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BärnLiebi Nr. 3, Herbst 2021

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Bärn i e b i L

3 / Herbst 2021 / CHF 14.–

KUNST & HANDWERK BAKED – BY STEPH : PATISSERIE POP-UP GOURMET DÜFTE DER GEBORGENHEIT SAMMELN BÄRN-PERSÖNLICHKEITEN SILVIO BALLINARI : DAS REZEPT DES APOTHEKERS

Mit einem Sprung in den Herbst 1


PERSPEKTIVEN NEU AUCH IM BUCHHANDEL ERHÄLTLICH

DIE REGION UM DEN THUNER- UND BRIENZERSEE AUS ETWAS ANDERER SICHT

Perspektiven «von oben herab» lassen sich heutzutage auch mit Mitteln wie Drohnen fotografieren. «Doch während eines langen Gleitschirmflugs begegnen mir immer wieder unerwartete, überraschende Sujets. Dann gilt es jeweils, rasch zu handeln und abzudrücken, ehe die sich präsentierende Perspektive vorüber ist». Dies sagt Bruno Petroni, der Autor dieses Bildbandes und langjähriger Reporter der Tageszeitungen «Berner Oberländer» und «Thuner Tagblatt». Dass vor allem die Region des Thunerund Brienzersees eine grosse Sammlung einzigartiger Stimmungen hervorzuzaubern vermochte, überrascht indes wenig, ist der Alpinist doch oft mehrmals wöchentlich unterwegs zu irgendeinem hoch gelegenen Startplatz entlang dieser beiden Seen – in der Regel zu Fuss.

Autor: Bruno Petroni 196 Seiten, 30 × 20 cm, gebunden, Hardcover ISBN 978-3-03818-320-4 CHF 49.–

Bruno Petroni (*1962) ist seit seiner Jugendzeit als Reporter für die Tageszeitungen «Berner Oberländer» und «Thuner Tagblatt» unterwegs; seit vielen Jahren auch mit dem Gleitschirm. Sein Motto: «Überraschende Momente nicht nur geniessen, sondern auch verewigen.» Seine Leidenschaften: Reisen, Fotografie, Musik. Der ehemalige Marathonläufer und heutige Alpinist hat 2010 bereits das 330-seitige Buch «Der Niesen und seine Bahn» zum 100-Jahr-Jubiläum der Niesenbahn veröffentlicht.

Bestellung Bitte senden Sie mir ___ Ex. «PERSPEKTIVEN» zum Preis von je CHF 49.– (inkl. Versandkosten). ISBN 978-3-03818-320-4

Name/Vorname Adresse PLZ / Ort E-Mail

Talon einsenden / faxen an: Werd & Weber Verlag AG, Gwattstrasse 144, 3645 Thun / Gwatt, Fax 033 336 55 56 oder bestellen Sie online oder per Mail: www.weberverlag.ch, mail@weberag.ch

Datum

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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Highlights:

Für manche ist der Herbst nur eine stürmische und windige Übergangsphase, bevor endlich der Schnee kommt. Andere erfreuen sich an den letzten wärmeren Tagen des Jahres und schauen den Blättern genüsslich dabei zu, wie sie sich nach und nach in immer bunteren Tönen verfärben. Wie auch immer Sie die herbstlichen Tage verbringen möchten, wir haben die perfekte Lektüre für diese Jahreszeit vorbereitet. Nicht nur gutmütig, sondern auch richtig hart im Nehmen sind die Schottischen Hochlandrinder. Mit ihrem langen, nicht krausen Fell trotzen sie der Kälte und können das ganze Jahr über draussen auf der Weide verbringen. Seit über 15 Jahren züchtet Thomas Rufer in Rapperswil BE diese Tiere und hat uns einen Einblick in die Welt der zotteligen Highlander gewährt.

Der Stauffacher ist ein richtiges Berner Traditionshaus. Roland Baumberger ist nun schon über 30 Jahre Teil dieser Tradition. Im Gespräch erzählt er von seiner Begeisterung für Literatur und wirft einen Blick in die Zukunft des Buches.

Zu einer Tasse Tee gehört auch ein gutes Stück Schokolade. Kennen Sie die Schweizer Schokolade SwissONe mit mehr Kakao und weniger Zucker? Im Land der Kängurus machte sich Vernon Stuber, geboren in Bern, als «Chocolate Man» aus Switzerland einen Namen und setzt sich auch heute noch für eine faire und hochstehende Produktion ein. Lesen Sie die ganze Geschichte auf den folgenden Seiten. Wenn eines im Winter nicht fehlen darf, dann ist es ein warmes, aber trotzdem modisches Strickteil. Hinter dem melodischen Namen Avesani FILFALT steckt die Powerfrau Anita Haegeli. Seit vielen Jahren laufen in den Händen der Verlegerin, Modeschöpferin, Redakteurin und Managerin alle Fäden zusammen. Wir haben herausgefunden, was ihre Designs so unverwechselbar macht.

Meze begeistern durch ihre unglaubliche Vielfalt. Dadurch bieten sie einen einzigartigen Einblick in die Kulinarik des Landes. Auch in Bern findet sich unter den traditionell als Vorspeisen servierten Gerichte etwas für jeden Gaumen.

Mit diesen und weiteren spannenden Themen hoffen wir, auch verregnete Tage mit viel Inspiration und Lesefreude füllen zu können. Wir wünschen Ihnen einen kunterbunten Herbst und viel Spass bei der Lektüre!

n Je t z t a b o Anja Rüdin Projektleitung BärnLiebi

n i e r e n!

ch er n-liebi. 5 mail@ba 55 33 336 5 0 l. e T r e od

Auch am Kiosk!

Die Liebe zum Theater definiert Simon Burkhalters Leben. Er steht als Schauspieler, Regisseur und Opernsänger auf der Bühne. Seit fünf Jahren leitet er die Freilichtspiele Moosegg, wo er jedes Jahr zwei Stücke vor atemberaubender Kulisse inszeniert.

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EINBLICK Tierwelten

6 Zu Besuch bei echten Highlandern Bärn-Persönlichkeiten

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14 Roland Baumberger: Das Traditionshaus Stauffacher 22 Silvio Ballinari: Das Rezept des Apothekers Gourmet

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30 Food-Report: Meze 36 Restaurant-Report: Restaurant Ludmilla 42 Düfte der Geborgenheit sammeln Kunst & Handwerk

50 Swissone: Wenn David gegen Goliath antritt … 58 Der Trick mit dem Strick 64 baked – by Steph: Patisserie Pop-up Kultur

72 Aus Liebe zum Theater Literatur

80 François Loeb: Gänsehaut 82 Lesen macht glücklich! 84 Es geschieht Ungeheuerliches beim Flughafen Belpmoos

Geschichte

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86 Dr. Marie Boehlen Tradition

90 Die Gesellschaft zu Ober-Gerwern 96 Der Ryfflibrunnen 98 103 104 106

Veranstaltungen Kreuzworträtsel Gute Adressen Ausblick & Impressum


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Tierwelten

Zu Besuch bei echten Highlandern Anja Rüdin

Thomas Rufer, zvg

Sie sind gutmütig, robust und fallen besonders durch die weit ausladenden Hörner und das lange, nicht krause Fell auf: Schottische Hochlandrinder. Seit über 15 Jahren züchtet Thomas Rufer diese Tiere und gewährte uns einen Einblick in die Welt der zotteligen Highlander …

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Bärn-Persönlichkeiten

«Wenn ich Bücher lese, kann ich richtiggehend in die unterschiedlichen Welten eintauchen» David Heinen

Sandra Gygax

Der Stauffacher ist ein richtiges Berner Traditionshaus. Roland Baumberger, der Leiter der Berner Filiale, ist nun schon über 30 Jahre Teil dieser Tradition. Im Gespräch erzählt er von seiner Begeisterung für Literatur und wirft einen Blick in die Zukunft des Buches und des Buchhandels. 14


Rubriktitel

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Rubriktitel

Bärn-Persönlichkeiten

Das Rezept des Apothekers Thomas Bornhauser, zvg

In den 60er-Jahren in der Berner Länggasse aufgewachsen, erinnere ich mich noch heute an drei Geschäfte: an den Migros-Markt Ecke Mittelstrasse/Gesellschaftsstrasse mit einem bösen Filialleiter, der mich als 11-Jährigen fälschlicherweise des Diebstahls bezichtigte (meine Mutter erklärte ihm dann, wo Bartli den Most holt), an das TV/Radiogeschäft von Herrn Stamatiadis an der Gesellschaftsstrasse und an die Apotheke Ballinari, nicht unweit davon entfernt. Für BärnLiebi habe ich mich mit dem 70-jährigen Silvio Ballinari zum Gespräch getroffen und auf Spurensuche begeben. Der Titel des Berichts könnte auch lauten: «Einmal Rebell, immer Rebell».

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Gourmet

Meze – Fabelhafte Vielfalt Blanca Bürgisser, Alain Diezig, David Heinen, Anja Rüdin, Rosemarie Schenk Blanca Bürgisser, Alain Diezig, David Heinen, Anja Rüdin, Rosemarie Schenk, zvg

Meze begeistern durch ihre unglaubliche Vielfalt. Dadurch bieten sie einen einzigartigen Einblick in die Kulinarik des Landes. Unter den traditionell als Vorspeisen servierten Gerichten findet sich etwas für jeden Gaumen. 30


Food-Report

Meze sind Gerichte, die traditionell als Vorspeise serviert werden.

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aum etwas bringt die Menschen so zusammen wie das Essen. Meze veranschaulichen dies besonders schön. Das gemeinsame Essen von Meze ist ein sozialer Akt. Man isst mit Freunden und Familie. Es ist ein langsamer Genuss, während dem die Zeit zusammen genossen wird und die gemeinsamen Gespräche im Vordergrund stehen. Die zahlreichen Meze-Gerichte werden in der Mitte eines grossen Tisches angerichtet. Dadurch kann jede:r nach eigenen Vorlieben zugreifen. Meze sind Gerichte, die traditionell als Vorspeise serviert werden. Sie sind im Nahen Osten und am östlichen Mittelmeer, insbesondere in der Levante Region, anzutreffen. Meze sind also weit verbreitet, man begegnet ihnen von Marokko bis Syrien und von Griechenland bis in den Libanon. Der Name Meze stammt ursprünglichen vom persischen Wort mazz, was so viel be-

deutet wie «Geschmack». Die Bezeichnungen variieren je nach Land, lassen aber meist die gemeinsame Wortherkunft erkennen. So werden sie beispielsweise auf Arabisch mezze genannt und auf Griechisch meze. Während die Tradition der Meze in den verschiedenen Ländern ähnlich bleibt, sind die einzelnen Gerichte überall anders. Gar innerhalb eines Landes variieren die Speisen, da für diese üblicherweise regionale und saisonale Produkte verwendet werden. Fisch ist daher typischerweise eher in Küstenregionen als Bestandteil von Meze zu finden. In gemütlicher Runde werden zu Meze jeweils lokale Getränke getrunken. So wird beispielsweise im Libanon Kahwa (schäumig aufgekochter Mokka), in der Türkei hingegen eher das Joghurtgetränk Ayran oder Çay zu Meze getrunken. Hört man nur schon ein paar der möglichen Meze, läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Die

Vielfalt ist riesig und reicht von vegetarischen bis zu diversen Fischoder Fleischgerichten. Da wären zum Beispiel Warak Inab, gekochte Weinblätter mit einer köstlichen Tomaten- und Reisfüllung. Oder Kibbeh, knusprige Bulgurbällchen mit einer Rindshackfleischfüllung. Meze bieten durch ihre einzigartige Vielfalt einen wunderbaren Einblick in die Küche des jeweiligen Landes. Man hat die Chance, gleich mehrere Spezialitäten auf einmal zu probieren. Und dank der grossen Auswahl an Meze findet jede:r etwas, das ihm/ihr schmeckt. Auch die Stadt Bern bietet einige wunderbare Restaurants für Meze LiebhaberInnen und solche, die zum ersten Mal in die Welt der Meze eintauchen. Auf den nächsten Seiten stellen wir vier Restaurants und ihr Meze-Angebot vor. Wir ermutigen Sie, neugierig zu bleiben und sich durch das Sortiment zu probieren und wünschen bereits jetzt einen guten Appetit!

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Serie rt Restaurant-Repo

Gourmet

«D Sunne geit im Westen uuf» Martin Jenni

Restaurant Ludmilla

Ich wähle nicht Wirtschaften aus, in dem ich die Quadratur eines Cordon bleu vorgesetzt bekomme. Ich suche vielmehr Köche, die mit der Zubereitung luftiger Gnocchi nicht überfordert sind. In Bern gibt es Gottlob noch Gasthäuser, die ohne mediterranes Kammerspiel auskommen und mit Bratkünstlern gesegnet sind, die den Gast nicht abkochen, sondern bekochen. Eine dieser Oasen befindet sich im «Breitsch».

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Rubriktitel

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Gourmet

Düfte der Geborgenheit sammeln Daniela Dambach

Anja Zurbrügg

Marcus G. Lindner erhebt den Knödel zur Kunst und seine Vorstellungskraft sitzt im Gaumen: wie der Gourmet koch das neue Designresort in Grindelwald mit Gerüchen erfüllt, die man eifrig sammeln möchte.

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Kunst & Handwerk

Wenn David gegen Goliath antritt … Thomas Bornhauser

Thomas Bornhauser, Remo Neuhauser

Vernon Stuber hat nach Ansicht eines US-FoodMultis nicht bloss an einem Felsen gerüttelt, sondern unverschämterweise gleich am ganzen Matterhorn, seinerseits Symbol für die berühmteste Schoggi der Welt, die Toblerone (obwohl der Berg mit der Entstehungsgeschichte der dreieckigen Schokolade 1908 nichts zu tun hatte). Lesen Sie hier, wie die Geschichte ausging. Überraschendes nicht auszuschliessen.

Bild: Swissone Dark mit 70 % Cocoa.

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Kunst & Handwerk

Der Trick mit dem Strick Anja Rüdin

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Carmelo Agovino, Pia Neuenschwander


Rubriktitel

Hinter dem melodischen Namen Avesani FILFALT steckt die Powerfrau Anita Haegeli. In den Händen der Verlegerin, Modeschöpferin, Redakteurin und Managerin laufen alle Fäden zusammen. Die eigenwilligen Details machen ihre Designs unverwechselbar. 59


Kunst & Handwerk

Kunst & Handwerk

«Eine Torte von mir ist kein Dessert» Thomas Bornhauser

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Thomas Bornhauser, Stephanie Schneebeli, zvg


Kunst & Handwerk

Hier geht es um eine junge Frau, die weiss, was sie will. Und, vor allem, was sie nicht will. Stephanie Schneebeli aus Muri bei Bern hat einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaft, und eigentlich würde man sie deshalb in der Privatwirtschaft erwarten. Weit gefehlt – die Küche ist ihr Revier, besser gesagt der Backofen. Im November eröffnet sie an der Gerechtigkeitsgasse in Bern während vier Monaten einen PopUp-Store, wo es allerlei Köstlichkeiten zu kaufen geben wird.

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Rubriktitel

Kultur

Aus Liebe zum Theater Blanca Bürgisser

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Simon Schwab, Annatina Themis


Rubriktitel

Die Liebe zum Theater definiert Simon Burkhalters Leben. Er steht als Schauspieler, Regisseur und Opernsänger auf der Bühne. Seit fünf Jahren leitet er zusätzlich die Freilichtspiele Moosegg, wo er jedes Jahr zwei Stücke vor atemberaubender Kulisse inszeniert.

Bild: «KATHARINA KNIE» auf der Freilichtbühne Moosegg

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Literatur

Es geschieht Ungeheuerliches beim Flughafen Belpmoos Redaktion

zvg

Der Berner Autor Thomas Bornhauser veröffentlicht Ende Oktober seine siebte Kriminalgeschichte, «Belpmoos». Sein eigentliches Markenzeichen: Es gelingt ihm jeweils, bei den ausgewählten Themen, Realität und Fiktion miteinander zu verbinden. Dieses Mal führt die Fiktion jedoch in eine Zukunft, die unter Umständen gar nicht so unwahrscheinlich scheint …

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elpmoos» beginnt wie die meisten Kriminalgeschichten. Mit einem Gewaltverbrechen. Nach nur zwei Seiten gibt es jedoch einen Rückblick in eine Sitzung im Belpmoos, die vor ungefähr zwei Jahren tatsächlich stattgefunden hat. Weil sich die damals besprochene Vision eines komplett neu auszurichtenden Flughafens schon nach kurzer Zeit zerschlagen hat, hat Bornhauser – beim Meeting anwesend – das Traktandum spontan aufgenommen, um daraus den neuen Roman zu schreiben. Selbstverständlich sind alle Namen im Roman verfälscht, auch sein eigener: In der Geschichte heisst er Beat Neuenschwander.

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AIR TELL am Start Jakob Bornhauser vom Tierferienheim Fahrweid in Belp – mit dem Buchautor weder verwandt noch be-

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kannt – fällt sehr früh am Morgen des 1. Oktober in einem nahe gelegenen Waldstück ein BMW auf, der am Vorabend noch nicht dort stand. Das wirklich Ungewöhnliche: Im und neben dem SUV liegen drei Tote, zwei Männer und eine Frau. Sofort alarmiert er die Polizei. Es folgt in der Geschichte das erwähnte Flashback zur erwähnten Sitzung eine Woche zuvor. In einem kahlen Sitzungszimmer des Flughafens Bern-Belpmoos treffen sich ein Dutzend Leute, die sich über die Pläne eines Ausbaus informieren lassen wollen. Initiant ist der Zürcher Julius «Jules» Sommerhalder, der innert Stunden Belpmoos in eine völlig andere Kategorie von Airports zu katapultieren gedenkt. Acht neue Flugzeuge will er dazu leasen und in Linienbetrieb setzen. Und das auf einem total renovierten Flughafen mit neuem Kontrollturm, mit ei-

nem neuen Hotel-Kongresszentrum samt Restaurant, das als Transferküche für ein Wohn- und Altersheim dienen soll. Selbstverständlich ist auch ein kleines Einkaufszentrum geplant.


Finanziert werden soll das Ganze durch drei Investoren aus Süddeutschland und dem Voralberg, deren Vermögensverwalter anwesend sind – und von den Berner Verhältnissen keine Ahnung zu haben scheinen. Item: Jules Sommerhalder hat Daniel Grob – Spezialist auf Namensrechte weltweit – mit der Namensfindung der neuen Airline beauftragt, die, so stellt sich Minuten später heraus, AIR TELL heissen soll. Und mit diesem Vorschlag geht die Diskussion so richtig los. Die anwesenden Bernerinnen und Berner schmunzeln und finden die Idee echt gut, typisch schweizerisch. Totales Unverständnis hingegen bei den Vermögensverwaltern, die monieren, dass «wir eine Airline aus dem Mittelland sind», weshalb zwingend der Begriff Midland verwendet werden müsse. BERNfutura und BERNnatura Weil das in Aussicht gestellte Geld nie auf den dafür vorgesehenen Konten eintrifft und das Projekt somit noch vor der Geburt stirbt (zudem haben inzwischen die Gebrüder Müller das ehemalige Flughafenhotel gekauft), hat sich der Buchautor entschlossen, seinen Roman auf dieser Sitzung aufzubauen. Alles aber, was rund um Jules Sommerhalder passieren wird, ist somit reine Fantasie. Beschrieben wird, wie Sommerhalder seinen inzwischen redimensionierten Plan ohne neuen Kontrollturm und Einkaufszentrum weitertreibt, allerdings unter leicht veränderten Voraussetzungen. Er sieht vor, die Linien-, Charter- und VIP-Flüge nach Payerne,

die Schulungsflüge nach Grenchen auszulagern. Belpmoos wäre dann nur noch ein regionaler Flugplatz für die Privatfliegerei, Heli-Basen und Bundesratsjets inklusive. Wäre da nur nicht der Wiener ImmobilienTycoon Konstantin Kaiser, der das «marode Flugplatzerl» auf ganz neue Beine stellen will, mit neu angesiedelten Technologiefirmen im Bereich BERNfutura. Aber auch die Bevölkerung soll auf ihre Kosten kommen, im neu gestalteten Erholungsgebiet BERNnatura, wo auf der alten Piste wie in Berlin-Tempelhof auch Sport betrieben werden kann. Es geht im Roman primär aber um den Schmuggel von Drogen und falschen Uhren aus Berlin nach Belpmoos, beides ein Milliardengeschäft, selbstverständlich alles in der Vergangenheitsform geschrieben. In welcher möglichen Verbindung standen die drei Toten beim Tierferienheim zur Airline? Wer hatte Beziehungen in Belpmoos und in Berlin? Dafür reisen Stephan Moser und Claudia Lüthi vom Dezernat Leib+Leben der Kantonspolizei Bern für Nachforschungen nach Berlin. Nach ihrer Rückkehr entwickelt sich die Geschichte auf dramatische Weise, was dazu führt, dass mit der erst 23-jährigen Aarti Sivilaringam ein neues Mitglied zum Dezernat rund um Joseph Ritter stösst. BELPMOOS 229 Seiten mit 17 Abbildungen ISBN 978-3-03818-350-1 Werd & Weber Verlag AG www.weberverlag.ch

Bild oben: Autor Thomas Bornhauser (Foto SRF) Bild oben rechts: Das ehemalige Restaurant erinnert an Tschernobyl Bild unten rechts: Menschenleeres Check-in

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Serie

Geschichte

Dr. Marie Boehlen (1911–1999)

Rosemarie Schenk

Gosteli-Stiftung, Markus Senn

Marie Boehlen war eine Kämpferin um das Wahlund Stimmrecht der Frau. Sowohl in ihrem politischen Engagement wie in ihrer beruflichen Karriere arbeitete Sie sich mit Beharrlichkeit nach oben. Ihr politisches Werk sowie ihre Arbeit als erste Jugendanwältin der Stadt Bern ist ein Vermächtnis, das bis heute andauert.

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indheit und Ausbildung

Marie Boehlen wurde zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts als Bauerstochter in Riggisberg geboren. Wenige hätten damals gedacht, welch grossen Hürden sie sich stellen würde. Schon nur, dass sie eine höhere Ausbildung als die Grundschule absolvieren durfte, war zu dieser Zeit nicht selbstverständlich. Da sie zu schwach war für die Arbeit auf dem elterlichen Bauernhof, besuchte Marie das Lehrerseminar. Gegen den Willen ihres Bruders, der nach dem Tod den Famili-

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enhof übernommen hatte, holte sie darauf die Matura nach und machte Sprachaufenthalte in London und Algier um Französisch, beziehungsweise Englisch zu lernen. Zurück in Bern studierte sie Rechtswissenschaften, im Zuge dessen sie abermals Zeit im Ausland verbrachte. Ein Jahr verbrachte sie für ein Austauschstudium an der Syracuse University, wo sie Politikwissenschaften studierte. Dies war einer der Auslöser für das spätere starke politische Engagement von Marie Boehlen. Das Studium schloss sie 1939 mit dem Fürsprecherpatent (dem heutigen Anwaltspatent) ab. 1951 dok-

torierte Marie Boehlen schliesslich mit dem Titel Dr. iur. Obwohl sie für viele Stellen eigentlich sehr qualifiziert war, war es schwer für sie, eine Anstellung zu finden. «Das Eidgenössische Auswärtige Departement pflegt Frauen nur als Stenodactylos anzustellen. Wir geben Ihnen gern Gelegenheit, eine entsprechende Prüfung abzulegen», stand beispielsweise in einem der vielen Absageschreiben, die sie in ihrer Karriere erhalten hatte.

Marie Boehlen am Flyer verteilen. GosteliStiftung, Nachlass Marie Boehlen, 566-89. Fotograf: Peter Friedli, Bern


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Tradition

Gesellschaft zu Ober-Gerwern Rosemarie Schenk

S e r ie « G e s

el lschaf ten und Zünf te

»

Mit der Gründung im 14. Jahrhundert ist die Gesellschaft der Ober-Gerwern eine der ältesten der Stadt Bern. Sie ist die Schwesterzunft der heute noch bestehenden Zunft zu Mittellöwen. Die heutige Zunft ist aus der Vereinigung der Oberen und Niederen Gerbern im 15. Jahrhundert hervorgegangen und bestand anfänglich, wie der Namen vermuten lässt, aus Gerbern und Lederkaufleuten.

D

ie Vorgängerzunft der Gesellschaft zu OberGerwern, die Zunft der Gerber und Lederhändler, ist eine der älteren Zünfte der Stadt Bern. Ihre erste Satzung von 1332 war zugleich die älteste bernische Handwerksverordnung. Entstanden ist die heutige Gesellschaft jedoch erst um die Jahrhundertwende des 16. Jahrhunderts, als sich die Ober- und Niedergerber zusammenschlossen. Nebst den beiden bereits erwähnten Zünften gab es bei den Gerbern ausnahmsweise auch noch eine dritte, die bis heute

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erhaltene Gesellschaft zu Mittellöwen. Früher waren Zünfte sehr wichtig. Jedes Handwerk bildete eine Zunft, welche unter anderem zuständig war für die Ausbildung, die Qualitätskontrolle und den Handel. Die Autonomie der Zünfte wurde grösstenteils von den Regierungen akzeptiert. Insbesondere in der Stadt Bern sind Zünfte und Gesellschaften noch immer zuständig für die Sozialhilfe ihrer Mitglieder und gelten auch nicht als Vereine, wie zum Beispiel in Zürich, sondern als burgerliche Korporationen, welche in der Verfassung verankert sind.


Tradition

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AUSBLICK Bernd Nicolaisen

IMPRESSUM

Der Berner Fotograf Bernd Nicolaisen erkundet in seinen einzigartigen Fotografien «Restlicht» Strukturen und Oberflächen gefrorener Zeit, um diese auf eine ausdrucksstarke Art sichtbar zu machen. Der Reiz der Bilder wird zusätzlich durch die extremen Lichtverhältnisse betont. Wir haben uns diese Bilder und ihren Künstler, der sich selbst als «Fotograf der Langsamkeit» bezeichnet, etwas näher angeschaut.

HERAUSGEBER: Annette Weber-Hadorn, Werd & Weber Verlag AG KONZEPT, REALISATION, COPYRIGHT: Werd & Weber Verlag AG Gwattstrasse 144, 3645 Thun Tel. 033 336 55 55, Fax 033 336 55 56 www.baern-liebi.ch, mail@baern-liebi.ch LEITUNG: Annette Weber-Hadorn, a.weber@weberverlag.ch COVERBILD: Silvio Ballinari AUTORINNEN UND AUTOREN: Thomas Bornhauser, Blanca Bürgisser, Daniela Dambach, Alain Diezig, David Heinen, Martin Jenni, Patrick Leuenberger, François Loeb, Lucie Moritz, Anja Rüdin, Rosemarie Schenk FOTOS: Thomas Bornhauser, Blanca Bürgisser, Alain Diezig, Gosteli-Stiftung, Sandra Gygax, David Heinen, Bernd Nicolaisen, Remo Neuhauser, Restaurant Ludmilla, Anja Rüdin, Thomas Rufer, Rosemarie Schenk, Stephanie Schneebeli, Markus Senn, Anja Zurbrügg, Darja Hosmann, zvg LAYOUT / GRAFIK: Darja Hosmann, Nina Ruosch BILDBEARBEITUNG: Adrian Aellig LEKTORAT: Blanca Bürgisser, David Heinen, Anja Rüdin, Rosemarie Schenk

Zunft zu Webern Die Ursprünge der Zunft zu Webern reichen, wie bei den meisten Berner Zünften, bis ins 14. Jahrhundert zurück. Während sich die Zunft im Mittelalter rein um ihr Handwerk kümmerte, wuchs ihre Verantwortung schon bald. Die Zunft zu Webern versorgte in Not geratene Stubengenossen und führte erfolgreich eine Gesellenstube. Das Restaurant ist heute die letzte verbleibende «Gesellenbeiz» in der unteren Altstadt Berns.

Eichhörnchen Man kennt sie als Profikletterer, Baumpflanzer und als Überlebenskünstler, die ihren Wintervorrat im Waldboden verstecken. Im Gespräch mit dem Wildbiologen Simon Capt erfahren wir mehr über diese flinken Nagetiere, besonders über die Bedrohung durch das aus Amerika importierte Grauhörnchen. Dazu gibt er Tipps, wo man in der Region Eichhörnchen sichten kann.

KORREKTORAT: Anja Rüdin INSERATE: Fabienne Righetti, f.righetti@weberverlag.ch AUFLAGE: 10 000 Exemplare ERSCHEINUNGSWEISE: 4 × jährlich, jeweils im März, Juni, September und November VERTEILUNG: Abonnenten, Kioskbesucher, Anwohner entlang der Aare, VIPs ABONNEMENTSPREISE: 1 Jahr mit 4 Ausgaben CHF 48.– (inkl. 2,5 % MwSt.) 2 Jahre mit 8 Ausgaben CHF 89.– (inkl. 2,5 % MwSt.) ISSN-NUMMER: 2571-8126 Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten.

Weitere Themen Media-Line GmbH Starke Frauen: Marthe Gosteli Schützenbrunnen Traditions-Lokale Bern

KONTAKT / ABOSERVICE: Telefon 033 336 55 55, Fax 033 336 55 56 oder mail@baern-liebi.ch, www.baern-liebi.ch Der Verlag Werd & Weber wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2021 – 2024 unterstützt.

Die nächste BärnLiebi erscheint Ende November 2021. 106


GURNIGELBAD DIE STADT IM WALDE Seit jeher fasziniert von der Legende des Gurnigelbads, hat Christian Raaflaub dem einstigen Grandhotel bei Riggisberg BE nach fast 40 Jahren akribischer Recherche ein Buch gewidmet: Erstmals ist die Geschichte des prunkvollen Heilbads, des grössten und bekanntesten Kurhotels der Schweiz, in Wort und Bild gefasst. Zur Blütezeit trafen sich 700 Gäste aus 40 verschiedenen Ländern im Empfangssaal des palastartigen Gebäudes auf dem Hügel im Wald. «Gurnigelbad – Die Stadt im Walde» dokumentiert die glanzvollen Zeiten und den dramatischen Untergang des Gurnigelbads von 1561 bis 1947, als das Hotel von der Armee gesprengt wurde. Das Buch umfasst mehr als 300 Seiten mit zahlreichen historischen Abbildungen, Erläuterungen zu medizinischen Erfolgen der Heilquellen, Anekdoten aus der damaligen Zeit und alte Briefe – zum Beispiel des Schriftstellers Jeremias Gotthelf aus dem 19. Jahrhundert.

((Anzeige Gurnigelbad)) Autor: Christian Raaflaub 3. Auflage 332 Seiten, 23,4 × 27,5 cm, gebunden, Hardcover ISBN 978-3-03818-186-6 CHF 59.–

Christian Raaflaub, *1939, ist in Saanen BE als Sohn eines Bergbauern aufgewachsen. Nach kaufmännischer Ausbildung und selbständiger Tätigkeit hat er sich zum Heimund Spitalleiter und Lehrer für Validation weitergebildet. Er war bis zur Pensionierung 2003 als Leiter des Domicil Kompetenzzentrums Demenz Oberried Belp tätig. Christian Raaflaub ist verwitwet, Vater von drei Kindern und lebt in Riggisberg BE gegenüber dem Gurnigel.

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TEN SEASONS KOCHEN MIT URPRODUKTEN

NEU

David Krüger führt Sie ein in die Geheimnisse des Suchens, Sammelns und Kochens von unverfälschten und seit Jahrhunderten in unseren Gegenden vorkommenden Urprodukten. Dazu gehören Kräuter, Wildfrüchte, die Fische und Krustentiere unserer Gewässer und das Wildfleisch der Wälder, aber auch Honig der Berge und Täler. Auch wird Wert auf die Verwendung besonderer Mehle von Urprodukten wie Emmer, Einkorn, Eicheln, Bucheckern und Kastanien gelegt. Mit detaillierten Rezepten und bebilderten Gerichten werden Sie durch die Zubereitung von mehrgängigen, anspruchsvoll präsentierten Menüs begleitet. Autor: David Krüger 272 Seiten, 24 × 30 cm, gebunden, Hardcover ISBN 978-3-03922-115-8

CHF 75.–

David Krüger hat sich dem Erforschen alter Naturaromen und der Verarbeitung von vergessenen Rohstoffen verschrieben und zeigt, wie nachhaltig und aromatisch das Kochen damit sein kann. Die perfekte Verarbeitung von Produkten erlernte er beim renommierten Küchenchef Harald Wohlfahrt. Die Ausbildung zum Küchenmeister schloss er mit Auszeichnung ab. Er ist Foodfotograf und Chefreferent in Kochschulen. Seine Urprodukteküche wurde von Gastroführern hervorragend bewertet. David Krüger lebt in Rotkreuz ZG.

Bestellung Bitte senden Sie mir ___ Ex. «TEN SEASONS KOCHEN MIT URSPRUNG» zum Preis von je CHF 75.– (inkl. Versandkosten). ISBN 978-3-03922-115-8

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