Ueli Seiler-Hugova
Wenn dr Himu äm Horizont äs Müntschi git Bärndütschi Gschichtli
Ueli Seiler-Hugova
Wenn dr Himu äm Horizont äs Müntschi git
Inhalt Mys Bärndütsch
Impressum Alle Angaben in diesem Buch wurden vom Autor nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und von ihm und vom Verlag mit Sorgfalt geprüft. Inhaltliche Fehler sind dennoch nicht auszuschliessen. Daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag übernehmen Verantwortung für etwaige Unstimmigkeiten. Alle Rechte vorbehalten, einschliesslich derjenigen des auszugsweisen Abdrucks und der elektronischen Wiedergabe. © 2021, Werd & Weber Verlag AG, Gwattstrasse 144, CH-3645 Thun/Gwatt Idee und Texte: Ueli Seiler-Hugova Bild Cover: Manuel Seiler Lektorat: Monika Künzi Schneider Werd & Weber Verlag AG: Gestaltung / Satz: Julian Spycher Gestaltung Umschlag: Darja Hosmann Korrektorat: Madeleine Hadorn ISBN 978-3-03818-324-2 www.weberverlag.ch Der Verlag Werd & Weber wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2021–2024 unterstützt.
8
Ä Schnudergieu u sys Outöli i de zwänzger Jahr
10
Natur pur u d Goudadere
14
Schile oder Göte, eins, zwei, drei
17
Wien ig ds Pfarrermädi mit «Grüessech» erchlüpft ha
21
D Eiche isch my Boum
23
Dr Ritterschlag u my Gralsburg
26
Dr Bärner Adrian vo Buebebärg
28
Rose und Lilie
32
Dr Esu, wo het um e Egge chönne luege
35
Ds Rosechrüz u d Rosechrüzer
37
Dr Füürvogu u d Presqu’Ile
40
D Galla Placidia u dr Theoderich der Grosse
44
Dr Steiner u dr Peschtalozzi pär Zuefau
47
Dr Tod vom Beat u Orfeo negro
50
Inhalt Mys Bärndütsch
Impressum Alle Angaben in diesem Buch wurden vom Autor nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und von ihm und vom Verlag mit Sorgfalt geprüft. Inhaltliche Fehler sind dennoch nicht auszuschliessen. Daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag übernehmen Verantwortung für etwaige Unstimmigkeiten. Alle Rechte vorbehalten, einschliesslich derjenigen des auszugsweisen Abdrucks und der elektronischen Wiedergabe. © 2021, Werd & Weber Verlag AG, Gwattstrasse 144, CH-3645 Thun/Gwatt Idee und Texte: Ueli Seiler-Hugova Bild Cover: Manuel Seiler Lektorat: Monika Künzi Schneider Werd & Weber Verlag AG: Gestaltung / Satz: Julian Spycher Gestaltung Umschlag: Darja Hosmann Korrektorat: Madeleine Hadorn ISBN 978-3-03818-324-2 www.weberverlag.ch Der Verlag Werd & Weber wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2021–2024 unterstützt.
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Ä Schnudergieu u sys Outöli i de zwänzger Jahr
10
Natur pur u d Goudadere
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Schile oder Göte, eins, zwei, drei
17
Wien ig ds Pfarrermädi mit «Grüessech» erchlüpft ha
21
D Eiche isch my Boum
23
Dr Ritterschlag u my Gralsburg
26
Dr Bärner Adrian vo Buebebärg
28
Rose und Lilie
32
Dr Esu, wo het um e Egge chönne luege
35
Ds Rosechrüz u d Rosechrüzer
37
Dr Füürvogu u d Presqu’Ile
40
D Galla Placidia u dr Theoderich der Grosse
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Dr Steiner u dr Peschtalozzi pär Zuefau
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Dr Tod vom Beat u Orfeo negro
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Mys Bärndütsch Mys Bärndütsch isch Bärndütsch, so, wien igs grad rede. Das, wo men ihm Bärndütsch seit, isch vo Tau zu Tau, vo Egg zu Egg angersch. Dr Seeländer seits angersch aus dr Ämmitaler oder dr Oberländer. Mi het früecher angersch gredt aus hütt. Die aute Eisser z Ins rede angersch. Drum isch mys Bärndütsch so, win es isch. I verglyche mys Gschribene mit däm, wien igs rede. Mi mues sich eifach a mys gschribne Bärndütsch gwane. We me wott. I chas nid angersch mache. I weis ou nid, wie mys Bärndütsch sich veränderet het i dene über sibezg Jahr, mit au dene Mönsche, won ig zämegläbt ha. My erschti Frou zum Byspiu isch ä Thurgouere gsi. Wen ig vo «kenem Gras» gredt ha, so het si sich mit «kanem Gres» güsseret. I ha ja viu ou im Usland Vorträg ggä. U da han i mys beschte Hochdütsch füregno. Trotzdäm hei d Usländer mängisch gmeint, si verstangi Schwyzerdütsch ganz guet. De han ig aube ä chli Bärndütsch gredt, dass si doch dr Ungerschied gmerkt hei. Dr Friedrich Dürrenmatt, wo ou ä Bärner gsi isch u sy Tochter im Schlössli gha het, het mer amau verzeut, won er in Dütschland einisch i sym beschte Hochdütsch ä Vortrag ggä heigi, heigi ä Zuehörer ihm zuegrüeft: «Sprechen Sie doch Hochdeutsch!» Är het gantwortet: «Ich kann nicht höher.» Ds Mittuhochdütsch, die Sprach, wo dr Wolfram von Eschenbach um zwöufhundert sy Parzival ddichtet 8
het, isch nächer am Bärndütsch aus äm Luther sys Hochdütsch, wo ja de zur dütsche Schriftsprach worde isch. Wenns bim Wolfram Vrouve heisst, säge mir im Bärnütsch Froue, bi Ougen rede mir vo Ouge, bi Vriunt vo Fründ, bi truric vo truurig, bi verswigen vo verschwige und so wyter. Dr letscht vo Hang gschribnig «Parzival» vom Wolfram isch z Bärn usecho. Das isch aafangs sibzger Jahr im füfzähte Jahrhundert gsi. Zur Zyt vo de Burgunder chriege u äm Niklaus von der Flüe. Nächär isch de scho dr Buechdruck cho. Bärndütsch isch i dr Schwyz dr beliebtischt Dialäkt. Übrigens rede Usländer mängisch vo Schwyzerdütsch, doch das gits nid. Die meischte Bärner läse Schriftdütsch. Das isch ihres eigetleche Läsi- u Schrybidütsch. Das Schriftdütsch cha me ou rede. Doch das isch für ä Schwyzer eher ä Chopfsprach. We me us sym Härz wott rede, mues me i sym Dialäkt parliere u schrybe. Äs git ou Dialäkt-Dichter, wie zum Byspiu dr Rudolf von Tavel, dr Simon Gfeller, dr Fritz Widmer («Gluscht, Gnusch u Gwunger») u dr Bärner Troubadour Mani Matter, dr Petro Lenz. Äs git sogar Bärner Rocksänger. Dr Bärner Sekundarlehrer Albert Meyer het d Odyssee vom Homer uf Bärndütsch übersetzt u het gmeint, dass sich Bärndütsch bsungers guet drzue eignet. U ig schrybe jetz myner Gschichte uf Bärndütsch. Das han ig mir, bis i sibenesibezgi bi gsi, nid ärloubt. I ha aber gmerkt, dass i die Gschichte nume uf Bärndütsch cha verzeue, oder de äbe nid. 9
Mys Bärndütsch Mys Bärndütsch isch Bärndütsch, so, wien igs grad rede. Das, wo men ihm Bärndütsch seit, isch vo Tau zu Tau, vo Egg zu Egg angersch. Dr Seeländer seits angersch aus dr Ämmitaler oder dr Oberländer. Mi het früecher angersch gredt aus hütt. Die aute Eisser z Ins rede angersch. Drum isch mys Bärndütsch so, win es isch. I verglyche mys Gschribene mit däm, wien igs rede. Mi mues sich eifach a mys gschribne Bärndütsch gwane. We me wott. I chas nid angersch mache. I weis ou nid, wie mys Bärndütsch sich veränderet het i dene über sibezg Jahr, mit au dene Mönsche, won ig zämegläbt ha. My erschti Frou zum Byspiu isch ä Thurgouere gsi. Wen ig vo «kenem Gras» gredt ha, so het si sich mit «kanem Gres» güsseret. I ha ja viu ou im Usland Vorträg ggä. U da han i mys beschte Hochdütsch füregno. Trotzdäm hei d Usländer mängisch gmeint, si verstangi Schwyzerdütsch ganz guet. De han ig aube ä chli Bärndütsch gredt, dass si doch dr Ungerschied gmerkt hei. Dr Friedrich Dürrenmatt, wo ou ä Bärner gsi isch u sy Tochter im Schlössli gha het, het mer amau verzeut, won er in Dütschland einisch i sym beschte Hochdütsch ä Vortrag ggä heigi, heigi ä Zuehörer ihm zuegrüeft: «Sprechen Sie doch Hochdeutsch!» Är het gantwortet: «Ich kann nicht höher.» Ds Mittuhochdütsch, die Sprach, wo dr Wolfram von Eschenbach um zwöufhundert sy Parzival ddichtet 8
het, isch nächer am Bärndütsch aus äm Luther sys Hochdütsch, wo ja de zur dütsche Schriftsprach worde isch. Wenns bim Wolfram Vrouve heisst, säge mir im Bärnütsch Froue, bi Ougen rede mir vo Ouge, bi Vriunt vo Fründ, bi truric vo truurig, bi verswigen vo verschwige und so wyter. Dr letscht vo Hang gschribnig «Parzival» vom Wolfram isch z Bärn usecho. Das isch aafangs sibzger Jahr im füfzähte Jahrhundert gsi. Zur Zyt vo de Burgunder chriege u äm Niklaus von der Flüe. Nächär isch de scho dr Buechdruck cho. Bärndütsch isch i dr Schwyz dr beliebtischt Dialäkt. Übrigens rede Usländer mängisch vo Schwyzerdütsch, doch das gits nid. Die meischte Bärner läse Schriftdütsch. Das isch ihres eigetleche Läsi- u Schrybidütsch. Das Schriftdütsch cha me ou rede. Doch das isch für ä Schwyzer eher ä Chopfsprach. We me us sym Härz wott rede, mues me i sym Dialäkt parliere u schrybe. Äs git ou Dialäkt-Dichter, wie zum Byspiu dr Rudolf von Tavel, dr Simon Gfeller, dr Fritz Widmer («Gluscht, Gnusch u Gwunger») u dr Bärner Troubadour Mani Matter, dr Petro Lenz. Äs git sogar Bärner Rocksänger. Dr Bärner Sekundarlehrer Albert Meyer het d Odyssee vom Homer uf Bärndütsch übersetzt u het gmeint, dass sich Bärndütsch bsungers guet drzue eignet. U ig schrybe jetz myner Gschichte uf Bärndütsch. Das han ig mir, bis i sibenesibezgi bi gsi, nid ärloubt. I ha aber gmerkt, dass i die Gschichte nume uf Bärndütsch cha verzeue, oder de äbe nid. 9
Ä Schnudergieu u sys Outöli i de zwänzger Jahr «Ä Schnudergieu u sys Outöli i de zwänzger Jahr», auso öppe vor hundert Jahr, isch ä Gschicht, die chönnt nid eifacher z verzeue sy: Immer wenn dä Gieu i d Schueu het müesse – wiu müesse het är, schüsch wär är nid ggange –, isch er bi dr Löiebärger Villa verbycho. Vorusse isch es chlys Outöli gsi, so nä blaue Zwöisitzer. Är het jedes Mau ychegluegt, ne hinger und vorne beougapflet. Jedes Mau, wen er verbycho isch, isch är däm Outöli nächer cho. Scho het är nid nume gluegt, sondern isch mit syne Häng zärtlich über d Garosserie gfahre, grad so wien er däheim äm Büsi übers Fäu kraulet het. Ds Outöli isch sys Liebesobjekt worde. Är isch richtig verliebt gsi. U we me verliebt isch, macht me Sache, wo über ds Erloubte use gö. Scho het er d Outotüre uuf- und zuegmacht. Scho isch är drinne ghocket. Scho het är ds Stüürrad aaglängt. Er het scho lang immer wider zuegluegt, wie me äs Auto aalat. Wie me mit dä Brämse umgeit. Das het är bim Mitfahre immer gnau studiert. Scho isch är wider drinne gsässe. U wies bi der Liebi isch, är isch nöigierig gsi, wie sys Liebesobjekt funktioniert. Scho het är dr Motor aagla, scho het är kupplet, scho isch ds Outöli ruckwys aagfahre. Niemer isch umewäg gsi und är isch losgfahre. Das heisst, ds Outöli isch gfahre. Äs isch säuber gfahre und het sym Name aui Ehr gmacht: Säubschtbeweger, Outo-mobil seit me däm. 10
Dr Gieu het syni Rosssterchine schnäu a de Zügu gha und isch gfahre u gfahre. Da isch i ihm son äs Glücks gfüeu usbbroche. Das isch für ihn ds Schönschte gsi, was ihm sys Liebesobjekt ggä het. Är isch fasch i ne Ruusch ynecho. Doch är isch zrügggfahre und isch grad derby gsi, ds Outöli wider schön a sy Platz z steue, da chunt der Löiebärger säuber us sym Huus u gseht u ghört, wie sys Outöli grad vomene junge Gieu parkiert wird. Das isch doch ä uverschante Gieu, dänkt är. Dr Gieu het scho uuf u dervo wöue. Dr Löiebärger het ne aagschroue: «Du Schnudergieu, was erloubsch du dir, mys Outöli aazlänge!» Der Löiebärger isch äbe ou verliebt gsi i sys Outöli. U jetz vergryft sich so ne Schnudergieu a syre Liebi! Der Gieu isch ganz verdatteret dagstange u het uf d Kataschtrophe gwartet. Der Löiebärger het aber scho ä chli gschmunzlet. Er isch erstuunt gsi, dass ä Vierzähjährige scho cha Outo fahre. Doch de isch är wider ärnschter worde u het gseit: «Zur Straf muesch du jede Samschtig mir mys Outo cho putze.» Dr Gieu het gmuulet: «U wen ig das nid wott?» Dr Löiebärger het gantwortet: «De geisch haut i ds Chefi.» So ischs cho, dass dr Gieu jede Samschtig, anstatt go z tschutte, ds Outöli vom Löiebärger het putzt. Schnäu het är das gärn gmacht. Jetz het är d Erloubnis gha, sym Liebesobjekt immer nächer chönne z cho. Är het pützerlet u aues glänzig gmacht. Är het ou der Motor und d Reder gsüberet. Dr Löiebärger het zwar jedes Mau no öppis besser wöue ha. Doch dr Gieu het scho 11
Ä Schnudergieu u sys Outöli i de zwänzger Jahr «Ä Schnudergieu u sys Outöli i de zwänzger Jahr», auso öppe vor hundert Jahr, isch ä Gschicht, die chönnt nid eifacher z verzeue sy: Immer wenn dä Gieu i d Schueu het müesse – wiu müesse het är, schüsch wär är nid ggange –, isch er bi dr Löiebärger Villa verbycho. Vorusse isch es chlys Outöli gsi, so nä blaue Zwöisitzer. Är het jedes Mau ychegluegt, ne hinger und vorne beougapflet. Jedes Mau, wen er verbycho isch, isch är däm Outöli nächer cho. Scho het är nid nume gluegt, sondern isch mit syne Häng zärtlich über d Garosserie gfahre, grad so wien er däheim äm Büsi übers Fäu kraulet het. Ds Outöli isch sys Liebesobjekt worde. Är isch richtig verliebt gsi. U we me verliebt isch, macht me Sache, wo über ds Erloubte use gö. Scho het er d Outotüre uuf- und zuegmacht. Scho isch är drinne ghocket. Scho het är ds Stüürrad aaglängt. Er het scho lang immer wider zuegluegt, wie me äs Auto aalat. Wie me mit dä Brämse umgeit. Das het är bim Mitfahre immer gnau studiert. Scho isch är wider drinne gsässe. U wies bi der Liebi isch, är isch nöigierig gsi, wie sys Liebesobjekt funktioniert. Scho het är dr Motor aagla, scho het är kupplet, scho isch ds Outöli ruckwys aagfahre. Niemer isch umewäg gsi und är isch losgfahre. Das heisst, ds Outöli isch gfahre. Äs isch säuber gfahre und het sym Name aui Ehr gmacht: Säubschtbeweger, Outo-mobil seit me däm. 10
Dr Gieu het syni Rosssterchine schnäu a de Zügu gha und isch gfahre u gfahre. Da isch i ihm son äs Glücks gfüeu usbbroche. Das isch für ihn ds Schönschte gsi, was ihm sys Liebesobjekt ggä het. Är isch fasch i ne Ruusch ynecho. Doch är isch zrügggfahre und isch grad derby gsi, ds Outöli wider schön a sy Platz z steue, da chunt der Löiebärger säuber us sym Huus u gseht u ghört, wie sys Outöli grad vomene junge Gieu parkiert wird. Das isch doch ä uverschante Gieu, dänkt är. Dr Gieu het scho uuf u dervo wöue. Dr Löiebärger het ne aagschroue: «Du Schnudergieu, was erloubsch du dir, mys Outöli aazlänge!» Der Löiebärger isch äbe ou verliebt gsi i sys Outöli. U jetz vergryft sich so ne Schnudergieu a syre Liebi! Der Gieu isch ganz verdatteret dagstange u het uf d Kataschtrophe gwartet. Der Löiebärger het aber scho ä chli gschmunzlet. Er isch erstuunt gsi, dass ä Vierzähjährige scho cha Outo fahre. Doch de isch är wider ärnschter worde u het gseit: «Zur Straf muesch du jede Samschtig mir mys Outo cho putze.» Dr Gieu het gmuulet: «U wen ig das nid wott?» Dr Löiebärger het gantwortet: «De geisch haut i ds Chefi.» So ischs cho, dass dr Gieu jede Samschtig, anstatt go z tschutte, ds Outöli vom Löiebärger het putzt. Schnäu het är das gärn gmacht. Jetz het är d Erloubnis gha, sym Liebesobjekt immer nächer chönne z cho. Är het pützerlet u aues glänzig gmacht. Är het ou der Motor und d Reder gsüberet. Dr Löiebärger het zwar jedes Mau no öppis besser wöue ha. Doch dr Gieu het scho 11
gmerkt, dass dr Löiebärger meh aus zfride isch. So hei di zwee sich ihri Liebi teilt. Gly isch dr Gieu für ä Löiebärger nümme ä Schnudergieu gsi u är het chönne mitfahre und mängisch ou sogar säuber hinger ds Stüürrad hocke. Einisch, wo dr Gieu bim Löiebärger verbychunt, gseht är ne verruckt im Outo hocke und flueche. Är het ds Outöli nid aabbracht. Är hätt scho lang a re wichtige Sitzig söue sy. Dr Gieu het ihm interessiert zuegluegt und het ihm gseit: «Chan ig schnäu säuber ychehocke? Vilecht bringen ig üsi Liebi i Bewegig.» Scho isch är drinne gsi, het aus guet aagluegt. Het alles fyn berüert, aus würd är däm Outöli chüderle. Da – plötzlich louft dr Motor! Dr Löiebärger het gstuunet und ddanket, isch wider säuber ygstige u drvogfahre. Dr Gieu het ddänkt, dass der Löiebärger z grob mit däm Outöli umggange isch: «I wär ou nid gfahre, we me so ugspürig mit mir umgieng.»
Morge früe zwüsche Schlafe u Wache plötzlech i Sinn cho. Aber es het warschynlich doch ä Zämehang mit mym Läbe. I dä sibzger Jahr han ig am Sunntig us mym Fänschter immer chönne beobachte, wie dr jung Schmid gägenüber sys nöie rote Outo gwäsche het. Wien är liebevou mit em Schwumm über d Garosserie gfahre isch, isch fasch erotisch aazluege gsi. I ha drby ddänkt, wen är sy Frou so liebevou tuet strychle, de het sis guet. Die Gschicht isch übrigens die erschti gsi, won ig bärndütsch ufgschribe ha.
D Gschicht isch scho fasch fertig. Dr Gieu het ä Outomechanikerlehr gmacht. Baud hei d Chunde nume no bi ihm wöue ihres Outo gä z repariere. Nid lang nach dr Lehr het är säuber ä Bude ufta. Scho het er die schönschte Outo i syre Wärchstatt gha. D Lüt hei eifach gstuunet, wie liebevoll er mit dene Outo um- gange isch. Bau het är ghürate u Ching gha. U mi het gseit, dass är mit syner Frou und de Ching fasch so fyn isch umggange wie mit syne Outo. Die Gschicht isch nid us mym Läbe. Äs isch ja i de zwänzger Jahr passiert. Doch si isch mir mau am 12
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gmerkt, dass dr Löiebärger meh aus zfride isch. So hei di zwee sich ihri Liebi teilt. Gly isch dr Gieu für ä Löiebärger nümme ä Schnudergieu gsi u är het chönne mitfahre und mängisch ou sogar säuber hinger ds Stüürrad hocke. Einisch, wo dr Gieu bim Löiebärger verbychunt, gseht är ne verruckt im Outo hocke und flueche. Är het ds Outöli nid aabbracht. Är hätt scho lang a re wichtige Sitzig söue sy. Dr Gieu het ihm interessiert zuegluegt und het ihm gseit: «Chan ig schnäu säuber ychehocke? Vilecht bringen ig üsi Liebi i Bewegig.» Scho isch är drinne gsi, het aus guet aagluegt. Het alles fyn berüert, aus würd är däm Outöli chüderle. Da – plötzlich louft dr Motor! Dr Löiebärger het gstuunet und ddanket, isch wider säuber ygstige u drvogfahre. Dr Gieu het ddänkt, dass der Löiebärger z grob mit däm Outöli umggange isch: «I wär ou nid gfahre, we me so ugspürig mit mir umgieng.»
Morge früe zwüsche Schlafe u Wache plötzlech i Sinn cho. Aber es het warschynlich doch ä Zämehang mit mym Läbe. I dä sibzger Jahr han ig am Sunntig us mym Fänschter immer chönne beobachte, wie dr jung Schmid gägenüber sys nöie rote Outo gwäsche het. Wien är liebevou mit em Schwumm über d Garosserie gfahre isch, isch fasch erotisch aazluege gsi. I ha drby ddänkt, wen är sy Frou so liebevou tuet strychle, de het sis guet. Die Gschicht isch übrigens die erschti gsi, won ig bärndütsch ufgschribe ha.
D Gschicht isch scho fasch fertig. Dr Gieu het ä Outomechanikerlehr gmacht. Baud hei d Chunde nume no bi ihm wöue ihres Outo gä z repariere. Nid lang nach dr Lehr het är säuber ä Bude ufta. Scho het er die schönschte Outo i syre Wärchstatt gha. D Lüt hei eifach gstuunet, wie liebevoll er mit dene Outo um- gange isch. Bau het är ghürate u Ching gha. U mi het gseit, dass är mit syner Frou und de Ching fasch so fyn isch umggange wie mit syne Outo. Die Gschicht isch nid us mym Läbe. Äs isch ja i de zwänzger Jahr passiert. Doch si isch mir mau am 12
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Natur pur u d Goudadere Aus Ching, öppe zähjährig, hei mer Natur pur gha. Mir hei unger em Sigriswilergrat gwohnt mit au syne Chräche, Wäuder u Weide. Immer wider hei mer z Wiud wasser gstouet u Teiche aagleit, wo mer äs paar Züg drinne hei chönne schwümme, bis äs Gwitter aus wider furtgschwemmt het. U mir hei wider chönne vo vor aafa. – Mir hei Hüttene im Waud bboue, Füürsteue errichtet u Härdöpfu bbrätlet. – Im Herbscht hei mer Beeri gsammlet, Schwümm heibbracht u dr Ätti het kontrolliert, was ässbar isch u was nid. Im Winter hei mer viu Schnee gha. Bis vor d Hustür. Üsi Schi hei mer optimiert, idäm mir ä Kante drufmontiert hei. De het me se gwachset, je nach Schneeart. Dr Siuberwachs het mir am beschte gfaue. Wen ig hei bi cho, sy myni Seck immer vou schöni Steine gstopft gsi. I ha se äm Ätti zeigt u är het mer vo Granite, Gneisse u vo Chauchschifer verzeut. I ha so langsam ä Steisammlig aagleit. I ha über ä Granit glehrt: «Feldspat, Quarz und Glimmer, das vergess ich nimmer.» Dr Ätti het äs chlyners Heimet gmietet gha, wo mer Geisse u Schaf, Hüener u Chüngle u nes Beijihuus gha hei. I ha de immer dür nes Wäudli düre müesse, um d Schaf u d Geisse go z fuere. Wenns gstürmt het, han i zu dä Tanne uechegluegt u ha gangschtet, ob die wankende Böim nid umgheie. Bi Dunkuheit dürs Wäudli z loufe, isch de aube ou gfürchig gsi. Auso, das isch doch mängisch ä garschtigi Muetprob worde. Aber d Tier hei müesse gfueteret, d Geisse gmouche wärde. 14
Im Stau isch es drfür schön heimelig gsi. Wie d Geisse u d Schaf us dr Krüpfe Kleie gfrässe hei, isch wie Musig gsi. I ha de dr Ungerschied vo Schaf u Geiss schnäu use gfunge: ds Schaf, das gnüegsame Tier; d Geiss, das Tüüfustier – het immer gmeint, dört, wo die angeri Geiss gfrässe het, sygs besser. I ha se wöue erzie. S isch mer aber nid glunge. Scho dört han i gmerkt, dass d Erzieigsarbeit kompliziert isch, we dr Zögling nid wott. – I ma mi no guet bsinne, won ig amene stotzige Bord Schaf ghüetet ha. De han ig gmerkt, dass äs Schaf bbläit isch gsi. I ha Angscht gha, ds Schaf chönn mer abetroole, über ä Feuswand uus. I ha gschroue wie ne Hornochs, bis ä Buur isch cho z springe. Är het du mit ämene Sackhegu ds Schaf gstoche, so dass ds Gas het chönne usecho. Ds Schaf isch grettet gsi. I ha no lang Tröim vo däm Ärläbnis gha. Mir sy öppe uf ä Sigriswilergrat. Mängisch sy mer go luege, wo üsi Schaf sy, wo dört obe gsümmeret worde sy. Mir hei dä Grat wie üse Hosesack kennt. Au die Wägli zdüruuf u zdürab. We mer de i d Höchi cho sy u über ds Land gluegt hei, bi schöne Tage sogar bis zum Jura u vorne abe dr Thunersee, de isch me sich vorcho wie ne Chünig, so majestätisch u stouz. Mi het öppe ä Jutz losgla, wo de i de Steiwäng gechonet het. Einisch han ig mit ämene glychauterige zähjährige Gieu ä Höhli gfunge. Dr Ygang isch grad so gross gsi, dass mer mit Müe hei chönne ycheschlüüffe. Mir hei ä Taschelampe bi üs gha. A das hei mer scho däheim ddänkt. Mir si Meter um Meter wytercho, u de isch äs 15
Natur pur u d Goudadere Aus Ching, öppe zähjährig, hei mer Natur pur gha. Mir hei unger em Sigriswilergrat gwohnt mit au syne Chräche, Wäuder u Weide. Immer wider hei mer z Wiud wasser gstouet u Teiche aagleit, wo mer äs paar Züg drinne hei chönne schwümme, bis äs Gwitter aus wider furtgschwemmt het. U mir hei wider chönne vo vor aafa. – Mir hei Hüttene im Waud bboue, Füürsteue errichtet u Härdöpfu bbrätlet. – Im Herbscht hei mer Beeri gsammlet, Schwümm heibbracht u dr Ätti het kontrolliert, was ässbar isch u was nid. Im Winter hei mer viu Schnee gha. Bis vor d Hustür. Üsi Schi hei mer optimiert, idäm mir ä Kante drufmontiert hei. De het me se gwachset, je nach Schneeart. Dr Siuberwachs het mir am beschte gfaue. Wen ig hei bi cho, sy myni Seck immer vou schöni Steine gstopft gsi. I ha se äm Ätti zeigt u är het mer vo Granite, Gneisse u vo Chauchschifer verzeut. I ha so langsam ä Steisammlig aagleit. I ha über ä Granit glehrt: «Feldspat, Quarz und Glimmer, das vergess ich nimmer.» Dr Ätti het äs chlyners Heimet gmietet gha, wo mer Geisse u Schaf, Hüener u Chüngle u nes Beijihuus gha hei. I ha de immer dür nes Wäudli düre müesse, um d Schaf u d Geisse go z fuere. Wenns gstürmt het, han i zu dä Tanne uechegluegt u ha gangschtet, ob die wankende Böim nid umgheie. Bi Dunkuheit dürs Wäudli z loufe, isch de aube ou gfürchig gsi. Auso, das isch doch mängisch ä garschtigi Muetprob worde. Aber d Tier hei müesse gfueteret, d Geisse gmouche wärde. 14
Im Stau isch es drfür schön heimelig gsi. Wie d Geisse u d Schaf us dr Krüpfe Kleie gfrässe hei, isch wie Musig gsi. I ha de dr Ungerschied vo Schaf u Geiss schnäu use gfunge: ds Schaf, das gnüegsame Tier; d Geiss, das Tüüfustier – het immer gmeint, dört, wo die angeri Geiss gfrässe het, sygs besser. I ha se wöue erzie. S isch mer aber nid glunge. Scho dört han i gmerkt, dass d Erzieigsarbeit kompliziert isch, we dr Zögling nid wott. – I ma mi no guet bsinne, won ig amene stotzige Bord Schaf ghüetet ha. De han ig gmerkt, dass äs Schaf bbläit isch gsi. I ha Angscht gha, ds Schaf chönn mer abetroole, über ä Feuswand uus. I ha gschroue wie ne Hornochs, bis ä Buur isch cho z springe. Är het du mit ämene Sackhegu ds Schaf gstoche, so dass ds Gas het chönne usecho. Ds Schaf isch grettet gsi. I ha no lang Tröim vo däm Ärläbnis gha. Mir sy öppe uf ä Sigriswilergrat. Mängisch sy mer go luege, wo üsi Schaf sy, wo dört obe gsümmeret worde sy. Mir hei dä Grat wie üse Hosesack kennt. Au die Wägli zdüruuf u zdürab. We mer de i d Höchi cho sy u über ds Land gluegt hei, bi schöne Tage sogar bis zum Jura u vorne abe dr Thunersee, de isch me sich vorcho wie ne Chünig, so majestätisch u stouz. Mi het öppe ä Jutz losgla, wo de i de Steiwäng gechonet het. Einisch han ig mit ämene glychauterige zähjährige Gieu ä Höhli gfunge. Dr Ygang isch grad so gross gsi, dass mer mit Müe hei chönne ycheschlüüffe. Mir hei ä Taschelampe bi üs gha. A das hei mer scho däheim ddänkt. Mir si Meter um Meter wytercho, u de isch äs 15
Im Athanor des Herzens Im Athanor des Herzens, Da wird heut Gold gekocht, Ich mühe mich mit Schmerzen, Der Pulsschlag bohrt und pocht. An dünne Lebenswände. Des Engels fester Griff, Nimmt es in seine Hände. Steigt selber in das Schiff. Er feuert und er siedet, Er läutert und er schmiedet. Nun fällt das Gold, So mild und hold. Es bringt mit jedem Schlag den Stempel, Die Sonne lichtgeprägt zum Tempel. Doch wie das grosse Werk getan, Steh ich am Ende meiner Bahn, Der Leib neigt sich dem Tode zu. Der Engel spricht: Bald hast du Ruh. Die Ruhe hast du wohl verdient. Die Schulden mit dem Werk gesühnt. Robert Hermann Seiler (Ätti)