Neues Kraftwerks-Duo liefert Ökostrom im Großarltal
Niederdruck-Kraftwerk an der Unteren Argen modernisiert
Schwerpunkt: Organismen-Durchgängigkeit und Gewässerökologie
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Mag. Roland Gruber Herausgeber | rg@zek.at
WEGE AUS DER ENERGIEABHÄNGIGKEIT
Wir wollten es lange nicht wahrhaben. Aber inzwischen pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Europa hat ein Problem mit Abhängigkeiten. Ja, wir hängen am Tropf der anderen. Es beginnt bei digitaler Infrastruktur, bei Cloud-Diensten, Chips und KI-Systemen, zieht sich über die Versorgung mit seltenen Erden und strategischen Rohstoffen – und kulminiert dort, wo wirtschaftliche Stabilität und politische Handlungsfähigkeit unmittelbar aufeinandertreffen: bei der Energie. Wie verwundbar ein ganzer Kontinent wird, wenn zentrale Lebensadern von einem einzigen Partner abhängen, hat Europa in den vergangenen Jahren schmerzhaft erfahren müssen. Die Abkehr von russischem Gas war sicherheitspolitisch zwingend – und sie war richtig. Doch der schnelle Ersatz durch neue Lieferbeziehungen birgt andere strukturelle Risken, die in der Öffentlichkeit noch zu wenig diskutiert werden. Das russische Pipelinegas war billiger und planbarer. LNG, das Europa zum allergrößten Teil aus den USA bezieht, dagegen wird global gehandelt. Das mag auf den ersten Blick zwar nach mehr Diversifizierungspotenzial aussehen. Aber der Schein trügt, wenn nur ein Lieferant den Löwenanteil der kritischen LNG-Mengen stellt. Und den Hebel hat Europa bereits kennengelernt. Er ist subtiler und findet sich mitunter in der Handelspolitik, bei Regulierungen und Zöllen. Damit hat Europa das Abhängigkeitsverhältnis nicht überwunden, sondern verlagert. Die Abhängigkeit ist heute weniger sichtbar, aber deswegen nicht weniger real – und sie bleibt eine politische, wirtschaftliche und strategische Achillesferse. Will Europa die Lehren aus dieser Krise ernst nehmen, dann kann die Antwort darauf nicht in neuen Importverträgen, sondern in der Stärkung eigener Ressourcen liegen. Eine resiliente Energiepolitik beginnt dort, wo Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und politische Souveränität zusammenfallen – im eigenen System. Und genau deshalb muss die Wasserkraft zurück ins Zentrum der energiepolitischen Debatte. Sie ist verfügbar, stabil – und ist bereits heute ein tragender Pfeiler der europäischen Stromversorgung: Sie liefert rund 16 Prozent des EU-Stroms, stellt die mit Abstand größte Form gespeicherter Energie dar und verbindet zwei Qualitäten, die im künftigen Energiesystem entscheidend sind – flexible, schnell verfügbare Erzeugung und langfristige Speicherung bei gleichzeitig sehr niedrigen Lebenszyklus-Emissionen von nur 23 g CO2-Äquivalent pro Kilowattstunde. Modernisierung und Digitalisierung bestehender Anlagen können diese Stärken weiter ausbauen – ohne zusätzlichen Flächenverbrauch, aber mit spürbaren Effekten für Systemstabilität, Wasserresilienz und Biodiversität. Gerade deshalb wirkt der politische Umgang mit der Wasserkraft wie ein Widerspruch. Sie gilt offiziell als systemrelevant, als unverzichtbar für die Integration von Wind- und Solarenergie und für eine sichere Versorgung – und wurde dennoch jahrzehntelang kaum gefördert: Zwischen 1995 und 2015 flossen lediglich rund ein Prozent der europäischen Fördermittel für erneuerbare Energien in die Wasserkraft. Wer Europas Abhängigkeiten wirklich reduzieren will, sollte diesen blinden Fleck korrigieren. Denn kaum eine andere erneuerbare Energiequelle ist so bewährt, so verlässlich – und so eindeutig eine eigene europäische Ressource. Abschließend möchte ich mich wieder bei allen bedanken, die am Entstehen der vorliegenden Ausgabe mitgeholfen haben. Ich darf Ihnen, liebe(r) Leser(in) eine gute Zeit mit der neuen zek HYDRO wünschen. Ihr
Mag. Roland Gruber
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03 Editorial
06 Inhalt
AKTUELL
08 Interessantes & Wissenswertes Kurznachrichten
09 Impressum
VERANSTALTUNG
17 Neue Messeplattform in Salzburg geht über Wasserkraft hinaus RENEXPO – connect energies
RECHT
18 Sanierungsprojekt eingereicht? Droht nun der Fischabstieg? Kolumne Lindner
PROJEKTE
19 Oberwasserkanal nach Generalsanierung wieder in Topzustand Kraftwerk Kleinmünchen
GESCHICHTE
24 100 Jahre grüner Strom vom Schwarzen Regen Kraftwerk Höllenstein
65 Erstes gemeinsames Projekt von Dive und Natel in Frankreich Gewässerökologie
68 Neue Fischwanderhilfe am historischen Trackermühlwehr Gewässerökologie
Mit einer festlichen „Geburtstagsrunde“ ist der 100. Jahrestag der Inbetriebnahme des Kraftwerks Spichra gewürdigt worden.
TUNNELANSCHLAG
FÜR NEUBAU DES KW TRAUNFALL
Mit der offiziellen Tunnelanschlagfeier erfolgte am 22. Jänner 2026 der Auftakt für die Tunnelbauarbeiten des Energie AGLaufwasserkraftwerks Traunfall in Roitham, Oberösterreich. „Mit dem Neubau des Laufwasserkraftwerks Traunfall setzen wir ein starkes Zeichen für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung in Oberösterreich. Seit 1888 wird hier Wasserkraft genutzt – nun führen wir diese Tradition mit modernster Technik in die Zukunft. Mit 125 Gigawattstunden sauberem Strom pro Jahr können künftig rund 35.000 Haushalte versorgt werden – ein wichtiger Beitrag für Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Ebenso wichtig ist, dass dieses Projekt mit großem Respekt vor der Natur umgesetzt wird. Dieses Kraftwerk verbindet die Leistung vergangener Generationen mit der Verantwortung für die kommenden“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer in seiner Ansprache. Der symbolische Festakt am Tunnelportal markierte den ersten wesentlichen Meilenstein für das neue Laufwasserkraftwerk an der Traun. Der Probebetrieb des Kraftwerks Traunfall ist für 2028 geplant.
TEAG-WASSERKRAFTWERK SPICHRA FEIERT 100 JAHRE
Vor einhundert Jahren ist das Wasserkraftwerk Spichra feierlich in Betrieb genommen worden. Das größte Wasserkraftwerk an der Werra verfügt über eine Leistung von 1.169 Kilowatt und speist seinen 100%igen Ökostrom in das Thüringer Stromnetz ein. Zusammen mit den TEAG-Wasserkraftwerken Mihla und Falken – ebenfalls an der Werra – werden jährlich rund 12 Mio. Kilowattstunden Strom erzeugt. Die TEAG hat die als technisches Denkmal geschützte Anlage in den vergangenen Jahren umfassend rekonstruiert und modernisiert. Zum 100. Geburtstag des Kraftwerkes Spichra hat die TEAG viele ehemalige Mitarbeiter nochmal an ihren früheren Arbeitsplatz eingeladen. Bei Führungen durch die Anlage konnten sich die Senioren davon überzeugen, dass das technische Denkmal bestens gewartet ist und im Rahmen des Denkmalschutzes immer modernisiert und auf den neuesten Stand gebracht wurde. So verfügt die Wasserkraftanlage Spichra auch über ökologische Fischtreppen, die eine Durchlässigkeit der Anlage für Fische und andere Wasserlebewesen ermöglicht.
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Blick auf den Lac Noir in den Vogesen: Der Stausee bildete das Unter becken des Pumpspeicherkraftwerks Lac
CTO Alexander Kirchner, LH Thomas Stelzer, Tunnelpatin Michaela Langer-Weninger und CEO Leonhard Schitter (v.l.) beim Tunnelanschlag
Blanc / Lac Noir.
Durch das Modernisierungspaket erfährt das Donaukraftwerk eine Erhöhung der Engpassleistung um über 10 MW auf insgesamt 226 MW.
DONAU-KRAFTWERK BEKOMMT NEUES LAUFRAD
Nach knapp 60 Dienstjahren erhält das Donaukraftwerk Wallsee-Mitterkirchen neue Maschinen. Im Zeitraum von sechs Jahren werden alle sechs Turbinen samt Komponenten ausgetauscht. Bereits im Februar 2025 wurde der erste Maschinensatz getauscht. Kurz vor Weihnachten letzten Jahres traf das zweite von sechs neuen Kaplan-Laufrädern per Schiff ein und wurde erfolgreich eingehoben. VERBUND-Projektleiter
Stephan Benda zeichnet für den Turbinentausch verantwortlich und begleitete den jüngsten Einhub: „Es ist immer wieder ein technisches Highlight, ein neues Laufrad vor dem Einbau zu sehen. Immerhin beträgt sein Durchmesser imposante 7,8 Meter. Design und Material sind am allerletzten Stand der Technik.“ Im Frühling 2026 wird sich die neue Turbine wieder drehen, allein sie kann Strom für 65.000 Haushalte pro Jahr erzeugen. Man rechnet mit einer Steigerung der durchschnittlichen Erzeugung um rund 54 Millionen Kilowattstunden. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 62,5 Mio. Euro.
Turbineneinbau ist Millimeterarbeit – beim Einheben waren Konzentration und Präzision von der Montagemannschaft gefragt.
Blick auf die Rotorwickelei inkl. Prüfeinrichtungen. Turbogeneratoren sind wichtige Bausteine moderner Energiesysteme.
TURBOGENERATOREN-PRODUKTION WIRD ERWEITERT
Der Technologiekonzern ANDRITZ reagiert auf die weltweit steigende Nachfrage nach Turbogeneratoren und investiert bis 2028 massiv in den Ausbau seiner Standorte in Linz und Weiz. Durch den Ausbau entstehen in den kommenden Jahren insgesamt 350 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze. Ab sofort werden in der Steiermark und in Oberösterreich deshalb Fachkräfte im Engineering und in der Projektabwicklung gesucht. Der steigende Energiebedarf führt zu einer wachsenden Nachfrage nach Turbogeneratoren, die als Brückentechnologie einen wichtigen Beitrag zur dezentralen Stromerzeugung und Stabilität der Stromnetze leisten. ANDRITZ fertigt diese Generatoren seit über 70 Jahren erfolgreich im steirischen Weiz. Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, werden nun auch Kapazitäten am ANDRITZ Standort in Linz ausgeweitet, wo das Unternehmen seit knapp 80 Jahren im Wasserkraftwerksbereich – insbesondere bei Turbinen und im Stahlwasserbau – tätig ist.
IMPRESSUM: Herausgeber: Mag. Roland Gruber | Verlag: Mag. Roland Gruber e.U. zek-Verlag · Brunnenstraße 1 · 5450 Werfen · office@zek.at · M. +43 664 115 05 70 · www.zek.at | Chefredaktion: Mag. Roland Gruber · rg@zek.at · M. +43 664 115 05 70 | Redaktion: Mag. Andreas Pointinger · ap@zek.at | M. +43 664 22 82 323 | Anzeigenleitung & PR-Beratung: Mario Kogler, BA · mk@zek.at · M. +43 664 240 67 74 | Druck: Druckerei Roser · 5300 Hallwang | Verlagspostamt 5450 Werfen · P.b.b. „03Z035382 M“ · Grundlegende Richtlinien: zek HYDRO ist eine parteiunabhängige Fachzeitschrift für Wasserkraft | Abopreis Österreich: € 83,00 · Ausland: € 94,00 · inklusive Mehrwertsteuer | zek HYDRO erscheint 6x im Jahr | Auflage: 8.000 Stück · ISSN: 2791-4089 · 24. Jahrgang.
Direkt unterhalb des bestehenden Stausees Mapragg im Kanton St. Gallen soll das Dotierwasser in einem Kleinkraftwerk turbiniert werden.
AUSBAU: IN ZUKUNFT MEHR STROM AUS DEM TAMINATAL
Vom Ausgleichsbecken Mapragg im Taminatal gelangen direkt unterhalb seiner Staumauer 200 bis 600 l/s an Restwassermenge in den Fluss Tamina. Eine Durchflussmenge, die bislang hydroelektrisch ungenutzt war. Wie die Axpo, Mehrheitseigentümerin der Kraftwerke Sarganserland AG (KSL), unlängst in einem Communiqué verlauten ließ, soll sich dies in naher Zukunft ändern. KSL habe vor kurzem die Baugenehmigung sowie die entsprechende Zusatzkonzession für ein Dotierkraftwerk erhalten. Einsprachen gegen das Projekt habe es keine gegeben. Im Regeljahr kalkuliert KSL mit einer zusätzlichen Erzeugungskapazität von etwa 950 MWh – damit könnte der Strombedarf von circa 200 Haushalten abgedeckt werden. Verläuft das Projekt wie geplant, soll die Anlage 2027 den Betrieb aufnehmen.
In Schliersee will man erneut prüfen, ob die Machbarkeit für ein Kleinkraftwerk gegeben ist, das vor über 20 Jahren abgelehnt wurde.
NEUER ANLAUF FÜR KRAFTWERK IN SCHLIERSEE
Wie der deutsche MERKUR auf seiner Online-Plattform kürzlich berichtete, startet die Gemeinde Schliersee einen neuen Versuch, das 2003 abgelehnte Kraftwerk am Hachelbach erneut einer fachlichen Prüfung zu unterziehen. Die Regierung von Oberbayern hatte damals aus Naturschutzgründen das Projekt als nicht genehmigungsfähig eingestuft. Laut MERKUR hat die Gemeinde nun einem Antrag eines Gemeinderats zugestimmt, der auf das seit 2023 im EEG verankerte „übergeordnete Interesse“ von Belangen der Energiewirtschaft pocht und darin eine Chance sieht das Projekt nun umzusetzen, für das bereits ein Großteil der Infrastruktur vorhanden ist. Technisch brauche es nur Turbine und Generator. Laut Zeitungsbericht werden der Realisierbarkeit keine allzu großen Chancen eingeräumt.
VERBUND setzt im Tiroler Zillertal einen weiteren wichtigen Schritt zur ökologischen Aufwertung des Zemmbachs. Mit einem Projekt zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit werden bis April 2027 die vorhandenen Wanderhindernisse für Fische und wirbellose Wasserorganismen dauerhaft beseitigt und der Lebensraum naturnah gestaltet. Der erste Bauabschnitt im Unterwasser des Kraftwerks Mayrhofen hat Mitte Jänner 2026 begonnen und wird im April abgeschlossen. Hier entsteht zunächst ein rund 160 m langes provisorisches Umgehungsgewässer. Sobald der Zemmbach umgeleitet ist, wird bei Kohlstatt die bestehende technische Rampe umgebaut. In der halben Bachbreite wird dann eine abgeflachte, rund 90 m lange, ökologisch verbesserte Rampe errichtet. Mit naturnahen Beckenstrukturen, wechselnden Wassertiefen und einer variablen Gewässerführung werden zukünftig stabile Wanderrouten für alle Lebensstadien der Fische und strömungsberuhigte Rückzugsräume geschaffen, die zur Erhöhung der strukturellen Vielfalt des Gewässers beitragen. „VERBUND investiert 2,7 Mio. Euro in die Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Zemmbachs und setzt einen Meilenstein für die Gewässerökologie im Zillertal. Die neu geschaffenen Strukturen ermöglichen Fischen die Wanderung flussauf- und flussabwärts. Durch ein begleitendes professionelles Monitoring können wir bei Bedarf nachjustieren und so den langfristigen Erfolg sicherstellen“, erklärt VERBUND-Werksgruppenleiter Marco Fiegl. Nach derzeitiger Planung werden bis April 2027 alle Arbeiten abgeschlossen, die Bauflächen rückgebaut und ökologisch wiederhergestellt sein – die Durchgängigkeit des Zemmbachs wird damit in diesen Bereichen hergestellt.
Beginn des 1. Bauabschnitts im Januar 2026: Die technische Rampe im Unterwasser des KW Mayrhofen wird in eine naturnahe umgebaut.
Im nordschwedischen Kraftwerk Stornorrfors soll ´28 die weltweit erste vollständig fossilfrei produzierte Stahl-Wehrklappe installiert werden.
ANDRITZ SANIERT KRAFTWERK SVARTISEN IN NORWEGEN
Die norwegische Statkraft Energi AS hat den internationalen Technologiekonzern ANDRITZ mit der Sanierung wichtiger Komponenten des Wasserkraftwerks Svartisen beauftragt. Das 600 MW-Kraftwerk, das sich im gemeinsamen Besitz von Statkraft und der Gemeinde Nordland befindet, spielt eine wichtige Rolle in der norwegischen Energielandschaft. Das 1993 in Betrieb genommene und 2010 erweiterte Kraftwerk nutzt das Gletscherwasser aus dem Storglomvatn-See zur Erzeugung von erneuerbarem Strom. Im Rahmen des Vertrags wird ANDRITZ beide Francisturbinen (350 MW und 250 MW) sowie eine Haupteinlaufklappe erneuern. Hochentwickelte Keramikbeschichtungen werden die Verschleißfestigkeit verbessern und die Lebensdauer der Turbinen verlängern. Beide Maschinensätze werden mit neuen digitalen Turbinenreglern ausgestattet. Der Auftrag umfasst auch die Konstruktion, Fertigung, Installation und Inbetriebnahme der sanierten Komponenten sowie die Schulung des Personals von Statkraft. Das Projekt stellt einen Auftragswert im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich dar.
ERSTE FOSSILFREIE STAHL-WEHRKLAPPE IN SCHWEDEN
Im nordschwedischen Wasserkraftwerk Stornorrfors wird ab 2028 ein weltweit einzigartiges Bauwerk installiert: die größte bislang geplante Wehrklappe aus vollständig fossilfrei hergestelltem Stahl. Mit dem Projekt wollen Vattenfall und der Stahlhersteller SSAB zeigen, welches industrielle Potenzial in klimaneutralen Werkstoffen bereits heute steckt. Die neue Wehrklappe ist 21 Meter hoch, 10 Meter breit und wiegt rund 120 Tonnen. Sie dient der präzisen Regulierung des Wasserflusses im Kraftwerk. Die Installation ist für 2028 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2029. Ausgelegt ist das Bauteil für eine Betriebsdauer bis mindestens zum Jahr 2100. Der eingesetzte Stahl stammt aus der sogenannten HYBRITTechnologie. Dabei wird Kohle im Stahlherstellungsprozess durch Wasserstoff ersetzt, der mit fossilfreiem Strom erzeugt wird. Auf diese Weise entfallen die prozessbedingten Kohlenstoffemissionen nahezu vollständig. Da die klassische Stahlproduktion zu den weltweit größten industriellen CO2-Quellen zählt, könnte diese Technologie die globalen Emissionen um etwa sieben Prozent senken.
ANDRITZ wird für einen Modernisierungsschub im 600 MW-Kraftwerk Svartisen in Norwegen sorgen.
Energie AG-CEO Leonhard Schitter, AR-Vorsitzender Markus Achleitner, Tunnelpatin LH-Stv. Christine Haberlander, PORR AG-CEO KarlHeinz Strauss (v.l.) bei der Barbarafeier am 4. Dezember in Ebensee.
BARBARAFEIER DES ENERGIE AG-PSKW EBENSEE
Am 4. Dezember 2025 hat die Barbarafeier des neuen Pumpspeicherkraftwerks der oberösterreichischen Energie AG in Ebensee stattgefunden. Die feierliche Veranstaltung zu Ehren der Schutzpatronin der Bergleute fand gemeinsam mit Tunnelpatin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander, Energie AG-Aufsichtsratsvorsitzendem Markus Achleitner, der Ebenseer Bürgermeisterin Sabine Promberger, der ausführenden Baufirma PORR sowie dem Vorstand der Energie AG statt. „Die Leistungen der Mineure und aller hier im und am Pumpspeicherkraftwerk Ebensee tätigen Personen verdienen unseren höchsten Respekt. Ihr Engagement unter herausfordernden Bedingungen schafft einen Beitrag von unschätzbarer Bedeutung für die Energiezukunft Oberösterreichs und damit für uns alle“, so die Tunnelpatin. Die Fertigstellung der grünen Batterie ist Anfang des Jahres 2028 geplant.
Edgar Schillinger (re.) vom Vega-Projektteam bei der Übergabe des symbolischen Spatens an Bürgermeister Karsten Mußler
BAUBEGINN FÜR VEGA-WERK IN KUPPENHEIM
Der Messtechnikhersteller VEGA Grieshaber KG hat am 17. Dezember 2025 offiziell den Bau eines neuen Unternehmensstandorts im baden-württembergischen Kuppenheim gestartet. Das Großprojekt markiert einen Meilenstein in der Wachstumsstrategie und nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens. „Wir schaffen zusätzliche Kapazitäten, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und unseren Kunden weltweit die Qualität zu bieten, für die VEGA steht. Wir investieren bewusst in nachhaltige Strukturen und in die Zukunft unseres Unternehmens in Deutschland“, betonte die geschäftsführende Gesellschafterin Isabel Grieshaber. Auf dem rund 10,4 Hektar großen Gelände entstehen im ersten Bauabschnitt mehrere Gebäudekomplexe. Zwei Produktionsgebäude bieten zukünfig insgesamt 32.000 Quadratmeter Fertigungsflächen sowie einen integrierten Logistikbereich.
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Alpiq und Vialis haben im Dezember 2025 eine strategische Partnerschaftsvereinbarung zur Entwicklung des stillgelegten Pumpspeicherkraftwerks „Lac Blanc / Lac Noir“ in den Vogesen, Elsass, unterzeichnet. Diese Kooperation steht im Zusammenhang mit der anstehenden Ausschreibung der französischen Regierung, die für Mitte 2026 erwartet wird. Das Projekt ist Teil des mehrjährigen Energieprogramms und soll mithelfen, neue Impulse für Investitionen in die Wasserkraft in Frankreich auszulösen. Es wird eine für die Energiewende essenzielle Speicherkapazität zur Verfügung stellen. Die Anlage soll eine Leistung von 50 bis 70 MW aufweisen und über eine Speicherkapazität von rund zehn Stunden verfügen. Die Kraftwerkszentrale ist seit 2012 stillgelegt. Daher ist ein vollständiger Neubau erforderlich, zudem müssen die Wasserwege saniert werden.
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BAUSTELLE KW TAUERNBACH-GRUBEN VOLL AUF KURS
Die Arbeiten auf der Osttiroler Kraftwerksbaustelle der TIWAG sind voll im Zeitplan: Vor Weihnachten wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht und der letzte Abschnitt der rund 6,1 Kilometer langen Druckrohrleitung fertiggestellt. „Mit der letzten Schweißnaht an der 1,8 Meter im Durchmesser messenden Druckrohrleitung konnte nun der letzte Abschnitt des Triebwasserweges rechtzeitig abgeschlossen werden. In den kommenden Monaten wird der elektromechanische Ausbau fortgesetzt, damit wir im Frühjahr mit dem Testbestrieb starten können“, erklärt Projektleiter Martin Riedl. Die TIWAG investiert insgesamt 175 Mio. Euro in die neue Anlage. Diese soll nach Fertigstellung übers Jahr rund 85 GWh Strom erzeugen. Das entspricht dem Jahresbedarf von ca. 20.000 Haushalten und ist damit auch ein wichtiger Beitrag für die Versorgungssicherheit des Iseltals und für ganz Osttirol.
Die Druckrohrleitung des KW Tauernbach-Gruben ist fertiggestellt.
Excellent Technology, Efficiency and Quality
Der Lac Noir soll bald wieder für die Stromerzeugung genutzt werden.
HÖCHSTES UMSPANNWERK IN SALZBURG IN BETRIEB
Durch die Inbetriebnahme des neuen Umspannwerks Dienten am Hochkönig im Dezember 2025 hat die Salzburg Netz GmbH einen weiteren wichtigen Meilenstein für die sichere und nachhaltige Energieversorgung im Bundesland gesetzt. Mit einer Seehöhe von rund 1.300 m ist es das höchstgelegene Umspannwerk der Salzburg Netz GmbH und ein technisches Vorzeigeprojekt. Der Standort des Umspannwerks befindet sich im Bereich des Dientner Sattels, direkt an der Hochkönigstraße B164. Besonderes Augenmerk wurde auf die landschaftliche Integration der Anlage gelegt. Für die Gestaltung kommen natürliche Baustoffe, insbesondere Holz, zum Einsatz. Durch den Abtrag von 1,1 km 110-kV-Freileitung und 1,6 km 30-kV-Freileitung wird das Landschaftsbild zusätzlich aufgewertet. Das Umspannwerk Dienten am Hochkönig ist Teil des Unternehmensprojekts „10 Umspannwerke in 10 Jahren“ und unterstreicht das Engagement für eine zukunftsfähige Netzinfrastruktur.
FISHLAB AN DER UNIVERSITÄT INNSBRUCK IN BETRIEB
Im Wasserbaulabor des Arbeitsbereichs Wasserbau der Universität Innsbruck ging im November 2025 das FishLab als spezialisierte Forschungsinfrastruktur für ethohydraulische Untersuchungen in Betrieb. Für den Betrieb des FishLab liegen sowohl die erforderliche Genehmigung der Universität als Verwender gemäß Tierversuchsgesetz als auch die projektbezogenen Genehmigungen für die Durchführung von Tierversuchen vor. Das FishLab umfasst eine Versuchsanlage mit einer 19 m langen ethohydraulischen Versuchsrinne, die in einen modernisierten Wasserkreislauf mit 160 m³ Wasservolumen eingebunden ist und Abflüsse von bis zu etwa 750 l/s ermöglicht. In der Versuchsrinne können definierte hydraulische Randbedingungen eingestellt werden; sie ist mit einer präzisen Durchfluss- und Wasserstandsregelung sowie mit umfangreichen Möglichkeiten zur visuellen Beobachtung und zum kamerabasierten Monitoring des Fischverhaltens in der Versuchsstrecke ausgestattet.
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FishLab des Arbeitsbereichs Wasserbau an der Universität Innsbruck
DOTIERKRAFTWERK MAPRAGG ERHÄLT GRÜNES LICHT
Die Kraftwerke Sarganserland AG (KSL), ein Partnerunternehmen der Axpo Power AG und des Kantons St. Gallen, hat Anfang 2026 für das neue Dotierkraftwerk Mapragg sowohl die Baubewilligung als auch die erforderliche Zusatzkonzession rechtskräftig erhalten. Damit können künftig bislang ungenutzte Restwassermengen zur Produktion von rund 950 MWh erneuerbarem Strom pro Jahr genutzt werden. Das Optimierungsprojekt sieht vor, eine der beiden bestehenden Dotiereinrichtungen in der Grundablasskammer der Staumauer des Kraftwerks Mapragg durch eine Turbine zu ersetzen und vollständig in die vorhandene Anlagetechnik zu integrieren. Die zweite Dotiereinrichtung bleibt als Redundanz erhalten, sodass die verfügten Restwassermengen jederzeit gewährleistet sind. Bei planmäßigem Verlauf ist die Inbetriebnahme des neuen Dotierkraftwerks Mapragg für das Jahr 2027 vorgesehen.
Unmittelbar neben dem Kleinwasserkraftwerk Dorfmühle wurde ein Batteriespeicher mit 0,6 MW Leistung in Betrieb genommen.
KW DORFMÜHLE MIT BATTERIESPEICHER AUSGERÜSTET
Der niederösterreichische Energieversorger EVN hat Ende 2025 in der Marktgemeinde Allhartsberg beim Kleinwasserkraftwerk Dorfmühle einen Batteriespeicher in Betrieb genommen. Der Batteriespeicher ist somit der zweite EVN-Speicher, der 2025 in Betrieb gegangen ist, und der erste, der in Kombination mit einem Wasserkraftwerk arbeitet. Bei einer Leistung von 0,6 MW erreicht der Speicher eine Kapazität von 1,2 MWh. Damit könnten rund 125 Haushalte einen Tag lang mit Strom versorgt werden. Die EVN treibt auch den Ausbau ihrer eigenen Batteriespeicher systematisch voran: „Unser klares Ziel: Bis 2030 wollen wir eine Speicherkapazität von 300 MW erreichen und damit einen spürbaren Beitrag zur sicheren, klimafreundlichen Energieversorgung leisten“, so Unternehmenssprecher Stefan Zach. Am EVN-Energieknoten Theiß starten im kommenden Jahr die Vorbereitungen für einen 70 MW-Batteriespeicher.
Ausgleichsbecken und Zentrale des Kraftwerks Mapragg
RENEXPO
– DIE FACHMESSE FÜR DIE ENERGIE DER ZUKUNFT
Mit neuem Namen, erweitertem Konzept und klarer Zukunftsorientierung reagiert die Messe RENEXPO auf die wachsenden Anforderungen eines sich wandelnden Energiesystems und findet im März 2026 erneut in Salzburg statt. Was 2025 noch unter dem Titel „Renexpo Interhydro“ als führende Fachmesse für Wasserkraft firmierte, präsentiert sich nun als RENEXPO – connect energies: eine Plattform, die weit über die Wasserkraft hinausgeht und die gesamte Energiezukunft in den Blick nimmt. Am 19. und 20. März 2026 wird das Messezentrum Salzburg damit erneut zum zentralen Treffpunkt für Unternehmen, Experten, Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger, die an der Gestaltung einer nachhaltig vernetzten Energieversorgung mitwirken und konkrete Lösungen für die Praxis diskutieren.
Die neue RENEXPO knüpft an ihre Wurzeln an: Wasserkraft bleibt ein wichtiger Bestandteil der Messe und zeigt, weshalb diese weiterhin das Rückgrat des österreichischen Energiemarkts bildet. Von Kaplan-, Pelton- und Francis-Turbinen über Steuerungs- und Messtechnik bis hin zu Revitalisierungsmaßnahmen für bestehende Anlagen demonstriert die Messe die Innovationskraft dieser bewährten Technologie. Doch 2026 öffnet sich das Spektrum: Die „connect energies“Philosophie macht deutlich, dass die künftige Energieversorgung nur im Zusammenspiel aller erneuerbaren Quellen funktionieren kann.
Mehr Vielfalt: Speicher, Netze, Sektorkopplung und neue Technologien
Mit der zunehmenden Volatilität von Wind und Sonne rückt die Systemintegration in den Fokus. Die RENEXPO 2026 setzt daher erstmals Schwerpunkte auf Speicher- und Netztechnologien:
• Pumpspeicherwerke und Power-to-X-Lösungen
• Batteriespeicher für Industrie, Gewerbe und Energiesysteme Smart-Grid- und Steuerungstechnologien
• Vernetzungsmodelle, Kapazitätsverteilung und sektorübergreifende Kopplung
Dass dieser thematische Ausbau den Nerv der Branche trifft, zeigt die starke Resonanz aus dem Markt: Die neuen Schwerpunkte werden bereits vorab sehr gut angenommen – die RENEXPO 2026 verzeichnet rund 20 Prozent mehr Aussteller als im Vorjahr. Knapp 80 Unternehmen präsentieren ihre Lösungen und Innovationen. Ein deutliches Signal für die Relevanz der Messe und ihren Stellenwert als zentrale Plattform der Energiezukunft. „Die Energiewelt verändert sich rasant. Mit der neuen RENEXPO schaffen wir eine Messe, die die Stärken der Wasserkraft würdigt, gleichzeitig aber den Blick auf das Gesamtsystem öffnet. Unser Ziel ist es, Branchen zu verbinden, Innovationen sichtbar zu machen und einen Ort zu schaffen, an dem Zukunft gestaltet wird“, so Messeleiter Christoph Schrammel.
Impulse für Vernetzung und Fortschritt
Ein Höhepunkt der Messe ist die moderierte Talkrunde auf der „RENEXPO Forum“ - Bühne zum Thema „Erneuerbare Energien im Zusammenspiel – Speicherlösungen als Schlüssel zur Versorgungssicherheit“. Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft, Verbänden und Forschung äußern ihre Einschätzungen zu den
Die Fachmesse RENEXPO – connect energies 2026 findet am 19. und 20. März im Messezentrum der Mozartstadt Salzburg statt.
Voraussetzungen für eine verlässliche Energiezukunft und zur Rolle von Speicherkapazitäten.
Neben dem Messegeschehen bietet die RENEXPO ein umfangreiches Konferenzprogramm. In Kooperation mit vgbe energy e.V. sowie dem Verein für Ökologie und Umweltforschung werden hoch spezialisierte Fachtagungen ausgerichtet, die aktuelles Know-how, Forschungsergebnisse und Best Practices aus der Wasserkraft vermitteln.
Das jährliche Mitgliedertreffen des Vereins Kleinwasserkraft für das Bundesland Salzburg findet ebenfalls im Rahmen der RENEXPO in Salzburg statt. Damit knüpft die Messe direkt an ihre Historie an und schafft gleichzeitig eine Plattform für Austausch, Vernetzung und Zukunftsdialog in der österreichischen Kleinwasserkraft-Szene.
Ein Treffpunkt für alle, die die Energiewende vorantreiben
Die RENEXPO – connect energies 2026 ist mehr als eine Fachmesse. Sie ist ein Forum für Austausch, Innovation und strategische Partnerschaften. Unternehmen aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Netzintegration, Energiespeicherung, Digitalisierung und Infrastruktur finden hier ein Umfeld, das Inspiration bietet und zugleich konkrete geschäftliche Perspektiven eröffnet. Die RENEXPO 2026 richtet sich an Fachbesucher aus Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Hand.
Die Wasserkraft bleibt weiterhin zentraler Bestandteil der Fachmesse.
SANIERUNGSPROJEKT EINGEREICHT? DROHT NUN DER FISCHABSTIEG?
Der 22.12.2025 war für viele Kraftwerksbetreiber:innen ein wesentlicher Stichtag. Zahlreiche Sanierungsprogramme (bzw im Bescheidweg verlängerte Fristen) sahen vor, dass spätestens bis zu diesem Zeitpunkt ein Sanierungsprojekt für die Herstellung der Durchgängigkeit oder die Abgabe von ausreichend Restwasser bei der Behörde einzureichen ist. Hochkonjunktur für Planungsbüros. Die eingereichten Projekte werden geprüft und in der Folge (voraussichtlich) bewilligt. Bis zur Umsetzung wird sodann eine Frist bis 22.12.2027 eingeräumt. Die Rahmenbedingungen dieser Fristen erklären sich mit der Wasserrahmenrichtlinie, die bis 22.12.2027 umzusetzen ist. Der Umstand, dass kein einziger Mitgliedstaat die Richtlinie fristgerecht umsetzt, gibt dem hohen Druck, der durch die Verwaltung im Hinblick auf die Sanierung ausgeübt wird, eine besonders unangenehme Note. Der Umstand, dass die Herstellung der Durchgängigkeit in der Richtlinie gar nicht gefordert wird, sei nur am Rande erwähnt.
Gerade die Herstellung der Fischdurchgängigkeit wirft in der Branche seit vielen Jahren Fragezeichen auf. Sei es, dass die Vorgaben für einen angeblichen „Stand der Technik“ wissenschaftlich nicht begründet sind, sei es, dass die angeblichen Leitfischarten in den genannten Größen niemals vorhanden waren. Die Umsetzung der Durchgängigkeit hat nicht nur die Betreiber:innen finanziell enorm belastet, sondern auch den öffentlichen Haushalt, weil überdimensionierte Fischaufstiegshilfen teils mit erheblichen öffentlichen Mitteln gefördert wurden.
Abzuwarten bleibt vorerst noch, wie über die Beschwerden jener Betreiber:innen entschieden wird, die den Rechtsweg eingeschlagen haben.
Soweit so ärgerlich. Doch das nächste Ungemach erscheint bereits am Horizont: In der jüngeren Vergangenheit gibt es vermehrt Gerüchte, dass bald weitere Schritte gesetzt werden. Tatsächlich endet die Wasserrahmenrichtlinie nicht mit der Zielerreichung 2027, sondern gilt diese auch weiterhin. Das österreichische BMLUK wird daher auch einen 4. Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (4. NGP) erlassen. Inhaltlich wird dieser weitere Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie setzen. An den fachlichen Grundlagen für die weitere „Verbesserung“ der Gewässer wird bereits gearbeitet.
Nach den großen Erfolgen der Herstellung der Durchgängigkeit mittels Fischaufstiegshilfen laufen derzeit Untersuchungen für den Fischabstieg. Fischabstiegshilfen werden an Bestandskraftwerken wieder Umbauten erfordern, viel wesentlicher ist aber der Umstand, dass durch diese Fischabstiegshilfen voraussichtlich auch deutlich höhere Restwasserabgaben erforderlich sind. Die Wirtschaftlichkeit von Wasserkraftwerken wird durch diese Maßnahmen noch deutlich verschlechtert.
Die Zielsetzungen am Ausbau der erneuerbaren Energien werden also weiter erschwert. Es bleibt nun abzuwarten, ob und welche weitere Regelungen getroffen werden. Ein aktives Hinterfragen weiterer Eingriffe in die Wirtschaftlichkeit des Betriebs von Kraftwerken ist dringend geboten.
Dr. Berthold Lindner
Berthold Lindner berät und begleitet Wasserkraftbetreiber:innen bei der Umsetzung von Projekten und im laufenden Betrieb. Als Mitautor des WRG-Kommentars von Oberleitner/Berger ist er als kompetenter Ansprechpartner im Wasserrecht bundesweit tätig.
Ungewiss bleibt hier, ob mit dem 4. NGP auch die fischereiliche Bewirtschaftung der Gewässer einbezogen wird. Der EuGH hat im Fall Weißensee (Rs C-671/22) bereits festgehalten, dass die Wasserrahmenrichtlinie auch Fragen des Gewässerzustands im Zusammenhang mit der Fischerei betrifft. Fischereiwesen ist in Österreich Ländersache, wohl aus diesem Grund gab es dort bislang keine Maßnahmen. Das Erreichen der Ziele wird aber nur mit gemeinsamen Anstrengungen aller Personen möglich sein, die Gewässer nutzen. Ob dies politisch möglich sein wird, ist natürlich ein anderes Thema. Es bleibt jedenfalls spannend, welche Neuerungen kommendes Jahr mit dem neuen 4. NGP auf uns zukommen.
Abschließend noch ein kurzer Hinweis: Ein bloßes Ignorieren der behördlichen Fristen zur Umsetzung der Vorgaben für Fischaufstiege und Restwasser bleibt unverändert gefährlich. Bereits nach einmaliger Mahnung können Wasserbenutzungsrechte entzogen werden. Nur durch entsprechend argumentierte Einwände gegen die Vorgaben besteht eine Chance, die aufwändigen Kosten mit der Neuerrichtung von Fischaufstiegshilfen zu verschieben oder gänzlich zu vermeiden.
Von Berthold Lindner
Kontakt: Lindner Stimmler Rechtsanwälte GmbH & Co KG Lindner@lindnerstimmler.at
Die Triebwasserstrecke des Linzer Wasserkraftwerks Kleinmünchen wurde in der zweiten Jahreshälfte 2025 grundlegend erneuert.
OBERWASSERKANAL VON KRAFTWERK KLEINMÜNCHEN NACH GENERALSANIERUNG WIEDER IN TOPZUSTAND
Beim Kraftwerk Kleinmünchen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz wurde vor dem vergangenen Jahreswechsel ein aufwändiges Sanierungsprojekt abgeschlossen. Zwischen Juli und Dezember 2025 wurde der über drei Kilometer lange Oberwasserkanal des leistungsstärksten Wasserkraftwerks der LINZ AG einer großangelegten Sanierung unterzogen. Da an der Ausleitungsstrecke nach jahrzehntelangem Dauerbetrieb zahlreiche Undichtigkeiten entstanden waren, musste der Kanal umfassend revitalisiert werden. Der aus den 1970er Jahren stammende Dichtasphalt, der sein bautechnisches Lebensende erreicht hatte, wurde in Teilbereichen saniert und die Kanalstrecke durch das Aufbringen einer Kunststoffdichtbahn zuverlässig abgedichtet. Dank der grundlegenden Erneuerung, die innerhalb des geplanten Zeitraums abgeschlossen werden konnte, ist der Triebwassertransfer zum Maschinengebäude wieder für die kommenden Jahrzehnte sichergestellt.
Für die LINZ AG, die auch Biomasse- und Gaskraftwerke sowie ein Reststoffheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeproduktion betreibt, bildet die Stromgewinnung aus Wasserkraft nach wie vor eine wichtige Säule ihrer Energiestrategie. Das leistungsstärkste Wasserkraftwerk im Anlagenpark der LINZ AG ist das Kraftwerk Kleinmünchen, das 1978 im gleichnamigen Stadtteil fertiggestellt wurde. Betrieben wird das Kraftwerk von der LINZ AG-Tochtergesellschaft LINZ STROM GAS WÄRME GmbH. Das für 120 m³/s Ausbauwassermenge ausgelegte Kraftwerk funktioniert nach dem klassischen Ausleitungsprinzip, wobei das aus der Traun entnommene Triebwasser durch einen rund drei Kilometer langen Oberwasserkanal zur Turbinierung ins Krafthaus geführt wird. Dort erzeugen zwei horizontalachsige Kaplan-Rohrturbinen mit jeweils ca. 6 MW Engpassleistung im Regeljahr ca. 70 GWh Ökostrom, umgerechnet entspricht dies dem Jahresstrombedarf von rund 20.000 durchschnittlichen Haushalten. Zwischen 1983 und 1984 wurde an der Wehranlage des Kraftwerks, dem Traunwehr, ein Restwasserkraftwerk mit rund 1,3 MW Engpassleistung errichtet. Dieser Anlage stehen im Winter 7,5 m³/s bzw. im Sommer 15 m³/s Ausbauwassermenge zur Verfügung, die nutzbare Fallhöhe schwankt zwischen ca. 3,1 und 5,2 m.
Neue Abdichtung für Ausleitungskanal
Zwischen dem Spätsommer 2013 und dem Frühjahr 2014 stand beim Kraftwerk Kleinmünchen ein großangelegtes Revitalisierungsprojekt auf dem Programm. Dabei erfolgten sowohl Sanierungsarbeiten am Ausleitungskanal als auch Revisionen und Ertüchtigungen an der elektromechanischen Ausstattung
Mit dem Kraftwerk Kleinmünchen kann die LINZ AG den Jahresstrombedarf von ca. 20.000 durchschnittlichen Haushalten abdecken.
Die neue Kanalabdichtung wurde mit dem SIBELON® Geomembrane-System von Carpi Tech hergestellt, das weltweit bei einer Vielzahl von Anwendungsszenarien zum Einsatz kommt.
sowie an der gesamten Maschinen- und Stahlbautechnik. Im Zuge der Kanalinstandhaltung wurden rund 500 kleinere Beschädigungen und rund 2.000 m² der Kanalsohle saniert. Dem LINZ AG-Projektleiter Jürgen Pichler zufolge wurde bereits bei dem früheren Sanierungsprojekt festgestellt, dass am Oberwasserkanal des Kraftwerks in absehbarer Zeit noch umfangreichere Instandhaltungsmaßnahmen notwendig sein werden: „Die Lebensdauer von Dichtasphalt bei Ausleitungskanälen ist aufgrund von Erfahrungen bei ähnlichen Anlagen gut abschätzbar. Durch die Prüfung des Zustandes bei der letztmaligen Großsanierung und weiteren Inspektionen an der Wasseranschlaglinie konnte die Restlebensdauer gut abgeschätzt werden. Somit war der Sanierungszeitpunkt früh bekannt und die konkrete Umsetzung wurde für das Jahr 2025 eingetaktet.“
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FELDKIRCH
Der Projektleiter ergänzt, dass der zwischen 1977 und 1978 aufgetragene Dichtasphalt einem natürlichen Alterungsprozess unterliegt. Wie schnell eine Asphaltschicht konkret altert, hängt von mehreren Faktoren ab, wobei schon die spezifischen Gegebenheiten beim Auftragen des Asphalts eine zentrale Rolle spielen. Zusätzlich sorgen auch die Witterungseinflüsse und die UV-Strahlung für eine zunehmende Versprödung der Dichtschicht, was in weiterer Folge zur Entstehung von undichten Stellen führt.
Kunststoffdichtbahn beste Lösung
Die ersten Vorarbeiten des Projekts begannen 2021, im Jahr darauf folgte das Startgespräch mit der Behörde, um den
Umfang und den Inhalt der Genehmigungsplanung erstmals zu erörtern. Dabei wurde auch die Vorstudie des Projekts vorgestellt und kritische Themen weiter betrachtet. Die finale Genehmigung konnte dank einer engen Zusammenarbeit und den regelmäßigen Abstimmungen mit den Sachverständigen und der Behörde ohne Nachreichungen erwirkt werden. Im Rahmen der Vorstudie beschäftigten sich die Anlagenbetreiber eingehend mit zwei möglichen Sanierungsvarianten, wobei die Erneuerung der Asphaltdichtung oder der Einbau einer Kunststoffdichtbahn zur Debatte standen. Beide Varianten wurden mit den Fachplanern der LINZ AG und externen Experten auf zentrale Faktoren wie Bauzeit- und Wirtschaftlichkeitsvergleich, Erlösentgang, Risikoanalyse, CO2-Bilanz und künftige Revisions- und Abkehrzeiten eingehend geprüft. Letztendlich sprach eine ganze Reihe von Gründen für den Einbau einer Kunststoffdichtbahn. Mit dieser Variante konnte die Kanalsanierung mit viel weniger Transporten und einem geringeren Einsatz von Baumaschinen durchgeführt werden, wovon die Anrainer der Baustelle und Erholungssuchende profitieren sollten. Zudem ermöglichte der Einsatz der Kunststoffdichtbahn eine Optimierung der Baukosten und eine Verkürzung der Bauzeit. Damit konnte das generelle Baurisiko durch Wettereinflüsse minimiert werden, gleichzeitig wurde ein Bauzeitpuffer zur Kompensation bei etwaigen Komplikationen geschaffen. Mit dem Einbau der Kunststoffdichtbahn anstelle der Asphaltab-
Auch am Maschinengebäude, den Kanalböschungswänden und der Wehranlage erfolgten verschiedene Sanierungsmaßnahmen.
dichtung waren zudem keine Umbauten am Dammkörper der Ausleitungsstrecke erforderlich.
Profis am Werk
Sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung des Sanierungsprojekts setzte die LINZ AG auf die Kompetenz bewährter Unternehmen aus dem Wasserkraft- und Bausektor. Für die Erstellung des technischen Einreichprojekts sorgte das renommierte Ingenieurbüro BHM INGENIEURE – Engineering & Consulting GmbH. Mit der Umsetzung der umfangreichen Baumeisterarbeiten wurden die Kraftwerksbauspezialisten der Felbermayr Bau GmbH & Co KG beauftragt. Damit die Arbeiten durchgeführt werden konnten, musste der Oberwasserkanal vollständig trockengelegt werden. Dazu wurden von Felbermayr mehrere temporäre Dammbauwerke – darunter Schütt-, Schutz- und Hochwasserdämme – sowie Pumpen und Pumpleitungen zur Ableitung von Reinigungs- und Niederschlagswasser erstellt. Im Anschluss an die Trockenlegung ging es an die Reinigung des Kanals, wobei Bagger mit Langarm und Anbaubürste sowie Hochdruck-Spezialgeräte zum Einsatz kamen, um Sedimente, Algen und Ablagerungen zu entfernen. „Erst wenn die Sohle sauber und frei von Rückständen ist, greifen unsere Folgegewerke. Die Vorbereitung entscheidet maßgeblich über die Qualität der neuen Sohlbetonplatte“, betonte der Felbermayr-Bauleiter Hubert Feuerhuber. Nach der Reinigung des Kanals wurden grobe Fehlstellen am Asphalt saniert, die Dichtungsbahn eingebaut und dann ein Schutzvlies auf einer Fläche von rund fünf Hektar verlegt. Das Vlies dient als Schutzund Trennlage und gewährleistet zudem die gleichmäßige Betonauflage. Im Anschluss an die Reinigungsarbeiten und dem Auftragen des Schutzvlieses konnten die Betonierarbeiten für die neue Sohlbetonplatte entlang der Kanalstrecke, deren Sohlenbreite zwischen 7 und 63 m beträgt, starten. Für die Herstellung der durchgängig 15 Zentimeter starke Bodenplatte wurden in Summe ca. 7.500 m³ Faserbeton verarbeitet. Die fünf Hektar große Beton-
Die etwa 5 Hektar große Oberfläche des sanierten Oberwasserkanals wurde mit sogenannten Aufsitz-Flügelglättern geglättet.
oberfläche wurde mittels sogenannter Akku-Rüttelpatschen abgezogen, für die Glättung der Fläche kamen Aufsitz-Flügelglätter zum Einsatz. Da die Einbringung des Betons nur von einer Seite des Kanals möglich war, musste die Betonförderung über eigens eingerichtete Pumpleitungen mit bis zu 140 m Länge erfolgen. Neben der Herstellung der Sohlplatte führte Felbermayr zudem umfangreiche Betoninstandsetzungen an den Kanalböschungswänden und der Wehranlage sowie am Kraftwerksgebäude durch.
Global
bewährtes Abdichtsystem
Die neue Kunststoffabdichtung des Kanals wurde mit dem SIBELON® Geomembrane-System vom international aktiven Hersteller Carpi Tech ausgeführt. Das seit Jahrzehnten bewährte System des Abdichtungsspezialisten kommt weltweit bei einer Vielzahl von Anwendungsszenarien zum Einsatz, beispielsweise bei Staumauern, Stauseen, Pumpspeicherkraftwerken, Kanälen, Hydraulik- und Verkehrstunneln oder unterirdischen Bauwerken. Ein wesentlicher Vorteil der Geomembrane ist ihre hohe mechanische Festigkeit und Dichtwirkung. Dabei bildet das System eine durchgehende, wasserdichte Auskleidung, die
Die Grundwasserthematik erforderte eine Vielzahl von Vorkehrungen und Ersatzmaßnahmen.
den bestehenden Untergrund zuverlässig schützt und das Eindringen von Wasser in die Bausubstanz verhindert. Mit diesen Eigenschaften leistet die Geomembrane einen wesentlichen Beitrag zur Verlängerung der Lebensdauer von hoch beanspruchter Infrastruktur. Darüber hinaus sorgt die äußerst glatte Oberfläche des Systems für eine Erhöhung der hydraulischen Effizienz und reduziert gleichzeitig den Wartungsaufwand, der bei der Entfernung von Bewuchs entsteht.
Herausfordernde Grundwassersituation
Laut Projektleiter Jürgen Pichler bildete die Grundwasserthematik eine wesentliche Herausforderung während der Bau-
arbeiten: „Durch die Staulegung der Traun und dem damit einhergehenden freien Durchfluss beim Traunwehr reduzierte sich der Pegel des Gewässers oberwasserseitig. Da die Traun in diesem Bereich in das Grundwasser dotiert, waren im Projektvorfeld bei den hydrogeologischen Planungen Änderungen im Grundwasserkörper prognostiziert worden.“ Um etwaigen Problemen bei der Grundwasserthematik vorzugreifen, wurden von der LINZ AG eine ganze Reihe von Vorkehrungen getroffen. So wurden alle haustechnischen Anlagen wie Grundwasserwärmepumpen oder Brauchwasserversorgungen in ein Register im betroffenen Gebiet aufgenommen und gefährdete Anlagen für eine Ersatzversorgung vorbereitet. Im angrenzenden Augebiet des Ausleitungskanals befinden sich grundwassergespeiste Gewässer, die während der Bauzeit notversorgt werden mussten. Für diesen Zweck wurden eigene Pumpen zur dauerhaften Dotierung der Nebengewässer installiert. Zudem machte auch die Trockenlegung der Ausleitungsstrecke mehrere aufwändige Begleitmaßnahmen notwendig. Durch die Trockenlegung des Kanals war eine Ableitung des Kubogscheid – dabei handelt es sich um ein Nebengewässer, das in den Kanal mündet – nicht möglich. Deswegen mussten im Bereich der OberliegerAnlagen Änderungen an der Wasserführung vorgenommen werden. Für das Nebengewässer Magerbach, der im Regelbetrieb vom Oberwasserkanal gespeist wird, wurde eine Ersatzversorgung durch die Errichtung eines Grundwasserbrun-
Vogelperspektive auf den Einlaufbereich des Oberwasserkanals nach Beginn der Bauphase im Juli 2025
nes hergestellt. Bei der Kanalsohle des Oberwasserkanals herrschte vom Einlaufbereich bis zur Autobahnbrücke bei erhöhten Grundwasserständen, die bei Extremwetterereignissen entstehen können, Auftriebsgefahr. „Aus diesem Grund wurde der Grundwasserpegel in diesem Bereich dauerhaft mittels Grundwassersonden aufgezeichnet und täglich an die Projektleitung und die 24 Stunden besetzte Kraftwerkswarte übermittelt. Für den Notfall wurde ein Alarmplan erarbeitet und Materialien zum Einbau von Notdämmen vorgehalten, um eine Not-Teilflutung innerhalb weniger Tage zu ermöglichen“, erklärt Jürgen Pichler.
Bereit für die nächsten Jahrzehnte
Der Betriebsstillstand des Kraftwerks wurde von der LINZ AG auch dazu genutzt, um an den beiden Maschinensätzen, den Stahlwasserbaugewerken und den Rechenreinigungsmaschinen sowie dem elektro- und leittechnischen Equipment Inspektionen, Wartungen und Revisionen durchzuführen. Die Kanalsanierung konnte wie geplant innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen werden, noch vor dem vergangenen Jahreswechsel ging das Kraftwerk Kleinmünchen wieder in Betrieb. Jürgen Pichler zieht ein durchwegs positives Fazit über den Projektverlauf: „Das Ziel der Sanierung war es, den sicheren Betrieb der Anlage für ca. 30 weitere Jahre gewährleisten zu können. Durch den Einbau der Kunststoff-
Dank der umfassenden Sanierung ist die Ausleitungsstrecke wieder fit für die nächsten Jahrzehnte.
dichtbahn und des Sohlbetons mit flügelgeglätteter Oberfläche erwarten wir uns weniger Bewuchs und Algen und gehen in weiterer Folge davon aus, dass künftige Revisionsintervalle in größeren Abständen stattfinden können. Rückblickend war es von entscheidender Bedeutung, dass eine Erhöhung des Einbautaktes des Sohlbetons und die Vergrößerung der Betonierabschnitte vorgenommen wurde. Damit konnte der termingerechte Projektabschluss trotz schlechter Witterungsbedingungen im Herbst eingehalten werden.“
SCANNEN und mehr von der Sanierung des Oberwasserkanals erfahren.
POWER IN MOTION
BAUEN MIT FELBERMAYR: VIELSEITIG, STARK, ZUVERLÄSSIG
Von klassischen Tiefbauarbeiten wie Brücken-, Straßen- und Kanalbau über den Felbermayr-Spezialtiefbau bis hin zu Hoch-, Wasser- und Kraftwerksbau deckt Felbermayr ein breites Portfolio ab. Ergänzt wird dieses Angebot durch Abbruch und Erdbau, Kies- und Schottergewinnung sowie Baustoffrecycling und Steinhandwerk. Darüber hinaus bietet Felbermayr zahlreiche Leistungen im Baunebengewerbe. So positioniert sich Felbermayr als innovationsstarker Nischenanbieter – getragen von engagierten und erfahrenen Mitarbeitenden.
Seit 100 Jahren liefert das Kraftwerk am Höllensteinsee zuverlässig sauberen Strom. Im Frühsommer feiern die Stadtwerke Straubing das Jubiläum.
100 JAHRE HÖLLENSTEIN-KRAFTWERK: GRÜNER STROM VOM SCHWARZEN REGEN
Am 14. Januar 1926 ging das Wasserkraftwerk am Höllensteinsee in Betrieb und schrieb Geschichte. Das imposante Flusskraftwerk am Schwarzen Regen im Bayerischen Wald ist bis heute ein Symbol für technische Ingenieurskunst und nachhaltige, regionale Energiegewinnung. Im Regeljahr erzeugt das Traditionskraftwerk rund 13,5 Millionen Kilowattstunden grünen Strom. Um das Jubiläum in diesem Jahr gebührend zu feiern, planen die Stadtwerke Straubing als Hauptgesellschafter der Kraftwerk am Höllenstein AG im Frühsommer einen Tag der offenen Tür.
Dass ein Wasserkraftwerk 100 Jahre wird, sei bei Weitem nicht selbstverständlich, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer und Vorstand der Kraftwerk am Höllenstein AG Günter Winter. Denn Kraftwerksanlagen werden in regelmäßigen Abständen geprüft und es gibt hohe Auflagen zu erfüllen, um die Erlaubnis zum Weiterbetrieb zu erhalten. So muss eine Talsperre z. B. für Fische durchgängig sein. Im Kraftwerk am Höllensteinsee gibt es dafür eine Lösung, die sogar patentiert ist. Außerdem arbeitet die Kraftwerks-Mannschaft unermüdlich und mit Weitsicht daran, die Technik zur Energieerzeugung auf dem neuesten Stand zu halten und möglichst effizient zu gestalten. „Uns kommt zugute, dass das Kraftwerk sehr umsichtig geplant worden ist und die verbauten Maschinen von einer hohen Qualität sind“, erklärt Werkleiter Stephan Neumeier. Trotzdem dürfe man sich darauf nicht ausruhen, sondern müsse stetig investieren. „Wenn man die außergewöhnliche Leistung bedenkt, die zum Bau einer solchen Talsperre zu dieser Zeit aufgebracht werden musste und welche Bedeutung das
Kraftwerk seit je her hat, ist für mich klar, dass wir diesen besonderen Geburtstag feiern müssen!“, betont Günter Winter. Haupteigentümer der Kraftwerk am Höllenstein AG sind mit 88,92 % die Stadtwerke Straubing. Weiterer Gesellschafter der Aktiengesellschaft ist mit 11,08 % die Bayernwerk AG (siehe: „Die Geschichte“ – rechte Seite).
13,5 GWh grüner Strom aus drei Maschinensätzen
Beim Kraftwerk am Höllensteinsee handelt es sich um ein zweigeteiltes Flusskraftwerk am Schwarzen Regen im Bayerischen Wald. Die 19 m hohe Staumauer als Talsperre wird auf der einen Seite durch den Höllensteinfelsen begrenzt, auf der anderen durch das Kraftwerksgebäude. So wird der Fluss auf 5,6 km Länge aufgestaut und erreicht ein Speichervolumen von 1,4 Mio. m³. Zwischen Viechtach und dem Arber verfügt das Kraftwerk über ein Niederschlagseinzugsgebiet von 980 km² bei einem Höhenunterschied von 1.000 m. Drei Voith-Francis-Turbinen
Die Kraftwerksbaustelle war vor 100 Jahren nur auf dem Wasserweg erreichbar – Wege dorthin gab es damals noch nicht.
mit je 1.225 kW Leistung haben zusammen mit drei DrehstromSynchrongeneratoren eine gesamte Kraftwerksleistung von 3.400 kW und produzieren durchschnittlich 13,5 Mio. kWh Strom pro Jahr. Um Abflussschwankungen auszugleichen und die Leistungsfähigkeit des Höllensteinkraftwerks zu erhöhen, wurde 1963 das Ausgleichswerk Pulling eröffnet. Die beiden Kraftwerke zusammen produzieren durchschnittlich 18 Mio. kWh grünen Strom aus Wasserkraft pro Jahr.
Kraftwerk bringt Wohlstand in strukturschwache Region Ursprünglich wurde das Kraftwerk in unberührter Natur errichtet. Das Gebiet war nur auf dem Wasserweg erreichbar, Wege gab es nicht. Sämtliche Baumaterialien mussten beschwerlich mit Pferdefuhrwerken herangeschafft werden – ein wahrer Kraftakt. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs bekam das Kraftwerk eine Zufahrtsstraße. Die Talsperre des Höllensteinkraftwerks war zur Zeit ihrer Inbetriebnahme mit 74 Metern Länge und 19,2 Metern Höhe die größte Talsperre Bayerns. Der Stromtransport nach Straubing erfolgte über zwei Hochspannungsleitungen von 40 km Länge, die extra dafür gebaut wurden. Das Höllensteinkraftwerk bescherte durch die Elektrifizierung der relativ armen Region rund um Viechtach einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Fische wandern durch die Druckkammerschleuse In Höllenstein stellt eine Druckkammerfischschleuse die Durchgängigkeit für Fische sicher. Die Fischschleuse wurde in einem zweiten, nicht genutzten Grundablasskanal unter dem Kraftwerksgebäude eingebaut. Mittels Lockströmung, die zusätzlich über ein Turbinenaggregat zur Stromerzeugung geleitet wird, werden wanderwillige Fische in die Schleusenkammer gelockt. In variabel einstellbaren Zeitintervallen wird das unterwasserseitige Einstiegschott geschlossen, und in der Schleusenkammer mittels Schieber der Oberwasserdruck aufgebaut. Herrscht in der Schleusenkammer der gleiche Druck wie im Oberwasser, wird der oberwasserseitige Schott geöffnet. Durch einen einstellbaren Abfluss aus der Schleusenkammer entsteht eine Lockströmung, die die Fische gegen die Strömung zum Ausschwimmen ins Oberwasser animiert. Anschließend wird der Fischausstieg (Oberwasserschott) wieder geschlossen und der Unterwasserdruck wiederhergestellt. Bei Druckgleichheit wird das Unterwasserschott wieder geöffnet und die Einschwimmphase beginnt von Neuem.
Die Geschichte
• 1900: Stromerzeugung in Straubing im Elektrizitätswerk in Form von Wärmekraftstrom – Problem: Brennstoffe durch 1. Weltkrieg knapp und teuer
• 1923: Stadtrat fällt Entscheidung für Wasserkraftwerk
• Juli 1923: Gründung der „Kraftwerk am Höllenstein Aktiengesellschaft Straubing“ zusammen mit der „Bayerischen Aktiengesellschaft für Energiewirtschaft Bamberg“ mit dem Zweck „Versorgung der Stadt Straubing, des Kreises Niederbayern und von angrenzenden Bezirken der Oberpfalz mit elektrischer Energie“
November 1923: „Ostbayerische Stromversorgung Aktiengesellschaft München“ (OSTROMAG, ab 2001 Bayernwerk AG) tritt als Mitgesellschafter ein
Oktober 1923: Baubeginn des Flusskraftwerks
Januar 1926: Inbetriebnahme des Höllensteinkraftwerks
(Produktion im ersten Jahr: 7,8 Mio. kWh Strom – das entsprach dem Dreifachen des Straubinger Strombedarfs zu dieser Zeit)
1945: Umstellung von Lauf- auf Speicherbetrieb ab 1961: Stromeinspeisung in das Netz der OBAG (jetzt Bayernwerk-Netz)
1963: Inbetriebnahme Kraftwerk Pulling (Ausgleich von Abflussschwankungen, Steigerung der Leistungsfähigkeit des Höllensteinkraftwerks)
Juni 2009: Kraftwerksbetrieb für weitere 30 Jahre genehmigt
2013 Inbetriebnahme Druckkammer-Fischschleuse in Höllenstein
2014 deutsches Patent auf energetische Nutzung der Druckkammer-Fischschleuse
• 2015 europäisches Patent auf energetische Nutzung der Druckkammer-Fischschleuse
Am Sonntag, den 14. Juni findet von 10 bis 17 Uhr ein Tag der offenen Tür im Kraftwerk am Höllensteinsee statt. Alle Besucher und Interessierten sind dabei herzlich eingeladen, das Kraftwerk hautnah zu erleben. Führungen durch das Kraftwerk ermöglichen spannende Einblicke in die Technik, die seit einem Jahrhundert für nachhaltige Energie sorgt. Begleitet wird der Tag von einem bunten Rahmenprogramm mit Streetfood, Kinderschminken, einer Hüpfburg und weiteren Attraktionen für die ganze Familie. Details zur Veranstaltung werden rechtzeitig in der Lokalpresse bekanntgegeben.
im Jahr rund 13,5 Millionen Kilowattstunden Strom.
Drei baugleiche Francis-Turbinen aus dem Hause Voith mit je 1.225 kW Leistung erzeugen
Mit dem neuen Maschinensatz erzeugt das modernisierte Kraftwerk an der Unteren Argen heute sauberen Strom für rund 430 Haushalte.
MODERNISIERTES NIEDERDRUCK-KRAFTWERK AN DER UNTEREN ARGEN SETZT STANDARDS
Für das Triebwerk T235 an der Unteren Argen begann eine neue Ära: Zwischen März 2023 und August 2025 wurde die bestehende Kleinwasserkraftanlage einer umfassenden Modernisierung unterzogen. Dabei wurde nicht nur die elektromaschinelle und steuerungstechnische Ausrüstung auf den neuesten Stand der Technik gebracht, sondern zugleich wurden weitreichende ökologische Maßnahmen, wie etwa ein Fischauf- und -abstieg realisiert. Mit ca. 1,35 GWh speist das Kraftwerk heute deutlich mehr grünen Strom ins Netz als zuvor und kann damit rund 430 Haushalte in der Region versorgen.
Die Untere Argen dient seit langer Zeit der Wasserkraftnutzung. Der Fluss, der in seinem Verlauf die bayerisch-württembergische Landesgrenze quert und nach dem Zusammenfluss mit der Oberen Argen als drittgrößter Zubringer in den Bodensee mündet, bringt dafür sehr gute Voraussetzungen mit. Auf gerade einmal 55 Kilometer Länge weist er ein Gefälle von 360 Höhenmetern auf, was ihm ein erhebliches Energiepotential verleiht. Daher überrascht es nicht, dass schon vor Jahrhunderten Sägewerke, Mahlmühlen, Knochen- und Lein-
stampfen, Ölmühlen und Schmiede-Hammerwerke sich diese Energie zunutze machten. Auf die Ära der mechanischen Nutzung folgte jene der elektrischen. Nicht weniger als 33 Kraftwerke wurden einst an der Unteren Argen betrieben. Davon sind neun übriggeblieben, die heute noch Strom produzieren. Das Kraftwerk bei Schomburg mit dem etwas sperrigen Namen T235, betrieben von der D-Energy GmbH & Co KG, ist eines davon. Es wurde in den letzten zwei Jahren umfassend erneuert, modernisiert und angepasst – und somit in die Neuzeit der
Auch das Krafthaus wurde komplett erneuert. Vom äußeren Erscheinungsbild fügt es sich harmonisch in die umgebende Naturlandschaft ein.
Wasserkraftnutzung geführt. Mitverantwortlich dafür zeichnete die Natur-Energietechnik GmbH aus der Oberpfalz, die für Energieprojekte dieser Art umfassende Gesamtlösungen aus einer Hand anbietet: Von der Projektierung über die maschinelle Ausrüstung, die Systemintegration bis zur Zertifizierung.
Verfünffachung der Ausbauwassermenge Ein zentraler Punkt des Modernisierungsprojekts betraf die Ausbauwassermenge: War die Altanlage noch auf 1.830 l/s ausgelegt, konnte für das Neuprojekt nun eine Erhöhung auf 10 m3/s erreicht werden – also mehr als eine Verfünffachung. Das bedeutete in der Folge natürlich eine komplette Neuauslegung von Einlaufbauwerk, Rohrleitung und natürlich auch Maschinenequipment. So wurde das Einlaufbauwerk an der Unteren Argen von der Hydro-Energie Roth GmbH, die neben der Gesamtplanung auch die Bauleitung innehatte, komplett neu konzipiert und sowohl an die elektrizitätswirtschaftlichen als auch an die ökologischen Anforderungen adaptiert. Ein neuer 15 m x 2,0 m großer Horizontalrechen mit 15 mm Stababstand mit strömungsoptimierten Stäben wurde eingebaut, anstelle des alten Steinwurfwehrs wurden zwei moderne Schütze und ein Steinrieglbauwerk implementiert. Für eine wirtschaftliche und zugleich sichere Triebwasserführung wurde eine neue 180 m lange Druckrohrleitung aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) unterirdisch verlegt. Mit einem Innendurchmesser von 2,5 m ist sie ausreichend dimensioniert, um das Triebwasser mit minimalen Reibungsverlusten zum Maschinenhaus zu führen. Das Krafthaus mit einer Grundfläche von 8 x 6 m wurde ebenfalls neu errichtet. Es beherbergt die neue elektromaschinelle Ausrüstung, bestehend aus einer modernen Kaplan-Schachtturbine, die einen direkt gekoppelten Permanentmagnet-Generator antreibt. Das Maschinengespann garantiert nicht nur Top-Effizienz, sondern auch hohe Betriebssicherheit unter allen Betriebs bedingungen.
Niederdruck-Turbine überzeugt über gesamte Bandbreite
Die eingesetzte Turbine stellt einen zentralen Faktor für ein wirtschaftliches Kosten-Nutzen-Verhältnis eines Kraftwerks dar. Daher vertrauten die Betreiber von D-Energy auch auf die bewährte doppelt geregelte Kaplanturbine von HSI. Erich Dannhäußer, Geschäftsführer von Natur-Energietechnik: „Da die Abflüsse sehr stark schwanken und die Restwasserabga be in den letzten Jahren stetig erhöht wurde, ist es wichtig, sowohl die hohen als auch die geringen Abflüsse mit sehr gu
ten Gesamtwirkungsgraden in Energie umzuwandeln. Diese Vorgaben erfüllt diese Konstruktion im kompletten Einsatzbereich.“ Einen weiteren Vorteil sieht der Fachmann darin, dass die doppelt regulierten Kaplanturbinen grundsätzlich bei geringerem Platzbedarf als die anderen Turbinenarten bei gleichen Durchflüssen und Fallhöhen einsetzbar seien und trotzdem den höchsten Ertrag haben.
Die in Schomburg verwendete HSI Kaplanturbine ist auf eine Fallhöhe von 4,1 m und eine Ausbauwassermenge von 10 m3/s ausgelegt, wodurch der gesamte Maschinensatz eine Engpassleistung von 350 kW erreicht. Die Schachtturbine ist dabei direkt mit dem Generator gekoppelt, somit entstehen keinerlei Leistungsverluste durch eine Übersetzung mittels Getriebe oder Riemenantrieb. Die starre Kupplung ist so ausgeführt, dass man durch Lösen und Anheben der beiden Schrumpfscheiben einen Spalt generieren und dadurch das Turbinenführungslager, sowie die Wellendichtung auswechseln kann, ohne den Generator demontieren zu müssen. Dies spart Zeit und verkürzt somit Stillstandszeiten massiv.
Energiewandler überzeugt im flüsterleisen Betrieb Im modernisierten Kraftwerk T235 an der Unteren Argen kommt zur effizienten Stromerzeugung ein direkt auf die Turbinenwelle gekoppelter Permanentmagnet-Synchrongenerator (PMG) von Motion Makers (ehemals Krebs & Aulich) zum Einsatz. Der Generator ist für eine Nennspannung von 414V ausgelegt und arbeitet mit einer Nenndrehzahl von 200 min−1 Die Maschine mit integrierter Wasserkühlung erreicht exzel-
Motion Makers (ehem. Krebs & Aulich) berechnet, entwirft und baut seit über 25 Jahren maßgeschneiderte elektrische Maschinen mit höchsten Wirkungsgraden, überragender Laufruhe und geringeren Baugrößen als mit vergleichbaren Synchron-Generatoren möglich.
Durch die Nutzung von hochwertigen Komponenten fertigen wir PM-Generatoren für Generationen
lente Wirkungsgrade über den gesamten Leistungsbereich hinweg und zeichnet sich zugleich durch einen besonders geräuscharmen Betrieb aus – ein wesentlicher Vorteil bei hohen Anforderungen an Effizienz und Akustik. Die eingesetzte Permanentmagnettechnologie ermöglicht äußerst kompakte Rotordimensionen, wodurch Baugröße und Gewicht im Vergleich zu konventionellen Synchrongeneratoren deutlich reduziert werden. Dies trägt maßgeblich zu einer platzsparenden, wirtschaftlichen und zukunftssicheren Anlagenkonzeption des Kraftwerks bei.
Die Steuerungs- und Regelungstechnik des modernisierten Kraftwerks wurde von der Natur-Energietechnik GmbH realisiert, die zugleich auch das vollständige Zertifizierungspaket bereitstellte. Ein zentraler Vorteil der Anlage liegt im vereinfachten Messkonzept mit integrierter Blindleistungsregelung, das eine wirtschaftliche und zugleich normkonforme Zertifizierung ermöglicht. Diese umfasste neben dem Anlagenzertifikat C2 auch eine erweiterte Konformitätserklärung einschließlich der Auswertung von Störschreiberdaten sowie die vollständige Dokumentation der Abnahmemessungen durch ein akkreditiertes Prüflabor. Besondere Bedeutung kam dabei der statischen Spannungshaltung, der dynamischen Netzstützung sowie einem zuverlässigen Netzsicherheitsmanagement zu. „Die anspruchsvolle Blindleistungsregelung konnte unser Team durch eine innovative Steuerungslösung meistern, bei der der PMG gezielt und effizient eingebunden wurde – eine Lösung, die sämtliche normativen Anforderungen erfüllt und zugleich wirtschaftlich überzeugt“, führt Dannhäußer aus.
Darüber hinaus dient das Wasserkraftwerk als Plattform für Forschung und Entwicklung: Im laufenden Betrieb werden umfangreiche Anlagendaten erfasst und systematisch ausgewertet, um sie in die Weiterentwicklung KI-gestützter Steuerungssoftware einfließen zu lassen. Ziel ist es, durch intelligente Datenanalyse eine noch effizientere, adaptive und vorausschauende Anlagensteuerung zu realisieren. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Natur-Energietechnik arbeitet hierzu an innovativen Algorithmen, die den Betrieb künftig weiter optimieren und die Wasserkraftanlage technologisch langfristig absichern.
Auf ökologische Balance wird geachtet
Die Untere Argen durchquert auf ihrem Lauf eine regelrechte Bilderbuchlandschaft mit tiefen Taleinschnitten, malerischen Uferformationen und zeigt vielerorts einen weitgehend ungebändigten Flussverlauf. Diese Ursprünglichkeit galt es, bei der Modernisierung des Kraftwerks bewusst und konsequent zu schützen. Entsprechend hoch war der Stellenwert ökologischer Maßnahmen, die durch das Planungsbüro HydroEnergie Roth GmbH aus Karlsruhe geplant wurden: Um die Durchgängigkeit des Gewässers dauerhaft zu gewährleisten, wurde das bestehende, rund 30 Meter breite Steinwurfwehr zurückgebaut. Es wurde durch das Entlastungsschütz, das Steinriegelbauwerk und das Abschwemmschütz (Doppelschütz) ersetzt. Ergänzend sorgen ein oberflächen- und ein sohlennaher Fischabstieg mit Abflussmengen von mindestens 250 beziehungsweise 350 Litern pro Sekunde sowie ein neu errichtetes Steinriegelbauwerk als Fischaufstieg für sichere Wanderbedingungen aquatischer Organismen. Der
Moderner Horizontalrechenreiniger von Baumann Hydrotec
Der neue Feinrechen an der Fassung mit einer Größe von 15 m x 2,0 m
Die ökologische Durchgängigkeit wurde sichergestellt.
Baumann Hydrotec
Baumann Hydrotec
Fischaufstieg besteht aus neun großzügig dimensionierten Becken mit einer mittleren Breite von rund zwölf Metern und einer Gesamtlänge von etwa 45 Metern bei einer Durchflussmenge von 1.000 Litern pro Sekunde. Ein zusätzlicher Bypass stellt sicher, dass das Wasser im Falle eines Turbinenausfalls ohne Schwall- und Sunkwirkungen weitergeleitet wird – ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der ökologischen Balance der sensiblen Flusslandschaft.
Für die stahlwasserbauliche Ausrüstung sorgte die Baumann Hydrotec GmbH & Co. KG aus Wangen. Die Allgäuer lieferten neben dem Horizontalrechen inklusive Rechenreinigungsmaschine auch vier Schützen und zeichneten darüber hinaus auch für diverse Montagetätigkeiten, den Hochwasserschutz sowie die Dachkonstruktion des Krafthauses verantwortlich.
Grüner Strom für 430 Haushalte
Das modernisierte Wasserkraftwerk in Schomburg zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Verbindung aus innovativer Technik und verantwortungsvoller Planung steckt: Mit ihrem neuen Maschinengespann wird die Anlage im Regeljahr rund 1.350.000 kWh Strom erzeugen – genug, um etwa 430 Haushalte zuverlässig mit grünem Strom zu versorgen. Mit der erfolgreichen Umsetzung des Projekts leistet die Natur-Energietechnik GmbH einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung, zum Klimaschutz und zur regionalen Wertschöpfung im Oberallgäu. Die umsichtige Planung und Umsetzung spiegeln das Selbstverständnis des Familienunternehmens aus Floß wider, technische Effizienz und ökologische Verantwortung konsequent miteinander zu verbinden. Das Team um Erich Dannhäußer blickt dabei auf ein Gemeinschaftsprojekt zurück, das gemeinsam mit kompetenten
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Mobil: +49 1520 1656200 vertrieb@hsihydro.de
TECHNISCHE DATEN
• Nennleistung: 350 kW
Regelarbeitsvermögen: ca. 1,35 GWh/Jahr
Netto-Fallhöhe: 4,1 m
Ausbaumenge: 10 m³/s
Rohrleitung: GFK / Länge 180 m / Durchmesser: 2,5 m
• Projektierung, Steuerung und Elektrotechnik: Natur Energietechnik GmbH
Branchen-Partnern realisiert wurde und sowohl technisch als auch ökologisch neue Maßstäbe setzt. Insgesamt steht das Kraftwerk beispielhaft dafür, wie bestehende Wasserkraftstandorte durch moderne Technologien und gezielte Umweltmaßnahmen zukunftsfähig weiterentwickelt werden können – zum allgemeinen Nutzen von Klima, Versorgungssicherheit und regionaler Wirtschaft.
KAPLAN-ROHRTURBINEN
FÜR HOHE DURCHFLÜSSE & NIEDRIGE FALLHÖHEN
Laufraddurchmesser / 0,63 - 2,4 m
Leistung / 50 - 1000 kW / Riementriebvariante
Leistung / bis 5000 kW / Getriebevariante/Bulb
Fallhöhe / 1 - 12 m
Durchfluss / 1,5 - 50 m³/s
. maximierte Durchgängigkeit . hohe ökologische Verträglichkeit hoher Gesamtwirkungsgrad WELTWEIT ERSTE BEWEGLICHE ÜBER- UND UNTERSTRÖMBARE WASSERKRAFTANLAGE
KAPLAN-SCHACHTTURBINEN FÜR FLEXIBLE LEISTUNGSANFORDERUNGEN
Laufraddurchmesser / 0,50 - 3,0 m
Leistung / 100 - 5000 kW
Fallhöhe / 1 - 25 m
Durchfluss / 0,5 - 40 m³/s
Die Wehranlage Vilsfall wurde im vergangenen Herbst saniert. Sämtliche maroden Betonbauteile wurden akribisch erneuert.
SCHATTWALDER STÄRKEN EIGENVERSORGUNG
MIT KONSEQUENTEM RETROFITPROGRAMM
Den Kraftwerkspark auf dem Stand der Technik zu halten, gehört zu den zentralen Herausforderungen eines jeden Energieversorgers. Dieser Aufgabe fühlt sich auch der traditionsreiche Energieversorger des malerischen Tannheimer Tals – das Elektrizitätswerk Schattwald – verpflichtet. Um die Versorgungssicherheit im Tal weiter zu gewährleisten, wurde in den letzten Monaten über zwei Bauabschnitte hinweg eine Rundum-Sanierung der Wehranlage des Kraftwerks Vilsfall vorgenommen – ein Bauwerk aus den 1960er Jahren, das letztlich in moderner Bauweise identisch wiedererrichtet und mit Stahlwasserbau- und Steuerungslösungen auf dem neuesten Stand der Technik versehen wurde. Noch vor Weihnachten ging das neue Fassungsbauwerk in den Probebetrieb.
Das Kraftwerk Vilsfall im Tannheimer Tal wird zu Recht zu den elektrizitätswirtschaftlichen Pionierleistungen Tirols im frühen 20. Jahrhundert gerechnet. Bereits um die Jahrhundertwende entstanden erste Pläne, die markante Gefällstufe der Vils bei Schattwald energiewirtschaftlich zu nutzen. Zwar brachte der Erste Weltkrieg dieses Vorhaben vorübergehend zum Erliegen, doch geriet es nicht in Vergessenheit. Schon 1919 nahmen engagierte Schattwalder Bürger die Idee wieder auf – und die Gemeinde beschloss den Bau des Kraftwerks und den Ausbau der Stromversorgung für das gesamte Tal. Noch im selben Jahr begann die Umsetzung, die 1921 mit dem Anschluss an die Allgäuer Kraftwerke und einem Stromlieferungsvertrag einen wichtigen Meilenstein erreichte. Einen wesentlichen Entwicklungsschritt erfuhr das Kraftwerk Vilsfall zwischen 1950 und 1960, als es zu einem Tagesspeicherkraftwerk ausgebaut wurde. „Vor etwas mehr als 15 Jahren haben wir dann die alten Maschinen im Kraftwerk durch neue ersetzt und um eine Restwasserturbine ergänzt. Das bedeutete in etwa eine Produktionssteigerung von 9 Prozent“, erzählt Dipl. BW Ing. Thomas Moritz, Geschäftsführer beim Elektrizitätswerk Schattwald,
und verweist auf die Bedeutung der Anlage: „In Summe leistet das Kraftwerk Vilsfall in seiner heutigen Form 2.550 MW – und stellt somit gemeinsam mit dem Kraftwerk Traualpsee das Rückgrat unserer Stromproduktion dar.“
Richtiges Timing für wichtige Investitionen
Gerade für kleinere regionale Energieversorger wie das Elektrizitätswerk Schattwald sei es von zentraler Bedeutung, dass die Investments in die eigene Kraftwerksinfrastruktur auch zeitlich gut abgestimmt sind, betont Moritz: „Wir sind ein Unternehmen, das auf gesunden Beinen steht. Nichtsdestotrotz müssen auch wir darauf schauen, die Schwerpunkte bei unseren Investments richtig zu setzen. Konkret bedeutete das für uns, dass die Arbeiten an den Erzeugungskapazitäten höhere Priorität hatten und daher zuerst erledigt wurden. In einem zweiten Schritt haben wir uns nun den anderen Komponenten widmen können.“ Dennoch war die Sanierung der Wehranlage bereits von langer Hand geplant. Bereits im November 2018 fanden die ersten Gespräche mit dem Land Tirol statt. In weiterer Folge konnten die ersten Entwurfsplanungen, die vom bewährten Partner in Sachen Kraftwerksplanung – dem In-
genieurbüro Koch aus Kempten – umgesetzt wurden, bei den Behörden eingereicht werden. In enger Kooperation mit der Gemeinde Schattwald als Eigentümerin und allen Beteiligten wurde die weiterführende Planung abgestimmt. „Aufgrund der hohen Komplexität des Projektes, der notwendigen ökologischen und wasserrechtlichen Untersuchungen sowie des hohen Investitionsbedarfs ergab sich eine sinnvolle Aufteilung des Projekts in mehrere, zeitlich aufeinander abgestimmte Bauabschnitte. So wurde im Herbst 2023 nach Abschluss der Untersuchungen für den ersten Bauabschnitt mit der Modernisierung des Rechenreinigungssystems begonnen. Vor allem deshalb, weil die alte Rechenreinigungsmaschine schon eklatante Defizite und allfällige Störungen aufwies.
Neue Rechenreinigungsmaschine mit Knickarm-Technik
Mit diesem Baulos wurde der Branchenspezialist Wild Metal aus dem Südtiroler Ratschings beauftragt, der eine moderne Knickarm-Rechenreinigungsmaschine mit ölhydraulischem Antrieb realisierte und damit das bestehende Seilzug-System ersetzte. Ausgestattet mit einer Greifharke sowie sämtlichen Sensoren für einen vollautomatischen Reinigungsbetrieb entspricht die neue Maschine modernsten technischen Standards. Bei der konzeptionellen Umsetzung sowie auch bei der Montage stellte das begrenzte Platzangebot an der Wasserfassung eine besondere Herausforderung dar. „Die bestehende Situation mit Einlaufrechen und darüberliegen-
dem Betriebsgebäude erforderte eine präzise Planung und eine maßgeschneiderte Lösung“, führt Daniel Polig von Wild Metal dazu aus. Um dem Ausleger ausreichend Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, musste die Dachstruktur des Gebäudes rückgebaut und neu ausgeführt werden. Auch die Handhabung des anfallenden Rechenguts verlangte nach einer Sonderlösung: Wild Metal entwickelte hierfür einen speziell angepassten Rechengutcontainer mit integrierter Fußgängerbrücke, der von einer Haube aus Cortenstahl geschützt wird. Dieser wetterfeste Baustahl bildet durch natürliche Oxidation eine schützende Rostschicht und gewährleistet so eine hohe Dauerhaftigkeit der Konstruktion. Im Anschluss an den Reinigungsvorgang wird das Treibgut mittels Greiferharke in den hinter der Brücke positionierten Container abgelegt. Die neue Rechenreinigungsmaschine kann optional vollautomatisch oder auch über eine Fernsteuerung betrieben werden. Im Automatikbetrieb stehen zwei Leistungsstufen zur Verfügung: Im Normalbetrieb arbeitet die Anlage mit einer 11-kWPumpeneinheit, bei Hochwasser wird eine zweite, gleich starke Einheit zugeschaltet. Dadurch lässt sich ein vollständiger Reinigungszyklus in weniger als 2,5 Minuten durchführen. Der Einsatz eines Hydraulikaggregats mit Proportionalventilen und Verstellpumpe unterstreicht zudem den Fokus auf einen energieeffizienten und bedarfsgerechten Betrieb und bietet eine sichere und stabile Reinigungsfunktion am Einlauf für die nächsten Jahre und Jahrzehnte.
Unser Tätigkeitsfeld im Bereich Stahlwasserbau:
• Rechenreinigungsmaschinen
• Schützen & Stauklappen
• Rohrbrucheinrichtungen
• Einlaufrechen
• Komplette Wasserfassungssysteme
• Patentiertes Coanda-System GRIZZLY
Modernste Rechenreinigungstechnik aus dem Hause Wild Metal
Die neue Knickarm-RRM im Rendering – eine maßgeschneiderte Lösung
Im Hinblick auf das bestehende Wasserrecht und ökologische Vorgaben war eine Rekonstruktion der zu erneuernden Bauteile unerlässlich.
Keine Abweichungen von ursprünglicher Baustruktur
Gerade was die Erneuerung der Baustruktur anbelangt, war ein Punkt von zentraler Bedeutung: Das neue Fassungsbauwerk musste identisch zum alten aufgebaut werden. Thomas Moritz: „Unsere Rahmenbedingungen haben klar vorgegeben, dass wir vor allem aufgrund des bestehenden Wasserrechts, aber auch aufgrund ökologischer Zielsetzungen, eine Revitalisierung anstrebten, um die Bestandsstruktur bestmöglich zu sichern. Die Bausubstanz aus den 1960er Jahren hatte in den letzten Jahrzehnten gelitten. Sie war grundsätzlich nicht überall schlecht, das haben auch Kernbohrungen vor acht Jahren gezeigt. Aber dennoch waren Teile in marodem Zustand – und die hätten bei Untätigkeit mittel- bis langfristig durchaus statische Probleme nach sich ziehen können. So ein Risiko können wir als Betreiber nicht eingehen.“
Nachdem einige Projektanpassungen durchgeführt und die Abstimmungen in naturschutz- und wasserrechtlicher Hinsicht erfolgreich abgeschlossen waren, lagen die erforderlichen Bescheide vor – und die Bauarbeiten konnten im Oktober ´25 beginnen. „Wir haben bei der Umsetzung bewusst auf bewährte Partner gesetzt. Neben dem Ingenieurbüro Koch und der Firma Wild Metal sowie der Firma En-Co für die Steuerungstechnik vertrauten wir in baulicher Hinsicht auf die Baufirmen Dobler und Buchelt, die eine Arbeitsgemeinschaft bildeten. Zudem haben wir auf die Kompetenzen des Ziviltechnikerbüros ITS Scheiber für die gewässerökologische und naturkundefachliche Einreichplanung zurückgegriffen “, erklärt Moritz.
Auch der Mittelpfeiler aus den 1960ern wurde komplett erneuert.
Neue Betonstrukturen als Nachbauten
Nachdem noch im Oktober letzten Jahres der Wasserhaltungsdamm fertiggestellt war, konnten die beiden Baufirmen mit den Arbeiten im Trockenen beginnen. Grundsätzlich galt es, sämtliche alte Betonstrukturen abzufräsen und jene Teile abzubrechen, die einer Erneuerung bedurften. „Bauteile wie die Kopfbalken, oder das Einlaufbauwerk selbst, waren wirklich marode. Sie mussten abgebrochen und von den Baufirmen komplett neu gemacht werden. Das traf in weiterer Folge auch auf die Mittelmauer im Steg zu, die ebenfalls einer Erneuerung bedurfte. Entscheidend war dabei, dass wir all diese Betonstrukturen 1:1 entsprechend dem Originalzustand nachbauten, um eben im Wasserrecht zu bleiben, und um auch keine unliebsamen Veränderungen im Hinblick auf Fließgeschwindigkeiten oder Sedimentationsgeschehen zu erleben“, erklärt der Geschäftsführer des Elektrizitätswerks. Er betont, dass dabei sämtliche getätigten Maßnahmen von einem ökologischen Sachverständigen begleitet und im Einklang mit den Behörden umgesetzt wurden.
GSA-Anlage sorgt für Schutz der Vils
Was sich als eine der zentralen Herausforderungen im Rahmen der baulichen Umsetzung entpuppen sollte, war die Einrichtung eines Alarmplans auf der Baustelle. Thomas Moritz: „Wir haben zu diesem Zweck eingehende Gespräche mit den Verantwortlichen des Landes geführt. Die kniffligsten Fragestellungen drehten sich darum, wie bei Starkniederschlägen zu reagieren ist. Wie man schnell für Sicherheit sorgt, wenn ein Hochwasser im Anmarsch ist – und welche Daten dafür relevant sind.“ Glücklicherweise kamen die ausgetüftelten Alarmpläne nie zum Einsatz, das gesamte Bauprojekt blieb von Hochwasser verschont.
Nicht zuletzt auch aufgrund günstiger Witterungsverhältnisse konnten die Bauarbeiten zeitgerecht abgeschlossen werden.
Außerdem wurde gemäß den ökologischen Vorgaben des Landes Tirol eine GSA-Anlage (Gewässerschutzanlage) implementiert. Diese technische Einrichtung dient dem vorsorglichen Schutz der angrenzenden Gewässer und kommt auf Baustellen überall dort zum Einsatz, wo Wasser potenziell belastet werden könnte. Die Anlage ist darauf ausgelegt, kontaminiertes Abwasser vor einer möglichen Einleitung in die Umwelt aufzubereiten. Dabei durchläuft es mehrere Reinigungsstufen: Eine Neutralisation – häufig durch Begasung – gleicht kritische pH-Werte aus, anschließend werden in Sedimentationsbecken absetzbare Stoffe zurückgehalten. Weitere Filter- und Adsorptionsstufen entfernen feine Partikel, Schwermetalle sowie Kohlenwasserstoffe. Eine kontinuierliche messtechnische Überwachung stellt sicher, dass sämtliche gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. Während der Bauarbeiten kam es zu keinem Schadensfall, dennoch gewährleistete die GSA-Anlage die Einhaltung höchster Umweltstandards.
Avisiertes Zeitziel: Beschneiungssaison Im Hinterkopf hatten die Verantwortlichen um Thomas Moritz dabei immer den Zeitplan für die avisierte Fertigstellung. Schließlich wurde einem Ziel höchste Priorität eingeräumt: „Die Berg-
bahnen brauchen unser Kraftwerk unbedingt für die künstliche Beschneiung der Pisten hier im Hochtal. Das ist essentiell, und daher war es für uns unerlässlich, zu diesem frühen Zeitpunkt im Winter mit der Anlage bereit zu sein. Nicht zuletzt dank der hervorragenden Leistung unseres Projektleiters Gerald Rief und des großen Wetterglücks ist uns das auch gelungen – und das Gros der Arbeiten konnte im Zeitplan abgeschlossen werden“, freut sich Thomas Moritz. Noch vor Weihnachten letzten Jahres wurde die modernisierte Wasserfassung in den Probebetrieb übernommen. Mittlerweile befindet sie sich bereits im Regelbetrieb. Bis zum Einsetzen der Schneeschmelze im Frühling sollen die letzten kleineren Restarbeiten folgen.
Die Sanierung der Wehranlage Vilsfall stellt nicht nur eine große Investition in den eigenen Kraftwerkspark dar, sie ist für die Zukunftssicherung des Unternehmens auch ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Schattwalder Energieversorgers. Für das neue Jahr hat das Team um Thomas Moritz bereits weitere Projekte in der Pipeline. So rücken 2026 netzrelevante Themen im Mittelspannungs- und Schutzbereich, die Betriebsführung innerhalb des Netzverbundes sowie ein möglicher Ausbau des Firmengebäudes in den Fokus. Außerdem ist man beim Elektrizitätswerk Schattwald noch mit Überlegungen hinsichtlich Pumpspeicheroptionen zugange, die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür werden geprüft, heißt es.
Rundum zufrieden mit dem Bauverlauf: Geschäftsführer Dipl. Bw. Ing. Thomas Moritz (EW Schattwald); Dipl. Ing. Lipp (Fa. Dobler); Dipl. Ing. Riefler (IB Dr. Koch); Gerald Rief (Projektleiter Kraftwerksbau EW Schattwald); Bürgermeister Wolfgang Ramp (Gemeinde Schattwald). (v.li.)
Michael Ammerer, Markus Andexer und Johann Andexer (v.li.) freuen sich über ihre neuen Wasserkraftwerke im Salzburger Großarltal.
NEUES KRAFTWERKSDUO AM ELLMAUBACH LIEFERT ÖKOSTROM IM GROSSARLTAL
Zwischen Sommer 2024 und Herbst 2025 wurden im Salzburger Großarltal zwei komplett neue Kleinwasserkraftanlagen am Ellmaubach errichtet. Während die Projektierungsphase rund 12 Jahre in Anspruch genommen hat, ging die Realisierung der beiden Anlagen weitaus schneller. Trotz des beträchtlichen Bauaufwands konnten das Kraftwerk Klaus und das Kraftwerk Andexer innerhalb kurzer Zeit ans Netz gebracht werden. Zu verdanken ist die rasche Umsetzung der Kompetenz einer ganzen Reihe von Branchenspezialisten aus Österreich und Südtirol, die ihrem guten Ruf alle Ehre machten. Beide Kraftwerke wurden mit Pelton-Turbinen in 6- bzw. 4-düsiger Ausführung ausgestattet, die über ein breites Betriebsband hinweg mit hoher Effizienz Strom erzeugen. Das jährliche Regelarbeitsvermögen der vorbildlich umgesetzten Ökostromanlagen beträgt im Verbund rund 4 GWh.
Johann Andexer, die treibende Kraft hinter dem Bau der neuen Wasserkraftwerke in Großarl, erklärt beim Gespräch mit zek HYDRO, dass er sich in seinem früheren Berufsfeld mit dem „Wasserkraftvirus“ infiziert habe: „Vor meinem Pensionsantritt war ich jahrzehntelang in der Gastronomie tätig, unter anderem auch im Hotel Alte Post in Großarl. Dort hat der ehemalige Seniorchef ein in den 1980er Jahren errichtetes Kleinwasserkraftwerk am Ellmaubach betrieben, das mich von Beginn an fasziniert hat.“ Um die Jahrtausendwende herum startete Johann Andexer mit der Konzeptionierung seines ersten eigenen Kleinwasserkraftwerks am steirischen Rantenbach, das 2008 in Betrieb gegangen ist. 2009 folgte schließlich die Gründung der Ökostrom-Bioenergie Andexer GmbH, die im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von weiteren Ökoenergieanlagen realisieren sollte. „Neben dem Bau von eigenen Kraftwerken sind wir auch als Projektentwickler für Kunden und Geschäftspartner im Kleinwasserkraft- und Photovoltaiksektor aktiv – unser Hauptaugenmerk liegt aber definitiv in der Wasserkraft“, betont Markus Andexer, der gemeinsam mit seinem Vater Johann der Ökostrom-Bioenergie Andexer GmbH als Geschäftsführer vorsteht.
Gut Ding braucht Weile
Um ihre neuesten Anlagen – das Kraftwerk Klaus und das Kraftwerk Andexer – bauen zu können, mussten die Pongauer einen langen Atem unter Beweis stellen, sagt Johann Andexer: „Ursprünglich war es vorgesehen, dass die beiden Kraftwerke
Unser Einsatz –ihre Energie!
Fachplanungen im konstruktiven Wasserbau
Projektentwicklung
Behördenverfahren
Ausschreibungsplanung
Detailplanung
Bauüberwachung
Projektmanagement
am Ellmaubach in Kooperation mit den Österreichischen Bundesforsten realisiert werden. Nachdem die Projekte bereits weit ausgearbeitet waren, hat man sich letztendlich doch geeinigt, getrennte Wege zu gehen. Das alles hat viel Zeit und eine gehörige Portion an Durchhaltevermögen gekostet.“ Als rechtliche Rahmen für die beiden Anlagen gründete man zwei separate Gesellschaften: Für das Unterliegerkraftwerk Klaus wurde die KWKW Ellmaubach GmbH gegründet, an der neben der Familie Andexer auch Michael Ammerer, der Neffe von Johann Andexer, mit 33 Prozent beteiligt ist. Das nach den Projektentwicklern benannte Oberliegerkraftwerk Andexer gehört zu 100 Prozent der Familie Andexer, für diese Anlage wurde die KWKW Andexer GmbH gegründet.
Profis am Werk
Sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung setzten die Pongauer auf ausgewiesene Experten aus dem Bau- und Wasserkraftsektor. Mit der Generalplanung der beiden Kraftwerke wurde die interTechno Engineering GmbH beauftragt, die im Wasserbau und der Siedlungswasserwirtschaft einen ausgezeichneten Ruf genießt. Im Großarltal war interTechno somit in der jüngeren Vergangenheit bei drei Wasserkraftprojekten maßgeblich beteiligt. Denn auch der Ersatzneubau eines Kleinwasserkraftwerks auf der Breitenebenalm, über das zek HYDRO in der Dezember-Ausgabe 2025 ausführlich
Vogelperspektive auf die Baustelle der Wasserfassung des Kraftwerks Andexer. Die gesamten Hoch- und Tiefbauarbeiten wurden von den Profis der Salzburger Firma Empl Bau aus Mittersill durchgeführt.
berichtet hat, wurde von den Steirern geplant. Für die Durchführung der kompletten Hoch- und Tiefbauarbeiten bei beiden Kraftwerken sowie die Verlegung der Druckrohrleitungen war die Empl Baugesellschaft mbH zuständig. Der im Salzburger Mittersill ansässige Traditionsbetrieb hat in seiner jahrzehntelangen Unternehmensgeschichte bereits eine Vielzahl von Wasserkraftwerken realisiert. „Dass wir die gesamten Bauarbeiten an die Firma Empl vergeben haben war definitiv ein Glücksgriff, sämtliche Baulose wurden schnell, sauber und professionell durchgeführt. Zudem wurden die Arbeiten auch
Danke für das Vertrauen. Wir wünschen viel Erfolg!
Das Maschinengebäude des Kleinwasserkraftwerks Andexer.
Betonarbeiten an der Wasserfassung des Kraftwerks Klaus
Beim Kraftwerk Klaus erfolgt der Triebwassereinzug durch ein patentiertes Coanda-System von der Südtiroler Wild Metal GmbH.
mit größter Rücksichtnahme auf die Anrainer bzw. die Grundstückseigentümer im Projektgebiet durchgeführt – das war ein wichtiger Punkt, der ein gutes Miteinander während der Bauphase gewährleistet hat,“ sagt Johann Andexer.
Wasserfassungen mit Coanda-System und Tiroler Wehr ausgerüstet
Bei der stahlwasserbaulichen Ausstattung der beiden Wasserfassungen setzten die Betreiber auf zwei unterschiedliche Systeme. Geliefert und fachgerecht montiert wurde das gesamte Stahlwasserbauequipment für die zwei Kraftwerke vom steirischen Branchenspezialisten Mayrhofer Maschinenbau. An der Wehranlage des Kraftwerks Klaus, die an der Einmündung des Zubringergewässers Buchbach errichtet wurde, erfolgt der Einzug des Triebwassers durch das Coanda-System „Grizzly Power Protec“ vom Südtiroler Stahlwasserbauexperten Wild Metal GmbH. Bei dem von Wild Metal entwickelten und patentierten Fassungssystem handelt es sich um ein zum Großteil selbstreinigendes Schutzsieb, das für den Einsatz im Wasserkraft- und Trinkwasserbereich konzipiert wurde. Dank seiner massiven Ausführung kommt der Südtiroler „Grizzly“, der
An der Wehranlage des Kraftwerks Andexer wird das Wasser durch ein spezielles Tiroler Wehr von Maschinenbau Mayrhofer eingezogen.
im Wesentlichen aus einem Grobrechen und einer darunter liegenden Feinrechenfläche besteht, auch mit anspruchsvollsten Bedingungen im alpinen Terrain problemlos zurecht. Durch das namensgebende Coanda-Prinzip und den Abscher-Effekt werden Treibgut und Geschwemmsel durch den natürlichen Wasserstrom von der Feinrechenfläche gespült. Die Konstruktion stellt zudem sicher, dass der Sedimenteintrag durch den mit 0,6 mm Spaltweite ausgeführten Feinrechen auf ein Minimum reduziert wird. Komplettiert wird das Coanda-System durch ein über der Feinrechenfläche angeordnetes Schutzgitter aus massivem Stahl, das zuverlässigen Schutz vor grobem Treibgut wie Ästen oder Steinen gewährleistet.
An der Wehranlage des Kraftwerks Andexer wird das Triebwasser durch ein klassisches Tiroler Wehr entnommen, das mit 2,8 m Breite sowie 35 mm Stablichtweite ausgeführt wurde. Bei der Konstruktion des Grobrechens setzten die Stahlbauprofis von Mayrhofer Maschinenbau auf eine Sonderausführung mit eingefrästen Halbrundprofilen, die für einen optimalen Wassereinzug sowie einen größtmöglichen Selbstreinigungseffekt des Rechens sorgt. Nach der Ausleitung durch das Tiroler Wehr fließt das Triebwasser in ein Entsanderbecken, in dem die fei-
• Hersteller: Hitzinger Power Solutions GmbH Regelarbeitsvermögen: ca. 1,9 GWh
Abgesehen von zwei oberirdischen Rohrbrücken über den Ellmaubach wurden die beiden Kraftabstiege komplett unterirdisch verlegt.
nen Sedimente aus dem Wasser abgeschieden werden. Am Ende des Entsanders befindet sich ein vertikaler Feinrechen, der Treibgut vom Eintritt in die Druckrohrleitung fernhält. Für die Entfernung des Geschwemmsels dient ein hydraulisch betriebener Rechenreiniger in massiver Teleskoparmausführung, der das Rechengut in eine Spülrinne befördert, über diese wird es auf direktem Weg in den Unterwasserbereich abgeführt. Komplettiert wurde der Mayrhofer-Lieferumfang an den beiden Wasserfassungen durch diverse Absperr- und Regulierorgane, notschlusstaugliche Rohrbruchschützen, Hydraulikaggregate sowie die Verrohrungen der Hydraulikleitungen.
Triebwassertransfer mit duktilen Gussrohren
Hinsichtlich der Materialauswahl für die Druckrohrleitungen standen laut Johann Andexer glasfaserverstärkte Kunststoffrohre (GFK) und duktile Gussrohre zur Debatte: „Ich bin der Meinung, dass bei Wasserkraftprojekten ab einer gewissen Rohrdimension Gussrohre eine bessere bzw. sicherere Lösung darstellen. GFK-Rohre wären zwar um einiges günstiger gewesen, wir haben uns aber dennoch für die robusteren Gussrohre entschieden, um bei etwaigen Erdbewegungen auf der siche-
ren Seite zu bleiben.“ Ausgeführt wurden die beiden Kraftabstiege zwischen den Wasserfassungen und Maschinengebäuden mit duktilen Gussrohren vom französischen Hersteller Saint-Gobain PAM. Für die Logistik der Rohrtransporte waren die österreichischen Vertriebsspezialisten der Saint-Gobain PAM-Vertretung in Innsbruck zuständig. Der ca. 1,2 km lange Kraftabstieg des Kraftwerks Klaus wurde in der Dimension DN700 ausgeführt, die Druckrohleitung des Kraftwerks Andexer hat eine Länge von ca. 1,1 km, dort kommen Rohre in der Dimension DN600 zum Einsatz. Gemeinsam mit den Druckrohren wurden Strom- und Lichtwellenleiterkabel verlegt, welche die Energieversorgung und die digitale Anbindung der Wasserfassungen ermöglichen. Bei beiden Kraftwerken wurden Gussrohre der Firma Saint-Gobain PAM verbaut. Eingesetzt wurden Rohre der Produktreihe NATURAL BioZinalium. Dieses von PAM entwickelte, fortschrittliche Beschichtungssystem, bestehend aus einem Zink-Aluminium-Korrosionsschutz und einer speziellen Deckschicht, verleiht den Rohren einen besonderen, verstärkten Schutz gegen Korrosion. Neben der Beständigkeit gegen äußere Einflüsse und den robusten Materialeigenschaften überzeugen die Gussrohre mit ihren hydraulisch günstigen
Bei der Materialauswahl der Druckrohrleitungen setzen die Betreiber auf duktile Gussrohre vom französischen Hersteller Saint-Gobain PAM.
Die Osttiroler Maschinenbau Unterlercher GmbH hat für die Fertigung von Pelton-Laufrädern ein patentiertes System entwickelt.
Innenflächen, die für optimale Fließbedingungen und die Minimierung von Reibungsverlusten beim Triebwassertransfer sorgen. Eine kleine Herausforderung stellten die Trassenführungen der zwei Kraftabstiege mit je einer Bachquerung dar. Dort wären für die Herstellung von Bachunterquerungen erhebliche Aufwände notwendig gewesen. Stattdessen wurde eine oberirdische Lösung mittels Rohrbrücken mit integrierten Be- und Entlüftungsventilen entwickelt, die von der Firma Alpe Pipe Systems aus Stams in Tirol geliefert wurden.
Pelton-Turbinen aus Osttirol im Einsatz
Bei der elektromechanischen Ausstattung ihrer neuen Ökostromanlagen setzten die Betreiber auf die Kompetenz der Osttiroler Maschinenbau Unterlercher GmbH. Die renommierten Wasserkraftallrounder lieferten für das Kraftwerk Klaus eine vertikalachsige Pelton-Maschine in 6-düsiger Ausführung, das Herzstück des Kraftwerks Andexer bildet eine ebenfalls vertikalachsige Pelton-Turbine in 4-düsiger Ausführung. Unterlercher setzt bei der Herstellung seiner Turbinenlaufräder auf ein patentiertes System. Dabei werden die Turbinenschaufeln aus einem Edelstahlblock gefräst und anschließend durch eine stoff- und formschlüssige Verbindung mit Seitenscheiben zu einem hochwertigen Bauteil zusammengefügt. Durch diese Fertigungsmethode erreicht Unterlercher ein Höchstmaß an
Der Südtiroler Automatisierungsspezialist EN-CO rüstete die beiden Kraftwerke mit moderner Elektro- und Regelungstechnik aus.
Genauigkeit und Betriebssicherheit. Die stufenlose Positionsregelung von Düsennadeln und Strahlablenkern erfolgt mit elektrischen Servomotoren. Die mit 500 U/min drehende Turbine des Kraftwerks Klaus wurde auf 900 l/s Ausbauwassermenge und 78,5 m Nettofallhöhe ausgelegt, wodurch diese bei vollem Wasserdargebot 600 kW Engpassleistung erzielt. Beim Kraftwerk Andexer kann die mit 600 U/min drehende Turbine 550 l/s Ausbauwassermenge und 113,7 m Nettofallhöhe nutzen, womit diese unter Volllast 530 kW Engpassleistung schafft. Dank ihrer mehrdüsigen Ausstattung können die Turbinen auch bei stark verringerten Zuflüssen über ein breites Betriebsband hinweg effizient Strom produzieren. Vervollständigt wurden die Maschinensätze durch zwei jeweils direkt mit den Laufrädern gekoppelte Synchron-Generatoren. Während die Turbine des Kraftwerks Klaus mit einem Generator von AEM Dessau bestückt wurde, kommt beim Kraftwerk Andexer ein Generator vom oberösterreichischen Traditionshersteller Hitzinger zum Einsatz. Damit die Generatoren bei optimalen Temperaturen Strom erzeugen können, wurden diese mit Wasserkühlsystemen ausgestattet, deren Wärmetauscher vom abgearbeiteten Triebwasser gekühlt werden.
Dem modernen Stand der Technik entsprechend funktioniert der Betrieb der beiden Anlagen natürlich vollautomatisch. Für die Elektroplanung war die Firma Pitter aus Radstadt verant-
Als führender Hersteller von Rohrsystemen aus Gusseisen produzieren wir eine breite Produktpalette für die unterschiedlichsten Anwendungen in den Bereichen:
Trinkwasserversorgung / Abwassernetze
Kraftwerksleitungen
Schneileitungen
Armaturen
Schachtabdeckungen
Bei einer Bandbreite von DN 80 bis DN 2000 bietet unser Rohrprogramm anwendungsbezogene Verbindungstechnik, Außenbeschichtung und Druckbeständigkeit.
Vertrieb Österreich
Post: 6020 Innsbruck, Archenweg 52
Tel.: 0512 34 17 17 – 0
Mail: gussrohrvertrieb@saint-gobain.com
Home: pamline de
Das Herzstück des Kraftwerks Klaus bildet eine 6-düsige Pelton-Turbine, die bei vollem Wasserdargebot 600 kW Engpassleistung erzielt.
wortlich. Die Ausführung und Montage der elektro- und regelungstechnischen Komplettausstattung der Kraftwerke wurde von den Südtiroler Automatisierungsspezialisten EN-CO aus Sterzing durchgeführt, die auch für die Programmierung der Anlagensteuerungen zuständig waren. Der Zugriff auf die Steuerungen mit übersichtlichen Visualisierungen kann entweder direkt in den Maschinengebäuden über großzügig dimensionierte Touch-Panels oder aus der Ferne mittels internetfähiger Endgeräte wie PC, Tablet oder Smartphone erfolgen.
Kraftwerke schnell am Netz
Beim zek HYDRO-Lokalaugenschein in Großarl im Spätherbst 2025 zeigten sich die Kraftwerksbetreiber Johann und Markus Andexer sowie Michael Ammerer durchwegs positiv gestimmt über das Endergebnis ihrer Ökostromprojekte: „Es hat definitiv lange gedauert, bis wir mit der Realisierung unserer Kraftwerke beginnen konnten. Nachdem aber sämtliche Bewilligungen auf dem Tisch lagen, ging es Schlag auf Schlag. Beim
Das Kraftwerk Andexer nutzt zur Stromproduktion eine Pelton-Turbine in 4-düsiger Ausführung, die unter Volllast 530 kW Engpassleistung schafft.
Wasserkraftwerk Klaus hat die Bauphase im Juni 2024 gestartet – die ersten Kilowattstunden konnten ca. ein halbes Jahr später erzeugt werden. Am 8. Jänner 2025 erfolgte die Inbetriebnahme. Auch das Kraftwerk Andexer wurde
schnell ans Netz gebracht, dort läuft die Stromproduktion seit Oktober 2025. Somit kann ich guten Gewissen allen Unternehmen, die an der Realisierung beteiligt waren, ein sehr gutes Zeugnis ausstellen“, so Johann Andexer.
Für das neue nepalesische Kraftwerk Mewa Khola lieferte Troyer seine bislang größten Francis-Turbinen – 3 Stück mit je 18,3 Megawatt Leistung.
SÜDTIROLER WASSERKRAFTSPEZIALIST ÜBERZEUGT
BEI HIMALAYA-KRAFTWERKEN AUF GANZER LINIE
Gleich zwei Wasserkraftwerke hat die Südtiroler Troyer AG in den vergangenen Monaten mit ihrer Turbinentechnik ausgerüstet. Für das Kraftwerk Mewa Khola in Ost-Nepal lieferte das Sterzinger Wasserkraftunternehmen drei Francis-Turbinen mit einer Leistung von je 18,3 MW – seine bislang größten Maschinen dieses Bautyps. Parallel dazu arbeitet der Branchenspezialist aus den Alpen am Abschluss des Kraftwerksprojekts Seti Khola, rund 130 km westlich von Kathmandu, bei dem zwei, etwas kleiner dimensionierte Francis-Turbinen zum Einsatz kommen. Dass die Technologie der erfahrenen Südtiroler Maschinenbauer im Himalaya-Staat Nepal gefragt ist, ist nicht zuletzt auf das große Know-how in Sachen alpiner Hochdruck-Wasserkraftwerke zurückzuführen. Das nächste Kraftwerksprojekt Upper Madi befindet sich bereits in den Startlöchern.
Mit aktuell rund 3,9 GW installierter Leistung aus Wasserkraft befindet sich Nepal heute in einer Phase dynamischen Ausbaus. Es herrscht energiewirtschaftliche Aufbruchstimmung. Das ist naheliegend, wenn man sich das technisch-wirtschaftlich nutzbare Wasserkraftpotenzial von rund 42 GW vor Augen führt. Politisch ist der Sektor Wasserkraft klar als strategischer Entwicklungsmotor positioniert: Die Regierung verfolgt einen expliziten Kurs hin zu einem exportorientierten Wasserkraftsystem, das Überschüsse in der Regenzeit über regionale Strommärkte – insbesondere Richtung Indien und zunehmend auch Richtung Bangladesch – vermarkten soll. Als gewichtige strukturelle Einschränkungen gelten dabei jedoch die ausgeprägte Saisonalität der Abflüsse, die bislang geringe Rolle von Speicher- und Regelkraftwerken sowie Engpässe im nationalen und grenzüberschreitenden Übertragungsnetz, die das wirtschaftliche Ausschöpfen neuer Kapazitäten begrenzen. Vor diesem Hintergrund sind die politischen Zukunftshorizonte ausgesprochen ambitioniert: Bis etwa 2035 sollen die installierten Leistungen auf deutlich über 28 GW anwachsen und Nepal schrittweise als regional relevanter Stromexporteur etabliert werden – vorausgesetzt, Netzinfrastruktur, Finanzierung und regulatorische Stabilität entwickeln sich im gleichen Tempo wie der Kraftwerksbau.
Optimale Bedingungen für alpine Kraftwerkstechnik
Die spezifischen Rahmenbedingungen, die sich der Wasserkraftnutzung im Himalaya-Staat Nepal bieten, ähneln trotz einiger Eigenarten durchaus jenen, die man aus dem Alpenraum kennt: große Fallhöhen, steile Talflanken, hochenergetische Zuflüsse – es sind zum Teil ideale Bedingungen für Hochdruckanlagen. Unter diesem Gesichtspunkt macht sich die historische Entwicklung der alpinen Hochdruckkraftwerke durchaus bezahlt: Über viele Jahrzehnte wurden in den Alpen Pelton- und Francis-Laufrad-Technologien, Werkstoff- und Beschichtungs-Know-how, Erosionsschutz sowie Regel- und Betriebsstrategien unter extremen Lastwechseln weiterentwickelt und perfektioniert – stets mit dem Anspruch, dass Anlagen nicht nur effizient, sondern auch über lange Zeiträume stabil und wartungsarm laufen. Dieses Profil passt punktgenau zu Nepals Anforderungen, wo trotz teils hohen Sedimentfrachten, schwierigen Topographien und Zugänglichkeiten sowie anspruchsvollen hydrologischen Bedingungen „robuste Spitzenleistung“ gefordert ist. Dass Qualitätshersteller wie die Firma Troyer aus Südtirol in diversen nepalesischen Wasserkraftprojekten erfolgreich sind, liegt deshalb nicht zuletzt an der Kombination aus praxisbewährtem Know-how und industrieller Präzision. Turbinen, die auf Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit ausgelegt sind, behalten auch unter
rauen Bedingungen hohe Wirkungsgrade – und liefern damit genau das, was Betreiber in Nepal am Ende brauchen: verlässliche kWh, Jahr für Jahr.
Rekord-Turbinen für das Kraftwerk Mewa Khola
Bei den jüngsten Referenzprojekten, die Troyer in Nepal umsetzen konnte, handelt es sich zugleich um echte Meilensteine der Firmengeschichte – allen voran das Kraftwerksprojekt Mewa Khola. Rund 200 Kilometer von der nepalesischen Hauptstadt entfernt, im Osten des Landes, wurden hier im vergangenen Jahr die größten vertikalalachsigen Francis-Turbinen installiert, die das Traditionsunternehmen in seiner über 90-jährigen Geschichte bislang gefertigt hat. Konkret wurden für das Mewa Khola drei baugleiche Francis-Turbinen mit einer Nennleistung von jeweils 18,3 MW geliefert. Das entspricht einer Gesamtleistung der Anlage von 55 MW. Die Turbinen sind auf eine Netto-Fallhöhe von 188 Metern und einen Ausbaudurchfluss von jeweils 11 m³/s ausgelegt. Das Triebwasser wird nach dem Fassungsbauwerk über einen fünf Kilometer langen unterirdischen Druckstollen zu den Turbinen geleitet. Der erzeugte Strom im Kraftwerk Mewa Khola wird über eine 12 km lange 132 kV-Leitung ins staatliche Netz eingespeist. Die Betreiber erwarten im Regeljahr eine durchschnittliche Produktion von ca. 300 GWh, damit kann die Anlage künftig den Strombedarf von rund 90.000 Haushalten decken. Baubeginn für das Projekt Mewa Khola war 2020/21, nach einer Umsetzungsphase im Terminplan befindet sich das Kraftwerk derzeit vor Beginn des Probebetriebs.
Ausgereiftes Kraftwerkspaket für KW Seti Khola
Die hoch ausgereifte Francis-Laufradtechnologie der Troyer AG war auch beim Kraftwerksprojekt Seti Khola, in der Provinz Gandaki, rund 130 km westlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, gefragt. Für das Laufkraftwerk am Fluss Seti Khola zeichnete der Südtiroler Wasserkraftspezialist neben den beiden Francis-Turbinen, die auf jeweils 11,5 MW aus-
gelegt worden sind, auch für die gesamte elektrische Anlage vom Generator bis zur Übergabestelle in Hochspannung (132 kV) verantwortlich – Generatoren, Mittelspannungszellen, Transformatoren, Hochspannungsstation und Schutzvorrichtungen. Zudem lieferte Troyer das Steuerungs- und Automatisierungssystem des Kraftwerks. Eine zentrale Herausforderung für die erfahrenen Wasserkraftspezialisten aus Südtirol ist dabei der extrem hohe Gehalt an Kalk im Wasser – der Name Seti bedeutet „viele Kalkpartikel, die im Wasser gelöst sind“ –, was spezielle technische Anpassungen an den Turbinen erforderlich machte. Aktuell ist man auch beim Kraftwerk Seti Khola mit dem Abschluss der Montagearbeiten zugange. In Summe soll das neue Kraftwerk im Regeljahr rund 133 GWh Strom liefern, wobei rund 90 GWh auf die Regenzeit und der Rest auf die trockene Saison entfallen.
Neues Kavernenkraftwerk bringt Herausforderungen Noch einige Schritte von der Fertigstellung entfernt ist das Wasserkraftprojekt Upper Madi, das am Madi-Fluss im Bezirk Kaski, rund 20 Kilometer nordöstlich von Pokhara und etwa 150 Kilometer von Kathmandu entfernt, errichtet wird. Der Vertrag mit der Troyer AG wurde im April 2025 unterzeichnet. Troyer wird bei diesem Projekt von der Planung bis zur Inbetriebnahme für die komplette Lieferung der elektromechanischen Ausrüstung, einschließlich der drei vertikalen 4-düsigen-Pelton-Turbinen sowie des gesamten elektrischen Systems – vom Generator über Mittelspannungsanlagen und Transformatoren bis zur 132-kV-Hochspannungs-GIS-Station und der Leit- und Automatisierungstechnik – verantwortlich sein. Die drei Pelton-Turbinen sind bei einer Nennfallhöhe von 407 Metern und einer Ausbauwassermenge von 4,2 m³/s pro Turbine auf eine Turbinenleistung von 15 MW ausgelegt, was eine Gesamtanlagenleistung von 45 MW bei einem GesamtAusbaudurchfluss von 12,6 m³/s bedeutet. Während in Nepal generell die anspruchsvolle Logistik sowie die schwierigen Bedingungen bei der Baustellenvorbereitung und -überwa-
Das Kraftwerksprojekt Seti Khola wurde in der Provinz Gandaki, rund 130 km westlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, realisiert.
In diesem Bereich entsteht das Eingangsportal zum Kavernenkraftwerk Upper Madi, rund 20 km nordöstlich von der Stadt Pokhara.
chung die zentralen Herausforderungen darstellen, kommt bei Upper Madi eine besondere technische und organisatorische Komplexität hinzu: Es handelt sich um das bislang erste und einzige Troyer-Projekt im Land, das vollständig in einer Kaverne realisiert wird. Überhaupt gilt es als das erste Hochdruck-Kraftwerk in der Himalaya-Region, bei der sämtliche Bauwerke – vom Einlauf über das Oberwasserbauwerk und dem Kraftwerk bis hin zum Umspannwerk – unterirdisch in einer Kaverne untergebracht sind. Vor diesem Hintergrund stellt Upper Madi für Troyer eine neue und zugleich besonders spannende Herausforderung dar.
Troyer setzt auf verstärkte Präsenz in der Region Mit ihren jüngsten Kraftwerksprojekten in Nepal konnte die Troyer AG nicht nur ihre hohe Kompetenz in Sachen Wasserkrafttechnologie unter Beweis stellen, sondern unterstrich damit auch die langfristig ausgelegte Strategie des Unternehmens in der Region: „Troyer hat sich mittlerweile eine starke Position in Nepal aufgebaut. Mit mehr als 16 Projekten im Land haben wir das volle Vertrauen der Kraftwerksbetreiber im Himalaya-Staat gewonnen – und stärken damit unsere langfristige Präsenz in der gesamten Himalaya-Region“, betont Pawan Dhakal, leitender Direktor der Troyer-Zweigstelle in Indien. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine lokale Infrastruktur weiter aus: „Wir genießen das überwältigende Vertrauen bestehender und neuer Kunden und erweitern unsere Präsenz mit einem lokalen Servicebüro inklusive Ersatzteillager, um unsere Kunden vom nächstgelegenen Standort aus zu unterstützen.“ Auch aus Vertriebssicht ist Nepal ein Zukunftsmarkt für die Südtiroler Wasserkraftspezialisten: „Wir sind stolz, unsere Erfahrung und Technologie in Projekte einzubringen, die sowohl für Nepal als auch für Troyer richtungsweisend sind“, erklärt Hanspeter Schölzhorn, Verkaufsleiter von Troyer, und verweist darauf, dass durch die Niederlassungen in Nepal und Indien eine qualitativ hochwertige und
partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden sichergestellt werde. Mit seinem Engagement trägt Troyer nicht nur zur Stärkung der Energieunabhängigkeit Nepals bei, sondern leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger, sauberer Stromerzeugung, wirtschaftlicher Entwicklung und langfristiger Versorgungssicherheit – ein entscheidender Baustein für den Klimaschutz im Wasserkraft-Land Nepal.
TECHNISCHE DATEN
Kraftwerk Mewa Khola
Netto-Fallhöhe bei Qmax: 188,0 m
Turbinen: 3 x Francis-Turbinen
Ausbauwassermenge: je 11,0 m³/s
Leistung: je 18,3 MW (Gesamtleistung: 55 MW)
Jahresarbeit: 300 GWh
• Status: Ende Inbetriebnahme / Beginn Probebrieb
Kraftwerk Seti Khola
Netto-Fallhöhe bei Qmax: 64 m
• Turbinen: 2 x Francis-Turbinen
• Ausbauwassermenge: je 20 m³/s
• Leistung: je 11,5 MW (Gesamtleistung: 23 MW)
• Jahresarbeit: 133 GWh
• Status: Ende Montagearbeiten / Beginn Inbetriebnahme
Das Kleinwasserkraftwerk Brauhof des niederösterreichischen Landesenergieversorgers EVN wurde im Herbst des Vorjahres grundlegend modernisiert. Innerhalb von nur sechs Wochen wurde der komplette Maschinensatz des historischen Kleinwasserkraftwerks in Wiener Neustadt umfassend erneuert. Im Zuge des Revitalisierungsprojekts wurden das Laufrad der Francis-Schachtturbine und der Generator komplett neu ausgeführt, zusätzlich erfolgte eine Sanierung des TurbinenLeitapparats. Anstelle des alten Generators, der über ein Winkelgetriebe mit der Turbine verbunden war, kommt nun ein direkt gekoppelter Permanentmagnet-Synchrongenerator vom deutschen Hersteller Motion Makers (ehem. Krebs & Aulich) zum Einsatz. Mustergültig umgesetzt wurde das Projekt von den oberösterreichischen Wasserkraftallroundern der Jank GmbH, die ihrem Ruf als Revitalisierungsexperten einmal mehr gerecht werden konnten.
Das Kleinwasserkraftwerk Brauhof im Süden von Wiener Neustadt darf man guten Gewissens als technischen Dinosaurier bezeichnen – immerhin steht die Anlage bereits seit dem Jahr 1890 in Betrieb. Einem Bericht der Niederösterreichischen Nachrichten zufolge war die mittlerweile 136 Jahre alte Anlage das erste Wasserkraftwerk, das in Wiener Neustadt Elektrizität produziert hat. Zur Stromerzeugung nutzt die Anlage das hydroelektrische Potential des Kehrbachs, bei dem es sich um einen künstlichen Ausleitungskanal der Schwarza handelt. Historischen Aufzeichnungen zufolge besteht der rund 16 Kilometer lange Kehrbach, an dem der niederösterreichische Landesenergieversorger EVN insgesamt sieben Kleinwasserkraftwerke betreibt, bereits seit dem 12. Jahrhundert.
Maschinensatz wird umgebaut
Im Herbst des Vorjahres war bei der Traditionsanlage die Zeit für ein umfassendes Modernisierungsprojekt gekommen, erklärt EVN-Projektleiter Gregor List, der im Energiekonzern für den Bereich Wasserkraft Instandhaltung zuständig ist: „An dem ca. 70 Jahre alten Winkelgetriebe des Maschinensatzes war bereits
An dem mittlerweile 136 Jahre alten Wasserkraftwerk Brauhof in Wiener Neustadt wurde im Herbst 2025 ein umfassendes elektromechanisches Revitalisierungsprojekt durchgeführt.
2023 ein Lagerschaden aufgetreten, der eine aufwändige Reparatur notwendig machte. Da es nicht ausgeschlossen werden konnte, dass am Getriebe in absehbarer Zeit wieder ein gröberer Defekt auftritt, wurde vorausschauend eine Revitalisierung bzw. ein Umbau der gesamten Maschine beschlossen. Dabei sollte die Getriebeübersetzung komplett wegfallen und ein neuer Generator direkt mit der Turbinenwelle gekoppelt werden.“ Der Projektleiter führt weiter aus, dass im Zuge des Umbaus auch eine Verbesserung der akustischen Situation im Umfeld des Kraftwerks, das neben einem Bürogebäude bzw. im verbauten Siedlungsgebiet liegt, erzielt werden sollte. Denn das Getriebe und der Synchron-Generator in offener Bauweise verursachten während des Anlagenbetriebs eine konstante Geräuschkulisse. Gregor List betont, dass die begrenzten Platzverhältnisse im Maschinengebäude einen zentralen Punkt bei der Planung des Revitalisierungs-
projekts einnahmen. Aufgrund der niedrigen Drehzahl der Francis-Schachtturbine und dem Wegfall des Getriebes hätte ein ebenfalls langsam drehender Synchron-Generator konstruktionsbedingt solche Ausmaße angenommen, für die das Krafthaus viel zu klein geworden wäre. „Aus diesem Grund sollte die Turbinen-Drehzahl durch den Einsatz eines neuen Laufrads deutlich gesteigert werden. Außerdem sollte statt eines herkömmlichen Synchrongenerators ein Permanentmagnet-Synchrongenerator zum Einsatz kommen, der erheblich kleiner als eine Synchron-Maschine ausfällt. Mit einem solchen Generator, der zudem auch höhere Wirkungsgrade als eine Synchron-Maschine schafft, hatten wir schon zuvor bei der elektromaschinellen Erneuerung des EVN-Kraftwerks Reichenau gute Erfahrungen gesammelt. Dort wurden das alte Winkelgetriebe und der alte Generator durch einen direkt mit der Turbine gekoppelten Generator getauscht“, so Gregor List.
Die Turbinenkammer der Francis-Maschine wurde mittels 3D-Scan vermessen.
Das strömungstechnisch optimierte Design des neuen Francis-Laufrads sorgt für einen erheblichen Leistungsschub im Teillastbereich.
Wasserkraftspezialist Jank GmbH am Zug
Den Zuschlag für die Anlagenmodernisierung konnte sich im Zuge des Ausschreibungsverfahrens der Wasserkraftallrounder Jank GmbH sichern, der für die EVN bereits eine ganze Reihe von Revitalisierungsprojekten durchgeführt hatte. „Ein zentraler Punkt des Projekts bestand darin, dass von der ca. 100 Jahre alten Turbine keinerlei Pläne oder Zeichnungen vorhanden waren“, erklärt Jank-Konstruktionsleiter Siegi Jank: „Diese Situation stellte für uns aber keine große Hürde dar. Durch die Vielzahl an Revitalisierungsprojekten, die wir im Laufe der Jahrzehnte durchgeführt haben, besitzen wir einen immensen Erfahrungsschatz im Sanierungssektor. Außerdem verfügen wir über eine große Menge an Konstruktionszeichnungen älterer Maschinen von diversen Herstellern, auf die wir zurückgreifen können. Die wesentlichen Daten und Einbauabmessungen der Maschine konnten wir somit bereits vor der Demontage mit einer hohen Wahrscheinlichkeit festlegen. Natürlich haben wir uns aber auch direkt vor Ort einen Eindruck verschafft, indem Anfang 2025 ein detaillierter 3D-Scan vom Inneren der Turbinenkammer erstellt wurde. Mit diesen gesammelten Daten konnte das grundlegende Design des neuen Laufrads erstellt werden.“
Sanierung exakt geplant
Gregor List betont, dass vor dem Umbau des Maschinensatzes ein umfassendes Revitalisierungskonzept erstellt wurde. „Damit das Projekt im wirtschaftlichen Rahmen bleibt, wurden nur bestimmte Komponenten des Maschinen-Antriebsstrangs, wie das Laufrad, zur Gänze erneuert. Bei Komponenten wie dem
Motion Makers (ehem. Krebs & Aulich) berechnet, entwirft und baut seit über 25 Jahren maßgeschneiderte elektrische Maschinen mit höchsten Wirkungsgraden, überragender Laufruhe und geringeren Baugrößen als mit vergleichbaren Synchron-Generatoren möglich.
Durch die Nutzung von hochwertigen Komponenten fertigen wir PM-Generatoren für Generationen
Leitapparat oder der dazugehörigen Verstelleinrichtung, die beide einen guten Zustand aufwiesen, wurden lediglich Revitalisierungsmaßnahmen durchgeführt.“ Siegi Jank merkt an, dass auch das Laufrad der Turbine trotz des fortgeschrittenen Alters noch in einem vergleichsweise guten Zustand war. „Man hätte am Laufrad durchaus eine Sanierung durchführen und dieses wieder einbauen können. Mit dieser Variante wäre aber weder die notwendige Drehzahlerhöhung noch eine signifikante Steigerung der Leistungskapazität möglich gewesen.“ Dank der Neuanfertigung des Laufrads konnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Die Drehzahl der Turbine wurde von vormals 75 U/min auf 100 U/min gesteigert, was in weiterer Folge den Einsatz eines kompakteren Generators möglich machte. Darüber hinaus schafft die Turbine mit dem neuen Laufraddesign deutlich mehr Leistung im Teillastbetrieb. Zudem konnte die Engpassleistung erheblich gesteigert werden.
Generator mit Permanentmagnet-Technologie
Die praktische Umsetzung der Kraftwerksmodernisierung konnte schließlich Mitte September 2025 mit dem Abbau des alten Maschinensatzes starten. Nach der Demontage wurden die Turbinenkomponenten in das Werk der Jank GmbH im Innviertel transportiert, wo die einzelnen Revitalisierungsmaßnahmen und die abschließende Bearbeitung des neuen Laufrads durchgeführt wurden. Die Wasserkraftspezialisten sorgten zudem für die finalen Anpassungen des neuen Generators, an dem ein Wasserkühlsystem installiert wurde. Konkret handelt es sich bei der nun direkt mit der Turbinenwelle gekoppelten Maschine um einen Permantentmagnet-Synchrongenerator aus dem Hause Motion Makers (ehemals Krebs & Aulich). Der in Deutschland gefertigt Generator gewährleistet exzellente Wirkungsgrade über alle Leistungsbereiche hinweg und überzeugt zusätzlich durch seinen besonders geräuscharmen Betrieb. Diese Eigenschaften machen den Generator zu einer idealen Lösung für Kraftwerke, bei denen hohe Anforderungen an Effizienz und Akustik gestellt werden. Zudem verfügt der Generator durch die Permanentmagnet-Technologie über äußerst kompakte Rotordimensionen. Damit kann die Maschine im Vergleich zu konventionellen Synchrongeneratoren in einer deutlich kleineren Baugröße und mit geringerem Gewicht ausgeführt werden.
Revitalisierungsprojekt aus dem Lehrbuch
Der Betriebsstillstand des Kraftwerks Brauhof sollte nur sechs Wochen in Anspruch nehmen, bereits Ende Oktober 2025 konn-
TECHNISCHE DATEN
Ausbauwassermenge: 7,15 m³/s
Nutzfallhöhe: 3,7 - 4,8 m
Turbine: Francis-Schachtturbine
Drehzahl: 100 U/min
Engpassleistung: 175 kW
Hersteller Turbine: Voith
Hersteller neues Laufrad und Repowering: Jank GmbH
Am Leitapparat der Turbine wurde innerhalb der 6-wöchigen Umbauphase ein umfassendes Revitalisierungsprogramm durchgeführt.
te die Stromproduktion mit dem rundum erneuerten Maschinensatz wieder aufgenommen werden. „Die Modernisierung der Anlage hat sich definitiv bezahlt gemacht. Durch den Wegfall des Getriebes und die Kombination aus neuem Laufrad und direkt gekoppeltem Synchrongenerator wurde eine Leistungssteigerung von ca. 15 Prozent erzielt, das hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Die verbesserte Leistungskapazität wird sich natürlich auch positiv auf die jährliche Stromproduktion des Kraftwerks auswirken. Durch den nun deutlich effizienteren Betrieb im Teillastbereich gehen wir davon aus, dass das Kraft-
Der direkt mit der Turbinenwelle gekoppelte Permanentmagnet-Synchrongenerator sorgt für eine maximal effektive Stromproduktion.
werk im Regeljahr rund 10 Prozent mehr Strom erzeugen wird“, so Gregor List. Siegi Jank zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Die EVN hat sich beim Kraftwerk Brauhof für eine absolut sinnvolle Revitalisierungsvariante entschieden, bei der ein Maximum aus der vorhandenen Anlageninfrastruktur herausgeholt wurde. Es wurden nur jene Komponenten komplett neu ausgeführt, die einen signifikanten Leistungszuwachs möglich machten. Die Anlagentests nach der Wiederinbetriebnahme zeigten, dass die Kombination aus Revitalisierungs- und Erneuerungsmaßnahmen zu einem sehr guten Ergebnis geführt hat.“
WAS 2026 DER KLEINWASSERKRAFT
BEVORSTEHT: EINE EU-PERSPEKTIVE
Das Jahr 2026 wird ein weiteres wichtiges Jahr für den europäischen Wasserkraftsektor. Zum einen geht es um die Umsetzung wichtiger EU-Gesetzgebung auf nationaler Ebene und die Frage, ob und wie weit nationale Regierungen die in der EU Gesetzgebung enthaltenen Maßnahmen zur Förderung der Wasserkraft umsetzen. Dazu gehören die weitere Umsetzung der Erneuerbaren Energierichtlinie (RED III), die Erstellung nationaler Flexibility Needs Assessments (FNAs) im Rahmen der Reform des europäischen Strommarktes, und die Entwicklung nationaler Wiederherstellungspläne bei der Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. Zum anderen wird es neue EU-Gesetzgebungsinitiativen in den Bereichen Umwelt und Elektrizitätsmarktdesign geben.
Diese politischen Vorhaben und nationalen Pläne werden die Spielräume für den Sektor neu abstecken. EREF und seine Mitglieder sind im Dialog mit Entscheidungsträgern, Behörden, Forschung und Umweltorganisationen, um die Gestaltung der Regeln mitzuprägen und hervorzuheben, dass moderne Wasserkraft ein wesentlicher Bestandteil eines widerstandsfähigen, nachhaltigen, europäischen Wasser- und Energiesystems ist.
Nutzen Mitgliedstaaten EU-Maßnahmen zur Förderung kleiner Wasserkraftwerke? Auf nationaler Ebene ist weiterhin die Umsetzung der Erneuerbaren-Energie-Richtlinie (RED) im Gange. Bei der RED liegt die Entscheidung, Wasserkraft in die auszuweisenden nationalen Beschleunigungsgebiete für Erneuerbare aufzunehmen, bei den Mitgliedsstaaten. Zudem sollte sichergestellt werden, dass nationale Regierungen die vorgesehenen beschleunigten Genehmigungsverfahren sowie das Prinzip des übergeordneten öffentlichen Interesses auch für die Wasserkraft anwenden.
Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (WVO): Nationale Wiederherstellungspläne fällig im Jahr 2026 Gemäß der WVO müssen Mitgliedstaaten bis zum 1. September 2026 nationale Wiederherstellungspläne vorlegen. Diese Pläne werden die Wiederherstellungsziele auf EUEbene in konkrete nationale Maßnahmen umsetzen, basierend auf dem von der Europäischen Kommission erstellten EU-weiten Standardformat. Jeder Plan muss unter anderem Folgendes enthalten:
1. Bestandsaufnahmen von Barrieren für die Konnektivität von Oberflächengewässern, wie Dämme, Wehre und Schleusen, mit Geodaten und einer Angabe für jede Barriere, ob diese als veraltet gilt (WVO Artikel 9.1).
2. Ausgangskarten der frei fließenden Flüsse im Jahr 2020 und Schätzungen der Zunahme der frei fließenden Länge bis 2030 und 2050, einschließlich der Nettogewinne unter Berücksichtigung neuer Barrieren (WVO Artikel 9.2).
3. Restaurierungsziele für Auen, Karten der bis 2030 und 2050 zu restaurierenden Auengebiete und Maßnahmen zur Ver-
hinderung einer erneuten Verschlechterung der restaurierten Flüsse und der damit verbundenen Auenfunktionen (WVO Artikel 9.4).
Gemäß Artikel 4 der Verordnung müssen veraltete Barrieren, die für die Energieerzeugung, die Schifffahrt, die Wasserversorgung, den Hochwasserschutz oder andere Zwecke nicht mehr benötigt werden, entfernt werden, um sogenannte frei fließende Flüsse zu schaffen. Dies gilt sowohl für Querbauwerke in Flüssen als auch für Horizontal- und Vertikalrechen.
Bei der Entwicklung nationaler Wiederherstellungspläne sehen sich die EU-Mitgliedstaaten mit zwei Anforderungen für die Schaffung sogenannter frei fließender Flüsse konfrontiert: einerseits mit der Umsetzung der rechtsverbindlichen und eindeutigen Anforderungen der Wiederherstellungsverordnung und andererseits mit den nicht bindenden Kriterien des neuen EU-Leitfadens zu frei fließenden Flüssen.
Die Einbeziehung von Vertretern der Wasserkraft in die Ausarbeitung dieser nationalen Wiederherstellungspläne wird von entscheidender Bedeutung sein. Modernisierte Kleinwasserkraftwerke, die mit Fischpassagen, fischfreundlichen Turbinen, Sedimentumleitungssystemen und einem verbesserten Durchflussmanagement ausgestattet sind, tragen positiv zur Konnektivität und zur Gesundheit des Ökosystems bei. Solche Anlagen könnten als Teil von Wiederherstellungslösungen konzipiert werden, beispielsweise wenn ein bestehendes Wehr mit einer Wasserkraftanlage und einer Fischpassage aufgerüstet wird, die die lokale Konnektivität im Vergleich zur zuvor bestehenden Struktur verbessert.
Die Reform des europäischen Strommarktes umfasste die Einführung von Flexibility Needs Assessments (FNAs) als strategische Berichtspflicht für die Mitgliedstaaten. FNAs sollen dabei helfen, das richtige Maß und die rich-
tige Art von Flexibilität zu definieren, die für die effiziente Integration erneuerbarer Energien erforderlich ist, während gleichzeitig die Systemstabilität erhalten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert wird. Im Juli 2025 veröffentlichte die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) eine Bewertungsmethodik, die die nationalen Regierungen für die Entwicklung ihrer FNAs im Jahr 2026 anwenden müssen. Einige Länder, insbesondere Frankreich, arbeiten bereits an einer nationalen Analyse, bei der die Eigenschaften und Vorteile der Wasserkraft stark berücksichtigt werden.
Wichtige EU-Maßnahmen, die es zu beachten gilt
Im Dezember 2025 kündigte die Europäische Kommission eine Reihe von wasserpolitischen Maßnahmen an, die im Laufe des Jahres 2026 umgesetzt werden sollen. Sie erklärte, dass im ersten Quartal 2026 neue Leitlinien veröffentlicht werden sollen, um zu klären, wie das EU-Wasserrecht, einschließlich der Wasserrahmenrichtlinie, bei Umweltgenehmigungen anzuwenden ist, mit dem ausdrücklichen Ziel, die von den Mitgliedstaaten identifizierten Genehmigungsengpässe und Herausforderungen bei der Umsetzung anzugehen.
Die Europäische Kommission plant für das erste Quartal 2026 ein Weißbuch zur Vertiefung der Strommarktintegration. EREF wird dies nutzen, um Positionen zur Wasserkraft vorzubringen, insbesondere zur Vergütung von Energiesystemdienstleistungen, die durch Wasserkraft erbracht werden, und zur Abschaffung doppelter Netzentgelte für Pumpspeicherkraftwerke.
EREF ist aktiv im Dialog mit der Europäischen Kommission
Die neuen Definitionen, nationalen Pläne und technischen Standards werden die Rahmenbedingungen für
den Sektor beeinflussen. Die zentrale Herausforderung für die Wasserkraft wird darin bestehen, die zunehmende technische Überprüfung in Bezug auf Konnektivität, Durchflussmengen und Barriereninventare zu bewältigen und gleichzeitig Rechtssicherheit und Betriebsfähigkeit zu gewährleisten. EREF und seine Mitglieder stehen im Dialog mit der Europäischen Kommission sowie mit Forschungs- und Umweltorganisationen, um zur Verbreitung von Informationen beizutragen und die Richtung vorzugeben, indem sie betonen, dass moderne Wasserkraft ein wesentlicher Bestandteil eines widerstandsfähigen, nachhaltigen europäischen Wasser- und Energiesystems ist. [Text: Dirk Hendricks]
Dirk Hendricks ist Generalsekretär des europäischen Verbands für erneuerbare Energien (EREF). Der europäische Verband für erneuerbare Energien (European Renewable Energies Federation – EREF) vertritt in Brüssel die Interessen der nationalen Verbände aus der ganzen EU. Als ehemaliger Generalsekretär der European Small Hydropower Association (ESHA) gilt Dirk Hendricks auch als profunder Kenner der Wasserkraftbranche.
Österreichs Nr. 1 Energiekongress www.imh.at/epcon
Bei WATEC-Hydro ist der Fokus nach wie vor auf Forschung und Entwicklung gerichtet. Im Bild der Maschinensatz im Kraftwerk Moosbrunnen.
EIGENER INNOVATIONSMOTOR STÄRKT
DAS MARKEN- PROFIL VON WATEC-HYDRO
Nach einem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr 2025 blickt der bayerische Turbinenhersteller WATEC-Hydro mit viel Zuversicht in die Zukunft. Seit mehr als zwei Jahrzehnten steht das Unternehmen mit seinen Maschinen für Qualität und Verlässlichkeit in der Wasserkraftbranche. Rund 400 realisierte Kleinwasserkraftwerke in Europa zeugen von der Erfahrung und Leistungsfähigkeit des mittelständischen Unternehmens aus dem Unterallgäu. Dass der Blick dabei konsequent nach vorn gerichtet ist, zeigt der hohe Stellenwert von Innovation und Forschung bei WATEC-Hydro: Dank wissenschaftlicher Untersuchungen ist es im vergangenen Jahr gelungen, das hydraulische Design der Turbine weiter zu optimieren.
Für WATEC-Geschäftsführer Dr.-Ing. Daniel Brumme ist eines klar: In einer schnelllebigen Zeit bedeutet Stillstand Rückschritt. Aus diesem Grund wollte der CEO des Unternehmens das hydraulische Design der eigenen Turbinen noch einmal auf den Prüfstand der Wissenschaft stellen: „Die letzten Jahrzehnte haben klar bewiesen, dass unser Qualitätsstandard hoch und das Turbinendesign prinzipiell gut sind. Trotzdem war es uns wichtig, das Design mit modernsten wissenschaftlichen Methoden zu prüfen und mögliches Optimierungspotenzial zu eruieren. Daher haben wir eine diesbezügliche Zusammenarbeit mit den Spezialisten des Fachbereichs Dynamik der Universität Stuttgart gesucht, die diesen Fragestellungen Anfang letzten Jahres mittels fortschrittlicher 3D-Simulationsverfahren nachgegangen sind“,
erklärt Daniel Brumme und ergänzt: „Schließlich geht es für uns auch darum, unsere hohen Qualitätsstandards langfristig zu sichern.“
Mehr Leistung unter Ausnützung optimaler Anströmung Bei einer doppelt regulierten Kaplan-Turbine, wie sie WATECHydro anbietet, stand insbesondere die Frage im Fokus: Wie lässt sich die optimale Abstimmung zwischen Leitrad- und Laufradposition realisieren, um die bestmögliche Gesamtperformance der Anlage zu erzielen? „Das Hauptziel lag grundsätzlich in der Effizienzsteigerung – sowohl im Teillastals auch im Volllastbetrieb. Darüber hinaus spielten jedoch weitere Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise die Minimierung ungünstiger Anströmbedingungen, die u.a. Schwingun-
Strömungsmodell des WATEC-Laufrads in der 3D-CFD-Simulation: Unter realen Bedingungen sind Effizienzsteigerungen von 3 –4 % erwartbar.
gen oder Kavitation auslösen können,“ erklärt Dr.-Ing. Daniel Brumme, der im Rahmen seiner Dissertation selbst technische Forschungen im Bereich 3D-Simulation durchgeführt hat. Am Ende gelang es den Forschern am Dynamik-Institut der Universität Stuttgart zu zeigen, dass eine theoretische Effizienzsteigerung von 5–6 % über einen weiten Betriebsbereich bei idealisierten Annahmen möglich ist. Das WATEC-Team rechnet auf dieser Basis unter realen Einsatzbedingungen mit Effizienzsteigerungen von 3–4 %.
Ein professioneller Blick über den Tellerrand WATEC-Hydro hat sich über die letzten zwei Jahrzehnte im DACH-Raum etabliert und genießt einen entsprechend guten Ruf. Darüber hinaus konnte das Unternehmen in jüngster Vergangenheit aufzeigen, dass man bereit ist, sich international etwas breiter aufzustellen und auch Aufträge aus dem gesamteuropäischen Markt zu übernehmen. So wurden zuletzt Kraftwerksprojekte in Italien, Frankreich und Spanien sowie in Ost- und Nordeuropa gestartet. Ein logischer Entwicklungsschritt für WATEC-Hydro, das dabei dennoch seinen Schwerpunkt im DACH-Raum sieht. Eine feste Bestandsgröße stellt die Marke WATEC-Hydro neben dem Heimmarkt seit geraumer Zeit auch im benachbarten Österreich dar, wo man auf eine lange Referenzliste verweisen kann. Um diese Präsenz weiter zu festigen und auszubauen, setzt das Unternehmen aus dem Unterallgäu nun auf eine strategische Partnerschaft in der Alpenrepublik. „Nachdem wir in der Vergangenheit sehr gut und erfolgreich mit der Montage-Firma Bau-Ma-Energy aus dem niederösterreichischen Traismauer zusammengearbeitet haben, steht nun der Aufbau einer Kooperation auf der Agenda. Ziel ist es, auf diese Weise noch näher bei unseren Kunden in Österreich zu sein“, erklärt Geschäftsführer Dr.-Ing. Daniel Brumme und verweist darauf, dass die vertieften Gespräche zwischen den Unternehmen bereits weit fortgeschritten seien. „Ich bin optimistisch, dass wir in Bälde mit der Firma BauMa-Energy quasi eine Zweigstelle für WATEC-Hydro in Österreich anbieten können.“
Seit über 20 Jahren fertigt WATEC-Hydro am Standort im Unterallgäuer Heimertingen hochwertige Turbinen für den Niederdruckbereich.
Überzeugendes Know-how bei Adaptionen im Bestand Seine große Kompetenz beweist das bayerische Wasserkraftunternehmen nicht nur bei Maschinen für Neuanlagen, sondern ebenso bei der Adaption von Bestandsanlagen. Gerade deren Umbau und die dabei erforderlichen Anpassungen erfordern ein hohes Maß an Know-how und Erfahrung. Zahlreiche Parameter – die von baulichen Besonderheiten über beengte räumliche Bedingungen oder veraltete Anschlüsse bis hin zu fehlenden Plänen reichen – machen den Einbau von Turbinen in alte Bestandsanlagen zu einer besonderen Herausforderung. Schließlich geht es auch nicht darum, was technisch machbar wäre. Wichtiger ist: Wie kann das Projekt wirtschaftlich umgesetzt werden? Dabei schaut man – wie die Experten von WATEC-Hydro betonen –weniger auf das „zweite Zehntel hinter dem Komma“ im Wirkungsgrad der Maschine, sondern vielmehr auf die Frage: Wie kann baulich und maschinell ein optimierter Weiterbetrieb des Kraftwerks mit neuer Technik sichergestellt werden – effizient, zuverlässig und wirtschaftlich. Diese Herangehensweise macht den Wasserkraftspezialisten aus dem Unterallgäuer Heimertingen zu einem verlässlichen Partner für wirtschaftliche Wasserkraftprojekte. Mit der Erfahrung aus über 20 Jahren, technischer Innovationskraft und einem klaren Fokus auf individuelle Kundenlösungen setzt WATECHydro Maßstäbe in der Nutzung von Wasserkraft an Niederdruckstandorten.
Für weitere Informationen steht WATEC Ihnen gerne zur Verfügung. Erfahren Sie mehr über das Unternehmen unter: www.watec-hydro.de.
NEUE RECHENREINIGUNGSTECHNIK AUS BAYERN FÜR EUROPAS GRÖSSTEN STAUSEE
Rund 50 Jahre lang hatte die alte Rechenreinigungsmaschine ihren Dienst versehen. Sie hatte den Triebwassereinlauf am Buško blato oder auch Buško jezero – dem größten Speichersee Europas – von Geschwemmsel freigehalten. Die originale Maschine zeigte sich in den letzten Jahren allerdings zusehends fehleranfällig und war den wachsenden Herausforderungen kaum mehr gewachsen. Aus diesem Grund wurde nun eine neue, deutlich leistungsstärkere Rechenreinigungsmaschine aus dem Hause MUHR installiert, die eine neue Ära in der technischen Nutzung der Anlage einläutet. Mit der neuen Maschine konnte die Reinigungsleistung um sage und schreibe 125 % verbessert werden. Aktuell befindet sich das neue System noch in der obligaten Probephase.
Anfang der 1970er Jahre wurde mit enormem Aufwand der Stausee Buško blato als integraler Bestandteil eines leistungsstarken Wasserkraftsystems errichtet. Das Kraftwerk, das aus dem Stausee gespeist wird – das HE Orlovac –, befindet sich wenige Kilometer davon entfernt. Eine Gesamtfläche von knapp 60 km2 und das Fassungsvermögen von 782 Millionen m3 machen den Stausee Buško blato oder Buško jezero – wie er auch genannt wird – zum größten Stausee Europas. Dank seiner komplexen Infrastruktur mit Kanälen, Dämmen und Pumpwerken gilt Buško blato nach wie vor als wichtige regionale Institution für die Wasserregulierung und vor allem für die Energieproduktion in der Region.
Immer wieder Betriebsausfälle am Altbestand Damit das Triebwasser ungehindert vom Fassungsbauwerk am Stausee in den Kraftabstieg gelangen kann, wurde bereits vor über 50 Jahren eine Rechenreinigungsmaschine, kurz RRM, installiert. Über diesen Zeitraum hielt sie den Rechen mehr oder weniger gut frei von allfälligem Geschwemmsel. „Trotz regelmäßiger Wartung zeigte das System im Laufe der Jahre Alters- und Verschleißerscheinungen. Mögliche Störungen – insbesondere am elektromechanischen Harkenaggregat – erhöhten letztlich die Gefahr für mögliche Maschinenausfälle“, schildert Marko Knezevic, Geschäftsführer von MUHR Croatia die Ausgangssituation im Altbestand. Knezevic leitete das Modernisierungsprojekt an der RRM für den bayerischen Stahlwasserbauspezialisten mit Hauptsitz in Brannenburg. Die Firma Erhard Muhr GmbH zeichnete letztlich vollumfänglich für die Projektumsetzung verantwortlich. Marko Knezevic verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass der hohe Anteil an manueller Arbeit längst nicht mehr heutigen Standards entsprach und genügte: „Die Bediener mussten die Maschine manuell steuern, die Rechengutkörbe von Hand entleeren und das Material rund 50 Meter weit mit Transportkarren abführen“, so der Fachmann, der ergänzend anmerkt: „Im Grunde war eine Modernisierung des Systems hoch an der Zeit.“
Komplexe Herausforderung im Logistik-Management Erschwerend kam in den letzten Jahren noch ein ökologisches Problem auf die Betreiber zu: Am Rechen fiel zusehends mehr organisches Material einer schnellwachsenden, invasiven Wasserpflanze an, mit dem die alte Maschine nicht mehr zurechtkam. Jede Menge Faktoren also, die einen Tausch der RRM dringend erforderlich machten, wobei die Anforderungen an die neue Maschine deutlich höher waren als die Leistungsfähigkeit des über 50 Jahre alten Vorgängermodells. Im Juli 2024 wurde von Auftraggeberseite und vom Lieferanten, der Firma MUHR, der Vertrag über die Erneuerung der
Rechenreinigungsmaschine unterzeichnet. Für das Projekt wurde ein mehrphasiger Ablauf konzipiert, der den gesamten Produktions- und Installationszyklus von der Planung bis zur endgültigen Inbetriebnahme abdeckt. „Besonders hervorzuheben ist, dass nach erfolgreicher Werksabnahme in Brannenburg in weniger als einem Monat der Abbau der alten Anlage, die Transportvorbereitung, der grenzüberschreitende Transport einschließlich Zollabfertigung nach Bosnien und Herzegowina sowie die Montage vor Ort mit Unterstützung eines Autokrans durchgeführt wurden. Dies erforderte eine enge Koordination zwischen Mechanikern, Elektrikern, Hydraulikern und Programmierern“, erläutert Marko Knezevic die Herausforderung des gesamten Logistik-Managements.
Mit dem leistungsstarken Greifarm können Baumstämme und anderes schweres Treibgut vom Einlaufrechen einfach und effizient entfernt werden.
Im Rahmen der Ausschreibung wurde neben der Lieferung und Installation der neuen Rechenreinigungsmaschine auch ein Traktor mit Anhänger zur Abfuhr des entnommenen Treibguts geliefert. Diese Ergänzung ermöglicht einen schnelleren, sichereren und effizienteren Abtransport.
Umfangreiche Herausforderungen in der Projektumsetzung Im Zuge der Projektumsetzung stellten speziell die Anpassung an den baulichen Zustand des Altbestands sowie die neuen anspruchsvollen Betriebsbedingungen erhebliche Herausforderungen für das Team von MUHR dar: „Das fing beim höheren Eigengewicht der neuen Maschine mit größeren, schnee- und windbelasteten Flächen an und reichte bis hin zu zusätzlichen Kräften durch einen integrierten hydraulischen Kran für das Herausheben größerer Treibguthölzer aus dem Wasser. Aus diesem Grund wurden neben den üblichen statischen Berechnungen auch erweiterte Analysen aller zusätzlichen Lastfälle durchgeführt“, erklärt Knezevic. Die konstruktiven Anpassungen erfolgten auf Basis der Re-
Die Programmierung der Steuerungstechnik gehört ebenfalls zu den starken Seiten des bayerischen Stahlwasserbauunternehmens.
chenzeichnungen des Betreibers. In der Praxis wurden während der Inbetriebnahmeprüfung mittels Unterwasserdrohne das perfekte Anliegen und die korrekte Position des Harkenaggregats am Rechen bestätigt. Ein weiterer kritischer Punkt betraf die Platzverhältnisse vor Ort, die durchaus beengt waren und somit ein sorgfältig abgestimmtes Montagekonzept erforderlich machten. Besondere Aufmerksamkeit galt auch der Integration neuer Sicherheitsfunktionen, wie mehreren Notausschaltern (ESD), der Funkfernsteuerung und Anwesenheitserkennung zur Erhöhung der Arbeitssicherheit.
Erhöhung der Rechenleistung um 125 % Aktuell befindet sich die neue Rechenreinigungsmaschine am Buško blato bereits in funktionalem Betrieb und in der obligatorischen Probephase, um Stabilität, Zuverlässigkeit und vollständige Integration aller Funktionen zu verifizieren. Entsprechend den neuen Anforderungen bietet die Maschine deutlich verbesserte technische Leistungsdaten. Marko Knezevic: „Die Harkenbreite wurde von 1600 mm auf 2500 mm erhöht, wodurch pro Reinigungshub eine wesentlich größere
Die neue Rechenreinigungsmaschine CATRONIC SV-4000 aus dem Hause MUHR, perfekt konzipiert und konstruiert für die Anforderung an der Pumpstation Buško blato in Bosnien-Herzegowina beweist aktuell im Probebetrieb ihre Qualitäten im täglichen Einsatz.
Rechenfläche abgedeckt wird. In Kombination mit höheren Antriebsgeschwindigkeiten konnte die Reinigungszeit pro Zyklus um 20 % reduziert werden. Die neue Maschine arbeitet somit nicht nur schneller, sondern entfernt in einem einzigen Hakenhub erheblich mehr Treibgut. Dadurch erhöhte sich die stündliche Reinigungsleistung um rund 125 %.“ Zusätzlich bietet die neue Anlage vollständige Automatisierung, Fernsteuerung, minimalen manuellen Einsatz und ein deutlich höheres Sicherheitsniveau. Für den Betreiber bedeutet dies nicht nur eine zuverlässigere, sondern auch eine leistungsstärkere und qualitativ hochwertigere Ausrüstung, die wesentlich zur Betriebssicherheit des gesamten Wasserkraftsystems beiträgt.
Bayerischer Hersteller überzeugt mit stringenter Qualität
Dass sich das bayerische Traditionsunternehmen im Rahmen der Ausschreibung als Bestbieter durchsetzen konnte, ist ein weiterer Beweis für sein Know-how und die hohe Qualität. MUHR punktet mit erwiesener Zuverlässigkeit in anspruchsvollen Wasserkraftanwendungen sowie der Fähigkeit, eine vollständig integrierte Lösung bereitzustellen, die sowohl die mechanischen und elektrischen als auch die steuerungstechnischen Komponenten des Projekts umfasst. MUHR bietet Ausrüstung und Systeme an, die vollständig mit den technischen Vorgaben übereinstimmen, einschließlich eines hohen Integrationsgrades, modernster Sicherheitsstandards und hochwertiger Fertigungsqualität. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über erfahrenes und hochspezialisiertes Fachpersonal, das alle Projektphasen abdeckt – von der Konstruktion und Projektleitung über mechanische Spezialisten und Monteure bis hin zu Elektrikern, Hydraulikern und
TECHNISCHE DATEN
• Projekt: CS Buško blato
• Maschinentyp: SV-4000
• Bauart: CATRONIC - seilbetrieben
• Hersteller: MUHR
• Gesamtgewicht: 23 t
• Reinigungsbreite: 2.500 mm
• Windenleistung: 4.000 kg
• Greifarm: ja
Erhöhung d. Reinigungsleistung: ca. 125 %
Betriebsarten: manuell, halb-automatisch, vollautomatisch und per Fernbedienung
• Inbetriebnahme: Winter 25/26
Programmierern für die Steuerungsintegration. Diese breite technische Kompetenz war ein wesentlicher Faktor bei der Auswahl des Lieferanten. Für die Firma MUHR stellt das herausfordernde Projekt am Balkan ein weiteres erfolgreiches Referenzprojekt auf der langen internationalen Visitenkarte des Unternehmens dar. Und für die Fassung Buško blato kann mit der neuen Rechenreinigungsmaschine eine neue moderne Ära der Wasserkraftnutzung beginnen.
NACHRÜSTUNG MODERNER ELEKTRISCHER STELLANTRIEBE
AUMA Experten unterstützen bei der Nachrüstung von modernen, effizienten elektrischen Antriebslösungen in Wasserkraftwerken und an Wehren.
Unter dem Motto „Fit für die digitale Zukunft“ hat Stellantriebshersteller AUMA seine Serviceangebote rund um das Thema Modernisierung und Sanierung verstärkt. AUMA Experten unterstützen bei der Nachrüstung moderner elektrischer Stellantriebe in bestehenden Wasserkraftwerken und helfen so, die Betriebssicherheit zu erhöhen, Prozesse effizient zu gestalten und Betriebskosten zu senken.
Veränderte Anforderungen und die zunehmende Digitalisierung wecken heute bei vielen Kraftwerksbetreibern den Wunsch nach smarten elektrischen Stellantrieben, die für eine effiziente und zuverlässige Automatisierung sorgen und die sich einfach vernetzen lassen. AUMA bietet ein breites Produktportfolio für unterschiedlichste Anforderungen: Kleine, smarte PROFOX Stellantriebe beispielsweise sorgen dank
AUMA Stellantriebe in Kombination mit Hubzylindern bieten eine effiziente, wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative zur Ölhydraulik.
ihrer hervorragenden Positioniergenauigkeit für höchste Präzision bei der Turbinenregelung und tragen dazu bei, ein Maximum an Leistung aus einem Kraftwerk herauszuholen. Für Wehre oder Einlaufbauwerke bieten robuste Elektrohubzylinder eine leistungsstarke, wartungsarme und umweltfreundliche Alternative zur Ölhydraulik. Auch bei bisher handbetätigten Absperrorganen lassen sich elektrische Stellantriebe einfach nachrüsten.
Smarte Technik bietet umfangreiche Möglichkeiten
Dank integrierter Intelligenz und umfangreicher Betriebsdatenerfassung bieten die smarten Stellantriebslösungen von AUMA vielfältige Möglichkeiten zur Geräteüberwachung, datenbasierter Diagnose und präventiver Instandhaltung. Auch die Integration in ein Leitsystem gestaltet sich einfach. Es stehen Schnittstellen für alle gängigen Systeme zur Verfügung, von der parallelen Signalübertragung über Feldbus bis hin zu Industrial Ethernet wie Profinet und Modbus TCP.
Für Planer und Kraftwerksbetreiber bietet AUMA umfangreiche Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von Modernisierungsprojekten. Im gesamten DACH Raum unterstützen erfahrene AUMA Experten bei der Entwicklung von maßgeschneiderten Automatisierungskonzepten. Sie sorgen für eine reibungslose Projektabwicklung in allen Phasen des Projekts, von der detaillierten Analyse der Anforderungen über die Auswahl und Auslegung der passenden Stellantriebe aus dem umfangreichen Produktportfolio bis hin zur Installation und Inbetriebnahme durch qualifizierte AUMA Servicetechniker.
Weitere Informationen auf www.auma.com
Im Winter 2023/24 wurden die Generatoren (Baujahr 1908/1925/1972) modernisiert, indem sie auf bürstenlose Erregung umgebaut wurden.
LINZER BRANCHEN-PROFIS MODERNISIEREN GENERATORENOLDTIMER IN ÖSTERREICHISCHEM KRAFTWERKSJUWEL
Dem gesamten Erscheinungsbild des vielleicht schönsten österreichischen Wasserkraftwerks entsprechend beeindruckte bis zuletzt auch die Optik der historischen Generatortechnik. Doch über ein Manko konnte die Maschinenästhetik der vier installierten Generatoren im Jugendstil-Kraftwerk Steyrdurchbruch nicht hinwegtäuschen: Ihre Erregung erfolgte immer noch über Kohlebürsten – ein Umstand, der unweigerlich zu einer fortschreitenden Verschmutzung in der Maschine und ohne aufwändige Wartung letztlich zu einem Wicklungsschaden führt. Daher beauftragte die Energie AG als Betreiberin des Kraftwerks den Linzer Branchenspezialisten R. Riegler mit dem Umbau der über 100 Jahre alten Maschinen auf Bürstenlos. Mit Erfolg: Nach sechs Monaten Umbauzeit konnte das modernisierte Generatoren-Quartett wieder den Regelbetrieb aufnehmen.
Kohlebürsten in den Erregersystemen von Generatoren gehören im Grunde der Vergangenheit an. Die Wasserkraft-Generatoren der Neuzeit arbeiten in der Regel mit einer bürstenlosen Erregermaschine, wobei die Erregerenergie über mitrotierende Siliziumdioden direkt in das Polrad eingeleitet wird. Diese Bauweise bringt nur Vorteile für den Betrieb mit sich, da der Wartungsaufwand minimiert und die Betriebssicherheit maximiert wird. Neben der modernen bürstenlosen Variante findet man heute Generatoren mit statischer Erregung, bei denen die Erregerenergie über Kohlebürsten und Schleifringe ins Polrad des Generators geführt wird. Zusätzlich existieren noch zahlreiche alte Generatoren mit Gleichstromerregermaschinen. Bei diesem Bautyp wird die Erregerenergie über Kohlebürsten am Kollektor abgenommen und über weitere Kohlebürsten und Schleifringe ins Polrad eingebracht. Beide Maschinenvarianten haben den gravierenden Nachteil, dass durch den Verschleiß der eingesetzten Kohlebürsten feiner Kohlestaub in der Maschine anfällt – der mittel- bis langfristig zum Problem für den Generator wird.
Isolationswiderstände sinken mit Verschmutzungsgrad Kupfer, Eisen, Isolationsmaterial: In einem Generator treffen unterschiedliche Materialien aufeinander, die unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten aufweisen. Das bedeutet, dass es durch Temperaturschwankungen (z.B. wegen schwanken-
der Leistung, Außentemperatur, Start – Stop Betrieb) zu Relativbewegungen zwischen den Materialien kommt, die letztlich zu feinen Rissen in der Isolation führen. Wenn sich nun der Kohlestaub – der eine hohe elektrische Leitfähigkeit besitzt – in diesen Rissen ablagert, sinken die Isolationswiderstände der Wicklungen. Damit steigt das Schadensrisiko, und im Extremfall steht am Ende dieses Verlaufs der Wicklungsschaden. Wenn bei diesem Schaden elektrische Lichtbögen auftreten, kann sogar ein Maschinenbrand entstehen. „Dem kann im Prinzip nur mit regelmäßiger Reinigung und zustandsverbessernden Maßnahmen, wie etwa dem Nachimprägnieren von Wicklungen mit Kunstharz – damit sich die Isolationsrisse wieder schließen und ein neuer Abnutzungsvorrat entsteht–, begegnet werden. Das bedeutet einen großen Aufwand. Bei einer bürstenlosen Maschine fallen derartige leitfähige und somit potenziell gefährliche Verschmutzungen gar nicht erst an. Damit werden erheblich längere Wartungsintervalle möglich“, erklärt dazu DI Ernst Jessl, ein erfahrener Fachmann in Sachen Generatoren, der seit Jahrzehnten für den Linzer Branchenspezialisten R. Riegler tätig ist. Kaum ein anderes Unternehmen in Österreich gilt als derart hochqualifiziert, wenn es um die Wartung, Servicierung oder die Reparatur von Wasserkraftgeneratoren geht, oder wenn ein Umbau auf ein bürstenloses Erregersystem geplant ist – wie zuletzt im österreichweit bekannten Traditionskraftwerk Steyrdurchbruch.
Die alte Gleichstromerreger-Maschinenwicklung wurde beibehalten.
Die Energie AG Oberösterreich als Betreiberin hatte das Problem mit dem Kohlestaub schon länger erkannt – nun war es an der Zeit, diesem effektiv zu begegnen. Die Firma R. Riegler sollte sich dafür als perfekter Partner herausstellen.
Gleichstromwicklung bleibt bei Umbau erhalten Konkret ging das Team um Ernst Jessl daran, die drei baugleichen Siemens Schuckert Generatoren – alle über 100 Jahre alt – sowie den vierten, etwas moderneren Generator von ELIN auf ein bürstenloses Erregersystem umzurüsten. Das Quartett war bislang jeweils mit einer Gleichstromerregermaschine und den dazugehörigen Kohlebürsten und Schleifringen ausgestattet. Nun galt es, den Umbau so zu bewerkstelligen, dass unter Beibehaltung der Gleichstromerreger-Maschinenwicklung der integrierte Aufbau eines rotierenden Diodengleichrichters umgesetzt wird. Grob umrissen: Der mechanische Gleichrichter, also der Kollektor, wird durch mitrotierende Dioden ersetzt. Ernst Jessl: „Bei Gleichstromerregermaschinen zapfen wir im Grunde die Gleichstromwicklung an den passenden Stellen an und realisieren auf diese Art den Umbau auf Bürstenlos. Grundsätzlich könnte man auch die Erregermaschine neu wickeln und sie damit auf Drehstrom umstellen, aber wenn man die intakte Rotorwicklung einer Gleichstromerregermaschine weiterverwendet, stellt das die weitaus günstigere Option ohne technische Abstriche dar. Daher haben wir die Generatoren im Kraftwerk Steyrdurchbruch auch auf diese Weise optimiert.“
Verbindung von Gleichrichter-Ausgang und Polradwicklung Grundsätzlich stellt das vorhandene Raumangebot bei alten Bestandsgeneratoren kein Hindernis für den Einbau der mitrotierenden Dioden in das Polrad dar. Für die Branchenspezialisten von R. Riegler ist das überhaupt kein Thema. „Der dafür benötigte Raumbedarf ist sehr gering. Wir haben dafür unterschiedliche bauliche Varianten entwickelt, die je nach Aufbau der Erregermaschine zum Einsatz kommen“, so Jessl. Entscheidend ist für den Umbau vielmehr, dass es möglich sein muss, den Ausgang des rotierenden Gleichrichters mit der Polradwicklung zu verbinden. Zu diesem Zweck ist es manchmal unumgänglich, die Generatorwelle vor Ort zu durchbohren, um mit der Erregerleitung durch das Lager bis zur Polradwicklung zu gelangen. So wurde es letztlich auch bei den Generatoren im Traditionskraftwerk Steyrdurchbruch gemacht, wobei dies im Übrigen die größte technische Herausforderung für das äußerst erfahrene Team von R. Riegler darstellte.
Abgerundet wurde der Umbau durch den Einbau neuer, moderner Spannungs- und cos-Phi-Regler. Darüber hinaus konnte der Regler an das Kraftwerksleitsystem angebunden werden. Eine Zusatzoption, die im Zuge von Bürstenlos-Umbauten durchaus gerne in Anspruch genommen wird, wie Jessl betont. Er verweist auch darauf, dass man bei R. Riegler Generatoren mit statischer Erregung ebenfalls auf Bürstenlos umbauen kann. Derartige Typen verfügen zwar nicht über eine Erregermaschine, aber es ist möglich, dafür eine neue Erregermaschine elektrisch und mechanisch auszulegen und zu fertigen. Auf diese Weise wird auch ein Generator mit statischer Erregung
Kraftwerk Steyrdurchbruch
Das Kraftwerk Steyrdurchbruch in der oberösterreichischen Gemeinde Molln ist ein seit 1908 bestehendes Laufkraftwerk an der Steyr. Die Jugendstil-Architektur und die Kraftwerkstechnik von Anfang des 20. Jahrhunderts sind weitgehend erhalten. Mit zwei Maschinensätzen zu je 700 kW war das Kraftwerk zur Zeit seiner Inbetriebnahme eines der leistungsstärksten. 1922 lieferte es nicht nur Strom für das Kirchdorfer Zementwerk und die umliegende Gemeinden, sondern sogar für die Linzer Straßenbahn. In den Jahren 1936/37 verlandete der Stauraum zusehends, was einen Umbau der Wehranlage erforderlich machte. Seit 1972 ergänzt eine Kaplanturbine mit einer Leistung von 1,605 MW in einer Kaverne neben dem alten Krafthaus die drei alten Francisturbinen mit insgesamt 2,430 Megawatt. Seit 1979/80 läuft das Kraftwerk im automatischen Betrieb. Es ist ein oberösterreichisches Industriedenkmal, 2008 erhielt die Energie AG für die Sanierung und Erhaltung den Denkmalpflegepreis des Landes Oberösterreich. Die Schalttafel und die Generatoren mit sichtbaren Wicklungen stammen aus dem Jahr 1908 und die drei Francisturbinen aus den Jahren 1908 und 1925. Das Wasser gelangt durch einen Oberwasserkanal über den Feinrechen und stürzt dann 13,6 m auf die Turbinenschaufeln. Da die Steyr zur Zeit der Erbauung noch der Holztrift diente, ist die 13,6 m hohe und 43 m lange Wehranlage mit einer Triftrutsche ausgestattet. Das Kraftwerk wird von der Energie AG Oberösterreich betrieben und produziert jährlich 20 Millionen Kilowattstunden grünen Strom.
Unterwasseransicht des Jugendstil-Kraftwerks Steyrdurchbruch in Molln
bürstenlos gemacht. Bei R. Riegler verweist man auf sehr gute Erfahrungen, die man diesbezüglich gesammelt habe.
Umbau-Kosten machen sich bezahlt
Gerade einmal sechs Monate nahm der komplette Umbau auf Bürstenlos aller vier Generatoren im Kraftwerk Steyrdurchbruch in Anspruch. Je nach Maschinengröße kalkuliert man bei R. Riegler in der Regel mit einer Dauer von 1 bis 3 Monaten für eine derartige Modifizierung. Die Investition und die damit verbundene Stillstandszeit rechnen sich zweifellos – davon sind die Linzer Branchenspezialisten überzeugt. Die Kosten für den Umbau auf Bürstenlos liegen dabei in der Größenordnung einer Komplettrevision (das sind etwa 10 bis 20 Prozent der Kosten für eine neue Maschine). „Die Generatoren in Steyrdurchbruch wurden für eine niedrige Nenndrehzahl ausgelegt. Dieser Kennwert einer rotierenden Maschine bedeutet immer wenig Verschleiß und lange Lebensdauer. Die aktuelle Standardlösung – also ein schnelllaufender Generator mit Getriebe – wäre technisch gesehen im Vergleich dazu ein Rückschritt“, erklärt Ernst Jessl. Er verweist darauf, dass generell noch sehr viele alte Generatoren im Einsatz sind. Diese Maschinen sind meist langsam laufend und mit sehr vielen Reserven ausgelegt, sodass sie thermisch nicht voll ausgelastet werden. „Ein derartiger Qualitätslevel wird von den heute angebotenen Maschinen in der Regel nicht mehr erreicht bzw. von den Kunden auch nicht mehr bezahlt. Es gibt viele Generatoren, die seit über 100 Jahren in Betrieb sind. Ich halte es für
unwahrscheinlich, dass derart lange Laufzeiten mit aktuell gefertigten Generatoren erreicht werden können“, so Jessl.
Dauerhafter Kraftwerksbetrieb stabilisiert Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Umbau bestehender, langsam laufender Generatoren auf ein bürstenloses Erregersystem in Kombination mit Revision, Zustandsverbesserung und AVR-Nachrüstung eine technisch wie wirtschaftlich äußerst sinnvolle Investition darstellt. Anstatt bewährte Maschinen durch moderne, schnelldrehende Generatoren mit Getriebe zu ersetzen – was einem klaren technischen Downgrade gleichkommt – wird die vorhandene Substanz nachhaltig aufgewertet. Insbesondere der Bürstenlosumbau überzeugt durch den Wegfall verschleißanfälliger Komponenten, deutlich reduzierte Wartungs- und Kontrollaufwände sowie ein erheblich geringeres Schadensrisiko durch Verschmutzung. Die Verwendung robuster, standardisierter Industriebauteile wie Siliziumdioden und Überspannungsableiter gewährleistet zudem langfristige Verfügbarkeit und Versorgungssicherheit. Insgesamt entsteht so ein zuverlässiges, wartungsarmes und zukunftssicheres Erregersystem, das den Betrieb alter Generatoren dauerhaft stabilisiert und ihren technischen Wert nachhaltig steigert.
R. Riegler Elektromaschinenbau GmbH
Wenn es um die Wartung, Servicierung oder die Reparatur von Wasserkraftgeneratoren geht, ist man bei der oberösterreichischen R. Riegler Elektromaschinenbau GmbH an der richtigen Adresse. Das in Linz ansässige Traditionsunternehmen setzt seit über 60 Jahren auf persönliche Beratung und individuelle Betreuung. Dabei bilden motivierte Mitarbeiter, die oft von der Lehre bis zur Pensionierung im Unternehmen bleiben, das Rückgrat des Unternehmens. Der Unternehmenserfolg der Branchenspezialisten spiegelt sich in der Zufriedenheit von mehr als 3.500 Kunden in Österreich wider. Die R. Riegler Elektromaschinenbau GmbH zählt zu den letzten privaten Unternehmen dieser Größenordnung, sie genießt durch die Qualität ihrer Arbeit einen hervorragenden Ruf. Die Strategie des Unternehmens basiert auf Diversifikation statt Konzentration, wodurch es möglich ist, fast alle nötigen Arbeiten im eigenen Werk in Linz durchzuführen. Das Leistungsspektrum von R. Riegler umfasst im Wesentlichen Reparaturen von Elektromaschinen aller Arten, Sonderanfertigungen, Regel- und Leistungselektronikreparaturen, Ersatzmaschinen, technische Auskünfte, vor Ort Einsatz beim Kunden, schnelle Reaktion durch direkte Wege und kompetente Mitarbeiter.
Das Kraftwerk Steyrdurchbruch stammt aus 1908. Zur Zeit seiner Inbetriebnahme war es eines der leistungsstärksten Kraftwerke im Land.
Generator aus 1908 nach dem Umbau auf bürstenlose Erregung
Altbestand mit Gleichstromerregermaschine vor dem Umbau
Im Herbst 2025 wurde der Grundablass der Staumauer Punt dal Gall mithilfe eines speziellen Tauchbaggers erfolgreich von Sedimenten befreit.
LÖSUNG FÜR MASSIVES SEDIMENTPROBLEM AN PUNT
DAL GALL DANK TECHNISCHER MEISTERLEISTUNG
Seit neun Jahren hatten sich beträchtliche Mengen an Sedimenten vor dem Grundablass der Staumauer Punt dal Gall im schweizerisch-italienischen Grenzgebiet abgelagert. Um die Funktionstüchtigkeit des Grundablasses wiederherzustellen, setzten die Betreiber der Engadiner Kraftwerke (EKW) auf eine innovative technische Lösung: den tauchfähigen Saugbagger der Firma Watertracks. Mit diesem System gelang es im vergangenen Herbst, den Grundablass in 100 m Tiefe freizulegen und die Sedimente vorschriftsgemäß an vordefinierte Stellen des Sees zu deponieren. Eine technische Meisterleistung, die in dieser Art und Weise auf dem europäischen Kontinent bislang einzigartig ist.
Es waren schwarze Tage für den Schweizer Nationalpark im Grenzgebiet zu Italien und zugleich für die Wasserkraft in den Alpen, als im Herbst 2016 im Rahmen einer Sanierungstätigkeit an der Staumauer Punt dal Gall die als giftig eingestufte Chemikalie PCB freigesetzt und in hoher Konzentration in die Spöl gelangt war. PCB – polychlorierte Biphenyle – sind aufgrund ihrer toxikologischen und krebserregenden Eigenschaften in der Schweiz seit 1986 verboten, in Österreich seit
Der bis zu 100 m Tiefe tauchfähige Saugbagger von Watertracks
1993. Auslöser war nach übereinstimmenden Angaben das Abschleifen des bestehenden Korrosionsschutzes in den Grundablassrohren. Der PCB-Staub sollte in der Folge den Fluss Spöl, der mitten durch den traditionsreichen Nationalpark fließt, ökologisch schwer in Mitleidenschaft ziehen. Die Nationalparksleitung sprach offiziell von einer „gravierenden Verseuchung“ des Gewässers durch PCB. Parallel zu den Fragen der juristischen Verantwortung drängten sich für die Betreiber der EKW auch jene auf, die direkt mit dem Betrieb der Staumauer zu tun hatten. Denn: Seit dem Unfall 2016 durften die Sedimente nicht mehr über den Grundablass abgeführt werden. Das heißt, dass die Schleuse seit damals nicht mehr geöffnet wurde.
Grundablass muss funktionsfähig sein
„Bis zum PCB-Unfall 2016 haben wir die Sedimente in regelmäßigen Abständen, in der Regel einmal im Jahr, über den Grundablass abgeführt. Das hat man in Form eines künstlichen Hochwassers gemacht. Auf dieses Weise haben wir sicherstellen können, dass es zu keiner Verlandung durch die Sedimente am Grundablass kommt. Danach war das aber nicht mehr möglich. Und so haben sich über die Jahre die Sedimente abgelagert“, erklärt Giacum Krüger, Direktor der Engadiner Kraftwerke AG in einem Interview mit der Nachrichtenplattform Rondo News. Ziel sei es nun gewesen, diese Sedimente maschinell zu
Schrittweise wurden 3D-Modelle der Unterwassersituation erstellt
entfernen. Schließlich ist es der EKW auch per Gesetz vorgeschrieben, die Funktionsfähigkeit des Grundablasses vollumfänglich zu gewährleisten. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Stausee bei Gefahr – etwa bei Hochwasser – abgelassen werden kann. Und dabei setzten die Verantwortlichen von EKW nun auf eine neuartige Technologie, bei der auch der Seepegel nicht künstlich abgesenkt werden muss. Konkret kam ein von der Firma Watertracks speziell entwickelter Unterwasserbagger zum Einsatz, der auch bei den enormen Druckverhältnissen in 100 m Tiefe effektiv arbeiten kann.
Aufwändige Generierung eines 3D-Modells Am 6. Oktober letzten Jahres war es soweit. Es konnten die Arbeiten beginnen, wobei zu Beginn im Vordergrund stand, den Spezialbagger exakt an den Zielort zu bringen. „Für diesen Einsatzzweck haben wir ein eigenes Hebesystem entwickelt, um den Bagger genau über dem Grundablassventil abzusenken und dies so, dass ein eventueller Reibekontakt am Bauch der Staumauer ausgeschlossen werden konnte. Zudem musste das Risiko einer Kollision zwischen dem Tauchbagger und dem Einlaufsieb, das sich an der Rückhaltewand unter dem Bauch der Staumauer in einer Tiefe zwischen 82 m und 95 m befindet, eliminiert werden. Aufgrund dieser speziellen Positionierung war das Einlaufsieb von der Oberfläche aus mit dem Sonar nicht erkennbar“, erzählt Kevin LeGrand von Watertracks. Daher galt es auch, im Vorfeld die geometrische Position der Grundablassöffnung zu überprüfen. Daher wurde einerseits ein 3D-Modell aus bestehenden Plänen
Watertracks bietet Technik und Know-how im Sedimentmanagement.
von der exakten Ausformung der Dammmauer am Computer und eines von der Grundablassöffnung erzeugt – und andererseits wurden die bathymetrischen Daten erhoben, um auch vom Seegrund selbst ein 3D-Modell zu generieren. Kevin LeGrand: „Auf diese Weise konnte unser Team präzise Koordinaten gewinnen und damit einen ‚virtuellen Rohrraum‘ vom Seeufer bis zum Grund definieren. Damit wurde ein sicheres Absetzen des Tauchbaggers auf den Seegrund gewährleistet, ohne dass wir direkte Sicht darauf hatten.“
Umfangreiche Vorarbeiten vor Tauchgang
Alleine die dreidimensionale Rekonstruktion des betroffenen Raums stellte an sich eine große technische Herausforderung dar. Dem sollte das Kranhubmanöver in der Praxis danach um nichts nachstehen. Es galt dabei, einige Punkte zu berücksichtigen. So wurde etwa der Auftrieb des Tauchbaggers im Wasser genutzt, um die Belastung am Kranhaken effektiv zu reduzieren – was eine größere Ausladung des Kranarms ermöglichte. Für den Hebevorgang musste in der Folge die gesamte Ausladung des Kransystems genutzt werden, um den Tauchbagger sicher an seinem Arbeitspunkt in exakt 97 m Tiefe abzusetzen. „Das ganze Manöver erforderte eine sorgfältige Vorbereitung, einen präzisen Manövrierplan, eine exzellente Koordination zwischen den mehrsprachigen Teams in Französisch und Deutsch sowie ein hohes Maß an Erfahrung, Ruhe und technischem Vermögen“, fasst Kevin LeGrand zusammen. Das 3D-Modell, das vom Team von Watertracks zuvor erstellt worden war, wurde in weiterer Folge mit den Daten und So-
Modernste Steuerungstechnik für den präzisen Einsatz der Maschine
Mithilfe der Sonarbilder, die der Tauchbagger beim Eintauchen und Aufsetzen lieferte, konnte das 3D-Modell des Arbeitsbereichs in der Tiefe weiter verfeinert und optimiert werden.
narbildern vom Absenken und Aufsetzen des Tauchbaggers ergänzt und optimiert. Auf diese Weise wurde die Voraussetzung geschaffen, dass sich die Unterwassermaschine sicher und effizient bewegen und arbeiten konnte. Der Tauchbagger konnte mit der Pumpoperation beginnen, gesteuert wurde er von einem Container auf der Wehrkrone aus.
Förderleitung im See als technische Herausforderung Sämtliches Material, das der Bagger nun am Grundablass abräumte, wurde danach an vordefinierten Stellen am Seegrund in etwa 80 m Tiefe abgelagert. Der Einbau der dafür erforderlichen Förderleitung sollte sich dabei ebenfalls als heikel und als technisch schwierig umsetzbar herausstellen. Auf der einen Seite war man gezwungen, jegliche Oberflächentrübung zu vermeiden und auf der anderen Seite die Sedimentausbreitung bestmöglich zu verhindern. „Von der Auslassvorrichtung am Ufer bis zum genauen Einleitpunkt im See musste die Förderleitung in einem vorgegebenen, schrägen
Die vom Bagger entfernten Sedimente wurden behutsam an zuvor definierten Stellen im Stausee in etwa 80 m Tiefe abgelagert.
Für ein sicheres Absenken des Baggers wurde die maximale Kranauslegung genutzt.
Winkel durch das Wasser installiert werden. Dafür mussten die exakte Zahl an Bojen und präzise Seillängen für die Aufhängungen berechnet werden – um einerseits die optimale Neigung und anderseits eine stabile Verankerung der Rückleitung wenige Meter über dem Seegrund zu gewährleisten“, geht Kevin LeGrand ins Detail und verweist auf das Team aus Spezialisten, das dabei involviert war. Erfahrene Experten, die umfangreiche Kenntnisse in der Verlegung von See-Förderleitungen mitbrachten, wurden zudem von einem Team aus Industrietauchern unterstützt, die Erfahrung mit Tieftauchgängen in alpinen Seen vorweisen konnten. Außerdem wurden sie um weitere Fachleute ergänzt, die die wissenschaftliche Überwachung der Umweltauflagen übernahmen. Grundsätzlich umfassten die Vorgaben, dass erstens gewisse Trübungswerte in der Spöl nicht überschritten werden durften, dass zweitens eine Überwachung der Oberflächenklarheit im Stausee im Bereich der Einleit- und der Pumpstellen zu erfolgen hatte, dass drittens die Sedimentzusammensetzung sowie der
Die Förderleitung im See musste parallel zur Neigung im Seegrund in etwa 80 m Tiefe verlegt werden – eine technische Herausforderung.
Abflussrohr
November 2025 wurden die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen.
Sedimentanteil pro Liter gepumpter Flüssigkeit geprüft werden musste und dass viertens die Kontrolle der Qualität der Verankerungen der Förderleitungen sichergestellt sein musste. Entscheidend war, dass das Team von Watertracks jederzeit in der Lage war, bei einem Problemfall eingreifen zu können.
Nach neun Jahren ist Regelbetrieb wiederhergestellt Mithilfe der Sonarbilder und den Daten aus den Plänen gelang es, eine umfassende und transparente Dokumentation der Unterwasserarbeiten zu erstellen. Und mehr als das: Die gewonnenen Daten ermöglichten den Verantwortlichen eine exakte Interpretation der durchgeführten Arbeiten – und dienen letztlich auch als Nachweis für die wiedererlangte Funktionstüchtigkeit des Grundablasses. Mitte November, nach rund fünf Wochen Arbeitszeit, konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Mit der Freilegung der Grundablass-
öffnung ist heute, neun Jahre nach dem PCB-Unfall, an der Staumauer Punt dal Gall wieder ein geregelter Kraftwerksbetrieb möglich, und den behördlichen Vorgaben wurde umfänglich Rechnung getragen. So sieht es auch EKW-Chef Giacum Krüger: „Für uns stellt das einen wichtigen Schritt dar, um den PCB-Unfall abzuschließen und mit dem Staudamm wieder in den Normalbetrieb überzugehen.“
Das Verfahren, das dabei zum Einsatz kam, stellt eine technische Neuheit und auf dem europäischen Kontinent einzigartige Technik dar, um sedimentbedingte Probleme in alpinen Stauanlagen mit nahezu „chirurgischer“ Präzision zu lösen. Wie der Einsatz in der Stauanlage im Schweizer Nationalpark zeigt, handelt es sich um eine ausgereifte Technologie, die keinerlei Beeinträchtigung der Wasserstandsdynamiken nach sich zieht. Watertracks hat sich damit als qualifizierter Spezialist in Sachen Sedimentabräumung im alpinen Raum etabliert.
Verlegung der Förderleitung im Stausee
Im
Der Modifizierte Denilpass (eco²-Fischpass) im Einsatz bei einem Flusskraftwerk in Oberösterreich an der Steyr.
DER ECO²-FISCHPASS: BREITE EINSATZMÖGLICHKEIT
EINER
KOSTENSPARENDEN INNOVATION AM STAND DER TECHNIK
Der Modifizierte Denilpass (eco²-Fischpass) ist eine Weiterentwicklung des Standard-Denilpasses – seit jeher eine der kostengünstigsten Fischwanderhilfen –, welche an der TU Graz in mehrjähriger Entwicklung vorgenommen wurde. Dabei bestand die Zielsetzung darin, eine schnell zu errichtende, kostengünstige, einfach einzubauende, platz- und wassersparende Fischaufstiegshilfe zu entwickeln, welche auch in der Praxis durch den einfachen Betrieb und den deutlich reduzierten Wartungsaufwand besticht und dabei die ökologische Funktionalität vollumfänglich erfüllt. Nebenbei generiert sie durch den stark reduzierten Betonbau auch positive Auswirkungen auf die Umwelt. Entgegen dem ursprünglichen Standard-Denilpass erfüllt diese Fischaufstiegshilfe die gegenwärtigen ökologischen Anforderungen hinsichtlich der Fischpassierbarkeit.
Für die Fischaufstiegshilfe gibt es je nach Bemessungsfisch fünf Baugrößen wobei die Breite des Fischpasses von 25 bis 60 cm reicht. Der für die Fischpassierbarkeit maßgebende Lamellenausschnitt beträgt dabei 15 cm (für Fischlängen ≤ 40 cm) bis 36 cm (für Fischlängen ≤ 100 cm). Als Bemessungskriterium ist dabei die 3-fache Fischbreite (fb) für den Lamellenausschnitt (ba) heranzuziehen.
eco²-Fischpass vereint viele Vorteile
Der Vorteil gegenüber konventionellen Fischaufstiegshilfen liegt neben der Kostenersparnis und dem geringeren Platzbedarf vor allem in der geringen Dotation. So kann diese Fischwanderhilfe bereits ab einer Dotation von 20 l/s betrieben werden und liefert damit noch nie dagewesene Möglichkeiten,
Eindruck vom Strömungsbild eines eco²Fischpasses bei geöffnetem Gitterrost Bemessungsparameter für die Bautypenwahl
Kleinwasserkraftanlage am Thayabach in Kärnten
welche vor allem an kleinen Bächen äußerst vorteilhaft für den Betrieb von Wasserkraftanlagen sind. Entgegen automatisierten Systemen benötigt der Fischpass keinerlei Steuerungselemente und schadensanfällige Baukomponenten wodurch die Attraktivität dieser Fischwanderhilfe zusätzlich steigt. Die Wartung erfolgt durch einfache Spülvorgänge welche durch das Entfernen der ziehbaren Lamellen ermöglicht wer-
den. Damit kann die Fischaufstiegshilfe in wenigen Minuten gereinigt und wieder in Betrieb genommen werden.
An über 30 Standorten im Einsatz Der Modifizierte Denilpass wurde bislang an 33 Standorten errichtet, wobei der Einsatzbereich von bestehenden Sohlstufen über Wasserfassungen im Hochgebirge bis hin zu Wehranlagen an Tieflandflüssen reicht. Derzeit sind
Kleinwasserkraftwerk am Mühlbach
über 50 Projekte in Planung bzw. Bewilligung. Aufgrund der kompakten Bauweise wurden zuletzt vermehrt Projekte an Anlagen mit Wasserfassungen in Form eines Tirolerwehres umgesetzt, wo der Fischpass eine Optimallösung darstellt. Da der Fischpass mit einer klappbaren Gitterrostabdeckung geliefert wird, sind negative Einflüsse durch Geschiebeeintrag etc. hier ausgeschlossen. Vor allem die Tatsache, dass andere Fischauf-
An dieser Wehranlage für Beschneiungszwecke am Kirchheimerbach wandern die Fische ebenfalls durch einen modifizierten Denilpass ins Oberwasser.
stiegshilfen erst ab einer Dotation von 80 l/s eingesetzt werden können, liefert bei Anlagen an kleinen Gewässern, wo die Basisdotation der Restwasserstrecke deutlich unter dieser Dotation liegt, enorme wirtschaftliche Vorteile. Die Vorteile dieser Technologie fanden
neben dem Einsatz an Wasserkraftanlagen auch für die Wiederherstellung der Durchgängigkeit an einer Wehranlage für Bescheihungszwecke am Kirchheimerbach oder an einer bestehenden Sohlstufe am Stainzbach Anwendung. Im Rahmen dieses Beitrags werden
unterschiedliche Anordnungsvarianten des Fischpasses an verschiedenen Gewässern dargestellt.
Weit ausgereiftes System Aufgrund der zahlreichen errichteten Anlagen und den damit in Verbindung stehenden biologischen Monitorings entspricht der Fischpass in vielen Fischregionen bereits dem Stand der Technik. Da gegenwärtig in Österreich die Sanierungsverordnungen in den Bundesländern wirksam sind, in welchen die Wasserkraftbetreiber aufgefordert werden, die Fischpassierbarkeit herzustellen, wird mit dem eco²-Fischpass eine Möglichkeit geboten, diese Anforderungen möglichst sparsam, ökologisch effizient und bewilligungsfähig durchzuführen. Für die Planung der FAH werden vom Hersteller fertige CAD-Dateien für Grundriss und Längenschnitt bereitgestellt, die Bemessungsgrundlagen sind im 1. Beiblatt zum FAH-Leitfaden (Modifizierter Denilpass) auf der Seite des Bundesministeriums (BMLUK) verfügbar. Somit sind auch sämtliche Hürden für die Planung der Fischaufstiegshilfe ausgeräumt und das System kann von jedem Ingenieurbüro einfach durchgeführt werden.
Feste Wehrschwelle am Stainzbach in der Steiermark mit einem eco²-Fischpass
DIVE-Techniker bei der Installation der im Werk vormontierten und geprüften DIVE-Turbinen-Generatoreinheit. Unter diesen Voraussetzungen werden Montagezeiten der fischfreundlichen Turbinen auf ein Minimum reduziert.
ERSTES GEMEINSAMES PROJEKT VON DIVETURBINEN UND NATEL IN FRANKREICH
Die Wasserkraft spielt eine zentrale Rolle bei der Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen. Gleichzeitig wächst der Anspruch, bestehende und neue Anlagen so zu gestalten, dass sie den ökologischen Anforderungen moderner Gewässerbewirtschaftung gerecht werden. Insbesondere die sichere Fischpassage stromabwärts stellt nach wie vor eine der größten Herausforderungen im Wasserkraftsektor dar. Während für den Fischaufstieg heute zahlreiche technische Lösungen etabliert sind, rückt die Passage durch die Turbine zunehmend in den Fokus von Behörden, Betreibern und Herstellern.
Die DIVE-Turbinen GmbH & Co. KG beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie sich Wasserkraft effizient und zugleich ökologisch verantwortungsvoll nutzen lässt. In der Kooperation mit dem US-amerikanischen Wasserkraftinnovator Natel werden diese Bestrebungen gezielt weiterentwickelt. In einem ersten gemeinsamen Projekt in Frankreich wird dieses Konzept in der Praxis umgesetzt. Die Installation der Anlage ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Wasserkraft zwischen Klimaschutz und Biodiversität
Die Herausforderungen des Klimawandels machen einen zügigen Ausbau erneuerbarer Energien erforderlich. Gleichzeitig gewann der Schutz der biologischen Vielfalt deutlich an Bedeutung. Für die Wasserkraft bedeutet dies, dass sie ihren Beitrag zur CO2-freien Stromerzeugung leisten muss, ohne Flussökosysteme dauerhaft zu beeinträchtigen. Querbauwerke und Turbinen können Wanderbewegungen von Fischen behindern und insbesondere bei der Turbinenpassage zu Verletzungen oder Mortalität führen. Die Entwicklung fischfreundlicher Turbinentechnik ist daher ein entscheidender Baustein, um bestehende Anlagen langfristig genehmigungsfähig zu halten und neue Projekte umweltverträglich umzusetzen.
Bewährte Turbinentechnologie von DIVE DIVE-Turbinen GmbH & Co. KG verfügt über eine fundierte Erfolgsbilanz als Hersteller kompakter, effizienter und robuster Wasserkraftturbinen. Seit 2006 wurden weltweit zahlreiche Anlagen installiert, die heute einen wesentlichen Beitrag zur klimafreundlichen Stromerzeugung leisten. Ein zentrales Merk-
Hier im Bild das vorläufige Natel-FishSafeTM Laufraddesign der ersten DIVE-Natel-Turbine für das gemeinsame Projekt in Frankreich.
Neue Kooperation gegen die Fischmortalität. Hier der Besuch der Protagonisten beim DIVE-Kraftwerk am Tegernsee in Deutschland.
mal der DIVE-Technologie ist der getriebelose Direktantrieb mit Permanentmagnetgenerator. Durch den Verzicht auf ein Getriebe wird die mechanische Komplexität der Anlage deutlich reduziert. In Kombination mit dem von DIVE entwickelten Dichtungs- und Lagerkonzept ermöglicht dies einen langlebigen, zuverlässigen und weitgehend wartungsfreien Betrieb. Wartungsarbeiten beschränken sich auf wenige, langfristige Intervalle, was die Betriebskosten signifikant senkt. Die kompakte Bauweise der Turbinen-Generator-Einheiten erlaubt eine einfache Integration in bestehende Kraftwerksstrukturen. Dadurch eignen sich DIVE-Turbinen besonders für die Modernisierung und Nachrüstung vorhandener Standorte. Auch beim Neubau ermöglicht die DIVE-Turbine eine baulich einfache und deshalb besonders wirtschaftliche Umsetzung. Der wassergekühlte Permanentmagnetgenerator wird bei DIVE-Turbinen üblicherweise vollständig überspült verbaut. Dies erfordert eine gewisse Überdeckung des Generators. Bei extremen Niedergefälleanlagen kann sich die benötigte Bautiefe jedoch auf die Baukosten auswirken. Um die Bautiefe und somit den Aushub für das Saugrohr zu reduzieren, haben die Ingenieure von DIVE-Turbinen eine Bauform entwickelt, bei der der Generator oberhalb der Wasserlinie positioniert ist und die Turbinenkammer eine druckdichte Kammerdecke besitzt. Dadurch können die baulichen Anforderungen und die Bauwerkskosten erheblich gesenkt werden. In dieser Ausführung wird der Generator aktiv wassergekühlt, er ist aber weiterhin absolut hochwassersicher, da er mit dem patentierten DIVE-Dichtungskonzept ausgestattet ist. Somit eignet sich die DIVE-Turbine insbesondere für Niedergefälleanlagen, bei denen Effizienz, Robustheit und geringe Investitionskosten im Vordergrund stehen.
Natel FishSafe™ als Weiterentwicklung der Turbinentechnik Seit langem verfolgt DIVE das Ziel, die Fischverträglichkeit von Wasserkraftanlagen zu verbessern. Bereits die StandardDIVE-Turbine mit festen Laufschaufeln und variabler Drehzahl
Die DIVE-Turbine mit trockenem, aktiv wassergekühltem Permanentmagnetgenerator reduziert den Bauaufwand auf ein Minimum – optimal für effiziente Niedergefällekraftwerke.
weist gegenüber klassischen Kaplan-Turbinen mit verstellbaren Schaufeln und fixer Drehzahl eine geringere Fischmortalität auf. Durch die Möglichkeit, die Drehzahl an unterschiedliche Betriebszustände anzupassen, lassen sich auch bei Teillast günstige hydraulische Bedingungen schaffen. Das Teillastverhalten wird so verbessert, ohne dass eine mechanische Verstellung der Laufschaufeln erforderlich ist. In der Zusammenarbeit mit Natel wird dieser Ansatz konsequent weitergeführt. Natel hat mit dem FishSafe™-Design eine Turbinengeometrie entwickelt, die gezielt auf die sichere Passage von Fischen ausgelegt ist. Charakteristisch sind dicke, nach vorne geschwungene Schaufeln, sowie eine strömungsoptimierte Formgebung, die mechanische Belastungen und Scherkräfte deutlich reduziert. Untersuchungen zeigen sehr hohe Überlebensraten bei der Fischpassage über verschiedene Fischarten und Lebensstadien hinweg. Das Ziel besteht darin, Fischsicherheit über den gesamten Betriebsbereich – von Teillast bis Volllast – zu gewährleisten, ohne dass zusätzliche Feinrechen und Bypass-Systeme eingesetzt werden müssen. Dadurch kann mehr Durchfluss zur Energieerzeugung genutzt werden, während Investitions- und Wartungskosten für Rechenanlagen entfallen.
Erstes gemeinsames Projekt in Frankreich
Das erste gemeinsame Projekt von DIVE-Turbinen und Natel wird an einem Standort in Frankreich realisiert. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um den Neubau eines Wasserkraftwerks, sondern um die Weiterentwicklung und umfassende Modernisierung einer bestehenden Anlage. Auf der rechten Flussseite (Rive Droite) befand sich bereits ein Wasserkraftwerk, das im Zuge des Projekts vollständig zurückgebaut wird. Anschließend entsteht auf der linken Flussseite (Rive Gauche) ein neues, modernes Wasserkraftwerk, das mit zwei Turbinen ausgestattet ist. Das Projekt Saint-Lizier liegt rund eineinhalb Stunden südlich von Toulouse, in unmittelbarer Nähe der Pyrenäen sowie der Stadt Saint-Girons. Die Anlage nutzt
V.I.: Abe Schneider (Natel), Christian Winkler (DIVE) und Johannes Santen (Natel).
das Wasser des Flusses Salat und ist als Niedergefällekraftwerk konzipiert. Die Fallhöhe beträgt 1,90 m, bei einem Ausbaudurchfluss von 35 m³/s. Die Stromerzeugung erfolgt überwiegend im Frühjahr, wenn durch die Schneeschmelze in den Pyrenäen hohe Abflüsse auftreten. Durch die Kombination einer einfach regulierten (Leitapparat) und einer doppelt regulierten (Leitapparat und Drehzahl) Turbine können saisonale Abflussund Fallhöhenänderungen besonders effizient genutzt werden, um einen hohen Jahresertrag zu erzielen. Dabei wird eine gesteigerte Energieerzeugung mit einer erheblichen ökologischen Verbesserung kombiniert. Technisch kombiniert die Anlage die bewährte DIVE-Turbine mit dem Natel FishSafe™ Laufrad und ist als vertikale Turbinen-Generator-Einheit ausgeführt. Der Laufraddurchmesser beträgt 2.420 mm, die installierte Turbinenleistung liegt jeweils bei rund 285 kW. Die Auslegung ist auf einen stabilen, zuverlässigen und effizienten Betrieb konzipiert und ermöglicht gleichzeitig einen sicheren Fischabstieg für empfindliche Fischarten, insbesondere für Arten wie die Bachforelle. Dadurch kann auf zusätzliche Feinrechen und BypassSysteme verzichtet werden. Dies vereinfacht nicht nur den Anlagenbetrieb, sondern reduziert auch Wartungsaufwand und Betriebskosten und trägt somit zu einer wirtschaftlichen Optimierung des Kraftwerks bei.
Bedeutung für bestehende Wasserkraftstandorte
In vielen Ländern besteht ein erheblicher Modernisierungsbedarf an bestehenden Wasserkraftwerken, während gleichzeitig die regulatorischen Anforderungen an den Fischschutz kontinuierlich steigen. Die Kombination aus wartungsarmer DIVE-Technologie und hoher Fischsicherheit bietet hierfür einen praxisnahen und zukunftsfähigen Lösungsansatz. Mit der geplanten Inbetriebnahme ab 2027 wird das Projekt zeigen, wie sich moderne Turbinentechnik, ökologische Verantwortung und die effiziente Nutzung erneuerbarer Energie im realen Anlagenbetrieb miteinander verbinden lassen. Für DIVE-Turbinen und Natel stellt das Vorhaben einen weiteren wichtigen Schritt dar, fischfreundliche Wasserkraft als festen Bestandteil moderner Anlagenkonzepte zu etablieren und einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Wasserkraft zu leisten.
Typischer DIVE-Turbinenaufbau in einer vereinfachten Wasserkammer.
DURCHGÄNGIGKEIT
IN REKORDZEIT –FISCHWANDER HILFE AM HISTORISCHEN TRACKERMÜHLWEHR
Die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit stellt viele Betreiber von Wasserkraftwerken vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere bei bestehenden Anlagen ist die nachträgliche Errichtung einer Fischwanderhilfe oft mit Schwierigkeiten verbunden: Häufig fehlt der erforderliche Platz, die bauliche Einbindung ist komplex, die Kosten sind hoch und zusätzlich müssen unterschiedliche Interessen – etwa aus dem Denkmal- und Naturschutz – berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund sind durchdachte Lösungen gefragt. Ein bemerkenswertes Projekt konnte kürzlich an der Alm in Oberösterreich realisiert werden. Durch die enge Zusammenarbeit der Unternehmen FISHCON, KFD und Danner Wasserkraft gelang es, die Durchgängigkeit am Trackermühlwehr innerhalb von nur sieben Tagen vorbildlich herzustellen.
Das Trackermühlwehr in Scharnstein stellt seit über 100 Jahren ein Wanderhindernis für Fische dar. Mit einer Höhendifferenz von rund 2,1 m ist die Wehranlage zugleich ein wesentlicher Bestandteil des Ausleitungskraftwerks Scharnstein der Firma KFD. Das Kraftwerk nutzt bereits seit 1909 die Wasserkraft der Alm und erzeugt mit einer Leistung von rund 60 kW jährlich etwa 500 MWh klimafreundlichen Strom zur Versorgung regionaler Abnehmer. Der Fluss Alm ist der Forellenregion (Metarhithral) zuzuordnen und weist am Standort ein Mittelwasser von rund 11 m³/s auf.
Planung der Fischwanderhilfe
Im Zuge der Umsetzung des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans wurde der Betreiber KFD des Wasserkraftwerks verpflichtet, neben der Restwasserabgabe von 1,2 m³/s auch die Durchgängigkeit herzustellen. Mit der Planung wurde die dlp Ziviltechniker-GmbH und das hauseigene Ingenieurbüro KFD unter der Leitung von Petra Gegenleitner beauf-
tragt. Das Ingenieurbüro verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich der Kleinwasserkraft. Neben der Revitalisierung bestehender Anlagen und der Umsetzung ökologischer Maßnahmen – wie Restwasserabgaben und Fischwanderhilfen – umfasst das Leistungsspektrum auch den Neubau und Ersatzneubau kompletter Kleinwasserkraftwerke. Dabei werden die Kompetenzen des Familienbetriebs in den Bereichen Holzbau, Elektrotechnik und Metalltechnik sowie jene des Tochterunternehmens Danner Wasserkraft gezielt genutzt. Für die Herstellung der Durchgängigkeit am Trackermühlwehr erwies sich die Fishcon-Schleuse als besonders geeigneter Bautyp. Sie lässt sich optimal in den bestehenden Standort integrieren und kann vollständig überdeckt ausgeführt werden. Dadurch ist die Anlage einerseits vor Hochwasser geschützt, ohne dieses zu beeinflussen, und fügt sich andererseits unauffällig in das Ortsbild ein. Badegäste der Alm können den Bereich weiterhin sicher und ungehindert passieren. Ausschlaggebend war zudem der geringe Platzbedarf der Fishcon-Schleuse,
Fishcon-Schleuse Trackermühlwehr kurz nach Fertigstellung der Bauarbeiten nach nur 7 Tagen.
Bachforelle, welche mit Hilfe der Fishcon-Schleuse am Trackermühlwehr aufgestiegen ist.
der eine fischökologisch günstige Positionierung ermöglicht, den Bauaufwand minimiert und den zusätzlichen Flächenverbrauch sowie Eingriffe in wertvolle Uferzonen vermeidet.
„Stand der Technik“-Fischaufstieg von FISHCON
Ein weiterer entscheidender Faktor waren die positiven Betriebserfahrungen mit der Fishcon-Schleuse aus bereits umgesetzten Projekten an der Alm – unter anderem am Lippenannerlwehr der Firma KPL sowie am Schwarzmühlwehr der Firma KFD. Zusätzlich spielte die Perspektive eine wichtige Rolle, dass die Fishcon-Schleuse als „Stand der Technik“ im österreichischen Leitfaden für Fischaufstiegshilfen anerkannt wird. Im November 2025 wurde die Fishcon-Schleuse aufgrund ihrer sehr guten Funktionsergebnisse unter der Bezeichnung „Zwei-Kammern-Fischwanderhilfe“ offiziell vom Ministerium als Stand der Technik eingestuft. Die Einstufung gilt zunächst für kleinere Gewässertypen (Epirhithral, Metarhithral, Hyporhithral klein, Epipotamal klein). Damit ist die Funktion der Anlage als erprobt und bewiesen anerkannt, was Genehmigungsverfahren künftig deutlich vereinfacht und teilweise den Funktionsnachweis entbehrlich macht.
Schnelle Umsetzung und erfolgreiche Inbetriebnahme
Die Fishcon-Schleuse wurde Ende September auf der orografisch rechten Seite der Alm unmittelbar bei der Wehranlage neben dem Grundablass errichtet, über den auch die Restwasserabgabe erfolgt. Dadurch können die Fische dem natürlichen Strömungspfad zur Fischwanderhilfe gut folgen. Ziel war es, Kosten und Bauaufwand möglichst gering zu halten – was in diesem Projekt in besonderem Maße gelungen ist. Dank einer durchdachten Fertigteilbauweise konnten die Fishcon-Schleuse sowie die erforderlichen Ober- und Unterwasserbecken innerhalb von nur sieben Tagen und ohne aufwendige Wasserhaltung installiert werden.
Anfertigung und Montage vom Stahlwasserbau durch Danner Wasserkraft
Die Fertigung vom Stahlwasserbau und die Montage der Fishcon-Schleuse wurden von dem Unternehmen Danner Wasserkraft GmbH aus Pettenbach umgesetzt, mit über 40 Jahren Erfahrung im Wasserkraftwerksbau brachte Danner Wasserkraft bei diesem Projekt seine umfassende Expertise ein. Wiederkehrende bzw. bereits erfolgreich umgesetzte Projekte bieten dem Unternehmen nicht nur ausschließlich im Bereich Stahlwasserbau einen großen Fundus an Erfahrung. Bei vorangegangenen Projekten wie z.B. dem Projekt Schwarzmühlwehr „Errichtung 60-kW-Restwasserkraftwerk“ konnte das Unternehmen neben dem Stahlwasserbau seine Kompetenzen in
Restwasserkraftwerk und Fishcon-Schleuse Schwarzmühlwehr
den Bereichen Modernisierung, Instandsetzung sowie Steuerund Regeltechnik erfolgreich unter Beweis stellen. Kurz nach der Inbetriebnahme der Fishcon-Schleuse am Trackermühlwehr konnten zahlreiche Fischaufstiege, der für die Alm typischen Arten, nachgewiesen werden. Der Nachweis erfolgte mittels KI-gestütztem Videomonitoring des schwedischen Unternehmens TiVA, das erstmals in Österreich eingesetzt wurde. Die Anzahl der erfassten Fischaufstiege übertraf die Erwartungen aller beteiligten Unternehmen deutlich. Die Unternehmen KFD, FISHCON und Danner Wasserkraft blicken optimistisch in die Zukunft und hoffen, auch weiterhin gemeinsam – und gerne auch mit weiteren Partnern – innovative Projekte umsetzen zu können, um die Wasserkraft nachhaltig und ökologisch verträglich weiterzuentwickeln.
fishcon.at
FACHMAGAZIN FÜR WASSERKRAFT
zek HYDRO ist ein führendes Fachmagazin, spezialisiert auf internationale Wasserkraft und Zukunftstechnologien mit einer Auflage von 8.000 Exemplaren. Es erscheinen jährlich 6 deutsche und 1 englische Ausgabe. Die Verbreitung erfolgt flächendeckend in Österreich, der Schweiz, Südtirol, Bayern und Baden-Württemberg.
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Besuchen Sie uns auf der Renexpo / Halle 1 / Stand 6 Mario Kogler steht für Sie bei Fragen zur Verfügung mk@zek.at
Im Rahmen der Erweiterung der lokalen Energieinfrastruktur in Albanien realisierte Voith das Wasserkraftprojekt Grabova II in der Gebirgsregion Grabova. Der Lieferumfang umfasste zwei horizontale PeltonTurbinen inklusive Generatoren, elektrischer Ausrüstung sowie Montage und Inbetriebnahme. Die Nutzung der Wasserkraft bei einer Fallhöhe von über 470 Metern stellte hohe technische Anforderungen. Die Inbetriebnahme verlief erfolgreich; das Provisional Acceptance Certificate (PAC) wurde im September 2025 ausgestellt.
Mit Grabova II wird die regionale Stromproduktion nachhaltig erhöht und ein wesentlicher Beitrag zur Versorgungssicherheit in Albanien geleistet.
Technische Daten
Turbinentyp : Horiz. Peltonturbine
Leistung : 5,49 MW
Fallhöhe : 476,63 m
Durchfluss : 1,3 m³/s
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