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Wendt & Kühn - elfpunktepost 34 (Frühjahr/Sommer 2022)

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DAS MAGAZIN

AUS DEM HAUSE WENDT & KÜHN

34. AUSGABE

FRÜHJAHR/SOMMER 2022


LIEBE LESERINNEN UND LESER,

4 Farbenfrohe Deko zum Osterfest Deko-Tipp 5 Akeleien in Amerika Fundstück S wie Sammelschuber Grünhainichener Lexikon 6 Beschwingt durch das Jahr Neuheiten und Wiederauflagen 2022 9 Einfach unzertrennlich Kinderpaar 10 Für gemeinsame Wege Mein Wendt & Kühn 11 360 Grad: Die Manufaktur in vier Jahreszeiten Neue Sonderausstellung Elf Punkte – Ein Zauber Wendt & Kühn-Reise 12 Wie Neues dem Musterschatz entspringt Titelgeschichte 16 Drei Auszubildende erzählen Ausbildung Holzspielzeugmacher 18 Von Kurfürst August, Bikern und Grete Wendt 450 Jahre Schloss Augustusburg 20 Für die Liebe ist es nie zu spät Lebendige Tradition 21 Leserpost Aus Zuschriften zitiert 22 Auf Wiedersehen Letztmalig 2022 gefertigt

der Frühling hat Einzug gehalten. Mit der Kraft der wärmenden Sonnenstrahlen ist die Natur erwacht und mit ihr unsere Sehnsucht nach einem dauerhaften Ende aller Einschränkungen der vergangenen zwei Jahre. Ich persönlich wünsche mir weniger ein Zurück zur alten Normalität als vielmehr eine Renaissance des guten Geistes, der unsere Gesellschaft verbindet und uns in die Zukunft trägt. Wie erfrischend doch in diesem Zusammenhang die Interviews mit drei unserer Auszubildenden wirken, die ihre Lehre zum Holzspielzeugmacher absolvieren und die wir Ihnen auf den Seiten 16 und 17 vorstellen. Stellvertretend für alle neun jungen Leute, die gegenwärtig bei Wendt & Kühn lernen, und für eine Generation, die unsere gelebten Werte sowie die überlieferte handwerkliche Meisterschaft weitertragen werden. Davon erzählt auch unsere Titelgeschichte. Darin schildern wir Ihnen ab Seite 12, wie wir uns auch dann vom Musterschatz, den uns Grete und Olly Wendt hinterlassen haben, leiten lassen, wenn wir das Sortiment fortlaufend und ganz behutsam erweitern. Maßstab dafür ist das zeitlose Design unserer Figuren, das nicht an eine bestimmte Epoche oder an eine temporäre Modeerscheinung angelehnt ist. Vielmehr ist es die Beständigkeit in der Gestaltung, die zum Erfolg führt, wie unsere legendären Elfpunkteengel eindrucksvoll belegen. 1923 erblickten die ersten drei Engel, entworfen von meiner Großtante Grete Wendt, das Licht der Welt. 100 Jahre später fasziniert ein ganzes Engelorchester mit Ursprünglichkeit und Ausstrahlung Fans und Sammler in aller Welt. Besonders gespannt bin ich, wie Ihnen aus dem Reigen der diesjährigen Neuheiten und Wiederauflagen das Kinderpaar gefallen wird, das wir erstmals ins Sortiment aufnehmen. Davon besitzen wir im Archiv lediglich ein einziges historisches Muster – geschaffen von meiner Omi Olly vor über 80 Jahren. Erstaunlich, wie aktuell die dem Figurenpaar innewohnenden Botschaften sind: Einander vertrauen und sich aufeinander verlassen zu können, ist wichtiger denn je. Ich wünsche Ihnen viel Freude, neue Inspirationen und gute Unterhaltung mit der 34. Ausgabe der elfpunktepost. Ihre

Claudia Baer, geb. Wendt

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D E K O -T I P P

Farbenfrohe Deko zum Osterfest Sie möchten den Osterhasen mit einer außergewöhnlichen Tisch­dekoration beeindrucken? Wir stellen Ihnen eine zauberhafte Idee vor, die Sie ganz leicht nachdekorieren können.

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en Untergrund des Arrangements bildet ein kleines Holzbrett. Ein weißer Farbanstrich sorgt für eine ruhige Basis. Um das Eier-Ausblasen kommen Sie auch in diesem Jahr nicht herum – für Ihre Deko benötigen Sie circa sechs leere Eierschalen. Entfernen Sie vorsichtig deren oberen Teil und befestigen Sie die Eier mit Leim auf dem Brett. Mit etwas Wasser gefüllt, werden sie zu zarten Oster­ vasen, in denen kleine Wiesenblumen Platz finden. Ein bisschen Moos oder Gras bettet die Eierschalen sanft.

Nun ist alles vorbereitet für die Wendt & KühnOsterparade: Platzieren Sie die fröhlichen Hasenmusikanten in der Szenerie. Die Langohren haben in diesem Jahr ihren vorerst letzten Auftritt, bevor sie anschließend für mindestens fünf Jahre in den historischen Musterschrank der Manufaktur zurückkehren. Einen sonnengelben Farbtupfer setzen die kleinen Entenküken, die ihren Kopf mal vorwitzig nach vorn, mal verschmitzt nach hinten drehen. Dekorieren Sie aufgebrochene Eierschalen dazu, scheint es, als wären sie just aus dem Ei geschlüpft – ein liebevolles Detail mit Augenzwinkern. Weitere Ideen und Tipps finden Sie auf www.wendt-kuehn.de sowie auf www.pinterest.de/wendtundkuehn oder auf Instagram unter @wendtundkuehn

Bitte achten Sie beim Dekorieren darauf, die Figuren vor Feuchtigkeit zu schützen.

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FUNDSTÜCK

AKELEIEN IN AMERIKA

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ERMANY steht in großen Buchstaben in der Empfänger-Spalte einer Postkarte, die sich in unserem Archiv befindet. Frankiert ist sie mit drei Ein-Cent-Briefmarken, die den amerikanischen Schriftsteller, Erfinder und Staatsmann Benjamin Franklin (1706-1790) zeigen. Die Karte übermittelte im Jahr 1938 einen kurzen, ungemein herzlichen Gruß an Firmengründerin Grete Wendt. Kurt Engel und Fritz Lehmann von Boehner-Film Dresden, einer Produktionsfirma für Industrie- und Werbefilme, schrieben: „Hier wachsen so viele wilde Akeleien, nicht nur zu zweien und dreien, und deshalb dachten wir an Sie“. Höchstwahrscheinlich waren die beiden Filmemacher zuvor zu Dreharbeiten in den Grünhainichener Werkstätten gewesen und hatten vermutlich über die Blume Akelei gesprochen, die Grete Wendt zu mögen schien. Im Archiv ist eine Zeichen-

und Farbstudie zu dieser Gartenpflanze aufbewahrt. Dass die beiden Männer sich im fernen Amerika an die Begegnung mit Grete Wendt und an das Blumenthema erinnerten, zeugt von einem bleibenden Eindruck, den der Besuch in der Manufaktur hinterlassen haben muss. Und von einer herzerwärmenden Geste, die man vermutlich nur einem Menschen zuteilwerden lässt, der einen mit seinem Wesen und Schaffen tief berührt hat. Die Vorstellung, dass Regisseur und Kameramann eine Postkarte auf die Reise schicken, einzig und allein um Grete Wendt mitzuteilen, dass sie wilde Akeleien gesichtet haben, lässt staunen und schmunzeln zugleich.

G RÜ N H A I N I C H E N E R L E X I KO N

S WIE SAMMELSCHUBER

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ls Sammelschuber wird eine Aufbewahrungsbox bezeichnet, in der Magazine oder Bücher gut verwahrt werden können. Genau für diesen Zweck gibt es die „elfpunktepost-Bibliothek“. Ganz gleich, ob Sie treuer Leser der ersten Stunde sind oder erst seit Kurzem zum Leserkreis unseres Magazins gehören, für jedes Ihrer Exemplare wird ein passender Platz benötigt. Mindestens 20 Hefte lassen sich in der „elfpunktepost-Bibliothek“ bestens sortiert aufbewahren. Durch seine klassische Form und die Verzierung mit einem edlen Gold-Schriftzug wird der Schuber zum dekorativen Blickfang in Ihrem Bücherregal. Mit jedem neuen Heft füllt sich die Bibliothek, angereichert mit weiteren Geschichten aus der Manufaktur, mit historischen Betrachtungen und mit Erzählungen, die Erinnerungen wecken und berühren. Übrigens: 34 Ausgaben sind seit der ersten Veröffentlichung im Herbst 2005 bisher erschienen.

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AB SOFORT IM SORTIMENT

Beschwingt durch das Jahr Vergnügt, zuckersüß und klangvoll präsentiert sich die Frühjahrs­kollektion 2022. Mit Frohsinn und Leichtigkeit möchten die Figuren zuversichtlich durch das Jahr begleiten. Elfpunkteengel und Blumenkind erwarten Sie bereits jetzt bei Ihrem Händler, die weiteren Neuheiten machen sich ab Ende Mai auf den Weg in die Fachgeschäfte.

ENGEL MIT ALPHORN

(Höhe Figur 6 cm, Länge Sockelplatte 12 cm) 650/83

GROSSER AUFTRITT

Weich und beruhigend ist der Klang, wenn der Engel in sein Alphorn bläst. Diente das Instrument ursprünglich der Kommunikation in den Bergen, so hat es heute längst Einzug in die Herzen von Alphorn-Freunden in aller Welt gehalten. Mit seinen tiefen Tönen bereichert es Jazz-Kompositionen und moderne Stücke. Selbst in der klassischen Musik ist es anzutreffen. Und so gesellt sich der neue Musikant als liebenswürdiger Exot zum himmlischen Orchester. Seine Wirkung wird das beeindruckende Instrument nicht verfehlen – es kündigt schon heute weithin an, dass es im nächsten Jahr Großes zu feiern gibt, denn 2023 begehen die Grünhainichener Engel® ihren 100. Geburtstag.

Bitte beachten Sie: Die Artikel aus unserer Manufaktur erhalten Sie bei Ihrem Fachhändler oder in den haus­ eigenen Geschäften von Wendt & Kühn in Grünhainichen und in Seiffen sowie auf unserem Online-Marktplatz unter www.wendt-kuehn.de.

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BLÜTENPRACHT

Die griechische Göttin des Regenbogens, Iris, ist Namenspatin für die prächtige Blüte, die das neue Blumenmädchen fast ein wenig ehrfürchtig in seinen kleinen Händen hält. Es scheint zu wissen, mit welchem Geschick Mutter Natur hier am Werk war. Ebensolche Meisterschaft braucht es, wenn die Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker von Wendt & Kühn das filigrane Abbild aus Holz erschaffen – mit viel Liebe zum Detail und in handwerklicher Perfektion. Aus 14 sorgsam verleimten, zum Teil hauchdünnen Einzelteilen „wächst“ die extravagante Blüte. Mindestens genauso viel Fingerspitzengefühl ist vonnöten, wenn die Iris ihr beeindruckendes Farbkleid erhält. Ein helles, ein kräftiges und ein rötliches Gelb sowie ein reines Weiß und ein zartes Orange lassen die Blume Pinselstrich für Pinselstrich prachtvoller erblühen.

MÄDCHEN MIT IRIS

5248/28

(13 cm)


AB MAI IM SORTIMENT

ENGEL MIT TÖRTCHEN UND TULPE

(6 cm)

650/172

KRONENENGEL MIT BUCH

(6 cm)

6235/7

H E I N Z E L M Ä N N C H E N M I T S P AT E N

(6 cm)

5243/14

ZUCKERSÜSS

HIMMLISCHE FORTSETZUNG

TAT K R Ä F T I G

Eine rosafarbene Tulpe in der einen Hand, ein köstliches Sahnetörtchen in der anderen – so lässt der neue Engel die Herzen von Leckermäulern und Zuckerschnuten höherschlagen. Als „süßes Mitbringsel“ bei einem Besuch, als Einladung zum Kaffeekränzchen oder als geschmackvolles Geschenk für Backfeen und HobbyKonditoren.

Immer wieder wandert der Blick des Kronenengels versonnen in das große Buch in seinen Händen. Ob er daraus vorliest oder gerade die Noten eines Liedes studiert, bleibt der Fantasie des Betrachters überlassen. Der Engel im pastellfarbenen Kleid gesellt sich zu der anmutigen Figurengruppe der Kronenengel, zu der inzwischen zwei musikalische Vertreter, zwei fröhliche Gabenbringer sowie ein großer Lichterträger gehören. Zeitlos schöne, gefühlvolle Entwürfe, die bereits vor 1937 entstanden und aus der Zeichenfeder von Olly Wendt, geborene Sommer, stammen.

Schwungvoll und mit viel Arm- und Beinkraft gräbt das Heinzelmännchen den Spaten in den Boden. 1925/26 von Grete Wendt entworfen, verzückt der verschmitzt-sympathische Heinzel passionierte Gartenfreunde ebenso wie kleine Baumeister, die gern große Burgen schaufeln. Geeignet als ermutigender Begleiter für Bauherren und -frauen zum ersten Spatenstich. Oder als Dankeschön für liebe Menschen, die tatkräftig mit anpacken, wann immer Unterstützung benötigt wird.

Dieser Engel ist in den hauseigenen Ge­schäften von Wendt & Kühn in Grünhainichen und Seiffen auch mit einer ­gelben Tulpe und einem goldfarbenen Teller erhältlich.

DAS PERFEKTE GESCHENK

Reifentiere, Spandosen, Steckenpferd – und mittendrin der weltbekannte Elfpunkteengel: eine Szenerie mit vielen liebevollen Details, die bisher Servietten und eine Kerze von Wendt & Kühn zierte. Nun kommt eine hochwertig gestaltete Geschenkbox hinzu, die das bezaubernde Arrangement aufgreift und neben Motivkerze und Servietten auch Platz für einen Wendt & KühnLieblingsengel Ihrer Wahl bietet. Mit dieser individuell bestückbaren Geschenkverpackung bleiben keine Wünsche offen. GESCHENKBOX „ENGEL IM SPIELZEUGDORF“

(28 x 16,5 x 11,5 cm) GB/158

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AB MAI IM SORTIMENT

JUNGE MIT NELKE, AUF HÜGEL, MIT SCHALE AUS MEISSNER PORZELLAN

(Figur 9 cm, Schale 12 x 9 cm) 5226/2

MEISTERHAFTE FORTSETZUNG

Im vergangenen Jahr vereinten sich zum ersten Mal feinste Handwerkskunst von Wendt & Kühn und die Raffinesse der Porzellanmanufaktur Meissen in einem Set aus Blumenkind und Schälchen, das auf einer elegant gedeckten Tafel Akzente setzt. Geschaffen für Menschen mit höchsten Ansprüchen an Exklusivität und Werthaltigkeit. Nun wurde erneut ein Motiv der „Meissner Blumentafel“ – einer historischen Abbildung, die 36 kunstvolle Blütenzeichnungen zeigt – ausgewählt: In diesem Jahr hat der Junge mit Nelke seinen großen Auftritt. Die Meissner Künstler malen die Blume auf ein formschönes, mit Goldrand veredeltes Porzellanschälchen. Wieder bestand die anspruchsvolle Aufgabe in der Grünhainichener Manufaktur darin, die Formgebung und Farbvirtuosität der Meissner Zeichnung in die

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figürliche Fertigung zu überführen. Fünf verschiedene Weiß- und Rosatöne, meist lasierend aufgetragen, kommen zum Einsatz, wenn die Nelke mit feinem Pinselstrich zum Leben erweckt wird. Alle Blätter, und seien sie noch so klein, werden detailverliebt mit hauchzarten Blattadern verziert. Der kleine Junge mit kurzer Hose, Weste und grünem Hütchen vervollkommnet mit sanften Panflötenklängen das Arrangement. Die Exklusivität des Sets wird unterstrichen, indem die Jahreszahl der Fertigung – 2022 – auf die Unterseite der Porzellanschale gemalt wird – gleich unter die weltberühmten gekreuzten blauen Schwerter. Im nächsten Jahr soll die reizvolle Komposition aus Holz und Porzellan in einem weiteren Set ihre Fortsetzung finden.

E R L E B N I S W E LT HAUS MEISSEN®

Entdecken Sie die Welt des Porzellans bei einem Besuch der Erlebniswelt Meissen. Verschiedene Rundgänge geben Einblicke in die Fertigung und Gestaltung. Spezielle Familien- und Kinderführungen machen zudem die Herstellung des Porzellans auch für die Kleinsten mit allen Sinnen erlebbar. Im Museum der Meissen PorzellanStiftung können Sie Kunstwerke aus drei Jahrhunderten bestaunen. Details, Termine, Preise und Buchung unter www.erlebniswelt-meissen.com Erlebniswelt HAUS MEISSEN® Talstraße 9, 01662 Meißen


E I N FA C H

unzertrennlich

Ein Mädchen mit frechen Zöpfen, ein Junge mit kecker Ringel­mütze – so präsentiert sich das Kinderpaar, das im Mai dieses Jahres ins Sortiment unserer Manufaktur gelangt. Der Privatentwurf, der bisher nie in Serie gefertigt wurde, stammt von Olly Wendt, geborene Sommer.

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m 9. Oktober 1930 er­blickten die Zwillinge Hans und Sigrid Wendt das Licht der Welt. Von nun an waren sie geliebter Teil in Mutter Ollys Leben. Das Kinder­ lachen im Haus schien das künstlerische Schaffen der Gestalterin beflügelt zu haben: In den Jahren nach 1930 entwarf sie verschiedenste Variationen von Kinder­ paaren und Zwillingsfiguren. Da­runter auch dieses liebenswerte Exemplar. Ganz dicht sind die beiden zusammengerückt, vertrauensvoll legt der Junge den Arm auf den Rücken seiner Gefährtin. Während sie im orangefarbenen Sommerkleid recht mutig daherkommt, scheint der Junge etwas verlegen zu sein. Gut, dass er eine starke Freundin an seiner Seite hat. Und wer weiß, vielleicht ließ Olly Wendt, als sie das Figurenpaar entwarf, das Wesen ihrer eigenen Kinder in die Gestaltung einfließen. Historische Fotoaufnahmen und Erzählungen lassen vermuten, dass Sohn Hans oft der Zurückhaltendere war. Seine Schwester Sigrid schien im Kindesalter die Mutigere von beiden gewesen zu sein. Nach über 80 Jahren wird der seltene Entwurf nun wieder zum Leben erweckt und erstmals ins reguläre Sortiment auf-

genommen. Nur ein einziges historisches Muster befindet sich in unserem Archiv. Mit Kugelschreiber ist auf der Unterseite des Sockels vermerkt „Tante Olly für Uli + Elke“. Hinter Uli verbirgt sich Ollys Neffe Ulrich, ein Sohn ihres Lieblingsbruders Herbert. Ulrich und seiner Frau Elke schenkte sie – vermutlich erst in den 1950er Jahren und somit viele Jahre, nachdem sie die Figur entworfen hatte – das liebreizende Kinderpaar. Der Anlass

bleibt ein Geheimnis der Geschichte. Es ist jedoch weithin bekannt, dass es Olly Wendt stets größte Freude bereitete, liebe Menschen im Familien- und Freundeskreis mit ganz besonderen Entwürfen zu beschenken. Und auch heute noch ist das Kinderpaar ein wundervolles Geschenk für Eltern oder Großeltern, die in den beiden ihre eigenen Kinder oder Enkel sehen. Für Geschwister, die das Figurenpaar ermutigt, ein Leben lang einander beizustehen. Oder als ein Präsent für einen guten Freund oder eine Freundin, um die Erinnerung an gemeinsame Kindertage wachzuhalten.

BEREITS DIE VORDERANSICHT

IN EINER ERSTEN HAND­ S K I Z Z E verlieh Olly Wendt ihrer Idee des Kinderpaars Ausdruck. Die liebevollen Details wie Ringelmütze, Haarschleifen und Punktekleid arbeitete sie später im Gestaltungsprozess aus.

des Figurenpaars verzaubert. Der Blick auf dessen Rückseite rührt die Herzen der Betrachter abermals: Behutsam hat der Junge den Arm auf den Rücken seiner Gefährtin gelegt. Eine Geste, die Vertrauen und Zuneigung ausstrahlt. Die zarte Verzierung, die die Haube des Mädchens schmückt, setzt ein weiteres gestalterisches i-Tüpfelchen. K I N D E R PA A R

(6,5 cm)

5322/7

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HN

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W

ENDT &

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Für gemeinsame Wege

Leben bedeutet Veränderung – Neues ausprobieren, die Chancen für Freude und Glück wahrnehmen, abbiegen, wo man sonst geradeaus ging. In solchen Momenten ist es ein schönes Gefühl, einen treuen Begleiter an seiner Seite zu wissen. Gut gerüstet, ist der Weltenbummler für dieses Abenteuer bereit.

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n seinen goldenen Koffer hat er ein Päckchen Mut, ein Bündel Zuversicht sowie eine Portion Frohsinn gepackt. Sein besonnenes Wesen macht ihn zu einem zuverlässigen Gefährten in den unterschiedlichsten Lebenslagen, wann immer man die ­ersten Schritte eines neuen Weges geht: Als ­Mutmacher zum Ausbildungsbeginn oder zum Start ins S­ tudium. Auf dem Schreibtisch platziert als vertrautes „Gesicht“ im neuen Job. Als „Anker“ in der neuen – vielleicht ersten eigenen – Wohnung. Bei einer großen Reise oder einem Auslandssemester als ein Stück Heimat in der Fremde.

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Und weil solche Vorhaben ganz persönliche Ereignisse sind, lässt sich die Figur ab sofort in kunstvoller Typografie mit einer Widmung, einem Namen oder Datum versehen. Mit der Aufschrift ­„Abitur“ oder „Abschluss“ und einer Jahreszahl verziert, ist er ein individuelles Präsent für Menschen, bei denen ein Lebensabschnitt endet und ein neuer beginnt. Auch als ein liebevolles Geschenk an sich selbst mit den Mut machenden Worten: „2022 – Mein Jahr“ eignet sich der Engel mit goldenem Koffer auf wundervolle Weise. So entstehen Einzelstücke, die es kein zweites Mal gibt und die Erinnerungen an ganz besondere Ereignisse im Leben bewahren. Im vorderen Sockelbereich stehen für die Beschriftung bis zu neun, im hinteren maximal vier Zeichen zur Verfügung.


N E U E S O N D E R A U S S T E L L U N G I N D E R W E N D T & K Ü H N - W E LT

WENDT & KÜHN-REISE

Elf Punkte – Ein Zauber

S 360 GRAD

Die Manufaktur in vier Jahreszeiten Frühlingshaftes Vogelgezwitscher, warme Sommer-­Sonnen­strahlen, das Rascheln des Herbstlaubs, das Prickeln kalter Winterluft auf der Haut – ein Jahr hat viele Facetten und jede Jahreszeit ihren ganz eigenen Charme. Zugleich ist jedes Jahr geprägt von wiederkehrenden Ereignissen, die Verbindungen stärken und Bewährtes beibehalten, aber auch Neues hervorbringen.

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n einem 360-Grad-Rundumblick fängt die neue Sonderausstellung in der Wendt & Kühn-Welt in Grünhainichen anhand zahlreicher noch nie gezeigter privater „Schnappschüsse“ und professioneller Fotos, untermalt von Figuren und Dokumenten aus dem Firmenarchiv, die Stimmung der vier Jahreszeiten ein und erzählt, welche Themen die Manufaktur in den zwölf Kalendermonaten beschäftigen. So ist der Frühling nicht nur vom inspirierenden Erwachen der Natur geprägt, er war und ist auch die Zeit der Messen, auf denen neue Sortimente präsentiert werden. Heiße Sommertage laden zum Verweilen im Garten ein, dem Ort der Gastlichkeit und der Spielereien, zum Ausruhen und Ideen sammeln. Und gleichzeitig ist der Sommer die Jahreszeit, in der alle ABC-Schützen und Auszubildenden beginnen, neue Wege zu beschreiten. Der frühe Herbst lässt die Reiselust noch einmal hochleben, bevor die geschäftige Vorweihnachtszeit in der Manufaktur alle Kräfte bündelt. Besonders reizvoll kann der Winter im Erzgebirge sein. Die weiße Schneedecke legt sich mitunter wochenlang über Grünhainichen und die angrenzenden Ortschaften. Für Schlittenfahrer ist dies ein großer Spaß, den sich auch Grete Wendt nicht entgehen ließ. Die Schau ist ab dem 26. Mai 2022 in der Wendt & Kühn-Welt in Grünhainichen zu sehen, die täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist.

eit 1915 steht Wendt & Kühn für eine einzigartige Verbindung von unverwechselbarem Design mit der handwerklichen Tradition des Erzgebirges. Erleben Sie diesen Mythos bei einer exklusiven fünftägigen Reise (5. bis 9. Mai 2022). Tauchen Sie ein in die Geschichte der Manufaktur am Stammsitz in Grünhainichen, erkunden Sie die Natur bei einer geführten Wanderung entlang des Blumenkinderpfades, lassen Sie sich inspirieren von der beeindruckenden Kulisse unserer Figurenwelt in Seiffen und werden Sie dort in der Kreativ-Galerie selbst zum Künstler. Eine wundervolle Fügung: Die Reise findet über das Muttertags-Wochenende hinweg statt – vielleicht ein schöner Anlass, um Danke zu sagen und gemeinsam mit der Mama zu verreisen? WA S S I E A U S S E R D E M E R WA R T E T :

• Bergkirche Seiffen mit Führung und kleinem Orgelspiel, bei Interesse anschließend ein kleiner nächtlicher Rundgang durch Seiffen • Freilichtmuseum Seiffen mit Reifendreherei • Erzgebirgsrundfahrt mit Besuch Fichtelberg und Bergstadt Annaberg-Buchholz Das komplette Programm finden Sie auf unserer Internetseite www.wendt-kuehn.de in der Rubrik „Erleben“ unter „Reiseangebot“. Auch am Telefon informieren wir Sie gern ausführlich zu den Reisedetails: (037294) 86 128. DIE LEISTUNGEN

• 4 Übernachtungen (5. bis 9. Mai 2022) mit Halb­pension im Hotel Erbgericht „Buntes Haus“ Seiffen • 3 x Mittagessen • Kurtaxe, Eintrittsgelder gemäß Programm, Erinnerungsgeschenk, Busfahrten (Grün­ hainichen, Erzgebirgsrundfahrt), während des gesamten Programms Begleitung durch regionale Gästeführer, Reisesicherungsschein DER PREIS

529 € pro Person im Doppelzimmer, 48 € Einzelzimmer­zuschlag Eine Anmeldung ist bis zum 20. April 2022 möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Veranstalter der Reise ist die sport+marketing agentur härtel. Für Ihre Buchung oder Fragen zur Wendt & KühnReise erreichen Sie uns täglich von 10 bis 17 Uhr unter (037294) 86 128 oder per E-Mail an erlebnis@wendt-kuehn.de.

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TITELGESCHICHTE

N AT U R S T U D I E N , bei denen die Größenverhältnisse und die Lage der einzelnen Blütenbestandteile untersucht werden, stehen am Anfang der Gestaltung eines neuen Blumenentwurfes.

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WIE NEUES DEM

Musterschatz entspringt

In der Herbst-Ausgabe 2021 unserer elfpunktepost haben wir Ihnen erzählt, wie „ruhende Muster“ wieder zum Leben erweckt werden und ins Sortiment zurückkehren. Wie aber entstehen neue Figuren? Denken Sie an die legendären Elfpunkteengel. Die meisten stammen aus der Feder von Firmengründerin Grete Wendt, die sie ab 1923 entwarf. Auch nach ihrem Tod kommt jährlich eine Neuheit hinzu. Oder an die Blumenkinder und Serien wie die Goldedition und die „Klangfarbe Weiß“. Die Familie der Margeriten­ engel von Olly Wendt, geborene Sommer, wurde ebenfalls um neue Mitglieder ergänzt. Wir möchten Ihnen verraten, wie wir uns auch dann vom ursprünglichen Sortiment, das Grete und Olly Wendt geschaffen und hinterlassen haben, leiten lassen, wenn wir es fortlaufend und ganz behutsam erweitern. GRETE WENDT AM ZEICHENTISCH

in ihrem Arbeitszimmer, 1936. Die Entwürfe, die hier entstanden, sind noch heute Kompass für unser Schaffen.

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en Anfang bildet – wie so oft – eine Idee. Und doch: „Jede Figur muss Grete oder Olly bleiben“, unterstreicht P ­ roduktgestalterin Katrin Wojtkowiak. „Beide Frauen stehen bei neuen Entwürfen gewissermaßen hinter mir und schauen mir über die Schulter, wenn ich versuche, ein Thema in die Zeitlosigkeit zu übersetzen.“ Gemeint ist damit: Es gibt keinen Margeritenengel mit Handy, aber mit einem klassischen Telefon schon. Auch bei der Mode lässt sich die Gestalterin von zeitlosen Elementen, die es in Gretes und Ollys Ära genauso gab wie heute, inspirieren. Und so wirken die Blumenkinder mit Krempelhose und Stirnband, mit Kleid im Lagenlook und ­feschem Zopf nicht zeitgebunden, sondern zeitlos schön. Wendt & Kühn-­Figuren fallen niemals aus der Zeit. Wie genau entsteht nun ein „neues“ Blumenkind? Katrin Wojtkowiak beschreibt den langen, behutsamen Weg: „Die wunderbare Gruppe der Blumenkinder hat es verdient, weitergeführt zu werden, zumal ein Sortiment nicht stehenbleiben darf. Dazu wagen wir Neuinterpretationen, die dem

Charakter und der Ausstrahlung der ,Erstgeborenen‘ entsprechen.“ Die Formensprache des Erbes ist die oberste Leitlinie. „Manchmal ist es ein Ringen mit den Ansprüchen und Erwartungen an die Form. Es gilt, neue Ansätze zu entwickeln und dabei stets dem Musterschatz treu zu bleiben.“ Am Anfang steht die Frage: Welche Blume soll das Kind tragen? Grete Wendt ließ sich stets von der Natur inspirie­ ren. Überliefert ist, dass sie oft und gern Blumen auf den Wiesen rund um Grünhainichen sammelte. Auch Katrin ­Wojtkowiak sucht Anregungen in der Natur: „Gretes Blumen sind natürlich, keine Zuchtblumen. Daran orientieren wir uns bei unserer Entscheidung für einen neuen Entwurf.“ Auch Abteilungen wie Marketing und Vertrieb haben

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werden in der Leimerei zur kunstvollen Blüte vereint. Das für die Iris charakteristische, nach unten geneigte Blatt wird in einen winzigen Schlitz eingesteckt. 1 4 E I N Z E LT E I L E

„Es gilt, neue Ansätze zu entwickeln und dabei stets dem Musterschatz treu zu bleiben.“ b­ ereits jetzt ein Wörtchen mitzureden. So muss zum Beispiel auch der Name passen: Taubnessel, Pechnelke oder Pestwurz sehen zwar schön aus, doch für den Verkauf braucht es einen wohlklingenden Begriff.

„Die Nähe zum Musterschatz ist unser Kompass“, sagt die Gestalterin. Und sie empfindet das nicht als Beschränkung, sondern als Leitlinie für das harmonische Zusammenspiel von Alt und Neu. So gibt es bei jedem „neuen“ Blumenkind unumstößliche Prämissen, die zu beachten sind: Die kindliche Unbekümmertheit und die liebenswerte Naivität, die es ausstrahlen soll. Die überdimensionale Proportion der Blüte. Den hochgereckten Kopf und die aufrechte Körperhaltung, mit der das Kind die Blume stolz vor sich herträgt. „Am Ende soll die Figur denen, die sie sich anschauen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Wenn man all diese Leit­ linien beachtet, wird das auch gelingen“, ist sich die Gestalterin sicher.

FA R B E N , F O R M E N , F E R T I G U N G

Als Nächstes stellt sich die Frage: Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Dabei hilft oft der Blick aufs Sortiment, denn im wohl abgestimmten Zusammenspiel von Sammlerstücken liegt ein Teil des späteren Erfolgs. Das gilt auch für die Farben: Welche gibt es noch nicht so oft? Welchen Farbtupfer könnte das Ensemble gut gebrauchen? Auch die Kleidung will durchdacht sein: Einen Frühblüher pflückt man nicht im luftigen Sommerkleid, und im Herbst soll eine warme Mütze vor kühlem Luftzug schützen.

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Bei aller Kunst und Kreativität muss Katrin Wojtkowiak bei jedem Entwurf von Anfang an auch die spätere Umsetzbarkeit in der Fertigung im Auge behalten. „Ein einzelnes Muster als Prototyp gelingt meist“, weiß sie aus Erfahrung. „Doch es muss auch später bei 100 oder 1.000 Exemplaren funktionieren.“ Und so arbeiten bei jedem neuen Entwurf alle Meistereien eng zusammen. Wie dünn darf ein Blütenblatt sein, damit es sich möglichst natürlich aufrollt? Wie stark muss ein Stängel sein, damit er nicht bricht? Zwischen praktisch-stabil und kunstvoll-elegant liegt oft


MIT FEINEM PINSELSTRICH

werden die letzten zarten Verzierungen auf das Blütenblatt aufgemalt. Eine Fotostrecke zur Bemalung der Iris finden Sie auf www.wendt-kuehn.de in der Rubrik „Erleben“ unter „Einblicke bei Wendt & Kühn“.

nur ein Zehntelmillimeter. Die Gestalterin wünscht sich den Blüten­stängel möglichst filigran. Die Reklamations­ abteilung warnt: Macht ihn nicht zu dünn! Die Meisterinnen der Malereien überlegen, wie sie jede Stelle am besten mit dem Pinsel erreichen. Auch der Verpackung gilt der Weitblick. „Bei aller Feinheit darf nichts so filigran sein, dass es beim Transport bricht“, sagt Katrin Wojtkowiak und verrät ein Geheimnis: „Der Praxistest geht sogar manchmal so weit, dass wir die verpackte Figur einmal vom oberen Treppenabsatz nach unten werfen. Das schmerzt, muss aber sein.“ EIN LANGER WEG

Im engen Zusammenspiel zwischen allen Abteilungen der Manufaktur braucht es Geduld. Wie in der Natur, in der sich die Blüten behutsam entfalten. „Man muss Entwürfe auch mal ruhen lassen und darauf herumdenken. Ich habe zeitgleich immer mehrere Muster in Arbeit“, erzählt Katrin Wojtkowiak. Von der Musterserie bis zur ersten Produktion ist es ein langer Weg, der zwei bis drei Jahre dauert. „Man darf sich bei der Musterentwicklung nicht durch mögliche Stolpersteine, die bei der späteren Herstellung warten können, vom Weg abbringen lassen“, weiß die Gestalterin. Vielmehr eröffnet der Austausch mit den Meistereien oft neue Horizonte. Bisher Unmögliches wird möglich, Vorfreude beflügelt. Wie bei der neuen Serie, die in Zusammenarbeit mit der Meissner Porzellanmanufaktur entstand. So erschien die filigrane Ausprägung der Blumen vorab kaum realisierbar. Letztendlich erwiesen sich vermeintliche Hürden als Bereiche-

„Man muss Entwürfe auch mal ruhen lassen und darauf herumdenken.“ rung, die jetzt alle Beteiligten mit einer tiefen Zufriedenheit erfüllt. Und mit großem Stolz auf ihre kunstvolle Arbeit. Der Schatz, der bei Wendt & Kühn gehütet wird, bedeutet Segen und Verantwortung zugleich. Ihn zu bewahren und in die Zukunft zu führen ist eine ehrenvolle Aufgabe bei unserer mehr als 100-jährigen Firmengeschichte. Deshalb bleibt es vor der Freigabe eines jeden neuen Entwurfs immer bei der abschließenden Frage: „Ist das für euch, Grete und Olly, so in Ordnung?“

FA R B E N M E E R : Alle Farben, mit denen eine Figur bemalt wird, werden auf kleine Holzbrettchen aufgestrichen und in großen Schubkästen „archiviert“. Sie dienen als Vergleichsmuster und sichern so auch nach vielen Jahren der Figuren­fertigung die Farbtreue in der Bemalung.

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AUSBILDUNG ZUM HOLZSPIELZEUGMACHER*

AUF EIN WORT … Drei Auszubildende erzählen

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chnitzen und Drechseln, Leimen und Malen, Entwerfen und Umsetzen: Diese Tätigkeiten sind zum vertrauten Alltag für die neun jungen Menschen geworden, die derzeit in unserer Manufaktur den Beruf des Holzspielzeug­machers* erlernen. Wir haben mit dreien von ihnen gesprochen und wollten wissen, was sie bewegt, warum sie sich für diesen Ausbildungsberuf entschieden haben und was sie seit Beginn ihrer Lehrzeit erlebten. Lesen Sie auf diesen Seiten ihre Geschichten. Auch wenn die Wege unserer Gesprächspartner ganz verschieden sind, eint sie doch alle die Leidenschaft für den Werkstoff Holz, die Freude am Kreativsein sowie die Faszination für das Handwerk. Und: ihr Stolz, solch einen besonderen Beruf zu erlernen. * Die Bezeichnung ist geschlechtsneutral gemeint. Selbstverständlich bezieht sie sich in gleicher Weise auf alle Gendergruppen.

Informationen zu Ausbildung und Praktikumsmöglichkeiten, kurze Videos, die Einblicke in die Manufaktur geben, Termine von Ausbildungsmessen sowie weitere Porträts von unseren Holzspielzeugmachern von morgen finden Sie unter www.wendt-kuehn.de in der Rubrik „Karriere“.

JOSIE GEORGI 17 JAHRE, 1. LEHRJAHR

Büchsenmacherin oder Holzspielzeugmacherin – das ist (bzw. war) hier die Frage. Mit Ersterem verbindet mich mein Interesse für die Jagd, die in meiner Familie Tradition hat. Mit Letzterem meine Leidenschaft für Holz. Schon seit der Grundschule konnte ich mir vorstellen, beruflich diese Richtung einzuschlagen. Mehrere Praktika und Ferienarbeitserfahrungen in einem Holzkunstbetrieb in meinem Heimatort ließen meinen Berufswunsch wachsen. Auch zu Hause hatte ich schon mit der Laubsäge gearbeitet. Holz hat mich bereits von Kindesbeinen an begleitet. So entschied ich mich schließlich für die Ausbildung zur Holzspielzeugmacherin. Wendt & Kühn kannte ich von meiner Uroma, und nach eingehender Recherche stellte ich fest: Diese Engel gefallen mir am besten, ihre Gesichter und Farben faszinieren mich. Ich habe mich riesig gefreut, als ich hierher zum Probearbeiten eingeladen wurde. Normalerweise ‚schnuppern‘ die

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angehenden Auszubildenden zwei Tage lang in den verschiedenen Meistereien. So bekommen sowohl wir Interessenten als auch Wendt & Kühn einen Eindruck, ob wir zusammenpassen. Aufgrund von Corona hatten wir für dieses Kennenlernen leider nur zwei Stunden Zeit. Doch zum Glück reichten mir diese 120 Minuten, um zu wissen: Hier möchte ich lernen. Bisher hatte ich meinen Einsatz in der Leimerei. Als ich die Blumen für die Blumenkinder und die ­Instrumente für die Engelmusikanten leimte, war ich erstaunt, wie winzig und filigran die Holzteilchen sind. Umso stolzer bin ich, wenn ich im Ladengeschäft den ­fertigen Engel sehe und mich frage, ob vielleicht genau dieses Akkordeon von mir zusammengeleimt wurde.“ Meine Lieblingsfigur: Der Engelmusikant mit Horn, weil er mich an das Jagdhorn erinnert, das ich selbst leidenschaftlich gern spiele.


TIM RICHTER 18 JAHRE, 2. LEHRJAHR

Seit der neunten Klasse besuchte ich viele Ausbildungsmessen gemeinsam mit meiner Mama – zugegeben: nicht immer ganz freiwillig. Sie war es auch, die mich zum Info-Tisch von Wendt & Kühn ‚schob‘. Ich kam mit Herrn Stanzel, meinem heutigen Ausbilder, ins Gespräch und wurde zu den Schnuppertagen eingeladen. Das familiäre und freundliche Betriebsklima gefiel mir sofort. Auch, dass man einfach fragen konnte, wenn man Hilfe brauchte. Das ist auch jetzt noch so. Schon immer habe ich gern gezeichnet und gemalt. Auch in der Ausbildung gehört die Malerei zu meinen Lieblingsabteilungen. Dass ich einer der wenigen Männer im Betrieb bin, stört mich überhaupt nicht. Nur meine großen Hände, eher ‚Bärenklauen‘, haben es mir anfangs in der Leimerei etwas schwer gemacht. Aber wenn man es wirklich schaffen will, lernt man(n) auch das.

Nicht selten muss ich Bekannten erklären, was ein Holzspielzeugmacher ist – aber diese Aufklärungsarbeit leiste ich gern. Wer kann schon von sich behaupten, dass er an der deutschlandweit einzigen Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule lernt? An der Berufsschule in Seiffen herrscht eine entspannte Atmosphäre, mit kleinen Klassen und netten Lehrern. Neben meinem Lieblingsfach Werkstoffbearbeitung haben wir zum Beispiel noch ‚Gestaltung, Entwurf, Planung‘, Ober­flächenbehandlung und CAD-Unterricht. Nicht nur ich bin froh, dass ich diesen Beruf erlerne. Auch meine Familie ist überglücklich. Danke, Mama, dass du mich damals ‚geschoben‘ hast.“ Meine Lieblingsfigur: Der kleine Margeritenengel, der gerade einen Lichterengel bemalt. Vielleicht weil er den Blick in die Zukunft zeigt – wenn ich später selbst mit Engelsgeduld solch einen Lichterengel verziere.

L I L LY S O P H I E K M E T S C H 19 JAHRE, 3. LEHRJAHR

Um ehrlich zu sein, hatte ich zuvor noch nie etwas von ‚Volkskunst‘ gehört. Als meine Mutter eines Tages das Spielzeugdorf Seiffen besuchte, sagte sie völlig begeistert zu mir: ‚Guck dir das mal an!‘ Dieser Satz sollte mein Leben verändern. Sie schickte mir den Link zur Internetseite von Wendt & Kühn. Die erste Meisterei, die ich in meiner praktischen Ausbildung im Betrieb kennenlernen durfte, war die Taucherei. Tauchen, Schleifen, Kitten – diese Abwechslung gefiel mir. Und so verließ ich die Taucherei, die bis heute meine Lieblingsabteilung ist, nur ungern. Was ich nie vergessen werde, ist meine Zeit in der Wendt & Kühn-Figurenwelt in Seiffen – als ich gefragt wurde, ob ich Lust hätte, eine Woche lang in unserer Verkaufsgalerie auszuhelfen. Und ob ich Lust hatte! Über diese einmalige Gelegenheit habe ich mich riesig gefreut – und darüber, dass Wendt & Kühn mir solch eine verantwor-

tungsvolle Aufgabe zutraute. Es war toll, mit den Menschen zu sprechen, die unsere Figuren lieben, und das Leuchten in ihren Augen zu sehen. Jeden Tag fuhr ich völlig erschöpft, aber überglücklich nach Hause. Im Moment kreisen meine Gedanken um das Prüfstück, das wir für die Abschlussprüfung entwickeln – von der Idee bis zur praktischen Umsetzung. Zum Glück stehen uns die Meister im Betrieb mit Rat und Tat zur Seite. Ich möchte einen Nussknacker gestalten und damit einen alten Familienbrauch fortführen, denn auch mein Uropa fertigte einst diese traditionsreiche Figur. Sicherlich wäre er sehr stolz auf mich. Und danach? Das lasse ich auf mich zukommen.“ Meine Lieblingsfigur: Mich faszinieren die wunderschönen Spieldosen von Wendt & Kühn. Zum Abschluss meiner Lehre möchte ich mich selbst mit einer belohnen.

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450 JAHRE SCHLOSS AUGUSTUSBURG

Von Kurfürst August, Bikern

UND GRETE WENDT

Keine zehn Kilometer von Grünhainichen, dem Stamm­sitz der Manufaktur, entfernt, thront das Schloss Augustusburg. Wer zu Wendt & Kühn ins Erzgebirge reist, fährt meist an dem imposanten Bauwerk vorbei oder macht hier einen Zwischenstopp, um das Schloss zu besichtigen, das aufgrund seiner Monumentalität und seiner Schätze zu den bekanntesten der Renaissancezeit Mitteleuropas zählt.

A

ls der sächsische Kurfürst August in den Jahren 1568 bis 1572 Schloss Augustusburg auf dem Schellenberg errichten ließ, war der Platz „hoch oben“ als Zeichen der Macht wohl überlegt. Der bis in alle Ecken symmetrische Gebäudekomplex erhebt sich auf einem 516 Meter hohen Kegel aus Quarzporphyr. Die von allen Seiten eindrucksvolle Lage des Jagd- und Lustschlosses brachte diesem den Beinamen „Krone des Erzgebirges“

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ein. Nach wie vor ist die Strahlkraft des Schlosses ungebrochen – weit über die sächsischen Grenzen hinaus. Es beherbergt eine der bedeutendsten und umfangreichsten Motorradsammlungen Europas, kurfürstliche Kaleschen und Kutschen sowie eines der wertvollsten Cranach-Gemälde des Landes Sachsen. Immer im Januar, im August und am 3. Oktober verwandelt sich das Renaissance-Schloss in ein Biker-Schloss. Zu den legendären Motorrad- und Oldtimer-Treffen pilgern hunderte Biker und tausende Liebhaber historischer Zweiräder aus ganz Europa. 2022 ist für das Schloss Augustusburg ein ganz besonderes Jahr: Es feiert sein 450-jähriges Jubiläum. Die Sonderausstellung „Kurfürst mit Weitblick“, die vom 30. April 2022 bis zum 8. Januar 2023 zu sehen sein wird, schaut auf das Leben von Landesvater August von Sachsen (1526 bis 1586) zurück und inszeniert in 13 Themenräumen auf 700 Quadratmetern das Leben und Wirken des Kurfürs-


ten und seiner Frau Anna. Den Höhepunkt bildet eine 360-Grad-Multimedia-Show, die eine kurfürstliche Festtafel aus dem 16. Jahrhundert in den Saal des Sommerhauses von Schloss Augustusburg projiziert. Die Besucher werden selbst Teil der Jagdgesellschaft, des kurfürstlichen Festmahls und des lebendigen Treibens in der Schlossküche. „Das Festjahr wird mit einem ganzjährigen kulturellen Programm unsere Gäste in die Welt der Renaissance entführen. Neben der Sonderausstellung sind Vorträge, Kulinarik, ein Jubiläumskonzert sowie das Schloss- und Stadtfest Teil des Jubiläumsprogramms“, freut sich Patrizia Meyn, Geschäftsführerin der Augustusburg/Scharfenstein/Lichtenwalde Schlossbetriebe gGmbH. GRETE WENDT UND DAS SCHLOSS

Auch Firmengründerin Grete Wendt schien von Kurfürst Augusts Lustschloss fasziniert gewesen zu sein. In Grünhainichen geboren und aufgewachsen, war ihr das nahe gelegene Bauwerk wohl vertraut. Sogar künstlerisch setzte sie sich mit dem Schloss auseinander und schuf beispielsweise den Plakatentwurf „Luftkurort Augustusburg“. Im

Zentrum der Bleistiftzeichnung ist das Schloss in seiner imposanten Lage zu sehen. In einem Skizzenbuch findet sich eine ähnliche Zeichnung, die vermutlich 1907 oder 1908 entstand. Auch viele Ansichtskarten mit teilweise kolorierten Fotos von Augustusburg erreichten die Familie Wendt. Sorgsam wurden sie aufbewahrt und ermöglichen heute interessante Einblicke in die Lebenswelt von einst. So ist auf einer Karte aus dem Jahr 1905 zu lesen: „Liebe Grete! Wir sind heut von Chemnitz nach Augustusburg gelaufen und wollen wieder ganz zurück laufen. […] Schade, dass du heut nicht mit hier bist.“ Mindestens genauso beeindruckend sind die Entwürfe, die Grete Wendt für die Verzierung von Holzdosen anfertigte: In Handskizzen experimentierte sie, wie verschiedene Ansichten des markanten Schlosses Motiv einer Schmuckdose werden könnten. Möglicherweise entstand die Zeichenstudie im Rahmen ihrer Bewerbung für den Wettbewerb des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz für „Gute Reiseandenken“. Es ist bekannt, dass Grete Wendt dafür auch Dosen mit Stadtansichten von Meißen und Dresden einreichte. Ob aus dem Augustusburg-Entwurf tatsächlich eine SchlossSchatulle gefertigt wurde, ist nicht überliefert. Kurfürst August hätten die Entwürfe mit Sicherheit gefallen …

A U S S C H N I T T aus einer kolorierten Zeichnung von Grete Wendt. Ansicht von Augustusburg, Wasserfarben über Bleistift

A U S S C H N I T T aus einer Seite in Grete Wendts Skizzenheft. In einem kreisrunden Ausschnitt experimentierte die Gestalterin mit verschiedenen Ansichten von Schloss Augustusburg. Das Motiv sollte den Deckel einer Dose schmücken.

Schloss Augustusburg und Kurfürst August heißen Sie herzlich willkommen! Alle Service-Informationen und Details zum Schloss, zur Jubiläums-Ausstellung sowie Termine für weitere spannende Veranstaltungen im Festjahr finden Sie unter www.die-sehenswerten-drei.de/ kurfuerst-mit-weitblick

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LEBENDIGE TRADITION

| Te i l 19

Für die Liebe ist es nie zu spät Beginnt Roy Wolf zu erzählen, zieht er sein Gegenüber mit seiner ruhigen und zugleich begeisternden Art sofort in den Bann. Ganz wie es die Wendt & KühnFiguren und Spieldosen vermögen. Es ist, als gehörten sie zusammen. Und so ist es tatsächlich, aber das brauchte seine Zeit.

E

s hätte im wahrsten Sinne des Wortes nahe gelegen, dass der in Frankenberg geborene Roy Wolf den Figuren, die im nur wenige Kilometer entfernten Grünhainichen das Licht der Welt erblicken, schon frühzeitig begegnet wäre und sich verliebt hätte. Doch es trug sich anders zu. Die Faszination für die Engelmusikanten und Blumenkinder von Wendt & Kühn begann bei dem sympathischen Wahl-Leipziger erst vor zehn Jahren, als er seine erste Figur geschenkt bekam. Es war der Engel mit Taktstock. „Die Ästhetik und die Ausstrahlung des Engels haben mich begeistert. Mein Wunsch nach einem eigenen himmlischen Orchester war geboren“, erinnert er sich heute. Inzwischen schmücken seinen 6-stufigen Engelberg stolze 78 Engel, die er alle als Geschenk erhalten hat. Doch nicht nur an die Grünhainichener Engel® hat er sein Herz verloren – auch fröhliche Blumenkinder, klangvolle Spieldosen, reich bemalte Engel sowie die eleganten Engel aus der Sonderedition „Klangfarbe Weiß“ verzaubern den jungen Mann und verschönern sein Zuhause. Eine ganz große Bedeutung hat für ihn der Engel mit Notenschlüssel, den ihm seine Mutter schenkte. Bei seiner Sammlung gehe es ihm jedoch nicht um Vollständigkeit, sondern um die Wirkung jedes einzelnen Stücks. Roy Wolf, der unter anderem jahrelang als Komparse an der Chemnitzer Oper tätig war, umgibt sich gern mit schönen Dingen. Mit einem zufriedenen und stolzen Lächeln steht er in der Wendt & Kühn-Welt in Grünhainichen vor einer Vitrine. In der einen Hand hält er das Mädchen mit Hasenglöckchen, in der anderen ein für ihn ganz bedeu-

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tendes Werk: seine druckfrische Masterarbeit. Wer inhaltlich ein eher trockenes wissenschaftliches Thema vermutet, der irrt. Roy Wolf war auf die Idee gekommen, seine Leidenschaft mit seinem angestrebten Abschluss im Studiengang „General Management“ zu verbinden. Wie gelingt es der Manufaktur seit über 100 Jahren, den Mythos Wendt & Kühn über die Zeiten und Generationen hinweg zu erhalten und immer wieder neue Menschen zu erreichen? So wie ihn selbst. Auch den Professor der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig, der ihn betreute, konnte Roy Wolf von der Thematik überzeugen. Der sympathische Sachse stürzte sich in die Arbeit – unterstützt von den entsprechenden Fachabteilungen der Manufaktur. Nachdem Experten-Interviews und Gruppendiskussionen geführt waren, musste das mehrere Stunden umfassende Tonmaterial zunächst verschriftlicht werden. Dann ging es an die Analyse, bevor Schlussfolgerungen und Empfehlungen abgeleitet werden konnten. Zuerst präsentierte Roy Wolf seine Masterarbeit an der Leipziger Hochschule. Mit durchweg positiver Resonanz. Auch in Grünhainichen stellte er die Methodik seiner Untersuchungen und seine Erkenntnisse vor. Hier erntete er ebenfalls Anerkennung für seine Leistung. Lachend erzählt der 41-Jährige, dass zum Zeitpunkt des Drucks und der Bindung seiner Arbeit lediglich zwei Farbkombinationen zur Auswahl standen. Wie der Zufall es wollte, war eine Option der dunkelgrüne Einband mit goldener Schrift. Da musste der junge Mann nicht lange überlegen und entschied sich für diese Variante – eine Hommage an die Marke Wendt & Kühn. In einem besonderen Raum seiner Wohnung bewahrt er die Abschlussarbeit nun auf – es ist ein Platz mit Dingen, die für ihn von großer persönlicher Bedeutung sind. Und wie das Leben so spielt: Während seiner Studien zur Masterarbeit ist Roy Wolf dem großen Hans Kunterbunt begegnet und hat sich abermals verliebt. Dieser hat nun auch einen Platz in dem „Wohlfühlzimmer“ gefunden. Auf dass noch viele weitere faszinierende Begegnungen folgen mögen.


O L LY W E N D T – D A S P O R T R ÄT

„Es hat mich zu Tränen gerührt“ – Stimmen zum Buch

LESERPOST

D

H

anke für das wunderschöne und so interessante Buch! Aufmachung, Texte, Illustrationen und der Einband als Kladde machen Leben und Werk der Künstlerin Olly Wendt zu einem einmaligen Erlebnis für Auge, Hand und Herz! Ich hebe mir das Buch bewusst für die Adventszeit auf und werde es dann intensiv lesen und betrachten. Ich empfinde das Werk als Kostbarkeit und bin beglückt, es erworben zu haben. G. FUCHS

aben Sie vielen Dank für das tolle Infomaterial für den Vortrag meiner Tochter über die Elf-Punkte-Engel und die Firma Wendt & Kühn. Frieda hat ihn mit großer Freude ausgearbeitet und heute vor der Klasse gehalten (und die Note 1 bekommen). Und dabei, wie sie sagte, einige neue Fans Ihrer Arbeiten gewonnen. Meine Großmutter hat im Jahr 1947 den ersten Engel bekommen und seitdem begleiten sie uns durch jede Adventszeit. Mittlerweile sind es bestimmt schon 50. Und auch ich freue mich, dass die Begeisterung, die schon ich als Kind hatte, nun auch auf die nächste Generation übergegangen ist.

| B o nn

I

n der vergangenen Woche habe ich mir das Buch über Olly Wendt gekauft. Schon die Einleitung hat mich zu Tränen gerührt. Die Episode über den jungen Hans und seinen Freund Bodo erinnert mich an das Schicksal meiner Eltern und meiner Familie, die 1946 aus dem Sudetenland ausgewiesen wurden und erst nach einigen Jahren wieder in die Nähe ihrer alten Heimat nach Adorf gezogen sind. Sehr geehrte Frau Baer, Sie und sicher Ihre Familie sowie die beiden Journalistinnen haben mit diesem Buch etwas ganz Besonderes erschaffen. Sie können sehr stolz darauf sein. Ich freue mich riesig, dass ich die Ausgabe Nr. 1.752 in meinen Händen halten kann. B. RIPPL

| Ad o r f / Vo gt l a nd

W

ie der Zufall es will: heute vor 98 Jahren haben meine Eltern [Anm. d. Red.: Magda und Olly Wendts Bruder Herbert] geheiratet und da passt es wunderbar, dass uns der sehr schöne „Buchband“ über „Tante Olly“ vorliegt. Gerade aus dem Berchtesgadener Land zurück, haben wir uns sofort in das so wertvoll ausgestaltete Buch vertieft. Es gefällt uns nicht nur vom Inhalt sehr gut, die ganze Aufmachung und Darstellung wird dem Bild gerecht, das ich mit „Tante Olly“ verbinde. K. SOMMER

| Be rl i n

D

as Buch ist wirklich eine bibliophile Kostbarkeit – ich habe selten so ein schönes Buch (schon das Format, die Papierqualität, das Gummibändchen) in den Händen gehalten! Es hat uns nun pünktlich in der Weihnachtszeit erreicht. Ich habe es schon Freunden gezeigt und es weiterempfohlen. Vielen Dank für diese Arbeit! U. LÖ B E L

| Berl in

I

hr Buch über Olly Wendt habe ich mit Freude und großem Interesse gelesen. Besonders beeindruckt hat mich das reiche Quellen- und Bildmaterial, das das Wirken von Olly Wendt sehr lebendig vor Augen führt. J. V I E T I G

| Kl einmachnow

Z

um Weihnachtsfest 2021 habe ich von meinen Kindern Ihr wunderschönes Buch über Olly Wendt erhalten. Der Inhalt ist sehr informativ und sehr gut gestaltet. Nochmals vielen Dank für diese Auflage. W. PAU L

| Dresden

Mehr zum Buch „Olly Wendt – Das Porträt“ erfahren Sie unter www.wendt-kuehn.de in der Rubrik „Service“.

F. W E I N H U B E R

| Leipzig

I

ch bin seit vielen Jahren Sammlerin und habe inzwischen auch meine Schwiegertochter begeistert. Ursprünglich bin ich durch meine Schwiegermutter auf die Engel und die Spieldosen aus Ihrer Manufaktur aufmerksam geworden. Bei ihrer Flucht 1945 brachte sie eine Spieldose mit nach Westdeutschland, die uns noch heute erfreut. Auch unser Sohn hat inzwischen seine eigene Spieluhr bekommen. Im Laufe der Zeit bewegt es mich hin und wieder, Ihnen zu schreiben und zu sagen, wie viel Freude wir an den schönen Dingen haben. U. P Ö H L E R

| Hannover

M

eine Frau und ich möchten Ihnen herzlich und aufrichtig für die sehr gelungene Reparatur danken. Wir haben diesen Schritt zu keinem Zeitpunkt bereut – ganz im Gegenteil! Es war genau die richtige Entscheidung und wir freuen uns darauf, die Engel aufzustellen und in voller Pracht bewundern zu können. Es ist großartig, dass das Haus Wendt & Kühn diesen überzeugenden Service anbietet. M . R A D E C K- G ÖT Z

| R atz eburg

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LETZTMALIG GEFERTIGT

| 2022

Auf Wiedersehen Die abgebildeten Figuren werden in diesem Jahr vorerst letztmalig dem Fachhandel zum Verkauf angeboten. Anschließend kehren sie für mindestens fünf Jahre in den historischen Musterschrank der Manufaktur zurück.

HASENMUSIKANT MIT

HASENMUSIKANT

HASENMUSIKANT

LIEDERBUCH UND FLÖTE

MIT TROMPETE

MIT GLOCKENSPIEL

REGENSCHIRM

5350/19

5350/36

5350/58

MARGERITENENGEL,

MARGERITENENGEL,

MARGERITENENGEL,

SITZEND, MIT TEIGROLLE

S I T Z E N D, M I T KO C H TO P F

SITZEND, MIT SPRITZTÜTE

U N D P L ÄT Z C H E N T E I G

634/70/17

UND HERZ

634/70/16

WA N D P R Ä S E N TAT I O N M I T S I E B E N

WA N D P R Ä S E N TAT I O N M I T S I E B E N

SCHIEBETELLERN, GROSS, DUNKEL

SCHIEBETELLERN, GROSS, GRÜN

S C H I E B E T E L L E R N , G R O S S , N AT U R

551/g/dunkel

( O H N E D E K O R AT I O N )

( O H N E D E K O R AT I O N )

551/g/gruen

551/g/natur

Editorische Notiz (Schreibweise männlich/weiblich/divers): Wir haben uns aus Gründen der besseren Lesbarkeit dafür entschieden, in einigen Texten das generische Maskulinum zu verwenden. Selbstverständlich sind damit alle Gendergruppen gemeint.

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634/70/18

WA N D P R Ä S E N TAT I O N M I T S I E B E N

IMPRESSUM elfpunktepost · 34. Ausgabe · Grünhainichen, März 2022 Herausgeber: Wendt & Kühn KG, Chemnitzer Straße 40 · 09579 Grünhainichen · Telefon (037294) 86 286 · info@wendt-kuehn.de · www.wendt-kuehn.de Verantw. Redakteure, V.i.S.d.P.: Claudia Baer, Thomas Rost, Wendt & Kühn KG · Redaktion: Lena Sabotta, Anja Broschinski, Marlis Rokitta, Wendt & Kühn KG; Dr. Sylva Sternkopf (S. 12 – 15) · Gestaltung: schech.net | Strategie. Kommunikation. Design. · Bildnachweise: Marcus Heilscher (Titel, 2, 23), Wendt & Kühn (3, 5 – 9, 21, 22, Postkarte), BLOOMS's GmbH (4), Archiv Wendt & Kühn KG (5, 9, 13, 19), Lucie Eisenmann (10, Postkarte), Juliane Mostertz (11, 12, 14 – 17, 20), Patrick Engert (18), ASL Schlossbetriebe gGmbH / KHM-Museumsverband (19) · Druck: Druckerei Gutermuth, Grünhainichen


W W W.W E N DT-K U E H N.D E WENDTUNDKUEHN


Mit besten Empfehlungen

W W W.W E N DT-K U E H N.D E WENDTUNDKUEHN


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Wendt & Kühn - elfpunktepost 34 (Frühjahr/Sommer 2022) by Wendt & Kühn - Issuu