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Kurzvorschau - Kleines Flurnamenbuch für Wandernde

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Kleines für Wandernde

FLURNAMEN BUCH

Impressum

Alle Angaben in diesem Buch wurden von dem Autor nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und von ihm und vom Verlag mit Sorgfalt geprüft. Inhaltliche Fehler sind dennoch nicht auszuschliessen. Daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag übernehmen Verantwortung für etwaige Unstimmigkeiten.

Alle Rechte vorbehalten, einschliesslich derjenigen des auszugsweisen Abdrucks und der elektronischen Wiedergabe.

© 2026 Weber Verlag AG, 3645 Thun/Gwatt

Autor: Roland Hofer

Weber Verlag AG

Verlagsleitung: Annette Weber-Hadorn

Projektleitung: Madeleine Hadorn

Cover: Lorena Hadorn

Gestaltung / Satz: Shana Hirschi

Bildbearbeitung: Adrian Aellig

Der Weber Verlag wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2026–2028 unterstützt.

ISBN 978-3-03818-860-5

www.weberverlag.ch mail@weberverlag.ch

Auslieferung EU

Brockhaus Commission GmbH

Postfach 1220

D-70803 Kornwestheim info@brocom.de

Vorwort

Auf Wanderungen entdeckt man nicht nur Berge und Landschaften, Pflanzen und Tiere oder Dörfer und Bauernhäuser, sondern auch Namen. Benennungen von Orten, Höfen, Wäldern, Feldern, Bergen, Pässen, Hügeln oder sonstigen Geländeformen begegnen uns fast auf Schritt und Tritt.

Mit ebensolchen Orts- und Flurnamen habe ich beruflich zu tun. Seit gut 20 Jahren arbeite ich an der Forschungsstelle für Namenkunde an der Universität Bern beim Ortsnamenbuch des Kantons Bern

Dieser berufliche Werdegang und meine Leidenschaft – ich bin begeisterter Wanderer und Berggänger – haben mich sozusagen zu diesem Buch geführt beziehungsweise die besten Voraussetzungen dafür geschaffen. In diesem Sinne versteht sich das Kleine Flurnamenbuch für Wandernde als Verbindung der Freude am Wandern mit der Flurnamenkunde.

Die Idee zum vorliegenden Buch ist über eine längere Zeit herangereift. Fragen oder Bemerkungen wie «Wieso heisst das hier wohl so?», «Das ist aber ein komischer Name!», die ich bei Begegnungen mit Wandernden auf Wanderwegen, im öV oder in SAC-Hütten oft vernommen habe, gaben letztlich den entscheidenden Anstoss dazu.

Das Kleine Flurnamenbuch für Wandernde soll dem Wanderer, der Wanderin ein Begleiter sein, um die namenkundliche Neugier zu befriedigen. Zu diesem Zweck ist es vom Format und Gewicht her nicht allzu gross beziehungsweise schwer, damit es in den Rucksack passt und bei Bedarf unterwegs konsultiert werden kann.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen ganz herzlich bedanken, die zur Realisierung dieses Buches beigetragen haben. Allem voran gilt mein Dank dem Weber Verlag für die Aufnahme meines Buches in das Verlagsprogramm, meiner Lektorin Madeleine Hadorn für die kompetente Beratung und Begleitung des Buchprojektes bis hin zum fertigen Buch und der Polygrafin Shana Hirschi für die sorgfältige und kreative Ausführung des Satzes.

Dank aussprechen möchte ich auch meinen lieben Kollegen vom Ortsnamenbuch des Kantons Bern, Thomas Franz Schneider und Luzius Thöny, u. a. für das Gegenlesen des Manuskriptes und für manche wertvolle Tipps.

Nicht zuletzt gebührt ein riesiges Dankeschön den Sponsoren (s. am Schluss des Buches), ohne die die Publikation des Buches gar nicht möglich gewesen wäre.

Nun wünsche ich Ihnen, werte Leserin, werter Leser, viel Vergnügen und Kurzweil beim Eintauchen in die Welt der Flurnamen.

Für allfällige Anmerkungen, Kommentare, Lob oder Verbesserungen bin ich Ihnen dankbar: rolandhofer@hispeed.ch.

Einleitung

Das Buch, das Sie in den Händen halten, ist ein lexikonartiges Nachschlagewerk über Flurnamen. Es richtet sich in erster Linie an Wanderer, Berg- und Spaziergängerinnen, die die Landschaft durchschreiten und so die vielfältigen natürlichen Geländeformen erleben und den dazugehörenden Namen begegnen, sei es auf Wanderwegweisern, auf Tafeln, an Hütten, im Gespräch mit Einheimischen oder auf der mitgeführten Landeskarte. Aber natürlich sind auch alle anderen, die sich für die Landschaft und ihre Flurnamen oder für die Flurnamenkunde interessieren, eingeladen, das Buch zu durchforschen.

Das vorliegende Flurnamenbuch ist thematisch in fünf Themenkreise gegliedert. Diese ergeben sich aus der natürlichen Topografie, den Geländeformen, worin sich die Wandersfrau oder der Wandersmann bewegt: Geländeerhebung (Berge und Hügel), Geländevertiefung (Täler und Löcher), die schiefe Ebene (Halden und Wände), Geländeübergänge (Pässe) und die horizontale Ebene (Böden).

In den entsprechenden Kapiteln werden die Grundwörter der Geländenamengebung alphabetisch aufgeführt. Mit Grundwort ist hier ein Grundstock an Wörtern gemeint, die – allein stehend oder in einer Zusammensetzung – für die Benennung des Geländes zur Verfügung stehen oder standen. Genauso vielfältig wie die Landschaft ist auch der Namenschatz. Es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Wörter z. B. für die Benennung von Hügeln oder Bergen verwendet worden sind.

Zur Namenauswahl: Es wurde nach Möglichkeit versucht, Namen auszuwählen, die in der Nähe oder entlang von Wanderrouten zu finden sind, die auf den Wanderwegweisern stehen und auf der Landeskarte verzeichnet sind. So ist die Wanderin in der Lage, sich vor Ort ein Bild zu machen. Ferner fanden zum Teil auch Namen von berühmten oder markanten Bergen oder Hochgebirgsgipfeln, die man von den Wanderwegen aus betrachten und bestaunen kann, Eingang ins Flurnamenbuch. Schliesslich werden darin auch Namenbeispiele aufgeführt, die etymologisch lohnenswert oder für die jeweilige Geländeform exemplarisch erscheinen.

Viele der im Flurnamenbuch aufgeführten Orte habe ich selbst erwandert und auch die Fotos stammen von mir. Es sollen «sprechende» Fotos sein, die die Geländeformen möglichst gut abbilden.

Die Namenlandschaft, die hier behandelt wird, ist diejenige des deutschsprachigen Teils des Kantons Bern (grob gesagt bestehend aus dem Seeland, Oberaargau, Mittelland, dem westlichen und östlichen Berner Oberland).

Zum Teil wurden auch Namen aus den angrenzenden Gebieten wie z. B. der

Zentralschweiz, den Kantonen Solothurn und Wallis herangezogen, vereinzelt auch aus der Ostschweiz und als Ergänzung zu den schweizerdeutschen Namen, auch solche aus dem französischsprachigen Raum, aus der Romandie.

Die Konzentration auf den Kanton Bern liegt in der Natur der Sache. Ich arbeite seit gut 20 Jahren an der Forschungsstelle für Namenkunde beim Ortsnamenbuch des Kantons Bern (Universität Bern) und bin daher mit diesem Gebiet, mit dieser Namenlandschaft, bestens vertraut. Aber natürlich heisst das jetzt nicht, dass dieses Flurnamenbuch nur Berner und Bernerinnen benutzen können. Die meisten der hier behandelten Grundwörter kommen auch in der restlichen Deutschschweiz vor.

Hauptquelle der hier zusammengestellten Namen und der etymologischen Erklärungen ist das Material des Ortsnamenbuchs des Kantons Bern (die in den 1940er- bis 1960er-Jahren angelegte Namensammlung in Form eines Zettelkatalogs und die bereits publizierten Teilbände), daneben das Schweizerdeutsche Wörterbuch (Idiotikon), die Kantonalen Namenbücher der Schweiz (alphabetische Lexika der Orts- und Flurnamen eines Kantons) und etymologische Wörterbücher. Für die früheren Sprachstufen wurden die gängigen mittelhochdeutschen und althochdeutschen Wörterbücher konsultiert. Eine Auswahl der benutzten Quellen findet sich im Literaturverzeichnis (s. Anhang).

MUNDART UND DIALEKTOLOGIE

Viele Mundartphänomene spiegeln sich auch in den Flurnamen wider. Innerhalb des Kantons Bern gibt es verschiedene Dialekte oder Dialektregionen, die jeweils ihre typischen Kennzeichen und Merkmale haben. Erklärungen zu den im Folgenden benutzten Fachausdrücken finden sich auch im Glossar im Anhang.

Die sogenannte Verdumpfung zum Beispiel (Aabe ‹Abend› > Oobe, Flurname Grat > Grot) ist charakteristisch für den Oberaargau. Die -l-Vokalisierung (Milch > Miuch, Flurname Halde > Haude) und die Velarisierung von -nd- > -ng- (Hund > Hung, Flurname Schwand > Schwang) kommen im nördlichen Kantonsteil vor, typischerweise im Emmental. Das Berner Oberland hingegen ist davon nicht betroffen. Im Schwarzenburgerland (Gemeinden Guggisberg, Rüschegg, Schwarzenburg) wird -nd- zu -nn- assimiliert (Hund > Hunn, under > unner, Flurname Schwand > Schwann).

Ein Dialektmerkmal des östlichen Berner Oberlandes und auch des Wallis ist die Entrundung von -ö- > -e- (schöön > scheen, Chöpfli > Chepfli), -ü> -i- (Brügg > Brigg, Pluralform Hübel > Hibel) und -üe- > -ie- (Flurname Büel > Biel). Die Palatalisierung (Huus > Hüüs) ist im Haslital (Gemeinden Meiringen, Hasliberg, Schattenhalb, Innertkirchen, Guttannen) und im Wallis verbreitet.

In grossen Teilen des Schweizerdeutschen ist ein spezielles Lautgesetz zu beobachten: -n-Schwund vor Reibelaut mit Ersatzdehnung bzw. Diphthongierung des vorangehenden Vokals (Staubsches Gesetz, benannt nach dem Dialektologen Friedrich Staub, der sich als Erster ausführlich mit diesem Lautgesetz befasst hat). Dies betrifft die Konsonantenverbindungen -nk- (> -nch-), -nf- und -ns-: trinke > *trinche > triiche/treiche, fünf > füüf/föif, Zins > Ziis/Zeis. Flurnamenbeispiele dazu sind Bänkle > Bäichle oder Ranft > Rauft

Die Diminutive (Verkleinerungsformen) sind im Berner Oberland viel zahlreicher als im restlichen Kantonsgebiet. Im Mittelland kennt man v. a. die Bildungen mit -li (Brüggli) und -i (Brüggi). Im Berner Oberland gibt es daneben noch Ableitungen mit -elti (Briggelti, Flurnamen Eggelti, Eyelti; östliches Berner Oberland), -etli (Brüggetli, Flurnamen Alpetli, Eggetli; westliches Berner Oberland) und -ti (immer nach Wörtern mit -l-Ausgang: Stüelti, Flurnamen Büelti/Bielti, Stäfelti, Tälti/Tellti; v. a. östliches Berner Oberland). Das Wallis kennt zusätzlich neben -elti und -ti auch noch -ji (Bärgji). Erwähnenswert sind die weiblichen Kollektivbildungen auf -ere. Sie bezeichnen Stellen, wo etwas von Natur aus in grosser Menge vorhanden ist, angepflanzt oder abgebaut wird. Das Suffix (Nachsilbe) -ere verbindet sich dabei insbesondere mit Pflanzen- und Tierbezeichnungen, dann auch mit Bezeichnungen für Gestein oder Erdmaterial: Bruuchere/Brugere z. B. bedeutet ‹Stelle, wo viel Bruuch/Bruug (gemeines Heidekraut) wächst›, Flachsere ‹Stelle, wo Flachs angebaut wird, Flachsfeld›, Dachsere ‹Ort, wo sich Dachse aufhalten, Dachshöhle›, Wurmere ‹Stelle, wo viele Würmer, Schlangen vorkommen›, Chalchere ‹Stelle, wo reichlich Kalk vorhanden ist oder wo Kalk gebrannt wurde›, Dräckere ‹Stelle, wo viel Dreck liegt, d. h. Stelle mit matschigem, sumpfigem Boden, Erdschlipf›. Ebenfalls weiblich sind die Kollektivbildungen auf -ete: Beispiele aus dem Wortschatz sind z. B. Tanzete ‹Tanzanlass›, Ustrinkete ‹letzter Ausschank vor der Schliessung einer Gaststätte› oder Stubete ‹eine Stube voll; gemütliches Beisammensein in der Stube, Besuch; geselliger Anlass›. In Flurnamen werden mit solchen Ableitungen Stellen bezeichnet, wo etwas in gehäufter Form vorkommt, z. B. Golete, Risete (beide bedeuten ‹Geröllhalde›), Stapfete (zu Stapf m., Stapfe m./f. ‹Tritt, steiler, treppenartiger Fussweg, Zaunüberstieg›), oder wo etwas geschieht oder gemacht wird, z. B. Houete ‹Stelle, wo Wald gehauen, geschlagen wurde›.

Schliesslich soll noch kurz auf die Bildungen mit -ele/-(e)le f., seltener -el m., sogenannte Stellenbezeichnungen, eingegangen werden. In Flurnamen wird damit das Vorkommen von etwas bezeichnet (in Verbindung mit einem Substantiv) oder eine Handlung, ein Zustand beschrieben (in Verbindung mit einem Verb), s. Bänkle, Bürgle, Steigle, Hangele und Luegle.

ORTS- UND FLURNAMEN

Ein Flurname ist ein Name einer Flur, eines Geländestücks. Flurnamen benennen, in einem umfassenden Sinn, kultiviertes Land (wie Äcker, Weiden, Matten, Reben), Berge, Täler, Felsen, Alpen, Wälder, Wege und Stege. Ein Ortsname ist ein Name eines Ortes. Der Ausdruck Ortsname wird oft synonym für Siedlungsname verwendet, zum Teil auch für Toponym (Überbegriff für Landschafts-, Siedlungs-, Gewässer- und Flurnamen). Flurnamen benennen in der Regel unbewohnte Stellen im Gelände, (kleinere) landschaftliche Einheiten, im Gegensatz zu Siedlungsnamen, die Höfe, Weiler, Dörfer oder Städte bezeichnen.

Auch Flurnamen können zu Siedlungsnamen werden, nämlich dann, wenn an der bezeichneten Stelle mit der Zeit eine Siedlung entstanden ist. Man spricht dann von sekundären Siedlungsnamen. Beispiele dafür sind z. B. die Dörfer Guttannen oder Linden (ursprünglich lediglich Flurnamen mit der Bedeutung ‹bei den guten Tannen› bzw. ‹bei der Linde/bei den Linden›).

Was können uns Flurnamen erzählen? Was ist die Aussagekraft von Flurnamen? Flurnamen sind sprachliche Gebilde, d.h., sie sind in den allermeisten Fällen ursprünglich Wörter aus dem alltäglichen Wortschatz. Oft sind dies Wörter, die es heute nicht mehr gibt, die heute nicht oder kaum mehr gebräuchlich, aber in Orts- oder Flurnamen erhalten geblieben sind: Im Ortsnamen Affoltern steckt ein altes Wort für Apfelbaum (ahd. affoltra f. ‹Apfelbaum›), in Lützelflüh ein heute v. a. älteren Generationen noch bekanntes Adjektiv, nämlich schwzd. lützel ‹klein, gering; wenig›, das übrigens etymologisch verwandt ist mit engl. little (man vgl. auch das Dorf Kleinhöchstetten, das in einer Urkunde von 1250–1256 als Luzilinstetten erscheint).

Ein weiteres Beispiel ist Speckhubel (Stocken-Höfen). Darin steckt nicht der Späck, sondern die Speck: Eine Speck ist ein Knüppeldamm, ein Knüppelweg, eine Bodenbefestigung mit Rundhölzern über sumpfiges Gelände.

Den Satz «das Rad isch nümme simbel» versteht heute wohl niemand mehr so richtig. Er stammt aus einem Dialektwörterbuch von 1958 (Bieri, Läbigs Bärndütsch, 97). Simbel, auch sinwel oder simel (östliches Berner Oberland), ist ein altes, heute nicht mehr gebräuchliches Adjektiv mit der Bedeutung ‹rund, kreisförmig, kugelrund›. Im Gipfelnamen Simelihorn (Grindelwald) ist es noch erhalten.

Dass Worte aus dem lebendigen Wortschatz verschwinden, ist Teil des Sprachwandels. Sie werden durch andere (einfachere, neuere, modernere) ersetzt. Das alte Verb schwzd. biite, beite ‹warten› bspw. ist durch warte ersetzt worden, wobei warte selbst auch einen Bedeutungswandel durchgemacht hat. Warte bedeutet ursprünglich ‹schauen, Acht geben, aufpassen; Wache halten,

bewachen; auflauern; sich kümmern um, pflegen, betreuen›. So erklären sich z. B. auch das Wort Abwart, Sätze wie die Maschine muss gewartet werden oder der Flurname Wart.

Oft enthalten Orts- und Flurnamen auch Suffixe, die es heute nicht mehr gibt, die nicht mehr produktiv sind: Der Flurname Hasli zum Beispiel geht auf ahd. hasalahi n. ‹Haselgebüsch› zurück, eine Ableitung mit dem Suffix ahd. -ahi, das kollektive Funktion hat. Hasli bedeutet ursprünglich also ‹Stelle, wo viele Haselstauden wachsen›. Der zahlreich vorkommende Flurname Äschi/Eschi ist ein weiteres Beispiel dafür (< ahd. *ascahi ‹Eschengehölz, Standort von Eschen›; dazu auch der Gemeindename Aeschi b. Spiez).

Der Flurname Äbnit/Ebnet leitet sich aus ahd. ebanōti her. Das Suffix ahd. -ōti ist schon lange nicht mehr produktiv, aber noch in den Wörtern nhd. Heimat, schwzd. Heimet (ahd. heimōti) und nhd. Einöde (ahd. einōti, einōdi ‹Einöde, Wüste, Einsamkeit›) erhalten.

Wie die obigen Beispiele zeigen, ermöglichen Orts- und Flurnamen einen Blick in die Sprachgeschichte. Daneben geben sie auch einen Einblick in historische Verhältnisse (Siedlungsgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Landwirtschaftsgeschichte, Rechtsgeschichte usw., s. unten).

Toponyme sind Zeugen früherer Völker, Sprachen und Kulturen. Die Kelten (z. B. die Helvetier), schon im 5. Jh. v. Chr. schriftlich erwähnt, hinterliessen nicht nur archäologische Spuren, sondern mit den sogenannten -dunum-/-durum-Namen auch toponymische. Das Substantiv kelt. dūnon ‹Wall, Palisadenwerk, Burg, befestigter Ort, Hügel›, latinisiert dūnum, findet sich z. B. in den Siedlungsnamen Nyon VD (< *Noviodunum; um 400 Noiodunus), Yverdon VD (< *Eburodunum; 301–400 Eburoduno, 971 in pago Everdunense, 1177 Yuerdun) oder Olten SO (< *Olodunum; 1201 Oltun). Diese Orte sind damit also ursprünglich keltische Siedlungen. Beispiele auf Berner Boden sind Thun (< *Dunon, im 6. Jh. mit dem Beleg in laco Duninse indirekt bezeugt im Namen Thunersee) und wohl auch Langenthal (< *Langadunum; 894 Langatun, 1194 villa que dicitur Langata, 1209 Langaton; der zweite Namenbestandteil wurde dann, zum Teil schon im Spätmittelalter, zu -tal umgedeutet). Kelt. dūnon ist etymologisch verwandt mit germ. *tūna- ‹Zaun, Einfriedung›, schwzd. Zuun, dt. Zaun, engl. town ‹Stadt›.

Das andere Element kelt. duron ‹Tor, von Mauern umgebene Stadt, Marktort; Talenge›, latinisiert -durum, etymologisch verwandt mit nhd. Tor, ist bspw. in den Siedlungsnamen Solothurn SO (< *Salodurum; 219 Saloduro, um 300 Salodurum) und Winterthur ZH (< *Vitudurum; um 280 Vitudoro, 294 murum Vitudurensem, 856 Wintarduro, 1218 Wintirtura; heute volksetymologisch mit Winter und dem Flussnamen Thur in Verbindung gebracht) enthalten.

Nach den Kelten kamen die Römer. Die von ihnen unterworfenen Völker übernahmen das Latein als Verkehrs- und Umgangssprache (Romanisierung). Beispiele aus dieser Schicht sind Ortsnamen mit dem galloromanischen -acum-Suffix, das sich im Schweizerdeutschen zu -ach entwickelte, z. B. Wichtrach (< *Victoriacum/*Victriacum ‹Gutshof des Victorius/Victrius›; 1180 Wichtracho), Rüfenacht bei Worb (< *Rufiniacum ‹Gutshof des Rufinius›; 1240 Ruivennacho) oder Küssnacht am Rigi SZ (< *Cossiniacum ‹Gutshof des Cossinius›; um 840, in einer Kopie des 11. Jh., in Chussenacho), wobei die letzteren beiden in der heutigen Schreibung volksetymologische Umdeutung des Zweitglieds zu -nacht zeigen. In der Romandie entwickelte sich dieses Suffix zu -y, vgl. Martigny VS (auf Deutsch Martinach) oder gehäuft bei Lausanne: Ouchy, Pully, Lutry usw.

Ab dem 5. Jh. n. Chr. begannen von Norden her die Alemannen, die Schweiz zu besiedeln. Das typische Kennzeichen dieser alemannischen Besiedlung ist das -ingen-Suffix (> schwzd. -inge, -ige), mit dem die Zugehörigkeit einer Siedlergruppe zum Gründer, zum Oberhaupt der Siedlung, ausgedrückt wird. Beispiele dazu sind Ortsnamen wie Konolfingen ‹bei den Leuten des Chuonwolf›, Amsoldingen ‹bei den Leuten des Answalt› (nach 1175 ecclesie Ansoltingensi, 1228 Ansoltingen).

Ein typisches Kennzeichen aus der Zeit des Siedlungsausbaus (ca. 8.–10. Jh.) sind die -wil-Namen. Wil ist ein im 7. Jh. übernommenes Lehnwort aus spätlat./roman. villare ‹Gehöft, Gutshof› (> ahd. wīlāri > mhd. wîler > schwzd. Wiler/Wil). Auch diese Siedlungsnamen enthalten im ersten Namenbestandteil grösstenteils einen ahd. Personennamen, und zwar im Genitiv, vgl. z. B. Huttwil (841–872 Huttiwilare ‹beim Gehöft des Hutto›) oder Bäriswil (861 Perolteswilare ‹beim Gehöft des Perolt/Berold›).

Durch ihre überaus breit gefächerte Aussagekraft wird die Ortsnamenforschung zu einer wichtigen Hilfswissenschaft für Historiker und Archäologen. Ortsnamenkunde ist gewissermassen «sprachliche Archäologie» und die Ortsnamen sind die Funde, «sprachliche Funde», die uns Auskunft über eine vergangene Welt geben.

Flurnamen können auch aufzeigen, wo früher Wald gerodet wurde: Hauptvertreter der zahlreichen Rodungsnamen sind Schwand, Rüti, Ried, Stock, Brand und Sang. Sie klären uns – wenn man ihre Etymologie hinzuzieht –zugleich über die ursprünglichen, verschiedenen Rodungsarten auf. Rodungsnamen sind ein Zeugnis des jüngeren Siedlungsausbaus ab dem Hoch- und Spätmittelalter (Zeitraum von 1050 bis 1500). Sie kommen bspw. gehäuft in der Innerschweiz, im Berner Oberland und im Napfgebiet vor.

Schwand, Schwanden (Dativ Plural), Schwandi (Diminutiv) Schwändi/ Schwendi sind Bildungen zum Verb schwzd. schwinde bzw. schwände.

Schwand heisst eigentlich ‹Stelle, wo etwas zum Schwinden gebracht wurde›. Die ursprüngliche Rodungsmethode war hier diejenige des Entrindens. Durch Abschälen der Rinde starb der Baum ab, er wurde so gewissermassen zum Schwinden gebracht.

Rüti, Rüüti, Riiti (entrundet), Rütine/Rütene (Plural), Grüt (Kollektivbildung) gehören zum Substantiv schwzd. Rüti f./n. ‹Rodung, von Holzwuchs und Buschwerk gereinigtes, urbar gemachtes Stück Land›. Rüti ist eine Bildung zum Verb schwzd. rüte < ahd. riuten ‹roden, herausreissen, urbar machen, ausrotten›, das auf eine indogermanische Wurzel mit der Bedeutung ‹reissen, rupfen› zurückgeht. Rüti weist ursprünglich also auf Ausreissen, Entwurzeln von Bäumen hin.

Etymologisch identisch mit Rüti sind die Rodungsbegriffe Ried, Rieder (Plural), Riedere (Dativ Plural). Bei Ried ist aber Vorsicht geboten. Nicht alle Ried-Namen sind automatisch mit einer Rodung in Verbindung zu bringen. In diesen kann auch das gleichlautende Substantiv schwzd. Ried n. ‹mit Schilf, Sumpfgras bewachsener Grund, Moor› stecken. Hier kann die Realprobe vor Ort oder die Lokalgeschichte helfen, um zu entscheiden, ob der entsprechende Name von einem Sumpfgebiet oder von einer Rodung herrührt.

Stock, Stocki, Stocken (Dativ Plural), Stockere/Stöckere (Kollektivbildung), zum Substantiv schwzd. Stock m. ‹Baumstamm, Baumstrunk, Wurzelstock›, deuten auf eine Rodung, bei der die Baumstrünke stehen gelassen wurden.

Auf Brandrodung schliesslich weisen Brand, Brend (Plural) und Sang, Sängg/Sengg, Sängge. Letztere sind zum Verb schwzd. sänge, sängge ‹sengen›, mhd. sengen ‹sengen, brennen, knistern machen› zu stellen, einer Bildung zum Verb mhd. singen ‹singen; knistern, zischen›. Sang kann zum Teil aber auch eine der Sonne stark ausgesetzte Stelle sein und dementsprechend dürres, ausgetrocknetes Gelände bezeichnen.

Flurnamen können uns über ganze Wirtschaftszweige unterrichten. Vom früher in der Schweiz wichtigen Hanf- und Flachsanbau (z. B. zur Gewinnung von Leinen für Tücher und Kleider) zeugen Namen wie Hargarte, Roossi, Brächhütte, Hächlerhüsi und Chuderhüsi. An ihnen können die Verarbeitungsschritte von Flachs und Hanf abgelesen werden (Anpflanzung, Rösten, Brechen, Hecheln, Abfallverarbeitung).

Im Hargarte (Flurname in den Gemeinden Belp, Bolligen, Muri b. Bern, Oberthal und Sigriswil) wurde früher tatsächlich «Har» angepflanzt, aber nicht das Haar, sondern der Har, vgl. mhd. har m. ‹Flachs›. Hargarte ist also das Flachsfeld. Das Wort ist im aktiven Wortschatz ausgestorben.

Flurnamen wie Roossi, Rossi bezeichnen in der Regel Tümpel, Pfützen oder Gruben, wo Hanf oder Flachs eingelegt wurde, damit dieser mürbe wird. Sie gehören zum Verb schwzd. roosse ‹mürbe werden; Hanf, Flachs in Wasser

einlegen›. In der Brächhütte wurde der Hanf oder Flachs dann für die weitere Verarbeitung gebrochen. Im Hächlerhüsi (Röthenbach i. E.) wurde gehechelt, oder es wohnte dort der Hächler, zur Berufsbezeichnung Hächler m. ‹wer berufsmässig hechelt, wer mit der Hechel arbeitet›. Eine Hechel ist ein Riffelkamm, mit dem der Flachs oder Hanf gekämmt wurde. Chuderhüsi (Röthenbach i. E.) schliesslich verweist auf den Chuder m. ‹Abfall vom gehechelten Flachs, kurzfaserige, holzhaltige Fasern›, der von ärmeren Leuten in mühseliger Arbeit noch versponnen wurde. In Anspielung auf Chuder als Abfallprodukt kann mit dem Wort auch Minderwertiges bezeichnet werden: Chuderhüsi wäre in diesem Fall etwa ein baufälliges oder geringes Häuschen.

Flurnamen können uns auch etwas über die Alp- und Landwirtschaft erzählen. Stand bezeichnet im Berner Oberland oft den höchstgelegenen Teil einer Alpweide. Ein Bifang/Byfang war eine Einzäunung, z. B. abgezäuntes Wies- oder Ackerland, besonders zum Schutz gegen das Weidevieh (zu mhd. bivangen, bevahen ‹umfassen, umfangen›). Ein Hinweis auf das Wildheuen ist Ritz, eine Bezeichnung für begraste Bergabhänge, Furchen, die zwischen Felsen hinauf dem Bergkamm zulaufen. Uecht (Niedermuhlern, Oberbalm) und Uechtere (Interlaken) benennen ursprünglich Nacht- oder Morgenweiden. Die Namen gehen zurück auf mhd. uhte, uohte f. ‹Morgendämmerung, Nachtweide; Weide›. Heimchueweid (Diemtigen, Zweisimmen) verweist auf die Heimchue, die im Sommer nicht auf die Alp getrieben wurde, sondern zu häuslichem Gebrauch (Eigenbedarf an Milch) im Stall oder den Tag über auf einer Weide nahe beim Hof gehalten wurde. Ein Finel oder Fimel, im bernischen Voralpen- und Alpengebiet als Flurname vorkommend, ist ein kleiner Schuppen zur Aufbewahrung von Heu oder Streue. Finel ist ein Lehnwort aus roman. fenile ‹Heuboden, Heustall› (zu lat. fenum ‹Heu›; in der Romandie lauten die entsprechenden Toponyme Fenil, Fenils).

Die schon fast poetisch anmutenden Namen Hunghafe (Lenk; ‹Honighafen›) und Spys­Chorb (Zweisimmen; ‹Speisekorb›) sind wohl Hinweise auf überaus ertragreiches Land. Weniger guten Boden lässt der Name Rossmörder (Bühl, Kirchberg, Rüdtligen-Alchenflüh) vermuten. Er weist auf harten Boden hin, der schwer zu bearbeiten ist. Die pflugziehenden Tiere mussten hier sehr hart arbeiten, sich abquälen, sodass sie – bildlich gesprochen – fast zugrunde gingen.

Wie oben erwähnt, können Flurnamen auch Einblicke in die Rechtsgeschichte geben. Beispiele dafür sind Galgehubel (Därstetten), Marchegg (Lauterbrunnen) oder die Alp Gspan oberhalb des Brünigpasses in Meiringen, an der Kantonsgrenze zu Obwalden. Dieser Alpname ist zum Substantiv schwzd. Spann, Gspan m./n. ‹Spannung, Uneinigkeit, Streit; umstrittener Ort› zu stellen und geht wohl auf frühere Grenzstreitigkeiten zurück.

Wälder namens Baan, Bäänli, Bannwald, Baanwald, Baawald, Bawald, Bäänliwald oder Bannholz, zum Substantiv schwzd. Baan, Bann m. ‹obrig-

keitliches Verbot›, bezeichnen ursprünglich Wälder, in denen das Fällen von Bäumen verboten bzw. der Obrigkeit vorbehalten war.

Rechtlich geregelt war auch das Wenden des Pflugs auf aneinandergrenzenden Äckern. Die dafür vorgesehenen Bereiche hiessen Anwander, Radwänder oder Radwendi. Grundbedeutung dieser Namen ist etwa ‹Grenze oder Randzone eines Ackers, Ackerrandstück, auf dem der Besitzer des Nachbargrundstücks seinen Pflug wenden darf, auf dem das Pflugrecht gewährt werden muss›. Diese Flurnamen konnten später auch auf den ganzen Acker übertragen werden oder auch Grundstücksgrenzen bezeichnen.

Auch über Volkskundliches berichten Flurnamen, vgl. z. B. das Hornussermösli (Herbligen) oder die Bezeichnungen von bäuerlichen Geräten und Gefässen von früher, die als Flurnamen auftreten (z. B. Chessel, Gelte oder Trimle).

Ebenso hat das Reich der Sagen Spuren in Form von Flurnamen hinterlassen. Beim N60Häxeseewli (Brienz) sollen sich Teufel und Hexen treffen, im Hagelseewli (Brienz) soll ein Ungeheuer leben, das sich mit Hagelwetter rächt, wenn Steine ins Wasser geworfen werden.

In der Toggeliflue (Saanen) hauste das Toggeli, ein dämonisches Wesen, und bei den Boozisteinen (Schattenhalb) das Boozi ‹Popanz, Vogelscheuche, Gespenst›.

Weiter verraten Flurnamen etwas über (frühere) geologische oder topografische Verhältnisse und die Bodenbeschaffenheit. Auf nassen oder sumpfigen Boden deuten Bützebode (Oberhünigen; zu Bütze f. ‹Pfütze›) oder Süderehubel (Wachseldorn; zu Südere f. ‹Pfütze, Lache, sumpfige Stelle›) hin, auf lehmhaltigen Grund weist Leimboden (Innertkirchen; zu Leim m. ‹Lehm›). Risete, Golete, Gufer oder Gand (vgl. den Gipfelnamen Hohgant) benennen zumeist Geröllhalden oder Stellen mit Steingeröll.

Schliesslich erfährt man durch Flurnamen auch einiges über die heimische Flora und Fauna. Bruuchhubel (Sigriswil) und Rüschegg verweisen auf (früheren) Bewuchs mit Bruuch m./n. ‹gemeines Heidekraut› bzw. Rüüsch n. ‹Binse›. Das Gebiet Sefina (Lauterbrunnen, vgl. Sefinafurgga) erhielt seinen Namen von der Pflanzenbezeichnung Sefi m./n. ‹Sadebaum, Gemeiner Wacholder, Zwergwacholder, Besenheide›. Verschiedene Vogelbezeichnungen verstecken sich in den Flurnamen Habchegg (Habkern), Gaaggi (Alpteil und Sägerei am Terrassenweg in Grindelwald) und Wigglen (Bauernhof SW Riggis, Frutigen), nämlich der Hapch m. ‹Habicht›, der Gaagg m., die Gaagge f. ‹Saatkrähe, Rabenkrähe, Dohle› bzw. die Wiggle f. ‹Eule, Kauz, Waldkauz, Steinkauz›. Oogglere, ein Dorfteil von Bönigen (zu Ooggle(n) ‹Unke, Kröte›), ist wie Fröschere ein Hinweis auf ein (früheres) Feuchtgebiet. In Heidoxli (bei Gutenbrunnen, Lenk) steckt Heidochs, eine Nebenform zum Subst. schwzd. Eidochs, Eidechs m. ‹Eidechse›.

Dies alles macht Orts- und Flurnamen zu einem erhaltenswerten Kulturgut.

Eine Frage, die noch der Antwort harrt: Wieso können die Namen eigentlich über frühere Verhältnisse berichten? Weil sie in der Regel sehr dauerhaft und ortsgebunden sind. Sie bleiben quasi an der Landschaft haften, auch wenn sich im Laufe der Jahre oder Jahrhunderte die Gegend verändert.

Ein anschauliches Beispiel finden wir in der Gegend von Uetendorf bei Thun (s. Abb. 1). Es finden sich dort die Flurnamen Chandermatte und Chandergrienwald, auf Übersichtsplänen der Gemeinde auch Landeren (= ‹Lände›) und Schiffmatten (s. Abb. 2).

Die Namen sind geblieben, obwohl die Namengeberin, die Kander, schon lange verschwunden ist. Sie fliesst seit der Gewässerkorrektion von 1711 bis 1714 (Kanderdurchstich) weiter südlich, zwischen Gwatt und Einigen, in den Thunersee.

Namengebende Motive können also mit der Zeit verschwinden, wie eben gesehen durch eine Gewässerkorrektion, dann aber auch aufgrund von Naturereignissen (Lawine, Bergsturz, Überschwemmung), einer Umnutzung des Bodens oder einer Überbauung.

Dies gilt es bei den im vorliegenden Buch angegebenen Erklärungen zu einzelnen Flurnamen zu bedenken. Bspw. findet man bei einem Ort namens Nesslere (‹Ort, wo viele Nesseln wachsen›) heute nicht mehr in jedem Fall Nesseln vor.

Wie sind Flurnamen konkret entstanden? Oder anders gefragt: Was war der Beweggrund, der Anlass zur Benennung von Geländestücken? Einerseits entstanden Flurnamen ganz einfach durch Beschreibung des formenreichen Geländes mit Worten. Man benannte die Landschaft anhand ihrer topografischen Eigenschaften (z. B. Breithorn, Dürreberg, Engital, Schönbüel, Stechelberg), nach der Form (z. B. Mutthore, Spitzhore), Grösse (z. B. Grosshorn, Lützelflüh) oder Farbe (z. B. Schwarzbirg, Rothorn, Wyssi Flue).

Auch das Beschreiben des Geländes nach der Bodenbeschaffenheit, der geologischen Beschaffenheit oder nach dem Vorkommen von Pflanzen und Tieren führte zu Flurnamen (Beispiele s. oben).

Dabei ist es oft so, dass etwas Auffälliges, etwas sich von der sonstigen Umgebung Abhebendes zum Namen führte. Treffend sagt der Lehrer, Pfarrer und Dialektologe Emanuel Friedli, Verfasser des mehrbändigen Werks «Bärndütsch» (I, 26): «Wo das Gebirge die Norm der Bodenbeschaffenheit ist, bildet jede kleine plateauartige Ausdehnung als auffällige Ausnahme einen Anlass zur Namengebung». Mit der Zeit wurden dann solche Beschreibungen zum Namen, indem teilweise die Präposition und der Artikel verloren gingen: Aus einer Wendung mhd. ûf dem schœnen büel konnten sich schweizerdeutsche Namenvarianten Ufem schöne Büel, Schöne Büel, Schönebüel oder Schönbüel entwickeln. So wie in diesem Beispiel stehen überhaupt viele Namen (ursprünglich) im Dativ.

Abb. 1: Uetendorf, Ausschnitt aus der Landeskarte (© swisstopo)

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geolokalisierten Informationen, Daten und Diensten, die von öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden die Richtigkeit der veröffentlichten Informationen achten, kann hinsichtlich der inhaltlichen Richtigkeit, Genauigkeit, Aktualität, Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft. https://www.admin.ch/gov/de/start/rechtliches.html. Falls Daten der entsprechenden Datenherren.

Abb. 2: Uetendorf, Plan SA 352 II, 1933. (Forschungsstelle für Namenkunde, Universität Bern)

mit Gegenständen, Bauwerken oder Körperteilen hervorgegangen. Dabei waren die Menschen oft sehr fantasievoll. Der damalige Mensch war sehr naturverbunden und landwirtschaftlich geprägt. So ist es nicht verwunderlich, dass Flurnamen und die ihnen zugrunde liegenden Worte vorwiegend aus dem ländlich-bäuerlichen Bereich stammen. Die Siedlung und ihr Umkreis, wo der Bergler «ackert und erntet, mäht und heut, hütet und holzt, ist der Ort, an dem ihm der Erdboden am tiefsten vertraut ist. Hier kennt er jede Welle, jede Eintiefung, jedes ‹Bödeli›, und er weiss sie durch besonders sprechende Ausdrücke zu kennzeichnen», indem er sie «immer wieder mit den vertrauten Erscheinungen der eigenen körperlichen Wirklichkeit, des Lebens in Haus und Hof und den Dingen der täglichen Arbeit

Die frühere Landbevölkerung hat auf kreative Art und Weise die Geländeforbeschrieben (s. Band, Bank, Joch, Leitere, Nadle, Schnide, Schnuer, Sichle, Zingge), wovon insbesondere für die Benennung von Geländemulden viele verschiedene GefässChessel, Chorb, Chratte, Trimle, Trog).

Die damaligen Landbewohner verglichen Hügel, Gipfel und markante Felsformationen, auch Geländevertiefungen und Pässe, mit Bauwerken oder First, Gestele, Gibel, ). Schliesslich führten auch Vergleiche von Geländeformen mit menschlichen oder tierischen KörGrind, Hals, Haupt,

Beschreibungen und Vergleiche können auch noch heute zu neuen Namen als die Pyramide am

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Die fünf Kapitel des Flurnamenbuches bestehen aus einzelnen Namenartikeln, die alphabetisch nach ihrem Stichwort sortiert sind. Zu beachten ist dabei, dass zusammengesetzte Namen in der Regel unter ihrem zweiten Bestandteil zu finden sind: Unter dem Stichwort Stock finden sich z. B. Diamantstock, Stock, Telltistock, nicht aber das Stockhorn. Dieses steht unter dem Stichwort Horn

Eine zusätzliche Hilfe bietet der alphabetische Index am Schluss des Flurnamenbuches.

Ein Namenartikel ist eine in sich geschlossene Darstellung zu einem bestimmten Namen oder Namenbestandteil und besteht jeweils aus drei Teilen (Lemmateil, Belegteil, Erklärungsteil):

Lemmateil: Zunächst steht in Fettschrift hervorgehoben das Lemma (Stichwort). Auf der zweiten Zeile folgen, falls vorhanden, Varianten des Stichwortes (Mundartvarianten, schriftdeutsche Formen, die zum Teil auf älteren Landeskarten oder auf Wegweisern zu finden sind, Diminutivformen usw.).

Belegteil: Die Flurnamenbeispiele werden im Belegteil alphabetisch aufgelistet und in fettkursiver Schrift aufgeführt. Er soll die Vielfalt der Bildungen und der Benennungen dokumentieren. Ein nach unten zeigender Pfeil  vor einem Namen deutet an, dass zu diesem Namen unten im Erklärungsteil weitere Ausführungen folgen. Das Symbol N vor einem Namen verweist auf eine Abbildung (vgl. auch das Abbildungsverzeichnis im Anhang).

Allfällige Alternativnamen stehen direkt nach dem eigentlichen Namen, z. B. «Seehore, auch Rötihore». In runden Klammern hinter den Namen folgt jeweils eine Sachbezeichnung (also das, was der Name bezeichnet), eine Lokalisierung und die Angabe der Gemeinde. So kann der Wanderer die Namen bzw. die damit benannten Stellen leicht auffinden. Namen ohne Kantonskürzel stammen aus dem Kanton Bern. Bei Namen aus anderen Kantonen steht zusätzlich das entsprechende Kantonskürzel.

Durch die Kursivierung des zur Lokalisierung dienenden Namens wird eine Zusammengehörigkeit der Namen angezeigt: «Gwattstutz (Quartier bei Gwatt, Spiez)». Die Angabe Gwatt zeigt, woher das Quartier Gwattstutz seinen Namen hat. «Schilthorn (alpiner Gipfel mit Drehrestaurant oberhalb der Alp Schilt, Lauterbrunnen)». Schilt ist ein Hinweis darauf, wie der Name Schilthorn zu verstehen ist. Das Schilthorn heisst nicht Schilthorn, weil es vermeintlich aussieht wie ein Schild, sondern weil es der Gipfel oberhalb der Alp Schilt ist.

Erklärungsteil: Hier wird das Stichwort, also das dem oder den Flurnamen zugrunde liegende Wort, samt Genus aufgeführt und seine (toponymische) Bedeutung oder Bedeutungen in spitzen Klammern ‹ › angegeben, z. B. unter Boll: «Subst. schwzd. Boll m. ‹rundlicher, kuppenförmiger Hügel, Höhe, Anhöhe›».

Es folgen in kleinerer Schrift weiterführende sprachwissenschaftliche Erläuterungen, in der Regel mit Angabe der mhd. und ahd. Sprachstufen. Hier ist zum Teil der Bedeutungswandel ersichtlich, den die Wörter im Laufe der Zeit durchgemacht haben. Diese Angaben bedeuten nun aber nicht, dass der an dieser Stelle besprochene Name in mhd. oder ahd. Zeit gebildet worden ist, sondern lediglich, dass das Wort, das dem Namen zugrunde liegt, bereits in mhd. bzw. ahd. Zeit belegt ist.

Am Schluss dieses Abschnitts folgen gegebenenfalls zusätzliche Informationen und weiterführende Erklärungen zu einzelnen Namen. Allfällige historische Belege zu den einzelnen Flurnamen beginnen mit der Jahreszahl (Datierung) und sind in kursiver Schrift gehalten. Spezielle Schriftzeichen der historischen Handschriften (z. B. übereinandergestellte Vokale) werden dabei vereinfacht wiedergegeben bzw. aufgelöst.

Der bei Verweisen in runden Klammern angegebene Grossbuchstabe, z. B. «S. Tschingel (A)», verweist auf das entsprechende Kapitel. Ein Verweis ohne Grossbuchstabe, z. B. «S. Schibe», verweist auf ein Stichwort innerhalb des gleichen Kapitels.

Im Anhang finden sich ein Glossar mit Erklärungen der Fachausdrücke, ein Abkürzungsverzeichnis, ein Literaturverzeichnis mit der verwendeten Literatur (Auswahl), ein Abbildungsverzeichnis und ein alphabetischer Index mit den im Flurnamenbuch behandelten Namen.

Birg: Die ältere Bezeichnung Mirrenbirg für den Gipfel Birg ist nicht zu verwechseln mit Mirrenberg (Heuland im Bluemental oberhalb von Mürren).

Mirren ist die entrundete, mundartliche Lautung für Mürren

Schwarzbirg, Wyssbirg: Die beiden Gipfel liegen nebeneinander, wobei Ersterer durch dunkles Gestein, Letzterer durch helles Gestein auffällt.

Blatte s. Blatte (C)

Boll

Bol, Bohl, Böli (Dim.)

Äglisbol (rundlicher Hügel W Rumisberg), Am Bol (Alp unter dem Bolberg, Habkern), Boll (Anhöhe S Stockmatt, Kriechenwil), Boll (Dorf eingangs Lindetal, Vechigen)

zSubst. schwzd. Boll m. ‹rundlicher, kuppenförmiger Hügel, Höhe, Anhöhe›, verkürzt aus dem Subst. schwzd. Bolle m./f. ‹runder, kugeliger Gegenstand, Kugel, Ball, Knospe›.

Mhd. bolle f. ‹Knospe; kugelförmiges Gefäss› < ahd. bolla f. ‹Knoten, Wasserblase, rundes Gefäss›.

Boll (Vechigen): 1390 an dem Bolle. Das Dorf ist wohl benannt nach dem flachen, heute überbauten Hügel, an dessen Fuss das Dorf liegt.

Büel

Biel, Bühl (nhd.), Bühel/Büchel (Ostschweiz); Dim.: Büeli/Bieli, Büelti/ Bielti, Büelteni/Bielteni (Dim. im Pl.)

Gemeinde

Jahreszahl (Datierung)

Ballebüel (Höfe auf einer Anhöhe bei Hürnberg, Konolfingen), Birchbüel (Heimet bei Mülimatt, Buchholterberg), Büel (Hügel NW Oberbalm), Büel (Hügel S Heidbühl, Eggiwil), Bühl b. Aarberg (Gde.), Burgbüel (Hügel in der Talsohle, mit Gletschermühle, Lenk), Chilchbüel (Hügel bei Oberei, Mühleberg), Girmschbiel (Hügel W Wengernalp, Lauterbrunnen), Hobiel (Hügel am Weg zum Blattenstock, Innertkirchen), Horbüel (Weide und Wald unter dem Horbüelpass, Guggisberg), Hüenerbüel (Hügel bei Bolligen), Innere/Ussere Leimbüel (Heimet NE Boltigen), Im obren/Im undren Loichbiel (Alpstafel am Weg zur Grossen Scheidegg, Grindelwald), Pfaffebüel (bewaldeter Hügel eingangs des Kientals, Reichenbach i.K.), Ruchenbühl (Weiler oberhalb von Sundlauenen, Beatenberg), Salibiel (Alp unter dem Ällgäuwhoren, Brienz), Schönbüel (Hügel auf dem Hardergrat, Habkern/Ringgenberg), Schönbüel (Hügel unter dem Höch Gumme, Lungern OW), Seebüel (Hügel über dem Louwenesee, Lauenen), Selibüel (Hü-

Historischer Beleg

Zusatzinformationen zu einzelnen Namen

A Berge, Hügel und Hörner

In diesem Kapitel werden Namen aufgeführt, die Gipfel, Hügel, Bergrücken, Geländevorsprünge, Grate, Anhöhen, Felsblöcke und Aussichtspunkte benennen.

Die Bandbreite an Wörtern, die zur Bezeichnung von den eben genannten Geländeformen verwendet wurden, ist überaus gross. Das mag wohl daran liegen, dass Berge, Hügel usw. das Auffälligste einer Landschaft sind. Sie geben ihr Konturen und bilden markante, weit sichtbare Orientierungspunkte oder auch Grenzpunkte.

Häufig sind metaphorische Benennungen nach menschlichen oder tierischen Körperteilen (z. B. Nase, Rügge oder sehr prominent Horn), nach Alltagsgegenständen (z. B. Nadel, Stuel oder Totz) und nach Bauwerken (z. B. Burg, Chanzel oder Turm).

Gipfelnamen sind in der Regel eher jung. Der Mensch benannte nur, was für ihn wichtig war, zum Beispiel landwirtschaftlich nutzbares Land, Siedlungen oder Verkehrswege. Die hohen Berge, die Hochgebirgswelt, waren ihm uninteressant. Johann Rudolf Wyss, Dichter und Professor der Philosophie, formulierte es 1816 so: «Dem Thalbewohner, der von seinem Erwerb lebt, sind die unabträglichen Gletscher und Kuppen und Joche von äußerst geringer Wichtigkeit» (zitiert nach Wäber, Bergnamen des Berner Oberlandes, 236).

Die Bergnamen waren im 18./19. Jh. zum Teil noch nicht fixiert, noch nicht fest. D.h., die Berge hatten teilweise mehrere Namen oder es kam zu Verwechslungen bei den Gipfelbenennungen.

So wurde bspw. der Wildstrubel 1760 auch Breiteis genannt, der Grossstrubel 1845 Lammerhorn, das Steghorn 1760 Hühnerleiterli und 1845 Klein-Strubel. Schreckhorn und Finsteraarhorn hiessen früher auch Nadel, das Silberhorn Zuckerstock.

Erst ab Mitte des 19. Jh. wurden Gipfelnamen vermehrt vergeben und gefestigt. Dies hängt einerseits mit dem aufkommenden touristischen Alpinismus zusammen, andererseits auch mit den zu dieser Zeit entstehenden Landeskarten (Dufourkarte, Siegfriedatlas).

Für das relativ junge Alter der Gipfelnamen spricht auch, dass sie des Öfteren von einer Alp aufstiegen oder «hochwanderten»: Der Name Stockeflue z. B. geht von den Alpteilen Vorderstocke oder Oberstocke aus. D.h., die Stockeflue ist die (vormals namenlose) Fluh, die sich oberhalb von Vorderstocke und Oberstocke (= Kernnamen) erhebt. Weitere Beispiele dazu sind: Flöschhore oberhalb der Alp Flösch, Iffighore oberhalb der Iffigenalp, Schilthorn oberhalb der Alp Schilt usw.

und Hörner

So kann es vorkommen, dass die Gipfel zwei Namen erhielten, nämlich dann, wenn sie von zwei verschiedenen Talseiten oder Flanken her benannt worden sind, z. B. Rauflihore/Bluttlighore, benannt nach den Alpen Raufli (auf der Diemtigerseite) bzw. Obere/Undere Bluttlig (auf der Seite von St. Stephan).

In den Namenbeispielen der folgenden Namenartikel ist der in den runden Klammern genannte Kernname jeweils in Kursivschrift hervorgehoben, z. B. «Flöschhore (Gipfel oberhalb der Alp Flösch, Lenk/St. Stephan)». So erkennt man, woher der Gipfel seinen Namen hat, von wo aus der Name auf den Gipfel «hochgewandert» ist.

Berg

Bärg; Dim.: Bärgli, Bärgji (VS)

I Arniberg (mehrere Heimet oberhalb von Arni), Beatenberg (Gde.), Belpberg (Hügelzug, ehemalige Gde. oberhalb von Belp), Berg (kleiner Weiler oberhalb von Ursenbach), Bramberg (Weiler oberhalb von Neuenegg), Buchholterberg (Gde.), Engelberg (Rebgebiet bei Wingreis, Twann-Tüscherz), Ferenberg (Dorf oberhalb von Stettlen, Bolligen), Guggisberg (Gde.), Homberg (Gde.), Jäissberg (bewaldeter Hügelzug oberhalb von Jens, mda. Jäiss), Mühleberg (Gde.), Ostermundigeberg (bewaldeter Hügel oberhalb von Ostermundigen), Riggisberg (Gde.), Ringgenberg (Gde.), Rüeggisberg (Gde.), Twannberg (Wiese und Kurhaus oberhalb von Twann), Utzlenberg (drei Heimet S oberhalb von Stettlen)

II Abendberg (Alpweide oberhalb der Rinderalp, Erlenbach i.S.), Betelberg (Alpweide oberhalb von Lenk), Dürreberg (Alp N oberhalb von Gamchi, Reichenbach i.K.), Hasliberg (Gde.), Mättenberg (Gipfel zwischen Eiger und Wetterhorn, Grindelwald), Mittlere/Obere Müncheberg (Kuh- und Schafalpen, Boltigen), Oberberg (Alp im Soustal, Lauterbrunnen), Rezlisberg (Alpgebiet, Lenk), Rinderberg (Alp und Bergstation, Zweisimmen), Schafberg (Hang oberhalb der Engstligenalp, Adelboden), Schwarzenberg (Bergweide, Bergrestaurant und Gipfel, Diemtigen), Schwendelberg (Alp und Hügel E Guggershorn, Guggisberg), Seeberg (Alpgebiet, Zweisimmen), Stechelberg (Siedlung hinten im Lauterbrunnental, Lauterbrunnen), Stiereberg (Alp S Seebergsee, Zweisimmen), Talberg (Alp S Chesselgrat, Därstetten), Tierberg (Hochtal unter dem Laufbodehore, Lenk) zSubst. schwzd. Bärg m. ‹kleinere oder grössere Erhebung im Gelände, Hügel, Berg›, im Speziellen ‹höher gelegenes Gelände, auf einer Anhöhe liegender Ort/Ortsteil; über dem Dorf gelegener Wald› (vgl. I), in der Alpwirtschaft ‹Alp, Bergweide, Bergwiese› (vgl. II).

Die Bedeutung ‹Gipfel, Gebirgsstock› wurde im Zuge des aufkommenden Alpinismus im 18./19. Jh. aus dem Neuhochdeutschen übernommen. Das Wort Berg ist daher im Schweizerdeutschen als Gipfelname relativ selten vertreten, z. B. Gemschberg (Gipfel S Schwarzhoren, Grindelwald), Trugberg (alpiner Gipfel SE Mönch, Fieschertal VS; angeblich 1841 von dem Geologen Edouard Desor so benannt worden, weil er ihn mit der Jungfrau verwechselt haben soll). Gipfel wurden üblicherweise und häufiger mit Horn, Stock usw. benannt.

Im Mittelland gibt es viele, zum Teil sehr alte Siedlungsnamen mit -berg (Dörfer, Weiler oder Einzelhöfe, s. I). Das Genitiv-s in der Fuge deutet in den allermeisten Fällen auf einen ahd. Personennamen im Bestimmungswort hin. V. a. im Berner Oberland bezeichnet Berg als Flurname grösstenteils Alpen oder Bergweiden (s. II). Oft erzählen uns diese Flurnamen, welche Tiere auf der bezeichneten Alp ursprünglich gesömmert worden sind: Rinderberg, Stiereberg, Schafberg, evtl. Müncheberg (s. unten).

Mhd. bërc m. ‹Berg› < ahd. bërg m. ‹Berg, grössere Anhöhe; Bergmassiv; zur Viehweide geeignete Anhöhe›, zu einer Verbalwurzel mit der Bedeutung ‹sich erheben, hoch werden, wachsen›.

Abendberg: Zum Subst. schwzd. Aabe, Aabend m. ‹Abend›. Namen mit Abend geben einerseits die Lage gegen «Abend» an, also gegen Westen. Sie bezeichnen konkret von der Abendsonne beschienene Westhänge. Andererseits kann mit Abend auch eine Stelle bezeichnet werden, die am Abend genutzt wird, z. B. als Weide.

Beatenberg: 1357 guot uffen sant Beaten berge. Benannt nach dem hl. Beatus, der in der Beatushöhle gelebt haben soll. S. auch Hüli (B).

Berg: Der Weiler hiess 1838 noch Ursenbachberg

Bramberg: Gemäss den ältesten hist. Belegen 1492 Branberg, 1500 Brannberg, 1532 brandberg gehört der Name wohl zum Subst. schwzd. Brand m. ‹Feuersbrunst; Brandrodung›.

Buchholterberg: Der Name lautete ursprünglich nur Buecholtern (Dativ Plural), vgl. die Erstbelege 1231 Buocholtro, 1236 Conradus de Buecholtrun, 1238 de Boholtron. Er gehört zur Pflanzenbezeichnung schwzd. Buechholder m. ‹Traubenholunder, wilder Holunder, Zwergholunder; Klettenkerbel› < mhd. buocholter m. ‹Wasserschierling› < ahd. buhholter m. ‹Schierling, Doldenblütler›.

Dürreberg: Zum Adj. schwzd. dür, dürr ‹getrocknet, vertrocknet, trocken›. Mit diesem Adj. werden dürre, ausgetrocknete, wasserarme, der Sonne ausgesetzte Geländestellen bezeichnet und – bezogen auf Gewässer – Seen mit wenig Wasser, Bäche, die zeitweise wenig oder kein Wasser führen, z. B. bei längerer Trockenheit (vgl. Dürrbach, Dürrenbach, Dürrsee, Lauenen, Dürrseeli, Savièse VS). Andere Namen für solche Bäche sind Lugibach (zum Subst. schwzd. Lugi f. ‹Lüge› oder Lugi m. ‹Lügner›) oder Seltenbach/Sältebach.

und Hörner

Engelberg: Das Rebgebiet war ursprünglich im Besitz des Klosters Engelberg OW.

Ferenberg: Mit den Erstbelegen 1255 in Verrechperc, 1257 ze Pherrecperch, Pherrechperch ist der Name zum Subst. schwzd. Färich, Färech, Färch m. ‹Pferch, durch einen Stangen- oder Lattenzaun umzäunter Platz› zu stellen.

Guggisberg: Der Name hat nichts mit dem Verb schwzd. gugge ‹schauen› zu tun, vgl. die frühen hist. Belege 1148 Cucansperc, 1182 Montcuchin, 1254/55

Monte Cucani. Ursprünglich ist Guggisberg wohl eine romanische Bildung mit einem lat. Personennamen Coccus/Cocca/*Cucca. Guggisberg ist eine

Teilübersetzung von Monte Cucani ‹Bergweide eines Cucca› und lautlich an das Deutsche angepasst. Eine frühere schweizerdeutsche Mundartlautung ist Munggaschuu (mit assimiliertem roman. Mont), die die romanischen Formen (vgl. hist. Belege) auf Deutsch wiedergibt. S. auch Mont. Hasliberg: 1358 ze Hasle an dem berge Hasli geht auf die Kollektivbildung ahd. hasalahi ‹Stelle mit vielen Haselsträuchern, Haselgebüsch› zurück. Homberg: 1264 in monte Honberch, 1289 in monte qui vulgo Honberg dicitur, 1341 am Honberg. Gemäss den hist. Belegen ist von einer Grundform mhd. (an dem) hôhen berge auszugehen. Hôhen wurde später zu Hon verkürzt, das auslautende -n am folgenden -b zu -m assimiliert (Honberg > Homberg). Mättenberg: Zum Adj. ahd. metamo ‹mittel, mittlere›, das im Schweizerdeutschen nur noch in Ortsnamen erhalten ist (in der Form Metten-/Mätten-, Mettmen-). Der Mättenberg ist entweder benannt nach seiner Lage als der in der Mitte zwischen dem Oberen und dem Unteren Grindelwaldgletscher sich befindliche Berggipfel oder nach der Alp Mättenberg zu seinen Füssen. Vgl. schon 1247 terram cum monte qui dicitur Metenberch, que sita sunt in Grindelwalt a glacie inferiori usque ad superiorem. Übersetzt heisst das: das Land mit der Alp namens Mättenberg, die in Grindelwald vom Unteren bis zum Oberen Gletscher liegt.

Müncheberg: Zum Subst. schwzd. Münch m. ‹Mönch, Klosterbruder›. In Anspielung auf das Keuschheitsgelübde der Mönche bedeutet Münch auch ‹Wallach, kastrierter Hengst›. Müncheberg bedeutet demnach ‹Alp in Besitz eines Mönchsklosters› oder ‹Alp, wo Wallache gesömmert wurden›.

Rezlisberg: Zu einer ahd. Koseform Razili/Razilin > Rezli Rezlisberg bedeutet ‹Alp in Besitz einer Person namens Rezli›.

Riggisberg: 1148 Richesperc, 1182 Rigesperc. Wohl zu einem ahd. Personennamen Ric/Rici.

Ringgenberg: Der ursprüngliche Name des Dorfes lautete 1219 Rinckeswile, 1240 Rinchenwile, zum ahd. Personennamen Rinco, Rincho. Die um 1240 erbaute Burg führte dann wohl zum Wechsel des Grundworts (1252 Ringkenberc, 1258 Rinkenberch). Berg ist ein recht häufiges Element von Burgnamen, vgl. z. B. die Burgstelle Spitzenberg (Langnau i. E.) oder das Schloss Thorberg (Krauchthal).

Rüeggisberg: 1076 Roggeresberch, 1109–1120 Montem Rotgeri, 1115 ecclesie de Roggeresberc, 1148 Rochersperc. Zum ahd. Personennamen Ruodger > Ruogger. Die Fuge -ers- entwickelte sich im Laufe der Zeit zu -is(1228 Rucesperc, 1281 Rüggisberg). Dieses -i- bewirkte dann auch den Umlaut -ü-.

Stechelberg: Zum nur noch in Toponymen erhaltenen Adj. schwzd. stächel ‹steil›. Stechelberg benannte ursprünglich den hintersten Teil des Tales hinter Riiti, wo das Gelände anzusteigen beginnt.

Talberg: Der Name scheint auf den ersten Blick widersprüchlich, zeigt aber, dass mit dem Grundwort Berg eben nicht ‹Gipfel› gemeint ist, sondern ‹Alp›. Der Name bedeutet also ‹Alp im/beim (Berg-)Tal›.

Utzleberg: 1295 Uczelunberg, 1338 Utzelemberge. Zum ahd. Personennamen Utzilo.

Bire

Bira, Birre

Bire (Berggipfel bei Kandersteg), Bire (Felskopf gegenüber Waldegg, Beatenberg), N3Birehubel (Hügel oberhalb vom Gantrischseeli, Rüschegg)

zDie Namen haben nichts mit der Frucht schwzd. Bire f. ‹Birne› zu tun. Sie gehören zu einem heute nicht mehr bekannten schwzd. Wort, das aus roman.

*birra f. ‹Haube, Kapuze› (< lat. birrus m. ‹kurzer Mantel mit Kapuze›) entlehnt worden ist (von der gleichen etymologischen Grundlage ist auch frz. béret m. ‹Barett, Baskenmütze› abgeleitet).

Birehubel: Der Hügel ist Anfang des 20. Jh. auch als Tütschi Bire bekannt, im Unterschied zur Wältsche Bire, die den Hügel N4La Berra (La Roche FR/Val-de-Charmey FR) meint. Beide Hügel haben eine ähnliche Form.

Birg

Pirg

Birg, früher auch Mirrenbirg (Gipfel, Mittelstation der Schilthornbahn, Lauterbrunnen), N5Schwarzbirg, auch Bietenhorn (Grat mit Gipfel oberhalb der Bietenlücke, Lauterbrunnen), Underem Birg (Weide, Wald, Talstation der Engstligenalpbahn, Adelboden), Wandbirg (mächtige Fluh oberhalb der Doldenhornhütte, Kandersteg), N5Wyssbirg (Grat mit Gipfel N Schwarzbirg, Lauterbrunnen)

zSubst. schwzd. Birg n. ‹Gebirge, gebirgiges Gebiet, Bergland, Berg›, Kollektivbildung zum Subst. schwzd. Bärg.

Mhd. gebirge, birge n. ‹Gebirge› < ahd. gibirgi n. ‹Berg, Gebirge›.

und Hörner

Abb. 3: Birehubel (Rüschegg)
Abb. 4: La Berra (La Roche FR / Val­de­Charmey FR)

Birg: Die ältere Bezeichnung Mirrenbirg für den Gipfel Birg ist nicht zu verwechseln mit Mirrenberg (Heuland im Bluemental oberhalb von Mürren). Mirren ist die entrundete, mundartliche Lautung für Mürren. Schwarzbirg, Wyssbirg: Die beiden Gipfel liegen nebeneinander, wobei Ersterer durch dunkles Gestein, Letzterer durch helles Gestein auffällt.

Blatte s. Blatte (C)

Boll

Bol, Bohl, Böli (Dim.)

Äglisbol (rundlicher Hügel W Rumisberg), Am Bol (Alp unter dem Bolberg, Habkern), Boll (Anhöhe S Stockmatt, Kriechenwil), Boll (Dorf eingangs Lindetal, Vechigen)

zSubst. schwzd. Boll m. ‹rundlicher, kuppenförmiger Hügel, Höhe, Anhöhe›, verkürzt aus dem Subst. schwzd. Bolle m./f. ‹runder, kugeliger Gegenstand, Kugel, Ball, Knospe›.

Mhd. bolle f. ‹Knospe; kugelförmiges Gefäss› < ahd. bolla f. ‹Knoten, Wasserblase, rundes Gefäss›.

Boll (Vechigen): 1390 an dem Bolle. Das Dorf ist wohl benannt nach dem flachen, heute überbauten Hügel, an dessen Fuss das Dorf liegt.

Büel

Biel, Bühl (nhd.), Bühel/Büchel (Ostschweiz); Dim.: Büeli/Bieli, Büelti/ Bielti, Büelteni/Bielteni (Dim. im Pl.)

Ballebüel (Höfe auf einer Anhöhe bei Hürnberg, Konolfingen), Birchbüel (Heimet bei Mülimatt, Buchholterberg), Büel (Hügel NW Oberbalm), Büel (Hügel S Heidbühl, Eggiwil), Bühl b. Aarberg (Gde.), Burgbüel (Hügel in der Talsohle, mit Gletschermühle, Lenk), Chilchbüel (Hügel bei Oberei, Mühleberg), Girmschbiel (Hügel W Wengernalp, Lauterbrunnen), Hobiel (Hügel am Weg zum Blattenstock, Innertkirchen), Horbüel (Weide und Wald unter dem Horbüelpass, Guggisberg), Hüenerbüel (Hügel bei Bolligen), Innere/Ussere Leimbüel (Heimet NE Boltigen), Im obren/Im undren Loichbiel (Alpstafel am Weg zur Grossen Scheidegg, Grindelwald), Pfaffebüel (bewaldeter Hügel eingangs des Kientals, Reichenbach i.K.), Ruchenbühl (Weiler oberhalb von Sundlauenen, Beatenberg), Salibiel (Alp unter dem Ällgäuwhoren, Brienz), Schönbüel (Hügel auf dem Hardergrat, Habkern/Ringgenberg), Schönbüel (Hügel unter dem Höch Gumme, Lungern OW), Seebüel (Hügel über dem Louwenesee, Lauenen), Selibüel (Hü-

und Hörner

Abb. 5: Schwarzbirg und Wyssbirg (Lauterbrunnen)

gel W Gurnigelpass, Rüschegg), Sunnbüel (Seilbahnstation bei Winteregg, Kandersteg), Tächebüel (Heimet oberhalb der Simme, Oberwil i.S.), Uf de Büele (mehrere kleine Geländeerhöhungen beim Ruedihus, Kandersteg)

zSubst. schwzd. Büel m./n. ‹Erhöhung, Beule am Leib, kleiner Erdhöcker, Erdhaufe; (länglicher, oben abgeflachter) Hügel, Anhöhe›.

In zusammengesetzten Namen wird Büel als Grundwort in der mundartlichen Aussprache gelegentlich abgeschwächt zu -bel/-bu/-pu, z. B. Seebel/Seebu für Seebüel (Stocken-Höfen), Chiuchbu für Kilchbüel (Schangnau), Heepu für Heidbüel (Trubschachen).

Mhd. bühel, büel m. ‹Hügel› < ahd. buhil m. ‹Hügel, Anhöhe›.

Birchbüel: Zum Subst. schwzd. Birch n. ‹Birkengehölz, Birkenwald› oder zur Baumbezeichnung schwzd. Birch, Birche f. ‹Birke›.

Girmschbiel: Zum Subst. schwzd. Gürmsch m., entrundet Girmsch ‹Vogelbeerbaum›.

Horbüel: Zum Subst. mhd. hor n., im Genitiv horwes ‹kotiger Boden, Schmutz› < ahd. horo n. ‹(feuchte) Erde, Schlamm, Morast›. Toponyme mit dem Bestandteil Hor/Horb/Horw (z. B. Horbacher, Horbode, Horlouwi, Grosshorbe, Horrenbach­Buchen, Horw LU) deuten auf (ehemals) sumpfiges Gebiet.

Loichbiel: 1535 an louchbül. Zum Subst. schwzd. Louch m. ‹Lauchgewächs, Bergschnittlauch›.

Salibiel: Zur Baumbezeichnung schwzd. Sale, Saale f. ‹Salweide, Weide›.

Entsprechende Flurnamen sind Sale, Saale, Sahle. Von Sale, Saale abgeleitet sind Sali, Saali, Sahli, Kollektivbildungen mit dem Suffix ahd. -ahi > schwzd. -i (vgl. dazu auch Birchi, Eichi, Hasli usw.; s. auch in der Einleitung).

Tächebüel: Zum Subst. schwzd. Däche, Täche m. ‹Dekan, Vorsteher eines geistlichen Kapitels›. Gleich zu erklären ist auch der Flurname Dächebüel in Boltigen.

Büfel

Büffel, Püfel; Pl.: Püfle, Büffle

Engelpüfle (Felsköpfe W Engelhorn, Reichenbach i.K.), Heitibüffel (bewaldeter Fels an der Sense mit Heidelbeersträuchern, Köniz), N6Mönchsbüffel (vorspringender Felskopf am Schwarzmönch, Lauterbrunnen)

zSubst. berndt. Büfel m. ‹Steinhaufe, rauer, steiniger, rundlicher Hügel, Felskegel, abgerundeter Felskopf, Gipfel von grösserer Massigkeit und etwas unförmlicher Gestalt›, in der Schreibung und Lautung oftmals angelehnt an den Tiernamen nhd. Büffel. Die Herkunft des Wortes ist nicht gesichert. Es

und Hörner

gehört möglicherweise zum Subst. schwzd. Güfel m. ‹stumpf zugeschnittener Bergkegel, Gipfel› (wozu es im Bernbiet keine Flurnamen gibt), mit Wechsel von anlautendem G- > B-, der z. B. auch beim Subst. schwzd. Giifer, Biifer m. ‹dünne Schneedecke› vorliegt.

Heitibüffel: Heiti ist die berndeutsche Bezeichnung für die Heidelbeere.

Buggel

Puggel, Buggeli (Dim.)

Chatzepuggel (bewaldeter Geländevorsprung am Gurten, Köniz), Kalchstättenpuggel (Hügel mit Wald und Kulturland oberhalb von Kalchstätten, Guggisberg), Obere Buggel (Berggipfel über dem Oberen Ischmeer, Grindelwald)

zSubst. schwzd. Buggel m. ‹rundliche Anschwellung, Erhöhung des Bodens, kleiner Hügel; Geschwulst auf der Haut, Beule; Rücken›.

Mhd. buckel f./m. ‹halbrund erhabener Metallbeschlag in der Mitte des Schildes› < ahd. buckula f. ‹Schildbuckel, Schild›, Lehnwort aus afrz. boucle ‹Schildknauf› bzw. aus lat. buccula f., Dim. zu lat. bucca f. ‹Backe›.

Kalchstättenpuggel: Der Name Kalchstätten hat nichts mit Kalk zu tun. Wie die frühen hist. Belege 1357 Kastelstetten, 1390 Castelstetten zeigen, ist der Name eine Bildung mit dem Lehnwort schwzd. Chastel n. ‹Schloss, Burg› < lat. castellum n. ‹Kastell, Festung, Bollwerk› (vgl. Gestele). Kalchstätten ist damit als ‹Stätte/Stelle bei einer Burg› zu deuten. Diese ursprüngliche Bedeutung verblasste jedoch schon bald, was zu unsicheren Schreibungen führte (1668 Kasselstätten, 1673 Kahlstetten, 1685 Kalchstetten, 1750 Kaltstätten). Schliesslich setzte sich Kalchstätten durch. Tatsächlich gibt es auf dem Kalchstättenpuggel Hinweise auf ein Erdwerk (prähistorische, von Menschenhand errichtete Anlage aus Gräben und Wällen).

Burg

Bürgli (Dim.)

Burg (Berggipfel bei der Büössalp N Burglauenen, Grindelwald), Burg (Gipfel, Felsmassiv an den Engelhörnern, Schattenhalb), N7Burg (Gipfel am Brienzergrat, Brienz), Bürgle (Gipfel E Ochse, Oberwil i.S./Rüschegg), Hinderburgseewli (See unterhalb der Alp Hinderburg, deren Name sich auf den Gipfel Oltschiburg bezieht, Brienz), Hohjegiburg, früher mda. auch nur Jägiburg (Felsgipfel der Engelhörner, Innertkirchen/Schattenhalb), Oltschiburg, früher mda. auch Oltschichopf oder nur Burg (Gipfel oberhalb von Oltscheren, Brienz/Brienzwiler)

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