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Programmheft »Ballett-Gala 2026«

Page 1

gala 2026


inhalt

2

Über die heutige Vorstellung

8

Ein Jahrhundert choreografischer Inspiration Anna Beke

16

Rhapsody

20

Within the Golden Hour Gespräch mit Christopher Wheeldon

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Voices of Spring

26

La Fille mal gardée

28

Der Sterbende Schwan

30

Schwanensee

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Dance of the Blessed Spirits

34

Le Corsaire

36

Diamonds

38

Frederick Ashton in Wien

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Wiener Staatsballett & Biografien


EWA BATHELIER


Sinthia Liz, Victor Caixeta in Within the Golden Hour

Madison Young, Alessandro Frola in Within the Golden Hour →


voices of spring Den charmant-mitreißenden Pas de deux Voices of Spring hat Frederick Ashton ursprünglich für eine Silvester-Vorstellung der Operette Die Fledermaus 1977 am Royal Opera House choreografiert. Das Duett war Teil der Ballszene des zweiten Akts und wurde zu Johann Strauß’ Frühlingsstimmen-Walzer op. 410 getanzt. Dieser ersetzte eine ursprünglich in der Partitur vorgesehene Nummer. Neben dem Walzer choreografierte Ashton für jene Vorstellung auch eine zweite Einlage – die Explosionspolka op. 43 für sechs Paare. Nach seiner Premiere in der Operette – getanzt von den damaligen Stars des Royal Ballet Merle Park und Wayne Eagling – wurde die Choreografie unter dem Titel Voices of Spring ab 1978 als eigenständiges Werk aufgeführt und ist bis heute ein beliebtes Showcase. Bereits das eindrucksvolle Eröffnungsbild, in welchem der Tänzer die Ballerina hoch über seinem Kopf hebt und diese freudig Blumenblüten auf der Bühne verstreut, setzt die Stimmung für die gesamte Choreografie, die zwischen anspruchsvollen Bewegungsmomenten sowie Unbeschwertheit und Witz pendelt. Die typisch »ashton’sche« Mischung aus Eleganz, Charme und musikalischer Raffinesse darf auch in Voices of Spring nicht fehlen und macht diesen Pas de deux zu einer Feier des Lebens und der Virtuosität ganz aus Strauß’ Komposition evoziert: »Vom ersten Tableau bis zu den tiefen Hebefiguren fängt Ashtons Choreografie die Leichtigkeit und Schwerelosigkeit ein, die diesen Walzer kennzeichnen.« (Royal Ballet London) Die Frühlingsstimmen zählen zu den beliebtesten Walzern im Kanon der Strauß-Literatur. Strauß schrieb in der Tat zwei Fassungen dieser bekannten Komposition: Eine für Orchester und Sopran, die 1883 für die Wiener Sängerin und das Mitglied des Hofoperntheaters Bianca Bianchi entstanden ist (den Text verfasste Richard Genée, der mit Strauß zur selben Zeit an der Operette Eine Nacht in Venedig arbeitete) und eine reine Orchesterfassung. RICHARD GENÉE AUS DEM FRÜHLINGSSTIMMEN-WALZER

»Der Frühling in holder Pracht erwacht, ah alle Pein zu End mag sein, alles Leid, entflohn ist es weit! Schmerz wird milder, frohe Bilder, Glaub an Glück kehrt zurück; Sonnenschein, ah dringt nun ein, ah, alles lacht, ach, ach, erwacht!« VOICES OF SPRING

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Laura Fernandez Gromova, Arne Vandervelde


Natalya Butchko, Masayu Kimoto, Ioanna Avraam, Duccio Tariello in Schwanensee, Pas de quatre


wiener staatsballett & biografien


ALESSANDRA FERRI – Ballettdirektorin Alessandra Ferri, von der New York Times als »eine der größten dramatischen Tänzerinnen aller Zeiten« bezeichnet, wurde 1963 in Mailand geboren. Sie erhielt ihre Ausbildung an der Scuola del Teatro alla Scala und an der Royal Ballet School London. Mit 17 Jahren trat sie dem Royal Ballet bei und wurde bereits mit 19 Jahren zum Principal Dancer ernannt. Sir Kenneth MacMillan betraute sie sogleich mit seinen bedeutendsten Balletten und kreierte mehrere Werke für sie – darunter Valley of Shadows, wofür sie mit nur 21 Jahren mit ihrem ersten Laurence Olivier Award ausgezeichnet wurde. Weiters arbeitete sie beim Royal Ballet mit Sir Frederick Ashton und Dame Ninette de Valois zusammen. 1985 folgte sie der Einladung von Mikhail Baryshnikov, als Principal Dancer an das American Ballet Theatre zu wechseln. 1989 begann ihre langjährige Zusammenarbeit mit Roland Petit, dessen Ballette Alessandra Ferri weltweit tanzte. 1992 wurde sie ständiger Gast der Mailänder Scala, die sie zur Primaballerina assoluta ernannte. Mit Wayne McGregors für sie kreierter Rolle der Virginia Woolf in seinem Ballett Woolf Works kehrte Alessandra Ferri 2015 an das Londoner Royal Ballet zurück, eine Partie, für die sie mit ihrem zweiten Laurence Olivier Award ausgezeichnet wurde. Eine weitere bedeutende künstlerische Partnerschaft verbindet Alessandra Ferri mit John Neumeier, dessen Werke sie beim Stuttgarter Ballett, an der Mailänder Scala sowie häufig als Gast beim Hamburg Ballett interpretierte. 2016 schuf der Choreograf für sie die Rolle der Eleonora Duse in seinem Ballett Duse. Alessandra Ferri kann neben ihren beiden Laurence Olivier Awards viele weitere Auszeichnungen vorweisen, darunter den Prix de Lausanne und den Prix Benois de la Danse. 2006 wurde sie zum Cavaliere della Repubblica Italiana ernannt, 2023 zum Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres und 2026 zum Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres. 2024 wurde sie beim Prix de Lausanne mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Von 2008 bis 2014 war Alessanda Ferri Leiterin der Tanzsparte beim Spoleto Festival, wo sie Werke von Alexei Ratmansky, Wayne McGregor, Christopher Wheeldon, Pina Bausch, Jerome Robbins, Jiří Kylián und John Neumeier präsentierte. In den letzten Jahren widmete sie sich leidenschaftlich dem Unterrichten und leitete u.a. Proben für die Solist*innen des Royal Ballet, der Mailänder Scala sowie des American Ballet Theatre. Seit der Saison 2025/26 ist Alessandra Ferri Ballettdirektorin des Wiener Staatsballetts.

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WIENER STAATSBALLETT


wiener-staatsballett.at


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