Das Tr a u m s c h l o s s Journal
ausgabe 02.2017
IMPRESSUM Herausgeber: Schloss Steinburg Reußenweg 2/Mittlerer Steinbergweg 100 D-97080 Würzburg Tel + 49 (0) 9 31 - 970 20 Fax + 49 (0) 9 31 - 971 21 www.steinburg.com Redaktion: Sabrina Czernoch, Thomas Düchtel presse@steinburg.com Bildquellen: Titel: Steinburg Seite 2: Fabian Busch Seite 3: Eydos/Brigitte Sauer Seite 4-9: Steinburg Seite 10, 12: Rainer Maiores Seite 11: Leska Walter Seite 13: Fotolia, #108404677, karepa Seite 14: xtrakt Verlag UG/Thomas Düchtel Seite 16: Archiv Willi Dürrnagel Seite 17, 18: xtrakt Verlag UG/Ferdinand Elfert Seite 19: v.l. Thomas Obermeier, Africa Festival, Oliver Lang, Marion Edema
2
Unser Zimmer Nr. 15 damals und heute. Auf der Titelseite um 1930 und hier aus dem Jahr 2017.
liebe freunde der steinburg, Wer seinen Blick auf Schönes lenkt, wird durch die Aussicht reich beschenkt. Wolfgang Lörzer In dieser Jubiläums-Ausgabe unseres „Steinburgs“ blicken wir gemeinsam mit Ihnen zurück auf die Geschichte der Steinburg in den Jahren 1937 bis 1967. Damals waren die Zeiten sehr bewegt, der Krieg fegte über Würzburg und die Steinburg hinweg und rund 70 Prozent unserer schönen Burg wurden zerstört. Doch der Blick ging auch damals schon nach vorne! Gleich nach dem Krieg quartierten sich die Amerikaner bei uns ein – nur der damalige Besitzer Hans Bezold und sein Sohn Franz, unser heutiger Seniorchef, durften im Zimmer über dem Erker (Foto links) wohnen bleiben. Während die Bürgerinnen und Bürger Würzburgs den Kriegsschutt wegräumten und die Stadt wieder aufbauten, hat auch Franz Bezold in den 50er Jahren damit begonnen, die Steinburg wieder auf- und umzubauen. Er legte ein Schwimmbad an, damals der einzige Freiluftpool hoch über der Stadt. Der Ausblick beim Baden ist damals wie heute einzigartig. Ebenfalls einen faszinierend schönen Ausblick gibt es von der Frankenwarte in alle Richtungen. Der etwas versteckt liegende Aussichtsturm wird von Touristen oft gar nicht wahrgenommen, obwohl er seit
1894 hoch oben auf dem Nikolausberg, hinter der Festung Marienberg, thront. Die Besonderheit: Er ist in einem ähnlichen Stil gebaut wie unser Schlosshotel. Das Jagdschloss in Veitshöchheim mit seinem wunderschönen Rokokogarten ist immer einen Ausflug wert. Der Park zählt heute zu den schönsten Gartenanlagen seiner Art. Mit unserem Arrangement „Fränkische Verführung“ entführen wir Sie in die Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe. Unser Team verwöhnt Sie bei Ihrem Aufenthalt mit feinen, hausgemachten Spezialitäten, denn Ihr Wohl liegt uns sehr am Herzen. Schlemmen Sie auf unseren Sonnenterrassen mit sensationellem Ausblick. Glänzende Aussichten haben auch unsere Auszubildenden. Sie engagieren sich als sogenannte „Azubi-Scouts“ an Würzburger Schulen, um anderen Jugendlichen ihren Beruf in der Hotellerie ans Herz zu legen. Denn die beiden „brennen“ für ihren Beruf bei uns auf der Steinburg und sie lieben das familiäre Zusammensein und den Teamgedanken, den wir immer leben. Herzlichst
Ihre Kerstin und Lothar Bezold
3
Jahre
120 4
Um 1940: Die Steinburg nach dem Umbau.
120 jahre steinburg – die jahre 1937 bis 1967
Der hohe Turm und die Zinnen, beides musste nach Auflagen der Stadt 1937 zurückgebaut werden.
Hans Bezold hatte sich schon immer ein eigenes Ausflugslokal gewünscht. 1937 ging dieser Wunsch in Erfüllung, als er die Steinburg von der Bürgerspitalstiftung kaufte. Damit verbunden gab es jedoch einige Auflagen der Stadt zu erfüllen: Der Turm, der seit der Erbauung als Kennzeichen der Steinburg über der Stadt thronte, sollte abgetragen werden, denn er passte aus Sicht des „Rates der Stadt“ nicht ins „mainfränkische Landschaftsbild“. Während des radikalen Umbaus ging nahezu alles verloren, was ein echtes Schloss ausmacht: Der romantische Turmaufsatz mit seinen Zinnen und dem „gestreckten Finger“ des „Luginsland-Türmchens“, sowie alle Zinnen entlang der Dachlinie und der umgebenden Mauern. Im Inneren fielen die detailreichen Stuckdecken und die Holzvertäfelungen an den Wänden dem Umbau zum Opfer. Bereits ein halbes Jahr später, am 14. August 1937, waren die Umbauarbeiten auf Schloss Steinburg abgeschlossen und Hans Bezold eröffnete das Restaurant mit seinen „hellen, behaglichen und vornehmen Innenräumen“. Damals wie heute liebten die Gäste ihre Steinburg, sie genossen ihre Aufenthalte in vollen Zügen und es fehlte ihnen an nichts. Besonderes Highlight waren die Terrassen mit ihrem einzigartigen Blick über das Städtchen am Main. Auf ihnen wurde Abend für Abend ausgiebig und gut gelaunt getanzt. Auch die Weinstube im rustikalen Gewölbekeller unter der Burg mit ihrer Fülle an erlesenen und ausgewählten Weinen war weit über Würzburg hinaus bekannt. So manch‘ lustige Abende erlebten unsere Gäste hier.
5
6
Der Blick auf Würzburg vor dem Krieg.
Würzburg während des Krieges Im Juni 1941 erschien die damals beliebte Tageszeitung „Würzburger General-Anzeiger“ zum letzten Mal. Nach der Zwangsenteignung durch die Nationalsozialisten wurde sie durch die NS-nahe „Mainfränkische Zeitung“ ersetzt. Am 24. November 1945 kam die erste Ausgabe der heute noch existierenden Tageszeitung „Main-Post“ mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren in den Handel – natürlich mit Genehmigung und Förderung der Militärregierung.
Das Erkerzimmer, neben dem Rittersaal, ist Teil unserer Speisezimmer und bietet einen wundervollen Blick über die Stadt.
Zum Glück für die Würzburger wurde die Residenz mit ihren Tiepolo-Fresken im Rahmen des sogenannten „Führungsauftrags Monumentmalerei“ in diesen Jahren fotografisch dokumentiert. Nur dank der sehr genauen Aufnahmen, die unmittelbar vor dem Luftangriff des 16. März 1945 entstanden, konnte das Weltkulturerbe nach dem Krieg wieder originalgetreu aufgebaut werden. Am 21. Februar 1942 fielen die ersten vier Bomben in der Nähe des Südbahnhofs. Der 16. März 1945 Die beliebte Aussicht auf Würzburg war in den Tagen des Krieges eher Fluch als Segen. Die dramatischen Stunden der Bombardierung am 16. März 1945 erlebten die Steinburg und ihre Familie mit dem Blick auf das verheerende Ausmaß. „Die Flugzeuge kamen von hinten über den Stein, folgten dem Main, warfen ihre Bomben ab und stiegen über Randersacker wieder auf “, erinnert sich Seniorchef Franz Bezold, der damals noch ein Kind war. Er wird nie vergessen, wie flüssiger Phosphor über den Festungsberg lief und Leuchtbomben die Stadt in helles Licht tauchten. Zu 70 Prozent wurde die Steinburg in Kriegs- und Nachkriegszeiten zerstört. „Alle Angestellten mussten nach Kriegsende raus, um den Amerikanern Platz zu machen, nur mein Vater und ich durften im Zimmer über dem heutigen Erker wohnen bleiben“. (Zimmer Nr. 15, siehe Titelbild und Seite 2) Nachkriegszeit: Quartier für Amerikaner und den Bayerischen Rundfunk Die amerikanischen Besatzungs-Soldaten quartierten sich auf der Steinburg ein und feierten gerne und exzessiv. Denn die Amerikaner bekamen damals von der Bürgerbräu das alkoholreiche Vollbier, während die Würzburger das Dünnbier trinken mussten. Auch die Mitarbeiter des 1949 gegründeten Bayerischen Rundfunks entdeckten die Steinburg mit ihrer exponierten Lage als perfekten Standort für ihre ersten Radiosendungen. Vom Obergeschoss aus übertrug eine der ersten UKW-Außenstationen Bayerns von 1950 bis 1957 die Sendungen aus München.
7
Kaffee trinken auf der Kastanienterrasse. Damals wie heute ein besonderes Erlebnis.
8
Unser Zimmer Nr. 18, etwa im Jahr 1962 aufgenommen. Kinos und Mozartfest Was in Würzburg in diesen Jahren noch los war? Am 16. August 1946 wählten die Bürgerinnen und Bürger Dr. Hans Löffler, 1933 von den Nazis aus dem Amt gedrängt, wieder zum Oberbürgermeister. Mit den Marienberg-Lichtspielen nahm am 17. Oktober 1947 in der Zeller Straße 43 das zweite Kino der Nachkriegszeit in Würzburg seinen Betrieb auf. Das Gasthaus Stachel wurde nach der Zerstörung im Krieg am 6. Dezember 1949 feierlich wiedereröffnet, an Weihnachten zeigten die Corso-Lichtspiele den ersten Film in der Kaiserstraße. Zum ersten Mal nach dem Krieg fand 1951 auch das Mozartfest wieder statt. Mit dem Wiederaufbau hielten auch Kultur und Freizeitgestaltung wieder Einzug in Würzburg. Generationenwechsel 1951 starb Hans Bezold und sein gerade mal 20-jähriger Sohn Franz übernahm die Leitung des Hauses. Unter seiner Hand wurde das Schloss auch über die Grenzen Würzburgs hinaus bekannt und zu einem attraktiven Reiseziel. Er erkannte die Bedürfnisse und Wünsche seiner Gäste schnell – mit Weitblick und sicherem Gespür. Für den Hausherrn, der hohe Ansprüche an seine Steinburg stellte, begann die Suche nach Perfektion. Er baute um und an, renovierte die Steinburg liebevoll. 1953/54 startete er mit der Erweiterung des rückwärtigen Schlossteils, hierbei entstanden das – auch heute noch sehr beliebte – Turmzimmer, die Küche und die Sanitärräume. Doch nicht genug – Im Jahr 1958 richtete Franz Bezold die ersten sieben Hotelzimmer ein, 1961 stockte er das Haupthaus um ein weiteres Stockwerk auf und baute ein kleines Freibad mit Liegewiese und Festungsblick. Bei einem kühlen Getränk, mit Blick über Würzburg, war der Pool damals das sommerliche Highlight der Steinburg. Im Laufe der Jahre wurde die Steinburg zum Komfort- und Tagungshotel mit besonderem Flair erweitert. Würzburg in den 60ern Auch die Stadt Würzburg „baute“ in diesen Jahren an und erwarb im gleichen Jahr den Heuchelhof zur Errichtung eines neuen Stadtteils. 1962 unterzeichneten die Stadtvertreter zuerst den Partnerschaftsvertrag mit der französischen Stadt Caen, dann mit der schottischen Stadt Dundee. Zudem stand auch der Ausbau der Bildungsmöglichkeiten im Fokus. So kaufte die Universität 100 Hektar Land im Äußeren Hubland als Gelände für einen kompletten Neubau. 1964 waren die Trümmeraufräumarbeiten in der Stadt abgeschlossen – fast zwanzig Jahre nach Kriegsende. Würzburg bekam nun seine eigenen Autobahnanschlüsse an die A3 und am 6. Mai 1967 feierte die Diözese den Wiederaufbau des Kiliansdoms mit feierlichen Altarweihen.
9
10
unser arrangement „gässli und g‘schichtli“ Wenn die ersten Blätter der Weinstöcke austreiben und die Sonnenstrahlen auf die großzügigen Terrassen der Steinburg fallen, zeigen sich Würzburg und der Main von ihrer schönsten Seite. Besonders an lauen Abenden lädt die Stadt zum Verweilen ein. Begleiten Sie den Würzburger Nachtwächter auf seinem Rundgang „Gässli und G’schichtli“ durch die nächtliche Stadt. Erleben Sie die Geschichte und Kulisse einer der schönsten und geschichtsträchtigsten deutschen Städte bei einer abwechslungsreichen, humorvollen und charmanten Führung. Unser Steinburg-Team verwöhnt Sie während Ihres Aufenthalts mit einem feinen 4-Gang-Menü und ausgewählten korrespondierenden Weinen. Das Arrangement „Gässli und G’schichtli“ ist von April bis Juni buchbar.
2 Übernachtungen im Doppelzimmer Schlemmerfrühstück vom Buffet Führung mit dem originellen „Würzburger Nachtwächter“ Fränkisches 4-Gang-Menü mit begleitender Weinreise in Steinburgs Restaurant Preis pro Person 239,00 € Einzelzimmerzuschlag 50,00 €
11
12
unser arrangement „fränkische verführung“ Im Frühling erwacht die Natur und die Frühlingsblumen strecken ihre Köpfchen vorsichtig der Sonne entgegen. Die Weinberge am Würzburger Stein – direkt unterhalb unseres Schlosshotels – laden zu einem entspannenden Spaziergang mit dem einmaligen Blick über die Stadt ein. Das ist die Zeit, in der das königliche Gemüse – der Spargel – wächst, den wir Ihnen in aufregenden Kreationen servieren. Das Rokokoschloss in Veitshöchheim mit seinem wunderschönen Hofgarten gilt als eine der schönsten Residenzen in Europa. Zwischen Alleen und heckenumsäumten Wegen eröffnen sich immer wieder neue Ausblicke: Springbrunnen, Lauben, Pavillons, Rondells und der Große See mit der Parnassgruppe. Das Arrangement „Fränkische Verführung“ ist von 28. April bis 3. Mai 2017 buchbar.
2 Übernachtungen im Doppelzimmer Schlemmerfrühstück vom Buffet Maibowle als Aperitif Frühlingshaftes 5-Gang-Menü mit fränkischem Spargel in Steinburgs Restaurant Dampferfahrt nach Veitshöchheim Besichtigung des Rokokoschlosses und des Hofgartens in Veitshöchheim Preis pro Person 248,00 € Einzelzimmerzuschlag 50,00 €
13
14
azubi-scouts der steinburg an Würzburger Schulen unterwegs Unsere Auszubildenden Dennis Imhof (Koch, 23) und Karim Laforme (Hotelfachmann, 24) sind seit Januar als Azubi-Scouts an Würzburger Schulen unterwegs, um ihre Berufe vorzustellen. So sollen Schülerinnen und Schüler eine Vorstellung davon bekommen, was sie als Koch oder Hotelfachfrau/mann in der Gastronomie erwartet. Karim hat viel Spaß an seiner Arbeit auf der Steinburg. Besonders, dass er bei uns mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun hat und immer wieder neu gefordert wird, findet er positiv. „Hier nimmt man sich Zeit für die Auszubildenden und wir sind voll im Team integriert.“ Man könne jederzeit auf die Abteilungsleiter zugehen, Fragen stellen und finde immer ein offenes Ohr. Für unseren Familienbetrieb hat er sich bewusst entschieden, denn es war ihm wichtig, nicht zu einer Hotelkette zu gehen. Vor allem gefällt ihm, dass wir auf die vielen kleinen Details Wert legen, die unsere Gäste so lieben. Unsere Auszubildenden sind immer gefragt, sich aktiv einzubringen und Ideen zu entwickeln, um den individuellen Ansprüchen unserer Gäste gerecht zu werden. Dennis ist Koch aus Leidenschaft und möchte noch sehr viel im gastronomischen Bereich lernen. „Für mich ist die Steinburg optimal, denn sie hat einen schönen Mix aus à la carte, Tagungen und Hochzeiten sowie den unterschiedlichsten Veranstaltungen.“ Seiner Bewerbung bei uns sind viele Praktika vorausgegangen. Am Ende
war klar: „Die Steinburg passt hervorragend zu mir!“ Das detailreiche, feine und gehobene Kochen in unserem Restaurant gehört für ihn ebenso zu den täglichen Aufgaben, wie das Vorbereiten von Großveranstaltungen. Ob Bankett oder Hochzeit, hier kommt es auf den reibungslosen Ablauf und besten Service am Gast an. Schon früh lernen unsere Auszubildenden auch diese organisatorischen Herausforderungen kennen. Das Projekt „Azubi-Scout“ hat in Bayern auf Initiative der IHK vor rund zwei Jahren begonnen. Es erfreut sich großen Andrangs, bekommt positives Feedback und soll nun auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Für die beiden Steinbürger Karim und Dennis eine Ehrensache: „Wir als Azubis raten jungen Menschen: Macht eine Ausbildung! Nur weil man das Abitur gemacht hat, heißt das noch lange nicht, dass man studieren muss, um einen guten Job zu bekommen.“ Entscheiden müsse das aber jeder für sich selbst. „Wir können nur Hilfestellung geben, was die Ausbildung in der Hotellerie bietet. Auch wie man eine Bewerbung richtig verfasst oder welcher Job der richtige für jemanden ist.“ „Mit der Ausbildung in der Hotellerie stehen einem danach alle Türen offen und zwar international“, erzählen Dennis und Karim.
15
Würzburger Schätze
die frankenwarte „Der […] Aussichtsthurm soll eine hervorragende Warte für unser schönes Frankenland bilden und den Besuchern von seiner Höhe aus, einen schönen Überblick bis zu seinen fernen Grenzen gewähren … (aus der Urkunde zur Vollendung der Frankenwarte)
16 Der Aussichtsturm Frankenwarte im Jahre 1932.
die idee eines aussichtsturms Schaut man von unseren Terrassen über den Main Richtung Festung, sieht man rechts neben der imposanten Marienburg auf dem Nikolausberg einen Turm – die Frankenwarte. Sie geht auf eine Idee des Würzburger Universitäts-Buchhändlers Veit Josef Stahel zurück, der sich dort einen schönen Aussichtsturm wünschte. Bereits 1887 erwarb er deshalb das Grundstück, auf dem die Frankenwarte heute steht. bau und eröffnung der frankenwarte Der Architekt Franz Carl Ostberg (1849 – 1931) entwarf den neuen Aussichtsturm: 42 Meter hoch sollte er sein und über eine Wendeltreppe zur verglasten Aussichtsplattform führen. Unser Schlosshotel wurde nur drei Jahre später im gleichen Stil erbaut. Die burgähnliche Erscheinung, die Zinnen und der Turm – alles deutet noch heute darauf hin. Zur Eröffnung im Frühjahr 1894 feierten die Würzburger ein großes und fröhliches Fest mit Festumzug und Kapelle. Dabei dankten die Redner ganz herzlich den Spendern, die den jetzt 45 Meter hohen Turm mit seinen 173 Stufen möglich gemacht hatten.
gastronomie und erweiterung Im folgenden Jahr eröffnete das eingeschossige Unterkunftshaus mit Lokal und der Verschönerungsverein begann mit dem Erwerb weiterer Flächen im Umfeld des Turmes. Bäume wurden gepflanzt, Rasen gesät: So entstand ein herrlicher Landschaftspark, in dem sich noch heute wunderbar flanieren lässt. Die Frankenwarte entwickelte sich schnell zu einem der beliebtesten Ausflugsziele Würzburgs und wurde bis zum Krieg stetig um- und ausgebaut, damit die steigende Zahl der Besucher entsprechend verköstigt werden konnte. die frankenwarte im zweiten weltkrieg Architekt Spiegel legte im Jahr 1935 Pläne für die Erweiterung in Form eines Neubaus vor. Sie umfassten die Küche, Nebenräume und die Pächterwohnung, so dass der Altbau bis 1945 als Gastraum genutzt werden konnte. In der Zeit des Nationalsozialismus spielte die Frankenwarte eine bedeutende Rolle: Den Aussichtsturm hatten die Nationalsozialisten im Oktober 1944 beschlagnahmt als Ausweichstelle für den Wetterdienst der Fliegerhorst-Kommandatur. Den Krieg überstand die Frankenwarte weitgehend unbeschädigt und nach dem Krieg nutzte die US-Armee das Gebäude als Offiziersclub. 1955 eröffnete der Verschönerungsverein den Aussichtsturm wieder für die Öffentlichkeit. die frankenwarte heute Mittlerweile stehen der Turm und die Gebäude unter Denkmalschutz, die Akademie Frankenwarte ist bereits 1968 eingezogen und bietet unter anderem Seminare und Tagungen zur Stärkung der Demokratie an. Der Aussichtsturm ist das ganze Jahr über geöffnet, von April bis September täglich von 8 bis 19 Uhr, in den Wintermonaten Oktober bis März täglich von 9 bis 16 Uhr. Mitbringen sollten Sie pro Person einen Euro für das Drehkreuz.
17
steinburgs neujahrsfeier Nachdem sich der Trubel um Weihnachten und Silvester gelegt hatte, feierten wir im Januar gemeinsam mit unserem Team ins neue Jahr. Es war uns besonders wichtig, den Steinbürgern die fränkische Lebensart, die sich vor allem außerhalb der Schlossmauern abspielt, näher zu bringen. Gemeinsam mit dem Straßenkabarett „Typisch fränkisch“ begaben wir uns auf eine gesellige und amüsante Tour durch die Würzburger Altstadt. So lernen auch Steinbürger, die aus ganz Deutschland ihren Weg zu uns aufs Schloss gefunden haben, Franken und Würzburg immer besser kennen. 18
Der Franke an sich ist ja „arch humorvoll“, lebt dieses allerdings eher „nach inne“. Diese und andere Lebensweisheiten sowie ein Blitzsprachkurs in Fränkisch bereiteten unserem Team viel Freude. Die Würzburger Originale führten durch die nächtliche Domstadt. Vom Vierröhrenbrunnen ging es über den Marktplatz bis hin zur Alten Mainbrücke. Das pfiffige Weinbäuerle „Häcker Karl“, bekannt aus der „Närrischen Weinprobe“ im Bayerischen Fernsehen, hielt eine Büttenrede, die „Marktbärbel“ machte ihrer großen Gosch‘ alle Ehre und der Spießbürger „Schorsch“ gab seinen Senf zu aktuellen Entscheidungen des Stadtrates dazu. „Typisch fränkisch“ waren auch die kulinarischen Schmankerl wie „Bratwurstbrödle“, fränkischer „Käs‘plootz“ und „a süffiges Schöbble“. Schlossherr Lothar Bezold dankte beim anschließenden Essen allen Mitarbeitern. Sie seien das Aushängeschild des Schlosshotels und hätten den Erfolg maßgeblich mitgetragen: „Ich bin sehr stolz auf Euch, dass sich alle Steinbürgerinnen und Steinbürger so gut verstehen – Ihr seid ein ausgezeichnetes Team!“
mainfränkische veranstaltungs-highlights April bis Juni 2017 20. Mai bis 4. Juni 2017 Kulturtage Weingut Juliusspital
25. bis 28. Mai 2017 29. International Africa Festival Talavera Würzburg
2. Juni bis 2. Juli 2017 Mozartfest Würzburg Diverse Spielorte
28. Juni bis 10. Juli 2017 Hoffest am Stein Weingut am Stein
Die Kunstausstellung von Sophie Brandes im Gartenpavillon und das „Juliusspital.Open“ am 21. Mai mit Frühschoppen, Weingutsführungen und Kreativmarkt bilden den Rahmen für die Kulturtage im Stiftungsweingut. Dazu laden Konzerte verschiedener Stilrichtungen, Kabarett, Lesungen und die Atmosphäre der herrlichen Stiftungsanlage ein. Selbstverständlich dürfen die berühmten Weine nicht fehlen, die es bei der musikalischen Weinprobe zu kosten gibt.
Bei Europas größtem und traditionsreichstem Festival afrikanischer Musik und Kultur präsentieren Künstlerinnen und Künstler traditionelle und zeitgemäße Musik. Über 6500 Akteure aus 56 Ländern Afrikas und der Karibik sind bisher in Würzburg aufgetreten. Der bunte Basar mit seinem lebensfrohen Reichtum aus typischen Instrumenten und Kunsthandwerk ist schon alleine einen Besuch wert.
„Mozart 36 – Was ist Reife?“ heißt das diesjährige Thema des Mozartfests. Der Komponist hatte nur 36 Jahre, um ein Gesamtwerk von größter Meisterschaft und Reife zu schaffen. In 60 Konzerten und Veranstaltungen geht das Festival facettenreich diesem Phänomen nach. Sinfonie- und Kammerkonzerte mit hochkarätigen Orchestern und Stars der internationalen Klassikszene sowie spannende Cross-Over-Projekte locken Musikfans aus aller Welt nach Würzburg.
Erlesene Weinvielfalt in stilvoller Atmosphäre, ausgewählte Live-Musik-Performance sowie das malerische Ambiente: Die täglichen Partyabende im Weingut am Stein verbinden die Menschen mit temperamentvoller Live-Musik aus Salsa-, Samba- oder Jazzklängen und sorgen für gute Laune. Zum Träumen laden die unvergesslichen Abende ein mit feinem Frankenwein, der leckeren Kulinarik und dem sensationellen Blick auf die Festung und das Käppele.
www.juliusspital.de
www.africafestival.org
www.mozartfest.de
www.hoffest-am-stein.de
19