WOLFGANG A M ADEUS MOZART
LA CLEMENZA DI TITO
INHALT
S.
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DIE HANDLUNG S.
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ÜBER DEN HEUTIGEN ABEND S.
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ÜBER MOZARTS CLEMENZA JAN LAUWERS S.
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S.
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MOZARTS LA CLEMENZA DI TITO ODER OPERA SERIA ALS »AUSLAUFMODELL«? ELISABETH THERESIA HILSCHER S.
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»IN DER CLEMENZA LODERT DAS FEUER INWENDIG« PABLO HERAS-CASADO IM GESPRÄCH
DIE GEBURT EINER »WAHREN OPER« OLIVER LÁNG
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EIN TREUER DIENER GOTTES, EIN FÜRST DES FRIEDENS RUDOLPH ANGERMÜLLER
S.
EIN TAG IN DER RASTLOSEN WELT DES JAN LAUWERS ELKE JANSSENS S.
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POLITIK DURCH POESIE JAN LAUWERS IM GESPRÄCH S.
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TITUS FLAVIUS VESPASIANUS SUETON S.
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BERENICE, DIE GELIEBTE VON KAISER TITUS S.
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1791? EIN JAHR MENSCHHEITSGESCHICHTE! FLORIAN WAGNER S.
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METASTASIOS CLEMENZA
S.
S.
62
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HERRSCHERTUGENDEN IM LAUFE DER GESCHICHTE WERNER OGRIS S.
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DU MEINE GÜTE! BARBARA TÓTH S.
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LA CLEMENZA DI TITO IN WIEN MICHAEL JAHN S.
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NOTHING GORDON KAMPE S.
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AUS DER SCHREIBWERKSTATT ANNA KIM S.
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IMPRESSUM
Vediamo, se più costante sia l’altrui perfidia, o la clemenza mia. Wir werden sehen, was dauerhafter ist: Die Bosheit der anderen oder meine Gnade. TITO, 2. AKT
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JAN LAUWERS
ÜBER MOZARTS CLEMENZA Clemenza oder Gnade ist kein Wort, dem man in den sozialen Medien oft begegnet. Mehr noch, weltweit gibt es nur wenige Beispiele von Macht, die Gnade oder Vergebung Priorität einräumt. Das herausragendste Beispiel für Clemenza ist zweifellos die Vergebung, die Nelson Mandela, inspiriert von der UbuntuPhilosophie, walten ließ. Nachdem er fünfundzwanzig Jahre Einzelhaft erdulden musste, vergab er seinen weißen Folterern nach seiner Freilassung. Es ist fast übermenschlich. Heute können wir diese Oper nicht mehr hören, ohne uns bewusst zu sein, dass wir in einer sich rasch verändernden, turbulenten Zeit leben. In ganz Europa erleben wir, wie die Demokratie in Ochlokratie, Diktatur und Populismus abgleitet. In der Vergangenheit war diese Form der Diktatur noch umkehrbar; aber die Macht der sozialen Medien macht diese Diktatur nicht nur brutaler, sondern auch zu einer praktisch unaufhaltsamen negativen Kraft.
Wie hängt das mit dem letzten Werk Mozarts zusammen, dem überzeugten Humanisten, der Liebe und Mitgefühl als die wichtigsten Merkmale der Zivilisation betrachtete? Wie können wir dieses Werk heute verstehen, da der Populismus immer mehr an Einfluss gewinnt? Von Anfang an ist klar: Tito fügt sich dem Willen des Volkes, indem er sich von seiner geliebten Berenice distanziert, weil sie eine Migrantin ist. Das Volk will keine Ausländer. Hier wird Mozarts Vision einer von Liebe und Weisheit erfüllten Menschheit zu einem unerreichbaren Ideal. Tito will kein Feigling sein, erkennt aber, dass er keine Wahl mehr hat. In diesem Sinne ähnelt er ein wenig Mandela, nur ohne die 25 Jahre Einzelhaft. Er hat keine Zeit zum Reflektieren, weil es einfach keine Zeit gibt. Aber er ist auch Donald Trump, der nicht einmal den Unterschied zwischen Mut und Feigheit kennt und sich daher niemals auf Vergebung einlassen wird, weil er über-
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BERENICE, DIE GELIEBTE VON KAISER TITUS Berenice, Urenkelin Herodes des Großen und Tochter des judäischen Königs Herodes Agrippa I., wurde um 28 n. Chr. geboren. Nach drei Ehen, die ihr jeweils politisch bedeutende Positionen gesichert hatten, wurde sie die Geliebte des späteren römischen Kaisers Titus, den sie als Feldherrn während der Vernichtung Judäas und der Zerstörung Jerusalems durch die Römer kennenlernte. Titus, der Berenice nachweislich liebte, nahm sie nach Rom mit, musste sich aber, als er die Kaiserwürde erlangte – wenn auch widerwillig – aus Staatsräson wieder von ihr trennen. Quellen zu Berenice finden sich unter anderem bei Tacitus, Flavius Josephus, Sueton und der Apostelgeschichte des Neuen Testaments. Um diese Zeit war König Agrippa nach Alexandrien gereist. … Berenice aber war damals gerade in Jerusalem anwesend und musste die Gräueltaten der Soldaten mit ansehen. Von innigem Mitleid ergriffen, sandte sie zu wiederholten Malen ihre Reiteroffiziere und Leibwächter zu Florus mit der Bitte, er möge doch dem Morden Einhalt gebieten. … [Schließlich] erschien Berenice barfuß als Bittstellerin vor dem Richterstuhl des Florus, erfuhr aber nicht nur eine unehrerbietige Behandlung, sondern geriet auch obendrein noch in Lebensgefahr. (Flavius Josephus, Der jüdische Krieg, 2, 15)
KATLEHO MOKHOABANE als TITO NIKOLA MAJTANOVA als BERENICE
Als Titus Nachricht vom Ende Galbas erhielt … prüfte er unter Beiziehung weniger Freunde … die Lage nach beiden Seiten: Reise er wirklich in die Hauptstadt weiter, werde er keinen Dank ernten … kehre er aber zurück, so werde der Sieger zweifellos gekränkt sein. … Während er in diesen und ähnlichen Erwägungen zwischen Hoffnung und Furcht hin und her geworfen wurde, siegte die Hoffnung. Manche glauben, er sei aus Sehnsucht nach der Königin Berenice umgekehrt. Und wirklich, er schwärmte in seinem jugendlichen Herzen für Berenice, was aber kein Hindernis für sein tatkräftiges Handeln bildete. (Tacitus, Historien, 2, 2) Einige Tage später trafen König Agrippa und Berenice in Cäsarea ein, um Festus ihre Aufwartung zu machen. Sie blieben mehrere Tage dort. Da trug Festus dem König den Fall des Paulus vor. … So kamen am folgenden Tag Agrippa und Berenice mit großem Gepränge und betraten die Empfangshalle, zusammen mit den Obersten und den vornehmsten Männern der Stadt. Auf Befehl des Festus wurde Paulus vorgeführt. Da erhoben sich der König und der Statthalter, auch Berenice und alle, die bei ihnen saßen. (Apostelgeschichte, 26,13–26,30)
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METASTASIOS CLEMENZA VERTONUNGEN VON METASTASIOS LA CLEMENZA DI TITO ANTONIO CALDARA (ca. 1670–1736)
1734 Wien
LEONARDO LEO (1694–1744)
1735 Venedig
JOHANN ADOLPH HASSE (1699–1783)
1735 Pesaro
zweite Fassung
1738 Dresden
dritte Fassung
1759 Neapel
FRANCESCO PELI (1680–1740)
1736 München
PIETRO VINCENZO CHIOCCHETTI (1680–1753)
1736 Genua
GIOVANNI MARIA MARCHI (1689–1740)
1737 Mailand
FRANCESCO MARIA VERACINI (1690–1768)
1737 London
GIUSEPPE ARENA (1713–1784)
1738 Rom
ANTONIO PALELLA (1692–1761)
1739 Neapel
GEORG CHRISTOPH WAGENSEIL (1715–1777) FRANCESCO CORSELLI (1705–1778)
1746 Wien 1747 Madrid
JOSEPH ANTON CAMERLOHER (1710–1743)
1747 München
CARLO PIETRO GRUA (um 1695–1773)
1748 Mannheim
ANTONIO GAETANO PAMPANI (1705–1775)
1748 Venedig
DAVIDE PEREZ (1711–1778)
1749 Neapel
FRANCESCO ARAIA (1709–um 1770)
1751 Petersburg
CHRISTOPH WILLIBALD GLUCK (1714–1787)
1752 Neapel
ANDREA ADOLFATI (um 1711–1760)
1753 Genua
NICCOLÒ JOMMELLI (1714–1774)
1753 Stuttgart
zweite Fassung
1765 Ludwigsburg
MICHELANGELO VALENTINI (um 1720–um 1770)
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1753 Bologna
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» Die hab ich nicht – die Königstugenden, Wahrheit, Gerechtigkeit, Starkmut, Geduld, Ausdauer, Milde, Andacht, Gnade, Kraft, Mäßigkeit, Demut, Tapferkeit; von allen Ist keine Spur in mir – nein, Überfluss An jeglichem Verbrechen, ausgeübt In jeder Art. Ja, hätt ich Macht, ich würde Der Eintracht süße Milch zur Hölle gießen, Verwandeln allen Frieden in Empörung, Vernichten alle Einigkeit auf Erden. « WILLIAM SHAKESPEARE, MACBETH, 4. AUFZUG / 3. SZENE
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ABENDZETTEL der Erstaufführung von LA CLEMENZA DI TITO an der WIENER HOFOPER AM RING
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Spotify-App öffnen, Code scannen und La clemenza di Tito-Playlist hören
WIENER- STAATSOPER.AT