PROMENIERWEGE FÜR DEN TOURISMUS
Das mondäne Leben im Hotel
Roland Flückiger-Seiler
Neben Strassen, Eisenbahnen und Schiffen, auf denen die Touristinnen und Touristen in der Hochblüte der Belle Époque ihre Feriendestinationen erreichten, spielten auch Verkehrswege eine wichtige Rolle, die dem reinen Vergnügen und der Erbauung dienten. Aussichtsreiche, kunstvoll bepflanzte und künstlich beleuchtete Promenierwege wurden an zahlreichen beliebten Tourismusorten in der Schweiz angelegt. Entlang der Seeufer mit Blick auf die umgebende Alpen- und Seenlandschaft, aber auch als Höhenwege rund um alpine Berghotels wurden diese touristischen Verkehrsinfrastrukturen bald zu wichtigen Trümpfen im umkämpften Hotelleriemarkt.
Promenierwege für die soziale Trennung
In der Belle Époque funktionierte das Leben in den meisten Hotels wie in einer geschlossenen Welt auf dem Ozeandampfer. Die Häuser boten den Gästen alles an, was diese zum Wohle ihres Aufenthalts wünschten. So vergnügte sich die Gesellschaft aus der Oberschicht in den Hotels unter ihresgleichen, von den gesellschaftlichen und sozialen Problemfeldern abgeschottet. Treffend charakterisiert der Schweizer Schriftsteller Konrad Falke im Jahr 1913 diese Gegensätze in seinem Roman Wengen: «Am Abend aber sehen die verwundert an die Hotelfenster heranschleichenden Bergler in den Ballsälen solch eine flimmernde Pracht, als
wäre der Märchenzauber König Laurins Wirklichkeit geworden.»1 Daneben lebte eine Bevölkerung, welche versuchte, ihre Lebensbedingungen mit Aktivitäten wie Blumen- und Souvenirverkäufen oder sogar mit Bettelei zu verbessern. So verdienten sich an etlichen Orten Künstler, deren Namen kaum noch bekannt sind, ihren Lebensunterhalt als Landschaftsmaler durch die Verkäufe von Bildern an promenierende Gäste. Die Schweiz war bis weit ins 19. Jahrhundert über grosse Strecken wirtschaftlich geschwächt, ohne eigene Rohstoffe und durch innenpolitische Wirren, wie den Sonderbundskrieg, geprägt. Gerade die Bevölkerung in den Berggebieten lebte vielerorts in Armut und Elend. 1891 schrieb der
1 Genf, Pont du Mont Blanc mit dem Grand Quai (Quai du Lac), Aufnahme von 1917.
(Foto: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / PK_004271)
2 Beispiel einer Quaianlage mit Kutschen und flankierenden Hotelbauten am Vierwaldstättersee, Aufnahme von 1914.
(Archiv Roland Flückiger)
Berner Rudolf von Tavel in seiner Dissertation: «Die Thatsache, dass die Touristen (…) in gewissen Gegenden auf’s Unangenehmste von alten und jungen Bettlern verfolgt werden, ist alljährlich Gegenstand mancher Zeitungsartikel. Zahlreiche Reise-Handbücher und Reisebeschreibungen erwähnen diese belästigende Erscheinung.»2
Es war auch die Zeit, in der die Einheimischen ihr Alphorn nicht aus Inbrunst spielten, sondern ihre Blaskunst für einen Batzen anboten und Bauernmädchen versuchten, mit Edelweiss und Enzian zu einem Geldstück zu gelangen. Der Reiseführerautor Karl Baedeker beklagte sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts dazu bitter: «Unter allen Gestalten und Vorwänden werden Anläufe auf den Geldbeutel eines Reisenden genommen.»3 Viele Einheimische verdingten sich als Diener oder Führer, Verkäufer oder wie erwähnt ganz einfach als Bettler.
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(Archiv Roland Flückiger)
Die sozioökonomische Diskrepanz zwischen Einheimischen und Reisenden kam mit dem boomenden Fremdenverkehr im 19. Jahrhundert vielerorts auch baulich zum Ausdruck. In den Städten mit frühem Tourismus bot man den Gästen eigene mit Bäumen und Sträuchern eingedeckte Spazierwege an. So konnten sie sich von den vielerorts herrschenden sozialen Problemen abwenden und mit Blick in die Ferne, in niedliche Landschaften und auf Berge und
Seen spazieren. Diese Promenierwege, für die Beat Wyss die Bezeichnung «urbane Aussichtsterrassen»4 prägte, wurden vor allem an den Seeufern errichtet (Abb. 2). Dort konnten die Touristinnen und Touristen in gemächlichem Tempo unter ihresgleichen promenieren, um auf diese Weise die bewunderte Umgebung besser zu geniessen und die Problemfelder der Einheimischen auf der Seite zu lassen.
Pioniere in der Westschweiz
Ein erster Promenierweg am Seeufer entstand kurz vor 1830 in Genf. Dort begann die Stadt 1829 in der Seebucht auf der linken Seite der «Rade de Genève» mit dem Bau des Grand Quai, später als Quai du Lac und heute als Quai Général Guisan bekannt (Abb. 1). Kurz danach kam der Quai des Bergues am Ufer gegenüber dazu, an dem 1834 das Hôtel des Bergues als erstes eigentliches Grand Hotel auf Schweizer Gebiet eröffnet wurde. Im selben Jahr entstand zur Erschliessung der Rousseau-Insel davor eine von Ingenieur Henri Dufour erbaute Drahtseilbrücke als weltweit erste bekannte Anlage und deshalb viel bestaunte Sensation.5 Mit diesen Spazieranlagen waren wichtige bauliche Voraussetzungen geschaffen, welche die Entwicklung von Genf im frühen Tourismus stark förderten. Die Promenierwege und auch der Hotelbau ausserhalb der Stadtmauern Genfs können im schweizerischen Rahmen als Pionierleistungen bezeichnet werden. Gleichzeitig waren sie auch ein bauliches Symbol für die Öffnung der ehemals geschlossenen, von Mauern befestigten Stadt und die Hinwendung zu einem neuen romantischen Geist, welcher die Natur ins Zentrum des Lebens rückte. Sie waren deshalb ein Vorbild für weitere Anlagen in der Schweiz.6
Am Genfersee bemühten sich auch weitere Gemeinden um das Wohl der Touristen beim Spazieren auf angenehmen Promenaden. Ein frühes Beispiel war Villeneuve, wo die Municipalité bereits 1828 beschloss, «[de] faire ranger la place de la Grand Rivaz, de la fermer soit avec des palissades en chênes soit avec des bouteroues ainsi que d’y planter des peupliers ou d’autres arbres».7 Diese Bemühungen um die Bepflanzung der Wege und Plätze zeigen auf, dass sich damals bereits etliche Touristen in Villeneuve aufhielten. Für diese entstand zwischen 1837 und 1841 beispielsweise auch das Hôtel Byron in einem noch vollständig unbewohnten Gebiet am Ufer des Genfersees, als erstes grosses Hotel in der freien Naturlandschaft (Abb. 3). Auch in Montreux und Vevey sowie in den weiteren Fremdenorten am Ufer des Sees erfreuten sich die Touristen bald einmal an speziellen Promenierwegen, die in der Regel von Baumalleen gesäumt waren und von etlichen Hotelbauten flankiert wurden (Abb. 4). In Ouchy bei Lausanne wurde 1857 die Société immobilière d’Ouchy gegründet mit dem Ziel, den Hafen und die Spazierwege zu verbessern und am Seeufer ein
Das Hotel Byron bei Villeneuve in einer frühen Darstellung um 1840.
neues Hotel zu errichten, das dann 1868 als Hotel Beau Rivage eröffnet werden und von der idyllischen Promenade profitieren konnte.
Thun und Berner Oberland
Bereits in den 1830er-Jahren begann auch die Stadt Thun, ihren Gästen Promenierwege anzubieten. Dort förderten die Gebrüder Knechtenhofer den Fremdenverkehr massiv. Der Thuner Rat Johann Peter Knechtenhofer (1762–1812) und sein Bruder Jakob Wilhelm (1766–1824) sowie dessen drei Söhne Johann Jakob, Johannes und Johann Friedrich betrachteten die Kombination zwischen hervorragender Natursituation und malerischen, historischen Bauten mit gut ausgebauten Gaststätten und deren Infrastrukturanlagen als Grundbedingung für einen erfolgreichen Tourismus. So entstand in Thun nordwestlich der Altstadt am Aareufer in mehreren Etappen die Schwäbis-Promenade als erster Promenierweg, der von den frühen Touristen am Ort besonders geschätzt wurde. In Interlaken entstand eine Ausnahme von der Regel: Dort, wo der direkte Bezug zu einem See fehlte, errichtete man am Höheweg eine Spaziermeile jenseits der alten Siedlungen von Unterseen und Aarmühle, mit Blick auf das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau, die von vielen Hotels flankiert wurde (Abb. 5). Die Hotelbesitzer an diesem Weg sorgten dafür, dass auf der nebenan liegenden Höhematte ein bis heute gültiges Bauverbot im Grundbuch eingetragen wurde.
Innerschweiz und Vierwaldstättersee In Luzern kamen die ersten Quaianlagen in Betrieb, als dort ein Brand im Juni 1833 einen Teil des Altstadtquartiers eingeäschert hatte. Beim Wiederaufbau entstanden mit dem Bauschutt rechts und links des Reussufers die ersten Spazierquais.8 So wurde 1836 ein Bauprojekt geplant, welches das Hofquartier mit dem Schwanenplatz auf der rechtsufrigen Altstadt seeseitig abschliessen sollte. Der Basler Architekt Melchior Berri (1801–1854) entwarf dazu ein Idealprojekt zum Bau von Häusern nach klassizistischem Vorbild, welches der Stadt ein ganz neues Gesicht gegeben hätte. Danach entstand auf

Initiative der Gebrüder Segesser das im August 1845 eröffnete Hotel Schweizerhof mit dem Schweizerhofquai. Auslöser einer weiteren intensiven Hotelbauphase war der im September 1865 vom Luzerner Regierungsrat genehmigte Bebauungsplan. Dieser regelte die Gestaltung einer neuen Spazieranlage als Fortsetzung des Schweizerhofquais, «wo die Fremden sich der schönen Aussicht wegen vorzugsweise aufhalten»9, mit dem Nationalquai (Abb. 6). In Weggis am See entstand erst nach der Jahrhundertwende, zwischen 1905 und 1909, eine grosszügige Quaianlage nach dem Vorbild der grossen Tourismusorte, die dort zum Bau von mehreren bedeutenden Hotels an dieser lang gezogenen Baumallee führte. Sie wurde bald mit einem monumentalen Brunnen ausgeschmückt und mit Kandelabern elektrisch beleuchtet (Abb. 7).10 Im benachbarten Brunnen hatte man vor 1870 eine Quaianlage für die Touristen des damals eröffneten Grand Hotels Waldstätterhof gebaut, kurz nach dem Bau der vom Bund massiv finanzierten Axenstrasse, welche dem Ort einen bedeutenden Zustrom von Touristen brachte.
4 Promenierquai bei Montreux, Aufnahme um 1920. (Foto: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Ans_05519-014AL-FL)
5 Interlaken, Spaziermeile am Höheweg um 1890. (Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C.)
Tessin
In den 1860er-Jahren begann der Bau von Quais auch im Tessin, vorerst in Lugano nach dem Vorbild von Genf oder Luzern. Zwischen 1863 und 1866 wurde die Riva Vincenzo Vela als Verbindung zwischen
6 Luzern, Nationalquai, Aufnahme von 1872. (Foto: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Ans_07027)
7 Weggis, Quaianlage mit dem Hotel Post im Vordergrund und Hotel Central im Hintergrund.
(Archiv Roland Flückiger)
dem historischen Stadtzentrum und dem Hotel du Parc (1904–1969 Grand Hotel Palace) errichtet. So konnte dieses Haus als damals unbestrittene Nummer eins unter den Hotels in Lugano seinen Gästen vor der Haustüre auch eine prächtige Anlage zum Promenieren zur Verfügung stellen, wie bereits drei Jahrzehnte zuvor Genf oder Luzern. Erstaunlicher-
8 Quai in Lugano um 1890.
(Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C.)
weise entstanden an diesem Quai aber, im Gegensatz zu den beiden genannten Städten, noch lange Zeit kaum neue Hotels direkt am See, wie eine Dokumentation von 1883 zeigt.11 Die Quaianlage von Lugano befeuerte also, im Gegensatz zu denjenigen von Genf und Luzern, nicht den Neubau von Hotels, sondern sie stellte den bereits bestehenden Betrieben bequeme Aussichts- und Promenierwege zur Verfügung. Dadurch war die Richtung der weiteren Entwicklung in Lugano definiert: vom historischen Zentrum aus in Richtung zum ehemaligen Fischerdorf Paradiso. Entscheidend gefördert wurde dies
auch durch die 1874 eröffnete Eisenbahnlinie von Lugano und Paradiso nach Chiasso. Dazu kam 1896 in Lugano eine der ersten elektrischen Tramlinien in der Schweiz, die als Touristenattraktion dem Quai entlang zur Talstation der bereits 1890 eröffneten Standseilbahn auf den Monte San Salvatore führte (Abb. 8). Dies führte in Paradiso bis 1910 zu einer weiteren Bauphase mit mehreren Hotels. Dazu gehörte das 1891 eröffnete Hotel Splendide als Beispiel eines bedeutenden Grand Hotels am Seeufer. Auch in Locarno kam eine Quaianlage hinzu, obwohl dort nur wenige Hotels direkt am See standen. Eins der wenigen war das Hotel Reber, das 1886 aus einer ehemaligen Villa entstand und im Baedeker als «erstes deutschgeführtes Haus, mit Garten am See»12 aufgeführt wurde. Berühmt wurde der Ort, als kurz nach 1870 die Eisenbahn nach Locarno als Seitenlinie der Gotthardbahn eröffnet wurde, die seit 1882 die Nordschweiz mit dem Tessin verbindet. Die Eröffnungsfeier für die Linie Bellinzona – Locarno fand im Dezember 1874 im Saal des noch nicht fertig erstellten, direkt über dem Bahnhof gebauten Grand Hotels Locarno statt. Dieses wurde dann 1875 offiziell eingeweiht, was zum Einzug von zahlreichen Touristen führte.13
Alpine Promenierwege
Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entstanden auch in touristischen Bergregionen besondere Promenierwege für die Touristen. So schlossen sich 1871 die führenden Hoteliers von Davos zusammen zur Schaffung der notwendigen Infrastruktur für die Touristinnen und Touristen. Dadurch kam Davos in den Genuss von zahlreichen fortschrittlichen Einrichtungen, die man sonst nur in grösseren Städten fand: etliche Promenierwege in der Gegend, die seit 1875 mit Gaslaternen beleuchtet wurden, seit 1878 ein Pferdetram, welches die damals noch baulich
getrennten Dorfteile Davos Platz und Davos Dorf verband, im Sommer mit Kutschen und im Winter mit Schlitten. 1887 entstand eine Tramwaygesellschaft mit dem Ziel einer Schienenverbindung auf der Dorfstrasse, die aber nie realisiert wurde, wie auch das später ausgearbeitete Projekt für einen elektrischen Omnibusbetrieb.
Auch in St. Moritz konnten die Gäste der Kuranlage im Bad, die seit den 1830er-Jahren ständig erweitert wurde, bald auf speziell eingerichteten Wegen geradeaus promenieren (Abb. 9). 1856 wurde ein grosses Kurhaus mit 60 Gästezimmern und zwei Speisesälen nach Plänen des St. Galler Architekten Wilhelm Kubly (1802–1872) eröffnet. Die Wege im Bad und im Dorf wurden bald einmal mit künstlichem Licht ausgeleuchtet und seit 1896 verband auch hier eine elektrische Strassenbahn das Dorf mit dem Kurhaus im Bad (Abb. 10).
In der Spätphase und zugleich Hochblüte der Walliser Gebirgshotellerie ist vielerorts ein bedeutender Ausbau der zu diesen Bauten gehörenden Infrastruktur zu erkennen, so beispielsweise im Aletschgebiet. Dort erstellte der Hotelkönig Emil Cathrein zu seinem Hotel Jungfrau am Eggishorn in Fiesch einen horizontal angelegten Spazierweg am steilen Abhang zur Betrachtung der Alpenwelt (Abb.11).14
Fazit
Die mit Bäumen und Sträuchern eingedeckten Quaianlagen in den Städten und Ortschaften am Seeufer, aber auch die Spazierwege zu den nahen Aussichtspunkten oder kleine Promenaden in den alpinen Gegenden erfreuten sich für einfache Spaziergänge der Touristinnen und Touristen einer besonderen Beliebtheit. Für manche Hotels am See, aber auch für alpine Berghotels zählten diese Spazierwege zu
9 St. Moritz-Bad, Kurhaus im Bad, um 1856. (Archiv Roland Flückiger)
10 Dorfansicht von St. Moritz mit dem elektrischen Tram. (Archiv Roland Flückiger)
den Trümpfen in ihrer Werbung. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 war diese Herrlichkeit, wie die meisten touristischen Aktivitäten, mit einem Schlag zu Ende. Nur einzelne Quaianlagen haben die Zeit bis heute als Original überstanden, etliche sind in neuster Zeit wieder aktiviert worden.
11 Hotel Jungfrau am Eggishorn in Fiesch mit dem speziell angelegten horizontalen Spazierweg am steilen Berghang. (Archiv Roland Flückiger)
RÉSUMÉ
DES CHEMINS DE PROMENADE POUR LES TOURISTES
À la Belle Époque, la plupart des hôtels vivaient en circuit fermé, comme des paquebots au milieu de l’océan. Avec l’essor du tourisme au XIXe siècle, la distinction entre hôtes et population locale ne se limita pas au style du logement, mais trouva aussi une expression architecturale. Dans les villes pionnières du tourisme, on proposa aux hôtes des promenades réservées, à l’ombre d’arbres et de bosquets. Aménagées surtout au bord des lacs, elles offraient de belles vues sur les Alpes et les rives. Les plus anciennes apparurent dès les années 1830 sur le Léman ; plus tard, on en créa dans l’Oberland bernois et sur le lac des Quatre-Cantons. Lors du dernier quart du XIXe siècle, des sentiers faciles destinés aux hôtes des stations fleurirent dans les régions touristiques d’altitude. Nombre d’hôtels riverains d’un lac, mais aussi des établissements alpins faisaient valoir ces promenades comme des atouts dans leur publicité. De rares quais ont subsisté jusqu’à nos jours dans leur état original ; quelques-uns ont été remis en service récemment.
Anmerkungen
1 Falke, Konrad: Wengen, Zürich 1913, S.78.
2 Von Tavel, Rudolf: Die wichtigsten Aenderungen in der Lebenshaltung der schweizerischen Hochgebirgsbewohner im Laufe des XIX. Jahrhunderts, Dissertation, Bern 1891, S. 3.
3 Treichler, Hans Peter: Die Schweiz um die Jahrhundertwende –Erinnerungen an die gute alte Zeit, Zürich 1985, S. 228.
4 Wyss, Beat: Luzern, in: Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850–1920 (Band 6). Bern 1991, S. 357–512.
5 Hiller, David; Lescaze, Bernard: Révolution inachevée, révolution oubliée. Genève 1992, S. 22ff; Corboz, André: Zur Wiedergründung – oder Stadtkernforschung einmal anders, in: Die Stadt mit Eigenschaften. Eine Hommage an Paul Hofer. Zürich 1991, S. 103ff.
6 Wo nicht anders angegeben, beziehen sich die Informationen auf: Flückiger-Seiler, Roland: Hotelträume zwischen Gletschern und Palmen – Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830–1920, Baden 2005; Flückiger-Seiler, Roland: Hotelpaläste zwischen Traum und Wirklichkeit – Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830–1920, Baden 2005.
7 Zitat nach Grote, Michèle: Aspects de l’histoire urbaine et de l’architecture, in: Villeneuve – Promenade dans son histoire. Villeneuve 1991, S. 134.
8 Ottiger, Roman: Luzerner Hotelbauten von 1833–1871 –Entwicklung einer Fremdenverkehrsstadt, Dissertation, Zürich 1976, S. 3.
9 Stadtarchiv Luzern: PS E 13, 15.
10 Bucher, Anton: Weggis, das Nizza des Vierwaldstättersees, Vitznau 1913; Weggiser Lesebuch «Cheschtene und Fiige». Offizielle Festschrift zum 100 Jahre-Jubiläum des Kur- und Verkehrsvereins Weggis 1893–1993, Weggis 1993; Jahresberichte des Kurverein Weggis 1906–1912.
RIASSUNTO PASSEGGIATE PANORAMICHE PER IL TURISMO
Durante la Belle Époque nella maggior parte degli alberghi la vita era come quella di un mondo chiuso su un transatlantico. Con il boom del turismo nel XIX secolo, la distinzione tra abitanti del luogo e turisti si manifestò in molti luoghi, oltre che negli edifici d’accoglienza specifici, anche nelle strutture urbane. Nelle città con un turismo precoce, agli ospiti venivano offerti percorsi pedonali ombreggiati con alberi e arbusti. Questi percorsi pedonali furono costruiti soprattutto sulle rive dei laghi con bella vista panoramica sul paesaggio alpino e lacustre circostante. I primi esempi risalgono agli anni Trenta del XIX secolo sul Lago Lemano, seguiti poi da analoghe realizzazioni nelle regioni turistiche dell’Oberland bernese e intorno al Lago dei Quattro Cantoni. Nell’ultimo quarto del XIX secolo furono realizzati speciali percorsi pedonali per il passeggio anche nelle regioni turistiche di montagna. Per alcuni alberghi sul lago, ma anche per quelli di montagna, questi percorsi pedonali erano uno dei punti di forza della loro pubblicità. Solo alcuni lungolaghi sono sopravvissuti fino ad oggi nella loro forma originale, mentre molti altri sono stati recentemente riattivati.
11 Grassi, Joseph: Lugano et ses environs, Lugano 1883.
12 Baedeker, Carl: Switzerland, and the adjacent portions of Italy, Savoy and the Tyrol. Handbook for travellers, Fifth edition, Coblenz 1872, S. 406.
13 Mondada, Giusepppe: Muralto 1881, prima e dopo. Locarno 1981.
14 Flückiger-Seiler, Roland: Das Hotel Jungfrau am Eggishorn, in: Blätter aus der Walliser Geschichte (XLV. Band), Brig 2013, S. 173–192.
Dr. Roland Flückiger
war in etlichen Denkmalpflegestellen und in der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) tätig. Seine aktuellen Forschungsthemen als selbstständiger Architekturhistoriker sind die Hotel- und Tourismusgeschichte sowie die ländliche Architektur. Im Bereich der Hotelgeschichte ist er nebst Beratungen und Lehraufträgen Autor von zahlreichen Publikationen sowie Initiant von diversen Aktivitäten im Umfeld historischer Hotels (www.historischehotels.ch). roland.flueckiger@gmx.ch