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Kurzvorschau - Orte der Kraft. Wahrheit oder Täuschung?

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ORTE DER KRAFT –

WAHRHEIT ODER TÄUSCHUNG?

Was Sie darüber wissen sollten

Gewidmet den künftigen

Forscherinnen und Forschern der Natur-Kräfte

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

GESCHÄTZTE LESERIN

GESCHÄTZTER LESER

Sie wollten schon immer wissen, was ein Ort der Kraft ist? Und Sie haben längst bemerkt, dass dies zu erfahren gar nicht so einfach ist. Mit Ihren fünf Körpersinnen lassen sich die natürlichen Energien nicht erfassen. Das alte Wissen darüber, das üppig vorhanden war, verlor sich im Zuge der Technisierung unserer Welt. Statt dass sich der entstandene Leerraum mit neuem Wissen zu den Naturkräften gefüllt hätte, wurde er als Spielwiese entdeckt. Darauf entstanden vielerlei lustige, spannende Ideen und noch viel mehr mutige bis prekäre Geschäftspraktiken, aber kaum systematisches Wissen. Warum dem so ist? Gut erzählte Narrative mit möglichst dramatischem Aufbau lassen sich hervorragend verkaufen.

Die Forschungsstelle erforscht Orte der Kraft und natürliche Energien. Sie tut dies faktenbasiert und verzichtet auf schillernde Narrative. Vorliegend stellt sie erstmals eine systematische Zusammenstellung des Basiswissens und damit der aktuellen Erkenntnisse als Grundlagenwerk vor. Dieses wurde zum einen notwendig, da immer wieder danach gefragt wird. Zum anderen dient es im Zusammenhang mit den Aufbau-Modulen unseres Kraftort-Lehrgangs als Lehrmittel, wie es die «Liebesbriefe aus der Steinzeit» für die GrundkursModule sind. Klar ist, dass sich die gewonnenen Erkenntnisse im Laufe der Zeit vertiefen und teilweise auch nochmals und nochmals verändern werden. Aktuell haben Sie die neuesten verfügbaren Daten vor sich.

Zusätzlich zur Zusammenstellung des Basiswissens wirft die vorliegende Arbeit einen kritischen Blick auf die gängige Kraftort-Praxis. Von der Gewissheit zum Irrtum ist der Weg oft kürzer, als uns lieb ist. Viele der kursierenden Irrtümer rund um Orte der Kraft wurden nicht mutwillig gesetzt.

Sie sind einfach passiert. Andere jedoch wurden und werden sehenden Auges in Kauf genommen oder gegen besseres Wissen zugelassen, um damit eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Aussagen der ersten Kategorie können im Nachhinein korrigiert werden, Aussagen der zweiten Kategorie sollten bei Entdeckung offengelegt und berichtigt werden, sie schaden unter Umständen dem Wohlbefinden argloser Menschen. Es ist an der Zeit, sich kritisch mit den Täuschungen im Bereich der Kraftorte auseinanderzusetzen, ich wünsche Ihnen spannende Lektüre!

Ihre Andrea Fischbacher Forschungsstelle Kraft-& Kulturorte Schweiz

Lese-Tipp

DAS BUCH LIEST SICH:

–als Grundlagenwerk für angehende Forscherinnen und Forscher von Naturenergien,

–als Teil der Schulungsunterlagen im Zusammenhang mit den Aufbaumodulen «Lebendiges Kraftortwissen» der Forschungsstelle Kraft-& Kulturorte Schweiz,

–als interessanter Einblick ins Thema «Orte der Kraft»,

–als kritisches Hinterfragen gängiger Verbreitungsarten von Wissen, das wissenschaftlich noch nicht belegt werden kann,

–als Basis, um sich zum Thema «Orte der Kraft» eine eigene Meinung bilden und mitreden zu können,

–als Evaluationshilfe für die Entscheidung, ob Sie sich für das Kraftort-Thema genügend interessieren, um sich darauf einzulassen.

SIE KÖNNEN DAS BUCH AUF FOLGENDE ARTEN

GEWINNBRINGEND LESEN:

–von A nach Z

–kapitelweise

–thematisch nach Bedarf

–als Nachschlagewerk über das Register

TIPP

Machen Sie eigene Notizen, kleiden Sie das Wichtigste in Ihre Worte, so kurz wie möglich, so ausführlich wie nötig.

Wer braucht Orte der Kraft?

Die Antwort auf die Frage ist kurz und konzis: jeder Mensch braucht diese Orte. Allerdings sollten es tatsächlich Kraftorte sein. Und genau hier liegt das Problem und die mögliche Täuschung. Lange nicht jeder Ort, der Ihnen als Kraftort angezeigt und verkauft wird, ist auch einer. Aber: Ist das überhaupt wichtig?

Sie sind ein Chamäleon

Es ist sogar wichtiger, als Sie sich dies vermutlich vorstellen. Warum? Ähnlich dem Chamäleon, das seine Umgebungsfarben annimmt, nehmen Sie Ihre Umgebungskräfte mit Ihrem Körper auf und spiegeln diese. Die Hohen wie die Tiefen, die Aufbauend-Konstruktiven wie die Abbauend-Destruktiven. Die Rechnung ist unkompliziert: Ihr Aufenthalt auf hohen, aufbauenden Kräften führt zu Wohlbefinden, das man Ihnen ansieht. Hier verfügen Sie selbst über hohe und aufbauende Kräfte. Ihr Aufenthalt auf tiefen, abbauenden Kräften führt zum Gegenteil. Auch das sieht man Ihnen an, denn an diesem Aufenthaltsort verfügen Sie lediglich über tiefe, abbauende Kräfte. Dies ist so, weil Sie nicht unabhängig von Ihrer Umgebung existieren, die dual aufgebaut ist, gegensätzlich. Sie ist geprägt von Tag und Nacht, Krieg und Frieden, Hitze und Kälte, Freude und Hass, Wohlfühl- und Schreckensorten etc Wie bei der Medaille sehen und erleben Sie immer nur eine Seite, Sie leben im Krieg oder im Frieden, Sie fühlen sich an Ihrem momentanen Standort, im Familien-, Freundes-, Kollegen- und Kolleginnenkreis wohl oder unwohl. Viele der Gegensätze sind gegeben, andere, etwa die Orte und die Menschen, lassen sich wählen. Beginnen Sie zu wählen, auch wenn es nicht einfach ist und auch wenn es vielerlei Folgen mit sich zieht. Sie können Ihren Fokus bei allen und allem auf das Konstruktive oder auf das Destruktive legen. Legen Sie ihn auf das Konstruktive und geben Sie sich und Ihrem Umfeld damit Sicherheit und die Möglichkeit, sich wohlzufühlen und sich zu entfalten.

Ganz einerlei, wie sehr Sie sich als Individuum wahrnehmen, gleichen Sie sich automatisch Ihrer jeweiligen Umgebung an. Ihnen ist das Spiegeln als soziale Interaktion bekannt. Allerdings kennen Sie diese wohl eher auf Menschen denn auf Landschaften bezogen.

BEISPIEL

Als soziales Wesen wären Sie in frühen Jahrhunderten ohne den Schutz der Gemeinschaft nicht lebensfähig gewesen. Noch heute verspüren Sie ein Bedürfnis nach Verbundenheit mit anderen. Menschliche Beziehungen, das Dazugehören zu gewissen Gruppen, haben noch immer einen hohen Stellenwert. Ein wichtiges Element im Beziehungsaufbau ist das sogenannte Spiegeln. Mögen Sie jemanden, beginnen Sie ihn oder sie unbewusst zu spiegeln. Sie gleichen sich der anderen Person in Ihrer Körperhaltung, Ihren Bewegungen, ja gar in Ihrem Tonfall an. Denken Sie etwa daran, wie ansteckend Lächeln und Gähnen nicht nur bei Menschen wirken. Die Angleichung geht jedoch weit darüber hinaus. Sie machen sich unbewusst der anderen Person ähnlich, um von ihr akzeptiert zu werden und das Interessante dabei ist: es funktioniert. Bleiben Sie aufmerksam, machen Sie sich nur jenen Personen ähnlich, die Ihnen guttun. Denn anders als Ihre Vorfahrinnen und Vorfahren können Sie Ihre Gemeinschaft wählen.

Was für Menschen gilt, gilt auch für Landschaften, beide verhalten sich wie ein Schwamm. Während Schwämme Flüssigkeiten aufsaugen, nehmen sowohl Sie als auch ihre Umgebung die natürlich vorhandenen Energien auf. Mit anderen Worten: Sie gleichen sich einander an. Vielleicht kennen Sie dies von langjährigen Ehepaaren. Viele von ihnen beginnen einander zu gleichen, sich ähnlich zu verhalten, sogar, wie Studien belegen, sich ähnlich zu bewegen. Die Partner färben sozusagen aufeinander ab. Niemand wird sie gefragt haben, ob sie dies wollen. Solches passiert einfach. Ist der eine immer griesgrämig, wird der andere dies oftmals auch. Auf Ihre Umgebungskräfte umgemünzt, heisst das, dass es Ihnen an wohltuenden Orten wohlergeht und an gegenteiligen Orten gegenteilig. Aus diesem Grund ist es für Sie zentral, wo Sie sich aufhalten. Sollten Sie den Aufwand betreiben, für die Steigerung Ihres Wohlbefindens eigens einen Kraftort aufzusuchen, ist es wenig zielführend, wenn dieser Ort nur scheinbar ein wohltuender Kraftort ist.

EXKURS

In seiner Auseinandersetzung mit Friedrich Nietzsche (1844–1900) gelangte Rainer Maria Rilke (1875–1926) zur Einsicht, dass es für ihn keine Möglichkeit gebe, sich selbst aus dem Schreiben herauszuhalten. Er formulierte es im Florenzer Tagebuch so: Ihm werde immer klarer, dass er nicht von den Dingen rede, sondern davon, was er durch sie geworden sei (FT 88). Auch wenn der Fokus seiner Darlegung nicht auf dem Erklären der natürlichen Kräfte liegt, konnte er nicht zu obiger Aussage gelangen, ohne deren Zusammenhänge zu verstehen.

Rilke war tatsächlich ein Mensch, dessen Wahrnehmung auf mehr als fünf Sinne zurückgreifen konnte. Sie wissen: Was Sie wahrnehmen können, existiert in Ihrer Welt, was Sie nicht wahrnehmen können, existiert nicht. In diesem Sinne war Rilke begütert. Ob ihm diese Gabe wohlbekommen ist oder ob sie ihn eher strapaziert hat, finden Sie in seinen Texten verarbeitet.

UMGEBUNGSKRÄFTE ANNEHMEN: DAS WICHTIGSTE

Ihr Körper ist wie ein Chamäleon. Anders als das süsse Hermelin, das sich im Frühjahr noch nicht von seiner Winterfarbe trennen mochte, gleicht er sich seiner Umgebung automatisch an. Er nimmt die Intensität und die Qualität der Umgebungskräfte auf, überall und immer. Genau wie das Chamäleon im roten Busch rot ist und im grünen grün, bekommt Ihr Körper am Kraftort die hohe

Wer braucht Orte der Kraft?

Kraft des Orts. Hier ist er stark und aufbauend. Viele spüren eine konstruktive Stärke in sich. An gegenteiligen Plätzen geschieht das Gegenteil. Ihr Körper verliert seine eigene Kraft. Er gibt seine Energie an den schwächeren Ort ab und muss auf einem schwachen und abbauenden Platz nicht nur mit dem Kraftverlust zurande kommen, sondern auch mit dem rapiden Qualitätsabbau. Im Moment kommt der Körper damit klar. Auf die Dauer schafft er das jedoch nicht. Er ist dauerhaft auf genügend starke, aufbauende Kräfte angewiesen, um lebensfähig zu sein. Eine gezielte Stärkung tut ihm gut, Schwächungen sollten möglichst geringgehalten werden. Denken Sie bitte daran, dass Ihre Umgebung stets aus Orten und Menschen besteht. Was für Orte gilt, gilt gleichermassen für Menschen.

braucht Orte der Kraft?

IN EIGENEN WORTEN

Die Manöver beliebter Koryphäen

Viele Expertinnen und Experten reden und schreiben über das Phänomen der Kraftorte. Und viele von ihnen scheinen sich nicht sonderlich um Forschungsergebnisse, tatsächliche Zusammenhänge und Korrektheit der Aussagen zu kümmern. Seit den ersten Schriften der Kraftortpionierin Blanche Merz (1919–2002) wurde vieles zu Papier gebracht und noch viel mehr ins Netz gestellt. Gesichertes und Ungesichertes. Dies alles wurde

Wer braucht Orte der Kraft?

irgendwo gefunden, weiterverwendet, abgeschrieben und nachgesagt. Das besagt, dass sich nebst Korrektem jede Vorläufigkeit, jede Ungenauigkeit und jeder Fehler vervielfachen und vermehren konnte. Natürlich besteht diese Gefahr in jedem Wissensgebiet. Im Bereich der Kraftorte besteht sie jedoch mit höherer Wahrscheinlichkeit und, wie die Praxis zeigt, mit stärkerer Verbreitung. Warum? Lange nicht alle Kriterien im Zusammenhang mit Kraftorten sind sachlich nachprüfbar. Vieles basiert auf Gespür, gepaart mit intensivem Beobachten über längere Zeit. Es gibt keine einfachen Formeln, die man lernen und anwenden kann. Zudem ist das Gebiet nicht geschützt, was bedeutet, dass alle sich äussern können, Geübte und Geschulte gleichermassen wie Neulinge und Ignorant:innen. Wer also in diesem angesagten Gebiet schnell etwas auf die Beine stellen möchte, hat sozusagen freie Fahrt. Und die Praxis lehrt: je verrückter, überraschender und dramatischer die Aussagen, je mehr Publikum kann mit ihnen erreicht werden. So erstaunt es wenig, dass immer wieder Geschichten voller Magie und Mystik, Drama und Tragik ihren Weg zu den Zeitgenoss:innen finden.

Damit ist dem schnellen Erfolg gehuldigt, allerdings legt dieser nicht selten der Forschung unnötig viele Steine in den Weg. Die Vorstellung, dass die Ahninnen und Ahnen ein märchenhaftes Leben geführt hätten, füttert nur unsere Phantasie, stimmt aber kaum mit der damaligen Realität überein. Versuchen Sie, sich ein Leben ohne Technik vorzustellen und überlegen Sie, ob Sie unter solchen Umständen genügend Kraftreserven für Märchenhaftes gehabt hätten. Wohl eher nicht. Sie hätten weder auf eine Heizung noch auf Lichtquellen zurückgreifen können. Obwohl es über längere Zeit wärmer war als heute, gab es Winter, Kälte, Nässe, Dunkelheit. Die Expert:innen, die den schnellen Erfolg suchen, kümmern sich wenig um solche Details. Den Interessierten werden schaurig-schöne Geschichten aufgetischt. Und es werden Zusammenhänge konstruiert, die sich weit über die heutigen Landesgrenzen hinausbewegen. Kann das wirklich sein?

AHNINNEN UND AHNEN: DAS WICHTIGSTE

Die Ahnen scheinen zwar phantasievoll gewesen zu sein, so ähnlich, wie Sie das noch heute bei Kindern beobachten können. Aber sie mussten dennoch durch und durch mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, um den schwierigen Alltag ohne technische Hilfen zu bewältigen. Mystisch-Magisches hatte eher wenig Platz.

braucht Orte der Kraft?

Dennoch fallen die magischen Geschichten immer wieder auf fruchtbaren Boden, denn der Vorstellungen und Vorurteile gibt es viele und viererlei. Weshalb ist dieser Bedarf so hoch und welche Vorstellungen sind die häufigsten? Die Forschungsstelle wollte Antworten darauf und lancierte eine repräsentative Umfrage mit den beiden Fragen:

«Beim Begriff ‹Kraftort› geht mir Folgendes durch den Kopf: … Ich will mich mit diesem Gebiet

– gerne tiefer befassen, weil … – nicht befassen, weil …»

Am einfachsten schauen wir uns nun gemeinsam die Antworten an, und zwar hinten beginnend: Die Aussage ist: Ich möchte mich gerne/ich möchte mich nicht mit Kraftorten befassen, weil … Dieses Weil ist spannend, da es ein ganzes Bouquet an Vorurteilen zu Tage fördert, positive wie negative. Schauen wir uns zuerst die negativen an.

Die Antworten konnten mit Namen oder anonym abgegeben werden, die Antwortenden erklärten sich mit dem allfälligen Veröffentlichen ihrer Antworten ohne Namensnennung einverstanden. Hier einige der häufigsten Antworten in Kurzfassung auf die Frage: Ich will mich mit diesem Gebiet nicht befassen, weil?

«Das Gebiet ist Blödsinn, reiner Hokuspokus, dafür hab ich keine Zeit.»

«Das ist alles an den Haaren herbeigezogen, hat keine Hand und keinen Fuss sozusagen.»

«Weil das einfach nur blöd ist, was soll das denn sein, ein Kraftort? Ich kann nirgends einen solchen sehen.»

«Da bereichern sich einige Schamlose auf Kosten der Leichtgläubigen. Man sollte so was einfach verbieten.»

«Hier werden Menschen ausgenutzt, die sich etwas aufschwatzen lassen. Diese sind selbst schuld, gut ist so etwas aber nicht.»

Wer braucht Orte der Kraft?

Die zitierten Aussagen bringen zweierlei auf den Punkt: Die einen zweifeln an der Existenzberechtigung des Gebiets. Sie halten es für nicht real und daher für Hokuspokus. Andere fürchten, schamlos über den Tisch gezogen zu werden und sprechen sich präventiv dagegen aus. Haben sie recht? Ja und Nein. Inwiefern könnten sie recht behalten? Die Antwort mit dem «Sehen» bringt es gut auf den Punkt: Kraftorte sind nicht sichtbar, sie sind mit unseren üblichen fünf Körpersinnen nicht wahrzunehmen. Wer nur akzeptieren mag, was er anfassen kann, der hat keinen Zugang zu Orten der Kraft. Da sie in der Kulturentwicklung nicht überliefert wurden, sind sie nicht Teil der Enkulturation, der kulturellen Erziehung. Anders erging es etwa religiösen oder psychologischen Begriffen, die genauso wenig sinnlich erfassbar sind wie: Gott, Engel, Heilige oder Ich, Es, ÜberIch etc. Mit letzteren Begriffen sind wir alle aufgewachsen, sie waren Teil unserer Schulung. Der Begriff «Kraftort» ist das nicht. Wer nur Zugriff auf seine fünf Sinne hat oder pflegt, findet den Weg zu den Kraftorten nicht. Die beiden letztzitierten Antworten gehen auf das Geschäftemachen mit Kraftorten ein. Diese Geschäftemacher:innen gibt es. Und es sind diejenigen, die der Forschung Steine in den Weg legen, indem sie das Gebiet ins Fragwürdige ziehen. Mit ihren Praktiken erschrecken sie viele Menschen, die sich lieber vom Thema abwenden, als am Ende selbst über den Tisch gezogen zu werden. Es ist ganz unverkennbar: wer ein Gebiet zu seinem eigenen Nutzen ausreizt und nicht davor zurückschreckt, Menschen für den schnellen Gewinn zu übertölpeln, der schadet dem Gebiet. Ist ein Wissensgebiet bereits besser erforscht und lässt es sich zudem mit den fünf Sinnen wahrnehmen, stehen Ihnen Kriterien zu Verfügung, aufgrund derer Sie abwägen können, ob sich etwas so verhält, wie es Ihnen gesagt wird. Im Bereich der Kraftorte ist das anders. Bis heute fehlen diese Kriterien. Zudem müssen Sie mit mehr als fünf Sinnen ausgestattet sein und vor allem müssen diese geübt sein, damit Sie selbst wahrnehmen können, wie sich etwas verhält. Damit sind die genannten Vorurteile verständlich, sie habe einen wahren Kern. Allerdings entspringen sie alle der Angst und dem Unvermögen, als Teil des Systems das System zu erkennen. Wie oben gezeigt, lebt der Mensch nicht abgekoppelt, sondern als Teil seiner Umgebung und deren Kräfte. Sind Sie sich dessen bewusst und können Sie dies spüren, entstehen keine Ängste.

Wussten Sie, dass Hermann Hesse (1877–1962) in seinem 68er-Kultbuch «Siddhartha» das Teil-Sein des Ganzen und In-sich-Finden des Gesuchten ausformuliert? Siddhartha als der grosse Sinnsucher, der Erkenntnis nicht im Lernen und Wissen, sondern im Erleben erkundet,

braucht Orte der Kraft?

Es wäre interessant zu wissen, wie viele Anhängerinnen und Anhänger der 68er-Bewegung sich auf Siddharthas Spuren gemacht und die Mitte zwischen Wissen und Erfahren in sich selbst gefunden haben. Das Buch war DER Hype. Ob es verstanden wurde? Der Autor selbst konnte sich den Weg durchaus bewusst machen. Ob er ihn gehen konnte und je angekommen ist, bleibt sein Geheimnis. Denn einfach zu begehen ist dieser Weg nicht. Er ist es aber, der Ihnen noch heute genauso zu Füssen liegt. Sind Sie selbst darauf unterwegs, werden Sie nicht zu den Negativ-Antwortenden gehören. Interessant war, dass auch die positiven Antworten viele Klischees bedienten. hat gemerkt, dass die Erkenntnis nicht gelehrt werden kann. Er muss sie selbst erfahren und erleben. Nach langer Suche findet er die Weisheit als Mitte zwischen Wissen und Erfahren in sich, tief in sich. Endlich ist er angekommen und erleuchtet.

Kraft?

In der Folge schauen wir uns gemeinsam einige der häufigsten Antworten in Kurzfassung an auf die Frage: «Ich will mich mit diesem Gebiet gerne tiefer befassen, weil …» Diese Antworten lassen sich in drei Antwortrichtungen einteilen:

«Kraftorte sind einfach hübsche Orte. Ich halte mich gern an netten Orten auf.»

«Kraftorte sind immer so friedlich, da geht es mir rundum gut.»

Die ersten Antworten beschreiben einen Kraftort als hübsch und friedlich. Und ja, das kann tatsächlich zutreffen, vor allem dann, wenn der Ort von keiner Frühkultur gebraucht wurde. Es gibt viele bisher ungenutzte Kraftorte in der Natur, die sich, wie oben, beschreiben lassen. Kraftorte sind immer schöne oder eben hübsche Orte, sie können etwas Friedliches an sich haben und es kann durchaus eine besondere Stimmung entstehen, je nach Wetter, Tageszeit und eigener Gestimmtheit. So weit so gut. Was aber besagen die überraschend vielen Antworten, die das Mystische beschwören?

«Es ist Magie pur und das finde ich grossartig. Die heutige Welt hat, was ein Jammer ist, diese Magie verloren. Am liebsten gehe ich mit einer guten Geschichtenerzählerin, einem guten Geschichtenerzähler hin und tauche ganz und gar in die Mystik einer viel früheren Zeit ein.»

Die vielen Menschen, die so und ähnlich geantwortet haben, begeben sich gezielt an Kraftorte, um Mystik und Magie zu erleben oder das, was sie sich darunter vorstellen. Es ist kaum verwunderlich, dass an einem Kraftort magische Geschichten ihre fantastische Wirkung entfalten. Und selbstverständlich kann ein Kraftort als persönlicher Erlebnisort verwendet werden. Allerdings hat das mehr mit den eigenen Bedürfnissen als mit dem Ort zu tun. Und ganz klar hat es nichts mit seiner Geschichte gemein. Ist man sich dessen bewusst, ist alles soweit in Ordnung. Nur wird den interessierten Menschen oftmals vorgegaukelt, der Ort sei geschichtlich so und ähnlich genutzt worden. Ihnen wird das Gefühl vermittelt, sie tauchten tatsächlich mit ihrem Erleben in eine frühere Zeit ein und würden die Lebensweise der Vorfahren erkunden. Das entpuppt sich jedoch als Täuschung. Sitzen Sie im Kino oder im Theater, ist Ihnen klar, dass das Gesehene nicht real ist. Genauso verhält es sich mit den magischen Geschichten an Orten der Kraft. Sie mögen zwar spannend sein, sind in der Regel aber kaum real.

braucht Orte der Kraft?

Die dritte Antwortrichtung spricht nicht von hübsch oder magisch, sondern von wenig angenehm:

«Ich finde es nicht immer angenehm auf einem Kraftort, aber ich gebe mir Mühe, das auszuhalten, schliesslich sollen sie einem ja guttun.»

«Manchmal ist es für mich schwer, lange auf einem Kraftort zu bleiben. Aber da muss ich dann durch, damit er wirken kann.»

Anders als an ungenutzten Orten kann es sich verhalten, wenn Kraftorte genutzt wurden. Denn hier haben sich Informationen abgespeichert, die nachwirken und eventuell eine andere Sprache sprechen, je nachdem, was auf dem jeweiligen Platz geschehen ist. Sie tun gut daran, die wohltuende Wirkung nicht einfach als gegeben vorauszusetzen. Klären Sie sie zuerst ab. Und dafür benötigen Sie Ihr geübtes Gespür. Wie Menschen sich durch ihre Erlebnisse verändern, verändern sich Kraftorte durch ihren Gebrauch. Als Beispiel

Wer braucht Orte der Kraft?

kennen Sie den Begriff des Ideals der «schönen Seele» aus der Literatur. So wie dieses Ideal den Menschen, der schön, weil gut, und gut, weil schön, in der mittelalterlichen Epik beschrieb, liesse sich auch ein Ort beschreiben. Ein Ort der Kraft. Genauso, wie nicht jede schöne Frau eine schöne Seele ist oder geblieben ist, ist nicht jeder schöne Ort ein Kraftort und nicht jeder Kraftort ist ein Kraftort geblieben. Diese Überlegung führt direkt zu den Antworten, in denen ein Kraftort als unter Umständen schwer oder nicht angenehm bezeichnet wird. Diese Beobachtung ist sehr wichtig, auch wenn es sich bei einem unangenehmen Ort mit schweren Energien nicht um einen Ort der Kraft handeln kann. Worauf sich die Antwortenden bezogen haben, sind Orte, die ihnen als Kraftorte bezeichnet wurden. Zudem hatten sie eine bestimmte, fixe Vorstellung von deren Wirkung. Und offenbar wurde ihnen gesagt, sie sollten sich länger auf dem Platz aufhalten, um von der Wirkung zu profitieren. Solche Angaben, Annahmen und Aussagen sind unverantwortlich, da sie kaum bekömmlich wirken.

Wussten Sie, dass Sie sich auf jedem Platz nur so lange aufhalten sollten, wie es Ihnen wohl ist dabei? Ihr Körper signalisiert Ihnen die für Sie verträgliche Aufenthaltsdauer. Diese ist individuell. Mit Vorteil lernen Sie, die Körpersignale wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Die vermeintlichen Kraftorte, die sich unangenehm anfühlen, sind in der Regel gestörte Plätze. Woher die Störungen stammen, ist in den meisten Fällen nicht zu eruieren. Signalisiert Ihr Körper ein unangenehmes Gefühl, gehen Sie am besten weg, und zwar so weit, bis es Ihnen wieder wohl ist. Andere Menschen spüren das vielleicht nicht oder viel langsamer als Sie. Das spielt alles keine Rolle. Es spielt einzig eine Rolle, dass Sie sich wohlfühlen, dort, wo Sie sind.

VERMEINTLICHE KRAFTPLÄTZ: DAS WICHTIGSTE

Nicht jeder Platz, der Ihnen als Kraftort empfohlen wird, ist einer. Das heisst nicht, dass es nie einer war. Die Chance, dass es sich einst um einen wichtigen Kraftort gehandelt hat, ist gross. Kraftorte waren die ersten Kulturorte und es waren auch immer wieder Orte der Macht. Bei Kulturübernahmen waren sie, was absolut logisch ist, die ersten Plätze,

Wer braucht Orte der Kraft?

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