
Über die Menschen und Tiere im Rapoldipark
HÜTTENGAUDI
Innsbrucks Hütten im Kulinarik-Test
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Über die Menschen und Tiere im Rapoldipark
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Michael Steinlechner
Deutschland und Österreich verbindet seit jeher eine klassische Hassliebe – die archetypische Dynamik zwischen einem großen und einem kleinen Bruder. Der Kleine rollt permanent genervt mit den Augen, ist aber insgeheim doch ein wenig besessen vom Großen. Besonders deutlich wird dieses Psychospiel im Urlaub: Es gibt für eine:n Österreicher:in im Ausland wohl kaum eine größere existenzielle Krise, als fälschlicherweise für eine:n Deutsche:n gehalten zu werden. Auf die harmlose Frage „German?“ folgt reflexartig ein entsetztes, emotional völlig überladenes „Nooooooo!“.
Warum die Gemeinsamkeiten betonen, wenn es doch so viele Unterschiede gibt?
Diese sportliche Rivalität entlädt sich besonders ungefiltert beim Fußball. Wenn Deutschland etwa gegen Paraguay ausscheidet, kann man die kollektive Schadenfreude quer durch Innsbruck bis hinauf auf die Nordkette spüren. Warum eigentlich? Was genau hat Paraguay eigentlich jemals für uns getan?
Im Gegensatz dazu wäre unser Alltag ohne deutsche Beteiligung wohl ein schlechterer. In fast jedem Freundeskreis und Büro sitzt mindestens ein:e bundesdeutsche:r Mitbürger:in. Und wenn wir uns mal ehrlich sind: Sie sind verdammt beliebte Kolleg:innen. Sie bringen nämlich genau jene stereotypen Eigenschaften mit, die wir zwar gerne belächeln, aber insgeheim schätzen: Sie sind fleißig, extrem genau und verantwortungsbewusst. Während wir oft noch
überlegen, wie wir die Sache am besten angehen könnten, haben die deutschen Kolleg:innen das Projekt meist schon durchgeplant.
Innsbrucks Uni scheint auch fest in deutscher Hand zu sein. Das Klischee besagt: Sie kommen mit üppigem finanziellem Polster, führen ein vermeintlich sorgenfreies Leben und besetzen die besten WGs. Ja, da ist viel Verallgemeinerung und noch mehr Neid im Spiel. Wir schimpfen zwar gerne über die „Numerus-clausus-Flüchtlinge“ mit ihren brandneuen hippen Sportausrüstungen, sind uns aber gleichzeitig nicht zu schade, ihnen unsere völlig überteuerten Altbauwohnungen zu vermieten.
Dabei übersehen wir, wie viel Input für Innsbruck aus dem Norden kommt. Werfen wir nur einen Blick auf die Innsbrucker Gastronomie: Hinter den neuesten, urbansten Konzepten der Stadt – jenen Läden, die uns überhaupt erst einen Hauch von weltstädtischem Flair verleihen – stecken erstaunlich oft deutsche Köpfe. Sie bringen den Mut mit, der uns Einheimischen im ewigen Verharren in der Tradition manchmal fehlt. Und auch ohne unternehmerisches Engagement haben sich Deutsche – alleine ob ihrer Anzahl – zum relevanten Wirtschaftsfaktor entwickelt.
Gehen wir also zu hart mit dem großen Bruder um oder kann es gar nicht hart genug sein? Es hat nämlich schon eine gewisse Ironie: Wir erleben gerade eine Generation, die so hypersensibel ist wie keine zuvor und extrem darauf achtet, niemanden zu verletzen. Aber bei den Deutschen? Da ist es dann plötzlich okay, politisch völlig inkorrekt zu sein.
m.steinlechner@6020stadtmagazin.at
Seite 38
Unsere Favoriten für kostenlose Abkühlung in der Stadt


Hat Innsbruck eine Rattenplage?
Seite 18
Innsbrucks Volkspark und seine Nutzer:innen
Seite 22

Innsbrucks Hütten im Kulinarik-Check
Seite 32
Meer am
MundArt zaubert mediterranen Oktopus
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Wo sich Innsbruck nicht nach Innsbruck anfühlt
IMPRESSUM
Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: target group publishing gmbh Chefredaktion: Lisa Schwarzenauer und Haris Kovacevic Redaktion: Barbara Kluibenschädl, Flo Seidl, Klaus Erler, Markus Wechner, Rebecca Müller, Michaela Ehammer und Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss Cover: shutterstock.com Grafik: Katharina Angerer, Thomas Bucher, Sebastian Platzer Illustration: Monika Cichoń Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at) Anschrift, alle: Brunecker Straße 1, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020, E-Mail: redaktion@6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Michael Steinlechner, Matthias Krapf Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.


Murenabgang: Ursprung war die sogenannte „Direttissima“. Lackenweg und Arzler-Alm-Weg wurden dabei mit Schlamm und Geröll bis auf Höhe des Rastlbodens oberhalb der Arzler Alm verlegt. Personen oder Gebäude waren nicht betroffen. Gerade im Sommer steigt bei Gewittern die Gefahr solcher Murenabgänge am Berg –Vorsicht ist also angesagt.
Heftige Sommergewitter führten Ende Juni im Bereich der Nordkette zu einem
DIE DIE WELT IN DIESEM SOMMER NICHT BRAUCHT
10. ESSENSVERKÄUFER:INNEN MIT LANGEN FINGERNÄGELN
9.
8.
KREUZFAHRTSCHIFFE
Billionäre Eine EU-Frühstücksrichtlinie
7.
1.

6.
Freund:innen, die nie Zeit haben
2.
5. HITZE MÜCKENSTICHE
3.
4 .
Wasserknappheit
RÜCKSICHTSLOSES VERHALTEN AM BERG

Neues, Wichtiges und Kurioses aus der Stadt (für das wir sonst keinen Platz haben)
Wer wieder mal vergessen hat, die Sonnencreme einzupacken, kann sich seit Kurzem am Landhausplatz, am Marktplatz und im Alpenzoo kostenlos bei öffentlichen Sonnencremespendern bedienen. Die smarten Spender zeigen auch den aktuellen UV-Index, Temperaturen und Infos zu UVA- und UVB-Strahlung an.


Obwohl der Inn mitten durch Innsbruck fließt, ist er bisher, abgesehen von Fotomotiven, nicht wirklich Teil des Stadtlebens. Das soll sich bis 2029 – endlich – ändern: Im Juni wurde das Projekt „Innsbruck am präsentiert, im Rahmen dessen Stadt, Land, Bund und Innsbruck Tourismus den südlichen Innuferbereich zwischen Congress Ost und Émile-Béthouart-Steg zu einem Aufenthaltsort am Wasser – inklusive Sitz- und Liegemöglichkeiten – umgestalten.





Auch Teil von „Innsbruck am Inn“ ist eine Modernisierung des Palmenhauses – und vermutlich für viele Innsbrucker:innen wichtiger: Die Wiederauferstehung des Hofgarten-Cafés. Das 1924 erbaute Café ist 2019 komplett niedergebrannt, zehn Jahre später soll das Hofgarten-Café 2.0 wieder Gäste begrüßen – aber vermutlich eher nicht mehr bis spätnachts.
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Künstler:innen gesucht
Die Stadt sucht gerade Künstler:innen für das Ausstellungsjahr 2027 in der Galerie Plattform 6020. Vergeben werden Ausstellungstermine an Künstler:innen ab 18 Jahren, die in Nord- oder Osttirol geboren und aufgewachsen oder seit mindestens fünf Jahren wohnhaft sind und noch am Beginn ihrer künstlerischen Karriere stehen.
Interessierte können sich bis 1. September hier bewerben


Wenn Innsbruck bei über 30 Grad zur Sauna wird, braucht es nur noch eines: Abkühlung. 6020 hat sich einmal quer durch die Stadt geschwitzt und nach Orten gesucht, an denen man kostenlos durchatmen kann.
Text: Michaela Ehammer
Bei den vielen Parks Innsbrucks gehört die Vogelweide zweifellos zu den angenehmsten Rückzugsorten. Große Bäume spenden reichlich Schatten, dazu kommt die Nähe zum Inn. Das Rauschen des Flusses sorgt dafür, dass sich die Umgebung gleich ein paar Grad kühler anfühlt – zumindest im Kopf.
• Wasserspray, Kühltuch oder Kältebeutel
• Kühlsocken/-schuhe
• Sonnenhut mit integriertem Ventilator
• Kühlende(s) Gelkissen/-folie
• Tragbarer Nackenkühlventilator
• Kühlende Gel-Gesichtsmaske
Wasser, Wald und enge Felswände sorgen hier ebenfalls für angenehm kühle Bedingungen. Gleich am Eingang der Mühlauer Klamm wartet mit der „Teufelskanzel“ ein besonderer Ort für städtische Hitzeflüchtige: ein riesiger Felsblock, der sich besteigen lässt und selbst an heißen Sommertagen angenehmen Schatten spendet.
Mitten in der Altstadt versteckt sich eine Mini-Abkühlung. Direkt vor dem Geschäft Einwaller entweicht über ein unscheinbares Gitter kühle Luft aus der Tiefe. Für den Marilyn-Monroe-Moment reicht es aber gerade nicht.
Der Bereich entlang des Inns zählt zu den windigsten Zonen der Stadt, besonders auf Höhe des Ágnes-Heller-Hauses. Einer der angenehmsten Plätze dort: der Kobel; durch die beiden offenen Seiten zieht es hier so richtig fein durch. Ausgestattet mit zwei Bänken und einem Tisch lässt sich hier die Hitze beim Lesen oder Picknicken elegant ignorieren.
Seit letztem Jahr schafft die Stadt Innsbruck im Rahmen ihres Hitzeaktionsplans sogenannte „cooling zones“. Neu hinzu kommen heuer die „INN-Oasen“ der Caritas. Einen Überblick gibt’s hier:
Die Achse zwischen Bahnhof und Altstadt funktioniert bei bestimmten Wetterlagen wie eine Windgasse. Rund um die Triumphpforte ist an heißen Tagen deshalb oft ein deutlicher Luftzug zu spüren. Nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin reicht es für ein paar erfrischende Sekunden.
Wer es etwas zugiger mag, wird rund um das Klinikareal fündig. Zwischen den Gebäuden entstehen immer wieder regelrechte Windkanäle. Ähnlich verhält es sich am Vorplatz des neuen RAIQA-Quartiers, wo häufig eine überraschend frische Brise durchzieht.
Über 50 offene Kirchen und Gotteshäuser bieten in Innsbruck nicht nur Gläubigen einen willkommenen Rückzugsort, wenn es draußen brütend heiß ist. Dicke Mauern und hohe Räume halten die Temperaturen angenehm niedrig. Besonders kühl ist es im Stift Wilten, wo es im Vorraum auch ein antikes Chorgestühl zum Sitzen gibt. Auch der Dom St. Jakob bietet eine Pause von der Sommerhitze, allerdings wissen das auch Tourist:innen. Wer dem Besucherandrang entgehen möchte, findet in der Passage des Innsbrucker Bischofshauses gleich gegenüber eine kühlen Ort zum Durchatmen.
Wer nur mal kurz der Hitze entfliehen möchte, muss nicht weit suchen. Auffallend frisch ist es beispielsweise im RAIQA. Auch manche Supermärkte bieten eine kurze Erfrischungspause – vor allem jene, die auf offene Kühlregale setzen, aus denen ständig kalte Luft in die Gänge strömt.
Die klimatisierte Stadtbibliothek eignet sich nicht nur zum Lesen, sondern auch als Rückzugsort an heißen Tagen. Mit WLAN, Steckdosen, Arbeitsplätzen und gemütlichen Sitzgelegenheiten lässt sich hier problemlos ein Nachmittag verbringen. Kaffee- und Snackautomat inklusive.
Nicht glamourös, aber effektiv: Tiefgaragen gehören zu den zuverlässigsten Kältezonen der Stadt. Während draußen die Hitze flimmert, fühlt sich ein Abstecher in eine Tiefgarage wie ein Gang durch eine Kühlkammer an.
Die Kneippanlage an der Innpromenade in der Reichenau sorgt für schnelle Abkühlung – ganz ohne Eintritt, Badetasche oder großen Aufwand. Wer seine nackten Füße nicht vor aller Augen präsentieren will, kann auch erst mal mit dem Armtauchbecken anfangen.
Die Sillschlucht, am Fuße des Bergisel, ist ein heißer Favorit für heiße Tage. Ob chillen am Ufer, durch die Schlucht wandern oder nur mal kurz die Füße ins Wasser stecken – Abkühlung ist hier garantiert.
Die Rimmlwiese in den Kranebitter Innauen verbindet gleich mehrere Zutaten für heiße Sommertage: viel Schatten, eine großzügige Liegewiese und die Nähe zum Inn, dessen Sandbänke für zusätzliche Abkühlung sorgen.
Vor dem Bubblepoint Waschsalon in der Brixner Straße rieselt an heißen Tagen ein feiner Sprühnebel vom Geschäftsschild. Wer zufällig vorbeigeht, bekommt eine kurze Erfrischung – ganz ohne Umweg.
Im Messepark schlängeln sich Wasserläufe durch die Anlage, Nebeldüsen sorgen für Erfrischung und ein Wasservorhang lädt zum schnellen Cool-down ein. Dazu gibt es Trinkbrunnen, reichlich Schatten und genügend Sitzgelegenheiten für alle, die der Hitze für eine Weile entkommen möchten.
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Der Ausdruck Animal Racism
beschreibt die ungleiche Bewertung von Tierarten durch Menschen. Ratten stehen dabei häufig am unteren Ende der Sympathieskala, während andere Wildtiere positiver wahrgenommen werden.
Ratten sorgen derzeit in Wilten für reichlich Gesprächsstoff. Und damit auch für die Frage: Müssen schon die Nachfolger:innen eines gewissen Fachmanns aus Hameln anrücken – oder bleibt es doch bei Einzelfällen?
Text Barbara Kluibenschädl
Ende April sorgte eine OnlineBewertung des Innsbrucker Cineplexx für Aufsehen. Ein:e Kinobesucher:in schrieb dort „Achtung Mäusealarm“ und beschwerte sich in einer 1-Sterne-Rezension, der Saal im Erdgeschoß sei voller Mäuse gewesen. Auch um die Snacks habe man offenbar kämpfen müssen – die Nager würden „die Chips aus der Tüte fressen“, heißt es in der Beschwerde. Der Betreiber sprach von einem Einzelfall, der „rasch und vollständig behoben“ worden sei. Ganz erledigt scheint das Thema damit aber nicht – zumindest im
Stadtteil Wilten. Erst kürzlich berichteten nämlich auch Bewohner:innen gegenüber dem ORF von vermehrten Rattensichtungen in Parks und Innenhöfen. Beschwerden über solche tierischen Gäste landen in der Regel beim Innsbrucker Wildtierbeauftragten Thomas Klestil. Gemeinsam mit den Kolleg:innen aus dem städtischen Amt für Grünanlagen kümmert er sich um die Ratten – beziehungsweise darum, dass sie nicht überhandnehmen. Im Fall Wilten gehen derzeit tatsächlich mehr Meldungen ein als üblich. „Grund dafür ist wahrscheinlich die Baustelle am Südring. Durch die Arbeiten im Kanal werden die Tiere gestört und kommen dann häufiger an die Oberfläche“, erklärt Klestil. Dazu kommt der Sommer: In Wilten spielt sich viel draußen ab, auf Plätzen wird gegessen und gefeiert. Für die Nager ist das im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen.
RATTENPLAGE!?
Ob man deshalb schon von einer Rattenplage sprechen kann, sei allerdings gar nicht so einfach zu beantworten. „Jede Stadt hat Ratten“, sagt Klestil. Bis zu einem gewissen
Thomas Klestil, Wildtierbeauftragter Innsbruck

Maß sei das auch nichts Ungewöhnliches.
„In einer alten Verordnung hieß es mal, wenn die Ratten überhandnehmen, dann muss die Stadt was unternehmen.“ Was genau „überhandnehmen“ bedeutet, wurde dort allerdings nicht näher definiert.
Aktuell gebe es keine offiziellen Leitlinien. Deshalb gehe man vor allem nach den Rückmeldungen der Bewohner:innen. Häufen sich die Meldungen in einem Stadtteil, werden spezialisierte Firmen beauftragt, die Köder auslegen – so auch aktuell in Wilten. Gefährlich für andere Tiere seien diese in der Regel nicht. „Die Firmen stellen sicher, dass dabei keine anderen Tiere wie etwa Igel zu Schaden kommen“, versichert
Ratte gesichtet!
Wer im öffentlichen Stadtgebiet von Innsbruck Ratten entdeckt, kann das der Stadt melden. Zuständig sind der Stadttierbeauftragte und das städtische Amt für Grünanlagen. Meldungen können direkt beim städtischen Bürgerservice eingereicht werden.
Klestil.
Und dann wäre da noch die Sache mit den Krankheiten. Hier kämpft die Ratte bis heute mit einem Imageproblem, das sie seit der Pest nicht mehr loswird. Tatsächlich waren damals jedoch nicht die Tiere selbst das Problem, sondern die Flöhe auf ihnen, die die Krankheit übertrugen. „Es gibt schon ein Krankheitsrisiko“, sagt Klestil. „Das betrifft aber nicht die Ratte selbst, sondern alle Wildtiere, die sich an einem Ort zu stark vermehren.“ Das könne Tauben genauso betreffen wie Eichhörnchen.
RATTENFREIE STADTTEILE. Besonders wohl fühlt sich die sogenannte Kanalratte – fachlich korrekt die Wanderratte – in belebten Stadtgebieten. „Wo Menschen sind, gibt’s in der Regel auch Essensreste. Aber auch in der Nähe von Flüssen fühlen sich Ratten wohl – zum Beispiel beim Marktviertel“, sagt Klestil. Bei hohen Pegelständen der Innsbrucker Gewässer merke man dann, dass Ratten vermehrt aus der Kanalisation an die Oberfläche kommen. Weniger bis gar nicht betroffen von den Nagetieren seien Stadtteile am Rand wie Arzl, Mühlau oder Igls.
MAN HOLE DEN VORKOSTER. Die Bekämpfung der Nagetiere ist ein laufendes Katz-und-Maus-Spiel: Das Rattengift für die Köder müsse etwa alle paar Jahre angepasst werden, da Ratten mit der Zeit

Thomas Klestil ist der städtische Wildtierbeauftragte von Innsbruck. Der ausgebildete Wald- und Jagdpädagoge sorgt im Amt für Gesundheit, Markt- und Veterinärwesen dafür, dass das Zusammenleben zwischen Mensch und Wildtieren im urbanen Raum möglichst reibungslos bleibt.

gegen bestimmte Mittel resistent werden können. Außerdem haben die Nager so etwas wie Vorkoster in ihren Rudeln. „Wenn da etwa ein Teller Essen stehen würde, dann testet erst mal ein Mitglied der Gruppe, ob das Futter genießbar ist“, sagt Klestil. Fällt dieser Test ungünstig aus, bleibt der Rest der Gruppe lieber auf Abstand. Gegen eine „überhandnehmende Rattenpopulation“ lässt sich aber trotzdem etwas tun. „Ratten fressen eigentlich alles. Darum ist es wichtig, Müllkübel sauber zu halten, keine Essensreste in Parks liegen zu lassen und die Umgebung generell ordentlich zu halten“, erklärt Klestil. Auch gut gemeinte Vogelfütterung kann schnell zum Problem werden. Was für Meisen gedacht ist, landet oft auch bei anderen Gästen am Buffet. Selbst aufgehängte Kernsäckchen sind kein echtes Hindernis: Ratten sind trotz ihrer Größe von bis zu 25 Zentimetern überraschend flinke Kletterer – und ziemlich erfinderisch, wenn es um ihren Platz am Tisch geht. Und ganz wichtig: Bitte nicht füttern. „Das ist wirklich fehlgeleitete Tierliebe“, sagt Klestil.
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Der Rapoldipark genoss sehr lange keinen guten Ruf, galt als Drogenumschlagplatz und generell eher gefährlich. 72 Überwachungskameras später fühlen sich nun alle wieder wohl –und teilen sich den Park je nach Interessen, und scheint’s unausgesprochen, auf.
Text: Rebecca Müller
Illustrationen: Monika Cichoń

Der Rapoldipark war schon immer der „volksnahe“ unter den städtischen Anlagen. Als man im Hofgarten noch mehr Verbotsschilder als Tauben antraf, durfte man es sich auf den Grünflächen neben Sillpark und Sill schon gemütlich machen. Wer hier regelmäßig und zu unterschiedlichen Zeiten unterwegs ist, sieht schnell, dass sich die Besucher:innen den Park mehr oder weniger unter sich aufgeteilt haben – was sie auszeichnet und was man braucht, wenn man dazugehören will.
Auf den Bänken am südlichen Eingang, am Leipziger Platz, findet man in der Regel ab dem frühen Vormittag Eltern und andere Betreuungspersonen – und ihre Schützlinge. Die Bänke reihen sich dort um einen Spielplatz mit Schaukel und Rutsche, die umliegenden Wiesen gehören zu den ruhigsten im Park. Die Großen sind entweder hinter den Kleinen her oder winken ihnen entspannt von den Bänken aus zu.
Und die anderen Spielplätze? Ein Stück weiter oben, am Schotterplatz, scheint die große Korbschaukel bei Jugendlichen beliebter als bei den Kleineren zu sein. In der Sandkiste hier wird aber fleißig mit Kinderhänden gebuddelt.
Am Abenteuerspielplatz in der Mitte des Parks geht es mitunter am lautesten zu. Und die dazugehörige Wasseranlage sorgt dafür, dass man an den Kindern in der Regel erkennen kann, von welchem Spielplatz sie kommen.
Betreuungspersonen-Starterpaket:
• Kinder
• Mindestens drei Taschen mit Snacks, Wechselkleidung etc.
• Kinderwägen und/oder Laufräder
Sie gehören zu den treuesten Besucher:innen des Parks. Hier wird zu fast jeder Tages- und Nachtzeit und bei fast jeder Wetterlage gespielt. Die Tische findet man an der, nach Norden hin, rechten Seite vor dem Kiosk. Schattenspendende Bäume kühlen die erhitzten Gemüter. Tischtennis? Hochkompetitiv!
Tischtennisspieler:innenStarterpaket:
• Tischtennisschläger und Ball
• Den Willen, den Ball über das Netz oder ihm hinterherzujagen
• Den Willen zum Sieg
Nach Norden hin vor den Tischtennistischen finden sich mehrere Möglichkeiten, Schach zu spielen: auf zwei großen Brettern am Boden und kleinen Tischen. Hier sitzen, meistens, ältere bis deutlich jüngere Personen unter Sonnenschirmen, den Blick auf das Schachbrett gerichtet, die Stirn in Falten gelegt, die Lippen aufeinandergepresst, den nächsten Zug planend.
Schachspieler:innenStarterpaket:
• 64 Felder
• 32 Figuren
• 2 Menschen und 1 Sonnenschirm
Spätestens am Vormittag ist dieser Platz definitiv jener, den man hört, bevor man ihn sieht. Kinder, oft Gruppen aus der benachbarten Volksschule, toben sich bei Fußball und Basketball aus. Sind die Käfige nicht von ihnen besetzt, kommen dort auch Gruppen mit älteren Kindern bzw. Jugendlichen zusammen. Auch hier gibt es eine kleine Tischtennisanlage.
Sportliches Starterpaket:
• Akustische Resilienz
• Ausdauer
• Ball und Boombox
Auf den Bänken unter den Bäumen sammeln sich Eltern, zur Anlage gehören auch Trampoline und andere Sportgeräte. An den Outdoor-Fitnessgeräten probieren sich Jung und Alt aus. In den ruhigeren Morgenstunden findet man hier auch Sportliche, die es ernst meinen und die Anlage zum Trainieren – von zum Beispiel Klimmzügen – nutzen.

„Spielwiese für Kinder“ ist auf einem Schild auf der Wiese neben den Toiletten und der Garage des Grünanlagenamts zu lesen. Gespielt wird hier auch – aber meistens von volljährigen Kindern. Spikeball und Federball stehen besonders hoch im Kurs.
Spiellust-Starterpaket
• Spikeball, Federball, Hacky Sack, etc.
• Verpflegung für Spielpausen
• Bierbong-Set für den Feierabend
HundemenschenStarterpaket:
• Hund(e)
• Gassisackerln!
• Smalltalkthemen für andere Halter:innen (deren Namen man nie erfahren wird –im Gegensatz zu jenen der dazugehörigen Hunde)
Hunde werden quasi zu allen Tageszeiten im Park ausgeführt – mit Stoßzeiten. Am anderen Ende der Leine wird geschnüffelt, werden Geschäfte verrichtet und Artgenossen begrüßt, während die dazugehörigen Halter:innen mehr oder weniger konzentriert hinterhertrotten oder die Richtung vorgeben. Vor allem morgens sind Hundemenschen in mehreren Schichten unterwegs. Die Ersten sind meistens jene, die eine Runde drehen, bevor sie ins Büro, in die Werkstatt oder ins Geschäft müssen. Man erkennt sie an ihren präsentablen Outfits – im Gegensatz zu jenen, die von zu Hause oder gar nicht (mehr) arbeiten. Die sind eher in Klamotten unterwegs, in denen sie ziemlich sicher geschlafen haben – und unter Umständen am Ende des Tages wieder schlafen gehen.
Die Bänke mit den extrahohen Rückenlehnen am Schotterplatz, vor dem Brunnen (und neben dem Trinkbrunnen, der notorisch überläuft), sind vor allem bei jenen beliebt, die zum Entspannen in den Rapoldipark kommen. Hier wird gelesen, Mittagspause eingelegt, aufs Handy oder ins Nirwana gestarrt.
Was noch passiert am Schotterplatz? Ab und zu wird hier Boccia gespielt. Woran man Bocciaspieler:innen erkennt? Von den verräterischen silbernen Kugeln abgesehen, sieht man hier auffällig oft sockenlose Männerfüße in Bootsschuhen.
Gemütliches Starterpaket:
• Kopfhörer und/oder Buch
• Mitgebrachtes Mittagessen
• Sprechen-Sie-mich-nicht-an-Vibes

Hard Park-Facts:
• 1927 wurde der Rapoldipark offiziell eröffnet.
• In den 1970ern kam der nördliche Teil samt Weiher dazu.
• 3,5 Hektar ist er groß.
• Zum Park gehören: Grünflächen, Spielplätze, zwei Ballkäfige, ein kleines OutdoorFitnessstudio, Tischtennisanlagen , mehrere Schachtische, zahlreiche Bänke, ein Kiosk und eine – gebührenpflichtige – Toilettenanlage.
• Umstritten bleibt der Brunnen im Park im südlichen Teil. Der Künstler Hans Plangger (1899–1971) hatte den Salige Fräulein Brunnen 1944 für die GauKunstausstellung Tirol-Vorarlberg entworfen. Die Ästhetik und das transportierte Frauenbild entsprechen ganz nationalsozialistischen Vorstellungen.
• Benannt ist der Stadtpark nach Martin Rapoldi. Rapoldi war Journalist und Politiker, gehörte der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) an und war unter anderem von 1919 bis 1923 Vizebürgermeister der Landeshauptstadt. Ab 1906 arbeitete er auch als leitender Redakteur der sozialdemokratischen VolksZeitung. Er starb 1926 mit nur 45 Jahren.
Slackliner:innenStarterpaket:
• Gutes Auskommen mit Raben und Krähen
• Gleichgewicht
Von der Holzbrücke über den Weiher aus gesehen links findet sich eine Slackline-Anlage. Die Pflöcke, an denen die Lines befestigt werden können, dienen den im Park ansässigen Raben und Krähen auch als Esstisch. Ab und zu findet man hier einen halben Wecken Brot – oder dessen brösligen Überreste. Und ansonsten findet man hier hauptsächlich balancierende Slackliner:innen.
• Konzentration und einen fixen Punkt am Horizont
Den Tag im Park ausklingen lassen? Eine beliebte Option für verschiedene Gruppen.
Feierabend-Starterpaket:
• Decke(n)
• Verpflegung
• Kleine Boxen, um mit dem Sound der benachbarten Decke konkurrieren zu können
Während die Enten auf der südlichen Wiese des Weihers meistens noch ihre Köpfe in die Federn stecken, wird am nördlichen Ufer schon in die ersten Sonnenstunden hinein meditiert oder Qigong praktiziert. Ein wenig später, aber immer noch am frühen Vormittag kommen YogaGruppen dazu. Einige rollen die Matte auch ohne Begleitung aus.
Achtsames Starterpaket:
• Yoga-Matte unterm Arm
• Wasserflasche unterm anderen Arm
• Zen-Mentalität
Akrobat:innen-Starterpaket:
• Was auch immer man zum Jonglieren verwenden kann
• Wen oder was auch immer man balancieren kann
Auf der großen Wiese, am Nordufer des Weihers, aber auch auf der Wiese nebenan bei den Toiletten werden vom frühen bis späteren Nachmittag jongliert und andere akrobatische Kunststücke vorgeführt. Hier fliegen kunstvoll Kegel, Bälle, Stangen, Reifen und mehr durch die Luft (manche der Gerätschaften leuchten im Dunkeln).
• Kleidung im Stil urban Hippie
Auch akrobatisches Yoga ist hier dabei – unschwer zu erkennen an den Hebefiguren à la Dirty Dancing –nur statt im Wasser mit einer Person am Rücken auf der Matte liegend und der zweiten Person auf deren Händen oder Füßen balancierend (oder so ähnlich).
Rasen mähen, Bäume stutzen, Brunnen putzen, Blumen bewässern, Müll entsorgen, Laubbläser anwerfen – die Mitarbeitenden des städtischen Gartenamts halten die Anlage in Schuss und sind im Rapoldipark auch an Wochenenden und Feiertagen anzutreffen.
Städtische-Mitarbeiter:innenStarterpaket:
• Aufrechtes Dienstverhältnis mit der Stadt Innsbruck
• Bereitschaft zu Wochenenddiensten und frühem Dienstbeginn
• Rasenmäher-Führerschein von Vorteil
Neben den leicht zu erkennenden städtischen Mitarbeitenden gibt es noch drei weitere Gruppen, die in Uniform unterwegs sind: Polizei, MÜG und Kindergartengruppen in neongelben Warnwesten.

Was einem immer passieren kann? Der obligatorische Mann mit Gitarre, der mit oder ohne Publikum mehr oder weniger gut musiziert. Er trägt gerne Mützen und ausgelatschte Sneaker. Anzutreffen eher in den Abendstunden.
Der neue Newsletter liefert dir jeden Donnerstag in gewohnter 6020-Qualität die besten Tipps fürs Wochenende ins Postfach.

Im Sommer heißt es wieder: ab in den Urlaub, an den See, ins Abenteuer. Bücher sind die perfekte Begleitung und Inspiration – und bei Tyrolia wird garantiert jede:r fündig.
Uwe Schwinghammer

Tirol ist voller besonderer Orte, die man auch als Local erleben sollte. „100 x Tirol“ stellt 100 gute Gründe vor, um immer wieder aufzubrechen und das Land zu entdecken. Ob alte Festungen, traumhafte Bergseen oder Himmelskörper mitten im Wald – hier ist für jeden etwas dabei.
256 Seiten, € 25,00 (Taschenbuch)

Raffaella Romagnolo
Nach dem Tod seiner Mutter geht Amedeo nicht mehr zur Schule. Er flüchtet sich in Videospiele, hört viel Musik und geht dem Vater aus dem Weg. Der besorgte Vater hofft, Amedeo auf einer Zweitageswanderung auf die Punta Liberté wieder näherzukommen. Doch es kommt alles ganz anders als geplant: Bald ist es an Amedeo, in der Abgeschiedenheit der majestätischen, aber auch rauen Bergwelt Verantwortung zu übernehmen.
176 Seiten, € 25,70 (Hardcover)

Karin Hofinger
Mit beliebten Gerichten und regionalen Zutaten inspiriert Karin Hofinger zu einer nachhaltigen Vitalküche in zeitgemäßem Stil. Sie zeigt die Vielfalt der Alpinen Küche in neuem Licht und lädt mit 120 alltagstauglichen Rezepten, 50 spannenden Lebensmittelportraits und mehr als 200 authentischen Naturlicht-Fotos zum Kochen und Genießen.
248 Seiten, € 35,00 (Hardcover, erscheint Anfang August)
Michael Kobr

Der neue Band der gefeierten Bornholm-Krimireihe verspricht große Spannung: Mitten in der Ostsee, unweit der dänischen Sonneninsel Bornholm, liegen die kleinen Erbseninseln. Ein paar Dutzend Einwohner, viel Natur und malerische Fischerkaten: das perfekte Idyll. Bis die junge Umweltaktivistin Anna unter mysteriösen Umständen verschwindet.
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Alles für Schule & Studium
Noch liegt der Herbst in weiter Ferne, aber wer sich schon auf das kommende Schul- und Studienjahr vorbereiten will, findet bei Tyrolia schon jetzt alles von der Schultasche bis zum Schreibmaterial. Mit den Gutscheinen aus dem Schulprospekt gibt es Rabatte auf Rucksäcke und Schultaschen sowie Nonbook-Artikel aus dem lagernden Papier-, Schreib- und Geschenkartikel-Angebot.
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6020 isst sich einmal quer durch die Stadt, verrät, was schmeckt, was nicht und was es Neues zu entdecken gibt.


Das Pop-upExperiment soll für die beiden nicht das letzte Projekt in Innsbruck bleiben.
Idyllisch im Palais Trapp gelegen, ist das Café Corthea bislang ein Insider-Tipp. Genau hier schlagen Lukas Pieler und Elias Stigger vom 13. bis 17. und vom 27. bis 31. Juli mit einer Pop-up-Kitchen auf. Mittags gibt’s täglich wechselnde Business-Lunches, immer mit vegetarischer Alternative. Zu späterer Stunde wird’s bunt mit À-la-carte-Abenden zu wechselnden Themenschwerpunkten.
Elias kommt frisch aus dem Steirereck und zieht bald weiter nach Kopenhagen – bis dahin steht er in der CortheaKüche. Lukas hat ebenfalls mehrere Sterne-Adressen durchlaufen und kümmert sich seit geraumer Zeit um seine eigene Firma. Der Lunch kostet rund 15 Euro, die Abendgerichte zwischen 15 und 35 Euro. Reservierung empfohlen.
SOFI Brot soll die neue Adresse der Stadt werden, wenn es um traditionelles Brot geht. Sonja Fiegl setzt auf handwerkliche Qualität , Natursauerteig und lange Fermentationszeiten Semmeln und französische Buttercroissants wird es bei der Quereinsteigerin auch geben, Sonja selbst schwört aber auf ihr Zimtcroissant . Neben einem täglich wechselnden Sortiment können sich Backfans auf frisches Kleingebäck und eine Feingebäckschiene verlassen. Nach einem sommerlichen Warm-up wird ab Herbst sowohl Sortiment als auch Angebot erweitert.

Die Bäckerei ist in der Speck bacherstraße 59 – ganz in der Nähe des Westbahnhofs.

Am 8. Juli öffnet das Restaurant „Die Weiherburg“ direkt beim Alpenzoo nach rund acht Jahren wieder seine Türen. Der neue Pächter Stefan Koll ist dort kein Unbekannter: Er führt bereits das Bistro Animahl im Zoo. Unten soll’s im Vergleich zur schnellen Küche bodenständiger und regionaler werden. Auf der Karte stehen Klassiker
wie Gröstl, Wiener Schnitzel und Bries, ergänzt um Vegetarisches wie etwa Blattln mit Kraut. Dazu kommen zwei Gastgärten – im Biergarten sorgt ein Foodtruck zusätzlich für Stelze und Grillhendl. Sonntags gibt’s außerdem regelmäßig ein regionales Bauernfrühstück inklusive anschließendem Rundgang durch den Alpenzoo.
Kaspressknödel und Co. gehören zur sommerlichen Wanderspeisekarte. 6020 hat sich durch die Innsbrucker Hütten gegessen, um den kulinarischen Status quo festzustellen.


Wanderung: 2 Stunden von der Hungerburg aus
Besonderheiten: Panoramablick auf Innsbruck, wechselnde Tageskarte
Schnellkritik: Getränke und Essen kommen rasch. Schweinsbratl mit Sauerkraut und Knödel oder Rindsgulasch: beides 16,90 Euro, beide Portionen satzmachend groß. Den stärksten Eindruck hinterlassen aber die Nachspeisen – Apfel- und Topfenstrudel (je 4,90 Euro), garniert mit Apfelscheiben und Erdbeere. Mit Vanillesauce: 2,50 Euro extra, aber empfehlenswert.




Wanderung: 30 Minuten von der Hungerburg aus
Besonderheiten: Spielplatz, Hasen, Laufenten
Schnellkritik: Die Kaspressknödel mit Kartoffeln sind hier das Signature-Dish: knusprig außen, fluffig innen, dazu ein ordentlicher gemischter Salat. 16,90 Euro für zwei Stück. Die Spinatknödel hingegen solide, aber nicht die Stärke des Hauses.




Wanderung: 45 Minuten von der Seegrube abwärts. Dann 1,5 Stunden zur Hungerburg
Besonderheiten: Nur Barzahlung. Mit 1.661 Metern die höchstgelegene der städtischen Alme
Schnellkritik: Der Service ist herzlich, aber chaotisch – Bestellungen gehen unter, es kommt das Falsche, beim Zahlen muss man noch mal aufzählen, was man hatte. Die Portion Spinatknödel geschmacklich intensiv, der Knödel selbst könnte etwas würziger sein; die Hütten-Makkaroni mit gutem Sugo, Nudeln leicht verkocht. Der Zwetschgen-Blechkuchen: etwas matschig, aber preislich okay (4.90 €). Insgesamt solide –für einen Familienausflug mit knapp 50 € für zwei Essen, zwei Getränke





45 Minuten von der Bergstation der Hunger-
Wahrscheinlich die stylishste Alm rund um Innsbruck – frische Blumen, Ausblick auf Innsbruck und
Neben Kaspressknödelsuppe und Wiener Schnitzel stehen hier Vitello Tonnato und Wassermelonensalat auf der Karte – das sagt alles. Die „Moment Tirol Pinchos“ als Vorspeise sind kreativ angerichtet und geschmacklich top. Wiener Schnitzel solide, die Spargel-Schlutzer überzeugend – beide 24,90 Euro, was für eine Almhütte gehobenes Terrain ist. Wer das weiß, wird nicht enttäuscht.




Wenn du durch Palermo schlenderst, kannst du auf den Märkten der sizilianischen Hauptstadt den Ruf mancher Händler:innen hören: „Purpu vugghiutu!“
Dahinter verbirgt sich eine der einfachsten Delikatessen Süditaliens: frisch gekochter Oktopus, direkt vor Ort aufgeschnitten und mit Zitronensaft, Olivenöl und Petersilie verfeinert.
von Flo Seidl



Zutaten
• 1,5 kg Pulpo (küchenfertig)
• 1 kleiner Bund Petersilie
• 2 unbehandelte Zitronen
• 2–3 Lorbeerblätter
• 1 TL schwarze Pfefferkörner
• Olivenöl
• grobes Meersalz fürs Kochwasser
• Fleur de Sel zum Abschmecken
Zubereitung



Zuerst wird der Pulpo gründlich unter fließendem, kaltem Wasser abgespült. Falls er noch nicht küchenfertig ist, müssen vorab die Kauwerkzeuge und die Augen herausgeschnitten werden. Von einer Zitrone schneidet man zwei dünne Scheiben ab. Daraus trennt man die Schale samt Fruchtfleisch in sehr feine Filetstücke und legt diese Zitronenfilets mit Schale beiseite. Den Rest der Zitronen presst man komplett aus.
Nun bringt man einen großen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen. Sobald das Wasser sprudelt, gibt man grobes Meersalz, Lorbeerblätter und Pfefferkörner hinzu. Man hält den Pulpo am Kopf fest und taucht die Tentakel nacheinander vier- bis fünfmal kurz in das kochende Wasser, bis sie sich schön einkringeln, was die Haut vor dem Aufplatzen schützt.
Danach gibt man den gesamten Pulpo in den Topf und reduziert die Hitze sofort so weit, dass das Wasser nicht mehr kocht, sondern nur noch minimal unter dem Siedepunkt simmert. Der Topf wird mit dem Deckel geschlossen. Man plant pro 500 Gramm Gewicht etwa 25 Minuten Garzeit ein, was bei unserer Größe rund 75 bis 100 Minuten dauert. Um zu prüfen, ob der Pulpo fertig ist, sticht man mit der Spitze eines scharfen Messers in den dicksten Teil eines Tentakels. Wenn das Messer ohne spürbaren Widerstand hinein- und herausgleitet, nimmt man den Pulpo aus dem Wasser und schneidet ihn in mundgerechte Stücke.
Die Pulpostücke in eine Schüssel geben, direkt mit Olivenöl, dem gepressten Zitronensaft und der gehackten Petersilie vermengen. Zum Schluss hebt man die feinen Zitronenfilets mit Schale unter, schmeckt das Gericht mit Fleur de Sel ab und serviert es lauwarm – oder auch kalt mit einem Stück Weißbrot.

Zum sizilianischen Klassiker „Purpu vugghiutu“ empfiehlt sich der Pinot Grigio Collio 2024 Bio von Ronco Blanchis
Seine feine Frucht, die lebendige Frische und die elegante Mineralität harmonieren hervorragend mit dem zarten Pulpo und den mediterranen Aromen von Zitrone, Petersilie und Olivenöl. Die klare Struktur des Weins unterstreicht die Leichtigkeit des Gerichts und sorgt für ein ausgewogenes Geschmackserlebnis, das an einen Sommertag an der italienischen Küste erinnert.


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50. Festwochen der Alten Musik
Die Festwochen der Alten Musik feiern heuer 50. Geburtstag. Zum halben Jahrhundert gibt es neben vertrauten Programmpunkten, wie Barockopern (heuer „Atalanta“ von Händel, „Im Pomo d’Oro“ von Cesti), Lunch-Konzerten im Hofgarten und dem Schlossfest Ambras, auch ein paar Besonderheiten – darunter das Konzert „Made in Tirol“ in St. Bartlmä, das Alte Musik mit Ursprüngen in Tirol mit zeitgenössischen Kompositionen verbindet (28. August), und ein ganztägiges Jubiläumsfest im Hofgarten (9. August).

Konzertreihe
„Fernweh“ im Treibhaus
Das Treibhaus liefert im Sommer eine Portion Urlaubsfeeling und holt Musiker:innen aus aller Welt in die Stadt, die kurz vergessen lassen, dass man sich gerade in Innsbruck befindet. Mit dabei sind neben Künstler:innen aus Ländern wie Frankreich, Korea, Syrien, Brasilien und Ghana auch österreichische Acts wie Kässy – das Soloprojekt von Sharktank-Mitglied Katrin Paucz –und die Band ELSA.

Open Air Kino im Zeughaus
Im August wird das Zeughaus bei Einbruch der Dunkelheit wieder zum großen Open Air Kino. Gezeigt werden Dokumentationen, moderne Klassiker und Highlights des letzten Kinojahres wie Hamnet, One Battle After Another und Bugonia.

Ö3 Silent Cinema an verschiedenen
Locations
Kopfhörer auf, Film ab: Das heißt es bei den drei Innsbruck-Stopps der Ö3 Silent Cinema Tour. Welche Filme gezeigt werden, entscheidet das Publikum anhand eines Online-Votings – abgestimmt werden kann bis zwei Wochen vor dem jeweiligen Tour-Stopp.

Handwerk
Kunstraum x Studio Amano im Studio Amano
Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Pot Shop Boyz“ kooperiert der Kunstraum Innsbruck für drei besondere Workshops mit dem Wiltener Töpferstudio Studio Amano, in denen Tassen, Tierfiguren und andere Gegenstände getöpfert werden können.

„Du bis Ich: die Sammlung Krinzin ger“ in der Galerie Plattform 6020
Der Innsbrucker Künstler Matthias Krin zinger zeigt in seiner Ausstellung die Verbindung von Sammeln, Ordnen und künstlerischer Produktion. Dafür lässt er eigene Arbeiten mit Objekten aus seiner Sammlung – die klassische Sam melobjekte wie Briefmarken, Münzen, Mineralien, Fossilien und Zigaretten päckchen sowie zeitgenössische Kunst umfasst – in den Dialog treten.



„Under Pressure. ΔS – Orders of Glass“ in der Neuen Galerie
Die Wiener Künstlerin Stephanie Stern beschäftigt sich in ihren Arbeiten – Zeichnungen, Fotografien, Assemblagen und Installationen – mit den Beziehungen zwischen Mensch, Material, Form und Technik. Dazu übersetzt sie Bilder in unterschiedliche Systeme und Formate und erkundet, wie sich dadurch Grenzen und Beziehungen verschieben.


Thomas Schütte: „Haus T“ im Kunst in Seefeld
Seit den 1980ern beschäftigt sich der deutsche Künstler Thomas Schütte in seinen Arbeiten immer wieder mit Häusern, Räumen und anderen architektonischen Strukturen. Seine Modelle und Holzschnitte mit architektonischen Motiven sind dabei nicht für die reale Architektur gedacht, sondern bewegen sich in den imaginären Raum. Eines seiner Modelle wurde trotzdem realisiert und kann im Rahmen der Ausstellung in Mösern besucht werden.

Festival
16. bis 18. Juli
Bridge Beat Festival am Landestheatervorplatz
Die dritte Ausgabe des Bridge Beat Festivals bringt wieder Künstler:innen aus Tirol und Österreich sowie Innsbrucks Partnerstädten auf die Bühne vor dem Landestheater. Im Hofgarten findet mit dem Bridge Beat Brunch zusätzlich täglich eine musikalische Einstimmung mit lokalen Newscomer:innen und Acts des Abendprogramms statt. Zusätzlich gibt es heuer zum ersten Mal eine Kooperation mit dem Underbridge Festival, die Street Art ins Programm bringt.
Wetterleuchten auf der Nordkette
Das höchstgelegene Festival
Europas lockt im Juli wieder mit einer Mischung aus Musik, Natur und Lagerfeuerromantik auf die Nordkette. Dort darf auch gezeltet werden; wer aber lieber zu Hause im eigenen Bett schläft, kommt bis 3 Uhr mit der Gondel ins Tal zurück.


11.06. –19.07.2026



11.06 –19.07.26

TIWAG ARENA
Erlebe den FIFA World Cup 2026 ™ live bei Westösterreichs größtem Indoor-Public Viewing in der TIWAG Arena. Es werden alle Abendspiele der Weltmeisterschaft auf 4 HD LED-Walls übertragen – wetterunabhängig und mit freier Sicht für bis zu 3000 Fans. Erlebe packende Spiele und ein umfangreiches Rahmenprogramm bei freiem Eintritt!
FREIGELÄNDE OLYMPIAWORLD Täglich von 14–23 Uhr geöffnet. Neben zahlreichen Imbissbuden & köstlichen Kirmes-Klassikern wird es auch wieder spektakuläre Fahrgeschäfte geben wie z. B. das No Limit XXL, das Autodrom, das nervenstrapazierende Black Out, den Autoscooter, die Schießbude und der Glückslos-Stand u. v. m.

Theater
6. & 7. August
Bestseller auf der Bühne
„Die Einladung“ im Congress
Sebastian Fitzeks Psychothriller „Die Einladung“ über ein Klassentreffen auf einer verschneiten Berghütte, das sich von einem harmlosen Wiedersehen zum mörderischen Psychospiel entwickelt, ist gerade als Bühnenstück auf großer Tour durch Deutschland und Österreich – Innsbruck darf als Tourstopp natürlich nicht fehlen.

OLYMPIAHALLE NENA bleibt eine der authentischsten Sängerinnen unserer Zeit und ein bedeutendes Stück Popkultur made in Germany. Ihre energiegeladene Bühnenpräsenz ist ebenso unverwechselbar und fesselnd, wie ihre Stimme. Das Publikum kann sich auf eine LiveShow freuen, mit Hits und Perlen aus NENAs umfangreichem Repertoire.
Alles Gute Festival im Botanischen Garten & am Landestheaternebenplatz
Es ist wieder Zeit für Disco, Diskurs und Drama: Das Alles Gute Festival – organisiert von p.m.k, Bäckerei, Bonanza, Arche*Ahoi und dem Botanischen Garten – bringt wieder fünf Tage lang Musik, Kunst und FestivalFlair in die Stadt. Den Start macht von 14. bis 15. August Botanica im Botanischen Garten mit Workshops, Markt, Kinderprogramm und Auftritten von Sodl, Martha Van Straaten und mehr, die Woche darauf folgt das Gastspiel mitten in der Stadt mit Acts wie Anda Morts, Laurenz Nikolaus, Supergloss und Arsenal Mikibe.




















Innsbruck Festival in der Olympiaworld
Das neue Event am Gelände der Olympiaworld verspricht eine bunte Mischung aus Livemusik, Street Food Festival und Funpark – inklusive Tirols angeblich größter Hüpfburgenlandschaft – für die ganze Familie.

Kaiserliche
Promenadenkonzerte in der Hofburg
Im Innenhof der Innsbrucker Hofburg gastieren den ganzen Juli über renommierte Symphonieorchester, Bläserensembles, Bigbands und internationale Militär-, Polizei- und Zivilorchester.


Festival
10. bis 11. Juli
Urban am Land
Food & Art in Inzing
Der Kulturverein Inzing macht Inzing für ein Wochenende zum Hotspot für Musikfans: Beim Food & Art Festival treten unter anderem Spilif und Von Seiten der Gemeinde auf. Zusätzlich gibt es Foodtrucks, Familienprogramm sowie Kunst- und Marktstände.



Performance
„Tanz der Zilien“ im BRUX
In der tanzbasierten Performance „Tanz der Zilien“ verbinden Doris und Ilona Roth Kunst und Wissenschaft: Die Tänzer:innen stellen die Bewegung von Zilien – haarartigen Strukturen auf der Zelloberfläche, die unter anderem in der Lunge zu finden sind – auf der Bühne dar und laden so zu einer ästhetischen Reise in die Tiefen des Körpers ein.
Konzert
Wolfmother in der Music Hall
Die australische Band rund um Sänger und Gitarrist Andrew Stockdale bringt ihre von Bands wie Led Zeppelin inspirierte Mischung aus Stoner-Rock, Psychedelia und 70er-Hardrock im Zuge ihrer Welttournee in die Music Hall.


Marwa Arsanios: „Who is Afraid of Ideology?“ im Taxispalais
Die erste institutionelle Einzelausstellung von Marwa Arsanios in Österreich widmet sich den fünf Teilen ihrer Filmserie „Who is Afraid of Ideology? “, einem Langzeitprojekt, mit dem die Künstlerin Gemeinschaften wie der kurdischen Frauenbewegung im Irak und Nordosten Syriens und der Grupo Semillas in Kolumbien Tribut zollt.

Krapoldi Festival im Rapoldipark und der Innenstadt
Der Rapoldipark und ausgewählte andere Orte in der Innsbrucker Innenstadt stehen Ende August wieder ganz im Zeichen von Clownerie, Neuem Zirkus und Straßentheater. Internationale Ensembles performen unter anderem am Bozner Platz, in der Altstadt und natürlich in Zirkuszelten im Park.

























Innsbruck ist sehr vielseitig. Einige Ecken würde man hier gar nicht erst vermuten. Wir haben einige dieser Orte besucht.

MORGEN IN BERLIN
Acht Hochhäuser, zehn Stockwerke, Anfang der 1960er-Jahre – schnell hochgezogen für die Olympischen Spiele, die nur zwei Wochen dauerte. Geblieben ist der Beton. Und das Licht, das ihn verändert: Wenn die Sonne im Sommer flach über den Inn fällt, kippt die triste Fassade kurz ins Goldene, wirft lange Schatten zwischen die Blöcke, lässt Balkone wie aufgereihte Loggien in Süditalien aussehen. Tagsüber Brutalismus, am Abend fast mediterran.

Beinahe 7.000 Menschen aus über 50 Nationen leben hier, getrennt vom Rest der Stadt durch den Inn – verbunden nur über Brücken, eine davon wurde vor Jahrzehnten „NewOrleans-Brücke“ getauft. Wie passend für ein Viertel, das nie ganz wusste, ob es Sozialbau, Architekturikone oder Fremdkörper sein soll.
Das O-Dorf ist Innsbrucks bestgehütetes Missverständnis: am hässlichsten beschrieben, am internationalsten gelebt. Im richtigen Licht sieht es aus wie eine Filmkulisse für eine Stadt, die es so gar nicht geben dürfte.


HINSEHEN STATT VORBEIGEHEN
Löwenportal, zweifarbiges Steinmuster, lombardische Fassadengliederung: Wer vor der Pradler Kirche steht, blickt eigentlich nach Norditalien. Der Nürnberger Architekt Josef Schmitz baute sie 1905 bis 1908 als Hybrid aus rheinischer und lombardischer Romanik – Bruchstein wie am Rhein, Ornamentik wie in der Lombardei. Mitten in Pradl, das damals noch Bauerndorf war, stand plötzlich ein Stück Veneto.
Die Ironie wächst rundherum weiter: In den 1940ern entstand im Viertel die Südtiroler-Siedlung, in der über 8.000 aus Südtirol „Optierte“ eine neue Heimat fanden – Menschen, die durch den Hitler-Mussolini-Pakt zwischen zwei Ländern verschoben wurden, landeten ausgerechnet im Schatten einer Kirche mit italienischem Gesicht. Dazwischen Gründerzeitblocks, die erste Straßenbahnlinie seit 1911, später der Pembaurblock als Vorzeigeobjekt des sozialen Wohnbaus. Pradl trägt sein Italien nicht auf der Zunge, sondern im Stein. Man muss nur einmal hinsehen, statt vorbeizugehen.


KUNST IM UNTERGRUND
Die Unterführung Olympiastraße, direkt neben dem TivoliStadion, ist eine der offiziell freigegebenen Graffiti-Flächen der Stadt – kein Zufallswerk, sondern Wand für Wand bewilligte Kunst. Tags und Pieces stapeln sich übereinander, jede Schicht überdeckt die vorherige, wie eine Zeitkapsel aus Spraydosen. Darüber dröhnt der Verkehr, darunter dröhnt der Bass aus Bluetooth-Boxen. Wenige Schritte weiter der Betonpark: Bowl, Rails, Ledges, glatt geschliffen für Skater:innen und BMXFahrer:innen, dazwischen Jugendliche, die auf Mauern sitzen statt auf Bänken. Das Jugendzentrum daneben hat einen DJ-Raum und drei Proberäume für Bands – die Infrastruktur einer Szene, die sich selbst organisiert, mitten zwischen Stadionbeton und Bahngleisen.
Kein Central Park, keine Skyline – aber dieselbe Grammatik: Beton als Bühne, Graffiti als Adresse, eine Jugend, die sich den Raum nimmt, den ihr sonst niemand gibt. Die Bronx braucht keine 8.000 Kilometer Anreise. Sie liegt quasi unterm Tivoli, fünf Gehminuten vom Stadtzentrum.
NOCH NICHT GANZ FERTIG
1958 fotografierte jemand 3.000 weidende Schafe in der Reichenau. Ein Bild, das damals schon seltsam wirkte – weil ringsum die Hochhäuser bereits wuchsen. Zwölf Jahre später war der Gutshof, der bis dahin das einzige Gebäude im Viertel gewesen war, abgerissen. Die Landwirtschaft hatte verloren, die Stadt gewonnen.
Wer heute durch die Andechsstraße geht, sieht das Ergebnis dieses Sieges: Y-förmige Wohnhäuser aus der Hochhausbegeisterung der Sechziger, neue Passivhausblöcke davor gestaffelt, dazwischen Grünstreifen, die versuchen, das Versprechen von Natur zu halten. Die Straße trägt den Namen der Andechser – jener Grafen, die Innsbruck einst gegründet haben. Als ob der Asphalt noch wüsste, woher er kommt.
Das Eigenartige: Das Nebeneinander ist nie ganz aufgelöst worden. Zwischen den Fassaden gibt es noch Grünzüge, die wie Restposten einer anderen Zeit wirken. Kein Feld mehr, aber auch keine Stadt, die fertig ist mit sich. Die Andechsstraße ist Innsbruck im Übergang – nur dass der Übergang seit sechzig Jahren andauert.



DIE GRAUE LAGUNE
„Hawaii“ nennen es die Innsbrucker:innen selbst – ganz offiziell inoffiziell. Sandbänke am nördlichen Innufer beim Flughafen, Liegewiese bis zum Wasser, die Strömung zu stark zum Schwimmen, aber stark genug, um sich kurz einzubilden, man wäre woanders. Dazu eine kleine Beach-Bar bei Events, und seit Jahrzehnten ein geduldetes FKK-Areal, wodurch der Ort seinen Spitznamen erst recht verdient hat.
Im Sommer landen ein paar hundert Meter weiter die Flieger Richtung Mallorca und Kreta – während am Ufer selbst längst Urlaub ist. Bei den INN-Days wird der Sand zur Bühne: Drum and Bass, Hip-Hop und UK-Garage zwischen Liegestühlen statt Clubwänden, Flusssurfen statt Wellenreiten.
Kein Salzwasser, kein Palmenhain – aber das Personal hat sich trotzdem committed: Wer hier campt, sonnt und feiert, braucht keinen Flug. Innsbruck hat sein Hawaii längst selbst gebaut, nur mit Alpenpanorama statt Vulkan.

„Wohin der Wind uns trägt“ ist gleichzeitig tunesisches Road Movie und eine Coming-of-Age-Geschichte zwischen Aufbruch und Ausweglosigkeit – und wegen seines klaren Blicks auf eine uns nur teilweise bekannte arabische Kultur einer der frischesten Filme des Kinojahres.
Text: Klaus Erler
Tunis. Alyssa, 19, rebellisch und voller ungebändigter Energie, jongliert zwischen Schule, kranker Mutter und kleiner Schwester. Mehdi, ein paar Jahre älter, bewirbt sich mehr schlecht als recht auf IT-Jobs, hofft aber insgeheim, eines Tages von seiner Zeichenkunst leben zu können. Die beiden sind beste Freunde, aufgewachsen wie Cousine und Cousin, nie ein Liebes- oder baldiges Ehepaar – auch wenn alle in ihrer Umgebung das von ihnen zu erwarten scheinen.
ZWISCHEN AUFBRUCH UND MORAL. Als sie von einem Kunstwettbewerb in Djerba hören, bei dem ein Atelieraufenthalt in Deutschland winkt, stehlen sie kurzerhand ein Auto und brechen auf: quer durch ein Land, das deutlich spürbar im Korsett zwischen muslimischer Moral, Hinwendung zum westlichen Lebensstil und Agonie nach dem Scheitern des arabischen Frühlings gefangen ist. Was als Abenteuer beginnt, wird schon bald zur Selbstfindungsreise.
HERUNTERGEKOMMENE SCHÖNHEIT.
Regisseurin Amel Guellaty, geboren 1988 in Tunis, zeigt in „Wohin der Wind uns trägt“
keine touristische Bilderbuchkulisse: Ihr Tunesien ist ein heruntergekommenes Land voller Bürokratie, Widersprüche und Unsicherheit – mit Investitionsruinen, verfallenden Industriegebäuden, aber auch der Schönheit der Landschaft zwischen Wüste und Meer. 15 Jahre nach dem Beginn des Arabischen Frühling braucht eine junge Generation hier alle Kraft, sich dem enttäuschenden Erbe dieser Revolution mit Fantasie, Humor und Improvisationstalent entgegenzustellen. Europa glänzt dabei als Projektionsfläche, als Ort, an dem man endlich wirklich leben könnte –auch wenn dieser Traum fern und brüchig bleibt.
ARABISCHER GROOVE.
Guellatys Film ruht schließlich auf zwei Säulen: den beiden jungen Hauptdarsteller:innen Eya Bellagha und Slim Baccar, die das Road Movie mit großer Selbstverständlichkeit tragen – zwischen ihnen passt die Chemie sichtbar.
„Wohin der Wind uns trägt“ wird aber auch wesentlich von einem Soundtrack angetrieben, der arabische Balladen, HipHop und Synthie-Disco-Momente mischt
und die Coming-of-Age-Reise in einen eigenen Groove taucht. „Wohin der Wind uns trägt“ wird so nicht zur schweren Gesellschaftsstudie, sondern zur warmherzigen und witzigen Betrachtung, die einen Blick auf Tunesien erlaubt, der spannend ist und den man so wohl noch nicht gehabt hat.

„WOHIN DER WIND UNS TRÄGT“
TN/FR 2025 | 99 min
Regie: Amel Guellaty
Mit: Eya Bellagha, Slim Baccar
Kinostart: 26. 6. 2026


Sommer 2026
1 Die grunzend-bellende Kreuzung ist eine Beleidigung (Mz.)
1 Ansehnlich zwitschern (?) sorgt für optische Verbesserung des Gegenüber (1–2 W.)
2 Nimmt er aus dem Hinterhalt Büsche ins Visier?
3 Tätigkeit der Legehenne (?) läuft unrund
4 Bringt Schlafgeschichten: Malen sich den kleinen Schwarm Singledamen nächtens aus?
5 Gefahr im Internet: Führen die Axt-bewaffnete Holzfäller aus?
6 Verrückt ins Reine gebracht ist sie hier organisch verkehrt
7 Der geprüfte Reifling entspringt dem verrückten Naturamt
8 Süßer Langfinger: „Die letzte Tafel ich erhasch', / genüsslich dann die Schoko …!“
9 Mit dem Wechsel holst du dir hier von unten (!) gleichwertigen Ersatz
10 Gar nicht geht das Haus in Österreich als Parlament durch
11 Das Elend gehört ganz zum verkehrten Ton
12 So sieht der Italiener heute in der Loggia
13 In ihnen fließt das Blut in diesem Fall verkehrt (!)
14 Hier von rechts (!) zu sehen: Der aggressive Verkäufer ist ein Schwein
15 Den Aufhänger für den Deutschaufsatz kannst du auch im schrägen Mathe finden
16 Hautsächlich krankhaft: „Das Wimmerl hier, das juckt extrem, / ich hoffe es ist kein …!“
17 Familiäre Angelegenheit Auf Donald bezogen sinds Tick, Trick und Track

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LÖSUNG DER LETZTEN AUSGABE
13. Juli bis 13. September 2026 50

Tickets für 32 Freizeiteinrichtungen zum halben Preis!
Von Bergbahnen, Museen und Schwimmbädern bis hin zu beliebten Ausflugszielen in Tirol. Bei den TT-Club-Sommerferien ist für jeden etwas dabei.
Informationen zu allen teilnehmenden Freizeiteinrichtungen und den jeweiligen Aktionszeiträumen finden Sie im TT-Club-Sommerferien-Heft, welches am 12. Juli 2026 der Tiroler Tageszeitung beigelegt ist oder unter club.tt.com.
club.tt.com
Was immer dich bewegt, wir sind für dich da!
Claudia (23) aus Pradl schreibt:
Gibt es Innsbrucker Sexpraktiken? Oder eine Position, die typisch für Innsbruck ist?
Ja, sogar mehrere. Nordkette, König Laurin und Frau Hitt , Annasäule, der Patscherte Kofel . Wer sich was trauen möchte, kann auch das Golden Dachl ausprobieren.

Daniel (40) aus Amras schreibt: Welche Anmachsprüche ziehen besonders gut in Innsbruck?
Da gibt es einige, die sich anbieten:
• Anna, darf ich deine Säule sein?
• Willst du meine Pforte triumphieren?
• Hey Süßer. Ich blase wie der Föhn.
• Bist du beruflich Berg führerin? Weil du mich zum Höhepunkt bringst.

Franz-Hermann (29) aus Lohbach schreibt:
Muss man sich beim Sex nach dem Wandern ganz ausziehen?
Nein, die Wanderschuhe kann man anlassen.
Harisson (33) aus Hall schreibt: Hilfe! Ich bin Snowboarder und liebe einen Skifahrer. Was soll ich tun?
Keine Angst, das kann passieren. Für eventuellen Nachwuchs gibt es mittlerweile auch Splitboards. Viel Spaß!
Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.
und gelungene Abende
von Johannes F. Park
Was ich ja schon vermisse, sind geistreiche Unterhaltungen.
Kurz: GU. Nicht, dass ich jemals eine erlebt oder gar zu einer ebensolchen etwas Substanzielles beigetragen hätte – aber man kennt es halt aus Büchern.
Weltgewandte Schöngeister parlieren mit Esprit, Witz und Scharfsinn zu gut sortierten
Themen der Zeit. Nach dem Motto: beredter Schlagabtausch auf höchstem Konversationsniveau. Wichtigstes Gebot: nur ja nicht langweilig sein!
Es soll also kein Industrieanlagenplaner glauben, er vermöge sich an einer GU zu beteiligen, indem er Wissenswertes aus dem Berufsalltag berichtete. Man muss schon etwas erlebt haben!
Doch auch hier gilt es einzuschränken: Ein überstandener Darmverschluss oder Platz zwei beim Schönschreibwettbewerb der Volksschule Öd an der Elend sind leidlich geeignet, einer GU den angemessenen Dreh zu verpassen. Es hilft, wenn man sagen kann: Ich habe einmal als Gärtner beim Herzog von Sussex gejobbt. Umgekehrt wäre noch besser!
Fälschlicherweise wird die GU zuweilen als große Schwester der LR bezeichnet. Tatsäch -
lich hat eine geistreiche Unterhaltung aber überhaupt gar nichts mit einer lustigen Runde gemein.
Man muss sagen: Wenn man schon unbedingt ein Verwandtschaftsverhältnis herbeifabulieren möchte, so ist die GU viel eher eine berühmt-berüchtigte Cousine der LR, die in einem beängstigend elitären Internat war und sich gerade auf der Suche nach einem Investmentbanker befindet, der mittelfristig ihr vierter Ex-Mann gewesen sein wird.
Apropos Familienbande: Der gelungene Abend (GA) ist weder verwandt noch verschwägert mit GU und LR.
Ich kann aber bestätigen: Er ist der kleine Bruder von TD. Dem totalen Desaster.
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