegscheider Unternehmensgruppe Wegscheider

Diana Langes ­Swarovski

Präsidentin WSG Tirol, Unternehmerin

Kristall, Kicker und viel Karriere

Mittlerweile wird die der fünften Generation der Kristall-Familie entsprungene Unternehmerin direkt in Verbindung mit dem Bundesligisten WSG Tirol gebracht. Aber Diana Langes-Swarovski führt auch Tyrolean Jet Services, das Businessjet-Unternehmen ihres Vaters Gernot Langes-Swarovski weiter. Nebenbei betreibt sie eine Büffelfarm in Venezuela sowie ein eigenes Weingut. Langes-Swarovski zeigt, dass Tiroler Unternehmertum viele Gesichter hat.

Die 250 einflussreichsten TirolerInnen

242. Markus Koschuh Kabarettist

243. Markus Zanier Zanier Sport

244. Herwig van Staa ehemaliger Landeshauptmann Tirol

245. Markus Dax WK-Vizepräsident

246. Mario Marcati Marcati Hotels & more

247. Janine Flock Olympiasiegerin Skeleton

248. Josef Reitter Notariat Mag. Josef Reitter

249. Andreas Gstrein Technologie- und Wirtschaftspark

250. Alexander Ledermair Ledermair Gruppe

Für eine gesunde Zukunft

Wie

und Lebensqualität neu denkt

Gesund sein bedeutet heute weit mehr als die bloße Abwesenheit von Krankheit. Es geht um Lebensqualität, Sicherheit und um das gute Gefühl, in jeder Lebensphase bestens vorbereitet zu sein. Genau hier setzt UNIQA an und positioniert sich als moderne Gesundheitsdienstleisterin – mit klarem Fokus auf Prävention, individuelle Vorsorge und innovative Gesundheitslösungen.

Gesundheit beginnt vor der Krankheit Prävention ist der Schlüssel zu nachhaltiger Gesundheit. UNIQA verfolgt deshalb einen ganzheitlichen Ansatz, der Vorsorge, medizinische Versorgung und persönliche Beratung miteinander verbindet. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden frühzeitig zu unterstützen und ihnen den Zugang zu Gesundheitsleistungen so einfach und flexibel wie möglich zu gestalten. Ein wichtiger Baustein dabei ist die digitale Gesundheitswelt rund um myUNIQA. Über das Online-Portal können Versicherungsangelegenheiten schnell und unkompliziert erledigt werden – vom Einreichen von Rechnungen bis hin zur Organisation von Gesundheitsleistungen.

Ergänzt wird dieses Angebot durch Telemedizin: Ärztliche Beratung per Video, Telefon oder Chat ermöglicht eine rasche medizinische Einschätzung –ganz ohne lange Wartezeiten oder Anfahrtswege. Der persönliche Arztbesuch wird dabei sinnvoll ergänzt und die Versorgung deutlich individueller.

„Gesundheit muss heute flexibel, leicht zugänglich und verlässlich verfügbar sein. Mit unseren digitalen Angeboten schaffen wir genau diesen Zugang“, sagt Michael Zentner, Landesdirektor UNIQA Tirol.

Moderne Versorgung – wenn es schnell gehen muss

Mit dem Angebot AkutVersorgt setzt UNIQA einen weiteren Schritt in Rich-

„Gesundheit muss heute flexibel, leicht zugänglich und verlässlich verfügbar sein.“
Michael Zentner

tung integrierter Gesundheitsversorgung. Kundinnen und Kunden erhalten rasche medizinische Erstversorgung – auch außerhalb klassischer Ordinationszeiten und ohne lange Wartezeiten.

In Innsbruck steht dafür unter anderem das Ärztezentrum Medicent zur Verfügung. Dort werden medizinische Leistungen gebündelt angeboten – von der Erstversorgung über Diagnostik bis hin zu tagesklinischen Behandlungen. Das sorgt für kurze Wege, schnelle Termine und eine abgestimmte Betreuung aus einer Hand.

Besonders gefragt ist zudem der VitalCheck, der über die gesetzliche Vorsorge hinausgeht. Umfangreiche Untersuchungen wie detaillierte Blutanalysen oder moderne Ultraschalldiagnostik helfen dabei, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.

Finanzielle Vorsorge als Teil ganzheitlicher Sicherheit Vorsorge endet nicht bei der Gesundheit – sie umfasst auch die finanzielle Absicherung über alle Lebensphasen hinweg. Ob private Pensionsvorsorge zur Schließung der Versorgungslücke im Alter, klassische oder fondsgebundene Lebensversicherungen für langfristigen Vermögensaufbau oder Absicherungen wie Berufsunfähigkeitsschutz und Hinterbliebenenvorsorge: Wer frühzeitig die richtigen Entscheidungen trifft, schafft Stabilität und Sicherheit für die Zukunft. „Gerade junge Menschen unterschätzen oft den Wert früher Entscheidungen“, betont Michael Zentner. UNIQA begleitet Kundinnen und Kunden dabei mit individueller Beratung und passenden Lösungen – abgestimmt auf persönliche Ziele und Lebenssituationen und mit dem klaren Ziel, finanzielle Sicherheit nachhaltig aufzubauen.

Michael Zentner, Landesdirektor UNIQA Tirol

WERKSTÄTTE WATTENS

Vom

„Wattens Valley“ zum Gewerbepark

Die Werkstätte Wattens galt lange als eines der spannendsten Gründerzentren Tirols. Doch mit dem Rückzug öffentlicher Förderungen und einer wirtschaftlichen Neuausrichtung änderte sich einiges. Ehemalige MieterInnen sprechen vom Verlust einer Vision, Bürgermeister Lukas Schmied verweist auf wirtschaftliche Notwendigkeiten. Eine Spurensuche zwischen Aufbruch, Ernüchterung und der Frage, wie viel Förderung ein Start­ up ­Standort braucht.

Hier wird von FOR PEOPLE WHO CARE eine nachhaltige Tasche aus waschbarem

Die Geschichte der Werkstätte Wattens beginnt lange vor ihrer Eröffnung. Dort, wo heute Gewerbetreibende Büros und Produktionsflächen nutzen, gründete Daniel Swarovski im Jahr 1895 sein Unternehmen in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Lodenfabrik. 120 Jahre später wurde dieser historische Ort zum Symbol für einen neuen Aufbruch. Gemeinsam entwickelte die SwarovskiGruppe mit der Marktgemeinde Wattens das ehemalige Werksgelände zu einem Gründerzentrum. Auf rund 6.500 Quadratmetern entstanden Büros, CoWorking­Spaces, Werkstätten, Produktionshallen, Veranstaltungsräume und ein FabLab. Die Idee dahinter war ambitioniert: Junge Unternehmen sollten günstige Räumlichkeiten erhalten und

so Teil eines Ökosystems werden, das Innovation in Tirol und darüber hinaus antreibt. Die Werkstätte sollte ein Ort sein, an dem GründerInnen voneinander lernen und gemeinsam wachsen. Vielfach kursierte tirolweit in Bezug auf die Werkstätte Wattens sogar das Schlagwort „Wattens Valley“ (in Anlehnung an das Silicon Valley).

Mikrokosmos für GründerInnen

Zu den Unternehmen der ersten Generation gehörten auch die heutigen Tiroler Erfolgsgeschichten unbound coffee roasters sowie paul&ernst street food solutions. Für Florian Mayrhofer, Co­Founder und Geschäftsführer von unbound coffee roasters, war die Werkstätte ursprünglich weit mehr als bloß ein Standort. „Wir empfanden es damals als unglaublich reizvoll, dass dort so viele Start­ups und junge Firmen angesiedelt waren. Dieser Spirit des Sich­Aufbauens und Kennenlernens hat eine gewisse Anziehungskraft auf uns ausgeübt“, erinnert er sich. 2017 zog die unbound­Kaffeerösterei dann offiziell in die Werkstätte Wattens ein. Das Team fand neben den passenden Räumlich­

„Früher hieß es immer: Wo ein Wille, da ein Weg.“
Paul Kogelnig
Papier produziert.
Johanna Bittner (li.) und Anna Podgorni (re.) sind die Köpfe hinter FOR PEOPLE WHO CARE.
„Zusätzliche Benefits gibt es nicht mehr. Die Werkstätte Wattens ist ein Gewerbepark geworden.“
Florian Mayrhofer

keiten auch Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Schaurösterei. Kontakte entstanden beinahe automatisch: „Wir haben über die Werkstätte Kunden gewonnen, die wir teilweise bis heute haben und schätzen. Darunter auch Swarovski.“

Ähnlich beschreibt Paul Kogelnig, Co­Founder und Geschäftsführer von paul&ernst street food solutions, seine ersten Jahre in Wattens. „Es war der perfekte Mikrokosmos für Startups“, sagt er. „Als wir 2019 mit unseren Street­Food­Bikes einzogen, wurde uns immer vermittelt: Wo ein Wille ist, da findet sich bei Problemen auch ein Weg.“ Besonders hätten er und seine (zu Spitzenzeiten über 20) Mitarbeitenden die Flexibilität des Werkstätte­Managements geschätzt. Wuchsen Unternehmen, konnten kurzfristig zusätzliche Flächen angemietet werden. Musste man sich verkleinern, wurden ebenfalls schnell für beide Seiten sinn­

volle Lösungen gefunden. „Wir sind allein in den ersten zweieinhalb Jahren viermal innerhalb der Werkstätte Wattens umgezogen und konnten jedes Mal problemlos weiterarbeiten, ohne dass unsere Produktion oder unser Verkauf stillstand“, erinnert sich Kogelnig. „Auch preislich konnten wir individuell stets gute Mietkonditionen aushandeln.“

Werkstätte mit Mehrwert

Was Mayrhofer und Kogelnig betonen: Der eigentliche Wert der Werkstätte lag nicht ausschließlich in den Räumlichkeiten. Regelmäßige Veranstaltungen, Growth Camps, Netzwerkevents und spontane Begegnungen auf den Gängen schufen eine besondere Atmosphäre. Unternehmen wurden gegenseitig zu Kunden, Kooperationen entstanden direkt vor Ort. Mayrhofer beschreibt die damalige Atmosphäre als ein selbstverständliches Geben und Nehmen: „Am Anfang herrschte unglaublich viel Transparenz und Austausch. Man hat Produkte voneinander gekauft und sich gegenseitig unterstützt. Management und Start­ups sprachen auf Augenhöhe miteinander.“ Auch Kogelnig sieht darin rückblickend den entscheidenden WowFaktor für die damals junge Tiroler Start­up­Welt: „Ein potenzieller Investor eines Start­ups interessiert sich für einen dynamischen, modernen Ort, an dem viele innovative Unternehmen zusammenkommen. Das Umfeld in Wat­

Die neue unbound ­ Filiale in der Innsbrucker Valiergasse

tens bot diese Möglichkeit. Der Standort und die Aufstellung der Werkstätte Wattens hatten einen echten Mehrwert für GründerInnen.“

Das Ende eines Modells

Hinter den Kulissen begann es aber in den letzten Jahren zu brodeln. Die Finanzierung der Werkstätte Wattens wurde zunehmend zur Herausforderung. Die Betreibergesellschaft wurde ursprünglich zu 60 Prozent von Swarovski und zu 40 Prozent von der Marktgemeinde Wattens getragen. Zusätzlich unterstützte das Land Tirol das Projekt über Mietförderungen. Offensichtlich erwies sich das Modell allerdings langfristig nicht als wirtschaftlich kostendeckend. In weiterer Folge stieg zunächst das Land Tirol aus der Förderung aus, 2024 zog sich dann auch die Marktgemeinde Wattens als Gesellschafterin zurück. Für den 2022 zum neuen Wattener Bürgermeister gewählten Lukas Schmied war dieser Schritt notwendig: „Das ursprüngliche Modell, in dem die Gemeinde jährlich bis zu 400.000 Euro zugeschossen hat, war schon lange nicht mehr zukunftsfähig“, erklärt er. „Insgesamt hat die Gemeinde rund 3,4 Millionen Euro in die Werkstätte Wattens investiert. Der Gemeinderat sah es aber nicht länger als seine Aufgabe, einzelne Unternehmen finanziell zu fördern, insbesondere nicht in einem derart risikoreichen Umfeld wie der Start­up­Szene.“

Ein Führungswechsel und neue Prioritäten

Parallel zu den strukturellen Veränderungen kam es auch zu personellen Wechseln in der Werkstätte Wattens. Ende 2023 übernahmen Franz Hyden und Wolf­Dietrich Plattner die Geschäftsführung der Destination Wat­

„Irgendwie hat man uns den Boden unter den Füßen weggezogen.“
Florian Mayrhofer

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Mittlerweile produziert paul&ernst die legendären Street-Foot-Bikes in der JosefDinkhauser-Straße in Hall.

tens Regionalentwicklung GmbH, der Trägerin der Werkstätte Wattens. Sie beerbten damit Alexander Koll und Matthias Neeff, die seit der Gründung der Werkstätte Wattens die operative Leitung und Entwicklung des Standorts innegehabt hatten.

Mit der wirtschaftlichen Neuausrichtung änderte sich aus Sicht vieler langjähriger MieterInnen aber auch die Kultur innerhalb der Werkstätte. Während früher Flexibilität und individuelle Lösungen im Vordergrund gestanden hätten, seien nun wirtschaftliche Kennzahlen zunehmend wichtiger geworden. „Der Wind schlug plötzlich um von ‚Wir finden gemeinsam eine Lösung‘ zu ‚Ich bin der Vermieter, und deine Probleme gehen mich nichts an‘“, beschreibt Kogelnig seine Wahrnehmung. Mayrhofer formuliert es ähnlich: „Früher war die Werkstätte von Kooperation und Gemeinschaft geprägt. Mit den Jahren hat sich dieses Gemeinschaftsgefühl jedoch verflüchtigt. Veranstaltungen wurden weniger, die Community schrumpf­

„Vielleicht hätte man die Bedürfnisse von langjährigen MieterInnen besser berücksichtigen können.“
Paul Kogelnig

te. Für viele GründerInnen verlor die Werkstätte Wattens damit genau jenen Mehrwert, der sie von einem gewöhnlichen Gewerbestandort unterschieden hatte. Heute zahlst du dort nur noch die Miete (und zwar ausschließlich zum Listenpreis ohne Möglichkeit zur Verhandlung) und hast dann halt eine Halle oder ein Büro. Zusätzliche Benefits gibt es nicht mehr. Es ist leider ein reiner Gewerbepark geworden.“

Sowohl Kogelnig als auch Mayrhofer betonen allerdings, dass sie weder Franz Hyden noch Wolf­Dietrich Plattner irgendwelche Vorwürfe machen. Insbesondere Franz Hyden habe in ei­

ner schwierigen Phase versucht, zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln. „Die Geschäftsführung hatte nicht wirklich viel Spielraum“, sagt Kogelnig. „Als Hyden kam, hat er versucht, in alle Richtungen zu deeskalieren. Er hat geschaut, dass Mitarbeitende bleiben können, dass er das alte System in seinen Grundzügen aufrechterhält und dass Swarovski zufrieden ist. Wenn ich sein Chef gewesen wäre, hätte ich gesagt: Danke, das hast du gut gemacht. Als Start­up­ Gründer hätte ich mir persönlich aber einen Visionär gewünscht.“

Die verloren gegangene Vision Kogelnig bewertet die verloren gegangene Vision als enttäuschend. Seiner Ansicht nach war die Werkstätte ursprünglich als sozial­humanes Projekt ohne große kapitalistische Pläne entwickelt worden: „Ich denke, es ging vordergründig wirklich darum, jungen Unternehmen Raum zu geben, kreativ und innovativ zu sein.“ Dass ein solches Konzept Geld kostet, so Kogelnig weiter, sei von Anfang an klar gewesen. Die finanzielle Unterstützung durch Swarovski, die Marktgemeinde Wattens und das Land Tirol habe genau diesen Freiraum ermöglicht. Mit der Zeit hätten sich jedoch die Rahmenbedingungen verändert.

Im ManagementTeam von paul&ernst herrscht immer gute Laune. Dafür sorgt vor allem Paul Kogelnig (re.).

„Wir haben an den Standort geglaubt und uns langfristig dort gesehen.“
Johanna Bittner

Einerseits sei innerhalb des SwarovskiKonzerns der Wunsch gewachsen, die Werkstätte wirtschaftlicher zu führen. Andererseits sei auch die öffentliche Unterstützung zunehmend infrage gestellt worden. Viele BürgerInnen der Marktgemeinde Wattens hätten nicht verstanden, warum jährlich hohe Summen in ein Start­up­Zentrum anstatt etwa in den dringend benötigten Ausbau des Kinderkrippenangebots fließen sollten. „An diesem Punkt hat sich gezeigt, dass das ursprüngliche Modell langfristig nicht tragbar war“, analysiert Kogelnig. „Vielleicht hätte es aber schon auch klappen können, wenn man das Ganze länger durchgezogen hätte“, widerspricht Mayrhofer. „Ich denke, dass das Projekt ‚Werkstätte Wattens‘ bei aufrechtbleibender finanzieller Unterstützung über Umwegrentabilität durchaus erfolgreich hätte sein können. Aufgrund von Corona und der anschließenden wirtschaftlichen Gesamtlage hat sich der wirtschaftliche Prozess halt etwas verzögert. Vielleicht hat man einfach nur zu früh aufgegeben.“

Für viele GründerInnen markiert dieser Moment jedenfalls einen Wendepunkt. „Fast alle bekannten großen Unternehmen der ersten Generation sind inzwischen ausgezogen – neben höchst erfolgreichen Beispielen wie Gronda oder kiweno eben auch unbound coffee roasters und paul&ernst street food solutions“, sagt Mayrhofer. „Natürlich war die Umstrukturierung einfach nur eine strategische Entscheidung, die aus der Perspektive der Gesellschafter wirtschaftlich vollkommen nachvollziehbar

ist. Aber irgendwie hat man uns damit trotzdem den Boden unter den Füßen weggezogen.“

Eine Frage der Gemeindepolitik

Die Entscheidung von Bürgermeister Lukas Schmied, die Werkstätte Wattens nicht mehr mitzufinanzieren, sorgte auch deshalb für Aufsehen unter den Start­ups der Werkstätte Wattens, weil er selbst zu den ersten MieterInnen gehört hatte. Mit seinem Kommunikations­ und Gestaltungsbüro neubau war er bereits 2015 eingezogen. „Mein Team und ich fühlten uns von Anfang an in der Werkstätte Wattens wohl. Es war das perfekte Umfeld für ein junges Unternehmen. Dass unser Büro nach über zehn Jahren in der Werkstätte Wattens im Dezember 2025 an einen neuen Standort wechselte, hatte nichts mit meinem Eintritt in die Gemeindepolitik zu tun. Unser Geschäftsfeld hat sich einfach stark gewandelt, sodass unser Bedarf an einem großen, repräsentativen Standort nicht mehr gegeben war“, erklärt Schmied rückblickend.

Die Kritik am besagten Kurswechsel sieht er indes gelassen: „Mutige Entscheidungen und konsequentes Handeln rufen stets KritikerInnen auf den Plan. Das gilt in der Wirtschaft genauso wie in der Politik. Als Entscheidungsträger kann man es nie allen rechtma­

„Mutige Entscheidungen und konsequentes Handeln rufen stets KritikerInnen auf den Plan.“

chen. Über gut zehn Jahre lang hat die Marktgemeinde Wattens die Werkstätte Wattens mitfinanziert. Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend, wesentliche Meilensteine wurden nicht erreicht. Das sah auch unsere Mitgesellschafterin so. Daher hat sich der Gemeinderat entschieden, sich aus der Beteiligung zurückzuziehen und so eine Neuausrichtung der Werkstätte Wattens zu ermöglichen.“ Persönliche Konflikte hätten bei den Entscheidungen keinerlei Rolle gespielt, denn – so Schmied – „die Zusammenarbeit auf Gesellschafterebene war zu jedem Zeitpunkt von Vertrauen und Professionalität geprägt.“

Zwei Perspektiven auf dieselbe Entwicklung

Auffällig ist, dass beide Seiten dieselbe Ausgangslage beschreiben, daraus jedoch unterschiedliche Schlüsse ziehen. Die ehemaligen Start­ups unbound coffee roasters und paul&ernst street food solutions betonen den Verlust von Gemeinschaft, Flexibilität und Gründergeist. Die Gemeinde hingegen verweist auf hohe öffentliche Zuschüsse, nicht erreichte Ziele und die Verantwortung gegenüber den SteuerzahlerInnen. Bei genauer Betrachtung stehen beide Perspektiven nicht zwangsläufig zueinander im Widerspruch. Die Werkstätte Wattens war über Jahre hinweg ein außergewöhnlich stark gefördertes Projekt. Gerade diese Förderung ermöglichte jenes Umfeld, das viele GründerInnen

„Wirtschaftlich wurden die wesentlichen Meilensteine nicht erreicht.“
Lukas Schmied

heute vermissen. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie lange ein solches Modell tatsächlich dauerhaft finanziert werden kann.

Dankbarkeit steht an erster Stelle

Trotz aller Enttäuschung fällt auf, dass keiner der befragten Unternehmer die Anfangsjahre missen möchte. Mayrhofer etwa gibt offen zu: „Wir wären ohne die Werkstätte Wattens nicht dort, wo wir heute sind.“ Auch Kogelnig blickt grundsätzlich positiv auf seine Zeit in der Werkstätte Wattens zurück. Seine Kritik richtet sich vornehmlich gegen den unvorhersehbaren Wandel, der große, erfolgreiche Tiroler Unternehmen wie unbound coffee roasters oder paul&ernst street food solutions zum Auszug gezwungen habe. „Das hätte

man sicher auch anders angehen können“, meint er. „Pragmatisch betrachtet, hat alles seine Berechtigung. Ich denke aber schon, dass man die Bedürfnisse von langjährigen MieterInnen besser hätte berücksichtigen können, wenn man gewollt hätte.“

Nicht nur ein Problem der ersten Generation

Die Diskussion rund um die Werkstätte Wattens betrifft allerdings nicht nur ehemalige Vorzeige­Start­ups. Auch das später hinzugekommene Unternehmen FOR PEOPLE WHO CARE berichtet davon, dass die Erwartungen an den Standort und die Entwicklung der vergangenen Jahre zunehmend auseinandergegangen seien. Das nachhaltige Taschen­ und Accessoire­Label zog 2023 von Innsbruck nach Wattens, um mehr Platz für die Produktion zu schaffen. Laut Mitgründerin Johanna Bittner wurde dem Unternehmen damals eine rund 400 Quadratmeter große Fläche in einem bislang ungenutzten Gebäudeteil angeboten, die allerdings einer umfassenden Sanierung bedurfte. „Es gab keine Stromanschlüsse, der Estrich musste verlegt und die Wände verputzt werden“, erinnert sich Bittner. Sie und ihre Partnerin Anna Podgorni investierten

laut eigenen Angaben in den folgenden eineinhalb Jahren rund 150.000 Euro Privatgeld in die Renovierung der Räumlichkeiten, um sich langfristig in Wattens aufzustellen. Im Gegenzug dazu hätten sie drei mietfreie Monate, eine allgemeine Mietbegünstigung und 4.000 Euro Zuschuss für die Verlegung des Estrichs ausverhandelt.

Der Haken an der Sache: Der Mietvertrag war laut Bittner auf weniger als drei Jahre befristet, und in diesem Zeitraum vollzog die Werkstätte Wattens eben den mittlerweile bekannten Kurswechsel. „Im November 2025 teilte man uns mit, dass der Mietvertrag auslaufe und nicht verlängert werden würde. Die getätigten Investitionen würden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen beim

Vermieter verbleiben. Wenn wir bleiben wollten, müssten wir die volle Miete bezahlen, was wir aber nach der ganzen Renovierung finanziell unmöglich hätten stemmen können“, erklärt Bittner und ergänzt: „Rückblickend war es von uns sicher naiv, einen solchen Vertrag überhaupt zu unterschreiben, aber wir haben eben an den Standort geglaubt und uns langfristig dort gesehen. Niemals hätten wir geglaubt, dass man in der Werkstätte Wattens, dem Start­upZentrum Tirols, auf die Realität von Start­ups bald schon keine Rücksicht mehr nehmen würde.“ Aktuell sehen sich die beiden Gründerinnen mit erheblichen finanziellen Belastungen konfrontiert. Die Zukunft ihres Unternehmens bleibt ungewiss.

Fazit

Ob der vollzogene Wandel der Werkstätte Wattens eine notwendige Anpassung an wirtschaftliche Realitäten war und ob dabei tatsächlich ein einzigartiges Innovationsprojekt im Land verloren ging, darüber gehen die Meinungen auseinander. Fest steht nur, dass die Werkstätte Wattens sich heute als ein anderer Ort präsentiert als noch vor einigen Jahren. Vielleicht liegt ja auch genau darin die eigentliche Tragik: Ein ambitioniertes Experiment musste sich neu aufstellen, hat dabei allerdings den Kern seiner ursprünglichen Identität verloren. Ob die neue Identität hingegen langfristig Früchte trägt, wird sich zeigen.

DAS GESCHÄFT MIT CBD

Vom Wachstum in die Krise

Zuerst Verkaufsverbot, nun eine kurzfristige Zwischenlösung: Die CBD ­ Branche wird letztes Jahr mit einem Urteil aus der Bahn geworfen. Benjamin Wörgetter vom Innsbrucker Unternehmen Canatur erzählt, wie’s dazu kam und wie es weitergehen soll.

CBD Krise

Text Markus Wechner
Fotos Franz Oss

A

ls der Zoll im Mai 2025 vor seiner Tür steht, ist die Situation für Benjamin Wörgetter bereits angespannt. Bewaffnete BeamtInnen kontrollieren sein Unternehmen, fordern Rechnungen, prüfen Importe. „Sie haben eine komplette Durchsuchung gemacht“, erklärt Wörgetter. Er ist Inhaber von Canatur, einem Unternehmen, das sich unter anderem auf rauchbare CBD ­Produkte spezialisiert hat. Solche dürfen mit einem THC­ Gehalt von bis zu 0,3 Prozent bis Anfang letzten Jahres legal in Österreich verkauft werden. Doch das ändert sich mit einem Urteil, das die Branche auf den Kopf stellt.

Ein Urteil kippt den Markt

Der entscheidende Bruch wird im Jänner 2025 öffentlich. Der Verwaltungsgerichtshof kommt – bereits im Herbst 2024 – zum Schluss, dass rauchbare Hanfprodukte der Tabaksteuer unterliegen. Der Gerichtshof hält somit fest, dass auch nicht­tabakhaltige Produkte unter die Tabaksteuer fallen können, sofern sie zum Rauchen bestimmt sind. Die Finanzverwaltung leitet daraus ab, dass diese Produkte unter das Tabakmonopol fallen und ausschließlich über Trafiken vertrieben werden dürfen.

Folglich dürfen rauchbare CBDBlüten im Fachhandel nicht mehr vertrieben werden. Für die Branche bedeu­

tet das einen tief greifenden Einschnitt. Zwar dürfen Shops geöffnet bleiben, verlieren aber ihr Hauptprodukt. Nach dem Urteil entsteht zunächst ein Marktvakuum: Der Verkauf in CBD ­Shops endet, in Trafiken startet er erst Monate später im Juli 2025.

Während die Trafikbranche diese Entscheidung begrüßt, steht der Fachhandel vor dem Aus. „Ich hatte einen Umsatzrückgang von mehr als 88 Prozent“, erklärt Benjamin Wörgetter. Als Reaktion auf die Entwicklungen gründete sich der Österreichische Cannabis Bundesverband (ÖCB). Wörgetter engagiert sich dort als stellvertretender Finanzreferent.

Vom Aufbau zum Einbruch

Zu Beginn hatte Wörgetters Unternehmen erst richtig Fahrt aufgenommen. Er gründete Canatur 2022, der Großhandel wächst schnell, die Lieferungen gehen bald auch ins Ausland. „2023 war ich dann schon österreichweit vertreten.

„Ich hatte einen Umsatzrückgang von mehr als 88 Prozent.“

Rauchbare CannabisBlüten dürfen nun doch wieder, befristet bis 2028, in CBD-Shops verkauft werden.

Wohnbau neu denken

GHS feiert 75 Jahre und blickt entschlossen nach vorne

Ein Dreivierteljahrhundert leistbarer, nachhaltiger und qualitativ hochwertiger Wohnraum – das ist die Bilanz der Gemeinnützigen Hauptgenossenschaft des Siedlerbundes (GHS). Doch wer beim 75-jährigen Jubiläum einen nostalgischen Blick zurück erwartet, täuscht sich. Das Führungsduo Martin Mimm und Dietmar Waldeck nutzt den Meilenstein für eine kraftvolle Ansage: Die Zukunft des gemeinnützigen Wohnbaus wird dynamisch, flexibel und digital. Seit ihrer Gründung hat sich die GHS als feste Instanz für Generationen von Menschen etabliert. Der Markt ist jedoch in Bewegung: Steigende Baukosten, wachsende Qualitätsansprüche und das Bedürfnis nach leistbaren Mieten erzeugen ein dynamisches Spannungs-

feld. „Sich auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen, ist nicht unser Stil“, betont Vorstand Dietmar Waldeck. „Um unser Versprechen auch morgen zu halten, müssen wir den Wohnbau zeitgemäß weiterdenken.“

GHS setzt auf Agilität: flache Hierarchien, digitale Tools und starke regionale Partnerschaften. Vorstand Martin Mimm: „Dieser Mut, alte Routinen auf-

zubrechen und neue Wege zu gehen, macht uns zukunftsfähig.“

Zentraler Hebel ist die ökologische Transformation. Smarte Energiesysteme, kreislauffähige Baustoffe und langfristige Bewirtschaftung sollen die Betriebskosten für Mieter dauerhaft senken. „Höchste ökologische Standards im Bau, die sich am Ende des Monats positiv auf dem Konto der Bewohner bemerkbar machen – das ist die wahre Challenge“, so Waldeck. Das Jubiläum ist kein Zieleinlauf, sondern Startschuss für das nächste Kapitel.

Die GHS realisiert seit 75 Jahren leistbaren Wohnraum in Tirol, Salzburg und Kärnten.

Kontakt: ghs@ghs-wohnbau.com www.ghs ­ wohnbau.com

„Da fühlt man sich halt in unserer Branche nicht sehr fair behandelt.“
Benjamin Wörgetter

2024 habe ich sogar bis nach Tschechien und Italien ausgeliefert.“ Mit der Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen kippt all dies in die andere Richtung. Von seinem Mitarbeiter musste sich der Geschäftsführer umgehend trennen.

Das Verkaufsverbot für Blüten im CBD ­Fachhandel gilt ein ganzes Jahr. Im Zuge der Novelle des Monopolgesetzes wird schließlich ein Lizenzsystem für bestehende CBD ­Shops mit überwiegendem Umsatz aus CBD ­Blüten eingeführt, das Teil einer gesetzlichen Übergangsregelung bis Ende 2028 ist. Die Lizenz ist befristet und nicht verlängerbar. Als Bedingung gilt nun auch die Entrichtung der Tabaksteuer.

Im Vergleich dazu gelten für andere Bereiche der Branche, die nun ebenfalls von derselben Thematik eingeholt werden, etwa der Handel mit E­Liquids, andere regulatorische Übergangsfristen. Diese fällt mit 7 bis 20 Jahren deutlich länger aus. Wörgetter, der mit seinem Unternehmen bis 2028 weitermachen darf, beklagt: „Da fühlt man sich halt in unserer Branche nicht sehr fair behandelt.“

Nachforderung: 379.000 Euro

Parallel zur wirtschaftlichen Belastung durch das einjährige Verkaufsverbot und die befristete Existenz der Shops

folgt die finanzielle Nachforderung durch den Zoll. Grundlage ist die rückwirkende Anwendung der Tabaksteuer auf die von Canatur importierten Waren der vergangenen drei Jahre.

„Da wurden einfach die Eingangsrechnungen, also die Nettobeträge, hergenommen und 34 Prozent aufgeklatscht“, rechnet der Unternehmer vor. Die Forderung liegt zunächst bei knapp 400.000 Euro und wird später inflationsbedingt auf rund 379.000 Euro korrigiert. Die wirtschaftliche Belastung ist erheblich, da die zugrunde gelegten Steuersätze deutlich über den üblichen Margen im Großhandel liegen. Wörgetter beschreibt die Nachforderung als „schlichtweg nicht möglich“.

Rechtsstreit und Debatte

Gegen den Bescheid wurde Beschwerde eingebracht. Der Fall soll nun durch weitere Instanzen geklärt werden. „Wir sind im Rechtsstaat Österreich. Dementsprechend wollen wir auch behandelt werden und nicht rückwirkend bestraft werden“, argumentiert Wörgetter.

Der Österreichische Cannabis Bundesverband (ÖCB) holte letztes Jahr ein Gutachten des Verfassungsjuristen Heinz Mayer ein. Dieser kommt darin zum Schluss, dass legal handelbare Can­

Wörgetter soll nun 379.000 Euro nachzahlen.

Benjamin

CBD

Steuernachforderung

nabisblüten zwar der Tabaksteuer unterliegen, jedoch nicht vom österreichischen Tabakmonopol erfasst seien. Nach dieser Auffassung wäre der Verkauf über Fachgeschäfte weiterhin zulässig. Zudem bewertet Mayer eine Ausweitung des Tabakmonopols auf Cannabis als verfassungs­ und europarechtlich problematisch sowie als Eingriff in die Erwerbsfreiheit.

„Zwischen Weinen, Hoffen und Warten, bis der nächste Schlag kommt.“
Benjamin Wörgetter

Dem steht die Rechtsauffassung der Finanzverwaltung gegenüber. Das Finanzministerium erklärte im Frühjahr 2025 öffentlich, dass CBD ­Blüten nach der Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs dem Tabakmonopol unterliegen und daher weder in Hanfshops noch über Automaten verkauft werden dürfen. Ein Privatgutachten ändert daran zunächst nichts. Die Folgen der Regulierung sind laut Wörgetter bereits deutlich sichtbar. „In Innsbruck gibt

Wirtschaftskammer unterstützt

Musterprozess

Die Wirtschaftskammer Tirol steht mit mehreren Mitgliedern in Austausch, die von rückwirkenden Tabaksteuernachforderungen betroffenen sind. Zudem hat das Präsidium am 16. Juni beschlossen, „ein laufendes Beschwerdeverfahren eines Tiroler Handelsbetriebes aus Mitteln der neu eingerichteten ‚Streitkasse‘ als Musterprozess zu unterstützen, um offene Rechtsfragen von branchenweiter Bedeutung zu klären.“

es von elf Geschäften nur noch drei.“

Zwischen Existenzangst und Aktivismus Für Wörgetter ist die Situation nicht nur wirtschaftlich, sondern auch persönlich belastend. Er spricht hierbei auch von Existenzängsten. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wurden Kosten reduziert, Mitarbeiter abgebaut und Vermögenswerte verkauft. Und obwohl die Unsicherheit groß bleibt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Der Alltag sei von starken Schwankungen geprägt: „Zwischen Weinen, Hoffen und Warten, bis der nächste Schlag kommt.“

Wie die offenen Verfahren ausgehen, wird letztlich vor den Gerichten und möglicherweise auch auf politischer Ebene entschieden. Die Branche befindet sich jedenfalls in einer tief greifenden Umstrukturierung.

Canatur wurde 2022 eröffnet , 2025 folgte die Razzia.

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Innovation durch Daten

Globale Krisen, volatile Märkte und unsichere Lieferketten stellen Tirols Unternehmen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen datengetriebene Technologien neue Möglichkeiten für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, erklärt im Interview, wie die Datenökonomie zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird.

Unternehmen stehen aktuell unter großem Druck durch Krisen und unsichere Märkte. Wie kann die Datenökonomie hier helfen? Marcus Hofer: Wir erleben eine Gleichzeitigkeit von Krisen, wie geopolitische Spannungen, volatile Märkte und instabile Lieferketten. Eine exportorientierte Region wie Tirol ist hier stark exponiert. Genau hier kann die Nutzung von Daten helfen, schnellere sowie fundiertere Entscheidungen zu treffen und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Was versteht man unter Datenökonomie konkret? Datenökonomie bedeutet die Erzeugung, Verarbeitung, Analyse und wirtschaftliche Nutzung von Daten. Daten werden damit zu einem eigenständigen Wirtschaftsgut. Mithilfe aktueller Technologien lassen sich daraus wertvolle Erkenntnisse gewinnen, etwa zur Prozessoptimierung und besseren Kund:innen-Beziehungen. Es lassen sich aber auch ganz neue Geschäftsmodelle ableiten.

Welche Vorteile haben Unternehmen, die Daten strategisch einsetzen? Sie treffen fundiertere Entscheidungen, erkennen Marktchancen früher und können schneller reagieren. Besonders großes Potenzial entsteht, wenn Daten nicht isoliert genutzt, sondern zwischen Unternehmen geteilt werden. In sogenannten Datenökosystemen entstehen neue Formen der Zusammenarbeit und Innovation.

„Entscheidend ist, dass Unternehmen jederzeit die Kontrolle über ihre Daten behalten.“

Hofer

Gerade das Teilen von Daten ist sensibel. Wie kann das sicher funktionieren? Entscheidend ist, dass Unternehmen jederzeit die Kontrolle über ihre Daten behalten. Sie müssen selbst bestimmen können, wer Daten zu welchem Zweck nutzt. Datensouveränität ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor. In sogenannten Data Spaces wird genau das ermöglicht – kontrollierte Zusammenarbeit bei voller Rechte- und Zweckklarheit.

Welche Rolle spielt dabei der datahub. tirol? Der datahub.tirol ist die zentrale Drehscheibe für eine sichere und verantwortungsvolle Datennutzung in Tirol. Wir vernetzen Unternehmen, Forschung und öffentliche Institutionen in einem gemeinsamen Datenökosystem und schaffen Zugang zu Data Spaces. So können Unternehmen ihre Datenschätze gezielt für Innovation nutzen.

Wie unterstützt die Standortagentur Tirol konkret Unternehmen in puncto Digitalisierung? Unsere Digitalisierungs-Services basieren auf drei Säulen: Vernetzung, Qualifizierung und Umsetzung. Wir bringen Unternehmen und Forschung zusammen, vermitteln Wissen, u. a. zu Datenmanagement, Data Governance und KI, und begleiten konkrete Projekte von der Idee bis zur Anwendung.

www.standort­ tirol.at

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Viele Geschäftschancen lassen sich besser gemeinsam nutzen. Deshalb haben Unternehmen, die kooperieren, viele Vorteile. Sie finden einander online – in der WKO Kooperationsbörse. kooperationsboerse.at

Das Silicon Valley der Alpen?

Warum Tirol im globalen KI ­ Hype zu einem europäischen Health ­Tech ­Zentrum werden könnte – und warum dabei digitale Souveränität besonders wichtig ist.

Anfang des Jahres ging das KI­Projekt des Oberösterreichers Peter Steinberger, OpenClaw, viral und wurde kurz darauf vom Software­Riesen OpenAI übernommen. Spätestens seitdem beherrschen KI­Agenten auch hierzulande die Schlagzeilen. Gleichzeitig entwickelte sich eine Debatte darüber, warum Europa bei digitalen Technologien so abgeschlagen hinter den USA und China liegt.

Damit der Abstand nicht noch größer wird und US­Konzerne neben großen Sprachmodellen, Chips, Clouds und Rechenzentren keinen weiteren strategisch wichtigen Bereich der KIÖkonomie beherrschen, steuert die EU­Kommission nun mit einem neuen Gesetzespaket gegen: Der sogenannte „Cloud and AI Development Act“ (CADA) formuliert Auflagen für KIoder Cloud­Anbieter und will europäische Akteure in besonders sensiblen Sektoren fördern. Etwa im Gesundheitsbereich.

Die EU reagiert damit auch auf den USCloud­Act von 2018 – ein US­Gesetz, das Cloud­Anbieter unter anderem dazu verpflichtet, US­Behörden Zugriff auf die Daten der KundInnen zu gewähren, auch wenn diese im Ausland gespeichert sind. Europa könne es sich nicht leisten, bei Technologien, die den Betrieb von Krankenhäusern, die Stabilität von Energienetzen und die Sicherheit von Kommunikationsdiensten gewährleisten, von anderen abhängig zu sein, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Präsentation des Pakets zur technologischen Souveränität Europas.

Milliardenmarkt

„Made in Europe“

Das EU­Parlament hat etwa bereits Anfang Juni von der Google­Suchmaschine auf die französische Alternative Qwant umgestellt. Durch ähnliche Entwicklungen in anderen Bereichen – etwa bei KI­Agenten – wird in den kommenden Jahren ein Milliardenmarkt für europäische Anbieter entstehen. Gleichzeitig machen alternde Gesellschaft, Fachkräftemangel und Dokumentationspflichten digitale Lösungen im Gesundheitswesen nicht mehr zum Luxus, sondern zunehmend zur Notwendigkeit. Wenn PatientInnen künftig früher digital gelenkt, effizienter ambulant betreut und nur bei Bedarf stationär behandelt werden sollen, braucht es Daten, Schnittstellen, verlässliche Software und vertrauenswürdige KI­Angebote.

Rund 9.400 Megawatt:

KI ­ Systeme haben 2024 im Durchschnitt bereits ähnlich viel Stromleistung wie ganz Österreich verbraucht - inzwischen vermutlich um einiges mehr!

Quelle: AI Index Report 2026, Stanford University

KI-Krankenhaus

„von A bis Z“

Das österreichische MedTechUnternehmen Symptoma unterstützt die Verantwortlichen des Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol dabei, einen digitalen Gesundheitsassistenten in den Klinikalltag zu integrieren. „Wir arbeiten gerade mit einem Projekt nach dem anderen daran, das BKH in St. Johann i. T. zu einem KI­gestützten Krankenhaus von A bis Z zu machen“, erklärt der Gründer und Geschäftsführer von Symptoma, Jama Nateqi, im Gespräch mit top.tirol. Zuletzt hätte man etwa den nächsten größeren Durchbruch bei im Krankenhaus erworbenen Infektionen gehabt, ein anderes Beispiel sei die KIgestützte Ambulanz.

Neben der Strukturierung von Patientendaten kann der KI­Assistent bereits verschiedene Dokumentationsprozesse übernehmen sowie durch Symptomabfrage und Gewichtung von Wahrscheinlichkeiten Differenzialdiagnosen stellen. „Besonders spannend war es, zu sehen, als die ersten PatientInnen wirklich von A bis Z durch einen

solchen Prozess gelaufen sind und man gesehen hat: Das ist brauchbar“, betont Nateqi.

In den kommenden Jahren werde KI vor allem dort eingesetzt, wo heute viel Zeit verloren geht: Anamnese, Triage, Dokumentation, Entlassungsbriefe, Kodierung, Patientenkommunikation und perspektivisch klinische Entscheidungsunterstützung. Künftig sei etwa auch denkbar, die Patientenströme über das Callcenter 1450 noch effizienter zu organisieren. „Entscheidend ist aber, dass die KI als Werkzeug zum Durchleuchten von Daten verstanden wird – nicht als Arztersatz“, betont der Experte.

KI-Agent gegen Gesundheitsassistent

Den eigenen Gesundheitsassistenten Symptoma grenzt er bewusst von allgemeinen Sprachmodellen sowie von US­

„Gerade entscheidet sich, ob KI als Werkzeug im Dienst von ÄrztInnen und PatientInnen eingesetzt wird oder ob sensible Gesundheitsdaten in neue globale Plattformmonopole wandern.“
Jama Nateqi

amerikanischen KI­Agenten ab. Man habe sich bereits vor fast 20 Jahren auf das Thema Krankheitswahrscheinlichkeiten spezialisiert: „Das ist für uns das Schlüsselthema in der Medizin, weil so vieles andere davon abhängt. Wenn man Diagnosewahrscheinlichkeiten gut versteht, kann man Prozesse, Therapieentscheidungen, Prävention und Navigation sinnvoller aufbauen“, sagt er. Ein weiterer wichtiger Punkt sei, dass man sich beim Datenschutz nichts anlasten lassen wolle.

Projekte wie OpenClaw von Peter Steinberger würden hingegen exemplarisch für einen anderen Ansatz stehen,

der im Silicon Valley stärker verbreitet ist: Cloud­Infrastruktur, offene Schnittstellen, möglichst breite Automatisierung und die Bereitschaft, für maximale Flexibilität und Geschwindigkeit höhere laufende Kosten, geringere Datensouveränität sowie eine stärkere Abhängigkeit von externen Plattformen in Kauf zu nehmen.

Die Frage, ob er beim richtigen Angebot auch nach Kalifornien wechseln würde, verneint der MedTechUnternehmer. Ein Wechsel ins Silicon Valley passe weder zu seinem Selbstverständnis noch zu der Richtung, in die sich Symptoma entwickeln soll. „Je nützlicher eine Technologie wird, desto wichtiger werden die Fragen nach ihren gesellschaftlichen Auswirkungen. Für mich ist Innovation nur dann Fortschritt, wenn sie auch mit gesellschaftlicher Verantwortung einhergeht – selbst wenn sich andere Ansätze kurzfristig einfacher monetarisieren lassen“, so seine Überzeugung. Nateqis Ansatz steht für eine europäische Lesart: lokal, datenschutzorientiert, möglichst nahe an den sensiblen Daten. Server stehen direkt beim Krankenhaus, Datenschnittstellen werden kontrolliert, Patientendaten wandern nicht in (US­)Clouds.

Zur Person Jama Nateqi ist Gründer und Geschäftsführer von Symptoma. Das Unternehmen wurde 2009 formal gegründet und hat sich über die Jahre von einer Suchmaschine für besonders seltene Krankheiten zu einem digitalen Gesundheitsassistenten entwickelt, der PatientInnen und medizinische Einrichtungen unterstützen soll. Symptoma hat seinen Sitz inzwischen in Wien und hat aktuell eine Handvoll MitarbeiterInnen, nachdem man bereits rund 80 Personen inklusive FreelancerInnen beschäftigt hatte.

Durch den Wandel zu einer AI-First-Company habe man jedoch Umsatz, Gewinn (2025 = rund 2,8 Millionen Euro) und Output erhöhen können, sagt der Unternehmer.

Sherlock schaut zu

Europa wirkt im Wettrennen um das leistungsfähigste KI­Modell für viele wie der unbeteiligte Zuschauer zwischen Amerika und China“, erklärt der Tiroler KI­Experte Markus Kirchmair gegenüber top. tirol. Auch wenn man zu Beginn wegen einiger europäischer Herausforderer hoffnungsvoll gewesen sei, schaut es zurzeit nicht besonders gut aus. Im international beachteten Arena­Ranking landete das beste europäische Sprachmodell zum Zeitpunkt des Interviews auf Platz 77.

Rund um ChatGPT, Claude und Co. seien hingegen innerhalb kürzester Zeit ganze Ökosysteme entstanden: Schnittstellen, spezialisierte Tools sowie eigene kleine App­Stores. Gleichzeitig hätten chinesische Modelle zuletzt stark aufgeholt, erklärt er. Erst kürzlich habe es DeepSeek mit Version 4 das erste Mal geschafft, „ein Flagship­Modell weitgehend ohne westliche Technologie, sondern mit Huawei­ Chips zu trainieren und zu betreiben“, berichtet Kirchmair.

Ein zentrales Risiko sieht Kirchmair indes für Start­ups, die nur als dünne Schicht auf die führenden KI­Modelle aufbauen. Er zieht eine Parallele zum sogenannten Sherlocking­Effekt, den man aus App­ Ökosystemen kenne: Plattformbetreiber lassen EntwicklerInnen und Start­ups in ihrem Ökosystem

Arena AI –

LLM-Ranking

Aktuell schaffen es nur zwei europäische Sprachmodelle in die globale Top 100 (Platz 77 und 98) – die Plätze 1 bis 4 gehen zurzeit an Claude, einem Sprachmodell von Anthropic.

Zur Person

Markus Kirchmair ist KI-Experte, Berater und Autor. Er beschäftigt sich mit Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Regulierung und Transformationsprozessen. Nach Stationen in IT, Werbung, Digitalmarketing und Beratung arbeitet er heute selbstständig und begleitet Unternehmen bei Fragen rund um KI-Einsatz und digitale Veränderung. Kürzlich erschien sein Buch „KI Disruption - Die Agenten-Ökonomie verstehen“.

experimentieren, beobachten, welche Anwendungen funktionieren, und integrieren erfolgreiche Funktionen später selbst.

Klassische Gatekeeper zittern

Die Warnung des KI­Experten betrifft dabei nicht nur Start­ups, kleine oder mittlere Unternehmen. Auch klassische Gatekeeper – etwa Booking.com im Tourismusbereich – könnten mittelfristig unter Druck geraten, erklärt er. Die europäische Booking­Holding überweist jährlich zwar mehrere Milliarden Euro Werbegeld an Google, der USKonzern investiert trotzdem in einen möglichen direkten Konkurrenten –Anthropic. „Bisher konnte Booking mit

einem Marktanteil von über 70 Prozent recht hohe Provisionsgebühren von den Hotels verlangen“, berichtet Kirchmair. Aktuell würden TouristikerInnen jedoch daran arbeiten, Datensätze auf der Website strukturiert anzubieten, damit sie möglichst ins KI­ Ökosystem integriert werden. Booking, App­Stores oder manche SaaS­Anbieter könnten durch die aktuellen Entwicklungen in eine bedrohliche Rolle geraten – obwohl sie bis vor Kurzem selbst als Disruptoren galten, erklärt der Unternehmer.

Auch im Gesundheitsbereich sieht der Experte einige Einsatzfelder für neue Technologieprodukte. KI sei etwa extrem gut für Diagnostik geeignet. „In der aktuellen Studie SymptomAI lieferte eine Google­KI signifikant treffsicherere Diagnosen als unabhängige ÄrztInnen – die Chance auf eine korrekte Diagnose war rund zweieinhalbmal so

„Die reine Wissensvermittlung ist kein tragfähiges Geschäftsmodell für die Zukunft.“

Markus Kirchmair

hoch“, erzählt Kirchmair. Die Fähigkeit, Muster zu erkennen, erweise sich menschlichen Expertenaugen gegenüber beispielsweise auch bei Röntgenbildern oder Hautveränderungen als deutlich überlegen – was besonders für die Früherkennung vielversprechend sei.

Moments Tirol

Einzigartige Markenwelt in Österreich

Vor fast genau drei Monaten hat „Moments Tirol“ in der Museumstraße 1 in Innsbruck erstmals seine Türen für TirolFans und alle, die es noch werden wollen, geöffnet. Seither hat sich die Tiroler Markenwelt zu einem beliebten Treffpunkt in der Innsbrucker Innenstadt für TirolerInnen und Gäste etabliert. Hier begegnen Menschen einander – beim

In der Markenwelt wird Tirols Vielfalt sichtbar.

Shoppen, bei regelmäßigen Events oder beim Genuss neu interpretierter Bergkulinarik aus regionalen Zutaten im gemütlichen Gastrobereich.

Die Einbindung Tiroler KünstlerInnen und HandwerkerInnen ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts von Moments Tirol. Im Shop laden hochwertige Handwerksprodukte heimischer Betriebe und die Tirol Kollektion dazu ein, ein Stück Tirol mit nach Hause zu nehmen. Neu im Sortiment ist eine Capsule Collection, gestaltet vom Tiroler StreetartKünstler HNRX, der international für seine großflächigen Wandbilder bekannt ist. Ein besonderer Ausblick gilt dem kommenden Herbst: Zum 25-jährigen Jubiläum der Tirol Kollektion erscheint eine exklusive Jubiläumslinie, bei der die beliebte „Star-Mütze“ neu interpretiert wird.

Erste Events in diesen drei Monaten haben bereits viele interessierte BesucherInnen angezogen. Von Talks und LivePodcasts über die Livekonzert-Reihe „Monday Moments“ mit lokalen MusikerInnen bis hin zum „Salon Tirol“, wo Kunst und Handwerk im Fokus stehen: In der Markenwelt wird Tirols Vielfalt sichtbar. So wird der Ort zum lebendigen Treffpunkt, an dem Menschen zusammenkommen. Kurz gesagt: Ein Community-Spot für alle, die sich mit dem Tiroler Lebensgefühl verbunden fühlen. Alle Infos zu den Veranstaltungen, dem kulinarischen Angebot und der Tirol Kollektion unter www.moments.tirol.

Moments Tirol

Shop • Genuss • Events Museumstraße 1 6020 Innsbruck Instagram: @moments.tirol www.moments.tirol

Datenstruktur größte Herausforderung

LZur Person

Nicholas Wieser ist Gründer und Geschäftsführer des Tiroler Start-ups Convectum sowie als Sales Manager bei der KufGem tätig. Convectum hat der Tiroler 2020 gegründet und mit 8skills eine Softwareplattform für Pflegeeinrichtungen entwickelt. Sie soll Personalplanung, Kompetenzmanagement, Recruiting und Weiterbildung in einer Plattform vereinen.

okale KI­Agenten sehe ich definitiv als Chance für uns“, erklärt indes Nicholas Wieser, Gründer und Geschäftsführer des Tiroler Start­ups Convectum. Das Unternehmen hat mit 8skills eine Softwareplattform entwickelt, die Pflegeeinrichtungen bei Personalplanung, Aufgabenverteilung und Weiterbildung unterstützen soll. Wieser würde aktuell nur ungern mit OpenAI, Anthropic oder Google zusammenarbeiten. „Für uns würde nur ein lokaler KI­Agent infrage kommen“, betont der Tiroler.

Zurzeit sei die gewachsene Datenstruktur in Unternehmen die größte Herausforderung, sagt er. „Hier einfach eine KI drüberzustülpen, ist nicht sinnvoll.“ Die DSGVO und lokale KI­Lösungen sieht er aus europäischer Sicht indes nicht nur als Pflicht, sondern als möglichen Wettbewerbsvorteil.

Rechts-KI braucht Quellen Was im Gesundheitswesen gilt, zeige sich auch im Rechtsbereich, erklärt Kirchmair: Nur die technische Umsetzbarkeit sei noch nicht ausreichend, um klassische Anbieter zu bedrohen ­ Regulierung, Haftung und persönliche Verantwortung wirkten jedenfalls bremsend. „Trotzdem sehe ich besonders beim Nachwuchs große Veränderungen“, sagt er. Viele Tätigkeiten von JuniorjuristInnen oder Kanzleihilfen ließen sich automatisieren: Präzedenzfälle suchen, Schriftsätze vorbereiten, Argumentationsstrategien entwerfen. „Früher musste sich jemand teils wochenlang durchs Archiv arbeiten, um Fälle vorzubereiten“, erklärt er.

„Die juristische Arbeit verändert sich aktuell grundlegend – Generative AI entwickelt sich von einzelnen Tools

hin zu integrierter, AI­gestützter Aufgabenautomatisierung“, bestätigt auch Andreas Geyrecker, Director Product von LexisNexis Österreich, die tief greifende Transformation. Aktuell finde der nächste große Entwicklungssprung statt: „In den nächsten Jahren geht es um wiederholbare, konsistente Abläufe statt bloßen Einzelantworten – das wird gerade die neue Arbeitsweise. Dementsprechend arbeiten wir bereits daran, diese in unseren AI­Assistenten Protégé zu integrieren.“

Die eigene klassische Recherchelösung würde den KI­Assistenten dabei perfekt ergänzen, da im juristischen Umfeld ein gutes Ergebnis allein nicht ausreiche und insbesondere der Weg dorthin nachvollziehbar sein muss. „Genau hier liegt ein zentraler Unterschied zwischen allgemeinen Large Language Models und spezialisierten Legal­AILösungen wie Protégé“, sagt er.

„Österreichisches Recht ist stark quellengebunden, systematisch aufgebaut und auf präzise, aktuelle und nachvollziehbare Informationen ange­

wiesen“, argumentiert auch Alexander Feldinger von Manz, einem der traditionsreichen juristischen Fachverlage Österreichs mit Sitz in Wien. Allgemeine Sprachmodelle könnten zwar überzeugend formulieren, haben aber keine ausreichende Bindung an geprüfte juristische Quellen, redaktionelle Qualitätssicherung und Aktualitätslogik, erklärt der Leiter der Legal Intelligence Services bei Manz.

„Die Legal­AI­Lösung Genjus KI soll genau diese Lücke schließen“, betont er. Sie basiere nicht nur auf generischem KI­Training, sondern auf einer kuratierten, strukturierten und rechtlich geprüften Datenbasis. Darunter etwa ausgewählte Inhalte weiterer Fachverlage sowie zentrale österreichische und europäische Rechtsquellen wie RIS, Findok und EUR­Lex. „Die Antwortgenerierung erfolgt mit Claude 4.5

„Für uns würde nur ein lokaler KI-Agent infrage kommen.“
Nicholas Wieser

Sonnet, während Claude Haiku 4.5 zusätzlich bei der Bewertung und Einordnung der Quellenqualität unterstützt“, erklärt der Experte.

Tirols Chance

Tirol hat im Bereich Digital Health gute Voraussetzungen, dennoch ist Vorsicht geboten: Ein starker Technologie­Anwendungsstandort bedeutet im digitalen Zeitalter nicht automatisch Souveränität. Wenn Modelle, Schnittstellen, Datenräume und Rechenzentren überwiegend von globalen Plattformen außerhalb Europas kontrolliert werden,

Weil weniger manchmal mehr ist!

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist ein Ziel, das niemand infrage stellt. Doch die EUEntgelttransparenz-Richtlinie droht in ihrer österreichischen Umsetzung zu einer unnötigen Belastung für die Betriebe zu werden. Geplant sind Regelungen, die in wesentlichen Punkten über die europäischen Vorgaben hinausgehen. Dieses sogenannte Gold Plating schafft zusätzlichen Aufwand, ohne einen erkennbaren Mehrwert zu bringen.

Dabei verfügt Österreich bereits über ein europaweit einzigartiges System: Mehr als 98 Prozent der Beschäftigten sind von Kollektivverträgen erfasst, die klare und geschlechtsneutrale Entgeltstrukturen vorgeben. Statt

auf diesem bewährten Fundament aufzubauen, soll nun eine zusätzliche Systematik geschaffen werden. Dazu kommen neue Auskunfts-, Dokumenta-

kann auch ein wachsendes DigitalHealth­ Ökosystem in der Region mit neuen Abhängigkeiten verbunden sein. „Silicon Valley der Alpen“ ist zudem der falsche Maßstab, ein unrealistisches Vorbild. Das Original lebt von Größe, Risiko und globaler Plattformmacht. Tirols Chance liegt eher in Vertrauen, Spezialisierung und der Fähigkeit, Datenhoheit zu garantieren und KI gewinnbringend dort einzusetzen, wo Verantwortung besonders wichtig ist. Wenn das gelingt, muss Tirol nicht Kalifornien werden. Es könnte etwas Eigenes werden.

tions- und Berichtspflichten sowie verschärfte Haftungsrisiken für Unternehmen.

Die Tiroler Industrie warnt davor, funktionierende Strukturen durch übermäßige Regulierung zu belasten. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen Betriebe Planungssicherheit und Spielraum für Investitionen, Innovation und Beschäftigung. Deshalb gilt bei der Umsetzung europäischer Vorgaben mehr denn je: Bewährtes anerkennen, Bürokratie vermeiden – denn manchmal ist weniger mehr.

SPENDENAKTION

Frühförderung unter Druck

Der Blinden ­ und Sehbehindertenverband Tirol (BSVT) schlägt Alarm: Für die gesetzlich verankerte Frühförderung sehbehinderter und blinder Kinder fehlen die benötigten finanziellen Mittel. Eine Spendenaktion soll nun verhindern, dass Betreuung gekürzt oder Kinder auf Wartelisten gesetzt werden.

Text Barbara Kluibenschädl

Hochspezialisierte BSVTBetreuerInnen fördern den Sehsinn ihrer anvertrauten Kinder unter anderem durch Wahrnehmungsschulung mittels modernster elektronischer Technik.

„Frühförderung ist wie ein Licht

am

Ende des Tunnels.“
Brigitte

und André Betz

Wenn ein Kind sehbehindert oder blind ist, zählt oft jeder Monat. Gerade in den ersten Lebensjahren entwickelt sich der Sehsinn besonders schnell – und genau hier setzt die Frühförderung an. Speziell ausgebildete FrühförderInnen begleiten Familien direkt zu Hause, unterstützen Kinder bei ihrer Entwicklung und schaffen wichtige Grundlagen für Schule, Alltag und Selbstständigkeit.

Seit mehr als 40 Jahren übernimmt diese Aufgabe in Tirol der Blinden­ und Sehbehindertenverband Tirol (BSVT). Rund 60 Kinder werden derzeit jährlich betreut, fünf weitere wurden allein seit Jahresbeginn angemeldet. Tirolweit geht man von bis zu 130

Kleinkindern mit Sehbehinderung oder Blindheit aus. Möglich wurde dieses Angebot auch durch das Tiroler Teilhabegesetz (TTHG), das 2018 beschlossen wurde. Es garantiert Menschen mit Behinderung Unterstützung und soll ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Für Familien mit sehbehinderten oder blinden Kindern bedeutet das konkret: ein gesetzlicher Anspruch auf Frühförderung.

Betreuung zu Hause

Die Förderung findet dort statt, wo sich die Kinder am sichersten fühlen: zu Hause. Die FrühförderInnen arbeiten eng mit den Eltern zusammen und bringen nicht nur pädagogisches Wissen mit, sondern auch Expertise aus Medi­

Im heimischen Umfeld und im Beisein von Familienmitgliedern erzielt professionelle Frühförderung die besten Erfolge.

Jede Unterstützung zählt

Spendenkonto:

Raiffeisen

AT46 3600 0000 0087 0006

Sparkasse

AT41 2050 3000 0003 0155

Diese Spenden sind steuerlich absetzbar.

„Frühförderung bedeutet, zu lernen, wie man mit fünf bis zehn Prozent Sehkraft gut durch diese Welt und durchs Leben findet.“
Brigitte

und André Betz

zin, Psychologie und Inklusion. Gleichzeitig müssen sie in ganz Tirol mobil unterwegs sein – von Innsbruck bis in entlegene Täler.

Genau dieses System gerät nun zunehmend unter finanziellen Druck.

Laut BSVT deckt das bestehende Normkostenmodell der Tiroler Landesregierung seit Jahren nur etwa drei Viertel der tatsächlichen Kosten ab. Inflation, steigende Fahrtkosten und notwendige Spezialausbildungen haben die Situation zusätzlich verschärft.

Erste Wartelisten drohen Noch gelingt es dem BSVT, die Versorgung aufrechtzuerhalten. Doch die Spielräume werden enger. Bereits jetzt könnten laut Verband vier Kinder nur mehr aufgenommen werden, wenn Betreuungsintervalle anderer Familien reduziert oder zusätzliche Überstunden geleistet würden. Für BSVT­ Obfrau

Sabine Karrer und Geschäftsführer Wilhelm Zwirner ist klar: Einsparungen würden direkt die Qualität der Betreuung treffen. Weniger Hausbesuche, weniger Fortbildungen oder Einschränkungen bei der mobilen Versorgung hätten unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklungschancen der Kinder. Im Februar suchte der Verband deshalb das Gespräch mit der zuständigen Landesrätin Eva Pawlata. Zwar habe es Verständnis für die schwierige Situation gegeben, konkrete Lösungen seien jedoch ausgeblieben. Verwiesen wurde laut BSVT auf die angespannte Budgetsituation im Sozialbereich und die Notwendigkeit zu sparen. Um die Frühförderung für 2026 dennoch absichern zu können, startet der Verband nun eine Spendenaktion. Ob 50, 100 oder 1.000 Euro – jeder Betrag hilft, den aktuellen Bedarf an Frühförderung für sehbehinderte Kinder in Tirol zu decken.

1.

4 Fragen an …

Brigitte und André Betz aus Innsbruck mit ihren zwei Kindern Benedikt (8) und Sebastian (3)

Wie würdet ihr eure Familiensituation beschreiben?

Die Situation in unserer Familie mit zwei schwer sehbehinderten Kindern gestaltet sich – abgesehen von ein paar Besonderheiten – im Alltag eigentlich ganz „normal“. Die beiden sind richtige Lauser und halten die Welt um sich herum auf Trab. Sie sind erfinderisch, für jeden Schabernack zu haben, spielen gerne, gehen gerne in die Natur oder auf Spielplätze, basteln und malen mit großer Freude.

3.

Was ist das Besondere an der Frühförderung des BSVT?

Frühförderung bedeutet, zu lernen, wie man mit fünf bis zehn Prozent Sehkraft gut durch diese Welt und durchs Leben findet. Sie zeigt Wege auf, wie Orientierung funktionieren kann, ohne alles im Blick zu haben. Für sehbehinderte und blinde Kinder – und auch für die Eltern – ist sie eines der größten Geschenke. Sie gibt Mut, Hoffnung, Zuversicht, Fröhlichkeit und Selbstwert.

4.

2.

Wie unterstützt Gabi, die Frühförderin des BSVT, eure Situation?

Neben der eigentlichen Sehfrühförderung werden wir von Gabi in den unterschiedlichsten Bereichen unterstützt. Inzwischen ist sie Dreh­ und Angelpunkt für die Vorbereitung des Schuleintritts von Benedikt und vernetzt sich eng mit dem Kindergarten, um auch Sebastian dort die bestmögliche Förderung zu ermöglichen.

Was wäre, wenn es diese Unterstützung nicht gäbe?

Frühförderung ist wie ein Licht am Ende des Tunnels. Was wäre ein Leben ohne Gabi? Direkt düster. Sie bringt so viel Licht in unsere Familie.

INNOVATION IN TIROL

Den Lebermetastasen auf der Spur

Bislang konnte das Verhalten von Krebszellen in der Leber nur im Reagenzglas oder in Tierstudien erforscht werden. Dem Team um Andreas Pircher und Rupert Oberhuber an der Universitätsklinik Innsbruck ist es nun gelungen, Lebermetastasen von DarmkrebspatientInnen samt ihrer natürlichen Zellumgebung außerhalb des Körpers über mehrere Tage lebend zu erhalten und zu analysieren.

Text Barbara Kluibenschädl

Wenn Krebs streut, passiert das nicht zufällig im ganzen Körper: Tumorarten bilden bevorzugt Metastasen in bestimmten Organen. „Bei Darmkrebs, der zweithäufigsten Krebserkrankung weltweit, ist die Leber das häufigste metastasierte Organ“, beschreibt Andreas Pircher, Hämato­ Onkologe an der Universitätsklinik Innsbruck. Und genau hier beginnt das Problem: „Wir wissen zwar, wohin sich Tumore ausbreiten, aber nicht wirklich, wie sie sich dort im Detail verhalten“, ergänzt Forschungspartner und Transplantationschirurg Rupert Oberhuber. Gängige Modelle aus dem Labor stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Zellkulturen sind stark vereinfacht, Tiermodelle nur bedingt übertragbar. Deshalb beforscht das Team rund um Pircher und Oberhuber Tumore erstmals in echten menschlichen Leberpräparaten – und zwar außerhalb des Kör­

pers. Wichtig dabei ist: „Die Forschung hat keinen Einfluss auf die Durchführung der regulären Standardtherapie bei den PatientInnen“, betont Oberhuber. Nur das Organ bzw. der Organteil, der im Zuge einer Operation ohnehin entfernt wird, dient anschließend der Forschung.

Leber am Leben

Möglich macht die Erforschung der Metastasen an der Leber eine relativ neu angewandte Technologie aus der Transplantationsmedizin. „Die normotherme Maschinenperfusion bietet die Möglichkeit, ein Organ wie die Leber außerhalb des Körpers lebendig zu erhalten“, erklärt Oberhuber. Statt der üblichen Transplantations­Zeitfenster von rund 48 Stunden gelang es dem Team im Zuge des Forschungsprojekts, die Leber bis zu sieben Tage lang zu stabilisieren.

Der technische Aufwand dahinter ist enorm. Zwei OP­Teams arbeiten bei einem Untersuchungsobjekt, also einer

Um eine Leber oder Leberteile außerhalb des Körpers am Leben zu erhalten , braucht es Technologien und Know-how aus der Transplantationsmedizin.

Leber, parallel: Eines führt die Tumoroperation durch, das andere bereitet das entnommene Organ für die Perfusion vor. Um die Leber stabil zu halten, lief anschließend im OrganLife­Labor der Klinik ein hochsensibles Monitoring: „Zwei bis drei Leute waren nur damit beschäftigt, das Organ zu überwachen“, erklärt Pircher. Nährstoffe, pH­Wert, Antibiotika – alles musste konstant angepasst werden.

Schicht für Schicht

„Im nächsten Schritt wurde das Organ sequenziell biopsiert“, erklärt Oberhuber. Mithilfe hochauflösender Methoden wie der Einzelzell­RNA­Sequenzierung wurde im klinischen Labor

„Die normotherme Maschinenperfusion bietet die Möglichkeit, ein Organ wie die Leber außerhalb des Körpers lebendig zu erhalten.“

sichtbar gemacht, was zuvor verborgen blieb. „Man kann genau nachvollziehen, in welchem Zustand sich eine Zelle zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet und welche Zellprogramme angeschlagen und verändert werden“, beschreibt Pircher. Dabei zeigten sich klare Unterschiede zwischen gesundem und tumorösem Gewebe. Besonders spannend sei die Rolle bestimmter Immunzellen: Sogenannte myeloide Zellen scheinen im Tumor regelrecht gefangen zu sein. Diese Zellen „bleiben im Tumor, verändern sich dort und schaffen eine besonders aggressive Umgebung“, so Pircher.

Wissen in die Praxis

Bis die gewonnenen Erkenntnisse tatsächlich in neue Therapien münden, ist es aber noch ein langer Weg. „Was wir hier machen, ist translationale Forschung, das heißt, wir beschreiben Vorgänge“, erklärt Oberhuber. Denkbar sind Strategien, die gezielt bestimmte Immunzellpopulationen im Tumor beeinflussen oder neu programmieren. Welche konkreten Ansätze sich daraus entwickeln lassen, werden die nächsten Jahre zeigen. Das internationale Interesse an der Innsbrucker Forschung ist aber bereits jetzt groß: So hat sich unter anderem das MD Anderson Cancer Center in Houston, eines der weltweit führenden Krebszentren, für einen Wissensaustausch gemeldet.

Zur Person

Rupert Oberhuber ist Universitätsprofessor und Leiter des Transplantationsprogrammes für Viszeral-, Transplantationsund Thoraxchirurgie der Medizinischen Universität Innsbruck.

Zur Person

Andreas Pircher ist assoziierter Professor an der Medizinischen Universität Innsbruck sowie zweiter stellvertretender Klinikdirektor für Innere Medizin V mit Schwerpunkt Hämatologie und internistische Onkologie.

Förderung „Altes Handwerk“

Investitionsförderung

für Investitionen in Einrichtungen oder Ausrüstungen

■bis zu 30 Prozent der förderbaren Kosten

■maximal 15.000 Euro

Übernahmebonus

Handwerksbetrieb wird von NachfolgerIn übernommen und für mindestens fünf Jahre weitergeführt

■maximal 20.000 Euro pro Übernahme

Infos und Antragsformular:

www.tirol.gv.at/alteshandwerk

GESCHICHTEN ERFOLGS-

Bei den top.tirol-Erfolgsgeschichten auf den folgenden Seiten handelt es sich um bezahlte Werbeeinschaltungen unserer KundInnen, die von uns redaktionell kuratiert werden.

Erfolgsgeschichte: Agrarmarketing Tirol

Regionale Produkte als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Was vor über 30 Jahren als regionales Gütesiegel begann, entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Motor der Tiroler Wirtschaft: „Qualität Tirol“ steht heute nicht nur für Herkunft und Vertrauen, sondern vor allem für messbare Wertschöpfung – und für Produkte, die den Nerv der Zeit treffen.

Die aktuelle Wertschöpfungsstudie 2025 der Agrarmarketing Tirol zeigte eindrucksvoll, wie stark sich die konsequente Ausrichtung auf regionale Lebensmittel auszahlt. Mit einem Umsatz von 44,5 Millionen Euro – ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr – setzen „Qualität Tirol“ Produkte ihren Wachstumskurs fort. Besonders bemerkenswert: In­

nerhalb von fünf Jahren ist der Umsatz um rund 50 Prozent gestiegen.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem klassische Tiroler Kernsegmente. Milch und Milchprodukte erzielten 2025 einen Umsatz von 15,1 Millionen Euro und verzeichneten damit ein kräftiges Plus von 18 Prozent. Auch Fleisch und Fleischprodukte legten deutlich zu und erreichten 15 Millionen Euro (+9,5 Prozent). Die ­

„Wer zu ‚Qualität Tirol‘ greift, entscheidet sich bewusst für Tirol –für unsere Landwirtschaft, unsere Betriebe und unsere Zukunft.“
Matthias Pöschl, Geschäftsführer Agrarmarketing Tirol

se Zahlen unterstreichen, dass gerade jene Produkte, die stark mit regionaler Identität und handwerklicher Qualität verbunden sind, besonders gefragt sind.

Stabil entwickelten sich hingegen Obst und Gemüse (8,5 Millionen Euro) sowie weitere Lebensmittel wie Eier oder Fisch (5,9 Millionen Euro). Sie bilden das breite Fundament der „Qualität Tirol“ Produktwelt, die mittlerweile mehr als 450 Artikel umfasst.

59 Millionen Euro für Tirol

Die wirtschaftliche Bedeutung reicht jedoch weit über den reinen Umsatz hinaus. Laut Studie generieren „Qualität Tirol“ Produkte eine Wertschöpfung von 59 Millionen Euro für die Tiroler Wirtschaft. Damit sichern sie 581 Arbeitsplätze und tragen rund 30 Millionen Euro zu Steuern und Abgaben bei.

Diese Zahlen machen deutlich: Wer zu regionalen Produkten greift, stärkt nicht nur einzelne Betriebe,

ZAHLEN 2025

44,5 Mio. Euro

Umsatz mit „Qualität Tirol“ Produkten (+8 Prozent zu 2024)

+50 Prozent

Umsatzwachstum in den letzten fünf Jahren

581 gesicherte Arbeitsplätze

~ 30 Mio. Euro

Steuern und Abgaben

50+ Produkte

mit dem Gütesiegel „Qualität Tirol“ im Sortiment

12 neue Produkte im Handel platziert

3,4 Mio. Euro

Umsatz Tiroler Bauern Produkte GmbH (+40 Prozent)

sondern ganze Wertschöpfungsketten – von der Landwirtschaft über Verarbeitung und Handel bis hin zur Gastronomie.

Erfolgsmodell im Premiumsegment

Trotz eines herausfordernden Marktumfelds behauptet sich „Qualität Tirol“ klar im Premiumsegment. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt in der Nähe zu aktuellen Konsumtrends. KonsumentInnen achten zunehmend auf Geschmack, Gesundheit und Nachhaltigkeit – genau jene Werte, für die „Qualität Tirol“ Produkte stehen.

Die kleinstrukturierte Landwirtschaft, kurze Transportwege und transparente Herkunft schaffen Vertrauen. Gleichzeitig garantieren strenge Qualitätsrichtlinien und unabhängige Kontrollen ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend sensiblen Lebensmittelmarkt.

Neue Impulse durch professionelle Vermarktung Erstmals wurde 2025 auch die Tiroler Bauern Produkte GmbH in die Analyse einbezogen. Die gemeinsame Vertriebsgesellschaft von Agrarmarketing Tirol und Bioalpin zeigt, wie wichtig professionelle Vermarktungsstrukturen für den Erfolg regionaler Produkte sind.

Mit einem Umsatz von 3,4 Millionen Euro (+40 Prozent gegenüber 2024) und einer Bruttowertschöpfung von 8,3 Millionen Euro trägt sie maßgeblich zur positiven Gesamtentwicklung bei. Zudem sichert sie 102 Arbeitsplätze und stärkt die Nachfrage über Tirol hinaus. Ein zentraler Erfolgsfaktor bleibt die enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Qualität Tirol“ verbindet Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Tourismus zu einem funktionierenden System. Diese Vernetzung ermöglicht nicht nur effiziente Vermarktung, sondern auch kontinuierliche Weiterentwicklung der Produkte.

Flexibilität als Erfolgsfaktor

Wirtschaftliche Unsicherheit, schwankende Auftragslagen und steigender Flexibilitätsbedarf prägen den Markt. InterWork hat diese Entwicklung früh erkannt und sich als verlässlicher Partner für Unternehmen in ganz Österreich etabliert.

ZAHLEN

• 3 Standorte: Rum bei Innsbruck, Salzburg und Wien

• Aktuell über 300 MitarbeiterInnen beschäftigt

• Im Jahr 2025 begründete InterWork rund 870 Dienstverhältnisse und wickelte knapp 2.400 Personalüberlassungen ab

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben angespannt. Unsichere Märkte, geopolitische Krisen und schwankende Auftragslagen erschweren vielen Unternehmen die langfristige Personalplanung. Für die InterWork Personalservice GmbH aus Rum bei Innsbruck eröffnet genau diese Entwicklung neue Chancen: So konnte der Personaldienstleister trotz der schwierigen Wirtschaftslage eine positive Geschäftsentwicklung verzeichnen und seine Marktpräsenz weiter ausbauen.

„Viele Unternehmen können derzeit nicht mehr mit derselben Planungssicherheit agieren wie noch vor einigen Erfolgsgeschichte:

Jahren. Deshalb steigt die Nachfrage nach flexiblen Personallösungen“, erklärt Geschäftsführer Rainer Körber. Betriebe würden zunehmend auf Personalüberlassung setzen, um Auftragsspitzen abzufedern und gleichzeitig wirtschaftliche Risiken zu minimieren.

Stabiler Partner

Die positive Entwicklung des Tiroler Unternehmens spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Im vergangenen Jahr begründete InterWork rund 870 Dienstverhältnisse und wickelte knapp 2.400 Personalüberlassungen für Betriebe ab. Das Unternehmen arbeitet heute mit KundInnen unterschiedlichster Größenordnungen in ganz Öster­

„Wir unterstützen Unternehmen aus dem Handwerk, der Industrie, dem Bau- und Baunebengewerbe sowie der Pflege und dem Tourismus dabei, qualifizierte Fachkräfte kurzfristig und bedarfsgerecht einzusetzen.“

Rainer Körber, Geschäftsführung InterWork

reich zusammen – vom Neusiedler See bis zum Bodensee.

„Wir unterstützen Unternehmen aus dem Handwerk, der Industrie, dem Bau­ und Baunebengewerbe sowie der Pflege und dem Tourismus dabei, qualifizierte Fachkräfte kurzfristig und bedarfsgerecht einzusetzen“, erklärt der Geschäftsführer. Für die Unternehmen bedeutet das mehr Flexibilität bei gleichzeitig hoher Planungssicherheit.

MitarbeiterInnen können rasch in Projekte integriert werden, ohne dass langfristige personelle Verpflichtungen eingegangen werden müssen.

Nachhaltige Vermittlung

Von diesem Modell profitieren auch die Beschäftigten. InterWork setzt auf eine kontinuierliche Weitervermittlung der Mitarbeitenden und sorgt dafür, dass diese nach Projektende möglichst nahtlos in neue Einsätze wechseln können. „Unser Ziel ist es, Beschäftigung langfristig zu sichern und unseren MitarbeiterInnen laufend neue Perspektiven zu bieten“, so Körber.

Der erfolgreiche Kurs von InterWork wurde zuletzt auch durch externe Auszeichnungen bestätigt: Im April 2026 wurde das Unternehmen von IMWF Austria und KURIER als „Top Berater des Landes“ ausgezeichnet. Zudem erhielt InterWork 2026 bereits zum fünften Mal

in Folge das Kununu­Siegel „Top Company“. Beide Auszeichnungen unterstreichen den Anspruch des Unternehmens, KundInnen sowie Mitarbeitende mit Qualität, Verlässlichkeit und nachhaltigen Lösungen zu begleiten.

Auf Wachstumskurs

Ein weiterer Meilenstein ist die kürzlich erhaltene Konzession für den deutschen Markt. „Künftig möchten wir unsere Aktivitäten insbesondere im bayerischen Grenzraum ausbauen und damit den nächsten Wachstumsschritt setzen“, betont Körber.

Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten erweisen sich Anpassungsfähigkeit, regionale Nähe und persönliche Betreuung als entscheidende Erfolgsfaktoren. Mit diesem Ansatz hat sich InterWork seit über zehn Jahren als verlässlicher Partner für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen positioniert.

Erfolgsgeschichte: Flughafen Innsbruck

Stabile Entwicklung trotz herausforderndem Umfeld

Nach der erfolgreichen Wintersaison 2025/26 nimmt der Flughafen Innsbruck Kurs auf den Sommer. Zusätzliche Verbindungen nach London und Amsterdam verstärken das Angebot an Linienflügen. Die aktuelle geopolitische Situation fordert die Luftfahrt einmal mehr heraus, am Flughafen Innsbruck sind derzeit aber keine unmittelbaren Auswirkungen spürbar.

Erhöhte Frequenzen im Sommer 2026

• 5 x wöchentlich nach London

• 4 x wöchentlich nach Amsterdam

Wenn im Winter eine Maschine nach der anderen zwischen Nordkette und Patscherkofel zur Landung ansetzt, wird deutlich, welche Rolle der Flughafen Innsbruck für Tirol spielt. Am Terminal herrscht dabei reger Betrieb: An Spitzentagen strömen bis zu 17.500 Reisende hindurch – mit Skischuhen im Gepäck und die Berge im Blick. Der dichte Winterverkehr ist dabei weit mehr als reine Betriebsamkeit; er steht für eine Saison, die für den Flughafen Innsbruck einen wichtigen wirtschaftlichen Grundpfeiler darstellt.

Winter als Fundament

Die Stärke des Winters zeigt sich auch in den Zahlen: 684.068 PassagierInnen wurden zwischen Dezember und Ostern gezählt, allein im ersten Quartal 2026 legte das Passagieraufkommen um über drei Prozent zu. Die Bedeutung Tirols als international gefragte Tourismusdestination ist groß – der Flughafen leistet einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Anbindung der Region. Vor

allem der britische Markt ist am Flughafen besonders präsent. Über 60 Prozent der internationalen Gäste kommen im Winter aus dem Vereinigten Königreich.

Sommer auf Kurs ohne Kerosinmangel

Darauf aufbauend ist der Blick am Flughafen Innsbruck aktuell auf die Sommersaison gerichtet. Seit Ende April gilt der Sommerflugplan 2026 – mit zusätzlichen Frequenzen, beliebten Urlaubszielen und einem Angebot, das spürbar Lust auf Reisen macht und Fernweh weckt. So liegen die klassischen Mittelmeerziele Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich und die Türkei klar im Trend. Ein Comeback feiert in diesem Jahr die „grüne Insel“ Korfu.

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

882.876

JahrespassagierInnen wurden 2025 am Flughafen Innsbruck abgefertigt.

Der Flughafen Innsbruck ist der drittgrößte Verkehrsflughafen und der zweitgrößte Bundesländerflughafen Österreichs.

Die Top 3 Destinationen ab Innsbruck waren 2025 Wien , London und Amsterdam

Im Jahr 2025 feierte der Flughafen sein 100 ­ jähriges Bestehen

„Auch in Zeiten, in denen viel über Unsicherheiten gesprochen wird, nimmt der Sommerurlaub für die Tirolerinnen und Tiroler eine hohe Priorität ein“, so Flughafengeschäftsführer Marco Pernetta. Gleichzeitig betont er: „Dafür bietet der Flughafen Innsbruck ein attraktives Angebot zu beliebten Urlaubsdestinationen, das zuverlässig einen entspannten Sommerurlaub ermöglicht. So ist etwa ein Kerosinengpass für die Sommermonate in Innsbruck kein Thema.“

Mehr Frequenz, mehr Reichweite

Der Sommer 2026 bringt auch eine Aufstockung von wichtigen Linienverbindungen. So wurden die Flüge nach London und Amsterdam über die Sommermonate deutlich ausgebaut: Fünfmal pro Woche geht es in die britische Metropole, viermal in die niederländische Hauptstadt. „Vor allem die Verdopplung der bisherigen Frequenzen nach Amsterdam ist ein wichtiger Schritt für uns“, unterstreicht Pernetta. „Der Flughafen Schiphol zählt zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten Europas. Dank Codeshare­Flugnummern profitieren PassagierInnen auf Flügen mit transavia von Anschlussmöglichkeiten ins weltweite SkyTeamNetzwerk.“

„Auch in Zeiten, in denen viel über Unsicherheiten gesprochen wird, nimmt der Sommerurlaub für die Tirolerinnen und Tiroler eine hohe Priorität ein.“

Marco Pernetta, Flughafengeschäftsführer

Private Banking der Hypo Tirol Bank

Seit 125 Jahren begleitet die Hypo Tirol Bank wirtschaftliche Entwicklungen in Tirol. Heute zählt das Private Banking zu den wichtigsten Kompetenzfeldern des Hauses – mit persönlicher Beratung, eigener Investmentexpertise und einem klaren Blick auf langfristige Vermögensstrategien.

Die Hypo Tirol Bank blickt auf 125 Jahre Geschichte zurück. Im Mittelpunkt steht dabei weniger der Blick zurück als die Frage, wie Vermögen in einer zunehmend komplexen Welt nachhaltig gestaltet, strukturiert und über Generationen hinweg erhalten werden kann.

Vermögen verdient Perspektive

Das Private Banking der Hypo Tirol hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der zentralen Kompetenzfelder der Bank entwickelt. Im Zentrum steht eine Beratung, die auf persönliche Betreu­

ung, langfristiges Denken und Regionalität setzt. „Als Landesbank sind wir nah an den wirtschaftlichen Entwicklungen in Tirol und kennen die Besonderheiten des heimischen Marktes sehr gut“, betont Robert Lang, Leiter des Private Bankings der Hypo Tirol Bank. Eine besondere Stärke liegt dabei in der engen Verzahnung von Beratung und Vermögensverwaltung. Diese wird direkt in der Innsbrucker Zentrale am Bozner Platz gesteuert, wodurch Abstimmungswege kurz bleiben und Anlageentscheidungen exakt an den Anforderungen der KundInnen ausgerichtet werden. Bei der Portfoliogestaltung setzt die Bank auf einen Best­in­ Class­

Ansatz. „Wir wählen aus einem breiten globalen Angebot jene Investmentlösungen aus, die unseren Qualitätsansprüchen am besten entsprechen“, führt Lang aus. Gerade bei Unternehmerfamilien greifen private und betriebliche Finanzfragen oft ineinander. Deshalb arbeitet das Private Banking eng mit der Firmenkundenbetreuung zusammen, um beide Bereiche ganzheitlich zu betrachten.

Neue Impulse für das Private Banking

Seit 1. Mai steht Robert Lang an der Spitze des Private Bankings der Hypo Tirol Bank. Aus seinen bisherigen Funk­

Am Bozner Platz in Innsbruck steuert die Hypo Tirol Bank ihre Vermögensverwaltung und zentrale Bereiche des Private Bankings.
„Fundierte

Analyse, klare Kommunikation

und Krisenresilienz definieren eine moderne Beratung – sachlich,

nachvollziehbar und dem Kunden verpflichtet.“

Robert Lang , Leiter Private Banking Tirol

tionen im Filial­ und Regionalmanagement bringt er umfassende Erfahrung mit und weiß um die Bedeutung persönlicher Beziehungen in der Vermögensberatung. Sein Ziel ist es, die bestehenden Stärken des Bereichs weiterzuentwickeln und die KundInnen noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

Für ihn beginnt moderne Beratung mit Orientierung. Sie müsse unterschiedliche Lebens­ und Unternehmensphasen berücksichtigen, komplexe Zusammenhänge verständlich machen und auch in unsicheren Zeiten Sicher­

heit bieten. „Fundierte Analyse, klare Kommunikation und Krisenresilienz definieren eine moderne Beratung –sachlich, nachvollziehbar und dem Kunden verpflichtet“, beschreibt Lang sein Verständnis von Private Banking. Gerade bei Themen wie Vermögensstrukturierung, Absicherung und Nachfolgeplanung brauche es individuelle Lösungen und einen langfristigen Zugang.

Mit Blick nach vorne sieht der Banker die Zukunft des Private Bankings in einer Verbindung aus persönlicher Beratung und digitalen Möglichkeiten. Während standardisierte Bankdienstleistungen zunehmend automatisiert werden, gewinne die individuelle Begleitung bei komplexen finanziellen Entscheidungen weiter an Bedeutung.

Tiroler Tradition in Wien

Neben der Innsbrucker Zentrale ist das Private Banking der Hypo Tirol Bank seit 1992 auch in Wien vertreten. Die Präsenz an beiden Standorten verbindet regionale Verwurzelung mit einem erweiterten Zugang zu wirtschaftlichen Netzwerken. Davon profitieren UnternehmerInnen ebenso wie PrivatkundInnen, die in Tirol und Wien tätig sind oder dort Beziehungen pflegen. Auch die enge Zusammenarbeit der Teams sorgt für einen kontinuierlichen Austausch von Know­how sowie Marktkenntnissen und gewährleistet eine gemeinsame

Beratungsphilosophie über beide Standorte hinweg.

„Mit unserem Standort in Wien bringen wir die Werte der Hypo Tirol Bank – Verlässlichkeit, persönliche Betreuung und langfristiges Denken – in die Bundeshauptstadt“, sagt Markus Binder, Leiter der Niederlassung Wien. Neben dem starken Eigentümer werde in Wien besonders die Tiroler Handschlagqualität geschätzt. „Gerade im Private Banking sind persönliche Nähe, individuelle Lösungen und eine vertrauensvolle Begleitung über Generationen hinweg unerlässlich.“

„Mit unserem Standort in Wien bringen wir die Werte der Hypo Tirol Bank – Verlässlichkeit, persönliche Betreuung und langfristiges Denken – in die Bundeshauptstadt.“

Markus Binder, Leiter der Niederlassung Wien

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist die Hypo Tirol Bank auch in Wien vertreten und verbindet dort Tiroler Werte mit überregionaler Präsenz.

TOP.TIROL KLUB EVENTS

Ein Jahr KLUB Events

Das Netzwerk für Tiroler UnternehmerInnen

KLUBWatterturnier

Exklusive Vorpremiere „Carmen“

Generalprobe mit Enrique Gasa Valga

Leadership im Alpenzoo Instinkt, Haltung, Handlung

Drei Kuriositäten

aus der internationalen Wirtschaftswelt

Das Warten auf den Mars

Am 12. Juni 2026 ging SpaceX an die Börse –und damit wurde Elon Musk als erster Mensch überhaupt zum Billionär. Klingt großartig. Der Haken: Fast 90 Prozent seines Vermögens steckt in illiquiden Aktien von SpaceX und Tesla, die er nicht einfach zu Bargeld machen kann. Und für einen Teil seiner SpaceX­Anteile gilt laut Börsenprospekt: Verkaufen erst dann erlaubt, wenn eine menschliche Kolonie auf dem Mars steht – ein Ziel, das SpaceX selbst als „unwahrscheinlich“ bezeichnet. Der reichste Mensch aller Zeiten sitzt also auf einem hypothetischen Geldhaufen und wartet auf den Mars.

Claude vor der Börse

Tod oder Aktionärsbrief

Warren Buffett übergab Berkshire Hathaway Anfang 2026 an seinen Nachfolger Greg Abel. Der Mann, der seit Jahrzehnten Witzeleien über seinen eigenen Tod mit Aktionärsbriefen konterte, hat nun tatsächlich das Steuer aus der Hand gegeben. Buffett ist 95. Sein Nachfolger Abel würdigte ihn prompt mit einem Aktionärsbrief, in dem er vier BuffettTrades hervorhob – darunter Coca-Cola, das heute 50-mal mehr wert ist als der ursprüngliche Einsatz. Ein Abgang so still und ordentlich wie ein IndexfondsSparplan

Anthropic – der Entwickler von Claude – hat im Juni 2026 vertraulich einen IPO ­Antrag bei der SEC eingereicht. Die angestrebte Bewertung: knapp 965 Milliarden Dollar. Im März 2025 lag der Wert noch bei 61,5 Milliarden – das ist eine Verfünfzehnfachung in 14 Monaten. Das Absurde an dem Börsengang: Das Unternehmen ist womöglich bald teurer als die Volkswirtschaft Österreichs. Innerhalb einer Woche reichten sowohl Anthropic als auch OpenAI vertrauliche Börsenunterlagen ein – beide ohne fixen Termin, ohne Ausgabepreis, ohne Ticker. Der Hype läuft also schon, bevor die Aktie existiert.

Unser Geld in unserer Welt

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